Leserpreis 2018

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei "Der Schmetterling" handelt es sich um den ersten Teil einer Reihe, soweit ich das mitbekam.

Hudiksvall in Schweden. Es ist Weihnachten, es schneit und alles wirkt auf Grund der Jahreszeit etwas düster. Johan Rokka ist in Hudiksvall aufgewachsen und kehrt nun 20 Jahre später als Kriminalinspektor in seine Heimatstadt zurück. Bei seinem ersten Fall trifft er auf einen damaligen Freund, mit dem er früher Fussball gespielt hat und der ein bekannter Kicker wurde: Måns Sandin. Dessen Frau wurde an Heiligabend im eigenen Haus und vor den Augen der Kinder erschossen, als sie ihrem Mann - der den Weihnachtsmann spielen sollte - die Tür öffnete und ein anderer im Weihnachtsmannkostüm davor stand. Als ein weiterer Mord geschieht, vermutet Johan Rokka, dass das Motiv in der Vergangenheit liegen muss.

Die Charaktere sind authentisch und wurden fein gezeichnet. Johan Rokka ist sehr direkt, offen und süffisant Seine Kollegin Janna Weissman wirkt etwas distanzierter, emotional verloren und weniger bodenständig. Ein interessantes Duo. Erzählt wird in der Ich-Perspektive abwechselnd aus Sicht der Protagonisten.

Sprache und Schreibstil ließen keine Wünsche offen. Einzig vom Ende habe ich mir mehr erhofft. Es war logisch und nachvollziehbar, jedoch vermisste ich die Spannung, die mich bis dahin durch das ganze Buch begleitet hatte.

Fazit: Gabriella Ullberg Westin hat mit „Der Schmetterling“ ein wirklich spannendes und bildgewaltiges Debüt veröffentlicht. Raffiniert und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Typisch schwedisch - die können es eben. ;)

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Stimme in dir

Brian Freeman , Peter Groth
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Edition M, 28.08.2018
ISBN 9782919802029
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Die Stimme in dir" ist der zweite Band der Frost-Easton-Reihe, kann aber ganz unabhängig vom Vorgänger gelesen werden.

Das Besondere am Plot ist, dass man von Anfang an weiß, wer der Killer ist, was der Spannung jedoch absolut keinen Abbruch tut. Im Gegenteil! Brian Freeman ermöglicht uns einen EInblick in die Psyche des Täters, der sehr authentisch dargestellt wird. So begleitet man ihn beispielsweise bei der Suche nach seinem neuen Opfer. Außerdem verfolgen wir die Ermittlungen von Polizist Frost Easton, der auf den Fall angesetzt wird und alles Mögliche versucht, um den Mörder zu fassen. Dass das kein leichtes Unterfangen ist, sollte jedem klar sein. Schwerer wird es aber, wenn es sich beim Opfer um die eigene Schwester handelt. Das I-Tüpfelchen stellen Beweise dar, die offenbar gefälscht wurden. Wahrheit oder Gerechtigkeit - für welche Seite entscheidet man sich dann?

Geschickt führt uns der Autor auf Irrwege, spinnt hier und dort Fäden zu einem Netz zusammen und lässt die Lösung bis zuletzt offen. Puh! Als eingefleischte Krimi- und Thriller-Leserin bin ich schon einiges gewohnt und ich lasse mich auch nur selten täuschen, hier ist es dem Autor perfekt gelungen. Ich bin begeistert!

Der Schreibstil ist klar, leicht verständlich und flüssig zu lesen. Selbst als es um die Täterpsyche ging, wurde alles gut vermittelt und ich hatte keinerlei Schwierigkeit dem Plot zu folgen.

Fazit: Ein Thriller mit interessanten Charakteren, überraschenden Wendungen und Einblicken in die Abgründe der menschliche Psyche.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Bis ans Ende, Marie

Barbara Rieger
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 26.07.2018
ISBN 9783218011204
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman ist in mehrere kurze Abschnitte gegliedert und wird aus der Ich-Perspektive einer namenlosen Hauptprotagonistin erzählt. Im Präsens, was nicht unbedingt meinen persönlichen Geschmack trifft, jedoch hervorragend zur Handlung des Buches passt. Die junge Frau stammt aus einer gutbürgerlichen und recht konservativen Familie, die sie mehr unter ihren Fittichen hält, als ihr lieb ist. Sie schafft es jedoch nicht, klare Grenzen zu ziehen und sich vollständig vom Druck ihrer Familie zu lösen. Selbst zum Medizinstudium möchten die Eltern sie zwingen, und es wirkt beinahe wie eine Lächerlichkeit auf sie, dass sie dieses auf Grund ihrer Hematophobie abbrechen muss. Stattdessen wählt sie ein geisteswissenschaftliches Studium, was ich ob ihrer eigenen psychischen Verfassung ziemlich skurril finde. Ein ernst zu nehmender Zustand, der gewiss seine Gründe hat. Da wären zum einen die schwer kranke Großmutter, mit der sie zusammen in einer Wohnung lebt und die im weiteren Verlauf stirbt, zum anderen ihr attraktiver Studienkollege Dominik, der partout auf keine Annäherungsversuche reagiert. Man bekommt das Gefühl, dass sie ihren Platz in der Welt noch sucht. Da ist Marie die perfekte willkommene Abwechslung ...

Marie arbeitet als Kellnerin in einer Kneipe. Sie ist ziemlich selbstbewusst, beliebt und absolut draufgängerisch. Alles, was unsere Ich-Erzählerin eben nicht ist. Recht schnell freunden sich beide an und werden zum ultimativen Duo Infernale.

"Ich greife nach dem Telefon, sehe eine Nachricht von Marie, ich will sie nicht lesen, will nicht an sie denken, will nicht wieder mit ihr saufen und tanzen, danebenstehen, wenn sie flirtet, mir ausmalen, wie sie fickt." (S. 31)

Dieses Zitat beschreibt wunderbar das Verhältnis zwischen den beiden Freundinnen, die eigentlich keine sind. Es ist vielmehr wie eine Art Hassliebe zwischen ihnen. Ein Ja wird zeitgleich zu einem Nein, ein vernünftiger Gedanke geht direkt über in den nächsten Drogen- oder Alkoholkonsumrausch. Die Ich-Erzählerin schwankt in Unsicherheit, ihre Gefühle verändern sich stetig und am Ende weiß sie selbst nicht mehr so genau, was wahr ist und was nicht.

Oft war mir nicht ganz klar, ob die jeweilige Handlung in der Realität stattfindet oder lediglich in den Träumen bzw. Wahnvorstellungen der Ich-Erzählerin. Die Autorin ließ die Grenzen geschickt miteinander verschmelzen, sodass man sich sogartig vorwärts bewegte, gefangen und getrieben in einem Strudel aus Erinnerungen und Einbildungen. So verwirrend das auch war, so sehr faszinierte es mich, zeigte es doch deutlich, wie schnell man selbst die Kontrolle über seinen Verstand verlieren kann.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich - und gewöhnungsbedürftig. Meistens sind die Sätze ziemlich kurz oder unvollständig, weil sie das geistige Durcheinander der Protagonistin widerspiegeln. Dadurch verliert man zwischendurch den Überblick bzw. die Orientierung, wovon man sich nicht abschrecken lassen sollte. Im Nachhinein betrachtet war das genau richtig so. Ich nehme an, die Autorin wollte, dass ich mich - wie ihre Ich-Erzählerin - im Durcheinander bewege, dass ich die Zerrissenheit spüre und irritiert nach etwas Greifbarem in einem nicht kohärenten Ganzen suche.

"Er sagt, er wundert sich, dass sie mit so einem Typen -, sie hält ihm den Mund zu, er sagt, er hat noch nie mit einer Frau gefickt, die so geil und gleichzeitig so intelligent, Marie sagt nichts, kommt ein zweites Mal, einmal für mich, denke ich, und schläft zufrieden und gehalten ein, diese pseudofeministische Tussi." (S. 27)

Mir fehlten bei den Dialogen die Anführungszeichen, was das Lesen etwas erschwerte. Daran hatte ich mich bis zuletzt nicht gewöhnen können.

