TheUjulalas Bibliothek

189 Bücher, 108 Rezensionen

Zu TheUjulalas Profil
Filtern nach
194 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.

  • Bibliothek (194) Bibliothek (194)
  • 2015 (33) 2015 (33)
    Alle Bücher, die ich 2015 gelesen habe
  • 2016 (37) 2016 (37)
    Alle Bücher, die ich 2016 gelesen habe!
  • 2017 (45) 2017 (45)
    Bücher in 2017 gelesen
  • 2018 (22) 2018 (22)
  • Absolute TOP-Fa... (49) Absolute TOP-Favoriten (49)
    Die Bücher, die meine absoluten TOP-Favoriten sind un dich jederzeit immer wieder lesen möchte.
  • Bücherregal (136) Bücherregal (136)
  • Für meine 11-jä... (22) Für meine 11-jährige Tochter (22)
    Alle Bücher, die ich bedenkenlos meiner 11 jährigen Tochter zum Lesen überlassen kann. Sie ist genauso eine Leseratte wie ich.
  • Lesechallange /... (25) Lesechallange / Leserunde (25)
    Bücher, die ich innerhalb einer Lesechallenge oder Leserunde lese.
  • RuB (34) RuB (34)
    Regal ungelesener Bücher
  • Tauschregal (9) Tauschregal (9)
    Bücher, die ich habe, die ich zum tausch anbiete. Am liebsten gegen ein Exemplar aus meiner Wunschliste!
  • abgebrochen (5) abgebrochen (5)
    Alle Bücher, die ich abgebrochen habe
  • Bücher ohne Reg... (19) Bücher ohne Regal (19)


LOVELYBOOKS-Statistik

(108)

251 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

"rose snow":w=7,"fantasy":w=6,"cornwall":w=6,"magie":w=5,"gabe":w=5,"wahrheit":w=4,"lügenwahrheit":w=4,"liebe":w=3,"ravensburger":w=3,"das erste buch der lügenwahrheit":w=3,"jugendbuch":w=2,"england":w=2,"lügen":w=2,"zwillinge":w=2,"lüge":w=2

Ein Augenblick für immer - Das erste Buch der Lügenwahrheit

Rose Snow
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 21.08.2018
ISBN 9783473401697
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch habe ich mit meinen Wunschpunkten auf Vorablesen.de eingelöst. Da ich vor allem ein großer Fan der Autorinnen bin - schon die meisten Bücher von ihnen gelesen und einige sogar testgelesen habe - war ich auf ihre erste Verlagsveröffentlichung als Rose Snow mächtig gespannt. Wer Ulli und Carmens Bücher aus dem Romantasy-Genre schon kennt, weiß auch, worauf er sich einlässt und was er zu erwarten hat. Aber ob das auch für dieses Buch gilt, wird sich in meiner Rezension zeigen. Denn ehrlicherweise hat mich dieses Buch regelrecht ratlos hinterlassen. Liegt es an der fehlenden Testleser-Gruppe, die ein Verlagslektor nicht ersetzen kann? Oder liegt es an mir? Entwachse ich langsam diesem Teeny-Romantasy? Aber wie kann das sein? Denn eigentlich waren Rose Snows Romantasy Bücher auch für mich und Damen meines Alters immer eine willkommene und spannende Ablenkung.

Coverbild

Schön ist die Kombination des hübschen Frauengesichts mit der typischen Landschaft von Cornwall und den Splittern, die durch einen ornamentalen Kreis fliegen. In der Mitte ist der Titel und Untertitel passend gesetzt. Insgesamt harmonisieren die Elemente des Covers sehr gut miteinander. Auf jeden Fall hätte es mich im Buchhandel angezogen und mir schon die Richtung des Genres vermittelt.

Handlung

Das letzte Schuljahr möchte die deutsche Schülerin June bei ihrem Onkel in Cornwall verbringen, um sich optimal auf Oxford vorbereiten zu können. Doch sie verbringt nicht wie erwartet ihre Zeit in einem romantischen Cottage mit ihrem Onkel alleine, sondern residiert in einem märchenhaften Prunkschloss. Dabei bereichern die eigentlich auf Weltreise geglaubten Cousins mit ihrem unwiderstehlichen Aussehen und arroganten Verhalten Junes Aufenthalt. Nicht nur das, auch merkwürdige Dinge gehen im Ansitz der Winterlys vor sich. Die Mitmenschen verhalten sich in Gegenwart der Cousins plötzlich komisch, und auch June muss sich auf einmal mit einer Gabe zurecht finden, die sich nach einem Besuch eines Steinkreises bei ihr gezeigt hat.

Buchlayout / Haptik

Insgesamt ist die Hardcover-Ausgabe sehr schön gestaltet. Auf dem Schutzumschlag sind der Titel und Untertitel im Blindprägedruck und Glanzlack hervorgehoben. Im Innenteil werden die 27 Kapitel jedoch lediglich mit der Nummer und dem Wort Kapitel eingeführt. Ich hätte mir eingangs eine Karte von Cornwall gewünscht, damit man versteht, wo sich die einzelnen Häuser und Dörfer befinden.

Idee / Plot

Wer Rose Snow kennt, wird von dem Plot nicht überrascht sein: Gut & Böse, Schwarz & Weiß oder besser gesagt Grün & Blau. Ein Mädchen entdeckt plötzlich eine Gabe an sich und gehört einem Geschlecht an, das seit Jahrhunderten in alter Tradition gegen ein feindliches Geschlecht ankämpft. Denn es gibt immer nur zwei, also Gut & Böse. Und nur das Mädchen ist in der Lage zwischen diesen beiden Sippen zu vermitteln oder einen alten Fluch zu brechen. Und selbstverständlich ist der heißeste Boy aus der Gegenpartei der Loveinterest und beide müssen sich auf ein gefährliches Spiel einlassen. So weit so gut. Wer die bisherigen Bücher von Rose Snow gerne gelesen hat, weiß, dass er sowas erwarten muss und sollte es auch mögen. Und bisher haben die beiden Autorinnen es immer geschafft, dieses Schema trotzdem noch mit fantasievollen unterschiedlichen Ideen auszuarbeiten. Dafür kenne ich sie und dafür liebe ich sie.

Aber um Himmelswillen, was ist hier passiert? Es lässt mich einfach ratlos zurück. Ich bin verwirrt und überrascht - nicht im positiven Sinne. Denn hier wird plötzlich das uralte und dermaßen abgeklatsche Cinderella-Schema verwendet, so dass ich wirklich am Zweifeln bin, ob das so von Rose Snow gewollt war, oder es Vorgaben gab. Das Mädchen aus einfachen Verhältnissen, wird plötzlich quasi wie zu einer Prinzessin gekrönt und ausstaffiert. Ihr zu Ehren wird gleich eine Willkommensparty à la Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Megan abgehalten. Ein ganzes Kapitel (!) wird sich intensiv dem Styling gewidmet - und ganz klar - durch eine französische Friseurin, Schneiderin und Visagistin in einer Person. Das kennen wir leider schon aus den Edelsteinen, aus der Pan-Trilogie und diversen anderen good-girl Romances. Ich mag diese elendigen Ausstaffierungen und Kostümshows nicht mehr lesen. Es interessiert mich auch nicht wirklich immer, was der Loveinterest oder die Prota gerade tragen. Es mag Momente geben, wo das passend ist, aber hier wurde leider übertrieben.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Mehr, als dass sich Junes Gabe entwickelt und sie auch hinter das Geheimnis und den Gaben der beiden Cousins kommt, passiert hier leider nicht - vor allem nichts wirklich Entscheidendes. So kenne ich die Bücher von Rose Snow normalerweise aber nicht. Gerade weil sie immer unheimlich flott durch die Handlung galoppieren können und mit ihrem ausgefeilten Sprachstil die Spannung vorantreiben, haben sie mich von Anfang an begeistert und mit sehr vielen Geschichten schon in ihren Bann gezogen. Hier gibt es keinen richtigen Spannungsbogen, kein Showdown, NICHT EINMAL einen Cliffhanger, für den Rose Snow eigentlich berühmt sind! Spannungsmomente werden nicht ausgebaut und verpuffen 3-4 Seiten weiter wieder in sich zusammen.

Dabei sind mir auch noch ein paar Logikfehler aufgefallen (Anziehsachen nach dem Kentern), und auch offene Fragen plötzlich im Nichts verschwunden (grüner Umhang im Geheimgang).

Sprache / Schreibstil

Und dann kommen auch noch die ständigen Wiederholungen dazu. Im gesamten Buch habe ich gefühlt auf jeder 3. Seite von den strahlend blauen Augen, der stählerne Männerbrust und dem betörenden Duft gelesen. Wir haben ja schon bei "Das Reich der Sieben Höfe“ gelernt, dass mantraartige Wiederholungen eher kontraproduktiv sind. Und mich hat es letztendlich nur noch genervt. Die vielen Wiederholungen von Junes Gabe waren dabei für mich noch am wenigsten schlimm sondern immer schön beschrieben.

Dadurch leidet der ansonsten wirklich hervorragend frische Sprachstil der beiden Autorinnen und das ganze Buch wirkt künstlich in die Länge gezogen.

Emotionen / Protagonisten

Blake manifestiert sich für mich nur als ein pheromongeschwängerter Brustmuskel mit stechend blauen Augen. Da ist sonst nichts, was ich über ihn sagen kann. Kein Muttermal auf der Wange, keine Narbe am Ohrläppchen oder sonstiges. Schnell wird dem Leser klar, dass er trotz seiner schroffen Art an June sehr interessiert ist, aber ein mächtiges Kommunikationsproblem hat. Nein, sowas muss mit offensichtlich düsterem und aufoktruierendem Machogehabe überspielt werden.

Preston ist Blakes Abziehbild, aber zudem auch noch hinterhältig und ambivalenter als sein Zwillingsbruder.

Mir kommt es eher so vor, als hätte jemand im Verlag die kühne Behauptung „Sex sells“ in den Raum geschmissen, und dafür musste dann eine extra Portion stereotypischer Kitsch eingebaut werden. Und ich glaube, dass hier tatsächliche die Instanz der Testleser gefehlt hat, die hier Rose Snow ordentlich auf die Finger geklopft hätte.

Anfangs hilt ich June noch für schlagfertig und resolut. Aber kaum brennt sich mal wieder eine Brust mit dem Duft in ihr Gehirn, knallen alle Sicherungen bei ihr durch. Sie ist das good-girl in Person, ohne Ecken und Kanten, die mit ihrem Magie zurechtkommen muss. Selbstverständlich hat sie wegen ihrer Gabe ein schlechtes Gewissen, wenn sie diese bewusst einsetzt. Dabei fehlt mir hier die wirkliche Reflektion über die möglichen Konsequenzen einer solchen Gabe. Welche Macht könnte Sie dadurch erlangen? Und inwieweit darf sie sich diese Gabe zu Nutze machen? Wo liegt ihre Verantwortung? Und weil wir von Klischees noch nicht genug haben: klar will June Menschenrechtsanwältin werden.

Szenerie / Setting

Positiv waren die Beschreibungen der Umgebung. Hier habe ich Rose Snow sofort wieder erkannt und bin immer begeistert, wie sie mit einfachen und schönen Umschreibungen einem die Szene bildlich vor Augen führen können. Und Cornwall bietet schon von Grund auf eine wahnsinnig tolle und zur Fantasie anregende Landschaft.

FAZIT

Was in Teufels Namen ist hier los? So kenne ich Rose Snow nicht und ich muss ehrlich sagen, dass ich echt enttäuscht bin. Ich habe schon einige Bücher der Beiden testlesen dürfen, und Ulli und Carmen wissen, dass ich mich nie mit meiner Kritik zurück gehalten habe. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diese Rezension so veröffentlichen soll. Aber ich bin der Meinung, dass die Leser wissen sollen, dass ich Rose Snow eigentlich anders kenne und sehr mag - dieses Buch mich aber durch stereotypische Charaktere und das kitschige Cinderella-Schema enttäuscht hat. Die mantraartigen Wiederholungen ziehen die Szenen in die Länge und der Spannungsbogen bleibt flach.

  (0)
Tags: cornwall, lügenwahrheit, magie, romantasy, rose snow, urban fantasy, vorablesen   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"liebe":w=1,"fantasy":w=1,"spannung":w=1,"london":w=1,"drama":w=1,"urban fantasy":w=1,"unsterblich":w=1,"highlands":w=1,"michael meisheit":w=1,"vanessa mansini":w=1,"vanessamansini":w=1,"salzkristalle":w=1

Unsterblich - Das Geheimnis der Sandkristalle

Vanessa Mansini
E-Buch Text: 303 Seiten
Erschienen bei null, 12.07.2018
ISBN B07F5ZHNDY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Durch eine Empfehlung einer Autorin auf Facebook landete dieses Buch von Vanessa Mansini (alias Michael Meisheit) kurzerhand auf meiner Urlaubsleseliste, und es hat sich gelohnt. Bisher kannte ich noch keinen Titel von diesem Autor, aber auf der Recherche musst eich mit Erstaunen feststellen, dass Michael Meisheit 20 Jahre für die Fernsehserie „Lindenstraße“ Drehbücher geschrieben hat und dieser Titel nicht seine erste Veröffentlichung war. Das hat mich natürlich um so neugieriger gemacht.

Coverbild

Die illustrative Darstellung einer Sanduhr dominiert das in eintönig dunkle Cover. Die grafisch verspielte serifenbetonte Font des Titel harmonisiert gut in das Arrangement der Komponenten. Der Lila Farbton nimmt Bezug auf einen Element im Buch und lässt auf schon das Genre Fantasy erkennen. Im Grunde ist es schlicht aber eindrücklich und hat Wiedererkennungswert. Die grafische Arbeit und der Schriftsatz sind professionell umgesetzt.

Handlung

Ava und ihre Freundinnen verbringen einen ausgelassenen Abend in einer Bar. Doch am nächsten Tag sind sie Tod, nur die junge Studentin nicht. Ob das mit dem merkwürdigen Typen zusammen hing, der sie berührt hatte und in ihr ein komisches Gefühl ausgelöst hat? Und dann warnt sie auch noch der sympathische Sanitäter davor einzuschlafen, denn dann wird auch Ava sterben. Aber Ava darf nicht einschlafen und sucht verzweifelt mit Kilian einen Weg, sich von dem Fluch zu befreien. Und plötzlich beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die bleiernde Müdigkeit.

Buchlayout / eBook

43 Kapitel teilen die knappen 300 Seiten in angenehme Längen ein. Jedes Kapitel ziert eine Stunden. und Minutenzahl, die von Kapitel nach Kapitel sich erhöht. Ich habe erst später verstanden, dass es sich dabei um die Zeit handelt, die Ava wach ist. Dazwischen gibt es Kapitel, die im 19. Jahrhundert handeln. Ansonsten ist die Gestaltung schlicht aber klassisch.

Idee / Plot

Die Zeit rennt Ava davon, und das menschliche Bedürfnis auf erholsamen Schlaf wird sie Töten. Die Ursache für diesen Umstand, liegen in der Vergangenheit. Ivor findet mit seinem Vater 1815 in einer Höhle einen seltsamen Sandkristall, von dem aus eine merkwürdige Kraft ausgeht. Vater und Sohn verbindet eine traurige Vergangenheit. Ivor hat seine ganze Familie verloren und Liam ist als letzter Sohn übrig geblieben. Ivor kämpft um das Überleben seines Sohnes, der als Sandman mit einer Staublunge nahe am Tod lebt. Diese übermäßige Vaterliebe wird zur Obsession. Die Verknüpfung der Vergangenheit mit dem krankhaften Verhältnis von Liam und Ivor und Avas der Wettlauf gegen den Schlaf machen dieses Buch außerordentlich interessant.

Emotionen / Protagonisten

Mit Ava bin ich nicht ganz so zurecht gekommen. Sie ist im Grunde sympathisch und tough und sieht sich jede Minute ihrem Tod gegenüber. Das ist kein schöner Gedanke. Aber sie trifft doch immer wieder Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann und ich doch auch manchmal heftig den Kopf schütteln musste.

Die Gefühle zwischen Ava und Kilian bleibt mir dabei leider auch zu flach und plump, auch ein wenig zu kitschig. Die Entwicklung der Beziehung kann ich deswegen auch nicht so richtig nachvollziehen. Interessanter ist dabei diese manische Vater-Sohn Beziehung.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Anfänglich ist die Handlung nicht ganz klar, da der Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart erst im Laufe des Buches verständlich wird. Der Spannungsbogen wird gleich früh angehoben - ist schon fast dystopisch - und stetig aufgebaut; erfährt auch ein paar Höhepunkte aber bleibt trotzdem unspektakulär. Das Ende ist überraschend aber ohne fulminanten Showdown, den ich mir hier gewünscht hätte. Dabei ist es durchaus spannend und eine schöne Geschichte.

Szenerie / Setting

Wir sind zum Einen im heutigen London und zum Anderen in den Schottischen Highlands des 19. Jahrhundert. Die mystische Umgebung Schottlands passt perfekt zu der fantastischen Idee mit dem rätselhaften Sandkristall und die Entwicklung der Unsterblichen. Passend dazu auch die Anspielungen im Buch zum Film „Highlander (Es kann nur einen geben)“.

Sprache / Schreibstil

Sprachlich wirken die kurzen Sätze am Anfang etwas hakelig und die Satzkonstellationen komisch. Der Autor scheut sich auch nicht davor nicht so geläufige Begriffe zu verwenden, die aber trotzdem sehr gut passen. Im Verlauf wird die Sprache dann ausgefeilter und reifer. Ungewöhnlich ist auch in diesem Genre die Wahl der Multiperspektive zwischen Ava und Ivor. Trotzdem fällt er in wenigen Szenen auch in den auktorialen Erzähler.

 

FAZIT

Insgesamt ist es eine interessante Idee in mal einer anderen Umsetzung als man aus dem Genre gewohnt ist. Leider fehlt mir die Tiefe bei den Protagonisten, trotzdem fand ich es durchaus spannend und mitreißend.

  (1)
Tags: highlands, london, michael meisheit, urban fantasy, vanessa mansini   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(545)

1.047 Bibliotheken, 63 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

"fantasy":w=14,"sarah j. maas":w=12,"liebe":w=11,"feyre":w=11,"rhysand":w=10,"fae":w=8,"magie":w=7,"rhys":w=7,"das reich der sieben höfe":w=7,"jugendbuch":w=5,"krieg":w=5,"high fantasy":w=5,"high lady":w=5,"freundschaft":w=4,"dtv":w=4

Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423762069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich hatte so gehofft, dass dieses Buch doch noch die Reihe retten könnte. Hatte mir Band 2 (nach dem fatalen Band 1) doch ganz gut gefallen - obwohl es ein paar Schwächen hatte - wollte ich gerne dieses Buch auch zu Ende bringen. Aber leider musste ich es nun doch nach 50% abbrechen, denn ich hatte nur noch das Gefühl meine Zeit zu vergeuden. In diesem Beitrag möchte ich gerne erklären, warum. Ich kann also nur das bewerten, was ich bis zu meinem Abbruch gelesen habe.

Coverbild

Auch dieses Cover wurde analog zu band 1 & 2 von Carolin Liepins gestaltet. Die in der Mitte platzierte Frau hat auf diesem Bild ein schwarz-wallendes Kleid an. Um sie herum fliegen schwarze Raben. Es gefällt mir von allen Dreien sogar am besten.

Handlung (bis 50%)

Feyre ist nun zurück am Hofe von Tamlin und spielt ihm und dem Hof eine Farce vor, sie wäre von Rheysand entführt und dort eine Gefangene gewesen. Doch dann gelingt ihr die Flucht - an ihrer Seite Lucien, der sich vor Liebeskummer zu seiner Seelengefährtin Elain vergeht. Schlußendlich gelangt sie wieder an den Hof der Nacht zu ihrem Seelengefährten. Denn dort wartet noch die Rettung des ganzen Reiches Prythian vor den Kriegsscharen des Königs von Hybern auf sich. Und dafür braucht der Hof der Nacht Verbündete.

Buchlayout / eBook

Der dritte Band mit erstaunlichen 737 Seiten ist wie der zweite Band in 3 Teile unterteilt, die jeweils noch in recht kurze Kapitel eingeteilt sind. Die Verzierung der Teile und Kapitel ist so schlicht wie bei den ersten beiden Büchern und zu beginn ist ebenfalls die Karte von England umgemünzt auf Prythian. Also dann eher doch einfallslos.

Idee / Plot (bis 50%)

Grundsätzlich ist die Idee ja ganz gut, und war auch der Grund, warum ich an dieser Reihe drangeblieben bin. Dass Feyre die Zeit am Hofe des Frühlings nutzt, um Tamlin auszupionieren fand ich gut. Denn Rhys und der Hof der Nacht rüsten sich für den Kampf gegen Hybern und wissen nicht, wem sie vertrauen können und wem nicht. Leider bringt die Autorin auch hier so viele andere Plots mit ein, dass es mich anstrengt, alle Fäden zu behalten. Es geht nicht nur um den Krieg gegen Hybern, sondern auch immer noch um Amarantha und um diese Geschichte mit Jurian. Mir ist das auch alles zu kompliziert! Himmel, diese ganzen Stories um die Intrigen, Meryem und Drakon, die sterblichen Königinnen, die Wesen vor der Zeit, Amren und ihre Geschwister, Elain und Nesta, das Buch, der Knochenschnitzer, Erin und Mor, die ganzen Höfe...

Emotionen / Protagonisten (bis 50%)

Und da bin ich auch schon bei einem meiner größeren Probleme mit diesem Buch. Mich hat dieses recht schnulzige und weichgespülte Gehabe von Rhys ziemlich genervt - diese endlos unerschütterliche Liebe zwischen den beiden. Er und Feyre sind richtige Schmalzlocken - das hat mich nur noch aufgeregt! Wir sind eine Familie, wir sagen uns alles und haben uns alle so furchtbar lieb… Keine Kanten, kein authentisches Anecken.

