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Ich, Tobit, erzähle diese Geschichte

Arnulf Zitelmann
Fester Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 14.07.2009
ISBN 9783794180936
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Arnulf Zitelmann schafft es in seinen Büchern historische Welten vor dem inneren Auge seiner Leser entstehen zu lassen. Er webt Details zu einem stimmigen Ganzen zusammen, so dass man eine Vorstellung der thematisierten Zeit bekommt. In "Ich, Tobit, erzähle diese Geschichte" führt Zitelmann seine Leser nach Palästina zur Zeit Jesu. Tobit, ein junger Sohn aus einem jüdisch-hellenistischen Handeshaus will seine empfundene innere Lehre auf einer Pilgerreise in die Heilige Stadt Jerusalem füllen. Er begegnet einer Vielzahl von Menschen, die ihn und seine Familie wert schätzen. Im Gegensatz zu seinem Weltbild, dass stark von Aristoteles und Platon geprägt ist, trifft er in Palästina auf eine sehr viel stärkere Wertschätzung der Gesetze der Tora, die sich durch buchstabengetreue Ausführung auszeichnet. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich ihm und dem Leser nicht. Erst die Begegnung mit Jesus, den er als seinen Rabbi annimmt, gibt Tobit eine neue Richtung in seinem Leben.

Eindrücklich beschreibt Arnulf Zitelmann  hier zwar die damalige Zeit, aber fehlt es dem Buch eindeutig an Spannung. Die Beschreibungen plätschern vor sich hin, ohne dass ich als Leser eine Bindung zu den Figuren aufbauen kann. Tobit reist herum und sucht, was, weiss er nicht so genau, meist sind es Unterkünfte. Die findet er genauso problemlos wie Gespreächspartner. Als Jugendroman konzipiert, werden sich jüngere Leser langweilen, da die Handung nur als Korsett dient um das jüdische Verständnis vom Gesetz mit der judenchristlichen Neuinterpretation zu kontrastieren.

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juden, fehlleistungen, griechenlandrettung, flüchtlinge, antisemitismus

Das ist ja irre! Mein deutsches Tagebuch

Henryk M. Broder ,
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaus, 21.09.2015
ISBN 9783813506969
Genre: Sachbücher

Rezension:

Henryk M. Broder kommentiert in seinem Buch „Das ist ja irre“, das politische Geschehen von Januar bis Juni 2015, wie es in den Medien vermittelt wird.

Dabei folgt er konsequent einigen Grundprämissen:

Frank Walter Steinmeier ist ein unfähiger Politiker.

Martin Schulz ist ein unfähiger und regelmäßig seine Kompetenzen überschreitender Politiker.

Islam und Islamismus sind gleichzusetzen.

Die Politik des Staates Israel ist immer nachvollziehbar und gerechtfertigt.

Die Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sind die bessere „Aktuelle Kamera“, also Propagandaorgane des Staates.

Er wirft Politikern eine beschränkte und selektive Sichtweise auf das Weltgeschehen vor, bezeichnet das regelmäßig als irre, versucht aber auf die gleiche Art und Weise seine Argumente zu gestalten. Wohlwollend gesprochen arbeitet er satirisch, indem er genauso beschränkte Öffentlichkeitsarbeit betreibt, wie seine Untersuchungsobjekte. Oder er ist einfach so beschränkt. Allerdings kann ich mich diesbezüglich auch irren, ich komme aus dem Rheinland.

Kann man Herrn Broder bei einigen Meldungen, die er aufgreift bzgl. deren Qualität durchaus recht geben, bleibt doch die Frage, warum man solche Meldungen mit seinen Kommentaren auf gleichem Niveau auf 352 Seiten gesammelt lesen sollte.

Fazit: Ist das Jahr herum, wird nach dem Buch kein Hahn mehr krähen. Vielleicht wird es in vielen Jahren in der Rückschau für Historiker interessant. Aber, ob das dem Autor recht sein wird ist zweifelhaft, denn Geschichtswissenschaft ist auch nichts, was er besonders schätzt. Im Endeffekt ist die Lektüre wenig unterhaltend und nicht erkenntniserweiternd.