"Wohin?, frage ich sie und schenke Wein nach.
Nach Hause, sagt sie und legt die Gabel zur Seite.
Wo ist das?
Marie schüttelt den Kopf." (S. 42)

"Du siehst heiß aus, sagt Marie.
Ihr seht heiß aus, sagt Clemens." (S. 53)

Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches.

(Recensio Online)

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

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A Stranger in the House

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783785726112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Klappentext las sich für mich sehr interessant. Ich habe zwar schon einige Bücher gelesen, in denen Amnesie eine Rolle spielte, doch der Inhalt dieses Buches klang für mich besonders spannend, und auch der Titel sowie das Cover haben eine Düsternis, die mich sehr neugierig gemacht hat.

Wir begleiten im Buch vorwiegend drei Charaktere. Karen, die nach einem Unfall im Krankenhaus liegt und sich nicht daran erinnern kann, was passiert ist. Ihren Mann Tom, der schon bald nicht mehr weiß, was er glauben soll und wer seine Ehefrau wirklich ist. Und Bridget, die Nachbarin, die sich als Freundin ausgibt, aber eigentlich in Tom verliebt ist. Für mich waren alle drei Charaktere fein gezeichnet, jedoch nicht sonderlich sympathisch. Ich muss nicht jede Figur supertoll finden, aber wenn ich fast keine mag, kann ich mich umso schlechter in den Plot einfinden. Gedanken und Handlungen nachzuempfinden fällt schwer, macht aber das Wesentliche beim "Beobachten" aus. Es war aber mal eine neue Erfahrung für mich und somit nicht gänzlich negativ zu bewerten. Für den geübten Krimileser ist schnell klar, dass Karen etwas verbirgt, und die Lösung war mir von vornherein nicht abwegig und somit keine große Überraschung. Dennoch wurde ich insgesamt gut unterhalten.

Fand ich den Einstieg in die Handlung noch sehr spannend - der Autounfall, die Amnesie, die Leiche -, so passierte für meinen Geschmack danach jedoch sehr wenig Neues. Es gab zu schnell zu viele Wiederholungen der Handlung, sodass sich das Lesen etwas in die Länge zog. Tiefergehende Charaktere, mehr Überraschungen sowie einen fesselnderen Schluss hätte ich mir eher erhofft. Im Gegensatz dazu hängen wir als Leser irgendwo in der Dreiergeschichte der Verflechtungen zwischen Tom, Karen und Bridget, und alles, was passiert, ist relativ naheliegend. Zwar gibt es einige Cliffhanger, die kamen für mich aber nicht überraschend. Liegt sicher mit daran, dass ich wahnsinnig viel lese und man mich allgemein nicht mehr groß überrumpeln kann.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, leicht verständlich und punktet zwischendurch mit kurzen prägnanten Sätzen.

Anmerkung: "A Stranger in the House" ist für mich eher ein psychologischer Spannungsroman als ein Psychothriller.

Fazit: Ein solider psychologischer Spannungsroman mit kleineren Schwächen. Eine Empfehlung an Leserinnen und Leser, die es zur Abwechslung etwas seichter mögen ohne groß nachdenken zu müssen. Also perfekt nach einem harten Arbeitstag :)

(Recensio Online)

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112 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Dreckiger Schnee

Joseph Knox , Andrea O´Brien
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aiden Waits ist ein Cop ... und sicher kein unbeschriebenes Blatt. Er hat selbst genug schlechtes Karma angesammelt, dass es für die nächsten Leben reicht. Es ist also wenig verwunderlich, dass er dann eines Tages offiziell suspendiert wird, nachdem er Drogen aus der Asservatenkammer entwendet hat.

In Manchester taucht plötzlich dreckiger Schnee auf. Jeder, der sich dieses Zeug spritzt, stirbt entweder einen qualvollen Tod oder überlebt, weil ihm betroffene Körperteile amputiert werden. Undercover-Polizist Aidan Waits wird auf diesen Fall angesetzt und soll nun, um einer Gefängnisstrafe wegen seines Fehlverhaltens zu entgehen, gegen die Drogendealer ermitteln. Und weil er ohnehin in diesem Milieu unterwegs ist, gibt ihm Justizminister David Rossiter zusätzlich den Auftrag, seine Tochter dort zu suchen und nach Hause zu bringen. Klingt nach einer Menge Arbeit - und actionreichen Spannungseinlagen für die Leser!

Der Autor schaffte es, die Charaktere mit ausreichend Tiefe zu versehen und diese authentisch darzustellen. Zwar fand ich nicht alles legitim und logisch, was die Motivationen der Protagonisten betraf, aber es wurde mir alles derart realistisch nahe gebracht, sodass ich es zumindest nachvollziehen konnte. Aiden war mir auf Anhieb sympathisch, auch wenn es sich hier wieder um einen "kaputten" Ermittler handelt und man meinen müsste, dass dieses Genre genug solcher Typen hat.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig. Joseph Knox hat mit diesem Thema genau den richtigen Punkt getroffen. Ich fühlte mich in die Handlungen hineinkatapultiert und mehr als Beobachterin, weniger als stumpfe Leserin.

Das Setting des Buches wirkt im Allgemeinen recht düster und kühl. Das mag natürlich zum Teil am Plot liegen, der von Korruption, Lügen und aktiven Handlungen geprägt ist. Manchmal fällt es schwer eine klare Schwarz- oder Weiß-Zone zu bilden, denn vor allem bei Aiden ist man sich nie ganz sicher, auf wessen Seite er eigentlich steht. Das macht ihn zu einer interessanten Figur.

Das Ende liefert einen Showdown, den ich so seltener erlebe. Hui! Es blieben keinerlei Fragen offen, und zudem wurde auf unnötige Cliffhanger verzichtet. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

Fazit: Eine Empfehlung an Leserinnen und Leser, die es zur Abwechslung gern etwas temporeicher mögen. "Dreckiger Schnee" ist ein spannender Thriller mit viel Action und einer guten Story.

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Bei deinem Leben

Adele Parks , Birgit Salzmann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.07.2018
ISBN 9783959671972
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es gibt drei Hauptpersonen: Nick sowie die Zwillingsschwestern Anna und Zoe. Anna ist auf der Suche nach der großen Liebe. Sie war stets „der gute Zwilling“, erfüllte Erwartungen, war strebsam und verzaubert jeher alle durch ihre herzliche, fürsorgliche Art.

Zoe hingegen glaubt nicht an die große Liebe. Eigentlich glaubt sie an nichts, was man unter dem Begriff „Romantik“ zusammenfassen würde. Sie war schon immer die rebellische Zwillingsschwester, traf sich mit Jungs, verfiel Alkohol und Drogen und sorgte überall für ein gewisses Chaos.

Nick ist der geborene Aufreißer. Er ist der Typ Mann, von dem Sprüche wie: „Wozu die Kuh kaufen, wenn ich ein Glas Milch will?!“ stammen könnten. Bis er Anna trifft. Anna verzaubert eben alle - auch ihn.
 
"... lange Haare, die einer Frau in dunklen, glänzenden Locken auf die Schulter fielen, nun ja, das war sexy und sinnlich. Und sexy und sinnlich war sportlich und beherzt in den meisten Männerfantasien überlegen." S. 177

Die Entwicklung der drei Hauptfiguren (und die Gründe hierfür) sind das Spannende am Roman.

Das Buch wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es gibt Kapitel aus Sicht von Anna, Zoe, Nick sowie aus Sicht ihrer Mütter. Dies macht das Buch äußerst kurzweilig. In manchen Kapiteln wird dabei auch aus der Ich-Perspektive des jeweiligen Protagonisten berichtet. Durch die subjektive Sichtweise wird es noch spannender, aber auch undurchsichtiger für den Leser. Was kann man glauben – und vor allem wem? Die Autorin versteht es die Gefühle der Hauptfiguren gezielt einzufangen. Mir war keiner der Protagonisten unsympathisch. Das heißt nicht, dass ich ähnlich handeln würde. Aber ich konnte alle auf ihre Weise verstehen. Natürlich gab es Momente, in denen ich dachte: „Ob das wirklich so passieren würde?“ – Aber es ist schließlich ein Roman. Es ist Fiktion und Fantasie. Darum lesen wir doch, um in eine Welt abzutauchen, die die Autorin oder der Autor für uns geschaffen hat.

