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264 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

evolution, dystopie, zukunft, jugendbuch, zeitreise

Evolution - Die Stadt der Überlebenden

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 04.07.2016
ISBN 9783401601670
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In Evolution – Die Stadt der Überlebenden geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die für einige Monate in die USA reisen möchten. Das Flugzeug gerät in einen Sturm und muss daraufhin am Denver Airport notlanden. Hier stellt sich schnell heraus, dass sich die Welt verändert hat. Der Flughafen ist leergefegt, von Menschen gibt es keine Spur mehr. Die Natur hat sich, nach einem Kometeneinschlag, ihr Territorium zurückerobert und die Tiere stehen jetzt in der Nahrungskette an erster Stelle. Die Protagonisten müssen sich nicht nur in einer völlig fremden Welt in ferner Zukunft zurechtfinden, sondern auch den Gefahren der Natur und der Tiere trotzen, die unerbittlich Jagd auf die Gruppe machen.

Doch es gibt Hoffnung: Die Gruppe erfährt durch ihre Recherche, dass es Überlebende gibt. Und diese gilt es zu finden.


Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was aufgrund der Fülle an Inhalt und Informationen auch nötig ist. Mir persönlich war es aber zu viel. Zu viele Erzählstimmen, zu viele Personen. Ich musste das eine oder andere Mal zurückblättern, um zu schauen, aus wessen Sicht das Ganze jetzt erzählt wird.

Da wir gerade sowieso beim Thema Informationen sind: Streckenweise hat es sich für mich so angefühlt, als würde ich gerade ein Sachbuch über die möglichen Folgen einer Klimakatastrophe lesen. Der Infodump hielt sich zahlenmäßig zwar in Grenzen, aber wenn er kam, dann ausschweifend.

Das, was vermittelt wurde, erschien mir aber gut recherchiert zu sein. Auch hat Thiemeyer sehr gekonnt „aktuelle“ Ereignisse und Tatsachen aufgegriffen, hat von der Sonde Philae erzählt und den aktuellen Stand der Wissenschaft einfließen lassen.


Die Welt, in die uns der Autor versetzt, hat mich begeistert. Die Natur hat sich die verfallenen Gebäude der Menschheit zu eigen gemacht, die Tierwelt hat sich weiterentwickelt und die letzten Reste der Zivilisation sind nur noch sporadisch zu finden. Unsere Erde hat eine Evolution durchgemacht.

Auch die Geschichte hat mich fasziniert, zumindest zu Anfang. Ich musste leider ganze 200 Seiten lang warten, bis die Handlung wirklich vorangetrieben wird. Es gab keinen Konflikt zwischen den Protagonisten. Würde eine Gruppe von Menschen, die gerade erfahren hat, dass die Zivilisation nahezu ausgelöscht ist, wirklich nicht anders reagieren? Es gab keine Rangelei, keinen Streit, kein wahnsinnig-werden. Da hätte ich tatsächlich mehr erwartet. Und das, was nach 200 Seiten dann passiert, hat mich leider auch nicht überzeugen können.

Trotzdem muss ich an diesem Punkt noch einmal einhaken. Der Autor hat es geschafft, mich 200 Seiten lang bei Laune zu halten, ohne das etwas passiert, was man nicht außer Acht lassen sollte. Das ist zum Einen dem guten Schreibstil des Autors zu verdanken, zum Anderen aber auch den Cliffhangern, die er gezielt am Ende der Kapitel einsetzt.


Fazit

Der Roman ist ein Mehrteiler und von Anfang an als solcher ausgelegt gewesen. Wer das erste Buch liest, muss das Zweite auch lesen, denn sonst hat man von der Geschichte kaum etwas erfahren. Ich hatte am Ende sogar vielmehr das Gefühl, dass das erste Buch lediglich als Einführung in die Welt dienen soll. Es lässt mir zu viele Handlungsstränge offen.

Vielleicht würde sich meine Meinung ändern, wenn ich auch das zweite Buch lese. Aber aufgrund der Richtung, die die Geschichte einschlägt, die mir nicht zusagt, werde ich die Reihe vorerst nicht weiterlesen.

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Tags: evolution, zukunft   (2)
 

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52 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

schreibstil, schreibratgeber, lektorat, schreiben, schreibhandwerk

Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben

Roy P Clark , Kerstin Winter
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Autorenhaus-Verlag, 23.12.2008
ISBN 9783866710313
Genre: Sachbücher

Rezension:

Autor

Verfasst hat den Ratgeber der Autor Roy Peter Clark. Er ist Vizepräsident einer renommierten Journalistenschule in Florida, gibt Schreib-Workshops für Schriftsteller und Journalisten und hat bereits mehrere Bücher über das Thema Schreiben veröffentlicht.

Neben seinen zahlreichen TV- und Radioauftritten in seiner Heimat, schrieb er regelmäßig Zeitungsartikel und -kolumnen.

Auf Deutsch sind zwei seiner erfolgreichen Bücher erhältlich. Beheimatet ist Clark eher im Bereich Journalismus, weniger in der Unterhaltungsliteratur, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.


