Traeumerin109s Bibliothek

179 Bücher, 168 Rezensionen

Zu Traeumerin109s Profil
Filtern nach
179 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"biographie":w=1,"glaube":w=1,"unfall":w=1,"alltag":w=1,"schuld":w=1,"gefängnis":w=1,"erfahrungen":w=1,"vergebung":w=1,"strafe":w=1,"totschlag":w=1,"neuorientierung":w=1,"verlag: scm hänssler":w=1,"straftaten":w=1,"gottes wirken":w=1

Der Bibelraucher

Wilhelm Buntz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 21.08.2018
ISBN 9783775158602
Genre: Biografien

Rezension:

…diese Erkenntnis dringt immer wieder durch die Zeilen dieses autobiographischen Buches. Wilhelm Buntz führt ein kompromissloses, hartes Leben. Schon früh in ein Heim abgeschoben, gerät er immer mehr in eine Abwärtsspirale. Schon als Jugendlicher fährt er einen Mann tot, es folgen viele weitere Vergehen. Schließlich, nach vielen Jahren Gefängnis, greift er eines Tages in seiner Zelle zur Bibel. Er braucht Papier für seine selbstgedrehten Zigaretten, aber jede Seite liest er auch, bevor er sie qualmt. Irgendwann packt ihn der Text und er beschließt, sein Leben zu ändern, besser gesagt: ändern zu lassen.

Ein Buch, was mich sehr bewegt hat. Da ist zum einen die traurige Geschichte eines Jungen, der keine Liebe und Annahme erfährt und zu einem Erwachsenen heranwächst, den keine Gefühle mehr berühren. Da ist aber auch die brutal ehrliche Selbsterkenntnis von Wilhelm Buntz, dass er selbst es war, der sich in den schwierigen Situationen für den scheinbar einfachen Weg des Bösen entschieden hat und der nun mit seiner Schuld leben muss. Es ist vieles, was mir an diesem Buch sehr gefallen hat. Der Schreibstil ist recht distanziert und erzählt doch viel über das (Innen-)Leben von Wilhelm. Da wird nicht, wie sonst in autobiographischen Büchern oft, ausführlich alles beschrieben, sondern die wichtigen Erlebnisse und Stationen in teilweise wenigen, aber sehr aussagekräftigen Worten zusammengefasst. Und doch ist alles Wesentliche gesagt, der Leser hat wirklich das Gefühl, ein wenig zu verstehen, was Wilhelm Buntz ausmacht. Dann der zweite Teil des Buches, die Wende in seinem Leben. Auch hier findet der Autor stets die passenden Worte, und mehr als einmal hatte ich eine Gänsehaut beim Lesen. Es wird klar, dass genau darauf alles Vorherige hinausgelaufen ist: Die Veränderung, die Gott in Wilhelms Leben bewirkt. Die Erkenntnis, dass seine Schuld vergeben werden kann, wenn er dazu steht. Und immer wieder das Staunen darüber, wie sehr Gott für uns sorgt, wie er Situationen in unserem Leben, Begegnungen und andere Menschen vorbereitet. Dieser Aspekt kommt in dem Buch sehr gut rüber, ohne zu aufdringlich zu werden. Das liegt vor allem daran, dass der Autor sehr authentisch ist. Er hat es geschafft, nicht nur eine sehr spannende, sondern auch rücksichtslos ehrliche Geschichte zu schreiben, die darauf abzielt, den Leser mit in dieses große Staunen miteinzubeziehen: Gott ist treu!

Daneben wirft das Buch auch viele andere Fragen auf, die sich beim Lesen unweigerlich stellen: Warum wird jemand kriminell? Wer oder was entscheidet darüber, ob wir der Versuchung widerstehen oder nicht? Wie übernimmt man Verantwortung für seine Schuld?

Fazit: Ohne Frage eines der besten autobiographischen Bücher, die ich je gelesen habe. Ich kann es euch nur ans Herz legen, ihr werdet es garantiert nicht bereuen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"reife":w=3,"persönlichkeit":w=2,"christliches sachbuch":w=2,"reifes handeln":w=2,"sachbuch":w=1,"glaube":w=1,"gott":w=1,"alltag":w=1,"verantwortung":w=1,"lebenshilfe":w=1,"fähigkeiten":w=1,"stärke":w=1,"hardcover":w=1,"ziele":w=1,"gaben":w=1

Die Kunst des reifen Handelns

Thomas Härry
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 31.01.2018
ISBN 9783417268348
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wie werden wir zu Persönlichkeiten, die reif und der jeweiligen Situation angemessen handeln können? Thomas Härry beschäftigt sich mit genau dieser Frage und beschäftigt sich dabei zunächst damit, was eine reife Persönlichkeit überhaupt ausmacht. Anschließend vertieft er das Thema anhand von verschiedenen Verhaltensweisen, die scheinbar im Gegensatz zueinander stehen, aber alle für ein wirklich reifes Handeln erforderlich sein können.

Nach einem eher unscheinbaren Äußeren war ich bei diesem Buch mal wieder sehr positiv überrascht vom Inhalt. Der Autor geht sehr strukturiert vor und schafft es so, dem Leser ein äußerst spannendes und vielschichtiges Thema behutsam näherzubringen. Ausgangspunkt ist eine Frage, die wohl jeder sich stellt: Wie schafft der oder die andere es, mit einer bestimmten Situation so gelassen umzugehen? Was genau bewundern wir eigentlich daran? Es sind meistens nicht bestimmte Fähigkeiten, sondern eine Art Grundeinstellung, die sich laut dem Autor durch zwei Eigenschaften besonders auszeichnet: Eine gefestigte, reife Persönlichkeit ist beziehungsfähig und eigenständig. Das bedeutet, klarer formuliert, sie kann mit Menschen in Beziehung treten, aber ihre eigenen Meinungen auch klar zum Ausdruck bringen. Das bedeutet fast immer eine Gratwanderung zwischen beiden Seiten, wie im zweiten Teil des Buches deutlich wird. Hier wählt Thomas Härry nur ein paar Beispiele aus, wie das im Alltag aussehen kann. Stärke zeigen – verletzlich sein, Probleme lösen – Ungelöstes aushalten, Menschen ermutigen – Menschen konfrontieren, usw. All dies ist alles andere als einfach und es gibt keine Patentlösung dafür. Das behauptet der Autor auch nicht, sondern er geht meiner Meinung nach genau richtig an die Sache heran. Indem er versucht, aufzuzeigen, was wir brauchen und wie andere Menschen es vielleicht geschafft haben, lässt er uns als Leser viel Freiraum, selbst zu entdecken, wie es bei uns aussieht. Und genau den brauchen wir auch, denn jeder hat ja andere Stärken und Schwächen, auch in dieser Hinsicht.

Kurz und gut: Ein sehr gut geschriebenes, sehr lohnendes Buch, das ich nur empfehlen kann. Es beschäftigt sich mit einem schwierigen Thema, schafft es dabei dabei, den Leser mitzunehmen und unterwegs nicht zu langweilen. Auch, trotz des doch teilweise recht psychologischen Inhalts, überhaupt nicht kompliziert, sondern einfach und klar geschrieben. Das hat mir sehr gut gefallen. Zudem bietet das Buch viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken und einige gute Ideen für den Alltag. Eine möchte ich hier nur nennen: der Autor berichtet von seinem sogenannten Jahresgebet. Hierbei handelt es sich um ein kurzes Gebet, im Laufe eines Jahres immer wieder wiederholt, in welchem er Gott bittet, ihm bei einer persönlichen Schwäche, an der er arbeiten möchte, zu helfen.

Fazit: Ein Buch, welches ihr nicht bereuen werdet, in die Hand genommen zu haben!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

"glaube":w=1,"anthologie":w=1,"jesus":w=1,"kurzgeschichen":w=1,"die ersten und die letzten":w=1,"die perle im acker":w=1,"einladung beim weinbauern":w=1,"hartnäckiges bitten":w=1,"der barmherzige samariter":w=1,"das vierfältige ackerfeld":w=1

Der Fremde im Zug

Attila Jo Ebersbach
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 18.06.2018
ISBN 9783957345226
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wie würde Jesus wohl zu uns reden, wenn er heute unter uns wäre? Mit Sicherheit anders als damals, denn seine Gleichnisse waren immer dem alltäglichen Leben der Menschen entnommen. Mit dieser Frage hat sich der Autor Attila Jo Ebersbach beschäftigt und versucht, einige der bekanntesten Gleichnisse aus der Bibel in ein modernes Deutschland zu übertragen.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und darauf, wie der Autor mit der Herausforderung umgeht, so alte und gleichzeitig so bekannte Geschichten in die heutige Zeit zu übertragen. Der erste Eindruck war auch gut, das Cover ist schön gestaltet. Leider war ich vom Rest des Buches nicht wirklich überzeugt, größtenteils enttäuscht. Die meisten der Geschichten sind flach und haben nicht viel zu sagen – kein Vergleich mit den zwar kurzen, aber inhaltlich unglaublich dichten Gleichnissen aus dem Neuen Testament. Also aus literarischer Sicht meiner Meinung nach keine besonders gelungene Bearbeitung. Hinzu kamen die Vergleiche, die ich teilweise ein wenig an den Haaren herbeigezogen fand. Hier eine Geschichte, die nicht besonders spannend ist und mich nicht wirklich vom Hocker reißt, und auf der anderen Seite ein Gleichnis, das ich zwar schon viele Male gehört oder selbst gelesen habe, das aber immer wieder etwas zu sagen hat? Der Vergleich hat mir teilweise nicht eingeleuchtet. Zugestehen muss ich dem Autor, dass es mit Sicherheit nicht einfach ist, ähnliche Geschichten aufzuschreiben. Einige Ideen waren auch nicht schlecht, ein paar echt gut.
Trotzdem muss ich, alles in allem, sagen: Weder der Inhalt, noch wie er präsentiert bzw. geschrieben ist, hat mich überzeugt. Schade, denn die Idee ist auf jeden Fall nicht schlecht. Aber dieses Buch werde ich wohl nicht noch einmal zur Hand nehmen, und wahrscheinlich noch nicht einmal in mein Regal stellen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Veronika beschließt zu leben

Veronika Fritz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Edition Philemon, 23.04.2018
ISBN 9783935368346
Genre: Romane

