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32 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychothriller, pflegefamilie, fesselnd, krimi, düster

Ich bin böse

Ali Land , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442484560
Genre: Krimi und Thriller

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

krimi, unfall, gegenwart, vergangenheit, vergessen

Girl With No Past

Kathryn Croft , Barbara Müller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.02.2017
ISBN 9783863961015
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Be my Girl

Nina Sadowsky , Andrea Brandl , Nicole Engeln
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783956392276
Genre: Krimi und Thriller

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

mörder, geheimnisse, thriller;, action, thriller

Be my Girl

Nina Sadowsky , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.02.2017
ISBN 9783328100041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil

Auf "Be my Girl" von Nina Sadowsky habe ich mich besonders gefreut, denn wie ihr ja wisst, liebe ich psychologische Spannungsromane ungemein. Dieses Genre ist jedoch eines der Schwersten, die es gibt und daher bin ich immer ein wenig skeptisch, was neue Bücher, die sich auch noch stolz "Psychothriller" nennen, angeht.

"Be my Girl" fängt richtig stark und sehr interessant an und ich dachte, mal wieder einen echten Schatz gefunden zu haben. Die anfängliche Euphorie verwandelte sich dann aber schnell in Ernüchterung, als sich die Autorin immer mehr in ihrer eigenen Geschichte verlor und sich das Buch mehr Richtung Action- oder Gangsterroman entwickelte. Teilweise war die Story vom Plot her leider auch sehr voraussehbar!

Ein gutes stilistisches Mittel fand ich das Hin und Her zwischen "Damals" und "Heute". Zu Beginn dachte ich, dass der Strang aus der Vergangenheit zeitlich immer weiter zurück wandert, aber irgendwann ging dies wohl nicht mehr und es kamen immer wieder größere Zeitsprünge, was mich viel mehr verwirrt als unterhalten hat!

Charaktere

- Ellie -

Ellie und Rob heiraten zu Beginn des Buches, doch Rob gesteht Ellie am Tage ihrer Hochzeit ein Geheimnis, das sie anscheinend total aus der Bahn wirft. Dieses Geheimnis wird bis zur Mitte des Buches dem Leser geheim gehalten, war für mich aber durch Robs Abschnitte aus der Vergangenheit sehr schnell gelöst. Für meinen Geschmack leider viel zu schnell!

Für einen psychologischen Thriller erschienen mir die Charaktere zu blass. Zwar fand ich die Momentaufnahmen der Vergangenheit besonders aus Ellies Leben sehr spannend, aber sie passten dann doch überhaupt nicht zur Hauptgeschichte und wollten wahrscheinlich nur dafür sorgen, dass das Buch tiefgründiger erscheint. Leider muss ich sagen, dass mir Ellie selbst nicht sonderlich sympathisch war, denn wir erfahren zwar einige Details aus ihrem Leben, aber dennoch konnte ich sie nicht durchschauen.

- Rob -

Puh. über Rob kann ich hier gar nicht viel sagen. Er wirkt in den wenigen Abschnitten zwar sehr ehrlich, aber ich mochte die Geschichte rund um ihn nicht. (Das liegt aber vielmehr daran, dass sich solche abgehobenen "Gangster"-Stories nicht mag!)

Rob bleibt, obwohl er eigentlich der Verantwortliche für das ganze Geschehen ist, die meiste Zeit eine Nebenfigur. Zwar ist auch seine "Vergangenheit" interessant, doch irgendwie war mir seine Lebensgeschichte ab einen gewissen Punkt zu klischeehaft.