Inhalt

Der Ratgeber ist in vier Teile unterteilt: Teil Eins befasst sich überwiegend mit der Grammatik und dem korrekten Satzbau. Es geht um Zeichensetzung und das Kürzen des eigenen Textes.

Im zweiten Teil geht es um die richtige Wortwahl und die passende Satzlänge. Hier bekommst Du Tipps an die Hand, wie du die richtigen Worte finden und mit ihnen spielen kannst.

Im dritten Teil erfährst Du etwas über die Erzeugung von Spannung. Du lernst, worauf es bei Dialogen ankommt, wie Du Fährten für den Leser legen kannst und wirkungsvolle Cliffhanger schreibst.

Der vierte und letzte Teil befasst sich mit dem Autorenalltag. Es geht darum, Ideen zu finden, sie zu organisieren und mit losen Ideenfetzen zu arbeiten. Aber auch das Thema Recherche und Kritik (eigene und Kritik von Außen) wird ausführlich behandelt.

Insgesamt beherbergt das Buch 50 Kapitel (wer hätte das gedacht, bei dem Titel ;-) ) zu unterschiedlichen Themen, in denen der Autor die Theorie abhandelt und das Geschriebene mit Beispielen aus der Literatur belegt. Am Ende eines jeden Kapitels wartet der Workshop mit einigen Aufgaben auf Dich, mit denen Du das gelernte nochmals üben und vertiefen kannst.


Fazit

Wer ein handliches Buch haben möchte, das einen an die Basics erinnert, darüber hinaus strukturiert und sinnvoll aufgebaut ist, kann mit diesen Ratgeber nicht falsch machen. Ich habe genau das bekommen, was ich mir gewünscht habe: Eine schnelle Übersicht über das Wichtigste.

Es gibt ein oder zwei Themen, die eher für Journalisten gedacht sind, als für Autoren, aber darauf war ich bei dem Untertitel „Handbuch für Autoren, Journalisten & Texter“ bereits vorbereitet und es ist definitiv zu verschmerzen.


Wer also profitiert von diesem Schreibratgeber denn nun am meisten?

Es sind nicht die Autoren, die das Schreibhandwerk bereits verinnerlicht haben, sondern eher die Anfänger. Bist Du Anfänger auf dem Gebiet des Schreibens und hast Dich bisweilen noch nicht so richtig mit der Theorie des Handwerks auseinandergesetzt, sondern nach Gefühl gehandelt, dann wirst Du von dem Buch profitieren. Für alle Anderen ist es ein schönes Nachschlagewerk. Viel Neues ist nicht dabei, wenn man sich bereits durch die zahlreichen Internetseiten über das Schreibens gewühlt hat.

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Tags: schreiben, schreibhandwerk, schreibratgeber   (3)
 

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189 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

fantasy, liebe, faun, echos, echo

Faunblut

Nina Blazon
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.02.2013
ISBN 9783570308479
Genre: Fantasy

Rezension:

Cover

Das Cover ist eine schön gestaltete Illustration eines Auges. Es ist zwar schön anzusehen, wäre mir aber in der Buchhandlung alleine dadurch nicht aufgefallen. Das Buch habe ich (vor einigen Jahren bereits) gekauft, weil mir andere Bücher der Autorin gefallen hatten. Nachdem ich das Buch gelesen habe muss ich sagen: Zumindest farblich hätte man das Auge auf die Farben der Augen eines Hauptcharakters abstimmen können. Aber darüber lässt sich problemlos hinweg sehen :-)


Inhalt

In Faunblut geht es um Jade, ein Mädchen, dass bei ihrem Vater aufwächst und ihm beim Betreiben seines Hotels am Ufer der Wila hilft. Sie leben in einer Stadt, die vermehrt von Echos heimgesucht wird, grausige, menschenmordende Wasserwesen. Tam und Faun werden angeheuert, die Stadt von den lästigen Monstern zu befreien und finden dabei Unterkunft im Hotel Larimar. Während ihres Aufenthaltes kommen sich Jade und Faun näher und eine zarte Liebe entsteht zwischen ihnen, die für beide allerdings mit großen Gefahren verbunden ist und schlimmstenfalls den Tod bedeuten könnte. Denn nicht nur die Echos haben Geheimnisse, die sie zu hüten versuchen.

Der Roman von Nina Blazon ist eine gelungene Mischung aus Liebe, Verrat und Hoffnung.

Die Charaktere konnte ich, bis auf eine Ausnahme, direkt ins Herz schließen. Sowohl Jade, als auch Faun waren sympathisch und charismatisch. Aber auch die Nebencharaktere, speziell Jades Vater Jakub, Moira und Martyn waren wundervoll ausgearbeitet.

Im Verlaufe der Geschichte macht Jade zu Beginn allerdings keine Entwicklung durch. Sie hat den Wunsch ein besseres Leben zu führen und hält daran auch, teils etwas naiv, auf den ersten 300 Seiten verbissen fest. Erst zum Ende hin wird sie mehr zur Heldin, macht eine Entwicklung durch und wird stärker in ihrer Persönlichkeit.