Rezension:

Veronika und Susan – zwei Frauen, die unter völlig anderen Umständen ins Leben starten. Die eine geliebt und behütet, die andere von Anfang an abgelehnt. Doch was wird aus den beiden? Offensichtlich ist unser Lebensweg nicht von vorneherein festgelegt, wie diese beiden Frauen zeigen. Veronika muss immer kämpfen, während Susan scheinbar alles in den Schoß fällt. Doch ganz so einfach ist es nicht…

Zuerst hat mich an dem Buch der Titel angesprochen. Ein sehr schöner und treffender Titel. Und genau davon handelt das Buch: Von einem Menschen, der, allen widrigen Umständen zum Trotz, beschließt zu leben. Und von einem anderen Menschen, der genau das nicht tut. Leicht hat es keine von beiden, doch beide hatten die Möglichkeit, aus einer unhaltbaren Situation auszubrechen und neu anzufangen. In Laufe des Buches wird sehr schön dargelegt, dass es dazu Willenskraft braucht, aber auch Gnade. Die eine Geschichte ist autobiographisch, die andere größtenteils so nicht passiert. Trotzdem oder gerade deshalb gehen beide Geschichten unter die Haut. Die Autorin berichtet aus ihrem Leben, das scheinbar von Anfang an schiefgelaufen ist. Was sollte da Gutes bei herauskommen? Die Geschichte könnte auch ohne Probleme klischeeüberladen als Hollywood-Film herhalten, aber sie tut genau das nicht. Im Gegenteil, was die Autorin hier so direkt und berührend erzählt, lässt wahrscheinlich keinen Leser kalt. Ja, Gott kann unser Leben verändern, wenn wir ihn nur lassen. Ich denke, mindestens die Frage, wie es denn in unserem eigenen Leben aussieht, taucht unweigerlich während der Lektüre auf. Auch wenn wir vielleicht nicht auf einem völligen Scherbenhaufen sitzen, so wie Veronika, gibt es doch mit Sicherheit genügend Baustellen.

Ich kann dieses Buch empfehlen, weil es gut geschrieben ist und eine bewegende autobiographische Geschichte enthält. Außerdem vermittelt es die Botschaft, dass wir nicht in unserem Leben gefangen sind, kein Opfer unserer Umstände, sondern dass es durchaus auch möglich ist, sich zu befreien. Eine sehr lohnende Lektüre, die durch einen angenehmen Schreibstil überzeugt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"kinder":w=1:wq=6073,"ratgeber":w=1:wq=2864,"erziehung":w=1:wq=884,"beten":w=1:wq=139,"begleiter":w=1:wq=98,"erziehen":w=1:wq=17

Die Herzen unserer Kinder berühren

Catherine Fabiano , Frank Fabiano
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 15.01.2018
ISBN 9783957344915
Genre: Sachbücher

Rezension:

Catherine und Frank Fabiano führen in diesem Buch durch die verschiedenen Entwicklungsstufen eines Kindes, vom Mutterleib bis zum Teenager. Dabei gehen sie besonders auf die speziellen Bedürfnisse ein, welche jede Stufe mit sich bringt, und versuchen die Frage zu beantworten, wie wir als Eltern unsere Kinder unterstützen können.

Von diesem Buch war ich leider sehr enttäuscht. Der Titel hatte mich angesprochen und neugierig gemacht, aber mit dem Inhalt konnte ich wenig anfangen. Die verschiedenen Entwicklungsstufen sind zwar sehr strukturiert dargestellt, aber dafür bräuchte ich dieses Buch nicht. Da fehlte der Aha-Effekt, der den Leser dazu bringen soll, genau dieses Buch zu lesen anstatt einen der tausend anderen Ratgeber zu diesem Thema. Denn viel mehr als ein typischer Ratgeber ist das Buch leider nicht geworden. Das Thema wird teilweise sehr trocken angegangen, was die Lektüre alles andere als spannend macht. Ja, die Autoren geben viele Informationen dazu, wie es in einem Kind aussieht. Das ist auf jeden Fall nicht schlecht. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen, sowie die besonderen Bedürfnisse, Ängste, Lernerfahrungen usw. werden gut dargestellt. Aber vieles wird auch mehrfach wiederholt, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Ein weiterer Punkt, der mich sehr gestört hat, war der sehr starke Fokus auf dem Gebet, mit dem wir unsere Kinder heilen können, wenn doch einmal etwas nicht so gut in der Erziehung gelaufen ist, was ja immer vorkommt. Natürlich handelt es sich hierbei um ein christliches Buch, aber man kann nicht alles, was man vielleicht falsch gemacht hat, einfach „wegbeten“. Genauso klingt es aber in dem Buch: Da werden immer wieder kurze Geschichten eingestreut, in denen Eltern erzählen, wie nach dem Gebet um Heilung alle Probleme wie weggeblasen waren. Zum einen klingen diese Geschichten immer irgendwie gleich, und zum anderen ist es mit Sicherheit nicht immer so einfach, wie die Autoren hier behaupten, egal wie gläubig man auch ist. Außerdem kann es genauso gut vorkommen, dass Verletzungen durch Gespräche mit den Kindern, Entschuldigungen und die Bitte um einen Neubeginn aufgearbeitet werden können. In dem Buch jedoch hört es sich so an, als sei Gebet die einzige Rettung.

Hinzu kamen viele weitere Kleinigkeiten, wie z.B., dass die Autoren alle paar Seiten auf ein anderes Buch verweisen, welches sie ebenfalls geschrieben haben. Das ist auch in dieser Häufung und Art unnötig und störend. Ich fand es sehr schwierig, das Buch zu lesen. Wenn man sich so zur Lektüre fast zwingen muss, ist irgendetwas schiefgelaufen. Es gibt mit Sicherheit auch Leser, denen genau diese Art, mit dem Thema umzugehen, zusagt. Den meisten jedoch würde ich das Buch nicht empfehlen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"ratgeber":w=1,"beziehungen":w=1,"zeit":w=1,"vetrautheit":w=1

Ich mag dich fast so, wie du bist

John Ortberg , Elke Wiemer
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 18.06.2018
ISBN 9783957345110
Genre: Sachbücher

Rezension:

John Ortberg ist davon überzeugt, dass wir dazu geschaffen wurden, um in Beziehung miteinander zu leben. Doch das ist meistens alles andere als einfach, wenn wir unser Leben betrachten. Da gibt es Lügen, Missverständnisse, Mauern und Ängste – und vieles mehr, was dem scheinbar im Wege steht. Wie geht das, dass wir trotz all dem, in all unserer Verletzlichkeit, tiefe Beziehungen haben und leben können?

Da dies nicht mein erstes Buch von dem Autor war, hatte ich mich schon auf eine unterhaltsame, humorvolle und tiefgründige Lektüre gefreut, und wurde auch nicht enttäuscht. John Ortberg versteht es wunderbar, den Leser durch kleine Anekdoten mitzunehmen und gleichzeitig kleine und große Weisheiten und Erkenntnisse einfließen zu lassen. Das alles klar und durchdacht, gut strukturiert und in einem sehr angenehmen Schreibstil, der das Lesen zu einer Freude macht. Auch inhaltlich hat dieses Buch wieder einiges zu bieten. Die Kunst ist ja oft nicht, etwas bahnbrechend Neues zu schreiben, sondern sich mit einem Thema auf eine bestimmte Art und Weise auseinanderzusetzen und den Leser dabei immer wieder mit der Nase auf Dinge zu stoßen, die er so vielleicht vorher noch nie gedacht hat. Gerade das Thema Beziehungen dürfte wohl jeden Leser etwas angehen, da wir ohne Beziehungen nicht leben können. Und all die Schwierigkeiten kennen wir nur allzu gut, trotzdem stoßen wir immer wieder darauf. John Ortberg bietet vieles Nachdenkenswerte und einige Ideen, wie wir selbst etwas anders machen können. Wie sieht es beispielsweise mit all den kleinen Einladungen aus, die andere täglich uns gegenüber aussprechen: Einladungen, miteinander in Beziehung zu treten oder die bereits vorhandene Beziehung zu vertiefen. Das können ganz banale Dinge sein, aber wie reagieren wir darauf? Wieviel investieren wir in unsere Beziehungen, wieviel Vertrautheit und Nähe lassen wir zu? Warum haben wir so große Probleme damit, verbindlich zu werden? Wie ist das mit Annahme und Ablehnung? Diese und viele weitere Fragen stellt der Autor nicht nur dem Leser, sondern auch sich selbst.

Ein Buch, was ich als sehr bereichernd empfinde und nur jedem empfehlen kann. Auch nicht gläubige Menschen werden hier mit Sicherheit einiges finden. Da stimmt einfach das Gesamtpaket: Es ist immer wieder eine Freude, John Ortberg zu lesen und seinen Gedanken zu folgen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

"vergebung":w=5,"rache":w=2,"glaube":w=2,"schuld":w=2,"roman":w=1,"fantasy":w=1,"thriller":w=1,"berlin":w=1,"suche":w=1,"macht":w=1,"hoffnung":w=1,"hass":w=1,"ermittlungen":w=1,"scheidung":w=1,"killer":w=1

Das Licht scheint in die Finsternis

Thomas Franke
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 15.01.2018
ISBN 9783957344632
Genre: Romane

Rezension:

Jonathan Brendel hat von seiner Mutter ein kleines Vermögen geerbt. Allerdings kann er das Erbe nur zusammen mit seinem Bruder antreten, der vor vielen Jahren verschwunden ist. So begibt er sich auf die Suche nach ihm, nicht ahnend, dass dieser inzwischen ein ganz anderes Leben führt.

Eine wunderschöne und bewegende Geschichte über die Kraft der Veränderung und der Vergebung. Wir begeben uns zusammen mit beiden Brüdern auf die Reise, die jeweils ganz unterschiedlich aussieht. Der eine möchte seinen Bruder wiederfinden, der andere muss sich zuerst seinen Fieberträumen stellen, die in mitten hinein in die finstere Burg seines eigenen Herzens führen. Er hat viele Fehler begangen und irgendwann aufgehört, hinzusehen und hinzuhören.

