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29 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, heyne, jenny milewski, japa, horror

Angstmädchen

Jenny Milewski , Maximilian Stadler
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453438804
Genre: Krimi und Thriller

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94 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

amnesie, thriller, psychothriller, mordanschlag, berlin

Das Gesicht meines Mörders

Sophie Kendrick
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.12.2016
ISBN 9783499272738
Genre: Krimi und Thriller

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55 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

historischer roman, historisc, londo, england

Das Haus in der Nebelgasse

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453358850
Genre: Historische Romane

Rezension:

Schreibstil


"Das Haus in der Nebelgasse" war mein erstes Buch von Susanne Goga, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte, Da ich im letzten Jahr meine Leidenschaft für Romane, die um 1900 spielen, entdeckt habe, stand fest, dass ich dieses Buch hier unbedingt lesen muss.

Susanne Goga hat in ihr Werk sehr viel Recherchearbeit gesteckt. Atmosphärisch erzählt sie hier eine Geschichte über eine Lehrerin, die sich auf "Schatzsuche" begibt und präsentiert hierbei noch viele interessante Fakten wie den Tod von Oscar Wilde oder aber den Krieg, den England damals in Afrika hatte austragen müssen.

Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr gut, auch wenn in "Das Haus in der Nebelgasse" einige Längen vorhanden sind, die sie krampfhaft mit verschiedenen Gesprächen, die oft den gleichen Inhalt haben, zu füllen versucht. Die Hauptgeschichte um Laura und das Rätsel ihrer Familie fand ich gut ausgearbeitet, aber hier bot sich streckenweise leider ein winziges Problem, die Geschichte fließend voranzutreiben. Darauf werde ich aber später noch einmal eingehen! 

Charaktere

- Matilda -

Matilda ist eigentlich Lehrerin an einer reinen Mädchenschule, mutiert in diesem Buch aber zu einer Art Abenteurerin, als ihre Lieblingsschülerin nach den Ferien nicht mehr in der Schule auftaucht und sie eine sonderbare Karte von ihr bekommt. Sie begibt sich auf Schnitzeljagd und löst dabei das Rätsel um eine Familientragödie, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm.
Mir hat Matilda ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist eine Frau, die selbst ihr Köpfchen anstrengt und im Stillen schon lange die Unterdrückung der Frauen kritisiert. Nach außen hin muss sie zwar ihre Haltung wahren, doch im Inneren ist sie eine starke Persönlichkeit, die stets ihren eigenen Vorstellungen folgt. 

Ich habe Matilda schnell in mein Herz geschlossen und hatte viel Freude, mit ihr zusammen auf Schnitzeljagd zu gehen. Da die Autorin die Zeitepoche perfekt eingefangen hat, kann ich sagen, dass ich mich in der vergangenen Woche komplett im alten London aufgehalten und ganz nebenbei so einige interessante Fakten präsentiert bekommen habe.

Mein Meinung

Ich liebe Bücher, die einen komplett in eine andere Zeit versetzen und die einen so tief in sich abtauchen lassen, dass man die Ungerechtigkeit des damaligen Lebens am eigenen Leib spürt und mit allen Charakteren mitfühlen kann. So erging es mit mit "Das Haus in der Nebelgasse". Das Buch hat mich von der ersten Seite an in sich abtauchen lassen und mich magisch in den Bann gezogen, obwohl die Geschichte, die hier erzählt wird, sehr ruhig ist und beinahe ohne große Spannungsmomente auskommt.

Besonders toll fand ich die Charaktere. Neben Matilda habe ich auch die sehr direkte Mrs. Westlake in mein Herz geschlossen, die selbst Groschenromane schreibt und bei mir immer wieder für einen gewissen Witz gesorgt hat. Matilda trifft im Laufe der Geschichte auf viele Personen. Zwar fand ich einige zu unwichtig und viel zu kurz eingebunden (wie beispielsweise den Antiquitätenhändler!), aber dennoch schafft es die Autorin, allen Charakteren Leben einzuhauchen und dem Leser nebenbei noch viel Wissen zu vermitteln.

"Das Haus in der Nebelgasse" spielt komplett im Jahr 1900, wenn auch die eigentliche Tragödie schon im Mittelalter ihren Lauf nimmt. Nach und nach wird offenbart, was dort passiert ist und wie sich das auf die Gegenwart und besonders auf Lauras Leben auswirkt. Interessant fand ich doch die Themen, die Susanne Goga hier anspricht. Zum einen haben wir wieder einmal die Unterdrückung der Frauen in England Anfang des 20. Jahrhunderts und dann eine sehr dunkle Zeit im 17. Jahrhundert. Interessant fand ich die Geschichte, die nach und nach aufgedeckt wird, auch wenn ich als Leser noch das Bedürfnis hatte, noch viel mehr über Katie zu erfahren.

Nun muss ich noch zu einer kleinen Kritik kommen. Wie bereits angesprochen besitzt das Buch einige Längen. Matilda trifft sehr viele Personen und bei vielen gibt es kaum neue Erkenntnisse. Besonders zu Beginn tritt sie doch sehr oft auf der Stelle, während ihr zum Ende hin doch der Zufall in die Hände spielt. Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich auf der Stelle bewegen, konnte sie mich doch letztendlich begeistern. Sie ist zwar sehr geradlinig und weißt nur wenige Überraschungen auf, doch dennoch fesseln die tollen Charaktere und die Atmosphäre, die mich völlig in diese Zeitepoche versetzen konnte!

Fazit

"Das Haus in der Nebelgasse" ist ein gut recherchierter Roman mit liebenswerten Charakteren und einer tollen Atmosphäre! Auch wenn das Buch ein paar Längen besitzt, empfehle ich es gerne weiter und weiß schon jetzt, dass es mich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!

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Tags: historisc, londo   (2)
 

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1.023 Bibliotheken, 33 Leser, 2 Gruppen, 203 Rezensionen

dystopie, flawed, jugendbuch, cecelia ahern, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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68 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, mystery, das tote mädchen, jugendbuch, spannung

Das tote Mädchen

Steven James , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.01.2017
ISBN 9783570310076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Mysteriöse Bücher für Jugendliche reizen mich immer wieder. Kein Wunder also, dass ich "Das tote Mädchen" von Steven James unbedingt lesen musste. Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. "Das tote Mädchen" ist hierbei in erster Linie ein Jugendkrimi, der zum Miträtseln einlädt.


Interessant fand ich hier in erster Linie, dass das Buch aus der Sicht eines Jungen geschrieben ist, der mit dem toten Mädchen offensichtlich nichts zu tun hatte. Daniel kannte Emily kaum und dennoch erscheint sie ihm, als eine Art Geist. Ob es in dieser Geschichte tatsächlich um Geister geht, lasse ich in meiner Rezension hier offen, aber ich kann verraten, dass der Autor eine tolle Mischung zwischen Wahn und Realität geschaffen hat. Irgendwann, im Laufe des Buches, kommt der Leser zusammen mit dem Protagonisten an den Punkt, an dem er selbst an sich zweifeln muss. 


Steve James Schreibstil ist sehr jugendlich. Neben der Mysterygeschichte in diesem Buch beschreibt der Autor auch noch das normale Highshool-Leben eines Teenagers zwischen Football, erster Liebe und Freunden. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen und ich denke, dass sich besonders jüngere Leser in diesem Buch sehr wohl fühlen werden!


Charaktere


- Daniel -


Unser Protagonist ist ein normaler Teenie. Er spielt Football, hat einen tollen besten Freund und ist total verschossen in ein neues Mädchen an seiner Schule. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er vor Emilys Sarg steht und diese sich bewegt und zu ihm spricht. Natürlich glaubt ihm erst einmal niemand, doch Daniel beginnt Nachforschungen anzustellen und begibt sich und seine Freunde damit selbst in Gefahr.


Ich mochte Daniel. Er ist ein sympathischer Junge, genau wie all die Nebencharaktere. Zwar ist "Das tote Mädchen" kein Buch, das einem die Charaktere besonders nah bringt, doch der Autor hat all seine Personen ausreichend beschrieben, sodass ich mitfiebern konnte!


Meine Meinung


"Das tote Mädchen" ist ein Jugendbuch mit einer Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit. Mit dem Hauptcharakter Daniel begeben wir uns auf die Suche nach der Wahrheit und bekommen wie durch Zauberhand immer neue Hinweise geliefert, an welchen Stellen zu suchen ist. Im ersten Moment fand ich es schade, dass Daniel und Emily sich kaum kannten, denn dadurch wurde ihr Tod zur Nebensache, aber letztendlich muss ich sagen, dass auch dies absolut zur Geschichte passt. Der Leser soll nicht mit der getöteten Emily mitfühlen, denn diese wird überhaupt nicht thematisiert. Sie bleibt ein Phantom, um sich komplett auf die Tätersuche konzentrieren zu können.


Diese Tätersuche nimmt das ganze Buch ein. Daniel bekommt einige Hinweise, die er deuten muss, um auf die richtige Spur zu kommen. Im Laufe der Geschichte werden beinahe alle Charaktere verdächtig und der Leser wird animiert, selbst mitzuermitteln. Ein paar Details waren für mich zwar sehr vorhersehbar, doch dennoch bietet das Buch so einige Überraschungen.


Der Autor schafft es, den Leser selbst zweifeln zu lassen. Kann ich Daniel vertrauen? Verfolge ich gerade die Geschichte eines Mörders? Das Ende kam dann recht schnell, für mich persönlich haben zwar noch einige Erklärungen zum Motiv und Tathergang gefehlt, aber dennoch fand ich das Ende passend. Schade ist nur, dass zum Schluss hin alles in einem zu schnellen Tempo ablief, der meiner Meinung nach nicht zu der sehr ruhigen Atmosphäre des Buches passen wollte. 