Aufgrund der abwechselnden Sichtweise auf's Geschehen entstehen durchaus einige Cliffhanger, die dazu verleiten, immer noch einige Kapitel weiterzulesen. Aus meiner Sicht hat der Titel dafür durchaus das Prädikat „Psychologischer Spannungsroman“ verdient. Besonders hervorheben möchte ich hier auch den absolut federleichten Schreibstil der Autorin. Damit meine ich nicht, dass die Sprache einfach oder langweilig ist. Die Seiten fliegen einfach dahin. Ihre Ausdrucksweise ist realitätsnah, unterhaltsam und wirkt sehr lebendig.

Das Buch fing für mich durchaus unterhaltsam an. Der Schreibstil der Autorin riss mich dann wahrlich mit.

"Es fühlte sich wahrscheinlich an, als würde ihr kaltes, sterbendes Herz ihr grobe, graue Asche durch die Adern pumpen und ihr ganzes Blut mit Enttäuschung und Verzweiflung vergiften. Oder so." S. 72

Leider vermutete ich sehr schnell die Auflösung der Story – zwar nicht in allen Details, aber die grobe Richtung war für mich sehr schnell klar. Ich habe lange Zeit gehofft, falsch zu liegen. Dadurch war ich natürlich umso motivierter weiterzulesen - immerhin. Circa ab der Mitte des Buches wurde es mir etwas zu langatmig. Die Autorin schrieb nichts „Neues“ mehr. Sie wiederholte fortlaufend die Gefühle der Hauptfiguren und mir fehlte daher eine gewisse Abwechslung.

Das Ende wiederum war mir etwas zu hektisch. Es wurde zwar einiges erklärt, irgendwie fühlte ich mich jedoch damit nicht vollkommen zufrieden. Eventuell kennt ihr dieses Gefühl? Der Epilog hat mich schlussendlich wieder versöhnlich gestimmt. Ich fand ihn nämlich äußerst gelungen.

Fazit: Unterhaltende Lektüre, die zwar nicht so überraschend war, wie ich erhofft hatte, jedoch mit einem interessanten Hauptthema und authentischen Charakteren punkten konnte.

(Recensio Online)

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161 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

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Libellenschwestern

Lisa Wingate , Andrea Brandl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 05.03.2018
ISBN 9783809026907
Genre: Romane

Rezension:

Der Prolog beginnt an einem schwül-heißen Augustabend im Jahr 1939. Zu diesem Zeitpunkt wird das Schicksal der 12-jährigen Rill Foss und ihrer Geschwister besiegelt. Sie leben mit ihren Eltern als Fluss-Piraten auf dem Mississippi in der Nähe von Memphis, Tennessee. Ihr Vater muss die hochschwangere Mutter mit Komplikationen ins Krankenhaus bringen, und während dieser Zeit werden sie gewaltsam von Beamten von Bord und in ein Waisenhaus der "Tennessee Children’s Home Society" gebracht. Dort beginnt eine grausame Zeit voller Demütigung und Misshandlung.

In einem zweiten Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt, lernen wir die Senatorentochter Avery Stafford kennen, eine junge Anwältin, der eine politische Karriere vorherbestimmt ist. Avery lernt bei einem offiziellen Besichtigungstermin eines Altenheims die 90-jährige May Crandall kennen. Diese entwendet ihr das Libellenarmband, welches Avery von ihrer Großmutter May geschenkt bekam. Als sie es sich zurückholt, entdeckt sie in deren Zimmer ein altes Foto, auf welchem sie ihre Großmutter zu erkennen glaubt. Ihre Neugier ist geweckt, doch weder May Crandall, noch ihre demente Großmutter können oder wollen ihr diesbezüglich weiterhelfen. Trotzdem kommt Avery bei ihren Nachforschungen einem dunklen Kapitel ihrer Familiengeschichte auf die Spur.

Der Erzählstil ist flüssig und bildhaft. Lebendig werden die Ereignisse geschildert, die Protagonisten sind authentisch und real dargestellt. Der stete Wechsel der Zeitebenen zwischen Rill (Ende der dreißiger Jahre) und Avery (in der Gegenwart) hält die Spannung hoch und man kann als Leser kaum erwarten, wie es weitergeht. Im Laufe der Story ahnt man, dass die beiden Erzählstränge zueinander gehören und zum Schluss war ich emotional so berührt, dass ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen. Wir erfahren in diesem Buch die erschütternde Wahrheit über die "Tennessee Children’s Home Society", und deren Leiterin, Georgia Tann, die unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit Millionen Dollar mit dem Verkauf von Kindern an wohlhabende kinderlose Paare verdiente, die teilweise ihren Eltern entrissen wurden, um zwangsadoptiert zu werden.

"All jenen, die Waisenkindern helfen, ein Zuhause zu finden. Ich wünsche euch, dass ihr euch stets dessen bewusst seid, wie wertvoll eure Arbeit und eure liebevolle Hingabe sind." (Zitat Buchanfang)

Das Cover zeigt eine Libelle, aus vielen kleinen Mosaiksteinen zusammengesetzt und in Pastelltönen, und bei genauerem Hinsehen erkennt man in der Libelle einen Arm, der zu einer Frau in einem Sommerkleid gehört. Lisa Wingate gelingt es, ihren fiktiven Roman mit wahren Fakten zu unterlegen und daraus eine sehr spannende und emotional mitreißende Geschichte zu machen.

Fazit: Eine Geschichte, die tief berührt und unter die Haut geht. Demnach eine Empfehlung an Leserinnen und Leser, die es gern anspruchsvoller mögen.

(Recensio Online)

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536 Bibliotheken, 36 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Thalamus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.08.2018
ISBN 9783785586143
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Buch begleiten wir Timo, der nach einem Motorradunfall und einer Hirnoperation in einer Rehaklinik ist. Timo kann zunächst nicht sprechen und auch nicht richtig laufen, sodass es ihm sehr schwer fällt, sich mitzuteilen. Ich konnte aber auch ohne große Worte seinerseits gut mit ihm fühlen und habe sehr schnell Sympathie und Empathie ihm gegenüber aufbauen können. Seine Gedanken sind sehr fein gezeichnet und beschrieben. Dadurch war ich ihm sehr nah, während die anderen Charaktere eher blass blieben. Als Timo herausfindet, dass nachts in der Rehaklinik merkwürdige Dinge passieren, kann er keine Ruhe bewahren, sondern macht sich auf die Suche nach den Ursachen der ungewöhnlichen Vorkommnisse. Dabei begibt er sich mehrmals akut in Gefahr. Gleichzeitig ist es für ihn sehr gruselig, was mit seinem Körper passiert, wofür er jedoch keine plausible Erklärung findet.

"Da vorne war eine Tür. Er würde klopfen und mit Handzeichen signalisieren, dass jemand mit ihm kommen sollte. Je näher er kam, desto langsamer wurde er. Nicht absichtlich, es passierte irgendwie ... von selbst. Etwas in ihm sträubte sich, auf das Zimmer zuzugehen, der Versuch tat beinahe körperlich weh. Timo wich dem unangenehmen Gefühl aus, ging an der Tür vorbei - und ihm war sofort wohler." (S.160)

Da es Timo Angst macht, was mit ihm und anderen Patienten passiert, kommt er bei seiner Suche nach der Lösung schnell in einen Strudel aus Ereignissen und Verstrickungen, über die ich jetzt aus Spoilergefahr nichts sagen möchte.

Nur eines war mir während des ganzen Buches klar: Auch wenn es eher in die Kategorie Jugendbuch fällt, so habe ich als Erwachsene es dennoch sehr gern gelesen. Während des ganzen Buches war für mich ausreichend gleichbleibende Spannung da, und auch als es gegen Ende schon sehr biologisch/medizinisch wurde, habe ich interessiert weiter gelesen. Was mir gefehlt hat, ist sicherlich der eine oder andere Cliffhanger, die waren mir definitiv zu selten vorhanden. Ein kleiner Überraschungseffekt oder eine unvorhersehbare Wendung wären auch schön gewesen. So wirkte alles ein wenig zu konstruiert und vorhersehbar.

Auf Grund des flüssigen und leicht verständlichen Schreibstils konnte ich das Buch quasi in einem Rutsch durchlesen.