Du und diese Stadt, ihr habt mich auferweckt. Ihr habt mich ins Leben zurückgebracht.« Seine Augen leuchteten, als ich ihm zulächelte. »Ich werde mit allem, was ich habe, darum kämpfen, Rhys. Mit allem.«

Maas, Sarah J.. Das Reich der sieben Höfe 3 - Sterne und Schwerter: Roman (German Edition) (S.217). dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Kindle-Version.

Feyre wirkt zudem auf mich ziemlich überheblich. Bei den erotischen Szenen habe ich kein Kribbeln und keine Zuneigung zwischen den beiden gefühlt, sondern waren doch ziemlich pornografischer Natur. Irgendwie waren Rhys und Feyre für mich zu glatt, nicht greifbar und nicht authentisch. Tamlin blieb blass und nur ein Nebenwerk. Ich finde das total schade. Die Autorin könnte hier noch vielmehr Pfeffer reinbringen.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen (bis 50%)

Die gut über 730 Seiten möchten ja irgendwie gefüllt werden, und das merkt man am meisten am Handlungsaufbau. Es ist entsetzlich langatmig und der Handlungsstrang zu flach und einseitig. Viele unwichtige Szenen werden viel zu detailliert beschrieben, wichtige dabei dann in einem rückblickenden Nebensatz abgehandelt. Ich habe ab 40% angefangen seitenweise quer zu lesen, weil mich die ausführlichen Beschreibungen nur noch gelangweilt haben und die ganze Spannung definitiv ins in den Keller getrieben haben. Außerdem wiederholt sich die Autorin hier, denn schon wieder müssen wir zum Knochenschnitzer, und schon wieder müssen wir in den Hof der Alpträume um an irgendeinen Gegenstand zu gelangen.

Szenerie / Setting (bis 50%)

Wir bleiben an den uns bekannten Höfen, vor allem Frühling und Nacht. Nur kurzzeitig sind wir im Reich des Herbstes und Winters, als Feyre und Lucien flüchten. Die Autorin hält sich inzwischen weniger bei den Ausschmückungen der Landschaften auf, sondern bleibt für mich zu lange in unwichtigen Szenen hängen. Außerdem kann ich die zu detaillierten Beschreibungen der Kleider und Gewänder langsam nicht mehr lesen. Es mag an der ein oder anderen Stelle passend sein, ist mir aber hier einfach zu viel und ich will das nicht immer wissen.

Ein paar kleinere unlogische Stellen haben mir nur noch ein „Hä?“ entlocken können. Zum Beispiel behauptet Feyre, wie froh sie ist, dass ihr Vater noch nicht zurückgehekehrt ist. Woher zum Teufel weiß sie das denn überhaupt? Hat sie denn noch Verbindung in das Reich der Sterblichen?

Sprache / Schreibstil (bis 50%)

Sprachlich schwächelt der dritte Band wieder enorm. Auffällig sind vor allem die mantraartigen Wort- und Gedankenwiederholungen. Das Wort „Seelengefährte“ ist inzwischen auf meiner Blacklist gelandet und die … sind hier wieder auffällig hoch im Kurs. Die Autorin bleibt auch in diesem Buch, mit Ausnahme des Epiloges in der Ich-Erzählung aus der Perspektive von Feyre und der altertümlichen Sprache treu.

Fazit

Gegen Mitte des Buches war ich nur noch genervt und hatte das Gefühl, meine Zeit mit dieser Geschichte zu vergeuden. Vor allem die elendige Langatmigkeit, der unglückliche Szenenaufbau und diese schmalzige übertriebene Gefühlsduselei zwischen Rhys und Feyre haben mir schlußendlich das Buch so verleidet, dass ich bei 50 % abgebrochen habe. Deswegen kann ich diesem Buch nur den obligatorischen 1 Stern vergeben. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"jugendroman":w=1,"teil 1":w=1,"anderwelt":w=1,"impress verlag":w=1,"juli 2018":w=1,"johanna danninger":w=1,"dortwelt":w=1

Secret Darkness. Im Spiegel der Schatten (Ein »Secret Elements«-Roman)

Johanna Danninger
E-Buch Text: 338 Seiten
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604153
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Name Johanna Danninger war mir schon länger aus den sozialen Medien ein Begriff. Dennoch hatte ich bisher noch keinen Titel von ihr gelesen. Als ich bei NetGalley das Angebot zu ihrem neuesten Fantasyroman Secret Darkness gefunden hatte, versuchte ich mein Glück und bekam den Zuschlag. Dieses Band ist nun nach den Secret Elements Büchern erschienen, dient aber als Prequel für diese Reihe. Einen herzlichen Dank noch mal an NetGalley und an Impress (Carlsen-Verlag), für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen.

Coverbild

Das Cover gefällt mir sehr gut. Neben dem Titel schwebt ein Glas-Prisma, der den Hintergrund auch in changierenden blaurosa Tönen schillern lässt. Dieser Kristall ist zudem auch gleich das Kernelement der Geschichte. Ein einfaches, aber dafür prägnantes Cover. Die Schrift des Titel ist die Gleiche wie auf der Dark Diamonds Reihe und lässt gleich die Zusammengehörigkeit der Bücher erkennen.

Handlung

Die junge Luisa wurde gleich nach ihrer 3 jährigen Ausbildung als Sepcial Agent der Anderswelt in das Team 6 eingeteilt. Diesem Team gehört auch der als Schwerenöter bekannte Alator Stanson. Obwohl Luise sich gleich mit ihrem Team gut versteht und sich übereifrig an die Arbeit macht, bleibt ihr Alators seltsames Verhalten ihr gegenüber ein Rätsel. Die Agency muss nicht nur die Anderswelt vor den Augen der Dortwelt verbergen, sondern auch Verbrechen zwischen den beiden Welten aufklären. So verfolgt das Team 6 eine heiße Spur zu einem längst verschollen geglaubten Kristall und muss beide Welten vor dem Untergang retten.

Buchlayout / Haptik

17 Kapitel teilen die 338 Seiten ein. Jedes Kapitel wird mit einer kleinen Tribal-Zeichnung und lediglich mit dem Wort Kapitel und der Nummer eingeleitet. Die Längen der einzelnen Kapitel sind angenehm.

Idee / Plot

Der Gedanke, dass parallel zu unserer Welt eine Anderwelt existiert, deren Bewohner und Zivilisation uns Menschen ähnlich, aber mit weit aus mehr Gaben und Intellekt bestückt sind, ist nicht neu. Interessant hier aber ist, dass diese Anderwelt in ihrer Kultur und Zivilisation schon wesentlich weiter und fortschrittlicher ist als unsere. Und sie auch verantwortlich dafür ist, dass wir uns nicht in Kriegen und Atombomben schon längst zerstört haben. Sie sind es auch, die die ganze Existenz beider Welten vor der Vernichtung des allseits Bösens aus der Schattenwelt beschützten muss. In dieser Geschichte sind wir gerade mal Anfang der 90er und die Dortwelt beginnt langsam aus dem Kassettenalter zu entwachsen. Die Anderwelt allerdings beherrscht bereits die heute bekannte Technik, und sogar noch weiter darüber hinaus.

Emotionen / Protagonisten

Luisa ist jung und unerfahren, geht aber voller Enthusiasmus an ihre neue Aufgabe ran, manchmal aber auch ziemlich unbedacht - wobei diese Unbedachtheit beim Leser schon vorhersehbar war. Sie wird aber von Torys (Alator) eigensinnigen Verhalten recht eingeschüchtert, wurde sie ja ausgebildet, um keine Regelverstöße zu begehen. Ich fand sie recht sympathisch und authentisch, konnte aber irgendwie nicht so wirklich eine Beziehung zu ihr aufbauen. Ich weiß auch nicht, woran es wirklich lag.

Wahrscheinlich wohl daran, dass es für mich nicht glaubhaft rüberkam, dass Alator so ein Schwerenöter sein soll. Sie ist ihm gegenüber erst mal total abgeneigt und verurteilt ihn von Anfang an, und das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Auch Torys innere Zerissenheit seiner Gefühle gegenüber Luisa kommt bei mir nicht richtig an. Das Verhältnis zwischen den beiden ist für mich einfach nicht greifbar. Luisa redet sich wie ein Mantra ein, dass er die Frauen nur so vernascht, aber wirklich etwas in der Art getan, hat er nie.

Die anderen Figuren werden nur leicht angerissen und bekommen zu wenig Tiefe. So, dass ich mich auch fragen muss, ob alle überhaupt nötig gewesen wären.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Die Handlung wiederum baut sich stetig und solide auf, bis sie in einem fulminanten und spannenden Showdown endet. Das Ende wird von zwei (?) Epilogen abgerundet, die eine interessante Fortsetzung versprechen. Luisa erlebt mit ihrem Team einige Abenteuer und beginnt sich auch mit Torys Eigenheiten anzufreunden. Für mich liegt hier die Lovestory aber auch gar nicht so sehr im Vordergrund, sondern viel mehr die Suche nach den Bruchstücken des Schlüsselsteins und die Rettung der Welt vor der Vernichtung durch die Schattenwelt. Den Handlungsaufbau finde ich gelungen, und ich konnte mich ohne Längen auf die Geschichte einlassen.

Szenerie / Setting

Trotzdem erinnert es mich wirklich sehr stark an die Pan-Trilogie von Sandra Regnier. Es tauchen auch Figuren auf, die später nicht mehr erwähnt werden und ich mich überhaupt fragen muss, wozu der Auftritt nötig war. Wie zum Beispiel die Meerjungfrau - wobei ich hier auch wieder sehr stark den Vergleich zu Pan ziehen muss. Wie kommt die Meerjunfrau überhaupt in dieses Gewässer? Hier fehlen mir einfach die Zusammenhänge.

Es wird viel angerissen, aber wenig erklärt und ausgeführt. Das Geschlecht der Zwerge zum Beispiel. Ich hätte mir da einen tieferen Einblick gewünscht. Auch gibt es vor allem am Anfang ein paar Logikfehler oder Ungereimtheiten, die mich immer wieder etwas stutzig gemacht haben. Vielleicht werden diese Dinge dann auch in der Fortsetzung der Dark Diamonds Bücher vertieft, es hat mich dennoch gestört.

Sprache / Schreibstil

Sprachlich ist es gut und solide. Die Autorin findet immer gute Synonyme und hat einen lockeren Schreibstil, in dem sie immer wieder ein paar schöne Formulierungen eingeflochten hat. Die Geschichte wird aus der typischen Ich-Perspektive im Präteritum erzählt. Vielleicht hätte ein zusätzlicher Erzählstrang aus Torys Sicht geholfen, mir die Protagonisten greifbarer zu machen.

 

Fazit

Eine solide und nette Geschichte mit mir etwas zu flachen Protagonisten, aber einer spannenden Story. Ein bisschen mehr Einblick und Tiefgang hätte ich mir gewünscht. 

  (1)
Tags: anderwelt, dortwelt, johanna danninger   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

46 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

"humor":w=3,"schule":w=3,"eltern":w=2,"vorschule":w=2,"elternsprecher":w=2,"liebe":w=1,"roman":w=1,"lustig":w=1,"witzig":w=1,"affäre":w=1,"lehrer":w=1,"witz":w=1,"schüler":w=1,"schwarzer humor":w=1,"sarkasmus":w=1

Die Elternsprecherin

Laurie Gelman , Maike Müller
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783956498329
Genre: Humor

Rezension:

Nach langer Zeit habe ich mich auf NetGalley wieder umgesehen und dort tatsächlich einen Titel gefunden, der mich gleich interessiert hat. Und tatsächlich hat mir der Mira Taschebuchverlag von HarperCollins ein Exemplar zugesprochen. Dafür möchte ich mich sehr bedanken.

Coverbild

Vier verschiedene Schuhpaare reihen sich im Kreis um den auf Asphalt mit Kreide geschriebenen Buchtitel und Autorenname. Die unterschiedlichen Schuhe zeigen schon sehr gut auch die unterschiedlichen auftauchenden Charaktere, auch die, mit denen sich die Elternsprecherin rumschlagen muss. Das Cover ist gut gesetzt und passt zu dem humoristischen Inhalt.

Handlung

Jennifer Dixon, die 3-fache Mutter von 2 fast erwachsenen jungen Frauen und dem 5-jährigen Nesthäkchen Max, muss mal wieder als Elternsprecherin herhalten. Denn es wollte ja sonst kein anderer diesen Job übernehmen. Aber ihre ironische Einstands-Email sorgt unter der Elternschaft für einigen Wirbel, denn nicht jeder scheint Jennifers Humor zu verstehen. Außerdem trifft sie schon auf dem ersten Elternabend auf einen alten Jugendschwarm und muss neben einem Chatflirt nicht nur einen Putschversuch abwiegeln, sondern auch noch das Mysterium um Sasha Lewicki aufklären.

Buchlayout / eBook

Die ca. 384 Seiten sind in 24 angenehme Kapitel eingeteilt. Jede E-Mail ist mit den typischen Empfänger- und Absender-Daten versehen, und in kursiver Schrift gesetzt.

Idee / Plot

Endlich schreibt mal jemand über die Erfahrungen eines Elternsprechers. Hätte ich das vor 10 Jahren gelesen, ich hätte meine Amtszeiten aller meiner Elternvorsitze in sämtlichen Kinderaufbewahrungsstätten meiner Kinder genauso angefangen: mit einer fetten Portion Ironie - denn anders ist das manchmal nicht zu ertragen! Großartig, mit welchem Sarkasmus die Autorin die Realität der Schulkinder-Eltern begegnet. Das geht soweit, dass die Intrigen und das Getratsche nicht minder schlimmer als das Kindergartengeplänkel der Kinder sind.

Emotionen / Protagonisten

Ich kann Jennifer so gut verstehen. Meine Güte, was habe ich für Typen unterschiedlichster Charakterzüge kennengelernt. Sie ist mir von direkt sympathisch. Ich habe mit Jen mitgelacht und konnte mich wirklich gut in ihre Lage versetzen. Es hat mir richtig gehend Spaß gemacht, sie als Elternsprecherin zu begleiten und die anderen Eltern mit ihrer saloppen und sarkastischen Art und Weise auch ein Stück weit aufzuziehen.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Wir steigen direkt in den ersten sarkastischen Brief an die Eltern ein und werden gleich mit der sarkastisch-flapsigen Art von Jen vertraut gemacht. Natürlich sind die unterschiedlichen Reaktionen der Elternschaft nachvollziehbar. Die Handlung baut sich über das Buch stetig auf, bis zum Einen das Unverständnis mancher Eltern in einem Putsch eskaliert und zum Anderen Jens Ehe durch das Prickelabenteuer stark ins Wanken gerät. Aber selbstverständlich erhalten wir am Ende ein - für mich schlüssiges und zufriedenstellendes - Happy-End.

Szenerie / Setting

Ob Amerika oder hier in Deutschland. Diese Geschichte hätte überall passieren können. Deswegen hatte ich mit dem Setting auch überhaupt keine Probleme, es ist ja überall gleich. Eine typisch bürgerliche Umgebung mit unterschiedlichen Menschen aller Couleur und Einkommensklassen.

Sprache / Schreibstil

Knackig und sarkastisch, ohne große Umschreibungen. Die Autorin hat hier einen zeitgemäßen und herrlich komischen Sprachstil. Mir gefällt das unheimlich gut, zumal es aber auch nicht übertrieben wirkt, sondern aus dem echten Leben gegriffen - wie eine gute Stand-up-Comedy.

 

Fazit

Herrlich sarkastisch und aus dem wahren Leben. Ein Leitfaden für alle werdenden Elternsprecher. Ich habe mich köstlich amüsiert.

  (2)
Tags: netgalley, humor, stand-up-comedy   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(837)

1.519 Bibliotheken, 78 Leser, 1 Gruppe, 196 Rezensionen

"fantasy":w=23,"das reich der sieben höfe":w=20,"fae":w=18,"liebe":w=17,"sarah j. maas":w=16,"rhysand":w=15,"feyre":w=14,"magie":w=10,"hof der nacht":w=9,"seelengefährten":w=8,"tamlin":w=8,"high fantasy":w=7,"krieg":w=6,"dtv":w=6,"jugendbuch":w=5

Das Reich der Sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423761826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Obwohl mich der 1. Band „Dornen und Rosen“ dieser Trilogie irgendwie gar nicht überzeugen konnte, mussten mich meine Mädels nicht sehr überreden, gemeinsam mit ihnen noch den 2. Band zu lesen. Gesagt - getan, und so haben wir wieder in hitzigen und abwechslungsreichen Diskussionen dieses Buch miteinander erlebt.

Coverbild

Diesmal in gelb ist dieses Cover analog zum 1. Band gestaltet. Aber anstatt roten Blüten sehen wir hier gelbe Schmetterlinge in den stilisierten Ästen umherflattern. Die Frauenfigur trägt diesmal ein gelbes Gewandt. Auch dieses Cover stammt von Carolin Liepins.

Handlung

Feyre und Tamlin kehren nach der Befreiung aus Amaranthas Schreckensherrschaft im Hofe unter dem Berg zurück an den Frühlingshof. Aber anstatt dort gemeinsam mit seiner Verlobten die wiedererlangte Freiheit zu erleben und zu genießen, beginnt Tamlin Feyre im Schloß einzusperren und komplett aus seinem Leben und Walten am Hofe auszuschließen.

Gebeutelt von Albträumen rutscht Feyre immer mehr in traumatische Zustände und Phobien, ausgelöst allein schon an Erinnerungen an ihre Erlebnisse unter dem Berg. Doch der Handel, den sie mit Rhys eingegangen ist, zwingt sie an den Hof der Nacht und in die Hände des mächtigsten High-Fae, des größten Feindes des Frühlingshofes. Aber der Hof der Nacht birgt nicht nur einige Geheimnisse sondern auch Wunder. Und Rhys scheint nicht nicht der zu sein, den er ganz Prythian vorgibt zu sein und Feyres Leben wendet sich um 180 Grad.

Dem nicht genug, war Amarantha nur ein Vorbote der Gefahr, die aus Hybern droht. Denn der übermächtige König von Hybern plant einen Krieg und möchte ganz Prythian unterwerfen.

Buchlayout / Haptik

Auch diese über stattliche 720 Seiten sind zunächst in 3 Teile und insgesamt in 69 angenehm lange Kapitel eingeteilt. Wie im ersten Buch findet sich hier am Anfang eine kleine Karte, die Großbritannien als Prythian und Hybern darstellen. Leider finde ich das etwas einfallslos. Hier hätte sich die Autorin auch ruhig eine ganz eigene Welt einfallen lassen können.

Idee / Plot

Besonders interessant finde ich, dass nicht die im ersten Band eingeleitete Liebesgeschichte zwischen Tamlin und Feyre weiter breit getreten wird, sondern der ganze Plot insgesamt eine ganz andere Wendung bekommt. Der anfängliche größte Feind Rhysand zeigt sich plötzlich in einem ganz anderen Licht und wird zum kompletten Gegenteil von Tamlin.

Feyre kämpft vor allem um ihre eigene Freiheit und ihren eigenen Willen. Sie will nicht mehr ausgegrenzt werden, dafür die Welt der Fae verstehen lernen. Sie muss ihre eigene Macht kennen lernen und lernen sie auch zu benutzen. Denn sie ist ein Teil von allen High-Lords und trägt von jedem einen Funken Magie in sich.

Und hier merkt man nun die geschickt im ersten Band eingeleiteten Zusammenhänge, die erst später in diesem Buch aufgeklärt werden. Warum sich Tamlin und Rhys so sehr hassen. Und bei Tamlin bleibt immer mehr ein bitterer Nachgeschmack. Hat er im ersten Band aus wirklicher Liebe gehandelt, oder war alles von Anfang an nur Berechnung? Hat er Feyre nur benutzt und weiß er von ihrer möglichen Macht? Aber auch diese Fragen muss man sich bei Rhys stellen, denn auch er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er Feyre nur für seine Zwecke benutzt hat.

Emotionen / Protagonisten

Feyre macht in diesem Band für mich eine komplette Wandlung durch. Ihre anfängliche Panik und Wut kommt bei mir sehr gut und authentisch an. Womit ich immer noch nicht so zurecht komme, sind die immer wieder sich wiederholenden, mantraartigen Gedankengänge mit Vorwürfen und der inneren Zerrissenheit, dass sie als Verlobte Tamlin eigentlich hintergeht und eine Verräterin ist. Ich finde es okay, dass sie eine Weile braucht, um sich von Tamlin abzunabeln, aber der Punkt kommt mir zu spät und der Weg dahin war, mir zu sehr „Mimimi“. Ansonsten gefällt sie mir hier sehr viel besser als im 1. Band. Sie wirkt auch wesentlich reflektierter und mutiger.

Tamlin erscheint nur recht kurz und kommt nicht sehr sympathisch rüber. So blass er mir am Ende des 1. Bandes war, so farblos geht es mit ihm auch weiter. Ich kann ihn einfach nicht fassen und nicht einschätzen, welche Absichten er wirklich hat. Aber ich schätze, dies ist von der Autorin auch so gewollt.

Tja, Rhysand. Was soll ich dazu jetzt sagen. Ich denke, es ist verdammt schwer, ihn jetzt wirklich zu zeichnen. Da soll sich eigentlich jeder Leser sein eigenes Bild machen.
Aber es ist bestimmt allen klar, dass sich zwischen Feyre und Rhys was anbahnt. Denn Rhys ist nicht wirklich der, den er der ganzen Welt außerhalb vom Hofe der Nacht weiß machen möchte zu sein. Und ganz ehrlich, ich finde ihn hier tatsächlich auch etwas zu überzeichnet „nett“ - also zu sehr lieb und zu sehr uneigennützig, das ist dann auch nicht so glaubwürdig. Ja, nach außen muss er eine Farce spielen, aber mir hat trotzdem eine Demonstration, die ständige Präsenz seiner unbändigen Macht gefehlt. Er ist mir fast schon zu weichgespült, da fehlt mir ein bisschen der bad-boy.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Über das gesamte Buch gibt es immer wieder Längen und hineingeflochtene Geschichten, die mir zu ausführlich beschrieben waren. Die Handlung kommt eigentlich im gesamten Buch nicht wirklich in Schwung. Wären da nicht die ständigen prickelnden Momente zwischen Feyre und Rhys, die sich wie zwei Magnete anziehen und dann wie am Gummiband zurückschnalzen. Dieses Beziehungsdrama ist über das gesamte Buch hinweg eines der wenigen Treibmittel, um die Lesespannung anzuheizen. Die eigentliche Handlung, den Krieg zu verhindern, wird dadurch zu einem Nebenschauplatz mit vielen kleinen Geschichten und Scharmützeln, die den Spannungsbogen erst am Schluß in einem fulminanten Showdown in die Höhe schnellen lassen.

