Tini_S

Tini_Ss Bibliothek

565 Bücher, 41 Rezensionen

Zu Tini_Ss Profil
Filtern nach
565 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Borst vom Forst

Yvonne Hergane , Wiebke Rauers
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734820359
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Mozart & Robinson und der gefährliche Schiffbruch

Gundi Herget , Nikolai Renger
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734820366
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wer macht Dornröschen wach?

Nastja Holtfreter
Pappbuch
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734815324
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Lilli und Lotte – Erbse und Karotte

Morag Hood , Morag Hood
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522458481
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(306)

881 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 111 Rezensionen

alice im wunderland, fantasy, dark wonderland, wunderland, jugendbuch

Dark Wonderland - Herzkönigin

A. G. Howard , Michaela Link
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.11.2014
ISBN 9783570163191
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(323)

640 Bibliotheken, 19 Leser, 3 Gruppen, 204 Rezensionen

götter, götterfunke, griechische mythologie, marah woolf, liebe

GötterFunke. Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

84 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

geheimnis, liebe, spannung

Einzig

Kathryn Evans , Sabine Reinhardus
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783733502973
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(252)

462 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 157 Rezensionen

caraval, magie, spiel, fantasy, liebe

Caraval

Stephanie Garber , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704168
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

dystopie, kreaturen, missbrauch, verstörend, psychische probleme

Without Worlds

Kerstin Ruhkieck
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 31.03.2017
ISBN 9783646300215
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung: Bisher habe ich (fast) alle Bücher von Kerstin Ruhkieck geliebt. Ich finde, dass sie genial schreiben kann, und mag es, dass sie sich vorwiegend den düsteren Seiten des Lebens widmet. Es ist nichts rosarot, geschönt oder einfach – auch nicht ihre Protagonisten. Außerdem klang der Klappentext genial und genau nach meinem Geschmack. Ich nahm den Reader also erwartungsvoll in die Hand und fing an, zu lesen …

„Without Worlds“ blieb aber leider, leider hinter meinen Erwartungen zurück. :( Dabei klang alles soooooo vielversprechend: das Hochhaus, die Monster, die Spalten im Boden, die ungewöhnliche Geschwisterliebe (immer her mit den schwierigen Themen!), die Kalorienpillen, die Opferkämpfer, die Aufgabe der „roten Engel“ … Echt gute Ideen und eigentlich genau meins. Eigentlich. Doch das Potenzial wurde leider nicht ausgeschöpft. I am frustriert!

Aber erst mal das Positive: Zu Anfang konnte ich mich gut in die Protagonistin Clara hineinfühlen. Ich hatte Mitleid mit ihr, weil sie wirklich schlimme Dinge erlebt hat, die kein Mensch ganz ohne Spuren verkraftet. Ihre distanzierte und eigenbrötlerische Art, ihre Hoffnungslosigkeit und totale Einsamkeit sind nur allzu gut zu verstehen und wurden von der Autorin passend rübergebracht.

Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig und es gab einige Zitate zum Markieren. Ich habe aber auch gemerkt, dass er mich nicht so umgehauen hat wie sonst. In ihren anderen Büchern gab es den gewissen „Wow-Faktor“, die Sätze waren auf den Punkt und perfekt ausgearbeitet. Doch hier plätscherte alles eher vor sich hin.

Auch mag ich es lieber, wenn die Dinge lediglich zwischen den Zeilen angedeutet oder nur einmal genannt werden. Hier gab es aber viele inhaltliche Wiederholungen: Claras schweres Schicksal, ihr Job als „roter Engel“, ihre seltsame „Liebe“ für Kian, ihre Malerei, ihre Unfähigkeit, aus dem Bett aufzustehen … Es wird einfach immer wieder auf den selben Fakten rumgeritten und das war einfach too much.

Kommen wir zum größten Kritikpunkt und dem Grund, warum mich die Story nicht so berühren konnte wie erwartet: Clara, unsere ungewöhnliche Protagonistin. Ungewöhnlich, aber leider auch sehr schwierig und als Erzählerin wahnsinnig anstrengend. Es gibt keine fesselnden Gedankengänge von ihr, stattdessen badet sie ausgiebig in Selbstmitleid, stößt andere Menschen von sich, ist komplett unsozial und schlicht ein langweiliger Charakter. Meine anfängliche Empathie wendete sich, als ich am Ende nur noch gedacht habe: „Geschieht dir absolut recht!“ Bis kurz vor Schluss tut sie nie aktiv irgendetwas, um die Geschichte voranzubringen. Deshalb schleppt sich die Story von Kapitel zu Kapitel dahin. Auf eine Wendung, die dem Ganzen eine neue Richtung gibt, wartete ich leider vergebens.

Auf die Lovestory hatte ich mich schon gefreut, denn ich bin ein Fan von ungewöhnlichen und kontroversen Liebesgeschichten. Mit Liebe hatte das hier aber nicht viel zu tun. Ich habe wirklich versucht, offen zu sein, aber wenn man ehrlich ist, ist alles, was Clara tut: Stalken (was sie sogar selbst zugibt). Kian und sie haben nicht viel gemeinsam und reden bis zur Hälfte des Buches nicht einmal miteinander.

Kian fand ich irgendwie interessant, doch leider lernt man ihn dank Claras eingeschränkter Perspektive kaum kennen. Aus seiner Sicht zu lesen, was er draußen so getrieben hat in seinem Kampf ums Überleben, wäre sicher spannender gewesen als Claras eintöniger Alltag. Aber dann wäre nun mal eine ganz andere Geschichte daraus geworden …

Und ich finde es an sich gut, dass „Without Worlds“ eine etwas andere Dystopie werden sollte. Kein Aufstand, kein Umschwung des Systems, sondern die knallharte Realität mitsamt aller menschlichen Abgründe. Das Feeling kam teilweise auch rüber und ich habe verstanden, was die Autorin damit über die wahre Natur des Menschen aussagen wollte. Das hätte mich auch faszinieren können, nur ist es leider an der Umsetzung gescheitert. Weil schlichtweg die Story fehlte.

Ich dachte die ganze Zeit: „Komm schon, komm schon, komm schon!“ und wartete auf DIE Wendung, DEN Knall, DIE Überraschung, einfach IRGENDETWAS, das der Story eine neue Richtung gibt, aber es kam einfach nichts … :( Es gibt wenig Handlung und die Geschichte wirkte nicht komplett durchdacht. Es werden Millionen Dinge angesprochen und angedeutet, die dann einfach unter den Tisch fallen, viele Charaktere eingeführt, die überhaupt keine weitere Funktion haben. Das war so frustrierend! *seufz*

Aber das Ende hat mich dann vollends enttäuscht und ich habe ungläubig die letzte Seite „umgeklickt“. Es fühlte sich nicht an, als wäre man vorangekommen, sondern als hätte man einen Schritt zurück gemacht. Die Geschichte hört einfach mittendrin auf und endet quasi an einem Punkt, an dem sie erst richtig hätte losgehen können. So war es leider nur ein ereignisloser Lebensabschnitt einer anstrengenden Protagonistin und es bleibt nichts zurück, das mich weiter beschäftigt hätte …

Fazit: Es waren tolle Ansätze und wirklich gute Ideen vorhanden, aber leider versandete alles im Kopf der depressiven Protagonistin. Dabei hatte ich bis zu einem gewissen Grad noch Mitleid und Verständnis für sie, aber sie suhlt sich einfach zu ausgiebig in ihrer Opferrolle. Das war nur noch anstrengend und krampfig zu lesen. Eine weitere Sichtweise wäre hilfreich gewesen, um einen Einblick in die Strukturen der Gesellschaft und „hinter die Kulissen“ zu bekommen.