Fazit: Ein solider Jugendthriller mit ausreichend Spannungen, jedoch ohne große Überraschungsmomente. Ich empfehle das Buch Lesern, die gern mal zu einem Jugendbuch greifen, sowie Poznanski Fans, die bereits ihre anderen Bücher mochten, denn mit diesem hier werden sie auf keinen Fall enttäuscht werden.

(Recensio Online)

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Turbulence - Mit dir um die Welt

Whitney G. , Janine Malz , Karen Kasche , Karen Kasche
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 15.02.2018
ISBN 9783838788524
Genre: Romane

Rezension:

Jake Weston ist Pilot und gibt das Paradebeispiel einer personifizierten Briefmarke ab: außen zackig, dahinter verbirgt sich ein klebriger Kern. Er mimt gern den coolen und arroganten Macho, der jedem überlegen ist und nach dessen Pfeife man besser tanzen sollte. Dabei steckt so viel mehr hinter dieser Fassade. Hat man erst einmal einen Blick in sein Innerstes werfen können, erkennt man schnell, wie im Grunde einfach er gestrickt ist. Er hält nicht viel von den Veränderungen seiner Airline, ihn interessieren keine Mitarbeitergespräche, Neuverträge, Hinweise auf Regeln oder Höflichkeitsfloskeln. Für ihn zählt das Fliegen. Es ist seine Bestimmung, seine Leidenschaft, etwas ganz Besonderes. Und er hat Angst, dass die Menschen es immer gleichgültiger nehmen. Die Schönheit nicht mehr erkennen. Zudem hat er auch privat mit einigen Geschehnissen zu kämpfen, die Schuld daran sind, dass er keiner Menschenseele vertraut. Ihn bekommt man lediglich für's Bett. Sobald eine Frau signalisiert, dass sie mehr von ihm möchte, beendet er das Ganze umgehend. Doch dann trifft er eines Abends auf einer Party eine Frau und plötzlich beginnt seine Fassade zu bröckeln.
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Gillian Taylor hat die Schnauze voll. Von ihrem Ex, der sie immer und immer wieder mit anderen Frauen betrog und auch noch die Frechheit besitzt, ihr dafür die Schuld zu geben. Sie hat genug von Beziehungen, weil sowieso alle Kerle gleich sind. Und sie hat keine Lust mehr, sich von ihrer Familie anhören zu müssen, was für eine Versagerin sie ist. Gott sei Dank gibt es beste Freundinnen, die einen nicht in Selbstmitleid versinken lassen, sondern darauf bestehen, auf eine Party zu gehen und wenigstens eine Nacht lang Spaß zu haben. Klingt nach einem einfachen Plan. Dann steht ihr Jake gegenüber, mit seinem unwiderstehlichen Blick, seiner coolen Art, dem süffisanten Unterton in seiner Stimme sowie der Bitte, ihm nach draußen zu folgen. Und plötzlich stecken beide mittendrin ...
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Puh, also ich muss schon sagen ... es hat tierisch geknistert, dabei hatte ich gar keinen Kamin an ;) Ich habe das Hörbuch wirklich genossen, obwohl es nicht mal mein Genre ist. Aber es ist unmöglich, die beiden Protagonisten nicht ins Herz zu schließen. Sicher, oft gingen sie mir auf die Nerven. Jake, weil er viel zu sehr von sich selbst überzeugt ist und auf Grund seiner schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit niemanden mehr an sich heranlassen möchte. So ist er dann auch oft grob gegenüber Gillian, wirkt desinteressiert und besserwisserisch. Auf der anderen Seite ist Gillian sehr aufdringlich, nervig und ein ziemlicher Jammerlappen. Wie oft hätte ich sie beide gern durchgeschüttelt oder ihnen links und rechts eine verpasst?! "Oh nein, die machen doch jetzt nicht schon wieder den gleichen Fehler?" Doch, sie machten ihn. Und wieder. Und nochmal. Du lieber Himmel! Zudem hat jeder sein eigenes Päckchen zu tragen, was viele Situationen umso verzwickter macht. Ich habe mich immer damit getröstet, dass solche Bücher fast immer ein Happy End haben. Anders hätte ich das ganze Auf und Ab nicht ertragen, so sehr leidet und fiebert man mit.
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Das Ende ließ dann jedoch einige Fragen offen. Die Autorin brachte beispielsweise Nebenfiguren mit eigenen Erzählsträngen in das Hauptthema mit ein und ich hätte gern gewusst, wie es mit ihnen weitergeht. Auch kam das Finale mit seiner vorhersehbaren Wendung dennoch ziemlich abrupt, als hätte der Autorin Papier gefehlt, um noch einige Sätze mehr hinzufügen zu können. Nach den ganzen Dramen habe ich ehrlich mehr erwartet.
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Bis zur Mitte hatte ich leider Schwierigkeiten mit den Sprechern und auch mit deren Erzählperspektive. So wäre es zum Beispiel leichter gewesen, wenn Christian Schreibhorn nur die Passagen von Jake gelesen hätte, und Karen Kasche nur die von Gillian. Aber beide sprechen je nach Kapitel beide Protagonisten. Bei Christian Schreibhorn gewöhnt man sich im weiteren Verlauf der Story daran, da er sprachlich recht vielseitig ist. Allerdings besitzt Karen Kasche meiner Meinung nach diese Fähigkeit nicht. Die Pausen lieferten beide punktgenau, die Betonungen waren bei Herr Schreibhorn besser als bei Frau Kasche.
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Das Cover zeigt einen Piloten von hinten in schwarzer Uniform mit den vier typischen Streifen auf den Schultern. Auf dem Rücken steht der Titel zweireihig in einem Weiß-Silber-Ton und noch einmal dazwischen in einem hellen Blau. Das Cover wird im Buch als Teil der Story genannt, was mir gut gefiel ob des Kontextes, den ich nicht verraten kann zwecks Spoilergefahr.
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Fazit: Eine turbulente Liebesgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen, die mich auf Grund der Charaktere gut unterhalten konnte. Somit eine Empfehlung an Leserinnen und Leser, die gern Gefühlsachterbahn fahren.
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Vollständige Rezension: https://bit.ly/2Pd3opt


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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Autopsie

Rob McCarthy , Inka Marter
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 15.05.2018
ISBN 9783499271885
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ohne den ersten Teil um Harry Kent gelesen zu haben. Dennoch hatte ich beim Lesen wenig Schwierigkeiten damit, dass der erste Teil mir fehlte, jedoch wären einige Dinge doch klarer gewesen, hätte ich diesen gekannt.

Zuerst fiel mir natürlich das Cover ins Auge und ich habe mich ziemlich schnell darin verliebt. Das grelle Blau, die Haptik, die Aufmachung mit dem Gesicht in der Mitte. Ich finde es einfach schön, weil es mal etwas Besonderes ist und kein "normales" Durchschnittscover.

In die Handlung bin ich schnell hereingekommen. Wir begleiten die meiste Zeit Harry Kent, der als Arzt die Polizei bei einem Mordfall unterstützt und versucht, rätselhafte Todesfälle in einer Kinderherzklinik aufzudecken. Harry ist ein engagierter Ermittler, der mir sofort sympathisch war. Allerdings hat Harry ein Drogenproblem und nimmt Amphetamine. Diese Sucht wird über das Buch verstreut immer wieder aufgegriffen. Seine Gedanken und Ängste sind permanent präsent.
 
"Er war müde, sein Herz raste, aber er widerstand der Versuchung. Du kannst die Kräfte nicht ändern" (S.373)

"Woher sollte er wissen, welche dieser Leben er durch seine Handlungen beeinflusst hatte, wo war sein Wind auf die Segel getroffen?" (S.458)

Durch die Nähe zu Harry sind wir einerseits ständig mit seinen Ecken und Kanten konfrontiert, ich konnte aber andererseits durch diese Details empathischer agieren und mehr mitfühlen.

Der Schreibstil hat mich schnell ein Teil der Geschichte werden lassen, denn es fühlte sich an, als würde ich die Charaktere kennen, weil sie so genau und präzise gezeichnet sind. Anfangs war ich etwas von den typischen Genre-Klischees genervt, denn Thriller mit einem Ermittler mit Drogenproblem gibt es etliche. Ich habe mich aber schnell an Harry und die Thematik gewöhnt.

