Leserpreis 2018

Ulenfluchts Bibliothek

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5 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Paris MM-City Reiseführer Michael Müller Verlag

Ralf Nestmeyer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Müller, Michael, 06.11.2018
ISBN 9783956546372
Genre: Sonstiges

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Grace

Thilo Wydra
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783351027568
Genre: Biografien

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

faschismus, italienische literatur, ligurien, neorealismus, pistole, zweiter weltkrieg

Wo Spinnen ihre Nester bauen

Italo Calvino , Günter Memmert , Thomas Kolberger
Flexibler Einband: 218 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.05.1999
ISBN 9783423126328
Genre: Romane

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Wintergäste in Trouville

Catherine Simon
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.09.2015
ISBN 9783442482221
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Man sagt oft, dass die erste Folge einer Serie nie die beste ist. Das stimmte bei Catherine Simons Krimi-Reihe um Kommissar Leblanc in der Normandie. „Kein Tag für Jakobsmuscheln“ war nett aber unspektakulär. Dennoch weckte er Lust auf eine Fortsetzung, denn die Richtung stimmte. Doch dann das. Wintergäste in Trouville.


Da spielt die Autorin mit dem Titel eines Klassikers und legt selber ein Buch vor, dass meilenweit davon entfernt ist, einer zu werden. Das nichts von dem Flair hat, das noch das erste Buch hatte. Und das zu allem Überfluss mit einer Geschichte aufwartet, die öde und durchgekaut ist wie ein Stück zähes Fleisch, das den Protagonisten mehr in Aufruhr versetzt hätte als sein Fall.


Im Grunde steht die ganze Story hinten auf dem Buch und wird dort sogar noch durch eine Verbindung dramatisiert, die der Plot dann gar nicht hergibt. Der Fall ist ohne Wendungen, die Verstrickungen erweisen sich als gebraucht: Immer geht es um Affären, so als seien amouröse Überraschungen für den Leser völlig ausreichend. Sind sie nicht, denn darum ging es schon im ersten Buch. Stellen wir also fest, dass die Autorin eine Vorliebe für dieses Thema hat, genauso für eingestreute gleichgeschlechtliche Beziehungen, ob sie eine Rolle spielen oder nicht. Leider wird ihr Buch dadurch nicht bunter, sondern nur langweiliger.


Dennoch muss man diesem Krimi etwas zugute halten, das für eine Krimiserie essentiell ist: Die Figuren sind klar erkennbar und haben Ecken und Kanten, selbst wenn viele den Kommissar nicht als sympathisch empfinden mögen. So lässt man sich durch das Buch und das winterliche Trouville treiben und hofft immer, dass noch etwas Interessantes passiert. Leider Fehlanzeige.

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Tags: frankreich, krimi, normandie   (3)
 

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294 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Der Sommer der Sternschnuppen

Mary Simses , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.04.2016
ISBN 9783734102530
Genre: Liebesromane

Rezension:

Warum nur greift die geneigte Leserin immer wieder zu Stories, die einem Schema folgen? Junge Frau kehrt in ihre Heimat zurück, verarbeitet eine Familiengeschichte, die sie in ihre eigene Vergangenheit führt, und verliebt sich. Es ist so simpel und schon tausendmal gelesen. Warum also? Weil a) die bekannte Hängematte immer die beste ist und b) man diese Geschichte zwar schon tausendmal gelesen hat, aber eben noch nicht von jedem.


So ist es auch mit diesem Buch. Die Geschichte ist bekannt, das Happy End zeichnet sich ab. Dennoch ist das Buch gut gemacht und hält, was es verspricht. Die Figuren sind überwiegend nicht allzu stereoptyp und die Handlung ist wie ein schöner Sommertag: Man weiß, was man bekommt und kann sich darin fallenlassen. Außerdem funktioniert die Sympathielenkung ganz ausgezeichnet. Die Protagonistin steht zwischen drei Männern, jedoch ist dem Leser schnell klar, dass die Protagonistin Grace noch keine Ahnung hat, wen die Autorin hier für sie vorgesehen hat.


So weit, so durchschnittlich. Was aber ist das Besondere an diesem Buch, sodass man es mehr als einmal lesen kann? Die Atmosphäre ist ausgezeichnet gelungen, man flaniert mit Grace an der Hand durch diesen lichtdurchfluteten Ort an Connecticuts Gold Coast, schmeckt die Eiskreme und hört die Bands auf dem Stadtfest am 4. Juli. Eine perfekte Filmvorlage. Nicht ohne Schwächen, denn hin und wieder gleitet so manche Szene in die Unglaubwürdigkeit ab, begibt sich in diesen Abgrund jedoch nicht ohne Charme.


Alles in allem also ein für dieses Genre tolles Buch, das hält, was das Cover verspricht und das man gerne liest. Nicht mehr, nicht weniger.

