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101 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

thriller, familiengeheimnis, fahrerflucht, michael theißen, psychothriller

Leons Erbe

Michael Theißen
E-Buch Text: 232 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 02.05.2016
ISBN 9783732525102
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Katjas Sohn Leon kommt bei einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ums Leben. Sechs Monate zuvor ist schon ihre Schwester Nicci spurlos verschwunden und so brichrt für Katja die Welt komplett zusammen. Kurz nach der Trauerfeier bekommt Katja einen Anruf von einem Notar. Leon hat für sie dort ein Kistchen hinterlassen. In dieser Kiste findet Katja das Armband ihrer verschwundenen Schwester. Nun stellen sich für Katja natürlich einige Fragen. Wie kommt Leon an das Armband und wieso hat er es für sie beim Notar hinterlegt?
 
Michael Theissen ist mit seinem Erstlingswerk  - "Leons Erbe" - ein solider und spannender Thriller gelungen.


Ich konnte mich teilweise gut in die Hauptprotagonistin Katja hineinversetzen, wenngleich ich nicht alles nachvollziehen konnte, da mir einige ihrer Handlungen doch recht merkwürdig und teils auch unglaubwürdig erschienen. Wie viel kann ein Mensch ertragen und wie weit würde man gehen um die Wahrheit über den Tod des eigenen Sohnes und das Verschwinden der Schwester aufzuklären? Dass dabei Familiengeheimnisse, die sie lieber nicht gewusst hätte, ans Licht kommen, macht das ganze für sie fast unerträglich.
 
Wenn ich einen (Psycho) Thriller lese, stehen bei mit erst mal alle unter Generalverdacht. Gut gefallen hat mir, dass Michael Theissen dies mit seinen Charakteren, die mir allesamt sehr merkwürdig erschienen, untertstützt hat. So habe ich gerne Kapitel um Kapitel gelesen um der Lösung auf die Spur zu kommen und ich war gespannt, wie der Autor die Story um Leon und Nicci verknüpft, was ihm meiner Meinung nach recht gut gelungen ist. Auch das Legen von falschen Fährten gehört für mich zu einem guten Thriller und auch das versteht der Autor sehr gut! Die Auflösung hat mir wirklich gut gefallen und so konnte ich das Buch zufrieden schließen.


Michael Theissens Debüt hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen und ich werde den Autor gerne weiterbeobachten und auch gerne mehr von ihm lesen!
 
Von mir gibt es für "Leons Erbe" eine Leseempfehlung für Freunde des spannenden und kurzweiligen Thrills -  gerne auch für Jugendliche!

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Tags: psychothriller, thriller   (2)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

verdrängte schwangerschaft, kavernen, verdrängung, schwindelanfälle, interessantes thema

Niemandsmädchen

Eva-Maria Silber
E-Buch Text: 217 Seiten
Erschienen bei Midnight, 14.10.2016
ISBN 9783958190900
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine junge Frau entbindet im Krankenhaus ein Kind. Die Ärtzte und Schwestern sind von Beginn an verwundert über das seltsame Verhalten der Frau. Kurz darauf sind Mutter und Kind verschwunden. Die Ärtze informieren voller Sorge die Polizei. Krminalkommissarin Hannah Adams macht sich mit der Untertstützung der Staatsanwältin Leyla Zapatka auf die Suche nach Mutter und Kind. Unterdessen kollabieren in Etzel drei Erdgaskavernen und die Bevölkerung im Umkreis wird evakuiert....

Der Krimi behandelt ein schwieriges und bedrückendes Thema. Ich habe mitgefiebert und Angst um das neugeborene Mädchen gehabt, denn das Verhalten der Mutter lässt das Schlimmste befürchten. Irgendwie waren die Gründe, die die junge Mutter veranlasst haben überraschenderweise nachvollziehbar, was nicht heißt, dass man sie restlos verstehen muss. Wie ich schon beschrieb, ein schwieriges und wie ich finde auch sehr mutiges Thema für einen Krimi.

Interessant sind die beiden Hauptprotagonisten Adams und Zapatka. Die Kommissarin war mir anfangs überhaupt nicht symphatisch. Die Unfreundlichkeit und Verbittertheit in Person, wogegen die junge Saatsanwältin auf den ersten Blick mehr auf der Sonnenseite steht. Sollte man meinen... Ihre privaten und gesundheitlichen Probleme verbirgt Zapatka allerdings sehr geschickt und so waren die beiden sich auch überhaupt nicht zugetan und ich war gespannt ob und wie die beiden sich zusammenraufen werden.

Die Entwicklung, die die beiden Charaktere im Laufe der Story durchgemacht haben, hat mir sehr gut gefallen und mich auch überrascht!

Die Autorin versteht es über den gesamten Krimi den Spannungsbogern hoch zu halten und ich war gespannt was die Umweltkatastrophe nun mit dem Fall der verschwundenen Mutter zu tun hat...

"Niemandsmädchen" hat mir spannende und unterhaltsame Lesestunden geschenkt, sodass ich dem Ostfriesenkrimi den Fans des Genres gerne eine Leseempfehlung gebe und hoffe, dass es bald mehr von dem Ermittlerteam zu lesen geben wird!

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178 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

thriller, island, yrsa sigurdardóttir, mord, krimi

DNA

Yrsa Sigurdardóttir , Anika Wolff
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 26.09.2016
ISBN 9783442756568
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine junge Mutter wird nachts in ihrer Wohnung auf bestialische Weise getötet. Ihre kleine Tochter, die sich unterm Bett versteckt hält, muss alles miterleben, kommt aber mit dem Leben davon. Die Psychologin Freyjya, die versucht dem 7jährigen Mädchen Details zur Tat zu entlocken und Komissar Huldar, der das erste Mal in so einem Fall die Ermittlungen leitet arbeiten zusammen um den Täter auf die Spur zu kommen. Kurz darauf wird eine zweite Frau ermordet.

Unterdessen versucht ein Amateurfunker kryptische Botschaften, die er empfängt zu entschlüsseln und ahnt nicht, in welche Gefahr er sich dabei begibt.

Die Bücher von Irsa Sigurdadottir möchte ich euch gerne besonders ans Herz legen! Vielleicht ist euch das Buch "Geisterfjord" bekannt, das mich wahrlich umgehauen hat.

Mit "DNA" startet die isländische Autorin eine neue Thrillerreihe und gleich mit dem Auftakt, konnte die Autorin mich einmal mehr begeistern.

Ich habe schon viel gelesen. Opfer wurde literarisch erstochen, erwürgt, gehängt, gehäutet und erschossen aber das, was sich die Autorin für ihren Killer und die Opfer ausgedacht hat, hat mir erst mal nur ein erstauntes "Oh" entlockt. Unglaublich, was einem im Haushalt so alles "passieren" könnte und ich sehe meinen Staubsauger nun mit anderen Augen.

Yrsa Sigurdadottir schreibt von Seite eins an beklemmend und durchweg hochspannend. Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, sodass es kaum möglich ist, nicht auch noch das nächste Kapitel sofort zu lesen, was schlecht für den wohlverdienten Schlaf ist. 

Kommissar Huldar und Psychologin Freyja waren mir auf Anhieb symphatisch und ich war gespannt, wie sich die beiden zusammenraufen, verbindet sie doch eine gemeinsame Nacht, in der der Kommissar sich nicht gerade vorbildlich verhalten hat.

Der Thriller beginnt mit einem beklemmenden Prolog und einem sehr ernsten Thema. Wie das alles zusammenhängt und wie die Autorin die Handlungsstränge verknüpft, ist logisch und authentisch aufgebaut und führt zu einem Ende, das mich zufriedengestellt hat.

Ich freue mich heute schon auf Band 2 und werde diese Reihe gerne weiter begleiten! Absolute Leseempfehlung!

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Tags: thriller, yrsa sigurdardottir   (2)
 

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

vampir, susann brenner, blut trinken, wahre verbrechen, krimi

Der Vampir vom Niederrhein - Peter Kürten

Susann Brennero
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.08.2016
ISBN 9783839219379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In unmittlerbarer Nähe zu einer Baustelle wird im Februar 1929 die Leiche einer 9jährigen Bäckerstochter, bestialisch erstochen und missbraucht, gefunden. In der Nachbarschaft lebt der Journalist Egon Kron, den der Mord an dem Kind weder beruflich noch privat loslässt. Er befreundet sich mit dem leitenden Ermittler und möchte den Täter dingfest machen. In Düsseldorf verdächtigt und bespitzelt jeder jeden und weitere Morde geschehen...

Peter Kürten - wer hat noch nicht von dem Serienmörder, der in Düsseldorf sein Unwesen trieb gehört..

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse konnte ich mit der Autorin, Susann Brennero unterhalten. Nach unserem sehr interessanten Gespräch, war mir klar, dass ich ihren biografischen Kriminalroman lesen musste und ich wurde nicht enttäuscht.

Mich hat die unglaublich gute Recherchearbeit der Autorin beeindruckt und so entstand ein hochspannender und aufschlussreicher Krimi, der auf den bestialischen Taten des Vampirs von Düsseldorf basiert. Die Autorin führt den Leser mit ihrem bildhaften Schreibstil von Tatort zu Tatort und obwohl ich noch nie in Düsseldorf war, konnte ich mir die Örtlichkeiten vor meinem geistigen Auge sehr gut vorstellen. Ich habe natürlich auch im Internet nach dem Serienmörder gesucht um mir nochmals Informationen über diesen Teufel in Menschengestalt einzuholen, so bekam ich ein noch besseres Bild über den Fall.

Der Roman beschreibt, in der Zeit der Weimarer Republik, die Sorge und Nöte der Menschen und vor allem, was diese Morde aus den Menschen damals gemacht hat und wie diese damit umgegangen sind. Ich habe den Gerichtsreporter Egon Kron begleitet und noch glaubhafter, interessanter und vorstellhaftert machen den Krimi die Zeitungsberichte des Egon Kron, die die Autorin immer wieder in die Story einbettet.

