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Borreliose - und dennoch hab' ich tausend Träume

Claudia Lietha
Fester Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 01.01.2013
ISBN 9783765515446
Genre: Biografien

Rezension:

Ich hatte immer wieder totale Gänsehaut beim Lesen und habe es manchmal fast nicht geschafft, weiterzulesen, wenn ich versucht habe, mir das alles bildlich vorzustellen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass es der Autorin gelungen ist, all diese Erlebnisse packend und mitreißend zu schildern, so dass man den Eindruck hatte, als würde man das jetzt selber alles gleich miterleben. Beim Lesen habe ich mich häufig gefragt, wann
das endlich besser wird, aber irgendwie kam ganz lange Zeit nur ein schlimmes Erlebnis nach dem andern.
Die Jahre fliegen im Buch vorbei, und die Autorin ist immer noch schwer krank, kann keine Ausbildung beenden. Jede Schule, die sie beginnt, muss sie wieder abbrechen, weil sie zu krank ist. Nach dem sechsten misslungenen Schulversuch zweifelt man als Leser selber, ob es ihr überhaupt noch gelingen wird …
Bewundernswert finde ich deshalb, wie es die Autorin trotz allem geschafft hat, all diese Erlebnisse zu überleben und nicht den Mut verloren, sondern immer weitergemacht und stets neue Hoffnung geschöpft hat. Als sie dann endlich nach über 16 Jahren Kranksein auf eine wirksame Therapie stößt und einen Arzt findet, der sie behandeln kann, sie sogar wieder gesund wird, ist man als Leser umso mehr erleichtert. Was nachher mit
ihrem Leben geschieht, ist fast schon kitschig und klingt nach einer gut erfundenen Story aus einem Film, wenn man nicht wüsste, dass sie wahr ist. Ist es Schicksal? Oder ausgleichende Gerechtigkeit? Auf jeden Fall freut man sich für die Autorin, dass sie nun endlich mal wieder Glück hat und sogar ihren größten Kindheitstraum
verwirklichen kann, dass sie überhaupt noch dazu in der Lage ist, nachdem sie so viele schlimme Jahre durchmachen musste. Das Ende des Buches stimmt versöhnlich und lässt dadurch all die extremen Ereignisse auf den Seiten zuvor erträglicher werden. Da passt dann auch wieder das schöne Cover dazu, da es in einer gewissen Weise das folgende Happy End symbolisiert.
Denn ganz ehrlich: Das Buch wäre kaum zu verkraften gewesen, wenn es auch noch ein schlimmes Ende gehabt hätte. Aber so ist man versucht zu glauben, dass eben alles im Leben irgendwann wieder gut kommen kann, auch wenn es lange Zeit sehr schlecht aussieht. Es zeigt, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht steuern können, und man im Leben gelegentlich einfach Vertrauen haben sollte, dass
sich eine Angelegenheit zum Guten wendet; auch wenn es scheinbar keine Aussichten mehr gibt. In diesem Sinne macht dieses Buch viel Mut und Hoffnung; nicht nur für Betroffene, sondern auch allgemein. Denn diese Geschichte vermittelt – trotz all der schlimmen Fakten – letztlich eine gewisse Zuversicht, dass nichts im Leben unmöglich ist …
Gut gemacht, informativ und spannend fand ich zudem die Texteinschübe im Buch, in denen Freunde und Angehörige der Autorin berichten, wie sie die ganze Situation empfunden haben, und auch erzählen, wie sie die Autorin vor, während und nach der Krankheit erlebt haben. Für Betroffene sind diese bestimmt hilfreich; für mich als Nicht-Betroffenen haben sie eine zusätzliche Abwechslung und Perspektivenwechsel bedeutet
und auch dazu beigetragen, mir ein noch besseres Bild der Lage zu machen. Ein nützliches Extra fand ich die Exklusivbeiträge von Experten, die teilweise in Interviewform gehalten und auch für Nicht-Betroffene spannend zu lesen sind.
Ich kann dieses Buch Lesern empfehlen, die auf der Suche nach einem packenden Erfahrungsbericht sind – über ein Thema, das sie so bestimmt noch nie gelesen haben!

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