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Bretonische Geheimnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.06.2018
ISBN 9783462052015
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Legende des guten König Artus hat die europäische Literatur geprägt wie kaum eine andere. Die größten Dichter des Mittelalters haben sie in der ein oder anderen Form aufgegriffen und nur noch legendärer gemacht. Diesen Mythos greift nun auch Jean-Luc Bannalec in seinem siebten Dupin-Fall auf.


Das Vorgeplänkel dauert nicht lange, wie immer. Kaum ist die Bande vom Kommissariat in Concarneau zu ihrem Betriebsausflug aufgebrochen, fällt Dupin auch schon wieder eine Leiche vor die Füße. Der Ton ist durchaus heiter und man merkt auch den Charakteren an, dass der Autor sich immer mehr an den Verfilmungen orientiert. Somit ist der Grad zwischen Klamauk und ernsthaftem Krimi schmal. Doch die Balance gelingt, was durchaus als Analogie zur Geschichte aufgefasst werden kann.


Denn Dupin stolpert in einen Fall, der viel Mysteriöses birgt. Alles dreht sich um eine im magischen Brocéliande-Wald tagende Forschergruppe, die Verdächtigungen kreisen, der Kommissar hat Mühe, das Puzzle zusammenzufügen, immer wieder dreht er sich im Kreis und kann nur zusehen, wie einer nach dem anderen umgebracht wird oder verschwindet. Sein eigenes Team gerät ebenfalls in Gefahr. Wie immer ist es eine Reihe von Zufällen und ein Schuss Genialität, die am Ende zur Lösung führen.


Was bietet dieser Krimi Neues? Einer der Inspektoren tut sich besonders hervor und Dupin erhält ein verlockendes Angebot, das irgendwie alles in Frage stellt. Der heitere Ton ist auf den Anfang beschränkt, anschließend dominiert die Düsterheit, die sich aus dem Zauberwald auf den Roman überträgt und eine beklemmende Stimmung hinterlässt. Der Leser ist unsicher, ob er das gut finden soll, denn Bannalecs Bretagne-Krimis verhießen bisher trotz dunkler Verstrickungen wenigstens landschaftliche Pracht und viel Licht. Nun nimmt der Autor sich hier selber sein wichtigstes Merkmal.


Zurück bleibt eine interessante Behandlung des Artus-Themas, an dem Literaturwissenschaftler ihren Spaß haben werden. Ansonsten ist es ein vergnüglicher, gut gemachter Krimi, jedoch nicht der beste der Reihe.

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Tags: bretagne, frankreich, krimi   (3)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Eva und Mr. Robinson

Lucy Irvine
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.10.1989
ISBN 9783453022591
Genre: Sonstiges

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Die Wolkenfischerin

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485734
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Wolkenfischerin – ein interessanter Titel! Und kein Teaser auf der Rückseite, sondern ein persönlicher Gruß der Autorin. Es gibt schon gleich im ersten Eindruck Hinweise darauf, dass dieses Buch ein bisschen anders ist als die meisten Sommerbücher. Vorweg: Dieses Versprechen wird gehalten.


Dabei ist die Geschichte eigentlich simpel: Eine erfolgreiche Journalistin muss widerwillig in die Heimat zurückkehren und findet dort sich selber. Und natürlich die Liebe. Das wär‘s dann auch schon. Aber dieses Buch hier hat etwas durch und durch Liebevolles, Interessantes, Unerwartetes und hebt sich damit ab.


Es dauert, bis man den Titel versteht und auch die Geschichte der Protagonisten deckt sich nur langsam auf, auch wenn man durchaus erfolgreich miträtseln kann. Das Ergebnis ist nicht spektakulär, aber gut gemacht. Nicht in letzter Konsequenz ist jedes Detail nachvollziehbar, aber kleine Schwächen in der Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte vergibt man der Autorin gerne. Warum? Weil sie ein Talent zum Erzählen hat, eine kreative und malerische Metapher nach der anderen abfeuert und so schreibt, dass man sich beim Lesen nicht langweilt, sondern auch noch etwas lernt.


Natürlich kommt der Schauplatz Bretagne nicht zu kurz, das Flair ist gut in Szene gesetzt, wenn auch ein bisschen fimhaft-zuckrig. Man merkt, dass die die Autorin Spaß am Schreiben dieses Buches hatte. Alle Figuren, selbst die Nebenrollen, sind mit Liebe zum Außergewöhnlichen gezeichnet, hier wirkt nichts gepfuscht und gehuscht. Ein Buch, das man sehr gerne immer wieder lesen und auch seiner besten Freundin wärmstens empfehlen kann.

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Tags: bretagne, familie, frankreich, liebe, sommer   (5)
 

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

afrika, caroline vermalle, eine blume für die königin, entdeckerroman, forschungsreisen, francis masson, gärtner, historischer roman, history, james cook, königin, orange blume, orangenblüte, pflanzen, pflanzenjäger

Eine Blume für die Königin

Caroline Vermalle , Ryan von Ruben , Gabi Reichart-Schmitz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.07.2014
ISBN 9783404168927
Genre: Historische Romane

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93 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Die Honigtöchter

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734102776
Genre: Romane

Rezension:

Wie schmeckt eigentlich Honig? Das ist eine Frage, die man nicht beantworten kann. Süß trifft es nicht immer, aromatisch ist zu undefiniert. Es kommt auch darauf an, um welchen Honig es sich handelt. Lavendelhonig? Rosmarinhonig? Oder doch Eukalyptus? Im Grunde ist Honig ein Spiegel des Lebens, man weiß nicht genau, wie es eigentlich schmeckt und Zucker ist ja auch nicht gleich Zucker. Genau das zeigt Cristina Caboni ihren Leserinnen in diesem Roman.


