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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Gegen den Wind: Windstärke 4

Jana Seidel
E-Buch Text: 65 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 05.04.2018
ISBN 9783962150938
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sorry, aber dieser Kurzroman wird leider keinem Anspruch gerecht, den man als Leser an den Tag legt. Ich lese viel und quer durch alle Genres, sog. anspruchsvolle Literatur gleichermaßen mit leichten Romanen, aber dieses Büchlein ist einfach nur unterirdisch. Die Ideen wirken wie aus einer Nachmittagsshow oder einer „Billigsoap“ bezogen und nerven in der Häufung und ihrer Klischeehaftigkeit. Der Schreibstil kann man als solchen nicht bezeichnen. Nachdem ich folgendes Zitat gleich am Anfang gelesen habe wollte ich eigentlich das Lesen gleich wieder abbrechen: "Eine Weile war ich dennoch so vermessen gewesen zu glauben, Frauen könnten heutzutage spielend leicht beides haben." Hätte ich das bloß getan, dann wären mir weitere Plattitüden wie " Der öffentliche Nahverkehr verwandelt unsere gute Laune allerdings schnell in eine Bombenstimmung –leider nicht im guten Sinn" und weiterhin erspart geblieben. Ich wollte jedoch meiner Leserunden-Verpflichtung nachkommen. Und keine Angst, man muss auch nicht die vorangegangenen Bände gelesen haben um dem Inhalt folgen zu können, die Frage ist eher wieso man das wollen würde. Die Charaktere sind überzogen dargestellt und dadurch komplett unsympathisch. Lisa mischt sich ungefragt in das Leben ihrer Nachbarin ein, stellt sich bei der Recherche nach deren Sohn komplett dilettantisch an und ihre Gedankengänge sind wirr und undurchsichtig. Dazu kommen noch immer mal wieder eingeschoben, die Gedanken des 15-jährigen Sohns ihres Mitbewohners. Dieser leidet - wenn ich es richtig lese - an Tourette Tics und versucht als „Heilung“ an Drogen zu kommen. Wie im Prinzip alle Themen in diesem Buch, wird das auch total unreflektiert dargestellt. Ein Punkt muss man ja leider vergeben, den gibt es definitiv fürs Cover, das tatsächlich sehr schön und kreativ gestaltet ist. Leider spiegeln sich diese Attribute nicht im Roman wieder, hier ist nichts leicht, amüsant oder witzig.

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75 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Ein Augenblick für immer - Das erste Buch der Lügenwahrheit

Rose Snow
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.09.2018
ISBN 9783473401697
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Blau gegen Grün, Lüge gegen Wahrheit June, 18 Jahre aus Frankfurt, entscheidet sich spontan ihr letzte Schuljahr im malerischen Cornwall zu verbringen. Das bietet sich vor allem deshalb an, da sie Halb-Engländerin ist und auch ohnehin plant nach der Schule in Studium in Oxford aufzunehmen. Nachdem ihr Vater den Kontakt zu seiner Familie komplett abgebrochen hat, war June jetzt seit 7 Jahren nicht mehr in Cornwall. Ihre Tante, die Schwester ihres Vaters ist mittlerweile verstorben und anders als erwartet wohnt die Familie nicht in einem kleinen Cottage an der Küste, sondern in einem herrschaftlichen Anwesen, dem Green Manor. Noch mehr überrascht ist die von ihren beiden Cousins Preston und Blake, die beide eine eigenartige Faszination auf sie ausüben. Die Geschichte ist flott und ansprechend erzählt, mit besonders viel Detailliebe, wenn es um die landschaftliche Schönheit Cornwalls geht. Gerne hätte nach meinem Empfinden auch noch mehr auf die Geschichten und Legenden, die sich um diese Landschaft ranken, eingegangen werden können. Bis auf die Gegend von Bodmin Moor und die Legenden, die sich um den dortigen Steinkreis ranken und die für den Fortgang der Geschichte wichtig sind, kommt mir hier zu wenig. Das Buch ist der erste Band einer Trilogie und es ist nachvollziehbar, dass vielleicht noch nicht allzu viel passiert, dass dafür mehr Platz für die Vorstellung und die Entwicklung der Charaktere geboten wird. Aber leider wird der erste Band diesem Auftrag nicht ganz gerecht, Preston und Blake bleiben mir irgendwie zu farblos und mit zu wenig Ecken und Kanten. Zu klischeehaft wird der eine als "Sonnyboy" hingestellt und der andere - passend zu seinem Namen - als der ewig wütende Rebell. Auch June hätte ich mir mutiger oder neugieriger, mehr hinterfragend gewünscht: sie erfährt, dass Preston und Blake Findelkinder waren und von ihrer Tante und Onkel adoptiert wurden, und stellt dazu keine Fragen, auch als die von ihrer Gäbe und der ihrer vermeintlichen Cousins erfährt st sie mir zu wenig neugierig, fängt dann aber an mit ihrer neuen Freundin Lilly nachzuforschen. Und überhaupt, dass sie nie irgendetwas über das Zerwürfnis ihres Vaters mit dem Rest der Familie zu erfahren versucht ist auch unbegreiflich. Insgesamt ist sie mir zu passiv, ich hoffe, dass sie in dem Punkt als Charakter wächst. Wirklich gut ausgearbeitet sind dagegen die Nebencharaktere, angefangen von Onkel Edgar, Betty, der Köchin und Junes Schulfreunden Lilly und Grayson. Ein insgesamt gelungener Auftakt zu einer neuen Trilogie, der mit Sicherheit neugierig auf die Fortsetzung macht. Die schönen Landschaftsbeschreibung lassen über die ein oder andere inhaltliche Schwäche hinwegsehen, die sympathischen und liebevoll gezeichneten Nebencharaktere lenken etwas von den schwächeren Protagonisten ab. Sollte hier in den Folgebänden eine bessere Balance gefunden werden, ist noch viel Spannung garantiert.

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39 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Himmelfahrtskommando - Ein Mordsacker-Krimi

Cathrin Moeller
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783956497995
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auch ohne die vorangehenden zwei Bände zu kennen, fand ich mich direkt in Mordsacker zurecht. Klara, ihr Mann Paul und ihre Tochter Sophie müssen im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes in der beschaulichen mecklenburgischen Provinz untertauchen, die sich dann als gar nicht so beschaulich erweist. Während ihr Mann und ihre Tochter sich schnell mit den neuen Begebenheiten arrangieren, vermisst Klara ihr Großstadtleben als Schauspielerin in Berlin. Doch auch wenn häusliche Arbeiten wie Kirschmarmelade einkochen nichts für sie und auch wenn sie mit der neu entdeckten Vorliebe ihres Mannes für die Viehzucht nichts anfangen kann, als ein Mord geschieht fährt sie alle Antennen aus. Nachdem die ermittelnde Polizeibehörde, sowie das ganze Umfeld den Vorfall zum Selbstmord deklariert, nimmt Klara ihre Ermittlungen auf. Diese geht sie beherzt an und scheut nicht vor eifersüchtigen Hühnern, Trinkgelagen am Vormittag, einem zu Erpressung neigendem Staatsanwalt, russischen Schlägern okkulten Ritualen und anderen Widrigkeiten zurück. Das alles wird flott mit viel Sprachwitz erzählt, dazu mit viel liebe zu Detail für das ländliche Lokalkolorit. Klara ermittelt mit Haut und Haaren und das ist durchaus wörtlich gemeint. Dazu gesellt sich eine illustre Dorfgemeinschaft mit vielen skurrilen Charakteren, die liebevoll gezeichnet, dabei aber nie überzeichnet werden. Dass man bis zum Schluss, auch was den Mörder betrifft im dunklen tappt ist ein weiterer Pluspunkt, bis zum Ende ermittelt man und rätselt mit Klara mit, bis man dann - quasi in einem Himmelfahrtskommando- dem Mörder zusammen mit Klara gegenüber steht.

