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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Immer dieser Kater!

Annette Herzog , Pe Grigo
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Magellan, 16.01.2019
ISBN 9783734841170
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Und zwar einen Katzenkopf, denn er ist ein Kater und zwar einer, der genau weiß, was er will. Und das bedeutet, vor allem sein Personal um sich zu scharen, um nach Strich und Faden verwöhnt zu werden. Allen voran von Anna, der er gehört. Naja, soweit ein Kater jemandem gehören kann  - eigentlich ist es ja eher umgekehrt, zumindest nach Aris (so wird er genannt) Ansicht.

Und nun hat Ari besonderen Grund zur Freude, denn das Personal erweitert sich: die Oma zieht zur Familie: nicht nur temporär, nein, sie wird ein Teil von ihr. Und zwar einer mit einem mindestens ebenso starkem Willen wie Ari - wegen ihr wird das Fernsehprogramm umgestellt, Ari darf nicht mehr in die Küche und es gibt noch weitere aus seiner Sicht ausgesprochen unerfreuliche Veränderungen. Denn die Oma hat es nicht so mit Katzen.

Doch nun fährt Annas Familie in Urlaub und die Oma bietet sich an, für Ari zu sorgen. Wirklich? Oder führt sie etwas im Schilde?

Eine nette Geschichte, doch eigentlich geschah nichts allzu Überraschendes - nach der Ankündigung hätte ich mehr erwartet. Was aber nicht bedeutet, dass dieses hübsche Kinderbuch mit niedlichen Bildern nicht lesens- und bestaunenswert ist. Nein, es ist trotz der eher absehbaren Geschichte sehr zu empfehlen für KuK - in diesem Falle lautet die Übersetzung Kinder und Katzenfreunde!


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41 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Düsternbrook

Axel Milberg
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2019
ISBN 9783492059480
Genre: Romane

Rezension:

Der Schauspieler Axel Milberg hat einen Roman geschrieben - so zumindest steht es auf Schutzumschlag und Titel. Ein Buch über sein Leben ist  es, denn Düsternbrook ist der Kieler Stadtteil, in dem er aufwuchs. Ein "besserer" Stadtteil, wie man früher sagte, einer, in dem die Familien eigene Häuser besitzen. Und Gärten. Richtige Häuser und richtige Gärten, es ist also keine Siedlung von Reihen- oder Doppelhäusern, sondern ein Viertel, das über die Jahre gewachsen ist.

Auch wenn die Menschen hier nicht alle reich sind. Auch Axels Familie spart an dem ein oder anderen. Wir lernen Axel als ganz kleines Kind kennen, das sich in seiner Umgebung orientiert.

Der Autor hat sich ganz auf die Perspektive eingestellt - es ist wirklich die Sicht, auch das Begreifen eines kleinen Jungen und wir erleben mit Axel, wie er älter wird, die Dinge anders wahrnimmt. Es verschiebt sich nicht nur die Perspektive, auch die Werte sind nun andere.

Allerdings ist dies ein Roman im Stakkato, ich als Leserin habe ihn als Folge willkürlich aneinander gereihter Sequenzen begriffen, als Blitzaufnahmen eines Lebens und darüber hinaus, denn der Autor erzählt auch über andere.

Somit habe ich dies nicht als zusammenhängenden Roman wahrgenommen und musste zwischendurch auch mal pausieren, weil es mir zu viel wurde. Auch an Redundanzen, denn einiges wurde wieder und wieder erwähnt, bspw. dass Mutter Milberg Medizin studiert hatte, also Ärztin war.

Es gab viele dieser Wiederholungen, aber wenig übergreifende Zusammenhänge. Ein sehr persönliches Buch, was man schon am Cover - einem Kindheitsfoto des Autors erkennt. Es scheint, als hätte der Autor dies für sich selbst und für sein enges Umfeld geschrieben, nicht unbedingt für Leser. Diese können es annehmen oder auch nicht. Ich finde, das ist eine sympathische Haltung. Der sogenannte Roman hingegen hat mich lediglich in Teilen erreicht.

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42 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Im Freibad

Libby Page , Silke Jellinghaus
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 31.05.2019
ISBN 9783548290416
Genre: Romane

Rezension:

          Das tut Rosemary Peterson im wahrsten Sinne des Wortes - bereits seit achtzig Jahren ist sie eine treue Besucherin des Freibades in Brixton, dem Londoner Stadtteil, in dem sie ihr Leben lang gelebt hat - sogar während des Krieges wurde sie nicht evakuiert, als eines der wenigen Kinder.

Inzwischen gehört es zu ihrem Leben dazu - wie sehr, das merkt sie erst, als es geschlossen werden soll! Ein Immobilienhai will es zur zentralen Sportanlage seines Wohnkomplexes umbauen und aus dem Pool selbst einen Tennisplatz machen! Sie schafft es, einige Leute zur Gegenwehr zu mobilisieren, allen voran Journalistin Kate, angestellt beim Lokalblatt, jung und noch ganz neu im Quartier.

Ja, eigentlich lernt Kate erst durch Rosemary Brixton kennen und lieben. Man könnte sogar sagen, dass sie erst durch Rosemary lernt, das Leben zu genießen - allen voran das Schwimmbad, das auch für sie - nicht nur wegen Rosemary zu einem unverzichtbaren Mittelpunkt des Viertels wird. Aber sie lernt auch Mitmenschen kennen, nämlich viele ihrer neuen Nachbarn und sie erfährt, dass Freunde manchmal so wichtig sind wie eine Familie. Und das Freunde mitnichten nur Altersgenossen sein müssen - manchmal entwickeln sich Personen zu Schicksalsgefährten, von denen man es nie erwartet hätte.

Trotz diverser positiver Erfahrungen vor allem im sozialen Bereich scheint es einfach unmöglich zu sein, die Schließung des Bades zu verhindern, zumal die Stadt gemeinsame Sache mit dem Investor macht.

Ein warmherziger Roman, der nicht nur die Gegenwart beschreibt - nein, Rosemary blickt zurück auf ihr ganzes erfülltes Leben, von dem sie einen Großteil - nämlich mehr als sechzig Jahre - mit Ehemann George, dem lokalen Gemüsehändler, verbracht hat. Ein glückliches Leben, das sich fast ausschließlich in Brixton abgespielt hat.

Ein Roman von einer jungen Autorin, die ein großes Verständnis und Einfühlungsvermögen für und in ihre Mitmenschen unterschiedlicher Geschlechter, Herkunft und Generationen hat. Sie beschreibt sie mit einer Wärme und Aufmerksamkeit, ja Zärtlichkeit, die ihresgleichen sucht. Und für die die Vermittlung immaterieller Werte wie Freundschaft, das Füreinander Einstehen und das Teilen sowohl von Sorgen als auch von Freuden an oberster Stelle steht.