Angelica Senes ist Wanderimkerin und hat eine besondere Gabe in ihrem Umgang mit Bienen. Aber glücklich ist sie in Südfrankreich trotzdem nicht, was sie sich selber nicht erklären kann. Um ihre eigenen Wurzeln zu finden und jene Lücke zu füllen, die sich in ihrer Jugend aufgetan hat, fährt sie zurück in ihre Heimat Sardinien. Denn dort hat sie das Haus ihrer Ziehmutter Jaja geerbt, die ihr alles über die Bienen und das Leben beibrachte. Vor Ort trifft sie nicht nur die Menschen wieder, die in ihrem Leben einst eine Rolle gespielt haben, sondern lüftet auch so manches Geheimnis der Dorfgemeinschaft und entdeckt, dass sie selber betroffen ist. Ein Touristendorf soll auf Sardinien gebaut werden und dahinter steckt ausgerechnet ihre Jugendliebe Nicola.


Cristina Caboni legt hier einen ganz zarten Roman vor, der eine Insel in Worte fasst. Was sie bewegt, welche Mythen sich erzählt werden, welchen Stellenwert Natur dort hat. Ihre Sprache lebt von Andeutungen und romantischen Bildern, immer stehen Gefühle im Mittelpunkt. Dabei muss sie das Problem bewältigen, dass die Geschichte viel will, aber eben auch in Andeutungen bisweilen untergeht. Streckenweise leidet auch die Spannung, während der Leser dieselbe Entwicklungsgeschichte bewältigen muss wie die Protagonistin. Viele Figuren tauchen auf und bringen ihre eigenen Geschichten mit, manchmal kann man den Überblick ein bisschen verlieren. Aber immer ist das Herz dabei und wird natürlich am Ende nach einigen Verwirrungen belohnt. Keine großartige Geschichte also, aber ein schönes Porträt Sardiniens und eine Hommage an die Welt der Bienen.

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Tags: familie, italien, liebe, meer   (4)
 

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Dunkles Arles

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.05.2018
ISBN 9783832198756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dunkles Arles. Das ist eigentlich ein Oxymoron. Denn Arles ist hell, ist Südfrankreich, ist Sommer. Dass jedoch hinter jeder Fassade etwas unerwartetes lauern kann, beweist dieser Krimi.

Schon die Idee weckt Interesse: Der Capitaine und seine Geliebte bei einem heimlichen Wochenende in Arles. Dann werden beide Zeugen eines Mordes und müssen nicht nur deswegen feststellen, dass sie selber bald Gejagte sind. Dabei führen die Spuren tief in die Sümpfe der (süd)französischen Politik.


Die Figuren sind bekannt und markant, auch wenn ihnen eine Spur Tiefsinnigkeit und Unergründlichkeit fehlt. Rademacher setzt auf plakative Charaktere, auf bullige Schläger und nervtötende Lehrer, auf kühle Frauen der sogenannten Neuen Rechten, auf die Femme Fatale Aveline. Sie alle haben ihre Funktion, um die Geschichte zu erzählen, hinterlassen aber einen Geschmack des Schon-einmal-Gesehenen.


Rademacher kann Action. Die ganzen 350 Seiten sind pure Action, von Beginn bis zum Ende. Das ist ziemlich dick aufgetragen und in der Gesamtschau muss man sagen: Ein bisschen zu dick. Wenn permanent Spannung herrscht, eine Verfolgungsjagd auf die nächste folgt, stellt sich eine Leseroutine ein, die gerade jene Spannung komplett neutralisiert. Momente der Reflexion, um mal eine Idee davon zu bekommen, wie alles enden könnte? Fehlanzeige. Dafür ist schon ziemlich zu Beginn klar, worum es in dem Roman geht, es gibt keinerlei Wendungen oder neue Impulse. Stattdessen stellt man sich die Frage, warum genau der Capitaine nur zwei Tage hat, um alles aufzuklären und dauernd die Uhr heruntertickt.


Regionalkrimis zeichnen sich durch ihren Charme aus, den Handlungsort schmackhaft zu machen. Dass Rademacher einen guten Blick nicht nur für die Schönheiten der Provence hat, sondern auch für ihre dunklen Seiten, zeigt auch dieser Krimi eindrucksvoll. Man befindet sich die ganze Zeit in Arles, hat aber seltsamerweise kein Bedürfnis nach Urlaub und Erholung. Eine interessante Mischung, die diesen Krimi von seinen anderen Büchern und denen anderer Autoren abhebt. Das jedoch führt zu der Frage, was denn überhaupt reizvoll an diesem Krimi ist, wenn nicht die Konstruktion, die Figuren und der Schauplatz.


Es könnte die Durchschnittlichkeit des Ganzen sein. Keine Ecken und Kanten, aber auch keine Ausfälle. Bekannte Figuren, die sich nicht weiterentwickeln. Eine Story, die Aktuelles aufgreift, aber dem keinen diskursrelevanten Überbau liefert. Es ist alles irgendwie nett an diesem Buch. Ein Kaugummi, den man seit Stunden kaut, obwohl der Geschmack raus ist, aber -hey- es ist trotzdem noch Kaugummi, besser als nichts. Ich hätte mir ein bisschen mehr von allem gewünscht. Mehr Schauplatz, mehr Charakter, mehr Story. So bleibt von diesem Buch nur ein nettes Wiedersehen mit Blanc und Kollegen gewesen zu sein.

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Tags: frankreich, krimi   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Tellmuschelfischer

Nadine Roux
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei epubli, 03.05.2018
ISBN 9783746721378
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: frankreich   (1)
 

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127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Paris ist immer eine gute Idee

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 07.12.2015
ISBN 9783492302470
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Autorin, die hinter dem Pseudonym Nicolas Barreau steckt, liebt Paris. Das muss man anerkennen. Sie hat die Gabe, die Stadt liebevoll zu inszenieren. Und das ist doch das Wichtigste: Man will sich als Leser nach Paris träumen. Das alte Paris, das romantische Paris. Realitätsfern, klar. Aber ziemlich schön.


