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264 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Bei diesem Buch muss man wohl unweigerlich zunächst an "Roots" (Wurzeln) von Alex Haley oder vielleicht sogar an "12 Years a Slave" (Zwölf Jahre als Sklave) denken und doch wird allein schon anhand des Titels "Underground Railroad" schnell klar, dass es doch in eine ganz andere Richtung gehen wird.

Colson Whiteheads schreibt einen brisantes und obwohl historisch geerdet, mehr als aktuellen  Roman, der gerade den heutige Rassismus in den USA erschreckend reflektiert und vielleicht aber zum Teil begreiflich macht. Das erst was bei diesem Buch auffällt, es ist handwerklich gut geschrieben, eine ergreifende Sprache ohne den Lesefluss zu beeinträchtigen, was sicher auch auf die mehr als gelungene Übersetzung von Nikolaus Stingl zurückzuführen ist. Das zweite Herausstellungsmerkmal ist wohl die unglaublich präzise und detaillierte Einordnung ist das geschichtliche Umfeld, natürlich mir den Freiheiten in Puncto "Untergrund Eisenbahn", auch wenn dieser Begriff und das macht das Buch so reizvoll, als Begriff und quasi Institution ebenfalls existierte. Ist es  doch ein Symbol für das informelle Netzwerk, das Sklaven auf der Flucht aus den Südstaaten der USA nach Norden unterstützt hat.

Auch wenn dieses Buch geschichtlich geerdet ist, habe ich doch in letzter Zeit selten ein so spannendes und vor allem fesselndes Buch gelesen. Im Fokus stehen zwei große Protagonisten, die Sklavin Cora, die in die Freiheit fliehen möchte, sich nicht länger mit einem Schicksal der Unterdrückung und Ausnutzung abfinden will.  Auf dem Weg durch verschiedene Bundesstaaten, mit jeweils ganz eigenen Gesetzen wie mit Sklaven / Sklaverei umzugehen ist hat sie einen Gegenspieler, den Sklavenfänger Ridgeway (Nachtreiter), der die Mutter von Cora ebenfalls jagte, aber nie zufassen bekam und nun ein besonderes Interesse an der Tochter hat. Die Jagd, der Jäger  ist besonders grausam, wütend und dämonisch, den dafür ist der Nachreiter bekannt. Dabei wird der Leser nie geschont und doch ist es kein Splatter Orgie oder Horror, es ist einfach ein Bild der Zeit, wie es sich zugetragen hatten, was Whiteheads minuziös aus diversen historischen Erzählungen der Sklaven studiert hat. Enttäuschung, wenn die Flucht in einer Sackgasse endet, Blendungen, wenn Sklaven versuchen zu lesen und körperliche Verstümmelungen für Fluchtversuche und Diebstahl und natürlich Vergewaltigung sind sie eben, leider, ein Bild dieser Zeit und doch beschreibt der Autor dies nicht nur um des puren Akt der Grausamkeit, sondern immer auch als Spiegel der Zeit. Das gelungene Spiel aus Jäger und Gejagter, der das menschliche nie aus den Augen verliert, ist fesselnden und informativ bis zur letzten Seite.

Auch wenn das Buch nicht oder nur marginal mit den erwähnten Klassikern vom Eingang zu tun hat, ist es doch ein geschickt geschriebenes Buch, dass mit den Emotionen der Lesern spielt und kaum etwas offen lässt, nicht umsonst hat es 2017 den Pulitzer-Preis und den National Book Award  2016 erhalten. "Underground Railroad" ist ein neuer Klassiker, der zukünftig vermutlich in einem Atemzug mit "Roots" (Pulitzer-Preis 1977) genannt wird. Gewinnbringend sind auch die einführenden Worte die zeigen, wie sehr Colson Whiteheads dieses Thema als Erbe einer Generation immer noch bewegt und eine ganze Nation im Kern wohl nie gänzlich loslassen wird. Auch wenn es diese Form der Sklaverei heute nicht mehr gibt, die Vorurteile und der Rassismus dominiert auch diese Epoche, auch das zeigt das Buch eindrücklich.

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282 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 106 Rezensionen

familie, selbstmord, tod, roman, tragödie

Was ich euch nicht erzählte

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423280754
Genre: Romane

Rezension:

Die Stärken dieses Buches liegen in der Zeichnung ihrer Charaktere, dabei sind diese nicht überspitzt und überzeichnet, sondern sie ziehen ihre Kraft aus der Alltäglichkeiten, der schieren  Gewöhnlichkeit, mit der man sich ohne weiteres identifizieren kann. Diese Buch ist wie ein Eisberg, der größte Teil der Geschichte, die ganze Tragik und Tiefe, bleibt unausgesprochen und schwingt doch immer zwischen den Zeilen mit. Allein die Art und Weise wie Ng ihre Geschichte erzählt, die Handlung aufbaut und dem Leser ihre Figuren näher bringt, lässt definitiv nicht vermuten, dass es sich hierbei um ihr Debütroman handelt.

Die Geschichte spielt in den 70ern und wie einst bei Columbo, beginnt es mit einer Toten, Lydia. Doch dann fängt die Autorin an den Leser in Leser in Lydias  Familie zu ziehen, der Vaterfigur,  die sich nie ganz heimisch fühlt. Eine Mutter die ihre Träume und Wünsche für die Familie zurückstellte und nun ihren Ambitionen in den Kindern verwirklichlichen will. Der Bruder der innerhalb der Familie nie wirklich wahrgenommen wird und seine Stärken nicht wirklich entfalten kann und Lydia, die den Erwartungen der Eltern emotional nicht gewachsen ist. Nicht zu vergessen Hannah, die schweigsame Beobachterin der Familie.

Dieses Buch schwankt zwischen den Perspektiven dieser Figuren und erzählt die Geschichte daher aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Familienmitglieder. Jeweils werden die eigenen Maßstäbe, des jeweiligen Erzählers, als Referenzpunkt und Maßstab genommen und so, ein Psychogram der Familie gezeichnet, das generationsübergreifend ist. Auf der Suche nach der Beantwortung der Frage, warum Lydia sterben musste, empfindet der Leser Sympathie und Abscheu gleichermaßen. Die vorsichtige, abwägende Erzählweise, macht was erzählt wird nur umso beeindruckender. Themen wie Rassismus, Eingliederung und Sexismus, werden thematisiert, jeweils im Licht des kulturellen Hintergrunds und machen das gesamte Buch umso kraftvoller. Viele kleine Episoden fügen sich daher am Ende zu diesem beeindruckenden Debüt zusammen.

Aus diesem Buch geht man nicht fröhlich hervor, ein Melancholie bleibt am Ende haften, aber auch Hoffnung, blickt man auf Nath und Hannah. Insofern hat mir das Buch außerordentlich gut gefallen und ich kann es nur jedem an Herz legen. Eines der besten Bücher in dieser Kategorie für 2016!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kanada, comics, dystopie, vaughan, comic

We Stand on Guard

Brian Vaughan , Jacqueline Stumpf , Steve Skroce
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 18.04.2016
ISBN 9783864258367
Genre: Comics

Rezension:

Wenn es einen Namen in der Comicbranche gibt, der immer wieder aufhorchen lässt, dann ist es Brian K. Vaughn. Wie kein Zweiter hat er es über die Jahre geschafft seine Leser zu überraschen und für ihn einzunehmen. Nach „Y The Last Man„, „Ex Machina“ und „Saga„, dabei ist dies nur die Spitze des Eisbergs, zeigt er auch mit seinem neusten Buch „We Stand On Guard“ , warum er zur Crème de la Crème der Kreativen in dieser Branche zählt.Es ist ein apokalyptische Geschichte, die in er nahen Zukunft spielt, in der aufgrund der Globalen Erwärmung die Wasservorräte knapp werden und die USA in Kanada einmarschiert, das Land besetzt um den Bedarf an Wasser für seine Bewohner zu stillen. Die Hauptrolle spielt Amber, die wir als Kind kennenlernen, der bei einem Erstschlag, bis auf ihren wenige Jahre älteren Bruder Tommy, die Familie genommen wurde und die sich schnell als eine Art „Ljudmila Pawlitschenko“, die tödlichste Scharfschützin des Zweiten Weltkriegs, entpuppt. Vaughn erzählt die Geschichte mit Rückblenden, wie sie im Film und in Serien üblich sind, dadurch rücken seine Figuren emotional immer näher und man will einfach wissen, wie diese Geschichte ausgeht. Die Geschichte findet ein befriedigendes Ende, gleichwohl werden nicht alle Handlungsstränge aufgelöst, ein zweiter Band, wenn auch nicht geplant, somit nicht gänzlich ausgeschlossen.Natürlich ist diese Gesichte nicht gänzlich perfekt oder frei von Clichés, hier und da gibt es kleinere logische Sprünge. Vielleicht hatte ,man aber auch mehr als 6 Hefte geplant, was z.B. die Szenen erklären würden, in der Amber mit verbunden Augen in die geheime Basis gebracht wird und wenige Minuten später aus der Basis kommend, den Angriff leitet. Auf der anderen Seite erinnert das Setting etwas an die jüngste Europäisch Vergangenheit und in Teilen vielleicht auch das Buch „Defiance: The Bielski Partisans“ von Nechama Tec, wenn man sich die Untergrundgruppe „Zwei-Vier“ anschaut. Das ändert aber nichts daran, dass „We Stand On Guard“ ein geschickt und packend erzähltes Science-Fiction Drama ist, das einen so schnell nicht mehr loslassen wird, hat man einmal mit dem Lesen begonnen.In Szene gesetzt wird das Ganze von Steve Skroce, bisher weniger bekannt für seine Arbeit als Comic Illustrator, obgleich er schon für Spiderman und Wolverine gezeichnet hat. Seine Wurzeln als Storyboard Zeichnern, unter anderem für Filme wie I, Robot, V for Vendetta, Cloud Atlas und Jupiter Ascending, spürt man dennoch. Er hat ein Auge für Details und führt den Leser gekonnt durch den im Kopf ablaufenden Film. Gespickt mit vielen kleinen visuellen Highlights, jeder Menge Technik, aber emotionaler Mimik und Körpersprache unterstreicht es nur die Qualität des Buches.Der richtig Ton gibt Matt Hollingsworth mit seinen Farben, der schon für Hawkeye, Daredevil und Preacher koloriert hat und für letzteres einen Eisner Award erhielt.Insgesamt vielleicht nicht das beste Buch von Brian K. Vaughan, was aber aufgrund der vielen starken Bücher nicht einmal abwertend ist. Es ist und bleibt ein herausragendes Buch, gegenüber allem was sonst derzeit auf der Markt erscheint und ist somit nicht nur für Fans von Vaughan ein ganz heißer Tipp.
Eine ausführliche Besprechung als Podcast findet man wie immer auf Comic Review in der Ausgabe "CRFF204 – We Stand On Guard".