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Tags: familie, liebe, sommer, usa   (4)
 

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Am Strand von Deauville

Judith Lennox ,
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2002
ISBN 9783492235938
Genre: Romane

Rezension:

Gibt es sie eigentlich heute noch, die großen Familiensagas in einem Band? Die Dornenvögel-Zeiten sind vorbei, heute muss es schnell lesbar und irgendwie modern sein. Also muss man Bücher von vor 10 Jahren lesen, wenn man eine Familie über Jahrzehnte begleiten, mit ihr mitleiden und sich mitfreuen möchte.


Judith Lennox‘ Roman ist so eines. Also so eine Familiensaga, nicht jedoch das Buch, in dem die Familie wie ein Teil des Lesers selber wird. Denn obwohl die Geschichte spannend geschrieben und gut konstruiert wurde, ist sie vor allem Letzteres: konstruiert.


Wer bei dem Titel denkt, dass es irgenwie in die Normandie geht, täuscht sich. Zwar reisen die Mulgraves nicht nur durch die Weltgeschichte im Eiltempo, sondern auch durch Orte, die kaum erkennbar sind, was zu Lasten der Atmosphäre geht. Judith Lennox pflegt eine Erzählkunst, die den Leser selten an die Geschichte heranlässt, alles bleibt an der Oberfläche. Zwar erfährt man, was die Figuren umtreibt, jedoch nachfühlen kann man es nicht. Dafür gibt es zu wenige Dialoge, zu wenig Identifkationspotential. Zwar sind alle Figuren klar erkennbar, wurden jedoch holzschnittartig gestaltet und haben keine Tiefe.


Zugute halten muss man der Autorin ihren Umgang mit der Weltgeschichte, die sich auf die innere Welt des Buchs niederschlägt. Sie bringt einen zum Nachdenken. Außerdem ist das Buch eine durchaus runde Sache, mit Spannungsbögen und Wendungen, wenn auch viele vorhersehbar sind und durch unlogisches Handeln der Protagonisten (Guy!) künstlich herbeigeführt sind.


Alles in allem liegt leider kein Roman vor, in den man eintauchen möchte, jedoch ein solides Erzählwerk und am Ende immerhin eine der letzten großen Familiensagas. Das muss man anerkennen. Wenn auch mit einem Seufzer der Enttäuschung.

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Tags: 2. weltkrieg, england, geschichte   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer - und die späte Rache

Pierre Martin
Geheftet
Erschienen bei Knaur, 01.01.2017
ISBN 9783426521670
Genre: Sonstiges

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Die Hummerkönige

Alexi Zentner , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442715442
Genre: Romane

Rezension:  
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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Tödlicher Tramontane

Yann Sola
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 12.05.2016
ISBN 9783462048681
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ok, die Bretagne ist besetzt. Die Normandie auch. Die Provence sowieso. Welcher Autor in seine Handlung idyllisches Lokalkolorit einfließen lassen möchte und dabei nicht auf Meeresrauschen verzichten will, muss schon weit fahren, um noch einen weißen Fleck auf der Regionalkrimi-Karte Frankreichs zu finden. Yann Sola hat das so gemacht und sich bis an die Côte Vermeille treiben lassen. An die spanische Mittelmeergrenze.

Schema F lesen wir so oft. Ein Kommissar, der ans Ende der Welt versetzt wird, dort fleißig mampft und nebenbei ermittelt und das Land liebgewinnt. Kennen wir. Sola geht das alles etwas anders an. Zwar ist sein Kommissar bzw. Capitaine der Gendarmerie genau das, doch er ist nicht der Protagonist. Diese Position überlässt der Autor einem Einheimischen, und zwar nicht irgendeinem. Perez ist korpulent, fortgeschrittenen Alters, Kleinganove, Schmuggler, bauernschlau. Er steckt seine Nase überall rein, weil es einfach so passiert.

In diesem ersten Fall führt ihn seine Spürnase in ein umstrittenes Bauprojekt, das aus der Côte Vermeille eine zweite Côte d‘Azur machen soll. Dabei verschwindet seine Freundin Marianne und eine Yacht fliegt in die Luft. Und schon ist Perez mittendrin. Der Autor hat sich einen interessanten Fall ausgedacht, der jedoch nicht durch spektakuläre Wendungen und Spannungsbögen glänzt. Die Erzählung ist ganz wie der Protagonist: behäbig. Mit Liebe zum Detail wird der Schauplatz gewürdigt. Wer schon einmal da war, darf mit durch die Straßen von Banyuls und Port-Vendres fahren, alle anderen könnten sich durchaus langweilen. Die Stärke dieses Krimis liegt definitiv bei den Figuren und dem Savoir Vivre, der Krimi hingegen kommt etwas zu kurz. Da ist noch Luft nach oben.

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Tags: frankreich, krimi   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Sommerherzen im Regen

Karin Lindberg
Flexibler Einband: 314 Seiten
Erschienen bei BookRix, 18.06.2018
ISBN 9783743870741
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dass den Selfpublisher heute nicht mehr das Image eines Hobbyautoren mit anzweifelbarem Talent anhaftet, ist erfolgreichen und gern gelesenen Autoren wie Karin Lindberg zu verdanken. Veröffentlichungen beinahe im Monatstakt, knallbunte Cover, lockere Stories, bei denen man das Happy End schon vorher riecht. Lindberg und Co. versprechen Unterhaltung und eine Welt, die besser ist als die, in der man gerade feststeckt. So ist es auch in diesem Buch.