Szenerie / Setting

Diesmal dürfen wir nun auch den Hof der Nacht kennenlernen. Sarah J. Maas schildert hier eine wundervolle und facettenreiche Umgebung, von traumhaft schön bis mystisch gefährlich ist hier alles dabei. Die Ausschmückungen der Landschaft gefallen mir sehr gut, sind gekonnt dosiert eingesetzt. Was man aber von den Beschreibungen der Bekleidung nicht beheaupten kann. Das ist mir dann doch des öfteren zu viel. Es wirkt dann eher wie ein Kostümball und ich will eigenlicht nicht immer so genau wissen, wass die Figuren am Set gerade alles tragen.

Die erotischen Szenen sind dafür wahnsinnig gut beschrieben. Zum Schluß hin war es mir dann aber einen Ticken zu ausführlich - und noch einmal - und noch einmal - ja schon fast animalisch. Die Autorin hat uns hier aber auch lange warten lassen und dann in einem alles rausgehauen, was möglich war. Definitiv kein Jugendbuch.

Sprache / Schreibstil

Sprachlich erfährt dieser Band gegenüber dem ersten eine enorme Steigerung. Die vielen ... sind immer noch vertreten, haben mich aber nicht mehr so sehr gestört. Aufgefallen sind sie mir trotzdem. Auch ein paar kleinere Logikfehler sind immer noch dabei. Manchmal passt der Dirty-Talk irgendwie nicht zu dem doch eher High-Fantasy Setting, der etwas altertümlichen Sprachfarbe.

Fazit:

Eigentlich braucht man den 1. Band gar nicht lesen. Meine Empfehlung, lasst Euch die Handlung erzählen und beginnt gleich mit dem 2. Band. 

Insgesamt gefällt mir das Buch eigentlich ganz gut, hat leider ein paar Längen und zu viele ausführlich beschriebene Geschichten gleichzeitig. Die erotischen Szenen ist anfangs sehr gut, wird mir dann aber zu viel, bzw. nicht mehr Jugendbuch-tauglich und der Dirty-Talk passt da einfach nicht so rein. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"rose snow":w=2,"familie":w=1,"tod":w=1,"zeit":w=1,"vision":w=1,"unfälle":w=1

13 - Das erste Buch der Zeit - Die Zukunft ist jetzt

Rose Snow
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2018
ISBN B07DS6H6BT
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es war einfach mal wieder Zeit für ein „Rose Snow“. Aus Zeitgründen konnte ich dieses Buch nicht Testlesen und hatte ich mich in letzter Zeit auch bewusst ein bisschen zurückgenommen. Um so mehr habe ich mich darauf gefreut, mal endlich wieder einen Titel von Rose Snow ohne jegliche Vorkenntnisse genießen zu können.

Coverbild

Ein ganz typisches Rose Snow Cover. In der Mitte des nachtblauen Covers prangt die Zahl 13, der Haupttitel der neuen Reihe. In einem Kranz drumherum sieht man ein römisches Ziffernblatt und lässt schon, wie der Titel es selber zum Ausdruck bringt, das Thema „Zeit“ schon gut durchblicken.

Handlung

Die Geschwister Lizzy und Alexa haben durch ein Unglück ihre gesamte Familie verloren. Aber der grummelige Patenonkel Dieter nimmt die Mädchen aus Hamburg in das bayerische Dorf Kirchbruch auf. Doch kaum sind sie dort angekommen, passieren Lizzy schon seltsame Dinge. Sie sieht farbige Blitze, wenn Sie zufällig jemanden berührt. Auch sonst verhalten sich einige Bewohner dieses Kaffs sehr merkwürdig und das Dorf hütet einige Geheimnisse. Sowie auch der zurückhaltende Junge Rouven Lizzy immer wieder über den Weg läuft und sie aneinander geraten. Doch auch er scheint einige Geheimnisse zu haben.

Buchlayout / eBook

Wie jedes von Rose Snow in Selbstpublikation veröffentlichtes eBook ist dieses auch so gestaltet. Jedes Kapitel wird mit einer Blitzzeichnung und der Kapitelnummer eingeleitet. Die 285 Seiten werden in 21 Kapitel eingeteilt.

Idee / Plot

Eine sehr interessante Idee, die sich Rose Snow alias Ulli und Carmen da angenommen haben. Was ist, wenn Du die Gabe hast, kurz in die Zukunft blicken zu können und Du zwei mögliche Wege der Zukunft siehst? Was ist, wenn dieser Blick auch ein Unglück zeigen kann? Wirst Du in den Lauf der Zeit eingreifen oder ist das Schicksal vorherbestimmt? Die Frage ist ja, ob man in die Zeit eingreifen darf und kann, auch wenn es bei jeder Entscheidung geht das Leben eine neue Richtung. Jede Entscheidung hat aber ihre Konsequenz und jeder Eingriff bedeutet auch Verantwortung.

Auch allgemein scheint Kirchbruch ein großes Geheimnis zu bewahren und viele Menschen dort ins Unglück gestürzt zu haben. Hier ist vor langer Zeit etwas passiert und scheinen einige Fäden zusammen zu laufen. Mir gefällt diese Idee sehr gut.

Emotionen / Protagonisten

Lizzy ist eine von Rose Snow typische Protagonistin. Sie ist tough, reflektiert und selbstbewusst. Die plötzlich auftauchende Gabe verunsichert sie zunächst aber sie geht trotzdem mit gesundem Menschenverstand an die Sache, um herauszufinden, was das sein könnte. Leider erscheint sie mir dennoch etwas farblos, zumal nun ein paar Tage vergangen sind, seit dem ich das Buch gelesen habe. Ich habe jetzt tatsächlich Probleme, Lizzy zu beschreiben, oder irgendwelche Besonderheiten an ihr fest zu machen. Das finde ich etwas schade, denn das macht sie austauschbar. Trotzdem wirkt sie auf mich authentisch und ist durchweg sympathisch.

Rouven ist auch der typische von Rose Snow gezeichnete Badboy, wie man ihn liebt und auch in einer Reihe der Autorinnen erwartet. Er ist voller Geheimnisse, kann und will sich nicht öffnen, und trotzdem ist er für Lizzy besonders anziehend. Sie kommen sich immer wieder etwas näher, und dann doch wieder abweisend. Das Knistern bei ihren Begegnungen kommt aber schon ganz gut rüber.

Tristan hingegen ist der Sunnyboy und hat immer gute Laune. Als Sohn der reichsten Familie in der Umgebung ist er allseits beliebt - ein Hanzdampf in allen Gassen. Dennoch sind da die kleinen Spitzen und Andeutungen, die ihm oder seiner Familie anhaften.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Man muss ganz klar sehen, dass dies ein Vorbereitungsband auf die ganze Geschichte der Trilogie ist. Hier wird erst die Handlung langsam aufgebaut, auch wenn die mysteriöse Gabe schon ganz am Anfang auftaucht. Leider hat dieser Band für mich einige Längen und ist mir insgesamt zu seicht und richtige Höhepunkte habe ich nicht empfunden. Ein paar Passagen habe ich dann auch tatsächlich nur noch überflogen, wie zum Beispiel die Unterhaltung der Damen im Café, oder das Interview bzw. Tristans Führung durch die Weinproduktionsstätten. Erst gegen Ende wird es dann spannender, und wie gewohnt bleiben wir mit einem kleinen Cliffhanger zurück, aber ohne Showdown. Deswegen bleiben natürlich auch sehr viele Fragen noch offen.

Szenerie / Setting

Das bayerische Kaff Kirchbruch kann man sich sehr schön vorstellen und die Autorinnen verstehen es mal wieder die Umgebung schön deutlich zu umschreiben aber trotzdem noch genügend Platz für die eigene Vorstellung zu haben. Es passt sehr gut, dass zwei Stadtmädchen aus der pulsierenden Großstadt Hamburg in so eine Einöde gelangen, wo jeder Bewohner jeden kennt und hinter vorgehaltener Hand ungeniert getuschelt wird. Klar, dass sich da schnell Gerüchte verbreiten. Ich finde das Setting passt ganz gut zu der Geschichte.

Sprache / Schreibstil

Rose Snows Sprache ist wie immer flüssig und schön umschreibend. Direkt und der Geschichte angemessen. Die Geschehnisse nehmen wir in der Ich-Perspektive aus Sicht von Lizzy in der Vergangenheitsform wahr. Der optische Unterschied zwischen realer Geschichte und Zukunftsvisionen durch kursivem Schriftsatz finde ich einfach aber dafür sehr gelungen. Das Auftauchen der blauen Tür hat mich aber als allererstes direkt an den Traumkorridor aus den Silberbüchern denken lassen.

Fazit

Insgesamt ein etwas schwaches Buch, da kenne ich von Rose Snow schon wesentlich bessere Auftakte. Leider etwas langatmig, aber trotzdem habe ich große Lust den 2. Band zu lesen. Die Geschichte hat mich sehr neugierig gemacht.

  (2)
Tags: rose snow, vision, zeit   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

"dornröschen":w=3,"froschkönig":w=3,"fantasy":w=2,"märchenadaption":w=2,"liebe":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"märchen":w=1,"feen":w=1,"dornen":w=1,"wie ein märchen":w=1

Froschröschen - Das wahre Märchen

Halo Summer
E-Buch Text: 351 Seiten
Erschienen bei null, 08.05.2018
ISBN B07CRVM778
Genre: Sonstiges

Rezension:

Da mir die erste Märcheninterpretation „Aschenkindl“ von der Autorin Halo Summer vor allem sprachlich ganz gut gefallen hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt und „Froschröschen“ ebenfalls gelesen.

Coverbild

In Dornenrosen sitzt eine junge Frau, die verträumt in die Kamera blickt. Zwischen den Rosenblättern kann man ebenfalls einen Frosch sitzen erkennen. Das Ganze umgibt ein Schimmer von Glanzpunkten und zeigt schon deutlich das Thema des ganzen Buches. Technisch ist es gut umgesetzt, aber irgendwie kann ich nicht wirklich sagen, dass es mich wirklich anspringt.

Handlung

Die junge Prinzessin Rosalee lebt in ständiger Angst davor, sich zu Stechen, denn die böse Fee Morgenthaine hat sie mit einem Fluch belegt. So ist das arme Kind im Schloß eingesperrt und fristet ihr junges Dasein abgeschottet von der Außenwelt. Ihre einzige Abwechslung ist das plötzliche Auftauchen eines Frosches, der sich durch die magischen Barrieren in das Schloß gemogelt hat. Der Frosch entpuppt sich aber natürlich als ebenfalls ein mit Fluch belegter junger Mann, der Rosalee anfängt zu trainieren. Denn erst, wenn sie ihren 16 Geburtstag überstanden hat, wird ihr Fluch gebrochen sein, und bis dahin ist noch mit gewaltigen Angriffen seitens Morgenthain zu rechnen.

Buchlayout / Haptik

In 25 Kapiteln mit angenehmer Länge werden die gut 380 Seiten eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit der Nummer und die ersten 2-3 Wörter in Kapitälchen eingeleitet. Ansonsten ist das eBook eher schlicht gehalten.

Idee / Plot

Mir gefällt die Idee, die Märchen Dornröschen und Froschkönig zu verweben und in locker erzählten Weise in eine romantisch-fantastische Komödie zu verwandeln. Das Mädchen wird hier nicht nur als passives Wesen dargestellt, sondern muss sich aktiv auf die Angriffe der bösen Fee vorbereiten. Die Hilfe kommt von unerwarteter Seite, von der Rosalee erst mal nicht begeistert ist.

Emotionen / Protagonisten

Rosalee wirkt schon von Anfang an ziemlich selbstbewusst und lässt sich recht angstfrei auf den Frosch ein. Sie erkennt früh, dass der verfluchte Prinz Pendrazaphier ihr sehr nützlich sein kann und lässt sich von seiner umwirschen Art nicht aus der Ruhe bringen. Doch klar ist, dass Zaph ziemlich attraktiv ist und Rosie entwickelt recht schnell Gefühle für ihn, die sie zunächst nicht zulassen möchte.

Schade fand ich, dass Rosie gleich zu Beginn ein Naturtalent ist und ihr alles auf Anhieb gelingt. Wahrscheinlich ist das in Märchen. Mir hat sie trotzdem gut gefallen, da sie nicht auf den Mund gefallen war und dem motzigen Zaph ziemlich gut Paroli geboten hat.

Zaph, der verfluchte Prinz in Froschgestalt, ist zunächst undurchdringlich und verschlossen. Erst sehr langsam erfährt man immer mehr aus seiner Vorgeschichte, was ich ganz gut fand. Aber er ist mir dennoch kaum zu greifen und ein bisschen konturenlos.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Leider hat mich der Spannungsbogen nicht überzeugt. Streckenweise passiert leider ganz wenig. Dadurch, dass Rosie nicht aus dem Schloß raus kommt, bleibt hier auch wenig Handlungsraum. Auch später bleibt die Spannung eher flach. Der Kampf an ihrem Geburtstag ist ein kleiner Höhepunkt, der Bogen kann aber hier nicht ausgebaut werden. Es wird dann recht langatmig und das Ende bleibt sehr seicht, ohne Showdown. Zumal es dann doch auch ganz schön schnulzig und irgendwie vorhersehbar wird. Da hätte ich mir sehr viel mehr erwartet.

Szenerie / Setting

Wir bleiben größtenteils im Schloß und in Rosalees Zimmer. Doch Halo Summer kann mir die Umgebung und das Schloß sehr gut vermitteln und bildlich darstellen. Das märchenhafte und altertümliche Setting kommt bei mir gut an und ich finde das richtig passend zur Geschichte.

Sprache / Schreibstil

Besonders hervorheben muss ich hier den wirklich überwältigenden Schreibstil. Trotz altertümlichen Hauch bleibt es bildgewaltig in einer ausgefeilten und absolut überzeugenden und flotten Sprache, gepaart mit einem feinen Humor und frechen Sprüchen. Großartig!

Ein Feuerwerk erfasst mich im Inneren, das musikalisch donnert und sinnlich weich verglüht. Ich verbrenne in tausend kleinen Flammen, die in grellbunten Laternen schaukeln, vom Sturm der Zeit heftig durchgerüttelt. Ich renne in einer eiskalten, dunkelblauen Nacht mit bloßen Füßen über den funkelnden Schnee, ohne zu frieren, so lange, bis ich falle."

Halo Summer, Froschröschen - Das wahre Märchen, Position 3296 (Kindle edition © 2018 Halo Summer)

Fazit

Leider zu wenig Spannung aber dafür ein großartiger Sprachstil, der die Längen in der Handlung wieder wett machen kann. Trotzdem hätte ich mir mehr erwartet. Ein Buch welches man gut zwischendurch lesen kann.

  (4)
Tags: dornröschen, froschkönig, märchenadaption   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

120 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

"freundschaft":w=5,"reise":w=3,"liebe":w=2,"roman":w=2,"abenteuer":w=2,"sommer":w=2,"auto":w=2,"roadtrip":w=2,"deutschland":w=1,"leben":w=1,"jugend":w=1,"mut":w=1,"jugendliche":w=1,"young adult":w=1,"erwachsenwerden":w=1

Tschick - Das Buch zum Film

Wolfgang Herrndorf
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.08.2016
ISBN 9783499272578
Genre: Romane

Rezension:

Coverbild

Auf dem Cover ist eine am Fenster vorbeiziehende Landschaft in verwischten horizontalen Farbbalken zu sehen. Unten der Asphalt, oben der blaue Himmel und in der Mitte irgendwas zwischen Bäume und Leitblanke. Die Schriftsetzung gefällt mir gut. Das Cover kommt gut ohne Schnickschnack aus und lässt das Roadmovie schon ganz gut erkennen.

Handlung

Der 14 jähriger Maik, unter Einfluss der beginnenden Pubertät, lässt sich durch seinen Klassenkamerad tschick zu einer Dummheit überreden. Aus Langeweile in den Sommerferien klauen Sie ein Auto und wollen erst mal weg, Richtung Rumänien. Sie fahren mit dem geklauten Lada einfach drauf los und erleben einen Roadmovie quer durch das Berliner Umland. Immer die Gefahr im Nacken erwischt zu werden, erleben Sie einige Abenteuer und treffen auch auf skurrile Gestalten.

Buchlayout / Haptik

Ein typisches kleines rororo Taschenbuch, ohne Firlefanz oder sonstiges Gimmick. Das schmale Büchlein mit seinen 254 Seiten ist in 49 sehr kleine Kapitel eingeteilt, die nur die Kapitelnummer schmückt.

Idee / Plot

Roadmovies versprechen schon alleine durch die vielen und schnellen Ortswechsel mit Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Couleur immer sehr spannend, aufregend und auch komisch werden zu können. Die Idee dazu ist an sich aber nicht neu. So einen ähnlichen Titel habe ich mit » Arno Franks „So, und jetzt kommst Du“ gelesen. Wobei man betonen muss, dass es sich bei diesem Buch hier um eine fiktive Geschichte handelt.

Emotionen / Protagonisten

Maik Klingenberg ist in der Klasse der Buhmann, der typische Außenseiter. Die Mutter eine Alkoholikerin und der Vater mit seiner Geliebten ständig auf Reisen, hat er in der Schule seinen Ruf als Psycho weg. Aber Maik kommt mir als 14 Jähriger viel zu schwach rüber. Sein Verhalten ist dem Alter nicht entsprechend und ich empfinde ihn als ziemlich dumm. Dabei habe ich nicht das Gefühl, dass der Autor mir das Gefühl vermitteln wollte, Maik wäre in irgendeiner Art zurückgeblieben, hätte also Defizite seinen Mitschülern gegenüber. Ich habe eher den Eindruck, Wolfgang Herrndorf hat seinen Protagonisten so überspitzt „dämlich“ dargestellt, dass es für mich einfach unglaubwürdig ist.

Sein Freund tschick, Andrej Tschichatschow, wird zudem auch ziemlich stereotypisch als typischer Bruder eines russischen Kriminellen dargestellt. Diese Figur bleibt mir ebenfalls verschlossen und kann ich nicht greifen.

Alles in allem wurden ziemlich alle Figuren in diesem Buch sehr stereotypisch gezeichnet und zeigen sich mir ohne Konturen, sondern sind voller Klischees und deswegen auch recht langweilig und im Verhalten absehbar.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Die Handlung plätschert so über das ganze Buch hinweg ohne wirklich erkennbaren Steigungen oder Dramatik. Trotz direktem Einstieg, bei dem man erst etwas rätseln muss und auf die Auflösung gespannt ist, geht die Geschichte aber recht monoton ohne Höhepunkt weiter und bleibt ziemlich flach und langatmig. Das Ende kommt dann auch ohne finalen Showdown oder überraschender Wendungen.

Szenerie / Setting

Sozialer Brennpunkt Berlin als Schmelztiegel aller vorstellbaren Klischees passt wohl für diese unsinnige Aktion am besten. Klar, dass es hier viele Außenseiter gibt, die sich durch einen Ausflug ins Ungewisse ein unvergessliches Abenteuer versprechen. Wolfgang Herrndorf bedient sich hier aber auch allen verfügbaren Stereotypen und Vorurteilen.

Sprache / Schreibstil

Der Autor lässt die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Maik im Präteritum erzählen. Es wirkt wie im Tagebuchstil, als hätte Maik seine Geschichte auf Kassette gesprochen. Sprachlich fand ich es am Anfang noch recht witzig. Aber im weiteren Verlauf des Buches wurde es immer überzeichneter und unauthentischer. Teilweise richtig platt und nervig. Es gab ein paar nette, lustige Szenen, aber in Gesamtheit hat mich das eher enttäuscht.

Fazit

Enttäuschend weil viel zu überzeichnet und einfach unauthentisch. Eine fiktive Geschichte die vor lauter Klischees nur trieft und auch die flache Handlung es nicht mehr retten kann. Leider. 

  (1)
Tags: roadmovie   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1.279)

2.537 Bibliotheken, 83 Leser, 3 Gruppen, 341 Rezensionen

"fantasy":w=46,"fae":w=33,"sarah j. maas":w=33,"liebe":w=32,"das reich der sieben höfe":w=32,"feyre":w=21,"fluch":w=16,"jugendbuch":w=14,"tamlin":w=14,"dornen und rosen":w=14,"magie":w=12,"familie":w=9,"jagd":w=9,"frühlingshof":w=8,"lucien":w=7

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch wurde mir schon von verschiedenen Seiten empfohlen. Deswegen musste ich es nun auch endlich mal lesen. Und am besten geht sowas natürlich mit den Mädels der besten FB-Gruppe der Welt. Denn wir fast alle hatten diesen Titel noch nicht gelesen, und im Nachhinein bin ich wahnsinnig froh, es gemeinsam mit ihnen gelesen zu haben.

Coverbild

Erstaunlicherweise fällt mir erst jetzt beim Schreiben der Rezension auf, dass sich Carolin Liepins für das Cover verantwortlich zeichnet. Es ist nicht ganz so typisch für diese Illustratorin, aber es gefällt mir doch recht gut. Normalerweise kenne ich Cover der Künstlerin mit viel mehr typografischen Elemente. Die stilistischen Zweige mit den roten Blüten gefallen mir sehr gut. Die Frauenfigur passt stilistisch da leider nicht ganz rein.

