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589 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 99 Rezensionen

england, familiensaga, jeffrey archer, familie, bristol

Spiel der Zeit

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453471344
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe mich für dieses Buch entschieden, da ich so lange so viele positive Stimmen darüber gehört hatte, dass ich mir dachte ich muss mich wohl einfach ergeben. Obwohl so viele Vormeinungen ja gefährlich sein können, kann ich hier offen und ehrlich sagen, dass ich mich ihnen nur anschließen kann.

Von der ersten Minute an hat mich Harrys Geschichte berührt und gespannt. Der Schreibstil von Jeffrey Archer ist ein leichter aber mitreisender. Viele der Charaktere kommen zu Wort und so flechten sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen und spannenden Gebilde zusammen. Das hat mir unglaublich gut gefallen, denn alle Charaktere stehen in entscheidenden Verbindungen zueinander und haben damit massiven Einfluss auf das Geschehen.

Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und liebenswert. Ihre Geschichte hat mich mitgerissen und auch teilweise das Herz gebrochen. Es gibt jeden den man für eine gute Geschichte braucht: die Helden, die Guten, die Bösen, die Klugen, die Gefährten und die Geliebten.

Ich habe das Werk als Hörbuch gehört und muss sagen, dass mir die Aufteilung auf drei Sprecher sehr gut gefallen hat. Man konnte so leichter folgen, wer gerade erzählt und es war eine stimmige und interessante Abwechslung. Alle Stimmen waren sehr angenehm zu hören und konnten das Geschehen mitreisend wiedergeben.

Ich werde jetzt gleich mal mit dem zweiten Band weiter machen….

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(181)

478 Bibliotheken, 35 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, liebe, new york

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

Rezension:

Diese Geschichte ist so sehr in meinen Kopf eingedrungen wie noch keine andere zuvor. Gerade gegen Ende hatte ich nachts teilweise Probleme einzuschlafen, weil die Geschichte noch so präsent in meinem Kopf war.

Die Freundschaft von Jude, Willem, JB und Malcom ist durch und durch eine besondere. Sie lernen sich auf dem College kennen und werden Freunde fürs Leben, mit allem was dazugehört und an Aufrichtigkeit kaum zu übertreffen.

Wir lernen sie alle kennen, mitsamt ihrem Charakter und ihrer Vergangenheit bis man das Gefühl hat diese Menschen wirklich zu kennen. Sie und alle Personen, an die sich Jude im Laufe seiner Geschichte annähern wirken so echt, dass man meinen könnte sie wären real. Und es ist ein wahnsinniges Glück für Jude, dass er sie hat, denn auf Grund seiner Vergangenheit, über die er sich strickt weigert zu reden, ist sein Leben von Schwierigkeiten und Abgründen gezeichnet. Doch diese Begleiter sind die herzlichsten und liebenswertesten die man sich Wünschen kann. Sie begleiten ihn um die Vergangenheit zu verarbeiten, die von Dramen und Tragödien geprägt sind.

So zeigt Hanya Yanagihara, wie Menschen zerbrechen und aufgefangen werden, was für Abgründe sich auftun können und warum es aus vielen Situationen keinen Ausweg gibt.

Dieses Buch behandelt so viele schwierige Thematiken in unglaublicher Tiefgründigkeit. Ich muss ganz klar sagen, dass man für das Lesen dieses Buches auf jeden Fall in der richtigen Stimmung sein sollte, denn ein Buch, das man eben mal nebenher lesen kann ist dieses hier sicher nicht! Es gab einige Momente, in denen ich es weglegen musste, nicht weil ich nicht gespannt auf die Handlung oder neugierig und lesefreudig war, sondern weil es einfach zu viel war. Die Geschichte geht nahe wie kaum eine zweite, was auch am unvergleichlichen Schreibstil von Hanya Yanagihara liegt. Lange verschachtelte Sätze, die trotzdem klar und deutlich sind und fast schon poetisch wirken. Ich konnte nicht genug kriegen davon. Ein sprachliches Meisterwerk!

Trotz der erschütternden Geschehnisse und der teilweise deprimierenden Stimmung ist es ein Buch, das jeder gelesen haben sollte. Denn es ziehen sich auch unglaublich schöne Stränge durch die Geschichte. Wahre und ehrliche Freundschaften, Menschen, die immer füreinander da sind, Wege aus Abgründen, die sich auftun, wenn man tatsächlich mal Hilfe annimmt und Liebe zulässt. Ich glaube aus dieser Geschichte kann jeder etwas für sich ziehen!

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(23)

47 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

tschernobyl, akw, atomkraft, berichte, augenzeugenberichte

Tschernobyl

Swetlana Alexijewitsch , Ingeborg Kolinko
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.03.2015
ISBN 9783492306256
Genre: Sachbücher

Rezension:

Swetlana Alexijewitsch hat Überlebende interviewt, die die Tragödie in und um Tschernobyl hautnah miterlebt haben. Dabei handelt es sich um Rückkehrer, Geflohene und Helfer im Katastrophengebiet. Ihre Schicksale sind so unterschiedlich wie die Menschen dahinter aber allesamt gleich berührend und verstörend. Die Hintergründe, etwa wie es zu dem Reaktorunglück kam, werden hier nicht beleuchtet, sondern ausschließlich das Schicksal der Menschen.

Es handelt sich hier definitiv um keine leichte Kost, weder was das Erzählte noch was den Schreibstil betrifft. Es ist unglaublich, was die Menschen dort ertragen musste und wie lange ihr Leid durch die Verstrahlung noch anhält.
Die Texte stammen aus Interviews mit den betreffenden Personen und werden „Monolog über...“ genannt. Genauso lesen sie sich auch, als Monologe. Einige der Passagen waren dadurch sehr mühsam zu lesen, da die Sätze teilweise lose enden oder unzusammenhängend sind. Ich habe deswegen auch manchmal Abschnitte übersprungen, da ich nicht wusste worum es überhaupt geht.

Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Werk, das Menschen meiner und späterer Generationen (die also erst nach dem Unglück geboren wurden) näherbringt, was für ein Ausmaß die Katastrophe wirklich hatte und wie Menschen immer noch unter den Folgen leiden müssen.

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(471)

793 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

stephen king, horror, mobbing, telekinese, carrie

Carrie

Stephen King
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 22.11.2013
ISBN 9783404169580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Carrie ist eine graue Maus, die in der Schule schikaniert wird und auf sich allein gestellt ist. Schuld daran ist ihre Mutter, mit ihren religiös fanatischen Ansichten, die Carrie zusätzlich belasten und sich auf ihren gesamten Alltag auswirken. Doch die telekinetischen Fähigkeiten, die in ihr schlummern warten nur auf ihre Rache.

Stephen King schreibt klar und deutlich, teilweise in Erzählform aber teilweise auch in der Form von Zeugenaussagen, Buchausschnitte oder Untersuchungsberichten. Damit schafft er einen spannenden und sehr realistisch wirkenden Schauerroman.