Die Story ist so dünn wie möglich: Graues Mäuschen trifft aus Playboy und macht aus ihm durch ihre Liebe einen besseren Menschen. Das haben wir schon tausendmal gelesen, aber eben noch nicht von Karin Lindberg. Da wird großzügig Sexualität umgegangen, aber doch an die große Liebe geglaubt. Da sind die Protagonisten reich und schön und haben natürlich eine schwere Kindheit gehabt. Mit der wiederum so locker flockig umgegangen wird als wenn das ganz normal ist. Empathie ist nicht die große Stärke dieser Autorin.

Die liegt woanders. Nämlich darin, alle erdenklichen Klischees immer noch so locker und humorvoll zu erzählen, dass man sich tatsächlich nicht schlecht unterhalten fühlt. Immerhin ist es ein Ebook im unteren Preissegment. Mit Kinderschokolade für denselben Preis ist das Vergnügen nicht größer. Die Charaktere sind zwar flach, aber wiedererkennbar und die Dialoge – aus denen der Roman fast ausschließlich besteht – flott. Das Buch ist nicht ohne Charme, das kann man sagen. Dennoch hätte ihm mehr Feingefühl, ein wenig mehr Kreativität und ein ausgefeilterer Plot gut getan. 

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Tags: china, england, klischees, liebe   (4)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Leuchtturmwärterin

Christina Schwarz. , Almuth Carstens
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 11.01.2016
ISBN 9783442713165
Genre: Romane

Rezension:

Trudy und Oskar, das ist eine Liebe, die im Wisconsin des ausgehenden 19. Jahrhunderts nicht gut geheißen wird. Denn Trudy, deutsche Einwanderin der zweiten Generation, hat das College besucht und kommt aus gutem Hause. Oskar hingegen ist das Enfant Terrible. Eloquent, sprunghaft, leidenschaftlich. Als die trotzdem heiraten, gibt Trudy alles auf und folgt Oskar an die noch dünn besiedelte Westküste. Auf einer unwirtlichen Insel vor Kalifornien soll er Gehilfe des Leuchtturmwärters werden. Trudy merkt, dass Oskar doch nicht der ist, den sie sich erhofft hat. Außerdem muss sie lernen, mit den Menschen umzugehen, die in dieser rauen Gegend leben: Außer der Familie des Leuchtturmwärters gibt es dort nämlich niemanden. Dann entdeckt Trudy ein dunkles Geheimnis, das ihr Leben verändert.

Christina Schwarz hat ein ganz zartes Buch geschrieben, das vor allem die Natur greifbar zu machen versucht. Mit wenigen Worten erzählt sie die Vorgeschichte des Paars und mit starken Bildern stellt sie diesen besonderen Ort und seine Menschen dar. Im Zentrum steht die Frage, was Wissbegierde und Aufbruch mit einem macht und dass beides nicht immer gut ausgeht. Es geht um die Entdeckung eines weißen Flecks auf der Landkarte des 19. Jahrhunderts, der zuerst von diesen sonderbaren Leuten bevölkert wird.

Das Erzähltempo ist erst gemächlich, um sich dann ziemlich rasant zu steigern und mehr als eine Überraschung bereit hält. Die Figuren sind gut gezeichnet, es macht Spaß, mit ihnen diesen Ort zu entdecken. Immer schwingt Melancholie mit und man macht sich bereit für das große, dunkle Geheimnis, das am Horizont aufzieht. Es geht auch um die Frage, was Menschen erfüllt und wie sie ihr kleines Leben zu etwas Besonderem machen, selbst mit begrenzten Mitteln und Entbehrungen.

Ein Buch, das lange nachklingt, das nachdenklich macht ohne zu belasten und das einen an einen Ort entführt, den es so heute nicht mehr gibt. Sehr gut gemacht.

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Tags: amerika, enttäuschung, forschung, historisch, küste, leuchtturm, meer, usa   (8)
 

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75 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

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Die Kamelien-Insel

Tabea Bach
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783404176311
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Bretagne ist gerade in und das haben wir wohl den Krimis von Jean-Luc Bannalec zu verdanken. Dass dieser vielfältige Zipfel Land aber auch für Liebesgeschichten taugt, bewiesen unter anderem Claudia Winter und Marie Lamballe, beide mit viel Herzblut und Spannung. Und Tabea Bach? Naja.


Sylvia erbt eine Insel in der Bretagne, die aber von ihrem Mann per Vollmacht verkauft wird. Aber dann -hopplahopp-, beschließt sie, sich dieses Eiland einmal anzusehen. Dummerweise wachsen ihr die Menschen ans Herz und sie landet zügig mit dem Gärtner Mael im Sandbett. Das muss Geschichte und Chaos genug sein, dachte sich die Autorin wohl. Ist es auch, wenn man nicht vorhat, dreihundert Seiten mit Herzblut und Spannung zu füllen. Warum das nicht klappt? Ich sehe mehrere Gründe.


