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165 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

essex, liebe, aberglaube, london, pfarrer

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Auf die eine oder andere Art ist mir jede der vorkommenden Personen unsympathisch. Dabei reichen die genauen Emotionen von “irgendwie seltsam“ bis “Was für ein Arschloch ist das bitte?“. Trotzdem hat mir „Die Schlange von Essex“ sehr gut gefallen, was irgendwie erstmal wie ein Widerspruch an sich klingt. Aber es ist nun mal so. Die Charaktere wurden übrigens im weiteren Buchverlauf auch nicht sympathischer.
So viel vorweg. „Die Schlange von Essex“ ist anders. Es lässt sich auch nicht wirklich in ein Genre einordnen. Roman trifft es, aber genauer wird schwierig. Da sind diverse Liebesgeschichten, aber auch der Aspekt des historischen Hintergrunds samt damit verbundener Gesellschaftskritik. Irgendwie ist es aber auch ein bisschen Mystery, schließlich geht es auch darum herauszufinden wer oder was die titelgebende Schlange ist. Nun ja, und Cora betreffend könnte man fast schon von Coming of Age sprechen. Auch wenn sie technisch gesehen bereits erwachsen ist und ein Kind hat. Aber sie ist in diesem Buch das erste Mal überhaupt einfach „nur“ Cora und muss auf niemanden Rücksicht nehmen.
Cora ist die Hauptheldin in diesem Buch, denke ich. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte, alle anderen Figuren kommen nur darin vor, weil sie eine Verbindung zu ihr haben. Auch wenn sich die Einzelschicksale dieser Figuren teils von ihr weg entwickeln oder sie kaum konkret mit ihr zu tun haben. Das macht das Buchuniversum sehr lebendig, die unterschiedlichen Erzählperspektiven tun zu dieser Lebendigkeit auch das Ihrige. Im Laufe des Buches erweitert sich dabei die Gruppe an Personen aus deren Perspektive erzählt wird. Immer wieder wird das Buch auch von Briefen oder Tagebucheinträgen unterbrochen.
Die Handlung ist an sich jetzt nichts Besonderes. Keine große Aufgabe, keine große Liebesgeschichte und ein Drache wird auch nicht getötet. Stattdessen geht es, dem Titel zum Trotz, im Wesentlichen um ganz alltägliche Dinge. Wie reagieren Menschen auf etwas scheinbar Nicht-Erklärbares? Und was wenn das eigene Leben plötzlich ganz andere Bahnen nimmt als gedacht? Wo ist die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe? 


FAZIT 

Ein wunderbares Buch, das sich seine Preise und Nominierungen mehr als nur verdient hat. Unbedingte Leseempfehlung für alle Menschen, die auch mal ein paar hundert Seiten ohne Action überleben!

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

curtis sittenfeld, vermählung, stolz und vorurteil, adaption, jane austen

Vermählung

Curtis Sittenfeld , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959671149
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich bin ja was Neuerzählungen von Klassikern oder Märchen angeht immer eher skeptisch. Und Curtis Sittenfeld hat sich hier nicht an irgendein Buch gewagt, sondern an „Stolz und Vorurteil“, eines meiner Lieblingsbücher. „Vermählung“ ist Teil eines Projektes von Harper Collins alle Bücher von Jane Austen zu modernisieren und neu zu erzählen. Bisher erschienen ist z.B. unter anderem eine Neuerzählung von Northanger Abbey, die Val McDermid in Angriff genommen hat. Dabei ist es das Ziel dem Original so treu wie möglich zu bleiben.


In „Vermählung“ hat man allerdings im ersten Augenblick das Gefühl als ob Curtis Sittenfeld nichts heilig ist. Denn sie versetzt die Handlung nicht nur in die Moderne sondern auch gleich vom ländlichen England nach Cincinatti, Ohio, USA. Und Lizzy, Jane und ihre Schwestern sind wesentlich älter als im Original, mal ganz abgesehen davon, dass der Altersunterschied zwischen ihnen ebenfalls um einiges größer ist (Mehr als 15 Jahre liegen hier zwischen Jane und Lydia, im Original sind es grade mal 7). Überraschenderweise funktioniert diese Art der Neuerzählung wirklich gut.


Zwar hat man oft das Gefühl, die Handlung und die agierenden Personen nicht wiederzuerkennen, aber genauer betrachtet folgt „Vermählung“ dem Vorbild „Stolz und Vorurteil“ sehr genau, lediglich das Ende weicht stark von der Vorlage ab. Einer Tatsache, an der sicher auch die eher kleine Rolle von Kathy de Bourgh (im Orginal: Catherine de Bourgh) Schuld ist. Dafür bekommen wir tatsächlich einmal die Hochzeit von Jane mit.


Ich bin selbst immer noch verblüfft, wie gut mir dieses Buch gefallen hat. Und obwohl ich das Original fast schon in und auswendig kenne, wurde ich hier immer wieder überrascht. In den meisten Fällen wich diese Überraschung dann der Realisation, dass die Szene oder Person tatsächlich eine Entsprechung im Original hat.


Manchmal jedoch hat mir der Humor von Jane Austen gefehlt, sie hatte einfach eine unvergleichliche Art zu schreiben. Man muss es Curtis Sittenfeld aber meiner Meinung nach hoch anrechnen, dass sie gar nicht erst versucht Jane Austen in dem Aspekt nachzueifern. Sätze wie “it is a truth universally acknowledged that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife.” können einfach nur einmal in der Literaturgeschichte geschrieben werden. Dafür eifert Curtis Sittenfeld in einem anderen Punkt ihrem Vorbild umso mehr nach: Im Menschen beobachten. Zwar bin ich selbst kein Teil der amerikanischen Oberschicht, aber die Art und Weise, wie diese hier beschrieben wird hört sich sehr… hmm… ja… richtig an. Bingley und Darcy haben hier beide einen „richtigen“ Job: Sie sind Ärzte, wobei Darcy als Neurochirurg eindeutig erfolgreicher ist als sein Freund. Und obwohl sie ihren Reichtum genießen, drängen sie sich nicht ins Lampenlicht. Vor allem Darcy, der neben seinem sicher nicht unerheblichen Gehalt auch noch ein großes Erbe besitzt, zeigt keinerlei Anstalten in irgendeiner Form eine öffentliche Person zu werden.


Am meisten hat mich persönlich die ganze Sache mit der Reality-Show gestört. Reality-Show? Ja, Bingley hat nämlich bei einer Version von „Bachelor“ mitgemacht und das ist etwas, dass immer wieder auftaucht und das Ende stark mitbestimmt. Ich hatte da so ein bisschen das Gefühl als ob alle aus ihren Rollen fallen würden, grade die sonst so vorsichtige Lizzy. Vielleicht weil es für diesen Teil keine wirkliche Entsprechung in „Stolz und Vorurteil“ gibt und Curtis Sittenfeld improvisieren musste.

Die andere Sache mit der ich wirklich ein Problem hatte war Mary. Oder besser gesagt: Das letzte Kapitel. Dieses ist aus Marys Sicht geschrieben und wie ich finde problematisch. Nicht weil Mary darin sagt, dass sie auch ohne Mann (oder Frau) auskommt. Oder, weil sie in diesem Kapitel endgültig zum feministischen Klischee wird. Sondern weil ich irgendwie das Gefühl habe das Mary asexuell sein soll. Gut, Asexualität als Begriff ist ein sehr weites Feld, das sowohl Menschen umfasst, die quasi keinerlei sexuelle Bedürfnisse haben als auch solche, die einfach anderen Menschen gegenüber keine sexuelle Anziehung verspüren. Aber Asexuell und zweimal täglich masturbieren kratzt glaube ich schon sehr stark an der Definitionsgrenze. Auch, weil Mary generell keinerlei Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen zeigt und nicht nur keines an Sex. Was schade ist, weil dadurch so ein bisschen die Hintertür „Du hast nur noch nicht den/die Richtige/n gefunden“ offen bleibt.


Ist es eine gelungene Neuerzählung?


Ja, das ist es. Sie ist anders als ich es erwartet hatte, aber eben auch um Welten besser, als ich es erwartet hätte. Trotz der negativen Punkte. Zwar denke ich, dass Jane Austen heute eher Geschichten über die Mittelklasse erzählen würde (schließlich würde sie selbst dieser heute sehr wahrscheinlich angehören), aber wenn man versucht dem Original so treu wie möglich zu bleiben, ist die Umgebung wirklich gut gewählt. Alles in allem sehr empfehlenswert, wenn man "Stolz und Vorurteil" mal anders erleben möchte.

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75 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

introvertiert, psychologie, introversion, persönlichkeit, still

Still

Susan Cain , Franchita Mirella Cattani , Margarethe Randow-Tesch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.07.2013
ISBN 9783442157648
Genre: Sachbücher

Rezension:


Erster Eindruck:

Weiß. Sachbuch. Also eigentlich habe ich keinen wirklich Eindruck.

Inhalt:

Susan Cain war mal erfolgreiche Wall Street Anwältin. Und sie ist introvertiert.  Deswegen hat sie ein Buch geschrieben: Über stille Menschen in einer lauten Welt.

Meine Meinung:

Ich wollte dieses Buch ganz lange nicht lesen. Aber irgendwie tauchte es immer wieder auf. Und da bin ich dann doch eingeknickt.
Und was soll ich sagen? Lesenswert!

Das grundlegende Prinzip introvertiert/extravertiert kannte ich schon länger (Sims sei dank ;)), aber Susan Cain hinterfragt das und erklärt genau welche Charaktereigenschaften für sie unter introvertiert/extravertiert fallen.

