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21 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

ein falsches wort, konrad adenauer, burg hohnzollern, gestapo-keller, berlin

Das Adenauer-Komplott

Sebastian Thiel
Fester Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Und zwar im Deutschland im August 1944! Der Krieg ist im Prinzip verloren, die Verantwortlichen versuchen, ihren eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen, die Bevölkerung wird absolut in Stich gelassen. Das spürt auch der junge Offizier Maximilian Engel, für den das Dritte Reich keinen Pfifferling mehr wert ist - und der dies in einer Kölner Kneipe auch unverholen kundtut.

Wie man sich vorstellen kann, findet er sich schneller im El De-Haus, wo die politischen Gefangenen gesammelt und verhört - was im Klartext heißt: gefoltert - werden. Eine geheimnisvolle Schönheit verspricht ihm Unterstützung - wenn er Fluchthilfe leistet. Und zwar niemand Geringerem als Konrad Adenauer, in Köln als ehemaliger Bürgermeister allseits bekannt.

Dies ist der Auftakt zu einer langen und engen Beziehung - einmal zwischen Engel und Adenauer, aber auch zwischen Engel und Luisa, die ihren geheimnisvollen Zauber über Jahre hinweg auf ihn ausübt. Vom auslaufenden Dritten Reich führt dieser spannende Politkrimi nämlich geradewegs in die Bundesrepublik - und damit in die Zeit des Wirtschaftswunders. Dass dieser Weg durchaus ein steiniger war, das führt uns Autor Sebastian Thiel eindringlich vor Augen, indem er gekonnt historische Realitäten mit Fiktion verknüpft - so gekonnt, dass ich mich manchmal fragte, was wahr, was erdacht war.

Auf jeden Fall hätte es auch so laufen können, wie Thiel es darstellt - es bleibt immer im Rahmen - oder auch nicht. Denn nichts ist verwegener als die Realität - das wurde mir durch die Lektüre dieses Krimis ganz deutlich vor Augen geführt.

Ein spannendes Buch für alle, die an der neueren deutschen Geschichte interessiert sind - und das dürften nicht wenige sein. Ich wünsche diesem Buch wirklich hohe Auflagen - aber vor allem wünsche ich mir, dass die Leser die Gefahren, die hier dargestellt werden - die Bundesrepublik schrammt nur ganz knapp an einer Katastrophe vorbei - nicht nur als Fiktion sieht. Denn diese sind zweifellos auch in der aktuellen politischen Situation möglich: ganz plastisch und sehr gekonnt zeigt uns Sebastian Thiel, dass Poltik eigentlich immer ein Spiel mit dem Feuer ist!

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

österreich, coming-of-age

Fliegenpilze aus Kork

Marie Luise Lehner
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 08.02.2017
ISBN 9783218010672
Genre: Romane

Rezension:

Das tut die Ich-Erzählerin dieses Buches bereits in jungen Jahren.

Ein Mädchen und ihr Vater sind die Hauptakteure dieses Buches, das Mädchen als Berichtende, als Protagonistin, der Vater sozusagen als Hauptperson. Getrennt sind die Eltern des namenlosen Mädchens bereits sehr früh - das bedeutet für das kleine Kind zwei parallele Leben nebeneinander zu leben. Wächst es bei der Mutter sehr behütet, also eher klassisch, auf, führt es bei dem Vater ein gewissermaßen hippiehaftes Nomadenleben, das zudem geprägt ist von Mangel - dem Mangel an Gegenständen, am Essen, nicht jedoch an Liebe, auch wenn der Vater - immer mal wieder psychisch krank, wie sich mit der Zeit herausstellt - diese seiner Tochter auf ausgesprochen unkonventionelle Art und Weise mitgibt.

Eine Beziehung im Wandel der Jahre - genau dokumentiert wird das Alter des Mädchens stets vom Kindergarten- bis zum Erwachensenenalter, so dass man die Ereignisse, vor allem ihre Sicht der Dinge, stets gut einordnen kann.

Kein leichtes Leben ist es, weder für den Vater, noch für das Mädchen, doch ist es abseits von Konventionen und konventionellen Bedürfnissen ein durchaus reiches Leben, auch wenn es nicht immer genug zu Essen gibt: der Vater zeigt seiner Tochter vieles, führt sie an Kunst, Kultur, auch Politik heran: dumm sterben wird sie wegen ihm, der nur schlecht schreiben kann, jedenfalls nicht.

Ein Leben abseits dem, was angesagt ist, abseits bürgerlicher Gepflogenheiten, die dem Mädchen doch durchaus bekannt sind durch die Zeit mit der Mutter. Auch wenn sich die Tochter manchmal für den Vater schämt, wie es Kinder eben tun, steht sie doch zu ihm.

Die junge österreichische Autorin Marie Luise Lehner hat mit "Fliegenpilze aus Kork" ein ungewöhnliches, gleichwohl faszinierendes Werk geschaffen, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich empfehle es Lesern, die auf der Suche nach etwas Neuem, ungewöhnlichem sind und einen Sinn für schöne Bücher haben, der Verlag Kremmayer & Scheriau gestaltet seine literarische Reihe nämlich ganz besonders orginell und liebevoll.

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188 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

mord, erinnerungen, roman, lügen, psychologie

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

          Diese Frage habe ich mir während der Lektüre des vorliegenden Buches nicht nur einmal gestellt. Denn es geht um einen Mord, der viele Jahre zurückliegt, mehrere Jahrzehnte, muss man sagen.

An einem Professor namens Joseph Wieder, einem Psychologen. Über ihn, ebenso wie über den ganzen Tatvorgang und auch die Vorgeschichte herrschen ebenso viele Meinungen wie es Menschen gibt, die befragt werden. Von verschiedenen Seiten, denn auch die Geschichte selbst wird aus mehreren Perspektiven geschildert, wovon eine ein Buch im Buch ist.  Und auch die anderen sind sehr spannend und vielschichtig - erst spät erfährt man, warum der Titel "Buch der Spiegel" gewählt wurde.

Auf jeden Fall begegnen uns im Laufe der Lektüre menschliche Regungen wie Neid, Hass, aber auch Leidenschaft - Liebe eher nur in Bezug auf die Nebendarsteller. Sie sind jetzt gespannt, gar neugierig?

Dürfen Sie auch sein, allerdings muss ich gestehen, dass sich die Handlung aus meiner Sichte teilweise zäh, ja schleppend entwickelte und auch zu statisch war - auf gewissen Details bzw. Facetten wurde zu sehr herumgeritten, auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum einige Figuren eingebaut wurden - der Text war damit ganz klar etwas überladen und hat mich durchaus von Zeit zu Zeit verwirrt.

Dennoch interessant und lesenswert. Was mich besonders fasziniert hat, war die atmosphärische Dichte in Bezug auf die Schauplätze und das, obwohl der Autor E. O. Chirovici rumänischer Herkunft ist und erst seit vier Jahren in den Vereinigten Staaten lebt: dies ist sein erster Roman in englischer Sprache. Und auch sonst offenbart sich im Laufe der Lektüre die ein oder andere Überraschung - wenn auch ein wenig schleppend. Ein ungewöhnliches, dennoch eher konservativ strukturiertes Buch, das durchaus lesenswert ist.
       

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77 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

krebs, leben, vw-bus, krankheit, lebe

Mein schlimmster schönster Sommer

Stefanie Gregg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746633213
Genre: Romane

Rezension:

beschließt Isabel zu führen - dass dieses Leben ein sehr kurzes sein wird, ist ihr von vorneherein klar, denn sie ist unheilbar an Krebs erkrankt.

Bisher war sie als Unternehmensberaterin sehr organisiert, geordnet und in ihrer Lebensgestaltung eher konservativ - nun wirft sie alle ihre bisherigen Werte über Bord, tauscht Businesskostüm gegen einen bunten, mit Monden bedruckten Hippierock und begibt sich in einem umgebauten VW-Bulli, um unverzüglichen gen Süden, am besten in die Provence zu fahren. Diesen bekommt sie aber nicht ohne den Besitzer, den rastagelockten Musiker Rasso, der vor der endgültigen Übergabe noch einiges zu regeln hat, bei dem Isabel ihn - sozusagen zwangsläufig - begleitet. Wobei sie eine vollkommen neue Welt kennenlernt. Und auch lieben lernt - sozusagen auf den zweiten Blick.

Und es kommt einiges anders - völlig anders, als Isabel es bislang zu denken wagte.