Auch die Story hat mich nicht mitgerissen, denn es gab keinen richtigen Spannungsbogen und stattdessen nur lose Fäden und ein unbefriedigendes Ende. Alles in allem wird mir „Without Worlds“ wohl nur als „Tagebuch einer Depressiven“ im Gedächtnis bleiben …

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

new adult, liebe, freundschaft, clique, mord

Abandoned (Unfolding 2)

Penny L. Chapman
E-Buch Text: 268 Seiten
Erschienen bei null, 07.04.2017
ISBN B06XKJQ2WZ
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

funtasy, fantasy

Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt

Michaela Meyer , Corinna Schattauer , Marius Kuhle , Isabel Schwaak
E-Buch Text: 253 Seiten
Erschienen bei Verlag OHNEOHREN, 17.04.2017
ISBN 9783903006942
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

detektiv, sherlock, sherlock holmes, dtv

Holmes und ich – Unter Verrätern

Brittany Cavallaro , Anja Galič
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423761642
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: Kennt ihr ihn schon, den pink-schwarz-weißen Jugendkrimi für Holmes-Fans, in dem Sherlock ein Mädchen ist? Ich fand das Cover damals schon so außergewöhnlich und bin außerdem ein großer Fan des berühmten Detektivs, deshalb musste ich Band 1 „Holmes und ich – Die Morde von Sherringford“ unbedingt lesen! Er überzeugte mich mit besonderen Charakteren und dem holmestypischen Charme (siehe auch Lese-Logbuch August 2016), aber habe ich in Band 2 eine würdige Fortsetzung gefunden?

Das Cover, ganz im Stil von Band 1, sticht schon aus der Masse heraus und genauso tut es die Geschichte. Die ganze Aufmachung finde ich sehr gelungen: Am Anfang des Buches ist ein Familien-Stammbaum der Moriartys und Holmes‘ abgedruckt, der passend von Charlotte Holmes kommentiert wurde. Das hat schon für ein Grinsen gesorgt und mir gleich den passenden Einstieg beschert.

Besonders der Schreibstil hat mich beeindruckt: Flüssig und dennoch anspruchsvoll, sodass ich sofort in Jamie Watsons Gedanken eingetaucht bin. Mit ihm konnte ich mich wieder perfekt identifizieren. Während er der Sympathieträger ist, ist Charlotte eindeutig die kompliziertere Persönlichkeit. Distanziert und extrovertiert, ist sie aber gerade deswegen auch ein sehr interessanter Charakter. Ich habe versucht, sie zu durchschauen und ihre nächsten Handlungen vorauszusehen, und das macht einen großen Reiz der Geschichte aus.

Ich hatte von anderen Rezensenten gelesen, dass es ihnen zu viel um die Beziehung zwischen Jamie und Charlotte ging und der Krimifall deshalb zu kurz kam. Ich fand es aber genau richtig so, denn das Zwischenmenschliche und der komplizierte Beziehungsstatus geben dem Ganzen erst die gewisse Würze. Die Wortgefechte, das Knistern zwischen den Beiden, die Herzklopfmomente, andauernd geht es einen Schritt vor und zwei zurück … Das alles hat mich fasziniert und ich konnte nicht genug davon bekommen. *hach*

Den Schauplatz Berlin fand ich besonders genial. Es war unterhaltsam, meine Heimatstadt mal aus anderer Sicht wahrzunehmen und in die verrückte Künstlerszene einzutauchen. Die Undercoveraktionen, Verkleidungen und Co. unseres Ermittlerduos sorgen für Kurzweil und ich wollte das Buch nicht zur Seite legen. Je näher ich dem Showdown kam, desto schneller blätterte ich die Seiten um. Ein Wunder, dass sie nicht Feuer fingen! :D

Ein besonderes Schmankerl sind die Kapitel aus Charlottes Sicht. Ihre nüchtern-analytische Erzählstimme (Sheldon Cooper lässt grüßen ^^) ist eine gelungene Abwechslung und starker Kontrast zu Jamies gefühlsbetonterer Stimme. Ich habe zu jeder Zeit mit den Beiden mitgefiebert und gelitten und das zeigt, wie intensiv sich die Autorin mit ihren Charakteren auseinandergesetzt hat. Beide Daumen hoch, denn sowas will ich unbedingt öfter lesen!

Zwei kleine Kritikpunkte muss ich allerdings doch noch anbringen: Das Miträtseln war nicht so möglich, wie ich es gerne gehabt hätte, da es nur wenige Verdächtige gab. Das Ende war außerdem etwas verwirrend und überhastet, ich hätte mir mehr Aufklärung über die Hintergründe gewünscht. Ein paar Fragezeichen bleiben zurück, was wahrscheinlich gewollt ist, um die Spannung auf Teil 3 zu erhöhen. Und was soll ich sagen: Es funktioniert! :D Ich kann die Fortsetzung kaum noch erwarten und hoffe, sie erscheint bald …

Fazit: Ich liebe die Charaktere und habe Jamie und Charlotte in mein Herz geschlossen. Sie sind nicht perfekt, machen Fehler, sehen diese aber ein und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Brittany Cavallaro hat sich weiterentwickelt und ihr Schreibstil ist ein Traum: Gleichzeitig anspruchsvoll und trotzdem rasant zu lesen – ich war mittendrin statt nur dabei!

Damit ist der zweite Band sogar noch besser als der erste und ich kann ihn allen Hobbydetektiven unter euch wärmstens empfehlen! Wenn ihr außerdem auf Herzklopfmomente und außergewöhnliche Charaktere steht, seid ihr bei Jamie und Charlotte an der richtigen Adresse. Der sarkastische Humor und holmestypische Charme sind dann noch die Kirsche auf der Sahne! :)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

62 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

funkenmagie, drachen, liane mars, 2017, tiamad

Funkenmagie

Liane Mars
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 25.03.2017
ISBN 9783959910842
Genre: Fantasy

Rezension:

Meine Meinung: „Funkenmagie“ fiel mir gleich auf, allein schon wegen des schicken Covers. Lila und gold zusammen sind der Knaller und dann noch die magischen Symbole der verschiedenen Völker und die Hand mit den Funken, einfach rundum stimmig! :) Auf der Leipziger Buchmesse ist das Schätzchen dann frisch erschienen, und nachdem mir die Lesung der Autorin richtig gut gefiel, musste es signiert mitgenommen werden.