Für mich persönlich war "Der Vampir vom Niederrhein - Peter Kürten" ein echtes Highlight und ich kann jedem, der sich mit wahren Verbrechen befasst aber auch jeden der gerne spannende Krimis liest, diesen biografischen Kriminalroman wärmsten ans Herz legen und vergebe somit eine absolute Leseempfehlung!

Meine persönliche Highlightliste ist nun um ein Buch reicher!

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Tags: krimi, susann brenner, wahre verbrechen   (3)
 

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85 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, soziopath, psychiater, lisa scottoline, philadelphia

Niemand sieht mich kommen

Lisa Scottoline , Kathrin Bielfeldt
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.06.2016
ISBN 9783352008849
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eric Parrish ist Arzt und Chef einer psychiatrischen Klinik. Sein Leben gestaltet sich schwierig, denn seine Frau möchte die Trennung und die gemeinsame 7jähige Tochter Hannah. Als ob das alles nicht genug wäre, möchte seine (Noch) Frau das gemeinsame Haus verkaufen und hat auch noch einen neuen Lebensgefährten.

Als Max den Wunsch einer sterbenskranken Dame, sich ihren Enkel Max anzusehen erfüllt, gerät alles komplett aus der Reihe. Max liebt seine Großmutter abgöttisch, hat natürlich Angst um deren bevorstehenden Tod und gesteht Eric ein Mädchen, in das er verliebt ist, zu stalken. Kurz darauf wird ebendieses Mädchen ermordet und Eric ist der Letzte, der die junge Frau lebend gesehen hat. Obendrein bezichtigt ihn auch noch eine seiner Medizinstudentinnen der sexuellen Belästigung und plötzlich findet sich Eric Parrish in seinem ganz persönlichen Albtraum wieder...

Ich habe "Niemand sieht mich kommen" sehr gerne gelesen! Der Thriller hat alles, was zu diesem Genre gehört und obendrein taucht der Leser tief in die Arbeit einer psychiatrischen Klinik ein. Der Protagonist Eric Parrish war mir auf Anhieb symphatisch und er hat mir auch ein wenig leid getan, denn was er erleben muss, wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Der Arzt ist sich seiner Pflicht den Patienten gegenüber sehr bewusst und auch nachdem das Mädchen, das Max nach eigenen Angaben stalkt, ermordet wird, glaubt Eric an die Unschuld seines Schützlings. Max ist nicht nur von dem Mädchen besessen, sondern hat obendrein noch eine Zwangsneurose, die ihm das Leben nicht unbedingt leicht macht. Eric möchte auf eigene Faust herausfinden, wer das Mädchen ermordet hat und ahnt nicht, in welche Gefahr er sich dabei begibt.

Die Autorin beschreibt in einem fesselnden Schreibstil einen Mann, der sein Leben einfach wieder in den Griff bekommen will. Die Qualen, die Eric in seinem Privatleben durchstehen mus, gerade der Kampf um das Sorgerecht,machen die Figur sehr authentisch auch wenn ich manchmal Erics Handeln nicht ganz nachvollziehen konnte. Wenn man allerdings bedenkt, wieviele "Baustellen" sich für ihn aufgetan haben, sieht es schon wieder anders aus und man kann ihn doch irgendwie verstehen.

Das Buch war von Beginn an spannend und endet in einem überraschenden Finale, mit dem ich so nicht gerechnet habe und mir auch sehr gut gefallen hat! "Niemand sieht mich kommen"  gehört für mich eher in die Psychothrillerschiene und für Fans des Genres gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung!

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Tags: lisa scottoline, psychothriller, thriller   (3)
 

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

berlin, ddr, krimi, mord, schule

Wintertod

Thomas Nommensen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499271984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einem stillgelegten Friedhof in Berlin wird die Leiche einer verscharrten Frau gefunden. Arne Larsen, der sich nach seinem letzten Fall von Kiel nach Berlin versetzen ließ, nimmt mit seiner neuen Kollegin Mayla Aslan die Ermittlungen auf, die sich schwierig gestalten und viele Rätsel aufgeben.

Zeitgleich entdeckt eine Lehrerin einen Hilferuf eines Mädchens. Das Kind hat "Hilfe" in ihr Aufsatzheft gekritzelt. An dieser Grundschule sind die Dinge auch nicht wie sie eigentlich sein sollten. Wie kann es sein, dass sich eine Lehrerin vor ihren Schülern fürchtet...

Nach "Ein dunkler Sommer", den hochspannenden ersten Fall für Arne Larsen, war es logisch, dass ich den Ermittler auch in seinem nächsten Fall begleiten wollte und ich wurde nicht enttäuscht.

Für Arne Larsen gestaltet sich die neue Stelle in Berlin etwas schwierig. Mit Mayla Aslan, die die Ermittlungen in dem Fall der Leiche auf dem Friedhof leitet, wird er anfangs nicht richtig warm. Als er dann, außerhalb seiner Dienstzeit eine weitere Leiche entdeckt, fördert das nicht gerade das Verhältnis der beiden.

Die Kapitel wechseln sich zwischen den Ermittlungen und der Lehrerin Lea Zeisberg ab. Als dann auch noch Dinge, die sich in der Gegend 1979 abspielten und ehemalige DDR-Funktionäre, die damals dort wohnten, ins Spiel kommen kommt der Krimi so richtig in Fahrt und die Seiten flogen nur so dahin!

Thomas Nommensen versteht es falsche Fährten zu legen, wirft Fragen und Rätsel auf und kommt am Ende doch zu einer logischen, wenn auch erschreckenden, Auflösung! Angst wabert immer so ein bisschen mit nach allerbester Psychothrillermanier, in dessen Genre ich eigentlich zu Hause bin.

Ich bin wirklich nicht unbedingt Krimileserin, allerdings ist "Wintertod" für mich mehr Thriller als Krimi, der hervorragend in die herbstliche Lesezeit passt!

Wer gesellschaftskritische und schockierende Geschichten mag, ist bei "Wintertod" allerbestens aufgehoben! Mir hat auch Band zwei um Arne Larsen hervorragend gefallen und so kann ich gar nicht anders, als eine absolute Leseempfehlung auszugeben!

Hut ab, Thomas Nommensen!

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Tags: krimi, psychothriller, thomas nommensen, thriller   (4)
 

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303 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 155 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sarahs Mann, Philipp Petersen, verschwindet bei einer geschäftlichen Reise nach Südamerika spurlos. Sarah muss den gemeinsamen Sohn alleine großziehen. Gerade hat sie sich soweit damit abgefunden, dass ihr Mann nicht mehr auftaucht, allerdings weigert sie sich daran zu glauben, dass er tot ist. Nach sieben langen Jahren bekommt sie einen Anruf, dass Philipp aufgetaucht ist. Natürlich macht sich Sarah mitsamt Sohn sofort auf zum Flughafen um ihren Mann wieder in die Arme zu schließen. Allerdings wird sie herbe enttäuscht, denn der Mann ist nicht Philipp. Keiner scheint ihr zu glauben, denn dieser Mann weiß alles über sie, ihrer Ehe und dem Sohn. Der Fremde droht Sarah damit, ihr Leben zu zerstören, wenn sie sein Spiel nicht mitspielt...

Ich habe mich, nachdem ich schon "Die Falle" verschlungen habe, sehr auf den zweiten Thriller von Melanie Raabe gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Normalerweise gehe ich auf den Schreibstil eines Buches generell nicht ein, allerdings muss ich sagen, dass der Schreibstil von Melanie Raabe für mich wie Musik ist. Ich weiß nicht, wieviele Zitate ich mir markiert habe, denn ich möchte nicht, dass diese sätze für mich verlorengehen. Ganz großes Kino und eine lobende Erwähnung wert!

Zur Story:

Die Autorin schildert uns die Geschichte zweier Menschen, die mich von Beginn an gefesselt hat. Sarah leidet sehr darunter, dass ihr Mann verschwunden ist, doch bald schon wird klar, dass die Frau irgendein Geheimnis mit sich herumschleppt und ihr ganzes Handeln in irgendeiner Art und Weise damit zusammenhängen muss.

Zu dem "Fremden" wie Sarah den Mann, der behauptet Phillip zu sein, nennt, hatte ich zwiespältige Gefühle. Wenn er nicht Phillip ist, warum und woher weiß er soviel über sie? Einerseits war mir "der Fremde" symphatisch, andererseits gelang es mir lange nicht, sein Spiel zu durchschauen. Auch er hat ein Geheimnis, dass es galt rauszufinden.

Im Leben des Ehepaares gab/gibt es einige Menschen, die Phillip entlarven könnten, allerdings kann man den Mann einfach nicht greifen. Selbst die demente Mutter, deren Verhältnis zu Sarah angespannt ist, behauptet, das "der Fremde" nicht ihr Sohn sei. Doch inwieweit kann man ihr glauben?

So entwickelt sich zwischen Sarah und dem Fremden ein Katz-und Mausspiel, dass sehr interessant und hochspannend ist! Ich habe "Die Wahrheit" kaum zur Seite legen können, denn ich musste unbedingt wissen, welche Geschichte hinter dem Fremden und Sarah steckt.

Einziger Kritikpunkt ist für mich das Ende, welches mir ziemlich weit hergeholt erschien, jedoch war ich trotzdem damit ganz zufrieden und ich kann auch nicht sagen, was ich eigentlich erwartet habe. Allerdings wiegt die Spannung, die sich über die ganze Geschichte zieht, das für mich, kleine Manko, wieder auf!

Fans von Psychothrillern werden ihre helle Freude an "Die Wahrheit" haben und mit ihrem zweiten gelungenen Buch, hat Malenie Raabe in mir einen Fan gefunden! Ich freue mich auf das nächste Buch!