Außerdem zeigt wie sich unsere westliche Welt im letzten Jahrhundert zu einer extravertierten Gesellschaft gewandelt hat. Denn im 19. Jahrhundert wurden stille, eher introvertierte Menschen noch bewundert, mittlerweile sind es eher die Menschen, die sich gut selbst verkaufen können, die bewundert werden. Zu mindestens in den USA.
Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch, denn Susan Cain scheint über weite Strecken immer von „der Welt“ zu sprechen, aber natürlich ist das nicht überall gleich. Schon allein der Unterschied USA/Deutschland macht das deutlich, bei uns wird meiner Erfahrung nach noch etwas mehr Wert auf tatsächliches Können gelegt. Zwar ändert sich das auch und man muss sich immer mehr selbstdarstellen können, aber grundlegend muss man immer noch auch auf dem Papier die richtige Qualifikation haben.

Außerdem finde ich, dass teilweise etwas zu sehr auf dem fachlichen Hintergrund rumgehackt wird. Und teilweise widersprechen sich ihre Fachleute auch gegenseitig, was natürlich völlig okay ist – so funktioniert Wissenschaft – aber in einem populärwissenschaftlichen Buch wäre es schön, wenn das etwas sortierter wäre. Außerdem stimme finde ich, dass sie etwas zu sehr darauf herumreitet, dass Introvertierte ja so viel besser sind. Mag sein, dass wir überlegtere Entscheidungen treffen, aber manchmal müssen eben auch schnelle Entscheidungen getroffen werden.

Insgesamt ist „Still“ sehr verständlich geschrieben und auch trotz vieler zitierter Fachartikel gut zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall fast in einem Stück durchgelesen. Überflüssig und wenig interessant fand ich nur den Anhang. Dort fand man z.B. eine Liste berühmter introvertierter Personen, ein Interview mit der Autorin etc. Aber neue Informationen: Fehlanzeige!

Fazit:

Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen, ob man nun selbst introvertiert ist oder nicht. Mir hat es sehr geholfen Menschen generell zu verstehen. Und den einen oder anderen Tipp für introvertierte gibt es auch, jedoch ist es kein Selbsthilfebuch.

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krimi, comic, urban fantasy, fantasy, die flüsse von london

Rivers of London - Body Work

Ben Aaronovitch , Andrew Cartmel
E-Buch Text: 128 Seiten
Erschienen bei Titan, 02.03.2016
ISBN 9781782768418
Genre: Sonstiges

Rezension:


Erster Eindruck:

Zu einem „Flüsse von London“-Buch gehört irgendwie eine Karte auf dem Cover. Auf diesem hier ist das wirklich toll gemacht.

Inhalt:

Peter hat mal wieder einen Fall. Diesmal gibt es da ein gewisses Problem mit einem verhexten Auto, das sich selbstständig macht. Und Menschen umbringt. Da muss natürlich das Folly ran.

Meine Meinung:

Erst war ich etwas skeptisch, ob der Comic wirklich einen neuen Fall beinhaltet. Denn Body Work gehört zum „Flüsse von London“ Universum und oft bieten Comic-Adaptionen einer Buchreihe ja nichts wirklich Neues. Aber Body Work ist tatsächlich ein eigenständiger Fall, ich würde sogar sagen, dass man es ohne Kenntnis der Bücher lesen kann. Zwar verpasst man dadurch einige Insiderwitze, aber insgesamt steht der Fall für sich alleine.
Laut dem Autor Ben Aaronovitch steht Body Work in der Chronologie zwischen Band 4 und 5 der Buchreihe. Wenn man also die Buchreihe liest oder vor hat zu lesen bekommt man so natürlich einiges gespoilert u.a. einen sehr wichtigen Plottwist in Band 4.

Der Comic ist ursprünglich in mehreren Teilen erschienen, die hier in einem Sammelband zusammengefasst wurden. Dadurch gibt es zwischendrin immer mal eine Art Ciffhanger und/oder Sprünge in der Handlung. Mich persönlich hat das nicht gestört, da die Haupthandlung durchgängig war.
Interessant fand ich auch die verschiedenen Cover der einzelnen Bände, die alle abgedruckt waren. Ach ja und die „Kurzgeschichten“ am Ende waren auch sehr witzig.

Insgesamt zeigt Body Work vor allem, dass Ben Aaronovitch ursprünglich Drehbuchautor war. Denn nicht jeder Autor schafft es eine Geschichte zu schreiben, die so gut als Comic funktioniert. Als „normales“ Buch hätte Body Work nur halb so gut funktioniert, aber in einem Comic wo vieles (wie im Film) gezeigt wird und nicht beschrieben werden muss: Toll!
Die Zeichner des Comics haben meiner Meinung nach auch einen guten Job gemacht. Im ersten Moment war der Zeichenstil etwas gewöhnungsbedürftig, da ich vorher noch nie einen Comic mit einem recht realistischen Stil gelesen hatte. Nach einer Eingewöhnungszeit bin ich nun allerdings begeistert davon.

Fazit:

Eine tolle Ergänzung zur Peter-Grant-Reihe. Man kann zwar auch überleben ohne die Comics zu lesen, aber meiner Meinung nach ist Body Work gelungener als z.B. der 5. Teil der Buchreihe.

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Tags: comic, die flüsse von london, fantasy, krimi, urban fantasy   (5)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

russen, weltkrieg, juden, verschollen, rote armee

Nenn mich nicht bei meinem Namen

Waldtraut Lewin
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.11.2014
ISBN 9783570402283
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Erster Eindruck

Gibt es ein Cover, das noch mehr „Ich bin ein historischer Jugendroman“ schreit? Aber ich mag es trotzdem :)

Inhalt

Eliane  hat den Holocaust überlebt. Grade so. Aber sie kann nicht beweisen, wer sie ist und hat deswegen in Nachkriegs-Deutschland keine Identität. Bis sie eine alte Dame trifft, durch diese bekommt sie einen neuen Namen. Aber auch eine neue, gefährliche Aufgabe.

Meine Meinung

Ich habe bereits vor einigen Monaten „Himmel ohne Sterne“von Rainer M. Schröder gelesen, welches das gleiche Thema behandelt nämlich die illegale Einwanderung nach Palästina nach Ende des 2. Weltkriegs. Vielleicht hatte ich auch deswegen meine Probleme mit „Nenn mich nicht bei meinem Namen“, denn Rainer M. Schröder ist nun mal ein Autor, mit dem ich quasi groß geworden bin. Seine historischen Romane haben mein Verständnis für dieses Genre vielleicht mehr geprägt als jeder andere Autor.

Erstmal: Im Buch wird immer von der Alija Daleth geredet. Keine Ahnung ob das ein Fehler in meiner Ausgabe ist oder ein generell Fehler. Denn die Einwanderung hieß Alija Bet, von Alija (Einwanderung) und Bet, dem zweiten Buchstaben im hebräischen Alphabet.
Dazu scheint mir die Hagana doch sehr leichtgläubig. Klar, sicher hatten die allermeisten der Juden keine gesicherte Identität und diejenigen, die sich auf den Weg nach Palästina machten am allerwenigsten. Aber ein Mädchen einfach so akzeptieren? Nur weil sie angeblich wichtige Negative bei sich trägt? Ein bisschen Skepsis ist da ja schon angebracht, denke ich. Außerdem versucht Eliane fast 1 Jahr lang auf eines der Schiffe zu kommen. Da kommt keiner auf die Idee sie vielleicht auch zur Kämpferin auszubilden? Sie scheint ja bekannt zu sein unter der Hagana- Führung. Das passt einfach nicht finde ich, denn die Hagana war soweit ich weiß nicht einfach nur ein Haufen Verrückter sondern gut organisiert. Fast schon eher eine richtige Armee, denn eine Miliz.
Und die Briten scheinen mir am Ende doch sehr leichtgläubig bzw. sogar sorglos. Mehr sei dazu einfach nicht gesagt.

Liane hat einfach viel zu viel Glück. Ja, verdammt es ist ein Jugendbuch. Aber auch Jugendliche können was ab und das war damals einfach kein Zuckerschlecken. Es muss nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein! Und Waltraut Lewin macht hier genau das: Es wird immer alle gut, alle Probleme sind eher Schrecksekunden, als richtige Probleme. So viel Glück hat ein einzelner Mensch einfach nicht!!
Vom Schreibstil ist „Nenn mich nicht bei meinem Namen“ wirklich gut, die Charaktere sind vielfältig, wenn auch teilweise eindimensional. Von den Wenigsten wird die Motivation hinterfragt. Aber trotzdem gut geschrieben.

Fazit

Ein gutgemeintes und gut geschriebenes Buch über ein interessantes Thema. Aber leider ein bisschen zu viel „Alles wird gut“-Mentalität.

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

flucht, 2. weltkrieg, wilhelm gustloff, preußen, kriegsdrama

Salz für die See

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560230
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Erster Eindruck

Tja, ein Königskinder-Buch. Also: Wunderbares Cover ist quasi selbstverständlich. Mich erinnert es übrigens ein wenig an die DGzRS Werbung, da ist auch immer viel aufgewühltes Wasser und ähnliche Farben sind das auch. Unter dem Schutzumschlag ist übrigens "Wilhelm Gustloff" eingeprägt. Und es gibt ein Lesebändchen!

Inhalt

Es ist Januar 1945. Die sowjetischen Truppen rücken immer weiter vor in Ostpreußen.
Florian, Emilia und Joana sind auf der Flucht. Jeder für sich und doch irgendwie zusammen. Und jeder hat seine Geheimnisse.
Alfred ist Soldat. Mehr oder weniger. Einsatzort: Die "Wilhelm Gustloff".