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liebe, freundschaft, mädchenbuch, anne, kanada

Anne auf Green Gables - Auf dem Weg ins Glück

Lucy M. Montgomery
Flexibler Einband
Erschienen bei Arena
ISBN 9783401021287
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Sammelband „Auf dem Weg ins Glück“ enthält den 3. und 4. Roman der „Anne auf Green Gables“ Buchreihe: In „Anne in Kingsport“ (1915) ist Anne Studentin am Redmond College in Kingsport. Neben Charlie Sloane und Gilbert Blythe studieren mit ihr dort die reiche Philippa und ihre Jugendfreundin Priscilla. Anne betätigt sich in mehreren Fällen erfolgreich als Ehestifterin, nur ihre Erwartungen nach einem gutaussehenden, mysteriösen, melancholischen und interessanten Mann scheinen sich nicht zu erfüllen.

Im zweiten Teil, „Anne in Windy Willows“ (1936) wird Anne Direktorin an einer Schule in Summerside, wo sie von der mächtigsten Familie im Ort abgelehnt wird. Erst als Anne eine Nettigkeit gegenüber den Pringles von diesen als Erpressungsversuch ausgelegt wird, wird sie von der Familie respektiert. Wie üblich mischt sich Anne in das Leben vieler Personen ein und kann diese verbessern.


Das tolle an den Anne-Romanen ist die totale Abwesenheit des Bösen und dem Umstand, dass das die Geschichten trotzdem nie langweilig werden. Die Menschen auf die Anne trifft, sind zwar häufig stur und verbohrt aber letztlich immer liebenswert, mit einer Ausnahme: Hazel Marr. Dieser Figur, obwohl sie nur auf wenigen Seiten auftritt, wünscht man die Pest an den Hals, so immens nervt sie.

Die Geschehnisse um Anne und ihre diversen Heiratsanträge sind lustig. Den ersten bekommt sie via einer potentiellen Schwägerin, der nächste hält sich für den besten Fang, den Anne landen kann und der dritte sucht eine flotte Farmersfrau. Annes Verständnis von Romantik kommt keiner dieser Anträge nach. Auch Gilbert Blythe ist natürlich unter den Kandidaten. Da Anne bei ihm aber die große Liebe vermisst, versucht sie alles um diesem Antrag zu entgehen, um die große Freundschaft und Vertrautheit zu erhalten. Dies gelingt ihr aber nicht und die Beziehung mit Gilbert gerät auf den tiefsten Punkt seit der „Tafel-Affäre“ in Buch 1. Ablenkung erfährt sie von Royal Gardener, der ihren Vorstellungen von Mann und Antrag sehr nahe kommt.

Weitere interessante Figuren sind „Katherine Brooks“, eine miesepetrige Kollegin von Anne aus Summerside, die natürlich dem Charme von Anne und Green Gables erliegt; Elisabeth, die in der Nachbarschaft von Anne bei ihrer Großmutter lebt, das Kind aber emotional vernachlässigt; auch Rebecca Dew, eine Haushälterin in Windy Willows, die meist das Gegenteil von dem macht, was man ihr vorschlägt.

Beide Romane sind sehr episodenhaft geschrieben und bieten ausgezeichnete kurzweilige Unterhaltung. Humoristische Elemente (z. B. Babysitten bei Gerald und Geraldine) wechseln sich mit tragischen ab (z. B. der Tod von Ruby Gilles oder dem „Kerlchen“). Diejenigen die nur die Fernsehserie kennen und lieben, können in den Büchern viel neues entdecken, das die zweite Staffel die Bücher 2 bis 4 munter vermischt und Handlungsbögen auf unterschiedliche Personen überträgt um die Figurenzahl zu reduzieren.

Man merkt stilistisch, dass es sich um zwei Romane handelt, da der Schreibstil stark variiert. „Anne in Kingsport“ ist rein auktorial erzählt, in „Anne in Windy Willows“ wechselt der auktoriale Erzähler mit Briefen, die Anne an Gilbert schreibt. Ich empfinde das als gewöhnungsbedürftigen Stilwechsel und bevorzuge den auktorialen Erzähler. Unangefochten sind natürlich wieder die fantasievollen Beschreibungen der Welt um Anne, die zum Träumen einladen.