Meine Meinung

"Be my Girl" fing absolut spannend an. Der Schreibstil mit dem Wechsel zwischen "Damals" und "Heute" konnte mich begeistern und die ersten 100 Seiten vergingen wie im Flug, doch dann setzte Ernüchterung ein. Ab einen gewissen Punkt habe ich als Leser bereits geahnt, worauf die Geschichte hinaus will und urplötzlich war dann auch das Geheimnisvolle an dem Buch verschwunden. Es gab keine großen Überraschungen mehr und für mich leider auch viel zu wenig Spannung,

Besonders enttäuscht hat mich, dass das Buch absolut stark anfängt und die Beziehung zwischen Ellie und Rob thematisiert. Wir erfahren, wie die beiden sich kennengelernt haben, aber auch was für Menschen sie vorher waren und ich hatte mit einer sehr tiefgründigen und vor allem intelligenten Zusammenfügung aller Ereignisse gerechnet. Leider steht die Beziehung der beiden nicht wirklich im Fokus der Geschichte, viel mehr geht es um eine "Machenschaft" aus der Vergangenheit. Mehr kann ich dazu allerdings an dieser Stelle nicht sagen.

Unpassend fand ich auch die den "Ermittler", der immer mal wieder auftaucht und von seiner Arbeit und einem Fall berichtet. Auf diesen Strang hätte die Autorin getrost verzichten können, denn letztendlich hat es dem Leser bereits eine Menge vorgekaut und um ehrlich zu sein, fand ich den Ermittler wirklich sterbenslangweilig.

So stark das Buch auch anfing, so schwach war die zweite Hälfte. Von einem Psychothriller erwarte ich, dass die Personen tiefgründiger beschrieben werden und das ich als Leser in einen Strudel aus Intrigen, Lügen oder Manipulation gezogen wurde. Dies war hier nicht der Fall. Teilweise war mir die Geschichte zu abgedreht. Es hat mich an die Filme von Quentin Tarantino erinnert, die ich zwar toll finde, die für mich als Roman/Buch/Thriller aber nicht funktionieren. So war es leider auch hier.

Für ein Debüt fand ich das Buch aber dennoch nicht schlecht. Nina Sadowskys Schreibstil war echt toll und das Buch bietet auf jeden Fall Unterhaltung, eingefleischte Psychothriller-Fans werden aber wohl enttäuscht werden ...

Fazit

"Be my Girl" fängt stark an und ich habe ein psychologisches Kammerspiel zwischen zwei frischverheirateten Eheleuten erwartet, doch stattdessen verliert sich die Autorin irgendwann in einer Geschichte zwischen Gangster- und Actionroman. Für mich war besonders das Ende echt enttäuschend ...

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130 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

jugendbuch, rainer wekwerth, usa, arena, camp 2

Camp 21

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401601779
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Auf "Camp 21: Grenzenlos gefangen" wurde ich bei Lovelybooks aufmerksam. Das Buch klang wirklich vielversprechend und so musste ich es gleich lesen. Auf die erste Freude folgte dann aber Ernüchterung, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet ...


Mit Rainer Wekwerths Schreibstil wurde ich einfach nicht warm. Er war mir zu distanziert, zu kalt teilweise und die Liebesgeschichte, auf die ich mich in "solchen" Büchern immer freue, lief viel zu schnell und ohne spürbare Emotionen ab. Vielleicht war das Hauptproblem aber, dass ich hier einen spannenden Thriller mit Tiefgang und neuen, kreativen Ideen gerechnet habe, doch letztendlich wurde der Fokus doch auf "Action" gesetzt.


Mein Kopfkino lief zwar hin und wieder, doch die meiste Zeit habe ich mich tatsächlich eher gelangweilt und gehofft, dass irgendwie noch etwas für mich mitreißendes passiert ...


Charaktere


- Mike -


Mit unseren beiden Hauptcharakteren wurde ich leider nicht so direkt warm. Sie blieben recht blass und am Anfang erfahren wir praktisch nur, warum sie in das Bootcamp geschickt werden. Zum einen ist da Mike, der mit seinem Bruder in dem Auto seines Vaters eine kleine Spritztour macht - und prompt erwischt wird. Ob dies allerdings einen spontanen Bootcamp-Besuch von 6 Monaten rechtfertigt?