Handlung

Die junge Frau Feyre wird durch einen alten Vertrag in das Reich der Fae verschleppt. Entgegen Ihrer Annahme dort als Gefangene leben zu müssen, genießt sie am Frühlingshof große Freiheiten und kommt ihrem Entführer Tamlin doch näher als sie wollte. Doch das Reich ist in Gefahr und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Feyre muss sich gegen einen mächtigen Gegner stellen und für ihre Liebe kämpfen.

Mehr kann man leider nicht schreiben, denn die Handlung beginnt erst bei 60 % des Buches, und dann kommt es extrem geballt. Leider spielt das dann schon jenseits der Spoilergrenze, so dass ich nicht mehr über die Handlung erzählen kann.

Buchlayout / eBook

Die guten über 480 Seiten sind in 46 kleine Kapitel eingeteilt. Ansonsten ist außer einer kleinen Karte, die mich sehr stark an Großbritannien erinnert, kaum Ausschmückung vorhanden und eher lieblos gestaltet.

Idee / Plot

Woran erinnert mich das Ganze? Ja klar, eine Mischung aus „Die Schöne und das Biest“ und „Aschenputtel“ in einem dystopischen Setting wie „Herr der Ringe". Dass es eine Märchenadaption sein soll, habe ich erst später erfahren. Die jüngste Tochter einer einst sehr wohlhabenden Familie, hat ihrer Mutter auf dem Sterbebett einen Eid geschworen und ist nun die einzige Hoffnung den Vater und ihre störrischen Schwestern aus der Verlotterung zu retten. Doch das Schicksal führt Feyre in ein Reich, dass sie bisher nur aus Legenden kennt. Dort entpuppt sich das Biest, welches sie entführt hat, als verfluchter Schönling. Aber ihre Liebe wird überschattet von einer bösen Übermacht, die das ganze Fae-Reich bedroht. Hm, und schon kann ich wieder nicht weiter erzählen, zumal ich ja eigentlich auch die Handlung wiederhole. Die Idee, ein Mädchen muss sich ihrem Feind stellen und kitzelt das Gute heraus, ist ja nicht neu. Auch nicht, dass dieses Ding dann um diese Liebe kämpfen und beweisen muss. Also richtig überzeugen konnte mich die Handlung nicht, und neuartig ist es auch nicht.

Emotionen / Protagonisten

Feyre ist mir von Anfang an regelrecht unsympathisch und kommt überhaupt nicht authentisch bei mir an. Sie wirkt aber auch so ambivalent auf mich. Sie urteilt sehr abschätzig über ihre Schwestern, und dann "vergeht" sie vor lauter Sorge um sie. Ich kann ihr aber diese "Liebe" zu ihrer Familie nicht abnehmen. Und in jeder Handlung ist sie selbstverständlich sooooooo selbstlos, aber in Wirklichkeit trotzdem oft sehr unreflektiert. Erst sehr viel später taut mein Verhältnis zu ihr auf, wobei ich immer noch nicht ganz überzeugt bin.

Tamlin, das anfängliche Biest, ist dagegen das komplette Buch über farblos. Er hat ein paar wenige schöne Szenen. Es ist schnell klar, dass er doch nicht ganz so das böse Biest ist. Wo Feyre gegen Ende des Buches mir greifbarer wird, wird Tamlin immer blasser und verschwindet irgendwie total.

Dafür schleicht sich ein anderer Protagonist auf die Bildfläche. Leider war mir der Name schon bekannt, aber ein wirklicher Plottwist ist es auch nicht. Ja, es wird `ne Dreiecks-Kiste, was ja irgendwie klar war.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Hätte ich nicht meine Mädels, hätte ich dieses Buch schon längst in die Ecke gepfeffert. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, was mich wirklich teilweise zur Weißglut gebracht hat. Die ersten 60% passiert nichts - nada - nothing. Es ist laaangweilig und zäh. Es plänkelt und plätschert so vor sich hin, ohne das wirklich was passiert. Ja klar, Feyre macht ein paar Dummheiten und dafür bestraft Tamlin sie gleich mit einer Brise Testosteron. Normalerweise hätte ich schon nach 30% aufgehört, aber meine Mädels haben mich motiviert weiter zu lesen. Der erste Teil wirkt auch so, als ob er erst später hinzugefügt wurde. So, als wäre die Geschichte künstlich in die Länge gezogen worden.
Im letzten Dritte wandelt sich plötzlich die Handlung. Sie wird dann aber teilweise so krass, und extrem brutal, was mir dann auch etwas aufstößt - teilweise für einen „Young Adult“ auch echt grenzwertig. Ich hatte eigentlich nicht erwartet einen Stieg Larsson zu lesen.
Ein bisschen hatte mich das letzte Drittel dann doch gepackt, was aber dann eher am dritten Protagonisten liegt.

Szenerie / Setting

Die Idee der Sieben Höfe mit den unterschiedlichen Jahreszeiten und Tageszeiten ist ganz nett. Aber mehr kann ich dazu nicht wirklich sagen. Ich habe eine ganze Zeit auch die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den ganzen Geschlechtern und Wesen nicht verstanden. Es tauchen auch ständig verschiedene Wesen auf, die aber nicht wirklich greifbar sind.

Klar ist, dass das Reich der Nacht in einem Berg ist und dort alles düster, schlammig und stinkig ist. Also das klassische schwarz-weiß Klischee. Allgemein wird hier alles sehr stereotypisch dargestellt, ohne Überraschungseffekt oder einem wirklich neuartigen Setting. Die Umschreibungen wirken manchmal richtig deplatziert und helfen auch nicht, sich wirklich in die Gegend einzufühlen.

Sprache / Schreibstil

Was zur Hölle ist der Autorin denn da passiert? Ich bin immer noch am Überlegen, ob es auch vielleicht an der Übersetzung liegt? Wie schon erwähnt wirken die ersten 2 Drittel wie "dazu gebastelt." Ständig … diese … drei … Punkte. Teilweise tauchen diese … aber mehrfach in einem Absatz auf. Die Sprache ist abgehakt und ungelenk, permanent wird alles wiederholt. Und immer wieder sind da einige Logikfehler. Feyres Gedankengänge drehen sich ständig im Kreis, das andauernde mantraartiges Gefasel strotzt nur so vor lauter „Mimimi“. Die Dialoge sind streckenweise regelrecht unförmig. Die Autorin streut lauter Andeutungen ein und lange versteht man überhaupt nicht die Zusammenhänge. Dann plötzlich wird die ganze Auflösung bei 70% in 2 Seiten abgehandelt.

Auch hier fängt es erst im 3. Drittel an zu flutschen, die Sprache wird flüssiger. Feyre hört endlich auf sich in Selbstmitleid und langatmigen Monologen zu vergehen.

 

Fazit

Ich stehe dem gesamten Buch ziemlich ambivalent gegenüber. Viele Ungereimtheiten in einem anfänglich extrem ungewohnt holprigen Schreibstil. Die Wendung kommt erst nach 70%, ob die aber dann gefällt, muss jeder selber entscheiden. Und Überraschung: ja, ich werde das 2. Band lesen - aber nur wegen meinen Mädels.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"liebe":w=1,"schicksal":w=1,"frauenroman":w=1,"jugendroman":w=1,"marah woolf":w=1,"emma c. moore":w=1,"finian blue summers":w=1,"fanny rose eden":w=1

Timing is everything

Emma C. Moore
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.05.2018
ISBN B07DFGP7JT
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

So etwas tief berührendes habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Und so viel geheult auch nicht mehr. Musste ich schon Abschied von Cassian und Cayden nehmen, hat mir dieses Buch auch noch mal emotional einen Dolch ins Herz gerammt. Aber das war es wert, und ich habe Rotz und Wasser geheult.
Was für eine wunderbare Chance, dieses Buch ebenfalls als Testleserin in der besten Lesergruppe der Welt lesen zu können. Die Autorin Emma C. Moore (alias Marah Woolf) selber hat uns ihr Buch zur Verfügung gestellt und ich danke ihr aus tiefstem Herzen dafür.

Coverbild

Wer schon Finian Blue Summers kennt, wird wohl etwas verwundert sein. Die Autorin hat sich nämlich bei der Veröffentlichung des 2. Buches dieser Reihe dafür entschieden, die Cover neu zu gestalten. Diesmal zeichnet sich Nikola Hotel für das Cover verantwortlich und ich muss sagen, trotz meiner Skepsis und meiner Liebe zu den „alten“ Covern von Fanny Rose Eden und Finian Blue Summers, finde ich die Neuen extrem gut. Ich mag ja eher die grafik- und typo-lastigen, und obwohl hier durch die fette Schrift ein Bild eines sich im Regen küssenden Pärchens durchscheint, finde ich es für die Reihe sehr passend.

Handlung

Um bis zum Beginn ihres Studiums über die Runden zu kommen, jobbt Fanny auf einem Weinfest in Virginia. Dort lernt sie den sympathischen und ungestümen Jace kennen, der sich sofort in sie verliebt und sie auf Händen trägt. Beide verbindet von Anfang an eine tiefe Anziehungskraft und eine innige Beziehung. Doch plötzlich ist Jace verschwunden und zurück bleibt nur ein Brief mit fadenscheinigen Ausreden. Reece, ihr späterer Mitbewohner an der Uni, kann ihr nicht über das gebrochene Herz helfen. Dabei ist Reece unheimlich mitfühlend und ein stetiger Begleiter in Fannys Leben geworden. Erst sehr langsam fasst Fanny wieder Vertrauen in ihre Gefühle und beschließt der Liebe zu Reece eine Chance zu geben. Und plötzlich taucht Jace wieder auf.

Buchlayout / eBook

Auch dieses eBook ist wie bei Finian Blue Summers sehr liebevoll gestaltet. Alle Kapitel sind mit einer kleinen kalligrafischen Zeichnung versehen und tragen den Namen des Protagonisten, aus dessen Sicht das Kapitel gerade erzählt wird, ebenso der Ort und die Zeit der Handlung. Die Kapitel haben alle eine sehr angenehme Leselänge.

Idee / Plot

Was ist, wenn man plötzlich die Liebe des Lebens findet, sie aber nur wenige Tage erleben kann? Wie wird sich das Leben danach gestalten, auch wenn man denkt, dass sein Herz für immer gebrochen ist? Was wäre wenn? Schicksalhafte Momente, die das Leben in andere Bahnen lenkt. Was wöre geschehen, hätte man sich anders entschieden? Ein hochemotionales Thema, welches die Autorin hier aufgefasst hat und in einen wunderbaren kleinen Roman gepackt hat. Kann man auch jemanden lieben, bei dem man weiß, dass er eigentlich nicht derjenige ist, den man von Anfang an haben wollte. Muss es immer der Ritter in schimmernder Rüstung sein, oder kann sich die wahre Liebe auch auf einer anderen Basis begründen?

Emotionen / Protagonisten

Fanny war mir von Anfang an sehr sympatisch. Auch wenn sie vor ihrem Kennenlernen von Jace geglaubt hat, Liebe in der reinen Sexualität finden zu müssen. Die Mutter früh verstorben und vom Großvater verstoßen, wurde ihr ja nie richtig gezeigt, wie man wirklich liebt. Deswegen konnte ich ihr das doch recht schnell verzeihen. Ich finde sie sehr stark. Sie hat ja früh lernen müssen, auf eigenen Beinen stehen zu müssen. Sie ist ein toughes Mädchen das in ihrem Leben viel durchmachen muss, aber trotzdem nicht wirklich fähig ist mehr Selbstwertgefühl aufzubringen. Das macht sie mir sehr authentisch.

Der arme Jace steht von Anfang an zwischen den Stühlen. Auf der Suche nach Anerkennung durch seinem Vater beginnt er leider einen Fehler zu machen, aber die Narben seiner Kindheit machen sein Verhalten menschlich und authentisch. Und seine inneren Zweifel kann man unheimlich gut nachvollziehen. Anfangs finde ich das Verhältnis zwischen Fanny und Jace etwas „schwanzgesteuert“, aber diese wahre Liebe zwischen den beiden ist dann doch eindeutig nachvollziehbar.

Reece habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es kommt schon sehr gut hervor, in welcher Art und Weise er Fanny liebt und immer der Fels in der Brandung für sie sein wird. Ich finde es so großartig, wie er ihr in den schwersten Zeit das gegeben hat, was sie gebraucht hat: Geborgenheit, Liebe und einen sicheren Hafen. Und er hat erkannt, dass er Fanny wahrscheinlich nie das geben kann, was sie eigentlich will, sie aber trotzdem immer auf Händen trägt und abgöttisch liebt. Und das ist so toll!

In diesem Buch ist man ständig in einem Galopp der Gefühle. Die Dramatik wird immer wieder gepeitscht, aber einzelne sehr emotionale Szenen dennoch nüchtern und ohne übertriebenem „Bohren in Wunden“ dargestellt. Ich hatte an keinem einzigen Punkt das Gefühl, es wäre zu viel oder überzeichnet. Es zeigt auch, wie sehr sich Fanny ihren eigentlichen Gefühlen verschließt und sich selber auch noch die Schuld an vielen Ereignissen und Entscheidungen gibt.

Es ist trotz teilweiser Nüchternheit, die ich besonders gut finde, so emotional, so ergreifend und herzzerreissend. Auch wenn viele Schicksale aufeinandertreffen ist es so authentisch und berührend, dass diese Geschichte so tatsächlich auch im wahren Leben hätte stattfinden können. Ja, es ist schnulzig, aber man darf bei einem Buch von Emma C. Moore, und wenn man schon Finian Blue Summers kennt, nichts anderes erwarten.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Zunächst begleiten wir Fanny und Jace bei ihrem unbeschwerten Kennenlernen. Man wird schnell in diesen sonnigen und fröhlichen Sog aus positiven Gefühlen gezogen und fühlt sich gleich mit beiden wohl. Aber Emma C. Moore lässt es nicht lange dabei bleiben und stürzt uns schon ziemlich bald in die ersten Gefühlstiefen. Man ist in diesem Gefühlssog gefangen und leidet mit Fanny und den anderen Protagonisten richtig mit. Wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, schupst uns die Autorin doch noch mal einen Abgrund weiter. Aber es gibt immer wieder unheimlich feine Lichtmomente. Im Gegensatz zu Finian Blue Summers dürfen wir einem Happy End entgegen sehen, welches einen aber dennoch tief ergriffen zurück lässt - mir kommen gerade wieder die Tränen.

Szenerie / Setting

Wir sind in den Vereinigten Staaten zwischen großen Weingütern mit ihren riesigen Ländereien und Gutshöfen. Ich kann mir diese Umgebung ganz gut vorstellen, obwohl ich selber noch nie in der USA war. Die Autorin lässt uns hier genügend Spielraum für die eigene Phantasie, kann mir aber die unmittelbare Umgebung sehr glaubhaft darstellen. Diese Lovestory passt für mich wunderbar in dieses amerikanische Setting.

Sprache / Schreibstil

Auch wie bei Finian Blue Summer ist hier das Besondere zum Einen, dass der Text den Charakter von Tagebuchberichten hat, aus den beiden Perspektiven Fanny und Jace. Jedes Kapitel wechselt die Perspektive. So bekommen wir auch beide Seiten mit und Emma C. Moore kann uns damit ausgesprochen gut und flüssig durch die Handlung führen.
Zum Anderen hat die Autorin auch sehr viele Zitate aus sehr vielen tollen Büchern und Werken mit aufgenommen. Sie sind ein gewisser Leitfaden durch das Buch und betonen noch mal die besondere Beziehung zwischen Fanny und Jace.

Sprachlich ist es dem Tagebuchstil absolut passend, mich begeistert vor allem diese Direktheit ohne sich in einzelnen Szenen zu sehr aufzuhalten. Absolut top.

Fazit

Oh mein Gott - was für ein emotionales Buch. Absolute Taschentuchgarantie, aber ohne überzeichnet zu sein. Ein Schicksal, wie es auch im wahren Leben hätte passieren können. Ein grandioses kleines Werk um Gefühle, Liebe und Verzeihen.

  (3)
Tags: emma c. moore, fanny rose eden, finian blue summers, frauenroman, jugendroman, marah woolf, schicksal   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(224)

462 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 74 Rezensionen

"liebe":w=8,"götter":w=8,"marah woolf":w=6,"götterfunke":w=6,"verrat":w=4,"griechische mythologie":w=3,"olymp":w=3,"jess":w=3,"cayden":w=3,"freundschaft":w=2,"fantasy":w=2,"kampf":w=2,"finale":w=2,"wette":w=2,"zeus":w=2

GötterFunke - Verlasse mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 19.03.2018
ISBN 9783791500423
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was soll ich sagen. Ich bin verfallen. Verfallen allen griechischen Göttern, die Marahs Feder entsprungen sind. Auf dieses Buch habe ich sehnsüchtig gewartet und meine Geduld wurde belohnt. Und zwar mehr als reichlich! Ihr seht, ich bin hin und weg und noch ganz in der Götterwelt gefangen. Als waschechter Marah Woolf Fan war das 3. Band der GötterFunke Trilogie natürlich Pflichtlektüre für mich und bedeutete für mich den 2. Abschied von meinen Lieblingscharakteren. Zuerst Cassian aus FederLeicht und nun Cayden. Es reißt mir gerade ein tiefes Loch in mein Leserherz. Dieses Trilogie-Finale war wieder so emotional, so aufreibend und spannend, ein fulminantes Ende einer fantastischen Reise in die griechische Mythologie.

Und glaubt mir, es ist verdammt schwer, spoilerfrei eine Rezension über dieses Trilogie-Finale zu schreiben. Aber ich will mein Bestes geben. Und ja, es ist eine doch recht voreingenommene Rezension, aber ich versuche so objektiv wie möglich meine Meinung zu dem Buch widerzuspiegeln.

Coverbild

Die leidige Cover-Frage. Es wird für Verlage immer wichtig sein, wie ein Cover ankommt - ist es ja eines der wichtigsten Außenwerbungsmerkmale eines Buches. Im Grunde habe ich mich daran gewöhnt. Anfangs war ich sehr skeptisch. Zumal das abgebildete Frauengesicht für mich einfach nicht Jess ist. Aber, eines muss man lassen, alle 3 Bücher so im Regal sehen schon toll aus! Das Perlmuttpapier des Schutzumschlages wirkt wertvoll und besonders. Die Cover der Trilogie sind auf jeden Fall ein besonderer Eyecatcher in den Buchhandlungen!

Handlung

Caydens sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen, er ist endlich sterblich geworden. Doch Jess' Herz ist mal wieder gebrochen, und Cayden hat ihr Vertrauen endgültig verspielt. Aber dem nicht genug, lassen die Götter Jess nicht in Ruhe. Agrios fehlt nur noch der Ehrenstab, um die Macht im Olymp übernehmen zu können. Nur Jess ist es durch ihre Diafani-Fähigkeit möglich noch zwischen Mytikas und der menschlichen Welt zu wechseln. Aber sie kann keinem mehr trauen, es hat sich ein Verräter in Zeus engsten Kreis gemischt und plötzlich sind alle verdächtig.

Buchlayout / Haptik

Auch dieses Buch ist genauso reichlich ausgeschmückt wie seine beiden Vorgänger. Neben dem edlen Perlmuttpapier des Schutzumschlages ist auch hier in den Innenklappen ein Lageplan aufgezeichnet, diesmal von Mytikas. Jedes Kapitel ist mit einer hübschen Ranke verziert. Im Anschluss gibt es wieder ein ausführliches Glossar über die Götter und ein Stammbaum. Und natürlich nicht zu vergessen das Backrezept Heras Zitronenkuchen!

Idee / Plot

So hat sich Prometheus wohl die Erfüllung seines Wunsches nicht vorgestellt. Zum Einen wurde er aus dem Kreis der Götter verbannt da er nun ein Mensch ist - das war Bedingung des Wettstreits. Und zum Anderen wendet sich Jess mit gebrochenen Herzen von ihm ab, aus Angst noch einmal verletzt und enttäuscht zu werden, so wie ihre Mutter.

Zeus, der mächtigste Gott aller olympischen Götter, entmachtet und geflüchtet in eine amerikanische Kleinstadt. Haleluja, wer hätte das geglaubt? Kein Wunder, dass Zeus schlecht drauf ist und so schnell wie möglich seine Macht wieder erlangen möchte. Denn Gaia und Agrios möchten natürlich die Chance auf die Machtergreifung nicht verpassen. Und plötzlich tummeln sich im verschlafenen Monterey lauter göttliche Gestalten, die für die Einwohner nicht eigentümlicher sein könnten. Jess will eigentlich nichts mehr mit den Göttern zu tun haben, aber sie lassen Sie nicht in Ruhe.

Besonders spannend wird der Plot auch dadurch, dass es einen Verräter gibt, und man als Leser sich in Spekulationen ergeht, die einem bis zum Schluß den Verstand rauben. Den Verstand raubt einem auch der emotionale Eiertanz zwischen Cayden und Jess. Der am Ende noch mal durch eine harte Prüfung durchgehen muss.

Emotionen / Protagonisten

Oh Gott, wie habe ich mit Jess mitgelitten! Ich finde sie so stark, so tough und so emotional! Es kostet sie enorm viel Energie sich von Cayden fern zu halten, aber der Wunsch nach Geborgenheit und sich endlich fallen lassen zu können ist so präsent! Caydens Verrat lastet schwer auf ihr und sie tut sich schwer damit, Vertrauen zu ihm aufzubauen. Doch im Grunde ihres Herzens weiß sie genau, dass sie ihn liebt. Ich finde sie einen unheimlich tollen Charakter! Aber manchmal möchte ich sie schon gerne schütteln, damit sie endlich auf ihr Herz hört.

Cayden tut mir wirklich leid. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Das menschliche Leben ist für ihn nichts wert, ohne Jess an seiner Seite. Und immer, wenn Jess etwas tut, was ihm nicht passt, ist er da. Er hat Angst um sie und er ist tierisch sauer auf sie und diejenigen, die sie in Gefahr gebracht haben. Er ist so toll und einfach nur zum dahinschmachten. Er liebt Jess, schafft es aber nicht diese "drei Worte" zu sagen und würde alles tun, nur damit sie glücklich ist. Und wenn das bedeuten würde, dass er sie mit einem anderen gehen lassen müsste. Und er bemüht sich so wahnsinnig liebevoll bemüht, wieder ihr Vertrauen zu gewinnen.