Fazit


Auch wenn "Das tote Mädchen" eine sehr ruhige Erzählung ist, weiß der Autor doch, wie er eine mysteriöse Spannung aufbauen kann! Die Geschichte rund um die tote Emily und die Suche nach dem Täter eignet sich perfekt für junge Leser, die gerne miträtseln und mit Daniel gemeinsam dem Geheimnis auf die Spur kommen wollen!

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

alaska, fracking, familie, verfolgung, polarkreis

Lautlose Nacht

Rosamund Lupton , Christine Blum
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423261210
Genre: Romane

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64 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

jason gurley, eleanor, jugendliche, novelle, zeit

Eleanor

Jason Gurley , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317376
Genre: Fantasy

Rezension:

Schreibstil


 Jason Gurley, von dem ich bisher noch nichts gelesen hat, besitzt einen ganz besonderen Schreibstil, den ich in erster Linie als sehr melancholisch bezeichnen würde. Er lässt Bilder im Kopf entstehen, gibt dem Leser zudem aber genug Freiraum, um die Geschichte selbst zu formen. Zwei Drittel des Buches sind hierbei sehr geheimnisvoll gehalten. Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, wohin die Story mich denn nun eigentlich führt, denn "Eleanor" hebt sich deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab.


Obwohl es um die Teenagerin Eleanor geht, wird die Geschichte doch aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. So beginnt das Buch mit dem Prolog der "ersten Eleanor", erstreckt sich dann über eine Tragödie, die sich im Leben der "zweiten Eleanor" abgespielt hat und beleuchtet alles aus vielen Sichten. Die Charakter haben alle ihre Last zu tragen und das ist auch spürbar. Ich muss sagen, dass das Buch definitiv keine fröhliche Fantasygeschichte über eine strahlende Magiewelt ist, vielmehr ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und leise eine Geschichte von Schmerz und Verzweiflung erzählt. Fröhliche und einfach nur glückliche Charaktere wird der Leser in diesem Buch nicht finden, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und "Eleanor" deutlich von anderen Fantasyromanen abhebt!


Charaktere


- Eleanor -


Als Leser erfahren wir in einem Prolog erst einmal die Geschichte von Eleanors Großmutter und Namensgeberin, die plötzlich verschwand. Sie hinterlässt einen Mann und ein Kind namens Agnes. Besagter Agnes begegnen wir viele Jahre später wieder. Sie hat selbst zwei Kinder (Zwillinge) und ist maßlos überfordert. Es passiert eine Tragödie und wir machen noch einmal einen Zeitsprung und die Geschichte rund um Eleanor nimmt seinen Lauf.


Wir lernen Eleanor als Teenagerin kennen und erfahren, dass sie kein einfaches Leben führt. Ihre Eltern haben sich getrennt und die Mutter, Agnes, ertrinkt ihren Kummer seit Jahren im Alkohol. Immer wieder macht sie Eleanor, die bei dem Autounfall den vorderen sicheren Platz hatte, Vorwürfe und das war für mich als Leser kaum auszuhalten. Eleanor ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen, das ihren Schmerz so gut es geht versteckt und deswegen habe ich mich so verbunden mit ihr gefühlt. In erster Linie ist das Buch eine Jugendgeschichte über Schmerz, Verlust und Hoffnung.


- Mea -


Zu Mea kann ich nicht viel sagen. Ihre Abschnitte sind sehr kurz und geheimnisvoll gehalten. Sie sitzt in einer Membran und beobachtet und manipuliert Eleanor anscheinend. Was für ein Wesen Mea ist und wie diese Manipulation aussieht, lasse ich an dieser Stelle offen, denn dies macht den Reiz des Buches aus. Spannend finde ich, dass der Autor auch hier fast das gesamte Buch über viel Interpretationsspielraum lässt!


Gedanken über Mea habe ich mir schon früh gemacht und ich kam der Auflösung tatsächlich sehr nahe. Das Buch ist aber auf keinen Fall vorhersehbar, ganz im Gegenteil. Die Geschichte rund um Mea, die Hüterin und Eleanor ist kreativ und bietet so einige neue Ideen!


Meine Meinung


Von "Eleanor" habe ich gar nicht so viel erwartet. Der Klappentext und auch das Cover stimmten mich auf eine typische Fantasygeschichte ein, in der ein stinknormales Mädchen in eine andere Welt reist und dort einem Geheimnis auf die Spur kommt. Nach den ersten Seite wurde mir allerdings klar, dass dieses Buch ganz anders ist. Besonders die schwermütige Art hat mich in den Bann gezogen, denn dieser Autounfall und die Folgen davon sind im ganzen Buch spürbar.


Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor hätte sich selbst in seiner Geschichte verloren, auf eine positiven Art und Weise! Der Leser bleibt sehr lange im Ungewissen und erlebt mit Eleanor immer wieder seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen. Durch die Abschnitte von Mea und auch "der Hüterin" wird klar, dass da viel mehr hintersteckt und das auch Eleanors Vergangenheit eine tiefe Rolle dabei spielt.


Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst zu Eleanor zu werden. Ich konnte ihren Schmerz spüren, ihre Verzweiflung, aber auch ihrem Mut, das alles irgendwie durchzustehen. In erster Linie würde ich dieses Buch aber weder als Fantasyroman, noch als Jugendbuch bezeichnen. "Eleanor" ist vielmehr ein Roman über das Leben, übers Loslassen, über Schmerz und Verzweiflung. Es geht um die Zeit, die unaufhaltsam alles verschluckt, eine Zeit die scheinbar nicht zu ändern ist und die trotzdem bekämpft wird.


Bildhaft beschreibt der Autor den Schmerz der Erinnerungen. Eleanor taucht immer wieder in die "andere Welt" ein, die aus Fetzen der Vergangenheit besteht. Besonders toll fand ich die Abschnitte der "Hüterin", die ihr Land langsam zerfallen sieht. Die letztendliche Auflösung dahinter hat mir tatsächlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt!


Jason Gurleys Schreibstil hebt sich deutlich von anderen Autoren ab. Er lässt die Geschichte bis zum Ende sehr geheimnisvoll erscheinen und gibt kaum Informationen preis. Ich mag solche Art von Büchern, die einem nicht die ganze Story vorkauen und so konnte ich mit Eleanor zusammen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Bemerkenswert fand ich die sensible Art, die sehr viel Nähe zu jedem Charakter erzeugt, sei es die alkoholkranke Mutter, der Vater, der plötzlich verzweifelt mit anschauen muss, wie etwas mit seiner Tochter geschieht oder aber Eleanors Freund Jack.


Auch das Ende konnte mich überzeugen. Zwar zwingt einem der Autor schon fast in diese Richtung, dennoch gab es doch einige Überraschungen und Momente, die mich sprachlos zurückließen. Einige Tränen habe ich beim Lesen ebenfalls vergossen und ich möchte dieses Buch echt jedem ans Herz legen, der melancholische Geschichten fern des Mainstreams liebt!


Fazit


"Eleanor" ist ein düsteres Buch voller Emotionen und mit vielen Geheimnissen. Es hebt sich eindeutig von anderen Werken dieses Genres ab und ist für mich ein wahres Highlight! Ich hoffe, der Autor bleibt seinem Stil treu und wird noch weitere Bücher dieser Art schreiben!



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Tags: jugendliche, melancholie, zeit   (3)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, entführung, sandrabrown

Sanfte Rache

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband
Erschienen bei Blanvalet, 12.12.2016
ISBN 9783764505622
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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169 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

spence-akademie, höle, indien, mord, fantasy

Der geheime Zirkel I Gemmas Visionen

Libba Bray , Ingrid Weixelbaumer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423716833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Von der Reihe um "Der geheime Zirkel" habe ich vor kurzem durch Instagram gehört. Da ich Magiegeschichten liebe und sich hier besonders die Zeitepoche interessant anhörte, habe ich mir den ersten Band spontan bestellt und es nicht bereut.


Zu Beginn der Geschichte wurde ich nach Indien katapultiert und lernte die nichtsahnende Gemma kennen, die mir sofort sympathisch vorkam. Nach diesem Prolog reist der Leser nach England an ein Internat für Mädchen und erfährt dort, wie der geheime Zirkel zustande kommt.


Libba Bray hat die Zeit sehr gut eingefangen. Ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit sehr gerne Geschichten lese, die um 1900 herum spielen. Die Verbindung mit der Magiewelt und dem Erlernen magischer Fähigkeiten hat mir hier sehr gut gefallen.


Der Schreibstil der Autorin kam zwar manchmal etwas holprig rüber, aber dennoch konnte ich gut in die Geschichte eintauchen, die nicht nur originell, sondern auch unendlich spannend ist!


Charaktere


- Gemma -


Im Fokus der Geschichte steht Gemma, die zu Beginn ihre Mutter verliert. Die beiden sind im Streit auseinander gegangen und Gemma, die eine Vision vom Tod ihrer Mutter hatte, macht sich Schuldvorwürfe.


Sie beginnt ein neues Leben auf einem Internat. Sie hat sich all die Jahre gewünscht, endlich Teil der Londoner Gesellschaft zu sein, doch nach ihrer Ankunft stellt sie fest, wie ernüchternd das Leben in England für Frauen in diesem Zeitalter doch ist. In erster Linie werden die Mädchen im Internat auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet - und darauf, wie sie den besten Mann bekommen ... 


Gemma mochte ich sofort, auch wenn sie ein wenig differenziert wirkt. Sie hat von Anfang an Visionen, die sie nicht in den Griff bekommt, muss sich aber gleichzeitig auch an das neue Leben anpassen. Sie ist ein sehr freiheitsliebender Mensch, der sich nichts gefallen lässt. Das hat mir besonders gut an ihr gefallen!