Der Kriminalfall ist interessant und ich habe ihn gerne gelesen, es wird jedoch komplett auf Cliffhanger verzichtet. Die Kapitel sind sehr lang, sodass sich für mich das Buch teilweise wie Kaugummi in die Länge zog, ohne das viel passierte. Im letzten Drittel - und vor allem um den Schluss herum - zieht die Spannung doch nochmal ordentlich an, und der Schluss war für mich gut durchdacht, interessant und auch überraschend.

Insgesamt habe ich das Buch als eine gute Mischung aus aktuellem Fall und Passagen, die noch an Inhalte aus Teil 1 anknüpfen, gesehen. Vor allem gegen Ende hin ging es immer mehr um Harrys persönliche Geschichte und seine Probleme.

"Alles war getan. Er konnte nicht länger weglaufen. Weder vor Beth noch vor seiner Abhängigkeit." (S.473)

Nach Ende des Buches hoffe ich sehr auf einen Teil 3, da ich einfach wissen möchte, wie es mit Harry weitergeht.

Fazit: Ein solider Thriller mit einigen Längen, die die Spannung leicht flach halten, aber mit sympathischen Charakteren und einem spannenden Schluss, für den sich jede Seite gelohnt hat.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Totenweg: Kriminalroman (Elbmarsch-Krimi 1)

Romy Fölck
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 23.02.2018
ISBN 9783732540228
Genre: Sonstiges

Rezension:

Frida ist Polizistin in Hamburg und hat beruflich wie auch privat gerade eine Menge um die Ohren. Ihr Vater liegt nach einem brutalen körperlichen Angriff auf ihn im Koma. Zuständig für diesen Fall ist Bjarne Haverkorn, der bereits vor langer Zeit in einem anderen Fall um Frida und ihre ermordete beste Freundin Marit ermittelte. Der damalige Täter wurde nie überführt, was Bjarne heute noch belastet. 

Frida hat ebenfalls mit diesem Teil der Vergangenheit zu kämpfen und mied daher viele Jahre ihre Heimat in der Elbmarsch. Nun aber, da der Vater gesundheitlich angeschlagen ist, bleibt ihr nichts weiter übrig als dorthin zurückzukehren. Ich, die schon mit 15 Jahren von Zuhause wegging, kann die Unsicherheit nachempfinden, die Frida auf ihrem Weg zum Apfelhof begleitet. Man nennt diesen Ort zwar "Heimat", es fühlt sich aber nicht mehr wie eine an. Man würde am liebsten vergessen und wird doch immer wieder mit den Geschehnissen von früher konfrontiert. Das steckt sie überraschend gut weg. Sowieso macht sie auf mich einen sympathischen und authentischen Eindruck und wirkt ziemlich bodenständig. Mir gefällt insbesondere, dass sie Ecken und Kanten hat und weder die typische Ermittlerin ist, die streng alle Regeln befolgt, noch ihren Kummer in Alkohol ertränkt. 

Da sie sich noch in der Ausbildung zum gehobenen Dienst befindet, vermittelt sie den Eindruck einer zielstrebigen Polizeibeamtin, die noch ganz anders an die Ermittlungen herangeht als alteingesessene Beamten. 

 

Bjarne passt prima in diese Handlung. Mit seiner freundlichen und empathischen Art kann er von Anfang an bei mir punkten. Ich empfand Mitgefühl ihm gegenüber, weil auch in seinem Privatleben nichts glänzt und funkt. Im Gegenteil: Seine Ehefrau ist depressiv und die Ehe steht kurz vor dem Aus. 

So trägt jeder sein Päckchen und versucht, aus allem irgendwie das Beste zu machen. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem es für Frida kein zurück gibt. Was sie längst hätte sagen sollen, wird nun immer erdrückender. Auch, weil plötzlich Dinge geschehen, die sie in ihrer Welt aus Schein und Trug aufspüren und herausziehen. Wie viel von dem Mord an Marit weiß sie wirklich? Der Spannungsbogen bleibt konstant erhalten und schwächelt nur vereinzelt, wenn zu sehr auf die Verbrechen eingegangen wird. Mich interessiert die Ermittlungsarbeit an sich, aber auch hier denke ich: In der Kürze liegt die Würze. Ansonsten fühle ich mich durchweg unterhalten und im Genre Krimi bestens aufgehoben.

Romy Fölck präsentiert ihr Debüt miteiner ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache sowie mit einem flüssigen und lockeren Schreibstil.



"Nichts war je so niederschmetternd gewesen wie dieses Gefühl der Endgültigkeit, als sie ihn zum Abschied küsste." (S. 7)

"Sie lief quer über ein Feld, um nicht den Totenweg entlang zu müssen. Sie dachte an das weiße Auge im Viehstall. Das war die erste Warnung gewesen, die sie in den Wind geschlagen hatte." (S. 247)


Fazit: Ein gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe und eine Empehlung an Freunde deutscher Autorinnen mit einem Faible für Lokalkolorit.


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149 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

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Der Horror der frühen Medizin

Lindsey Fitzharris , Volker Oldenburg
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.07.2018
ISBN 9783518468869
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auf dieses Buch, mehr eine Biografie, habe ich mich schon sehr gefreut.

Es geht um die Mediziner des 19. Jahrhunderts und wie sie praktizierten. Ganz explizit um die damaligen Chirurgen. Es war für viele Patienten ein wahrer Albtraum, da es oft nicht mit rechten Dingen zuging. Zu viele Krankheiten, die hätten verhindert werden können. Zu viele ungeklärte Todesfälle, um die sich niemand zu kümmern schien. Bis Joseph Lister, zu der Zeit noch Medizin-Student, sich traute, diese Dinge öffentlich zu benennen und gegen sie anzukämpfen.

In mehreren kurzen Kapiteln werden unterschiedliche Desaströsitäten erläutert, die mich häufig sprachlos machen. Es wird auf die fallbezogenen Charaktere eingegangen und dargelegt, wie es zu dem jeweiligen Umstand kam. Dabei greift die Autorin auf eine präzise und leicht verständliche Sprache zurück, was ich ob der Themen sehr begrüße.

Ich bin sehr gefesselt von den Erzählungen der Entdeckungen Listers.

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152 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

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Alles Begehren

Ruth Jones , Julia Walther
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959672023
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es gibt Fehler im Leben, die einen von Grund auf verändern. Was ist, wenn man diese Fehler Jahre später wiederholt?

Es gibt nicht viele Bücher, bei denen mir das Schreiben einer Rezension schwer fällt. "Alles Begehren" ist eines davon. Nicht, weil es mir nicht gefällt, sondern weil es derart unterschiedliche Emotionen in mir hervorruft, die ich namentlich gar nicht alle bezeichnen kann. Ein Strudel, dem man kaum entkommen kann.

Es braucht einige Seiten, bis ich mich zurechtfinde in der Welt von Kate und Callum. Danach jedoch stecke ich mittendrin. In Schicksalsschlägen, Lügen, Vorhaltungen, Hoffnungen, Schwäche und mehreren Leben, die auf erschreckende Weise und sehr leidenschaftlich zusammenhalten möchten, was vielleicht nicht zusammen gehört.

Schwalben sagt man nach, sie würden ihr Leben lang bei ihrem Partner bleiben. Das hat die Natur festgelegt und das scheint auch so zu funktionieren. Allerdings sind Kate und Callum keine Schwalben. Sie sind zwei Menschen, die sich von ihren Gefühlen leiten lassen und somit einiges ins Ungleichgewicht bringen. Dadurch werden sie mir deutlich unsympathisch, faszinieren mich aber zugleich auf Grund ihrer persönlichen Merkmale. Ich versuche sie zu verstehen, hinter die Fassade zu blicken. Frage mich, wie ich wohl reagieren würde in solch einer Situation. Wie fühlt es sich wohl an, wenn man über den Gartenzaun des Nachbarn gucken möchte, um zu sehen, ob das Gras drüben grüner und saftiger ist? Und wenn dies der Fall ist, bleibt man dennoch auf der eigenen vertrauten Seite, die so bequem sein kann? Ruth Jones sagt über ihre Charaktere, dass sie unfehlbar seien und ihr das gefällt, denn niemand ist perfekt. Es ist beinahe erschreckend, wie realistisch sie genau das darstellt.