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Tags: melanie raabe, psychothriller, thriller   (3)
 

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121 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der elfjährige Max wird nachts von seiner Mutter geweckt. Diese sperrt ihn, zusammen mit seiner vierjährigen Schwester in einen Wandschrank ein. Max kann nur noch hören, wie seine Mutter den Kindern aufträgt, dass sie zu Opa gehen sollen. Kurz darauf schreit seine Mutter und dann folgt Stille.
Max erzählt seiner Schwester Ellie vom Märchenwald und dann machen sich die beiden alleine auf den Weg zu Opa.

Unterdessen erwacht auf dem Alexanderplatz eine Frau, blutüberströmt und ohne Gedächtnis...

Wer die Thriller von Martin Krist kennt, weiß, dass der Autor nicht gerade zimperlich mit seinen Figuren und auch nicht mit seinen Lesern umgeht. Als Mutter habe ich fast Schnappatmung gekriegt, wenn ich mich in die Kinder, die alleine durch Berlin irren, um zu ihrem Opa zu gelangen, hineinversetze. Die gelang mir sehr gut und von Beginn an, war ich von dem Thriller gefangen und habe ihn auch tatsächlich in einem Stück verschlungen.

Martin Krist erzählt eine Geschichte, in der auf den ersten Blick erst mal nichts zusammenpasst und ich bin immer wieder erstaunt, wie sich Kapitel um Kapitel das Dunkel lichtet und immer mehr zu einer schlüssigen Story wird. Bei "Märchenwald" handelt es sich um einen knallharten, hochspannenden Thriller, bei dem ich magenschwachen Lesern empfehle, nicht unbedingt bei der Lektüre zu essen und wenn das dann doch sein muss, das eben Gegessene auch bei sich zu behalten.

Max hat mich beeindruckt. Mit seinen elf Jahren denkt und handelt er mutig und logisch um seine Schwester, der er während ihrer Odysee erzählt, dass das alles nur ein Spiel ist und sie sich einfach vorstellen sollen, dass sie sich im Märchenwald befinden, einigermaßen sicher durch Berlin bis zum Ziel zu schleusen.

Die Frau ohne Gedächtnis hat mir leid getan. Auf der Suche nach sich selbst, muss sie sich teilweise auf zwielichtige und nicht gerade freundliche Menschen verlassen. Viel mehr möchte ich nicht dazu schreiben, denn spoilern liegt mir - wie immer - fern.

Kalkbrenner und Muth sind zusammen ein tolles Team,bei dem sich nach wie vor einer auf den anderen verlassen kann und natürlich fehlen Kalkbrenners "Helferlein" auch in diesem Band nicht. Ich muss gestehen, dass ich nicht die gesamte Reihe um Paul Kalkbrenner gelesen habe, trotzdem hatte ich keinerlei Schwierigkeiten in die Story zu finden. "Märchenwald" ist der fünfte Band aus der Reihe.

Fazit: hochspannend, rasant und gespickt mir Ekelszenen! Der "böse Bube" der Thriller wird immer böser und so wünsche ich zukünftigen Lesern im doppelten Sinne guten Appetit und vergebe gerne eine absolute Leseempfehlung!

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Tags: martin krist, thrille   (2)
 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

psychothriller, entführung, wien, österreichische autoren, mädchen

Das Böse in euch

Rhena Weiss
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.05.2016
ISBN 9783442483211
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zuerst mal hat mich das Cover dazu animiert, das Buch zu lesen und wenn dann auch noch vorne drauf Psychothriller steht, bin ich sofort zu Hause!

Michaela Baltzer wird zu einem Tatort gerufen, an dem man die 16-jährige Tanja entdeckt. Auf deren Leiche findet sich die DNA von zwei weiteren, vermissten Mädchen. Als dann eine zweite Leiche auf schreckliche Art und Weise auftaucht bekommt Michaela bald Angst um ihre Nichte Valerie, denn die lebt seit kurzem bei Michaela, weil dernen Eltern ein Jahr im Ausland verbringen. Dann geschieht das Befürchtete und Valerie ist verschwunden.

Die Komissarin Michaela Baltzer ist ein sehr sympatischer Charakter. Sie hat jetzt nicht nur ihre Arbeit, die sie nach den Vermisstenfällen auf Trab hält, sondern auch noch Valerie, um die sie sich kümmern muss und auch gerne kümmern will. Auch Valerie habe ich ganz schnell ins Herz geschlossen. Sie ist ein normaler Teenager und weiß schon ganz genau, dass sie in die Fußstapfen von Michaela treten will und später auch mal bei der Polizei arbeiten möchte. Valerie beginnt auf eigene Faust in den Vermisstenfällen zu ermitteln und ahnt gar nicht, in welche Gefahr sie sich dabei gibt...

"Das Böse in euch" ist ein rasanter Psychothriller, mit einem Täter, der mir so in noch keinem Buch begegnet ist. Mir gefällt es immer sehr gut, wenn Kapitel aus der Sicht des Täters erzählt werden und so wird einem schnell bewusst, was für eine kaputte Existenz im Entführer lebt und welche traurige und sehr erschreckende Geschichte ihn umtreibt und zu seinen Taten zwingt.

Ein Psychothriller wäre kein Psychothriller, wenn der Leser nicht miträtseln kann, wer sich hinter dem Entführer verbirgt.Bei mir stehen erstmal immer alle unter Generalverdacht und so ab dem letzten Drittel hatte ich eine Ahnung, war mir aber nicht ganz sicher und so flogen die letzten Kapitel, wie auch schon die Vorigen einfach so dahin, bis der Täter endlich identifiziert war!Tatsächlich ist es so, dass ich "Das Böse in euch" in einem Rutsch gelesen habe, denn von Seite eins an bis zum Schluss ist und bleibt die Story hochspannend, sodass das Weiterlesen nicht schwer fällt.

Ich hoffe sehr, dass es einen zweiten und noch viel mehr Bände um die symphatische Ermittlerin Micha Baltzer geben wird und so warte ich geduldig...

Fazit: Hochspannend, erschreckend, traurig, Gewürzt mit tollen Charakteren = ein brillianter Psychothriller, den man auf keinen Fall verpassen sollte! Absolute Leseempfehlung und ein Platz in meiner persönlichen Highlightliste ist sicher!

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, anders, psychothriller, anita terpstra, entführung

Anders

Anita Terpstra , Jörn Pinnow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734102578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alma, Linc und ihre beiden Kinder Sander und Iris sind eine ganz normale Familie. Das Familienidyll endet, als der elfjährige Sander während eines Aufenthaltes in einem Feriendorf verschwindet. Sander war mit seinem Freund zusammen und dieser wird wenig später tot aufgefunden. Alma lässt nichts unversucht ihren Sohn zu finden und nach sechs langen Jahren taucht tatsächlich ein junger Mann auf, der behauptet Sander zu sein. Trotz allem scheint irgendetwas nicht zu stimmen....

Zu Beginn gibt uns Anita Terpstra einen Rundumblick in eine Famile, die perfekt zu sein scheint, allerdings scheint die Protagonistin Alma alles andere als geerdet. Klar, ihr Sohn wird vermisst aber bald wird klar, dass Alma ihre Kinder unterschiedlich behandelt hat und Sander schon immer ihrer Tochter vorzog. Der Grund erschien mir einleuchtend, was nicht heißt, dass ich das für okay befunden habe. Iris, Sanders ältere Schwester scheint weitaus mehr zu wissen, allerdings rückt sie mit der Sprache nicht raus. Auch Linc, der Ehemann und Vater ist irgendwie...anders. Er ist nach dem Verschwinden seines Sohnes in eine tiefe Depression gefallen und kommt mit dem Auftauchen Sanders überhaupt nicht klar.  Nach und nach wusste ich dann überhaupt nicht mehr was Sache ist und so flogen die Seiten nur so dahin! Eine durchgelesene Nacht und "Anders" war gelesen und ich einigermaßen schockiert!

Die Autorin hetzt den Leser von einem Zwiespalt in den nächsten und ich habe mir die wildesten Spekulationen zurechtgelegt ob Sander wirklich der ist, den er vorzugeben scheint und wenn nicht, warum? "Anders" beschreibt eine Story voller Verzweiflung, Lügen und Bosheit! Inwiefern sich diese Boshaftigkeit äußert, werde ich hier ganz bestimmt nicht verraten, dass müssen zukünftige Leser schon selbst herausfinden. Ich weiß nicht, mit welchem Buch sich "Anders" vergleichen lässt, denn eine Story wie diese habe ich so noch nie gelesen. Fakt ist, dass mich "Anders" auf mehrere Arten geschockt hat und mir eine Gänsehaut beschert hat!

"Anders" macht seinem Titel alle Ehre, denn für mich war das Buch wirklich ganz anders als erwartet.

Sehr gerne gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen spannenden und rätselhaften Thriller!

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Tags: anita terpstra, psychothrille, thriller   (3)
 

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119 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

thriller, künstliche intelligenz, technik, mirror, manipulation

Mirror

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.08.2016
ISBN 9783746632346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im digitalen Zeitalter reichen Smartphone, Facebook und Co. bald nicht mehr aus. Immer neue, bessere Technik muss her. So ein Mirror hat schon was. Er ist das digitale Spiegelbild des Besitzers. Er weiß, was seinem Besitzer gut tut, er passt auf seinen Besitzer auf, ist sogar in der Lage in einer Notsituation Hilfe zu rufen. Eigentlich eine tolle Sache aber was wäre, wenn dieser Mirror plötzlich ein Eigenleben entwickelt und vielleicht im Versuch seinen Besitzer glücklich zu machen weit übers Ziel hinausschießen würde?