Ein nicht ganz neues und nicht ganz ungewohntes Thema, dieses Ausbrechen aus dem bisherigen Alltag angesichts des nahenden Todes. Eines, das auf die unterschiedlichste Art interpretiert worden ist. Die vorliegende Variante beinhaltet neben einem spritzig-witzigen Stil - so sehe ich es leider - stapelweise Klischees und eine nicht allzu originelle Umsetzung dieser immerhin recht unterschiedlichen Situationen.

Auch wenn sich das Buch leicht und schnell lesen ließ, hat es mich in dieser Hinsicht doch enttäuscht. Empfehlen würde ich es als Urlaubslektüre oder bei einer längeren Zugfahrt zur Entspannung - eben in Situationen, in denen man sich nicht allzu sehr konzentrieren muss. Denn trotz des eigentlich ernsten Themas konnte ich eine gewisse Tiefe nur in ganz geringen Ansätzen ausmachen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hans Fallada

Peter Walther
Fester Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.01.2017
ISBN 9783351036690
Genre: Biografien

Rezension:

oder wie das Leben eben!

Dass Hans Fallada ein - sagen wir es mal so - überaus vielseitiges und abwechslungsreiches Leben lebte, wissen diejenigen seiner Leser, die sich für die Inhalte beziehungsweise deren Herkunft interessieren. Vieles war nämlich vom Leben der Verfassers selbst bzw. den Beobachtungen, die Rudolf Ditzen - so der eigentliche Name des Autors - im Laufe seines leider nicht allzu lang währenden irdischen Daseins so machte, inspiriert.

Aber was genau die Hintergründe waren, die Herkunft, das Umfeld, die Begegnungen, die er so im Laufe seines Lebens machte, das war mir nicht so klar. Näheres erfuhr ich dann aus der Biographie des überaus kreativen und vielseitigen Germanisten Peter Walther, während deren Lektüren man eine besonders stark ausgeprägte Seite des Herren kennenlernt: Peter Walther kann wunderbar schreiben, so anschaulich und dabei klug daher plaudern, dass zumindest ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und das passiert mir - die ich im Laufe meines (Lese)Lebens schon so einiges an aus meiner Sicht herausragender Lektüre genießen durfte und somit entsprechend verwöhnt bin - ziemlich selten. Jedenfalls hat er mit seinen Ausführungen zu Fallada und der ganzen, reichhaltigen Gestaltung und Ausstattung des Buches die meisten angelsächsischen Autoren dieses Genres in den Schatten stellen können - und die halten aus meiner Sicht in diesem Bereich ganz klar die Top-Position. Naja, bisher jedenfalls.

Nicht nur werden Ereignisse anschaulich dargestellt, nein, auch den Personen, die ja wirkliche sind, die gelebt und Spuren hinterlassen haben, verleiht der Autor eine Präsenz, dass man meint, sie persönlich vor Augen zu haben. Dazu kommt noch seine persönliche wissenschaftliche Wahrnehmung und Eingliederung des Autors, den den rein deutschsprachigen Sprach- und Kulturraum weit übersteigt. Und das alles wird aufs Reichhaltigste ergänzt durch zahlreiche Fotografien und einen ausführlichen Anhang, der zu meiner großen Freude neben Anmerkungen und Literaturverzeichnis auch eine Zeittafel enthält.

Für mich war das Buch in vielerlei Hinsicht ein Gewinn: nicht nur durfte ich viel über Rudolf Ditzen aka Hans Fallada erfahren, der mich als Mensch und als Autor sehr interessiert, sondern auch ein wirklich mitreißendes Buch lesen, das mich mit Sicherheit auch gefesselt hätte, wenn im Fokus eine weniger faszinierende Gestalt als Hans Fallada gestanden hätte!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

stalking, krimi, filmsternchen, 2016, notwehr

Ein Schlag ins Gesicht

Franz Dobler
Fester Einband: 365 Seiten
Erschienen bei Tropen, 13.02.2017
ISBN 9783608502169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Fallner ist ein Exbulle - das ist allerdings erst ganz neu. Er hat einen jungen Typen in Notwehr erschossen, und, obwohl eigentlich so ein richtig cooler Typ, kommt er damit gar nicht klar. Und verliert seine Frau. Möglicherweise auch seine Würde und Selbstachtung - das ist ihm selbst noch nicht so ganz klar.

Er wird eine Art Sicherheitsmann in der Firma seines Bruders Hans - schon das erniedrigend genug. Und dann noch der Fall - es geht um eine alternde Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, die gestalkt wird. Nur angeblich oder wirklich?

Irgendwie sind in diesem Buch alle auf dem Weg nach unten - außer Hans. Oder? Und was ist mit dem Fall?

Franz Dobler hat es wirklich drauf - zumindest, was den Stil anbelangt, der ist so unterkühlt wie in den allerbesten Noir- Krimis der 1960er Jahre. Sein Held Robert Fallner ist eine Mischung aus Raymond Chandlers Philip Marlowe und Jo Nesbos Harry Hole. Eigentlich sehr einladend, finde ich, aber so gut seine Hauptfigur angelegt sind, so cool - manchmal auch heiß, irgendwie samtig-glatt seine Schilderungen, so wenig fluppt der Fall. Irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes und so hatte ich mit dem Buch und den extremen Längen, die dem Fall die ganze Spannung raubten, so meine Schwierigkeiten. Er zog sich, ebenso wie meine Lektüre.

Man muss schon sehr auf den Noir-Stil stehen, um Gefallen an der Geschichte zu finden und genügend Geduld aufzubringen.


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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

frankreich, england, liebe, altenheim, freunde

Der Mann an der Reling

Barbara Brandt
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 11.10.2016
ISBN 9781503995970
Genre: Sonstiges

Rezension:

Und das hatte es in sich, denn neben einem schönen Leben im ländlichen Frankreich mit Albert, ihrem fürsorglichem Ehemann und in guten materiellen Verhältnissen, hat sie es auch nicht lassen können, mit dem Feuer zu spielen - mit dem Briten Robert gab es eine handfeste Affäre, die ihren Blick aufs Leben gehörig modifiziert hat. Jahre später sieht sie ein Foto von Robert mit ihrer Zwillingsschwester Sally in vertrauter Pose. Robert hat sie längst aus den Augen verloren, Sally ist verstorben. Gibt es einen Weg, herauszufinden, was passiert ist?

Ein Buch mit einem überaus einladenen Cover - frühlingshaft blühende Obstbäume mit ersten Früchten hat mir die Lektüre schmackhaft gemacht, doch konnten Klappentext und Gestaltung ihr Versprechen nicht halten: der Schreibstil erschien mir hölzern und erschwerte die Lektüre, zudem ging es sehr oft um Sex und um sexuelle Anspielungen, auch in Settings, wo das gar nicht so recht passte.

Iris' Geschichte wirkt wirr - die Abläufe waren für mich schwer nachzuvollziehen, was als Darstellung des Rückblicks einer alten Frau auf ihr Leben durchaus schlüssig war, mir das Lesen aber extrem erschwerte.

Auch die Charaktere sind aus meiner Sicht nicht eindringlich geschildert: ich habe keine großen Unterschiede zwischen Albert, Iris' Ehemann und Robert dem Geliebten gesehen, bzw. nicht verstanden, was sie an dem einen langweilte, an dem anderen so faszinierte. Im Prinzip waren sie austauschbar. Ein Roman, der mir leider wenig Freude bereitet hat und für den ich somit auch keine Empfehlung aussprechen kann.

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99 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

kamerun, usa, familie, finanzkrise, amerika

Das geträumte Land

Imbolo Mbue , Maria Hummitzsch
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462047967
Genre: Romane

Rezension:

          So sehen die Kameruner Jende und Neni Jonga die Vereinigten Staaten von Amerika: es ist ganz klar das Ziel ihrer Träume! Und als sie es nach zähem Ringen endlich schaffen, sich dort niederzulassen, scheinen diese Träume endlich wahr zu werden. Zumal sie erst in den USA endlich heiraten können, obwohl sie doch schon längst Eltern eines wohlgeratenen Sohnes namens Limbi sind. Und aus dem soll jetzt ein waschechter Amerikaner werden. Das bisschen harte Arbeit, das auf sie zukommt? Ein Klacks, vor allem nachdem sie die Familie Edwards kennengelernt haben, bei der Jende einen richtig gut bezahlten Job als Chauffeur bekommt und auch Neni immer mal wieder kleine und auch größere - so zum Beispiel als Köchin während der Sommerferien - Aufträge erhält.