Die Autorin jagt die/den LeserIn von Seite zu Seite, lässt kaum Luft zum Atmen. Man möchte wissen, wie sich die Figuren weiterentwickeln und lässt sich vom flüssigen, sogartigen Schreibstil vorantreiben. Dabei legt Ruth Jones den Fokus bewusst auf die Gefühle und Wahrnehmungen ihrer Figuren.

Der Plot kommt insgesamt eher ruhig daher, was dramatische Wendungen umso besser zur Geltung bringt, da nichts von den gekonnten Inszenierungen der Autorin unnötig ablenkt.

Das Ende ließ nichts offen und ist in sich stimmig und schlüssig. Vieles kommt unerwartet und wirkt daher nicht zu konstruiert.

Zum Hörbuch: Julie Nachtmann als Sprecherin ist eine relativ gute Wahl. Ihre Stimme hat einen einprägsamen, harmonischen Klang. Sie besitzt ausreichende Höhen und Tiefen, setzt die richtigen Betonungen und punktet mit passenden Pausen. Als facettenreich bezeichne ich sie nicht, dafür fehlt mir die Reife und Professionalität in den Variationen. Die Darstellung der Kinder zum Beispiel ist meines Erachtens nach unvorteilhaft. Eher quiekend und daher nicht schön anzuhören. Das betrifft - Gott sei Dank - nur wenige Stellen.

Das Cover zeigt eine Schwalbe in warmen Farben auf hellem Hintergrund, die - wie oben bereits erwähnt - die ewige Partnerschaft symbolisiert. Ein an sich schlichtes Cover, das die Augen des Betrachters reizt und somit auffällt.

Fazit: Ein bewegendes Buch über Liebe und Begierde ... und all den mächtigen Dingen, die dazwischen liegen.

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219 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

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Ich beobachte dich

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 25.04.2018
ISBN 9783651025523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie fühlt es sich wohl als Mutter an, wenn man mit der eigenen Tochter vor ihrem gewalttätigen Vater flüchtete, um ein neues Leben zu beginnen und dieser eines Tages wieder aufkreuzt?

Lindsey und Andrew lernen sich früh kennen und lieben. Es folgt die Hochzeit und die Geburt der kleinen Sophie. Klingt erst einmal nach einem harmonischen Familienleben, oder? Doch Andrew verändert sich immer mehr, wird dominanter, eifersüchtiger, beginnt zu saufen und verliert immer mehr die Kontrolle in berauschten Zuständen. Als er dann auch noch handgreiflich wird, bekommt Lindsey Angst um sich und ihre Tochter. Verzweifelt sieht sie nur noch einen Ausweg und flieht mit Sophie. Andrew versucht den beiden zu folgen und verursacht einen Unfall, bei dem eine Frau stirbt. Ein Grund für die Polizei ihn viele Jahre hinter schwedische Gardinen zu stecken. Während er sein Dasein also künftig im Gefängnis fristet, bauen Lindsey und Sophie sich eine neue Existenz auf. Sie finden neue Freunde und eine heimische Bleibe. Bis Andrew eines Tages auf freien Fuß gesetzt wird und die Jagd beginnt. Als dann Sophie auch noch Sympathie und Vertrauen ihrem Vater gegenüber aufbaut, bricht für Lindsey eine Welt zusammen.


Es wird abwechselnd aus der Sicht von Lindsey und Sophie erzählt, was ich spannend finde und nicht so eintönig. Beide kommen ausreichend zu Wort und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Sie wirken authentisch, wie aus dem richtigen Leben quasi. Manchmal wirkt Sophie auf mich recht naiv, aber das machte es umso interessanter. Ich muss nicht alles verstehen oder tolerieren, sondern setze mich gern mit unterschiedlichen Charakteren auseinander.

Außerdem bewegen wir uns zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Mag ich eigentlich nicht sonderlich leiden, hier jedoch passte es hervorragend zum Plot.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Sprache klar und verständlich.

Das Cover zeigt eine idyllische Kulisse. Ein Haus am See, grüne Bäume und Büsche, im Hintergrund schneebdeckte Berge. Eine malerische Szene.

Fazit: Ein Spannungsroman mit überraschenden Wendungen, dramatischen Ereignissen und einem brisanten Thema.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Und niemand soll dir vergeben

Erica Spindler
E-Buch Text
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 01.06.2018
ISBN 9783732558490
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die taffe Polizistin Miranda bekommt einen neuen Fall auf den Tisch: ein beliebter Professor wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Als sie zum Tatort gerufen wird, ist auch der Chief höchstpersönlich vor Ort, was eher untypisch ist und daher nahelegt, wie wichtig dieser Fall zu sein scheint. Der Täter schien das Opfer näher zu kennen. Die Indizen zumindest sprechen für ein sogenanntes "Crime passionnel" ... ein Vebrechen aus Leidenschaft. Das genaue Motiv bleibt zunächst unklar. Viele verwertbare Spuren werden nicht gefunden. Ein Zeitungsartikel lediglich, der Miranda unvorbereitet in die Vergangenheit zurückkatapultiert und sie an ein schreckliches Ereignis denken lässt, das sie verzweifelt zu vergessen versuchte.

Während ihrer polizeilichen Ermittlungen, gerät Miranda selbst in dubiose Verwicklungen und somit in den Fokus. Schon bald verfolgt man gefühlt jeden ihrer Schritte und sie wird unsicher, inwieweit sie noch so ermitteln kann, wie sie möchte. Ein zweiter Mord geschieht und der Täter scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Kann sie überhaupt noch jemandem vertrauen oder ist sie auf sich allein gestellt?

Die Figuren wirken authentisch und gut ausgearbeitet. Miranda ist mir sympathisch und ich kann mich gut mit ihr identifizieren.

Der Schreibstil liest sich durchweg flüssig und angenehm, die Sprache ist präzise und dabei leicht verständlich.

Allerdings würde ich das Buch eher als Krimi einstufen, nicht als Thriller. Dafür fehlten mir Tempo und Spannung.

Das Cover ist kitschig einerseits und auffällig andererseits. Es spricht mich nicht sonderlich an, sorgte aber dennoch dafür, dass ich neugierig auf das Buch wurde und den Klappentext las.

Dankeschön, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Bestie in dir

Dag Öhrlund , Dan Buthler , Peter Zmyj
Flexibler Einband: 764 Seiten
Erschienen bei Edition M, 10.04.2018
ISBN 9781503950092
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch umfasst 800 Seiten. Für mich ein ganz schöner Klotz! Dadurch leider etwas unhandlich. Normalerweise schreckt mich so eine Seitenzahl schnell ab, hier allerdings haben Klappentext und Leseprobe mich sehr überzeugt, sodass ich das Buch lesen musste.
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Ermittler Jacob Colt hat alle Hände voll zu tun. Ein neuer Fall, der aus mehreren Puzzle-Teilen zu bestehen scheint und verschiedene Verbrechen ohne erkennbares Muster beinhaltet, bringt ihn und sein Team an ihre Grenzen. Er bekommt es mit einem Täter zu tun, der scheinbar aus Langeweile ein perfides Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern betreibt und vor allem in ihm einen reizvollen Gegner sieht.

Christopher Silfverbielke erweckt zunächst den Eindruck als handele es sich bei ihm um einen charismatischen, tüchtigen und erfolgreichen Frauenschwarm, dem die Herzen nur so zufliegen und der niemandem etwas Böses möchte. Dass man es tatsächlich mit einem ziemlich abartigen, sozio- sowie psychopathischen Sadisten zu tun hat, der sein Umfeld gekonnt und zielstrebig manipuliert, fasziniert ungemein und stößt zugleich ab. Das Autoren-Duo läßt hinter die schaurige Fassade blicken und zieht den Leser fesselnd in die Abgründe der menschlichen Seele.