Viel über Mike kann ich nicht erzählen, er erschien mir recht blass und daher weder sympathisch, noch unsympathisch. Zwar hat er eine recht nette Entwicklung im Laufe der Geschichte, aber so richtig mitreißen konnte er mich leider nicht!


- Kayla -


Kayla fand ich eine Spur interessanter als Mike, aber auch hier habe ich zu Beginn nicht verstanden, warum ein so freundliches Mädchen mit überfürsorglichen Eltern wie sie in ein Bootcamp gesteckt werden sollte. Mit ihr konnte ich mich als Leser aber wenigstens identifizieren. Sie ist eine starke Persönlichkeit und eigentlich war sie der Grund, warum ich noch weiterlesen wollte und dem Buch immer wieder neue Chancen gegeben habe!


Meine Meinung


Puhh, ihr merkt bestimmt schon, wie anstrengend ich die Lektüre dieses Buches fand. Cover und Inhaltsangabe konnten mich begeistern und ich habe tatsächlich eine schöne, spannende und intelligente Bootcamp-Geschichte gerechnet. Vor vielen Jahren hatte ich "Bootcamp" von Morthon Rhue gelesen, ein Buch, das mich wirklich beeindruckt hat, doch leider konnte "Camp 21" für mich da nicht mithalten.


Rainer Wekwerth kann auf jeden Fall schreiben, was ja seine vielen Veröffentlichungen beweisen. Ehrlicherweise muss ich hier sagen, dass ich kein Fan von ihm werde, denn mir war sein Schreibstil zu nüchtern. Ein wenig geärgert habe ich mich über die Liebesgeschichte, die irgendwie auch keine so richtige Liebesgeschichte ist, denn erst hassen sie sich und dann finden sie sich megatoll? Für mich waren hier keinerlei Emotionen zu spüren.


Die ganze Plotidee ist allerdings gut, wenn auch nicht besonders neu. Der Fokus liegt hier eindeutig auf "Action" und die Verfolgungsjagd, die im Klappentext angepriesen wird, nimmt einen großen Teil der Handlung ein. Mich konnte diese leider nicht vom Hocker reißen, aber ich bin auch jemand, der eher tiefgründigere Momente mag und sich bei diesen übertriebenen Actionszenen meist langweilt.


Abschließend kann ich trotz meiner Kritik sagen, dass ich das Buch dennoch nicht grottenschlecht fand. Es lässt sich lesen und dürfte wohl auch junge Leser, die Action mögen, begeistern. Mein Geschmack war es allerdings nicht!


Fazit


Rainer Wekwerths Schreibstil war leider so gar nicht meins. Ich habe mich schlecht in die Geschichte hineingefunden, konnte die Liebesgeschichte nicht nachvollziehen und leider mit den beiden Protagonisten stellenweise nicht so mitfühlen, wie sich der Autor es sich vielleicht gewünscht hätte. Auch die letztendliche Auflösung, was hinter dem Boot Camp steckt, war mir dann zu vorhersehbar, denn es war genau das, was ich nicht schon wieder in einem Buch lesen wollte. Schade!

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401 Bibliotheken, 35 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

jugendbuch, rat der neun, galaxie, fantasy, science fiction

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
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409 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

fantasy, der kuss der lüge, liebe, prinz, attentäter

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson durfte bereits vor einigen Wochen als Vorab-Exemplar bei mir einziehen. Allein das Cover ist schon ein echtes Highlight und ich habe mich wahnsinnig auf das Lesen gefreut.


Der Schreibstil von Mary E. Pearson hat mich sofort in den Bann ziehen können, er ist einfach gehalten und dennoch sehr einprägsam. Gemeinsam mit Lia stürzen wir uns gleich zu Beginn der Geschichte in ein Abenteuer, das ihr Leben für immer verändern soll. Aus ihrer Sicht erfahren wir von ihrer Flucht, aber auch von den beiden Männern, die plötzlich in ihrer Nähe auftauchen ...