Carrie ist ein Kind, das es von Anfang an nicht leicht hatte und nie eine Chance auf Normalität bekommen hat. Ihre Fähigkeiten bleiben aber lange unentdeckt, bzw. werden nicht auf sie zurückgeführt. Dann brechen sie aber aus ihr heraus und lassen ihre Heimatstadt im Chaos versinken.

Die übrigen Protagonisten werden kurz und knapp aber dennoch einleuchtend eingeführt. Im Allgemeinen ist es eine typische High-School-Rollenverteilung, die sich auch an Klischees bedient. Das ist hier aber keinesfalls störend, sondern verleiht dem Geschehen einen angenehmen Fluss. Das Ende ist dann aber doch gänzlich unvorhersehbar auch wenn im Verlauf durch die Ermittlungsberichte schon kleine Fährten gelegt werden.

Ein sehr unterhaltendes und spannendes Buch. Mein erster Stephen King aber gewiss nicht mein letzter.

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(68)

122 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

köln, familiengeheimnis, liebe, geheimnis, die kirschvilla

Die Kirschvilla

Hanna Caspian
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453419551
Genre: Romane

Rezension:

Isabell und ihre Großmutter Pauline betrachten gemeinsam das Erbe, das Paulines Kindheit beherbergt. In der großen Villa, in der ein Unglück dem nächsten folgte hat sie den Großteil ihrer eher traurigen Kindheit verbracht. Viele Fragen und Hintergründe der Schicksale blieben dabei allerdings ungeklärt. Isabell und der Erbschaftsverwalter Julius machen sich auf die Suche nach Antworten.

Die Idee der Geschichte und den Fortgang der Ereignisse fand ich sehr spannend. Neben Tagebucheinträgen, die Isabell und Julius finden, wird die Geschichte dem Leser aber auch durch Rückblenden in die Vergangenheit nähergebracht. Leser und Protagonisten sind somit nicht immer auf dem gleichen Kenntnisstand. Obwohl mir diese Erzählweise prinzipiell gefallen hat, wird es vor allem gegen Ende jedoch etwas mühsam den Protagonisten seitenlang dabei zuzusehen wie sie hinter das Rätsel kommen, das der Leser schon lange kennt bzw. sich leicht erschließen kann. Das Finale wird somit leider etwas langatmig.

Begleitet von der Aufklärung der mysteriösen Familienvergangenheit erleben wir die Annäherung von Isabell und Julius. Diese Liebesgeschichte war leider gänzlich klischeehaft, überspitzt und überdramatisiert.

Ich hatte mir leider etwas mehr von der Geschichte erhofft, vor allem da auch der Erzählstil mit den Rückblenden meinen Geschmack trifft. Die Umsetzung hat mir leider nur mittelmäßig gefallen.

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(130)

199 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

thriller, agoraphobie, mord, the woman in the window, new york

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna, ehemals angesehene Psychologin, leidet seit einem schlimmen Unfall selbst unter posttraumatischen Stress und kann ihr Haus nicht mehr verlassen. Natürlich belastet das auch ihr Eheleben drastisch, weshalb Annas Ehemann und Tochter nicht mehr bei ihr leben. In ihrer Einsamkeit gibt sie sich Wein, Internetchats und dem Ausspionieren ihrer Nachbarn hin.

Annas Charakter wird aus allen Sichtweisen beleuchtet und nach und nach kommen immer mehr Details ihrer wirren Persönlichkeit und den Umständen, die zu ihrer derzeitigen Situation geführt haben ans Licht. Mehr als einmal hatte ich dabei das Gefühl genau zu wissen worauf die Geschichte hinauslaufen wird, wurde letztendlich dann aber doch jedes Mal überrascht.

Einerseits fand ich das gut, denn wer möchte das Ende schon ab der Mitte voraussehen können?! Andererseits haben mich die scheinbaren Klischeesituationen dann aber doch auch genervt.

Was ich mochte waren die stückweisen Aufdröselungen der Geschichte und ein Ende, das so gar nicht zum Ausgangspunkt der Geschichte passt. Außerdem werden auch die Personen mit dem Fortlauf der Geschichte Stück für Stück in ein anderes Licht gerückt.

Allerdings hat für meinen Geschmack die Geschichte nie wirklich genug an Fahrt aufgenommen um mich richtig zu fesseln. Empfehlen würde ich sie eher als leichte Lektüre nebenbei.

Ein großes Lob für die Sprecherin Nina Kunzendorf, die die Geschichte wunderbar vertont. Ihre Stimme gibt gut die Stimmungen der Protagonistin wieder und lässt den Hörer gut in die Geschichte finden.

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(785)

1.407 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 140 Rezensionen

irland, liebe, familie, familiengeschichte, ballett

Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.05.2012
ISBN 9783442477890
Genre: Romane

Rezension:

Wie die meisten von Lucinda Rileys Geschichten spielt auch diese in zwei Zeiten. In der Gegenwart lernen wir zunächst Grania kennen, die von New York in ihre Heimat Irland flüchtet, nachdem sie eine Fehlgeburt erlitten hat. Dort lernt sie die achtjährige Aurora kennen, die trotz ihrer jungen Jahre schon viel durchgemacht hat aber eine ansteckende Lebensfreude mit sich bringt.

In der Vergangenheit erfahren wir mehr über die Vergangenheit der beiden Frauen, die miteinander verstrickt ist.

Lucinda Rileys Schreibstil ist auch in diesem Buch wieder locker flockig, was das Buch zu einer leichten und unterhaltsamen Lektüre macht.

Die Geschichte ist trotz trauriger Elemente sehr lebenslustig und voller Leichtigkeit. Wer nach einer Geschichte mit viel Tiefgang und Komplexität sucht ist hier fehl am Platz. Stattdessen findet man hier einfache Unterhaltung, die in groben Zügen vorhersehbar ist.

Mir hat das Lesen trotz alledem Spaß gemacht, gerade wenn man nebenher eine etwas schwerere Lesekost verdaut, ist diese kleine Ablenkung genau das richtige.

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(24)

31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

philosophie, enttäuschendes ende, harrar, kalifornien, drama

Im Dunkel deiner Seele

George Harrar
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176144
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evan Birch, Philosophie-Professor mit Leib und Seele, wird eines Verbrechens beschuldigt. Eine junge Frau ist entführt worden und er wurde am Ort des Verbrechens gesehen und hat außerdem einige verdächtige Parallelen zum Opfer.

Niemand glaub ihm und sogar seine Frau zweifelt stark an ihm, aber…er ist unschuldig!

Während sich die Lage zuspitzt und er sich in Widersprüche verstrickt muss er versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Dass Mr. Birch seinen Beruf liebt wird unter anderem durch zahlreiche Zitate und Anekdoten über Philosophen deutlich. Seinen Lieblingsautor Wittgenstein erwähnt er beinahe in jedem Dialog. An sich können solche Aspekte ein Buch interessant und abwechslungsreich gestalten, allerdings war es hier vor allem gegen Ende einfach zu viel des Guten.