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Marvel Super Heroes: Secret Wars

Jim Shooter , Mike Zeck
Buch
Erschienen bei Panini, 16.11.2015
ISBN 9783957985835
Genre: Comics

Rezension:


Im Moment sind diverse Superhelden-Events, die es bei Marvel in regelmäßigen Abständen gibt, oft auch negative besetzt, nicht weil die Serien so schlecht sind, aber sie werden häufig als das große „Ding“ beworben und am Ende ist doch alles wieder, mehr oder weniger, beim Alten.

ABER, es gibt ein Event, das allen anderen vorausging und auch heute, nach nunmehr fast 30 Jahren, nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Die Rede ist von „Secret Wars“ dem Klassiker von 1984, der Mutter aller Superhelden-Events, einer Miniserie in 12 Heften, komplett in einem Band, bei der man zwischenzeitlich die Jahreszahl mit angeben muss, da es ein gleichnamiges Megaevent aus dem Jahr 2015, von Jonathan Hickman gibt.

Jim Shooter, der Autor dieser Serie, hat dabei einen Meilenstein der besonderen Art geschrieben, ein imposanter Kampf zwischen Gut und Böse, im Stile der alten Gladiatorenkämpfe, bei denen es am Ende nur einen Gewinner geben kann. Bis dahin einmaligen, kämpfen die Avengers, die Fantastic Four, die X-Men, Spider-Man und Hulk gegen den Beyonder und Doctor Doom auf einer großen Bühne und selbst Magneto spielt ein ungewöhnliche Rolle. Alle diese Protagonisten, eigentlich Solokämpfer, wurden an einem Punkt im Universum vereint und in Szene gebracht. Der Aufbau erinnert dabei ganz klassisch an ein Theaterstück in drei Akten, eigentlich sind es ja vier. Die Basis, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, der Beyonder hat allen auf einen Planten entführt und es kann eigentlich nur eine Partei den Sieg erlangen und der Preis dieser Auseinandersetzung einfordernd. Die Zuspitzung des Konfliktes bis zum Höhepunkt, mit vielen Kämpfen und immer wieder neuen Ideen was die Reibungspunkte bringt und das große Finale mit der Auflösung, der Konklusion. Die Besonderheit dies ereignet sich bereits in Heft 10 und daher auch der vierte Akt, in den Hefte 11 & 12 gibt es eine Art Prolog, ein Nachspiel, in meinen Augen übrigens fast der stärkste Teil. Wer diese Geschichte, dieses Buch, aufmerksam liest wird feststellen, dass viele zukünftige Events und Ereignisse hier ihre Wurzeln finden und gerade deshalb ist dieses Buch gewinnbringend wie kein zweites.

Es ist in seiner Komplexität und dem Ton, in dem es geschrieben wurde, sicher keine Einsteigerlektüre und bedarf sicher auch etwas Leidenschaft und Interesse, aber wie bei allen Klassikern der Literatur, muss sich auch hier das Gewinn erarbeitet werden.

Das Artwork von Mike Zeck und Bob Layton ist etwas in die Jahre gekommen und mit dem heutigen Standard nicht mehr zu vergleichen und doch hat es seine ganz eigene Faszination. Diese Grafik strotzt noch voller Energie, Ausdrucksstärke und Lebendigkeit, wie man sie vielleicht mit einen Jack Kirby in Verbindung bring. In den einzelnen Panel, mal abgesehen von der Mode und den Schönheitsideale dieser Zeit, erkennt man die Handwerkskunst dieser Zeit, als Zeichnen noch Handarbeit war und dass ist es auch was man dem Artwork zugutehalten muss.

Über die Kolorierung muss man an dieser Stelle keine großen Worte verlieren sie ist etwas in die Jahre gekommen, aber wirkt auf keine Fall befremdlich oder falsch.

Dieses Buch in dem nun alle 12 Hefte zu finden sind ist ein echter Klassiker, auch wenn man die neueren Megaevents vielleicht nicht mehr mag, sollte man dieses doch gelesen haben, gerade weil man dadurch auch ein besseres Verständnis für alle zukünftigen Events bekommt und das Marvel Universum als solches. Die perfekte Vorbereitung auf das 2015er Event „Secret Wars“, das 2016 auf Deutsch erschienen ist.

Eine ausführliche Besprechung als Podcast findet man wie immer auf Comic Review in der Ausgabe "CRFF199 – Marvel Super Heroes Secret Wars".

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MPH - Schnelle Pillen

Mark Millar , Duncan Fegredo
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 25.04.2016
ISBN 9783957987204
Genre: Comics

Rezension:


Nur am Rande: Da steht zwar Band 1, aber eigentlich ist es eine abgeschlossene Miniserie in 5 Akten (Heften) und die sind alle in diesem Buch.

Wenn er will kann Mark Millar es einfach immer noch, er liefert mit „MPH“ ein Fiktion – Aktion – Werk der Extraklasse ab, dass mit seiner Kurzweiligkeit und dem spannenden Plot zu überzeugen weiß. Millar ist ein Meister seines Fachs und diese Geschichte ist ein guten Beispiel dafür, sie ist wohl durchdacht, gut aufgebaut und vor allem bestens getimt.
Es ist die Geschichte eines Jugendlichen, der im Gefängnis eine vermeintliche Droge mit dem Aufdruck MPH erhält, am Boden zerstört soll dies sein erster Drogenerfahrung werden. Doch es kommt ganz anders, den diese Pille macht ihn quasi schneller als das Licht, zumindest werden alle anderen so langsam, dass sie wie erstarrt im Raum stehen. Natürlich fährt Mark Millar an diese Stelle fast alle Klischees oder Vorurteile auf die man sich denken kann, stört dies den Genuss, nein, so oder so ähnlich würden 99,9% Menschen handeln, wenn es diese Droge tatsächlich geben würde. Millar spricht aber eben auch andere Seiten an, macht sich lustig über die einen oder anderen Aspekte die eine solche Droge oder der Verwendung mit sich bringen würde und handelt sie doch elegant in einem Nebensatz ab. Nichtsdestotrotz schafft er es dabei nicht skurril oder abgehoben daherzukommen, er gibt allem eine gewisse Erdung und liefert dabei eine spritzige aber doch plausibel Story ab. Millar schafft es selbst bis fast zum Schluss, bestimmte Aspekte der Geschichte vor den Augen des Lesers zu verstecken und wartet mit einem Ende auf, dass bei allen bekannten Elemente wirklich überrascht kommt und dem ganzen eine runden Abschluss gibt.
Grundsätzlich wäre eine Fortsetzung möglich, aber ich hoffe es bleibt bei diesen 5 Ausgaben, bieten sie doch alles, was man für den perfekten Kopfkinoabend benötigt.
Natürlich lebt dieses Buch auch vom Artwork Duncan Fegredo, der vor allem durch seine Arbeit für Hellboy und B.P.R.D. bekannt wurde. Er vermag hier auf ganzer Linie zu überzeugen, er liefert nicht nur plausible und überzeugende Charaktere ab, nein er fängt auch die Grundidee von MPH gekonnt ein und arbeitet mit dem Element der Bewegung und des Stillstandes in einem Panel äußerst kunstvoll. Das Artwork trägt immens dazu bei, den Leser in einen cineastischen Rausch zu versetzten. Einmal angefangen dieses Buch zu lesen, wird man es nicht so schnell aus der Hand legen.

Eine ausführliche Besprechung als Podcast findet man wie immer auf Comic Review in der Ausgabe "CRFF144 – MPH".