Ich bin glücklich, dass ich diesen hochspannenden Thriller vorab lesen durfte. An dieser Stelle herzlichen Dank an den Aufbau Verlag!

Karl Olsberg hat eine Story kreiert, die mir gar nicht so weit hergeholt erscheint.  Die Journalistin Freya besitzt so einen Mirror. Mit der Zeit verhält sich ihr Mirror immer merkwürdiger. Freya lernt den autistischen Andy kennen, der auch so einen Mirror besitzt, der sich weit mehr in das Ledben seiner Besitzer einmischt, als einem lieb sein kann. Dann geht Freya damit an die Öffentlichkeit, mit schlimmen Folgen...

Der Thriller hat mich von Beginn an gefesselt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Dies war mein erstes, ganz gewiss aber nicht mein letztes, Buch von Karl Olsberg. Die Story ist gut durchdacht und macht auch lange nach dem Lesen noch nachdenklich, denn ich kann mir gut vorstellen, dass es so etwas ähnliches wie einen Mirror eines Tages mal geben wird. Gibt es nicht heute schon Apps, die uns sagen, wann wir trinken, essen oder schlafen sollen? Und gibt es nicht auch genügend Menschen, die sich auf solche Apps verlassen? Es gibt sogar Apps, die uns den passenden Partner in unserer Nähe vorschlagen. Jetzt, da ich "Mirror" gelesen habe, macht mir so etwas fast Angst, denn wie weit geht es noch? Was ist in 10 oder 20 Jahren? Gruselige Vorstellung und ich mag meine Gedanken gar nicht weiterspinnen. Man muss sich nur mal vorstellen, was wäre, wenn ganze Regierungen so einen "Mirror" sich zu Nutze machen würden. Ich lasse das jetzt mit meinen Gedankengängen lieber und empfehle sich selber ein Bild zu machen....

Fazit: "Mirror" ist ein hochspannender, rasanter Thriller, der zum Nachdenken anregt, eines meiner Jahreshighlights ist und ich kann nur hoffen, dass so eine Technik noch lange in der Zukunft liegt, kann mir aber auch vorstellen, dass an so einer oder einer ähnlichen Technik längst gearbeitet wird. Schöne neue Welt!

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Tags: science fiction, thriller   (2)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 20 Rezensionen

horror, thriller, mystery, fantasy, hamburg

Ausradiert

Martin S. Burkhardt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 11.02.2016
ISBN 9783958351103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Moritz Heber hat einen guten Job als Kameramann, mit Amy eine Feundin, die er sehr liebt und sein Leben gefällt ihm so wie es ist. Eigentlich könnte alles perfekt sein! Plötzlich scheint ihn allerdings niemand mehr zu kennen. Mysteriös ist auch, dass weder sein Wohnungsschlüssel noch seine Bankkarte funktioniert. Selbst auf Fotos ist er nur unklar zu erkennen. Er scheint im wahrsten Sinne des Wortes ausradiert zu sein. Einzig sein Nachbar Tobias hilft ihm und im Laufe der Zeit erkennt Moritz, dass sein Schicksal noch mehrere Menschen teilen...

Martin S. Burkhardt führt den Leser durch eine mysteriöse Geschichte mit Gänsehautfaktor. "Ausradiert" erzählt von einem jungen Mann, der sein Leben nach und nach zu verlieren scheint. Der Autor legt mit "Ausradiert" einen hochspannenden Thriller mit Fantasy-und Horrorelementen vor, dem man sich nur schwer entziehen kann. Moritz` Leben scheint komplett aus den Fugen zu geraten. Kollegen, Freunde, selbst seine Freundin scheinen ihn nicht mehr zu kennen und zu allem Übel bekommt Moritz auch noch Besuch von einem seltsamen und nebulösen Wesen, was mir mehr als einmal eine Gänsehaut über den Rücken jagte!

Zur Story selbst möchte ich gar nicht so viel sagen, denn Überraschungsmomente gibt es in dem Buch zur Genüge und spoilern wäre mehr als unfair.

Zu den Protagonisten: die Charaktere in "Ausradiert"sind Menschen wie du und ich, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Martin S. Burkhardts bildhafter Schreibstil sorgt dafür, dass man bald das Gefühl hat mittendrin zu sein und so fliegt Seite um Seite bis zum grandiosen und für mich überraschenden Finale nur so dahin. Es hat großen Spaß gemacht "Ausradiert" zu lesen und einmal mehr ( ich durfte bisher fast alle Romane des Autors lesen ) konnte mich der Autor mit seinem Roman überzeugen und mausert sich Buch für Buch zu einem meiner Lieblingsautoren!

Absolute Leseempfehlung für Leser, die dem Fantastischen und dem Horror nicht abgeneigt sind!

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Tags: fantasy, horror, thriller   (3)
 

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schule, lehrer, roman, mobbing, arne ulbricht

Nicht von dieser Welt

Arne Ulbricht
Buch: 290 Seiten
Erschienen bei KLAK Verlag, 26.02.2016
ISBN 9783943767582
Genre: Romane

Rezension:

Heinz Traum ist es Lehrer zu sein. Eigentlich hatte sich das für ihn schon erledigt, allerdings scheint sein Traum wahr zu werden und Heinz beginnt an einer Schule zu unterrichten.

Heinz ist ganz anders, als andere Lehrer. Er gibt nichts auf Fernseher, Handy und das damit verbundene WhatsApp oder gar Facebook. Vielmehr interessiert er sich für Literatur, allen voran Werken von Karl May.

Heinz unterrichtet unter anderem in der 9a. Diese Klasse hat mit Olaf und seinen Freunden, Störer, Klassenclowns, wie es sie real in sehr vielen Klassen gibt.  Olaf ist ein Aufwiegler und er schafft es die Klasse gegen Heinz aufzubringen.

Als es auf Klassenfahrt geht, an der Heinz als Begleitlehrer teilnehmen soll, hofft dieser auf einen Neuanfang. Allerdings kommt es ganz anders....

Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich gemacht wie "Nicht von dieser Welt". Mit Heinz ist Arne Ulbricht ein Charakter gelungen, der mich sehr fasziniert hat, der mir aber gleichzeitig sehr leid getan hat und in den man sich sehr gut hineinversetzen kann. Heinz hat so gut wie keine Freunde. Sein einziger Verbündeter ist sein Hund Franz, den er abgöttisch liebt und für den er alles tun würde. Auch mit seiner Familie kommt Heinz nicht zurecht. Sein Vater hat es ihm nie verziehen, dass er "nur" Lehrer sein möchte und belächelt ihn mehr oder wenier. Er wird auch einfach mal so übersehen von seiner Familie. Wertschätzung erfährt er nicht, dabei ist er ein unheimlich lieber, verständnisvoller aber auch sehr zerbrechlicher Mensch, der es verdient hätte, dass man sich mit ihm intensiver auseinandersetzt und auch mal zwischen den Zeilen liest.

Heinz ist eigentlich ein toller Lehrer. Noten sind ihm zuwider und er möchte die Jugendlichen viel mehr an Literatur heranführen, was ihm so gut wie gar nicht gelingt.

Mobbing ist an Schulen ein großes Thema, das leider - meiner Meinung nach - von Lehrern und auch Eltern ( oft von mobbenden Schülern ) nicht so ernst genommen wird, wie es eigentlich sein sollte. Wenn man sich als Elternteil an einen Lehrer wendet, wird man oft mir Argumenten, dass das ja schließlich Kinder seien und diese das schon unter sich ausmachen würden, abgespeist und das Anliegen wird mehr oder weniger intensiv verfolgt und verläuft oft im Sande. Mobbing an Lehrer durch Schüler wird kaum thematisiert. Genau da legt der Autor den Finger in die Wunde. Arne Ulbricht nimmt den Leser an die Hand und zwingt ihn hinzuschauen. Die Geschichte um Heinz aus der Hand zu legen fällt schwer und doch musste ich ab und an einfach mal eine Zwangspause einlegen, weil mich das Thema einfach nicht losgelassen hat und mein Gehirn auf Hochtouren arbeitete. Der Roman tut weh und das ist auch ganz gut so!

Eindringlich beschreibt er, dass für Schüler wie Lehrern, die anders sind und nicht so ganz ins Bild passen, die Schule zu einem Spießrutenlauf werden kann. Wenn dann noch dazukommt das ein Lehrer auch nur durch Kollegen gemobbt wird, kann man sich vielleicht vorstellen, wo so etwas hinführen kann.

"Nicht von dieser Welt" hat mich nachdenklich und fassungslos zurückgelassen, denn das Ende war für mich ein Schock! Mit so einem Abschluss habe ich nicht gerechnet! Der Autor baut einen Schreckmoment ein, der den Leser nachdenklich, traurig und auf skurille Art und Weise auch ein Stück weit zufrieden zurück lässt. Dieses Ende war nach längerer Bedenkzeit für mich absolut perfekt! Chapeu, Arne Ulbricht!

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für einen Roman, der in meinen Augen  ein sehr wichtiges Thema behandelt und unbedingt gelesen werden sollte! Somit findet sich "Nicht von dieser Welt" auf meiner persönlichen Highlightliste wieder!

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Tags: arne ulbricht, mobbing, roman   (3)
 

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krimi, landshut, landshuter hochzeit, markus flexeder, regional

Böse sind die anderen

Markus Flexeder
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 28.04.2016
ISBN 9783869136332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe mich sehr gefreut, als ich hörte, dass es ein neuer Krimi von Markus Flexeder erscheint, denn ich habe schon "Blutwinter" förmlich verschlungen.

"Böse sind die anderen" hat allerdings mit "Blutwinter" überhaupt nichts zu tun, ist ganz anders aber nicht weniger spannend als der Debütroman des Autoren.