- Ann - 


Ann ist ein Waisenmädchen und wird zu Gemmas Zimmergenossin. Obwohl Ann nur eine Nebenrolle einnimmt, so habe ich sie doch in mein Herz geschlossen, denn sie ist leider alles andere als schön und wird deswegen als Heiratsunfähig angesehen und von allen verachtet. Ihren Schmerz konnte ich verstehen und ich war froh, dass Ann später zu einem Teil des geheimen Zirkels wird und echte Freunde findet!


- Felicity & Pippa - 


Felicity und Pippa sind zwei Freundinnen, die sich ganz dem Motto "Grazie, Charme und Schönheit" verschrieben haben. Sie halten sich für was Besseres und spielen Ann üble Streiche. Im Laufe der Geschichte ändern die beiden sich ein wenig. Es wird deutlich, dass Pippa nur die Mitläuferin ist und das Felicity sich selbst als machtvollste Person ansieht. Wie das zu dem "geheimen Zirkel" passt, verrate ich an dieser Stelle nicht!

Meine Meinung


Bücher über Magie finde ich ungemein interessant. Ein wenig ähnelt "Der geheime Zirkel" dem Film "Der Hexenclub", doch das Buch spielt logischerweise in einer ganz anderen Zeit. Wir reisen mit Gemma zusammen ins Jahr 1895 nach England, eine Zeit, in der Frauen unterdrückt wurden und nichts als ein Leben als Gattin und Hausfrau zu erwarten hatten. Diese Schattenseiten werden auch in diesem Buch deutlich und ich fand es mal wieder spannend, in diese Zeitepoche einzutauchen.


Obwohl der Schreibstil manchmal etwas gekünstelt rüberkommt, was aber auch an der Übersetzung liegen kann, konnte ich fast vollständig in die Geschichte eintauchen. Mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa hat die Autorin vier unterschiedliche Charaktere geschaffen, die irgendwann zusammenfinden und den im Klappentext erwähnten "Zirkel" gründen. Alles fängt recht harmlos an, doch Gemma merkt schnell, dass ihre Visionen etwas zu bedeuten haben.


Mich konnte der erste Teil der Reihe schon nach den ersten Seiten in den Bann ziehen, ich muss jedoch gestehen, dass für mich noch ein wenig Luft nach oben ist. Das gibt den Folgebänden allerdings die Chance, sich noch zu steigern. Die Geschichte rund um die vier Mädchen, die Magiewelt und der Vergangenheit, die sich nach und nach mit der Gegenwart mischt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es gibt einige Überraschungen und ein Ende, das definitiv Lust auf den zweiten Teil macht!


Fazit


Der erste Teil von "Der geheime Zirkel" hat mich sofort in den Bann gezogen. Trotz einiger Schwächen im Schreibstil habe ich mich als Teil des Zirkels gefühlt und bin froh, mich mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa in dieses Abenteuer gestürzt zu haben. Ich freue mich auf den zweiten Teil!


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2.276 Bibliotheken, 40 Leser, 0 Gruppen, 219 Rezensionen

obsidian, liebe, lux, fantasy, jugendbuch

Obsidian - Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.04.2016
ISBN 9783551315199
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


"Obsidian" von Jennifer L. Armentrout ist ein Buch, das im letzten Jahr extrem gehypt wurde. Immer wieder habe ich überschwängliche Lobrezensionen über die Reihe gelesen, doch ich habe mich nie herangetastet. Jetzt, zum Jahreswechsel hat mich der erste Band begleitet und ich muss sagen, dass ich maßlos enttäuscht wurde. Es ist wieder einmal ein Hype, den ich nicht verstehen werde!


Jennifer L. Armentrouts Schreibstil ist meiner Meinung nach nicht Besonderes. Er hat nichts Eigenes, keinen Wiedererkennungswert und war für mich eine Spur zu oberflächlich. Schreiben kann sie, allerdings wirkt das alles wie ein Baukasten, was vielleicht aber auch an der Übersetzung und/oder Lektorat liegt.


Insgesamt war das Buch recht einfach zu lesen, doch mir fehlte die Nähe zu den Charakteren, eine mutige und kreative Geschichte und letztendlich auch Spannung und das Gefühl des Mitfieberns.


Charaktere


- Katy -


Katy war für mich zu Beginn eigentlich eine angenehme Protagonistin. Als Bloggerin muss man sie wohl einfach sympatisch finden, doch im Laufe des Buches konnte ich ihre Gedanken und ihre ganze Art nicht mehr verstehen. Ihre Buchliebe wird auch nie direkt thematisiert, geschweige denn, dass sie einen echten Charakter bekam. Auf mich wirkte sie vollständig auf Daemon Black fixiert und deswegen teilweise recht eindimensional. Ich hätte mir gewünscht, mehr über sie zu erfahren und eine Entwicklung mitzuerleben.


- Daemon -


Dann haben wir Daemon, den sonderbaren Nachbarn von Katy, der natürlich irgendein übernatürliche Wesen sein muss. (Twilight lässt grüßen!) Ob es sich hier um einen Vampir, einen Werwolf oder etwas anderes handelt, lasse ich offen. 


Daemon als Charakter hat mir leider überhaupt nicht zugesagt, da er als typischer Bad Boy dargestellt wird. Was Katy an ihm findet (außer seinem tollen Aussehen), kann ich schlecht sagen, denn von ihm erfährt man leider nicht sonderlich viel.


Meine Meinung


Wenn das erste Buch im neuen Jahr ein Flop ist, kann das Jahr nur besser werden, besagt ein altes Sprichwort. Also, das hoffe ich zumindest, denn mit "Obsidian" hatte ich jetzt wirklich einen riesigen Reinfall. Vom Schreibstil ist der Reihenauftakt recht angenehm zu lesen, doch es fehlte meiner Meinung an einer Seele. Das Buch wirkte auf mich wie ein Bausatz aller bekannten Bestseller-Bücher ... Wir haben da Twilight und diese bedingungslose Liebe zwischen einem Menschenmädchen und einem Wesen, dann ist da diese typische "Bad Boy trifft freches Mädchen"- Geschichte, die für mich leider überhaupt nicht originell war.


Die erste Hälfe des Buches nutzt die Autorin um eine recht klischeehafte Geschichte rund um ein Mädchen, das in eine neue Gegend zieht, aufzubauen. Katy trifft auf Daemon, ihren Nachbarn und findet ihn gleichzeitig unwiderstehlich und einfach nur abstoßend. Wie das gehen soll? In "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" fand ich das alles noch nachvollziehbar und sogar süß, doch in "Obsidian" hat mich das alles nur noch genervt. (Okay, Edward in "Twilight" wollte Bella ja eigentlich auch nicht an sich ranlassen!)


Schade fand ich zudem, dass alle Randfiguren recht unwichtig zu sein scheinen. Da haben wir zum Beispiel Daemons Schwester Dee, die urplötzlich Katys beste Freundin wird. Wer Dee nun aber wirklich ist, erfährt der Leser nicht, denn sie bleibt blass und eindimensional und ist einfach nur Daemons Schwester und Katys Freundin.


Ich weiß, wie viele Leute dieses Buch bis in den Himmel loben, doch mich konnte es nicht erreichen. Unzählige Male war ich kurz davor, es einfach abzubrechen, doch dann habe ich mich doch noch gezwungen, durchzuhalten, weil ich unbedingt wissen wollte, was so gut an dieser Reihe sein soll. Leider konnte mich die Auflösung zu Deamon auch nicht recht überzeugen, denn von allen "paranormalen" Wesen musste die Autorin gerade das nehmen, das ich in Büchern selten mag. (Es gibt aber auch hier Ausnahmen, aber ich kann keine Bücher nennen aufgrund von Spoilern!)


Fazit


An und für sich ist die Idee hinter Daemon und Dee letztendlich nicht schlecht und auch Katy und Daemons Geschichte hätte fesselnd erzählt werden können, doch durch diese vielen Klischees blieb der Autorin kein Platz mehr für etwas Eigenes! Mich konnte das Buch daher nicht erreichen und ich werde auch die Folgebände nicht lesen. Wenigstens weiß ich jetzt, dass Hypes einfach nichts für mich sind!

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

wahnsinn, horror, familiendrama, sea oaks, herrensitz

Zeit des Grauens

John Saul , Hartmut Huff
Flexibler Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2007
ISBN 9783453771802
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


"Zeit des Grauens" hat mich über Weihnachten begleitet und war damit mein drittes Buch von diesem älteren Autoren, der seit Jahren keine Bücher mehr herausbringt. Auf der Suche nach guten Horrorromane bleibe ich immer wieder bei John Saul, Stephen King und Dean Koontz hängen, da ich bei zeitgenössischen Romanen dieses Genres oft das Gefühl habe, das wenig Platz für die Atmosphäre geschaffen wird.


"Zeit des Grauens" wurde erstmals 1988 veröffentlicht. Dieses Alter ist dem Buch anzumerken. Es ist grundsätzlich nicht schlecht, doch die Übersetzung hat auch hier wieder für einige Stolperer gesorgt. Zum Glück kamen in diesem Buch aber keine Cheerleader vor, die ja bei meinem letzten Saul mit dem Begriff "Anführer des Applauses" übersetzt wurden.


Im Großen und Ganzen war "Zeit des Grauens" für mich wieder eine Geschichte, die mich in sich aufziehen konnte, die mich aber von der Story nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte. Ich würde diesen Roman auch eher als Psychothriller bezeichnen, auch wenn so einige Morde geschildert werden.