Meine Meinung

Wie fasst man ein solches Buch in Worte?

"Salz für die See" ist großartig. Verstörend. Wundervoll. Beängstigen. Atemberaubend. Zum Nachdenken anregend. Einfach unbeschreiblich.

Ich hatte Angst, dass ich zu hohe Erwartungen haben würde an dieses Buch. Schon so oft haben mich historische Roman enttäuscht. Aber Ruta Sepetys macht alles richtig. Sie schafft es einfach die Gefühle der Protagonisten einzufangen.

"Salz für die See" ist auch vier verschiedenen Sichten geschrieben. Meistens wird dabei nach 1 oder 2 Seiten die Perspektive gewechselt. Aber teilweise ist es auch nur ein Absatz. Oder sogar nur ein Satz. Durch diese Erzählweise schafft die Autorin es grade am Ende des Buches einen in einen Mahlstrom aus Gefühlen zu befördern. Was ziemlich verstörend sein kann. Wirklich.
Die vier Protagonisten kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen und jeder hat seine eigenen Gründe. Jeder der vier ist einzigartig und gut charakterisiert. Lediglich Alfred scheint manchmal etwas eindimensional, aber auch das scheint Absicht.

Man merkt es vielleicht: Ich weiß nicht recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Definitiv eines meiner Jahreshighlights. Aber eben auch ein Buch, dass mich ganz sicher nicht hat jubeln lassen. Außerdem finde ich es sehr schwer darüber zu erzählen ohne zu spoilern. Wobei doch, eins kann ich sagen: Die Wilhelm Gustloff wird untergehen. Und mehr als 9000 Menschen mit sich reißen.

Fazit

Einfach selber lesen! "Salz für die See" ist so unbeschreiblich, aber ich kann euch versprechen, dass es ganz sicher einen Eindruck hinterlassen wird!



Ich habe dieses Buch in Tausch für eine ehrliche Rezension vom Königskinder Verlag/Carlsen bekommen. Meine Lobeshymmne hat aber ganz sicher nichts mit diesem Fakt zu tun, dafür ist das Buch ganz alleine verantwortlich, egal wo ich es her habe.

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Tags: 2. weltkrieg, angst, fluch, katastrophe, ostpreuße, wilhelm gustloff   (6)
 

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

glück, weihnachten, london, kinder, irland

Das Weihnachtswunder von Old Nichol

Raymond A. Scofield
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008894
Genre: Romane

Rezension:

Erster Eindruck:

Cover-Klick. Also nicht wirklich Cover-Kauf, weil ich dieses Buch ja netterweise von NetGalley habe, aber da habe ich es wegen dem Cover angeklickt. Es wirkt so schön winterlich.


Inhalt:

Anna und Benjamin haben nicht die besten Vorrausetzungen für ein schönes Weihnachtsfest: Aus ihrer Heimat Irland sind sie vor einer Hungersnot ins Londoner East End zu ihrer Tante geflohen. Doch die ist nun tot und Anna und Benjamin dem ruchlosen Apotheker Mr. Fox schutzlos ausgeliefert. Ein Unglück reiht sich an das Nächste und vom „Glück der Iren“ ist nicht viel zu spüren.


Meine Meinung:

Wie niedlich! Ja, ich glaube „süß“ ist eine gute Beschreibung für „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“. Der Klappentext verspricht das London von Oliver Twist und das bekommt man als Leser auch. Mit ein bisschen Feenstaub inklusive. Also die gute Art von Feenstaub, die die das Leben etwas magischer macht.


Die Figuren in „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ sind überraschend gut ausgearbeitet. Dass Anna manchmal ins Irisch-Gälische fällt irritiert am Anfang etwas, aber auch daran gewöhnt man sich. Und authentisch ist es ja. Nur ein bisschen Stereotypen sind die beiden ja schon. Mussten sie zum Beispiel ausgerechnet rote Haare haben? Beide? Immerhin heißen sie nicht Patrick und Mary.

Und dann ist da ja noch „Welchiger“, wobei ich über ihn nicht allzu viel verraten möchte. Aber er ist cool drauf, das kann ich versprechen! Außerdem war es meiner Meinung nach eine sehr gute Idee ausgerechnet jemanden wie ihn zu einem treibenden Element der Handlung zu machen. (Das klingt jetzt alles sehr mysteriös, oder? Aber ich möchte nicht zu viel verraten, egal wie sehr ich „Nämlichen“ mag…)

Weiterer Pluspunkt: Keine Liebesgeschichte! Man kann Weihnachten nämlich auch feiern ohne das die ganze Welt sich verlieben muss. Stattdessen beschwört Raymond A. Scofield eine andere Art Weihnachtszauber herauf.


Ein großer Minuspunkt: Leider ist „Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ ein Buch in dem schon sehr früh klar wird, dass es ein Happy End geben wird. Und zwar eines in dem Jeder das bekommt, was er verdient. Das ist wirklich schade, da so etwas von der Spannung verloren geht. Und auch das Glück wird manchmal etwas überstrapaziert.


Fazit

Oliver Twist mit einer ordentlichen Portion Feenstaub. Ein wunderbares, wenn auch etwas vorhersehbares Weihnachtsbuch.



Ich habe dieses Buch im Tausch für eine ehrliche Rezension auf meinem Blog Büchernest vom Verlag erhalten

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Tags: glück, irland, leprechaun, london, weihnachten   (5)
 

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

unsterblichkeit, teufel, molekularbiologie, biologie, ewiges leben

Die Unglückseligen

Thea Dorn
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Knaus, 26.02.2016
ISBN 9783813505986
Genre: Romane

Rezension:

Erster Eindruck:

 Dieses Cover war der Grund, warum ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden bin. Ist es nicht wunderbar verrückt und toll?


Inhalt: 

Johannas Ziel ist es Menschen unsterblich zu machen. Also für den Moment versucht sie erst einmal das Leben von Mäusen signifikant zu verlängern.

John hat das Ziel „Unsterblichkeit“ bereits erreicht. Aber glücklich ist er deswegen nicht.

Als Johanna davon erfährt setzt sie alles dran um zu erfahren, wie es möglich ist Unsterblichkeit zu erlangen. Und der Teufel schaut zu…


Meine Meinung:

Thea Dorn erzählt aus drei verschiedenen Perspektiven und je nach Perspektive ändern sich auch die Ausdrucksweise und der Schreibstil. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig und verwirrend. Grade die altertümliche Sprache von John/Johann war sehr schwierig zu lesen, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass für eine bessere Lesbarkeit einige Abstriche beim historischen Detail der Sprache gemacht worden wären. Der zunächst nicht identifizierte dritte Erzähler war was das angeht teilweise noch schlimmer als Johann.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass viele Sachen stark vereinfacht wurden. Zwar bin ich keine Mikrobiologin, aber einige der Arbeitstechniken lernen wir im Pharmazie-Studium auch und meiner Erfahrung nach ist es nun mal nie einfach. Mal abgesehen davon, dass Johann scheinbar in ihr Labor darf. Die meisten Mikrobiologen, die ich kenne, arbeiten in Reinräumen: Da kann man nicht einfach mal so rein.

Die Idee an sich ist wirklich, wirklich toll. Aber irgendwie scheint sie etwas außer Kontrolle zu geraten, ich hätte mir mehr Diskussion über die Grenzen der Wissenschaft gewünscht. Mehr Ethik-Diskussionen. Und weniger „Wir machen jetzt einfach mal“. Und eine etwas befriedigendere Auflösung, ein richtiges Ende eben. Denn es wirkt für mich irgendwie wie ein Ausweg aus einem Plot, der nur mit dem Buchende zu retten ist. Ja irgendwie passt das zum Geisteszustand der Protagonisten, aber für mich als Leserin ist es trotzdem unbefriedigend.

Zusammenfassen kann man alle meine Kritikpunkte denke ich mit einem Satz: Ich habe etwas anderes erwartet. Nach den Rezensionen, die ich gelesen hatte und nach dem Klappentext dachte ich, dass in „Die Unglückseligen“ wesentlich mehr Fokus auf die ethische Diskussion hinter dem Thema “Unsterblichkeit“ gelegt wird.


Fazit:

Leider nicht ganz was ich erwartet habe. Die Idee und die Geschichte ist aber trotzdem spannend und mal etwas anderes. Wer über die kleineren Probleme hinweg sehen kann und vielleicht auch einfach eine andere Erwartungshaltung hat, wird in „Die Unglückseligen“ sicher ein wunderbares Buch finden.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

nachkriegszeit, 2015, judentum, flucht, palästina

Himmel ohne Sterne

Rainer M. Schröder
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei cbj, 05.10.2015
ISBN 9783570172223
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erster Eindruck: 

Passt zum Titel und zwar wirklich. Und es ist mal kein 08/15 Jugendbuchcover.


Inhalt: 

München, 1946: Jannek und Leah haben den Nazionalsozialismus überlebt. Grade so. Aber ihre Erlebnisse in den KZ haben sie stark geprägt und jetzt müssen sie im Nachkriegs-Deutschland auch noch ums Überleben kämpfen. Bald schon reift die Idee nach Palästina zu gehen, aber die Reise ist gefährlich und den Staat Israel gibt es noch nicht.

In London ist die Familie Bucheim immer mehr Anfeindungen ausgesetzt, als deutsche Juden werden sie überall ausgegrenzt und teilweise direkt angegriffen. Alija Bet – die illegale Einwanderung nach Palästina – scheint auch für sie die letzte Hoffnung.

Meine Meinung:

In letzter Zeit war ich nicht mehr so begeistert von Rainer M. Schröders Romanen. Ich dachte schon ich sei zu erwachsen dafür geworden, aber dieses Buch beweist mir das Gegenteil.