Wer einen sommerlichen Unterhaltungsroman mit einem gewissen Anspruch, einer Botschaft sucht, der sich nicht nur für den London-Urlaub eignet, der wird von diesem Roman nicht enttäuscht sein. Es werden mitnichten nur die heiteren Stunden des Lebens erzählt, doch legt man das Buch mit einem Lächeln und einem warmen Gefühl im Bauch, wenn man nicht gerade ein absoluter Misanthrop ist.
       

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16 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Hinterhaus

Lioba Werrelmann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.05.2019
ISBN 9783404178278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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77 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

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Das Versprechen der Islandschwestern

Karin Baldvinsson
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.05.2019
ISBN 9783548060064
Genre: Romane

Rezension:

Das hat Pias Großmutter Greta bereits seit vielen Jahrzehnten, denn als ganz junge Frau hatte sie dort 1949/50 ein Jahr verbracht, sozusagen als Gastarbeiterin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nämlich dort auf den Höfen Arbeitskräfte gesucht - eine der wenigen Möglichkeiten für deutsche Frauen für einen Neubeginn im Ausland.

Doch Greta war nicht dort geblieben, im Gegensatz zu ihrer Schwester Helga, die auf Island eine Familie gegründet und nie mehr ihren Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat. Auch der Kontakt zwischen den beiden Schwestern war seit langem abgebrochen.

Doch dann - wir schreiben das Jahr 2017 - kommt eine Einladung zu Helgas 90stem Geburtstag. Greta ist bereit, diese anzunehmen, doch nur wenn sie Verstärkung bekommt: Enkelin Pia und deren Tochter Leonie sollen sie begleiten. Trotz ihres sehr engen Verhältnisses zu Greta hat Pia keine Ahnung, was damals vorgefallen ist - die Großmutter weigert sich schlicht, darüber zu sprechen.

Pia und vor allem Leonie können sich schnell begeistern - sowohl für die Umgebung als auch für die Bewohner. Wobei letztere durchaus ein wenig sperrig sein können, vor allem der männliche Teil.

Island in seiner vollen Pracht - das bekommt der Leser - bzw. vielmehr die Leserin, es ist nämlich ein typischer Frauenroman - hier intensiv vermittelt, vor allem das Wesen der Isländer wird den Rezipientinnen nähergebracht. Auch die Informationen zu den historischen Ereignissen - zur Übersiedlung deutscher Arbeitskräfte, vor allem Frauen, nach Island, sind durchaus fundiert und ausgesprochen interessant.

Doch so sehr ich Romane liebe, die auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielen - hier hat mir gerade bei dem Erzählstrang in der Gegenwart so einiges an handlungsfüllendem Leben, an Emotionen und Hintergründen gefehlt. Im Nachkriegsstrang war davon mehr vorhanden, doch auf beiden Ebenen war schnell abzusehen, worauf alles hinausläuft. Dadurch verliert sich aus meiner Sicht ein wenig die Bedeutsamkeit - ich merke bereits jetzt, wenige Tage nach dem Lesen, dass ich die Namen nochmal nachblättern muss, auch viele Teile der Handlung werden schnell aus meinem Gedächtnis entschwinden - ein Buch so leicht und luftig wie ein isländischer Sommertraum. Also sehr kurzlebig, wenn überhaupt vorhanden.

Dennoch eine Leseempfehlung von mir - für einen unterhaltsamen Familienroman. Passt gut als Urlaubslektüre - nicht nur für Island-Reisende!
       

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286 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 140 Rezensionen

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Einer wird sterben

Wiebke Lorenz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 27.02.2019
ISBN 9783651025417
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Und zwar nicht für ein paar Stunden, sondern für mehrere Tage - und es sitzt ein Paar drin! Auch Stella wird es unheimlich, zumal ihr Mann Paul, der als Pilot viel unterwegs ist, mal wieder länger abwesend sein wird.

Und es kommen noch andere Dinge hinzu, die Stella schrecken, wobei mehr und mehr herauskommt, dass es dazu durchaus eine Vorgeschichte aus Stellas Leben dazu gibt. Aber nicht nur die - auch Nachbarn, die in der kleinen Seitenstraße leben, könnten mit drinhängen. Eine ganze Reihe von Leuten verhält sich ziemlich verdächtig.

Und je mehr man davon erfährt, desto unspannender wird es, finde ich. Das Ende jedenfalls ging so ziemlich in die Richtung, die ich mir so vorgestellt hatte.

Ich kenne und schätze Wiebke Lorenz wegen ihres Stils und der Überraschungen, die ihre Werke stets bergen. Davon war hier leider denkbar wenig vorhanden, auch wenn der Stil gewohnt gut war - dennoch: ich bin ein kleines bisschen enttäuscht und hoffe auf den nächsten Kracher aus ihrer Feder, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt!

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124 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Blind

Christine Brand
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 04.03.2019
ISBN 9783764506452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

umfängt nicht nur den blinden Protagonisten Nathaniel in diesem Krimi, der ja tatsächlich nichts sieht, nein: lange tappen auch Journalistin Milla und das Kripo-Team um ihren Liebsten Sandro im Dunkeln, was den Fall angeht. Ist es überhaupt einer? Denn Nathaniel hat beim Benutzen seiner App "Be my eyes" (eine Unterstützung für Blinde, bei der sie an einen zufälligen Helfer vermittelt werden, der ihnen völlig unkompliziert übers Handy den Weg weist, wo auch immer sie sind) seine aktuelle Helferin Carole - den Namen hat sie ihm verraten - mitten im Vorgang einen verzweifelten Schrei gehört und dann nichts mehr.

Was ist passiert? Niemand vermisst Carole und tatsächlich findet man sie auch in ihrer Wohnung auf. Oder ist da doch etwas faul? Nathaniel lässt nicht locker und allmählich schöpfen auch andere Verdacht.

Ein ungewöhnlicher Krimi ist dies, mit Nathaniel als ebenso ungewöhnlichen wie faszinierenden Protagonisten inmitten des Geschehens, ja, im Kreuzfeuer! Ist er nun ein Held oder hängt er in einem Verbrechen mit drin? Oder wird er gar zum Opfer?

Atmosphärisch beschreibt Autorin Christine Brand seine Welt und auch einiges andere. Ermittler Sandro und seine Freundin  Milla, die hinsichtlich der detektivischen Aktivitäten mit ihm konkurriert bleiben hingegen aus meiner Sicht merkwürdig blass und haben wenig Alleinstellungsmerkmale vorzuweisen. Auch wenn mir der Fall ganz gut gefallen hat, sind sie für mich nicht charismatisch genug, um mich schon auf ihren nächsten Fall zu freuen. Ob ich diesen lese, werde ich von der Ankündigung abhängig machen - vielleicht ist ja auch Nathaniel wieder dabei. Und schon allein seinetwegen würde sich die Lektüre lohnen!

Zudem gibt es einige Seitenstränge, die kräftig in Richtung Räuberpistole tendieren und mir ganz deutlich des Guten zu viel sind. Ein Krimi mit viel Potential, der leider kurz davor ist, ins Mittelmaß abzudriften!