Lediglich mit Lilinn, der Köchin des Hotels Larimar und Jades beste Freundin, konnte ich nichts anfangen. Sie war für mich einfach schlecht greifbar und schwer einzuschätzen. Diese Meinung verstärkte sich im Verlauf der Geschichte, als auch sie eine wichtigere Rolle in der Erzählung übernahm.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist detailreich und gut vorstellbar. Auch erhält der Leser direkt den Eindruck, dass sich die Autorin viele Gedanken um die Hintergründe gemacht hat, denn jedes Detail hat Hand und Fuß.

Das Buch konnte mich von Anfang an begeistern. Ich habe fast die kompletten 478 Seiten an einem Tag gelesen, weil ich dieses Buch nicht weglegen wollte. Auch kam es mir zu keinem Zeitpunkt langatmig vor, die Geschichte wartet regelmäßig mit neuen Geheimnissen auf, die die Spannung gleichmäßig ansteigen lassen.


Handwerk

Nina Blazon hat das Handwerk verstanden und verinnerlicht. Die Beschreibungen sind sauber formuliert und gut nachvollziehbar. Sie hat ihre Welt glaubwürdig gestaltet und den Charakteren eine Stimme verliehen. Anders als in anderen Büchern, sind mir hierbei nicht einmal nervige Wortwiederholungen aufgefallen. (Damit meine ich allerdings keine Wortwiederholungen, die ein Autor ungeschickterweise eingebaut hat, sondern um Lieblingswörter. Autoren haben Lieblingswörter. Die sie benutzen und benutzen und benutzen. In Faunblut ist mir so etwas nicht begegnet.)


Fazit

Faunblut ist schön geschrieben, hat tolle Charaktere und eine großartige Welt, in der alles stimmig erscheint. Zwar konnte mich die Geschichte nicht so richtig begeistern, weil mich die Enthüllungen und Überraschungen dann doch nicht so sehr überrascht haben, doch ich hatte trotzdem eine Menge Spaß beim Lesen und kann es nur weiterempfehlen. Leser, die gerne in Fantasiewelten eintauchen, die nicht vor Drachen und Magiern nur so strotzen und dabei eine zarte Liebesgeschichte erleben möchten, werden mit diesem Buch viel Spaß haben.

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Tags: fantasie, liebesgeschichte   (2)
 

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283 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

märchen, aschenkindel, halo summer, prinz, aschenputtel

Aschenkindel - Das wahre Märchen

Halo Summer
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.12.2016
ISBN 9783959671248
Genre: Fantasy

Rezension:

Aschenkindel erzählt die Geschichte von Claerie, einem Mädchen, dass bei ihrer Stiefmutter lebt und die komplette Hausarbeit zu erledigen hat. Claerie wird von ihrer Stiefmutter getriezt und gehetzt, von den Stiefschwestern ausgelacht und verhöhnt.

Ihre gute Fee, die ihr zur Seite stehen und sie in allen Belangen unterstützen soll, entpuppt sich als unfähig und tollpatschig. Doch das alles kann Claeries Gemütszustand nicht trüben. Und anders, als in Aschenputtel, möchte sie auch gar nicht erst auf dem königlichen Ball auftauchen.

Doch Claeries Welt wird, durch eine zufällige Begegnung mit einem jungen Mann, aus den Fugen gebracht. Ab hier nimmt die Geschichte einen unerwarteten Verlauf und hebt sich vom alten Märchen deutlich ab. Eine Zeit voller Liebe, Verlust und Angst beginnt für die junge Protagonistin und am Ende ist sogar ihre geliebte Heimat in Gefahr.


Cover

Das Buch ist mir zuvor mehrfach auf Amazon begegnet und hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Weniger durch den Titel – denn eigentlich hat mich die Vorstellung einer „Märchen-Nacherzählung“ abgeschreckt – mehr durch das hübsche Cover. Es ist schlicht, aber professionell gestaltet und zeigt die Protagonistin. Es ist ein modernes neues Gewand für ein altes Märchen.


Inhalt

Wie oben bereits erwähnt, hatte ich eigentlich kein Interesse an Märchen-Nacherzählungen. Auch wenn jede Geschichte aus dem Mund eines anderen, oder besser gesagt, mit den Worten eines anderen Autoren, auch anders erzählt wird. Aber Aschenputtel kennt man und ich war der festen Überzeugung, dass dort nichts mehr herauszuholen ist. Doch ich hatte weit gefehlt.

Aschenkindel ist alles andere als eine plumpe Nacherzählung. Es überzeugt mit einem sehr schönen Erzählstil und jeder Menge Humor.

Geschrieben ist die Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin, und zwar so, als wäre man hautnah dabei.