Auch 100 Jahre nach ihrem Erscheinen haben diese Bücher von ihrem Zauber nichts verloren.

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kinderkrimi, madonnenstatue, carlos, sara, mainz

Der Junge vom Mond

Uli Leistenschneider
Flexibler Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Emons, H J, 30.04.2004
ISBN 9783897053281
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zu Beginn der Sommerferien macht die zehnjährige Sara in Mainz Bekanntschaft mit einem Jungen, der ihre Geldbörse stiehlt. Sara bekommt ihr Portemonnaie jedoch wieder zurück, als sie den Jungen namens Carlos damit beim Essen kaufen erwischt. Carlos ist ein ungewöhnlicher Junge, zum einen erzählt er die „Schöne Mainzerin“, eine Magdalenenstatue aus dem Mainzer Dom, wäre gestohlen worden, zum anderen behauptet er vom Mond zu kommen. Sara und ihre Freunde Su-Hee, Joey, Chris und Andy glauben Carlos kein Wort, auch weil die Madonnenstatue - wie sich herausstellt - nicht gestohlen wurde, sondern sich nur bei einem Restaurator befindet. Carlos wird fortan von den Freunden wegen seiner Geschichten und seiner spitzen Nase als „Lügennase“ belächelt. Als die Madonnenstatue doch gestohlen wird und da Carlos immer wieder spurlos verschwindet und urplötzlich wieder auftaucht, wird die kriminalistische Abenteuerlust der Freunde geweckt. Sie wollen das Rätsel um die „Schöne Mainzerin“ und Carlos lösen. Dabei begegnen sie einem lästigen Pfarrer, einem Restaurator sowie Schmugglern und geraten nach einem nächtlichen Einbruch in Gefangenschaft. Dabei hat Sara mit der ersten Liebe und mit Verkupplungsversuchen ihrer getrennten Eltern eigentlich genug zu tun.


Der Debütroman der Autorin Ulrike Leistenschneider zieht seien Reiz nur zum Teil aus dem regionalen Bezug, mit dem das Buch beworben wurde. Natürlich ist für jeden Kenner von Mainz schön vor dem inneren Auge bekannte Orte entstehen zu lassen. Die Story weiß aber auch ohne den regionalen Bezug in ihren Bann zu schlagen. Dabei ist in ihren einzelnen Aspekten vielleicht nicht neu aber reizvoll und temporeich kompiliert. Der Autorin gelingt es das Setting knapp bildlich zu beschreiben, ohne dass das Kopfkino durch ellenlange Umgebungsbeschreibungen narkotisiert würde. Auch als Leser jenseits der Zielgruppe hat das Buch Unterhaltungswert, da die Autorin Klischees unterhaltsam bricht. Als beispielsweise der klugscheißerische Andy seine etwas ängstlichen Freunde überzeugen möchte nach dem Diebstahl der „Schönen Mainzerin“ den Fall trotz aller möglichen Gefahren aufzuklären nervt er sie mit dem berühmten Zitat aus den „Drei Musketieren“: „Hey, wir passen doch auf. Einer für alle, alle für einen, wie hört sich das an?“ „Filmreif“ (S. 39), ist die trockene Antwort Saras.

Am Ende wünscht man sich zwar, mehr von den Freunden zu erfahren, aber das Buch findet einen runden und glaubwürdigen Abschluss, da die Autorin nicht in die Falle tappt, ihre Helden zu Superdetektiven zu stilisieren.

Das Buch ist an Leser des Alters der in ihm handelnden zehnjährigen Protagonisten gerichtet. Dabei ist es sowohl Jungs als auch Mädchen zu empfehlen, da die Rätsel um die „Schöne Mainzerin“ und die Herkunft um Carlos in den Mittelpunkt stehen. Aber auch die in Erscheinung tretenden „Randthemen“ wie „Freundschaft“, „Scheidung von Eltern“ und die „erste Liebe“ dürften das Interesse der Leser und Leserinnen binden.

Das Buch eignet sich auch hervorragend als Vorlesebuch und dann auch für Kinder ab 6 geeignet. Mit 157 Seiten und 14 Kapiteln ist dazu geradezu perfekt unterteilt.


Das Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich, als solches aber definitiv kein Fehlkauf.

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