Vorweg: Für sanfte Seelen ist „Himmel ohne Sterne“ nichts. Ganz und gar nichts. Hier wird kein Blatt vor dem Mund genommen was die Realität des Holocaust und des Lebens im Nachkriegs-Europa angeht. Auch das die illegale Einwanderung kein fröhlicher Sonntagsspaziergang war wird ganz sicher nicht verheimlicht. Mich hat vor allem das Verhalten der Briten geschockt, ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass sie dem Problem „Palästina“ nicht gewachsen waren, aber in konkreten Situationen werden einem die Auswirkungen erst bewusst. Das gilt für vieles in diesem Buch, denn die Rahmenhandlung dürften die Meisten aus dem Geschichtsunterricht kennen, aber die Umsetzung…

Ich glaube in keinem anderen Buch von Rainer M. Schröder sterben so viele Menschen, wie in „Himmel ohne Sterne“. Vielleicht in der Falken-Saga, aber das sind 5 Bände und entsprechend mehr Seiten…  Und Happy End ist auch nicht wirklich drin…

Leah war für mich „die“ Figur in diesem Buch, ich habe das Geschehen quasi immer durch ihre Augen betrachtet auch wenn nicht alles aus ihrer Sicht erzählt wurde. Jannek dagegen blieb mit die meiste Zeit rätselhaft, auch das Ende hat mir nur bedingt geholfen ihn zu verstehen. Sophie und Marius waren da besser zu verstehen, genauso wie Ari. Aber ich denke, das war auch so gewollt. Man lernt halt die vielen verschiedenen Schicksale kennen, die Juden dazu geführt haben nach Palästina auswandern zu wollen und für einen Staat Israel zu kämpfen. Dazu gehört eben auch der verbitterte und schwer traumatisierte KZ-Überlebende, der glaubt, dass es für ihn keine Zukunft gäbe.

Übrigens: So ganz nebenbei wird auch erklärt, warum in der Region jetzt grade die Hölle los ist (und warum das auch eigentlich mal mehr, mal weniger seit 100 Jahren so ist).

Ach, ich würde gerne noch so viel mehr schreiben über dieses Buch, aber leider würde das meiste davon meine „Keine Spoiler in Rezensionen“-Regel verletzen und hier jetzt jede Menge Spoiler Buttons setzen möchte ich nicht. Gibt ja auch so genug zu sagen.



Fazit: 

5 Sterne, was denn sonst. Dieses Buch MUSS man gelesen haben, gleich nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Pflichtlektüre für jeden der sich auch nur ansatzweise für das Thema interessiert und eigentlich auch für alle anderen!

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

olympische spiele, berlin, oliver hilmes, nationalsozialismus, drittes reich

Berlin 1936

Oliver Hilmes
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Siedler, 02.05.2016
ISBN 9783827500595
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tja, ich denke der Titel macht schon klar worum es geht: Um die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Als Hitler und Co. es schafften der Welt ein friedliches und "normales" Deutschland vorzuführen obwohl schon die ersten Konzentrationslager gebaut wurden.

Genau genommen berichtet Oliver Hilmes aber nicht nur über diese 16 Tage sondern auch über Sachen, die vorher und nachher passierten. Inklusive einem "Was wurde aus...?" am Ende.


Die in "Berlin 1936" vorgestellten Personen decken quasi die ganze Bandbreite ab: Vom Präsidenten des internationalen olympischen Komitees über ranghohe Nazis wie Goebbels zu Restaurantbesitzern und einfachen (jüdischen) Bürgern. Dabei schlägt Oliver Hilmes nicht den typischen eher belehrenden, mit Fußnoten und Anmerkungen durchsetzen Sachbuch-Stil an, stattdessen erzählt er Geschichten. Ja, er zitiert auch z.B. aus dem Tagebuch von Joseph Goebbels, aber diese Zitate sind quasi einfach nur da und werden nicht besonders hervorgehoben. Gut, es findet auch keine Diskussion der Bedeutung und Verlässlichkeit der verschiedenen Quellen statt. Eine Tatsache, die meine Geschichtslehrerin aus der Oberstufe wahrscheinlich verurteilen würde. Teilweise finden sich auch Auszüge aus Primärquellen direkt wieder z.B. aus Polizeiberichten oder den Anweisungen der "Reichspressekonferenz". Generell wird nicht bewertet was diese Auszüge oder auch andere Begebenheiten bedeuten. Das wird dem Leser überlassen. Oliver Hilmes ist quasi wirklich nur der Erzähler. Mir persönlich gefällt diese Art und Weise sehr gut, man fühlt sich ins Jahr 1936 versetzt.


"Berlin 1936" ist nicht in Kapitel sondern in Tage unterteilt. Jedem Tag ist ein Bild aus der Zeit sowie der offizielle Wetterbericht des Tages vorangestellt. In einzelnen Abschnitten werden dann verschiedenen Geschichten erzählt. Einige Personen tauchen dabei immer wieder auf, während andere nur einmal einen kurzen Absatz bekommen und dann wieder von der Bildfläche verschwinden. Besonders fasziniert hat mich die Geschichte um Thomas Wolfe und Heinz Ledig-Rowohlt, aber auch das "Was wurde aus...?" war sehr interessant. Da stellt sich der kleine Junge plötzlich als später weltbekannter Historiker heraus und die Frau, die spontan Hitler küsste bei den olympischen Spielen, rettet dank ihrer Deutschkenntnisse wenige Monate später einer Frau das Leben. Mal ganz abgesehen von den vielen Geschichten über Menschen, die auf die eine oder andere Art versuchen zu fliehen.


Insgesamt würde ich sagen: Definitiv 5 Sterne. Es hat unglaublich Spaß gemacht "Berlin 1936" zu lesen und interessant war es noch dazu!

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

skurril, hotel, nebel, schwarzer humor, tod

Frühstück mit den Borgias

DBC Pierre , Max Stadler
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 14.03.2016
ISBN 9783351050269
Genre: Romane

Rezension:

Erster Eindruck:

Dieses Cover, ich mag das Haus voll gerne. Und „Frühstück mit den Borgias“ hat keinen Schutzumschlag (aber so Klappen innen drin), seltsames Gefühl wo heute doch fast alle Hardcover einen haben.


Inhalt:

Ariel Panek ist in einem Hotel mitten in der englischen Provinz gestrandet. Dabei muss er doch nach Holland zu einer wichtigen Konferenz. Und zu seiner Freundin Zeva. Die anderen Gäste sind da auch keine besonders große Hilfe, sie sind allesamt etwas verrückt.


Meine Meinung:

Dieses Buch verwirrt mich. Zwar wird am Ende aufgelöst, warum das Hotel und seine Gäste etwas…hmm…exzentrisch sind, aber trotzdem bleiben noch tausend Fragen offen.

Vom Schreibstil her ist „Frühstück mit den Borgias“ wirklich gut und flüssig zu lesen. Das war so eigentlich meine Hauptangst vorher, schließlich ist der Autor DBC Pierre ja Booker-Prize-Gewinner und oft schreiben solche Menschen ja etwas gewöhnungsbedürftig.

Das Gute an diesem Buch sind die teils wirklich witzigen Dialoge, leider bleiben die Figuren aber eher schemenhaft. Ja, sie haben alle einen Knall, aber mehr kann man dann auch schon nicht über sie sagen. Einzig Zeva wird ein wenig besser charakterisiert, sie wirkt etwas echter. Allerdings kommt sie leider nicht besonders häufig vor.

Ein Krimi ist dieses Buch auf jeden Fall nicht, eher vielleicht noch ein Mystery-Roman. Aber so eine richtige Handlung entspinnt sich nicht. Als Theaterstück würde es sicher gut funktionieren, aber so als Buch fehlt irgendwie dieser rote Faden, der antreibende Faktor. Ich habe es zwischenzeitlich weggelegt und lieber was anderes gelesen, weil es mich einfach nicht mitgerissen hat. Ein paar komische Menschen in einem komischen Hotel. Die immer wiederkehrenden Diskussionen sind eben auch nur beim ersten Mal spannend.


Fazit:

Ich habe keine Ahnung, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist verwirrend und hat mich recht unzufrieden zurückgelassen. Vielleicht 3 Sterne? Besser auf jeden Fall nicht, dafür hat mir die richtige, spannende Handlung zu sehr gefehlt.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ww2, soldiers, kämpfen, war, wwii

Front Lines (The Front Lines series)

Michael Grant
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Electric Monkey, 28.01.2016
ISBN 9781405273824
Genre: Sonstiges

Rezension:

Erster Eindruck:

Ich mag hier eindeutig das britische Cover lieber als das amerikanische. Letzteres wirkt so ein bisschen… imperialistisch? Es erinnert mich auf jeden Fall an Poster aus dem 2. Weltkrieg. Ich finde das britische Cover mit dem Tarn und der Hundemarke passt einfach besser.


Inhalt:

1942, die USA in einer alternativen Zeitlinie: Rio, Frangie und Rainy haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen freiwillig zur Armee gemeldet. Sie gehören damit zu den ersten Frauen, die tatsächlich zu den kämpfenden Truppen gehören und weit entfernt von zu Hause gegen die Deutschen kämpfen werden.


Meine Meinung:

Wie übersetzt man „alternate universe“? Ich habe mich jetzt für alternative Zeitlinie entschieden, Parallelwelt ginge sicher auch. Fakt ist: Die Entscheidung, die es in Front Lines möglich macht, dass auch Frauen zur kämpfenden Truppe eingezogen werden können, gab es in unserer Realität nicht. Das macht Front Lines jetzt aber nicht zu einem Science-Fiction-Buch. Es ist einfach nur eine etwas andere Art, sich mit einem bekannten Thema auseinander zu setzen. Und auch wenn ich Reihen nicht so gerne mag: Auf die weiteren Soldier Girls Bände freue ich mich jetzt schon.

