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fantasy, mission herodes, real-fantasy, geschichte;, buecherseele

Mission Herodes - Die vier Reiche

Patrick R. Ullrich
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 10.08.2013
ISBN 9783000415609
Genre: Fantasy

Rezension:

So ein wirklich großer Fantasykenner, geb‘ ich zu, bin ich nicht.
Was mich zu dieser Story greifen ließ, war die ungewöhnliche Themenkombination… Was hat das Dritte Reich in einem Fantasyroman verloren? … Und da ich mich zu amüsieren hoffte, hat - schwupps - Frau Neugier ihn mir in die Hand gedrückt. Erwartungen hatte ich jetzt keine und 290 Seiten sind auch nicht zu viel zum eben mal nebenbei schmökern. Zur Handlung selbst möchte ich jetzt keine Worte verlieren, das kann der Klappentext besser, zumal alle handelsüblichen Zutaten für eine Fantasygeschichte vorhanden sind: Ein Magier, ein König, Elfen, Zwerge, Götter, ein magiebegabtes Kind, jede Menge Bösewichte, die hinter ihm her sind und außerdem ein sehr finsterer Ritterorden..

Vielmehr möchte ich anmerken, was ich nun überraschend und außergewöhnlich fand.

Es wird eine schöne Geschichte erzählt, sie weiß zu fesseln, ohne dass man es bemerkt.
Die Sprache bleibt distanziert, unaufdringlich, elegant zurückhaltend, bisweilen sogar – der Autor möge mir verzeihen – auch ein wenig steif. Manchmal liest es sich ein wenig wie ein Theaterstück, Ludwig Tieck hat sich seinen Vatermörder zurechtgebürstet und soeben ein frisches Fässchen Tinte aufgemacht. Er wird gleich Shakespeare übersetzen.. Allerdings tut dies der Gesamtatmosphäre keinen Abbruch, denn noch ist man nicht so richtig mit dieser Welt vertraut.

Die Tore zu ihrem Verständnis tun sich aber auf durch die Charaktere, mit denen der Erzähler sie bevölkert. Diese Geschichte lebt von ihren Charakteren, sie wird durch sie lebendig und wahrhaftig und man kann Patrick Ullrich nur dafür danken, dass er sie nicht von der Stange gefertigt, sondern wirklich Maß genommen hat.
Dass er sich in sie einfühlt und sie eigenwillig, dennoch echt sein lassen, organisch gewachsen darstellen kann ohne wirklich ins Stereotype oder Karikierende abzugleiten, ist etwas Seltenes und lässt die Freude, die er an ihnen hat, auf den Leser überspringen.
Eine gute Prise Humor sorgt dafür auch in den Dialogen und macht es einem leicht, die Figuren liebzugewinnen (Meine ist übrigens ein schräger Baumgeist..). Man ahnt ihr Potential, ohne dafür allzu sehr in die Tiefe gehen zu müssen.
So kann die Welt drumherum sich wie von Geisterhand selbst entfalten, man kann darin allmählich eintauchen, so dass man überrascht wird, wenn der Plot plötzlich Fahrt aufnimmt und wirklich spannend wird.
Das atmosphärische Gefühl, was sich dabei einstellt, entfaltet eine ganz eigene Magie und erinnert in ihrem Charme an eine Mischung aus Star Wars und Herr der Ringe, abgerundet mit einem Touch DSA.

Ich für meinen Teil will wissen, wie es weitergeht und freu' mich auf den nächsten Band.

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