Zum Thema passend ist der Schreibstil mystisch und spannend. Der Leser bleibt stetig im Dunkeln, wem man hier eigentlich vertrauen kann, denn fast jeder der Charaktere hat einige seltsame Wandlungen an sich.

Die Charaktere und deren Dialoge sind dabei allesamt etwas „anstrengend“. Es wird viel Wert auf Formulierungen gelegt und durch die Kleinlichkeit der Charaktere werden in nahezu jedem Dialog die Worte verdreht, was zu viel (unnötiger) Diskussion führt. Gegen Ende wurde das für mich dann doch etwas ermüdend.

Obwohl die Idee und der Schreibstil mich von der ersten Seite an überzeugt haben, hat mich das Buch an sich dann aber letztendlich doch sehr enttäuscht! Man wird einfach nicht schlau daraus, was das Ganze soll. Was will uns der Autor vermitteln? Denn für eine fertige Geschichte mit geschlossenem Ende bleiben viel zu viele Fragen offen und Ende lose. Für eine Geschichte mit offenem Ende, dass dem Leser als Mysterium im Kopf bleiben soll fehlen aber deutlich zu viele Denkanstöße und mögliche Verstrickungen.

Ein Buch mit einer wunderbaren Idee, die mich dann aber leider sehr enttäuscht hat.

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(2.642)

3.235 Bibliotheken, 50 Leser, 4 Gruppen, 39 Rezensionen

philosophie, jugendbuch, jostein gaarder, briefe, geschichte

Sofies Welt

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 622 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.10.2009
ISBN 9783423624213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zu Beginn dieses Buches lernen wir Sofie kennen, die zunächst Briefe mit geheimnisvollen Fragen darin bekommt. Etwa „Wer bist du?“ oder „Woher kommt die Welt?“. Nachdem sich Sofie Gedanken darüber gemacht hat, bekommt sie beschriebene Bögen, die sie mit auf eine Reise durch die Geschichte der Philosophie nehmen. Auf dieser Reise begegnet sie den verschiedensten Philosophen, die sich zu eben den Fragen in den Briefen Gedanken gemacht haben und darauf ihre persönliche Philosophie begründet hatten.

Dieser erste Teil hat mir sehr gut gefallen. Er ist sowohl spannend als auch lehrreich, denn Sofie ist ein junges Mädchen, dass sich Gedanken zu diesen kontroversen und schwierigen Fragen macht und sich so langsam eine eigene Meinung bildet. Und natürlich nicht nur sie selbst sondern auch der Leser mit ihr zusammen. Schon bald möchte sie herausfinden, wer ihr geheimnisvoller Lehrer ist. Nach und nach kommt es außerdem zu immer mehr seltsamen Zwischenfällen. So bekommt sie zum Beispiel geheimnisvolle Postkarten von einem Major, der seiner Tochter Hilde zum 15. Geburtstag gratuliert. Adressiert sind diese Karten jedoch an Sofie, die zufälligerweise an genau dem gleichen Tag 15 Jahren alt werden soll. Dieser Tag liegt aber noch weit in der Zukunft, wie können sie also am Tage des Geburtstages abgestempelt sein?

Als Sophie dann endlich den geheimnisvollen Philosophielehrer Alberto Knox kennenlernt dreht sich die Geschichte leider. Die Fragen, über die Sofie sich Gedanken machen muss verschwinden ganz und aus den beschriebenen Bögen über die Philosophen werden Dialoge zwischen Sofie und Alberto. Monolog wäre hier aber wohl eher das passendere Wort, denn Alberto referiert einfach seitenlang über den nächsten geschichtlichen Abschnitt, unterbrochen von kurzen Nachfragen wie „Kannst du mir ein Beispiel geben?“ oder „Wirklich?“ von Sofie. Wo ist das schlaue Mädchen, dass sich eigene Gedanken macht hin? Es taucht von hier an leider nur noch sehr selten auf. Albertos ellenlange Vorträge sind somit einfach nur langatmig und dadurch immer weniger interessant. Man könnte genauso einen Wikipedia-Artikel lesen. Ein kritischer Dialog entsteht nur selten.
Sehr schade, denn die unterschiedlichen Denkweisen und Anstöße der Philosophen in der Antike und im Mittelalter finde ich eigentlich sehr faszinierend.

Dazu kommen Lückenfüller wie beispielsweise Dialoge zwischen Sofie und ihrer Mutter, die an Oberflächlichkeit und Banalität nicht zu übertreffen sind. Abschnitte, die man ohne schlechtes Gewissen überspringen kann…schade!

In der zweiten Hälfte des Buches tritt dann auch Hilde auf, was der Geschichte eine interesante Wendung und neue Spannung verleiht. Der Philosophiekurs geht weiter und wir steigen etwas tiefer in die Materie ein. Dieser Teil hat das Buch eindeutig für mich gerettet.

Die Idee dieses Buches, nämlich jungen Menschen Kenntnisse über Philosophie zu vermitteln finde ich großartig. Ich habe mir allerdings mehr Denkanstöße erhofft und vor allem die erste Hälfte zieht sich viel zu sehr. Und einem Buch, bei dem ich erst 300 Seiten lesen muss um zum interessanten Teil zu kommen kann ich leider keine gute Bewertung geben.

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(10)

11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

babyentführung, dramatisch, entführung, spannend

Die Rivalin

Michael Robotham , Kristian Lutze , Sandra Schwittau , Katja Bürkle
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.12.2017
ISBN 9783844526707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Rivalin“ ist ein Thriller über zwei Frauen, die sehr verschieden zu sein scheinen. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie beide schwanger sind und etwa zur gleichen Zeit die Geburt erwarten. Agatha lebt jedoch in eher ärmlichen Verhältnissen, arbeitet in einem Supermarkt und ist geschieden. Meghan ist dagegen mit einem aufstrebenden Fernsehstar verheiratet, hat bereits zwei süße Kinder und führt in Agathas Augen das perfekte Leben. Hier beginnt die Rivalität…

Beide Frauen sind authentisch gezeichnet und geben viel Einblick in ihr Leben und ihre Gefühlswelt. Da sie abwechselnd vom Geschehen erzählen, ist der Leser allzeit über die Vorgänge und Absichten genauestens im Klaren und kann mitfiebern. Genauso wünsche ich mir das von einem Thriller, packend und spannend.

Der Schreibstil trägt das Übrige dazu bei, das Buch zu verschlingen. Leicht, locker und flüssig.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und passend zur Erzählweise wurde die Geschichte von Sandra Schwittau und Katja Bürkle vertont. Sie bringen die Emotionen der beiden Frauen hervorragend rüber und haben eine angenehme Stimme.

Alles in allem ein Thriller, den ich durch und durch genossen haben, ohne Blutvergießen und überspitzte Dramatik.