Hin und wieder kommen Abschnitte aus der Sicht von dem Prinzen und vom Attentäter vor. Beides steigert die Spannung, da doch die Beweggründe und auch die Identitäten der beiden verborgen bleiben. Dies hat das Buch so interessant gemacht, denn es ist dadurch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte, sondern bekommt eine zusätzliche Ungewissheit, die mich als Leser fast um den Verstand gebracht hat. Ich wusste einfach nicht, wem ich vertrauen konnte, obwohl mein Unterbewusstsein sich leise schon für eine Person ausgesprochen hat.


Charaktere


 - Lia -


Lia ist ein sehr eigenwilliger Charakter, der nicht ganz so einfach zu durchschauen war, dennoch mochte ich so von Anfang an. Zu Beginn der Geschichte lernen wir sie bei einer Zeremonie kurz vor ihrer Hochzeit kennen und spüren bereits, dass sie mit dieser arrangierten Heirat nicht einverstanden ist. Wie auch? Schließlich hat sie den Prinzen von Dalbreck noch nie gesehen und soll ihn nur zum Mann nehmen, um die Feindschaft der beiden Königreiche auszulöschen. Kurzerhand flieht sie und versucht ein neues Leben zu beginnen.


Toll fand ich, dass die Prinzessin sich hier bewusst für ein einfaches Leben entschieden hat. Sie will arbeiten, Geld verdienen und der Teil einer Gemeinschaft sein. Sie ist, trotz einiger Eigenarten, ein herzensguter Mensch und deswegen musste ich sie einfach mögen.


Ihre Entwicklung während der Geschichte fand ich auch gelungen, denn sie flieht in erster Linie, um endlich frei zu sein, doch dann passieren Dinge, die sie an ihrer Entscheidung zweifeln lassen.


- Rafe und Kaden -


Hier haben wir unsere beiden Männer, die plötzlich in Lias Umfeld auftauchen. Wir wissen, dass einer von ihnen der Prinz von Dalbreck ist, während der andere ein Attentäter sein muss. Beide Personen können bis auf das letzte Drittel des Buches nicht so recht charakterisiert werden, da eben die Spannung, wer nun wer ist, aufrecht erhalten werden musste. Mich hat die Autorin vollkommen auf eine falsche Fährte geführt, denn tatsächlich habe ich hier der falschen Person Vertrauen geschenkt.


Auch wenn beide Männer erst einmal nur Nebenfiguren und beide recht geheimnisvoll bleiben, ändert sich dies am Ende und wir bekommen mehr Informationen und auch die Auflösung, wer denn nun welche Absichten hegt!


Meine Meinung


Allein das wunderschöne Cover hat mich schon neugierig auf dieses Buch gemacht und auch der Inhalt versprach viele Überraschungen. Genau so kam es dann auch. Der Einstieg in das Buch fiel mir superleicht. Nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte drin und bin mit Lia geflüchtet. Schön fand ich hier, dass wir auch erst einmal die recht mittelalterliche Welt kennenlernen durften. Allein diese Beschreibungen haben dafür gesorgt, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich selbst in dieser Zeit gefangen.


Lia ist auf ihrer Reise nicht allein. Sie hat Pauline, eine Bedienstete und zeitgleich gute Freundin an ihrer Seite. Pauline selbst habe ich schnell in mein Herz geschlossen, denn auch sie hat eine kleine eigene Geschichte: Sie ist selbst verliebt und hofft, dass ihr Geliebter sie irgendwann findet und ein Leben mit ihr aufbaut. Lia hingegen ist vor ihrer eigenen, leider arrangierten, Hochzeit geflüchtet, weil sie keinen Prinzen heiraten kann, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Was sie jedoch nicht weiß: Der Prinz von Dalbreck und ein Attentäter sind bald ganz in ihrer Nähe.