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Deep State 01

Justin Jordan , Ariela Kristantina , Ben Wilsonham
Fester Einband
Erschienen bei POPCOM, 14.04.2016
ISBN 9783842019782
Genre: Comics

Rezension:

Deep State hat einen tollen Auftakt, vielversprechende Cover und scheint genau die richtige Mischung aus Sci-Fi und Mystery zu sein. Die Geschichte beginnt fulminant mit dem Absturz eines russischen Raumschiffs, dessen Besatzung vor den Amerikaner auf dem Mond waren und die dem Ereignis, um die Mondlandung, eine ganz neue Richtung geben. Das Raumschiff stürzt auf dem Gebiet der USA ab und natürlich beginnt die Geschichte erst wirklich, sie lässt sich am besten mit “ein Hauch von Akte X” beschreiben.
Leider versandet die Geschichte aber auch etwas in Banalitäten und wirkt daher am Ende an manchen Stellen etwas skurril und uninspiriert. Der tolle und irgendwie kreative Auftakt wird dann im Tausch gegen “Zombies” aus der Hand gegeben, die Geschichte wirkt fast wie ein eingefärbtes “The Walking Dead” das auf “Men in Black” oder “Akte X” trifft. Es ist kein schlechtes Buch und das weiße Kaninchen, das am Ende hervorgezaubert wird, gibt dem ganz noch einmal eine neue Wendung. Zumindest ist ein schöner Kniff und bewahrt das Buch davor, alle Trümpfe zu früh aus der Hand zu geben. Ich bin gespannt, ob der Autor im nächsten Band (Heft) die Stärken des Auftakts wiederfindet und ausspielen kann, persönlich würde ich mir dies jedenfalls wünschen.
Das der Autor Potential hat, hat er fast zeitgleich mit dem Buch “Spread” unter Beweis gestellt.
Obwohl die Cover aller Einzelheft wirklich ein echter Blickfang sind, ist das Artwork im Buch selbst leider nicht von gleiche Qualität. Es wirkt oft schlicht, grob und die Kolorierung eher einfach, alles in allem bleibt Ariela Kristantina etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück, schaut man sich die Cover oder einzelne Panel an, schade.

Eine ausführliche Besprechung als Podcast findet man wie immer auf Comic Review in der Ausgabe "CRFF142 – Deep State Vol. 1".

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graphic novel

Giant Days 01

John Allison , Lissa Treiman , Whitney Cogar
Fester Einband
Erschienen bei POPCOM, 17.03.2016
ISBN 9783842023871
Genre: Comics

Rezension:


Da Frauen, ohne Zweifel, ihre Freude mit diesem Buch haben werden, sollte man nur eines von Anfang an und in aller Deutlichkeit klarstellen, dieses Buch ist auch etwas für Männer, also solchen mit Haaren auf der Brust und so. Natürlich mangelt es hier an Frauen in Spandex und mit üppiger Oberweite, macht aber nichts, denn dafür bekommt man Frauen mit Kopf und Verstand, von ganz „normal“ bis abgedreht. Eine „Coming of Age“ Geschichte der besonderen Art, die mit starken, aber auch witzigen Dialogen glänzen kann und vielleicht an Filme erinnert wie „Juno“ oder, in Ansätzen, an “ Whip It“. Wer dabei denkt, dieses Buch wäre von einer Frau geschrieben, könnte falscher nicht liegen, denn dieses Buch stammt aus der Feder des Briten John Allison.

Es ist die Geschichte einer WG, oder sollte man sagen Zweckgemeinschaft, der drei Mädels Susan, Esther und Daisy. In diesem ersten Band, er enthält die erste vier Hefte dieser fortlaufenden Reihe, werden, jeweils Episodenweise, interessante und witzige Momente aus deren Leben erzählt. Diese drei Figuren vereinen das gesamt Gefühlsspektrum von ruhig über normal zu leicht chaotisch. Jedes dieser einzelnen Hefte funktionierte ohne Probleme auch solo und doch gibt es auch hier einen alles verbindenden roten Faden. Es wird das Leben an der Uni, Gefühle und Erfahrungen, die das Campusleben mit sich bringt beschrieben, dazu gehören Partys, Alkohol, Drogen und der obligatorische Gedankenaustausch über Sex. Auch die Erinnerungen an früher, eingeleitet durch die lautstarke Ausrufe der jeweils restlichen Mädels „Flashback, Flashback, Flashback….“ sind in der Gesamtheit einfach köstlich.

Das Artwork von Lissa Treiman, vielleicht liegt es aber auch an der Kolorierung von Whitney Cogar, erinnert etwas an Bücher wie „Monster Allergy“ und „Das Leben ist kein Ponyhof“ von Sarah Burrini. Hier und da blitzen auch Momente durch, bei denen man Parallelen zu „Scott Pilgrim“ von Bryan Lee O’Malley finden kann.

Also nur Mut ihr wilden Kerle, dieses Buch wird euch gefallen, auch wenn es um Mädchen und Beziehungen geht und das Zwischenmenschliche klar im Vordergrund steht. Völlig zu recht wurde dieses Buch für den Eisner Award 2016 in der Kategorie “ Best Continuing Series“ nominiert. Spritzig leicht und amüsant ist es auf jeden Fall geschrieben und sollte daher beim nächsten Besuch im Comicladen eures Vertrauens auf jeden Fall unter die Lupe genommen werden und da der Autor bereits für seinen Buch „Bad Machinery“ ausgezeichnet wurde, sollte man dies vielleicht auch unter die Lupe nehmen.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF198 – Giant Days 1: Auf sie mit Gebrüll!" von Comic Review.

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191 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

thriller, schönheit, goldener schnitt, mona lisa, kunst

Das Mona-Lisa-Virus

Tibor Rode
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.03.2016
ISBN 9783785725672
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Dieses Buch ist gutes Popcornkino, es liest sich schnell und hat einen annehmbaren Handlungsbogen. Der Aufhänger ist das wohl bekannteste Bild der Welt, dessen Entstehungsgeschichte, warum die Mona Lisa über die Jahrhunderte so reizvoll war und ist. Es ist die ewige Frage was macht Schönheit aus und welchen Stellenwert hat sie in unser Gesellschaft. Die Entführung der Schönheitskönigen, wie man dem Klappentext entnehmen kann, ist nur ein winziger Aspekt der eigentlich Handlung. Es geht um Entführung, Erpressung, Kunstraub und Größenwahn, wobei trotz alle dieser Punkte die Spannung nur mäßig hoch gehalten wird. Etwas Spannung wird dadurch erzeugt, dass der Autor über diverse Schauplätze und auch die Zeit, zurück zur Entstehung des Gemäldes, springt. Der eigentlich Handlung tut dies keinen Abbruch, die Kapitel sind kurz und man kann der Handlung ohne große Anstrengung folgen. Insgesamt liest es sich, aufgrund der nicht gerade tiefen und komplexen Story, zügig. Die Handlung spult sich dabei schnell und unkompliziert ab, Überraschungen gibt es für den Leser kaum. Die Figuren im Buch bleiben dabei jedoch oft holzschnitzartig charakterisiert.
Ein Bild als Dreh und Angelpunkt eines Romans zu nehmen ist nicht mehr besonders originell. Ein hervorragendes Beispiel dieser Gattung ist "Der Distelfink" von Donna Tartt, aber dieser Vergleich zeigt umso deutlicher, wo die Schwächen dieses Buches liegen. Die Charaktere sind farblos und einfach gezeichnet worden, sie agieren oft nicht nachvollziehbar, sondern so, dass die Geschichte lediglich vorangetrieben wird. Auf der anderen Seite werden dem Leser Belanglosigkeiten oft auf sehr enervierende Weise vor Augen geführt. Ein Bindung zum Buch und den Figuren baut man so nur schwer auf. Im Gegenteil, dieser konstruierte Ton führ oft dazu, dass man die Handlung zu großen Teilen einfach vorhersieht und damit die Dramatik und Spannung gänzlich abhandenkommt. Nun hat das Buch sicher auch gute und starke Momente, von denen man sich am Ende der Lektüre mehr gewünscht hätte, aber sie bleiben spärlich gesät und eher die Ausnahme.
Störend ist auch der aufdringliche und oft belehrende Ton des Autors, wenn er erarbeitetes Wissen in die Geschichte einbaut. Diese Fakten werden dann immer und immer wieder ins Feld geführt, bis es wohl auch der letzte Leser auf Grundschulniveau verstanden hat. Etwas mehr Verstand darf man von seinen Lesern schon erwarten. Exemplarisch sei nicht der "Goldene Schnitt" genannt, darüber wird der Leser wiederholend "informiert", sondern der Aspekt der Geschichte der mit den Bienen zu tun hatte. Persönlich hatte ich an dieser Stelle den starken Verdacht, dass der Autor auch die lohnende Dokumentation "More Than Honey" von Markus Imhoof gesehen hat, lassen sich doch zu viele Parallelen entdecken. Diese eigentlich interessanten Aspekte werden dann aber oft auf sehr ermüdende und teilweise überflüssige Weise beschrieben und repetiert.
Auch über die eigentliche Handlung darf man an vielen Stellen am besten nicht zu viel Nachdenken. Am seltsamsten fand ich die Szene im Haus des Vater, dem Virenspezialisten und Sicherheitsguru, dessen Sohn es im Verlaufe des Buches einfach so, mithilfe einer Attrappe, eines Fingerabdrucks auf einer Lampe, des zufälligen noch richtigen Finger war, sich Zutritt zum "Heiligtum" schafft. Später fliehen sie jedoch aus diesem Raum über einen geheimen Ausgang, den er auch noch kannte, aber vorher auch nicht als Zugangsmöglichkeit in Erwägung gezogen hatte. Später ist die überwundene Sicherheitstür aber so unsicher, dass sich die Polizei, in wie es scheint wenigen Sekunden, Zutritt verschaffen könnte. Selbst das Kernthema Virus, der so omnipotent ist und wirklich alles angreift, vom kleinen Drucker bis hin zur Druckmaschine, sorgt jedenfalls nicht für ein stimmiges Bild, sondern eher für ein müdes Schmunzeln und Kopfschütteln.