Der Anfang hat mich dann gleich in die magische Geschichte gezogen. Dank des bildlichen Schreibstils konnte ich mich in Inea, unsere Protagonistin, perfekt hineinversetzen und an ihrer Seite die vielen tollen Details der Welt entdecken. Besonders Ineas Drachen haben es mir angetan, denn ich liebe tierische Buch-Nebencharaktere! Sie sind soooooo knuffig und ich will sie als Haustiere haben! <3 <3 <3

Inea und Eamon gefielen mir auch gut. Sie sind echte Charaktere mit echten Gefühlen und echten Ängsten, die versuchen, trotz aller Widrigkeiten stark zu sein. Das hat mich sehr beeindruckt und ich fieberte mit ihnen mit, denn was sie durchmachen müssen, ist teilweise harter Tobak … Besonders interessant fand ich, dass Inea ein „Drachenmensch“ ist. Das war mal etwas anderes nach all den Elfen, Feen, Zwergen, Gestaltwandlern und Menschen, die ihre übersinnlichen Kräfte entdecken. :)

Bei den Nebencharakteren hatte ich allerdings etwas Probleme, sie alle auseinander zu halten. Es waren gefühlte 100 Personen, verschiedene Völker mit verschiedenen, wohlklingenden, aber exotischen Namen, die oft nur kurz auftauchten und dann wieder von der Bildfläche verschwanden. Es kamen auch laufend neue dazu, die in meinen Augen nicht genug „Screentime“ hatten, um mir im Gedächtnis zu bleiben. Irgendwann wusste ich wirklich nicht mehr, wer jetzt genau wer war und gerade auf wessen Seite stand. Das war sehr schade und hat das Lesen auch etwas anstrengend gemacht. Hier hätte vielleicht ein umfangreiches Personen- und Völkerverzeichnis Abhilfe schaffen können.

Dafür fand ich die verschiedenen Völker und Magiearten sehr gut ausgearbeitet. Man spürt förmlich die Liebe und Arbeit, die in das Buch geflossen sind. Es gab einige schöne Ideen, wie z. B. zum Leben erwachende Steinfiguren und noch einige magische Details mehr, die ich euch hier nicht verraten kann. ;)

Soweit also alles gut, kommen wir zum Knackpunk: Der Story. Da gab es leider ein paar Dinge, die dafür gesorgt haben, dass ich recht lange an dem Buch saß und es zwischendurch immer mal wieder zur Seite legen musste. Die ganze Geschichte zog sich etwas in die Länge und das lag an mehreren Sachen: Am Anfang putzt, redet und schläft Inea sehr viel, was mir stellenweise etwas ZU viel war.

Weitere „Ausbremser“ waren die ziemlich komplizierten politischen Verwicklungen, die mich irgendwann nur noch verwirrt haben, detaillierte Beschreibungen von Mimik und Gestik, was die Charaktere alles wie genau tun während sie reden (das habe ich irgendwann nur noch überflogen), allgemein viele Wiederholungen (Eamons Magie, Eamons drohendes Schicksal, Ineas Grübeleien über ihre Gefühle für Eamon usw.), viele Nebenhandlungen und Charaktere, die hätten gestrichen werden können, weil sie die Handlung nicht voranbrachten.

Insgesamt war es mir einfach zu viel Überflüssiges, das man hätte kürzen können. Da es aber ein High Fantasy-Schmöker ist (und ich in dem Genre normalerweise nicht so viel lese), ist das wohl normal und könnte Fans der Sparte gefallen, weil sie es so kennen. :) Außerdem ist das recht gemächliche Tempo wohl auch dem langen Handlungszeitraum geschuldet (über viele Monate), weil so ein ewig dauernder Krieg eben nicht von heute auf morgen gewonnen wird.

Ab ca. der Hälfte des Buches gibt es nochmal eine dramatische Wendung, die Spannung reinbringt. Es wurde auch nichts weichgespült, Inea und Eamon müssen einiges einstecken, das hat mich dann zwischenzeitlich wieder an die Seiten gefesselt. Zum Ende hin gab es nochmal einige überraschende Wendungen, die mir gefallen haben, auch wenn ich gestehen muss, dass ich so verwirrt war vom seitenwechselnden Personenkarussell, das ich da schon nicht mehr durchblickte. o.O Das gilt auch für den „großen Plan“ bzw. die ganzen kleinen Teil-Pläne, die ich nicht recht zusammenpuzzeln konnte …

Auf den letzten 50 Seiten wurde es dann nochmal richtig spannend und dramatisch, sodass ich sie an einem Stück verschlungen habe. Alles kommt zu einem zufriedenstellenden Abschluss (es ist übrigens ein Einzelband – halleluja!), auch wenn einige Fäden nicht ganz zuende gedacht und aufgelöst wurden. Das hätte (im Gegensatz zum Rest) noch ein bisschen ausführlicher sein können. Trotzdem kann man gut mit dem Buch und den Charakteren abschließen und sie in ihre eigene magische Zukunft entlassen …

Fazit: Ein schöner Fantasy-Schmöker mit bildlichem Schreibstil und vielen kreativen Ideen. Besonders angetan haben es mir die Drachen, die einfach nur goldig und supersüß sind! <3 Allerdings fand ich einige Szenen, Charaktere und politische Verwicklungen überflüssig und ging zwischenzeitlich in der Story verloren, weil ich nicht mehr durchgeblickt habe …

Die Protagonisten sind dafür sehr sympathisch und man folgt ihnen gerne durch das Abenteuer. In einigen Szenen war ich total „drin“ und habe mitgefiebert, in einigen anderen war ich leider raus und habe das Buch daher immer mal wieder zur Seite gelegt. Für alle, die auf detaillierte High Fantasy-Kost stehen, kann ich es aber empfehlen, weil man die Hingabe und Liebe spürt, mit der es geschrieben wurde.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

134 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

bücher, muse, krimi, musen, london

Malou - Diebin von Geschichten

Lisa Rosenbecker
E-Buch Text: 247 Seiten
Erschienen bei Impress, 04.08.2016
ISBN 9783646602630
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

104 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

thriller, baby, mary kubica, pretty baby, psychose

Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen

Mary Kubica , Nele Junghanns
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 18.07.2016
ISBN 9783959670333
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ich groß – du klein

Lilli L Arronge , Lilli L’Arronge
Buch: 56 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 01.08.2016
ISBN 9783942787208
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kinderbuch, phantasievoll, sprachjonglieren, bilderbuch, leseanfänger

Leseratte Otilie. Von Affenzahn bis Zuckerwatte, das ABC der Leseratte.