Wow, dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können. Auch wenn es erst einmal wie eine typische Liebesgeschichte klingt, ist es eigentlich viel mehr. Die erste Hälfte ist so spannend, weil der Leser genau weiß, dass einer der beiden Männer ein Attentäter sein muss. Doch wer? Toll fand ich, dass es Kapitel aus der Sicht des Prinzen und des Attentäters und gleichzeitig auch von Rafe und Kaden gab und der Leser dennoch nicht rausfinden konnte, wer denn nun wer ist. Es fiel mir sehr schwer, jemanden zu vertrauen und ich muss sagen, dass ich mich von der Autorin ganz schön an der Nase hab herumführen lassen!


Lias Wunsch nach einem eigenen Leben wandelt sich im Laufe der Handlung, denn die Prinzessin kommt irgendwann an einen Punkt, an dem sie begreift, wie egoistisch ihre Entscheidung doch war. Kann man das eigene Leben über das Wohl des Volkes stellen? Lia war ein Charakter, den ich von Anfang an mochte und mit dem ich mitfiebern konnte. Sie hat Temperament, steht für ihre Überzeugung ein, doch hat auch Momente voller Selbstzweifel.


Auch die Sichtweisen des Prinzen und Attentäters haben mir sehr gut gefallen, auch wenn beide Personen deswegen lange Zeit recht blass blieben, da sie nichts von sich preisgeben konnte. Die eigentliche Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext wie eine Dreiecks-Beziehung klingt, lief sehr schnell ab. Zwar hätte ich mir hier mehr Gefühl gewünscht, aber ich fand es auch passend, dass sich alles langsam entwickelt. So ist die Liebe eben, manchmal kommt sie ganz spontan, doch manchmal muss sie sich auch entwickeln.


Das Ende von "Der Kuss der Lüge" fand ich sehr spannend, Es gibt einige Offenbarungen und einen sehr gemeinen Cliffhanger, der mich jetzt ungeduldig auf den zweiten Teil warten lässt. Es gibt, besonders auf den letzten 150 Seiten, noch einige sehr traurige Momente, bei denen ich echt schlucken musste und die bewiesen haben, wie nahe mir die Charaktere am Ende doch standen. Auch wenn die Liebesgeschichte hier im ersten Teil nur wenig Platz eingenommen hat, hoffe ich, dass es im zweiten Teil noch weitere Entwicklungen geben wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt!


Fazit


"Der Kuss der Lüge" ist ein sehr intensives Buch mit einer tollen Protagonisten und zwei Männern, bei dem einer nicht der ist, der er vorgibt zu sein! Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn die Liebesgeschichte für mich etwas zu kurz kam. Ich hoffe, dass der zweite Band noch einige Entwicklungen haben wird!

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392 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, jenny han, briefe, familie

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

john boyne, pipe, geistergeschichte, horror, schauergeschichte

Haus der Geister

John Boyne , Sonja Finck
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2016
ISBN 9783492307994
Genre: Historische Romane

Rezension:


Obwohl "Haus der Geister" von John Boyne nur als einfacher Roman bezeichnet wird, muss ich sagen, dass mich diese Erzählung weit mehr begeistern konnte, als zahlreiche Horror- und Mysterygeschichten zuvor. Ja, ich muss gestehen, dass mich als absoluter Horrorfan fast nichts mehr vom Hocher reißt, ich aber dennoch immer noch auf der Suche nach spannenden und gruseligen Büchern bin! Für mich zählt vor allem die Atmosphäre, ich brauche keine Unmengen Blut oder Slasher-Szenen, daher hat Haus der Geister" genau meinen Geschmack getroffen! 