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56 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Das wilde Leben der Cheri Matzner

Tracy Barone , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.04.2019
ISBN 9783257070552
Genre: Romane

Rezension:

          Cheri hat es nicht leicht als Adoptivkind eines komplizierten New Yorker Ehepaares: Sol Matzner hat seine Frau aus Italien in die Staaten geholt und ist ihr zuliebe vom Judentum zum Katholizismus konvertiert. Ihr zuliebe hat er Cheri als Baby in die Familie geholt. Irgendwann kann er nicht mehr alles anderen zuliebe tun und Cheri erlebt eine schwierige Jugend mit einer überbesorgten Mutter und einem eigenwilligen Vater.

Eigenwillig - das ist sie selbst auch. Und zwar auf ganz andere Art und Weise als ihre Eltern. Rebellisch vielleicht auch, aber wild? Es ist die Biographie einer häufig unglücklichen Frau, die nicht aus ihrer Haut kann, ohne zu wissen, wie genau diese ihre Haut eigentlich beschaffen ist. Woher sie kommt und wohin sie gehört. Eigentlich.

Ein etwas sperriger Roman, nicht im Hinblick auf Stil und Sprache, nein, diesbezüglich ist er gefällig und angenehm aufgebaut, sondern in Bezug auf die Botschaft. Was genau will uns diese Geschichte erzählen. Ich habe sie als ausgesprochen unterhaltsame, nicht allzu anspruchsvolle und an vielen Stellen ausgesprochen traurige Darstellung eines schwierigen Lebens in unserer Zeit aufgefasst: Geld ist das Letzte, was Cheri fehlt, ihr fehlen Anknüpfungspunkte an ihre eigene Vergangenheit.

Man sollte sich überlegen, wann man dieses Buch lesen möchte, denn es kann wirklich die Stimmung trüben - wenn das auch bei mir nicht lange angehalten hat, dafür ist die Botschaft einfach nicht kraftvoll genug!
       

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Verrat

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426514023
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In die Welt drittklassiger Promis gerät die Autorin und Journalistin
Stephanie, die sich ihre Brötchen vor allem als Ghostwriterin für
Biographien verdient, unmittelbar, als sie darum gebeten wird, Scarlett
Higgins, einen wirklich drittklassigen C-Prominten, die durch eine
Reality-Show Berühmtheit erlangt hat und es schafft, diese auf einem
gewissen Level auch zu halten.

Das Unerwartete geschieht - die
beiden Frauen freunden sich an, Steph wird zu Scarletts Vertrauter auch
in einer ausgesprochen schweren Zeit, in der bei ihr Brustkrebs
festgestellt wird, der zunächst geheilt werden kann, dann jedoch ein
tödliches Ende nimmt. Denn Scarlett ist nicht so oberflächlich wie es
scheint: sie hat vielseitige Interessen und Kenntnisse - und vor allem
hat sie immer einen Plan.

Als klar wird, dass Scarlett nicht
überleben wird, vertraut sie Steph testamentarisch ihren 5jährigen Sohn
Jimmi anvertraut und die alleinstehende Steph zögert keine Sekunde, die
Verantwortung zu übernehmen, auch als herauskommt, dass Jimmi nicht ein
müdes Pfund erbt. Um das traumatisierte Kind und sich selbst auf andere
Gedanken zu bringen, plant Steph - durchaus unter größeren finanziellen
Mühen - einen Urlaub in Kalifornien. Und dann wird Jimmi bei der Ankunft
in den Staaten auf dem Flughafen entführt, für Steph folgt ein
intensives Verhör, in dessen Verlauf sie Scarletts, Jimmis und ihre
eigene Geschichte erzählt.

Ein toll geschriebenes, eindringliches
Buch mit intensiv und wirkungsvoll dargestellten Charakteren - keine
Frage, dass die seit Jahren erfolgreiche Autorin Val McDermid schreiben
kann wie sonst kaum eine.

Dennoch erlebte ich diesmal gleich aus
mehreren Gründen eine herbe Enttäuschung, obwohl ich das Buch bis zum
Ende mit Genuss gelesen habe. Der Hauptgrund - die Auflösung war einfach
viel zu absehbar und deutete sich für mich im großen und ganzen bereits
im ersten Drittel des Buches an.

Dass "Der Verrat" kein
knallharter Thriller, sondern eher eine sich ruhig entwickelnde
Charakter- und Milieustudie ist, hat mich hingegen kein bisschen
gestört - ein Profi, eine Autorin der Extraklasse wie Val McDermid kann
sich sowas leisten.

Doch ein bisschen erinnert es mich an die
letzten Werke ihrer Landsmännin Barbara Vine, wo inhaltlich einfach
schon die Luft raus ist, das aufgebaute Konstrukt von "Suspense" - um
einmal den berühmten, von Hitchcock geprägten Begriff zu bemühen - und
Spannung nicht aufrecht erhalten werden kann und irgendwann wie eine
Seifenblase platzt. Mit Sicherheit keines von McDermids Paradestücken.
Wer jedoch gut geschriebene Spannungsliteratur liebt, der kann mit
diesem Buch nichts falsch machen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Auserwählt

Silke Nowak
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.07.2013
ISBN 9781497362178
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

schlägt hier fleißig zu und erlegt ein Opfer nach dem anderen - oder ist es doch die Göttin?

"Auserwählt" von Silke Nowak ist ein ausgesprochen vielschichtiger Krimi, in dem sowohl die historischen Entwicklungen in Deutschland - viele Ereignisse wurzeln in der ehemaligen DDR -als auch komplexe Charaktere eine Rolle spielen.

Das Thema - eine ältere Dame, die überaus charismatische und gepflegte Klavierlehrerin Helga Kramer aus Leipzig wird in Berlin ermordet aufgefunden - gerade war die frischgebackene Großmutter auf dem Weg zu ihrer Tochter und dem Enkelchen. Doch damit wird kein Punkt gesetzt - nein, Leichen pflastern nur so den Weg dieses originellen Kriminalromans. Ein Komissarinnenteam bestehend aus der Kriminalpsychologin Clara Schwarzenbach und Margot Kranich ermittelt.

Originelle Ideen, intelligent gezeichnete Charaktere wechseln sich ab mit wirren Episoden und strichartig dahingeworfenen Figuren ohne Basis und Hintergrund. Obwohl mir das Konzept des Krimis ganz außerordentlich gut gefiel, war es ausgesprochen schwer für mich , mich mit dem Setting als solches anzufreunden. Wer durchhält, wird mit einem originellen Schluss belohnt - ganz schlüssig und stringent gezeichnet ist dieser aber auch nicht.

Trotzdem, ich freue mich sehr auf den nächsten Krimi aus der Feder von Silke Nowak und hoffe, dass dann die originellen Ideen überwiegen und auch die Erzählkunst noch treffender greift!