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(58)

107 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

adoption, geschwister, familie, kinderheim, usa

Libellenschwestern

Lisa Wingate , Andrea Brandl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 05.03.2018
ISBN 9783809026907
Genre: Romane

Rezension:

Ein furchtbares Verbrechen spielt sich ganz legal in Memphis, Tennessee in den 1930er Jahren ab. Kinder werden ihren leiblichen Eltern weggenommen, diese werden getäuscht oder bedrängt Sorgerechtsabtretungen zu unterschreiben, so dass die Kinder für viel Geld an reiche und prominente Leute adoptiert werden können.

Genau das geschieht auch Rill und ihren Schwestern und ihrem kleinen Bruder, als sie in ihrem Hausboot auf die Rückkehr ihrer Eltern warten, die sich gerade für eine anstehende Geburt in ein Krankenhaus begeben haben. Das Kinderheim, in das sie gebracht werden, wird für sie zur Hölle und nach und nach werden sie auch noch voneinander getrennt. Rill hat nur einen Wunsch: sich und ihre Geschwister aus diesem Alptraum zu befreien.

Viele Jahre später sieht sich Avery hineingedrängt in ein Leben in der Öffentlichkeit. Sie soll die politische Arbeit ihres Vaters übernehmen. Auf einer Veranstaltung in einem Pflegeheim lernt sie May kennen, eine alte Dame die ihr Libellenarmband wiedererkennt. Avery begibt sich auf eine Spurensuche durch die Vergangenheit um herauszufinden, was es mit den Libellen auf sich hat und wieso ihre Großmutter und May sich kennen.

Die Kapitel springen zwischen Rill und Avery und damit auch den Zeitebenen hin und her. Rills Abschnitte sind geprägt von Angst, Verzweiflung aber auch Hoffnung. Der Schreibstil wirkt sehr eindringlich und übermittelt dem Leser so die Gefühle der Protagonisten genauestens. Averys Abschnitte sind hingegen spannend und aufregend, man kann es nicht erwarten bis sie die nächste Spur auf ihrer Suche findet. Durch die wechselnden Abschnitte fliegt jede Seite nur so dahin.

Fazit: Eine unglaublich spannende und erschütternde Geschichte über ein dunkles Geheimnis in der amerikanischen Geschichte.

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(56)

114 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

demenz, familie, idaho, mord, gefängnis

Idaho

Emily Ruskovich , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 19.02.2018
ISBN 9783446258532
Genre: Romane

Rezension:

An einem wunderschönen Sommertag in Idaho 1995 passiert ein unglaubliches Verbrechen. Jenny bringt ihre kleine Tochter mit einer Axt um, während die Familie im Wald ist um Holz zu hacken. Ihre ältere Tochter verschwindet daraufhin spurlos. Nach ihrer Verurteilung beginnt ihr Mann Wade ein neues Leben mit einer neuen Frau – Ann. Im Laufe der Jahre fällt Wade der Demenz zum Opfer und vergisst nicht nur sein früheres Leben, sondern auch die Tragödie, die sich darin abspielte.

Durch Zeitsprünge erfahren wir sowohl was vor der schrecklichen Tat als auch danach geschieht. Sowohl das Ehepaar Jenny und Wade als auch ihre Kinder und Jennys Leben im Gefängnis werden genau beleuchtet. Diese helfen uns dann zusammen mit Ann, die Geschehnisse nach und nach zu entwirren und zu verstehen.

Emily Ruskovich hat einen wundervollen Schreibstil, einerseits klar und deutlich aber trotzdem undurchsichtig. Bis zum Schluss konnte ich die Geschichte nicht richtig einschätzen obwohl sie mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen hat. Alles wird klar geschildert aber trotzdem wird man zunächst weder aus den Situationen noch aus den Personen schlau. Die Beschreibungen der Charaktere und deren Umwelt schafft aber eine unvergleichliche Atmosphäre, die die Sinne anregt.

Es hat sich für mich angefühlt wie der Beginn eines Horrorfilms, alles wirkt irgendwie unecht, viele Details haben zunächst keinen erkennbaren Zusammenhang und einiges wirkt einfach faul.

Durch die ständigen Sprünge und zunächst unzusammenhängenden Ereignisse die geschildert werden, handelt es sich in jedem Fall um eine Geschichte für die Konzentration erforderlich ist. Der Leser wird zum mitdenken angeregt und kann nur so aus der Geschichte schlau werden. Wer aber bereit ist sich darauf einzulassen hat einen spannenden und unvergleichlichen Roman vor sich.

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(29)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

audio book, cd, historische romane, historischer roman, hörbuch

Die Tore der Welt

Ken Follett
Audio CD: 1.280 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 29.02.2008
ISBN 9783785735138
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der zweite Teil der Kingsbridge-Saga steht dem ersten in nichts nach.

Charaktere, die kaum tiefgründiger und authentischer sein könnten, eingebettet in eine zeitliche Ebene, in der uns jeder Aspekt ausführlich beschrieben wird. Wir wachsen zusammen mit den Protagonisten, die zu Beginn noch in den Kinderschuhen stecken, auf und erleben, was es heißt in Zeiten des Mittelalters erwachsen zu werden und nach seinen persönlichen Zielen zu streben. Der Schauplatz ist auch hier wieder Kingsbridge, das seit dem Wirken von Prior Philipp eine angesehene Priorei ist.

Mit seinem eindringlichen und ausführlichen Schreibstil beschreibt uns Ken Follett hier die neue Ära die in Kingsbridge anbricht, das Aufstreben der kleinen Leute, jedoch gebeutelt vom Wüten der Pest und der Mächtigen. Die Rolle der Frauen, ihr Streben nach Respekt und Gleichberechtigung, das Auflehnen gegen alte Bräuche, Verrat und Treue sind nur einige der vielen Themen, die diese Geschichte mitbestimmen. Ken Follett schafft es wie kein Zweiter die Worte so zu Papier zu bringen, dass sie einem Bilder im Kopf heraufbeschwören, als wäre man beim Geschehen live und in Farbe dabei.

Eine wunderbare und würdige Fortsetzung von „Die Säulen der Erde“, die Lust auf mehr von Ken Folletts Werten macht.

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(171)

357 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

flugzeugabsturz, roman, michel bussi, liebe, identität

Das Mädchen mit den blauen Augen

Michel Bussi , Olaf M. Roth
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.02.2014
ISBN 9783352008764
Genre: Romane

Rezension:

Im Jahr 1980 stürzt ein Flugzeug über Frankreich ab und alle Passagiere bis auf ein dreimonatiges Baby sterben. Doch an Bord waren zwei Babys in diesem Alter. Um wen handelt es sich also? In einer Zeit, in der DNA Tests noch nicht an der Tagesordnung sind, stellt diese Tatsache die Hinterbliebenen vor ein großes Problem und ein Streit um das Sorgerecht des Kindes bricht los. Ein Detektiv wird engagiert, der Licht ins Dunkle bringen soll. Zum 18. Geburtstag des Mädchens will er ihr seine Ergebnisse präsentieren.