Die Autorin hat teilweise eine saloppe Art zu erzählen, die dem Buch seinen ganz eigenen Charme verleiht. Sowohl die Namen der Stiefschwestern („Etzi“ und „Kanickla“) als auch die Bezeichnungen für z.b. Bürgerinitiativen („Brot-statt-Kuchen“ und „Orden der Wohltätigen Weichen Seelen“) sind gut durchdacht und clever ausgesucht.

Die Charaktere sind alle sehr sympathisch und man fühlt sich, als Leser, sofort mit der Protagonistin verbunden. Selbst die gemeinen Stiefschwestern waren mir durch ihre Charakterzüge sofort positiv aufgefallen. Die Autorin hat allen Charakteren ihr ganz eigenes Leben und ihren ganz eigenen Charakter verliehen und ihnen dadurch eine große Bedeutung zukommen lassen.

Die Welt, in der Aschenkindel (und andere Bücher der Autorin) spielt, ist sehr detailreich und liebevoll gestaltet und wartet mit zahlreichen Fantasiewesen, von Nymphen über Feen bis hin zu Vampiren, auf. Das bewegt mich sogar dazu, mir auch die anderen Bücher von Halo Summer anzusehen, denn hier ist definitiv großes Potential vorhanden.

Im Verlauf des Romans verliert sich der Humor stellenweise und gibt der Geschichte Platz sich in aller Ernsthaftigkeit zu entfalten. Dadurch erlebt man als Leser auch, dass das Buch nicht als Komödie gedacht ist und dass die Autorin die Geschichte nicht ins Lächerliche ziehen wollte. Denn Summer überbringt nach wie vor eine ernstgemeinte Botschaft mit ihrem Roman.

Zum Ende des Buches verläuft die Geschichte in mehreren Zeitsprüngen. So verhindert die Autorin aber ganz eindeutig langatmige Passagen, in denen nichts Bedeutungsvolles passiert, und fokussiert sich auf die wichtigen Szenen.


Handwerk

Halo Summer hat ihr Buch im Präsens geschrieben. Das kommt seltener vor, hat dem Ganzen aber eine sehr persönliche Note verpasst. Man ist mitten drin im Geschehen. Der Leser hat es hier nicht mit einer Erinnerung zu tun, die erzählt wird, sondern erlebt die Geschichte hautnah.

Schade fand ich allerdings, dass der Lindwurm Löwenherz zwar oft erwähnt wurde, aber schlussendlich doch keine Rolle gespielt hat. Auch die gute Fee wurde, ab etwa der Hälfte des Buches, nur noch erwähnt, tauchte aber selbst gar nicht mehr wirklich auf.


Fazit

Die Geschichte hat zurecht 5 von 5 Sternen verdient, sie ist von vorne bis hinten spannend und liebevoll geschrieben. Das ursprüngliche Märchen dient hier lediglich als Gerüst und nimmt nicht zu viel Platz in der eigentlichen Erzählung ein. Ich habe leichte Kost für einen Leseabend gesucht und bin bei einem unglaublich guten Buch gelandet, dass mich selbst in vielerlei Hinsicht positiv überrascht hat. Ich kann es jedem empfehlen, der eine schöne Liebesgeschichte in einem zarten Aschenputtel-Mantel lesen möchte.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

der duft von büchern und kaffee, buch, 2016, hund, musik

Der Duft von Büchern und Kaffee

J. Vellguth
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei null, 02.10.2016
ISBN B01M0O5LFO
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Duft von Büchern und Kaffee erzählt die (Liebes-)Geschichte von Amy und Ryan. Amy ist eine junge Frau, die für ihr Leben gerne im Buchladen von Beatrice arbeitet und sich bereits ihre Zukunft darin ausmalt. Zumindest bis Teilzeit-Rocker Ryan ins Spiel kommt, der Enkel von Beatrice. Die alte Dame hat sich, um demnächst in ihren Ruhestand gehen zu können, einen Wettbewerb für die beiden ausgedacht: Sie sollen ihre eigene Zukunftsvision vom Buchladen ausarbeiten und den jeweils anderen davon überzeugen. Doch beide verfolgen zu Beginn unterschiedliche Ziele. Hier beginnt eine interessante Geschichte über Kindheitsträume und die Liebe.


Cover

Das Cover des Selfpublishing-Titels ist professionell gestaltet und ansprechend. Da das Thema Kaffee in dem Roman eine herausragende Rolle spielt, passt es sowohl zum Titel als auch zum Inhalt des Buches.


Inhalt

In Der Duft von Büchern und Kaffee geht es um die zarte Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die sich durch einen Wettbewerb kennen und lieben lernen.

Amy geht in ihrem Beruf vollends auf und kann sich nicht vorstellen jemals etwas anderes zu machen. Ryan ist ein Musiker aus Leidenschaft und hat eine ganze andere Vorstellung vom Buchladen. Er würde am liebsten eine Bar daraus machen, in der er gemeinsam mit seiner Band spielen kann, was Amy natürlich so gar nicht gefällt. Und so bemühen sich beide, den jeweils anderen von den Vorzügen seiner eigenen Idee zu überzeugen, denn beide hegen eine tiefe Leidenschaft für ihre Vision.