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Und nie sollst du vergessen sein

Jörg Böhm
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei CW Niemeyer, 28.02.2017
ISBN 9783827194466
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emma Hansen, Kommissarin im Stress, macht seit langem mal wieder Urlaub - und begibt sich "back to the roots", zur Stätte ihrer Kindheit, nach Nöggenschwiel im Schwarzwald, dem idyllischen Rosendorf, in dem ihre Familie vor deren Zerbrechen Jahr für Jahr den Sommerurlaub verbrachte. Sie wohnt bei ihren früheren Vermietern, möchte die Stätten ihrer Kindheit aufsuchen, alte Freunde wiedertreffen - und so ist es ein Schock für sie, dass Charlotte, ihre Ferienfreundin, seit fünfzehn Jahren verschwunden ist.

Auch sonst ist nicht viel von der Rosenidylle Nöggenschwiel zu spüren, das liegt nicht zuletzt daran, dass nun November ist, das Wetter entsprechend unwirtlich. Gleich an Emmas erstem Ferienmorgen wird eine Leiche aufgefunden - ein alter, versoffener Bauer, der Hab und Gut verloren hatte und nach dem Tod seiner Frau jegliche Lust am Leben verloren hatte, sagen alle - bis herauskommt, dass er ermordet wurde.

Und was ist mit Charlotte passiert - ist sie auf und davon? Oder ist auch sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen?

Der Krimi beginnt ausgesprochen atmosphärisch und faszinierend, eindrucksvoll zeichnet Jörg Böhm seine Figuren, lässt den Leser in das Schwarzwälder Dorfleben eintauchen und macht Seite für Seite Lust auf mehr, auf die Auflösung - doch leider kann er das Tempo, den Spannungsaufbau nicht halten. Die Handlung wird zunehmend wirr, der Leser kann den Entwicklungen nicht mehr so klar folgen: bspw. kommen sehr viele Figuren vor - mir ist es öfter mal passiert, dass ich nicht mehr wusste, wer wer ist. Hier wäre weniger mehr gewesen und auch die - zumindest teilweise - ausgesprochen überraschende Auflösung konnte das Buch nicht mehr in Gänze retten. Trotzdem habe ich Emma Hansen in mein Herz geschlossen und hoffe sehr, dass es weitere Krimis mit ihr geben wird


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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Was mit Rose geschah

Stef Penney , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2019
ISBN 9783423217248
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nein, ich meine nicht den altbekannten Schlager der Sängerin Alexandra, sondern die beiden "Zigeunerjungen", aus deren jeweiliger Perspektive die Handlung des Buches "Was mit Rose geschah" erzählt wird: den Privatdetektiv Ray Lovell, dessen Vater ein assimilierter Roma war, der mit einer Engländerin verheiratet war und als Briefträger gearbeitet hat und den jungen JJ, der mit seiner Sippe in alter Manier in einem Wohnwagenkonvoi durch die Lande zieht.
Die Handlung spielt in England Mitte der 1980er Jahre: Ray wird beauftragt, Rose Janko zu finden, eine Roma, die etwa ein Jahr nach der Eheschließung verschwand und Mann und Kind alleine ließ. Auftraggeber ist Roses Vater, Ray und JJ lernen sich kennen, da Ivo und Christo - der verlassene Ehemann und das schwerkranke Kind zu der Gruppe von Verwandten gehören, mit denen auch JJ und seine Mutter Sandra umherziehen und zu der außerdem Ivos Vater Tene Janko sowie dessen Schwester und Schwager - Sandras Eltern - gehören. Eine merkwürdige Geschichte, die Jahre her ist. Ray spürt, dass der Schlüssel bei der Sippe der Jankos liegt und ermittelt. Er liegt nicht verkehrt, trotzdem kommt alles anders als gedacht.
Ein kluges und mitreißendes, mitunter auch überraschendes Buch, dessen Lektüre sich unbedingt lohnt. Die Handlung wird aus den beiden unterschiedlichen Perspektiven von Ray und JJ sehr anschaulich dargestellt. Definitiv ist dies nicht nur, aber auch ein Krimi und gleichzeitig eine Sozialstudie der in England lebenden Roma. Die Atmosphäre von Großbritannien der 1980er Jahre ist mit Händen greifbar, nicht nur durch den allgegenwärtigen Zigarettenkonsum, der sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht.
Ein Genuss ist auch die Übersetzung der großartigen Susanne Goga-Klinkenberg, die durch ihre behutsame und einfühlsame Arbeit einmal mehr die von der Autorin transportierten Botschaften gelungen rüberbringt und somit das gelungene Leseerlebnis noch unterstreicht. Ein bisschen schade finde ich nur, dass der Originaltitel „The invisible ones“ der die Situation und das Lebensgefühl der Roma aufs Trefflichste spiegelt, nicht in der deutschen Übersetzung aufgegriffen wurde, da dies ja immerhin die erste Botschaft der Autorin an ihre Leserschaft ist. Alles in allem jedoch ein ungewöhnliches Buch, das ich Liebhabern anspruchsvoller Spannungsliteratur von Herzen empfehlen kann und das noch lange nachwirkt.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Mörderische Schärennächte

Viveca Sten , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.04.2014
ISBN 9783462046458
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der vierte Teil von Viveca Stens auf und um die  idyllische Ferieninsel Sandhamn angesiedelten Krimi-Reihe lässt schon auf den ersten Seiten die gewohnte atmosphärische Spannung aufkommen, die ich so liebe. Die Handlung garantiert wie immer Aufregung und Unterhaltung gleichermaßen. Diesmal entführt uns die Autorin in ein für das friedliche und friedliebende Schweden sehr ungewöhnliches Setting - in die Welt des Militärs, die auch hier existiert. Zunächst wird ein toter junger Mann, ein Psychologie-Student aufgefunden, es folgen weitere Leichen - Männer in den 50ern, alle mit einer gemeinsamen militärischen Vergangenheit in den 1970er Jahren - und zwar bei den damals in  unmittelbarer Nähe zu Sandhamn stationierten Küstenjägern. Allmählich kristallisiert sich eine Verbindung zwischen allen Todesfällen heraus - denn der Junge Student hat Forschungen im militärischen Umfeld getätigt. Wie so oft bei Viveca Sten, gibt es auch hier Verbindungen zu früheren Ereignissen - diesmal zur schwedischen Armee der 1970er Jahre.

Wie immer spielt auch die Rahmenhandlung um den attraktiven Ermittler Thomas Andreasson und seine Freundin aus Kindheitstagen, die Juristin Nora, eine Rolle, wobei sich das Leben der beiden in unterschiedliche Richtungen entwickelt: während Thomas und seine Exfrau wieder zueinander gefunden haben, treibt Nora die Scheidung zum untreuen Gatten voran und versucht sich mit dem Leben als alleinerziehende Mutter zu arrangieren.

Neben der Krimihandlung legt Viveca Sten in ihren Büchern stets den Akzent auf die Vermittlung und Relevanz gewisser Werte wie Freundschaft und Treue - da dies niemals mit dem erhobenen Zeigefinger und eher beiläufig geschieht, ist dies aus meiner Sicht ein angenehmer Aspekt, auf den ich mich bei jedem neuen Sandhamn-Krimi schon freue.