Charaktere


- Kevin und seine Familie -


Es ist schwer, bei John Saul einen Protagonisten herauszufiltern, denn ich habe immer das Gefühl, er würde allen Charakteren den gleichen Status geben. Zudem ist es stets ungewiss, wer als nächstes dran glauben muss. (Und der gute John Saul schreckt auch nicht davor zurück Kinder in den Tod zu schicken!)


Kevin zieht mit seiner Familie auf die Insel, auf der seine Mutter lebt. Diese liegt im sterben und möchte ihren Sohn noch einmal sehen. Nach ihrem Tod bekommt Kevin die gesamte Insel und die Stadt vererbt, mit der Bedingung, dort mindestens zehn Jahre leben zu müssen. Da auch seine Schwester noch auf dem Anwesen lebt, weiß er, dass er diesen Ort nicht so einfach verlassen kann.


Anne ist Kevins Frau und sie möchte, im Gegensatz zu ihren Kindern und ihrem Mann, nicht auf der Insel bleiben. Für mich war das vollkommen verständlich, trotzdem übergeht Kevin sie und es endet schließlich in einer Tragödie ...


Jeff und Julie sind die beiden Kinder der Familie, die ebenfalls einen Hauptteil der Geschichte einnehmen. Beide finden schnell Freunde, doch dann passieren die ersten Unfälle auf der Insel und Jeff glaubt, den Geist seiner verstorbenen Großmutter zu sehen.


- Marguerite -


Marguerite ist Kevins Schwester und bekommt von ihrer eigenen Mutter, obwohl sie diese jahrelang gepflegt hat, nichts. Sie ist eine sehr einsame Frau, die vor Jahren einen Unfall hatte und deswegen ihre größte Leidenschaft, das Tanzen, aufgeben musste. Nun unterrichtet sie in dem Anwesen ihrer Mutter Jugendliche im Ballett und sieht auch in ihrer Nichte Julie ein großes Talent.


Wohin sich Marguerites Geschichte entwickelt, wird schnell klar, was für mich leider der größte Kritikpunkt dieses Buches ist. Als Charakter fand ich sie zu durchschaubar und leider auch ein wenig zu eindimensional.


Meine Meinung


John Saul ist einer der wenigen Autoren, der es schafft, mich bereits nach den ersten Seiten zu fesseln. In seine Bücher kann man eintauchen und die echte Welt einfach ausblenden. Plötzlich befinden man sich in einer ganz anderen Zeit, lernt die Charaktere kennen und merkt, wie sich langsam das Grauen in die Geschichte einschleicht. Die Atmosphäre solch alter Horrorromane ist ungeschlagen und nicht mit den aktuellen Vertretern dieses Genres vergleichbar.


Die Geschichte beginnt noch zu Lebzeiten von Kevins Mutter, die eine echte Furie ist. Kevin hasst diese Frau abgrundtief, möchte sie vor ihrem Tod aber dennoch ein letztes Mal besuchen. In dem Anwesen angekommen überschlagen sich die Ereignisse und Kevin muss für sich und seine Familie plötzliche eine folgenschwere Entscheidung treffen.


Nach dem Tod der Mutter habe ich hier mit einer paranormalen Geschichte gerechnet, doch John Saul hat sich hier eher an einen Psychothriller versucht. Leider wird dieser ab der Hälfte sehr vorhersehbar und entwickelt sich in eine Richtung, die schnell zu erahnen ist. Für mich hat das Buch im ersten Drittel sehr gut angefangen, dann jedoch kontinuierlich nachgelassen.  


Leider ist das Ende dann auch recht einfach gehalten und besitzt keinerlei Wendungen. Insgesamt muss ich sagen, dass "Zeit des Grauens" keine großen Überraschungen aufweist, dennoch aber angenehm zu lesen ist. Eine gruselige Stimmung kam für mich zu Beginn auf, ließ dann aber zum Schluss hin nach. Die Charaktere fand ich interessant, doch ich konnte mit ihnen nicht so recht mitfiebern, denn viele sind, noch bevor ich eine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte, gestorben.


Fazit


"Zeit des Grauens" ist eher ein Psychothriller, der eine tolle Atmosphäre und einige spannende Momente besitzt, mich von der Story und den Charakteren aber nicht überzeugen konnte.

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(105)

176 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

cornwall, weihnachten, thriller, stiefmutter, minen

Stiefkind

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Weihnachten ist vorbei und ich habe sehr viel Zeit mit dem neuen Buch von S. K. Tremayne verbracht. Es ließ sich definitiv gut lesen, genau wie "Eisige Schwestern", dennoch habe ich einige Zeit gebraucht, um es zu beenden.


Wie in "Eisige Schwestern" erschafft der englische Bestsellerautor auch hier eine tolle Atmosphäre, in der ich mich als Leser wieder einmal gefragt habe, ob wir es hier mit etwas Paranormalen oder doch mit einer realitätsnahen Auflösung zu tun haben. S. K. Tremayne spielt hier wahrlich geschickt mit seinen Lesern und er erschafft so einige Mysterien, die von unserer Hauptcharakterin gelöst werden müssen. Dennoch muss ich sagen, dass mir "Eisige Schwestern" von der Charakterwahl und dem Mitfiebern besser gefallen hat!


Charaktere


- Rachel - 


Rachels Leben ändert sich, als sie den Witwer David Kerthen heiratet und sich als Mutter und Ehefrau behaupten muss. Der kleine Jamie hat nämlich seine Mutter verloren, was ihn noch immer mitnimmt. Wie es meistens in solch einer neu zusammengewürfelten Familie so ist, akzeptiert Jamie die neue Frau an der Seite seines Vaters nicht und lässt sie das auch spüren. Als er dann auch noch behauptet, dass Rachel an Weihnachten sterben und seine echte Mutter zurückkehren wird, überschlagen sich die Dinge und Rachel beginnt tatsächlich zu glauben, dass Jamies Mutter noch irgendwie existiert ... 


"Eisige Schwestern" hatte mich vor über einen Jahr aufgrund der Charaktere mitgerissen. Ich konnte damals mit der jungen Mutter mitfiebern, die eines ihrer Kinder verlor. In "Das Stiefkind" fiel mir das Mitfiebern ein wenig schwerer. Rachel wirkte auf mich nicht so recht sympathisch, was wohl in erster Linie daran lag, wie die Beziehung zu ihrem Ehemann David geschildert wurde. Es wirkte für mich nicht echt, nicht liebenswürdig und Rachel selbst hatte für mich so eine kühle Art, dass ich mich ihr unmöglich annähern konnte. Rachels Geschichte in diesem Buch fand ich dennoch spannend, auch wenn ich das Gefühl hatte, mich mit jeder Seite mehr von ihr entfernt zu haben.


- Jamie -


Für eine unheimliche Atmosphäre in diesem Buch sorgt da "Stiefkind". Gut geschildert war auf jeden Fall sein Verhalten in Bezug auf die neue Frau seines Vaters. Mit seinen neun Jahren versteht er natürlich noch nicht alles, aber für ihn steht fest, dass seine echte Mutter immer noch "lebt". 


Meine Meinung


"Das Stiefkind" von S. K. Tremayne ist eine Geschichte, die sehr schnell Fahrt aufnimmt und dem Leser das eine oder andere Rätsel aufgibt. Bemerkenswert finde ich, wie der Autor es immer wieder schafft, mit seinem Büchern für Zweifel zu sorgen. Haben wir es hier mit einer paranormalen Erklärung zu tun? Oder hat es doch eine realistische Auflösung?


Ganz realistisch empfand ich das Szenario, das er hier erschaffen hat, nicht, aber ich bin ganz ehrlich: Für mich müssen Bücher nicht realistisch sein. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass bei der Auflösung doch einige Leser enttäuscht sein dürften, besonders jene, die bereits "Eisige Schwestern" gelesen haben. Dort fand auch ich das Ende um Längen besser. Es hat zum Nachdenken angeregt, das Ende von "Das Stiefkind" hingegen hat mich ein wenig verwirrt zurückgelassen.


Mit der Auflösung konnte ich allerdings noch gut leben. Störender fand ich die Charaktere, mit denen ich leider nicht mitfiebern konnte. Zum einen ist da Rachel, die sehr unnahbar wirkt und den Leser nicht so nah an sich heranlässt und zum anderen ist da David, ihr Ehemann, der kalt und unbeteiligt wirkt, obwohl es hier in erster Linie um seinen Sohn geht. Ich weiß nicht, ob es vom Autoren beabsichtigt war, aber David hat sich für mich im Laufe der Geschichte zu einem regelrechten Hass-Objekt entwickelt.


Fazit 


Trotz meiner Kritikpunkte muss ich sagen, dass "Das Stiefkind" mich dennoch gut unterhalten konnte und ich dem Autoren auch noch eine weitere Chance geben würde. Sein Schreibstil hat mich wieder begeistern können, auch wenn es die Charaktere leider nicht konnten!

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82 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

england, suffragetten, devon, adel, liebe

Sturm über Rosefield Hall

Julie Leuze
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482146
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


"Sturm über Rosefield Hall" von Julie Leuze liegt schon eine Weile auf meinem SUB. Da ich in diesem Jahr meine Liebe für solche Romane entdeckt habe (ja, ich werde alt :P), bin ich immer auf der Suche nach neuen Büchern, die mich wie Lucinda Rileys Werke fesseln. Bei "Sturm über Rosefield Hall" handelt es sich allerdings nicht um eine Vergangenheits-/Gegenwartsgeschichte, sondern um einen Roman, der vollständig im Jahr 1913 spielt.