Thomas Franke schreibt ziemlich heftige Geschichten, die aber auch sehr sanft und voller Hoffnung sind. Auch der Glaube spielt eine Rolle, drängt sich aber nie in den Vordergrund. Er ist eher die Hintergrundmelodie, vor welcher das Ganze spielt. Hauptsächlich haben wir es mit einer sehr spannenden Geschichte zu tun, deren Protagonisten durchweg überzeugen. Dabei ist das Buch nicht nur optisch sehr ansprechend, sondern auch tiefgründig. Wir erleben als Leser, wie die Kraft der Gnade nicht nur ein Leben verändert.

 Ein Buch, welches ich gerne weiter empfehle!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Weiterglauben

Thorsten Dietz
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 18.05.2018
ISBN 9783961400188
Genre: Sachbücher

Rezension:

Thorsten Dietz war mir bereits als Autor und auch als Redner bei „Worthaus“ bekannt. In beiden Funktionen schätze ich ihn sehr, denn was er von sich gibt, ist stets sehr einprägsam, aber auch humorvoll. So habe ich auch dieses Buch mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht. Erneut ein Buch, welches sich mit einem sehr interessanten theologischen Thema beschäftigt, jedoch dabei nicht zu sehr theologisiert und fachsimpelt, sondern ganz einfache und klare Worte findet.

Es geht um die Frage, wie wir weiterglauben können, trotz Theologie und durch Theologie. Wie wir Gott denken oder eben nicht denken können. Denn, das betont Thorsten Dietz immer wieder, Gott gehört uns nicht. Wenn wir ernsthaft im Glauben wachsen wollen, beinhaltet das immer auch Wachstumsschmerzen. Ob wir nun eigene, für sicher erachtete Überzeugungen hinterfragen müssen, oder einfach konsequenter werden: Einfach und unkompliziert ist es nicht, zu glauben. An vielen Fragen scheiden sich die Geister und es kommt zu heftigen Diskussionen. Brauchen wir mehr Weite im Glauben, mehr Freiraum, oder brauchen wir mehr Regeln, an denen wir uns festhalten können? Solche Fragen sind nicht einfach zu beantworten und der Autor macht es sich auch nicht einfach, in keiner der Fragen. Er ist vielmehr stets bemüht, alle Aspekte zu ihrem Recht kommen zu lassen. So auch, wenn es um den Fundamentalismus geht, den er selbst nicht vertritt, aber auch nicht anprangert und als Sündenbock hinstellt. Das ist eine schwierige Gratwanderung, die ich bei Thorsten Dietz stets sehr bewundere. Für ihn ist vieles, was mit Gott zu tun hat, schlicht ein Geheimnis. Damit geht er nicht den bequemen Weg, sondern gesteht ein, dass Gott immer anders ist, als wir ihn denken. Und die Überzeugung, selbst über die eine, einzige Wahrheit zu verfügen, hat schon mehr als genug Probleme verursacht. Wie sieht es aus mit der Bibel: Gottes Wort oder Menschenwort – oder beides, vielleicht auch keins von beidem? Wie sieht es aus mit der Historizität der Bibel? Oder ihrer Autorität in ethischen Fragen? Wir leben in einer Zeit, in der die Fragen eher mehr werden als weniger. Und doch kann man fundiert darüber nachdenken und sprechen, wie Thorsten Dietz beweist. Man kann auch die Bibel ernst nehmen, ohne auf Biegen und Brechen alles zu wörtlich zu nehmen.

Freiheit ohne Beliebigkeit, das trifft es ziemlich gut: ein Glaube, der in Freiheit gelebt wird, ohne in das andere Extrem zu verfallen und sich in der Beliebigkeit zu verlieren. Wir können das, wovon wir reden, meistens nicht richtig erfassen, aber das heißt nicht, dass wir überhaupt nichts oder alles darüber sagen können. Ein wunderbares Buch, tiefgründig und voller Anstöße zum Nachdenken. Thorsten Dietz ist ein Autor, den ich nur jedem empfehlen kann. Da macht nicht nur das Lesen Spaß, sondern es bleibt auch etwas hängen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

anthropisches prinzip, astronomie, befreiung, begrenztheit, bekehrung, eigenregie, energie, erlösung, ewiges leben, gebetsleben, ich-bewusstsein, interessante vergleiche, jesus, kernfusion, leben als christ

Christsein ist keine Religion: Ein Physiker entdeckt Antworten

Albrecht Kellner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 21.02.2018
ISBN 9783417268461
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Es handelt sich nicht um Glauben in dem Sinne, dass man einfach Dinge für wahr hält, die man nicht beweisen kann – das wäre für mich als Physiker völlig inakzeptabel – sondern um eine innere, konkrete, unmissverständliche Erfahrung“

So bringt Albrecht Kellner es auf den Punkt. Das ist auch die Hauptaussage seines Buches. Nachdem er als Physiker auf vielen Wegen den Sinn gesucht hat, hat er ihn im Christentum, auch für ihn völlig überraschend, gefunden. Nun legt er dar, warum für ihn Naturwissenschaft und Christentum nicht im Widerspruch zueinander stehen.

Dazu liefert er in den ersten Kapiteln viele spannende Fakten, sowohl aus dem naturwissenschaftlich physikalischen Bereich als auch im Hinblick auf ein Zusammendenken mit den Geschichten der Bibel. Es geht (mal wieder) um die wirklich wichtigen Fragen, die uns Menschen bewegen: Was ist der Sinn? Warum all das Leid, wenn es einen guten Gott gibt? Usw. Hierbei liefert der Autor viele spannende und durchaus lohnenswerte Ansätze. Er führt beispielsweise das Leid in der Welt auf ein Leben des Menschen in Eigenregie zurück. Ein so auf sich selbst gestellter Mensch entscheidet nach eigenen, fehlerhaften Prinzipien und kann so bei sich selbst und anderen Leid verursachen. Allerdings finde ich, dass die Antworten, die Albrecht Kellner uns gibt, nicht alles so vollständig erklären, wie er es teilweise darlegt. Diese Themen sind nicht umsonst immer wieder Aufhänger für erhitzte theologische Debatten. Vielleicht liegt das Problem darin, dass es eben wirklich, wie der Autor ja auch schreibt, zuallererst um eine konkrete Erfahrung geht, die der Mensch mit Gott macht. Und im Grunde kann er nur von seiner Erfahrung berichten, die nicht bei allen gleich aussehen wird. Seine Ansätze haben auf jeden Fall viel für sich und bieten viel Stoff zum Nachdenken.

Was mich ein wenig gestört hat, war die stellenweise sehr ausufernde Wiederholung immer derselben Formulierungen, wenn es beispielsweise um diese innere, konkrete, unmissverständliche Erfahrung geht, die auch immer wieder genauso erwähnt wird. Außerdem hatte ich im zweiten Teil des Buches manchmal Schwierigkeiten, der Argumentation des Autors zu folgen. Teilweise waren seine Schlussfolgerungen mir zu radikal. So spricht er sich beispielsweise sehr deutlich gegen Meditation, Yoga und andere „spirituelle Praktiken“ aus, wie er sie nennt. Das erschien mir dann doch ein wenig zu pauschal und zu einseitig. Natürlich soll jedem selbst überlassen bleiben, wie er zu all diesen Dingen steht, doch mir fehlte hier ein wenig der Respekt vor anderen Meinungen, die ebenso gerechtfertigt sein können. Der Geist der Freiheit, der im ersten Teil durchschimmerte, hat sich also gegen Ende leider verflüchtigt. Anderes hat er meiner Meinung nach einfach übersprungen oder ist sehr leichtfertig darüber hinweggegangen, als würde sich das aus dem Vorausgegangenen von selbst erklären. Das tut es aber nicht immer.

Fazit: Das Buch hat einige Schwächen, aber auch viele Stärken. Insgesamt habe ich viel daraus mitgenommen und es auch schon ein zweites Mal zur Hand genommen. Es hat viele kluge und interessante Gedanken und versucht, ein gerechteres Bild vom Christentum zu schaffen. Von mir vier Sterne.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

frei, mut, narben, seele, sexueller missbrauch

Ich bin so frei

Ille Ochs
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 05.02.2018
ISBN 9783775158473
Genre: Sachbücher

Rezension:

…Das ist eine der Überschriften aus dem Buch, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Muten wir uns den anderen zu, so wie wir sind? Oder versuchen wir, jemand anderen darzustellen, spielen wir vielleicht sogar etwas vor? Ille Ochs schreibt von einem Leben im Käfig, das sie selbst nur allzu gut kennt. Sie erzählt von Lebenslügen und was sie anrichten, von Leitsätzen, die zu Leidsätzen werden. Nicht zuletzt von Ansprüchen von uns selbst und anderen. All dies endet in einem Teufelskreis, aus dem wir nur schwer wieder hinauskommen, viele Menschen sogar nie. Sie verbringen ihr Leben lang auf einer Rennbahn, immer im Bemühen um Applaus, anstatt sich vergnügt auf einer Wiese zu tummeln.

Ille Ochs ist eine mutige Autorin, die sich nicht nur an den sicheren, distanzierten Ufern der Unnahbarkeit bewegt, sondern sich hinauswagt und sich selbst hineinnimmt in ihre Bücher. So schreibt sie nicht nur über andere und über uns als Leser, sondern vor allem über sich selbst und wie die ganze Geschichte bei ihr gelaufen ist. Der Klappentext ist zwar sehr allgemein gehalten und könnte auch zu einem mehr oder weniger spannenden Ratgeber passen, aber das hier ist alles andere. Es geht um Freiheit, ja, aber da ist niemand, der uns erzählt, wie wir sie erreichen können. Da erzählt lediglich jemand davon, wie er selbst sie erreicht hat und auch wie andere Menschen auf ihrem Weg vorangekommen sind. Das ist wesentlich lehrreicher als eine verallgemeinerte Anleitung, wie dieses oder jenes zu tun ist.