Wie auch in den beiden Vorgängern beweist sich die Autorin auch diesmal als Meisterin der atmosphärischen Dichte: der treue Leser kennt Sandhamn mittlerweile (fast) wie seine Westentasche und auch das Stockholmer Umfeld des Kripo-Teams ist ihm nicht mehr fremd.  So fällt es ihm nicht schwer, mit Thomas, seiner Kollegin Margit und nicht zuletzt mit der wie immer an den Ermittlungen partizipierenden Nora - die diesmal als Lieferantin extrem wichtiger Hintergrundinformationen fungiert - mitzufiebern, sie quasi dabei zu begleiten. Dieser Band beinhaltet viele besonders tragische und auch brutale Elemente - gleichwohl gelingt es der Autorin, die über der Ferieninsel schwebende Leichtigkeit und spezifische Atmosphäre aufrechtzuerhalten, wobei von Unbeschwertheit keine Rede sein kann.

Viveca Sten hat sich mit ihren Krimis bereits eine treue Fangemeinde in Deutschland geschaffen - dieser wieder einmal überaus gelungene Band wird diese sicher noch vergrößern. Für Leser, die Autoren wie Viveca Stens Landsmänninnen Helene Tursten und Camilla Läckberg oder auch die Finnin Leena Lehtolainen lieben, ein gefundenes und von mir aus ganzem Herzen empfohlenes Fressen mit der Chance zu einer weiteren skandinavischen Lieblingsserie, wenn sie es nicht schon längst ist!

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Man stirbt nicht lautlos in Tokyo

Jan Flieger
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei edition krimi, 01.08.2016
ISBN 9783946734031
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tief taucht der Leser von Jan Fliegers Asien-Ausflug "Man stirbt nicht lautlos in Tokyo" ein in die asiatische Seele, in die der Stadt Tokyo - wenn er bereit dazu ist. Ich war bereit und war begeistert von den Stimmungsbildern, die der Autor entworfen hat.
Nicht ganz so begeistert war ich von der Krimihandlung .  Da geht es richtig hart zur Sache, aber das ist nicht die Ursache für meine Einwände. Das Thema: Kai Pechstein, ehemaliger GSG9-Beamter und inzwischen todkrank, ist auf der Suche nach seiner Tochter Ronja, deren Spur sich im Drogenmilieu von Tokyo verläuft... er wird an einen höchst geheimnisvollen Detektiv verwiesen, fatalistisch legt er sein Schicksal in dessen Hand. Und genau da liegt das Problem - der geschulte Ex-Profi nimmt alles an, reagiert auf jede Information und stellt nichts infrage.
Dazu kommt noch der brutale, schonungslose Stil, der mich nicht unbedingt anspricht, doch das ist Geschmackssache - viele mögen es ja etwas härter.
Trotzdem habe ich es nicht bereut, dieses Buch gelesen zu haben, denn ich habe noch mehr Lust bekommen, Japan zu bereisen, als ich es ohnehin schon hatte.
Wem ich dieses Buch empfehlen würde? Hartgesottenen Asienfans, für die (teilweise) mangelnde Logik kein Manko ist. ich selber schaue mich mal um, ob es nicht den ein oder anderen in Japan angesiedelten klassischen Whodunnit gibt....

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Nachts kommt die Angst

Gabriela Gwisdek
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei null, 01.03.2013
ISBN 9783841205896
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

begibt sich Gabriela Gwisdek mit ihrem Psychothriller "Nachts kommt die Angst". In der Zeit eines persönlichen Umbruchs zieht die Malerin Alexandra in ein einsames, verwahrlostes Haus in der Uckermark, um endlich zur Ruhe zu kommen. Doch diese ist ihr nicht vergönnt:  sie wird bald unheimlicher Gestalten in ihrem Haus gewahr und was noch viel schlimmer ist: eine Serie von Morden an jungen, rothaarigen Frauen - genau solchen, wie auch Alexandra es ist, geschieht ganz in der Nähe. Es gibt zwar eine Reihe von Verdächtigen, aber noch ist keiner gefasst, das Grauen geht also weiter.
Was läuft, wem kann Alexandra trauen - oder haben sich gar am Ende alle gegen sie verschworen?
Sie knüpft Kontakt zu Harris, dem Dorfpolizisten, der ihr als einer der wenigen  offen entgegentritt, bekommt Besuch von ihrer alten Frankfurter Freundin Nina, trifft den einen oder anderen Dorfbewohner... doch wer geistert des Nachts in ihrem Hause herum? So richtig glauben mag ihr niemand, Alexandra ist ganz auf sich gestellt... und weitere rothaarige Frauen müssen ihr Leben lassen...
Gabriela Gwisdek ist mit diesem Buch ein für die deutsche Krimilandschaft sehr ungewöhnliches Werk gelungen. Weit entfernt von mehr oder weniger  betulichen Regionalkrimis oder intelektuell-analytischen Whodunnits  hat sie hier einen Thriller, der sich eher in die angelsächsische Tradition des knallharten, bedrohlichen einreiht, geschaffen. Wahrlich - einen recht hohen Gruselfaktor hat die Autorin in ihre Story eingebaut, die Leser sollten also gute Nerven haben - und das Ganze locker sehen, denn es gibt auch das ein oder andere Manko, das vor allem in der Beschreibung der Figuren liegt - nicht imme werden diese so lebendig, so anschaulich, wie es sich der Leser wünschen würde. Doch das sind eher Kleinigkeiten. Wer also dramatische Psychothriller im Stil von "Ich.darf. nicht.schlafen." von S.J. Watson mag, der ist mit diesem Buch bestens bedient!

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Oberland

Tanja Weber
Flexibler Einband: 313 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 16.01.2015
ISBN 9783746630724
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Teufel, diese Frau - also Tanja Weber - kann schreiben, gar keine Frage! Stimmungen, besonders die eher düsteren kann sie transportieren wie keine andere in der großen weiten deutschen Krimilandschaft!

Der Untertitel allerdings ist ein wenig irreführend, denn Postbote Johannes Stifter, frisch aus dem Brandenburgischen ins Bayerische übergewechselt, ermittelt nicht gerade - vielmehr gerät er in Situation, die überaus merkwürdig sind und lässt dies auch an der ein oder anderen Stelle entsprechend fallen. Vor allem das Haus von Gudrun von Rechlin und ihrer Tochter Annette gibt Anlass zu entsprechenden Bemerkungen - verhalten sich doch beide Damen überaus merkwürdig. Außerdem gehen sehr eigentümliche Leute ein - und nur teilweise wieder aus.

Tanja Weber schreibt eindrucksvoll, eher düster, auch wenn bestimmte Situationen bzw. die Darstellung einiger Charaktere durchaus dazu geeignet ist, eine gewisse Erheiterung im Leser hervorzurufen.

Glatte fünf Sterne wären es gewesen, wenn das Ende dann doch nicht ein klein wenig enttäuschend ausgefallen wäre.