Susanne Lütje , Wiebke Rauers
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789107733
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

123 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

dystopie, japan, vollkommenheit, kim kestner, hunger

Sakura: Die Vollkommenen

Kim Kestner
E-Buch Text: 337 Seiten
Erschienen bei digi:tales, 23.03.2017
ISBN 9783401840017
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: Ihr Lieben, habt ihr, wie ich, die weichgespülten Dystopien satt? Könnt auch ihr Prinzessinnen in wunderschönen Kleidern, hübsche Prinzen, Bälle, Zickereien am Hof, eine Auswahl à la Bachelor usw. usf. nicht mehr sehen? Dann hergehört: Ich habe DAS BUCH für euch! :D

An „Sakura – Die Vollkommenen“ kam man in den letzten Wochen kaum vorbei – inklusive riesigem Pappaufsteller auf der Leipziger Buchmesse. Dank genialer Zitate, die von Verlag und Autorin veröffentlicht wurden, war es irgendwann um mich geschehen (ich wurde also erfolgreich „weichgekocht“ ^^) und so habe ich ganz schnell den Reader zur Hand genommen und bin in die Story abgetaucht …

Zunächst einmal: Wow! Einfach nur wow für den Mut der Autorin, alles so zu schreiben, wie sie es getan hat, vor allem in einem Jugendbuch. Juri, unsere Protagonistin musste nämlich in ihrem Leben schon viel durchmachen und ihre Backgroundstory ist nicht ohne! Sie hat in jungen Jahren ihren Vater verloren und wurde dann von ihrer Mutter für vermeintliche Medikamente (aka Drogen) verkauft. Fortan musste sie als „Rohrkind“ in den Abwasserrohren der Stadt arbeiten, und als sie zu groß dafür wurde, landete sie einfach auf der Straße ohne Geld, Nahrung und Perspektive.

Auf der untersten Ebene, auf der sie lebt, hat sie noch nie die Sonne gesehen, kennt stattdessen nur Hunger, Armut, Krankheit, Dreck und Tod. Und wisst ihr, wo die Arme zu Beginn des Buches arbeitet? In einer Leichenverbrennungsanlage. Ja, ihr habt richtig gelesen: In einer Leichen-Verbrennungs-Anlage! Als ich die Stelle gelesen hatte, dachte ich nur: „Wtf?“ Übrigens trifft der Klappentext, auch wenn er sich im ersten Moment recht typisch jugenddystopisch anhört, die Story nicht ganz. Ich finde er weckt evtl. sogar falsche Erwartungen, also lasst euch davon nicht verwirren. ;)

Ihr seht, schon der Einstieg in die Story begeisterte mich, und ich bin so unsagbar froh, dass die Autorin uns Lesern und auch ihrer Protagonistin einiges zutraut. Dieser düstere und brutale Ton zieht sich durch die ganze Geschichte. Ich würde sagen, das Buch ist nichts für sehr Zartbesaitete. Blut und viele Tote pflastern Juris harten Weg an die Sonne. Allerdings ist das Lesen trotzdem nicht deprimierend, sondern macht süchtig, weil die Handlung flott voranschreitet und von Anfang an spannend ist.

Juris selbst ist auch kein Jammerlappen, sondern eine starke, junge Frau, die vom harten Leben verständlicherweise abgestumpft, desillusioniert und auch einsam ist. Sie möchte nur für sich selbst verantwortlich sein und nie wieder um jemanden trauern. Ich hatte Mitleid mit ihr (auch wenn sie dieses wahrscheinlich nicht hätte haben wollen) und habe mitgefiebert, in allen Höhen und Tiefen, die sie durchlebte.

Dabei wird Juri im Laufe der Story auch nicht zu einem Übermenschen, dem auf einmal alles gelingt (und nein sie entwickelt auch keine versteckten magischen Fähigkeiten). Wie erfrischend und vor allem lebensecht! Ich habe ihr von Herzen alles gegönnt, was sie erreicht hat, gerade wegen der andauernden Rückschläge, die sie zu verkraften hat …

Juri ist eine so starke Persönlichkeit, dass neben ihr einige Charaktere etwas verblassen. Dafür habe ich aber zwei besonders ins Herz geschlossen: Ihre beste Freundin Rebecca (ja, später gesteht sie sich ein paar echte Freundschaften zu), die nicht auf den Mund gefallen ist und Dom, ein Probanden-Kollege, den sie bei der „Blüten-Auswahl“ kennenlernt. Leider blieb der Prinz für meinen Geschmack ein bisschen zu blass und irgendwie zu nett, dadurch konnte ich die zarte Liebesgeschichte nicht richtig nachvollziehen.

Dank des ausgereiften und klaren Schreibstils der Autorin rauschte ich förmlich durch das Buch und hätte meinen Reader am liebsten nicht mehr aus der Hand gelegt. Dabei wird nichts beschönigt, aber auch nicht zu detailliert mit Leichenteilen um sich geworfen – es passt einfach perfekt und hat mich die ganze Zeit an Juris Seite gefesselt.

Kommen wir zur Story, die wirklich besonders und eigenständig ist. Wenn man sie mit einer anderen Dystopie vergleichen will, dann bitte nicht mit Selection o. ä. weichgespültem Kram, sondern am ehesten mit den Tributen von Panem wegen der Brutalität, des Auswahlverfahrens und der starken Heldin – was absolut als Lob gemeint ist!

Das System mit den verschiedenen unterirdischen Ebenen fand ich sehr gut durchdacht. Jede Ebene hat ihre eigene Aufgabe, nach der die Menschen dort leben, und man erfährt im Laufe der Story mehr darüber. Die schockierenden Hintergründe, die nach und nach freigelegt werden, ließen mir den Atem stocken und ich musste oft ordentlich schlucken. Zur besonderen Atmosphäre trugen auch die Anlehnungen an die japanische Kultur bei: Kirschblüten, Schreine, der Kaiser und vor allem die Legende um Susanoo (Gott des Windes und des Meeres) und Amaterasu (Sonnengöttin), die die Autorin hier neu interpretiert hat.

Die Geschichte verliert nie an Spannung und es gibt für Juri und den Leser kaum Verschnaufpausen. Zum Ende hin legte sie nochmal an Tempo zu, hat mich in Atem gehalten und mich zufrieden zurückgelassen. Allerdings, und das fand ich sehr schade, ging alles ein bisschen ZU schnell für meinen Geschmack. Überraschende Enthüllungen und rasante Wendungen türmen sich aufeinander und ich kam beim Lesen kaum hinterher. Ich hätte mir manches noch ausführlicher gewünscht: Das Finale, die ganzen rasanten Enthüllungen und das Schicksal einiger Charaktere. Das zeigt aber auch, wie gut mir „Sakura“ gefallen hat, denn ein wenig schwer fiel mir der Abschied von den lieb gewonnenen Charakteren schon.

Fazit: Ich ziehe meinen Hut vor der Autorin für die knallharte und realistische Story, in der sie es weder der Protagonistin noch dem Leser leicht macht! Das System mit den Ebenen ist wirklich gut durchdacht und birgt so manche Überraschung … Ich fieberte jederzeit mit der mutigen Juri mit, die sich in allen Lebenslagen selbst treu bleibt, und bin ihr gern durch das Abenteuer ihres Lebens gefolgt.