In meinen Augen ist auch die Wahl des Covers etwas unglücklich gewählt, da es zu stark an ein Cover des Bestseller von Dan Brown "The Da Vinci Code" erinnert, man könnte sagen, es ist beinah identisch. Aber mit dieser Assoziation hat der Verlag sicher auch kalkuliert gespielt, somit aber auch die Messlatte extrem hoch gelegt und dann gerissen.

Eigentlich schade die Grundidee war gut, die Ausführung eher mangelhaft und so wird es wohl meiner erster und letzter Tibor Rode gewesen sein, gibt es doch in diesem Genre wesentlich besseren zu entdecken, geben wir zum Bespiel "The Last Painting of Sara de Vos" von Dominic Smith Chance.

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Suiciders - Kampf ums Überleben

Lee Bermejo , Matt Hollingsworth
Buch
Erschienen bei Panini, 21.03.2016
ISBN 9783957987037
Genre: Comics

Rezension:


Lee Bermejo hat eine lange List an Büchern, für die er entweder als Zeichner und/ oder als Autor verantwortlich ist. Darunter so prominente Titel wie Before Watchmen: Rorschach oder Batman: Noël. Mit “ Suiciders“ hat er eine Geschichte aufs Papier gebracht, die ihn etliche Jahre beschäftigte. Es ist eine postapokalyptisches Szenario, in dem Gladiatorenkämpfe ein multimediales Ereignis geworden sind. Die Gesellschaft dieser Epoche ist nach einem großen Beben in zwei Lager geteilt, einer Elite, die Oberklasse und dem Rest. Die Oberklasse lebt in einem L.A. der Zukunft, dass nicht nur das Ziel der Träume ist, sonder wie einst West-Berlin auch genauso abgeschottet ist. Dort treffen wir Saint, dem Idol, Held und ungeschlagen Gladiator, unbekannter Herkunft, dessen Kämpfe das Publikum fesselt, innerhalb und außerhalb der Mauern. Er scheint alles zu haben und genau an diesem Punkt entfaltet sich ein Drama, dass etwas mit seiner Herkunft zu tun hat, die, ganz ungewöhnlich für seinen Stand, im dunklen liegt. Außerhalb der Mauer verfolgt Bermejo die Geschichte eines Flüchtlings, der wie Saint ein großes Talent hat, er kann kämpfen wie ein Stier, ein Bär oder welchen Vergleich man auch immer heranziehen möchte. Bermejo beschreibt das Leben dieser Welt aus zwei Blickwinkeln und dann passiert ein Mord und alles wird auf den Kopf gestellt. Es ist packend zu beobachten wie er dabei vorgeht und wie er beide Handlungsstränge zusammenführt. Ganz grob mag die Geschichte vielleicht auch etwas an „Running Man“ erinnern, aber genauso gut hat es Aspekte ein Crime Noir Krimi, eines Dramas und einer Liebesgeschichte.
Das Artwork in diesem Buch ist kraftvoll und ausdrucksstark, gerade in den Kampfszenen spürt man, dass es um alles geht, ein Spiel um Leben und Tod. Die Figuren sind wie ein Panther mit Energie geladen, zum Sprung bereit, um dem Gegner der tödlichen Stoß zu versetzen. Dabei wird nicht geschönt und lässt sie bis zum bitteren Ende kämpfen. Gleichwohl gelingt es ihm aber auch die zarten und einfühlsamen Momente zu unterstreichen und einzufangen. Der Bonusteil mit Konzeptstudien zeigen welches Talent Bermejo hat und was man nur mit einem Bleistift bewaffnet alles kann. Die Bilder strotzen vor Details und ein plastischen Tief, die einen oft den Atem verschlagen. Die Darsteller wirken als wären sie aus einem der alten Wand und Boden – Mosaik gestiegen, die die echte Kämpfe darstellen.
Die Farben von Matt Hollingsworth bilden den Klang dieser Geschichte, mal sind sie düster, mal verströmen sie den Flair des luxuriösen Lebens oder die schrille, fast Neon leuchtende Medienwelt. Aber immer treffen sie den Kern der Handlung und unterstreichen die Intension des Autors.
Einst machte Vertigo die besten Bücher auf dem Markt, vereinte die kreativsten Talente, überraschte mit immer neuen Ideen und dann wurde es Still. Seite Shelly Bond 2013 Vizepräsident & Chefredakteurin wurde, änderte sich auch die Ausrichtung von Vertigo wieder. Das Buch “ Suiciders“ von Lee Bermejo ist der Beweis dafür das Vertigo immer noch hervorragend Bücher liefern kann und an alte Erfolge anknüpft. Die Kombination und die Vielfalt der Themen macht dieses Buch zu etwas, dass es aus der breiten Masse heraustreten lässt und ist damit ein ganz klare Empfehlung.


Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF197 – Suiciders – Kampf ums Überleben: Bd. 1: Nachbeben" von Comic Review.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Outcast by Kirkman & Azaceta Vol. 1

Robert Kirkman
E-Buch Text
Erschienen bei Image - Skybound
ISBN B015YX9IM8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im Bereich Horror gibt es vermutlich nur eine Handvoll wirklich guter Comics, bei denen die Geschichte sowohl packenden als auch spannend ist. Ein Reihe die es dabei sicher immer wieder unter die Top 10 schafft ist 'The Walking Dead'. Eine Geschichte die für mich immer noch Ihren ganz persönlichen Reiz hat, derer ich im Moment nur etwas überdrüssig geworden bin. Was nicht heißt ich lese sie nicht weiter, aber ich habe mir damit im Moment eine kleine Auszeit genommen und sammle erst einmal.

Da kommt nun Outcast von Robert Kirkman gerade recht, versprüht dieses Buch doch gleich von der ersten Seite an die gleiche Faszination wir 'The Walking Dead' nur fühlt es sich frischer und unverbrauchter an. Gut die Idee ist nicht ganz neu, schwingt die Idee des Filmes 'Der Exorzist' immer etwas mit, wozu Kirkman aber auch steht und doch ist es eben nicht nur ein neuer Aufguss, sondern eine ganz neue und eigene Welt.

Das ist auch die Stärke bei den Geschichten von Kirkman, er erschafft ein Szenario, dass auf den ersten Blick ziemlich alltäglich und dadurch umso glaubhafter wirkt und lotet dann die Abgründe immer weiter aus und lässt den Schecken ganz subtil auf den Leser wirken. Besonders stark ist er immer dann, wenn er dabei viel der Phantasie des Lesers überlässt und ihm dann ganz überraschend eine Gänsehaut verpasst.

Hier ist es die Geschichte von Kyle Barnes der sich von der Welt distanziert und sich selbst seinem eigenen Elend überlässt und in selbstmittleid zerfließt. Das alles hat einen Grund, der Tief in der Kindheit verwurzelt ist und auch ein Grund am Scheitern seiner Ehe ist. Barnes verfolgen Dämonen und zwar die der wahrhaft teuflischen Sorte. Trotz aller persönlichen Verzweiflung und Aufgabe kann er sich diesen jedoch stellen, aber nur wenn er es will und dies tut er in diesem Buch, wobei man immer mehr Details über ihn und die Dämonen erfährt.

Grafisch umgesetzt wird das Ganze von Paul Azaceta, der einen wahrhaft düsteres und beklemmendes Szenario zeichnet. Seine Outlinies sind stellenweise sehr breit und die Ausführung reicht von eher grob, zu scheinbar fotorealistisch. Er liefert ein Bild einer eher biederen Kleinstadt, einem Nest in dem jeder jeden kennt und in der die Zeit scheinbar stillsteht. Düster und beklemmend ist dieser Ort, was die lauernde Gefahr nur noch verstärkt.

Was das Artwork allein noch nicht vermag gelingt Elizabeth Breitweiser dann mit ihren Farben. Sie zeichnet ein stimmungsvolles Bild, wobei sie oft zwar einfach koloriert Flächen verwendet, aber in der Farbwahl mit den Emotion des Leser auf ganz subtile Weise spielt. Diese Bilder haben die gleich Faszination wie ein feuriger Sonnenuntergang, dem man sich nur schwer entziehen kann oder die düster Atmosphäre eines Raumes, der einem ein Schauer über den Rücken jagt und man nicht recht einordnen kann warum. Sie spielt mit diesen Urinstinkten der Menschen und die sind, ob der Leser es nun will oder nicht, selten steuerbar.

Beide Künstler sind ein wirklich kongeniales Duo, die Kirkmans Vision punktgenau in Szene gesetzt haben. Dieses Buch macht wahrhaft Lust auf mehr.