Aber insgesamt ist Oberland obercool - nicht nur für Freunde von Regionalkrimis, sondern durchaus auch für Fans anspruchsvoller Kriminalliteratur - und ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit dem Postboten Stifter!

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Mädchenauge

Christian David
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423215855
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Serienmorde statt Wiener Walzer serviert hier Christian David in seinem Erstling "Mädchenauge" - und zwar vom Allerfeinsten. Junge Mädchen werden im Abstand von zwei Wochen offenbar willkürlich umgebracht - oder etwa nicht. Der Wiener Politik ist an einer schnellen, möglichst glatten - heißt: gefälligen - Auflösung des Falles gelegen und dafür wird dem langjährigen Mitarbeiter der Wiener Ermittlungsbehörden, Major Belonoz, der gerade erst von Ungnaden wieder rehabiliert wurde, mit Lily Horn eine unerfahrene, noch nicht einmal dreißigjährige Staatsanwältin zur Seite gestellt. Ein Team mit Biss? Durchaus, auch wenn im Miteinander der beiden noch längst nicht das gesamte Potenzial von Animositäten, Sich-Bälle-Zuwerfens und, und, und ... ausgeschöpft ist.

Und die Story? Superspannend und durchaus originell, wenn sich auch der Autor ein klein wenig in Nebenschauplätzen und aus meiner Sicht zu vielen Nebendarstellern verheddert. Trotzdem ist dies ein Krimi mit allem Zipp und Zapp, der es wert ist, gelesen zu werden.

Meinerseits gibt es also durchaus ein paar Kritikpunkte anzumerken - und trotzdem gibt es ganze fünf Sterne? Jawohl, und zwar wegen des nicht zu übertreffenden Showdowns. Um es mit einem Reim zu sagen: Der Schluss ist ein Genuss! Absolut überraschend, originell und was mir in letzter Zeit immer mehr fehlt: es werden tatsächlich alle Erzählstränge aufgelöst... nur der nicht, wie es mit Lily und Belonoz weitergeht. Aus meiner Sicht umso besser: das lässt auf eine Fortsetzung hoffen!

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Die Rache des Chamäleons

Åke Edwardson , Angelika Kutsch
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.07.2014
ISBN 9783548611143
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

).Ein geheimnisvoller, in einem fernen Land - Spanien, wie sich herausstellt - spielender Prolog führt den Leser in das Geschehen ein - er erscheint als Dokumentation einer zerissenen, unter Druck stehenden Persönlichkeit am Rande einer Katastrophe - oder sogar mittendrin? Die Spannung ist geweckt und steigert sich, als wir im weiteren Verlauf Peter Mattéus und seine Familie - Ehefrau und zwei kleine Töchter - kennenlernen, alle überaus sympathisch und absolut liebenswert: doch sie werden bedroht: Peter erhält im Büro einige Fotos seiner Familie, danach einen Telefonanruf, während dem er aufgefordert wird, nach Hause zu seiner Familie zu fahren, wo aber offenbar alles in Ordnung ist .... nur geheimnisvolle Tickets für eine Reise in die Sonne liegen vor und Peter kann die Freude seiner Frau darüber nicht recht teilen... und dann wird auch sie zum Ziel der Drohungen. Alles sehr, sehr geheimnisvoll: es gibt "Altlasten" aus der Vergangenheit, die Peter seiner Frau vorenthalten hat und so stellt sich nach der Ankunft im fernen Spanien heraus, dass Peter dort in einem - im wahrsten Sinne des Wortes - früheren Leben in unlautere Machinationen verwickelt war und den ein oder anderen kennt, auf dessen Bekanntschaft er in seinem jetzigen Leben nur zu gern verzichten würde. Ein Leben, das er seiner Familie gern vorenthalten hätte - doch das lag nicht in seiner Macht.

Ein spannungsreicher Start, der den Leser interessiert und neugierig werden lässt auf den neuen Edwardson. Leider flaut dies bald ab und die Story verkommt zu einem langweiligen Thriller, bei dem ich nur am Ball blieb, um diese Rezension verfassen zu können. Nach einem furiosen Beginn flaut die Story ab und entwickelt sich ausgesprochen unoriginell - nett geschrieben zwar, aber auch nicht so fesselnd, dass ich bereitwillig und eifrig weitergelesen hätte. Der Chamäleon ist aus meiner Sicht eine absolute Enttäuschung und markiert leider kein Highlight in Edwardsons Oeuvre.

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Der Tod macht Schule

Dietrich Faber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.01.2014
ISBN 9783499258268
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schulkriminalität in Oberhessen
In Oberhessen - ja, da geht es rund: zumindest in den witzigen Krimis um Hauptkommissar Henning Bröhmann, von denen jetzt der zweite Band vorliegt: und gehörig die Lachmuskeln des Rezipienten strapaziert..

In den dörflichen Gefilden rund um Schotten geht es ländlich und betulich zu, man wohnt - wie der Kommissar - mit seiner 4köpfigen Familie in Doppelhaushälften und schlägt sich mit solch Problemen wie dem ersten - viel älteren Freund - der Tochter Melanie, ehelichen Missverständnissen, einem überaus dominanten und leider auch einflussreichen Vater, nervigen Kollegen ... und nicht zuletzt seiner eigenen Trägheit herum. Der Kriminalfall besteht zunächst aus Übergriffen der Direktorin des Gymnasiums, das auch Melanie besucht... bis sie tot aufgefunden wird... Ausser verdächtigen Schülern und Vertretern des Lehrerkollegiums geraten auch vor ein paar Jahren ansässig gewordene Kosovaren ins Spiel - oder war es gar der Ex-Ehemann?

Aufgrund seiner eigenen Probleme - im Laufe der Handlung kommen noch ein paar dazu - hat Bröhmann kaum Zeit zu ermitteln.. doch aufgrund diverser, teilweise zufälliger Entwicklungen kommt er doch zum Ergebnis.

Ein lustiger, teilweise ins Tragikomische spielender Krimi, bei dem alles und jeder auf die Schippe genommen wird. Für Liebhaber regionaler Krimis genau das Richtige - auch wenn man mit dem Autor nicht zu streng sein sollte, da einige anfänglich relevante Erzählstränge einfach so auf der Strecke bleiben und das Betuliche im Krimi nicht immer nur ironisch gemeint zu sein scheint. Trotz dieser kleinen Schwächen freue ich mich schon auf die nächste Flucht aus dem eigenen Alltag mit dem dritten Bröhmann!

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Sterbenswort

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei Edition M, 17.05.2016
ISBN 9781503938700
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Echte Fründe ston zesamme,....

so heißt es in meiner Heimatstadt Köln: wahre Freunde halten zusammen, stehn füreinander. Das haben auch die WG-Kollegen, die Studenten Kathrin, Heinrich, Erik und Amélie sowie der ständige Besucher und gemeinsame Freund Thomas so gehandhabt - bis zu einem fürchterlichen Tag, dem Todestag von Erik, nach dem nichts mehr so wie vorher war.