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Tags: cosycrime, himmelfahrtskommando, krimi, mordsacker, wohlfühlkrimi   (5)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Das Glück wartet in Paris

Caroline Grollier
E-Buch Text: 374 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.09.2018
ISBN 9783732555352
Genre: Sonstiges

Rezension:

Antonia auch Toni genannt, lebt und arbeitet schon seit einer geraumen Zeit in Paris. Die Trennung von ihrem Freund nimmt sie zum Anlaß dich auch beruflich anderweitig zu orientieren, was wiederum eine tiefgreifende private Änderung mit sich bringt. Alexandre, Juniorchef eines Feinkosthandels aus Bordeaux hat sich eigentlich geschworen sich nie langfristig zu binden, bis ihm Toni über den Weg läuft und dabei nicht nur sein Hausboot erobert. Das hört sich zunächst nach einer hervorragenden Kulisse für einen sommerlich-leichten Liebesroman an und stellenweise kommt dieses Flair auch durch. Aber insgesamt baut sich die Geschichte zu langsam auf, fokussiert sich zu sehr auf den "beruflichen" Aspekt und konstruiert darum die Liebesgeschichte ohne ihr aber den entsprechenden Raum und Tiefgang zu bieten. Die Protagonisten bleiben blaß und ohne, dass man einen richtigen Bezug zu ihnen aufbauen kann, die weiteren Personen nerven zuweilen, weil die viel zu aufgesetzt wirken. Schriftstellerisch-"handwerklich" fand ich den Roman gut, gefallen hat mir, dass immer abwechselnd aus Sicht von Toni oder Alexandre berichtet wurde, insgesamt ist es auch kurzweilig geschrieben, mit Ausnahme der Dialoge, die einfach zu aufgesetzt waren. Ein Buch das man gut als Sommerlektüre lesen kann, ich denke was das Genre betrifft, gibt es durchaus besseres, jedoch kann man zumindest passagenweise von einem ganz guten Unterhaltungswert sprechen.

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das Gesetz der Eiche

Jessica van Houven
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 09.07.2018
ISBN 9783752803198
Genre: Romane

Rezension:

Nola nimmt ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften am renommierten Kings College auf. Schon bald wird sie auf einen Geheimbund aufmerksam, ihre Recherchen verstricken sie dann in immer mehr brenzlige Situationen und gemeinsam mit Shane und Bleu erfahren sie so einiges über das Gesetz der Eiche. Hinter der Idee steckt schon eine Menge "Dan-Brown-würdiges" Potential nd auch das Cover ist auf jeden Fall ein Eyecatcher. Die weit verzweigte Eiche, die über der nächtlichen Silhouette Londons steht ist einfach schön gemacht. Leider ist die Ausführung und auch die Quintessenz zu schwach, denn das Gesetz der Eiche besagt dann einfach nur, dass ein verdorbener Ast entfernt werden muss und das ist mir als Geschichte zu schwach. Ich hatte mir eine Geschichte gewünscht oder vorgestellt , die weit zurück in die Londoner Vergangenheit reicht, in der ein Geheimbund die Geschicke der Stadt beeinflusst. Heraus kommt aber ein Roman, der die Entstehungszeit des Geheimbundes und auch der konkurrierenden Bünde im 19. Jahrhundert ansiedelt, und es lediglich um den eigenen wirtschaftlichen Vorteil geht. Klar Geld ist natürlich Macht, aber mir bleiben die Ausführungen zu der Entstehungszeit der Bünde zu schwach (z.B. fortschreitende Industrialisierung, neue Entdeckungen, wissenschaftlicher Fortschritt) und auch darüber wie die Bpnde heute funktionieren, erfährt man sehr wenig. Dazu kommt, dass ich Nola als Protagonistin nicht sehr glaubhaft finde, zwar gibt es einen persönlichen Bezug zum Geheimbund"Sword&Eagle", über den man sehr spät etwas erfährt, aber ansonsten gibt es kein Motiv, keinen Anlass, dass sie in diese Suche treibt. Erzählerisch und handwerklich ist die Geschichte insgesamt gut, die Dialoge wirken zuweilen etwas hölzern und konstruiert. Inhaltlich finde ich es aus den beschriebenen Gründen eher nur ausreichend, auch mit "Plausibilitätsfehlern", die natürlich zum Teil aufgrund der schriftstellerischen Freiheit in Ordnung sind, aber dann geballt dich aufstoßen, wie z.B. der Showdown am Schluß. Die Geschichte selber wird zwar abgeschlossen, allerdings lässt das relativ offene Ende auch eine Fortsetzung zu.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Das kleine französische Landhaus

Helen Pollard , Anke Pregler
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783947610044
Genre: Romane

Rezension:

Emmy fällt aus allen Wolken, als sie während des gemeinsamen Urlaubs ihren Freund Nathan in flagranti mit Gloria, der Frau ihres Hotelbesitzers erwischt. Nachdem sich Nathan dann auch noch mit Gloria aus dem Stau macht und Rupert, dem das kleine Landhaus im Loire-Tal gehört, aufgrund eines Unfalls auf Hilfe angewiesen ist, entscheidet sich Emmy spontan dort auszuhelfen und sogar ihren Urlaub in Südfrankreich zu verlängern um Rupert zu helfen, aber auch um wieder zu sich selber zu finden.
In der Geschichte steckte eigentlich viel Potential, natürlich sind solche Liebesromane immer gewissermaßen vorhersehbar und natürlich weiß man, dass nach Irrungen und Wirrungen, die Protagonistin ihr Glück finden wird. So weiß man auch ziemlich schnell, dass Emmy und das kleine französische Landhaus, sowie die ganze Umgebung und die Menschen, die damit zu tun haben zusammengehören.
Vielleicht ist das auch die eigentliche Liebesgeschichte.
Emmy wendet sich zunächst, quasi für das schnelle Abenteuer dem Gärtner Ryan zu, ist aber auch gleichzeitig genervt-fasziniert von Alain, Ruperts Buchhalter. Und so versucht sie zwischen Besorgungen für das Hotel, Kochen für die Hotelgäste, dem spontanen Besuch ihrer Eltern und Ruperts ständigem Drängen doch in Frankreich zu bleiben um bei ihm zu arbeiten, ihr Leben neu zu ordnen.
Der Schreibstil ist im großen Ganzen in Ordnung, es ist aber nicht wirklich fesselnd, sondern plätschert eher dahin, der große Knall fehlt irgendwie. Und die Hauptakteuere bleiben eher blaß und wenig griffig und werden eher klischeehaft abgearbeitet: Emmy, die etwas steife Britin, die sich vom "savoir vivre" der Franzosen anstecken lässt und eigentlich selbstbestimmt ihr Leben führen sollte, sich aber von Rupert, der so leicht den Charme eines alternden Lebenmanns ausströmt und dem kleinen Frauchen (Emmy) sagen muss, wie sie ihre Zukunft führen muss. Der Gärtner Ryan, der natürlich total sexy ist und natürlich auch total auf Emmy abfährt, doch als sie sich entscheidet, dass sie eine platonische Freundschaft zu führen, er auch dafür zu haben ist usw.
Bei aller Vorhersehbarkeit, die solche Romane mit sich bringen, das hat dann in der Gesamtheit nicht voll überzeugt.
Ich vergebe wirklich gut gemeinte drei Sterne, zum einen, weil die Idee des Romans als solche ja ganz schön ist, zum zweiten, weil man bei der Schilderung des Landhauses und der Landschaft wirklich viel Liebe zum Detail spürt und der Roman dadurch viel gewinnt. Und zum hat mir die Szene im Zoo sehr gut gefallen, das war mal wirklich einer der wenigen kreativen Lichtpunkte.

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Tags: frankreich, liebesgeschichte, liebesroman, loire, val de loire   (5)
 

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96 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Ein Himmel voller Bücher

Amy Meyerson
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.06.2018
ISBN 9783959671620
Genre: Romane

Rezension:

MIranda hat in ihrer Kindheit ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu ihrem Onkel Billy. Er ist mehr als nur ein Onkel, er ist ihr Verbündeter und ihr Geschichtenerzähler. In seiner Buchhandlung "Prospero Books" bringt er ihr die Klassiker der Weltliteratur nahe und stellt ihr Rätsel, die sie miteinander lösen.
Doch ein Zerwürfnis zwischen Billy und Mirandas Mutter führt dazu, dass er eines Tages komplett aus ihrem Leben verschwindet und nunmehr ein Hauch der Erinnerung an ihn zurückbleibt. Erst 16 Jahre später trifft sie wieder auf ihn - natürlich in Form eines Rätsels. Billy ist gestorben, aber zuvor erreicht Miranda eine Nachricht in Form eines Buches und eines beiliegenden Rätsels und damit beginnt ein aufregender Abschnitt in Mirandas Leben, der so einiges zum Wanken bringen wird.
Die Geschichte entwickelt sich gut, fängt im Prinzip in einer Rückblende an, bei der an so einiges über das Verhältnis Mirandas zu ihrem Onkel erfährt und auch das Zerwürfnis zwischen Billy und Mirandas Mutter mitbekommt.
Die eigentliche Geschichte entwickelt sich in zwei Strängen, einmal die Rätseljagd, die nach Lösen des vorangehenden Rätsels durch neue Hinweise in der Buchandlung oder von Bekannten ihres Onkels, die vor seinem Tod von ihm instruiert wurden, vorangetrieben wird. Und zum anderen hat Miranda die Buchhandlung vererbt bekommen und zunächst aus der Verpflichtung heraus, später aber auch aufgrund ihrer eigenen Liebe zu Geschichten und Geschichte, will sie denn finanziell klammen Laden und die Belegschaft nicht hängen lassen.
Die Idee finde ich klasse, ich liebe an sich schon Bücher mit Querverweisen zu anderen Büchern, das ganze dann noch in einer Art Schnitzeljagd zu verpacken ist auch toll. Allerdings finde ich es schade, dass Miranda die Leser nicht wirklich mitnehmt. Ich fühle mich nie so wirklich als Teil der Rätseljagd, sondern Miranda handelt eigentlich als einsame Akteurin, der man auch als Charakter nicht wirklich nahekommt. Zu distanziert ist sie gezeichnet, zu wenig erfährt man über ihre Gefühlswelt. Das wird dann schnell etwas langatmig, was ziemlich schde ist, denn aus der Bücherjagd hätte man nach meinem Empfinden mehr "Abenteuer" und mehr Spannung herausholen können.
Insgesamt lässt sich das Buch aber leicht lesen, der Schreibstil ist angenehm und mitunter auch an den richtigen Stellen fesselnd. Auf jeden Fall habe ich dank der vielen Querverweise und Zitate wieder mal richtig Lust auf die "Klassiker" bekommen.


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Tags: bücher, bücherjagd, los angeles, rätseljagd   (4)
 

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Annas (fast) perfekte Hochzeit

Marion Stieglitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Feelings , 02.05.2018
ISBN 9783426216521
Genre: Romane

Rezension:

Obwohl Anna schon seitdem sie ein kleines Mädchen war ihre Traumhochzeit minutiös geplant hat, gestalten sich in Wirklichkeit ihre echten Planungen tatsächlich alles andere als einfach. Schon allein der Heiratsantrag, der im Prinzip darin besteht, dass ihr Verlobter Bernd sie reinlegt, über die Bauarbeiten im gewählten Lokal über die mißglückte Frisur.
Super läuft es dagegen in ihrem gemütlichen kleinen Laden, dem "Vintage Salon", vor allem auch nachdem sich Anna entscheidet, dort auch das Thema Hochzeit zu einem der zentralen Verkaufsthemen zu machen.
Und so können wir in diesem kleinen Roman mitverfolgen, wie sich Annas Leben rund um die Hochzeitsvorbereitungen gestaltet.
Das Buch ist kurzweilig geschrieben und genau richtig für einen verregneten Nachmittag auf der Couch oder einen entspannten Sonnenliegentag im Garten. In die Geschichte kommt man gut rein und auch der Schreibstil ist angenehm und die Autorin schafft es meistens die Spannung hoch zu halten. 
Bestimmt ist das Buch nicht langatmig, aber ich hätte mir die ein oder andere Länge oder sagen wir eher, längere Ausführung gewünscht. Der Stil ist eher tagebuchähnlich-kalenderarisch oft werden die Ereignisse nach meinem Empfinden zu schnell abgewickelt. Die Idee die Kapitel wochenweise zu führen und jedem Kapitel dann noch einen Kalenderspruch voranzustellen, der auch zum Inhalt passt finde ich wiederum klasse.
Was bei mir ganz klar zum Punktabzug führt, ist dass mir die Protagonistin Anna zu nahezu dreiviertel des Buches nicht sehr sympathisch rüberkommt. Zu unentschlossen führt sie ihr Leben, zu sehr lässt sie sich von ihrem Umfeld leiten, zu wenig vertritt sie mal ihre Meinung. Man erfährt auch im Prinzip ziemlich wenig persönliches, so dass keine richtige Bindung entstehen kann. Da sind mir andere weibliche Charaktere im Buch, wie ihre Freundin Katja oder auch Ute, die bei ihr arbeitet wesentlich sympathischer.
Es wäre bei einer eventuellen Fortsetzung, interessant zu sehen ob  Anna ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein weiter ausbauen kann und auch wie sich ihr neues Leben gestaltet.

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Tags: hochzeit, liebesroman, münchen   (3)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Das Erbe von Broom Park (Regency Roman, Historisch, Liebe)

J. C. Philipp
E-Buch Text
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 28.06.2018
ISBN 9783960873846
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hazel McAllister, lebt mit Ihrer Familie in der Nähe der schottischen Küste. Schon von klein auf fühlt sie sich zum veralssenen Herrensitz - Broom Park - hingezogen und schleicht sich regelmässig Sonntags heimlich in den Besitz um im Ballsaal zu tanzen und von einer schöneren Zukunft zu träumen.
Dort trifft sie eines Tages den Besitzer, Simon, der den Sitz renovieren will um diesen als Hauptwohnsitz zu nutzen. Beide sind fasziniert voneinander und eine Liebesgeschichte entspannt sich, die auch Auswirkung auf ihre Familie und auch auf ihr ganzes Leben hat.
Die Idee an sich fand ich wirklich innovativ, eine Liebesgeschichte im 19. Jahrhundert über Standesgrenzen hinweg ist jetzt nicht das alltägliche Thema eines Regency Romanes.
Leider ist die Ausarbeitung nicht ganz zu gelungen, mir fehlt es an Tiefe, die Ereignisse reihen sich aneinander - mitunter durchaus nich tunspannend - aber werden nur oberflächlich angekratzt ohne ins Detail zu gehen. Das Buch hätte locker 100 - 200 Seiten mehr vertragen und die Geschichte so mehr ausgeschmückt werden hätte können. Das hätte auch den Charakteren bestimmt zu mehr Tiefe verholfen. Die fast schon tabellarisch-biographische Abarbeitung der Ereignisse verhindert nämlich auch eine Annäherung an die Hauptcharaktere, ich habe eigentlich kaum Sympathie (oder auch Antipathie) empfunden, da es der Erzählstil einfach nicht hergab.
Der Schreibstil an sich ist gar nicht so schlecht, vor allem in der zweiten Hälfte gibt es Passagen, die auch einen gefesselt haben und überzeugend waren. Aber mir fehlte ein bißchen der rote Faden, zu sprunghaft war dann alles (die Ereignisse in Broom Park, dann die Arbeiteraufstände, dann der neue Mann in Hazels Leben, die Reise nach Indien, die Ereignisse dort vor Ort usw. usw.) und manchmal lief auch alles einfach zu glatt für Hazel, das wirkte dann nicht ganz überzeugend.
Insgesamt nicht ganz überzeugend aufgrund einiger inhaltlicher Mängel und der nüchternen Erzählweise, stilistisch und von der Idee her nicht uninteressant.


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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Mr Fixer Upper

Lucy Score , Uta Hege
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Forever , 06.07.2018
ISBN 9783958189676
Genre: Romane

Rezension:

Gannon King Handwerker und Star einer Reality Show und die Aufnahmeleiterin Paige treffen in ihrem Job aufeinander. Von Beginn istdie Anziehung zwischen den beiden vorhanden und nach der ein oder anderen Irrung und Wirrung finden sie selbstverständlich am Schluß zusammen. Auch wenn mich das Titelbild zunächst nicht wirklich angesprochen hat (es ist mir einfach zu "effekthascherisch") fand ich die Idee mit dem Setting einfach super, denn es versprach doch einige Konfliktpotentiale, an denen sich die beiden Protagonisten aufreiben können. Und zu Beginn fand ich die Streitereien inmitten des Filmsets sehr unterhaltend, aber die Spannung ist dann doch schnell raus. Gannon entpuppt sich schnell als gar nicht so hart und unnahbar, sondern als netter Kerl, der sich ziemlich schnell zu Paige bekennt. Diese ziert sich zunächst, aber insgesamt finden sie dann schnell zueinander. Das unterbricht dann doch nur den Erzählfluß und nimmt komplett die Spannung raus. Auch der anschließend zu langatmig aufgebauschte Konflikt rund um Gannons Ex-Freundin und den Vertrauensbruch, den Paige daraus konstruiert sind dann einfach nur zu langatmig, mitunter zu langweilig. Insgesamt eine nette Lektüre für zwischendurch oder einen entspannten Urlaubstag, die insbesondere durch das Setting und den starken Anfangsteil punktet. Lässt aber ab der Hälfte stark nach und ist dann etwas zu langatmig und zu konstruiert.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Das Geheimnis der Königin: Ein Tudor-Roman