Korbinian Lallinger, Journalist, verbringt seinen Urlaub in Landshut. Dort findet zu dieser Zeit das historische Fest "Die Landshuter Hochzeit" statt. Unterdessen brodelt es aber gewaltig in Landshut, denn rechtsextreme Kameradschaften machen Stimmung gegen Ausländer und der Hass wird immer größer. Am Isarufer wird ein Toter entdeckt, der das Kostüm eines Reisigen trägt...

"Böse sind die anderen" ist ein hochspannender Krimi, der mich von beginn an fesseln konnte. Wie schon in "Blutwinter" habe ich den bildhaften Schreibstil des Autoren bewundert und sehr genossen. Ich fühlte mich, als würde ich selber bei der "Landshuter Hochzeit" dabei sein und mein Wunsch, dieses historische Fest selbst mal live zu erleben wurde durch Flexeders Geschichte geweckt.

Der Krimi besticht durch viel Lokalorit und behandelt ein Thema, das nicht nur dieser Tage, hochaktuell und sehr brisant ist. Sehr gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, sodass es mir leicht fiel, Kapitel um Kapitel zu lesen und die Seiten flogen nur so dahin. Flexeder hält den Spannungsbogen hoch und zieht ihn im Laufe der Story auch noch mal gewaltig an!

Der Journalist, Korbinian Lallinger, ist ein sehr symphatischer Protagionist und das ein oder andere mal musste ich auch schmunzeln, so wurde der Krimi für mich perfekt abgerundet!

Zur Story selbst möchte ich nicht mehr erzählen, als der Klappentext aussagt, denn ich möchte zukünftigen Lesern weder die Stimmung, die der Kriminalroman ausstrahlt, noch die Spannung verderben. Wer meinen Lesegeschmack allerdings kennt, weiß, dass ich eher bei den Thrillern zu Hause bin und mich nur sehr wenige Krimis vom Hocker hauen  "Böse sind die anderen" ist ein solcher!

Fazit: Bildhafter Schreibstil, fesselnde Story, brisantes Thema, authentische Figuren - absolute Leseempfehlung!

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Tags: krimi, markus flexeder   (2)
 

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bram dehouck, thriller, psychopath, btb verlag, derpsychopath

Der Psychopath

Bram Dehouck , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442713301
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sam ist der elfjährige Sohn von Chris und Charlotte Walschap. Schon öfter musste er die Schule wechseln, weil das Kind Probleme hat sich anzupassen und immer wieder negativ auffällt. Charlotte ist sich sicher, dass ihr Sohn gemobbt wird, während sich Chris sicher ist, dass Sam ein Psychopath, eine Gefahr für die Gesellschaft ist und so reift in ihm der Plan, seinen Sohn umzubringen...

Erschreckend! "Der Psychopath" ist eine hochspannende und erschreckende Geschichte, die mich, auch nach beenden, einfach nicht loslässt. Wie verzweifelt oder krank muss man sein, wenn man plant das eigene Kind umzubringen?

Zur Story: Bram Dehouck hat mich mit der Geschichte um die Familie Walschap von Beginn an ans Buch gefesselt und so habe ich den Thriller in einem Rutsch gelesen, was angesichts der Tatsache, dass "Der Psychopath" nur 224 Seiten aufweist, nicht schwer ist.

Es hat mich beeindruckt, dass der Autor es geschafft hat auf so wenigen Seiten einen wirklich kompletten Thriller zu packen. Ohne Längen, spannend von Anfang bis zum - allerdings vorhersehbaren - Ende.

Was ich von Sam halten sollte, war mir nicht ganz klar, allerdings habe ich Charlotte, Sam`s Mutter, nicht verstanden. Ständig sucht sie nach irgendwelchen Ausreden und Entschuldigungen für das Verhalten ihres Sohnes und zwar so lange, bis sie diese selbst glaubt. Auf der anderen Seite bekniet sie Chris, der selbst Arzt ist, Sam verschiedenen Ärzten vorzustellen. Dieser lehnt allerdings sämtliche Hilfsangebote ab, was ich auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Stattdessen verlässt er sich auf irgendwelche Artikel, die er sich aus dem Internet zusammensucht um seine Theorie, dass Sam der geborene Psychopath ist, zu untermauern, bis er sich dessen ganz sicher ist! Sam muss weg!

Sehr gut gefallen haben mir die Rückblenden in Chris` Kindheit und Jugend. Nach und nach begann ich, zumindest im Ansatz, zu verstehen, warum Chris ist, wie er eben ist und eine Gänsehaut nach der anderen lief mir über den Rücken. Bald habe ich mich gefragt, wer hier der Psychopath ist. Chris oder vielleicht doch Sam?

Mich beschäftigt das Buch gedanklich immer noch und so hat Bram Dehouck für mich einen Thriller vorgelegt, den ich ganz sicher nicht so schnell vergessen werde! Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende, welches für mich sehr abrupt kam und doch etwas vorhersehbar war.

Ich kann "Der Psychopath" wärmstens empfehlen - nicht nur für den kurzen Thrill zwischendurch!

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Tags: bram dehouck, thriller   (2)
 

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wachkoma, thriller, alkohol, koma, alkoholismus

Locked in

Holly Seddon , Astrid Finke
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 14.03.2016
ISBN 9783453419223
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Amy Stevenson war 15 Jahre alt, als sie schwer misshandelt aufgefunden wird. Wer dem Mädchen die Verletzungen beigebracht hat, ist auch 15 Jahre nach der Tat nicht bekannt. Alex Dale, Journalistin und Alkoholikerin, stößt bei Recherchen auf Amys Fall und ist fest entschlossen, Amys Täter, mit der Hilfe,der im Wachkoma liegenden jungen Frau, zu finden....

Ich beschäftige mich schon lange mit den Thema Wachkoma, denn es fasziniert mich unheimlich und ich frage mich, ob und was die Patienten von ihrer Außenwelt mitbekommen.

Holly Seddon hat hier weder Thriller noch Krimi, sondern einen hochinteressanten und sehr spannenden Roman geschrieben, den ich förmlich gefressen habe.

Alex Dale ist Alkoholikerin. Irgendwie hat sie sich so weit im Griff, dass sie morgens - mehr schlecht als recht-  ihrere freiberuflichen Arbeit als Journalistin nachgehen kann und dem Alkohol dem Nachmittag und Abend widmet. Sobald Alex getrunken hat, kann sie sich am nächsten Tag an nur noch wenig erinnern und wacht oft in einem nassen Bett, weil sie ihre Blase nicht mehr unter Kontrolle hat, auf. Auch ihre Ehe mit dem Polizisten Matthew Livingstone, den sie immer noch liebt und vermisst, ging wegen ihrer Sucht in die Brüche. Trotzdem bittet sie ihren Exmann ihr bei dem Fall etwas unter die Arme zu greifen, was dieser ihr nur widerwillig und nach gutem Zureden, mit Einschränkungen zusichert.

Die Geschichte wird uns abwechselnd von verschiedenen Personen erzählt. Besonders fasziniert hat mich, dass Amy selbst ihre Geschichte und ihre Gedanken preisgibt. Sie wartet auf ihre Mum, freut sich, dass ihr Freund sie ab und an besuchen kommt, hat aber keine Ahnung, dass sie im Koma liegt und schon gar nicht wie lange. Vielmehr denkt sie, dass sie einfach nur viel schläft und wundert sich, dass anscheinend niemand sie hören kann. Wenn Alex an ihrem Bett sitzt und ihr erzählt, was mit ihr geschehen ist und dass sie versucht den Täter zu finden, reagiert Amy teils heftig, was den Ärzten und Schwestern im Krankenhaus natürlich nicht gefällt. Aber nicht nur Amys Reaktionen, sondern auch Alex´ Leben ändert sich langsam und Stück für Stück.

Holly Seddon erzählt die Geschichte von Amy und auch die von Alex´ sehr feinfühlig. Ohne Sensationshascherei führt sie den Leser immer weiter in Amys Kopf und in Alex´ Seelenleben. Alex leidet und will unbedingt mit dem Trinken aufhören, denn der Alkohol hat schon zu viel in ihrem Leben kaputtgemacht. Einzig das Durchhaltevermögen macht ihr schwer zu schaffen und man leidet beim Lesen mit der Journalistin aber auch mit Amy mit. Amy hat mir unwahrscheinlich leid getan, denn sie denkt, dass sie immer noch 15 ist, hat keine Ahnung, was in der Zwischenzeit alles geschehen ist und ich hatte fast Angst davor, dass die, nun schon erwachsene Frau, aufwacht und mit dem Schock einfach nicht umgehen kann.

Der Roman ist sehr komplex und ich hatte verschiedene Personen in Verdacht, bin aber bis zum Schluß mit meiner Vermutung falsche gelegen. Im letzten Drittel werden die Kapitel immer kürzer, sodass man, den ohnehin schon unglaublich spannenden Pageturner, gar nicht mehr aus der Hand legen mag!

Das Ende hat mich sehr zufrieden gestellt und ich hatte sehr kurzweilige, hochspannende und interessante Lesestunden. Insgeheim hoffe ich, dass es mit der Journalistin Alex Dale weitergehen wird, denn ich denke, dass sie selbst ihre Geschichte noch nicht ganz zu Ende erzählt hat. Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen nochmal von der mutigen Journalistin lesen zu dürfen!

Fazit: Hochspannender Pageturner für den ich gerne eine absolute Leseempfehlung gebe!