Das Buch beginnt recht ruhig, aber dennoch mit einem traurigen Ereignis für unsere Protagonistin Eliza. Hals über Kopf kehrt sie ihrem bisherigen Leben den Rücken zu und reist nach Gaudlin Hall, einem düsteren Anwesen in Norfolk. Noch als de Zug in den Bahnhof einfährt, stellt sie fest, dass hier irgendwas nicht stimmt. Sie wird von einer Frau angerempelt, die auf ihrem Koffer die selben Initialen hat wie der Verfasser der seltsamen Annonce in de Zeitung. 




Alles überschlägt sich und es passieren einige merkwürdige Dinge. Erstaunlich finde ich hier, dass es der Autor schafft, diese kleinen Vorkommnisse so gruselig erscheinen zu lassen. Teilweise hatte ich tatsächlich eine Gänsehaut und ich habe mich gefühlt, als würde ich selbst in diesem gruseligen Haus leben müssen. 




Zwar muss ich gestehen, dass die Hauptstory um die Geister recht vorhersehbar ist, aber dennoch konnte mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann ziehen. Ein wenig hat mich die Story an den Film "The Boy" erinnert, der im vergangenem Jahr im Kino war und der mich ebenso begeistern konnte. Durch die Zeitepoche, für die John Boyne sich hier entschieden hat, wirkt aber alles noch viel unheimlicher und dramatischer. 




Ich konnte mit Eliza mitfiebern und ich habe mich mit ihr zusammen auf die Suche nach den erschreckenden Hintergründen der ehemals glücklichen Familie gemacht. Für mich passt hier alles zusammen: Die Atmosphäre, die Story, die Charaktere und auch das Ende, das gar nicht so firedlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint! 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

geheimnis, roman, familiengeheimnis, somerset, england

Das Haus der leeren Zimmer

Lesley Turney , Monika Köpfer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2017
ISBN 9783492309462
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil 


"Das Haus der leeren Zimmer" von Lesley Turney hat sich vom Klappentext her echt interessant angehört und auch Titel und Cover haben mich angesprochen. Nach den ersten Seiten stellte sich aber direkt schon Ernüchterung ein, denn ich wurde und wurde einfach nicht mit dem Schreibstil der Autorin warm. Er ist zwar betont einfach gehalten, aber dadurch auch sehr eintönig. Es gab keine Momente, die mir halfen, am Ball zu bleiben.


Die Plotidee empfand ich als interessant und es gab durchaus Potenzial, aber die Umsetzung war für mich leider überhaupt nicht gelungen. Zum einen wirkten die Charaktere zu blass, allen voran unsere Protagonistin, die für auf mich während der gesamten Geschichten nicht wie eine Hauptcharakterin wirkte. Ganz im Gegenteil, für den Leser bleibt sie nur eine Randfigur, beziehungsweise einfach nur jemand, der durch die Story führt.


Charaktere


- Amy -


Leider erfahren wir über Amy recht wenig. Auch wenn sie hier unsere Protagonistin ist, steht sie doch nicht im Fokus der Geschichte, denn es geht im Grunde "nur" um ein Geheimnis, das von ihr nach und nach durchschaut wird. 


Als eine Familie, für die Amy früher tätig war, einen schweren Schicksalsschlag erleidet, reist Amy nach England, um dort für die Frau und das Kind zu sorgen und ihnen ein wenig Last abzunehmen. Die drei haben kein Geld und versuchen, durch Spenden der anderen Dorfbewohner, zu überleben. Julia, die Mutter des Kindes, zieht sich immer mehr zurück und so ist Amy die einzige, die in dem alten Cottage noch für ein wenig Ordnung und Leben sorgt.


Schade fand ich, dass Amy selbst für die Entwicklung der Geschichte überhaupt nicht wichtig war. Sie leitet den Leser nur durch den Roman und das war für mich das größte Problem, denn mir fehlte eine Person, mit der ich mich identifizieren konnte. Amy selbst bleibt farblos, sie hat, bis auf ihren Vater, der seine Tauben mehr zu lieben scheint als sie, keinerlei Hintergrundgeschichte. Das hat es für mich schwer gemacht, ihre Rolle in dem ganzen Szenario zu erkennen. Letztendlich muss ich sagen, dass die Autorin nur durch die kleine Liebesgeschichte versucht hat, eine Parallele zu ziehen.