»Du hast was?« Langsam drehte er sich zu mir um. Seine Augen konnten immer noch Funken sprühen.
Ich wackelte mit den Händen. »Alles noch dran«, erklärte ich. »Dieser Hund war wirklich kein erst zu nehmender Gegner.«
Für ungefähr eine Sekunde dachte ich, er würde sich beruhigen, dann fiel sein Blick auf meine blutgetränkte Hose. Wenigstens wurde der Fleck nicht mehr größer. Leise fluchend drehte er sich zu Herakles um und rammte ihn ohne Vorwarnung die Faust direkt ins Gesicht.“

Marah Woolf, „Götterfunke.Verlasse mich nicht“, S. 211 (Gebundene Ausgabe © 2018 Dressler Verlag GmbH)

Auf die anderen Charktere kann ich hier an dieser Stelle nicht eingehen, das würde einfach den Rahmen dieser Rezension sprengen. Nur eines ist anzumerken, Marah hat es geschafft so viele tolle neue Personen auf der Bühne erscheinen zu lassen, und jeder hat seinen eigenen Charakter! Ich sage nur Hades, Äneas, Aphrodite,… aber lasst Euch selber überraschen!

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Es ist ein Auf und Ab der Gefühle und der Spannung. Gleich zu Beginn bekommt man eine so heftige Gefühlsdusche, dass es einem den Boden wegzieht. nach langsamen aufrappeln baut sich die Spannung aber immer wieder auf. Die Gefühlsachterbahn geht auf und ab, man möchte Jess schütteln, Cayden ohrfeigen, Apoll anschmachten, und endlich wissen, wer der Verräter ist. Die Frage danach und die geschickt eingeflochtenen Überlegungen und Anmerkungen dazu, treibt Marah bis zum Schluß an, und man kann das Buch nicht aus der Hand legen. Jeder aus Zeus engen Götterkreis ist bei mir schon in Verdacht gezogen worden.

Und dann natürlich das Hin und Her zwischen Jess und Cayden. Wer das schon in den ersten Bänden nicht so gut fand, wird hier auch nicht glücklich. Ich bin auf meine vollen Kosten gekommen. Zumal Marah dann auch noch einige Wendungen und Entscheidungen eingebaut hat, die dem ganzen noch mal eine enorme Würze verliehen haben. Ja, kurz hatte ich auch das Gefühl, dass dieser Eiertanz auch ein Tick zu viel war.

Emotional hat mich dieses Band enorm berührt. Vor allem das Ende hat es noch mal ganz schön in sich. Aber mehr kann ich hier nicht verraten. Ich habe nur noch Rotz und Wasser geheult.

Szenerie / Setting

Besonders gelungen finde ich die Verflechtung der menschlichen Umgebung und die griechische Mythologie. Mytikas wird von Marah so ausreichend genug beschrieben, dass man dennoch seiner eigenen Phantasie freien Lauf geben kann. Auch finde ich es toll, wie Marah die Geschichten und Sagen der einzelnen Götter geschickt einbaut, so dass man schon ein bisschen was von den Zusammenhängen versteht, das Buch aber nicht überladen wird. So bekommt man richtig Lust, sich mehr mit der griechische Mythologie zu befassen.

Auch diese sozialkritischen Spitzen haben mir ehr gut gefallen. Gaias Hass den Menschen gegenüber, die ihre Erde zerstören kann man sogar richtig nachvollziehen. Oder, dass die Menschen und Götter sich ähnlicher sind, als man glauben möchte.

»Wir mussten in diese Büchse nicht hineintun«, erklärte Zeus weiter. »Missgunst, Hass, Neid, Eifersucht, Gier und Selbstsucht - all diese Laster gab es schon immer. Sie sind nicht nur den Menschen vorbehalten. Du findest sie ebenso unter den Titanen und Göttern. Diese Laster wird es so lange geben, bis jeder einzelne - Mensch oder Gott - bereit ist, sie in sich selbst zu bekämpfen. [..]«“

Marah Woolf, „Götterfunke.Verlasse mich nicht“, S. 217 (Gebundene Ausgabe © 2018 Dressler Verlag GmbH)

Sprache / Schreibstil

Wer Marah kennt, weiß, dass sie einen rasanten Schreibstil hat mit viel Witz und Charme. Viele kleine Spitzen, jugendlich und frech. Das macht das ganze Buch in sich so flott. Sie hat aber auch kein Problem uns direkt in das emotionale Ping-Pong zu schleudern - und ZACK sitze ich da und flenne wie ein kleines Mädchen. Es ist einfach nur berauschend. Keine Längen und keine ausgedehnten Erklärungen und genug Platz für die eigene Phantasie. Ich will kein Buch mehr von Marah missen.

Warum sollte ich mich nicht bewegen? Ich fühlte mich so wohl wie seit Langem nicht mehr. Ganz im Gegenteil und gar ausgeschlafen und entspannt. Noch einmal rekelte ich mich genüsslich.
»Ich habe gesagt, nicht bewegen.« er klang nicht im Mindesten entspannt. »Ich bin auch nur ein Mensch.«“

Marah Woolf, „Götterfunke.Verlasse mich nicht“, S. 296 (Gebundene Ausgabe © 2018 Dressler Verlag GmbH)


Fazit

Ein unglaublich fulminantes Finale, sehr emotional und sehr nervenaufreibend. Der Abschied von Cayden und Jess fällt mir schwer. Aber es ist ein würdiger Abschluss und der Epilog hat mich glücklich zurück gelassen. Auf jeden Fall (und vor allem für Marah Fans) eine absolute Leseempfehlung. Mein Highlight 2018. 

  (8)
Tags: cayden, emotionschaos, gefühlsachterbahn, jess, marah woolf, mythologie   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"liebe":w=1,"macht":w=1,"romantasy":w=1,"grandios":w=1,"rose snow":w=1,"rosesnow":w=1

3 Lilien - Das dritte Buch des Blutadels

Rose Snow
E-Buch Text
Erschienen bei null, 13.12.2017
ISBN B078941LKD
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In einem Rutsch habe ich nun gleich im Anschluß Band 3 gelesen, da es so spannend war, auch wenn der 2. Band eher ein typischer Mittelband war. Der Cliffhanger war trotzdem ziemlich fies. Auch diese Rezension wird deswegen etwas kürzer sein, als man von mir vielleicht gewohnt ist.

Coverbild  (Band 1 - 3)

Ganz in typischer Erscheinung präsentieren sich die Cover der Blutadeltrilogie. Jedes Cover ist hat seine eigene Farbe: Band 1 Rot, Band 2 Blauviolett und Dunkellila für Band 3. Im Hintegrund jeweils immer das gleiche herrschaftliche Herrenhaus mit Türmchen und Fähnchen im Scherenschnitt, in der rechten oberen Ecke schwarze Lilienblüten. In der Mitte prangt die Ziffer 3 mit dem Wappen des Blutadels verbunden.

Alle Cover von Rose Snow haben einen hohen Wiedererkennungswert und ich finde das auch immer passend für die Bücher.

Handlung

Das Leben von Lorelais Schwester Sophie steht auf dem Spiel. Sie ist von Vincent schwanger, und sie sucht gemeinsam mit Vitus nach einer Lösung. Doch die Heiratsverhandlungen mit Marcus von Kaltenburg werden immer konkreter. Dazu ist die Mordserie immer noch nicht aufgeklärt und das hohe Herrscherhaus greift für die Aufklärung zu immer drastischeren Mittel. Die Gesetze des Scharlachroten Gesetzbuches zwingen Lorelai in die Ehe, doch sie muss eine Entscheidung treffen um das Leben ihrer Schwester zu retten.

Buchlayout / eBook (Band 1 - 3)

Die eBooks sind wie gewohnt in angenehme Kapitellängen eingeteilt. Jedes Kapitel ziert das Wappen des Blutadels in Form von einer Lilie. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Zwischenkapitel oder Einschübe, mit Texten aus dem Leben und Gesetzen des Blutadels. Das lockert zudem die eBooks mehr auf.

Idee / Plot (Band 1 - 3)

Wenn man Rose Snows Bücher kennt, der weiß, dass die Grundideen oft nach dem gleichen Schema gestrickt sind: eine typische Highschool-Story mit Guten und Bösen. Natürlich sind die Hellen liebevoll und gefühlvoll. Sie lieben das Leben und eine lebendige Umgebung, denn sie können Leben schenken. Die Dunklen sind demnach auch typischerweise gefühlskalt und wirken emotionslos. Sie können Leben nehmen und der Tod ist für sie allgegenwärtig. Gewürzt wird die Story noch mit der mysteriösen Mordserie, die den ganzen Blutadel beschäftigt und den Leser selber über alle drei Bände hinweg miträtseln lässt. Aber die Idee funktioniert gut, denn wie auch in den anderen Büchern zeigen Rose Snow, dass die strickte Trennung zwischen Schwarz und Weiß einfach nicht funktioniert. Hier schwingt auch ein sehr großer gesellschaftskritischer Apell mit. Wer ist denn schon gut oder böse? Und ist das strickte Festhalten an antiquierten Traditionen wirklich sinnvoll?

Emotionen / Protagonisten (Band 1 - 3)

Lorelai ist einfühlsam und familienbezogen. Aber sie ist auch tough und kann auch ganz schön aufmüpfig sein. Das macht sie mir sehr sympathisch und authentisch. Sie lässt sich nicht alles gefallen, wägt aber ab und betrachtet sich und ihre Umgebung oft reflektiert. Das Prickeln zwischen Vitus und ihr kann ich sehr schön spüren, das Gefühlschaos ist mir immer sehr präsent und ihre Entscheidungen kann ich auch immer nachvollziehen. Mir gefällt sie außerordentlich gut und mag sie sehr als Protagonistin.

Vitus ist zunächst der typische bad-boy, wie wir ihn von Rose Snow her kennen. Ein Draufgänger und sehr von sich selbst überzeugt. Das gefällt natürlich. Aber auch seine Welt zerbricht und trotzdem man die Welt des Blutadels nur aus Loris Augen sieht, bekommt man viel von ihm mit. Sein eigenes Gefühlschaos gegenüber Lorelai ist gut fühlbar.

Mir gefällt auch die Wandlung der von Wittgenstein und von Rabenaus. Sie müssen zusammenarbeiten. Auch wenn jede Familie ihrer hellen oder dunklen Blutlinie sich entsprechend verhalten, haben sie dennoch ungewollt Gemeinsamkeiten, weswegen sie sich zusammenraufen müssen und beginnen, der anderen Blutlinie offener zu werden.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Das Finalband ist im Gegensatz zu Band 1 & 2 am spannendsten und aufregendsten. Alle Fragen werden aufgeklärt, das Rätsel um die Morde gelöst. Im Mittelteil ist es noch etwas zäh, wird aber dann mit einigen aufregenden Ereignissen bis hin zum fulminanten Showdown extrem spannend.

Szenerie / Setting (Band 1 - 3)

Rose Snow versteht es einfach die Geschichte in einem passenden Setting spielen zu lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte vielleicht wirklich in Italien gespielt hätte, das wäre vielleicht etwas authentischer gewesen. Aber Ulli und Carmen bleiben sich da sehr treu und wir sind in Deutschland geblieben. Trotzdem kann ich mir das sehr gut vorstellen, wie die deutsche Blutadelsfamilie versucht auf den Pfaden ihrer italienischen Vorfahren zu wandeln und an ihre veralteten Traditionen krampfhaft festzuhalten. Doch hier prallen antiquierte Denkmuster auf moderne Lebensweisen.

Sprache / Schreibstil

Erzählt wird die Geschichte im Präteritum ausschließlich in der Perspektive als Ich-Erzähler aus der Sicht von Lorelai. Ulli und Carmen haben immer einen ausgesprochen bildhaften Sprachstil, der einfach Spaß macht und die Bücher bleiben immer sehr kurzweilig. Es lohnt sich, alle drei Bücher in einem Rutsch zu lesen.

Hier bricht im Gegensatz zu Band 2 der sarkastische Stil wieder etwas ein, aber das Buch bleibt durch die sehr spannenden Szenen sehr aufregend.

FAZIT


Einführung in eine interessante und fantasievolle neue Welt, die in dem typischen Rose Snow Plot "hell und dunkel" spielt. Sprachlich kenne ich Rose Snow etwas besser, trotzdem haben mich alle 3 Bücher richtig gefesselt und ich hatte ein sehr großes Lesevergnügen! 

  (5)
Tags: rose snow   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

"romantasy":w=3,"rosesnow":w=2,"blutadel":w=2,"liebe":w=1,"fantasy":w=1,"tod":w=1,"geheimnisse":w=1,"rezension":w=1,"urban fantasy":w=1,"schwangerschaft":w=1,"gabe":w=1,"verbotene liebe":w=1,"abtreibung":w=1,"pageturner":w=1,"medici":w=1

3 Lilien - Das zweite Buch des Blutadels

Rose Snow
Flexibler Einband: 289 Seiten
Erschienen bei Independently published, 03.12.2017
ISBN 9781973452195
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem das 1. Band mich mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen hatte, musste ich gleich mit Band 2 weiterlesen. Das ist natürlich der Vorteil, wenn man diesmal nicht Testleser ist, was ich übrigens trotzdem immer gerne für Ulli und Carmen mache, und alle 3 Bände schon auf meinem kindle machen konnte. Da es mir aber im Nachhinein schwerfällt die einzelnen Bücher ausführlich zu bewerten, wird diese Rezension ebenfalls wohl etwas kürzer ausfallen.

Coverbild  (Band 1 - 3)

Ganz in typischer Erscheinung präsentieren sich die Cover der Blutadeltrilogie. Jedes Cover ist hat seine eigene Farbe: Band 1 Rot, Band 2 Blauviolett und Dunkellila für Band 3. Im Hintegrund jeweils immer das gleiche herrschaftliche Herrenhaus mit Türmchen und Fähnchen im Scherenschnitt, in der rechten oberen Ecke schwarze Lilienblüten. In der Mitte prangt die Ziffer 3 mit dem Wappen des Blutadels verbunden.

Alle Cover von Rose Snow haben einen hohen Wiedererkennungswert und ich finde das auch immer passend für die Bücher.

Handlung

Loris Welt ist zerstört. Sie hat absolutes Kontaktverbot zu ihrer Familie und muss in das kalte und Haus ihrer leiblichen, dunklen Eltern ziehen, in das Zimmer von Vitus. Sie kann sich gar nicht mit ihrer dunklen Gabe anfreunden. Der einzige Lichtblick ist die schräge Großmutter Harriet. Ihre leiblichen Brüder Patric und Vincent sind abweisend und spionieren ihr hinterher. Denn da Lorelai plötzlich zu einer Drittgeborenen wurde, hat sie einige Verpflichtungen, auf die sie nie vorbereitet wurde. Vitus ist extrem abweisend, aber trotzdem fahren ihre Gefühle Achterbahn, sobald sie ihm begegnet. Zu allem Überfluss beginnen ihre leiblichen Eltern mit dem Fürstensohn Marcus in Heiratsverhandlungen zu steigen, um Lorelai mit ihm zu verheiraten.

Buchlayout / eBook (Band 1 - 3)

Die eBooks sind wie gewohnt in angenehme Kapitellängen eingeteilt. Jedes Kapitel ziert das Wappen des Blutadels in Form von einer Lilie. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Zwischenkapitel oder Einschübe, mit Texten aus dem Leben und Gesetzen des Blutadels. Das lockert zudem die eBooks mehr auf.

Idee / Plot (Band 1 - 3)

Wenn man Rose Snows Bücher kennt, der weiß, dass die Grundideen oft nach dem gleichen Schema gestrickt sind: eine typische Highschool-Story mit Guten und Bösen. Natürlich sind die Hellen liebevoll und gefühlvoll. Sie lieben das Leben und eine lebendige Umgebung, denn sie können Leben schenken. Die Dunklen sind demnach auch typischerweise gefühlskalt und wirken emotionslos. Sie können Leben nehmen und der Tod ist für sie allgegenwärtig. Gewürzt wird die Story noch mit der mysteriösen Mordserie, die den ganzen Blutadel beschäftigt und den Leser selber über alle drei Bände hinweg miträtseln lässt. Aber die Idee funktioniert gut, denn wie auch in den anderen Büchern zeigen Rose Snow, dass die strickte Trennung zwischen Schwarz und Weiß einfach nicht funktioniert. Hier schwingt auch ein sehr großer gesellschaftskritischer Apell mit. Wer ist denn schon gut oder böse? Und ist das strickte Festhalten an antiquierten Traditionen wirklich sinnvoll?

Emotionen / Protagonisten (Band 1 - 3)

Lorelai ist einfühlsam und familienbezogen. Aber sie ist auch tough und kann auch ganz schön aufmüpfig sein. Das macht sie mir sehr sympathisch und authentisch. Sie lässt sich nicht alles gefallen, wägt aber ab und betrachtet sich und ihre Umgebung oft reflektiert. Das Prickeln zwischen Vitus und ihr kann ich sehr schön spüren, das Gefühlschaos ist mir immer sehr präsent und ihre Entscheidungen kann ich auch immer nachvollziehen. Mir gefällt sie außerordentlich gut und mag sie sehr als Protagonistin.

Vitus ist zunächst der typische bad-boy, wie wir ihn von Rose Snow her kennen. Ein Draufgänger und sehr von sich selbst überzeugt. Das gefällt natürlich. Aber auch seine Welt zerbricht und trotzdem man die Welt des Blutadels nur aus Loris Augen sieht, bekommt man viel von ihm mit. Sein eigenes Gefühlschaos gegenüber Lorelai ist gut fühlbar.

Mir gefällt auch die Wandlung der von Wittgenstein und von Rabenaus. Sie müssen zusammenarbeiten. Auch wenn jede Familie ihrer hellen oder dunklen Blutlinie sich entsprechend verhalten, haben sie dennoch ungewollt Gemeinsamkeiten, weswegen sie sich zusammenraufen müssen und beginnen, der anderen Blutlinie offener zu werden.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Auch in Band zwei bleiben wir eher emotional spannend. Es gibt einige Auf und Abs, trotzdem bleibt es ein typisches Mittelband und eine gute Vorbereitung für das Finalband. Dafür wird die Mordserie immer präsenter und es werden immer mehr Rätsel aufgeworfen. Und ganz klar, endet dieses Buch auch wieder mit einem Cliffhanger.

Szenerie / Setting (Band 1 - 3)

Rose Snow versteht es einfach die Geschichte in einem passenden Setting spielen zu lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte vielleicht wirklich in Italien gespielt hätte, das wäre vielleicht etwas authentischer gewesen. Aber Ulli und Carmen bleiben sich da sehr treu und wir sind in Deutschland geblieben. Trotzdem kann ich mir das sehr gut vorstellen, wie die deutsche Blutadelsfamilie versucht auf den Pfaden ihrer italienischen Vorfahren zu wandeln und an ihre veralteten Traditionen krampfhaft festzuhalten. Doch hier prallen antiquierte Denkmuster auf moderne Lebensweisen.

Sprache / Schreibstil

Erzählt wird die Geschichte im Präteritum ausschließlich in der Perspektive als Ich-Erzähler aus der Sicht von Lorelai. Ulli und Carmen haben immer einen ausgesprochen bildhaften Sprachstil, der einfach Spaß macht und die Bücher bleiben immer sehr kurzweilig. Es lohnt sich, alle drei Bücher in einem Rutsch zu lesen.

In Band 2 werden Ulli und Carmen im Sprachstil wesentlich sarkastischer. Das liegt auch vor allem an dem vermehrten Zusammentreffen zwischen Lorelai und ihren dunklen Brüdern Patric und Vincent. Gerade mit Patric liefert sie sich köstlich ironische und schlagfertige Sprachduelle. Auch hier bleiben wir in der Ich-Perspektive von Lorelai.


FAZIT:

Tolles und aufregendes Mittelband der Blutadel-Trilogie. Sprachlich kenne ich Rose Snow etwas besser, trotzdem haben mich alle 3 Bücher richtig gefesselt und ich hatte ein sehr großes Lesevergnügen!

  (6)
Tags: rose snow   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(80)

133 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

"liebe":w=4,"fantasy":w=4,"blutadel":w=4,"romantasy":w=3,"gabe":w=2,"familie":w=1,"tod":w=1,"magie":w=1,"leben":w=1,"geheimnisse":w=1,"urban fantasy":w=1,"band 1":w=1,"jugendbücher":w=1,"verbotene liebe":w=1,"dunkel":w=1

3 Lilien - Das erste Buch des Blutadels

Rose Snow
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.11.2017
ISBN 9781973333234
Genre: Sonstiges

Rezension:

Normalerweise darf ich die selbstpublizierten Bücher von Rose Snow auch Test lesen. Da ich aber Ende letzten Jahres einen neuen Job angefangen hatte, musste ich bei der Runde zu den Büchern des Blutadels aussetzen. Doch endlich hatte ich etwas Zeit gefunden, mich der neuen Trilogie anzunehmen, und habe sie in einem Rutsch verschlungen. Deswegen werden die Rezensionen zu den einzelnen Büchern wohl etwas kürzer ausfallen.

Coverbild

Ganz in typischer Erscheinung präsentieren sich die Cover der Blutadeltrilogie. Jedes Cover ist hat seine eigene Farbe: Band 1 Rot, Band 2 Blauviolett und Dunkellila für Band 3. Im Hintegrund jeweils immer das gleiche herrschaftliche Herrenhaus mit Türmchen und Fähnchen im Scherenschnitt, in der rechten oberen Ecke schwarze Lilienblüten. In der Mitte prangt die Ziffer 3 mit dem Wappen des Blutadels verbunden.