Spätestens seit Francis Ackerman Jr. weiß man, dass auch Psychopathen eine unwiderstehliche Wirkung auf die Leser haben können und diese sogar mit den Tätern sympathisieren und eine gewisse Empathie entwickeln. Ist es die Faszination am Bösen, das Verbotene, das uns ködert und dann gefangen hält? Ein für mich sehr interessantes Thema.
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Der Schreibstil liest sich nach einigen Startschwierigkeiten ob der zahlreichen Perspektivenwechsel flüssig und angenehm, die Sprache ist leicht verständlich. Die Autoren schaffen es im Verlauf des Buches eine sogartige Spannung zu erzeugen und an Tempo zuzulegen. Das Ende wirkt leicht konstruiert und vorhersehbar, läßt jedoch nichts an Logik vermissen.
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Das Cover zeigt ein verzerrtes Gesicht eines jungen Mannes und gibt, denke ich, den Inhalt recht gut wieder. "Persönlichkeitsspaltung" war das erste, was mir einfiel als ich das Cover sah. Mir gefällt zudem, dass der Mann offenbar zu schreien scheint, denn sein Mund steht weit offen und der Blick wirkt eher böse. "Die Bestie in dir" eben.
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Fazit: Ein detaillierter Thriller mit kleineren Schwächen, der fesselt und einem einiges abverlangt, wenn man zu zart besaitet ist. Also eher ein Buch für alle, die den härteren Thrill brauchen und sich gern mit psychologischen Aspekten auseinandersetzen.
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Die Scharen des Teufels. Ostfriesland-Thriller

Andre Wegmann
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Klarant, 07.03.2018
ISBN 9783955737634
Genre: Romane

Rezension:


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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Wenn sie mich finden

Terri Blackstock
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 12.02.2018
ISBN 9783765520853
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was hatte ich mich auf die Leserunde zum zweiten Teil dieser Reihe gefreut! Und wie genervt und traurig war ich, dass ich nicht so mitmachen konnte, wie ich wollte. Probleme mit der Urlaubsbuchung (Flüge wurden einfach annulliert, Koffer gingen verloren) und mit dem Internet haben es mir vermasselt. Lesen konnte ich aber trotzdem :)
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Freunde! Der zweite Teil konnte mühelos an den ersten Teil anknüpfen! Ich war ja bereits bei "Nur wenn ich fliehe" skeptisch auf Grund meiner Erfahrungen mit Büchern, die beinahe durchweg positiv bewertet wurden. Die Skepsis verfolgte mich auch auf den ersten Seiten von "Wenn sie mich finden", verflog jedoch ziemlich schnell. Casey, Dylan - ich habe euch vermisst!
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Casey befindet sich immer noch auf der Flucht und erinnert mich dabei oft an Franka Potente in Lola rennt. Sie ist ziemlich selbstbewusst, mutig, tough und kreativ. Lässt sich allerlei Kniffe einfallen, um ihre Tarnung aufrecht zu erhalten. Das kennen wir ja schon aus dem ersten Teil. Miss MacGyver ;) Kein Wunder also, dass sie bei einer uns bekannten Stelle neue Identitäten besorgt. Ziemlich clever von ihr, gleich mehrere auszuwählen, falls mal eine auffliegt. Hat was vom Zwiebelschalenprinzip. Passt eine Schicht nicht mehr, wird sie abgelegt und die darunter genommen.

Allerdings kritisiere ich stark, dass sie dabei viel zu wenig auf sich selbst Acht gibt. Ihre Hilfsbereitschaft in allen Ehren, sie muss dennoch in erster Linie schauen, dass es ihr gut geht ehe sie anderen vernünftig helfen kann. Wirklich sehr unvernünftig von ihr.

Einige Rezensenten beschreiben Dylan als relativ schwer einschätzbar. Man wüsste nicht, ob man ihm trauen kann und ob er Casey tatsächlich helfen möchte. Das kann ich so nicht bestätigen. Ich finde, man merkt das ganz deutlich. Seine ganze Hintergrundarbeit, sein Zutun, die Unterstützung ... ohne ihn als Ermittler würde das Ganze wesentlich komplizierter ablaufen.
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Ich finde es faszinierend, wie Zeit und Zufall miteinander sympathisieren. Diesmal ist der Plot in seiner eigenen Dimension weniger eng begrenzt als im ersten Teil, wodurch mehr Raum für Spekulationen bleibt. Mein Kopf muss die ganze Zeit arbeiten und die Autorin mich herausfordern! Auch wenn das Ende keine überraschenden Wendungen mit sich bringt, so fühlt es sich dennoch schlüssig, spannend und logisch inszeniert an.
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Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm zu lesen, die Sprache frisch und leicht verständlich.
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Das Cover ist nett anzusehen. Ich finde die Farben gut gewählt. Das Motiv hingegen, nun ja ... hätte die Frau eine etwas verstecktere Haltung, würde mir das Ganze authentischer vorkommen. Wäre mir das Buch dennoch im Handel aufgefallen? Ja!
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Fazit: Ein pulsierender und dynamischer Thriller mit actionreichen Spannungselementen.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

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Forgotten Girl

Eva-Maria Silber
E-Buch Text: 222 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 31.03.2018
ISBN 9783960873266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


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104 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Tears of Tess - Buch 1

Pepper Winters
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 08.02.2018
ISBN 9783865526168
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Best Day Ever: Sterben sollst Du nah bei mir

Kaira Rouda
E-Buch Text: 312 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 01.03.2018
ISBN 9783732548347
Genre: Sonstiges

Rezension:

Paul und Mia brauchen eine Pause vom Alltag und etwas Zeit für sich. Das Paar möchte ein romantisches Wochenende zu zweit genießen, ohne Stress, ohne Verpflichtungen und ohne ihre Kinder. So geben sie diese kurzerhand in gute Hände und machen sich mit dem Auto auf Richtung Ferienhaus am Eriesee. Doch die Fahrt scheint Zweifel mit sich zu bringen und wirft immer mehr Fragen auf.

Aus Pauls Perspektive erfahren wir mehr über sein Leben, die Ehe mit Mia und über das Familiendasein. So fällt es leichter, bestimmte Handlungen und Motive zu verstehen und nachvollziehen zu können. Beide sind seit zehn Jahren miteinander verheiratet. Paul arbeitet in der Werbebranche, während Mia die typische Hausfrau darstellt. Eine Bilderbuchfamilie. An einigen Stellen wird es sogar ein wenig unheimlich, wenn man sich in Pauls Kopf aufhält und Teil seiner Gedanken wird.

Beinahe wie bei einem Tagebuch erzählt die Autorin in einer leicht verständlichen Sprache nach und nach, wie sich „der perfekte Tag“ abspielt und bedient sich dabei einer interessanten zeitlichen Abfolge. Vor jedem Kapitel steht eine Uhrzeit, die dem Leser sozusagen eine Echtzeit-Story ermöglicht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.

Der Plot ist humorvoll, teilweise sarkastisch und zynisch, jedoch durchweg spannend konstruiert. Dieser Thriller benötigt kein Blutvergießen und kommt auch ohne große dramatische Turbulenzen aus. Ich würde das Buch allerdings mehr als Spannungsroman einstufen, nicht direkt als Thriller. Dafür fehlten einfach einige klassische Elemente wie der Wechsel zwischen Anspannung und Erleichterung sowie die sogenannten Red Herrings. Taktiken, die einen auf die falsche Fährte führen sollen.

Das Ende ist logisch und in sich abgeschlossen. Es wirkt nicht so, als käme noch ein zweiter Teil heraus. Aber wenn, würde ich mich darüber freuen.

Fazit: Ich empfehle „Best Day Ever“ Lesern, die gern mal etwas Seichteres zwischendurch brauchen und psychologische Elemente im Inhalt mögen.

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183 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 136 Rezensionen

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz-Rezension:

Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, weil ich vorab schon viel darüber gelesen habe. Aber wie das meistens bei Hypes ist, entpuppen diese sich schnell als Enttäuschung. Ergo hatte ich mächtig viel Bammel. Gott sei Dank ging alles gut aus. :)

Vivian Miller arbeitet als Spionageabwehr-Analystin bei der CIA und ist darauf spezialisiet, russische Schläfer zu enttarnen. Sie wirkt auf mich wie eine starke, selbstbewusste, bodenständige und emanzipierte Frau, die zudem Mutter von 4 Kindern und glücklich verheiratet ist. Alles scheint perfekt bis sie eines Tages ihren eigenen Mann als russischen Schläfer enttarnt.

Ihr Leben gerät völlig außer Kontrolle und die Familie scheint immer mehr daran zu zerbrechen. Als Leser kann man ihre Ängste und Verzweiflung sehr gut nachvollziehen. Auch dank des flüssigen Schreibstils und der lockeren Sprache der Autorin.