Doch die Vorstellungen des Paares driften mehr und mehr auseinander, zumal Neni sich fortbildet und davon träumt, in die besseren Kreise aufgenommen zu werden. Jende hingegen, in seiner täglichen Arbeit als Chauffeur, sieht mehr und mehr, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Clark Edwards ist nämlich Manager an der Wall Street, ausgerechnet bei den Lehmann Brothers und wir schreiben das Jahr 2008, in dem der Börsencrash naht. Und auch vorher war Familie Edwards alles andere als frei von Problemen.

Mehr und mehr stellt sich die Frage, was "Heimat" ist. Ist diese da, wo man sich abarbeitet, um irgendwann seine Version des amerikanischen Traumes zu verwirklichen? Oder doch in der kamerunischen Stadt Limbe, aus der sie kommen und in der die Armut aus jeder Ecke quillt?

Die kamerunische Autorin Imbolo Mbue beschreibt dieses Drama eindringlich, wenn auch nicht ohne Längen. Die Themen Exil und Auswanderung sind gerade wieder brennend aktuell, wenn auch die Familie Jonga nicht geflohen ist, jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Eine Flucht ist es natürlich schon, die aus der Armut. Und in New York, wo die Familie landet, lastet eine Menge Verantwortung auf ihr:  die Verwandten aus der Heimat und zwar nicht nur die engsten, brauchen ständig Geld für dies und das und alles ist superwichtig. Die Jongas sollen es richten. Und das, obwohl ihr Status im (für sie) gelobten Land noch keineswegs sicher ist! Werden sie Fuß fassen können in den USA, wird es ihre neue Heimat? Oder werden sie am Ende gar keine haben?

Ein eindringliches, stellenweise auch unterhaltsames Buch, das mich aber nicht in Gänze gepackt hat. Spannend für alle, die gerne andere Mentalitäten kennenlernen, sich in die schwierige Situation von Menschen mit anderen Lebensbedingungen hineindenken. Aber trotz der Lockerheit im Stil definitiv keine leichte Kost!
       

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

münchen, krimi, brauerei, mord, giesing

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

...man könnte ihn auch als zapfig bezeichnen, denn wir befinden uns hier im Herzen Bayerns, bzw. Münchens, im schönen und traditionsreichen Giesing, von wo aus Gerichtsmedizinerin Sofie Rosenhuth, ausgestattet mit ein paar Kilo mehr und einer Charmeoffensive, an der kein Mann in ihrem Umfeld vorbei kommt, ihre diversen Aktivitäten startet: sowohl die beruflichen als auch die privaten, zu denen ihr nun jedoch ein wenig die Zeit fehlt, denn es gibt einen richtig brutalen Mord an einer jungen Braut zu klären. Die zudem schwanger ist und durch sich ihre Hochzeit mit einem reichen Brauereierben gleich mehrere Gesellschaftsschichten hinaufkatapultiert hätte. Es gibt nicht wenige Neiderinnen - doch da dieser Mord nicht der Einzige bleibt und bei den folgenden diese Motivation eher nicht zieht, muss Sofie mal wieder scharf nachdenken - und sezieren.

Klar, dass sie nicht allein dasteht, wenn auch ihre große Stütze Tante Vroni sich derzeit in Reha befindet. Aber Exehemann und wiederentdeckter aktueller Lover Jo Lederer sowie dessen vermeintlicher Konkurrent, der Reporter Charlie sowie weitere Akteure scharwenzeln ständig um sie herum, von Mops Murmelchen ganz zu schweigen. Aber ob das der Lösung der Fälle dienlich ist - man wird sehen.

Die Autorin Felicitas Gruber, hinter der sich ein Team aus zwei erfolgreichen Frauen mit viel Erfahrung, vor allem jedoch Begabung und Erfolg im schreibenden Metier verbirgt, schreibt durchgehend dynamisch, witzig und spritzig. Längen sucht man hier genau wie logische Fehler vergeblich, der ein oder andere eher bayernfernere Leser wie ich müsste jedoch evtl. den ein oder anderen Begriff, die ein oder andere Wendung nachschlagen. Aber das lohnt sich hundertprozentig, man wird mit einem Feuerwerk aus Spannung, Spaß und Stil belohnt.

Ich jedenfalls bleibe am Ball und freue mich schon auf den nächsten Band mit Sofie und den ihrigen!

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

historischer roman, usa, äpfel, apfelplantage, familie

Der Ruf der Bäume

Tracy Chevalier , Juliane Gräbener-Müller
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 16.01.2017
ISBN 9783813507232
Genre: Romane

Rezension:

und was für welche: nämlich die riesigen Redwoods und Sequoien im Westen der Vereinigten Staaten dominieren das Leben von Robert Goodenough, wobei Erstere im Osten des Landes wachsen und seine Familie ernähren. Sie prägen also seine Jugendzeit, die ansonsten von durchaus harten Erfahrungen dominiert werden: seine Eltern gehen lieblos, ja brutal, miteinander und auch mit den Kindern um. Einen familiären Umgang voller Liebe und Achtung lernen sie nicht kennen und verhalten sich entsprechend  - nur Robert und seine sanfte Schwester Martha sind anders, werden jedoch früh getrennt, als die Familie auf die denkbar gewaltsamste Weise auseinanderbricht.

Daher war ich nicht wenig überrascht von meinem Fazit nach Beenden des Romans: Manchmal muß man mit der Nase auf sein Glück gestoßen werden, das war es, was ich - und Robert Goodenough - aus den Ereignissen mitnahm. Doch manchmal ist es ein langer und steiniger Weg dahin, wie seine Geschichte und damit  diejenige der gesamten Familie Goodenough und ihres Umfeldes zeigt! Und sie geht längst nicht für alle Beteiligten glücklich aus, denn es ist ein Haufen dunkler Charaktere, der sich da zusammengefunden hat, bzw. sich zu den vereinzelten Lichtgestalten gesellen. Dazu kommen wohl die schwersten Lebensumstände, die man sich vorstellen kann.

"Mein Freund, der Baum": das wäre ein Satz, den Robert Goodenough wohl niemals sagen würde, doch wenn man ihn fragen würde, ich bin sicher, er würde Bäume als seine Freunde bezeichnen - mehr als die meisten Menschen.

Obwohl das Thema kein einfaches ist und nicht nur eine tragische Seite ofenbart - nein, es sind viele Facetten, weist der Roman keineswegs eine düstere Grundnote auf. Wie erwähnt, tauchen im Handlungsverlauf zahlreiche Charaktere mit unliebsamen Eigenschaften auf, doch den meisten davon bringt man als Leser zumindest in einer Situation Verständnis entgegen oder kann ihr Handeln in der jeweiligen Lage, in der sie sich befinden, zumindest nachvollziehen.

Doch eines wird ganz deutlich: es ist nicht unsere Welt, diejenige der  Siedler und Pioniere in den Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts, aber wie spannend und bereichernd ist es, der Autorin Tracy Chevalier in diese zu folgen!

Die Wendungen vor allem in Roberts Leben werden mit so viel Charme geschildert, dass ihnen trotz der Härte, der er und auch die anderen Figuren ausgesetzt sind, eine gewisse Leichtigkeit innewohnt. Und der so oft bemühte Zauber sowieso, denn die Autorin schreibt sowohl (lebens) klug und eloquent, als auch fesselnd und eindringlich. Zudem hat sie hervorragend recherchiert. Ich jedenfalls habe das Buch erst aus der Hand gelegt, als ich die letzte Seite umgeblättert hatte!

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

finnland, schicksal, zufall, verlust, glück

Dinge, die vom Himmel fallen

Selja Ahava , Stefan Moster
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 14.02.2017
ISBN 9783866482425
Genre: Romane

Rezension:

In der Familie der kleinen Saara geschehen Dinge, die so ungewöhnlich sind, dass andere Menschen sie nur vom Hörensagen kennen: die Tante knackt zweimal im Abstand von wenigen Jahren einen Lottojackpot in astronomischer Höhe und Saaras noch junge, lebensfrohe Mutter Hannele wird von einem herabfallenden Eiszapfen auf überaus brutale Weise getötet - gespaltet gewissermaßen. Saaras Vater Pekka vermag es nicht, seiner kleinen Tochter eine Stütze zu sein und so ziehen die beiden zur Tante - Annu, die von ihrem ersten Lottogewinn einen riesigen Gutshof gekauft hat - dort kann sich im Prinzip jeder entfalten und Annu ist auf ihre eigene, ungewöhnliche Art durchaus für Saara da.