Ille Ochs vergleicht unser Leben mit einer Rennbahn, auf der wir unterwegs sind, um Applaus zu ernten. Wie wäre es stattdessen, übermütig auf einer Wiese herumtollen zu können? Sie spricht von Überforderung und zu gut gemeinten Ratschlägen, von Anpassung und Verantwortung. All dies sehr feinfühlig und verständnisvoll denjenigen gegenüber, bei denen die Dinge vielleicht (noch) nicht so gut laufen. Sehr wichtig ist ihr, zu betonen, dass der Grundstein für vieles Spätere schon ganz am Anfang gelegt wird. Immer wieder geht sie darauf ein, dass wir auf unsere Kinder achtgeben müssen und können. Was mir sehr gut gefällt, ist der Respekt, den sie allen gegenüber erweist. Das zeigt sich beispielsweise, wenn sie über Traumata schreibt und betont, dass man ein Trauma nicht kleinreden kann mit der Begründung, dass es anderen Menschen schlimmer ergangen ist. Das beweist sehr viel Einfühlungsvermögen und Empathie für ihre Mitmenschen, deren Schwierigkeiten sie somit ernst nimmt.

Am Ende jedes Abschnittes stellt sie Fragen, die man aber auch überspringen kann. Vielleicht springt die eine oder andere davon einen geradezu an. Es sind jedenfalls keine ellenlangen Fragenkataloge, sondern eher dezent gehaltene „Anstupser“.

Fazit: Man merkt, dass die Autorin in eigenen, manchmal leidvollen Erfahrungen Dinge gelernt hat, die sie mit anderen teilen möchte. Dies schafft sie, ohne dabei ständig einen Finger mahnend zu erheben oder Vorwürfe zu machen, ohne Verhaltensvorschriften und indiskrete Eingriffe. Für mich ein sehr gelungenes Buch, das ich gerne gelesen habe und auch anderen gerne weiterempfehle.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"sachbuch":w=1,"glaube":w=1,"verlag: scm hänssler":w=1

Es gibt so viel, was man nicht muss

Tomas Sjödin
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 04.06.2018
ISBN 9783417268546
Genre: Sachbücher

Rezension:

…Haben wir die in unserem vollgepackten Alltag hin und wieder? Tomas Sjödin möchte die Aufmerksamkeit auf all das lenken, was uns alltäglich und selbstverständlich erscheint. Dabei geht es ihm nicht in erster Linie darum, etwas Neues zu sagen, sondern eine Sprache zu finden für das, was wir alle manchmal fühlen und denken, woran wir aber oft kaum einen Gedanken verschwenden. Ein spezielles Oberthema gibt es dabei nicht. Es geht um Dinge, die wir nicht müssen, die wir brauchen und lieben, an die wir glauben und an denen wir zweifeln.

Diesen selbst gestellten Anspruch hat der Autor meines Erachtens wunderbar erfüllt. Mehr als einmal schien er mir direkt aus dem Herzen zu sprechen und hat es mir so leichtgemacht, das Buch mit großem Vergnügen zu lesen. Es stecken viele wertvolle Gedanken darin, die er in einer sehr sanften, aber klaren und eindringlichen Sprache so auf den Punkt bringt, dass die Sätze teilweise noch lange nachhallen. Beispielsweise bedauert er einen Wandel, den er beobachtet, wo unsere Gedanken sich verschieben: Weg von der Dankbarkeit für alles, was man erleben durfte, hin zu dem Bedauern über das, was man verpasst hat oder verpasst zu haben meint. Und auch andere, eher schädliche bzw. hinderliche Gedanken durchdringen unser tägliches Leben: Wir wollen genügen. Es gibt so viel zu tun. Da wird auch schnell mal schlecht über andere geredet, um selbst gut dazustehen. Aber Sjödins Botschaft ist ganz anders: Wir müssen nicht genügen. Hin und wieder sollten wir uns Zeit nehmen für ganz alltägliche Dinge, eben ein paar Minuten für die Ewigkeit. Und es gibt immer ein gutes Wort, das wir über einen anderen Menschen sagen können, und es lohnt sich, es zu sagen.

Sehr sympathisch an dem Autor ist, dass er die Welt, in der wir leben, nicht leugnet und auch nicht schönredet - aber eben auch nicht schlechter macht, als sie ist, und alle materiellen Dinge verteufelt. Er predigt keinen Rückzug aus der Welt, sondern eher ein friedliches Zusammenleben, ohne wiederum der Welt zu viel Macht zu geben. In dem ganzen Buch steckt so viel Hoffnung und so viel Gefühl. Man spürt die Liebe, die auch mal versagt, den Schmerz über das Versagen und die Hoffnung, in all dem aufgefangen zu werden. Tomas Sjödin schreibt über Fehler, ohne Vorwürfe zu machen oder zu verurteilen. Er schreibt über einen Gott, der das genauso wenig tut. Der im Leid bei uns ist, und schweigt, weil es da nichts zu sagen gibt. Es ist ein Gott, der für ihn so glaubhaft ist, weil es der einzige Gott ist, der weint. Ein sehr schönes Bild.

„Ich gehöre zu denen, die glauben, aber ich möchte auf keinen Fall zu denen gehören, die sich sicher sind“

Das Buch ist sehr gut strukturiert, sodass man die relativ kurzen Kapitel leicht zwischendurch lesen kann. Es handelt sich dabei um 77 Texte, die aus verschiedenen Kolumnen des Autors stammen. Meistens werden kurze Geschichten oder Anekdoten erzählt, die als Gedankenanstoß dienen. Bemerkenswert ist, dass der Autor all diese Geschichten vor allem auf sich selbst bezieht und zugibt, dass auch er eventuell noch zu lernen hat. Wie auch ein anderes Buch von Tomas Sjödin, welches ich vor kurzem gelesen habe, so hat dieses mir sehr gut gefallen.

Fazit: Die Lektüre von Tomas Sjödin macht etwas mit dem Leser, denke ich. Man lernt beim Lesen einen Menschen kennen, der alles, wovon er schreibt, selbst gefühlt oder durchgestanden hat und der somit weiß, wovon er schreibt. Das ist bei weitem nicht immer so deutlich zu spüren. Sjödins Texte sind ehrlich und heilsam, sie nehmen uns ernst und versuchen, uns einen Weg zu weisen.

„Vielleicht hat alles, was aus Liebe geschieht, einen Wert, der bleibt…ganz sicher sogar“

Es liegt eine tiefe Ehrfurcht vor dem Leben und jedem einzelnen Menschen, der es lebt, darin. Eine Haltung, vor der ich nur Respekt haben kann. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Eine Lektüre, die im Alltag vielleicht ein paar Minuten Zeit für die Ewigkeit bedeuten kann.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

chaos, gott, leben, licht

Dein Leben ist ein wilder, wunderschöner Garten

Danielle Strickland
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 15.01.2018
ISBN 9783957344502
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was machen wir, wenn unser Leben im Chaos versinkt? Wir wollen die Ordnung wiederherstellen, denn Chaos ist ein sehr beängstigender Zustand. Aber oft kann aus dem Chaos etwas Neues entstehen, so wie in dem wilden, ungebändigten Garten, mit dem Danielle Strickland unser Leben vergleicht. Wenn wir wachsen wollen, braucht es das Durcheinander, denn in der Ordnung folgt alles seinem vorgezeichneten Weg.

Dabei ist dieses Buch keineswegs ein typischer Ratgeber, der auf Klischees herumreitet und immer wieder das herunterbetet, was man schon hundertmal in anderen Büchern gelesen hat und was einen doch nicht so richtig weiterbringt. Das ist auch gar nicht das Ziel des Buches. Es ist vielmehr eine Einladung, sich auf das Chaos einzulassen, den Mut aufzubringen und mitten hinein zu springen. Und es geht darum, Gott zu vertrauen, der als Künstler diesen wilden Garten erschaffen hat und damit auch einen Plan verfolgt.

Wenn wir ehrlich sind, ist es ja so: Das Leben ist nun einmal unberechenbar und chaotisch, auch wenn wir noch so oft versuchen, alles nach unserem Plan zu ordnen. Daher sollten wir zu dem Chaos in unserem Leben stehen. Das Problem dabei ist nur, dass ein solches Eingeständnis allen gesellschaftlichen Schablonen widerspricht und als Zeichen von Schwäche aufgefasst wird. Doch das ist es keineswegs, wenn man sich bewusst macht, dass das eigene Leben sowieso immer eine Mischung aus Scheitern und Erfolg, Mut und Furcht, Glaube und Zweifel ist. Wer kann da noch behaupten, dass alles immer seine Ordnung hat? In diesem Buch nimmt die Autorin den Kreislauf der Natur als Vergleich und schreibt von den Voraussetzungen für Wachstum, sowohl in einem Garten als auch im eigenen Leben. Es beginnt mit Licht, das uns den Weg weist, auch wenn wir auf diesem Weg an dunkle Orte gelangen. Dann wird das Leben größer, bekommt mehr Raum, wenn wir nicht nur das sehen, was direkt vor Augen ist. Und, wer springt, muss natürlich auch landen, Wurzeln schlagen. Auch die unterschiedlichen Jahreszeiten mit ihren je eigenen Herausforderungen geben uns die Möglichkeit, an ihnen zu wachsen, ohne immer den Sommer herbeizusehnen. Schließlich merken wir, dass unser Leben manchmal einfach klingt, aber ziemlich komplex ist, und manchmal auch komplex wirkt, aber eigentlich ganz einfach ist.

Das Buch ist sehr schön geschrieben und verliert sich weder in theologischen Ausführungen noch in komplizierten Formulierungen. Die Autorin erzählt nicht nur von unserem, sondern auch von ihrem eigenen Leben. Sie möchte uns dazu ermuntern, uns fallen zu lassen, in dem Wissen, dass jemand uns fängt. Man merkt, dass sie selbst diesen Weg gegangen ist und immer noch geht, sonst könnte sie nicht so eindringlich davon schreiben. Das Buch ist dabei keineswegs rein angenehme Lektüre, sondern fordert uns auch dazu auf, Fragen zu stellen. Am Schluss jedes Kapitels findet sich eine Liste von Fragen, die der Leser sich selbst stellen kann.