Da wäre die Konstruiertheit von allem. Das Gefühl, dass dieser Roman auf dem Reißbrett entstanden ist. Kein Abweichen, kein Schwenker, nichts Überraschendes. Bei jeder Szene weiß die Leserin sofort, wo sie hinführt und warum sie so erzählt wird, wie sie erzählt wird. Die üblichen kleinen Fährten, die am Ende zum großen Finale führen, sind nicht dezent platziert, sondern plakativ.


Die Figuren. Sylvia soll Mitte dreißig sein, man stellt sie sich aber als Mitte vierzig vor. Nicht nur aufgrund des Namens und dem ihres Mannes, sondern aufgrund ihres ganzen Auftretens als Frau jenseits der Blüte ihrer Jahre. Sie handelt genau wie alle anderen Figuren manchmal unlogisch und unreflektiert. Mael, der nur durch seine Augen charakterisiert wird und sympathisch wirken soll, tatsächlich aber wie ein oberflächlicher Schürzenjäger daherkommt. Lediglich Solenn, die alte Dame der Insel, die Sylvia nun retten muss, zeigt Ecken und Kanten.


Der Kitsch. Die Autorin macht sich keine Mühe, kreative Szenen auszuarbeiten, die einem Spaß machen, sie zu lesen. Sie setzt auf Klischees und Altbekanntes, das man aus unzähligen Rosamunde-Pilcher-Filmen kennt. So mancher Satz lässt Kitsch-Allergiker zusammenfahren. Dabei geht es nicht um die Art der Geschichte (Happy End ist super, Liebe ist super, Leichtigkeit ist super), sondern um die Art der Darstellung, die Sprache.


Das Buch unterhält einen, wenn man es an einem Tag durchliest oder abends zwei Seiten liest, bevor man einschläft. Aber es begeistert nicht und bleibt nicht in Erinnerung. Die Fortsetzung: geschenkt.

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Tags: bretagne, frankreich, liebe   (3)
 

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Bretonische Geheimnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.06.2018
ISBN 9783462052015
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Legende des guten König Artus hat die europäische Literatur geprägt wie kaum eine andere. Die größten Dichter des Mittelalters haben sie in der ein oder anderen Form aufgegriffen und nur noch legendärer gemacht. Diesen Mythos greift nun auch Jean-Luc Bannalec in seinem siebten Dupin-Fall auf.


Das Vorgeplänkel dauert nicht lange, wie immer. Kaum ist die Bande vom Kommissariat in Concarneau zu ihrem Betriebsausflug aufgebrochen, fällt Dupin auch schon wieder eine Leiche vor die Füße. Der Ton ist durchaus heiter und man merkt auch den Charakteren an, dass der Autor sich immer mehr an den Verfilmungen orientiert. Somit ist der Grad zwischen Klamauk und ernsthaftem Krimi schmal. Doch die Balance gelingt, was durchaus als Analogie zur Geschichte aufgefasst werden kann.


Denn Dupin stolpert in einen Fall, der viel Mysteriöses birgt. Alles dreht sich um eine im magischen Brocéliande-Wald tagende Forschergruppe, die Verdächtigungen kreisen, der Kommissar hat Mühe, das Puzzle zusammenzufügen, immer wieder dreht er sich im Kreis und kann nur zusehen, wie einer nach dem anderen umgebracht wird oder verschwindet. Sein eigenes Team gerät ebenfalls in Gefahr. Wie immer ist es eine Reihe von Zufällen und ein Schuss Genialität, die am Ende zur Lösung führen.


Was bietet dieser Krimi Neues? Einer der Inspektoren tut sich besonders hervor und Dupin erhält ein verlockendes Angebot, das irgendwie alles in Frage stellt. Der heitere Ton ist auf den Anfang beschränkt, anschließend dominiert die Düsterheit, die sich aus dem Zauberwald auf den Roman überträgt und eine beklemmende Stimmung hinterlässt. Der Leser ist unsicher, ob er das gut finden soll, denn Bannalecs Bretagne-Krimis verhießen bisher trotz dunkler Verstrickungen wenigstens landschaftliche Pracht und viel Licht. Nun nimmt der Autor sich hier selber sein wichtigstes Merkmal.


Zurück bleibt eine interessante Behandlung des Artus-Themas, an dem Literaturwissenschaftler ihren Spaß haben werden. Ansonsten ist es ein vergnüglicher, gut gemachter Krimi, jedoch nicht der beste der Reihe.

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Tags: bretagne, frankreich, krimi   (3)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Eva und Mr. Robinson

Lucy Irvine
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.10.1989
ISBN 9783453022591
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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111 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Die Wolkenfischerin

Claudia Winter
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485734
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Wolkenfischerin – ein interessanter Titel! Und kein Teaser auf der Rückseite, sondern ein persönlicher Gruß der Autorin. Es gibt schon gleich im ersten Eindruck Hinweise darauf, dass dieses Buch ein bisschen anders ist als die meisten Sommerbücher. Vorweg: Dieses Versprechen wird gehalten.