Ein Fall voller Rätsel, Fragen und verdrehter Tatsachen. Denn die Familien beider Babys wollen daran glauben, dass ausgerechnet ihr Schützling überlebt hat. Während der Spurensuche bekleckert sich niemand mit Ruhm, jeder wird zur Schachfigur. Das Mädchen wächst währenddessen mit dem Zweifel an ihrer eigenen Identität auf, was ihr Leben logischerweise bestimmt und schwierig gestaltet.

Obwohl die Ängste und Konflikte der Protagonisten ausführlich beschrieben werden, fehlt es mir doch an Tiefe und Charakter. Die Verteilung, wer nun der Böse und wer der Gute ist, ist offensichtlich und nicht sehr einfallsreich gestaltet.

Wie man es sich von Thrillern erhofft, kommt es zu Wendungen und Enthüllungen, die gleichermaßen spannend und unvorhersehbar sind. Bis zum Schluss ist man hin- und hergerissen um welches der beiden Mädchen es sich nun handeln soll. Der flüssige Schreibstil trägt außerdem dazu bei, dass Seite für Seite dahinfließt bis man plötzlich des Rätsel Lösung gegenübersteht.

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(100)

165 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 64 Rezensionen

neapel, italien, freundschaft, neapolitanische saga, elena ferrante

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 614 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.02.2018
ISBN 9783518425763
Genre: Romane

Rezension:

Nach langem Warten habe ich endlich den letzten Band der neapolitanischen Saga lesen dürfen und er hat mich gleichzeitig traurig und fröhlich gemacht.

Traurig, weil es der letzte Teil einer wunderschönen Buchreihe ist und die Reise durch Neapel und die Freundschaft von Elena und Lila nun zu Ende geht.

Fröhlich, weil es sich mal wieder um eine wunderschöne Geschichte handelt, flüssig und rasant geschrieben, jede Seite zum Verschlingen. Elena Ferrantes Schreibstil ist wie kein zweiter, ich würde ihn als typisch italienisch beschreiben. Schnelle Dialoge, viel Temperament.

Elena und Lila sind in die Jahre gekommen, aber ihre Freundschaft erlebt wie in jungen Jahren ihre Höhen und Tiefen. Schicksalsschläge rauben ihnen den Atem aber ihre Bindung bleibt bestehen.

Bevor das Buch erschienen ist habe ich mich oft nach dem Ende gefragt und ich finde es äußerst gelungen, nichts Vorhersehbares, keine Klischees und eine schöne Abrundung. Obwohl ich auch die anderen Bücher dieser Reihe geliebt habe, hat mir dieses doch am besten gefallen.

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(119)

235 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

thriller, familiendrama, amoklauf, trauma, usa

Die gute Tochter

Karin Slaughter , Fred Kinzel , Silvia Kuttny-Walser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.08.2017
ISBN 9783959671101
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Das Leben von Samantha und Charlie wird von einem Drama bestimmt, das sich in ihrer Kindheit abgespielt hat. Zwei Männer, die eine offene Rechnung mit dem Vater der Mädchen haben, stürmen in sein Haus, töten ihre Mutter und sehen es dann auf die beiden Mädchen ab. Obwohl beide die schreckliche Tat überleben, ist danach nichts wie vorher. Charlie wird wie ihr Vater eine erfolgreiche Rechtsanwältin, doch ihre Ehe scheitert und das Trauma steckt noch tief in ihr. Sam schirmt sich nach einer langwierigen Rehabilitation weitestgehend ab und zieht nach New York wo sie Patentanwältin wird. Die bleibenden körperlichen Schäden belasten sie jeden Tag. Erst als eine weitere Bluttat in ihrer Heimatstadt angerichtet wird, sieht sie sich gezwungen sich wieder ihrer Familie zuzuwenden.

Eine achtzehnjährige Schülerin hat in ihrer Schule zwei Menschen erschossen und ihr Vater soll die Angeklagte vertreten. In der selben Nacht wird er niedergestochen und schwebt in Lebensgefahr.

Im weiteren Verlauf erfahren wir durch Zeitsprünge mehr und mehr über den Tathergang vor über dreißig Jahren und verstehen warum Charlie und Sam so wurden wie sie heute sind. Die neuerliche Bluttat gibt ihnen einige Rätsel auf, denn die Täterin kannte weder die Opfer, noch wirkt sie wie eine typische Amokläuferin. Darüber hinaus beginnen Charlie und Sam, das Trauma, dass seither ihr Leben bestimmt aufzuarbeiten.

Bei einem Thriller mit über 600 Seiten hatte ich Bedenken über mögliche langwierige Ausflüge in die Gefühlswelt der beiden Mädchen und viel Gerede und Erörterung über psychologische Hintergründe. Diese Ängste wurden hier aber nicht erfüllt. Im Gegenteil war jede Seite für sich gesehen schon spannend und mitreisend. Beide Frauen reagieren oft mit starken Emotionen aber durch den flüssigen Schreibstil wirken diese Handlungsstränge damit sehr abwechslungsreich und aufbrausend. Sie geben den Beiden außerdem eine Persönlichkeit die beide für sich einzigartig und authentisch machen.

Ich bin mir nicht sicher ob Karin Slaughter es so beabsichtigt hat, aber durch die Tiefgängigkeit der Charaktere, beginnt man sofort Seiten zu beziehen und die einen mehr und die anderen weniger sympathisch zu empfinden. Diese Seite hat mir sehr gut gefallen, denn in vielen Büchern wird jeder Charakter so beschrieben, dass es nur die „Guten“ und die „Bösen“ gibt und man jeden leicht einer der beiden Seiten zuschreiben kann. So ist es hier absolut nicht. Jeder hat seine Fehler, die einen schlimmer die anderen leichtere, doch jeder hat auch eine verletzliche und menschliche Seite, die die Handlungen nachvollziehbar machen.

Alles in allem ein Thriller, den ich sehr genossen habe und mir mit jeder Seite Spannung und Unterhaltung geboten hat.

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151 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

frankreich, schwestern, liebe, krieg, zweiter weltkrieg

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.10.2017
ISBN 9783746633671
Genre: Romane

Rezension:

Zugegeben, es gibt keine Art von Geschichten, die mich mehr fesselt als jene der französischen Résistance zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Von daher hatte diese Geschichte also direkt gute Karten bei mir. Das sie mich aber so fasziniert hätte ich wirklich nicht geglaubt...

Isabella und Vianne sind sehr unterschiedliche Schwestern mit einer schwierigen Kindheit. Als dann der zweite Weltkrieg ausbricht verkörpern sie, auf welch unterschiedliche Weise sich der Krieg auf das Leben der Frauen in Frankreich auswirkt. 

Vianne ist die zarte und liebende Ehefrau und Mutter, zerfressen von Sorgen und Angst um ihren Mann an der Front und ihre Tochter umgeben von Gewalt. Sie muss ihr Haus mit einem Nazi teilen und zusehen wie ihre Freunde deportiert werden. 