Fazit: Ein absolut lesenswertes und wertvolles Buch, klug und weitsichtig geschrieben, voller Anregungen und Fragen. Ein Buch über unser wildes Leben, das gleichzeitig wunderschön ist.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

ddr-auslandsspionage. bundesministerien, kgb.-agent, ost/westspionage

Der falsche Amerikaner

Jack Barsky , Cindy Coloma
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 24.04.2018
ISBN 9783775158268
Genre: Biografien

Rezension:

Albrecht Dittrich, William Dyson, Jack Barsky – wer ist dieser Mann, der so viele Namen hatte? Im Auftrag des KGB wurde er im Kalten Krieg in die USA eingeschleust und begann dort unter dem Namen Jack Barsky ein Doppelleben zu führen. Nach außen ein ganz normaler Familienvater, aber insgeheim führte er Geheimaufträge für den KGB aus. Doch schließlich änderte sich seine Loyalität.

Eine beeindruckende und überaus spannende Geschichte. Selten bekommt man so einen Einblick in das Leben eines Spions zur Zeit des Kalten Krieges. Dass es sie gab, wissen wir im Grunde alle, aber mehr auch nicht. Jack Barsky wagte einen mutigen Schritt, als er sich im Land des „Feindes“, das zu seiner Heimat geworden war, dazu entschloss, den KGB hinter sich zu lassen. Doch zunächst erfahren wir in seinem Buch, wie es überhaupt dazu kam, dass er Spion wurde. Seine Kindheit war dafür ebenso ausschlaggebend wie seine Schul- und Studienzeit. Schließlich erfordert es eine besondere Geisteshaltung, um Agent zu werden: Loyalität dem eigenen Land gegenüber, die bedingungslose Überzeugung, dass man im Recht ist und der andere der Feind, Abhärtung und Gefühlskälte. Über all dies verfügte Jack Barsky, zumindest eine Zeit lang. Im Nachhinein sagt er, dass er zu einer ungünstigen Zeit an einem ungünstigen Ort geboren wurde. Auch die ständige Knappheit an praktisch allem, die damals in Ostdeutschland vorherrschte, trug zu seiner Entwicklung bei.

Er schreibt klar und spricht, schonungslos sich selbst gegenüber, von allen Fehlern, die er begangen hat und Entscheidungen, die er treffen musste. Eine Ehrlichkeit, die ihn sehr menschlich und sympathisch und das Buch lesenswert macht. Es war mit Sicherheit nicht einfach, über all diese Dinge zu berichten. Aber Jack wollte endlich mit der Vergangenheit abschließen und sich dem zuwenden, was er in den USA gefunden hat und was ihn schließlich verändert hat: den Menschen, die er liebt. Als er seine neugeborene Tochter das erste Mal sah, wurde er von solch einer bedingungslosen Liebe überwältigt, dass er sie später, als der Befehl zum Rückzug kam, nicht einfach im Stich lassen konnte.

Fazit: Eine weitere Geschichte, die zeigt, was das Leben manchmal für merkwürdige Wege geht. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Buch mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Jedoch, das ist mein einziger Kritikpunkt, steht größtenteils die spannende Geschichte zu sehr im Vordergrund, während Gedanken und Gefühle zurückstehen müssen. Oft werden Entwicklungen auch schon in Andeutungen vorweggenommen. Dennoch ein wirklich lesenswertes Buch.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

glaube, inneres zwiegespräch, lebendigkeit, lebensfreude, seele, veränderung, verstand

Die unerhörte Leichtigkeit des Glaubens

Rainer Haak
Fester Einband
Erschienen bei adeo Verlag, 28.08.2017
ISBN 9783863341657
Genre: Sonstiges

Rezension:

…davon ist Rainer Haak überzeugt, wenn er vom christlichen Glauben spricht. Dabei meint er nicht etwa einen angestaubten, schweren, kaum zu erreichenden Glauben, der sich aus Regeln und Glaubensinhalten speist. Nein, es geht um einen leichten, vertrauens- und liebevollen Glauben, der Geborgenheit vermittelt, Wachstum ermöglicht und Lebendigkeit schenkt.

Mal wieder ein kleines Büchlein, das mich sehr positiv überrascht hat. Da steckt wirklich eine Menge drin! Zunächst einmal haben wir es hier mit einer Sichtweise des christlichen Glaubens zu tun, die so konsequent sehr selten in christlichen Büchern anzutreffen ist. Einer Sichtweise, die davon ausgeht, dass der Glaube uns keineswegs klein machen, auf die Knie zwingen und unter Druck setzen will. Gleichzeitig ist für den Autor der Glaube auch kein Selbstläufer mit Wohlfühlgarantie. Aber was ihn wirklich ausmacht, das kann man in drei Stufen zusammenfassen: Geborgenheit, Wachstum und Veränderung, Liebe und Lebendigkeit. Um sich mit diesen Stufen intensiver auseinanderzusetzen wählt er einen sehr schönen Weg: Er bringt Farbe in die ganze Sache, z.B. Blau für Geborgenheit. Außerdem lässt er fiktiv seine Seele und seinen Verstand gemeinsam durch seine Innenwelt schlendern. Die beiden beginnen, sich anzufreunden; sie sprechen über die unterschiedlichen Glaubensstufen und am Schluss endet die ganze Geschichte in einem rauschenden Fest, zu dem alle Gefühle als Gäste geladen sind. Dies ist ein ebenso kreativer wie feinfühliger Weg, sich an das Thema ranzutasten.

Ich habe an dem Buch wirklich nichts auszusetzen. Der Autor schreibt sehr lebendig und schön, sodass allein das Lesen Freude bereitet. Dazu kommt dann noch der wirklich lesenswerte Inhalt, sehr liebevoll aufbereitet. Er hält, was er mit dem Titel des Buches verspricht, und führt den Leser vorsichtig in eine Welt, in der Glaube weit weg von allen Dogmen und festgefahrenen Regeln etwas ist, das gelebt und geliebt werden will.

Fazit: Vor allem für die Kürze des Buches ist der Inhalt sehr intensiv. Er bringt zum Nachdenken und vielleicht zu einer neuen Perspektive auf den Glauben. Dabei kommt der Autor aber nicht etwa mit drohend erhobenem Zeigefinger daher, genauso wenig wie er versucht, alles schön- und einfachzureden. Eine sehr gelungene Mischung, die ich nur weiterempfehlen kann.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

angst vor dem tod, ankommen, antibiotika, baumpflanzer, david, freundschaft, fünf steine, für männer, gebet, genuss, hardcover, hingabe, im hier und jetzt sein, kleine insel, konzentration

Meer als Alles.

Udo Schroeter
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei adeo Verlag, 28.08.2017
ISBN 9783863341664
Genre: Romane

Rezension:

Und wer sitzt mit dir am Feuer? Welche Geschichten erzählst du? Welches Wort steht auf der Visitenkarte deines Lebens? Udo Schroeter lässt die Menschen in seinem Buch viele Fragen stellen, aber diese Fragen lohnen sich! Es geht darum, seine Bestimmung zu erkennen, im Hier und Jetzt zu leben, Schmerzen aus der Vergangenheit und Sorgen um die Zukunft loszulassen.

Was genauso gut wie so viele andere Lebensratgeber daherkommen könnte, ist doch ganz anders! Ich war sehr positiv überrascht. Nachdem das Buch lange in meinem Regal stand, hatte ich dann beim Lesen viel Freude. Die Rahmengeschichte spielt auf einer kleinen Insel, wo der Protagonist einen alten, weisen Freund wiedertrifft. Beide sind begeisterte Angler, und so sind auch die Bilder und Metaphern, die gewählt wurden, aus dem Anglerleben. In Gesprächen am Strand oder am Lagerfeuer sitzen die beiden Freunde zusammen und versuchen, ihre Fragen zu beantworten.

Udo Schroeter schreibt sehr schön und poetisch, aber auch klar und ohne viel Drumherum. Ich habe in dem Buch viele schöne Ideen und inspirierende Gedanken gefunden. Auch viele Fragen, die Impulse geben und vielleicht helfen, uns darüber klarzuwerden, welches Feuer unseres ist. Er bringt die Dinge gut auf den Punkt und findet sehr passende und schöne Formulierungen. Insgesamt ein sehr lebendiges Buch, welches vor einem wunderschönen Hintergrund spielt: Dem Meer. Zwischendurch sind auch immer wieder tolle Bilder, die ein wenig zum Träumen einladen und auf jeden Fall noch mehr Ruhe und Gelassenheit in das Ganze bringen.

Fazit: Es ist ein eher ruhiges Buch, aber es kommt auch gar nicht darauf an, dass viel passiert. Vor dem Meer als Hintergrund werden tiefgreifende Fragen aufgeworfen. Dabei kommt es weniger auf die Antworten an, als vielmehr darauf, die Fragen zu stellen. Ein wunderbares Leseerlebnis, das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

aufbruch, ermutigend, freundschaft, glaube, hardcover, heima, heimat, heimat finden, hilfe, hingabe, impulse zum nachdenken, jünger thomas, (lebens-)reise, lebensweg, suche

Wo du richtig bist

Tomas Sjödin
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 07.08.2017
ISBN 9783417268171
Genre: Sachbücher

Rezension:

Woher weiß ich, dass ich meinen Platz im Leben gefunden habe? Diese Frage stellt sich der Autor Tomas Sjödin. Auf der Suche nach einer Antwort findet er einen „Leidensgenossen“ in dem Apostel Thomas, und er begibt sich auf eine Reise in dessen Fußspuren. Dabei macht er sich vor allem innerlich auf den Weg, um endlich seinen Platz zu finden.

Zunächst einmal: Ein ganz, ganz tolles Buch! Der Autor lässt uns an seiner persönlichen Reise teilhaben, und berichtet dabei offen und ausführlich von seinen Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen. Er berichtet also nicht distanziert oder spricht darüber, was „man“ machen sollte, sondern er steigt selbst in den Ring. Das macht ihn und sein Buch auf jeden Fall sehr sympathisch. Sein Schreibstil gefällt mir sehr gut, er ist locker und humorvoll, nimmt die Suche aber gleichzeitig sehr ernst. So ist es leicht, ihm durch das Buch zu folgen, jedoch wird auch der Leser sich an der einen oder anderen Stelle fragen: Was bedeutet das für mich? Die gleichen Fragen, die der Autor sich stellt, habe auch ich mir beim Lesen gestellt, ohne dass ich das Gefühl hatte, gönnerhaft von oben herab behandelt zu werden. Es ist vielmehr die Erkenntnis, dass wir alle uns im Grunde dieselben Fragen stellen, und dass keiner das Recht hat, anderen in dieser Hinsicht etwas vorzuschreiben.