Dabei ist die Geschichte eigentlich simpel: Eine erfolgreiche Journalistin muss widerwillig in die Heimat zurückkehren und findet dort sich selber. Und natürlich die Liebe. Das wär‘s dann auch schon. Aber dieses Buch hier hat etwas durch und durch Liebevolles, Interessantes, Unerwartetes und hebt sich damit ab.


Es dauert, bis man den Titel versteht und auch die Geschichte der Protagonisten deckt sich nur langsam auf, auch wenn man durchaus erfolgreich miträtseln kann. Das Ergebnis ist nicht spektakulär, aber gut gemacht. Nicht in letzter Konsequenz ist jedes Detail nachvollziehbar, aber kleine Schwächen in der Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte vergibt man der Autorin gerne. Warum? Weil sie ein Talent zum Erzählen hat, eine kreative und malerische Metapher nach der anderen abfeuert und so schreibt, dass man sich beim Lesen nicht langweilt, sondern auch noch etwas lernt.


Natürlich kommt der Schauplatz Bretagne nicht zu kurz, das Flair ist gut in Szene gesetzt, wenn auch ein bisschen fimhaft-zuckrig. Man merkt, dass die die Autorin Spaß am Schreiben dieses Buches hatte. Alle Figuren, selbst die Nebenrollen, sind mit Liebe zum Außergewöhnlichen gezeichnet, hier wirkt nichts gepfuscht und gehuscht. Ein Buch, das man sehr gerne immer wieder lesen und auch seiner besten Freundin wärmstens empfehlen kann.

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Tags: bretagne, familie, frankreich, liebe, sommer   (5)
 

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

afrika, caroline vermalle, eine blume für die königin, entdeckerroman, forschungsreisen, francis masson, gärtner, historischer roman, history, james cook, königin, orange blume, orangenblüte, pflanzen, pflanzenjäger

Eine Blume für die Königin

Caroline Vermalle , Ryan von Ruben , Gabi Reichart-Schmitz
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.07.2014
ISBN 9783404168927
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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(44)

96 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Die Honigtöchter

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734102776
Genre: Romane

Rezension:

Wie schmeckt eigentlich Honig? Das ist eine Frage, die man nicht beantworten kann. Süß trifft es nicht immer, aromatisch ist zu undefiniert. Es kommt auch darauf an, um welchen Honig es sich handelt. Lavendelhonig? Rosmarinhonig? Oder doch Eukalyptus? Im Grunde ist Honig ein Spiegel des Lebens, man weiß nicht genau, wie es eigentlich schmeckt und Zucker ist ja auch nicht gleich Zucker. Genau das zeigt Cristina Caboni ihren Leserinnen in diesem Roman.


Angelica Senes ist Wanderimkerin und hat eine besondere Gabe in ihrem Umgang mit Bienen. Aber glücklich ist sie in Südfrankreich trotzdem nicht, was sie sich selber nicht erklären kann. Um ihre eigenen Wurzeln zu finden und jene Lücke zu füllen, die sich in ihrer Jugend aufgetan hat, fährt sie zurück in ihre Heimat Sardinien. Denn dort hat sie das Haus ihrer Ziehmutter Jaja geerbt, die ihr alles über die Bienen und das Leben beibrachte. Vor Ort trifft sie nicht nur die Menschen wieder, die in ihrem Leben einst eine Rolle gespielt haben, sondern lüftet auch so manches Geheimnis der Dorfgemeinschaft und entdeckt, dass sie selber betroffen ist. Ein Touristendorf soll auf Sardinien gebaut werden und dahinter steckt ausgerechnet ihre Jugendliebe Nicola.


Cristina Caboni legt hier einen ganz zarten Roman vor, der eine Insel in Worte fasst. Was sie bewegt, welche Mythen sich erzählt werden, welchen Stellenwert Natur dort hat. Ihre Sprache lebt von Andeutungen und romantischen Bildern, immer stehen Gefühle im Mittelpunkt. Dabei muss sie das Problem bewältigen, dass die Geschichte viel will, aber eben auch in Andeutungen bisweilen untergeht. Streckenweise leidet auch die Spannung, während der Leser dieselbe Entwicklungsgeschichte bewältigen muss wie die Protagonistin. Viele Figuren tauchen auf und bringen ihre eigenen Geschichten mit, manchmal kann man den Überblick ein bisschen verlieren. Aber immer ist das Herz dabei und wird natürlich am Ende nach einigen Verwirrungen belohnt. Keine großartige Geschichte also, aber ein schönes Porträt Sardiniens und eine Hommage an die Welt der Bienen.