Isabella hingegen ist unabhängig und stark. Immer wieder wird ihr geraten "mehr Angst zu haben" denn ihre Taten werden geleitet von der Wut auf die Nazis und dem Tatendrank ihnen die Stirn zu bieten. Sie schließt sich der Résistance an und begibt sich in lebensbedrohliche Gefahren um ihren Prinzipien treu zu bleiben.

Stückweise werden beide Frauen gebrochen aber trotzdem bleiben sie stark und kämpfen sich durch die Grausamkeiten, die der Krieg mit sich bringt. So wechselt die Stimmung zwischen Spannung, Hoffnung, Angst und Freude. Jede Seite kann den Leser in einen neuen Gefühlszustand schubsen, so dass man nicht mal mehr blinzeln möchte um möglichst schnell weiter zu lesen.

Der Erzählstil wechselt immer wieder zwischen Isabelles und Viannes Sichtweise hin und her, so dass wir beide bei der Austragung ihres persönlichen Krieges begleiten können. Ich kann mich nicht entscheiden welche von beiden ich faszinierender und aufregender finde.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass dies der beste Roman ist, den ich zu diesem Thema bis jetzt gelesen habe.

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

münchen, adolf hitler, berlin, chamberlain, abkommen

München

Robert Harris , Wolfgang Müller
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 30.10.2017
ISBN 9783453271432
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

München kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Chamberlain und Hitler treffen sich am Verhandlungstisch um die Sudetenfrage zu klären. Chamberlain versucht eisern Hitler am Ausbruch eines Krieges zu hindern, den dieser mehr als alles andere anstrebt. Hugh Legat, ein Mitarbeiter aus dem Beraterkreis von Chamberlain reist mit ihm zusammen nach München und trifft dort auch seinen alten Studienkollegen Paul von Hartmann. Dieser ist Mitglied der NSDAP aber gleichzeitig in einer Untergrundbewegung aktiv, die Hitler stürzen will.

Wie man bereits vermuten kann, handelt es sich hier also in mehreren Hinsichten um ein Katz-und-Maus Spiel. Sowohl am Verhandlungstisch in aller Öffentlichkeit, aber auch im Hintergrund in den Beratungszimmern und auch in den Widerstandsbewegungen.

Eine spannende Handlung von einem gefeierten Autor, die mich dann aber leider doch in einigen Hinsichten enttäuscht hat.

Die Handlung in der ersten Hälfte verläuft schleppend und nicht richtig mitreisend. Im zweiten Teil werden die Gefahren und das strategische Feingefühl, die die Geschichte bestimmen deutlicher. Die beiden Hauptpersonen Legat und von Hartmann bleiben aber doch irgendwie eindimensional und trüb.

Somit war für mich die Handlung dieser beiden Charaktere eher langweilig obwohl man gerade in so einer bedeutenden Zeit mit mehr Brisanz hätte rechnen können. Der Teil, der die Verhandlungen zwischen den Engländern und den Nazis beschreibt, wirkt authentisch und beschreibt hervorragend, wie sich die offiziellen und die inoffiziellen Besprechungen unterscheiden und wie strategisch hier vorgegangen wird.

Alles in allem, ein solider Politik-Roman, der aber etwas mehr Pep vertragen könnte.

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34 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

origin, dan brown, hörbuch, flac, konstruierte handlung

Origin

Dan Brown , Wolfgang Pampel , Andy Matern
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio , 04.10.2017
ISBN 9783785756003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Edmund Kirsch will eine bahnbrechende Entdeckung mit der Welt teilen, die das Grundverständnis von Glaube und Religion für die Menschen im Mark erschüttern wird. Edmund ist ein ehemaliger Schüler von Robert Langdon, der bei der Veröffentlichung eingeladen ist und dort auch mit einer von Edmunds größten Erfindungen bekannt gemacht wird. Der „Supercomputer“ Winston, der intelligent, lernfähig und menschenähnlich ist begleitet ihn von da an auf seiner Reise.

Der Schauplatz ist wieder ein von Geschichte und Mystik durchzogener Ort, nämlich Barcelona. Die Ortsbeschreibungen sind sehr detailliert und die perfekte Unterlage für die Geschehnisse und Emotionen. Wie üblich für Dan Brown, schwingt Geschichte und Symbolik im Geschehen mit, haben aber weniger Tragkraft als in den vorherigen Werken. Sie sind eher Zusatzinformationen, die der Leser zu bestimmten Bauwerken bekommt. Auch die Frage, wem man hier eigentlich trauen kann und wem nicht, ist hier weniger behandelt und es kommt nicht zu einem plötzlichen Schlag durch den vermeintlichen Freund der sein wahres Gesicht enthüllt. Obwohl die Geschichte wieder spannend ist, haben mir diese Aspekte trotzdem sehr gefehlt.

Mir hat hier außerdem die Brisanz gefehlt, die für Robert Langdons Abendteuer typisch ist. Die „Entdeckung“, die Edmund Kirsch gemacht hat, war für mich teilweise weder neu, noch überraschend und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der daraufhin folgende Rummel um die Enthüllung tatsächlich so stattfindet würde. Jeder gebildete und vorausschauende Mensch kann sich zumindest den zweiten Teil dieser „Entdeckung“ selbst denken.

Die Themenauswahl für das Buch fand ich jedoch hervorragend gewählt. Wie passen Wissenschaft und Religion zusammen und hat Religion in unserer hochtechnologischen Zeit überhaupt noch Platz? Der Umgang mit diesen Themen war interessant und gut veranschaulicht.

Gelesen wird die Geschichte von Wolfgang Pappelt. Ich konnte mich mit seinem Sprechstil leider nicht so richtig anfreunden. Winstons Akzent wird in der Geschichte als britisch beschrieben, klingt aber in der Vertonung ganz anders. Im Allgemeinen fand ich die Veränderung der Stimmfarbe für die unterschiedlichen Personen nicht richtig passend. Die Spannung wird durch seine Stimme aber gut unterstrichen und bringt dem Hörer zu jedem Zeitpunkt in die richtige Stimmung.

Trotz der ganzen Kritikpunkte hier war es für mich trotzdem eine spannende und lesenswerte Geschichte, die auf jeden Fall Unterhaltung bietet. Für mich war es aber trotzdem kein Buch wie ich es von Dan Brown kenne und liebe und hoffe für das nächste wieder auf einen wahren Höhepunkt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bischof, bischöfe, kathedrale, kirche, baumeister

Die Säulen der Erde

Ken Follett , Tobias Kluckert
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio , 12.12.2014
ISBN 9783838765952
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wie soll man eine so große und überwältigende Geschichte knappt zusammenfassen? Um es in einem Satz zu sagen: In Kingsbridge soll eine Kathedrale gebaut werden. Darum geht es während der gesamten Geschichte, gibt aber nicht mal ansatzweise wieder, was in diesem Buch alles passiert.