Ich muss sagen, dass ich durch dieses Buch herausgefunden habe, dass mich diese Zeitepoche besonders stark interessiert. Julie Leuze gibt in ihrem Buch einen guten Einblick in die damalige Gesellschaft, mit allen positiven, wie auch negativen Seiten. Das Buch behandelt verschiedene Thematiken und dreht sich nicht nur um die Liebesgeschichte unserer Protagonisten. Vielmehr geht es um den Umbruch, der in vielen Köpfen damals stattgefunden hat, um Gleichberechtigung und um eigene Entscheidungen!


Von der ersten Seite an hat mich Julie Leuze, von der ich zuvor nie etwas gehört hatte, gefangen genommen und ich bin auch jetzt, nach dem Lesen, noch immer in Rubys, Florences und Alices Geschichte verliebt! Den Schreibstil der Autorin kann ich nur als federleicht beschreiben. Sie schafft es, jedem Charakter eine Seele einzuhauchen und die Geschichte trotz historischer Fakten durchgehend spannend zu gestalten. Ich möchte unbedingt mehr von ihr lesen!


Charaktere


Ruby


Ruby ist die 18-Jährige Tochter einer angesehenen Familie. Sie ist schon zu Beginn der Geschichte sehr freiheitsliebend und reitete sehr gerne aus. Auf einem dieser Ausritte trifft sie einen Mann, der sich ihr als Mr. Brown vorstellt, während sie ihm nur den Namen Mr. Green nennt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und verbringen viel Zeit miteinander. Ruby ist froh, endlich mit jemanden frei und offen sprechen zu können, ohne ihre Herkunft offenbaren zu müssen. Doch dann trifft sie Mr. Green in ihrem Elternhaus und alles entwickelt sich zu einem großen Chaos ...


Schon nach den ersten Seiten habe ich Ruby in mein Herz geschlossen. Während der gesamten Geschichte entwickelt sie sich, wird endlich zur Frau und lernt, eigene Entscheidungen zu treffen. Sie besitzt einen tollen Charakter und folgt immer ihrem Herzen, auch wenn sie sich dadurch gegen ihre Eltern stellt! Rubys und Mr. Brown beziehungsweise Cyrils Liebesgeschichte fand ich in diesem Buch zuckersüß, denn die beiden müssen einige Hürden überwinden, um zueinander zu finden!


Florence


Florence ist eine Bedienstete auf Rosefield Hall und sie ist unter anderem für Ruby zuständig. Die beiden freunden sich im Laufe der Geschichte an und Florence besitzt eine eigene, wirklich tolle Geschichte, die ich hier aufgrund von Spoilern aber nicht thematisieren kann! Auch Florence habe ich in mein Herz geschlossen, denn auch sie entwickelt sich im Laufe des Buches und lernt, dass man sich auch als Frau aus ärmlichen Verhältnissen nicht unterordnen muss.


Alice


Alice ist Cyrils Schwester und sie nimmt einen recht tragischen Teil der Geschichte ein. Sie ist augenscheinlich der Grund, warum Cyril und Ruby nicht zusammensein können. Was es genau damit auf sich hat und was die Farben weiß-grün-lila damit zu tun haben, das müsst ihr schon selbst herausfinden! Ich muss sagen, dass ich die Thematik des Buches ausgesprochen interessant fand, denn sie gibt Einblick in eine Bewegung, von der ich bis zu der Lektüre des Buches noch nichts gehört habe!


Meine Meinung


"Sturm über Rosefield Hall" ist ein Buch, das mich magisch in den Bann ziehen konnte. Nach dem Lesen des Klappentextes habe ich überhaupt nicht viel erwartet, denn ich nahm an, dass es sich hier um eine typische Liebesgeschichte im Stil von "Stolz und Vorurteil" handelt, doch Julia Leuze verbindet hier viele Themen und Charaktere mit den unterschiedlichsten Hintergrundgeschichten.


Ich konnte beinahe alle Charaktere in mein Herz schließen. Zum einen haben wir da Ruby, die gerade erwachsen wird und ihren eigenen Weg finden muss, selbst wenn sie sich dabei gegen ihre Eltern und gegen die Gesellschaft stellen muss. Sie ist ein unsagbar starker Charakter, der sich während der gesamten Geschichte entwickelt und mir beim Lesen unendlich nah kam.


Auf der anderen Seite haben wir Florence, die als einfaches Dienstmädchen arbeitet und davon überzeugt ist, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird. Auch sie nimmt einen großen Teil in der Geschichte ein und ich fand auch ihre Entwicklung sehr spannend und interessant.


Während das Buch zu Beginn zwischen Rubys und Florences Sicht wechselt, kommen im Verlauf der Geschichte noch weitere Charaktere hinzu. So erfahren wir, was es mit Alice auf sich hat und warum sie von ihrem Bruder umpflegt werden muss, was die Hintergründe von Alices und Cyrils Mutter sind und wie es um eine andere Bedienstete von Rosefield Hall steht. Der Autorin hat all ihre Charaktere mit so viel Leben gefüllt, dass ich mich schlecht entscheiden kann, wen ich am liebsten mag. Ich kann nur betonen, dass ich tatsächlich alle (bis auf Rubys Eltern und ihren schrecklichen Bruder Basil) in mein Herz schließen konnte.


Die Geschichte rund um Ruby, Florence und Alice ist sehr spannend und gibt Einblicke in das Leben von Frauen zur damaligen Zeit. Es zeigt die Ungerechtigkeit, das vorbestimmte Leben und handelt von Kämpferinnen, die sich für einen Wandel einsetzen. Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen, auch wenn man als Leser natürlich dazu animiert wird, weiterzudenken, denn wir wissen ja alle, was im Jahr 1914 passierte ...


Fazit


"Sturm über Rosefield Hall" war eine Geschichte, die mich von der ersten Seite in den Bann ziehen konnte. Ich werde Ruby, Florence und Alice vermissen und hoffe auf weitere Romane der Autorin!




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83 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

weihnachten, familie, cornwall, schnee, liebe

Schuld war nur der Mistelzweig

Judy Astley , Jenny Merling , Anna-Christin Kramer
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462048674
Genre: Liebesromane

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280 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

weihnachten, adventskalender, reise, norwegen, geheimnis

Das Weihnachtsgeheimnis

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs , Rosemary Wells
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.10.2002
ISBN 9783423621151
Genre: Jugendbuch

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

vergangenehit, thriller, sekte

Detox

C.L. Taylor , Frauke Brodd
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2016
ISBN 9783492303811
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Detox" ist mir bereits im Verlagsprogramm von Piper aufgefallen. Zwar hört es sich in erster Linie wie eine typische Thrillergeschichte an, in der unser Protagonist von seiner Vergangenheit eingeholt wird, aber dennoch beinhaltet das Buch eine interessante Geschichte, die sich vor fünf Jahren in Nepal abgespielt hat und nun in der Gegenwart wieder präsent wird.


C.L. Taylors Schreibstil fand ich angenehm, allerdings muss ich hier erwähnen, dass "Detox" ein sehr ruhiger Thriller ist, der sich für mich als eingefleischter Thriller-Fan eher wie ein Roman gelesen hat. Richtige Spannung kommt erst zum Ende hin auf und auch die typischen Cliffhanger sucht man hier vergebens. Trotzdem besitzt das Buch einen gewissen Sog, vor allem durch die Geschichte von Ekanta Yatra und dem geheimnisvollen Detox!


Charaktere


- Jane beziehungsweise Emma -


Wir begegnen unserer Protagonistin erst einmal in der Gegenwart. Sie arbeitet in einem Tierheim und muss sich mit einigen verzwickten Fällen rumschlagen. Jane, die früher Emma hieß und ihren Namen geändert hat, wird von ihrer Vergangenheit überrollt, als sie eine seltsame Nachricht bekommt und auch auf der Website des Tierheimes seltsame Posts auftauchen.


Ich muss sagen, dass mir die Sicht der Vergangenheit um Längen besser gefallen hat. Hier lernen wir Jane, beziehungsweise Emma kennen, die ihren eigenen Weg noch nicht gefunden hat und an Panikattacken leidet. Zusammen mit ihren Freundinnen Al, Leanne und Daisy reist sie nach Nepal, um dort endlich so richtig auszuspannen. Doch diese Reise soll ihr Leben verändern ...


Ich empfand Jane als tollen und tiefgründigen Charakter. Sie ist zerbrechlich, aber dennoch eine Kämpferin, die sich hier der eigenen Vergangenheit ein zweites Mal stellen muss.


- Al, Leanne und Daisy -


Hier haben wir die drei Freundinnen von Jane, obwohl ich das, was die drei verbindet, nicht wirklich Freundschaft nennen würde. Es ist jene schlechte Bindung, die Ekanta Yatra in Hinblick auf ein freies Leben untersagt.


Al empfand ich noch als halbwegs sympathisch. Leider waren mir Leanne und Daisy, obwohl sie sehr wichtig für die Geschichte sind, nicht ausreichend charakterisiert. Beide blieben in meiner Vorstellung recht eindimensional, was meiner Meinung nach das Ende ein wenig abschwächt!


Meine Meinung


"Detox" ist eine sehr ruhige Erzählung. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt und offenbart dem Leser nach und nach das Grauen, das sich in Ekanta Yatra abgespielt hat.


Im Klappentext wird Ekanta Yatra als Wellness-Resort bezeichnet, was vielleicht auf den ersten Blick tatsächlich stimmt. Nachdem Jane, beziehungsweise Emma, dort mit ihren Freundinnen angekommen ist, wird jedoch schnell klar, dass dies eine Kommune ist, die einen sehr eigentümlichen "Freiheitsgedanken" folgt. Theoretisch könnte man Ekanta Yatra als Sekte bezeichnen, als eine gesteigerte Form der Hippie-Bewegung. 