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Tags: holly seddon, roman   (2)
 

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roman, mord, sarah butler, manchester, unruhen

Die Nacht brennt

Sarah Butler ,
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426304440
Genre: Romane

Rezension:

Die beiden Freunde Stick und Mac planen zu ihrem 18. Geburtstag eine Reise nach Spanien. Gerade Stick hat es nicht leicht, denn er verlor bei einem tragischen Unfall seine Schwester. Seine Mutter leidet seitdem unter einer Zwangsneurose und klammert sich sehr an ihren Sohn. Sticks Vater hat die Familie verlassen und eine neue Familie gegründet. Die Vorfreude ist groß. denn die beiden Freunde freuen sich darauf, ihrem Alltag entfliehen zu könen und haben für Spanien große Pläne geschmiedet. In der Nacht vor der Abreise wird Mac erstochen aufgefunden, was Stick den Boden unter den Füßen wegreisst. Er lernt "J" kennen. Ein ungewöhnliches Mädchen, das ihn fasziniert. Wärenddessen gibt es schlimme Ausschreitungen in London, die nach Manchester, die Stadt, in der Stick wohnt, überzugreifen drohen...

Vorweg muss ich sagen, dass "Die Nacht brennt" kein Buch ist, das man mal eben so wegliest.  Auf Sticks Schultern lastet jede Menge Verantwortung. Seine Mutter ist kein einfacher Charakter, denn sie lässt Stick nicht viel Luft zum Atmen. Bei einem Feuer hat sie ihre Tochter verloren und so ist es fast schon logisch, dass sie Angst hat auch ihren Sohn Kieran, wie Stick wirklich heißt, zu verlieren. Stick tut sein bestes um seiner Mutter zu helfen. Regelrechten Hass hegt er gegen seinen Vater und auch mir kam der Vater feige, besserwisserisch und unsymphatisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass er sich einfach der Verantwortung entzogen hat und nun mit seiner neuen Familie heile Welt spielt, dabei allerdings Stick und seine Mutter in ihrer Trauer und ihrem, nicht einfachen Leben, alleine läßt.

Sarah Butler hat in einer sehr schönen Sprache eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Wut, Zukunftsängsten, Liebe, Verlust und Vertrauen geschrieben. Sie hat mit Stick einen jungen Mann gezeichnet, der in seinem knapp 18jährigen Leben schon viel durchmachen musste und viel Wut in sich hat, für die er ein Ventil sucht. Irgendwie bleibt Stick in seiner Trauer um seinen besten Freund Mac ziemlich alleine, dabei möchte er so viel sagen, was ihm allerdings nicht wirklich in Gegenwart seiner Eltern über die Lippen kommt. Vielleicht hatte er Angst Schwäche zu zeigen, denn bei "J" kann er sein wahres Inneres wenigstens zum Teil offen legen.

Die Story macht sehr nachdenklich und ich frage mich oft, was Menschen, gerade Jugendliche, dazu treibt, ihrer Wut in Gewalttätigkeiten Ausdruck zu verleihen. Sarah Butler hat dem Leser da ein klein wenig Einblick gegeben und man kann sich sehr gut in Stick hineinversetzen. Sein Wunsch nach Familie und Geborgenheit wird nicht wirklich erfüllt und dann stirbt der einzige Mensch, auf den er sich sein Leben lang hundertprozentig verlassen hat, sein einziger Halt, dem er bedingungslos vertraut hat und die Wut auf den Täter und die immerwährende Frage nach dem Warum, frisst Kieran fast auf.

Die Geschichte endet offen, sodass man sich lange nach Beendigung noch Gedanken zum Buch macht, was auch ganz gut so ist.

Wer hier eine Jugendbuch über rosarote Liebe und einem absoluten Happy End erwartet, liegt mit "Die Nacht brennt" vollkommen falsch. Vielmehr übt die Autorin in ihrem Buch Gesellschaftskritik, zeigt dem Leser, wie es wirklich in einigen Jugendlichen gefühlsmäßig aussehen kann und lernt uns, auf unsere Jugendlichen vielleicht ein bisschen mehr einzugehen. Deshalb gebe ich gerne eine absolute Leseempfehlung!

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Tags: droemer knaur, jugendbuc, sarah butler   (3)
 

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thriller, kat hönow

Psychopath - Tödliche Liebe (Thriller)

Kat Hönow
E-Buch Text: 238 Seiten
Erschienen bei null, 19.08.2015
ISBN B0146YIDEU
Genre: Sonstiges

Rezension:

Joana lebt seit kurzer Zeit in Turner Valley in Calgary. Es fällt ihr nicht leicht Freunde zu finden, denn sie musste wegen ihrem Vater, sehr oft umziehen. In Kanada ist Joana aber glücklich, denn in Jonathan, Steve und Kyra hat sie endlich tolle Freunde und Anschluß gefunden. Allerdings ist da auch Sam, der Joana stalkt und bald wird Joanas größter Alptraum wahr - sie wird entführt. Sam ist Detectiv Mornay wohl bekannt und er weiß, wie psychophatisch dieser veranlagt ist...

Mein erstes Buch von Kat Hönow und ich war sehr gespannt auf diesen Thriller. Zu recht! Von Beginn an zieht die Autorin die Spannungsschraube an und im weiteren Verlauf immer weiter zu.

Die Autorin hat authentische Charaktere geschaffen, in die man sich gut hineinversetzen kann. Mehr als ein mal Kat Hönow mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen und so flogen die Seiten nur so dahin, was auch dem sehr angenehmen Schreibstil der Autorin geschuldet ist.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass dieses Buch nichts für schwache Nerven ist, denn die Story führt den Leser in die wirklich tiefsten Abgründe des Menschen und was Joana durchmachen muss, wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Die Story kam mir etwas konstruiert vor und nicht immer konnte ich das Verhalten eniger Charaktere nachvollziehen, jedoch hat die atemlose Spannung für mich das wieder wett gemacht!

Fazit: ein hochspannender, brutaler Thriller, den ich hartgesottenen Thrillerfans mit starken Nerven gerne ans Herz legen möchte! Ich für meinen Teil werde die Autorin weiterhin auf dem Zettel haben!

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Tags: kat hönow, thriller   (2)
 

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psychothrille, psychothriller, debbie howells, england

Mein Tod ist dein

Debbie Howells ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.02.2016
ISBN 9783442483488
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Dorf in England verschwindet die 18jährige Rosie Anderson spurlos. Die meisten glauben daran, dass Rosie bald wieder auftauchen wird, bis die junge Frau erstochen aufgefunden wird.
Kate ist eine Nachbarin der Familie und freundet sich immer mehr mit Rosies Mutter an. Sie möchte die Familie in ihrer Trauer unterstützen und glaubt auch nicht daran, dass irgendjemand fremdes Rosie ermordet hat..


In den abwechselnd von Kate und der ermordeten Rosie erzählten Kapiteln, lernt der Leser sowohl das tote Mädchen näher kennen und begleitet Kate bei ihrem Versuch die Familie der ermordeten Jugendlichen zu unterstützen.


Nach außen hin war in Rosies Familie immer alles perfekt! Perfektes Mädchen, perfekte Noten, perfekte Freunde... Bald erzählt Rosie aber den Lesern, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist/war und zeichnet ein teils erschreckendes Bild ihrer ach so perfektzen Familie.


Kate hat mich, wenn ich ehrlich bin, in ihrer Fürsorge ein bisschen genervt. Das Offensichtlich wollte oder konnte sie nicht sehen. Was ich ganz seltsam fand, war die Reporterin Laura, eine alte Bekannte von Kate, die kurz nach dem Mord im Dorf auftaucht - auf der Suche nach der großen Story. Laura bleibt sehr, sehr lange im Dorf, obwohl es eigentlich gar nichts neues zu berichten gibt und so verstreichen die Wochen und Monate und Laura bleibt im Dorf und wartet.... Die Polizei spielt in dem Psychothriller nur eine untergeordnete Rolle und man erfährt nur sehr wenig von den Ermittlungen.


Die tote Rosie erzählt - wohl aus dem Jenseits - von ihrem gar nicht so einfachen Leben in der Familie Anderson und lässt den Leser auch an ihrem Liebesleben teilhaben.


Alles in allem war mir die Story etwas zu kalt erzählt und hat mich auch nicht wirklich berührt. Ich bin eigentlich mit gar keinem Charakter warm geworden und fühlte mich, als wenn ich einen TV-Krimi anschauen würde. Die Drohungen, von denen im Klappentext die Rede ist, waren für mich auch keine echten Drohungen, eher Hinweise. Auch hat mir die Spannung etwas gefehlt, denn mir wurde relativ bald klar, wie der Hase läuft und so habe ich das Buch einfach nur noch zu Ende lesen wollen.


Für Freunde des sehr leichten Psychothrills mit Sicherheit lesenswert, mich konnte "Mein Tod ist dein" leider nicht fesseln.

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Tags: debbie howells, psychothrille   (2)
 

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

nancy bush, nancy bsh, thriller, niemals wirst du ihn vergessen, trilogie

Niemals wirst du ihn vergessen

Nancy Bush ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2016
ISBN 9783426518083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was schon im ersten Band " Nirgends wirst du sicher sein" seinen Anfang genommen hat, geht nund in Band 2 weiter.

"Was sie zuvor mit mir getan, das tu ich jetzt den andern an". Diesen Satz ritzt ein Serienmörder seinen Opfern in die Haut, nachdem er sie vergewaltigt und stranguliert hat. Alles hübsch, jung und brünett. Genau wie Detective September Rafferty. Als der jungen Ermittlerin ein alte Kinderzeichnung von ihr erreicht, auf der genau dieser Satz geschrieben wurde, ist ihr klar, dass der Täter es auf sie abgesehen hat.  Aber wer kommt an Zeichnungen, die September in der Grundschule angefertigt hat und warum?

Gretchen und Nine, wie September auch genannt wird, kommen bei den Ermittlungen nicht wirklich weiter und so schaltet sich das FBI ein, was den beiden Frauen natürlich überhaupt nicht passt.

Auch der zweite Band von Nancy Bush konnte mich überzeugen. Wie schon in Band eins begegnen wir alten Bekannten wie ihren Zwillingsbruder Auggie und ihre, etwas kaltschnäuzige und doch liebenswerte, Kollegin Gretchen.