Alle Cover von Rose Snow haben Wiedererkennungswert und ich finde das auch immer passend für die Bücher.

Handlung

Lorelai steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag und ihre Blutgabe hat sich noch nicht entwickelt. Sie lebt in der Familie mit Heller Blutgabe und wartet jeden Moment darauf, durch Ihre Hände die Magie entwickeln lassen zu können. Eigentlich ist es dem Blutadel verboten sich weder mit Gewöhnlichen noch mit Mitgliedern des Gegenblutes, des Dunklen einzulassen. Doch ein Kuss mit ihrem neuen Klassenkameraden Vitus verändert irgendwie alles und Loris Leben gerät total aus den Fugen.
Zudem machen unerklärte Giftmorde dem Blutadel ziemliche Sorgen. Plötzlich wird jeder verdächtigt und alle werden argwöhnisch beobachtet. Lorelai kann sich aber niemandem anvertrauen, denn der Blutadel ist ein Geheimnis und ihre Beste gewöhnliche Freundin Lucy kann Sie nicht zu Rate ziehen.

Buchlayout / eBook (Band 1 - 3)

Die eBooks sind wie gewohnt in angenehme Kapitellängen eingeteilt. Jedes Kapitel ziert das Wappen des Blutadels in Form von einer Lilie. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Zwischenkapitel oder Einschübe, mit Texten aus dem Leben und Gesetzen des Blutadels. Das lockert zudem die eBooks mehr auf.

Idee / Plot (Band 1 - 3)

Wenn man Rose Snows Bücher kennt, der weiß, dass die Grundideen oft nach dem gleichen Schema gestrickt sind: eine typische Highschool-Story mit Guten und Bösen. Natürlich sind die Hellen liebevoll, gefühlvoll. Sie lieben Blumen und ein eine lebendige Umgebung, denn sie können Leben schenken. Die Dunklen sind demnach typischerweise gefühlskalt und wirken emotionslos. Sie können Leben nehmen und der Tod ist für sie allgegenwärtig. Gewürzt wird die Story noch mit der mysteriösen Mordserie, die den ganzen Blutadel beschäftigt und den Leser selber über alle drei Bände hinweg miträtseln lässt. Aber die Idee funktioniert gut, denn wie auch in den anderen Büchern zeigen Rose Snow, dass die strickte Trennung zwischen Schwarz und Weiß einfach nicht funktioniert. Hier schwingt auch ein sehr großer gesellschaftskritischer Apell mit. Wer ist denn schon gut oder böse? Und ist das strickte Festhalten an antiquierten Traditionen wirklich sinnvoll?

 

Emotionen / Protagonisten (Band 1 - 3)

Lorelai ist einfühlsam und familienbezogen. Aber sie ist auch tough und kann auch ganz schön aufmüpfig sein. Das macht sie mir autghentisch. Sie lässt sich nicht alles gefallen, wägt ab und betrachtet sich und ihre Umgebung oft reflektiert. Das Prickeln zwischen Vitus und Ihr kann ich sehr schön spüren, das Gefühlschaos ist mir immer sehr präsent und ihre Entscheidungen kann ich auch immer nachvollziehen. Mir gefällt sie außerordentlich gut und mag sie sehr als Protagonistin.

Vitus ist zunächst der typische bad-boy, wie wir ihn von Rose Snow her kennen. Ein Draufgänger und sehr von sich selbst überzeugt. Das gefällt natürlich. Aber auch seine Welt zerbricht und trotzdem man die Welt des Blutadels nur aus den Loris Augen sieht, bekommt man viel von ihm mit. Sein eigenes Gefühlschaos gegenüber Lorelai ist gut fühlbar.

Mir gefällt auch die Wandlung der von Wittgenstein und von Rabenaus. Sie müssen zusammenarbeiten. Auch wenn jede Familie ihrer hellen oder dunklen Blutlinie sich entsprechend verhalten, haben sie sich Gemeinsamkeiten, weswegen sie sich zusammenraufen müssen.

 

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Im Band eins wird am Anfang sehr viel in den Blutadel eingeführt. Das ist natürlich nützlich für die gesamte Story, lässt das Buch aber insgesamt etwas schleppend angehen. Ab Mitte passieren dann aber mehrere Ereignisse, die den Handlungsbogen ziemlich in die Höhe treiben. Es sind aber eher emotionalere Passagen, weniger spannungsdramatische. Natürlich bleiben wir mit einem fiesen Cliffhanger in diesem Band sitzen.

Szenerie / Setting (Band 1 - 3)

Rose Snow versteht es einfach die Geschichte in einem passenden Setting spielen zu lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte vielleicht wirklich in Italien gespielt hätte, das wäre vielleicht etwas authentischer gewesen. Aber Ulli und Carmen bleiben sich da sehr treu und wir sind in Deutschland geblieben. Trotzdem kann ich mir das sehr gut vorstellen, wie die deutsche Blutadelsfamilie versucht auf den Pfaden ihrer italienischen Vorfahren zu wandeln und an ihre veralteten Traditionen krampfhaft festhalten. Doch hier treffen sich antiquierte Denkmuster auf moderne Lebensweisen.

Sprache / Schreibstil

Erzählt wird die Geschichte im Präteritum ausschließlich in der Perspektive als Ich-Erzähler aus der Sicht von Lorelai. Ulli und Carmen haben immer einen ausgesprochen bildhaften Sprachstil, der einfach Spaß macht und die Bücher bleiben immer sehr kurzweilig. Es lohnt sich, alle drei Bücher in einem Rutsch zu lesen.

Sprachlich bleiben sich Ulli und Carmen wie in allen ihren Romantasy-Büchern treu, obwohl es in diesem Band nicht ganz so wie gewohnt sarkastisch ist. Trotzdem schaffen Sie es die Umgebung bildhaft und anschaulich darzustellen.


FAZIT:

Einführung in eine interessante und fantasievolle neue Welt, die in dem typischen Rose Snow Plot "hell und dunkel" spielt. Sprachlich kenne ich Rose Snow etwas besser, trotzdem haben mich alle 3 Bücher richtig gefesselt und ich hatte ein sehr großes Lesevergnügen!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"historisch":w=1,"brutal":w=1,"erotisch":w=1,"2018":w=1,"kira gembri":w=1,"lena könig":w=1,"naliri-saga":w=1,"sklavei":w=1,"wüstensöhne":w=1

Wie Regen in der Wüste

Kira Gembri , Lena König
E-Buch Text
Erschienen bei null, 27.01.2018
ISBN B079D4Z26X
Genre: Fantasy

Rezension:


Als Kira Gembri ankündigte, sich in einem neuem Genre zu versuchen und für den ersten Band ihrer neuen Naliri-Saga Testleser suchte, war ich gleich Feuer und Flamme. Ich liebe Kiras Sprachstil und bin auch gerade dabei, alle ihre Verlagstitel zu lesen. Ihre selbstpublizierten Bücher kenne ich bereits alle. Dieses Buch hat Kira in Zusammenarbeit mit der Autorin Lena König geschrieben, deren erste Veröffentlichung dieser Titel ist.


Coverbild


Bei dem Coverbild habe ich sogar mit abgestimmt. Kira hatte über die sozialen Medien aufgerufen, über verschiedene Entwürfe auf der Designer-Plattform 99design.at. Der gewonnene Entwurf gefiel mir selber auch am besten und ich bin froh, dass er genommen wurde. Das Cover zeigt eine Wüstenlandschaft, in deren Vordergrund eine hübsche Frau mit wehenden blonden Haaren und nachdenklich gesenkten Blick steht. Dahinter als Silhouette im Gegenlicht der Sonne ein Reiter mit einem Bogen über den Rücken. Obwohl ich Gesichter und Menschen auf Cover immer problematisch finde und es auch ein bisschen kitschig wirkt, gefällt mir dieses Cover sehr gut, denn es passt sehr gut zur Story und zum Genre.


Handlung


Die junge Novizin Liria wird bei einem Überfall der Thokorim auf die Stadt Myolis von Thrakon entführt. Er bringt sie mit seinem Clan in sein Dorf im wilden Wüstenland. Dort wird das hellhäutige, blonde Mädchen muss von nun an dort als Geisel leben und wird von den dunkelhäutigen Thokori sehr ruppig und abfällig behandelt. Besonders Angst hat sie vor ihrem Entführer, dem schroffen und derben Clanführer Thrakon. Mit der Zeit aber lernt Liria die Gebräuche und Sprache der Thokori immer besser kennen. Das unbefangene und freizügige Leben in der Oase bringt nicht nur ihre bisherige Weltanschauung, sondern auch besonders ihre Gefühlswelt ganz schön durcheinander. 


Buchlayout / eBook


Die ca. 350 Seiten sind durch 16 Kapitel in recht angenehme Längen eingeteilt. Leider gibt es keine Ausschmückungen oder Kapitelüberschriften, worüber ich mich sehr gefreut hätte. Die Kapitel werden lediglich mit der Nummer eingeleitet, was ich sehr schade finde.


Idee / Plot


Die Basisstory ist eine typische sich entwickelnde Liebesgeschichte und haben wir schön öfter angetroffen. Es ist ein bisschen wie eine Mischung aus "Dirty Dancing" und "Die Schöne und das Biest“. Ein unbeflecktes Mädchen, gefüttert mit der Weltanschauung eines überheblichen und snobistischen Volkes, wird entführt vom größten Volksfeind, deren Leben und Gebräuche als wild und ungehobelt gelten. Die beiden Völker verbindet auch klassischerweise eine uralte Fehde, eine manifestierte Feindseligkeit. Doch um so länger die Entführte in diesem Dorf lebt, um so mehr stellt sie ihr altes Leben und ihre bisherige Welt in Frage. 
Dieser klassischer Plot funktioniert natürlich immer für eine erotische Liebesgeschichte, auch wenn es im Grunde nichts Neues ist.


Emotionen / Protagonisten


Die Vollwaisin Liria wurde als sehr junges Mädchen vom Hohepriester in den Tempel zur Mutter Meer aufgenommen. Dort lebt das erste Mädchen seit Generationen ihr frommes Dasein als Novizin, immer darauf bedacht rein für ihre Göttin Mutter Meer zu bleiben, um die Ehre zu haben zur Priesterin ausgebildet zu werden. Sie wird vom Hohepriester sehr geschätzt - ja sogar richtig verehrt - was das junge Ding natürlich sehr stolz, wenn nicht sogar ziemlich eingebildet macht.
Plötzlich wird sie aber aus ihrer heilen Welt gerissen und muss mit ungehobelten und barbarischen Wilden leben, deren Gebräuche und freizügiges Leben für sie absolut ungewohnt sind. Liria ist anfänglich sehr demütig, hofft aber immer auf Rettung durch ihren Hohepriester. Das konnte ich nicht ganz nachvollziehen, warum sich Liria einbildet den Myolern und dem Hohepriester so wichtig zu sein - das macht sie anfänglich ganz schön überheblich. Aber durch die Erfahrungen über die wahre Geschichte zwischen der Myoler und Thokori zerstört langsam ihre Anschauung und sie begreift, dass die ihr vorgegaukelte heile Welt in Wahrheit nicht so ist. Sie macht hier eine schöne Wandlung durch. Sie wird freier und beginnt ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen und lernt ihre Lust zu spüren und auszuleben.


"Es schien, als wären wir beide nicht einfach nur in einen See gesprungen, sondern vom Rand unserer gemeinsamen Welt. Jetzt war alles neu, auf verwirrende, aufregende Weise anders, und ich spürte bei all meinem Herzklopfen keinerlei Angst mehr vor Thrakon."


Kira Gembri "Wie Regen in der Wüste“ Pos. 1265 (kindle Edition, © Kira Gembri)


Thrakon ist ein absolut verschlossener und wortkarger Typ. Er ist der Clanführer und muss seine Position natürlich immer wieder unter Beweis stellen. Entgegen Lirias anfänglicher Meinung über die Thokori, verhält sich Thrakon ihr gegenüber ganz anders. Auch er muss lernen, dass die Myoler nicht unbedingt so sind, wie er es immer geglaubt hat. Erst sehr langsam lässt er Liria auch ein wenig in sich hineinblicken und beginnt sich zu öffnen.


Handlungsaufbau / Spannungsbogen


Der Einstieg ist schon gleich durch die Entführung sehr spannend. Der Bogen wird bis über die Mitte des Buches auch schön weiter aufgebaut. Ab zwei Drittel des Buches gibt es einen Spannungseinbruch und kommt durch die ausführlichen Beschreibungen der erotischen Akte etwas ins Stocken. Mir ist es in diesem Teil des Buches etwas zu geballt, man hätte die einzelnen erotischen Szenen etwas mehr verteilen können. Am Schluß gibt es trotzdem noch mal ein sehr spannendes aber auch berührendes und nervenaufreibendes Showdown - natürlich mit einem fiesen Cliffhanger, da es ja das erste Band einer Trilogie ist. Insgesamt aber finde ich die ganze Handlung schlüssig, auch wenn ich Anfangs Probleme mit Lirias Überheblichkeit hatte. 


Szenerie / Setting


Das Autorinnenduo hat mir das gesamte Setting unglaublich bildhaft und authentisch wiedergeben können. Egal ob die Umgebung, ob Kampfszene oder sexueller Akt. Aus der Leserunde weiß ich, dass sich die Autorinnen die Szenen aufgeteilt haben, und so haben sie mir durchweg ein großartiges Kopfkino beschert. Ich kann mir alle Personen absolut gut vorstellen, die Gefühle, Gedanken und inneren Wandlungen sind mir direkt präsent. Das historisch-fantastische Setting kommt bei mir absolut an und ich kann mir alles anschaulich vorstellen. Der Plot passt einfach in dieses Setting und für mich ist hier alles stimmig.


Sprache / Schreibstil


Das Besondere ist hier, wie so oft bei Kira Gembri, der absolut greifbare und ausgereifte Sprachstil. Man merkt überhaupt keinen Unterschied zwischen den einzelnen Passagen der beiden Autorinnen. Die Szenen sind so unglaublich gut geschrieben. Die Sexszenen sind so authentisch und ehrlich, dass ich absolut begeistert bin. Es werden keine komischen Begriffe oder Umschreibungen verwendet, bei denen man als erwachsene Frau eigentlich die Augen verdrehen müsste. Nein, hier werden die Dinge beim Namen genannt, ohne derb oder pornografisch zu wirken. Aber auch die Kampfszenen sind unglaublich toll beschrieben. Insgesamt haben beide Autorinnen ein umfassendes Sprachspektrum, arbeiten mit eindrücklichen Metaphern und können sich wortgewandt ausdrücken. Ich bin sehr begeistert!


"Danach war es einige Herzschläge lang ganz still. Natürlich gingen die Gespräche um uns herum weiter, aber ich hörte sie nicht mehr – die Menschen schienen stumm ihre Münder zu öffnen und zu schließen wie bunte Fische. In dieser Leere hallten Horans Worte immer wieder durch mein Gedächtnis, bis ich sicher war, dass ich sie richtig verstanden hatte."


Kira Gembri "Wie Regen in der Wüste“ Pos. 2760 (kindle Edition, © Kira Gembri)




FAZIT
Unglaublich schöne und zum Träumen einladende Lovestory mit spannendem und aufregendem Kopfkino. Sprachllich absolut top und das Autorinnenduo Kira Gembri und Lena König haben mich hier voll überzeugt - auch wenn es diesmal was völlig anderes ist, als das was wir von Kira Gembri kennen.  

  (3)
Tags: erotisch, historisch, kira gembri, lena könig, naliri-saga   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

band 3, calypso, fabiola nonn

Calypso (3). Jenseits der Wellen

Fabiola Nonn
E-Buch Text
Erschienen bei digi:tales, 01.09.2017
ISBN 9783401840215
Genre: Sonstiges

Rezension:


Das Dritte Band durfte ich ebenfalls freundlicherweise vom Verlag Arena digi:tales als Rezensionsexemplar lesen. Die ersten beiden Bände hatte ich schon zur Verfügung bekommen und war anfangs von der sehr fantasievollen Unterwasserwelt begeistert. Das zweite Band hatte für mich dann leider einige kleinere Schwächen und so hoffte ich auf eine originelle Fortsetzung der Calypso-Saga.


Coverbild


Das Cover des dritten Bandes reiht sich in die der Vorgänger nahtlos ein. Auch hier sieht man unter einem klaren Sternenhimmel ein Wasserwelle, in der eine Frau in einem weißen Gewand schwimmt. Auf einem Felsen darüber sitzt eine kleinere weibliche Figur und sieht gedankenverloren in die Wellen hinein. Auch hier passt das Cover zum Genre, aber leider nicht mehr ganz zur Geschichte. Das verträumte und melancholische Bild verspricht eine fantasievolle Story mit romantischen Touch, den ich leider im dritten Band nicht finden konnte.


Handlung


Noemi sieht in Tosca einen der Abtrünnigen und kämpft erbittert gegen den Bau einer überdimensionierten Schutzhülle über die Siedlung. Doch Jonaz stellt sich gegen sie und wendet sich sogar von ihr ab. Zu Noemis Entsetzen muss sie auch noch feststellen, dass sich ihr kleiner Bruder Beek den Pionieren heimlich angeschlossen hat. Doch Noemi wird nicht ihrem Bruder nachgehen, sondern beschließt gegen die Abtrünnigen vorzugehen, die die Siedler bedrohen. Sie zieht mit ihren Freundin nach Celonia und kämpft gegen die mächtigen Abtrünnigen, um Jonaz aus ihren Fängen zu befreien. Um die Siedler im Seifenblasental zu retten, versucht sie die Khimaara und die Menschen an einen Tisch zu bringen. Dafür muss sie Wege gehen, die ihr nicht gefallen, zumal ihre übermächtigen Kräfte vor allem für Baran von größtem Interesse sind, Ash aber wendet sich immer mehr ab.


Buchlayout / eBook


Die gut 200 Seiten sind in 10 recht angenehmen, vielleicht etwas lange Kapitel eingeteilt. Und auch in diesem eBook ist die inneren Gestaltung so schlicht wie bei den Vorgängern. Lediglich ein Rautezeichen mit Kapitelnummer und einer kurzen Überschrift zieren den Anfang eines Kapitels. Wie Bei Band 1 und 2 wünschte ich mir hier eine kleine Ausschmückung.


Idee / Plot


Die ersten Probleme der Neusiedler scheinen im Griff zu sein, nun kommt die Gefahr doch von den Abtrünnigen aus der Ruinenstadt Celonia, die das Leben der Siedler bedrohen, diese morden und Jonaz entführen. Die Gemeinschaft der Neuansiedler fängt an zu zerfallen und einige beschließen aus dem Tal auszuziehen. Die sektenähnliche Gemeinschaft der Khimaara um Baran scheinen ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Noemis Zwillingsbruder Ashek ist dem Sektenanführer Baran hörig und wendet sich von ihr ab. Damit hat Baran ein mächtiges Druckmittel gegen das Mädchen, das wieder zwischen sämtlichen Welten steht. In Keiner ist sie wirklich willkommen und alles um sie herum schient zu zerfallen. Auch Jonaz und Nicon, zu beiden fühlt sich Noemi hingezogen, können ihr keinen Halt bieten, und vor allem Jonaz distanziert sich immer mehr von Emi. Sie muss sich nun ganz alleine um die Rettung der Siedlung und ihrer eigentlichen Heimat, ihre Familie, kümmern, denn sie kann keinen mehr vertrauen. 


Im Grunde gefällt mir die Idee, bin aber von der Umsetzung nicht ganz überzeugt. Anfangs bahnte sich ein Beziehungskonflikt mit Jonaz an, der dann plötzlich nicht mehr existent war, und nicht einmal die Dreiecksbeziehung mit Nicon wurde hier weiter ausgebaut. Ab Mitte des Buches wurde der romantische Aspekt völlig weggelassen und Noemi verstrickte sich nur noch in taktische Grübeleien und Geplänkel.


Emotionen / Protagonisten


Anfangs finde ich Noemi sehr emotional. Vor allem ihre Angst um Beek, und ihre neue Zweisamkeit mit Nicon, ihre Gedanken um Ashek konnte ich sehr gut nachempfinden. Womit ich aber von Anfang an meine Probleme hatte, war die Beziehungskiste zwischen Jonaz und Noemi und auch Nicon und ihr. Irgendwie ist das weder Fisch noch Fleisch. Da kommt mir viel zu wenig Gefühl rüber und verblasst auch im weiteren Verlauf total. Klar, für Noemi steht viel mehr auf dem Spiel. Es hat mich auch gestört, dass Beek abgehauen ist, Noemi sich zunächst auch wirklich viele Gedanken um ihn gemacht hat, dieser Handlungsstrang dann aber über das ganze Buch kaum noch wirklich weiter aufgefasst wurde und in Vergessenheit gerät.
Mir wird Noemi mit der Zeit viel zu taktisch, viel zu kopflastig und überhaupt nicht mehr emotional. Das ist für mich nicht so ganz authentisch. Auch den Verlust, den die Freunde beim Kampf mit den Abtrünnigen erleiden mussten war mir viel zu oberflächlich. Von Baran in die Ecke gedrängt lässt sie sich dann auch zu einem Ritual überreden, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Irgendwie wirkt das nicht mehr so richtig tough, und ja mir fehlt da sogar ein wenig auch der Trotz, den man sich von einer Protagonistin eigentlich wünschen würde. 


Zu den anderen Personen kann ich kaum noch etwas sagen, denn sie treten alle nur noch peripher auf. Ashek hüllt sich in Schweigen und ist gar nicht mehr präsent, das finde ich sehr schade. Nicon ist am Anfang oft in Noemis Nähe, wird dann aber plötzlich kaum noch mehr erwähnt, ebenso wie Jonaz. Auch alle anderen Freunde aus dem ersten und zweiten Buch verblassen komplett, Liah, Neyk, Braam, Franja und Noelle. Sie haben zwar ihre Auftritte - teilweise mit komischen Wendungen die ich zu konstruiert finde - aber irgendwie keine tragende Funktion mehr. 