Ich habe noch nie eine Geschichte gelesen (oder besser gesagt gehört) die so vielschichtig ist und in der ein Thema aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Wie soll die Kathedrale gebaut werden? Wer ist der Baumeister? Wie kommt besagter Baumeister überhaupt zu dem Auftrag diese Kathedrale zu entwerfen und zu bauen? Wie wird das ganze bezahlt? Wo kommen die Materialien her? Wie baut man überhaupt eine Kathedrale? Und wie verteidigt man diesen langwierigen und kostspieligen Bau vor Vorgesetzten und Widersachern?

All das und noch viel mehr wird hier Schritt für Schritt in die Geschichte mit eingearbeitet. Dabei kommen die persönlichen Schicksale der Protagonisten, die alle mehr oder weniger mit der Kathedrale verstrickt sind nicht zu kurz. Rivalitäten, Machtkämpfe, Liebe und Betrug. Die Geschichte wird über mehrere Jahrzehnte hinweg erzählt, so dass sich alle Charaktere sehr stark entwickeln und dem Leser immer vertrauter werden.

Bei einem solch großem Plan – dem Bau einer Kathedrale – kommt es immer und immer wieder zu Rückschlägen und aller Art von Problemen. Ein ständiges Vor und Zurück, dass die Geschichte einerseits spannend macht und Längen vermeidet. Beschreibungen von Mensch und Natur sind ausführlich und ausschweifend, trotzdem wird die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig und verliert nie an Authentizität.

Vertont wird das Buch von Tobias Kluckert, der einen durch die Geschichte trägt und das erzählte Geschehen zu einem wahren Erlebnis werden lässt.

Ken Follett erzählt nicht nur eine Geschichte, er erschafft ein ganzes Universum.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

lieblingsbuch, zeitreise, große liebe, englischsprachige literatur

The Time Traveler's Wife (Vintage Magic) by Audrey Niffenegger (2004-01-01)

Audrey Niffenegger
Fester Einband
Erschienen bei Jonathan Cape, 01.01.1890
ISBN B01MTN7AP8
Genre: Sonstiges

Rezension:

In diesem Buch wird die Liebesgeschichte zwischen Claire und Henry erzählt. Für Claire beginnt sie, wenn sie sechs Jahre alt ist und Henry sie aus der Zukunft besuchen kommt. Für Henry beginnt sie, wenn Claire ihn in einer Buchhandlung viele Jahre später ausfindig macht und bereits so einiges über ihn weiß, auch dass sie mal heiraten werden. Henry reist unkontrolliert durch die Zeit und kann nicht beeinflussen an welchen Ort und in welche Zeit es ihn verschlägt. Claire muss zurückbleiben und hoffen, dass er wohl behalten wieder zurückkommt. So erleben sie viele Höhen und Tiefen und ihr Leben ist in jeder Hinsicht einzigartig.

Die Geschichte wird zerstückelt über die Jahre hinweg erzählt und entweder aus der Sicht von Claire oder von Henry beschrieben. Zu Beginn erfährt man jeweils das Datum und wie alt Claire und Henry sind. Dabei werden sowohl Erlebnisse aus Zeitreisen als auch Momente in beider Gegenwart erzählt.

Viele Ereignisse die dem Leser zu Anfang noch Rätsel bereiten werden in späteren Zeitreisen erklärt, so dass die Situation nach und nach immer klarer wird. Der Spannung tut dieser Erzählstil sehr gut und es kommt gegen Ende zu mehreren Aha-Momente, die allerdings auch sehr tragisch sein können. Das Buch konnte ich auf den letzten 200 Seiten kaum noch aus den Händen legen. So rasant und dramatisch das Ende allerdings ist, so schleppend ist es teilweise am Anfang. Hier waren es für mich teilweise zu viele belanglose Schilderungen und zu wenig Eindringlichkeit.

Die Stimmung in dieser Geschichte beinhaltet alles zwischen lustig und tottraurig. Claire und Henry lieben sich über alles aber die Zeitreisen machen beiden das Leben schwer. Viele dramatische Ereignisse hängen direkt oder indirekt mit den Zeitreisen zusammen und die Gefühle der Protagonisten werden präzise und eindringlich wiedergegeben.

Eine Liebesgeschichte, die alles andere als klassisch ist. Eine wundervolle Idee, die zumindest gegen Ende hervorragend umgesetzt wurde.

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(177)

391 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 27 Rezensionen

russland, katharina die große, historischer roman, winterpalast, 18. jahrhundert

Der Winterpalast

Eva Stachniak , Peter Knecht
Flexibler Einband: 532 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 16.09.2013
ISBN 9783458359708
Genre: Historische Romane

Rezension:

Prinzessin Sofie von Anhalt-Zerbst kommt mit 14 Jahren nach Russland um sich dort mit dem Großfürsten Peter zu verloben und später als Kaiserin Katharina II neben ihm zu regieren. Der Weg, den sie beschreitet ist lang und steinig, denn viele im Palast sind ihr nicht freundlich gesinnt. Barbara, die als Waisenkind in den Palast kommt und dort schon bald als Spionin der amtierenden Kaiserin Elisabeth eingesetzt wird, wird Katharinas treue Freundin und begleitet sie auf ihrem Weg.

Ich habe vorher noch nie etwas über den Aufstieg von Katharina der Großen gelesen und war deshalb sehr gespannt auf dieses Buch. Die Personen sowie alles Handlungen und Orte werden sehr ausführlich und genau beschrieben.

Der Schreibstil war jedoch in weiten Strecken sehr langatmig und ganze Absätze handelten nur von belanglosen Details, so dass ich etwa ab der Mitte angefangen habe, einige Absätze nur noch in Bruchstücken zu lesen. Sehr schade, da die Geschichte an sich sehr spannend und vielschichtig ist.

Denn der russische Hof wird beherrscht von Machtspielen und Intrigen und keiner weiß, wem man trauen kann. Eine Geschichte also, die mich in groben Zügen beispielsweise and „Die Schwester der Königin“ von Philippa Gregory denken lies, sich im Endeffekt allerdings keinesfalls als so mitreisend und besonders herausgestellt hat.

Alles in allem also eine Geschichte mit wahnsinnig viel Potential, dass allerdings nicht wirklich umgesetzt wurde.

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269 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

liebe, david nicholls, england, freundschaft, beziehung

Zwei an einem Tag

David Nicholls , Simone Jakob
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 28.04.2016
ISBN 9783036959375
Genre: Romane

Rezension:

Emma und Dexter kennen sich seit ihrer Schulzeit, leben aber von Anfang an sehr unterschiedliche Leben. Trotzdem treffen sie sich jedes Jahr wieder und der Leser erfährt auch, wie sich ihr Leben in der Zwischenzeit verändert hat. Obwohl ein eindeutiges Knistern von Anfang an zu spüren ist, kommen ihrer Zweisamkeit ständig andere Dinge „in den Weg“.