Die Geschichte ist nett: Rosalie hat eine kleine Papeterie und illustriert ein Kinderbuch. Alles läuft super, bis sie des Plagiats beschuldigt wird. Nur langsam wird klar, dass dahinter mehr steckt als eine haltlose Anschuldigung. Natürlich gibt es zwei, die sich verlieben. Natürlich haben wir es mit einer Familiengeschichte zu tun. All das haben wir schon hundertmal gelesen. Warum diesmal? Wegen Paris. Wegen der Seichtigkeit, die das Buch verspricht, für ein paar Stunden in der Bahn oder vor dem Einschlafen.


Das Ziel ist erreicht. Die Sprache ist leicht, die Handlung seicht. Trotzdem hat alles seinen Charme. Dummerweise wünscht man sich dennoch etwas mehr Originalität. Wie alles endet weiß man ab der Hälfte, die Hinweise sind einfach zu banal eingestreut. Die Figuren haben Wiedererkennungswert, sind aber nicht von großem Interesse. Ein bisschen schade ist das, wenn man das Buch nicht nur an sich vorbeiplätschern lassen möchte, sondern echtes Interesse aufbringen soll und spannende Einsichten und Ansichten von Paris möchte. Man muss es also mögen, diesen guten Durchschnitt.

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Tags: familie, frankreich, liebe, paris   (4)
 

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137 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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1913

Florian Illies
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 19.02.2015
ISBN 9783596520534
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: geschichte   (1)
 

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

1983, antoine laurain, band, frankreich, gesellschaftskritik, kassette, musik, new wave, nostalgie, paris, plattenvertrag, politik, postzustellung, roman, verpasste chancen

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Weder Fisch noch Fleisch, sondern ein bisschen buntes Gemüse ist es, was uns Antoine Laurain hier auftischt. Nett angerichtet, schmeckt ganz ok. Aber braucht man nicht wieder essen. So geht es einem mit dem Buch. Ein paar nette Ideen nicht ohne Charme, eine Geschichte mit Potential. Die dann aber dann nicht hält, was sie verspricht.


Dreißig Jahre zu spät trudelt eine Einladung der Plattenfirma ein, die Alains Band so ersehnt hatte. Aber es kam damals alles anders: Kein Brief, Auflösung der Band. Die Mitglieder gingen ihrer Wege. Nicht wenige haben es zu Berühmtheit geschafft, jeder ist auf seine Weise exzentrisch. Alain spürt die Mitglieder auf, auf der Suche nach dem Tape, das sie damals einschickten. Man kann bei der Geschichte zurecht erwarten, dass irgendetwas Großartiges passiert, dass eine explosive Mischung aus Wiedersehen der ganzen Gruppe und dem Zauber der Musik entsteht.


Allzu oft aber verliert der Autor die Fäden, verrennt sich in Details, die bisweilen zwar charmant und kreativ sind, aber Längen ausweisen und weit weg von einem roten Faden führt. Pulsierende Musik? Fehlanzeige. Große Gefühle? Fehlanzeige. Jeder betrügt jeden und nimmt es hin, dass das Leben ein Schweinehund ist. Heilung gibt es nur für einen einzigen: JBM, der eine ganz erstaunliche Karriere hinlegt, mit noch erstaunlicheren Menschen um sich herum.


Lesefreude bereiten die kleinen Wendungen und die außergewöhnlichen Ideen, zu denen der Autor manchmal fähig ist. Die Freude steckt in den kleinen Dingen, nicht im großen Ganzen. Das präsentiert sich unausgegoren und seicht, eine Botschaft fehlt, zum Denken wird nicht angeregt. Es hätte dem Buch besser getan, wenn Antoine Laurain seine Geschichte als Ganzes aufgebaut hätte, nicht in unzusammenhängenden Episoden. Echt schade.

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Tags: frankreich, musik   (2)
 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Das korsische Begräbnis

Vitu Falconi
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521700
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Korsika verbindet man Sonne, eine wilde Landschaft und die Mafia – in den vergangenen Jahrzehnten tauchte die Insel vor allem mit Anschlägen und kriminellen Verstrickungen in den Medien auf. Ein perfektes Pflaster für einen Regionalkrimi. Zum Glück haben Vitu Falconi und sein Verlag dieses Revier für den deutschen Markt entdeckt und ein gelungenes Debüt der Reihe vorgelegt. Man kann es so sagen: Vitu Falconi hat Korsika auf die Karte der Unterhaltungsliteratur gesetzt.


Korsika gerecht werden, das ist nicht einfach. So liegt es nahe, dass man dieser unkonventionelle Insel auch unkonventionell begegnet: Der Leser entdeckt das Geschehen nicht aus der Sicht eines Kommissars, sondern vor allem aus der von Täter und Opfer, bis nicht mehr klar ist, wer eigentlich was genau ist. Er ist also dabei, als das Geschehen noch seinen Lauf nimmt, nicht erst hinterher in der Rekonstruktion. Das und die prägnante Zeichnung seiner Figuren machen diesen Krimi zu etwas Besonderem.


Dabei bleibt es nicht bei kleinen Scharmützeln und klaren Motiven, immerhin sind wir hier auf Korsika. Nein, hier geht es um die ganz großen Themen. Um das archaische Europa, das im Widerspruch zur Moderne steht. Um Familie und Fehde, um Politik. Und immer wieder auch um etwas Mystisches, dem mit schnöder Logik nicht begegnet werden kann. Das mutet seltsam an, wird vom Autor aber authentisch und klug eingesetzt. An mancher Stelle kann man sich fragen, ob er seinem Krimi nicht zu viele Themen zumutet, die wie im normalen Leben immer mal wieder anklingen – Migration, Korruption, Abspaltungsgedanken – aber immer schafft es Vitu Falconi, das Geflecht nicht zu überlasten und auch nicht zu werten.