Eine Ausführliche Besprechung des Buches des ersten Buches als Podcast findet man in der Ausgabe "CRFF163 ' OUTCAST 1: Im Reich der Finsternis"

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Outcast 2: Unermesslicher und endloser Zerfall

Robert Kirkman , Jacqueline Stumpf , Paul Azaceta
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 14.12.2015
ISBN 9783864258053
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Da hat man ein Buch wie Outcast, geschrieben und erdacht von einem der wohl erfolgreichsten Autoren im Moment Robert Kirkman, das vom Genre klar definiert ist, Horror, Mystery, in guter alter Tradition von Filmen wie Das Omen und Der Exorzist, was Kirkman unumwunden zugibt und für den ersten Band auch die exakte Definition ist, doch dann kommt der zweite Band und die Karten werden neu gemischt. Nun wird daraus keine Liebesgeschichte und natürlich sind die Grundelemente des Horrors noch, wenn auch in abgeschwächt Form, enthalten, aber dieses Buch entwickelt sich nun deutlich in Richtung Drama und Suspense. Die Horror Komponente ist dann eher der Nährboden auf dem sie sich entwickel kann. Kyle Barns steht immer noch im Fokus, er ist und bleibt der wichtigstes Protagonist, aber das Umfeld und die Bühne auf der er agiert wird geöffnet und auf packende und zugleich spannende, aber vor allem sehr emotionale Weise , neu definiert. Figuren, die man nach dem ersten Band als Protagonisten am Rande abgestempelt hat, Handlungsstränge an die man nicht gedacht hätte, werden bedeutungsvoll ins Licht gerückt.
Gegen das Artwork von Paul Azaceta gibt es nichts einzuwenden, aber der eigentlich Star ist Elizabeth Breitweiser, die mit ihren emotionalen Farben, dieses Buch auf eine ganz anderes Level hebt. Denkt man an Kirkman, denkt man zuerst an The Walking Dead, das Artwork dort ist schwarz weiß und ebenfalls von dieser einfachen, etwas groben Art, wie wir es in diesem Buch, unter der Farben finden. Dort funktioniert es ohne Frage, aber wie viel besser könnte es vielleicht mit den Farben von Breitweiser sein. Zwar leben gute Geschichten von Auslassungen, sie geben dem Leser Raum ihre eigenen Schlüsse zu ziehen, ihre Vorstellungskraft ungebremst zu entfalten und doch bedurfte es hier der lebendigen, emotionalen Farben, sonst wäre dieses Buch nur unter ferner liefen zu finden. Die Szenen werden jeweils durch die Farben stimmungsvoll untermal, ohne aufdringlich zu sein. Einzige Ausnahme ist der Teil im Buch, sowie auf dem Cover, der teilweise in Neon-Farben erstrahlt und doch sind es die Momente die einen wachrütteln. Das gibt es in der Musik, im Film, also warum nicht auch hier, den ein gut gesetzter Kontrast ist reizvoll. Besonders eindringlich und gut gelungen, ist Tankstellen Szene, erinnert sie mich doch in der Kombination aus Farben und Artwork an Edward Hopper Gemälde Nighthawks.
Was man dem Buch immer deutlicher anmerkt und das ist nun direkt auf Paul Azaceta zurückzuführen, es lenkt, es führt das Auge fast cineastisch durch die einzelnen Szenen. Durch das gröber Artwork verlieren Details und Konturen in der Tiefe oder auf die visuelle Distanz schnell an Schärfe, was Azaceta auffängt, in dem er von Personen, in das Panel selbst, noch einmal eine Nahaufnahme des Gesichts, von Händen oder anderen wichtigen Details, natürlich etwas kleiner, einfügt. Dadurch hat man aber auch den Eindruck, dieses Buch ist bereits in dieser Form, die visuelle Drehbuchvorlage für die Mitte 2016 geplante Serienverfilmung.
Also wenn Band 1 vielleicht noch nicht restlos für sich gewinnen konnte, dieses zweite Band wird. Es lohnt sich, das Ticket für den neuen high-speed Train von Kirkman zu lösen. Noch jemand ohne Fahrkarten?

Eine Ausführliche Besprechung des Buches des ersten Buches als Podcast findet man in der Ausgabe "CRFF196 Outcast 2: Unermesslicher und endloser Zerfall"

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unfall, leben, aberglaube

Tony Soprano stirbt nicht

Antonia Baum
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 27.02.2016
ISBN 9783455405729
Genre: Romane

Rezension:


Dies Buch basiert auf den, zumindest teilweisen, wahren Erlebnissen der Autorin Antonia Baum. Muss man nicht wissen, wurde aber seitens des Verlages ziemlich in die Öffentlichkeit getragen, wodurch dieses Buch dem Leser noch einmal, zumindest emotional, näher rückt.
Die Ich-Erzählerin ist somit auch die Schriftstellerin und einer schwerer Motorradunfall ihres Vaters, wirft sie, verständlicherweise, aus der Bahn. Dieser liegt nun im Koma und wie so häufig im Leben erkennt sie erst jetzt, was sie an diesem Vater, der alles anderes als perfekt ist, hat oder vielleicht auch vermisst. Die inneren Monologe der Autorin, ihre scharfe Beobachtungsgabe, macht dieses kleine Büchlein so besonders. Es geht um Angst, Hoffnung und wie einsam man in bestimmten Lebenslagen mit seinem eignen Schicksal hadert oder gar bewältigt.
Und weil im Leben nicht alles determiniert, vorherbestimmt und planbar ist und weil diese Schicksalsschläge einen eben aus der Bahn werfen, versucht die Autorin sich durch dieses Buch selbst zu therapieren, zu besänftigen. Dabei schreibt sie im mittleren Teil, in bewegender kindlicher Faszination, drei kleine Geschichten, die ihr Gefühlsleben ordnet, sie beruhigt und, zumindest zum Teil, sich dadurch eine kindliche heile Welt erschafft. Aber entgegen der kindlichen Phantasien, sind diese drei Blasen nicht rosa gefärbt, sondern der Schatten der verloren kindlichen Unschuld, schwebt drohend über ihnen.
Während große Teile des Buch klar autobiographische Züge aufweisen, sind die kleineren literarischen Abstecher zwar rein fiktional, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie dennoch vielleicht eine  Allegorien für den nicht ganz perfekten Vater oder das nicht immer sonnige Leben der Autorin darstellen. Doch durch diese Unschärfe zwischen Realität und Fiktion, gewinnt dieses Buch ungemein an Substanz.
Dabei hilft auch das Bild des Tony Soprano, aus der HBO TV-Serie "The Sopranos", das  immer wieder beschworen wird. Dieses Bild des Mafiabosses hilft der  Autorin die surreale Situation zu erfassen und zu begreifen. Denn während der Vater der Autorin im Krankenhaus liegt, erscheint ein weiteres Buch  von ihr "Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren", dass in diesem Fall das Leben die Kunst imitiert. Nur am Rande sollte man sich diese Serie anschauen und auch die angesprochene Autorin Joan Didion, beides lohnt sich.
Es ist ein kleiner Roman, der aber gerade in seiner  Prägnanz und dem Stil in dem er geschrieben ist, den  Leser oft innehalten lässt, um über das eigene Leben nachzudenken. Die  Materie ist alles andere als leicht und luftig, dennoch  ist diese Buch nicht schwer und trübselig. Es beschreibt das Leben und zeigt, das in jedem Ende auch einer Anfang liegt.

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Jupiter's Legacy - Familienbande

Mark Millar , Frank Quitely
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 21.03.2016
ISBN 9783957986269
Genre: Comics

Rezension:

Mark Millar beherrscht es wohl wie kein zweiter, angestaubten Genres neues Leben einzuhauchen. Hier knöpft sich Millar das Thema „Superhelden“ vor und man fragt sich im ersten Moment, was kann man da neues bringen. Superman geht auf die 100 zu, da ist doch sicher schon alles erzählt. Aber eben nur fast, zuerst geht es hier nicht um den „Superman“ und doch birgt das Alter der Figur auch etwas der Beantwortung der Frage. In Jupiter’s Legacy zeigt Millar nicht nur wo diese Superhelden herkommen, sondern er lässt sie auch altern. Soweit nicht wirklich neu, aber was passiert, wenn sie dann noch Familie haben, selbst Kinder, rotznäsige Superhelden und diese von den Idealen der Väter und Mütter abweichen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich selbst die Ur-Helden nicht mehr einigen sind, was ihre Ideale und Ziele angeht.
Nicht immer haben die Bücher von Millar besonders viel Tiefgang, oft sind sie nur das “Pilotbuch” für die Verfilmung. Dies liegt zum Teil daran, dass sie actionlastig, gar cineastisch aufgebaut sind. Auch in diesem Buch findet man die angedachten späteren visuellen Effekte, schnelle Schnitte, die eine Verfilmung des Stoffs bieten könnte. Und doch kommt in diesem Buch der politische Ansatz zum Tragen, die hehren Ziele, die lauteren Ideale die vermeintlich verfolgt werden und die am Ende eben nie ganz aufgehen.
Millar geht sogar noch einen Schritt weiter, fast klassisch, bringt er auch die dritte Generation mit ins Spiel, deren Rolle aber der Leser selbst entdecken soll. Interessant ist auch, dass gerade Millar als Brite, die amerikanischen Ideale, the American Way of Life, so in den Vordergrund rückt und sie, vielleicht auch gerade wegen der überhobenen Motivation, scheitern lässt, dadurch aber vielleicht die aktuelle politische Grundstimmung der USA einfängt. Zumindest zeichnet er so eine nicht so entfernte Dystopie, einer möglichen nahen Zukunft, minus „Superhelden“.
Frank Quitely zeichnet in diesem Buch ausdrucksstarke lebendige Charaktere. Man findet in all seinen Zeichnungen nie einen gerade Strich, alles wirkt zwar seltsam klar und doch irgendwie unsauber. Körperhaltung, Gestik und die Dynamik der Bewegung sind seine stärken, sie fängt er auf den Punkt ein.
Peter Doherty koloriert das Buch, liefert mit flachen Farben den ruhigen Soundtrack zum Buch. Doch wer genau hinschaut wird entdecken, dass selbst diese scheinbar flachen Farben, ein dynamische Lebendigkeit haben, kleine Wolken, Wirbel, in der Kolorierung, geben dem ganzen eine gewisse Körnigkeit und hebt sich somit auch farblich, von den auf Hochglanz polierten „gewöhnlichen“ Superhelden ab.