Bis zum zweiten Lottogewinn, nach dem Annu sich verliert, Pekka eine neue Lebensgefährtin findet und für Saara eine neue Zeit mit Stiefmutter beginnt.

Ein Buch, das an Skurrilität kaum zu überbieten ist, auch nicht an ungewöhnlichen Stilmitteln. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, teilweise wird das Buch sogar zum Briefroman. Klare, rationale Ereignisse vermengen sich mit dem Unerklärlichen, Unfassbaren - ein Phänomen, das sich durch den ganzen Roman zieht.

Und neben den Figuren sind es auch zwei Häuser: Das Sägemehlhaus, wie Saaras Elternhaus genannt wird und Annus Gutshof, die mit ihrer Atmosphäre und Präsenz eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen und die ohnehin schon ungeheure Dichte des kurzen Romans noch vertiefen.

Ich habe mich stellenweise irritiert und verwirrt gefühlt, doch bin ich der Ansicht, dass die Autorin dadurch die Empfindungen der Protagonisten, nicht nur von Saara, auf den Leser übertragen und ihm dadurch ihre Lage umso näher bringen will. In meinem Fall ist ihr das gelungen: auch wenn dies kein Roman ist, der mich begeistert, hat er doch definitiv etwas in mir berührt.

Definitiv keine leichte Kost, kein Roman, den man zur Zerstreuung oder Entspannung liest, doch wer Ungewöhnliches und Skurriles, ja Morbides mag, der wird möglicherweise Gefallen daran finden.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

nigeria, musik, diktatur, afrika, liebe

Tadunos Lied

Odafe Atogun , Miriam Mandelkow
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027554
Genre: Romane

Rezension:

Genau deswegen hätte selbiger, nämlich der nigerianische Diktator, es gern, dass die Musik bei ihm spielen und ihm sozusagen nach dem Mund reden würde.

Taduno, ein Sänger, der immer nur das sang was ihn - und mit ihm das ganze Volk - bewegte, musste deswegen das Land verlassen und ins Exil gehen. Seine Strafe war merkwürdigerweise nicht die Verfolgung, sondern das Vergessen, denn als er zurückkehrte, konnte sich niemand mehr an ihn erinnern.

Die Rückkehr, der er für sehr gefährlich gehalten hatte, war es also zunächst gar nicht, denn obwohl er in seiner alten Wohnung lebte, wusste niemand mehr, wer er war. Und er musste zurück, denn man hielt Lela, seine Liebste gefangen - befreit werden konnte sie nur durch ein Loblied auf den Diktator.

Wie wird Taduno sich entscheiden? Wird er für Lela singen und damit sein Volk verraten? Oder wird er Lela ihrem Schicksal preisgeben.

Ein Dilemma von beklemmender Aktualität beschrieben in einer teilweise etwas gewöhnungsbedürftigen Sprache. Dennoch ein lesenswertes und wichtiges Buch mit einer Botschaft, die erhört werden sollte! Dass die Diktatoren dieser Welt hinhören, ist eher nicht zu erwarten - aber vielleicht andere - die gemeinsam, vereint gegen Unterdrückung angehen können.

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131 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

drogen, baby, schnee, winter, flucht

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

ist die junge Percy und das längst nicht zum ersten Mal, denn ihre drogensüchtige Mutter hat sich mal wieder auf einen Trip begeben und zwar sowohl, was den Drogenkonsum anbelangt, als auch psychisch. Wie so oft ist sie einfach nicht auffindbar und Percy macht sich mal wieder auf die Suche. Und sie weiß, wo sie schauen muss, nämlich bei Shelton, DEM Drogenhändler im Ort (und es gibt tatsächlich nicht nur einen, obwohl es ein winzigkleines Kaff ist, in dem die Sucht jedoch eine große Rolle spielt).

Nur findet Percy bei Shelton nicht ihre Mutter, sondern ein Baby, das bereits ziemlich verwahrlost ist und sucht Hilfe bei Portis, der - obwohl ebenfalls süchtig - ihr seit Jahren eine Stütze und so etwas wie ein väterlicher Freund ist. Und sich bald mit ihr und Jenna - so heißt das Baby - auf der Flucht vor Sheltonn befindet, der wie ein Wahnsinniger hinter ihnen her ist. Und nicht nur er, er hat eine ganze Menge seiner Leute - und das sind wahrhaft keine Kuschelbären - auf sie angesetzt. Und bald schon wird die Sache ziemlich blutig.

Kraftvoll und wortgewaltig geht es zu in diesem Roman, der durchaus auch Spannung beinhaltet, sich aber in keine Kategorie drängen lässt. Krimi- und Thrillerfreunde werden hier ebenso auf ihre Kosten kommen wie Liebhaber gefühlvoller Familienromane und anspruchsvoller Gegenwartsliteratur und das auf höchstem Niveau.Travis Mulhauser reiht wunderschöne Sätze wie Perlen aneinander. Entfernt hat mich das Buch an "Winters Knochen" von Daniel Woodrell erinnert, das mich ebenfalls sehr beeindruckt hat, auch eine gewisse Nähe zu Stewart O'Nan habe ich gespürt. Doch Mulhauser ahmt in keinster Weise nach, dazu beinhaltet das Buch zu viel Eigenes. Ein ganz besonderer Roman, den ich sehr genossen habe und jedem Freund guter Literatur empfehle. Sie werden ihn nach der Lektüre - viel zu früh, so habe zumindest ich es empfunden - ganz erfüllt aus der Hand legen, mit dem Gefühl, etwas ganz besonderes, Unvergessliches genossen zu haben.

Mein Fazit also: eine wunderschöne Geschichte mit einer ganz besonderen Heldin, Beim Lesen zerriß es mir wieder und wieder das Herz, doch ich stand (bzw. saß) auch staunend, ehrfürchtig und voller Achtung da vor dem Autor Travis Mulhauser, der ein eigentlich kleines Buch geschrieben hat, das aber wahre menschliche Größe in sich trägt ebenso wie faszinierende Charaktere und einen Stil, der süchtig macht. An Travis Mulhauser sollte man also dran bleiben - ich wünsche ihm (und der Leserschaft) noch viel, viel Fantasie und Erzählkraft, damit er uns noch mit zahlreichen Romanen beglücken kann.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

glaube, christlicher roman, frauen, gott, perfektionismus

Unterwegs mit dir

Sharon Garlough Brown
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957342164
Genre: Romane

Rezension:

und ich ging den, der weniger betreten war - und das veränderte mein Leben. (Robert Frost)
Und manchmal sind es auch mehr als zwei: Neue Wege kann man nicht nur physisch beschreiten, nein, es ist auch auf spirituellem Wege möglich und oft bringen solche Wanderungen den denken Menschen weiter als eine Runde durch den Park oder gar eine lange Wanderung, beispielsweise in der Rhön.

Denn auch in unserer Seele gibt es Pfade, die noch nicht beschritten wurden, Hügel, die noch zu überqueren sind. Dazu braucht es gelegentlich einen Anstoß, eine geistige Motivation.

Genau diese erhalten die vier Frauen Hannah, Meg, Mara und Charissa - mit sehr unterschiedlichem Hintergrund, Erfahrungen und Zielen ausgestattet - in einem wöchentlichen Kurs, der eine Einführung in geistliche Übungen, sozusagen eine Reise zu und mit Gott. Das dies kein leichter Weg ist, viel Selbsterkenntnis, geistige Kraft und Ehrlichkeit - vor allem zu sich selbst, erfordert, das lernen die Frauen schnell.

Es ist also ein schwerer Weg, den sie da zusammen gehen und keine wird am Ende dieselbe sein wie vorher. Eine Läuterung also? Gewissermaßen, aber eher würde ich es als Weg nicht nur zu Gott, sondern auch zu sich selbst bezeichnen. Ein Weg, den der Leser mit gehen kann, die Übungen, die in dem Kurs gemacht werden, sind im Buch enthalten und nicht immer eins zu eins nachzuahmen - einmal ist es bspw. ein Labyrinth, das - auch physisch - zu beschreiten ist, aber man kann sie immer nachempfinden und auch darüber meditieren.