Und was ist jetzt mit Korsika? Ein schöner Urlaubskrimi mit tollen Landschaftsszenen? Es gibt sie, die Landschaftsszenen, man kann sich die Insel gut vorstellen, auch wenn man noch nie dort gewesen ist. Aber Vitu Falconi ist kein zweiter Bannalec, das Talent liegt nicht ganz darin, Korsika schön in Szene zu setzen. Und ein Urlaubskrimi ist es auch nicht, wenn man mit Blut und Gewalt nicht umgehen kann, denn die Brutalität erschreckt an so mancher Stelle bewusst. Aber ein rundes Bild von einer faszinierenden Insel entsteht trotzdem und lässt als Gesamtpaket auf eine gelungene Reihe hoffen.  

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Tags: frankreich, gewalt, korsika, krimi   (4)
 

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95 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Pompeji

Robert Harris , Christel Wiemken
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.03.2009
ISBN 9783453406957
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wenn man den Titel eines Buches liest, hat man optimalerweise schon gleich eine Idee, worum es geht. Aber eine Handlung in ein einziges Wort zu packen, ist schon sehr schwer. Robert Harris ist es gelungen und das ist – man muss es sagen – leider kein Zauberstück, denn die Menschheitsgeschichte hilft ihm dabei gewaltig. Pompeji. Ein antikes Dante‘s Peak, ein Film in unserem Kopf, den Roland Emmerich nicht dramatischer hätte gestalten können. Trotzdem ist die Zeit der Römer irgendwie ungreifbar, so ganz ohne Fotos und vor allem so lange her… Zum Glück gibt es Robert Harris.


Der Autor beginnt seinen Roman ganz gemächlich mit der Geschichte der versiegten Aqua Augusta und der Suche nach dem Leck. Die Sympathie wird gelenkt auf den jungen Aquaris Attilius und auf die Tochter des bösen Ampliatus. Wer gut und wer böse ist, ist hier kein Rätsel. Dafür bietet die Kürze des Romans auch wenig Raum: Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt und im Mittelpunkt stehen nicht die Figuren, sondern das große Ganze, die Lebensumstände im Römischen Reich, die Intrigen, die Errungenschaften. All das vor der drohenden Kulisse des Vesuv.


Hervorragend gelungen ist es dem Autor, die Welt der Römer vor den Augen der Leser auferstehen zu lassen, plastisch zu machen. Allein das muss für Robert Harris eine große Herausforderung gewesen sein, denn die Ereignisse um Pompeji liegen Jahrtausende zurück, die Gesellschaft, die Werte – alles anders als heute. Mit einem Blick für interessante Details gelingt ihm dies authentisch und spannend und tröstet darüber hinweg, dass die eigentliche Geschichte wenig raffiniert und spannend ist.


Man merkt dem Buch die Leidenschaft für die Antike an, ebenso die Bemühungen, Erkenntnisse aus der Vulkanforschung verständlich wiederzugeben und mit Leben zu füllen. Dass das Buch längst ein Spielfilm hätte sein sollen, merkt man ihm an. Hollywoodesk reihen sich Actionszenen aneinander, die Figuren handeln genauso, wie die Filmbranche es sich wünscht. Das ist ein bisschen schade, hindert einen aber nicht an einem interessanten Leseerlebnis.

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Tags: antike, italien, katastrophe   (3)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Bretonischer Stolz

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462049275
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein verschwundener Toter und einer, der keinen Tag später in den bretonischen "Bergen" (eher Hügel) gefunden wird. Natürlich eine Gemeinde, die betroffen ist, die aber auch ein Geheimnis hat, das sie hütet wie zwischen den Schalen einer Auster. Denn um Austern geht es in diesem Buch. Wer hätte gedacht, dass diese Tierchen - für manche nur eine Delikatesse - konzentrierte bretonische Seele sind? Und sie sind bedroht: von dunklen Geschäften genauso wie von einem Virus, das sich den Atlantik hochschleicht. Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Sandraub. Man merkt schon: Die Bretagne droht auseinanderzubrechen und nur Georges Dupin kann alles aufklären.

Der Autor hat mit dem vierten Fall von Kommissar Dupin sein bisher bestes Buch vorgelegt, was das Einfangen der bretonischen Seele angeht, wie auch bezüglich der auftretenden Figuren. Sie sind originell wie Madame Bandol, eine gealterte Filmdiva, von der man die ganze Zeit denkt, dass sie etwas mit dem Fall zu tun haben könnte, bis hin zu den Inspektoren Kadeg und Riwal, die noch nie so ausgefeilt waren. Die Schwächen der ersten Bücher werden klar ausgemerzt und der Leser findet sich auch an mancher Stelle lachend vor. Der Witz ist fein und immer sehr bretonisch-originell. 

Jean-Luc Bannalec hat offenbar vor, mit seiner Dupin-Reihe eine ganz eigene bretonische Enzyklopädie zu schaffen. Nach der Künstlerkolonie um Pont-Aven, dem besonderen Leben der Inselbewohner und dem Salz kümmert er sich nun um Austern und den Sand. Da die Bretagne so vielfältig ist, sind noch so einige Themen offen. Ich zweifle nicht daran, dass der Autor sich ihrer mit dem gleichen Elan, der Freude am Fabulieren und dem Appetit auf bretonischen Lebensgenuss widmen wird. 

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857 Bibliotheken, 17 Leser, 6 Gruppen, 36 Rezensionen

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Der Name der Rose

Umberto Eco , Burkhart Kroeber
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2008
ISBN 9783423210799
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: italien   (1)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

alter, bretagne, familiengeschichte, fouchet, frankreich, freundschaft, groix, hochstapler, insel, kindheit, krankheit, leben, lebensalter, liebe, tod

Die Farben des Lebens

Lorraine Fouchet , Katrin Segerer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.03.2018
ISBN 9783455003086
Genre: Romane

Rezension:

Was sind die Farben des Lebens? Auch ohne das Buch gelesen zu haben, fällt die Antwort nicht schwer: Alle. Helle wie dunkle, blasse und satte. Lieblingsfarben und Farben, die man nicht so mag. Die Frage ist, ob nicht genau darin das Glück besteht, am Leben zu sein: Dass es eben nicht nur die Lieblingsfarbe gibt, sondern es auch die anderen Farben sind, die die Lieblingsfarbe erst hervorstechen lassen. Dieser Roman füllt dieses Prinzip mit Inhalt.