Der zweite und abschließende Teil von Jupiter’s Legacy soll, zumindest in den USA, Mitte 2016 erscheint. Bleibt zu hoffen, dass er wie geplant veröffentlicht wird und dann unmittelbar den Weg zu Panini findet. Ein starkes Buch, bei dem ich auf das Ende, die Prämisse gespannt bin.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF195 – Jupiter’s Legacy – Familienbande" von Comic Review.

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82 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

elfen, fantasy, märchen, natur, poesie

Das Leben der Elfen

Muriel Barbery , Gabriela Zehnder
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423280747
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben der Elfen ist kein Fantasy - Buch, zumindest kein klassisches, allenfalls am Rande streift es ein paar dieser Elemente. Es ist auch kein Neil Geiman, wie man bei er flüchtigen Lektüre des Klappentextes vermuten könnte. Am Ende ist es eher eine magische Geschichte und zwar aus ganz verschiedenen Gründen. Es ist ein ganzes Orchester, das Muriel Barbery hier im Kopf des Lesers aufspielen lässt. Es ist das fein gezeichnete Bild, ein Gemälde, bei dem jeder Pinselstrich ein Tiefe verleiht und dieses magische Universum erweitert. Hier sieht man sprichwörtlich nicht nur die Borsten des Pinsels in der Farbe, sondern der Nachhall, der Geist der zwischen den Zeilen schwingt und den Soundtrack für dieses Buch bildet, macht es so lebendig und empathisch. Dies mögen sehr blumige Worte sein und doch ist es genau das, was man beim Lesen empfindet und spürt. Es gibt Moment, da hat es den Eindruck, dass die eigentlich Geschichte fast etwas in den Hintergrund zu treten scheint und doch folgt man den Worten auf dem Papier, mit nichts mehr als einer Ahnung wohin die Reise hingeht. Dieses Buch ist wie in gutes Essen, bei dem man nicht alle Zutaten kennt und trotzdem jeden einzelnen Happen geniest und am Ende noch ein kleines Amuse-Gueule serviert bekommt.

Mit viel Gespür für Stil und Tempo zeichnet Muriel Barbery das Leben zweier junger Mädchen, Maria und Claras sind räumlich und sprachlich getrennt und doch, wie sie nach und nach entdecken, ist diese Trennung nur physischer Natur. Die beiden Mädchen verbindet ein Geheimnis, ein tieferes Verständnis für die Welt als solches und eine umgreifende, behutsame Liebe für ihre Mitstreiter und ihre Umwelt. Selbst das Thema Krieg, entweder in kurzen Rückblicken oder als Thema der Geschichte, wird einfühlsam verwendet und beleuchtet. Die Art und Weise der Erzählung ist stimmungsvoll, die charmant auch das ländliche, einfachen Lebens einfängt, dabei aber zeigt wie gehaltvoll und gewinnbringend es ist. Gerade bei den geerdeten Momente im Buch, wenn der Leser im Einklang mit der Erzählerin ist und sich führen lässt, dann ist man förmlich dort, riecht die Atmosphäre und spürt den Frieden, der diesen Momenten innewohnt.

Es ist ein ruhiges Buch, das sich vor dem Leser wie die Knospe eine Blüte entfaltet. Es ist ein literarisches Gemälde, bei dem der Leser mit jeder Seite mehr neue Details entdeckt, in denen man versinken und aufgehen kann. So versinkt man in den Sätzen, die sich, wie ein Garnknäuel langsam abspult. Denn manchmal sind die Sätze wie dieses Knäuel, sie spulen sich langsam für den Leser ab. Es mag Stellen geben, die sich vielleicht etwas gemächlicher entwickeln, deren Zauber etwas verblast und doch ist die Summe der Eindrücke bleibend.

Eine erzählerische Faszination geht von diesem Buch aus, das nur wenige Autoren beschwören können. Ein Hauch Fantasy hat dieses Buch, aber es ist dieser geerdete Ton, die Reflexion der Natur, die Einfachheit und Leichtigkeit mit der die Stimme der Natur auf diesen Seiten singt. Es ist ein blumige und doch geerdete Sprache mit der Muriel Barbery in diesem Buch spricht.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

vegan, kochen, gesund, kochbuch, lecker

High Carb Vegan

Julia Lechner , Anton Teichmann
Fester Einband: 158 Seiten
Erschienen bei Verlag Eugen Ulmer, 21.01.2016
ISBN 9783800103119
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich fand den Titel "High Carb Vegan" am Anfang etwas sperrig, kling es doch eher nach einem Diät-Buch und auch das Cover geht etwas in Richtung langweiliger Kandidat , der mit dem günstigen Krabbeltisch Angeboten wetteifert, umso mehr  hat mich das Buch begeistert und die Vielfalt überzeugt!

Das Buch ist sehr umfassend, neben ein paar gelungen Einleitungsworten zum Thema "bewusst essen", findet der vegane Einsteiger hier  wirklich alles von Salaten, Hauptgerichten, Rohkost, Desserts, Torten und Smoothies was das Herz begehrt . Das Schöne an diesem Buch, die Zutaten für die meisten Rezepte sind nicht zu "abgefahren", eigentlich bekommt mal alles im Reformhaus, Bioladen oder zum Teil in einem der besser sortierten  Drogerieketten (z.B. DM).  Auch der Aufwand für die Zubereitung hält sich in Grenzen, mit diesem Kochbuch bekommt man schnelle, unkomplizierte, schmackhafte und sehr leckere Ergebnisse. Was bei anderen Büchern nicht immer der Fall war, entweder waren die Zutaten sehr abgefahren oder das Ergebnis nur so la la. Man sollte nur darauf achten bei den Rohzutaten wirklich auch geschmacklich intensive Zutaten zu kaufen, da auch diese Rezepte oft vom guten Eigengeschmack leben. Tomaten die schon nach nichts schmecken, werden auch in der Salsa oder wo auch immer auch nicht besser. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein paar Zutaten, die ich nicht kannte, die dem ganzen aber erst die besondere Note geben, wenn Fett als Geschmacksträger fehlt. Dieses Buch führt auch dazu, wieder etwas bewusster und wählerrischer (im positiven Sinne) zu essen.

Raum nach Oben gibt es immer, so wäre es nett auch alternativen, z.B. für die Leute mit Soja Allergien aufzunehmen. Da reichen oft ein kleiner Hinweis, aber man hat als Koch nicht das Gefühl zu experimentieren.

Meine Highlights (gerade auch für Kinder) ist der "Schoko Winter Traum", die Pancakes und die Schoko-Brownies. Bei den Hauptgerichten konnte mich die "Buchweizenpfanne Birne Royal" wirklich begeistern, gerade weil es für den europäischen Gaumen doch mal eine sehr willkommene Abwechslung ist. Kleiner Tipp einfach mal schauen was in der Gemüsebrühe drin ist, da gibt es zwar auch sehr gute Bio Produkte, aber ich Würze dann doch lieber selbst.

Ein perfektes Buch zum Einsteigen in die vegane Ernährung, das zeigt, dass vegane Rezepte gehaltvoll und lecker sein können. Von Salat bis Kuchen ist hier alles drin!

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

weltuntergang, wiedergeburt, wissenschaft, zeitreise, familie

Die vielen Leben des Harry August

Claire North ,
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 12.11.2015
ISBN 9783431039306
Genre: Romane

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

chuck palahniuk, fight club, comic, fight club 2, cameron stewart

Fight Club 2 – Tyler Durden lebt

Chuck Palahniuk , Cameron Stewart
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.12.2015
ISBN 9783958391710
Genre: Comics

Rezension:


Der Autor des Buches und späteren Films „Fight Club“, Chuck Palahniuk, ließ die Figur Tyler Durden nicht ruhen. Und so kommt es, dass, 20 Jahre nach Erscheinen des Buches, die Geschichte fortgesetzt wird. Die Normalität und Langweile, in der Durden zwischenzeitlich versumpft ist, bedrückend, mitleiderregend und doch blitzt sein Alter Ego frech und aggressiv hervor. Fast wirkt es als wäre es der Spiegel eines alternden, sich in der Midlife Crisis befindlichen Mannes, der seiner Jungend hinterher trauert und diese in aller gedankenlosen Wildheit noch einmal heraufbeschwören will. Dass dies nicht gänzlich ohne Rückschläge passieren kann und gleichzeitig, das Scheitern aber auch die Faszination dieser Geschichte ausmacht, versteht sich fast von selbst.
Sicherlich hat die Handlung etwas an Reiz eingebüßt, kennt man den „ersten Teil“, die gespaltene Persönlichkeit des Tyler Durden ist kein Überraschung mehr und doch vermag dieser Charakter immer noch zu überzeugen. Vielleicht gerade weil man weiß worauf man sich einlässt und dass nicht nur, wenn man die wilde Sprache, den gewaltsamen Ton, mal offen, mal unterschwellig, des Autors kennt.
Was im Film visuelle sichtbar oder an der einen oder anderen Stelle „micropornografisch“ als Stilmittel eingebracht wurde, ist im Comic selbst natürlich nicht möglich und doch gibt es auch hier immer wieder dieses einzelnen Seiten, auf denen es ziemlich wild hergeht. An manch einer Stelle explodiert das Artwork von Cameron Stewart fast gewalttätig oder provokant. An anderen Stellen ist es wie Durden selbst eher biederes Machwerk. Aber gerade diese Mischung gepaart mit den fantastischen Covern eines David Mack, bei dem man sich fast wünscht das gesamte Buch hätte diese Qualität, haben sie doch diesen leicht verschobenen Look eines Psychopathen, kraftvoll, ausdruckstark und doch verstörend, wie stellenweise die Geschichte selbst.
Interessanterweise muss man den ersten Teil, ob nun als Buch oder Film nicht kennen, vielleicht funktioniert dieser Comic sogar noch eine Idee besser, wenn dies der Fall ist. Aber umgekehrt, wenn man weiß worauf man sich einlässt, ist es eine gut erzählte Geschichte, die, ohne konstruiert zu wirken, immer noch zu überraschen vermag.
Vielleicht hätte es dieser Fortsetzung nicht unbedingt bedurft, aber sie ist unterhaltsam und trifft den Ton des Originals. Sie greift die Handlung erneut auf und Palahniuk gelingt es wieder eine verschrobene, aber fesselnde Geschichte zu erzählen, bei der man wissen will, wie sie im zweiten Band enden wird. Mit dem zweiten Buch, wird der zweite Akt des „Fight Clubs“ dann auch beendet sein, ob auch abgeschlossen, bleibt abzuwarten.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF192 – Fight Club 2 – Tyler Durden lebt" von Comic Review.