Mir ist Front Lines sehr unter die Haut gegangen. Einmal die Perspektive: Soldaten. Und dann auch noch weibliche Soldaten. Und dann die Tatsache, dass Michael Grant ganz sicher nicht daran glaubt, dass Jugendbücher irgendetwas verschleiern sollten. Egal ob es Sexismus und Rassimus sind oder die genaue Beschreibung von Tod und Verderben.


Ist das ganze realistisch? Keine Ahnung. Ich bin keine Soldatin und habe es auch nicht vor zu werden. Was ich weiß: In Front Lines müssen Männer und Frauen die gleichen Aufgaben gleich gut erfüllen. In der Realität wurden die körperlichen Anforderungen für Frauen meistens etwas gesenkt. Einfach weil es auf Grund des unterschiedlichen Körperbaus für Frauen wesentlich schwerer ist, einen Klimmzug zu machen als für Männer. Aber in den allermeisten Armeen dieser Welt dürfen Frauen auch nicht zu Einheiten, die wirklich kämpfen.


Die Emotionen der Protagonisten fühlen sich auf jeden Fall sehr echt an. Auch die „Rahmenhandlung“ (wenn man es denn so nennen mag) der Erzählerin passt sehr gut. Es wird zwar nicht verraten wer genau diese Erzählerin ist, aber das sorgt noch mal für eine zusätzliche interessante Ebene. Denn schließlich rät man quasi vor sich hin wer das sein kann. Mein momentaner Tipp: Jenou oder Rainy.

Womit wir bei den Figuren wären. Am wichtigsten sind sicher die drei Frauen aus deren Sich erzählt wir: Rio Richlin, deren ältere Schwester bereits im Krieg gefallen ist und die selbst eher das nette Mädchen von Nebenan ist. Frangie Marr, die sich freiwillig meldet, weil ihre Familie nach einem Arbeitsunfall ihres Vaters dringend Geld benötigt. Rainy Schulterman, eine Jüdin aus New York, die es unbedingt Hitler heimzahlen will, auch wenn sie selbst nicht so ganz weiß, was an den Gerüchten über die KZs dran ist.

Dann ist da noch Jenou, Rios beste Freundin. Die beiden gehen gemeinsam zum Wehramt um sich freiwillig zu melden und bleiben auch weiter zusammen. Jenou kommt aus einer eher dysfunktionalen Familie, die Armee ist ihr Ausweg. Direkt aus ihrer Sicht wird nicht erzählt, aber sie kommt quasi immer vor, wenn Rio vorkommt. Eine ziemlich gemischte Truppe also und als Nebenfiguren kommen noch viele andere überaus interessante Figuren hinzu. Einige sind sicher etwas überzeichnet (einer von Rainys Vorgesetzen z.B.), aber die allermeisten sind sehr gut ausgearbeitet. Hut ab dafür! Die tollen Charaktere (und die dazugehörige sehr gute Entwicklung eben jener Charaktere) fordern allerdings einen kleinen Tribut was die Länge des Buches angeht. Von einem Kriegsbuch erwartet man dann doch irgendwie eine gewisse Schnelligkeit, Front Lines lässt sich aber sehr viel Zeit. Unerwartet aber gut so, denn sonst können einem die Charaktere nicht ans Herz wachsen.


Ein letzter Absatz noch zum Thema „Wie schwierig ist das Englisch?“. Tja, also ich dachte eigentlich mich könnte nix mehr aus der Bahn werfen. Aber ich musste tatsächlich ein Wort nachgucken (und die militärischen Ränge googeln ;). Und was genau viele der rassistischen Begriffe bedeuten, die Frangie entgegengeworfen werden, will ich gar nicht wissen. Das Pickaninny rassistisch ist, weiß ich auch ohne Übersetzung.


Fazit:

Ein mehr als gelungener Reihenauftakt. Mit Protagonisten, die so real wirken, als ob sie vor einem sitzen würden und ihre Geschichte erzählen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sorcerer to the Crown (Sorcerer Royal trilogy Book 1)

Zen Cho
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei Macmillan, 10.09.2015
ISBN 9781447299479
Genre: Sonstiges

Rezension:

Erster Eindruck:

Ich LIEBE das britische Cover! Es ist so schön und überhaupt. Das deutsche Cover ist aber auch toll, wenn auch etwas „klassischer“. Wobei ich die Raben sehr gerne mag. Passt zum Ton des Buches.


Inhalt:

Zacharias Whyte ist grade kein besonders glücklicher Mensch. Zwar ist er seit dem Tod seines Adoptivvaters Sorcerer Royal und damit der oberste Zauberer des britischen Empire, aber Feinde hat er mehr als genug. Noch dazu versagt die englische Magie und er muss sich auf den Weg ins Feenland machen.

Prunella Gentleman ist eine Waise. Und noch dazu eindeutig Ausländerin. Nicht das, dass Mrs Daubeney stören würde. Kostenlose Arbeitskraft wird immer benötigt in einer Schule für junge, reiche – wenn auch leider magiebegabte – Damen.


Meine Meinung:

Du warst schon immer der Meinung, dass Jane Austen mit etwas Magie besser gewesen wäre? Tja, dann ist „Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" das perfekte Buch für dich.

Ehrlich, der Schreibstil ist dem von Jane Austen gar nicht mal so unähnlich. Und ein ähnlicher feiner Humor ist hier ebenfalls vorhanden. Grade die Gespräche zwischen Zacharias und Prunella. Und Paget Damerell, ein Freund von Zacharias und ebenfalls Magier, ist einfach nur klasse. Sein familiar (Was ist da das deutsche Wort für? Hausgeist? Verbündeter? Feenhaustier?) Rollo ist auch einfach nur super, auch wenn sein großer Auftritt erst am Ende des Buches kommt.

Ich würde hier jetzt gerne lang und breit über die ganzen tollen Charaktere schreiben, aber ich habe das Gefühl damit zu viel von der Geschichte zu verraten. Auf jeden Fall kann man die Meisten als wirklich very british bezeichnen, auf die eine oder andere Weise xD Und der Hof der Feen ist seehr speziell und unglaublich interessant.

Apropos Geschichte. Ganz sicher kein 08/15 Fantasy-Plot, sondern mal was Anderes.

„Sorcerer to the Crown“/"Die Magier Seiner Majestät" scheint Teil einer Reihe zu sein. Das Buch ist aber in sich abgeschlossen, also komplett mit (mehr oder weniger) Happy End und allem. Zwar würde ich grade am liebsten einfach weiterlesen, aber weniger, weil noch so viele Fragen offen geblieben sind sondern eher, weil mich die Welt so fasziniert. Ähnlich wie bei Harry Potter: Der 7. Band ist definitiv das Ende, aber man hätte doch gerne irgendwie noch mehr. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt mehr Harry.

Übrigens: Zen Cho ist mit „Sorcerer to the Crown“ für den British Fantasy Award nominiert, sogar gleich zwei Mal: Einmal für den besten Roman und einmal für das beste Debüt.


Fazit:

Exzentrische Charaktere und ein wunderbarer, origineller Plot: „Die Magier Seiner Majetät“ ist ein Buch für jeden Fantasy-Liebhaber und jeden, der es werden möchte.

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214 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

mobbing, cybermobbing, selbstmord, facebook, jugendbuch

Die Welt wär besser ohne dich

Sarah Darer Littman , Franziska Jaekel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.01.2016
ISBN 9783473401352
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erster Eindruck:

Schöne Farben. Und ansonsten halt ziemlich typisch Jugendbuch.


Inhalt:

 Lara kann es nicht fassen als ihr Schwarm Christian sie auf Facebook plötzlich ignoriert. Und schreibt er auch noch auf ihre Pinnwand, dass die Welt ohne sie besser wäre. Sie beschließt ihm den Wunsch zu erfüllen…

Meine Meinung:

 Es fehlt was. Und zwar eine Außenseiter-Perspektive.  Zwar ist es ganz wunderbar das Problem Cybermobbing durch die Augen des Opfers und andere Jugendlicher zu sehen, aber es wird irgendwann zu viel. Alle haben irgendwie tausend Probleme und beschäftigen sich vorzugsweise mit sich selbst. Wie gerne hätte ich da die Reaktion der Polizeibeamtin gelesen oder die eines Lehrers. Jemand der dem Ganzen etwas Perspektive gibt. Und sei es nur um mal eine Pause vom endlosen Gejammer der involvierten Teenies zu bekommen.


Also die positiven Punkte:

 - hoch aktuell

- verschiedenen Perspektiven, auch die Beweggründe des Mobbers werden dargestellt. Naja, so mehr oder weniger.

- gut zu lesen


Tja, aber leider war es das schon. In die Haupfiguren konnte ich mich nicht reinversetzen, sie haben einfach zu viele Probleme auf einmal. (Und sie jammern auch noch andauernd darüber! Alle!) Es ist als ob die verkorkstesten Familien der Welt zufällig in einer Straße wohnen und zu den Hauptfiguren dieser Geschichte gemacht wurden. Ein paar Probleme weniger hätten es auch getan, dann hätte man auch den Zeigefinger nicht so oft zücken müssen ;)


Ach ja, das Ende war auch eher...meh. Diese Art von Ende kam mir schon bei "Amish Grace" unrealistisch vor und der Film basiert auf wahren Gegebenheiten...