Zwischenmenschliche Spannungen kann ich keine mehr spüren, auch Noemis Zwiespalt zwischen den Welten zu sitzen ist mir dadurch auch einfach zu schwach.


Handlungsaufbau / Spannungsbogen


Die Handlung wird sehr sanft aufgebaut, und bleibt mir ähnlich wie die Charaktere einfach zu blass. Es gibt ab der Mitte des Buches spannende Momente die sich hin und wieder noch bis zum Ende des Buches verteilen. Viele Handlungsstränge werden aber nur angedeutet, bleiben dann aber unerwähnt oder verlaufen sich im Sand. So wie Beeks Ausriss, oder die Dreiecksbeziehung oder Asheks komisches Verhalten. Der weitere Verlauf wird mir zu oberflächlich, die letzten Spannungsbögen können dies auch nicht mehr retten, denn - oh Wunder - Noemi hat wieder mehr fantastische Fähigkeiten erlangt. Ich bin dann auch nicht mehr ganz mitgekommen, was nun Calypso mit der Mutter zu tun hat, was es mit den Splittern und den Wappen auf sich hat. Insgesamt gab es für mich wenig Handlung in diesem Buch, und das Ende ist weder Cliffhanger noch wurde das Band dadurch abgeschlossen. 


Szenerie / Setting


Leider erkunden wir wenig Neuland, und bleiben im bekannten Setting. Fabiola Nonn kann zwar die Umgebung schön bildhaft beschreiben, aber mir ist es auch hier inzwischen zu oberflächlich geworden. Die aus dem ersten und zweiten Band von mir hochgelobte eindrucksvolle Beschreibung der Szenerie geht ihr ein wenig verloren. Wir bleiben auch in diesem Buch fast nur an der Erdoberfläche, und sind nur sehr selten im Wasser. Das finde ich sehr schade. 


Sprache / Schreibstil


Sprachlich ist es immer noch sehr ausgereift und metaphernreich. Trotzdem verfällt Noemi oft in lange innere Monologe und in taktische Überlegungen, die wenig Emotionen allgemein transportieren können. Es wird dadurch auch teilweise zäh und mir leider auch zu langatmig. Das kenne ich von Fabiola Nonn aber anders und bin daher doch etwas enttäuscht. Die Ich-Perspektive im Präsens passt dennoch gut zur der Geschichte.


FAZIT


Etwas enttäuschend. Sprachlich gut, aber die oberflächliche Handlung reißt mich nicht mehr vom Hocker. Emotional eher schwach, und für mich einfach zu wenig Romantik. 

  (3)
Tags: band 3, calypso, fabiola nonn   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(157)

261 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 80 Rezensionen

"jonah":w=12,"liebe":w=8,"jugendbuch":w=7,"laura newman":w=7,"krimi":w=3,"fantasy":w=3,"tod":w=3,"geist":w=3,"emily":w=3,"wundervoll":w=3,"liebesgeschichte":w=2,"verbrechen":w=2,"jugendroman":w=2,"geister":w=2,"sommer":w=2

Jonah

Laura Newman
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.12.2017
ISBN 9783739212548
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich ja schon Laura Newmans Bücher „This New World“ und die ADIP-Reihe sehr gut fand, lag dieses Buch schon eine Weile auf meinem SuB. Und da Nicole von „Unsere Bücherwelt“ mir dieses Buch noch mal sehr eindringlich ans Herz gelegt hatte, musste ich es nun endlich mal zur Brust nehmen. Und habe es nicht bereut.

Coverbild

Als Grafikerin hat Laura Newman natürlich das Cover zu ihrem Buch selber gestaltet. Es ist an sich unglaublich einfach gehalten. Man sieht nur Jeansbeine auf einem Skateboard mit dem Schatten der dazugehörigen Person auf dem Boden. Darüber mit Pinselstrichen sitzt der Schriftzug JONAH XXX. In seiner Schlichtheit ist es so schön und unverwechselbar. Es spiegelt wunderbar die sommerliche Stimmung wieder.

Handlung

Wie in den letzten Jahren schon möchte Emily ihre Sommerferien in der alten Feriensiedlung in Devlins Hope mit ihrer Großmutter verbringen. Sie freut sich auf viel lesen und eine einsame Zeit, bevor sie aufs College geht. Plötzlich taucht der Nachbarsjunge Jonah auf und Emilys Ferienplanung nimmt auf einmal eine ganz andere Richtung. Denn irgendwas geheimnisvolles muss letzten Sommer passiert sein, und gemeinsam wollen Jonah und Emily dem auf die Spur kommen.

Buchlayout / eBook

Die insgesamt 439 Seiten sind in sehr kurze 40 Kapitel eingeteilt, die den gesamten Lesefluss nicht beeinträchtigen und mir sehr angenehm waren. Ansonsten kommt die Aufmachung des eBooks eher schlicht daher, wo ich mir bei einer Grafikerin etwas mehr gewünscht hätte. Jedes Kapitel wird nur mit der Kapitelnummer eingeführt.

Idee / Plot

Natürlich geht es nicht nur um eine sommerliche Liebesromanze. In diesem Buch steckt sehr viel mehr. Ja, es ist sehr romantisch, aber der Plot entwickelt sich durch Jonahs Geheimnis zu einem regelrechten Krimi, denn Emily und Jonah müssen was aufklären und das bringt beide in heikle Situationen. Psychisch wie physisch. Das macht die ganze Story zu einem wahren Durchlauf von unterschiedlichsten Gefühlen. Das Ende war zwar dann vorauszusehen, aber nicht minder berührend und aufreibend. Es ist schwierig hier den Plot aufzuzeichnen, ohne zu spoilern. Wichtig ist, dass man sich auch auf das Buch und die Idee dahinter einlassen muss.

Die Idee dieser Geschichte ist aber nicht ganz neuartig, doch für mich sehr emotional und berührend. Sie hat mir super gut gefallen. Ich kann leider nicht sagen, an welche Geschichten mich dieses Buch erinnert, sonst würde ich schon zu viel verraten.

Emotionen / Protagonisten

Emily wünscht sich nichts mehr als ihre Sommerferien alleine verbringen zu können. Doch Jonah überrascht sie mit seiner offenherzigen aber auch liebevollen und natürlichen Art. Er hat ihr Herz ziemlich schnell erobert. Mir gefällt Emily sehr gut. Sie hat eine gesunde Mischung aus Skepsis aber lässt sich auch auf ihre Gefühle ein, bleibt trotzdem auch reflektiert, ihre Gefühle kommen bei mir absolut authentisch an. Ich habe oft mit Emily mitgefühlt und sogar geweint. Es ist also nicht nur eine Romanze, sondern besonders spannend finde ich die Mischung aus Liebesroman und Krimi.

Jonah ist toll! Er hat kaum Angst, ist forsch, aber trotzdem liebevoll. Er bedrängt Emily nicht sondern lässt der Beziehung ihren Freiraum. Diese Beziehung zwischen den beiden finde ich wunderschön.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Anfänglich handelt es sich um das typische Anbandeln einer Liebelei zwischen zwei Jugendlichen. Die ist sehr schön romantisch und nachvollziehbar dargestellt. Trotzdem wird man als Leser, so wie auch die Protagonistin, das Gefühl nicht los, dass da etwas nicht stimmt. Laura Newman baut geschickt Momente ein, die einen über Jonah immer stolpern und vor allem rätseln lassen. Der Plottwist war zwar etwas vorhersehbar, mindert aber trotzdem nicht die Qualität des Spannungsbogens! Denn ab da geht die Spannung immer weiter in die Höhe, bis es in einen krassen Höhepunkt mündet. Ich hatte überhaupt keine Längen und war voll in die Geschichte mit hineingezogen. Das Ende setzt noch mal einen emotionalen Stich, der einen traurig aber befriedigt zurück lässt.

Szenerie / Setting

Laura Newman versteht es wirklich, die Umgebung und das Setting bildhaft und ausreichend darzustellen, ohne zu sehr auszuschweifen. Die sommerliche Stimmung in der alten, halb verlassenen Feriensiedlung kommt bei mir absolut an.

Sprache / Schreibstil

Insgesamt - wie von Laura Newman gewohnt - ein toller, frech jugendlicher und frischer Sprachstil. Manchmal macht sie mir zu viele verschachtelte Sätze und ich finde doch immer wieder gröbere Kommata-Fehler. Auch wenn Sie meinen Lesefluss nicht direkt gestört haben, sind sie mir aufgefallen. Laura Newman besticht durch einen facettenreichen Wortschaft und passende Metaphern reichern ihre Sprache perfekt an. Die gesamte Geschichte wird aus Emily Perspektive im Präsens erzählt und lässt einen tief in ihre Gefühlswelt eintauchen.

FAZIT

Eine ganz tolle Geschichte, die ich definitiv gerne gelesen habe! Sehr emotional und packend - genau mein Geschmack. 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.931)

4.389 Bibliotheken, 81 Leser, 6 Gruppen, 348 Rezensionen

"selbstmord":w=102,"jay asher":w=47,"jugendbuch":w=43,"mobbing":w=42,"tote mädchen lügen nicht":w=35,"suizid":w=29,"kassetten":w=28,"tod":w=23,"liebe":w=16,"freundschaft":w=16,"thriller":w=14,"gerüchte":w=14,"schule":w=12,"schuld":w=11,"jugendliche":w=10

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"liebe":w=1,"jugendbuch":w=1,"drogen":w=1,"unfall":w=1,"jugendroman":w=1,"wien":w=1,"freundinnen":w=1,"fotos":w=1,"wg":w=1,"regeln":w=1,"werte":w=1,"gegensätze":w=1,"narben":w=1,"arena verlag":w=1,"lebenslust":w=1

Wenn du dich traust

Kira Gembri
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401509563
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Als ich neulich mit meiner Tochter im Hugendubel war, fiel mir dieses Taschenbuch in die Hände. Ich kenne Kira Gembri schon von ihren selbstpublizierten Werken und bin von ihrem Stil und ihren Geschichten sehr begeistert. Deswegen war das für mich die Gelegenheit, auch mal ein Verlagsbuch von ihr zu lesen. Also habe ich es kurzerhand eingepackt.


Coverbild


Alle Cover der Verlagstitel von Kira Gembri sind in der gleichen Machart. Auf einem farbigen Hintergrund sieht man die Scherenschnitte von Personen, ein Mädchen auf einer Schaukel und ein Mann vor der Silhouette einer Großstadt. Um sie herum fliegen Herbstblätter herum. Der Buchtitel ist in einer farbigen Schreibschrift quer über das Bild gelegt. Für das Cover zeichnet sich Johannes Wiebel von punchdesign aus München verantwortlich von dem ich bewusst noch keine Arbeiten kenne. Ich mag aber diese Art der Cover, sie sind schlicht, leicht und doch zeigen sie ein bisschen von dem, was uns erwartet.


Handlung


Jay und Lea lernen sich in der Psychiatrie kennen. Jay muss dort Sozialstunden ableisten, Lea hat sich als Patientin dort einliefern lassen. Sie leidet unter Zwangsneurosen und hätte beinahe das Leben ihres kleinen Bruders aufs Spiel gesetzt. Ihr Zählritual erschwert ihr das Leben und sie leidet unter großen Ängsten. Als Jay wegen Geldnöten dem Chefarzt ein paar Scheine vom Tisch klauen will, wird er von Lea erwischt. Auch wenn Lea freiwillig in die Klinik gegangen ist, nutzt sie die Chance und geht mit Jay einen Deal ein. Sie zieht in die Männer-WG von Jay und seinen Freunden ein. Was natürlich unter den Kumpels nicht besonders auf Begeisterung stößt, zumal sie die Bude ganz schön mit ihren Eigenheiten auf den Kopf stellt und Jay immer wieder in die Quere kommt. Jays Freunde wollen das komische Mädchen los werden. 


Buchlayout / Haptik


Die insgesamt 336 werden in mal größere und mal kleinere Abschnitte eingeteilt. Bei jedem Kapitel wechselt die Perspektive zwischen Jay und Lea. 


Idee / Plot


Die Handlungsidee ist schon typisch für ein Jugendbuch. Ein Mädchen mit gewissen Problemen trifft auf einen Jungen, der sie zunächst abweist und so ganz anders ist. Zunächst wirkt er auch abgebrüht und ist ein typischer bad-boy. Doch im Laufe des Buches wird klar, dass auch er eine Vergangenheit hat und selber vieles aufarbeiten müsste. Was ich aber hier hervorheben muss ist, dass Kira Gembri das Thema von Toleranz und Akzeptanz angeht. Menschen mit Zwangsneurosen haben ein psychisches Defizit, sind aber nicht geistig behindert. In vielen direkten und indirekten Momenten kommt das sehr deutlich raus. Nur weil jemand in der Psychiatrie ist, heißt das nicht, dass er geistig oder körperlich beeinträchtigt wäre. Ihre Zwangsneurosen sind eine enorme Einschränkung für Lea, und sie leidet wohl am meisten unter den Auswirkungen in ihrem Leben. Ich finde, dass die Autorin dies unheimlich gekonnt in die Geschichte eingeflochten und trotz Lovestory ist dies der druchgehende Grundtenor. Besonders interessant finde ich, dass es eigentlich nicht um Lea geht. Für mich ist Jay die eigentliche Hauptperson. Denn nicht nur Lea hat Probleme und ihm wird durch ihre Anwesenheit einiges klar. Wer therapiert hier wen?


Emotionen / Protagonisten


Lea beginnt tatsächlich durch das Leben in der WG über ihren Schatten zu springen obwohl sie immer wieder von ihren Zwängen heimgesucht wird. Sie erleidet zwischendurch auch immer wieder einige und teilweise auch heftige Rückfälle. Leas Gedankengänge während eines Anfalls wirken oft abstrus und verstörend, aber auch sehr beklemmend. Denn sie ist ja nicht geistig gestört, sie bekommt ja alles mit und weiß aber auch, dass sie es einfach nicht abschalten kann. Sie ist aber trotzdem ein toughes Mädchen und wirkt für mich absolut authentisch. Manchmal ist sie aber auch ein ganz schöner Sturkopf, die aber trotz Psychosen ihren Humor und Sarkasmus nicht verloren hat. 


Jay ist frech, nach außen hin ein ganz schöner Macho und Frauenheld. Doch mit der Zeit blickt man hinter seine coole Fassade und merkt, dass auch er von seiner Vergangenheit gebeutelt wurde - auch wenn sich bei ihm daraus keine Psychose entwickelt hat. Nur dumm, dass er sich auf kriminelle Machenschaffen eingelassen hat, die ihn nur weiter in den Schlamassel ziehen. Und im Grunde ist er ein liebevoller Junge, dem sehr viel Leid zugefügt wurde und der gemerkt hat, dass Emotionen ihn nicht weiterbringen. 


Handlungsaufbau / Spannungsbogen


Die Handlung an sich und das Ende sind tatsächlich ein wenig vorhersehbar. Die beiden kommen irgendwie zusammen und machen eine Wandlung durch. Bis es aber dahin kommt, müssen beide einige Stolpersteine meistern. Aber es ging auch der Autorin nicht darum, aus diesen Handlungsstrang ein Geheimnis zu machen. Es geht vielmehr um die vielen kleinen Andeutungen, um die innere Erkenntnis, die beide Protagonisten durchmachen müssen. Der Ursprung von Leas und Jays Problemen wird erst mit der Zeit stückchenweise über das Buch hinweg erklärt. Und diese Vergangenheit erschwert zunehmends die Entwicklung der Liebesbeziehung. Das zieht die Spannung natürlich stetig an. Jay merkt erst spät, wie sehr er Lea braucht weil sie ihm wie ein Spiegel seiner eigenen Vergangenheit ist. 


„Und dann, als sie mich endlich bemerkt und den Kopf hebt, brechen die letzen Jahre einfach so von mir weg. Plötzlich bin ich wieder zehn Jahre alt, nichts als Knochen und blau verfärbte Haut, und lasse meinen Vater auf mich einprügeln. Ich habe mich so lange gegen dieses Gefühl abgeschottet, dass ich erst nach einer Weile kapiere, was es ist - Hilflosigkeit.“


Kira Gembri „Wenn du dich traust“ Seite 156 (Taschenbuch © 2017 Arena Verlag GmbH, Würzbug)


Szenerie / Setting


Jay und Lea leben in in der wunderschönen österreichischen Hauptstadt Wien. Da ich Wien kenne, kann ich mir die beiden da sehr gut vorstellen. Kira Gembri hat die Umgebung authentisch wiedergegeben und konnte mir alles bildhaft darstellen. Die typische Männer-WG ist mir absolut präsent und nichts wirkt überzogen. Die starken Panikattaken und zwangsneuralen Anfälle von Lea kommen unglaublich gut rüber und ich kann mir das sehr gut vorstellen und nachempfinden.




Sprache / Schreibstil


Absolut begeistert hat mich, wie bereits bei jedem Titel von Kira Gembri, der außerordentliche flotte, spritzige und flüssige Sprachstil. Den Perspektivenwechsel zwischen Jay und Lea aus der Ich-Perspektive im Präsens finde ich super gelungen. So bekommt man Einblick in beide Protagonisten und die unterschiedlichen Erlebnissen der Szenen. Der Leser ist nicht auf eine Sichtweise fokussiert sondern kann sich in die Emotionen Beider einfühlen.  




FAZIT


Handlung zwar vorhersehbar, dennoch spritzig und sprachgewaltige Geschichte mit sympathischen Charakteren. Humorvoll aber auch sehr berührend. Ich bin absolut begeistert.  

  (4)
Tags: arena verlag, jugendbuch, jugendroman, kira gembri, wien, zwänge, zwangsneurosen   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

adip, apokalypse, dystopie, jugenbuch, kanada, laura newman, virus, zombie, zombie dystopie, zombies

Anyone Dies in Paradise

Laura Newman
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.12.2017
ISBN 9783741241277
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem mich das erste Band der ADIP-Dilogie „Another Day in Paradise“ von Laura Newman so mitgerissen hat, musste ich auch gleich das 2. Band hinterherschieben. Das habe ich auch sofort getan und einfach Anschluß nach dem Ersten einfach weitergelesen.

Coverbild
Auch dieses Cover ist von Laura Newman selber gestaltet und ist in der Aufteilung dem des ersten Bandes gleich. Diesmal aber sehen wir eine weiße Landschaft mit Schneedünen. Natürlich zeigt auch hier der plakative Schriftzug den Titel des Buches. Neu sind allerdings die Gruppe von 4 Personen einige Ebenen hinter der wankenden Silhouette. Auch hier gefällt mir die Aufmachung des Covers sehr gut und es vermittelt hier ebenfalls nicht nur das Genre, sondern auch ganz gut, in welcher Landschaft sich der zweite Teil abspielen wird.

Handlung
Naya hat sich mit ihren Freunden Jaze, Summer und Gadget nun nach Kanada durchgeschlagen und suchen dort einen Ort, an dem sie in Sicherheit vor den Deadheads und der Seuche sind. Inzwischen hat sich die Seuche nämlich über die ganze Welt ausgebreitet und es gibt nur wenige Siedlungen oder Orte, die sich erfolgreich gegen die Krankheit abschirmen konnten. Doch auch egal, an welchem Ort sie ankommen, die Seuche schafft es immer wieder hinter die Barrieren zu gelangen. Die Deadheads werden immer mehr und es scheint wohl unausweichlich zu sein, ihnen überhaupt noch zu entkommen. Und doch ist es verwunderlich, dass die Vier sich nach Monaten Zombiegemetzel nicht angesteckt haben. Und ob sie jemals einen Ort finden werden, in dem sie vor dem Virus sicher sein können?

Buchlayout / ebook
Auch dieses Band wurde mit seinen 358 Seiten in 39 recht kurze Kapitel aufgeteilt. Da ich das schon aus dem Ersten kannte, konnte ich mich darauf einstellen. Die Kapitelüberschriften sind ebenfalls wie in Buch 1 gestalterisch aufbereitet. Neu allerdings ist die Einteilung in mehrere Abschnitte die dann jeweils einen Perspektivenwechsel einleiten.

Idee / Plot
Dass die Gefahr der Seuche nicht vorbei ist, war am Ende von Band 1 schon klar. Nach der Flucht aus New York und dem misslungenen Versuch, die Menschheit frühzeitig zu warnen, wollen die vier Freunde eigentlich nichts anderes, als einen Ort finden, in dem sie vor dem Virus geschützt sind. Nach Ausbruch der Seuche über die ganze Welt herrscht nur noch Misstrauen Fremden gegenüber und die allgegenwärtige Angst. Was auch verständlich ist. Ein bisschen erinnert das an Outbreak und die Frage, warum sich Naya und ihre Freunde bisher nicht angesteckt haben wird immer präsenter. Das wichtigste, was die Vier zusammenhält, ist das tiefe Vertrauen, welches sie füreinander über die lange Zeit in Texas und die Flucht nach Kanada aufgebaut haben. Sie können sich absolut aufeinander verlassen und haben gelernt, in den schlimmsten Situationen miteinander zu kämpfen und aufeinander Acht zu geben. Denn dass ist ihre einzige Überlebenschance. Neue Mitreisende haben es da schwer Fuß in die Gruppe zu fassen und das Vertrauen der eingeschworenen Freunde zu gewinnen.

Emotionen / Protagonisten
Der Verlust von Sam schmerzt Naya noch sehr, aber sie muss mit ihren Freunden ums Überleben kämpfen, und da haben Trauer und Emotionen kaum Platz. Auch die Zweisamkeit mit Jaze, so sehr sie sich beide danach sehnen, muss dem Wohl der Gruppe hintenanstehen. Ich habe Naya als wesentlich ernster und gesetzter empfunden, was mir aber auch in Anbetracht der langen Zeit in dieser Apokalypse als schlüssige Entwicklung erscheint. Ich konnte ihre Handlungen und Gedanken sehr gut nachempfinden.