Die Charaktere habe ich allesamt recht schnell gern gewonnen. Es gab in dem Buch weder bei den Protagonisten, noch bei den Nebencharakteren jemanden, der nicht auf Anhieb sympathisch war. Das bot zwar leider etwas wenig Angriffsfläche, stürzte den Leser aber auch nicht in komplizierte Beziehungen. Beide Protagonisten haben ihre Dämonen aus der Vergangenheit mitgebracht, weswegen ihnen der Einstieg in ihre neue Liebesbeziehung deutlich erschwert wird.

Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Das Potential war absolut da. Weswegen es, meiner Meinung nach, nicht vollständig genutzt wurde, seht ihr im Fazit.

Der Konflikt, den die Autorin herauszustellen versuchte, war mir allerdings nicht stark genug. Amy und Ryan haben sich zu Beginn des Romans kennen gelernt und mochten sich von Anfang an, hier gab es keinerlei Schwierigkeiten. Lediglich ihre höchsteigenen Probleme aus der Vergangenheit, auf die überwiegend auch nur oberflächlich eingegangen wurde, bildeten den wahren Konflikt.

Die Welt, in der das Buch spielt, hier also New York, fand ich sehr gut recherchiert. Als Leser hatte ich wirklich das Gefühl, dass sich die Autorin in den Straßen auskennt und alles sehr detailgetreu beschreiben kann.


Handwerk

Das Buch ist angenehm leicht zu lesen, handwerklich solide ausgearbeitet, und reicht mit seinen 218 Seiten für einige Stunden Lesevergnügen.

Die Spannung konnte die Autorin über den ganzen Roman hinweg aufrecht erhalten, es gab keine Passage, die mir zu langatmig erschien.

Was mir allerdings auffiel, waren einige Wiederholungen. So wurden im gesamten Buch zahlreiche Arme und Schultern gelegt und unendlich oft summte etwas, von Gefühlen, bis hin zu Körperteilen.


Fazit

Die Geschichte, die die Autorin in dem Buch erzählt, ist eine schöne Liebesgeschichte mit einem tollen Ende. Viele Leser sind davon geradezu begeistert und das Buch hat es sogar auf einen sehr guten Platz im Amazon-Ranking geschafft. Auch ich habe das Buch gerne gelesen und im Nachhinein nicht das Gefühl gehabt meine Zeit verschwendet zu haben.

Wie im Bereich Inhalt angedeutet, hätte ich mir allerdings mehr Tiefe gewünscht bzw. einen stärkeren Konflikt. Dafür war auf 218 Seiten aber, verständlicherweise, kein Platz. Das kommt davon, dass dieses Buch der Teil eines Experimentes der Autorin ist. Jacqueline Vellguth schreibt nämlich 12 Bücher in 12 Monaten. Hut ab an dieser Stelle. Effektiv gesehen bleiben der Autorin gerade einmal zwei Wochen, ein vollständiges Buch zu schreiben. Zwei Wochen mehr hätten diesem Roman vermutlich aber nicht geschadet. Dennoch: Das Buch ist gut und mehr Wert, als die Autorin hierfür verlangt.



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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

romantik, fantasy

Tochter des Flusses (Romantic Fantasy)

Dana Graham
E-Buch Text: 322 Seiten
Erschienen bei null, 18.07.2016
ISBN B01IPY7R80
Genre: Sonstiges

Rezension:

Tochter des Flusses erzählt die Geschichte von Leane, die durch einen Piratenüberfall zur Waise geworden ist und vom Landgraf aufgezogen wird. Doch das Leben auf dem Hof bringt ihr kein Glück, weder in der Liebe noch für ihre Zukunft. Als Leane erfährt, dass sie in ein Kloster geschickt werden soll, flüchtet sie in die Wasserburg, gerät dabei an Jargo und mit ihm zwischen die Fronten einer unvergessenen Fehde zwischen den Völkern. Hier beginnt Leanas Suche nach ihrer Bestimmung und dem Geheimnis um ihre wahre Herkunft.


Cover

Das Buch hat ein hervorragend illustriertes Cover, das farblich sehr schön aufeinander abgestimmt ist. Auch wenn ich, nach dem Lesen des Buches, eher Muscheln darauf erwartet hätte, finde ich das Cover gut gelungen und ansprechend.


Inhalt

Die Geschichte wird aus mehreren wechselnden Perspektiven erzählt, die sich aber allesamt auf die Hauptprotagonisten beschränken und die Erzählung gut vorantreiben.

Zu Beginn wird der Leser mit der Vorgeschichte konfrontiert, bei der viel Inhalt auf wenigen Seiten zusammengefasst wird. Auch wenn es am Anfang alles etwas zu schnell geht, nimmt es nach den ersten paar Seiten einen angenehmen Fluss an, bei dem der Leser nicht mehr das Gefühl hat, getrieben zu werden. Zur Mitte des Buches hin, wenn es um die Schwimmübungen geht, wünscht man sich sogar die Hast der ersten Seiten zurück, denn diese Passage ist leider etwas langatmig geworden.