Fazit:


Naja, das Thema ist wichtig. Aber ob dieses Buch etwas dazu beiträgt. Ich weiß ja nicht, meiner Meinung nach ist es bei einem schwierigen Thema wichtig, dass sich der Leser mit den Charakteren identifizieren kann. Und dass konnte ich eben nicht, da diese zu „unnormal“ waren. Also nur 2 Sterne

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

pferde, reiten, mädchen, tuniersieg, reitanfängerin

One Dollar Horse

Lauren St. John , Christoph Renfer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 23.07.2015
ISBN 9783733501297
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Caseys großer Traum ist es einmal in Badminton, einem der größten Vielseitigkeitsturniere der Welt, zu gewinnen. Aber wie soll das möglich sein für eine 15-jährige aus einem Londoner Problemviertel? Doch dann trifft sie auf ein vollkommen verängstigtes, abgemagertes Pferd und kauft es dem Abdecker ab: Für einen Dollar. Und mit Storm Warning, wie sie das Pferd tauft, scheint ihr Traum möglich zu werden...


Meine Meinung

Den Plot gab es wohl schon hundertausende Male, ich habe auch schon mindestens 3 oder 4 Bücher mit ähnlicher Ausgangssituation gelesen. Glücklicherweise macht Lauren St. John einige Dinge richtig: 

- Probleme sind hier nicht nur imaginär und sie lösen sich auch ganz sicher nicht von allein

- Ein Pferd auszubilden ist harte Arbeit. Und geht nicht von jetzt auf gleich. 

- Casey und Storm nehmen an Vielseitigkeitsturnieren teil, meistens geht es in solchen Büchern eher ums Rennreiten


Etwas irritierend ist die Tatsache, dass hier auf nur 300 Seiten mehr als 2 Jahre abgehandelt werden. Man realisiert erst am Ende wie viel Zeit doch schon vergangen ist. Andererseits passt das sicher auch sehr gut zu dem wie Casey es erlebt. Und mehr Seiten wären einfach nicht drin gewesen, man kann nun mal nicht jedes Turnier und jede Trainingseinheit beschreiben.


Casey ist sich sehr bewusst, wie viel Glück und Arbeit hinter einem Sieg steckt und auch mehr als bereit für Storm alles zu geben. Sie wird in dieser Zeit auch wirklich erwachsen und aus der simplen Frage "Wo bekomme ich ein Pferd her?" werden bald wesentlich komplexere Fragen. Auch Geld wird diskutiert und wie anders die Pferdesportwelt doch ist, grade im Vergleich zu Hackney, Caseys Wohnort.


Was mir auch gut gefallen hat, ist das es nicht nur ein Pferdebuch ist. Es wird auch ganz sanft Gesellschaftskritik geübt. Etwa wenn es zu Beginn um Caseys Zukunft geht und klar wird, dass ohne Geld ihre Träume einfach unerfüllbar sind. Oder das niemand ihren Vater einstellen möchte, weil dieser eine Gefängnisstrafe abgesessen hat. Mal abgesehen von den vielen Seitenhieben gegen den Pferdesport.


Fazit

Kein Muss, aber ein sehr starkes Kann. Aus dem Pferdebuchalter bin ich auf jeden Fall schon länger raus und trotzdem konnte mich "One Dollar Horse" in seinen Bann ziehen. Es ist eben noch etwas mehr als nur ein Pferdebuch und noch dazu sehr realistisch geschrieben.

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400 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 56 Rezensionen

geister, london, fantasy, geisterjäger, jonathan stroud

Lockwood & Co. - Die Raunende Maske

Jonathan Stroud , ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.10.2015
ISBN 9783570159637
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Ich weiß immer noch nicht was die Geister-Plage ausgelöst hat. Entgegen meiner Annahme ist das nämlich nicht der letzte Band der Reihe, immerhin gibt es keinen Cliffhanger bzw. nur einen klitzekleinen.
Ansonsten:
-  Wenn die drei öfter miteinander reden würde, wären viele Probleme hinfällig.
 - Der Schädel im Glas ist auch in diesem Band wieder genial. Ich mag seine Sprüche J
- Ich mag Lucy als Erzählerin, nur schade, dass dadurch Holly sehr negativ rüberkommt. Man hat als Leser gar keine wirklich Chance sich ein Bild von ihr zu machen.
- Lucy scheint auch langsam zu so einer Art Wunderkind zu werden. Mir gefällt diese Entwicklung nicht, hoffentlich bestätigt sich meine Vermutung nicht, dass sie am Ende die alleinige Lösung des Problems ist. Das wäre schade.
-Ja, die Bepüb soll inkompetent rüberkommen, aber in diesem Buch kommen sie eher so rüber als ob sie nie etwas machen und selbst das nicht vernünftig hinbekommen. So ab und an finde ich sollten sie schon was machen oder zu mindestens so tun.
-Diese Ideen sind einfach nur wunderbar. Der Poltergeist war klasse. Wirklich klasse. Und Mr Aickmere auch.

Fazit:

Ganz okay. Ich will immer noch wissen wie es weiter geht, aber ich hoffe wirklich, dass sich das Rätsel um die Geisterplage im nächsten Buch löst. Vorzugsweise ist die Lösung nicht Lucy. Ich denke es sind grade noch so 4 Sterne. Wegen dem Schädel im Glas und wegen einigen wunderbaren Einfällen.

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731 Bibliotheken, 13 Leser, 4 Gruppen, 68 Rezensionen

fantasy, bücher, kai meyer, bibliomantik, trilogie

Die Seiten der Welt - Blutbuch

Kai Meyer
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 10.03.2016
ISBN 9783841402264
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meine Meinung: 

ja, hmm. Ich weiß nicht so recht. Irgendwie bin ich unzufrieden. Aber ich kann auch nicht sagen was das Problem ist. Vielleicht, dass das Prinzip „Buch über ein Buch“ etwas zu weit getrieben wurde? Oder das Furia scheinbar die Lösung für alles ist? Das Ende scheint auch nicht ganz zu Ende gedacht worden sein...

Also:
- das Ende ist zu „einfach“, keine richtige Lösung, eher ein Versuch ein Ende zu finden
- keine Jugendliche ist so wichtig wie Furia und keine sollte es sein. Auch nicht in einem Fantasy-Buch. Sie fast schon eine Mary Sue, nein streich das „fast“. Sie ist eine Mary Sue. Im letzten Band auf jeden Fall!
-Es sind für meinen Geschmack schon zu viele wichtige Personen in diesem Band, gefühlt wird jede Nebenfigur wichtig und bekommt einen eigenen Handlungsstrang.
Also  was wirklich Positives ist da jetzt nicht bei, aber glaub mir: Es war nicht alles schlecht an diesem Buch. Sonst hätte ich es nicht so schnell gelesen. Vielen der Ideen sind wunderbar verrückt.

Fazit: 

Die Idee zu dieser Reihe war super, wenn nicht genial, aber leider ist grade das Finale dieser Idee nicht gerecht geworden. Deswegen nur 3 Sterne.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

flucht, krieg, frieden, flüchtling, ermordeter vater

Vielleicht dürfen wir bleiben

Ingeborg Kringeland Hald , Maike Dörries
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.01.2015
ISBN 9783551555977
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich hätte Albin am liebsten in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Und immer und immer wieder „alles wird gut“ gemurmelt.

Das Buch wechselt zwischen Szenen im hier und jetzt und Szenen aus der Vergangenheit. So wird die damalige Flucht in Verbindung gebracht mit dem was Albin grade erlebt. Die Autorin schafft es dabei die Szenen aus Bosnien gleichzeitig kindgerecht und sehr genau und eindringlich zu beschreiben. Ja, es sterben Menschen und es wird darum auch nicht herum geredet. Aber das wird kein Kind dauerhaft traumatisieren, durch das Thema und die Länge ist das Buch sowieso eher etwas für ältere Kinder und Jugendliche (und Erwachsene, wenn auch eher der kleine Buchhappen für zwischendurch).  Man merkt, dass Albin auch fünf Jahre später noch unglaubliche Angst hat vor dem was damals passiert ist.

Es ist auch sehr interessant, wie Albin seine Umgebung sieht und was er darüber denkt. So stellt sich u.a. die Frage, ob man als Muslim denn Würstchen essen dürfte, wenn man kurz vorm verhungern ist. Auch wie er einerseits Angst hat vor seiner Entdeckung und auf der anderen Seite sich nicht traut sich von Amanda und Lisa zu entfernen.

Ich hätte mir gewünscht, dass noch etwas mehr auf die Hintergründe eingegangen wird. Wenn mir nicht ganz klar ist, wie die Familie aus einem UNO-Flüchtlingscamp nach Norwegen gekommen ist: Was ist mit einem Kind? Einem Kind, das vielleicht noch nicht mal weiß, was damals überhaupt passiert ist? Es ist ein Buch über das unbedingt sehr ausführlich gesprochen werden muss und ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich mochte es als Kind nicht so sehr über Bücher zu sprechen und Fragen zu stellen. Ja, ich wusste zwar, dass ich es gekonnt hätte, aber mir hat es immer viel bedeutet, wenn ich ein Buch alleine verstanden habe. Ich glaube nicht, dass das bei diesem Buch möglich ist.


Nachtrag: Grade gesehen, dass das Buch zwar als Kinderbuch klassifiziert ist, aber erst ab 11 Jahren empfohlen wird. Hmm, ja. Das bedeutet etwas mehr Wissen, aber der Gesprächsbedarf ist trotzdem noch da und mit steigendem Elter dürfte auch die Bereitschaft die Eltern was zu fragen sinken...

Fazit:

Ein wunderbares Buch, dessen einziger Makel es ist, dass es nur so kurz ist. Naja, und das es viele Fragen offen lässt deswegen.