Wer darüber nie nachgedacht hat, wird es beim Lesen dieses Buches tun. Die Geschichte ist einfach: Kims Großmutter stirbt. Freiwillig. Kim fühlt sich alleingelassen und will der Frage nachspüren, ob das Leben im Alter wirklich nicht lebenswert ist, wie ihre Oma es fand. An der Côte d‘Azur übernimmt sie für einen Monat die Betreuung einer wirklich seltsamen alten Dame und taucht ein in ihre Lebensgeschichte, die auch ein großes Rätsel birgt.


Dieses Rätsel nimmt große Teile des Buches ein, manchmal liest es sich wie ein Krimi. Es ist dabei die Aufgabe des Lesers, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren: Was erzählt es einem über das Leben und was über das der Figuren? Eine ganze Menge. In erster Linie, dass jeder eine eigene Sicht auf die Dinge hat und jeder eine eigene Wahrheit. Es bleibt dahingestellt, ob das gut oder schlecht ist. Fakt ist: Jeder verdient die Geschichte, die er sich selber ausdenkt. Fantasie spielt eine große Rolle in diesem Roman. Dinge wie Kühlschränke und Spiegel werden belebt, erzählen Geschichten und geben damit einen Einblick in den Kosmos eines alternden Menschen, der sich wie ein Ertrinkender an Liebgewonnenem festklammert.


Die Figuren sind außergewöhnlich und liebevoll gestaltet, die Protagonistin Kim sticht nicht heraus, sondern ist ganz und gar durchschnittlich. So illustriert die Autorin, dass man kein selbstbewusster und vollkommener Mensch sein muss, um Weisheit und vor allem Liebe zu erlangen. Mut machend. Es ist das Leben selber, das der eigentliche Held der Geschichte ist. Es ist permanent bedroht, egal ob alt, jung oder noch ungeboren. Und immer wieder wird es gerettet, ganz intuitiv. Warum? Weil man liebt und Liebe verdient, egal was für ein Mensch man ist.


Lorraine Fouchets überragendes Talent ist es, dramatische Geschichten leicht zu erzählen, mit außergewöhnlichen sprachlichen Mitteln, die dem Geschehen mal die Schärfe nehmen, sie mal verstärken. Manchmal spielt sich ein Drama in einem Nebensatz ab und geht dem Leser ziemlich an die Nieren. Dies ist ein Buch zum Nachdenken über das Alter und den Tod. Das sollte man wissen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Es dient nicht der mitfühligen Unterhaltung, sondern es wühlt auf und stößt einen selber mit der Nase auf die Dinge, die man gerne zur Seite schiebt. Man wird mit Ängsten konfrontiert, aber – und das ist der große Gewinn dieses tollen Romans – auch mit einer Lösung.

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Tags: bretagne, cote d'azur, frankreich, leben, tod   (5)
 

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Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.09.2015
ISBN 9783499266720
Genre: Romane

Rezension:

Im Laufe des Lebens fragt sich jeder mindestens einmal, was für ein Mensch er sein möchte. Was er erreichen möchte, wovon er träumt und vor allem, was für eine Art Person er für andere sein möchte. Aber die allermeisten von uns sind niemals damit konfrontiert, dass das Leben, das wir kannten, nicht mehr in unserer Hand liegt. Dass Unfall und Krankheit das einzige Leben bestimmen, das wir haben. Dass wir nichts mehr alleine können, von einem Tag auf den anderen und auf Hilfe angewiesen sind. Dass das Leben eine Qual wird aus körperlichen Schmerzen und vor allem dem Schmerz der Erinnerung an das, was einmal war und an das, was hätte sein können.


Will Traynor muss mit diesem Unglück umgehen und sich gefallen lassen, dass ihn ein Mädchen in komischen Klamotten in seinem Rollstuhl durch die Gegend schiebt und dass sie ein Mundwerk hat, das man nach ihrem Tod extra totschlagen muss. Man ahnt es: Das furchtbare Spiel um Leben und Tod bestimmt diesen Roman. Doch das ist nicht alles. Eine Frist wird gesetzt – der Titel verrät es bereits – und außerdem schwebt über allem auch noch der Hauch von Veränderung, die alle betreffen kann. Das Mädchen mit den komischen Klamotten, Louisa, genauso wie deren Familie. Denn Leben und Tod ist nicht die einzige Opposition, die dieses Buch nutzt, um Spannung zu erzeugen. Es geht auch um Arm/Reich, Hoffnung/Verzweiflung, Stillstand/Veränderung.


Es ist ein dickes, langsam erzähltes Buch, in dem doch kein Wort zu viel ist. Die Charaktere bekommen die Möglichkeit, sich zu entfalten und glaubwürdig zu agieren. Man erfährt ganz unkitschig von ihren Gefühlen und ihren Ansichten und bekommt vor Augen geführt, wie wichtig die kleinen Dinge im Leben sind, wenn sie das einzige sind, was man erleben kann. Die Autorin hat ein großes Talent, Figuren liebenswürdig und authentisch zu zeigen, auch wenn sie weit davon entfernt sind, alltäglich oder gewöhnlich zu sein. Spannung setzt sie abgesehen von der ganz großen Frage, die von Anfang an über dem Buch schwebt – Happy End oder nicht – wohl dosiert ein. Sie hat ein Händchen für knisternde Romantik abseits jeglicher Plattitüden und sie schafft es gleichzeitig, nicht das ganze Buch darauf allein zu konzentrieren. Es ist weit mehr. Es ist eine Geschichte über Familien und Schicksalsschläge, über soziale Unterschiede im gegenwärtigen England und über das Erwachsenwerden.