Auch der Inhalt ist sehr lesenswert. Tomas Sjödin schreibt abwechslungsreich und tiefgründig. Er begnügt sich nicht damit, an der Oberfläche zu kratzen. Denn es ist ihm nicht nur wichtig, von seiner Reise zu berichten, sondern auch die Leser auf die Reise zu schicken. Er betont immer wieder, wie wichtig es ist, sein Leben auf ein „JA“ zu bauen. Wenn man dieses JA sagen kann, dann ist man am richtigen Platz angekommen.

Fazit: Ein wertvolles Buch mit vielen spannenden Erfahrungen, wertvollen Ideen und lustigen Anekdoten. Es macht Freude, dieses Buch zu lesen, und ich möchte es wirklich weiterempfehlen!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

anwältin, armut, beiwohner, beiwohner-familie, bibel, bosveld, ehrgeiz, familie, familiengeschichte, farm, geheimnis, gerechtigkeit, krieg, liebe, südafrika

Hinter dem Orangenhain

Irma Joubert , Thomas Weißenborn
Fester Einband
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.06.2017
ISBN 9783868276602
Genre: Historische Romane

Rezension:

Pérsomi wächst in armen Verhältnissen auf, doch ihr Traum ist es, zu studieren und Anwältin zu werden. Der Weg dahin ist nicht einfach, doch sie ist eine mutige und entschlossene junge Frau, die sich Ungerechtigkeit gegenüber den Armen nicht länger bieten lassen möchte.

Für mich nach „Sehnsuchtsland“ schon das zweite Buch der Autorin, und ich bin ähnlich begeistert wie vom ersten. Wieder beschreibt die Autorin unglaublich feinfühlig und eindrücklich die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die im Schatten eines Krieges aufwächst, der zwar weit entfernt ist, ihr Leben aber dennoch beeinflusst. Schließlich dient auch ihr geliebter Bruder an der Front, und nicht zuletzt werden viele Ereignisse in ihrer unmittelbaren Umgebung von lange gehegten Ressentiments und Vorurteilen hervorgerufen. Es ist immer wieder beeindruckend, wie Irma Joubert es schafft, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Sie verfügen über sehr ausgeprägte Charaktere und jede muss sich ihren eigenen Platz suchen. Manchmal ist die Sprache auch sehr karg, und doch fehlt auch an diesen Stellen nichts. Man spürt die Gefühle hinter dem, was passiert, und auch die scheinbar knappen Beschreibungen passen ins Geschehen. Manchmal sind sie auch unglaublich detailreich und versetzen einen an einen völlig anderen Ort. Das ist eine der großen Fähigkeiten dieser Autorin: Sie ist nicht vorhersehbar, sie kann ihre Sprache ihrer Geschichte anpassen. Und was für Geschichten dabei entstehen – voller Liebe und Hass, Freundschaft und Feindschaft. Stets sind auch die ganz großen Themen vertreten: Krieg, Hunger, Armut. Da ist nichts vorhersehbar und klischeehaft. Auch Gott spielt eine Rolle, wenn auch eher im Hintergrund. Aber immer mal wieder beschäftigt Pérsomi sich mit diesem Thema. Für mich ein sehr erfrischender christlicher Roman, der vor allem eines möchte: Eine Geschichte erzählen.

Fazit: Ich kann Irma Joubert wirklich nur absolut weiterempfehlen. Ihre Bücher zählen zu den besten christlichen Romanen, die ich kenne. Die Autorin versteht es, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und nicht mehr loszulassen. Pérsomi ist eine Hauptfigur, die mit ihren Ängsten und Kämpfen absolut überzeugt. Ich habe wirklich nichts auszusetzen an dem Buch. Ein wahres Vergnügen beim Lesen!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

beamte des bösen, bosheit, christentum, geschichte, gewaltfreiheit, gräueltaten, islam, jesus, katastrophen, liebe

Der Jesus-Dschihad: Der gewaltfreie Weg aus dem Konflikt zwischen Islam und Christentum.

Dave Andrews
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 28.08.2017
ISBN 9783957342454
Genre: Sonstiges

Rezension:

… sowohl der Christen als auch der Muslime. Beide Religionen blicken auf eine lange Geschichte von Gewalt und Missbrauch zurück. Was verbirgt sich wirklich hinter dem Dschihad und was hat das mit Jesus zu tun? Wie können wir lernen, als Christen und Muslime aufeinander zuzugehen? Mit diesen Fragen beschäftigt Dave Andrews sich in seinem Buch.

Ein provokanter Titel, der neugierig macht. Der Begriff des Dschihad ist wahrscheinlich den meisten geläufig, aber er wird doch meistens negativ gebraucht. Dave Andrews erklärt, was der Dschihad wirklich bedeutet. In seinem Buch gibt es zunächst einen groben Überblick über die „Heiligen Kriege“ in der Geschichte des Christentums und Islams, die gar nicht so heilig waren. Auffällig ist hierbei zunächst, dass zuerst die Geschichte des Christentums behandelt wird, danach erst die des Islam. Auf jeden Fall löblich, sich als Christ zuerst mit der eigenen Vergangenheit zu befassen, bevor andere kritisiert werden. Die Kritik bleibt stets sachlich und alles wird nachvollziehbar erzählt. Dennoch werden die furchtbaren Vorfälle und grausamen Epochen keineswegs verharmlost und „unter den Tisch gekehrt“. Außerdem beschäftigt sich der Autor auch mit dem Wesen der beiden großen Religionen und der Möglichkeit, auf Grundlage von Gemeinsamkeiten miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch Muslime kennen schließlich Jesus und verehren ihn als großen Propheten. So rückt der Jesus-Dschihad als konsequente, aber gewaltfreie Nachfolge Jesu in den Mittelpunkt, welche von allen Menschen praktiziert werden kann. Ein schöner Begriff für eine gute Idee. Nachfolge Jesu verbinden mit interreligiösem Dialog.

Ein kleiner Kritikpunkt allerdings auf formaler Ebene: Der Autor verwendet fast alle Zitate nicht nur einmal, sondern mehrmals, und zwar immer in genau demselben Wortlaut. So kommt es häufig vor, dass man einen Abschnitt liest, und genau denselben Abschnitt mit genau demselben Wortlaut (inklusive Zitat) ein paar Seiten später wiederfindet. Rückverweise finden sich dabei nicht (z.B. „…wie bereits eben erwähnt“). Das ist natürlich irritierend, da ich mich als Leser ständig gefragt habe: „Das habe ich doch eben schon mal gelesen, oder?“ Es wirkt ein wenig so, als seien dem Autor die Formulierungsideen ausgegangen. Auch wenn am Ende von Abschnitten eine kurze Zusammenfassung erfolgt, werden genau dieselben Worte gewählt, wie bereits vorher in den Zwischenüberschriften. Das finde ich ein bisschen schade, denn Zusammenfassungen sollten nicht wiederholen, sondern kurz und prägnant zusammenfassen. Darüber hinaus fällt es mir teilweise schwer, den Schlussfolgerungen des Autors zuzustimmen, aber ich denke, das wird bei jedem Leser unterschiedlich sein. Er spricht auf jeden Fall einige interessante Themen an, und hat eine sehr offene, menschliche Sichtweise auf den Islam, die mir gut gefällt. Die Suren des Koran lassen viel Platz für Auslegung, und ich glaube, das was Dave Andrews hier schreibt, hat viel mit dem zu tun, was ursprünglich gemeint war.

Fazit: Trotz dieses Kritikpunktes dennoch ein insgesamt gelungenes Buch, um sich mit den beiden Religionen Christentum und Islam auseinanderzusetzen. Sehr gut gefällt mir, dass hier weder die eine auf-, noch die andere abgewertet wird. Im Gegenteil, der Autor betont immer wieder: Es ist ein Gott, den alle Religionen anbeten, nur machen sie das auf ihrem je eigenen Weg. Auch das zieht sich sehr schön durch das ganze Buch. Von mir daher vier Sterne.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

bad sachsa

Geisterkinder

Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenbach
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 22.08.2017
ISBN 9783775157919
Genre: Biografien

Rezension:

Als das Stauffenberg-Attentat 1944 scheiterte, wurden viele der Verantwortlichen gefasst und schließlich hingerichtet. Aber damit nicht genug, auch ihre Familien, Frauen und Kinder, Geschwister, Eltern usw. wurden in Sippenhaft genommen. Darunter auch die Familie des Pariser Verschwörers Cäsar von Hofacker. Es folgen Monate in immer wechselnden Lagern, Gefängnissen und anderen Unterkünften. Stets im Geheimen werden seine Frau Lotte und die beiden ältesten Kinder gefangen gehalten und werden, einem scheinbar willkürlichen Plan folgend, mal besser und mal schlechter behandelt. Die jüngeren Geschwister werden in ein NS-Kinderheim gebracht, und auch dort darf niemand erfahren, wer sie sind. Die „Geisterkinder“ werden sie genannt….

In diesem Buch erzählt die Tochter von Anna-Luise, der ältesten Tochter der Familie, basierend auf den Tagebüchern ihrer Mutter, die Geschichte der Sippenhäftlinge. Dabei zitiert sie immer wieder Tagebucheinträge und Briefe oder streut andere Informationen aus verschiedenen Quellen ein. Ein unglaublich erschütterndes und spannendes Buch. Zwar ist allseits bekannt, welche Grausamkeiten unter NS-Herrschaft verübt wurden, jedoch ist ein Bericht einer Betroffenen noch einmal etwas Anderes. Klar und präzise werden die Monate der Haft bis zur Befreiung geschildert. Die Gefühle der Kinder, die früh erwachsen werden müssen, Begegnungen mit anderen Sippenhäftlingen, Krankheiten, zerstörte und immer wieder neu aufkeimende Hoffnung, die Trennung von der Heimat – all dies und noch viel mehr findet Platz in diesem Buch. Die scheinbare Willkür der Behandlung ist ebenso grausam wie das Fehlen jeglicher Informationen über den Verbleib der anderen Familienmitglieder. Jedoch werden auch Bewacher und Soldaten erwähnt, die freundlich den Gefangenen über waren. Wir lernen eine sehr beeindruckende Familie kennen, die ein ganz besonderes Band verknüpft. Aber wir erfahren auch von der Unmöglichkeit, über das Erlebte zu sprechen, nachdem alles vorbei ist. Nach der Befreiung wird die ganze Geschichte mit keinem Wort erwähnt, sie wird totgeschwiegen. Nicht nur von offizieller Seite, auch von den Familien. Gerade deshalb stellt dieses Buch wohl ein wichtiges Stück Geschichte dar, mit der wir alle uns dringend beschäftigen sollten.

Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen. Wenngleich in einem christlichen Verlag erschienen, sollten auch diejenigen, die sonst einen Bogen um Bücher aus diesen Verlagen machen, sich damit auseinandersetzen, denn es ist ein Thema, das immer noch alle angeht.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

begegnungen, christlicher roman, engel, erde, gespräche, himmel, hölle, italien, jesus, kanada, papst, rückkehr, seelsorge

Chefvisite

Albrecht Gralle
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 23.03.2018
ISBN 9783865069849
Genre: Romane

Rezension:

In modernem Umfeld wird hier von der Wiederkunft des Erlösers berichtet. Er ist wieder da, um bestimmte Dinge anzuregen und Menschen Mut zu machen. Berichtet wird alles von einem Mann, der ihn begleiten und alles aufschreiben soll.

Dies ist ein Buch, bei dem ich nicht so richtig weiß, was ich davon halten soll. Es endet damit, dass der Autor von einem Erlebnis erzählt – einer besonders eindrücklichen Predigt in einer Kirche – mit dem auch die Geschichte des Buches endet. Dann fordert er uns auf, selbst zu entscheiden, ob wir die Geschichte für wahr halten oder nicht. Dazu werde ich auch jetzt nichts weiter schreiben, denn das gehört nicht hierher, das muss wirklich jeder Leser selbst entscheiden.

Zum Schreibstil: Man könnte sagen, der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, ich fand ihn extrem anstrengend. Es sind vor allem kurze, knappe Sätze, viele Unterhaltungen, wenige Erklärungen. Auch das Umfeld wird sehr spärlich beschrieben, es geht eher um die Personen und was sie sagen. Mir hat das Buch aus dieser Sicht überhaupt nicht zugesagt, da war nichts, was ich als besondere schriftstellerische Leistung wahrgenommen hätte. Um es kurz zu sagen: Das Buch hätte fast jeder schreiben können, wenn er die Geschichte vorliegen gehabt hätte. Unbeholfen wirkende Formulierungen und Gedankensprünge taten ihr Übriges, um diesen Eindruck zu verstärken. Für ein wirklich gutes Buch braucht es meiner Meinung nach aber auch einen gekonnten Umgang mit Sprache, und den habe ich größtenteils vermisst.

Zur Geschichte: Viele der beschriebenen Ereignisse wirken sehr unplausibel im Verlauf der Handlung, das kann aber auch an dem erwähnten Schreibstil liegen. Da gibt es kaum Überleitungen zwischen den verschiedenen Abschnitten, sodass das meiste keinen rechten Zusammenhang zu haben scheint. Viele Beschreibungen sind sehr kindlich bzw. wirken irgendwie unvollständig, als würden hier und da Bruchstücke erzählt. Kleine Lichtblicke sind manchmal Dinge, die Jesus sagt, die teilweise an Stellen aus den Evangelien erinnern. Nur auf einen modernen Kontext umgedichtet.

Fazit: Leider kein Buch für mich. Ich war froh, als ich damit fertig war. Dennoch möchte ich nicht ausschließen, dass es Leser gibt, denen es eher zusagt. Man sollte nur keinen ausgefeilten oder sprachlich herausragenden Roman erwarten. Als Idee einer modernen Version eines Evangeliums, in dem mit dem einen oder anderen Vorurteil aufgeräumt wird, kann man es vielleicht lesen. Von mir aber nur drei Sterne.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Gott, wenn es dich gibt, dann zeig dich mir!: Ein Reisebegleiter zum Ziel deiner Sehnsucht.

Dave Ferguson , Jon Ferguson
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 28.08.2017
ISBN 9783957344540
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Ich weiß, wer du bist. Und ich weiß, dass dein Weg dich an Orte geführt hat, an die du niemals kommen solltest. Das Leben hat dir Schmerzen bereitet, die du niemals fühlen solltest. Du fühlst dich verloren. Ich würde dich jetzt gerne nach Hause bringen.“ (Gott)

Dieses Zitat findet sich auf der Rückseite des Buches und ich finde es sowohl unglaublich schön als auch treffend, um zu beschreiben, um was es geht. Die Autoren laden den Leser zu einer Reise nach Hause ein, (zurück) zu Gott. Dabei wählen sie eine etwas unorthodoxe Methode: Sie wetten, dass jeder, der 30 Tage lang Gott bittet, sich ihm zu zeigen, schließlich eine Antwort erhält, irgendetwas. Dazu gibt es am Ende des Buches eine praktische Anleitung mit Gebeten und Fragen, über die man sich vielleicht Gedanken machen könnte, wie z.B.: „Wann haben Sie Gott vergessen?"

Der weitaus größere erste Teil soll darauf hinführen, indem er sich mit genau der Situation auseinandersetzt, in der jemand, der auf der Suche nach Gott ist, sich gerade befindet. Da geht es um Erfahrungen und Gefühle, die wir alle kennen oder spätestens mit der Lektüre dieses Buches wahrscheinlich kennenlernen werden. Grob ist das Buch eingeteilt in fünf Kapitel: Das Erwachen der Sehnsucht, der Reue, der Hilfsbedürftigkeit, der Liebe und das Erwachen zum Leben. Jeder dieser Abschnitte steht für einen Schritt auf der Reise. Zunächst einmal müssen wir uns eingestehen, dass wir Gott verloren haben. Dann ist da dieses Gefühl in uns, das sagt, dass es mehr geben muss. Der Wunsch, nochmal von vorne anzufangen. Die Erkenntnis, dass wir es alleine nicht schaffen. Die Erkenntnis, dass Gott uns wirklich liebt. Und schließlich, ein neues Leben. All diese Dinge sind mit Sicherheit nicht neu und kommen auch in anderen Büchern oder Vorträgen vor. Aber die Zusammenstellung in diesem Buch finde ich ziemlich gelungen und einzigartig. Auch ist alles sehr gut beschrieben, oft habe ich mich selbst wiedergefunden. Wer hatte bspw. noch nie das Gefühl, dass nicht er Gott, sondern, andersherum, Gott ihn vergessen hat?

Zusammenfassung: Ein sehr hilfreiches Buch mit einem recht einfachen Konzept dahinter. Wenn man möchte, kann man direkt loslegen. Die Erfahrungen, die jeder damit machen wird, also WIE Gott sich zeigt, werden bei jedem andere sein. Ich kann jedoch aus meiner Erfahrung bestätigen, dass es sich lohnt. Dieses Buch ist wirklich gut geschrieben und bringt immer wieder anschauliche, beispielhafte Geschichten aus dem echten Leben (der Autoren) mit hinein. Es gibt eigentlich nichts, was ich bemängeln könnte. Es ist ein Buch über einen Gott, den man finden kann, der sich finden lassen möchte. Dabei aber weder angestaubt noch klischeehaft, sondern sehr erfrischend und gleichzeitig eindringlich in seiner Botschaft. Absolute Leseempfehlung!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

bibelvers, braut, bräutigam, christlicher roman, ehe, glaube, gott, hochzeit, hohelied der liebe, kirche, liebe, neid, schicksale, trauspruch, veränderung

Die Liebe hört nie auf

Betsy Duffey , Laurie Myers
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 28.08.2017
ISBN 9783957344564
Genre: Romane

Rezension:

Betsy Duffey und Laurie Myers haben dieses Buch einer der wohl bekanntesten Bibelstellen gewidmet: Dem Hohenlied der Liebe. Rahmenhandlung ist eine Hochzeit, bei der mehrere Zeilen dieses Textes als Trauspruch gewählt wurden. Während alle auf die Braut warten, lernen wir 14 verschiedene Menschen mit ihren jeweils ganz eigenen Geschichten kennen. Sie alle werden jeweils von einer Zeile ganz besonders angesprochen und dies verändert schließlich ihr Leben.

Ich hatte von den beiden Autorinnen bereits „Wie im Himmel so auf Erden“ gelesen, ein wunderschönes Buch. Daher wollte ich unbedingt auch dieses lesen, da es zwar um ein ganz anderes Thema, aber mit derselben Idee dahinter geht. Im Vergleich zu dem anderen Buch fand ich dieses hier nicht ganz so gut, aber immer noch lesenswert.

Zunächst einmal eine sehr schöne Idee, diese Menschen, die alle nebeneinander in derselben Kirche sitzen, aber sich eigentlich gar nicht kennen, quasi zu Wort kommen zu lassen. Das macht natürlich nachdenklich, denn wahrscheinlich kennen wir viele der Menschen, neben denen wir regelmäßig sitzen, genauso wenig. Hier sind es jedenfalls die unterschiedlichsten Schicksale, denen wir begegnen. Teils sehr bewegend, teils unglaublich traurig. Ob es vier Schwestern sind, die einander früher so nahe waren, nun aber jede nur noch auf den eigenen Vorteil schaut. Oder die Brautjungfer, die immer nur auf den Hochzeiten anderer eingeladen ist, und voller Neid auf ihre Freundinnen schaut. Wirklich immer sehr schön und passend zu dem jeweiligen Vers. Es sind eigentlich immer innere Monologe oder Erinnerungen, denen wir folgen. So sehen wir, wie z.B. Zorn schon ein Leben lang so vieles kaputt gemacht hat. Aber wir erleben auch, wie all diese Menschen einen Impuls bekommen, sich zu verändern. Und sie beschließen, ihr Leben zu ändern. Das ist auch mein einziger kleiner Kritikpunkt: Dafür, dass es bei allen schon sehr lange so geht, kommt die Erkenntnis bei den meisten ziemlich leicht. Sie sehen den Bibelvers und – ach, da war ja was – sind auf einmal andere Menschen. Dass sie mit Sicherheit noch eine Weile brauchen werden und es ein hartes Stück Arbeit sein kann, sich zu ändern – das kommt praktisch nicht vor. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch plötzliche Erkenntnisse, die alles über den Haufen werfen. Also insgesamt nichts, was mich besonders gestört hätte.