Wer übrigens anhand des Klappentextes und des Covers eine seichtere Story à la Selection erwartet, mit Palastintrigen, schönen Kleidern, einem Kampf um den Prinzen etc., der könnte nicht weiter daneben liegen … ;) „Sakura“ ist düster, dreckig, authentisch und unvorhersehbar – eine Jugenddystopie, wie man sich wünscht, dass sie im Buche steht!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mitternachtstango, kraftorte, klinikclown, paparazzi, regisseur-in

Mitternachtstango

Katrin Koppold
E-Buch Text: 385 Seiten
Erschienen bei Aureolus Verlag; Inhaber: Katrin Hohme, 27.03.2017
ISBN B06XX1S8PJ
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

32 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

marion hübinger, drachenmond verlag, wenn drachen fliegen

Wenn Drachen fliegen

Marion Hübinger , Alexandra Fischer , Marlena Anders , Sarah Adler
E-Buch Text: 787 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 29.03.2017
ISBN 9783961891504
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(99)

196 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

entführung, thriller, familie, spannung, amy gentry

Good as Gone

Amy Gentry , Astrid Arz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.02.2017
ISBN 9783570103234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung: „Good as Gone“ fiel mir auf, weil es mit „Girl on the train“ verglichen wurde, was ich ja sehr mochte. Der Klappentext klang toll und die begeisterten Pressekritiken auf der Buchinfo-Seite taten ihr Übriges. Tja, was soll ich sagen, ich hätte nicht auf sie reinfallen sollen …

Dabei war der Anfang, der Prolog noch richtig gut, hat eine schaurige nackenhaaraufstellende Atmosphäre versprüht und mich direkt ins Kinderzimmer bei Nacht katapultiert. *schauder* Die Szene hat mich beeindruckt und auch ein wenig rätseln lassen, was dahintersteckte, ein wirklich gelungener Start!

Auch die nächsten Kapitel waren noch spannend, als die vermisste Tochter nach Hause zurückkehrt und man mitfiebert, was für Abgründe sich wohl auftun. Was hat Julie vor? Warum ist sie nach so langer Zeit auf einmal wieder da? Und ist es überhaupt Julie? Es war sooooooooooooo viel Potenzial vorhanden, man hätte so viele doppelte Böden, überraschende Wendungen, schockierende Szenen einbauen können und es ärgert mich so, dass dieses Potenzial einfach nicht genutzt wurde … *arghhh*

Aber woran lag´s? Zunächst mal ist da die Mutter, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Der Schreibstil war ausgereift und zu Anfang konnte ich mich noch ganz gut in ihre schwierige emotionale Situation einfühlen. Doch dann habe ich gemerkt, dass sie mir zu kalt war, unnahbar, und abgestumpft. Was leider auch ihre Töchter zu spüren bekommen und daher war die Dynamik zwischen den Figuren nicht wirklich vorhanden. Die beiden Mädchen behalten ihre Gedanken lieber für sich und allgemein reden die Charaktere zu wenig miteinander oder aneinander vorbei und der Umgang ist total verkrampft. Das war anstrengend zu lesen.

Eine Ausnahme war der Vater, ihn fand ich nahbar und sympathisch. Aber er nimmt leider eine recht kleine Rolle in der Geschichte ein. Dann wechselt die Erzählerrolle zu Julie – oder Nicht-Julie (man weiß es nicht so genau). Das ist zu Anfang etwas konfus, was aber wohl Absicht ist. Den Kniff mit den verschiedenen Sichtweisen, die eingeschoben wurden, fand ich gut. So viele verschiedene Namen, die man zu Anfang nicht zuordnen kann, aber sie ergeben einen Sinn, wenn man aufmerksam liest. Das war ein netter Aha-Effekt. Leider aber auch so ziemlich der einzige in der ganzen Story. Sobald der aufmerksame Leser gecheckt hat, wie der Hase läuft, wird es leider langweilig. Ziemlich langweilig.

Die Story entwickelt sich kaum weiter, bietet keine richtigen Schockmomente. Das Spannungslevel ist gleichbleibend niedrig – würde ich es zeichnen, käme da ein gerader Strich heraus, ohne Ausreißer nach oben. Gut gefallen haben mir nur ein paar vereinzelte Rückblicke in Julies (?) Vergangenheit, die wirklich harter Tobak sind. Da muss man schon schlucken. Allerdings sind auch diese Teile distanziert und emotionslos erzählt und konnten mich deshalb nicht berühren.

Die ganze Story war recht unausgereift und im Nachhinein betrachtet, sehr vorhersehbar und langweilig. Da hätte nochmal ordentlich überarbeitet werden und an der Geschichte gefeilt werden müssen. Überraschende Wendungen habe ich leider gänzlich vermisst. Der geübte Thrillerleser versteht schnell, was hier gespielt wird und wartet vergeblich auf Überraschungen …

Das eigentliche Finale, die Konfrontation mit dem Täter kommt dann zu plötzlich, auf einmal ist die Szene da und komplett unspektakulär. Wirklich, das hätte soooooo spannend werden können und dann kommt da … GAR NICHTS! … Der Täter selbst ist im Finale einfach nur lahm und nicht präsent. Er zeigt keinerlei diabolische Züge, kein gar nichts, er ist Luft und steht nur passiv in der Gegend rum. Das Ende ist offen, es wird nichts in den Beziehungen der Personen geklärt und wirkt unrund. Da hätte ich mir in der Familie noch einen Umschwung erhofft, aber Pustekuchen …

Fazit: Wieder mal eine Geschichte, die Potenzial hatte, das leider verschenkt wurde. Die Autorin hat das Handwerkszeug definitiv drauf und kann schreiben, aber die Erzählstimmen waren mir zu emotionsarm und nüchtern. So blieb ich immer auf Distanz zu den Charakteren und war nur unbeteiligter Beobachter.

Spannend waren nur der Prolog und die ersten Kapitel aus Sicht der potenziellen Julie. Sobald der geübte Leser aber verstanden hat, wie der Hase läuft, bleibt gähnende Langeweile zurück. Wäre die Story in eine andere, thrillermäßigere Richtung gegangen, hätte sie mich mehr begeistern können. So bleibt unterm Strich lediglich ein mittelmäßiges Familiendrama, das mir nicht im Gedächtnis bleiben wird.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ich bin nicht verrückt sagt mein Einhorn

Teresa Kuba
Flexibler Einband: 124 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 02.03.2017
ISBN 9783743140783
Genre: Comics

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

humor, lustig, buch, komödie, computerexperte

Ein Einhorn für alle Fälle: Ein Dirks-Diary-Roman

Caroline Brinkmann
E-Buch Text
Erschienen bei Forever, 06.03.2017
ISBN 9783958181687
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung: Gott sei Dank gibt es sie manchmal noch. Die Bücher, die einen aus den Latschen hauen. Die Bücher, die mit nichts vergleichbar sind, was man je gelesen hat. Die einem ein Dauergrinsen bescheren und aus denen man sogar etwas für sein eigenes Leben mitnehmen kann. „Ein Einhorn für alle Fälle“ ist so ein Buch.