Mari Griffith
E-Buch Text: 405 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 22.05.2018
ISBN 9783732551323
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Roman über den Beginn der Tudor Dynastie, die französische Königstochter Catherine de Valois heiratet im Jahr 1421 den englischen König Heinrich V. Doch ihre zweite (geheime) Ehe mit dem Waliser Owen Tudor wird für die Geschicke Englands weitaus bedeutender sein, denn es macht Catherine zur Begründerin der Tudor Dynastie.
Zwischen diesen beiden Ehen zeichnet dieser Roman die Geschichte Catherines am englischen Königshof auf. Die Intrigen, auf die sie als Französin trifft, die Trennung von ihrem erstgeborenen Sohn und die aufkeimende Liebe zu Owen Tudor.
Das alles ist gut skizziert und in einem flüssigen Stil beschrieben. Die historischen Fakten sind gut herausgearbeitet und werden im Roman nur grob umrissen und passen sich so dem allgemeinem Erzählstil an.
Dieser ist leicht plätschernd und eher oberflächlich, lässt sich leicht lesen, aber man bleibt nicht hängen. Es ist nicht einer der historischen Romane, wo man gespannt auf das nächste Ereignis wartet, das den Protagonisten wiederfahren könnte. Es fehlt insgesamt der Tiefgang und die Spannung und mitunter wird der Roman zu langatmig, er wirkt eher so als ob eine Liste gut recherchierter Ereignisse abgearbeitet wird, aber er rückt diese dann eben nicht in den Fokus.
Ich denke Fans großer historischer Schmöker, werden hier nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, dafür ist die historische Einbettung einfach zu dünn, aber für jemanden der zum ersten Mal in dieses Genre hineinliest ein guter Einstieg.
Ich kann hier leider nur wohlwollende drei-einhalb Sterne vergeben, das Thema ist interessant, die Zeit ist spannend, der Höhepunkt des 100-jährigen Krieges zwischen England und Frankreich ist eine hervorragende Kulisse und auch der Schreibstil ist durchaus ansprechend.
Aber die dünne historische Decke, das eher oberflächliche Abarbeiten der Ereignisse und auch die geringe emotionale Bindung, die ich zu den Charakteren entwickeln konnte führen zu dieser Bewertung.

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Tags: catherine de valois, england, englische geschichte, geschichte, heinrich v, historischer liebesroman, historischer roman, owen, owen tudor, tudor, tudor-dynastie   (11)
 

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Ein halbes Jahr zum Glück

Julie Lawson Timmer , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2018
ISBN 9783431040876
Genre: Liebesromane

Rezension:

Markie, frisch geschieden und bislang von allen Widrigkeiten des Lebens verschont geblieben muss mit ihrem Teenager-Sohn Jesse einen Neuanfang wagen.
Weit weg von ihrem vorher glamourösen Leben, in einem kleinen Häuschen, neben einer Nachbarin, mit dem bezeichnenden Namen Mrs. Saint, die die verschiedenste Leute und Charaktere um sich versammelt hat und die sich auch permanent in Markie Leben einmischt. Das was zunächst als nervig und penetrant von Markie wahrgenommen wird, soll ihr letztendlich zum Glück verhelfen.
Als ich den Klappentext las, hatte ich eine romantische Liebeskomödie erwartet mit viel Humor und lustigen Verwicklungen. Um es vorneweg zunehmen, das bringt der Roman nicht.
Handwerklich solide geschrieben und bestimmt mit der ein oder anderen überraschenden Wendung und auch lustigen Szene, aber insgesamt ist das Buch sehr zäh.
Das liegt insbesondere an dem Hauptcharakter Markie, wer Wut auf den betrügenden Ehemann, auf die übermächtigen Eltern und auf die ständig sich in alles einmischende Nachbarin erwartet, der ist fehl am Platz. Markie, aus deren Sicht das Buch auch geschrieben ist ergeht sich in Selbstmitleid und will sich komplett von der Außenwelt abkapseln und erzählt permanent darüber wieso das so wichtig für sie ist. Mir war das zu überzogen und machte sie eigentlich ziemlich früh ziemlich unsympathisch.
Der einzige Charakter für den ich wirklich aufrichtite Sympathie empfand ist ihr Sohn Jesse, der in den meisten Punkten reifer, mitfühlender und zu sozialen Interaktionen eher fähig ist als seine Mutter.
Auch die Wendung am Schluß (ich möchte nicht spoilern), die Einblick in die Vergangenheit von Mrs. Saint gibt ist für mich total aus dem Zusammenhang gerissen und war für mich von der Thematik einfach nicht passend. Und, dass ausgerechnet Mrs. Saint mit ihrem Hintergrund andere Menschen als "Mängelexemplare" (auch mit der Intention ihnen helfen zu wollen) geht gar nicht und relativiert für mich die Botschaft, die der Roman vielleicht versteckt hält komplett.
Insgesamt kann ich nur drei sehr wohlmeinende Sterne geben, der Schreibstil insgesamt ist flüssig und handwerklich gut, die Idee an sich ist bestimmt auch nicht schlecht, aber dann sollte man auf jeden Fall den Klappentext anders halten. Und ein Sternchen gibt es für Jesse, der das Buch einigermaßen unterhaltend macht.

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friedhof, geld, glasgow, judasbaum, kathedralen, kirche, kreuz, krimi, lottogewinn, millionär, mord, rache, reihe, religion, schottland

Blumen des Todes: Ein Fall für Pereira und Bain

Douglas Lindsay
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 10.04.2018
ISBN 9783732541874
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Buch beginnt mit einem spannenden und vielversprechenden Szenario: Archie Wilson frischgebackener Lotto-Millionär aus wird in dramatischer Pose drapiert tot auf einem Friedhof in Glasgow aufgefunden. DI Aliya Pereira und ihr Kollege DS Marc Bain sollen in dem Fall ermitteln, beide scheinen selber das ein oder andere Päckchen mit sich herumzutragen.
Das bringt schon mal viel Potential mit sich, aber leider reicht dieser kaum über die ersten Kapitel hinaus.
Zu bemüht und undurchschaubar oder zu bemüht undurchschaubar wirken die familiären Probleme, die DI Pereira mit sich trägt. Sei es die Beziehung zu ihrem Vorgesetzten Cooper oder die Trennung von ihrer Ex-Freundin an der sie knabbert oder die wenig Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringt. Das alles wird zu listenmäßig abgearbeitet, nach dem Motto, wir haben hier einen Inspector und der muss einfach alle möglichen Probleme mit sich tragen.
Das kann erfrischend sein, wenn es den Charakter weiterbringt, aber hier führt es nur zu Stagnation, am Ende war ich von Pereira einfach nur genervt.
Sie nimmt dann auch als Charakter zu viel Raum ein, von ihrem Kollegen erfahren wir nichts privates und auch das Team in dem sie arbeitet bleibt eher nebulös im Hintergrund.
Die Geschichte selber entwickelt sich auch nicht so rasant wie erwartet, die Erzählweise ist ziemlich eintönig und langweilig, als stilistisches Mittel sticht immer wieder die unmögliche Umgangsweise aller Personen gegenüber den ermittelnden Beamten hervor.
Natürlich soll hier vielleicht verdeutlicht werden, auf welche Probleme Polizisten während ihrer Ermittlungsarbeit stoßen können, aber irgendwann ist es einfach nur langweilig.
Das wäre auch im Prinzip mein Fazit zu diesem Krimi, ziemlich langweilig und uninspiriert, die Charaktere bleiben weitgehend blaß bis unsympathisch. Schade, ich hatte mich auf eine schöne Krimireihe á la Lynley und Havers gefreut, aber ich glaube hier werde ich den zweiten Band nicht lesen. 

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Tags: kirche, krimi, schottland, thriller   (4)
 

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eltern, hoffnung, irland, liebe, liebesroman, neuanfang, pub, schicksalschlag, tod, trauer, trennung, vergangenheit, verlust, wales, wut

Der Pub der guten Hoffnung

Alexandra Zöbeli
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Forever , 08.06.2018
ISBN 9783958189591
Genre: Romane

Rezension:

Sam und seine Frau Hannah erleben einen Schicksalschlag, der seinesgleichen sucht. Ihr Sohn und einziges Kind stirbt, aber nicht nur das er nimmt noch weitere Menschen

mit in den Tod (ich will nicht allzuviel spoilern).