Fazit: In dem Buch stecken sehr viele gute Ideen, schön zusammengefügt zu einer Geschichte. Viele Einzelschicksale, die doch alle irgendwie vertraut sind. Gleichzeitig denkt man auch selbst beim Lesen über die Zeilen nach, die man wahrscheinlich schon ziemlich oft gehört hat. Trotzdem ist Liebe ja alles andere als einfach, und immer wieder schaffen wir es einfach nicht, andere oder uns selbst zu lieben. Das wird in dem Buch sehr schön dargestellt. Insgesamt gelungen, von mir daher vier Sterne.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"krimi":w=2,"familie":w=2,"missbrauch":w=2,"sheriff":w=2,"dee henderson":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"spannung":w=1,"usa":w=1,"vergangenheit":w=1,"entführung":w=1,"glaube":w=1,"ermittlungen":w=1,"gott":w=1,"band 1":w=1

Stadt der Verschwundenen

Dee Henderson , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.06.2017
ISBN 9783868276640
Genre: Romane

Rezension:

Carin County ist ein kleiner, ruhiger Bezirk – bis auf zwei ungeklärte Fälle, die seit Jahren ungelöst sind. Was ist mit der Familie des Deputys Scott passiert, die plötzlich mitsamt Auto und Wohnwagen spurlos verschwunden ist. Und wo ist die 6jährige Ashley Dayton? Evie soll als Vorbote einer neuen Task Force, die sich mit ungelösten Fällen beschäftigen wird, Licht ins Dunkel bringen. Im Laufe ihrer Ermittlungen tauchen weitere merkwürdige Geschichten auf, die ebenfalls gelöst werden wollen.

Ein Buch, welches bereits vertraute Figuren aus den anderen Büchern der Autorin wieder aufgreift und ihre Beziehungen untereinander weiterentwickelt. Für mich war es jedoch das erste Buch der Autorin, und zunächst einmal kann ich sagen, dass man es auch ohne Probleme lesen kann, ohne die anderen zu kennen. Es ist eine eigenständige Handlung an einem anderen Ort.

Zum Inhalt: Ich fand das Buch recht enttäuschend. Nach dem Klappentext hatte ich eine spannende Geschichte erwartet. Jedoch plätschert alles, obwohl es um ungelöste Verbrechen geht, eher vor sich hin. Im Buch sollen die Fälle zwölf Jahre zurückliegen, ohne dass eine Spur von den Verschwundenen gefunden worden wäre. Dafür finde ich das, was nach und nach ans Licht kommt, zu platt und offensichtlich, als dass es realistisch betrachtet jahrelang niemandem aufgefallen wäre. Ein Aspekt, der das Ganze unrealistisch macht und beim Lesen immer wieder Irritationen hervorruft.

Ein Großteil des Buches besteht in Überlegungen und Gesprächen der unterschiedlichen Personen. Sie wälzen Theorien hin und her, und müssen sich nebenbei auch mit privaten Problemen herumschlagen. Aber in den Gesprächen habe ich leider wenige authentische Passagen gefunden. Vieles ist klischeehaft und ziemlich inhaltsleer, Einiges wiederholt sich mehrmals. So unterhalten sich keine Menschen im echten Leben. Auch die Charaktere als solche sind nicht wirklich überzeugend. Alle irgendwie oberflächlich oder flach. Da tauchen zwar viele persönliche Probleme auf, die ihnen durchaus einige Tiefe hätten verleihen können. Leider passen die Schilderungen auch hier oft nicht mit den Personen oder Ereignissen zusammen. Da wird mal eben ein wirklich erschütterndes Erlebnis erzählt, quasi nebenbei und ohne dass die Personen irgendwie davon berührt erscheinen. Ähnliches findet sich zwischen den Gesprächen. Immer wieder werden völlig unnötige Handlungen beschrieben, wie zum Beispiel, dass jemand sich hinsetzt, die verspannten Muskeln lockert oder einen Schluck trinkt. Alles in allem kann ich also nur sagen: Ich finde den Schreibstil, die Erzählweise und den gesamten Plot der Autorin nicht besonders spannend, geschweige denn realistisch. Auch ein christliches Buch kommt schließlich nicht ohne eine gute Handlung u.Ä. aus, was auch andere Bücher brauchen. Da hilft die Erwähnung des Glaubens an der einen oder anderen Stelle nicht drüber hinweg.

Fazit: Ein Buch, was ich absolut nicht empfehlen kann. Weder eine spannende Geschichte noch besonders aufschlussreiche Gespräche über den Glauben. Alles in allem zieht es sich ziemlich in die Länge. Daher von mir nur zwei Sterne.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

"sterben":w=2,"autounfall":w=2,"leben":w=1,"schule":w=1,"trauer":w=1,"biografie":w=1,"gott":w=1,"kirche":w=1,"bibel":w=1,"leid":w=1,"jesus":w=1,"beerdigung":w=1,"familienleben":w=1,"trauerbewältigung":w=1,"therapeut":w=1

Mitten aus dem Leben

Arne Kopfermann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 28.08.2017
ISBN 9783957342379
Genre: Biografien

Rezension:

Dies ist der Untertitel des Buches, und mir fällt keine passendere Überschrift. Denn nichts anderes ist es, um das es geht: Ein gewaltiger Sturm, dem man nicht entrinnen kann. Arne Kopfermann erzählt vom Verlust seiner zehnjährigen Tochter durch einen Autounfall. Ein Ereignis, für das die richtigen Worte unfassbar schwer zu finden sind. Doch er versucht es und berichtet von der Zeit danach, vom Umgang mit der Trauer und dem Ringen mit Gott, aber auch von Hoffnung, die trotz allem da ist.

Ein sehr bewegendes Buch. Was ein Vater durchlebt, wenn er sein Kind verliert, kann man wohl nicht begreifen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Umso mutiger ist es, dass Arne Kopfermann uns davon erzählt. Er berichtet von seiner ganzen Zerbrechlichkeit, von abgrundtiefer Verzweiflung und Resignation. Aber auch vom Kampf um einen Weg zurück ins Leben, auch ohne seine Tochter. Für mich war die Lektüre dieses Buches ein Geschenk, anders kann ich es nicht nennen. Die Momente der Trauer und Hilflosigkeit sind auch mir, ebenso wie jedem anderen Leser zugänglich. Wie geht man nun damit um, gerade als gläubiger Mensch? Der Glaube bewahrt einen natürlich nicht vor so etwas, aber er lässt uns auch und gerade dann nicht alleine. Das ist die alles umfassende Hoffnung, die auch in diesem Buch immer wieder durchscheint. Dennoch ist es alles andere als leicht. Ebenso erschütternd, gerade weil es ihn so verletzlich macht, finde ich die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, die der Autor zeigt. Er selbst saß am Steuer des Wagens bei jenem Unfall, eine Tatsache, die ihn wohl nie wieder loslassen wird.

Viele Aspekte kommen in dem Buch zur Sprache, die meisten davon kennen diejenigen, die ebenfalls bereits einen Verlust welcher Art auch immer erlebt haben, wahrscheinlich ziemlich gut. Die Trauer, das Gefühl, dass das Leben nie wieder schön sein kann, das Loslassen müssen, aber nicht-loslassen-können, der Abschied, die Erkenntnis, dass es ohne Hilfe nicht geht. All diese unterschiedlichen Gefühle und Gedanken sind hier zu einem feinen Gespinst verflochten, eine Geschichte die einen nicht mehr loslässt.

Fazit: Sehr bewegend und ehrlich, traurig, aber auch Mut-machend und Hoffnung-spendend. Von mir volle fünf Sterne.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

briefe, christlicher roman, familie, familiengeheimnis, glaube, kapitän, liebe, makler, meer, melungeon, pläne, reihe, restaurant, usa, vergangenheit

Der Ruf des Meeres

Lisa Wingate , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.08.2017
ISBN 9783868276671
Genre: Romane

Rezension:

In Whitneys Leben scheint gerade alles schiefzulaufen. Da nimmt sie gerne die Gelegenheit wahr, zu dem alten Familienhotel an der Küste zu fahren und dort endlich einmal die Hinterlassenschaften ihrer Großmutter zu sichten. Doch sie ist nicht vorbereitet auf das, was sie findet: Alte Briefe, ungelesen, die einen ungeahnten Einblick in alte Familiengeheimnisse liefern.

Zum Cover: Sehr hübsch gestaltet, mit schönen Farben. Eine Abstufung an Blautönen, dazu als Farbklecks die Frau im gelben Kleid. Passt auf jeden Fall zur Geschichte und lädt zum Lesen ein.

Zum Inhalt und Schreibstil: Wie ich es von Lisa Wingate kannte, ein schön geschriebener Roman. Sie hat einen klaren, angenehmen Schreibstil, dem man sich als Leser gerne überlässt. So taucht man leicht in die Geschichte ein und fiebert mit der Hauptfigur mit. Es handelt sich um eine Geschichte voller Geheimnisse und Rätsel. Die Personen müssen schwierige Entscheidungen treffen und tun sich damit auch nicht leicht. Aus dieser Sicht wirklich ein sehr gutes Buch. Die Handlung lässt allerding ein bisschen auf sich warten. Sie plätschert so vor sich hin.

Leider habe ich auch ansonsten Einiges zu bemängeln. Ich habe in vielerlei Hinsicht auch etwas vermisst. Allgemein wohl eine gewisse Frische und Authentizität. Vor allem die Dialoge zwischen den Personen wirken stellenweise unecht und ein bisschen „erzwungen“. Auch die Charaktere an sich sind oft oberflächlich und zeigen keine wirkliche Entwicklung. Sie haben keinen Tiefgang. Authentische Charaktere und Gespräche gehören für mich aber zu einem wirklich guten Roman unbedingt dazu. So kommt es, dass die an sich schöne und geheimnisvolle Geschichte ein wenig verblasst.

Fazit: Zur Unterhaltung zwischendurch sicherlich ein Roman, der anderen Romanen in nichts nachsteht. Jedoch kein Leseerlebnis, das mich begeistert zurücklässt oder unbedingt Lust auf mehr macht. Daher von mir nur drei Sterne.

  (3)
Tags:  
 
179 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.