Kein leichter Stoff für einen gemütlichen Leseabend. Das sollte man wissen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Es ist ein Buch, das Fragen aufwirft und beantwortet, die man eigentlich lieber unbeantwortet lässt, solange es einem selber und der Familie gut geht. Wer sich aber darauf einlässt, kann ein Stück reicher werden. Verständnis gewinnen, sich selber eine Meinung zu einem der großen Themen unserer Zeit bilden. Das ist Unterhaltungsliteratur im besten Sinn.

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2. weltkrieg, amélie breton, frankreich, honfleur - normandie, leseempfehlung, wahre liebesgeschichte, zweiter weltkrieg

Ein Lied für Valentine

Amélie Breton
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 08.12.2016
ISBN 9783596030309
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Zweite Weltkrieg liefert immer noch spannende Geschichten für historische Romane. Schuld, Tod, Gefahr, verbotene Liebe, zwei Gesichter. So muss auch das Autorenduo Amélie Breton gedacht haben, als es diesen Roman gestrickt hat. Zwei Liebende in der Normandie, Valentine und Yves, und als Yves sich in der Résistance betätigt und nach England übersetzen will, wird sein Boot beschossen und Valentine hält ihn für tot. Glaubt man dem Klappentext, dann setzt genau da die Handlung ein, bei der groß angekündigten „schrecklichen Entscheidung“, die Yves – doch nicht tot - treffen muss. Doch das ist nicht so. Denn als es um diese Entscheidung geht, ist das Buch beinahe zu Ende und man fragt sich, ob es so klug von den Buchmachern war, fast die ganze Geschichte auf dem Klappentext zu verraten.


Was bietet das Buch? Es ist eine gut recherchierte Geschichte mit wohldosierter Spannung und schönen Bildern. Man merkt dem Buch an, dass Profis am Werk waren, die gemäß Vorstellungstext schon viele erfolgreiche Bücher zusammen geschrieben haben. Sie benutzen alles, was beim Leser gut ankommt: Ein geheimnisvolles Lied. Leidenschaft, die über Vernunft steht. Sehnsucht nach Veränderung. Tolle Landschaften. Das alles bietet dieses Buch, das muss man so sagen.


Aber es gibt so viel, was es nicht bietet. Fakt ist: Es liest sich wie das Äquivalent eines Dieter-Bohlen-Lieds. Sicher ein Chartstürmer, erfolgreich, ein Ohrwurm. Aber schrecklich inhaltsleer, orientiert am Geschmack der Masse. Solides Handwerk, auf jeden Fall. Aber leidenschaftslos zusammengeschrieben, ohne erkennbaren Stil und Aussagekraft. Es ist ein ziemlich kurzes Buch für eine so lange Geschichte (nächste Parallele zur Musik: Schallgrenze bei 3:30min) und die Distanz des Erzählers zur erzählten Geschichte ist immens. Selten sind ausführliche Szenen, selten wird aus der Sicht der Figuren erzählt, ihr Charakter eingebracht, ja überhaupt ein Charakter ausgearbeitet.


Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne dieses Buch verdient. Tatsächlich bin ich enttäuscht und verärgert, hier statt einem gefühlvollen, ehrlichen Buch Massenware erwischt zu haben. Dennoch sehe ich mich auch der Objektivität verpflichtet und muss festhalten, dass dieses Buch solide gemacht ist. Nicht zu kitschig und immerhin mit einer festen Meinung ausgestattet. Kein Wort ist zu viel, keine Idee zu originell, um aufzufallen und herauszustechen. Daher komme ich zum Entschluss, dass dies das durchschnittlichste Buch ist, das ist je gelesen habe. Demnach meine erste negative Drei-Sterne-Bewertung. Es ist nichts falsch in diesem Buch, es tut nicht weh. Aber es begeistert auch nicht, es hinterlässt keinerlei Emotion.

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Tags: 2. weltkrieg, frankreich   (2)
 

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Bretonische Verhältnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.08.2013
ISBN 9783442479276
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Es war ein fabelhafter Sommertag, dieser 7. Juli. Einer dieser großen atlantischen Tage.“ Nach zwei Sätzen in diesem Buch ist klar, was es ist und warum man es lieben wird: Eine Liebeserklärung an die Bretagne. Jean-Luc Bannalec legt einen Regionalkrimi vor, der nichts weniger als die Definition des Regionalkrimis schlechthin ist. Hier stimmen Geschichte, Atmosphäre, Figuren perfekt.


Kommissar Dupin wurde ans Ende der Welt versetzt, in die Bretagne. Die Handlung setzt einige Jahre danach ein, also als er sich schon etwas eingelebt hat. Dem Buch tut das gut, denn diese Zeit hat der Kommissar ganz klar genutzt, um sich in seine neue Heimat zu verlieben. In das Essen, die Landschaft, die Menschen. Da ist es nur natürlich, dass seine Arbeit ihm manchmal vorkommt wie eine Störung, die er dann folgerichtig mit „So ein Scheiß“ kommentiert. So auch diesmal: Ein sterbender Greis brutal erstochen. Und ein Restaurant voller Nachbildungen von Gaugin-Malereien im bildschönen Pont-Aven. Nachbildungen, wirklich?


Kommissar Dupin ist kein gebrochener Exot, er ist beinahe ziemlich normal, mit einer Schwäche für gutes Essen und mit einem Schuss unerklärlicher Genialität. Er ist auf beinahe angenehme und männliche Art und Weise arrogant und er hat einen Sinn für Gerechtigkeit, die ihn auch mal selber an den Rand der Legalität treibt, wenn es der Sache dient. Er hasst Autoritäten, ist selber aber gerne eine. Manchmal ist er beinahe süß, in seiner Liebe zu Pinguinen etwa und diesen vielen kleine Schrullen, die zu unmöglichsten Zeitpunkten durchkommen. Es ist ein bisschen schwer, diesen Kommissar zu charakterisieren und das macht den Reiz des Buches aus, denn ein Typ ist er auf alle Fälle.