Dieses Ereignis zerrüttet das ohnehin schon fragile Band, das ihre Ehe zusammenhielt, nun versucht jeder für sich die Geschehnisse zu verarbeiten.

Während sich Hannah zunächst komplett abkapselt ergreift Sam die Gelegenheit das (vermeintlich) verlassene Cottage eines Freundes in Irland als Zufluchtsort.

Aber das Cottage ist nicht verweist, dort wohnen eine junge Frau – Hope – mit ihrem Nichten und Neffen. Selber in eine Notsituation geraten, nutzten sie

wiederum das Cottage als Zufluchtsort.

Ich fand den Anfang der Geschichte fulminant, vor allem aufgrund der Vorgeschichte, die die beiden Hauptcharaktere aufzuarbeiten haben. Die Charaktere

und ihr Schmerz sind gut gezeichnet und man nimmt ihnen ihre Trauer ab, auch wenn man vielleicht manchmal nicht für jeden Weg Verständnis hat.

Die Entwicklung Sams in Irland ist ebenfalls einfühlsam gezeichnet und man kann selber die Hoffnung auf ein Weitergehen, auf ein neues Leben, die Sam ergreift,

sehr gut mitempfinden. Natürlich ist auch absehbar, dass sich eine Liebesgeschichte abzeichnet, das ist auch in Ordnung.

Allerdings wird dann irgendwann die Geschichte zu langatmig. Wahrscheinlich zu sehr aus dem Bemühen heraus, für jede Figur ein gutes Ende zu finden, werden immer

neue „Baustellen“ geöffnet, die dann irgendwann das ganze nur zu sehr in die Länge ziehen.

Da wäre mir für die ein oder andere Figur ein offenes Ende mit angedeutetem Ausblick lieber gewesen.

Dennoch ist es insgesamt ein schöner Roman, der niemals seicht ist, sondern schon allein aufgrund des Schicksalschlags der Protagonisten einen berührt und fesselt.

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Tags: irland, liebesroman, schicksalschlag   (3)
 

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bilderbuch, brunnenblog, brunnenverlag, brunnen verlag, bunteeier, freundschaft, kinderbuch, ostern, rotemütze, zusammen sind wir stark

Der kleine Igel und das verlorene Entchen

M Christina Butler , Tina Macnaughton
Fester Einband
Erschienen bei Brunnen, 19.01.2018
ISBN 9783765558702
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Titel des englischen Originals lautet "One Perfect Day" und das ist es auch wirklich. Die Tiere rund um den kleinen Igel freuen sich über das schöne Frühlingswetter und beschließen einen Ausflug zu veranstalten, zu Picknicken und unterwegs nach Tierbabys Ausschau zu halten. So begegnen sie auch der Entenmama mit ihren Küken und als eines davon verloren geht machen sich alle Tiere gemeinsam auf die Suche nach dem kleinen Ausreißer. Die liebevollen Zeichnungen untermalen den Charakter des Buches, man spürt deutlich den Frühling in der Luft. Die Tiere sind zwar "vermenschlicht" in ihren Handlungsweisen, aber die Illustrationen wirken dennoch natürlich ohne ins comichafte abzudriften. Auch die Moral der Geschichte ist für kleine (Mit)-Leser verständlich, wenn alle gemeinsam anpacken, dann kann man noch so schwierige Aufgaben auch bewältigen. Neben dem kleinen Igel, der hier immerhin schon sein 12. Abenteuer besteht, steht auch die knallig rote Zipfelmütze im Mittelpunkt. Denn die ist schön samtig, so dass die kleinen Mitleser was zum Anfassen und Fühlen haben. Das Sprachniveau und die Länge des Buches ist absolut kindgerecht, so dass schon die kleinsten gut folgen können und Erstleser den Text auch selber flüssig lesen und begreifen können. Ein wirklich zauberhaftes kleines Buch rund um die Abenteuer des kleinen Igels, in der Geschichte und Illustrationen voll überzeugen.

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Tags: brunnenblog, brunnenverlag, brunnen verlag, bunteeier, derkleineigel, ostern, rotemütze   (7)
 

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gansett island, insel, jachthafen, liebe, liebesroman, marie force, mccarthys, reihe, reihe: mccarthys - gansett island, roman, schicksalschlag, stolz, todesfall, unfall, usa

Hoffnung auf Gansett Island

Marie Force ,
Flexibler Einband: 274 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 17.06.2014
ISBN 9781612184746
Genre: Liebesromane

Rezension:

Luke Harris und Sydney Donovan lernten sich auf Gansett Island kennen und lieben. Während Luke in Gansett Island sein zu Hause hatte, verbrachte Sydney ihre Sommerferien dort. Doch ihre unterschiedlichen Lebensweisen, privillegiertes Elternhaus bei Sydney und der eher in ärmlichen Verhältnisse aufwachsende Luke, der sich dann auch noch um seine pflegebedürftige Mutter kümmern musste sorgen dafür, dass sie sich trennen und jeder seinen eigenen Weg geht.  Während Luke auf der Insel bleibt und sich – vermeintlich – nicht weiterentwickelt, heiratet Sydney einen erfolgreichen Investmentbanker, bekommt zwei Kinder und führt das Leben, für das sie sich entschieden hat.
Aber Sydney erleidet ein Schicksalschlag, der durch nichts zu greifen und zu beschreiben ist, sie verliert bei einem tragischen Autounfall ihre Familie. Jetzt, etwas mehr als ein Jahr nach dem Unglück, kehrt sie zurück auf Gansett Island um Abstand zu bekommen und um Entscheidungen zu treffen, die ihren weiteren Lebensweg betreffen.
Hier setzt die Geschichte an: Luke und Sydney treffen wieder aufeinander und man spürt gleich, dass die Anziehung noch da ist. Sydney ist eine starke Protagonistin, zwar gebrochen und mit vielen Schrammen, die noch großes Leid in sich trägt, aber die den täglichen Kampf aufnimmt. Was mir gut gefällt, ist dass sie nicht nur ihren Schmerz reflektiert, sondern auch Gefühle zulässt,  egal ob es „nur“  Freundschaft ist, Maddie gegenüber oder die Verbundenheit ihrem Hund Buddy gegenüber und natürlich auch die Gefühle für Luke.
Ich habe mich am Anfang selber erwischt, dass ich ungläubig reagierte, mich fast schon ärgerte, dass sie so weitermacht, aber es gibt glaube ich eine Szene, in der Sydney ihren Eltern gegenüber erwähnt, was denn die angemessene Frist zum weitermachen wäre, wenn einen so ein Schicksalsschlag ereilt und ja tatsächlich, die kann es nicht geben.
Lukes Liebe zu Sydney hat die ganzen Jahre gegenüber nicht nachgelassen, er ist für sie da, bedrängt sie nicht, aber macht sich bemerkbar. Ihn hätte ich mir als Charakter gerne manchmal ein bisschen vielschichtiger gewünscht, er nimmt sich zuweilen komplett zurück, aber ich denke auch auf ihn wirkt die gesamte Situation erschlagend, er will Sydney nicht leiden sehen.
Auch die Nebenschauplätze und Nebencharaktere finde ich sehr gut, der Schreibstil ist fesselnd, ich habe das Buch in nicht mal zwei Tagen ausgelesen, auch wenn das Ende bei solchen Romanen bestimmt voraussehbar ist (aber deswegen liest man sie ja auch), will man wissen was sonst noch passiert. Was die Stadt und die Bewohner besonders liebenswert macht, ist dass eben nicht alles „heile Welt“ ist, es gibt Konflikte und Probleme, die es zu bewältigen gilt.

Das war mein erster Roman rund um die McCarthys und ich kann schon sagen, dass ich mit Sicherheit nicht solange warten werde wie Sydney, bis ich wieder nach Gansett Island zurückkehre.