Meine Meinung


Ich fange meine Rezensionen gerne mit den positiven Seiten eines Buches an, doch bei "Das Haus der leeren Zimmer" muss ich ehrlicherweise sagen, dass es mir aufgrund meiner Frustration schwerfällt, etwas Positives zu nennen. Für mich hat sich das Buch wie ein Debüt angefühlt, umso überraschter war ich, dass Leyley Turney bereits vier Bücher herausgebracht hat und als Texterin in England arbeitet.


Ihr Buch "Das Haus der leeren Zimmer" spielt hier ebenfalls in England des Jahres 1961. Leider kam für mich die Zeit und das Land zu dieser Zeit kaum rüber, denn im Großen und Ganzen hätte die Geschichte auch im Hier und Jetzt spielen können. Es gab keine Merkmale, keine Hintergrundfakten, die eben aufzeigten, dass wir uns im Jahre 1961 befinden.


Dies hätte ich noch akzeptiert, wenn wenigstens die Geschichte gestimmt hätte, doch leider sind die ersten 200 Seiten extrem trocken und es passiert kaum etwas. Zwar gibt es eine paranormale Seite, die mich als Fan des Übernatürlichen eigentlich begeistern sollte, aber auch diese kam mir zu kurz.


Viviane, das Kind der Familie, hat plötzlich eine Fantasiefreundin mit dem Namen der verstorbenen Schwester ihrer Mutter. Caroline, besagte Schwester, spielt eine zentrale Rolle in diesem Buch, denn es geht um ihre Geschichte, die hier nach und nach aufgedeckt wird.


Dieses Geheimnis, was letztendlich offenbart wird, fand ich eigentlich sehr gut und teilweise sogar schockierend, doch dadurch, das ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte, hat es wohl letztendlich die Wirkung gezeigt, die sich die Autorin gehofft hatte. Wie oben bereits erwähnt, fand ich den Plot wirklich gut, doch durch die fehlende Nähe zur Protagonistin und einer recht eintönigen Erzählweise, konnte mich das Buch letztendlich nicht fesseln. Ich muss hier ehrlich sein und sagen, dass ich oft kurz davor gewesen bin, das Buch einfach abzubrechen, doch ich wollte durchhalten, in der Hoffnung, am Ende noch überrascht zu werden.


Die Auflösung ist hierbei tatsächlich nicht schlecht, aber der ganze Weg dahin konnte mich nicht begeistern. Es gab kaum Spannungsmomente und besonders die erzwungene und viel zu schnell abgehandelte Liebesgeschichte hat bei mir für Frustration gesorgt. Ich denke, von Lesley Turney werde ich kein Fan werden!


Fazit


Eine interessante Plotidee trifft auf eine Protagonistin, die mit der Hauptstory eigentlich überhaupt nicht zu tun und die dementsprechend blass wirkt. Besonders enttäuschend fand ich die erzwungene Liebesgeschichte, die keinerlei Emotionen besaß und nur die Story voranbringen und für Parallelen sorgen sollte. Schade!

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Tags: england, familiengeheimnis, geheimnis, roman   (4)
 

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178 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

thriller, entführung, psychothriller, trauma, helen callaghan

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"DEAR AMY- Er wird dich töten, wenn du mich nicht findest" hatte ich eigentlich gar nicht im Blick - bis ich bei einer lieben Bloggerkollegin eine Vorstellung zu dem Buch entdeckt habe. Da ich immer wieder gerne neue Psychothriller entdecke und mich in diesem Genre nach wie vor sehr wohl fühle, zog dieses Buch spontan bei mir ein.