Das Ende ist der Autorin, Dana Graham, bis auf den schnellen Abschluss der Suche nach dem Schatz und der Q&A-Fragerunde, sehr gut gelungen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch. Selbst Ima, die ich zu Beginn gar nicht mochte, konnte im Verlauf der Geschichte Pluspunkte sammeln.

Graham hat ihre Charaktere so gestaltet, dass man als Leser lange Zeit nicht weiß, wer tatsächlich der Böse ist, da viele das Potential dazu haben.

Das einzige Manko ist die Naivität und gestelzte Uneinsichtigkeit der Protagonistin. Nicht nur ein Mal wünscht sie sich im Nachhinein, ihren Gegenüber ausgeredet haben zu lassen (und ich mit ihr).


Handwerk

Dana Graham hat es geschafft die Spannung im gesamten Verlauf des Buches gut aufrecht zu erhalten, ohne auf wahnsinnig aufregende Kämpfe setzen zu müssen. Es ist leicht zu lesen und gut verständlich.

Auch werden viele interessante Fragen aufgewor

fen, die jedoch großteils im Rahmen einer Befragung beantwortet werden: alle auf einmal. Schöner wäre es gewesen, wenn diese Fragen im Verlaufe der Geschichte nach und nach beantwortet worden wären.

Was auffallend ist, und mich manches Mal genervt hat, war das häufige Stirn in Falten legen, sowie die Selbstgespräche, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen: Erst sprechen die Gedanken, dann antwortet der Protagonist mit wörtlicher Rede. Dieses Verhaltensmuster ist ja in Ordnung, hätte aber bei einem Charakter gereicht.


Fazit

Die Autorin konnte mich erfolgreich an das Buch fesseln, denn ich habe es an einem Tag durchgelesen. Es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen und Geheimnisse, die es zu Lüften gilt, die den Roman bis zum Schluss spannend gestalten. Als Selfpublishing-Titel ist das Buch absolut lesenswert und muss sich vor den Verlagsbüchern ganz sicher nicht verstecken.


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268 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

fantasy, wüste, markus heitz, wedora, magie

Wédora – Staub und Blut

Markus Heitz
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.08.2016
ISBN 9783426654033
Genre: Fantasy

Rezension:

In Wédora – Staub und Blut entführt Markus Heitz den Leser auf einen abenteuerlichen Ausflug in die gleichnamige Stadt. Die Protagonisten Liothan, ein Halunke mit Gerechtigkeitssinn, und Tomeija, eine rechtschaffene Gesetzeshüterin, werden wider Willen in die Wüstenstadt verschlagen. Dort erleben sie eine grausame und zugleich gerechte Stadt, die mehr als nur ein Geheimnis birgt. Sie landen in Kerkern, werden als Sklaven gehandelt, arbeiten als Geldeintreiber und verschaffen sich den nötigen Respekt in einer Welt, in der sie nicht zuhause sind, sich aber doch in gewisser Weise von ihr angezogen fühlen.


Cover

Das Cover zeigt den großen Turm, der sich inmitten von Wédora erhebt und den Dârèmo, den Herrscher Wédoras, beherbergt. Passend gewählt. Besonders hervorzuheben ist hier allerdings der Untertitel. Mit Staub und Blut hat der Autor den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf getroffen. Wédora ist genau das: Ganz viel Staub, vermengt mit unendlich viel Blut. Besser hätte man den Untertitel in diesem Fall nicht treffen können.


Inhalt

Ursprünglich war Wédora für ein Rollenspiel konzipiert worden. Und hier merkt man ganz deutlich, wie viel Mühe sich der Autor mit der Ausarbeitung gemacht hat.

Regelmäßig, am Ende eines jeden Kapitels, erhält der Leser einen Auszug aus der Literatur Wédoras präsentiert und kann dadurch mehr zum Hintergrund der geschichtsträchtigen Stadt erfahren.

Auch erhält der Leser Kartenmaterial und eine Auflistung der wichtigsten Wörter an die Hand. Und dieses Wörterbuch ist auch definitiv notwendig! Die Bewohner Wédoras schmeißen mit Fremdwörtern nur so um sich. Das verleiht dem Ganzen neben einem besonderen Flair leider auch einen unguten Beigeschmack. Gerne hätte ich im ebook zurückgeblättert und nachgeschaut, was das eine oder andere Wort bedeutet. Doch gerade im elektronischen Buch ist es leider etwas nervig hin und her zu blättern, also habe ich es gelassen und mich damit abgefunden, das ich die ein oder andere Bedeutung aus dem Kontext heraus erschließen musste.

Die fein säuberlich ausgearbeitete Welt konnte mich problemlos in seinen Bann ziehen. Die ganze Stadt ist bespickt mit Geheimnissen, die entdeckt werden wollen. Jedes Viertel hat seine eigene Geschichte mit interessanten Bewohnern und eigenen Regeln. Gerne hätte ich dort mehr Zeit gemeinsam mit den Protagonisten verbracht.

Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Charaktere erzählt, sowohl aus der der Protagonisten als auch aus der einiger (wichtiger) Nebencharaktere. Es mag Leser geben, denen diese Sichtweise zusagt, mir allerdings weniger.

Die (sehr sympathischen) Protagonisten, Liothan und Tomeija, geraten im Verlauf der Geschichte von einer Schei*e in die Nächste. Sie landen in Gefangenschaft, können sich befreien, werden aber direkt wieder belagert, verprügelt, gejagt. Und das über mehrere hundert Seiten hindurch. Schlussendlich decken sie eine Verschwörung auf und retten (natürlich) die Welt. Welche Welt, ob nun ihre eigenen oder Wédora, musst Du allerdings selbst heraus finden ;-)

[Spoiler Anfang]

Der Autor hat im Laufe der Geschichte sehr viele Fragen aufgeworfen, aber bei weitem nicht alle beantwortet. So hilft Tomeija beispielsweise einem Mädchen auf einer Krankenstation. Das ebnet ihr im weiteren Verlauf der Geschichte zwar den Weg, ist für mich aber in diesem Moment etwas befremdlich gewesen. Ich dachte mir nur: Meine Güte, du bist auf der Flucht. Sieh zu, dass du weg kommst und fang nicht an, eine Wunde zu säubern.

Weiterhin erhalten die Angitila eine große Bedeutung, dadurch das sie plötzlich sprechen. Das wird aber kein zweites Mal in der gesamten Erzählung aufgegriffen. Leider.

Ähnlich ergeht es Durûs' Bruder, der ebenfalls nur ein Mal vorkommt. Dabei hätte gerade ihm eine viel größere Rolle zuteil werden sollen.

Ebenso erfährt Liothan, dass es eventuell sogar einen Weg gibt, ganz bewusst zwischen den Welten zu reisen. Ich hätte mich gefreut, wenn Liothan mehr aus seinen Künsten gemacht hätte.

Das Ende hat mir leider so gar nicht zugesagt. Ich fühlte mich leicht vor den Kopf gestoßen, als ich gelesen habe, dass die beiden Protagonisten bloß mit einem Schlafzauber belegt wurden, kurze Zeit später wieder erwachten und damit alles gut war. Es folgten keine Fragen, kein sehnsüchtiges Zurückblicken, auf ihr vermeintlich gerade erloschenes Leben in der anderen Welt. Sie standen auf und es war gut damit. Schade, so habe ich mir das Ende nicht vorgestellt.

[Spoiler Ende]


Handwerk

Markus Heitz hat es geschafft, die Spannung durch die ganze Geschichte hindurch, stets hoch zu halten. Das gelang ihm dadurch, dass er dem Leser in regelmäßigen Abständen Kekse in die Hand gedrückt hat, ihn also quasi für das Lesen, mit neuen interessanten Entdeckungen und Entwicklungen, belohnt hat. Auch arbeitete Heitz hier sehr oft mit Cliffhangern. Nahezu jedes Kapitel endete an einer unfassbar interessanten Stelle und ich musste das Buch einfach weiter lesen um zu erfahren, wie die Situation ausging. Auch hat der Autor den Charakter Liothan durch seine Platzangst sehr menschlich und nachvollziehbar werden lassen. Solche Schwächen machen einen Charakter glaubwürdiger.


Fazit

Das Buch beschreibt eine wundersame Welt, die man bereist haben sollte. Es wird viel erzählt und vieles leider auch ausgelassen. Ich hätte mir für die beiden Protagonisten vielleicht eine Gefangennahme weniger erhofft, dafür mehr Antworten auf die aufgeworfenen Fragen. Und ein anderes Ende. Mir scheint, dass Markus Heitz mehr erzählen wollte, die Seiten aber nicht ausgereicht haben. Das hätte problemlos ein 800-Seiten-Schinken werden können, wenn er jedem Geheimnis nachgegangen wäre. Ich würde mir daher einen zweiten Teil wünschen. Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten und auch fesseln können. Ich habe die Reise durch Wédora allerdings nicht mit einem guten Gefühl abschließen können.

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293 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 73 Rezensionen

wüste, fantasy, alwyn hamilton, amani, jugendbuch

AMANI - Rebellin des Sandes

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164365
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Amani ist ein junges Mädchen aus Dustwalk, das ihrer Zukunft in diesem abgeschiedenen Örtchen entfliehen möchte und dafür an einem Schießwettbewerb im Nachbarort teilnimmt.
Sie trifft bei dem Schießwettbewerb auf Jin, einen fremden Jungen, der ihr das Leben rettet, als der Wettbewerb aus den Fugen gerät. An seiner Seite versucht Amani, ihr Land zu verlassen, mit einem bestimmten Ziel vor Augen. Doch Jin bringt sie nicht nur ihrem Ziel näher, sondern stürzt Beide in große Gefahren und ehe sich Amani versieht, ist sie bereits an der größten Rebellion des Landes beteiligt.
Diese Rebellion entwickelt sich zunehmend zu etwas ganz Persönlichem für sie, als immer mehr Geheimnisse um Jin, die Rebellen und auch Amanis Herkunft, gelüftet werden.