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Tags: gansett island, liebesroman, marie force, mccarthys, schicksalschlag, zweite chance   (6)
 

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england, liebesroman, regency roman

Devoncourts Brief: Historischer Liebesroman

Patricia Carlyle
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei null, 20.12.2017
ISBN B078JR9P1Q
Genre: Sonstiges

Rezension:

England, 1794 Elisabeth lernt auf einen Ball Nicholas Sheffield kennen. Dessen Familie war nach einer Zeugenaussage von Elisabehts Onkel alle Besitztümer beraubt und verbannt worden, sein Vater wurde sogar als Verräter hingerichtet. Jetzt befürchtet Elisabeth, dass Nicholas zurückgekommen ist um sich an ihrer Familie zu rächen. Aber, das macht ja diese Romane aus, der Schurke ist natürlich nicht nur böse und schurkisch, sondern leidet selber an der Situation und da auch noch attraktiv ist könnte sich ja hier was anbahnen ...
Ich will hier durchaus nicht ironisch klingen, denn ich liebe diese Buchgattung - Regency Romane sind super für einen entspannten verregneten Nachmittag auf der Couch. Diesem Roman gelingt es nicht ganz, man hat oft das Gefühl als ob die Autorin unbedingt den Spagat, zwischen Krimigeschichte (Aufklärung der Vergangenheit und die damit verbundenen Geschehnisse in der Gegenwart) und Liebesroman nicht ganz hinbekommt. Was schade ist, denn der Erzähl- und Schreibstil gefällt mir an sich sehr gut und fängt diese Zeit gut ein. Aber die Verstrickungen um die Kriminalgeschichte lassen kaum Platz für den Aufbau der Liebesgeschichte, insofern bleiben die beiden Hauptcharaktere blass und fast schon unsympathisch. Nicholas hätte ich mir mit mehr "Profil" gewünscht, er ist zu oft, zu sanft, zu nachgiebig. Natürlich weiß man, wenn man solche Romane liest, wie es enden wird, aber etwas mehr Spannung wäre wünschenswert. Auch Elisabeht gibt sich innerhalb eines Abschnitts zunächst widerspenstig und gleichzeitig nachgiebig, das macht das ganze dann irgendwann nur langweilig. Ihr fehlt es an Witz und Esprit oder zumindest kommt es nicht zu oft zum Tragen.
Was mir grundsätzlich aber ganz gut gefällt, dass zum Beispiel "die Dienerschaft" als Nebenrolle in so einem Roman auch mal Gewicht bekommt. Allerdings sind es dann wiederum manchmal zu viele Nebencharaktere, nicht nur die Hausangestellte, auch die ganzen Freunde, Tanten, Onkels etc. dass es im Roman einfach für unnötige Nebenschauplätze und damit auch für Längen sorgt.

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Tags: england, liebesroman, regency roman   (3)
 

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kati naumann, kinderbuch, kinderbuch-reihe, kuchen, lustig, mogelmuffins, moma, muffins, oma, pustekuchen, schule, schulgeschichten, serienstart, tilli

Schulcafé Pustekuchen

Kati Naumann , Silvia Baroncelli
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 08.02.2018
ISBN 9783440154991
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Eigentlich heißt Tilli ja Ottilie, aber niemand nennt sie so, außer der furchtbaren Geografielehrerin Frau Habersack. Im ersten Band der neuen Kinderbuchreihe von Kati Naumann rund um das "Schulcafé Pustekuchen" gehts gleich voll zur Sache.
Wir lernen gleich die Protagonisten kennen und das fast im wahrsten Sinne des Wortes, denn dem eigentlichen Geschehen vorangestellt, ist eine Doppelseite mit Illustrationen der wichtigsten Figuren.
Und auch im Buchinneren finden sich zur Untermalung einzelner Szenen schöne Illustrationen wieder, die das ganze natürlich noch kindgerechter machen.
Tilli, 11 Jahre alt, besucht die Klasse 5b des Günter-Schulzentrums. Praktischerweise wohnt sie direkt neben der Schule, so dass ihre Wohnung zum häufigen Anlaufpunkt für ihre beste Freundin Annika ist. Mit von der Partie ist auch ihr Bruder Jacob, der die 2. Klasse besucht und somit einfach nur nerven kann.
In der Schule gibt es auch ein Schulcafé, das so manch einen Schüler vor der Graupensuppe in der Schulkantine rettet und das der zentrale Treffpunkt für Schüler und Lehrer ist. Praktischerweise wird das Schulcafé Pustekuchen von Tillis Oma Moma geleitet, die schon optisch nicht der "klassischen" Oma entspricht.
Aber Oma Moma hat nicht nur Fans, die Geografielehrerin Frau Habersack wünscht sich eher eine Oase der Ruhe und da ist ihr das bunte Treiben im Pustekuchen einfach nur ein Dorn im Auge. Noch dazu wo sie das Gefühl hat, dass Tillis Oma irgendwas mit der Mogelei rund um die Geografieprobe zu tun hat.
Die Geschichte ist kindgerecht aufgebaut und geschrieben, die Länge der einzelnen Kapitel passt genau. Auch die Länge des Buches insgesamt finde ich angemessen, insbesondere wenn es die Kinder schon selber lesen und nicht vorgelesen bekommen. Meine Tochter, mit 8,5 Jahren hat keine Schwierigkeiten während des Lesens.
Man ist direkt mittendrin im Geschehen, erfährt in einer Art kleinen Rückblende um was es sich bei den Mogelmuffins handelt und begleitet dann Tilli durch das weitere Abenteuer. 
Schön finde ich auch, dass es einen kleinen Lerneffekt in der Geschichte gibt, aber ohne gleich den moralischen Zeigefinger zu  erheben.
Eine schöne in sich abgeschlossene Einführung in eine neue Buchreihe für Kinder, die auf jeden Fall Lust und Laune auf mehr macht. Das Fazit meiner Tochter: spannend und lustig.

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Tags: kinderbuch, lustig, mogelmuffins, moma, muffins, oma, pustekuchen, schulcafe, schulcafé pustekuchen, tilli   (10)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Klea und der Ruf der Freiheit

Sibylle Baillon
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei epubli, 12.12.2017
ISBN 9783745068320
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klea wächst als Tochter des Oberhaupts von Olbia auf. Doch ihr vermeintlich priviligiertes Umfeld gewährt ihr keine Freiheiten. Zu sehr ist sie zum einen den Zwängen einer Zeit unterworfen, in der Frauen kaum Gehör finden und sich spätestens ab der Eheschließung fast ausschließlich nur in ihren Gemächern aufhalten dürfen. Zum anderen sorgt ihre Tante dafür, dass sie sich auch dort nie frei fühlen kann.
Der Charakter von Klea gefällt mir sehr gut, sie ist noch jung und zuweilen sorglos, entwickelt sich aber gut weiter. Nimmt in ihrer jungen Ehe dann Verantwortung wahr und stellt sich auch ihren Gefühlen. Über allen bleibt aber immer das was ihren Charakter im wesentlichen ausmacht, ihre große Freiheitsliebe, ihre Neugier und ihr Wissensdrang.
Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet, aber manchmal nicht ganz so präzise wie Klea. Am ehesten noch ihre große Widersacherin, ihre Tante, ist als Gegenpol zu Klea noch umfassend(er) dargestellt.
Die Geschichte selber entwickelt sich gut, man ist gleich mittendrin in Geschehen und gerade am Anfang häufen sich die Ereignisse zu sehr. Vielleicht hätte man diese Kumulation etwas auseinanderziehen können, aber andererseits sorgt es tatsächlich auch dafür, dass man immer an der Geschichte dran bleiben will, ja fast schon muss.
Auch Kleas Gefühlswelt wird immer gut erklärt und man kann anhand der äußeren Geschehnisse ihre Entwicklung gut mitverfolgen. Die Ereignisse in ihrem Leben ziehen sie nicht runter, sondern prägen sie und bringen sie und die Geschichte voran.
Auch am Schluß des Romans häufen sich die Ereignisse und hinterlassen so ein zwar offenes Ende, aber auch eines mit viel Ausblick. Man ahnt oder vermutet zumindest, wie sich das ganze weiterentwickeln könnte. 
Was mir etwas fehlt ist ein bißchen mehr historischer Hintergrund um die Zeit, in der der Roman spielt. Und auch zum Leben in der kleinen Provinzsstadt und vor allem das Zusammenleben mit den keltischen Ureinwohner hätte nach meinem Geschmack etwas mehr herausgearbeitet werden können.
Aber insgesamt ein spannender Roman, in dem eine starke Frau die Hauptrolle spielt, die man auf jeden Fall weiter begleiten will.