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Tags: familie, italien, liebe, meer   (4)
 

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60 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

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Dunkles Arles

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 22.05.2018
ISBN 9783832198756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dunkles Arles. Das ist eigentlich ein Oxymoron. Denn Arles ist hell, ist Südfrankreich, ist Sommer. Dass jedoch hinter jeder Fassade etwas unerwartetes lauern kann, beweist dieser Krimi.

Schon die Idee weckt Interesse: Der Capitaine und seine Geliebte bei einem heimlichen Wochenende in Arles. Dann werden beide Zeugen eines Mordes und müssen nicht nur deswegen feststellen, dass sie selber bald Gejagte sind. Dabei führen die Spuren tief in die Sümpfe der (süd)französischen Politik.


Die Figuren sind bekannt und markant, auch wenn ihnen eine Spur Tiefsinnigkeit und Unergründlichkeit fehlt. Rademacher setzt auf plakative Charaktere, auf bullige Schläger und nervtötende Lehrer, auf kühle Frauen der sogenannten Neuen Rechten, auf die Femme Fatale Aveline. Sie alle haben ihre Funktion, um die Geschichte zu erzählen, hinterlassen aber einen Geschmack des Schon-einmal-Gesehenen.


Rademacher kann Action. Die ganzen 350 Seiten sind pure Action, von Beginn bis zum Ende. Das ist ziemlich dick aufgetragen und in der Gesamtschau muss man sagen: Ein bisschen zu dick. Wenn permanent Spannung herrscht, eine Verfolgungsjagd auf die nächste folgt, stellt sich eine Leseroutine ein, die gerade jene Spannung komplett neutralisiert. Momente der Reflexion, um mal eine Idee davon zu bekommen, wie alles enden könnte? Fehlanzeige. Dafür ist schon ziemlich zu Beginn klar, worum es in dem Roman geht, es gibt keinerlei Wendungen oder neue Impulse. Stattdessen stellt man sich die Frage, warum genau der Capitaine nur zwei Tage hat, um alles aufzuklären und dauernd die Uhr heruntertickt.


Regionalkrimis zeichnen sich durch ihren Charme aus, den Handlungsort schmackhaft zu machen. Dass Rademacher einen guten Blick nicht nur für die Schönheiten der Provence hat, sondern auch für ihre dunklen Seiten, zeigt auch dieser Krimi eindrucksvoll. Man befindet sich die ganze Zeit in Arles, hat aber seltsamerweise kein Bedürfnis nach Urlaub und Erholung. Eine interessante Mischung, die diesen Krimi von seinen anderen Büchern und denen anderer Autoren abhebt. Das jedoch führt zu der Frage, was denn überhaupt reizvoll an diesem Krimi ist, wenn nicht die Konstruktion, die Figuren und der Schauplatz.


Es könnte die Durchschnittlichkeit des Ganzen sein. Keine Ecken und Kanten, aber auch keine Ausfälle. Bekannte Figuren, die sich nicht weiterentwickeln. Eine Story, die Aktuelles aufgreift, aber dem keinen diskursrelevanten Überbau liefert. Es ist alles irgendwie nett an diesem Buch. Ein Kaugummi, den man seit Stunden kaut, obwohl der Geschmack raus ist, aber -hey- es ist trotzdem noch Kaugummi, besser als nichts. Ich hätte mir ein bisschen mehr von allem gewünscht. Mehr Schauplatz, mehr Charakter, mehr Story. So bleibt von diesem Buch nur ein nettes Wiedersehen mit Blanc und Kollegen gewesen zu sein.

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Tags: frankreich, krimi   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Tellmuschelfischer

Nadine Roux
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei epubli, 03.05.2018
ISBN 9783746721378
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: frankreich   (1)
 

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Paris ist immer eine gute Idee

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 07.12.2015
ISBN 9783492302470
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Autorin, die hinter dem Pseudonym Nicolas Barreau steckt, liebt Paris. Das muss man anerkennen. Sie hat die Gabe, die Stadt liebevoll zu inszenieren. Und das ist doch das Wichtigste: Man will sich als Leser nach Paris träumen. Das alte Paris, das romantische Paris. Realitätsfern, klar. Aber ziemlich schön.


Die Geschichte ist nett: Rosalie hat eine kleine Papeterie und illustriert ein Kinderbuch. Alles läuft super, bis sie des Plagiats beschuldigt wird. Nur langsam wird klar, dass dahinter mehr steckt als eine haltlose Anschuldigung. Natürlich gibt es zwei, die sich verlieben. Natürlich haben wir es mit einer Familiengeschichte zu tun. All das haben wir schon hundertmal gelesen. Warum diesmal? Wegen Paris. Wegen der Seichtigkeit, die das Buch verspricht, für ein paar Stunden in der Bahn oder vor dem Einschlafen.


Das Ziel ist erreicht. Die Sprache ist leicht, die Handlung seicht. Trotzdem hat alles seinen Charme. Dummerweise wünscht man sich dennoch etwas mehr Originalität. Wie alles endet weiß man ab der Hälfte, die Hinweise sind einfach zu banal eingestreut. Die Figuren haben Wiedererkennungswert, sind aber nicht von großem Interesse. Ein bisschen schade ist das, wenn man das Buch nicht nur an sich vorbeiplätschern lassen möchte, sondern echtes Interesse aufbringen soll und spannende Einsichten und Ansichten von Paris möchte. Man muss es also mögen, diesen guten Durchschnitt.