Meine Meinung:

Diese Wertung könnte ich ganz knapp zusammenfassen: Schöne Welt, tolle Charaktere. Doch ganz so einfach soll es dann doch nicht sein.

Die Welt, in die uns die Autorin eintauchen lässt, ist riesig und stimmig. Es spielt, wie oben bereits angedeutet, ausschließlich in der Wüste von Miraji, was der ganzen Geschichte aber keinen Abbruch tut. Die englischen Städtenamen wurden bei der Übersetzung beibehalten, was ich prinzipiell sehr begrüße und was auch der Wild-West-Atmosphäre zugutekommt. Neben Djinni treffen wir auf Ghule, Demdji und Buraqi, alles magische Wesen, die durch Sagen und Märchen auf sehr angenehme Art und Weise in die Geschichte eingeflochten sind. Die Welt in der Amani lebt, ist rau und unbarmherzig, was von der Autorin durch unterschiedliche Szenarien gut zur Geltung gebracht wird. So sind beispielsweise in Amanis Welt Frauen nichts wert, was die Protagonistin nicht selten dazu zwingt, sich als Junge zu verkleiden. Auch als sie sich einer Karawane anschließen muss, muss sie erst einmal ihren Nutzen unter Beweis stellen.

Ein Minuspunkt (für mich) ist die Vielzahl der Charaktere. Es sind so unfassbar viele. Jeder hat (natürlich) einen Namen und eine Hintergrundgeschichte. Ich habe das Buch an zwei Tagen gelesen und konnte mich noch gut zurechtfinden. Hätte ich es über mehrere Wochen gelesen (was manchmal passiert), wüsste ich garantiert nicht mehr, wer wer ist. Aber eines muss man der Autorin lassen: Ihre Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. Die wichtigen Personen bleiben durch ihre einzigartigen Charakterzüge im Gedächtnis und die Motivation hinter ihrem Handeln ist nachvollziehbar. Der wichtigste Aspekt, die Protagonistin, ist ebenfalls sehr sauber ausgearbeitet worden und besticht nicht selten mit ihrem Galgenhumor und ihrer großen Klappe. Amani hat sehr schnell Sympathiepunkte bei mir gesammelt und ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet.
Die versprochene Liebesgeschichte kam in diesem Teil der Trilogie etwas kurz. Bis auf ein paar Augenblicke der Vertrautheit passierte in dieser Hinsicht zwischen Amani und Jin gar nichts. Vermisst habe ich es, aufgrund der Fülle der Geschichte, aber nicht.

Das Ende war leider etwas flach. Es ging, zur Auflösung hin, einfach zu schnell und war mir zu simpel. Da war keine dramatische Entscheidung zwischen dem Überleben der Rebellion oder dem Untergang der Welt und ihrer Liebe. Nein, da war einfach nur das Ende. Punkt. Vorbei. Plötzlich war alles erledigt.

Die Spannungskurve in der Geschichte hat für mich sehr flach begonnen und wurde erst auf den letzten 100 Seiten deutlich steiler. Die ersten (hundert) Seiten begannen doch sehr gemächlich.

Hamilton konnte alle Fragen, die uns Lesern aufkamen, bis auf einige wenige (Was ist nun mit Tamid?), gut begründet beantworten. Die Geschichte erscheint in ihrer Gesamtheit sehr schlüssig.

Logikfehler blieben aus. Lediglich zwei Stellen sind mir aufgefallen, mit denen ich nicht ganz zufrieden bin.
Zum einen die Stelle, als plötzlich so viele Charaktere der Geschichte im selben Zug Richtung Izman saßen. Welch Zufall. Die Erklärung von Amanis Cousine auf Seite 120, wie der Antagonist dort rein kam, ist meiner Meinung nach auch etwas schwammig.
Zum anderen wird auf Seite 223 Ahmed direkt als Prinz bezeichnet. Die Auflösung, dass er der Prinz ist, kommt aber erst auf der Folgeseite. Hier hätte man das noch gar nicht preisgeben sollen.


Fazit:

Amani ist eine großartige Geschichte, mit wenigen bzw. keinen schwerwiegenden Minuspunkten.
Die ganzen Sagen über die magischen Wesen, die überall im Buch verteilt sind, finde ich hervorragend. Keine der Erzählungen wirkte lieblos hingeklatscht.
Hamilton hat es geschafft, jedem Charakter eine eigene Stimme zu geben.
Die Autorin hat eine komplexe Welt erschaffen, die in sich so stimmig ist, dass der Leser sich zu keinem Zeitpunkt verloren fühlt.
Ich finde das Buch gut und werde mir sicherlich auch den zweiten Teil zulegen.


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