Also ein Buch, das hilft, zu sich selbst zu finden? Wenn man schon auf dem Weg dazu ist, dies in Einklang mit dem christlichen Glauben zu tun, dann auf jeden Fall. Der Glaube und der Umgang mit Gott spielt in diesem Buch eine große Rolle, ich habe das sehr genossen, auch wenn ich nicht jeder Betrachtung der Autorin folgen konnte. Mir war auch manches zu schwarzweiß, ab und zu - so sah ich es zumindest - blitzte auch der erhobene Zeigefinger hervor. Dennoch habe ich die Lektüre außerordentlich genossen und empfehle sie jedem, der Gott in sein Leben läßt oder lassen will.

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

frühstück, wenig abwechslung, lecker, start, #nosugar

Mein gesundes, warmes Wohlfühlfrühstück: 70 süße und pikante Rezeptideen

Julia Waldhart
E-Buch Text: 160 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 17.01.2017
ISBN 9783706628501
Genre: Sachbücher

Rezension:

ist gut für den Darm
und mundet reich und arm.
Sie sollten es sich zumindest ab und an gönnen und diesen Rat beherzigen, auch wenn Sie meinen Reim albern finde (was ich Ihnen absolut nicht übelnehme  - bin da ganz Ihrer Meinung)!

Nichtsdestotrotz sollten Sie sich das Kochbuch von Julia Waldhart mit einem reichhaltigen Fundus an warmen Frühstücksideen zu Gemüte führen und am besten gleich zulegen: es enthält mannigfaltige Ideen für warme Frühstücke, gerecht aufgeteilt in einen süßen und einen pikanten Teil, dazu Toppings und Getränke. Ich muss zugeben, dass ich einen Part extrem bevorzuge und das ist der mit dem süßen Frühstück, wobei ich bei der herkömmlichen Brötchen- und Brotvariante mehrheitlich herzhaft esse, wobei Käse eine nicht geringe Rolle spielt. Selbstverständlich habe ich das in diesem Buch abgedruckte Rezept für Zigarren-türkische Schafskäserollen nicht nur getestet, nein, ich habe es verinnerlicht und in mein Repertoire aufgenommen. Ansonsten kommt Käse aber kaum bis gar nicht vor und das hat damit zu tun, dass die Autorin des Buches den Grundsätzen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) folgt. Allerdings nicht sklavisch, was sie mir überaus sympathisch macht.

Im Vergleich zu anderen aktuellen Kochbüchern ist es sogar ausgesprochen erfrischend und wohltuend, wie locker die Autorin mit Dogmen und Grundsätzen umgeht, eine Eigenschaft, die mich glatt dazu verführt hat, aus diesem Buch ein Handbuch zur (fast) alltäglichen Inspiration und großen Bereicherung meiner Frühstückstafel zu machen. Vor allem, weil sie nicht nur schmackhaft, sondern ausgesprochen wohltuend, ja gar gesundheitsfördernd sind!

Ja, viele Rezepte dauern einen Tick länger und werden deswegen
Bei den süßen Frühstücken besteht übrigens ein Großteil aus Breien (auch wenn sie nur selten so genannt werden) und es gibt neben dem klassischen Porrigde in unterschiedlichsten Variationen spannende Vorschläge bpsw. mit Hirse und Couscous als Grundlage, die aus meiner Sicht ganz weit weg sind von klassischen Milchsuppen und - reis, die ich hasse. Diese sind übrigens ebenfalls enthalten, werden aber von mir konstant ignoriert, ebenso wie zahlreiche Körner- und Eiersuppen im herzhaften Bereich, hingegen die von mir zum Frühstück, nein, eigentlich zu jeder Tageszeit innig geliebte Saigon Phö, die vietnamesische bzw. südostasiatische Saigon Phö gar nicht aufgeführt wird.

Sie fragen sich, warum ich das Buch so hoch (be)werte, auch wenn ich viele Rezepte gar nicht nutze: Nun, es geht mir darum, dass hier meistmögliche Vielfalt geboten wird und das ist (mit Ausnahme der asiatischen Nudelsuppe), ein entschuldbares Manko, das möglicherweise ja in der nächsten Auflage korrigiert wird.

Zu der es, wie ich hoffe, schon bald kommt: wenn nämlich Sie alle meinen Vorschlag beherzigen und sich dieses wunderbare Buch zulegen, das neben den Rezepten auch viele Vorschläge zum Variieren und tolle Fotos enthält. Ich jedenfalls gebe meins nicht mehr her, auch wenn es bestimmt schon bald zerfleddert sein wird vom vielen Nutzen!

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69 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

luxemburg, krimi, paris, 1939, 2. weltkrieg

Gefährliche Empfehlungen

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 12.01.2017
ISBN 9783462049220
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

blüht nicht nur der Enzian - nein auch der "Guide Gabin", DER Gastroführer überhaupt, erstrahlt in dieser Farbe. Und um diesen, nein, um einen ganz besonders wertvollen Jahrgang, dreht sich alles in diesem Buch!

Ich liebe Krimis mit historischem Touch, mit Rückblenden in die Vergangenheit- und ich liebe Xavier Kieffer, den luxemburgischen Koch! In diesem spannenden, aber vor allem unterhaltsamen und überraschenden Krimi hat man beides zusammen - was will man mehr?!

Es geht weiter mit Xavier - unkonventionell, sympathisch und ein  Feinschmecker in jeder Hinsicht hat sich der Protagonist der vorhergehenden Bände kein bisschen verändert: das freut die geneigten Leser, die bereits ungeduldig auf die Fortsetzung dieser stimmungsvollen Reihe gewartet haben.

Er gerät durch seine Freundin, die Pariser Gastrokritikerin - nein, wohlgemerkt DIE Gastrokritikerin überhaupt - Valerie mal wieder in illustre Kreise: Francois Allégret, uns als  Bürgermeister von Paris aus "Rotes Gold noch in Erinnerung und inzwischen zum Präsidenten von Frankreich avanciert, braucht Xaviers Hilfe in delikater Angelegenheit - nicht nur ein bestimmter Jahrgang des Guide Gabin muss gefunden werden, nämlich der 1939er, nein, im Zusammenhang damit offenbaren sich auch politische Geheimnisse, allerdings - wie könnte es anders sein - nur kleckerweise.

Und nicht nur Xavier und Valerie geben sich hier die Ehre, nein, wir bekommen es auch wieder mal mit Pekka Vattanen, Xaviers trinkfreudigem und auch sonst überaus lebenslustigen Freund zu tun, ebenso wie dem geschäftstüchtigen Esteban, den Xavier noch aus Ausbildungszeiten kennt. Und wir lernen weitere Akteure kennen - ich habe mich besonders für einen kulinarisch versierten nordfranzösischen Metzger erwärmt, der auch sonst einiges auf Scheibe hat und entscheidend in die Handlung eingreift. Aber mehr darüber erfahren Sie erst, wenn Sie selbst zum Buch greifen.

Und es lohnt sich, denn im bereits fünften   Band dieser wundervollen luxemburgischen Serie geht es ganz schön zur Sache - von der leichten Behäbigkeit, die einige Teile durchzog, ist keine Spur zu erkennen.  Wer atmosphärische Krimis liebt, in denen Essen und Trinken, aber auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts  eine große Rolle spielen, auf knackige Spannung aber nicht verzichten will - für den ist "Gefährliche Empfehlungen" wie gemacht! Herrlich, wie Hillenbrand die Atmosphäre sowohl in Fronkreisch als auch im beschaulichen Luxemburg einfängt! Aber ob das Rauchen am laufenden Band - wie immer fast keine Seite, auf der sich Xavier nicht mindestens einen Glimmstengel gönnt - unbedingt sein muss? Hier wird es als typisch französische und auch luxemburgische Eigenart bzw. liebenswerte Marotte verkauft: nun, ich kenne jede Menge überzeugte bis militante Nichtraucher sowohl aus Frankreich als auch aus den Benelux-Ländern, für die genussvolles Essen und Zigarettenqualm am besten auf zwei unterschiedliche Planeten verteilt sein sollten... mir scheint, der Autor will hier auf charmante Art ein ganz persönliches Laster legitimieren. Das stört mich ein ganz kleines bisschen, tut dem Lesevergnügen in ganz großem Stil jedoch keinen Abbruch.