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band 1, bilder, gemälde, krimi, kunst, mysterie, mystery, mysteryroman, mysterythriller, parapsychologie, venedig, verflucht, verfluchte bilder

Das Vermächtnis des Künstlers

Gordon McBane
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Midnight, 09.03.2018
ISBN 9783958199323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. George Mallory ist Dozent für Psychologie, der sich jedoch einen Ruf als Experte für parapsychologische Phänomene gemacht hat. Sein Ansatz ist wissenschaftlich, sein Bestreben ist es "Hokus Pokus" aus seinen Analysen herauszuhalten.
Er wird nach Venedig gerufen um dort einem Forscherteam zu helfen dem Geheimnis rund um eine Mordserie auf die Spur zu kommen. Es haben sich mysteriöse Todesfälle und Vermisstenfälle aus ganz Europa gehäuft, die alle ihren Ausgangspunkt in einem Gemäde oder einer Gemäldereihe zu haben scheinen.
So spannend sich der Klappentext und die Leseprobe las, so wenig konnte der Rest des Romans überzeugen.
Der Schreibstil ist antiquiert, was durchaus seinen Charme haben könnte, hier führt es jedoch nur zu langatmigen und verworrenen Passagen.
Aus der Geschichte selber könnte man viel machen, leider ist vieles zu unglaubwürdig. Ja das liegt zum einen natürlich am Thema, aber Wissenschaftler nutzen auch wissenschaftliche Methoden und moderne Technologien und aus dem Text geht hervor, dass es Mobiltelefone gibt, aber trotzdem wird umständlich von Telefonzellen telefoniert, bei den Begegnungen mit vermeintlichen Gegnern stellen sich sowohl Josephine als auch George stümperhaft und ungeschickt an und sie agieren an keiner Stelle als Team.  
Und das ist im Prinzip auch das, das mich am meisten von diesem Roman abgeschreckt hat - die unsympathischen Charaktere.
Schon bei der Einführung von George kommt er ignorant (seinem kranken Vater vor), eingebildet (im Verhalten gegenüber der Familie Smurl, am Anfang des Romans) und vielfach dilettantisch (das Interview, das er am Flughafen in Venedig gibt).
Dazu kommt noch, dass egal in welcher Konstellation die Charaktere aufeindertreffen,  alle gehen permanent auf Konfrontationskurs. Das alles nimmt dann unnötigen Raum ein (die ewigen Streitereien der Kunsthistorikerin Josephine und ihrer Tochter Amanda zum Beispiel), aber auch die Auseinandersetzungen zwischen George und Josephine nerven einfach nur und bringen die Geschichte keineswegs voran. Nichts gegen Realismus und ich muss mich nicht mit jeder Buchfigur identifizieren, aber das ist dann ab einem gewissen Punkt einfach zu viel und sorgt für Langeweile.
Bemängeln würde ich auch, dass der Roman in sich nicht abgeschlossen ist, im Prinzip ist man auch der Aufklärung der geheimnisvollen Bilder kein Stück weitergekommen. Weder weiß man wo die zwei letzten verschwundenen Bilder sind, noch gibt es einen Hauptverdächtigen.
Die Grundidee ist wirklich ausgezeichnet gewählt und auch mit dem Schreibstil könnte ich mich anfreunden aber insgesamt ein Roman, bei dem ich jetzt schon weiß, dass ich die Fortsetzung nicht lesen werde.

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Tags: krimi, mystery, mysterythriller, venedig   (4)
 

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Die erstaunliche Familie Telemachus

Daryl Gregory , Tobias Schnettler
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 23.02.2018
ISBN 9783847906384
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman ist wirklich schwer zu fassen. Um was geht es: die Coming-of-Age Geschichte des-jährigen Matty, der mitten in der Pubertät steckt und meint mit einem besonderen Talent gesegnet zu sein - aber meint das irgendwie nicht jeder Teenager?
Oder eine Mafiageschichte, in die der Familienpatriarch Teddy Telemachus freiwillig- unfreiwillig durch seine neue Bekanntschaft Graciella hineingerät.
Oder ist es die Geschichte seiner drei Kinder, die immer noch in der glorreichen Vergangenheit der Familie gefangen sind und sich von ihren jeweiligen Fähigkeiten zu befreien versuchen. Frankie, der Dinge bewegen kann, aber über keinen Geschäftssinn verfügt und von einer Pleite in die nächste gerät, Irene, die immer gleich eine Lüge erkennt und nicht in der Lage ist Beziehungen einzugehenund Buddy, der in die Zukunft schauen kann und bei dem am Schluß alles zusammenläuft.
Die Geschichte spielt in einem relativ kurzen Zeitraum von Juni bis zum 4. September 1995, wo alles im vom Buddy vorausgesehen Zap Day kumuliert, anschließend gibt es dann noch einen kleinen Ausblick in den Oktober hinein.
Die Kapitel sind immer einer der Hauptfiguren gewidmet, durch die Erzählung der aktuellen Geschehnisse und Schilderung der Ereignisse aus der Vergangenheit bekommt man einen guten Überblick in die Geschichte und die Beweggründe der jeweiligen Hauptfigur.
Insgesamt ein Roman, der schwer zu fassen ist, die skurrilen Charaktere sind nicht immer liebenswert, die Vermischung verschiedener Genres (Mafiakrimi, Familiensage u.ä) führt mitunter zu etwas langatmigeren Passagen und trotzdem zuweilen mit viel Witz und Esprit und auch überraschenden Wendungen gespickt, so dass man beim Lesen doch wieder dabei bleibt. Im Prinzip entwickelt es sich wie ein Film oder eine Serie, bei der es mal Höhen und Tiefen gibt, aber man doch dabeibleibt, weil man wissen will wie es weitergeht.

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Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frida Paulsen, eine junge Polizeibeamtin, die in den Abschlussprüfungen für den höheren Dienst, wird eines Nachts an das Krankenbett ihres Vaters gerufen. Dieser ist in der Nacht von einem Unbekannten niedergeschlagen worden und Frida muss an ihren Geburtsort zurück um ihre Familie zu unterstützen.
Hier trifft sie auf die Geister ihrer Vergangenheit, ihre beste Freundin Marit wurde brutal ermordet.
Zurück an der Elbmarsch, trifft sie auch wieder auf Bjarne Haverkorn, dem Kommissar, der schon im Fall von Marit ermittelte und der ebenfalls seitdem immer wieder von diesem Fall heimgesucht wird.
Und hier entwickelt sich die Geschichte, das aktuelle Verbrechen, der Mordversuch an Fridas Vater wird mit der Vergangenheit verwoben.
Die Darstellung der aktuellen Geschehnisse ist hevorragend, man wartet nahezu atemlos auf das nächste Ereignis, auf die nächste Überraschung.
Gekonnt werden falsche Fährten gelegt und ich ertappte mich das ein oder andere Mal, wie ich gedanklich einer anderen Fährte gefolgt bin.
Die Protaganisten lernen sich jetzt erst besser kennen, ihre Vergangenheit hat sie ja zunächst nicht zu Freunden gemacht, jetzt finden sie sich auf der gleichen Seite wieder. Auch die Herausarbeitung dieses Verhältnisses geschieht mit viel Akribie und wirkt auch authentisch. Zu Beginn war Bjarne Haverkorn, der für mich sympathischere Charakter, bestimmt auch aufgrund seines privaten Hintergrunds, während Frida zunächst als etwas kratzbürstig daherkam.
Aber das wandelt sich tatsächlich unterm Lesen, man lernt die Charaktere kennen und sieht sie auch in einem anderen Licht.
Das alles passt sich dann dem Erzählfluß an und bringt mitunter auch die Geschichte weiter. Auch die "Einblendung" der Vergangenheit - Erinnerungsmomente von Frida - kommen genau an den richtigen Stellen vor um neue Erkenntnis zu bringen und das Geschehen voranzutreiben und ordnen sich so sehr gut in die Geschichte ein.
Für mich ist dieser Kriminalroman ein gelungener Auftakt für eine neue Cold Case Reihe, die sich nicht hinter, zum Beispiel skandinavischen Krimireihen, verstecken muss. Auf jeden Fall ist es Romy Fölck gelungen hier ein interessantes Ermittlerduo zu schaffen, dass Lust auf die Fortsetzung macht.

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Tags: cold case, elbmarsch, krimi, kriminalroman   (4)
 

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Der Turm der Ketzerin

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442484102
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bei dem Roman - Der Turm der Ketzerin - handelt es sich um die unabhängige Fortsetzung von Das Lied der Hugenotten. Ich selber habe den Vorläufer nicht gelesen, aber kam in jedem Fall schnell in die Geschehnisse in diesem Buch hinein und auch die "Auffrischung" der Vergangenheit wurde in Form von Retrospektiven gut in den Erzählfluss eingearbeitet.

In erster Linie ist es eine Familiengeschichte, die Lebensläufe der beiden Geschwister Magali und Pierre wird abschnittsweise erzählt. Jacon Desgranges, ihr Vater, verlor in der Bartholomäusnacht seine Frau und flüchtete mit beiden Kindern aus Paris. In der Folge erzieht er seine Kinder im katholischen Glauben, bleibt aber im Untergrund dem hugenottischen Glauben treu.