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Tags: familie, frankreich, liebe, paris   (4)
 

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1913

Florian Illies
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 19.02.2015
ISBN 9783596520534
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: geschichte   (1)
 

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Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Weder Fisch noch Fleisch, sondern ein bisschen buntes Gemüse ist es, was uns Antoine Laurain hier auftischt. Nett angerichtet, schmeckt ganz ok. Aber braucht man nicht wieder essen. So geht es einem mit dem Buch. Ein paar nette Ideen nicht ohne Charme, eine Geschichte mit Potential. Die dann aber dann nicht hält, was sie verspricht.


Dreißig Jahre zu spät trudelt eine Einladung der Plattenfirma ein, die Alains Band so ersehnt hatte. Aber es kam damals alles anders: Kein Brief, Auflösung der Band. Die Mitglieder gingen ihrer Wege. Nicht wenige haben es zu Berühmtheit geschafft, jeder ist auf seine Weise exzentrisch. Alain spürt die Mitglieder auf, auf der Suche nach dem Tape, das sie damals einschickten. Man kann bei der Geschichte zurecht erwarten, dass irgendetwas Großartiges passiert, dass eine explosive Mischung aus Wiedersehen der ganzen Gruppe und dem Zauber der Musik entsteht.


Allzu oft aber verliert der Autor die Fäden, verrennt sich in Details, die bisweilen zwar charmant und kreativ sind, aber Längen ausweisen und weit weg von einem roten Faden führt. Pulsierende Musik? Fehlanzeige. Große Gefühle? Fehlanzeige. Jeder betrügt jeden und nimmt es hin, dass das Leben ein Schweinehund ist. Heilung gibt es nur für einen einzigen: JBM, der eine ganz erstaunliche Karriere hinlegt, mit noch erstaunlicheren Menschen um sich herum.


Lesefreude bereiten die kleinen Wendungen und die außergewöhnlichen Ideen, zu denen der Autor manchmal fähig ist. Die Freude steckt in den kleinen Dingen, nicht im großen Ganzen. Das präsentiert sich unausgegoren und seicht, eine Botschaft fehlt, zum Denken wird nicht angeregt. Es hätte dem Buch besser getan, wenn Antoine Laurain seine Geschichte als Ganzes aufgebaut hätte, nicht in unzusammenhängenden Episoden. Echt schade.

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Tags: frankreich, musik   (2)
 

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Das korsische Begräbnis

Vitu Falconi
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521700
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Korsika verbindet man Sonne, eine wilde Landschaft und die Mafia – in den vergangenen Jahrzehnten tauchte die Insel vor allem mit Anschlägen und kriminellen Verstrickungen in den Medien auf. Ein perfektes Pflaster für einen Regionalkrimi. Zum Glück haben Vitu Falconi und sein Verlag dieses Revier für den deutschen Markt entdeckt und ein gelungenes Debüt der Reihe vorgelegt. Man kann es so sagen: Vitu Falconi hat Korsika auf die Karte der Unterhaltungsliteratur gesetzt.


Korsika gerecht werden, das ist nicht einfach. So liegt es nahe, dass man dieser unkonventionelle Insel auch unkonventionell begegnet: Der Leser entdeckt das Geschehen nicht aus der Sicht eines Kommissars, sondern vor allem aus der von Täter und Opfer, bis nicht mehr klar ist, wer eigentlich was genau ist. Er ist also dabei, als das Geschehen noch seinen Lauf nimmt, nicht erst hinterher in der Rekonstruktion. Das und die prägnante Zeichnung seiner Figuren machen diesen Krimi zu etwas Besonderem.


Dabei bleibt es nicht bei kleinen Scharmützeln und klaren Motiven, immerhin sind wir hier auf Korsika. Nein, hier geht es um die ganz großen Themen. Um das archaische Europa, das im Widerspruch zur Moderne steht. Um Familie und Fehde, um Politik. Und immer wieder auch um etwas Mystisches, dem mit schnöder Logik nicht begegnet werden kann. Das mutet seltsam an, wird vom Autor aber authentisch und klug eingesetzt. An mancher Stelle kann man sich fragen, ob er seinem Krimi nicht zu viele Themen zumutet, die wie im normalen Leben immer mal wieder anklingen – Migration, Korruption, Abspaltungsgedanken – aber immer schafft es Vitu Falconi, das Geflecht nicht zu überlasten und auch nicht zu werten.