Hin und wieder scheint der Autor vergessen zu haben, dass er eigentlich einen Krimi schreibt. Denn Spannung im klassischen Sinn kommt nur manchmal auf, manchmal versteckt sie sich gar hinter den ausufernden Gesprächen und Telefonaten, der Fahrerei und der lukullischen Genüsse. Dem Bretagne-Fan ist das sehr recht, dem Krimi-Fan sicher nicht.


Ein grandioser Auftakt der Buch-Reihe ist es dennoch. Ein Meilenstein der Regionalkrimis und voller Liebe für die Bretagne. Für die „großen atlantischen Tage“. Wer noch nie in der Bretagne war, wird spätestens nach der Lektüre dieses Krimis hinreisen wollen.

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Tags: bretagne, frankreich, kriminalroman   (3)
 

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Was mein Herz dir sagen will

Susan Wiggs
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 05.02.2018
ISBN 9783956497834
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lavendel zieht immer. Und die Geschichte, wie sie angekündigt wird: Zwei Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Familiengeheimnis. So macht man das in der Buchvermarktung. Dreiklang und Lavendel. Und es funktioniert. Was man von dem Buch selber nicht ganz behaupten kann.


Die Geschichte ist schnell zusammengefasst, denn wenn man sie nicht schnell zusammenfasst, verrät man die Idee. Also: Frau und Mann lieben sich und finden über Umwege zusammen – vielleicht. Man errät es schon: Gäbe es kein Happy-End, wäre das Buch so wie es verkauft wird, eine Mogelpackung. Drumherum wird eine Familiengeschichte gestrickt, die die Protagonisten ins sonnige Südfrankreich entführen. Als Backmittel werden geheimnisvolle Fotos verwendet und alles wird mit der Entwicklungsgeschichte eines Teenagers garniert.


Es liest sich angenehm, dieses Buch. Richtig für einen Sommernachmittag in der Hängematte, an dem man zwischendurch mal wegdösen möchte ohne Seiten zurückblättern zu müssen, wenn man wieder aufwacht. Die Protagonisten sind Durchschnittsmenschen, die lediglich im Gegensatz zur Wirklichkeit im Buch permanent über Liebe und Beziehungen reden. Überhaupt wird dem Dialog viel Platz eingeräumt, was das Lesen beschleunigt und so etwas wie Nähe zu den Figuren herstellt.


Aber was ist jetzt mit dem Lavendel? Nach mehr als der Hälfte sind wir immer noch nicht richtig in Frankreich. Als der Tross dann doch noch anreist, lässt die Autorin ihn in einer Fantasie-Provence schwelgen, die landeskundliche Genauigkeit vermissen lässt. Authentisch ist anders. Und doch kann man diesen Ort charmant finden, denn er verändert die Figuren zu ihrem Besten und das ist schön. Es ist ja bequem in der Hängematte, das Drama soll sich in Grenzen halten.


Am Ende entsteht der Eindruck von einem Buch, das gut gemeint ist und für die Autorin sicher ein spannendes Schreib-Erlebnis war. Die Lesefreude ist jedoch getrübt durch die inexakte Schauplatzrecherche und das Zuviel an Beziehungsschnulz, das kreativer gestaltet werden könnte. Ein nettes Buch für Zwischendurch, ein neues Lieblingsbuch ganz klar nicht.

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Tags: frankreich   (1)
 

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frankreich, literatur, marokko, nobelpreis

Gräser der Nacht

Patrick Modiano , Elisabeth Edl
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.04.2016
ISBN 9783423144940
Genre: Romane

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Lady Chatterley

D. H. Lawrence , Tom Roberts
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.07.2009
ISBN 9783866473751
Genre: Klassiker

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biologische zeitbombe, codename, drittes reich, eis, experiment, experimente, forschung, genetik, hämorrhagisch, hannah peters, kälte, killervirus, norwegen, spitzbergen, thriller

Valhalla

Thomas Thiemeyer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426509418
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sowohl Klappentext als auch die ersten Kapitel lassen Episches vermuten: Zwei Jahrhunderte, zwei Geschichten, ein Grauen, das unter dem Eis lauert. Doch so ist es leider nicht. Was großartig beginnt als Verwebung zweier Geschichten, entwickelt sich schnell zu einem Roadmovie.


Hannah ist Archäologin und soll eine unter dem Eis der Arktis liegende Stadt untersuchen. Dummerweise ist ihr Team nicht das erste, das sich dort bewegt: Die Nazis nutzen die vermeintliche Sicherheit des Eises für die Entwicklung einer Biowaffe. Und Hannah weiß nichts davon, dass das Virus immer noch aktiv ist. Die Folgen sind verheerend.


Man könnte nun denken, es entspinnt sich ein rasanter Lauf gegen die Zeit, die Menschheit ist in Gefahr. Doch Thomas Thiemeyer macht aus dieser Geschichte keine Dystopie, sondern einen Actionthriller, in dem alle Handelnden Stereotypen sind und der dem Leser zudem nicht zutraut, ihm zu folgen. Das ist enttäuschend. Die Russen sind an Koks, Nutten und Geld interessiert und wollen ganz nebenbei auch noch das Virus in ihren Besitz bringen. Alle Frauen in dem Buch sehen mega aus und haben vor allem große Brüste. Alle Männer finden sich selber unwiderstehlich und unfehlbar. Von ausgefeilten Charakteren kann hier nicht die Rede sein. Und was die Tatsache angeht, dass der Autor dem Leser nicht besonders viel zutraut, sei nur gesagt, ohne zu viel zu verraten: Es schleicht jemand um die Grüppchen in der Arktis herum und jeder, der ein bisschen aufgepasst hat, wer vorher auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist, weiß sofort wer. Nur die Protagonisten natürlich nicht. Die Überraschung, als sie damit konfrontiert werden, ist daher eher ein Na-endlich-Moment.


Valhalla hat eine interessante Grundidee und von Spannung versteht der Autor etwas. Aber das tröstet nicht darüber hinweg, dass dieser Roman in seiner Endversion aus Polit-Thriller, Mafia-Geschichte, Horror- und Krimifilm nur halbgar ist. Gut zu lesen, zweifellos. Aber nicht mehr.