Die Idee rund um diese Kommune in der Abgeschiedenheit Nepals hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hier kommt einiges an Spannung auf, die allerdings von dem Gegenwartsstrang immer wieder kaputt gemacht wird. Leider muss ich hier sagen, dass die Autorin einiges an Potenzial verschenkt hat, denn die Gefahr in der Gegenwart war leider kaum spürbar.


Das Buch kommt ohne viele Tatverdächtige aus. Ich bin mir nicht sicher, ob das positiv oder negativ bewerten soll, denn die Autorin versucht krampfhaft, zwei Personen ins Zentrum der Verdächtigungen zu drängen. Es gelingt ihr nur teilweise. Meiner Meinung nach wäre das Buch besser gewesen, wenn sie sich nur auf den Vergangenheitsstrang konzentriert hätte. Hier hätte ein tieferer Einblick in diese Kommune mit Sicherheit dafür gesorgt, dass sich dieser Thriller/Roman von der Masse abhebt.


"Detox" ist definitiv kein schlechtes Buch. Ich habe es trotz meiner Kritik sehr gerne gelesen und die Geschichte von Ekanta Yatra hat mich begeistern können. Auch die Auflösung fand ich passend, auch wenn ich die Überraschungen, die C.L. Taylor in ihrer Danksagung erwähnt, ein wenig vermisst habe. Die Thematiken, die von der Autorin hier angesprochen werden, haben mich aber zum Nachdenken gebracht. Möchte nicht jeder Mensch sich von allem "Schlechten" lösen? Endlich den inneren Frieden finden? Sich von schlechten Beziehungen "entgiften"?


Fazit


"Detox" ist zwar kein Thriller/Roman, der sich von der Masse abhebt, besitzt aber dennoch eine interessante Geschichte über eine Kommune in Nepal und einem Detox der anderen Art!

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dystopie, gedanken, zukunft, jugendbuch, freundschaft

Die Schattensurfer

Hubert Wiest
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 24.10.2013
ISBN 9781493556175
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Auf Lovelybooks wurde ich vom Autoren höchstpersönlich auf seine Leserunde zu "Schattensurfer" aufmerksam gemacht. Da ich gerade wieder anfange, Dystopien zu lesen, kam das ganz gelegen und ich war froh, dieses Buch entdecken zu dürfen. "Die Schattensurfer" finde ich von der Aufmachung bereits gelungen und auch der Inhalt kann sich sehen lassen. Hubert Wiest hatte mich schon nach wenigen Seiten gefangen und ich konnte die Geschichte rund um Sansibar und Luan in vollen Zügen genießen.


"Die Schattensurfer" spielt in der Zukunft, die gar nicht einmal so weit entfernt liegt. Der technische Fortschritt geht so weit, dass sogar Gedanken "kontrolliert" werden. Sie werden durch einen Kristall in einen Zentralcomputer geschleust und dort, angeblich, zum Wohle der Allgemeinheit genutzt. Schon allein diese Idee fand ich genial und die Umsetzung ist dem Autoren ausgesprochen gut gelungen.


Das Buch ist besonders für jüngere Leser geeignet, die in erster Linie ein Abenteuer erleben möchten. Es geht vordergründig nicht um die Charaktere und deren Entwicklung, sondern um RUHL, die damit verbundenen Einschränkungen und ein gewisser Widerstand. Dabei unterscheidet sich die Geschichte eindeutig von bekannten Dystopien, da sie vom Aufbau doch eher wie ein spannender Jugendroman daherkommt. Gesellschaftskritik ist natürlich zwischen den Zeilen ebenfalls vorhanden.


Charaktere


- Luan -


Luan lebt in einer Art Waisenhaus und wartet, wie alle Jugendlichen, auf seine Kristallprüfung. Dann wird er jedoch beim Klauen von Geld erwischt und ehe er sich versieht, ist er auf der Flucht.


Luan ist ein enorm starker Charakter, eine Art Held, der wohl hier die Leserschaft spalten wird. Ich fand ihn sehr sympathisch, auch wenn die Dinge, die er in die Hand nimmt, natürlich alle viel zu leicht klappen. Trotzdem habe ich ihn in mein Herz geschlossen und konnte mit ihm mitfiebern, vor allem, da sich seine Geschichte teilweise in der sagenumwobenen Schattenstadt abspielt und sich ums Programmieren und Hacken dreht.


- Sansibar -


Auf der anderen Seite steht Sansibar, die ihre Kristallprüfung noch vor sich hat. An ihrer besten Freundin sieht sie, wie toll es sein muss, Mitglied von "RUHL" zu sein und den Kristall in der Öffentlichkeit zu tragen. Die Vorteile überwiegen am Anfang der Geschichte, doch Sansibar merkt schnell, dass sie nicht all ihre Gedanken teilen möchte. Was ist zum Beispiel mit den Geheimnissen über ihre Mutter?


Luans Sichtweise fand ich ungemein spannend, während ich bei Sansibar eher eine sensible Seite gespürt habe. Sie wird im Gegensatz zu Luan nicht direkt als Heldin dargestellt, sondern eher als nachdenkliches Mädchen, das ihren eigenen Weg nicht findet und lieber erst einmal nachdenken möchte, ob RUHL etwas für sie ist.


Sansibar und Luan treffen sich im Laufe der Geschichte immer wieder, was ich ausgesprochen spannend fand. Wer hier allerdings eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, der wird enttäuscht werden! Das Buch handelt viel mehr von Freundschaft und Zusammenhalt und ein wenig knisternde Zuneigung! 


Meine Meinung


"Schattensurfer" ist ein Buch, das ich ohne Lovelybooks und die Leserunde wohl nie hätte lesen dürfen. Umso dankbarer bin ich dem Autoren, dass er mich auf sein Buch aufmerksam gemacht hat, denn ich denke, hier hätte ich als großer Dystopien-Fan etwas verpasst! Die Geschichte beginnt sofort mit einem riesigen Spannungsbogen, der über das gesamte Buch bestehen bleibt und mich als Leser das Buch kaum beiseite legen ließ.


Kommen wir aber erst einmal zur Welt, in der die Menschen hier leben müssen. Diese fand ich sehr gut beschrieben. Auf der einen Seite gibt es Technik, die das Leben bereichert, doch auf der anderen Seite wirkten die Menschen doch recht schwach, was vor allem an RUHL liegt. RUHL sammelt die Gedanken jeder Menschen mithilfe eines Kristalls, der auf der Stirn getragen wird, und wertet diese zum Nutzen der Gesellschaft aus. Ob dies tatsächlich anonym ist, sei erst einmal dahingestellt, aber welcher Mensch möchte schon, dass seine Gedanken gespeichert werden?


Hubert Wiest hat hier ein Zukunftsszenario erschaffen, das gar nicht einmal so fern ist. In der heutigen Zeit wir ebenfalls bereits viel kontrolliert und die meisten Menschen nehmen es stillschweigend hin. Dass auch noch die eigenen Gedanken kontrolliert und indirekt manipuliert werden, empfinde ich schon als sehr gruselige Vorstellung! In "Die Schattensurfer" fand ich besonders die Kristallprüfung interessant, also der Tag, an dem die Jugendlichen ihren Kristall bekommen und Teil dieser Gemeinschaft werden.


"Die Schattensurfer" besitzt so viele tolle Ideen, dass ich diese hier unmöglich in Worte fassen kann! Zum einen fand ich den Lunapark toll, zum anderen die Schattenstadt, aber auch die Charaktere konnten mich fesseln. Das gesamte Buch war für mich wie ein Abenteuer, das ich zusammen mit Sansibar und Luan bestreiten musste und auch wenn vieles zu einfach gelöst wurde und besonders Luan teilweise wie der Überheld schlechthin wirkte, muss ich sagen, dass ich dennoch vollständig in der Geschichte abtauchen konnte. Vorwiegend ist "Die Schattensurfer" wohl eine Geschichte für jüngere Leser (12+), aber ich denke, auch jugendliche und erwachsende Dystopie-Liebhaber werden hier einen kleinen Schatz finden!


Fazit


Mich konnte "Schattensurfer" von Hubert Wiest von der ersten Seite in den Bann ziehen. Das Buch ist eine spannende Dystopien mit originellen Ideen und liebenswerten Charakteren. Eine klare Empfehlung!

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Tags: dystopie, junge leser   (2)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

sandra pulletz, novelle, weihnachten mit den padderborns, weihnachten, die padderborns

Weihnachten mit den Padderborns (Die Padderborns 1)

Sandra Pulletz
E-Buch Text
Erschienen bei null, 22.11.2016
ISBN B01N79FS41
Genre: Romane

Rezension:



Schreibstil

Passend zu Weihnachten ist von der lieben Sandra Pulletz eine unterhaltsame Weihnachtsgeschichte erschienen, die ich schon vorab lesen durfte und euch nun, zu Beginn der Weihnachtszeit gerne vorstellen würde. Sandra Pulletz bleibt ihren Stil treu und präsentiert hier wie zu Halloween wieder eine kurze und knackige Geschichte, die richtig schön Weihnachtsstimmung aufkommen lässt. (Und das will bei mir als Weihnachtsmuffel echt was heißen!)

Sandra Pulletz hat mit "Weihnachten bei den Padderborns" eine Geschichte über Weihnachtsstress, über die ewig gleichen Erwartungen und über das Beisammensein der Familie geschrieben. Dabei herrscht hier vor allem Chaos, denn mit Bettina hat sie sich eine recht schusslige und dennoch liebenswerte Protagonistin ausgesucht!