Dieses Buch habe ich über NetGalley erhalten. Die Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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406 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

bücher, buchhandlung, antiquariat, brooklyn, krimi

Das Haus der vergessenen Bücher

Christopher Morley , Renate Orth-Guttmann
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 08.09.2014
ISBN 9783455600124
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist von 1919! Also das Original, die Übersetzung ist von 2014. Es hat, wie ich finde, deswegen einen ganz besonderen Charme. Der Autor Christopher Morley stand wirklich unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs, als er dieses Buch schrieb.

An sich: Für jemanden, der vor noch nicht so langer Zeit diverse Bücher aus der Zeit gelesen hat (aka Me, myself and I) ist der Plot ziemlich vorhersehbar. Für jeden Krimi-Fan wahrscheinlich auch.

ABER:  Jede Zeile, ach was jedes Wort und jedes Leerzeichen triefen quasi vor Liebe zu Büchern. Zwar kenne ich kaum eins der immer mal wieder zitierten Bücher, aber egal. Ich mag auch so eine Buchhandlung haben, vorzugsweise direkt um die Ecke. Mir kam es eher so vor als sei die Rahmenhandlung nur eine Entschuldigung um ausführlich über Bücher und Buchhandlungen schreiben zu können!

Und dieses Buch ist witzig, also vielleicht nicht konventionell witzig, aber meinen Humor trifft es ziemlich gut. Vor allem was Rumhacken auf der Werbebranche :) Und die Charaktere sind auch wirklich gut charakterisiert und nicht Schema-F (zu mindestens nicht nach heutigen Standards ^^)


Fazit: 

Ein kurzes Büchlein für zwischendurch für alle Buchliebhaber, die ein bisschen Spannung abkönnen. Aber Vorsicht: In diesem Buch kommen Bücher zu Schaden. Mehrere. Ich habe dich gewarnt, also beschwere dich bitte woanders, falls du ein Trauma davongetragen hast.


4 Sterne, weil es leider etwas vorhersehbar ist

Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

wikinger, köln, cornwall, historischer roman, liebe

Die 13. Jungfrau

Katharina Münz
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Schruf & Stipetic, 30.11.2015
ISBN 9783944359137
Genre: Historische Romane

Rezension:


Erster Eindruck:


Mal ein etwas anderes Cover für einen historischen Roman, aber so wirklich eine Meinung habe ich dazu nicht.

Inhalt:

Melwyn ist die zwölfte Ehrenjungfer der Fürstentochter Morvoren. Morvoren soll einen König auf dem Festland heiraten, aber schon die Fahrt über den Ärmelkanal scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Dann ist da auch noch die ständige Angst vor den Dänen und außerdem fragt sich Melwyn was genau eigentlich ihre Gefühle gegenüber Kevern, dem Cousin Morvorens, bedeuten.


Meine Meinung:

Wie soll man ein Buch rezensieren, dessen erste Hälfte man eher mau fand und dessen zweite Hälfte ziemlich gut? Das ist die Frage, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle.
Wäre dieses Buch kein Rezensionsexemplar gewesen hätte ich es nicht zu Ende gelesen. Ich habe mich wirklich gequält am Anfang. Zu viel passte einfach nicht zusammen, die Protagonistin nervte, die historischen Fakten passten mMn nur bedingt zusammen… Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher ob die christliche Welt des Frühmittelalters tatsächlich so rigide war, wie sie hier dargestellt ist. Zwar bin ich keine Historikerin, aber ich habe mich hobbymäßig sehr viel mit den Kelten und Friesen befasst. Besonders deren Gesetzestexte hatten es mir angetan, denn ihre Welt war sehr liberal. Und da fing mein Hauptproblem mit dem ersten Teil auch an: Melwyn gehört der keltisch-katholischen Kirche an (spätestens ihre Reaktion auf die Tonsur des römisch-katholischen Erzbischofs von Köln beweist das), und unter eben dieser Kirche existierten in Irland die Brehon Laws. Zur gleichen Zeit. Zwar waren Frauen definitiv nicht gleichgestellt, aber sie hatten doch wesentlich mehr Rechte als das Verhalten der Mädchen vermuten lässt. Dazu kommt, dass Morvorens Vater scheinbar die inkompetentesten Seeleute angeheuert hat, die er finden konnte und Melwyn trotz vorheriger Verlobung weder von ihrer Stiefmutter noch von ihrer Mutter jemals aufgeklärt wurde. Für mich passt das einfach nicht. Und  „meine kleine, süße Schwester Elestren“ ging mir auch gewaltig auf den Sack.
Der zweite Teil des Buches dagegen war wirklich gut, vielleicht auch weil Melwyn wesentlich erwachsener ist. Es passte einfach alles zusammen und ergibt ein stimmiges Bild. Am Ende ist vielleicht etwas viel glücklicher Zufall im Spiel, aber naja. Das kann ich verzeihen, manchmal passieren ja auch im realen Leben unglaubliche Dinge.

Fazit:

3 Sterne, ganz knapp. Denn wie gesagt: Normalerweise hätte ich das Buch nicht weit genug gelesen um zum „guten Teil“ zu gelangen und der Anfang ist für mich einfach nicht stimmig. Ursprünglich war ich auch am überlegen ob es nur 2 Sterne werden, aber der zweite Teil ist dafür einfach zu gut und der erste war ja auch nicht schlecht geschrieben.

Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest. Das Buch habe ich im Tausch für eine ehrliche Rezension bekommen.

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321 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

historischer roman, waringham, england, freibeuter, rebecca gablé

Der Palast der Meere

Rebecca Gablé ,
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 10.09.2015
ISBN 9783431039269
Genre: Historische Romane

Rezension:

Erster Eindruck:


Hach, dieses Cover. Ich mag es einfach. Das Design erinnert mich ein bisschen an die Seekisten, die bei uns im Heimatmuseum stehen. Da sind auch oft Windrosen und Bilder von Schiffen eingraviert oder die Kisten sind entsprechend bemalt. Zu den anderen Büchern passt es auch sehr gut, was mich immer glücklich macht, selbst wenn ich nur den ersten Band (wenn auch in der "langen" Ausgabe) besitze.


Inhalt:

Isaac und Eleanor von Waringham haben auf den ersten Blick bis auf ihren Vater wenig gemeinsam. Eleanor hat ihr ganzes Leben an der Seite von Königin Elizabeth verbracht. Sie kennt die Geheimnisse eines jeden Menschen bei Hofe und wird "das Auge der Königin" genannt. Einzig und allein der Londoner König der Diebe stört das Bild der perfekten Hofdame...

Isaac dagegen hat nahezu sein gesamtes Leben entweder in Waringham oder bei seinem Onkel, dem Tuchhändler Philip Durham, in London verbracht und er hasst es. Deshalb schleicht er sich auf ein Schiff in der Hoffnung so auf den Kontinent zu kommen. Nur fährt dieses Schiff in die Neue Welt und nicht nach Frankreich...


Meine Meinung:

Meine Zusammenfassung ist echt schlecht. Es ist einfach unglaublich schwierig dieses Buch in Worte zu fassen. Es spielt zwischen 1560 und 1588, als über einen Zeitraum von 28 Jahren. Und dann gibt es diesmal auch noch zwei Hauptpersonen, die wenig bis gar nicht miteinander interagieren. Ja, sie sind Halbgeschwister, aber selten sind beide mal in einem Raum. Was dieses Buch gerade deshalb aber auch besonders spannend macht, denn es entsteht ein sehr vielseitiges Portrait der Zeit. Das Leben bei Hofe und das Leben auf See sind ja jetzt nicht unbedingt vergleichbar ;)

Rebecca Gablé hat es schon in ihrem vorherigen Büchern gezeigt: Sie kann schreiben und wie. Und historische Romane kann sie meiner Meinung nach besonders gut. Mein Favorit von ihr wird wahrscheinlich immer "Der König der purpurnen Stadt" bleiben, aber "Der Palast der Meere" ist auch wirklich gut.

Es gibt wieder jede Menge Intrigen und Schicksalsschläge, aber durch die zwei verschiedenen Hauptpersonen wird es nicht zu viel auf einmal sondern ist etwas aufgelockert. Das hilft auch bei 900 Seiten nicht aufgeben zu wollen. Durch die Abwechslung (und die gut platzierten Zeitsprünge) hat man nie das Gefühl, dass es langweilig wird oder sich zieht. Stattdessen möchte man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen, bei 900 Seiten etwas ungünstig, schließlich muss man (bzw. ich auf jeden Fall) ja auch noch essen und trinken und zur Uni gehen...

Besonders gefallen hat mir diesmal, dass das Umfeld von Isaac und Eleanor ebenfalls sehr gut charakterisiert ist. Mir ist nicht eine Figur aufgefallen, die irgendwie nicht richtig ausgearbeitet wirkt. Hut ab dafür!

Ein kleines Nachwort mit den geschichtlichen Hintergründen gibt es auch wieder, so etwas finde ich muss sein bei einem historischen Roman.

Fazit:

Schwierig, Schwierig. Es ist nicht ihr bestes Buch, aber es ist besser als fast alle anderen historischen Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Also 4 Sterne oder 5 Sterne?