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Aufstieg und Fall großer Mächte

Tom Rachman , Bernhard Robben
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2014
ISBN 9783423280358
Genre: Romane

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829 Bibliotheken, 22 Leser, 2 Gruppen, 112 Rezensionen

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Der Marsianer

Andy Weir , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.10.2014
ISBN 9783453315839
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Erinnern Sie sich noch wie es war, als die vielen Satellitenfotos täglich über die Bildschirme sämtlicher Nachrichtensender flimmerten? Der Watney-Report. Wie die Welt mit dem einsamen Raumfahrer auf dem Mars mitgefiebert hat, über mehr als ein Jahr? Nein? Dann könnte es daran liegen, dass Der Marsianer tatsächlich nur ein Roman ist. Bedauerlich. Obwohl man nicht glauben mag, dass sie ein einziger Mensch eine ganze Marsmission ausdenkt, mit allen Finessen, physikalischem, chemischem und biologischem Zeugs, das man dazu braucht, um den Karren aus dem Marsdreck zu ziehen. Denn dass Mark Watney allein auf dem Mars ist, ist kein Geheimnis. Im Grunde ist die wesentliche Handlung so: überleben und vielleicht gerettet werden.


Es ist der Weg dorthin, den der Autor so fabelhaft fabuliert hat, dass man glauben mag, alles sei wirklich so passiert oder könnte zumindest so passieren. Das hier ist kein abgedrehter Science-Fiction-Roman, in dem Marsmenschen vorkommen und seltsame Roboterhybride. Es gibt auch keinerlei Übernatürliches, sondern nur pure Wissenschaft. Es ist großartig. Und ein bisschen überfordernd für den Laien, der all diese schönen Naturwissenschaften lange vor dem Abi abgewählt hat. Jetzt, nach der Lektüre kann man nur sagen: schade. Hätte man vorher dieses Buch gelesen, wäre vielleicht der ein oder andere Schüler mehr Forscher geworden statt BWLer. Der Roman strahlt pure Leidenschaft aus für Themen, die den meisten Erdbewohnern fremd vorkommen.


Andy Weir sind nicht nur technische Details meisterhaft gelungen, sondern auch sein Protagonist. Mark Watney ist herrlich selbstironisch, zynisch und selbstsicher. Ihm fehlt diese getragene Ernsthaftigkeit, die sonst die Astronauten der Weltliteratur und Filmlandschaft ausmachen. Er ist witzig und verrückt und unheimlich gerissen. Das Buch hat über 500 Seiten, aber das meiste davon sind grob gesagt Rechenwege. Problemlösungen. Die Geschichte und der Aufbau der Charaktere findet zwischen all diesen Zeilen statt und das mit wenigen Worten auf den Punkt.


Kurz gesagt ist Andy Weir hier ein Roman gelungen, der einen atemlos macht und den man am liebsten nachrechnen möchte. Den man glaubt. Das ist Science Fiction at its best.

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Kein Tag für Jakobsmuscheln

Catherine Simon
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.03.2015
ISBN 9783442481811
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Regionalkrimis sind hip. Und je weniger blutig, desto bester als Urlaubslektüre geeignet. Die Bretagne hat der deutsche Krimi schon erobert, die Provence sowieso. Aber die Normandie? Dieses sanfte Land mit endlosen Stränden und gemächlichen Spaziergängern? Hier ist nichts dunkel, hier gibt es keine Verbrechen. Muss es ja aber auch nicht, um trotzdem einen Krimi drumherum zu stricken. So wie Catherine Simon das tut.

Im Mittelpunkt steht hier nicht die Krimi-Handlung, sondern die Normandie, auf sehr detaillierte Art und Weise. Das ist ehrlich gesagt genau nach meinem Geschmack, weil ich die Orte alle kenne. Aber dennoch: Nehme ich einen Krimi zur Hand, erwarte ich mehr als eine authentische Landschaft durch die Augen einer Kennerin zu sehen, die die Autorin zweifellos ist. Ich möchte auch einen interessanten Plot und überraschende Wendungen, zumindest aber einen gerissenen Kommissar, der den Tätern und auch den Lesern etwas voraus hat.

All das findet sich in diesem Buch nicht. Kommissar Leblanc ist unsympathisch und in seiner Arbeitsweise äußerst durchschnittlich. Wenn Feierabend ist, ist eben Feierabend und dann geht er essen und das tut er häufig und sehr gerne. Man gewinnt den Eindruck, dass ihm die Arbeit manchmal lästig ist. Zumindest stört sie nicht seinen Appetit, auch den auf Frauen. Es gibt keinen Zug an ihm, der dem Leser gefallen oder zumindest Respekt abnötigen könnte.

Interessant und gelungen ist neben dem Setting aber der Perspektivwechsel. Man nimmt die Geschichte durch die Augen mehrerer Personen wahr, wenn auch nicht zu gleichen Teilen. Jede Perspektive hat seine Charakteristika und es macht Spaß, den verschiedenen Figuren ein Stück in ihrem Alltag zu begleiten.

Ja, Alltag. Das trifft es sehr. Der Fall wird auf sehr alltägliche Weise konstruiert und auch aufgedeckt. Lokale Probleme werden zwar angesprochen, haben aber mit dem Fall am Ende doch wenig zu tun. Außerdem geht es weite Strecken wirklich um den Alltag der Figuren, es plätschert vor sich hin, ohne auch nur den Hauch von Spuren einzuführen, die den Leser miträtseln lassen. Die Geschichte, wie sie auf dem Klappentext angekündigt wird, hätte viel mehr hergegeben, aber die Autorin hat wenig daraus gemacht.

Ein netter Versuch, Jean-Luc Bannalec zu kopieren, der jedoch nur ein Versuch geblieben ist. Ein Stern für die Normandie von Catherine Simon und einen für das Potential.

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