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

sterben, sterbebegleitung, roman, familie, tod

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

          für die Leser Klara und Fred, finden über die Sterbebegleitung zueinander: eine ebenso ungewöhnliche wie extreme Form der Bekanntschaft. Sie, ein ehemaliger Deadhead (Fan der Gruppe Grateful Dead), inzwischen sechzig und sterbenskrank, er ein übergewichtiger alleinerziehender Vater Mitte Vierzig, der seinem Leben einen Sinn geben und sich in der Betreuung sterbenskranker Menschen engagieren will. Klara ist sein erster "Fall" und er stellt sich ebenso idealistisch wie tollpatschig an.

Klara Jenner und Fred Wiener gehen miteinander einen schweren Weg und werden dabei von weiteren Akteuren: Freds Sohn Phil, Klaras Nachbarn Herrn Klaffki und Rena und einer ganzen Herde von Sterbebegleitern flankiert, jeder davon mit einer ganz eigenen Bedeutung für die Geschichte - jede davon ebenso ungewöhnlich wie die Geschichte selbst.

Es geht ums Sterben, aber auch ums (Über)Leben, ums Füreinander-da-sein und um das, was von Bedeutung ist. Dass das für jeden etwas anderes ist und nicht unbedingt immer zusammenpasst, ist klar. So kann Klara beispielsweise viel besser mit Phil, Freds Sohn, als mit ihm selbst und "entdeckt" Freds Qualitäten erst in einer absoluten Extremsituation: so wie Fred zunächst erfolglos Schicksal für Klara spielen wollte, tut dies der Nachbar Herr Klaffki, eine Art Hausmeister, nun seinerseits sehr erfolgreich für Klara und Fred.

Ausgesprochen schwere Kost, diese Geschichte, aber das ist sie allein wegen des Themas, denn sie ist von leichter Hand geschrieben und entbehrt auch nicht einer gehörigen Prise von Humor. Und jede Menge Skurrilität und Morbides ist auch dabei, wie es sich für einen Roman, in dem es ums Sterben geht, gehört.

Besonders genossen habe ich die Charaktere, die die Autorin Susann Pásztor scheinbar - wie den ganzen Roman - nur so aus dem Handgelenk geschüttet und mit einer gehörigen Prise von Originalität versehen hat, jeden einzelnen von ihnen. Meine Lieblinge sind neben dem jugendlichen Dichterfürsten Phil Herr Klaffki und einige Figuren aus der Runde der Sterbebegleiter.

Sterbebegleitung und Hospize - ein immer präsenter werdendes Thema, das in diesem Roman ausgesprochen originell verpackt wird. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber meine auf jeden Fall!
       

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50 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

ostsee, krimi, wismar, mord, entführung

Todesstrand

Katharina Peters
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632735
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht es hier.

Emma Klar hieß nicht immer so. Und sie war auch wesentlich unbefangener unterwegs - bis sie als Polizistin im Einsatz entführt und gefoltert wurde - von Teith und seinen Mannen. Sie kam gerade so mit dem Leben davon - im Gegensatz zu zwei Typen von der Gegenseite. Nun jagt sie Teith - und er jagt sie. Und hinterlässt quasi nebenher eine Blutspur, die sich gewaschen hat.

Im Gegensatz zur Reihe um Hanna Peters geht es hier alles andere als ruhig und zurückgenommen zu - man sollte schon starke Nerven haben, um sich an den "Todesstrand" zu begeben, denn Herr Teith und nicht nur er, geht nicht gerade zimperlich mit seinen Opfern - hauptsächlich jungen und hübschen Mädchen, denen man so ein Schicksal am allerwenigsten wünscht, um.

Mir hat der Krimi gut gefallen, die Leidenschaften, die auf allen Seiten immer wieder aufblitzen - sowohl bei Tätern als auch bei Opfern und auch die Ermittler bleiben nicht verschont - ständig aufwallen, ja geradezu kochen, sind mir dann aber des Guten zu viel, statt dessen hätte ruhig noch ein wenig mehr "gewaltlose" Spannung an der ein oder anderen Stelle implement werden können. Nicht, dass es keine gab, aber die erotische Komponente hätte aus meiner Sicht nicht ganz so präsent sein müssen.  Das Lokalkolorit ist nicht ganz so greifbar, so atmosphärisch dargestellt, wie ich es bei einem als Küstenkrimi propagierten Buch erwarten würde, gestört hat es mich allerdings wenig. Doch wer in der Erwartung, etwas im Stil der Ostfriesenreihe von Hans-Peter Wolff zu erhalten, zu dem Buch greift, wird enttäuscht werden.

Es sind eher die zwischenmenschlichen, die sozialen Komponenten, die im Vordergrund des Krimis stehen und die seine Wirkung ausmachen, nicht so sehr die Landschaft.

Insgesamt ist dies aus meiner Sicht ein wirklich packender Krimi mit einigen Thrillerelementen und dem Zeug dafür, zu einer handfesten Krimireihe ausgebaut zu werden. Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

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131 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

historischer roman, london, historisches london, londo, goga

Das Haus in der Nebelgasse

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453358850
Genre: Historische Romane

Rezension:

und unterirdisch auch! Und auf beiden Ebenen unglaublich spannend.

Diesmal entführt uns die virtuose und - so scheint es - allwissende Susanne Goga in das London der vorletzten Jahrhundertwende, wo Lehrerin Mathilda, früh zur Waisen geworden, ein sehr selbstständiges und für die damalige Zeit sehr intensives Leben führt. Die tatkräftige junge Frau lebt zur Untermiete bei einer Autorin von Heftchenromanen und pflegt ein enges und gutes Verhältnis zum älteren Bruder, der leider als Soldat in Südafrika weilt, wo der Burenkrieg tobt. In der Schule gilt Mathilda als etwas zu selbstständig und unternehmungslustig, gleichwohl ist sie bei den Schülerinnen - selbst nur wenige Jahre älter als diese - ausgesprochen beliebt.

Eine von ihnen, Laura, elternlos wie Mathilda selbst wird von ihrem Vormund unerwarteterweise von der Schule entfernt und auf eine Europareise "entführt" - was die Zustimmung des gesamten Lehrkörpers ausser Mathildas findet. Sie hat das junge Mädchen, das kurz vor dem Abschluss steht, als wißbegierig und ehrgeizig kennengelernt und kann sich nicht vorstellen, dass sie so kurz vorher abbricht. Und dann erhält sie Post von Laura - es scheint eine gewöhnliche Postkarte zu sein, doch Mathilda wittert einen Hilferuf.

Und dieser führt sie kreuz und quer durch London, lässt sie Bekanntschaft mit den abenteuerlichsten Gestalten wie dem Antiquitätenhändler Arkwright, aber auch dem interessanten und noch jungen Historiker Stephen Fleming schließen. Und sie lernt neben dem sichtbaren das unterirdische London kennen, zugeschüttete Häuser, Friedhöfe und Flüsse, die ihr eine eigene Welt offenbaren. Kann sie Laura helfen, muss sie das überhaupt und schafft sie das ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?

Susanne Goga hat schon durch ihre historischen Krimis um Kommissar Leo Wechsler im Berlin der 1920er Jahre ihr großartiges Talent in Sachen historische Romane unter Beweis gestellt: auf der einen Seite recherchiert sie akribisch und integriert fundierte, oft wenig bekannte historische Fakten in ihre Handlung, auf der anderen Seite bietet sie eine fiktive Geschichte mit jeder Menge Spannung und Emotionen - aber ohne jeglichen Kitschfaktor.

Auch hier ist ihr dies wieder aufs Trefflichste gelungen: "Das Haus in der Nebelgasse" ist ein ebenso packender wie dramatischer und kluger Roman über eine spannende Epoche der englischen Geschichte, in die unter anderem die Geburt der Frauenbewegung fällt. Es ist faszinierend, die Lebensumstände des Londoner Bürgertums um 1900 zu erleben. Wie immer zeigt sich die Autorin auch von der humorvollen Seite, die sie diesmal ganz besonders häufig hervorblitzen lässt

Ein ganz großartiges Leseerlebnis ist es somit, das Ihnen mit diesem wunderbaren Buch geboten wird - eines, das lange nachhallen wird und dazu einlädt, sich auch weiterhin mit der Geschichte Londons  zu beschäftigen. Definitiv eines meiner literarischen Highlights in den letzten Monaten!