Meine Meinung

Es weihnachtet wieder einmal und bei den Padderborns soll es wie jedes Jahr das perfekte Weihnachten geben. Aber was ist schon perfekt? Während Bettinas Schwester Nadine alles bis ins kleinste Detail plant, lässt Bettina einfach alles auf sich zukommen und das erweißt sich schnell als riesiger Fehler. Wie kocht man das perfekte Weihnachtsmenü? Und was ist mit den Geschenken und dem Baum? Und wie geht man damit um, wenn die eigenen Eltern plötzlich von Trennung reden?

Mich hat die Kurzgeschichte "Weihnachten bei den Padderborns" von Sandra Pulletz zum Lachen gebracht. Mit Bettina konnte ich mitfühlen und ich mochte ihre liebevoll chaotische Art. Die ganze Familie war, trotz kleiner Macken, sehr liebenswert und ich habe mich glatt als Teil der Familie gefühlt. 

Die Novelle besitzt einige Überraschungen, sehr viel Witz und eine Wärme, die den eisigkalten Winter vergessen lässt! Ich bin nach wie vor von Sandra Pulletz Schreibstil begeistert und ich denke, wir werden noch viel von ihr hören beziehungsweise lesen! 

Fazit

"Weihnachten bei den Padderborns" ist eine Novelle, die sich schnell lesen lässt und garantiert für Weihnachtsstimmung sorgt. Eine absolute Empfehlung von mir! 

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138 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

thriller, psychothriller, psychopath, spannung, saving grace

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet

B.A. Paris , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.11.2016
ISBN 9783734102639
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Psychothriller gehören schon lange zu meinen liebsten Buchgenres und deswegen war ich auf "Saving Grace" gespannt, denn der Klappentext hat sich sehr mysteriös und spannend angehört. Und ich wurde nicht enttäuscht. 


"Saving Grace" ist der erste Roman/Psychothriller von B.A. Paris und ich kann gleich sagen, dass sich so manch andere Autoren in diesem Genre eine Scheibe von ihr abschneiden können. Warum? B.A, Paris hat einen solch fesselnden Schreibstil, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Desweiteren beweist sie guten Menschenverstand und ich finde, genau das macht einen guten Psychothriller aus.


Beim Lesen konnte ich mich direkt in Grace hineinversetzen und ich musste ihre ausweglose Situation am eigenen Leib spüren. Mit Grace zusammen habe ich einige Fluchtversuche unternommen und bin gleichzeitig halb verzweifelt. 


Mit der Figur von Jack hat die Autorin hier einen Psychopathen der besonderen Art erschaffen, ein Psychopath, der nichts dem Zufall überlässt und der gleichzeitig nach außen hin wie der perfekte Ehemann erscheint. Ja, ich muss sagen, dass ich solch "böse" Charaktere liebe!


Charaktere


Grace


Grace ist eine junge, hübsche Frau, die augenscheinlich in einer perfekten Beziehung steckt. Der Klappentext lässt allerdings vermuten, dass doch nicht alles vor Perfektion glänzt - ganz im Gegenteil ...


Grace selbst ist eine starke Frau, vor allem auf psychischer Ebene. Das Geschehen erfahren wir komplett aus ihrer Sicht und ich habe mich beim Lesen komplett in ihre Lage versetzen können. Ich habe mit ihr gelitten und mich immer wieder selbst gefragt, was ich in einer solchen Situation machen würde. Ich wäre unter diesem ganzen Druck wahrscheinlich zerbrochen!


Jack 


Jack ist der augenscheinlich so perfekte Ehemann von Grace. Im Verlauf der Geschichte erfahren wir nebenbei seine Hintergründe und auch, wie er Grace kennengelernt beziehungsweise um den Finger gewickelt hat.


Ich möchte hier nicht allzu viel verraten, nur so viel, dass Jack für mich einer der schlimmsten Psychopathen war, die ich je in einem Buch getroffen habe und das nicht, weil er seiner Frau körperliche Gewalt zufügt. Nein, in "Saving Grace" geht es vordergründig um psychische Gewalt und um den Aufbau einer Scheinwelt.


Wie sehr ich Jack beim Lesen gehasst habe, kann ich gar nicht in Worte fassen. (Dagegen ist Joffrey aus Game of Thrones nichts!) Manchmal hätte ich das Buch gerne vor Verzweiflung einfach weggeworfen, doch der Drang, mit Grace endlich eine Lösung zu finden, war stärker.


Meine Meinung


"Saving Grace" beginnt ganz harmlos mit einem Dinner unter Freunden. Das Leben von Grace und Jack ist die reine Perfektion, die beiden lieben sich und zeigen dies der Welt. Sie haben ausreichend Luxus, süße Geschichten über ihr Kennenlernen und werden von all ihren Freunden bewundert. Dem aufmerksamen Leser werden aber schon in diesem ersten Kapitel einige Ungereimtheiten auffallen, eine Dinge, die absolut nicht in dieses Bild der Perfektion passen wollen, Details, die beim genaueren Betrachten Risse in dieser Seifenblase erzeugen.


Genau dort setzt B.A. Paris an und schafft eine Geschichte des Grauens. Das Buch erzählt teils die Geschichte, wie Grace und Jack sich kennengelernt haben, wie sie zusammen gekommen sind sie sie geheiratet haben, doch gleichzeitig erfahren wir aus der Gegenwart, wie es Grace momentan ergeht. Die Autorin verstreut hier zu Anfang erst kleine Schnipsel, die aber immer größer werden und das Gesamtbild schließlich endgültig trüben. 


Grace hat eine junge Schwester, die an dem Down-Syndrom leidet. Jack erscheint wie der fürsorgliche Ehemann, der sich auch um diese kranke Schwester kümmern will. Nach außen hin betrachtet kommt man tatsächlich drumherum, Jack als perfekt zu bezeichnen. Er trägt seine Frau nach außen hin auf Händen, liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab und wird von jedem bewundert, doch wenn Grace mit ihm allein ist, offenbart sich sein wahres Gesicht.


"Saving Grace" war mal wieder ein Buch, das ich nur selten beiseite legen konnte. Grace Geschichte ist grausam, so grausam, das ich an manchen Stellen am liebsten in die Seiten gestiegen wäre, um ihr zu helfen. Der psychische Druck war kaum auszuhalten und als Leser habe ich mich ebenso hilflos gefühlt wie Grace!


In diesem Jahr habe kein Buch gelesen, dass mich so aufgewühlt hat. Für mich war die Geschichte wie eine Achterbahnfahrt. Es gab immer kleine Hoffnungsschimmer, Momente, in denen ich gedacht hätte, Grace würde es endlich wieder schaffen, doch diese wurden immer wieder von Jack zerstört. Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und es ist ebenso bitterböse wie das gesamte Buch!


Fazit


Mich hat "Saving Grace" von B.A. Paris von der ersten Seite in den Bann gezogen. Ich habe mit Grace gelitten, mich an jedem Strohhalm geklammert und Angst und Mitleid empfunden. Für mich ein Highlight in diesem Jahr und für Fans von Psychothrillern ein absolutes Muss!

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Tags: perfektion, psychothriller   (2)
 

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1.181 Bibliotheken, 31 Leser, 4 Gruppen, 230 Rezensionen

fantasy, liebe, masken, sabaa tahir, elias

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2015
ISBN 9783846600092
Genre: Jugendbuch

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63 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

wüste, arabien, oman, krieg, verrat

Das Versprechen der Wüste

Katherine Webb , Babette Schröder , Katharina Volk
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.11.2016
ISBN 9783453291843
Genre: Historische Romane

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

familie, feminismu, verbreche

Stimmen in der Nacht

Laura Brodie
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Deutscher Taschenbuch Verlag, 18.12.2013
ISBN 9783423413329
Genre: Romane

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148 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

selbstjustiz, london, krimi, henker, max wolfe

Wer Furcht sät

Tony Parsons
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783404174423
Genre: Krimi und Thriller

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184 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

fantasy, winter, stefanie lasthaus, heyne, das frostmädchen

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

Rezension:



Schreibstil


Dieser Monat lief bis dato eigentlich echt gut und ich dachte, in diesem Monat tatsächlich einmal auf einen echten Flop verzichten zu können. Leider trudelte dann "Das Frostmädchen" bei mir ein. Das Buch habe ich bereits in der Verlagsvorschau von Heyne gesehen und dort ist mir das überaus hübsche Cover sofort ins Auge gestochen. Auch die Ankündigung, dass es sich hier um einen Epos über Liebe, Magie und dunkle Geheimnisse handelt, hat mich neugierig gemacht. Leider muss ich sagen, dass diese Versprechungen nichts als heiße Luft sind ...


Was ist ein Epos eigentlich? Wikipedia sagt, dass dies eine ausschweifende Erzählung ist. "Das Frostmädchen" von Stefanie Lasthaus ist meiner Meinung das genaue Gegenteil, denn die Geschichte ist über mehrere hundert Seiten so künstlich aufgebauscht, dass ich zum Ende hin ganze Absätze nur noch überflogen habe. Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich leider nicht den Bann ziehen und war mir stellenweise einfach zu kitschig. Bei mir setzte während des Lesens kein Kopfkino ein.


Anscheinend handelt es sich bei "Das Frostmädchen" nicht um den ersten Roman der Autorin. Das hat mich tatsächlich erstaunt. Er wirkt stellenweise sehr aufgebauscht, sehr eintönig und die Geschichte kommt nach den ersten 100 Seiten nicht mehr voran und dümpelt vor sich hin. Viel Inhalt beziehungsweise Handlung hat das Buch leider nicht und das ist das Hauptproblem. Die fast 400 Seiten sind so extrem in die Länge gezogen mit Wiederholungen, immer wieder den gleichen Gedankengängen unserer Protagonisten und einer Handlung, die sich im Kreis dreht. Magie beziehungsweise Fantasy war nicht zu spüren und leider auch keine echte Gefahr.