Bis zum Schluß habe ich mitgefiebert und nicht gewusst, wem Vivian wirklich noch vertrauen kann. Die Einblicke in die Spionageabwehr, die man nebenbei serviert bekam, waren äußerst spannend. Ich werfe gerne Blicke hinter die Kulissen und lerne auch gern etwas dazu. Das war das Besondere an diesem Buch hier.

Das Ende war spannungsgeladen, actionreich und läßt auf eine Fortsetzung dieses Debüt-Thrillers hoffen!

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(26)

37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Nur wenn ich fliehe

Terri Blackstock , Renate Hübsch
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 01.02.2017
ISBN 9783765520747
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um was geht es? Nachdem sie ihren besten Freund Brent ermordet aufgefunden hat, ist Casey Cox auf der Flucht quer durch das amerikanische Land. Man verdächtigt sie des Mordes, weil zahlreiche Beweise gefunden werden, die diesen Verdacht bestätigen. Sein Blut klebt an ihren Händen und Schuhen. Überall am Tatort findet die Polizei ihre DNA. Zufall? Manipulation? Als wäre es nicht schon stressig genug auf der Fahnungsliste zu stehen, wird sie zudem von einem früheren Freund von Brent verfolgt, der offenbar ebenfalls glaubt, dass sie den Mord verübt hat. Dylan, Ex-Soldat mit posttraumatischen Belastungsstörungen und ein ziemlich guter Spurensucher, der von Brents Familie engagiert wird. Damit haben wir auch schon die Grundlage, auf der das Buch basiert. Ich muss an dieser Stelle mal ein "Wahnsinn!" einwerfen. Meine Güte, ist die Hetzjagd spannend! Erst war ich skeptisch. Ich habe in letzter Zeit einfach schon zu viele Agenten-Thriller gelesen, bei denen die Verfolgungsjagd erst actionreich beginnt und dann plötzlich stagniert. Das ist hier nicht der Fall.

Die Kapitel werden aus zwei Perspektiven erzählt: aus Caseys sowie aus Dylans Sicht. Finde ich persönlich sehr gut, da die Story nicht allzu einseitig und dadurch monoton daherkommt. Außerdem lernt man mehr über die Protagonisten, kann sich besser in sie hineinversetzen. Würde nur Casey erzählen, würde man nicht erfahren, was Dylan wirklich denkt, nur das, was sie annimmt und vermutet.

Caseys Flucht steht im ersten Part des Buches im Vordergrund. Es werden die Gründe peu á peu beleuchtet und immer mehr Informationen geraten in den Fokus. Man bekommt also nicht die geballte Ladung auf einmal serviert, sondern häppchenweise. So lässt sich das Ganze besser verdauen ;)

Obwohl manches Szenario zu konstruiert wirkt und man relativ früh dies und das vorhersehen kann, bleibt die Spannung erhalten.

Ungewohnt für mich ist - apropos Ende -, dass es zu keinem gänzlich aufgelösten Finale kommt. Es bleibt relativ offen und lässt Raum für die kommenden zwei Teile der Reihe. Einerseits also seltsam, mit einer Leere aufzuhören bzw. auch mit einigen Fragezeichen. Andererseits freut es mich jedoch, dass die Story fortgeführt wird und ich noch mehr von Casey und Dylan lesen darf. Ich bin übrigens auch bei der lovelybooks Leserunde zu Teil 2 dabei und jetzt schon mächtig aufgeregt.

Die Charaktere sind gut dargestellt und wirken authentisch. Es wird sich keiner unnötigen Klischees bedient. Alles bleibt einfach, überschaubar und realistisch. Dadurch sind die Figuren nicht besonders einprägsam, allerdings versprühen sie abseits vom Mainstream ihren ganz eigenen Charme.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Nichts Besonderes im Speziellen, das habe ich auch nicht erwartet. Auch die Sprache punktet eher mit lockerer Finesse. Ich mag Bücher mit einfacher Gestaltung in Wort und Schrift lieber als die Krimis und Thriller, die neuerdings als modern gelten, weil sie einen gehobenen Wortlaut innehaben. Das habe ich in anderen Rezensionen schon kritisiert. Ich widerhole es gern noch einmal: Niemand braucht anspruchsvolle und literarische Sprache in einem Krimi oder Thriller. Ist so. Punkt. Wenn ich 5-Sterne-Niveau möchte, lese ich Jazuo Ishiguro, William Butler Yeats oder Bernhard Schlink.

Das Cover finde ich okay. Es gefällt mir, dass der Name der Autorin etwas verwischt aussieht. Ziemlich cool eigentlich. Das Motiv mit dem Bus finde ich hingegen nur "so lala". Ich persönlich (!) hätte eine rennende Frau (vielleicht nur die Silhouette oder ebenfalls verschwommen) interessanter gefunden. Aber es ist auffällig, das stimmt. Und die Farben harmonieren auch miteinander.

Fazit: In diesem Krimi steckt mehr, als man zunächst vermuten mag. Nicht vom Cover täuschen lassen! Eine Empfehlung meinerseits an all Diejenigen, die rasante Storylines mögen und mit einem offenen Ende kein Problem haben - natürlich im Wissen, dass das einer von drei Teilen ist, de facto noch einiges passieren wird.

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75 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

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Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Den pensionierten Kriminalbeamten Jakob Franck kenne ich bereits aus dem ersten Teil "Der namenlose Tag". Ich nahm ihn als einen authentischen und liebevollen Charakter wahr, ohne Berührungsängste, jedoch mit viel Mitgefühl seinen Mitmenschen gegenüber ausgestattet. Dieses Bild von ihm blieb mir im zweiten Teil erhalten.

Um was geht es? Wie muss es sich für ein Ehepaar anfühlen, wenn der eigene Sohn nicht mehr nach Hause kommt?

Der 11-jährige Lennard verschwindet eines Tages nach dem Sport. Die Polizei hat keinerlei Anhaltspunkte. Aufgrund eines starken Unwetters, lassen sich weder Zeugen noch verwertbare Spuren finden. 34 quälende Tage lang warten die Eltern auf den einen tröstlichen Anruf. Die Wahrheit jedoch dringt kompromisslos und mit zerstörerischer Kraft in die Realität ein. Man findet die Leiche des Jungen in einem Waldgebiet. Jakob Franck ist es schließlich, der die schreckliche Nachricht den Eltern überbringt. Man spürt förmlich, wie die Hoffnung, an die sie sich bis zuletzt klammerten, mit einem Fingerschnipp entschwindet und erdrückende Trauer an ihre Stelle tritt. Während der Vater verzweifelt Halt bei seiner Frau sucht, zieht diese sich zunehmend zurück. Die neue Zweisamkeit scheint zu zerbrechen. Trotz aller Bemühungen der Beamten, stagnieren die Ermittlungen. Man will den Fall zu den Akten legen, doch Jakob Franck hat bereits für sich entschieden, so lange nach dem Täter zu suchen, bis dieser gefasst wird.

Die Charaktere sind authentisch, ihr Auftreten gut durchdacht. Friedrich Ani lässt beinahe jede Figur selbst zu Wort kommen. Wer den ersten Teil gelesen hat, weiß, dass der Autor den Fokus primär auf die einzelnen Protagonisten legt und den Kriminalfall sowie dessen Lösung absichtlich sekundär thematisiert. Weg von all den pauschalisierenden Klischees, die mit den Charakteren des Genres "Krimi" indes einhergehen.

Der Schreibstil ist auch im Nachfolgeband ziemlich anspruchsvoll. Dies ist keine Lektüre, die man vor dem Zubettgehen liest. Vielmehr sollte dem Buch besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Die Sprache glänzt mit einer atmosphärisch dichten, ergreifenden und unmissverständlichen Präzision.

Das Cover ist in einem dezenten Blauton gehalten, der Name des Autors in Schwarz, der Buchtitel in Weiß. Zu sehen sind die Silhouetten zweier Erwachsener und die eines Kindes. Passend, wie ich finde, wenn man den Inhalt kennt.

Fazit: Dieser Krimi hat mich emotional gepackt, hochgeworfen und wieder aufgefangen. Derart schwermütige Melancholie erlebe ich selten beim Lesen. Ein beeindruckendes Buch!

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Im Dunkel deiner Seele

George Harrar
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176144
Genre: Krimi und Thriller

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