Langsam, peu a peu wird die Geschichte beleuchtet und erschließt sich uns, des geneigten Lesern dieses packenden Krimis, ganz allmählich, zeitlich gesehen sowohl vor- als auch rückwärts - ein meisterhaftes Konstrukt des Autors..

Doch zunächst zur gegenwärtigen Situation: Kathrin ist nun Ärztin und Mutter einer kleinen Tochter - alleinerziehend zwar, sieht sie sich trotzdem auf der Sonnenseite des Lebens und ist mit ihrem Dasein ausgesprochen zufrieden. Auch der Jurist Heinrich hat es gut getroffen, indem er sich quasi ins gemachte Nest gesetzt und die bestens laufende Kanzlei seines Vaters übernommen hat, eine blutjunge Ehefrau und ein Haufen Geld "an den Füßen" runden sein Leben ab. Amélie und Thomas dagegen haben es bei weitem nicht so gut getroffen, doch das erfahren die ehemaligen Freunde erst, als Erik, der doch seit mehr als zehn Jahren tot ist, sich wieder zurückmeldet. Kann das sein? Vor allem Kathrin und Heinrich empfangen Signale der unterschiedlichsten Art, die ganz klar als Bedrohung zu verstehen sind und sich immer mehr verdichten, doch auch die beiden anderen geraten mehr und mehr ins Kreuzfeuer von Erik oder jemandem, der sich für ihn ausgibt. Stehen die Freunde immer noch zusammen, vereinen sie sich in dieser Notlage?

Siegfried Langers Schreibstil ist reduziert, zurückhaltend und dadurch umso sprachgewaltiger. Bis ins Mark trifft er den Leser mit jedem Schritt, den er sowohl vor- als auch zurückgeht, mit jedem neuen Detail, das sich uns erschließt. Ein eher unblutiger Berliner Krimi bzw. Thriller - aus meiner Sicht beinhaltet das Werk Elemente beider Genres und kann - ja, sollte - von Freunden des klassischen Whodunnit genauso wie von Thrillerfans genossen werden. Obwohl der Handlungsaufbau eher subtil ist, ist das Buch von einer Spannung durchzogen, die sich sukzessive steigert und verdichtet. Ich finde, dieses Buch sollte Krimi- und Thrillerfreunden, die des Deutschen nicht mächtig sind, nicht vorenthalten werden - es schreit geradezu nach Übersetzungen in die wichtigsten Sprachen Europas! Ich kann nur Daumen drücken und hoffen, dass meinen Freunde und Thriller-Liebhabern in Skandinavien, im angelsächsischen Raum und in Osteuropa dieses Werk nicht vorenthalten bleibt - gerade den Skandinaviern, die ja mit einer nicht unwesentlichen Menge an ausgezeichneter Kriminalliteratur aufwarten können, würde ich das "Sterbenswort" gerne als ein Juwel aus deutscher Feder präsentieren!

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Zirkus Mortale

Bärbel Böcker
Flexibler Einband: 326 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783839213049
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im neuen Köln-Krimi von Bärbel Böcker "Zirkus Mortale" spielt das Thema Zirkus eine eher untereordnete Rolle: illegale Adoption aus Drittländern - Guatemala in diesem Fall - ist das große Thema.

Eine Leiche - eine Enddreißigerin mit Mann und - wie sich herausstellt - adoptierter Tochter wird mit entstelltem Gesicht am Decksteiner Weiher gefunden. Kein schöner Anblick für den Findenden, einen Rentner und die Polizei und keine schönen Gedanken für den Journalisten Florian Halstaff, ihre Jugendliebe, der - wie schon im vorhergehenden Fall "Henkersmahlzeit" wie zufällig in die Ermittlungen gerät, denn Sabrina Delson - so der Name der Toten - wurde entstellt.

Und was für eine Rolle spielt die Guatemaltekin Dele, die beim Zirkus Roncalli jobbt, in dieser Geschichte?

Ein spannender Krimi. mit ein paar Längen und Unklarheiten zwar, trotzdem ein Lesegenuss, der vor allem Liebhabern des kölschen Lokalkolorits wärmstens ans Herz zu legen ist. Die kölsche Seele kommt hier definitiv nicht zu kurz! Wer die Krimis von Brigitte Glaser um die Spitzenköchin Katharina Schweitzer, die von Stephan Brüggenthies um Kommissar Zbigniew Meier oder auch die von Myriane Angelowski um die Ermittlerinnen Lou Vanheyden und Maline Brass liebt, wird auch die Bücher von Bärbel Böcker lieben.

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Erleuchtung

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.09.2013
ISBN 9783548285405
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alte Geschichten...

...beziehungsweise eine Geschichte, deren Fäden in Peru und in Deutschland, in der Vergangenheit - den "wilden" 60ern, den "ökomäßigen" 80ern - und der Gegenwart zusammenlaufen, steht im Mittelpunkt von Anne Chaplets neuem Kriminalroman.

Kommissar Giorgio DeLange trifft bei einer Dienstreise in Peru auf eine alte Geschichte, in der der ihm bekannte Karl-Heinz Neumann auftaucht... diese Geschichte hat mit viel Blut und Gewalt und mit großen Verlusten und nicht zuletzt mit der Terrororganisation "Leuchtender Pfad" zu tun. Karl-Heinz Neumann, einer der Player, begegnet ihm schließlich Monate später in der mondänen Umgebung des Maskenballs in der Alten Frankfurter Oper - von Seiten Neumanns ist diese Begegnung mehr als ungewollt, doch was steckt dahinter? Woher kennen sich die beiden, was sind die Hintergründe?

Wild geht es zu in der "Erleuchtung", wild und wirr - einerseits ist durchaus eine gewisse Spannung vorhanden, die sich durch die gesamte Geschichte zieht, doch zu wirr werden die Entwicklungen teilweise für meinen Geschmack, zu sehr springt die Handlung zwischen Hessen und Peru und verschiedenen Figuren hin und her.

Anne Chaplet schreibt fesselnd, literarisch anspruchsvoll und mit großer Kenntnis der internationalen Zeitgeschichte, daher ist auch ihr neues Werk auf sprachlicher Ebene ein Genuss und setzt sich wohltuend von der Masse deutscher Krimis ab. Doch leider vermag der Plot diesmal nicht Schritt zu halten mit den schriftstellerischen Fähigkeiten der Autorin, gerade zum Ende hin, wo doch eigentlich aufgelöst werden sollte, im letzten Drittel gibt es leider von allem - abgesehen von einer klaren Struktur und Auflösung - ein bisschen zu viel.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Weitwinkel

Simone Somekh , Anna Rottensteiner
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 22.03.2019
ISBN 9783709934470
Genre: Romane

Rezension:

strebt der Protagonist dieses Romans bereits früh, doch scheint sie versperrt zu sein für ihn.

Ezra, den wir als Jugendlichen kennenlernen, führt ein aus mitteleuropäischer Sicht überaus ungewöhnliches Leben, denn er wächst in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde auf, der sich seine Eltern, die aus wesentlich liberaleren Familien stammen, aus vollster Überzeugung angeschlossen haben. Auch nach vielen Jahren sind sie, die als "Dazugekommene" gelten, noch immer ängstlich darauf bedacht, bei der Erziehung ihres einzigen Sohnes nichts falsch zu machen.