Sehr interessant fand ich, dass man die - ziemlich seltsame -  Familie von Auggie und September etwas näher kennenlernt. Die Zwillinge scheinen vollkommen aus der Art geschlagen. Gott sei Dank, kann ich da nur sagen! Eigentlich fand ich die ganze Sippe sehr unsymphatisch und kalt. Irgendwie so gar nicht Familie und man kann gut verstehen, warum sich die Zwillinge von ihrer Familie abgrenzen.

Wenn Band 2 auch einige Längen hat, ist er doch spannend. Bis zum Schluss kommt man nicht auf den Täter, was mir sehr gut gefallen hat, denn ich mag es nicht, wenn ich ab Mitte der Story das Ende schon erahnen kann.

In Band 2 werden, wie es Nancy Bush bereits in ihrem ersten Thriller gemacht, schon Hinweise auf Band 3 gestreut, sodass es schwer fällt auf "Niemand kannst du trauen", der am 01. April, ebenfalls bei Droemer Knaur erscheint, zu warten.

Ich gebe gerne eine Leseempfehlung, empfehle aber trotzdem, obwohl man "Niemals wirst du ihn vergessen" eigenständig lesen kann, den ersten Band vorweg zu lesen. Einfach um die Figuren schon ein wenig kennenzulernen und das Lesevergnügen noch etwas zu steigern!

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Tags: nancy bsh, thriller, trilogie   (3)
 

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310 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

liebe, anima, kim kestner, teufel, engel

Anima - Schwarze Seele, weißes Herz

Kim Kestner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Arena, 10.02.2016
ISBN 9783401602523
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Abby verbringt, wie jeden Sommer, die Ferien in Acadia, einem Nationalpark! Abby liebt Acadia über alles und lässt sich die Vorfreude auch nicht von ihrer miesepetrigen Schwester Virginia  verderben. Als der engagierte Magier Juspinn in den Park kommt, fangen die Menchen an sich zu verändern und das nicht zum Positiven. Auch Abby fühlt sich unglaublich zu dem Mann hingezogen, weiß aber bald, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann...
Abby ist eine überaus symphatische Protagonistin, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Abigail, wie ihr kompletter Name lautet, ist eine herzensguter Mensch. Am liebsten möchte sie die Welt verändern. In jedem Menschen sieht sie das Gute und ihr würde niemals in den Sinn kommen, irgendjemanden wissentlich zu verletzen. Ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester Virginia... War Virginia schon vorher unsymphatisch, wird sie mit dem Erscheinen von Juspinn nur noch unausstehlicher, ja sogar richtig böse! 
Abbys Vater ist Reverend und wenn man ihn kennenlernt, weiß man woher Abby ihre positiven Eigenschaften hat. Ihr Vater engagiert sich für die Kirche im Park und auch er hilft, wo er kann. Auch Abbys Mutter ist eine tolle Frau und eine unglaublich liebe Mutter. Alles perfekt! Zu perfekt, als dass sich daran irgendetwas ändern könnte...
Plötzlich fangen Abbys Eltern an sich zu streiten, fördern charakterliche Eigenschaften zu Tage, von denen Abby niemals zu träumen gewagt hätte. Abby ist sich sicher, dass das alles mit Juspinn zusammenhängt, doch schafft sie es einfach nicht sich von diesem unheimlich gutaussehenden Magier, der Dinge vollbringt, die weit mehr als Illusionen sind, fernzuhalten. Als sie hinter Juspinns Geheimnis kommt, das mit ihrer Person zusammenhängt, überschlagen sich die Ereignisse und Abby muss eine schwere Entscheidung treffen...
Ich habe schon die Zeitrausch-Trilogie von Kim Kestner regelrecht gefressen und so habe ich mich umso mehr über das Rezensionsangebot für "Anima" gefreut!
480 Seiten, die ich tatsächlich in einem Rutsch verschlungen habe! "Anima" hatte eine unglaubliche Sogwirkung auf mich. Wer weiß, vielleicht hat Juspinn mich auch buchstäblich in seinen Bann gezogen, denn ich habe es, auch nachts, nicht geschafft mich von dem Buch zu trennen.
Wenn man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht, trotzdem lieber nicht weiterlesen will, weil man einfach nicht möchte, dass die Geschichte endet, dann ist es für mich ein "teuflisch" gutes Buch!
Je näher ich dem Ende kam, umso mehr habe ich mir gewünscht, dass es noch einen zweiten Teil von Juspinn und Abby geben wird. Allerdings ist das Buch in sich komplett abgeschlossen, mit einem (für mich) perfekten Ende! Schade eigentlich... ich vermisse die Charaktere so sehr. Es ist fast so, als wären sie zu Freunden geworden. Selbst die Antagonisten waren mir irgendwie symphatisch, denn wenn man von ihren Ansichten liest, hält Kim Kestner dem Leser so ein bisschen den Spiegel vor...   Ich schreibe etwas um den heißen Brei herum, weil ich in meiner Rezension nicht verraten will, was es mit Juspinn auf sich hat, denn das Letzte was ich will, ist zukünftigen Lesern die Spannung, den Sog und den Zauber der Story zu verderben.
"Anima" ist ein wundervolles Jugendbuch über Gut und Böse und über die Macht der Liebe! Ihr merkt schon ich gerate ins Schwärmen und ich muss echt aufpassen, dass ich mich in meiner Rezi nicht überschlage!
Lange Rede - kurzer Sinn: Ich liebe "Anima", das es ohne mit der Wimper zu zucken, auf meine persönliche Highlightliste geschafft hat! Liebe Kim Kestner, ich will mehr!
Absolute, unbedingte und dringende Leseempfehlung!

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Tags: fantasy, jugendbuch, kim kestner, mystery   (4)
 

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

thriller, superkräfte, telepathie, fantasy, pubertät

Tödliche Gedanken: Er kennt dein Geheimnis. Wie kannst du ihm vertrauen?

Marcus Johanus
E-Buch Text: 474 Seiten
Erschienen bei Midnight, 11.09.2015
ISBN 9783958190474
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Patricia hat eine seltsame Vision. Sie sieht, wie jemand an ihrer Schule Amok läuft, was sich kurz darauf tatsächlich bewahrheitet. Kurz danach sieht sie in einer weiteren Vision, wie jemand ermordet wird. Patricia ist verwirrt, versteht aber bald, dass sie mit einer Gabe gesegnet ist...

Ich habe mich auf einen spannenden Thriller gefreut. Bekommen habe ich allerdings keinen Thriller, wie man ihn als solchen versteht, sondern mehr ein Young-Adult-Fantasybuch. Nach dieser Erkenntnis war ich anfangs ein bisschen enttäuscht und habe das Buch erst einmal beiseite gelegt.

Ein paar Tage später, habe ich den Reader wieder zur Hand genommen und habe mich auch voll und ganz auf die Geschichte einlassen können.

Marcus Johanus beschreibt in einem sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil die Charaktere der Story eingehend und so konnte ich mich gut in Patricia hineinversetzen, die mir allerdings erst nach einiger Zeit etwas symphatisch wurde. Anfangs fand ich sie sehr überheblich, sodass es mir schwer fiel eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Im Laufe der Geschichte hat sich das allerdings gelegt und so durfte ich eine sehr spannende und mysteriöse Story genießen, die ich sehr gerne gelesen habe.

In "Tödliche Gedanken" hat der Leser es mit einigen Jugendlichen zu tun, die mit "Superkräften" ausgestattet sind, woran ich mich erst mal gewöhnen musste. Der Autor hat es allerdings mit der sehr spannenden Story und einigen unvorhersehbaren Wendungen geschafft, dass das Buch dann doch Seite um Seite dahin flog und ich es relativ schnell durchhatte.

Das Ende lässt auf eine Fortsetzung der Geschichte schließen, wobei ich mir allerdings wünschen würde, dass dieses dann auch mit dem richtigen Genre deklariert werden würde.

Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für Fans von Mystery- und Fantasy-Thrillern, die keine Schwierigkeiten damit haben, dass die Story etwas "abgedreht" ist und sich einfach darauf einlassen können, denn dann erwartet den Leser ein sehr spannendes Leseerlebnis!

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Tags: marcus johanun, mystery-thriller, thriller   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

bewertung: 3 von 5 sternen, roman, thriller, goldmann, nina darnton

Todesstiche

Nina Darnton ,
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483679
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jennifers Lewis` Tochter Emma hält sich als Austauschschülerin in Sevilla auf. Mitten in der Nacht bekommt Jennifer einen Anruf ihrer Tochter, dass sie sich in Untersuchungshaft befindet, weil sie einen Mord begangen haben soll, was diese allerdings vehement abstreitet. Jennifer macht sich sofort auf den Weg nach Spanien um ihrer Tochter beizustehen und zu helfen. Dort angekommen wachsen bald Zweifel an Emma`s Version und Jennifer muss nach und nach erkennen, dass sie sich in ihrer Tochter vielleicht doch geirrt hat! Oder nicht...?

Als ich den Klappentext von "Todesstiche" gelesen habe, war es sofort um mich geschehen und ich musste dieses Buch einfach lesen.

Jennifer Lewis hat ihr ganzes Leben ihren Kindern gewidmet und ihre vielversprechende Karriere auf Eis gelegt um voll und ganz Mutter zu sein. Mir kam es eher so vor, als hat sie sich selbst komplett aufgegeben, um ihren Kindern einfach alles zu ermöglichen. Natürlich ist Jennifer sehr stolz auf ihre Kinder, vor allem auf ihre Älteste Emma, die von allen nur gelobt wird, ein ganz toller und gerechtigkeitsliebender Mensch ist und nur die besten Noten hat.

Vielmehr habe ich den Charakter Emma als verzogene und verwöhnte Göre in "Todesstiche" kennenlernen dürfen. Undankbar, verschlossen und verlogen. Doch wie es oft so ist, ist nichts so wie es scheint...