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274 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

freundschaft, suizid, wg, abitur, selbstmord

Auerhaus

Bov Bjerg
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.07.2015
ISBN 9783351050238
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Green Arrow: Auferstehung

Kevin Smith , Phil Hester
Buch
Erschienen bei Panini, 12.10.2015
ISBN 9783957984777
Genre: Comics

Rezension:


Kevin Smith, der Autor der Buches, ist kein Unbekannter. Man könnte ihn kennen von Filmen wie Clerks oder Dogma, aber auch für Daredevil und Batman für die er schon Geschichten geschrieben hat. Er ist ein wahres Multitalent, der bei allem was er macht die nötige Leidenschaft und Begeisterung an den Tag legt.
Nicht anders verhält es sich auch mit diesem Buch „Green Arrow: Auferstehung“. Eine spritzig, frische, mit viel Humor und kleinen Seidenstichen erzählte Geschichte. Ein Buch, das es schafft schon auf den erste drei Seiten die richtige Atmosphäre aufzubauen, den richtigen Ton zu treffen. Dabei spielen auf den ersten Seite Superman und Batman die Hauptrolle und Oliver Queen, alias Green Arrow, betritt erst später die Bühne. Denn dieser ist eigentlich seit 10 Jahren tot und doch steht er plötzlich wieder putzmunter vor seinen einstigen Mitstreitern. Ein Problem gibt es jedoch, denn er kann sich an einige wesentlich Punkte nicht mehr erinnern. Die Tatsache, dass er tot war ist ihm neu, für ihn fühlt es sich an als wäre er nie weg gewesen. Gleichzeitig verschwinden Kinder aus Star City, was ihn auf den Plan ruft. Alte Freunde und alte Feinde tauchen an seiner Seite auf, von Aquaman bis Green Lantern. Sie bilden die Grundlage für viele kleine, aber stets interessante, Geschichten die Smith kunstvoll in eine größere webt. Dieses Buch umfasst die ersten 10 Hefte, des 15 Hefte umfassenden Runs von Kevin Smith. Es ist ein umfangreiches, dicken Buch, stellenweise mit viel Text und trotzdem bremst es den Erzählfluss selten aus. Ganz in Gegenteil das erzählerische Talent von Smith kommt voll zu Geltung und man spürt förmlich die Leidenschaft die er diesem Medium entgegenbringt. Dass dieser Run bereits 2001 bei DC erschienen ist, spürt man hingegen nicht. Ganz im Gegenteil er wirkt immer frisch, unverbraucht und sprüht nur so vor Ideen.
Auch grafisch ist dieser Serie gut gealtert. Phil Hester setzt Green Arrow, als alter Hase der Szene, grafisch wundervoll um. Mit klaren, ausdruckstarken, dunklen Outlinies, erweckt der diese Welt zum Leben. Ohne Schnörkel und unnütze Details präsentieren sich seine Illustrationen. An der einen oder anderen Stelle wirkt es fast, was auch am leicht mythologisch aufgeladenen Unterbau der Geschichte liegen könnte, als hätte man eine kurze Episoden aus der Feder von Neil Gaiman vor sich.
Ein Buch, das nicht nur dem eingefleischten Comicleser Spaß machen wird, sondern auch der ideale Anschluss für Freunde der TV Serie Arrow ist. Dieses Buch würde sich auch gut als Einstiegs in das Medium Comic eignen, denn es hat alles was ein gutes Comic braucht. Smith erzählt eine Geschichte mit dem richtigen Gespür fürs Details, einer Prise Humor und dem nötigen Schuss Ironie, die die ganze Comicbranche umfasst.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF191 – Green Arrow: Auferstehung" von Comic Review.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

jakob nolt, alff

Alff

Jakob Nolte
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Matthes & Seitz Berlin, 17.08.2015
ISBN 9783957571427
Genre: Romane

Rezension:

Es ist durchaus kein gewöhnliches Buch, nicht wegen der Thematik, gemordet wurde in Büchern schon immer, aber die Art und Weise der Erzählung ist etwas ganz besonderes, ein Alleinstellungsmerkmal, abseits vom literarischen Mainstream. Der Leser merkt schnell, hier hat man es mit einem sonderbaren Phänomen zu tun, sowohl bei der Handlung selbst, eine Leiche wird in einem Zaun geflochten aufgefunden, als auch in der Art des Erzählens.

Das ganz Buch fühlt sich an, als wäre es in einem einzig großen Drogenrausch geschrieben und der Autor hält nur an einer haarfeinen dünnen Nabelschnurr den Bezug zur Realität aufrecht erhalten können, gleichwohl geht es einem als Leser, wie einem Süchtigen, dessen Droge dieses Buch ist und er Seite für Seite den nächsten literarischen Schuss braucht.

Parallelen könnte man ziehen, "Fear and Loathing in Las Vegas" von  Hunter S. Thompson, "The Silence of the Lambs" von Thomas Harris oder Serien wie "True Detective", kommen einen in unzweifelhaft in den Sinn und doch hat dieses Buch seinen ganz eigen Charme und Reiz, der eben diese vermeintlichen Vorbilder in den Schatten stellt und in sich selbst glänzt.

Der Autor hat einen stakkatohaften erzählerischen Stil, der mit vielen kurzen Aufzählungen arbeitet und dabei den Leser schier außer Atem geraten lässt. Viele schnell Sprünge in der Handlung selbst, oft in eine farbenprächtige Unschärfe, wie das ganze Buch nie wirklich eine Schärfe gewinnt. Ein Fokus, eine klare Handlung kommt im klassischen Sinn nicht auf, immer drängen sich diese kleinen Dinge am Rand der Geschichte selbst, in den Vordergrund, buhlen um Aufmerksamkeit und lechzen danach gelesen zu werden.

Am Ende enthält das Buch, in der Geschichte selbst platziert, die Aufforderung es noch einmal zu lesen, nicht vorschnell darüber zu urteilen. Der Stil, vielleicht gewöhnungsbedürftig, eckig und doch ist flüssig geschrieben, hat diese vermeintliche Unsicherheit nicht verdient.

Wer es gelesen hat, es mochte,  sollte es empfehlen, denn dieses Buch, der Autor selbst, hat diese Aufmerksamkeit verdient. Man darf gespannt sein was als nächstes aus der Feder von Jakob Nolte fließen wird.

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Tags: alff, jakob nolt   (2)
 

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craig thompson, camp, blanket, christliches feriencamp, familie

Blankets

Craig Thompson
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.06.2015
ISBN 9783551713773
Genre: Comics

Rezension:

Bücher faszinieren immer dann, wenn Sie Geschichten erzählen die einen fesselt ohne dass man sich dessen beim Lesen von Anfang an bewusst ist. Blankets von Graig Thompson ist so ein Buch. Mit immerhin fast 600 Seiten kein Leichtgewicht, aber nicht etwa deshalb, sonder aufgrund der Geschichte ist es eine alles andere als leichte oder gar belanglose Lektüre. Thompson, ausgezeichnet mit vier Harvey Awards, drei Eisner Awards und zwei Ignatz Awards, hat mit Blankets eine Autobiografie geschrieben und illustriert, die aufgrund ihrer sensiblen und einfühlsamen Erzählweise, sicherlich auch für neue Leser von Reiz sein wird, der sonst kein oder wenig Interesse an Comics zeigen. Es ist eine Geschichte des Coming oft Age, von den frühesten Erinnerungen bis hinzu zur ersten großen Liebe des Autors und dem Punkt im Leben an dem man sich zu sich selbst bekennen muss. Die einzelnen Ereignisse in seinem Leben sind, jedes für sich betrachtet, vermutlich wenig tiefschürfend, aber wie im Buch selbst ist die Summe aller Geschichten, dieser Stücke des Lebens, eine kunstvoll genähte Decke, eine ganz besondere Geschichte kostbarer Erinnerungen.
Der Autor schreckt auch nicht davor zurück im Buch schmerzhafte und für den Leser an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas verstörende Themen anzusprechen. Mal mehr, mal weniger deutlich werden Sie angerissen ohne aber einen anklagenden oder verurteilenden Unterton aufzuweisen.
Lediglich ein kleines Problem könnte man als Leser bekommen, wenn man sich schnell von Religiösen Ausführungen und Inhalten abschrecken lässt. Nicht dass in diesem Buch missioniert wird, aber ein Großteil der Jugend von Thompson wurde durch die Kirche und seinen Glauben beeinflusst. Thompson schafft es jedoch mit dem Thema einfühlsam umzugehen und dem ganzen, zumindest am Ende, noch eine gewisse philosophische Note zu verleihen.
Obwohl das Artwork im ganzen Buch schwarz-weiß ist, erreicht er damit doch eine Tiefe und Lebendigkeit die in diesem Fall den großen Reiz dieses Buches ausmacht. Die Illustrationen spiegeln, wie die Geschichte selbst, den Zeitgeist dieser Ära wieder. Liebevolle Details werden in die Grafiken eingebaut, sodass es fast immer auch etwas zu entdecken gibt. Obwohl farblich limitiert, wird beim Leser ganz oft diese tief empfundene Sympathie angeschlagen. Sieht man bestimmte Ereignisse im Leben von Thompson grafisch aufbereitet, so zum Beispiel die erste große Liebe oder die Abenteuer die er mit seinem Bruder im Bett erlebt, kann man einfach nicht anders, als sich für ihn und sein Leben zu interessieren. Da wo er sich mit Worten zurückhält, lässt er die Bilder sprechen und dies oft klarer und sympathischer, als es vermutlich mit Worten möglich wäre
In dieser Ausgabe von Carlsen ist dieses Buch ein wirklich Schnäppchen. Zum günstigen Preis bekommt man dieses Buch, trotzdem wirkt es hochwertig und ist auf schönem Papier gedruckt.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF190 – Blankets – Ein illustrierter Roman" von Comic Review.

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Tags: blanket, carlsen, graig thompson   (3)
 

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Townie

Andre Dubus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei W W Norton & Co Inc, 23.04.2012
ISBN 9780393340679
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

new york, familie, ehrgeiz, kratzbürste, schreiben

Das Leben der Florence Gordon

Brian Morton , Gesine Schröder
Fester Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.02.2016
ISBN 9783458176497
Genre: Romane

Rezension:


Ich schreibe diese Rezension als Mann und ich liebe diese Buch. 

Auf den ersten Blick mag dieses Buch vielleicht etwas seltsam anmutende, aber es ist eine lohnende Lektüre. Es ist die Geschichte von Florence Gordon, eine feministische Einsiedlerin, die in New York lebt, der soziale Kontakte eher lästig sind, die allein in ihrer Arbeit aufgeht. Sie liebt das Schreiben und setzt sich in ihren Essays und Büchern für die Rechte der Frauen ein. Sie ist aber keine klassische Feministen , vielmehr steht sie als Verfechterin und Leitfigur eines eher konservativem Wertesystem, dass aus einer anderen Zeit zu stammen scheint und trotzdem an Bedeutung nichts verloren hat. Im Alter von 75 erhält sie nun die akademische Anerkennung, nach der sie eigentlich nie gestrebt, denn diese Frau schreibt aus Überzeugung und doch wird sie in der "New York Times Book Review" zum "nationalen Kulturgut" erklärt. Dabei wird die Geschichte ihres Lebens nicht geradlinig und lediglich aus ihrer Perspektive erzählt, sondern auch aus der Sicht derer, die sie bewusst oder unbewusst geprägt und beeinflusst hat. Drei Generation sind in diesem Buch vereint und alle haben eine Geschichte zu erzählen. Alle haben ihre ganz besonderen Eigenarten, wobei Florence den größtes Reibungspunkt bietet. In diesem Buch geht es nicht per se um Feminismus, zeigt es doch, dass eine Frau auch einen eigenen Kopf haben darf, sich nicht verbiegen muss und eigene Ansichten haben darf.
Der Autor Brian Morton, versteht es nicht nur die Charaktere im Buch zum Leben zu erwecken, sondern er zeichnet auch ein wundervoll detailliertes Bild der Stadt und ihrer Einwohner, mit allen Ecken, Kanten und Schrulligkeiten. Er versteht es meisterhaft, Charaktere in Szenarien zu packen, die lebendig und dynamisch sind, er schreibt überzeugend und mit Stil.
Es ist spannenden zu verfolgen wie sich die neue Generation, in Form der Enkelin Emily, neu definiert, neu ausrichtet und trotzdem die Verbundenheit mit ihren Wurzeln spürt und festigen will. Die Figur der Florence ist auf raue, charmante Art sympathisch und gerade im Kontrast zu Emiliy, spürt man, dass das was früher vielleicht als Revolutionär und als Akt des Feminismus bezeichnet wurde, heute, zumindest teilweise, Normalität geworden ist. Der Autor zeichnet ein Bild der Jugend, das alles andere als oberflächlich und uninteressiert an Kultur und Tradition ist. Jeder Generation hat Ihre ganz eigenen Probleme, Befindlichkeiten und das arbeitet Brian Morton hervorragend heraus.
Dabei ist Florence keine einfache Dame, sie ist eine Grande Dame. Es ist packend und fesselnd zu beobachten, wie sich dieser" Dinosaurier",für den die Lehre über das Leben geht, in einer für sie immer befremdlicher wirkenden Umwelt zurechtkommt.

Fazit: Ein Buch, kompakt und fesselnd geschrieben, das voller kleiner Details steckt, bei dem es sich lohnt die diversen zitierten oder angesprochenen Persönlichkeiten nachzuschlagen. Flüssige Dialoge, wundervoll arrangierte. Mit kleinen, kurzen Kapitel, die oft zwischen den einzelnen Charakteren springen, ist dieses Buch ein wahrer Genuss. Auch wenn man dies von Florence nicht immer behaupten kann, aber interessante Persönlichkeiten haben eben Ecken und Kanten, das macht sie, genau wie dieses Buch, aber so reizvoll. 

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brian wood, greg smallwood, moon knight

Moon Knight

Warren Ellis , Declan Shalvey
Buch
Erschienen bei Panini, 17.08.2015
ISBN 9783957984234
Genre: Comics

Rezension:


Nachdem Marc Spector, besser bekannt als Moon Knight, mit Warren Ellis und Declan Shalvey frischen Wind in die Segel bekommen hat, sind nun Brian Wood und Greg Smallwood am Ruder. Dabei treten sie in große Fußstapfen und schaffen es doch den neuen Ton dieser Figur zu treffen, aufzugreifen und zu erweitern. Band 2 ist dabei völlig losgelöst vom ersten und erzählt eine ganz eigene Geschichte. Es geht um Vertrauen und Verrat, was scheinbar ganz harmlos beginnt, oder, wenn schon nicht harmlos klassisch, entwickelt sich zum echten Psychothriller. Moon Knight bekommt als Charakter mehr tiefe, die Rolle seines Avatars Khonshu wird be- und durchleuchte und man kommt zu den Wurzeln dieser Figur. Eine Geschichte die alles andere als geradlinig ist, mit viele Ecken und Kanten, was diese Buch aber auch so reizvoll macht. Einmal mehr beweist Wood wie geschickt er Geschichten aufbaut und erzählt. Es ist ein großer Handlungsbogen in Heft 7 bis 12 und doch hat jedes einzelne Heft, seine ganz eigene kleine Geschichte zu erzählen.
Das Artwork und der Panelaufbau, des jungen und vielversprechenden Talent Smallwood fesselt und fasziniert. Es gibt Panel die moderne Medien aufgreifen, mit den bekannten Formen der Darstellung brechen und so einen fast cineastisch Touch haben. Ode es gibt Seiten mit vielen kleinen Panels, auf der einen Seite ganz klassisch eine Geschichte erzählen und doch die Schritte der Handlung, die Vergänglichkeit der Zeit symbolisieren und so zum Beispiel den monotonen und gefährlichen Alltag im Gefängnis darstellt. Einziger Kritikpunkt, den man im Hinblick auf das Artwork haben kann oder ist ein Kompliment, das Artwork wirkt an einigen Stellen, was Stil und Form angeht, etwas wie Illustrationen von David Aja (Hawkeye). Aber auch sonst sind die visuellen Ideen, etwa der Tarnanzug aus Heft 7 oder eben die Reise zurück in die Zeit, durch den Geist von Spector, der Grund für Reiz und die Faszination sein Bilder.
Loben muss man aber auch die Farben, Jordie Bellaire koloriert stimmungsvoll, nicht reißerisch, nicht aufdringlich, sondern die Stimmung der Szene fein inszenierend.
Alle Cover sind von Declan Shalvey und den einzelnen Heften vorangestellt, ein kleine Cover Galerie findet sich am Ende des Buches.
Insgesamt ist Moon Knight eine wirklich angenehme Serie geworden, die gerade in diesem zweiten Teil mit vielen überraschen kleinen Idee aufwarten kann, sowohl im Hinblick auf die Geschichte, als auch die Illustration. Spannend bleibt, wie sich das nächste Team, Cullen Bunn und Ron Ackins, in Band 3 schlagen wird.

Eine Ausführliche Besprechung des ersten Bandes in Form eines Podcasts findet man in der Ausgabe "CRFF189 – Moon Knight: Bd. 2: Blackout" von Comic Review.

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familie, pageturner, weltuntergang, endzeit-thriller, apokalypse

The Road

Cormac McCarthy
Flexibler Einband
Erschienen bei Vintage Books USA, 28.03.2007
ISBN B005IT58EG
Genre: Sonstiges

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