Da machen ihnen Ezras Liebe zur Fotografie wie auch sein Nonkonformismus bald einen Strich durch die Rechnung: er wird dabei erwischt, wie er auf der Toilette Fotos von seiner Mitschülerin - übrigens mit ihrem vollsten Einverständnis, es ist eine Art Shooting und fliegt von der ebenfalls ultraorthodoxen Schule, um danach an einer wesentlich liberaleren, allerdings ebenfalls jüdischen Einrichtung weiteren aus Sicht seiner Eltern und deren Gemeinde verheerenden Einflüssen ausgesetzt zu sein.

Zu Hause gibt es eine Veränderung, indem ein Pflegekind aufgenommen wird - Carmi ist nur wenige Jahre jünger als Ezra und bald schon hat sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut - Ezra versteht, dass er mitnichten derjenige mit den größten Problemen ist.

Zum zweiten Teil, in dem sich Ezra alleine in New York durchschlägt und versucht, als Fotograf Fuß zu fassen, gibt es aus meiner Sicht einen großen Bruch - dieser ist weitaus oberflächlicher als der erste, wobei das möglicherweise Absicht des Autors Simone Sobekh ist, um den vollkommen anderen Lebensstil zu verdeutlichen, der hier herrscht. Für mich werden jedoch gewisse Gedankengänge des Protagonisten, die er zweifellos gehabt haben muss, dadurch zu wenig verdeutlicht und das Buch verliert für mich an Qualität. Zudem  erscheinen mir einige Abläufe und Handlungen ausgesprochen unlogisch.

Dennoch habe ich den Roman wirklich gerne gelesen: er fällt definitiv aus dem Rahmen des Bekannten bzw. Üblichen. Dem jungen Autor ist ein mutiges und stellenweise eindringliches Werk zu einem ausgesprochen ungewöhnlichen Thema gelungen, dem ich zahlreiche Leser wünsche.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Finsterau

Andrea Maria Schenkel
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2014
ISBN 9783423214964
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrea Maria Schenkel: Botschafterin eines prägnanten Stils und leiser Töne

Der lakonische Stil der Autorin ist genau wie die Wahrnehmung des Geschehenen aus unterschiedlichen Perspektiven quasi ihr Markenzeichen, das sich durch ihre Werke (ich muss gestehen - "Bunker" kenne ich nicht) zieht.

Ausgangssituation bei "Finsterau" ist die Ermordung einer jungen Frau und ihres unehelichen Sohnes kurz nach dem 2. Weltkrieg . Der Verdacht fällt auf ihren Vater,einen gottesfürchtigen Mann, der den Lebenswandel seiner Tochter mißbilligte und sie das auf Schritt und Tritt spüren ließ - er wird zur Rechenschaft gezogen und in eine Irrenanstalt - heute würden wir es als Psychatrische Klinik bezeichnen - gesperrt. Jahre später wird der Fall neu aufgerollt...

Kurz und prägnant zeichnet die Autorin die Perspektiven aller Beteiligten - auf eindringliche Art und Weise, die mich als Leserin in ihren Bann zieht. Parallelen zu "Tannöd" tun sich schon wegen des Ortes des Verbrechens und des Erzählstils - Aufrollen des Ereignisses aus verschiedenen Perspektiven auf, aus meiner Sicht hat jedes dieser beiden Werke trotzdem einen eigenen Charakter. Was das nachhaltige Lesevergnügen eher beeinträchtigt, ist der schnörkellose Aufbau der Story - belanglos würde ich es nicht nennen, aber es wird auch nicht ein Krimi sein, der mir lange Jahre lebhaft im Gedächtnis bleiben wird.

Zu empfehlen als Reiselektüre, für Menschen, die nicht gern dicke Bücher lesen, aber trotzdem einen gewissen Anspruch an deren Inhalt haben und mit Einschränkungen auch für Liebhaber von Regionalkrimis.

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Milchzähne

Helene Bukowski
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 15.03.2019
ISBN 9783351050689
Genre: Romane

Rezension:

Wo rohe Kräfte sinnlos walten: dieser Spruch ging mir bei der Lektüre dieses Buches öfter durch den Kopf, denn Skalde und ihre Mutter Edith sind dort, wo sie leben, unerwünscht. Dabei ist Skalde dort geboren und ihr Vater war ein Einheimischer, dessen Tod aber in Zusammenhang mit ihrer Mutter gebracht wird.

Man lebt für sich und ist mehr oder weniger gezwungen, als Selbstversorger zu agieren. Geld gibt es offenbar nicht mehr, denn zusätzliche Produkte erhält man durch Tauschgeschäfte mit den anderen. Die Anderen - ich würde sie nicht als Nachbarn bezeichnen, da sie sich kaum wie solche verhalten. Kurt ist jemand, der Mutter und Tochter wohlgesonnen ist, ebenso die beiden Frauen Gösta und Len, aber selbst mit diesen ist der Umgang überaus reduziert.

Es scheint, als hätte eine ungeheure Erderwärmung stattgefunden, die bereits große Regionen unbewohnbar gemacht hat und auch hier ist die Hitze kaum noch zu ertragen. Das, was existiert, wollen die Menschen für sich bewahren, Neue werden mit Argwohn betrachtet. Und das ist noch das Wenigste. Oft genug kommunizieren die Menschen hier nicht im Guten, sondern über Drohungen. Die Gemeinschaft ist keine, da es fast kein Mit-, sondern ein Gegeneinander gibt.

Eines Tages trifft Skalde das Kind Meisis und nimmt es mit nach Hause - es gelingt ihr nur für kurze Zeit, das kleine Mädchen zu verstecken, dann entdecken die anderen sie und betrachten sie vor allem aufgrund ihrer roten Haare mit Argwohn und halten sie für unnormal. Am liebsten würden sie sie ausradieren - und das ist wörtlich zu nehmen.

Skalde geht auf einen Handel ein - wenn Meisis innerhalb von zwei Monaten die Milchzähne ausfallen, ist sie ein normales Kind und kann bleiben, ansonsten wird sie beseitigt.

Etwas Ursprüngliches, Archaisches liegt in dieser Geschichte, die geheimnisvoll bleibt, denn vieles wird lediglich angedeutet. Die Symbolik und die Verbindung zu Themen unserer Gesellschaft  wie Ausgrenzung, Angst vor Neuem, Fremdenhass ist dennoch mehr als deutlich.

Helene Bukowski hat mit ihrem Debüt eine ganz besondere Art von Endzeitroman geschaffen. Ein beängstigendes Szenario mit einer Vision, die leider alles andere als unrealistisch ist. Ein Roman, dessen Lektüre Kraft und Mut erfordert. Wenn man sich heranwagt, kann es sich durchaus als Gewinn mit wegweisendem Inhalt entpuppen.

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