An diesem Punkt entwickeln sich die Lebensläufe der Geschwister auseinander, Pierre nimmt den hugenottischen Glauben an und findet in der Gemeinde von La Rochelle Aufnahme, sowie die Liebe seines Lebens. Magali fühlt sich im katholischen Glauben, dem auch ihr Mann Olivier angehört wohl, hat ein Talent als Glasbläserin, das sie aber nur versteckt ausüben darf. Nur einmal treffen die Geschwister in diesem Buch direkt aufeinander ansonsten bewegen sie sich räumlich und auch sonst von einander Weg, finden aber am Schluß des Romans wieder die Annäherung zueinander.

Der Roman ist gut erzählt, die Erzählstränge zu den Geschwistern wechseln sich zumeist ab, so dass das Lesen immer lebhaft gehalten ist und man immer mittendrin im Leben von Magali und Pierre ist.

Besonders gut gefällt mir die Erzählung da, wo die zwischenmenschlichen Töne überwiegen, z.B. die Annäherungsphase zwischen Pierre und Florence oder den Verlust der Ziehmutter, den Magali direkt miterlebt. Auch das Ausmaß der Verfolgung wird eindrücklich geschildert durch einen dritten, nebenher laufenden Erzählstrang von einer Gruppe gefangener hugenottischer Frauen, die in einem Turm ausharren müssen. Das alles ist bildlich einprägsam und sehr ansprechend geschrieben.

Leider fehlt mir ein bißchen das, was sonst einen historischen Roman ausmacht, mehr Hintergrundinfos zu den tatsächlichen historischen Ereignissen. Das natürlich nicht in Form eines wissenschaftlichen Exkurses, sondern in den Roman eingearbeitet. Die Zeit der großen Reformatoren und die anschließende Zeit der Glaubenskriege ist von vielen Zäsuren geprägt, das hätte hier gerne etwas mehr Raum finden können.

Insgesamt aber ein schöner Familien-/Liebesroman in einer interessanten historischen Epoche, der nach meinem Empfinden auch einen dritten Teil vertragen könnte.



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Tags: calvinismus, familienepos, frankreich, historischer roman, la rochelle, liebesroman, reformation   (7)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Ein Gentleman im Schottenrock

Pia Kovarik
E-Buch Text
Erschienen bei null, 17.01.2018
ISBN B079434Q85
Genre: Sonstiges

Rezension:

Julia, eine junge Geschichtslehrerin wird zu Beginn des Romans von ihrem Partner betrogen und entschließt sich zu einer Rundreise durch Schottland um Abstand zu gewinnen. Noch während des Flugs lernt sie Robert kennen, der sogleich von ihr fasziniert ist und mit dem sie sich dann auf eine Art Roadtrip durch Schottland begibt um schließlich die Liebe zu finden. So weit so gut, denn wenn man jetzt einen unterhaltsamen Roman mit sympathischen Charakteren und amüsanten Dialogen erwartet, der wird leider enttäuscht. Die Charaktere finde sind nur oberflächlich gezeichnet und auf mich kommen Sie nicht gerade sympathisch rüber. Soll Julia als moderne junge Frau dargestellt werden? Denn das gelingt auch nicht wirklich, entweder zickt sie herum oder sie fügt sich. Da ist keine emanzipatorische oder sonstige Entwicklung in der Figur. Unklar bleibt auch woher die romantischen Gefühle Roberts für Julia kommen. Was macht sie denn in seinen Augen so besonders? Was fasziniert ihn an ihr? Außer dass pauschal erwähnt wird, dass er sie toll findet kommt da nichts. Da fehlt mir einfach die Tiefe und auch die Romantik. Darüber hinaus wechselt ständig die Szenerie, als ob eine Liste mit den "50-Top-Sehenswürdigkeiten" Schottlands abgearbeitet werden soll. Dadurch wirkt das Buch aber auch hier nur oberflächlich, ohne dass die Faszination dieses Landes richtig zum Tragen kommt. Auch sprachlich fand ich das Buch wenig ansprechend, manchmal gab es innerhalb eines einzigen Satzes schon mehrere Zeitenwechsel, zu viele Wiederholungen gleicher Wendungen und mit einem allgemein eher geringen Sprachniveau.

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Tante Dimity und der verlorene Schatz (Ein Wohlfühlkrimi mit Lori Shepherd 21)

Nancy Atherton
E-Buch Text: 286 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 05.12.2017
ISBN 9783732551217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe schon den ein oder anderen Tante Dimity Roman, in loser Reihenfolge im Vorfeld gelesen, aber der jüngste Roman überzeugt nach meinem Empfinden am wenigsten.
Zu langatmig ist die Eingangspassage, bis es ans eigentliche Thema kommt, die neuen Nachbarn werden umständlich herangeführt, die Dorfbewohner, die ich sonst als nicht ganz so nervig empfunden habe, nerven und bis Lori in ihrem Dachboden das Amulett von Tante Dimity findet, das ja den eigentlichen Roman ins Rollen bringen soll, vergeht doch einiges an Zeit.
Die Geschichte entwickelt sich dann in zwei Handlungsstränge, zum einen, die Ereignisse rund um die Dorfbewohner, die vom Goldfieber gepackt werden und allerlei kuriose Schätze finden.
Und dann natürlich Lori, die auf Tante Dimitys Bitte hin, denjenigen ausfindig machen soll, der ihr das Amulett im London der Nachkriegsjahre schenkte.
Während die Dorfbewohner aktiv unterwegs sind, ist mir Lori diesmal eindeutig zu passiv, alle Steine werden ihr aus dem Weg geräumt, letztendlich kommt sie keinem Geheimnis durch "kriminalistische" Fähigkeiten auf der Spur. Hier hilft manchmal der Zufall oder der Kontakt, den ihr Mann zu einem jungen Historiker hergestellt hat. Das hat dann auch nichts mir Wohlfühl“krimi“ zu tun, sondern ist in dem Punkt für mich einfach nur langweilig.
Dagegen ist die Beschreibung des Londoner Stadtteils Bloomsbury, so detailverliebt und liebevoll erzählt, dass es mich bei meinem nächsten Besuch bestimmt in den Queen Square Garden verschlagen wird.
Das ist auch im Prinzip der Charme und der Stil, der diese Reihe ausmacht, auch hier ist das handwerkliche gut gemeistert.
Man fühlt sich gut unterhalten, die Charaktere sind gut gezeichnet, aber meistens nicht zu ausufernd, man ist direkt drin im Geschehen, auch ohne die Vorläuferromane zu kennen. Dankenswerter Weise ist das Buch jetzt auch nicht zu umfangreich, so dass man sich die Zeit für eine nachmittägliche "Lesereise" in die bestimmt zu idyllisch beschriebene englische Land- und Stadtwelt nehmen kann.
Ob Absicht oder nicht, so richtig interessant fand ich nur die beiden unterschiedlichen Herangehensweisen an „die Geschichte“: die Bewohner Finchs, die völlig planlos an die Vergangenheitssuche gehen und auch überhaupt nicht methodisch mit der Vergangenheitsbewältigung umgehen (bitte hier keine großen historischen Funde erwarten, es geht mitunter um Haarklammern) und dagegen, das doch systematische Vorgehen Loris, die ja auch einen ausgebildeten Historiker an der Seite hat. Das ist im Prinzip ganz gut dargestellt, die Befragung der Zeitzeugen und die Suche nach historischen Dokumenten. Aber das wäre jetzt auch meine Interpretation um zumindest noch etwas für mich positives aus dem Roman zu ziehen.
Auch der Schluß enttäuscht, die Chance Geschichte für alle zugänglich zu machen und einen Schatz von historischer Tragweite auf ihrem Grundstück zu melden, lässt Lori ungenutzt. Natürlich werden jetzt die Tante-Dimity-Fanreihen aufschreien und argumentieren, dass sei moralisch so in Ordnung, weil sie sich nicht bereichern will. Bereichern hätte sie sich eh nicht können, da der Schatz in dem Fall ja der britischen Regierung gehört, aber mich ärgert mehr, dass sie es damit begründet, dass sie keinen Streß vor ihrer Bilderbuch-Haustür in ihrem Bilderbuch-Städtchen haben wollte und das erscheint mir für einen moralisch integeren Charakter reichlich egoistisch.
Ich wusste im großen Ganzen was mich erwartete, hatte mir aber tatsächlich etwas mehr erhofft, zumindest hätte ich Lori gern als aktivere Hauptfigur gesehen. Für einen afternoon tea ganz nett, aber für einen criminal case leider daneben.
 

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