Wie bin ich eigentlich auf dieses quietschbunte Büchlein aufmerksam geworden? Tja, eigentlich gar nicht so 100 % mein Beuteschema, ABER ich kannte die Autorin schon und liebe ihre genialen Dirks-Diary-Anekdoten, die sie regelmäßig in einer Facebook-Gruppe zum Besten gibt. Nerdig, ironisch und einfach verdammt witzig! Da war klar, dass ich ihren Roman, basierend auf den Anekdoten, unbedingt haben musste! Und kaum war er runtergeladen, habe ich mich kopfüber ins Lesevergnügen gestürzt …

Ich hatte auch schon ein älteres Buch von Caroline gelesen und muss sagen, dass sich ihr ohnehin schon toller Schreibstil nochmal weiterentwickelt hat! Locker-leicht, lebensnah, voller flotter Dialoge und auf den Punkt bringt sie einem die Gedanken von Rabbit nahe. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive und ich hatte dank ihres genialen Humors sofort eine Verbindung zu ihr. Mein Grinsen war mir während der gesamten Lesedauer im Gesicht „festgetackert“. :D Und wisst ihr was? Das hat NOCH NIE ein Buch geschafft! Ich finde, Humor ist immer verdammt schwierig an den Leser zu bringen. Wenn es gut läuft, gibt es ein paar coole Sprüche und Gags, über die ich schmunzele und das war´s. Aber die Autorin fackelt hier ein wahres Gag-Feuerwerk ab!

Ob es um Rabbits „hochmotiviertes Fitnessprogramm“ ging, ihre selbstverliebten Freunde, allen voran eine komplett verstrahlte Erotikautorin mit Geltungsdrang oder um ihre Liebe zu hässlichen Kaninchen, Zombiespielen und ihrem Basilikum Helga, ich hab mich gekringelt und mich in der ein oder anderen Situation selbst wiedererkannt. Die Geschichte enthält so viele liebevolle Details, dass man einfach nur überwältigt sein kann. Es macht das Buch zu etwas Besonderem, einem kleinen Schatz. <3

Rabbits häufige Ausflüge in die sozialen Medien habe ich sehr genossen. Wenn man von Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter, YouTube & Co. noch nicht so viel Ahnung hat, wird man hier bestens aufgeklärt (einen Hang zu Sarkasmus allerdings vorausgesetzt). Es gibt zu Beginn eines Kapitels immer wieder Ausschnitte aus dem „Survival Guide Online“ und diese sind ein echtes Highlight – ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn ein neues Kapitel angefangen hat und wieder ein Auszug daraus auf mich wartete. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Geschichte eher was für jüngere und jung gebliebene Leser ist, die mit der skurrilen Welt der sozialen Medien schon etwas vertraut sind, sonst versteht man wahrscheinlich nur Bahnhof.

Bei den Charakteren gefiel mir Dirk, der menschenscheue Nerd mit Herz, wirklich gut. Da sieht man mal wieder, dass vor allem die inneren Werte zählen und welchen Wert wahre Freundschaft und echter zwischenmenschlicher Kontakt haben; im Gegensatz zur oberflächlichen Onlinewelt. Besonders toll fand ich, mit welchen Kleinigkeiten er Rabbit immer aufgeheitert hat. So einen Mitbewohner wünscht sich jeder! Wobei … Das mit dem Desinfektions-Tick, daran arbeiten wir noch … ;)

Rabbit gefiel mir wirklich gut und ich hab sie gern auf ihrem kuriosen Weg begleitet. Viele ihrer Probleme kamen mir bekannt vor und so war ich mittendrin, statt nur dabei! Nur ihre Naivität und extreme Unsicherheit haben mich manchmal ein bisschen gestört. Zu Anfang war es vollkommen okay, aber im Laufe des Buches dachte ich, dass sie eine Entwicklung durchmachen würde. Ein bisschen mehr Offenheit und Selbstbewusstsein hätten gut gestanden. Aber ich muss auch sagen, dass es zur Geschichte passte und dafür wohl genau so notwendig war.

Zu den anderen Charakteren kann ich nur sagen: Oh Mann! Sie wären echte Traumkandidaten für jede Reality-Soap – Dschungelcamp lässt grüßen! Die Autorin hat es so auf die Spitze getrieben mit deren Selbstverliebtheit und Aufmerksamkeitsdrang, dass sie schon etwas von einer Karikatur hatten. Vor allem die Self Publisher-Möchtegern-Erotikautorin Ave Green hat es mir angetan, aber auch „der wahre Mr. Grey“ und unsere „Hulk-Fitnessfreaks“.

Wohingegen ich es schon traurig fand, dass Rabbit offenbar keine richtigen Freunde hat, vor allem Sarah, ihre angeblich beste Freundin, war total daneben. Eigentlich hatte ich gehofft, dass Rabbit ihr (und einigen anderen) mal ordentlich die Meinung geigt, aber dazu kam es dann gar nicht mehr. Ich habe mir oft gedacht: „Mensch Rabbit, jetzt mach doch mal den Mund auf und knall ihnen die ganze unschöne Wahrheit direkt ins Gesicht!“ Das hätten sie alle sowas von verdient. Auch war das Ende für meinen Geschmack ein wenig zu offen, aber wer weiß? Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung? Ich würde es mir wirklich wünschen, da ich sie alle (sogar Kanibal Lektor, das hässlichste Kaninchen der Welt) ins Herz geschlossen habe und sie noch nicht für immer verabschieden möchte …

Und ehe ich´s vergesse: Was meine Erwartungen übertroffen hat, war der gesellschaftskritische Ton, der hier ab und zu durchschimmerte. Hater, Shitstorms, Mobbing und Co. wurden hier nebenbei angesprochen und bringen den ein oder anderen vielleicht zum Nachdenken. Auch ich fühlte mich manchmal „ertappt“, wenn es um bestimmte Themen ging (nicht dass ich jemanden mobben würde, aber bei vielen anderen Sachen) und habe mein Handeln schon kritisch überdacht. Wenn das mal keine Leistung für ein Buch ist, dann weiß ich auch nicht!

Fazit: Eine Geschichte wie eine Silvesterfontäne: Sprühend vor skurrilem Humor, liebevoller Details und Einfallsreichtum. Mit Heulern, Knistersternchen und allem, was dazu gehört! ;) Meine Mundwinkel tun mir immer noch weh vom Dauergrinsen. Damit ist es das wahrscheinlich witzigste Buch, das ich je gelesen habe. Und das soll was heißen.

Aber Achtung: Dies ist KEIN Liebesroman, sondern eine sarkasmusgetränkte Story direkt aus dem Leben (und dabei nur ein gaaaaaaaanz kleines bisschen überzeichnet). Eine Story, die uns zeigt, wie soziale Netzwerke heutzutage funktionieren und was wirklich dahinter steckt. Und, sind wir nicht alle ein bisschen Rabbit? :D

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

jugendbuch, young adult, erwachen werden. coming of age, verlust, beste freundinnen

Eden Summer

Liz Flanagan , Sabine Schulte
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 03.03.2017
ISBN 9783848920938
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: „Eden Summer“ wurde mir vom Verlag persönlich auf der Pressebörse in Berlin vorgestellt und auch ziemlich schmackhaft gemacht. Ich konnte nicht widerstehen, denn es war von einem hoch spannenden und emotionalen Thriller in besonderem Schreibstil die Rede, den man rasend schnell verschlingt. Und konnte dieses Versprechen gehalten werden? Nun, sehen wir es uns an … *Vorhang auf*

Hier muss ich sogleich ein Wort zur Gestaltung verlieren, da ich diese einfach schick finde. Spotlack und ein Zitat auf dem Cover, Regenwölkchen zu Kapitelbeginn und schwarze Seiten, die die Geschichte in „Prolog“, „Vormittag“, „Mittag“, „Nachmittag“, „Abend“ und „Epilog“ teilen. Da hat sich der Verlag wirklich Gedanken gemacht und ich finde auch das Cover mit der in Kreide gezeichneten Regenwolke superschön, weil es mal was ganz anderes ist.