Jennifer Lewis ist eine sehr engagierte Mutter, engagierter, als es vielleicht normal ist. Sie vergöttert ihre Kinder und ihr Mann, der Anwalt ist und arbeitet, hat so gut wie gar nichts in der Kindererziehung zu melden. Vielleicht zweifelt er gerade weil er vielmehr Abstand hat an der Geschichte seiner Tochter, was bei seiner Frau natürlich nicht gut ankommt. Viel mehr sieht sie das alles als einen persönlichen Angriff gegen sich selbst und leider ist sie in der Liebe ihrer Kinder so verbohrt, dass sie schlecht andere Meinungen zulassen kann.

Jennifer engagiert einen Privatdetektiv, der ihr helfen soll, die Unschuld ihrer Tochter zu beweisen. Plötzlich lernt sie ihre Tochter ganz neu kennen und ihre heile Welt, die sie sich aufgebaut hat, gerät ins Wanken.

"Todesstiche" hat mich von Seite eins an gefesselt und ich gebe zu, dass ich die Protagonistin Jennifer mit meinen eigenen Mutterqualitäten verglichen habe. Wenn man mal ganz tief in sich reinhört, wird man sicherlich einige Gemeinsamkeiten mit Jennifer finden. Natürlich liebt man sein Kind und natürlich will man seinem Kind glauben, nur war ich sehr erschrocken, dass Jennifer selbst das Offensichtliche mit fadenscheinigen Theorien zu erklären versucht.

Was ist wirklich geschehen? Jennifer muss erkennen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kennt, wie sie glaubt und die Wahrheit tut manchmal weh.

Nina Darnton legt einen Roman vor, in dem der Leser selbst hin- und hergerissen ist und sich gut in Jennifer hineinversetzen kann. Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung Sevillas mit der ein oder anderen Hintergrundgeschichte zu Sehenswürdigkeiten der spanischen Stadt. An Spannung mangelt es der Geschichte um Jennifer und ihrer Familie bestimmt nicht und mich hat der Roman mehr als gefesselt, sodass es mir schwer fiel das Buch beiseite zu legen.

Wenn man dann am Ende angelangt ist, setzt die Autorin nochmal einen drauf, was mir sehr gefallen hat! Gerne mehr davon und so gebe ich eine absoulte Leseempfehlung!

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liebe, schwangerschaft, andy jones, zwei für immer, zwillinge

Zwei für immer

Andy Jones , Teja Schwaner , Iris Hansen
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 25.01.2016
ISBN 9783352006647
Genre: Liebesromane

Rezension:

Fisher und Ivy sind erst seit kurzer Zeit ein Paar und schwer verliebt! Nach wenigen Wochen Beziehung stellt Fisher seine neue Freundin schon seiner Familie vor, die Ivy sehr herzlich aufnimmt. Danach verändert sich Ivy aber ganz plötzlich, meldet sich nicht mehr regelmäßig bei Fisher und dann gesteht sie ihm den Grund dafür. Ivy ist schwanger. Plötzlich ist es da, das wahre Leben, denn neben Ivys Schwangerschaft kümmert sich Fisher auch noch um seinen totkranken Freund El, den er natürlich auch nicht vernachlässigen will...

Wer kann sich nicht an das Verliebtsein erinnern? Alles ist rosarot, man sieht über Schwächen des Partners weg und denkt, dass das immer alles so bleiben wird. In den meisten Fällen hält dieses Gefühl ja auch etwas länger an aber für Fisher und Ivy ziehen der Alltag und die damit verbundenen Probleme relativ schnell ein.

Mit Ivy hatte ich so meine Schwierigkeiten. Tatsächlich ist es so, dass sie mir nicht unbedingt symphatisch war und oft habe ich mich gefragt, was dieser herzensgute Fisher an ihr findet.

Fisher ist ein junger Mann, der freiberuflich Regie bei Werbefilmchen führt. Eigentlich liegen Fishers Ambitionen weit höher als Werbespots für Klopapier und Damenhygieneartikel zu produzieren aber da er ja nun Vater wird und freiberuflich tätig ist, muss er zusehen wo und wie das Geld reinkommt und so ist er sich nicht zu schade um weiterzumachen, damit er seine kleine Familie auch ernähren kann. Rundum glücklich ist er damit allerdings nicht.

Ivy ist freiberuflich Visagisin, hat auch dann und wann noch Aufträge aber die Übelkeit und die Wehwehchen, die eine Schwangerschaft oft mit sich bringen, machen ihr zu schaffen.

Fisher ist ein Mann, wie es sich eine Frau eigentlich nur wünschen kann. Fleißig, Aufmerksam, ein guter Zuhörer und mehr als geduldig! Er vergöttert Ivy, wenngleich er auch manchmal kleine Probleme mit Ivys Eigenarten hat und versucht, diese mit Ivy in ruhigen Gesprächen und manchmal auch nur, in dem sie sich anschweigen, zu klären.

Die Beziehungsprobleme von Ivy und Fisher spitzen sich so richtig zu als er aus seiner sehr gewöhnlichen und kleinen Wohnung in Ivys sehr geräumige Wohnung in einen angesehenen Stadtteil zieht.

Andy Jones verpackt die Liebesgeschichte rund um Ivy und Fisher in einen oft sehr amüsanten und sehr flüssigen Schreibstil. Ganz besonders hat mir der Charakter El gefallen. El ist schwul und lebt mit seinem Partner zusammen. Damit dieser entlastet wird und auch weil es einfach schon immer, auch vor der Krankheit Els so war, trifft Fisher seinen Freund mindestens ein Mal pro Woche. El ist ein sehr direkter Mann und seine Worte können manchmal wirklich hart sein aber er sagt einfach genau das, was er denkt und so kann es schon auch mal etwas peinlich werden. Tief im Inneren ist aber diese Figur El ein sehr einfühlsamer Mann, der unter seiner harten Schale den buchstäblichen weichen Kern hat. El ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen.

"Zwei für immer" war für mich keine typische Liebesgeschichte, in der alles rosarot ist. Vielmehr wird dem Leser hier vor Augen geführt, dass das wirklich wahre Leben eben nicht aufhört und welche Tücken, Herausforderungen und auch Zweifel es mit sich bringt, wenn die erste Verliebtheit schwindet und die wirkliche Liebe wächst. Die Frage, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat und ob man auch wirklich geliebt wird oder nur Mittel zum Zweck ist, steht in der Story sehr oft im Vordergrund, allerdings niemals so, dass man deprimierende Gefühle beim Lesen entwickelt. Hier kommt wieder der saloppe Schreibstil des Autoren ins Spiel und so hat man zu keiner Zeit den Eindruck, dass man sich in einer typischen Herz-Schmerz-Story befindet.

Ob Fisher und Ivys Liebe eine Zukunft hat, wie es El und seinem Freund ergeht und welche, manchmal etwas schrulligen Personen, man in "Zwei für immer" noch so begegnet, sollte man schon selbst rausfinden und so gibt es von mir eine Lesempfehlung! Ich denke, dieses Geschichte wird sehr unterschiedlich interpretiert werden und so bin ich gespannt, wie die künftigen Reaktionen auf die Story ausfallen werden!

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Tags: andy jones, liebesroman, roman   (3)
 

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krimi, günther klößinger, komplexe handlung

Schnee von gestern ...und vorgestern

Günther Klößinger
E-Buch Text: 616 Seiten
Erschienen bei epubli GmbH, 11.12.2014
ISBN 9783737520829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich denke, der Klappentext genügt und so muss ich zur Handlung eigentlich nichts mehr schreiben.

Günther Klößinger versteht es Spannung aufzubauen, aufgelockert wird die Story durch äußerst humorvolle Passagen, die mich oft haben schmunzeln lassen. Ganz besonders gut gefallen, hat mir der sehr bildhafte Schreibstil des Autoren. Ungewöhnlich aber sehr interessant fand ich, dass ich es mit einer ganzen Ermittlerfamilie zu tun bekam. So habe ich das in den vielen Krimis und Thrillern, die ich bisher genießen durfte noch nie gelesen und die Idee und die Umsetzung hat mich positiv überrascht! Großes Lob an Günther Klößinger!

Klößinger entführt den Leser in Geschehnisse aus weit entfernter Vergangenheit, wie zB. der Nazizeit, und wieder zurück. Geheimdienste, fehlgeschlagene Atomtests, einige weitere Verbrechen und unerwartete Wendungen machen das Buch sehr spannend.

Allerdings habe ich mich trotzdem etwas schwergetan. Viele verschiedenen Figuren, die der Autor uns allerdings schon zu Beginn der Geschichte vorstellt und die verschiedenen Handlungssträngen haben mich teils etwas verwirrt. Wenn man diesen, sehr lesenswerten Krimi genießen möchte, muss man dran bleiben. Ich habe gemerkt, dass es für mein Lesevergnügen nicht förderlich war, die Geschichte auch einfach mal zwei Tage ruhen zu lassen, weil ich Probleme hatte, wieder in die Story zurückzufinden. Wer einen Krimi sucht, den man einfach mal so runterlesen kann, wird mit "Schnee von gestern und vorgestern" nicht allzu viel Freude haben. Wer dranbleibt, wird allerdings mit einer immer spannender werdenden Story und einem rasanten und schlüssigen Finale belohnt!

Krimifans, die auch gerne Agententhriller lesen und Verschwörungen mögen kommen mit "Schnee von gestern und vorgestern" gewiss auf ihre Kosten!

Fazit: ein sehr lesenswerter, spannender und ungewöhnlicher Krimi, der allerdings etwas Konzentration erfordert und den man am Besten in stillen Stunden genießen sollte. Leseempfehlung für Krimifans, die auch gerne etwas komplexere Storys mögen!

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