Jedes Jahr wird in einem einzigen Tag zusammengefasst. Das kam mir definitiv anders vor, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, dieses Buch zu lesen obwohl ich kein großer Liebesgeschichten-Fan bin. Trotzdem fand ich es emotional, ohne dass es kitschig oder klischeehaft wurde.

Beide Charaktere haben vielen Eigenheiten und ihre Ideale gehen teilweise sehr weit auseinander. Der Erzählstil bleibt auf Grund der Sprünge von Jahr zu Jahr spannend, unterhaltend und abwechslungsreich.

Alles in allem also ein lesenswertes Buch, das das Herz berührt und gleichzeitig unterhält.

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(559)

990 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

liebe, frankreich, 2. weltkrieg, familie, krieg

Der Lavendelgarten

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 13.05.2013
ISBN 9783442477975
Genre: Romane

Rezension:

Emilie ist Französin adeliger Herkunft, hat aber mit Reichtum und Wohlstand wenig am Hut. Sie steht vor einer schweren Aufgabe, denn Ihre Eltern sind beide verstorben und sie muss als Alleinerbin entscheiden, was aus dem Erbe werden soll. Dieses besteht unter anderem aus einem verfallenen Chateau, dass aufwendig renoviert werden muss. Ihre neue Bekanntschaft Sebastian hilft ihr bei der schwierigen Aufgabe und eine Liebesgeschichte bahnt sich an.

Gleichzeitig bringt sie einiges über die Vergangenheit ihres Vaters in Erfahrung. Er wandelte als französischer Adeliger zur Zeit des zweiten Weltkriegs in den besten Kreisen und hatte ausgiebigen Kontakt zu hohen Nazi-Offizieren. Diese Verbindungen nutzte er allerdings dazu sich unter einem Decknamen für die französische Résistance einzusetzen. Doch dieses Doppelleben brachte viele Gefahren mit sich. Während dieser Zeit stößt die Britin Constance zu ihm, die als Agentin nach Frankreich geschickt wurde um den Sturz der Nazis voran zu treiben.

Lucinda Riley hat die Gabe zumindest mich schon von der ersten Seite an mit ihrem Schreibstil in den Bann zu ziehen. Er ist einprägsam und eindringlich, man hat fast das Gefühl zusammen mit den Protagonisten lebensgefährliche Situationen durchzustehen, die das Nazi Regime zum Einsturz bringen sollen. Mit kleinen Hinweisen und Andeutungen regt sie die Gedanken des Lesers an und leitet uns so von einem Geschehen zum nächsten durch eine spannende Geschichte. Die Gefahren und Sorgen, denen die Protagonisten ausgesetzt sind werden auf spannende Art und sehr realistisch vermittelt.

Lucinda Riley hat mal wieder eine spannende und eindrucksvolle Geschichte mit historischem Hintergrund geschaffen.

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116 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

kuba, juden, judenverfolgung, flucht, zweiter weltkrieg

Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

Hannah und Anna sind beide 12 Jahre alt, wachsen aber in völlig unterschiedlichen Umgebungen und zu unterschiedlichen Zeiten auf.

Hannah muss mir ihrer jüdischen Familie 1939 aus Berlin fliehen. Sie besteigen die St. Louis, die die Familie über den Atlantik nach Kuba bringen soll. Mit an Bord ist Hannahs bester Freund und wichtigster Anker Leo. Obwohl beide erst 12 Jahre alt sind verbindet sie eine tiefe Vertrautheit und sie versprechen sich zusammen zu bleiben, bis sie 87 sind. Die Flucht und die Überfahrt sind geprägt von Unsicherheit und Angst. Ihre Familien geben den beiden nur wenig Halt und keiner der Beiden darf das Leben eines unbeschwerten 12jährigen Kindes führen.
Anna wächst hingegen 2014 in New York auf und bekommt ein Paket von ihrer Großtante Hannah. Sie ist die einzige verbliebene Blutsverwandte, da ihr Vater bei den Terroranschlägen am 11. September ums Leben kam. In dem Paket sind Andenken an die Zeit in Berlin und der Überfahrt nach Kuba. Sie beschließt mit ihrer Mutter nach Kuba zu fahren um persönlich mit ihrer Großtante zu sprechen und herauszufinden, was ihre Familie durchleben musste.

Beide Mädchen sind zu Beginn 12 Jahre alt. Diese Sichtweise ist mir in einem Buch noch nie begegnet, ich finde aber, dass dies einen frischen Wind in das Geschehen bringt. Nach und nach wird die Erzählweise aber immer untypischer für Mädchen in diesem Alter, was mich auch etwas gestört hat. Die Mädchen stehen in Wahrheit schon eher in der Pubertät und haben teilweise sogar sehr reife Gedanken.

Die Kapitel wechseln zu Beginn und am Ende zwischen Hannah und Anna hin und her und springen somit auch durch die Zeitebenen. Da die Kapitel recht kurz sind, bleibt das Lesen abwechslungsreich und spannend. Im Mittelteil erzählt ausschließlich Hannah 1939 von der Überfahrt nach Havanna. Auch dieser Teil ist wahnsinnig spannend und wird im Tagebuchstil geführt. Am Ende jedes Tages werden Zeitungsausschnitte oder Telegrammnachrichten abgebildet, die sich um die Überfahrt drehen. So bekommt man auch einen Einblick vom Weltgeschehen zu dieser Zeit und wie dieses das Schicksal der Passagiere beeinflusste.

Wie man sich vorstellen kann, erleben wir hier viele Schicksale, die nicht zum Besten ausgehen. Die Trauer und Unsicherheit der Protagonisten wird äußerst authentisch wiedergegeben, so dass man sich gut in deren Gefühlswelt hineinversetzen kann.

Das Schicksal der Passagiere der St. Louis beruht auf wahren Begebenheiten. Sowohl das Schiff, als auch der Kapitän und das Schicksal der meisten Passagiere auf dem Schiff fand tatsächlich so statt. Der Blick über den Tellerrand, also die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges über die Grenzen Europas hinaus war für mich neu und deshalb äußerst interessant und spannend. In einem Buch sind mir diese Teile der Geschichte noch nie begegnet. Allerdings handelt es sich um ein äußerst wichtiges Thema, dass veranschaulicht wie Kuba, die USA und Kanada ihre Rollen im Bezug auf die Passagiere nicht wahrgenommen haben und so für viele Menschen ein indirektes Todesurteil ausgesprochen haben. Auch der Werdegang Kubas nach dem zweiten Weltkrieg wird beleuchtet, was für mich ebenfalls neu war. Es handelte sich somit (zumindest für mich) in dieser Hinsicht um eine einzigartiges Buch. Ich hoffe in anderen Werken noch mehr über die Geschichte der Überfahrt zu erfahren, da hier nur ein einzelnes Schicksal näher beleuchtet wird.

Alles in allem also ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Buch, in dem ich jede Seite verschlingen konnte und das darüber hinaus sehr lehrreich ist und viele geschichtliche Details offenbart, über die bis jetzt leider noch viel geschwiegen wird.

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