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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Vor dem Erben kommt das Sterben

Ulrike Blatter
Flexibler Einband
Erschienen bei INFO Verlag, 08.08.2016
ISBN 9783881909273
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erben in Köln geht auch nicht wesentlich anders vonstatten als in anderen Gefilden - wer viel hat, um den scharen sich die Geldgierigen wie die Schmeißfliegen - nur haben sie in der Regel eher nicht allzugroßen Erfolg, wenn sie nicht mit der Zielperson verwandt sind. Lebenskünstlerin bzw. zu ihrem Leidwesen eher Möchtegern-Lebenskünstlerin Blanche, die mittellos an die Stätte ihrer Kindheit - eine Familienwohnung in der Südstadt, wie Gott es will, genau neben dem noch nicht eingestürzten Archiv zurückkehrt, hat da einen Plan: Sie möchte die reiche, aber hoffnungslos naive Sybille nämlich mit Übersinnlichem um ihr Erbe bringen - und lässt sich dazu einiges einfallen.

Und nicht nur Blanche, sondern auch Autorin Ulrike Blatter erweist sich als ausgesprochen originell: Die Geschichte ist ein virtuoser Mix von realen und erfundenen Elementen, auch Fantastisches und Märchen- bzw. Sagenhaftes gibt die Autorin in ihren bunten (Krimi)Cocktail, wobei sie es für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu bunt treibt und den roten Faden kurzfristig aus den Augen verliert.

Doch insgesamt ist dies ein überaus unterhaltsamer, stellenweise tollkühner Krimi mit ordentlich kölscher Atmosphäre, lässt die Autorin doch sogar den Karnevalsspirit walten - und das mitten in der Südstadt. Und hier sind wahrlich die echten Karnevalisten zugange, die die Bräuche mit der Muttermilch eingesogen haben und nicht irgendwelche Touristen oder Imis, wie der Kölner Dazugezogene nennt. Wer noch nie einer das Ende des Karnevals markierenden Nubbelverbrennung beigewohnt hat, kann dies durch die Lektüre des Buches in großen Teilen kompensieren ebenso wie einen der traditionellen katholischen Aschermittwochsgottesdienste - beides wird überaus eindrucksvoll beschrieben.

Ja, Ulrike Blatter vermag es wirklich wie selten ein Autor, Köln von seiner ursprünglichen Seite darzustellen, die kölsche Seele offenbart sich hier auf jeder einzelnen Seite. Nicht nur, dass jede Menge Sehenswürdigkeiten - und zwar nicht nur die touristischen "Sights" eine Rolle spielen, nein, in die Handlung sind auch jede Menge kölscher Sagen eingeflochten. Und jede Menge real existierender Südstadtoriginale! Dazu einer der dunkelsten Momente Kölns in den letzten Jahren, nämlich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Und natürlich kommt auch das Idiom der Stadt, das Kölsch, immer wieder zum Tragen und es ist nicht, wie so oft, irgendetwas Gestelltes, Künstliches, sondern so schwaden die Leute wirklich!

Doch der absolute Höhepunkt ist aus meiner Sicht ein Spaziergang des real existierenden, überregional bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke mit der Protagonistin Blanche über den Kölner Melatenfriedhof. Doch welche Rolle der "echte" Herr dabei spielt, der im Übrigen auch noch an anderen Stellen im Buch auftaucht, das erfahren Sie erst, wenn Sie sich selbst an die Lektüre wagen.

Für mich ist dies ganz klar der originellste Köln-Krimi, der bisher geschrieben wurde und ich empfehle ihn sowohl kölschen Krimifreunden als auch solchen, die die Stadt mal von ihrer echten Seite kennenlernen wollen!

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

vietnam, familienepos, hanoi, ddr, amerikanischer krieg

Die Töchter des Roten Flusses

Beate Rösler
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632704
Genre: Liebesromane

Rezension:

macht die Juristin Tuyet, Kind vietnamesischer Eltern, aufgewachsen in Deutschland beim Vater und der deutschen Stiefmutter. Sie kommt im Alter von 29 Jahren zum ersten Mal nach Hanoi in Vietnam, die Stadt, aus der ihre Eltern kommen - und ihr wird erst während ihres Aufenthaltes dort klar, dass sie ihre leibliche Mutter, der sie zuletzt als Kleinkind begegnet ist, suchen will. Dadurch steht ihr einiges an Erlebnissen und Abenteuern bevor.

Doch den Leser erwartet noch einiges mehr, denn ihm wird auch noch die Geschichte von Tuyets Eltern, die in der DDR studiert bzw. gearbeitet haben, vermittelt sowie jede Menge Wissenswertes über Vietnam.

Für mich war es wie eine Rückkehr - ich habe vor ein paar Jahren Vietnam bereist und es war wunderbar, die Erinnerungen auf farbigste Art und Weise wieder aufleben zu lassen.

Doch so farbig und belebend die Darstellungen des historischen und kulturellen Hintergrundes durchgehend waren, so zäh und zunächst schwer nachvollziehbar waren manche der Wendungen, die die Autorin Beate Rösler ihren Charakteren so auferlegte. Dennoch, auch wenn es des Guten ein wenig zu viel war, hat mir der Roman insgesamt gut gefallen, vor allem das vietnamesische Lokalkolorit das man beim Lesen in Hülle und Fülle zu schnuppern bekommt sowie das überaus vielschichtige Bild von der DDR, das die Autorin den Leser sehr geschickt durch den Filter der vietnamesischen Studenten und Gastarbeiter wahrnehmen lässt - eine ganz neue Perspektive - auch das gab es in der "Zone"!

Ja, die Autorin Beate Rösler hat akribisch recherchiert und sie hat ein Händchen fürs Atmosphärische: so gelingt es dem Leser nicht nur, ins farbenprächtige Treiben in Vietnam einzutauchen, sondern auch in das Ostberlin der späten 1970er und 1980er Jahre bis hin zur Wende einzutauchen.

Die Irrungen und Wirrungen jedoch, die ihre Figuren so durchmachen müssen, sind fast des Guten zu viel - dass eine Person all diese Schicksalsschläge auf sich vereinbaren muss, ist (nicht nur in einem Fall) einfach nicht nachvollziehbar!


Ein spannendes und vielschichtiges Buch, das viele Aspekte der Probleme des heutigen und auch des früheren Vietnam anspricht. Dadurch bleibt die Feinarbeit im Hinblick auf die Ausarbeitung der Figuren und auch die Entwicklung einiger Erzählstränge leider ein bisschen auf der Strecke. Insgesamt jedoch ein farbenprächtiges und auch einfühlsames Buch, das einlädt, mit offenerem Blick durchs Leben zu gehen, auch in andere Kulturen einzutauchen: es lohnt sich!

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

fliegen, pilotinnen, frauenbewegung, emanzipation, frauen

Unsere Hälfte des Himmels

Clarissa Linden
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.01.2017
ISBN 9783426519011
Genre: Romane

Rezension:

          ... grüß mir die Sterne und grüß mir den Mond!

So durfte es in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft nicht mehr heißen, in denen die Frauen nur für die Familie da sein sollten.

Das bekommen Amelie, Johanna und ihre Freundinnen, die seit Jahren dem Segelflug in Frankfurt am Main frönen, zu spüren, wobei Johanna und Amelie sich dennoch um einen Ausbildungsplatz im von ihnen erstrebten Berufsfeld bemühen und durchaus noch darauf Chancen haben.

Doch unerwarteterweise wird etwas anderes für Amelie wichtiger, als die Liebe in ihr Leben tritt. Wird sich ein Keil zwischen die beiden Freundinnen schieben?

1971, über dreißig Jahre später: Amelies Tochter Liselotte sorgt sich um ihre Mutter, die ins Koma gefallen ist. Wird sie jemals daraus erwachen und Liselotte eine Antwort auf die vielen Fragen zu ihrer Herkunft geben können? Und wird Liselotte es schaffen, sich von ihrem spießigen Mann Eduard zu lösen, der sie nur als Heimchen am Herd zu brauchen scheint?

Die junge Nachbarin ihrer Mutter, die Studentin Marga wird eine unerwartete Hilfe für Liselotte  bei dem Versuch, das Tor zur Vergangenheit zu öffnen.

Ein Buch über die Rolle der Frau im Laufe des 20.Jahrhunderts, die uns Frauen des 21. Jahrhunderts zeigt, dass unsere Ahninnen es um einiges schwerer hatten als wir und nicht wenige Hürden zu nehmen hatten. Für meinen Geschmack enthält dieser Roman, der insgesamt durchaus mitreißend und spannend ist, ein paar Klischees zu viel. Doch ist es wahrlich interessant, die Geschichte der Fliegerinnen und einige (erfundene) Einzelschicksale zu verfolgen. Ein Buch über Frauen, die ihren eigenen Weg gehen wollten!
       