5 Sterne, weil es mehr solcher Bücher geben sollte!


Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

wildes kind, historisch, aufklärung

Das wilde Kind von Hameln

Bettina Szrama
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 31.08.2015
ISBN 9783862823611
Genre: Historische Romane

Rezension:


Erster Eindruck

hmm, das Buch hat ein sehr angenehmes Format, aber das Cover gefällt mir nicht so. Irgendwie macht es da einfach nicht *klick* für mich, die Schrift gefällt mir aber sehr gut 

Inhalt

1724: In der Nähe von Hameln taucht ein verwilderter Junge auf, er trägt einen Hemdfetzen mit dem kurfürstlichen Wappen um den Hals. Der wilde Peter, wie er genannt wird, führt sich jedoch wie ein wildes Tier auf und kann nicht sprechen. Zunächst wird er ins Armenhaus gebracht, dort freundet sich Grete, die Tochter des Aufsehers, mit ihm an. Aber nicht nur sie interessiert sich für den Jungen, auch der kurfürstliche Kommissar Aristide Burchady sowie der Leibarzt des englischen Königs, die Kronprinzessin und ein Zuchthausaufseher aus Celle möchten mehr wissen...


Meine Meinung

Zu Beginn des Buches hatte ich erst einige Schwierigkeiten mich in die Sprache einzufinden, nachdem ich vorher eine Zeit lang vorallem Jugendbücher gelesen hatte, war dass erst einmal etwas ungewohnt. "Das wilde Kind von Hameln" ist auch sicher eines der Bücher, dass sich stark an der tatsächlichen Sprechweise der Zeit orientiert.
Insgesamt ist das Buch gut gemacht, mich persönlich konnte "Das wilde Kind von Hameln" aber trotzdem nicht recht überzeugen. Über Strecken fand ich es wirklich schwierig weiter zu lesen, zwar ist die Geschichte sehr interessant, nur irgendwie kam nie dieses "Ich muss jetzt unbedingt wissen wie es weiter geht"-Gefühl auf. Die Figuren blieben eben einfach nur Figuren und ich konnte mich nicht in sie reinfühlen. Gerade Leute wie Aristide Burchady sowieso so ziemlich der gesamte englische/hannoveranische Hof sind sehr undurchsichtig. Ja, bei Hofe war es damals sicher nicht gut die eigenen Gefühle an die große Glocke zu hängen und leicht durchschaubar zu sein, aber als Leser brauche ich zu mindestens einen kleinen Ansatzpunkt um eine Figur verstehen zu können. Bei Grete fällt es mir etwas leichter, aber zwischen ihr und mir stehen prinzipielle Unterschiede im Charakter. Das ist allerdings nicht die Schuld der Autorin und wären mir nicht die meisten anderen Figuren ebenso verschlossen geblieben, wäre es auch nicht weiter schlimm.
Gut recherchiert ist das Buch auf jeden Fall, so weit ich das beurteilen kann. Großer Pluspunkt auch: Das historische Setting ist keinesfalls nur Deko sondern die Geschichte lebt irgendwie auch von diesem Umfeld.

Fazit

Ein solider historischer Roman, der sicher seine Fans finden wird. Ich persönlich fand ihn eher okay als gut. 3 Sterne dafür.

Ich habe dieses Buch im Tausch für eine ehrliche Meinung als Rezensionsexemplar erhalten. Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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131 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

amerika, mennoniten, sklaverei, freiheit, liebe

Die Küste der Freiheit

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.11.2014
ISBN 9783404167357
Genre: Historische Romane

Rezension:


Erster Eindruck:

Also auf einen historischen Roman hätte ich im ersten Augenblick bei dem Cover nicht getippt oder zu mindestens nicht auf einem ernstzunehmenden historischen Roman. Schön ist es allerdings trotzdem.

Inhalt: 

Anna Hochstetter ist Mennonitin. Nach ihrem Ausschluss aus der Gemeinde beschließt sie nach Amerika zu gehen. Ausgerechnet dort trifft sie Lorenz von Tannau wieder, ein Offzier, den sie aus der hessischen Heimat kennt. 


Meine Meinung: 

100 Seiten weniger hätten es auch getan. Wirklich. Und ein bisschen weniger Zufälle auch, egal wie unergründliche Gottes Wege sind. Man sollte meinen der amerikanische Unabhängigkeitskrieg wurde in einem Dorf gekämpft so oft wie sich die unterschiedlichen Charaktere mehr oder weniger zufällig wieder treffen.
Die Figuren selbst sind sehr gut ausgearbeitet und die Geschichte ist sehr spannend. Gerade die für die heutige Zeit untypische Gläubigkeit ist manchmal jedoch schwer nachzuvollziehen. Gut ja, ich bin mit einem Glauben aufgewachsen der quasi fast schon eher Atheismus war (Der Pastor, der sagte Gott um Hilfe bitten sei Zeitverschwendung, da Gott nur denen hilft, die sich selbst helfen? Ja, das war in meinem Konfi-Unterricht…), aber das Bibelzitate wörtlich genommen werden? Nicht so meins.
Die Liebesgeschichte von Anna und Lorenz wirklich toll gemacht und man kann sich gut in die beiden reinversetzen, Pluspunkte dafür!
Insgesamt scheint „Die Küste der Freiheit“ gut recherchiert (warum sich ein Baron, dessen persönliches (!) Vermögen groß genug ist um nie mehr arbeiten zu müssen „nur“ den Rang eines Sekondeleutnants erkauft ist mir allerdings unklar). Die Verhältnisse sind natürlich etwas vereinfacht, aber von dem was bei mir vom Geschichtsunterricht hängen geblieben ist durchaus realistisch.
Im übrigen ist meine Inhaltsangabe mal wieder vollkommen sch****, es ist unglaublich schwierig dieses Buch zusammenzufassen ohne etwas wichtiges zu verraten...

Fazit: 

Gottes Wegen mögen (wie gerne erwähnt in diesem Buch) unergründlich sein, hier wirken die vielen Zufälle aber konstruiert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und das Buch trotz seiner fast 900 Seiten schnell gelesen. Ideal für Fans historischer Romane, die unglaubliche Zufälle übersehen können.

Von mir gibt es dafür 3 Sterne.

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplare gegen eine ehrliche Meinung erhalten. Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

freundschaft, suche, dick sein, fantasie, fabelwesen

Francis, der fette Fee

Claudia M. Frank
E-Buch Text: 158 Seiten
Erschienen bei null, 10.11.2015
ISBN B017EN8KES
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:

Francis ist ein Fee. Und er ist dick, obwohl Feen eigentlich alle schlank sind. Unglücklich verliebt ist er auch noch und deswegen verlässt er das Feenreich um eines Tages als großer Held und Abenteurer zurückzukehren. Auf seiner Reise trifft er die Folfin Fabila und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Fabilas verschwundenen Verlobten.

Meine Meinung:

Ich habe bereits die ursprüngliche Version dieses Buches gelesen. Und fand die Geschichte damals schon gut. Es war vor allem mal etwas anderes. Nur leider passte vieles einfach nicht zusammen. Ein Facelifting, sowohl äußerlich als auch innerlich, später habe ich es nun zum zweiten Mal gelesen. Und ich muss sagen: Die Probleme sind weg. Die meisten auf jeden Fall, aber kein Buch ist perfekt.
Ich weiß auch gar nicht so wirklich was ich noch weiter schreiben soll zu diesem Buch, denn am besten ist es sich einfach überraschen zu lassen. Francis ist ein wirklicher kleiner Held, der mir richtig ans Herz gewachsen ist.

Fazit

Schon nach dem lesen des ursprünglichen Buches fand ich die Idee einfach nur super, mit den Überarbeitungen ist es zwar noch nicht ganz perfekt aber ein tolles Buch. Man könnte fast schon sagen: Für die ganze Familie.

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1.290 Bibliotheken, 20 Leser, 11 Gruppen, 133 Rezensionen

krimi, mord, chemie, england, flavia de luce

Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet

Alan Bradley , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.09.2010
ISBN 9783442376247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Erster Eindruck:

Das Cover ist ja soo toll, aber fast schon wieder zu toll, der Klappentext hat mich nämlich erst nicht so überzeugt und nur wegen des Covers kaufe ich keine Bücher. Gut das es das Buch in der Onleihe gab ^^

Inhalt:

 Flavia de Luce wohnt mit ihren beiden Schwestern und ihrem Vater in einem Herrenhaus mitten im idyllischsten England. Bis eines Morgens plötzlich ein Toter im Gurkenbeet liegt. Vergiftet. Und Flavias Vater soll der Mörder sein. Da muss Flavia natürlich Nachforschungen anstellen…


Meine Meinung:

Chemie, jede Menge Chemie *aww* Da hat das Studium endlich mal einen Sinn :D Für jemanden der mit Chemie nicht so viel am Hut hat oder eher altersmäßig der Zielgruppe entspricht, vielleicht eher nicht so toll, aber mir hat es Spaß gemacht. Wobei ich Flavias Laborsicherheit bemängeln muss, sie hält sich eindeutig nicht an einige wichtige Sicherheitsvorschriften xD Und Tee in Bechergläsern *seufz*
Aber zurück zum Buch. Flavia ist mal etwas Anderes. Und anders kann man sie auch nicht einordnen, aber mir gefällt sie. Lässt sich nichts sagen, ist mutig und mag Chemie, was gibt es da nicht zu mögen? Noch dazu liegt die Geschichte irgendwo zwischen absoluter Verrücktheit und Agatha Christie. Very British könnte man auch sagen.
So wirklich weiß ich nicht was ich zu Flavia schreiben soll. Es war ein wunderbarer Roman, aber irgendwie auch nicht so gut, dass ich jetzt unbedingt sofort die Folgebände lesen muss. Woran das liegt? Ich weiß es nicht, ehrlich nicht. Vielleicht weil Flavia mir persönlich etwas zu extrovertiert ist? Oder weil mich das Chemie und Giftgequassel dann doch etwas zu sehr ans Studium erinnert?

Fazit:

Ein tolles Buch, dass mich aber trotzdem nicht wirklich mitreißen konnte.

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