Und was ist jetzt mit Korsika? Ein schöner Urlaubskrimi mit tollen Landschaftsszenen? Es gibt sie, die Landschaftsszenen, man kann sich die Insel gut vorstellen, auch wenn man noch nie dort gewesen ist. Aber Vitu Falconi ist kein zweiter Bannalec, das Talent liegt nicht ganz darin, Korsika schön in Szene zu setzen. Und ein Urlaubskrimi ist es auch nicht, wenn man mit Blut und Gewalt nicht umgehen kann, denn die Brutalität erschreckt an so mancher Stelle bewusst. Aber ein rundes Bild von einer faszinierenden Insel entsteht trotzdem und lässt als Gesamtpaket auf eine gelungene Reihe hoffen.  

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Tags: frankreich, gewalt, korsika, krimi   (4)
 

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Pompeji

Robert Harris , Christel Wiemken
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.03.2009
ISBN 9783453406957
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wenn man den Titel eines Buches liest, hat man optimalerweise schon gleich eine Idee, worum es geht. Aber eine Handlung in ein einziges Wort zu packen, ist schon sehr schwer. Robert Harris ist es gelungen und das ist – man muss es sagen – leider kein Zauberstück, denn die Menschheitsgeschichte hilft ihm dabei gewaltig. Pompeji. Ein antikes Dante‘s Peak, ein Film in unserem Kopf, den Roland Emmerich nicht dramatischer hätte gestalten können. Trotzdem ist die Zeit der Römer irgendwie ungreifbar, so ganz ohne Fotos und vor allem so lange her… Zum Glück gibt es Robert Harris.


Der Autor beginnt seinen Roman ganz gemächlich mit der Geschichte der versiegten Aqua Augusta und der Suche nach dem Leck. Die Sympathie wird gelenkt auf den jungen Aquaris Attilius und auf die Tochter des bösen Ampliatus. Wer gut und wer böse ist, ist hier kein Rätsel. Dafür bietet die Kürze des Romans auch wenig Raum: Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt und im Mittelpunkt stehen nicht die Figuren, sondern das große Ganze, die Lebensumstände im Römischen Reich, die Intrigen, die Errungenschaften. All das vor der drohenden Kulisse des Vesuv.


Hervorragend gelungen ist es dem Autor, die Welt der Römer vor den Augen der Leser auferstehen zu lassen, plastisch zu machen. Allein das muss für Robert Harris eine große Herausforderung gewesen sein, denn die Ereignisse um Pompeji liegen Jahrtausende zurück, die Gesellschaft, die Werte – alles anders als heute. Mit einem Blick für interessante Details gelingt ihm dies authentisch und spannend und tröstet darüber hinweg, dass die eigentliche Geschichte wenig raffiniert und spannend ist.


Man merkt dem Buch die Leidenschaft für die Antike an, ebenso die Bemühungen, Erkenntnisse aus der Vulkanforschung verständlich wiederzugeben und mit Leben zu füllen. Dass das Buch längst ein Spielfilm hätte sein sollen, merkt man ihm an. Hollywoodesk reihen sich Actionszenen aneinander, die Figuren handeln genauso, wie die Filmbranche es sich wünscht. Das ist ein bisschen schade, hindert einen aber nicht an einem interessanten Leseerlebnis.

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Tags: antike, italien, katastrophe   (3)
 

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Bretonischer Stolz

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462049275
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein verschwundener Toter und einer, der keinen Tag später in den bretonischen "Bergen" (eher Hügel) gefunden wird. Natürlich eine Gemeinde, die betroffen ist, die aber auch ein Geheimnis hat, das sie hütet wie zwischen den Schalen einer Auster. Denn um Austern geht es in diesem Buch. Wer hätte gedacht, dass diese Tierchen - für manche nur eine Delikatesse - konzentrierte bretonische Seele sind? Und sie sind bedroht: von dunklen Geschäften genauso wie von einem Virus, das sich den Atlantik hochschleicht. Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Sandraub. Man merkt schon: Die Bretagne droht auseinanderzubrechen und nur Georges Dupin kann alles aufklären.

Der Autor hat mit dem vierten Fall von Kommissar Dupin sein bisher bestes Buch vorgelegt, was das Einfangen der bretonischen Seele angeht, wie auch bezüglich der auftretenden Figuren. Sie sind originell wie Madame Bandol, eine gealterte Filmdiva, von der man die ganze Zeit denkt, dass sie etwas mit dem Fall zu tun haben könnte, bis hin zu den Inspektoren Kadeg und Riwal, die noch nie so ausgefeilt waren. Die Schwächen der ersten Bücher werden klar ausgemerzt und der Leser findet sich auch an mancher Stelle lachend vor. Der Witz ist fein und immer sehr bretonisch-originell. 

Jean-Luc Bannalec hat offenbar vor, mit seiner Dupin-Reihe eine ganz eigene bretonische Enzyklopädie zu schaffen. Nach der Künstlerkolonie um Pont-Aven, dem besonderen Leben der Inselbewohner und dem Salz kümmert er sich nun um Austern und den Sand. Da die Bretagne so vielfältig ist, sind noch so einige Themen offen. Ich zweifle nicht daran, dass der Autor sich ihrer mit dem gleichen Elan, der Freude am Fabulieren und dem Appetit auf bretonischen Lebensgenuss widmen wird. 

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