Ich bin mir sicher, dass Stefanie Lasthaus Talent zum Schreiben hat, denn hin und wieder funkelte eine gewisse Leidenschaft durch. Meiner Meinung nach ist das allerdings noch ausbaufähig, was aber keine Schande ist. Nur die Schreibroutine hilft, besser zu werden und seinen eigenen Stil zu finden.


Charaktere


- Neve -


Leider sind der Autorin auch die Charaktere nicht besonders glaubhaft gelungen. Es fehlte an einer gewissen Nähe, an einer Hintergrundgeschichte. Ich habe mich teilweise so gefühlt, als würde ich ins kalte Wasser geworfen werden. Neve ist nämlich ein recht schwieriger Charakter, aber warum sie so schwierig ist, erfahren wir nicht. Am Rande bekommen wir nur mit, dass sie vor ihrem gewalttätigen (Ex-) Freund geflohen ist. Ansonsten bleibt sie recht farblos und ihre Handlungen konnte ich teilweise nicht nachvollziehen.


Neve war mir leider auch überhaupt nicht sympathisch, sondern das genaue Gegenteil. Teilweise hat sie mich genervt, denn sie wird als sehr unschuldig und schüchtern beschrieben, ist aber streckenweise doch sehr berechnend. Wie sollte ich also Emotionen für ihre Liebesgeschichte aufbringen?


- Lauri -


Neves Gegenpart ist Lauri, ein junger Künstler, der in einer Hütte einfach nur in Ruhe arbeiten will, dann aber Neve in einem Schneeberg halb erfroren findet. Natürlich verliebt er sich in den ersten 24 Stunden so unsterblich in sie, dass er am liebsten immer an ihrer Seite sein will ...


Die Anziehung der beiden konnte ich nicht verstehen, aber ich bin wohl auch einfach nicht der Typ für solche oberflächlichen Liebeleien. Lauri war mir zu Beginn halbwegs sympathisch, aber irgendwann verlor sich auch das. Für mich war zwischen den beiden leider keinerlei Liebe spürbar, denn dafür ging es mir zu schnell. Die beiden haben kaum ein Wort gewechselt und dann soll es die große Liebe sein? Selbst Edward und Bella haben sich mehr Zeit gelassen! (Sorry, den konnte ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen!)


Meine Meinung


Leider weckt das Cover und auch der Klappentext ganz andere Erwartungen an das Buch. Ich bin von einer jugendlichen Love-Story mit Fantasyelementen ausgegangen, doch stattdessen sind sowohl Neve als auch Lauri bereits Erwachsene, die sich vorrangig sexuell zueinander hingezogen fühlen. Die Emotionen, die von der Autorin vermutlich beabsichtigt waren, sind bei mir leider nicht angekommen. Ganz im Gegenteil, ich hatte schon nach den ersten 50 Seiten solch eine Langeweile gespürt, dass ich das Buch am liebsten abgebrochen hätte. In der Hoffnung, dass die Geschichte irgendwann Fahrt aufnimmt, habe ich weitergelesen.


Leider wollte das Kopfkino bei mir einfach nicht einsetzen. Es war, als würde ich die Geschichte aus der Ferne betrachten. Einzig die Beschreibungen der Umgebung sind der Autorin anschaulich gelungen. Die frostige Eislandschaft war spürbar, aber leider hat das nicht gereicht, um den Buch ausreichend Leben einzuhauchen. Es blieb alles kalt und für mich lief alles recht geradlinig ab. Höhen und Tiefen habe ich vergebens gesucht und Verständnis konnte ich für einige Handlungen leider nicht aufbringen. (Hier sei besonders ein gewisser Mord erwähnt ...)


Rückblickend betrachtet fand ich die reine Grundidee nicht schlecht, aber hier hapert es eindeutig an der Umsetzung. Der Schreibstil liest sich sehr abgehackt und erzeugte keine Bilder in meinem Kopf. Die Charaktere wirkten blass und ohne Leben, teilweise hatte ich das Gefühl, die Autorin würde ihre eigenen Personen nicht so recht kennen und leider wird die ganze Geschichte ohne erkennbaren Spannungsbogen erzählt. Einzig die Aufmachung des Buches gefällt mir, passt aber leider überhaupt nicht zum Inhalt.


Zum Ende möchte ich an dieser Stelle nicht viel sagen. Es passt, ist aber genau so zu erwarten und erinnert ein wenig an die Happy Ends aus gängigen Märchen. Mir fiel die Rezension an dieser Stelle wirklich schwer, denn leider konnte ich dem Buch nichts Positives abgewinnen. Streckenweise hatte ich zum Ende hin nur noch überflogen, denn Spaß hatte ich beim Lesen leider nicht! Ich möchte die Autorin an dieser Stelle aber auf keinem Fall demotivieren. Talent ist spürbar und sie soll unbedingt weiterschreiben! 


Fazit


Es tut mir leid, das Buch an dieser Stelle nicht besser bewerten zu können. "Das Frostmädchen" war das komplette Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte. Die Geschichte ist zäh, die Charaktere sind blass und der Schreibstil zu aufgebauscht! 

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Das Spiel - Rache

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453677081
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Schreibstil

Lange habe ich mich auf den zweiten Teil der "Spiel"-Trilogie gefreut. Der erste Band war für mich ein Highlight in diesem Jahr, denn die Geschichte rund um zwei psychopathische Brüder, die ein bitterböses Spiel spielen wollen, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können.

Im zweiten Band bleibt sich Jeff Menapace weiterhin treu, doch die psychopathische Seite, die ich im ersten Teil so gerne mochte, blieb recht seicht, denn schließlich ist einer der Brüder tot und der andere sitzt im Gefängnis. Trotzdem fand ich es wieder toll, die Lamberts zu treffen, auch wenn ich sagen muss, dass der Horror hier ein wenig ausblieb und es viel mehr in Richtung Action ging!

Charaktere

- Amy und Patrick -

Wie im ersten Teil begleiten wir auch hier die Familie Lambert, die noch immer mit den Folgen aus dem Geschehen an Crescent Lake zu Kämpfen hat. Ihr Sohn Caleb empfindet keine direkte Trauer und auch wenn die Beziehung von Amy und Patrick auf dem ersten Blick so liebevoll wie zuvor wirkt, brodelt es doch unter der Oberfläche.

Ich mochte Amy und Patrick sehr, denn im ersten Teil habe ich ihren Kampfgeist kennengelernt und war über ihren Zusammenhalt erstaunt. Dieser ging hier im zweiten Teil ein wenig verloren. Die beiden entfernen sich ein wenig von einander und das fand ich sehr schade.

- Monica und John -

Als Gegenpart in diesem Band haben wir nun nicht mehr die verrückten Fannelli-Brüder, sondern Monica und John. Wie die beiden zu den Brüdern stehen, möchte ich hier nicht verraten, denn das würde einen Teil der Spannung wegnehmen. Ich fand sie passend, aber für meinen Geschmack zu überlegen. Sie wirken ein wenig wie die typischen "Superbösewichte", die von niemanden geschnappt werden können. Besonders Monica mochte ich daher überhaupt nicht! 

Meine Meinung

Lange habe ich mich darauf gefreut, die Lamberts erneut treffen zu dürfen. Die Geschichte fängt zwar sehr ruhig, aber dennoch interessant an. Wir erfahren, wer Monica ist und warum sie plötzlich auf Artys Seite steht. Arty selbst ist noch immer im Gefängnis und kommt da wohl so schnell nicht raus. Oder?

Während im ersten Band noch eine gruselige Stimmung vorherrschte, liegt der Fokus hier eher im Actionbereich. Das eigentliche Spiel, das im Zentrum des ersten Bandes stand, wird hier nicht mehr mit der Intensität fortgeführt, wie im ersten Teil. Plötzlich ist da Monica, die lautlos wie eine Assassine alle tötet und vollkommen überlegen ist. Mir hat die übertriebene Art der beiden Brüder ein wenig gefehlt.

Ich muss sagen, dass ich viel von diesem Buch erwartet habe, denn schließlich hat mich der erste Band vollständig überwältigt. Er war von vorne bis hinten mein Geschmack, denn ich liebe Horrorfilme, die sich um völlig kranke Personen drehen. Auch der Überlebenskampf der Lamberts im ersten Teil und die vielen kleinen Überraschungen haben mich in den Bann gezogen. Das alles war in "Das Spiel - Rache" kaum noch vorhanden.

Trotz meiner Kritik muss ich sagen, dass ich das Buch gerne gelesen haben. Zwar gab es einige sehr zähe Momente, aber es gab dennoch Spannung und das Gefühl, zusammen mit Amy und Patrick gegen diesen Alptraum kämpfen zu müssen. Der Autor erzählt seine Geschichte wirklich flott und es gibt zudem einige kleine Wendungen, aber für mich war das Buch leider nicht mit dem ersten Band zu vergleichen.

Besonders enttäuschend fand ich das Ende. Im ersten Teil ging es noch ums nackte Überleben, um echte Angst, ums Kämpfen . Im zweiten Teil fügt der Autor einen "Superhelden" ein, der vollkommen überlegen ist. Klar, wenn die Charaktere selbst nicht aus der Sache rauskommen, brauchen sie halt einen Hulk, der ihnen hilft und das für sie erledigt ... Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Lamberts wieder selbst aus der Sache rauskommen müssen. So war das Gesamtwerk hier nur ein mittelmäßiger Actionroman, bei dem das Besondere des ersten Bandes leider vollständig fehlte!

Fazit

Statt Horror geht es im zweiten Band der Spiel-Trilogie eher um Action. Spannend ist das Buch, aber es ist nicht mit der Stärke des Vorgängers vergleichbar!

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