Aber jetzt geht´s ans Eingemachte, den Inhalt. Der Schreibstil sticht hervor und macht das Buch besonders. Ich empfand ihn als relativ einfach gehalten und damit flüssig zu lesen, aber dennoch mit einer gewissen Tiefe, die einen in die Geschichte zieht. Die Autorin schafft es mühelos, Bilder herauf zu beschwören und treffende Worte für Stimmungen und Zwischenmenschliches zu finden. Kaum zu glauben, dass dies ihr Debüt ist, so ausgereift ist ihre Erzählkunst.

Ich konnte mich auch perfekt in Jess, unsere Protagonistin einfühlen und hatte sofort eine Verbindung zu ihr. Sie war ein realer Mensch mit realen Problemen und keine flache Papierfigur. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive in Ich-Form erzählt und so kam ich Jess noch näher. Ich konnte all ihre Sorgen und Ängste nachempfinden, denn sie hat schon einiges durchgemacht, was sich in ihrem Denken und Handeln widerspiegelt und sie die ganze Zeit beeinflusst.

Sie ist kein zickiger Teenager, sondern eine starke junge Frau, die ihr Bestes gibt, um ihrer besten Freundin zu helfen. Ihre Aufopferungsbereitschaft hat mich am meisten beeindruckt. Sie tut alles, um die verschwundene Eden wiederzufinden, nimmt immer auf deren Gefühle Rücksicht und stellt sich selbst dafür hinten an.

Die Geschichte spielt an nur einem einzigen Tag, was ich sehr interessant fand und das Konzept ging auf, denn es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zwischendurch gab es zur passenden Situation immer wieder Rückblenden in die Zeit vor Edens Verschwinden. Das erhöhte die Spannung und brachte nach und nach Licht ins Dunkel …

Die Story um Eden, die von zu Hause abgehauen ist, war durchweg kurzweilig und ich wollte immer wissen, was als nächstes passiert. So richtige Spannungsspitzen gab es  eher selten, die Geschichte treibt die meiste Zeit recht gleichmäßig vor sich hin. Das ist aber gar nicht schlimm, denn „Eden Summer“ möchte gar kein rasanter Thriller sein, sondern eher ein dramatisches Jugendbuch mit einer dezenten Lovestory und Spannungselementen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der emotionalen Ebene von Jess und Eden und ihrer besonderen Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen.

Ich konnte ein wenig miträtseln, was mit Eden passiert ist und auch was die Ereignisse in der Vergangenheit betrifft. Das hat Spaß gemacht, allerdings muss ich auch sagen, dass ich in allen Punkten richtig lag und mir ein wenig die Überraschung gefehlt hat. Ich vermisste einfach die Wendungen am Ende, den „Aha-Effekt“ oder „Oh-mein-Gott-Moment“. Das war etwas schade. Auch das Ende war nicht zu 100 % mein Geschmack und mir fast ein wenig zu „süß“ und „happy“ für die ganzen vorausgegangenen Probleme. Aber das ist sicher Geschmackssache und ich muss sagen, es hat zur Geschichte gepasst.

Fazit: Am meisten beeindruckt hat mich der Schreibstil: Leicht und melancholisch wie eine Sommernacht und doch knisternd wie die Luft vor einem Gewitter. Die Autorin hat wirklich ein Händchen für die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Die Geschichte ist eher ruhig erzählt und dreht sich um eine besondere Mädchenfreundschaft voller todtrauriger, aber auch wunderschöner Momente. Ein sehr solides Debüt mit wenig thrillertypischen Wendungen, dafür aber viel Lesevergnügen. Die Protagonistin ging mir mit ihren explosiven Gefühlen unter die Haut und am Ende habe ich sogar ein Tränchen verdrückt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

berlin, hamburg, lost boy, johannes groschupf, musik

Lost Boy

Johannes Groschupf , Hauptmann & Kompanie
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 13.01.2017
ISBN 9783841504470
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: Puh … Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn es gab einfach zu viele Baustellen und Ungereimtheiten in „Lost Boy“. Lediglich das Cover hat mich überzeugt, denn es strahlt eine unglaubliche Atmosphäre aus, Wahnsinn! Leider konnte die Geschichte dem nicht gerecht werden …

Lesen wollte ich das Buch unbedingt, denn ich habe „Der Zorn des Lammes“ von Johannes Groschupf geliebt! <3 Diese faszinierende, abgründige und schonungslose Stalker-Psycho-Geschichte hat mich förmlich umgehauen. Sie war perfekt geschrieben, kein Wort zu wenig und keins zu viel, schockierend, aufwühlend, authentisch und sehr sehr lesenswert! Deshalb musste sein neuestes Werk unbedingt bei mir einziehen. Aber irgendwie wünsche ich mir gerade, dass ich eine Rezension zu „Der Zorn des Lammes“ schreiben könnte, anstatt zu „Lost Boy“. Aber es hilft ja alles nichts, da müssen wir jetzt gemeinsam durch …

Gleich am Anfang hatte ich Probleme, in die Story hineinzufinden. Der Schreibstil war einfach nicht mein Fall. Zu oberflächlich und abgehackt und auch etwas lieblos. Ich konnte mich nicht in unseren Protagonisten mit der Amnesie, Lennart, hineinversetzen. Sein Inneres, seine Gefühle und Gedanken blieben mir fern, weil sie nicht stark genug ausgeleuchtet wurden. Zuerst dachte ich: „Okay, der Arme hat sein Gedächtnis verloren und muss sich erstmal selbst finden, also gib ihm eine Chance.“ Aber auch als er seine Erinnerungen wiedererlangte, wurde es nicht besser …

Als der Protagonist dann endlich von Hamburg nach Berlin reist, um sich seiner rätselhaften Vergangenheit zu stellen, hatte ich mich richtig darauf gefreut, dass ordentlich Schwung in die Story kommt. Aber dem war nicht so. Leider konnte auch keiner der anderen Charaktere meine nähere Aufmerksamkeit wecken. Sie blieben alle unecht und farblos.

Hinzu kommt, dass Lennart sich in gleich zwei Mädchen verguckt, Jule aus Hamburg und seine alte Freundin Moe aus Berlin. Romantik wollte aber nicht aufkommen, da Lennart keinerlei Anstalten macht, sich für eine der beiden zu entscheiden oder den nächsten Schritt bewusst zu tun. Es passiert einfach irgendwie im Laufe der Zeit, weil es halt so vorgesehen ist … Das war enttäuschend und machte ihn mir nicht gerade sympathischer.