"Der Anblick ist so entsetzlich, dass mir die Luft wegbleibt. Ich war mir immer so sicher, dass uns nichts geschehen kann. Nicht nach all der Zeit. Nach allem, was wir bereits durchgestanden haben. Ich hielt uns für unbesiegbar. Und nun muss ich erkennen, wie dumm dieser Gedanke ist. Wie dumm und naiv."

Laure Newman "Anyone Dies in Paradise (ADIP 2)“ Pos. 2052 (Kindle eBook © Laura Newman, Bremen)

Jaze ist nicht mehr so überhitzt und aufreißerisch wie im ersten Buch. Auch er ist nachdenklicher geworden. Seine Liebe zu Naya ist sehr groß und er würde sie immer und überall beschützen. Man kann seine Gefühle zu Naya sehr gut nachempfinden, trotzdem blitzt immer wieder noch seine unbeherrschte Art durch.

"»Ein Gutes hat die ganze Sache immerhin.« Summer und ich sehen ihn verwundert an. Auch Gadget runzelt die Stirn. »Den bescheuerten Paradiessatz können wir uns von nun an sparen.«"

Laure Newman "Anyone Dies in Paradise (ADIP 2)“ Pos. 3029 (Kindle eBook © Laura Newman, Bremen)

Miles war mir am Anfang recht sympathisch, aber seine Handlungen haben dann doch alles zunichte gemacht. Ich kann zwar schon verstehen, warum Naya ihn mitnehmen und damit retten wollte.

Summer und Gadget sind über den Großteil des Buches eher im Hintergrund, bekommen dann zum Schluß hin aber noch mal eine sehr wichtige Rolle. Ich habe beide sehr lieb gewonnen und fand sie durchweg sehr sympathisch. Und obwohl beide sich nicht offen dazu bekannt haben, hat man durchaus sehr gut mitempfinden können, wieviel sie sich bedeuten.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Einstieg war für mich zunächst erst mal enttäuschend. Denn der erste Abschnitt ist nicht aus Nayas Perspektive erzählt. Es geht um einen Jungen namens Miles, der mit seiner Familie in der verbarrikadierten Siedlung Trust lebt. Das hatte ich nicht erwartet. Aber ich war dann überglücklich, als dann in der folgenden Perspektive wieder aus Nayas Sicht erzählt wurde. Die Handlung ist deswegen zu Beginn etwas holperig, aber dann gewinnt die Spannung die Oberhand. Der Spannungsbogen wird durch eine überraschende Wendung noch weiter angehoben bis es dann in ein echt krasses und sehr blutiges und auch emotionales Finale mündet. Alle Fragen aus dem ersten und zweiten Buch sind für mich auch am Ende aufgeklärt worden. Und obwohl mir das Ende echt zugesetzt hat, konnte ich das Buch befriedigt schließen.

Szenerie / Setting
Diesmal sind wir in der Eiseskälte von Kanada, also genau das Gegenteil von der Texanischen Wüste. Trotzdem konnte mir Laura Newman die Umgebung sehr bildhaft und schlüssig vor Augen führen. Dieses Band ist aber noch brutaler und noch splattiger, und trotzdem sind mir die Protagonisten sympathisch geblieben. Passend zu eine Apokalypse gibt es immer weniger Menschen und die wenigen Überlebenden sind sehr misstrauisch geworden. Hier zählt nur noch das eigene Überleben und Rücksichtnahme auf andere könnte der eigene Tod bedeuten.

Sprache / Schreibstil
Die Lektüre ist trotz Zombie-Splatter-Dystopie für mich ein wahrer Genuss. Laura Newman hat für mich einen unheimlich tollen, bildhaften aber auch authentischen Sprachstil. Dieser Band ist nicht ganz so pointiert sarkastisch wie der erste Band. Sehr gelungen finde ich den Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Personen. Allerdings hätte Miles Perspektive für mich nicht gebraucht. Die kleinen Rückblenden sind gekonnt eingeflochten und das ganze Buch lässt sich in einem Rutsch lesen. Einige Beschreibungen von Szenen haben mich sehr beeindruckt und auch emotional berührt. Vor allem das Showdown ist definitiv nichts für schwache Nerven!

FAZIT

Absolut stimmiger Abschluss. Brutaler, aber trotzdem gefühlvoll und emotional. Roadtrip durch Zombie-Apokalypse mit sympathischen Protagonisten.

  (4)
Tags: adip, apokalypse, dystopie, laura newman, zombie dystopie   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

96 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

"dystopie":w=2,"endzeit":w=2,"zombies":w=2,"texas":w=2,"adip":w=2,"liebe":w=1,"überleben":w=1,"freundschaf":w=1,"apokalypse":w=1,"zombie":w=1,"seuche":w=1,"zombie-apokalypse":w=1,"laura newman":w=1,"zombie dystopie":w=1,"deadhead":w=1

Another Day in Paradise

Laura Newman
Fester Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.12.2017
ISBN 9783738646092
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Laura Newman habe ich in ihrem dystopischen Roman „This New World“ kennen und schätzen gelernt. Sprachlich hat sie mich total überzeugt. Deswegen stand die ADIP-Dilogie auch schon länger auf meinem SuB. Ich habe auch gleich beide Bücher hintereinander gelesen, da es so spannend war. 



Coverbild
Alle Coverbilder werden von Laura Newman selber gestaltet. Dieses Cover zeigt die Silhouette einer Großstadt vor einer Wüstenlandschaft, in dem eine einzelne Person wankend steht. Der Buchtitel ist mit fetten Lettern quer über die Seite platziert, Blutspritzer in der rechten unteren Ecke zeigen schon die Richtung des Titels an. Mir gefällt das Cover ausgesprochen gut. Plakativ und aussagekräftig. Mehr braucht es nicht und trotzdem vermittelt das Bild das Genre und die Stimmung sehr eindrucksvoll. 


Handlung
Der Bundesstaat Texas ist zusammengebrochen, die Menschen haben sich auf mysteriöse Weise zu einer Art Zombies verwandelt und meucheln alles, was in sich ihnen in den Weg stellt. Naya und ihre Freunde Sam, Gadget und Summer versuchen in diesem Chaos zu überleben und wollen sich gemeinsam zu einem Militärstützpunkt durchschlagen, von dem sie sich Rettung erhoffen. Auf ihrem Weg treffen Sie auf drei weitere Überlebende: Jaze, Amelia und dem kleinen Billy. Trotz anfänglichem Misstrauen bleiben sie beisammen und bringen auch noch die Gefühlswelt von Naya und Summer gewaltig durcheinander.


Buchlayout / Haptik
Die über 400 Seiten werden in 45 recht kleine Kapitel eingeteilt, was mich anfangs etwas störte, ich aber zum Schluß hin nicht mehr bemerkt habe. Jedes Kapitel wird mit einer kräftigen Grafik aus Versalienlettern und Blutspritzern eingeleitet. 


Idee / Plot
Bei Dystopien sind sich die Ideen oft ziemlich ähnlich. Vor allem, wenn es sich auch noch um „Zombie-Dystopien“ handelt. Irgendwelche mutierten Zombies setzen einer Minderheit an überlebenden Menschen nach und wollen diese ausrotten. So ähnlich ist es auch in diesem Buch. Dennoch ist es ein interessanter Plot, da die Seuche, die die Menschen befallen hat, einen bestimmten Ursprung und einen bestimmten Grund hat. Die verseuchten Menschen verwandeln sich auch in Wesen, die keine Gnade mehr kennen, sind aber immer noch Menschen und keine wirklich Untoten. Das gibt dem Ganzen noch einen bitteren Beigeschmack, denn die Überlebenden müssen sich mit allen Mitteln gegen die aggressiven Deadheads wehren. Nur, was macht man, wenn sich lieb gewonnene Menschen plötzlich verwandeln? Hier wird ein sehr interessantes Thema aufgegriffen: wann ist es ein bewusstes Töten eines Menschen und wann nur das Retten des eigenen Lebens vor einer wild gewordenen Bestie? Wo liegt die moralische Grenze? Abgesehen von der Motivation überhaupt diese Seuche in Umlauf zu bringen, spielt sich hier das Drama vor allem in der kleinen Gruppe der Überlebenden ab.


Emotionen / Protagonisten
Die kleine Gruppe um die 19 jährige Naya hat sich in dem apokalytpischen Chaos kennen zusammengetan und kämpft tagtäglich über ihr Überleben. Naya kommt bei mir sehr authentisch und sympatisch an. Sie ist tough, aber auch überlegt. Anfangs ist sie vom ruhigen, besonnen aber auch etwas grüblerischen Sam ziemlich angetan, kann die Gefühle aber auch nicht wirklich einordnen. Zumal in der dystopischen Situation Gefühle für sie fehl am Platz sind. Das ändert sich aber, als Jaze auf der Bildfläche erscheint. Der eingebrödlerische und manchmal auch aufreißerische Jaze schleicht sich langsam in Nayas Herz, wird aber zu einem harten Konkurrenten für Sam.


Die Beziehungsgeflechte kommen sehr gut raus und ich kann Nayas Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen. Auch wie sie lernt mit den Deadheads emotionslos umzugehen. Besonders berührt haben mich die sehr emotional tiefgreifenden Szenen, in denen Entscheidungen getroffen werden mussten die einen inneren Nachhall verursachen. Ich habe Nayas Trauer förmlich spüren können. Ebenso konnte sie mir auch die Empfindungen der Gefährten feinfühlig vermitteln.


"Und jetzt, wo die grässliche Klinge fort ist und ich das Gefühl habe, wieder mit Jaze und nicht mit einem gefährlichen Tier zu reden, bemerke ich erst, dass ihm ein paar Tränen über die Wangen kullern. Das verunsichert mich beinahe noch mehr als seine unberechenbare Art.“


Laura Newman „Another Day in Paradies“, Pos. 1262 (ebook kindle Edition © 2015 Laura Newman)


Sam entwickelt sich mehr zum großen Bruder, der zwar für Naya sehr tiefe Gefühle hegt, aber diese nicht über das Wohl der Gemeinschaft stellt. Das macht ihn mir sehr sympathisch. Jaze ist mehr der Draufgänger und Hitzkopf, dem auch mal seine Gefühle durch gehen. Das macht ihn aber um so authentischer und präsenter. Mir gefällt die Entwicklung zwischen Naya und Jaze. Einige sehr emotionale Momente haben tief in sein Herz blicken lassen und mir Jaze sehr nahe gebracht. 


Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Obwohl man gleich direkt in die Apokalypse hineingeworfen wird, kommt man schnell in das Buch hinein. Laura Newman hat auch gekonnt die Handlung aufgebaut und über den Plot hinweg immer wieder geschickt Rückblenden und Erklärungen eingebaut, so dass sich dem Leser die Spannung erhalten bleibt und häppchenweise tiefer in die Geschichte hineingezogen wird und sich die Zusammenhänge peu à peu erschließt. In der Mitte gibt eine unerwartete Wendung dem Ganzen noch mal eine enorme Würze und treibt die Spannung enorm voran. 


Szenerie / Setting
Klar, dass so eine Seuche in Amerika stattfinden muss, aber ich finde das passt ganz gut und ich kann mir das gut vorstellen. Die Autorin beschreibt die Umgebung sehr bildhaft, die Handlung und die Protagonisten wirken hier auch authentisch. Auch die texanische Wüste passt gut zur apokalyptischen Situation. Ja, es gibt viel spritzendes Blut und eine gewisse Abgebrühtheit im Töten der Deadheads, aber Laura Newman schafft hier eine moralische Trennung zwischen dem Abschlachten von Monstern und dem Verlust von lieb gewonnenen Gefährten. 


Sprache / Schreibstil
Besonders hervorheben muss ich hier der extrem spritzige, flüssige und sarkastisch pointierte Sprachstil von Laura Newman. Die Geschichte wird ausschließlich aus Nayas Perspektive als Ich-Erzähler im Präsens dargestellt, was die oft krassen Kampfszenen aber auch sehr emotionalen Situationen sehr gut unterstreicht und einen direkt vermittelt. 


FAZIT
Absolut spannende Geschichte mit mitreißenden Sprachstil machen dieses Buch zu einem Pageturner. Es hat mich total überzeugt, auch wenn Zombie-Dystopien mit viel Splatter nicht unbedingt mein absolut bevorzugtes Genre ist. Die Story um Naya und Jaze hat mich ziemlich gepackt.

  (4)
Tags: adip, apokalypso, dystopie, laura newman, zombie dystopie   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

FederLeicht. Wie ein Funke von Glück

Marah Woolf , Carolin Liepins
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783841505354
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

FederLeicht. Wie ein Funke von Glück

Marah Woolf , Carolin Liepins
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783841505354
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

76 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"feen":w=1,"federleicht-saga":w=1

FederLeicht. Wie der Kuss einer Fee

Marah Woolf , Carolin Liepins
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.09.2018
ISBN 9783841505347
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Da ich die ganze FederLeicht Saga überaus liebe und die Entwicklung unglaublich toll finde, war es für mich eine große Besonderheit, dieses Buch schon vorab als Testbuch lesen zu dürfen. Ich bedanke mich bei Marah Woolf sehr für diese außerordentliche Gelegenheit! Und vor allem danke ich auch den Mädels, wie immer ist eine Leserunde mit Euch einfach der Hammer! Dennoch möchte ich betonen, dass ich versuche dieses Buch ganz objektiv zu bewerten - obwohl ich gestehen muss, dass es mir schwer fallen wird, hier nicht ein bisschen voreingenommen zu sein.


Coverbild
Wie alle bisherigen Bände reiht sich auch dieses Cover nahtlos in die Saga ein. Diesmal ist es in Rot-Orange gehalten und der Ring in der Mitte hervorgehoben. Wie gewohnt sind die Arbeiten von Carolin Liepins grafisch hervorragend ausgearbeitet und gefallen mir persönlich immer sehr gut. 


Handlung
Nachdem nun Eliza und ihre Freunde Cassian, Sky und Frazer aus der magischen Welt verbannt wurden, finden sie sich in Sterling kurz nach dem Samhainfest wieder. Eliza trägt immer noch die Bürde des Siegels, welches sie vor Damian verstecken muss. Nun muss ein anderer Weg gefunden werden, die Magische Welt vor der Machtgier des Damian de Winter zu retten. Da ihre Freunde schon viel Leid erfahren haben und die Ereignisse erst mal verarbeiten müssen, möchte Eliza sie mit ihren Problemen nicht mehr belasten. Sie ist auf sich alleine gestellt, bekommt aber Hilfe von unerwarteter Seite. Wäre da nicht der bockige Elf Cassian, der sich nun endlich zu ihr bekennt aber Eliza immer noch beschützen will und am liebsten abhauen würde. Als hätte Eliza nicht schon genug belastende Verantwortung, sieht sie sich auch noch einem gewaschenen Beziehungskonflikt gegenüber. 


Buchlayout / eBook
Die ca. 290 Seiten sind durch die 16 Kapitel in angenehme Längen eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit einer sich abwechselnden hübschen und filigranen Ornament-Zeichnung und der Kapitelnummer eingeleitet.


Idee / Plot
Was passiert nun mit Eliza und ihren Freunden in der Verbannung? Wie geht es ihnen, nachdem Sie Victor verloren haben, der sie zwar in allen Belangen getäuscht und betrogen hat, aber trotzdem ein Freund für sie war? Und wie ergeht es einem Elfen, der seiner Welt beraubt wurde? Der Weg in die magische Welt ist ihnen verwehrt, der heilige Baum friert ein und stirbt, und Damian de Winter greift immer mehr nach der Macht. Wie soll nun Eliza die Siegel zerstören? 


In diesem Band geht es nicht so sehr um „action“, sondern vielmehr um das Verarbeiten der Geschehnisse und der Suche nach einem neuen Weg, die Siegel zu zerstören. Es geht auch um die Klärung von Beziehungen und wie es Personen ergeht, die entweder ihre Heimat oder einen lieb gewonnen Mitmenschen verloren haben. Auch dieses Band ist mal wieder ganz anders, als man es nach dem Band V erwarten würde. Das ist auch das, was mich an dieser Saga immer so sehr begeistert. Kein Buch ist nach Schema F, sondern jedes für sich einzigartig und was besonderes. Dieses hier ist etwas sanfter, nicht so aufregend und geheimnisvoll aber dennoch voller Wendungen und geballter Ladung unerwarteter Gefühle und Entscheidungen.


Emotionen / Protagonisten
Endlich können Cassian und Eliza sich zu ihrer Liebe bekennen und sich ihr hingeben. Aber Cassian würde seinem Ruf als bockigster Elf nicht gerecht werden, wenn er nicht versuchen würde Eliza zu bevormunden. Aber hier bleibt Eliza stark und erkennt, dass es um das Große und Ganze geht, und kann nicht nach Cassians Willen handeln. Denn Sie muss die magische Welt retten, damit ihre Beziehung überhaupt eine Zukunft hat. Sie erkennt, dass sie beide ein Kommunikationsproblem haben, aber sie weiß, was sie wirklich tun muss. Und wenn das auch bedeutet, Cassian zurückzuweisen. Mir gefällt es ausgesprochen gut, dass in dieser Beziehung nun, obwohl sie endlich zueinander gefunden haben, nicht gleich alles Friede Freude Eierkuchen ist - und sie gemeinsam gestärkt gegen das Böse ankämpfen - wie man es nun erwarten würde. Nein, denn jede Beziehung, so sehr man sich auch liebt, ist trotzdem immer ein zerbrechliches Konstrukt, welche gepflegt und immer neu ausgewertet werden muss. Das kommt hier großartig raus und ich finde, hier hat Marah Woolf wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen.


Cassian ist verbohrt und bockig wie eh und jeh. Ein bisschen zu viel finde ich und auf eine andere Art und Weise, als in den ersten 5 Bänden. Aber was soll man machen, wenn man seiner magischen Heimat beraubt wird? Und die Liebe des Lebens lieber die Welt retten möchte, als sich mit ihm in einen Kokon zu verkriechen? Ja, am Schluss hätte mir Cassian doch etwas mehr „Weitsicht" haben können.


Sky und Frazer sind von den Erlebnissen auf Avallach und im Haus der Wünsche so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie sich zurückziehen. Sky muss den Verlust von Viktor verarbeiten, was ihr sichtlich schwer fällt. Und Frazer kümmert sich zwar sehr fürsorglich um sie, kommt aber in so eine Art Co-Abhängigkeit. 


Viel Raum erhält anfänglich auch die Beziehung zwischen Fynn und Grace, die ja im Haus der Wünsche ums Leben gekommen ist und am Ende des Band V wieder auftaucht. Die „Beziehung“, wenn man es denn so nennen möchte, zwischen den beiden ist enorm gestört, denn Fynn ist tierisch sauer auf Grace, seil sie ihm angeblich fremd gegangen sei, und verhält sich teilweise richtig fies zu ihr. Grace selber macht aber im Laufe des Buches eine tolle Wendung mit, obwohl ich an ihrer Stelle wohl nicht so lange ausgehalten hätte.


Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Nach dem sehr aufregenden Band V wirkt dieser viel ruhiger und will gar nicht so sehr „noch mehr drauflegen“, sondern hier geht es wirklich mehr um das Zwischenmenschliche (Zwischenelfliche?). Der Spannungsbogen wird demnach auch sehr sanft aufgebaut, am Anfang ist die Handlung vielleicht etwas schleppend. Trotzdem nimmt die Spannung immer mehr zu, es kommt zwar auch zu aufregenden Kampfszenen, die hier aber nicht so im Vordergrund stehen. Ich bin vielmehr von den vielen feinen und gefühlvollen Momenten sehr begeistert. Einige kleinere und eine sehr unerwartete Wendung lassen alle bisherigen Bände in einem ganz anderen Licht erscheinen, was für mich im Nachhinein absolut stimmig ist. Das Buch endet auch wieder in einem großartig aufregenden Finale, auf das Eliza und ihre Verbündeten hingearbeitet haben - und das zwar ein irgendwie erwartetes Ende nimmt - uns aber dennoch mit einem fiesen Cliffhanger zurück lässt.


Und dennoch ist das Zeitparadoxon und Graces Rückkehr immer noch schwer zu verstehen, obwohl sich Marah wirklich darum bemüht das dem Leser verständlich zu machen. Man muss es einfach akzeptieren, dass es funktioniert. Macht man sich viel zu viele Gedanken über den „Realismus", zerstört man sich einfach die Magie dieses großartigen Buches. Es ist eine Fantasy-Story, und da funktioniert sowas eben. Wir haben in unserer Testeleser-Gruppe lange darüber diskutiert. Das Problem liegt einfach darin, dass die bisherigen 5 Bücher nach und nach entstanden sind. Marah hat so eine unglaubliche Fantasie und sprüht nur so vor Ideen. Dass sich dann mal ein paar Kleinigkeiten im Laufe der Bücher im Wege stehen können, bleibt wohl nicht aus. 


Szenerie / Setting
Da wir uns vorrangig in bekannten Umgebungen befinden, braucht die Autorin hier nicht in ausführliche Beschreibungen ausschweifen. Dennoch schafft Sie es immer wieder die Umgebung und Stimmung bildhaft und greifbar zu beschreiben. 


Sprache / Schreibstil
Was soll ich zu Marahs Sprachstil noch sagen. Ich kann mich da einfach nur wiederholen, sie schreibt so flüssig und eingängig. Die Ich-Perspektive in Präteritum kommt ohne große Kapriolen oder komplizierte Beschreibungen aus, was für manche zwar nicht außergewöhnlich erscheinen mag, ich aber sehr angenehm zum Lesen empfinde. Ich fliege durch die Seiten und kann mich in die Protagonistin Eliza unheimlich gut einfühlen. Vor allem aber die Gefühle bringt mir Marah unglaublich ausdrucksvoll nahe, dass ich oft intensiv mitgefühlt und auch geweint habe. Teilweise hat es ich sehr ergriffen.


FAZIT
Wieder ein Buch von Marah Woolf, das mich total überrascht hat. Das Band voller Offenbarungen und Wendungen, Gefühl und Entscheidungen. Die perfekte Vorbereitung auf das große Finalband VII. Ich bin begeistert und mächtig gespannt! 

  (6)
Tags:  
 
194 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.