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

kochen, englische küche, diana henry, kochbuch, diverse gerichte

Simple

Diana Henry , Margot Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 13.01.2017
ISBN 9783869137599
Genre: Sachbücher

Rezension:

          Die Kochbuchautorin Diana Henry führt ein großes Wort im Munde: wir können alle kochen, wenn wir uns auf das Einfache, eben auf das Simple besinnen: den Geschmack der Zutaten, der sowieso schon gegeben ist, in den Vordergrund stellen und ihn in besonderen, dabei unkomplizierten Kombinationen besonders hervorheben.

Das Buch ist zunächst aufgeteilt in einzelne Arten von Lebensmitteln wie Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse, es kommen weitere Kategorien verschiedener Mahlzeiten wie Toast, Salate, Ofengerichte, Süßspeisen hinzu. In insgesamt 12 Kapitel hat die Autorin ihre Rezepte eingeteilt, die Auswahl ist also groß.

Die Autorin kommt aus England und kocht wohl hauptsächlich in London, wo ihr tatsächlich eine riesige Fülle von Zutaten zur Verfügung steht wie frischer Wolfsbarsch, Thunfisch, ungewöhnliche Wurstsorten wie Belle de Morteau, Schlehenlikör, Süßkartoffeln und Nduja (fragen Sie mich bitte nicht, was das ist). Und es scheint auch besonders erstrebenswert zu sein, viele unterschiedliche Zutaten zu nutzen und vieles davon, wie diverseste Gewürze und eine ganze Batterie von Alkoholika, auch stets zu Hause vorrätig zu haben.

Also, für mich verfolgt das alles erstmal keine klare Linie und ist zudem viel zu komplex. Ich fühle mich von diesem Kochbuch eher abgeschreckt als angeregt, muss ich gestehen. Denn es offenbart sich ein solcher Wust von Rezepten, dass ich Wochen brauchen würde, um mir darüber klar zu werden, was ich überhaupt kochen möchte und weitere Wochen, bis ich klären würde, wo ich manche Zutaten herbekomme.

Mein Fazit also: Interessant, aber nicht alltagstauglich!
       

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

nüsse, vegan, gesund, vollwertig, vegetarisch

Salate

Johanna-Maria Franke
Fester Einband
Erschienen bei Lichtzeichen Verlag, 15.10.2015
ISBN 9783869542348
Genre: Sachbücher

Rezension:

Komischer Gedanke? Nicht, nachdem Sie in den Genuss dieses Salatkochbuches der Pfarrersfrau Johanna-Maria Franke und vor allem der nach ihren Rezepten bereiteten Kreationen gekommen sind! Nach den vier Jahreszeites aufgeteilt sind hier die Rezepte und sie sind so vielfältig und unterschiedlich, dass man damit mit Sicherheit für jeden Topf einen (salatenen) Deckel findet!

Schmeckt nicht - gibts nicht? Für den einen kein Sauerkraut? Dann nimmt man eben Chicoree! Der andere hasst Bohnen? Zucchini könnten hier die Lösung sein! Und auch für die Freunde süßer Salate hält die Autorin jede Menge Überraschungen bereit!

Doch immer wird bekommt der Rezipient des Buches eines vor Augen geführt: die Mischung machts! Überraschendes wird hier kombiniert und es sind beileibe nicht nur Früchte und Gemüse, die hier zum Einsatz kommen, nein, auch jede Menge Körner, Kräuter, Gewürze und weitere Zutaten wie bspw. Tofu.

Das richtige Geschenk für Vegetarier, denn Fleisch und Fisch kommen in Johanna-Maria Frankes Rezepten nicht zum Einsatz. Wohl aber Eier und Milchprodukte, denn obwohl durchaus zahlreiche vegane Rezepte enthalten sind, ist dieses zwar ein vegetarisches, nicht jedoch ein veganes Kochbuch, was aber Veganer definitiv nicht vom Kauf abhalten sollte. Finde ich, denn es gibt auch für sie jede Menge Überraschendes und vor allem Leckeres fernab vom üblichen vegetarischen "Gedöne".

Das Besondere an diesem Buch ist nämlich, dass die Autorin sich in kein Schema pressen lässt, keine bestimmte Richtung verfolgt. Hier kocht und schreibt eine erfahrene Hausfrau, die seit Jahrzehnten (fast) täglich Salate zu ihren Mahlzeiten reicht und absolut versiert auch mit Lücken und Ausfällen umgehen kann. Oft steht gleich im Rezept drin, womit man die ein oder  andere Zutat ersetzen kann, aber ich bin selbst auch auf jede Menge Ideen gekommen.

Das Besondere in diesem Buch sind einerseits - ich erwähnte es schon - die Kombinationen, die teilweise gewagt sind, immer jedoch passend. Es gibt aber noch etwas, womit die Autorin punktet und das sind ihre Saucen. Oft überraschend schlicht, beeinhalten sie doch immer etwas Besonderes. Sehr oft enthalten sie fruchtige Komponenten, aber auch besondere Gewürze oder Kräuter, die die Autorin oft genug im eigenen Garten zieht.

Sie können sich darauf verlassen: Den richtigen Salat für jede Lage findet man mit diesem Buch mit Sicherheit - und mit Gottes Hilfe!

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

krieg, vergebung, hamburg, streit, geheimnis

Gestorben wird immer

Alexandra Fröhlich , Keil & Keil
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.10.2016
ISBN 9783328100010
Genre: Romane

Rezension:

Denjenigen von Agnes Weisgut, einer Frau, die nur 13 Jahre jünger ist als das 20. Jahrhundert - ein Weg, der in den 1930er Jahren im damals noch stolzen Ostpreußen beginnt. Agnes kann sich nicht vorstellen, diesen wunderschönen Landstrich jemals zu verlassen - überhaupt blickt sie in eine mehr als rosige Zukunft, mit eigener Berufsausbildung, einem stattlichen Mann und einem wunderschönen Haus mitten im schönen Königsberg.

Doch es kommt alles ganz anders - kurz nach ihrem Abitur ziehen ihre Eltern mit ihr aufs Land und sie heiratet den einfachen Steinmetz Wilhelm Weisgut, der in Grabsteinen macht und Hitler verehrt. Bald ist Wilhelm im Krieg und sie mit einer immer größer werdenden Kinderschar und einer mehr als garstigen Schwiegermutter zu Hause.

Und gald schon findet sie sich im Hamburg der Nachkriegszeit wieder - wo sie wieder in Grabsteinen macht. Wie gesagt, Leichen pflastern ihren Weg, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise

Ein Frauenschicksal des 20. Jahrhunderts - eines wie kein anderes: Aber waren das nicht eigentlich alle? Hatte nicht jede der Frauen, die mindestens einen Krieg durchmachen mussten, einen eigenen, stets steinigen Weg zu gehen, hat es nicht viele von ihnen - wie Agnes auch - aus ihrer Heimat in eine ganz andere Umgebung verschlagen, in der sie sich mühsam wieder berappeln mussten?

Alexandra Fröhlich erzählt hier eloquent, einfühlsam und unterhaltsam die Geschichte von Agnes. Halt, nein, eigentlich ist es die von drei Frauen, nämlich auch von ihre Tochter Martha und ihrer Enkelin Birte, drei Frauen, die einen unterschiedlichen Weg gehen, der sie irgendwann wieder zusammenführt.

Denn Agnes muss ein dunkles Geheimnis loswerden. Und nicht nur sie. Denn es schwebt eine Tragik über der Familie, die ihresgleichen sucht.

Ein wirklich mitreißendes Buch, in dem man schwelgen kann und das sicher Fans des Bestsellers "Altes Land" auf seine Seite ziehen wird, auch wenn es die Autorin am Ende etwas zu bunt treibt mit dem, was sie ihren Figuren so alles zumutet. Figuren übrigens, die ganz wunderbar gezeichnet sind - man kann sie sich ganz leicht vor Augen führen. Ebenso wie die Sprachgewalt Alexandra Fröhlichs Bewunderung verdient, schafft sie es doch auf gerade mal dreihundert und paar Seiten, ein großes Familienepos auszubreiten.

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