Ein Wort zum Bösewicht der Geschichte, Bulgur (nein, keine Sorge, das ist kein Spoiler, wird er doch schon im Klappentext erwähnt). Er ist DJ aus Leidenschaft und soll eigentlich bedrohlich wirken, mit seiner düsteren Ausstrahlung, seiner Macht, seinen Hintermännern und seinem (angeblichen) Charisma. In meinen (und sogar Lennarts) Augen wirkt er eher lächerlich und wie ein selbstgerechter Schwätzer, der nichts Spannendes zu erzählen hat. Gruselfaktor gleich null!

Kommen wir zum Schreibstil, für mich immer ein sehr wichtiger Punkt, weil er eine Verbindung zu mir aufbauen muss, damit mir das Buch gefällt. Diese Verbindung, diese Brücke hat Johannes Groschupf hier leider nicht geschlagen. Er erzählt flüssig und jugendlich, das fand ich nicht schlecht und auch einige Beschreibungen von Berlin (meiner Hauptstadt) mochte ich. Aber es wirkt alles etwas leblos und fad, da viele detaillierte Beschreibungen der Gefühle, Umgebung, Personen etc. fehlen.

Dafür wird es an anderer Stelle, nämlich der Beschreibung von Musik, zu detailliert. An sich fand ich es gut und zu Anfang auch faszinierend, wie hier elektronische Musik und verschiedene Töne aus dem Leben eine Symphonie des Schreckens bilden, die einen großen Einfluss auf die Tanzenden hat, aber mit der Zeit wurden die detaillierten Beschreibungen der Sounds zu viel und zu lang und haben meine Vorstellungskraft nicht angeregt.

Manchmal hatte ich das Gefühl, ich war die falsche Zielgruppe für das Buch, obwohl ich ja gern im Jugendbuchbereich unterwegs bin. In „Lost Boy“ reden die Charaktere oft aneinander vorbei und betont cool und jugendlich. Beispielsweise sagt Lennart im Dialog „chill mal“ zu jemandem. Das mag ja auf der Höhe der Zeit sein, trifft aber so gar nicht meinen Geschmack und ich lese sowas nicht gern in Büchern. Die Jugendsprache wirkt dadurch eher lächerlich und gewollt.

Um auch mal etwas Positives anzumerken: Die Grundidee der Story fand ich sehr interessant. Es geht um die berauschende und auch gefährliche Wirkung von Musik. Wie wirkt sie auf die Tanzenden und wie kann man diese für seine Zwecke missbrauchen? Wirklich mal etwas Neues und Ungewöhnliches in einem Jugendthriller.

Stichwort Thriller: Ich fand die Thrilleranteile sehr gering gestreut. Da hätte ich mir viel mehr Spannung und Action gewünscht. Es gab keine großartigen Geheimnisse, kein Miträtseln, keinen dicht gewebten Plot, kurz gesagt: Das „Thrill-Gefühl“ fehlte.

Größtenteils fand ich die Handlung auch unglaubwürdig, ich meine: Wo sind eigentlich die Erwachsenen und die Polizei, wenn man sie mal braucht? Die wurden komplett ausgeblendet (bis auf eine winzige Randbemerkung zur Polizei). Lennarts Eltern kommen nur einmal kurz vor und sind nicht mal sonderlich überrascht oder ergriffen, als er wieder vor ihrer Tür steht. Sie zeigen keinerlei Emotionen, sagen nur, er hätte ja mal anrufen können. Äh, ja … o.O

Es tut mir leid, das so deutlich zu sagen, aber die Charaktere laufen, stehen und quatschen die ganze Zeit nur sinnlos in der Gegend rum, ohne Nachzudenken und ohne Plan. Sie lassen sich durch die Story treiben wie tote Fische im Wasser. Mich beschlich das Gefühl, der Autor hätte es sich zu leicht gemacht, so nach dem Motto: „Füll die Lücken selbst lieber Leser“ und „Denk dir  den Rest“. Die meisten Szenen und Kapitel enden nämlich sehr abrupt und man kriegt lediglich einen kurzen Satz vor die Füße geworfen, den man sich selbst weiterdenken kann. Von dieser Art zu erzählen bin ich einfach kein Fan, das hat mich auch schon in einigen anderen Jugendbüchern gestört.

Vielleicht ist mir aber auch etwas Wichtiges entgangen, weil ich den Vorgänger „Lost Places“ nicht gelesen habe? „Lost Boy“ ist wohl eine (recht lose) Fortsetzung dazu. Dadurch fehlte mir wahrscheinich Hintergrundwissen zu den Charakteren, deren Beziehungen untereinander und den vorangegangenen Ereignissen. Das Ende war soweit zufriedenstellend, wenn auch ein bisschen abgehackt und zu einfach, weill alles zu glatt geht. Eine Art Fortsetzung folgt dann im September mit „Lost Girl“. Ich weiß aber nicht, inwiefern sie an „Lost Boy“ anknüpfen wird und verstehe es eher so, dass sie eigenständig sein soll.

Puh. Diese Rezension zu schreiben, fiel mir wirklich schwer und wäre das Buch kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es wohl nach kurzer Zeit abgebrochen und nicht viele Worte darüber verloren. Aber was muss, das muss. Zu Anfang (und auch in der Mitte ^^) hoffte ich noch auf Besserung, auf DEN Knall, DIE Überraschung, DIE Wendung, DEN Aha-Effekt, aber leider, leider hoffte ich vergebens … Am Ende bleibe ich bedauernd und traurig zurück, weil der Autor es definitiv besser kann! Nur bei „Lost Boy“ und mir wollte es auf gar keiner Ebene funken …

Fazit: Puh, das war eine schwere Geburt, die Rezension ist quasi im Geburtskanal stecken geblieben und musste mit der Saugglocke geholt werden. :D

Ich mochte lediglich die Grundidee mit den „Lost Places“ und der gefährlichen Wirkung von Musik, der Rest konnte mich leider nicht erreichen. Da ich keinerlei Gefühl für die Figuren bekam, habe ich die Geschichte nur teilnahmslos und eher gelangweilt verfolgt. Auch die Handlungen der Charaktere konnte ich nicht nachvollziehen. Am Ende bleiben nur viele Fragezeichen in meinem Kopf zurück …

Zur Ehrenrettung des Autors muss ich aber sagen: Lest bitte alle „Der Zorn des Lammes“! Es ist eine verdammt beeindruckende und ungeschönt-knallharte Stalker-Geschichte – maximal lesenswert! (Meine Meinung zu Der Zorn des Lammes) <3 Deshalb tut es mir auch selbst etwas weh, dass mich „Lost Boy“ nicht erreicht hat. Denn ich weiß, dass der Autor es eigentlich kann, es wirklich WIRKLCH draufhat und dann sowas …

  (0)
Tags:  
 
565 Ergebnisse