Zu Beginn hat mich die Geschichte tatsächlich in seinen Bann ziehen können. Sie wirkt mysteriös und das Rätsel um die geschriebenen Briefe und das vermisste Mädchen konnte mich packen, doch nach und nach verlor ich immer mehr das Interesse. Ich denke, dass dies vor allem daran lag, dass vieles unnötig in die Länge gezogen wurde und eine echt spannende Wendung viel zu schnell und lieblos niedergeschrieben wurde.


Helen Callaghans Schreibstil ist eher ruhig. Sie lässt ihrer Protagonistin viel Zeit, sich zu entwickeln und einen eigenen Weg einzuschlagen, doch leider wirkt die Geschichte dadurch ein wenig in die Länge gezogen. Viel zu viel Wert legt die Autorin leider auch auf Margots Privatleben mit ihrer Scheidung und ihrem Problemen mit ihrem (Ex-)Mann. Dadurch konnte ich zu Margot selbst kaum Sympathie empfinden.


Charaktere


- Margot -


Margot ist Lehrerin und naja, eigentlich gar nicht einmal so beunruhigt über das vermisste Mädchen, wie der Klappentext angibt. Alle denken, Katie, das entführte Mädchen, wäre nur von Zuhause abgehauen und auch Margot nimmt dies zu Beginn der Geschichte einfach an - schließlich kümmert sich ja die Polizei um diesen Fall.


Dann bekommt Margot allerdings Briefe von einem vermissten Mädchen - das vor 15 Jahren spurlos verschwand und sie beginnt ein wenig nachzuforschen.Was mir an Margot nicht gefiel? Puhh, fast alles. Sie war ein ungemein anstrengender Charakter, der schon einen eigenen Kopf besitzt, aber damit oft durch die Wand will. Manchmal konnte ich ihre Handlungen nicht verstehen.


- Katie -


Natürlich dürfen auch Abschnitte aus der Sicht des Opfers und des Täters nicht fehlen, denn der Leser soll ja die Gefahr spüren. Nach dem allerersten Kapitel, in dem Katies Entführung geschildert wurde, war ich tatsächlich noch begeistert und hatte sogar das Gefühl, hier wieder einen richtig guten Thriller zu lesen. Leider haben mir die Abschnitte von ihr und dem Täter, der viel zu klischeehaft dargestellt wird, im Laufe der Geschichte nicht mehr gefallen!


Meine Meinung


"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" ist definitiv kein schlechtes Buch. Es erzählt eine solide Geschichte, in der sogar einige gut durchdachte und auch nachvollziehbare Wendungen vorkommen. Leider war mir die Protagonistin ähnlich wie in "Girl on the train" direkt unsympathisch, weil sie offensichtlich ein psychisches Problem hat, dieses aber hartnäckig ignoriert. 

Versteht mich nicht falsch, ich habe bestimmt nichts gegen psychisch kranke Person, ganz im Gegenteil, es ging mir einfach darum, dass ich mit ihrer wirren Gedankenwelt überhaupt nicht warm wurde und ich deswegen auch kaum Mitgefühl aufbauen konnte. Diese Distanz war für mich einfach nicht passend.


Über den Inhalt des Buches möchte ich hier gar nicht so viel erwähnen. Die Vermischung von Vergangenheit und Zukunft fand ich gelungen, aber letztendlich hätte die Geschichte viel flotter für mich erzählt werden müssen. Streckenweise habe ich mich echt gelangweilt und zu Beginn hat es mich extrem genervt, dass niemand so richtig nach Katie gesucht hat. Klar, es wurde angenommen, dass sie von Zuhause weggelaufen ist, aber irgendwie hat mich Margots Gleichgültigkeit darüber abgeschreckt.


Positiv muss ich erwähnen, dass das Buch schon einige Überraschungen aufweist. Eine wichtige kam mir allerdings deutlich zu früh und leider viel zu ruhig. Hier dachte ich: "Soll es das schon gewesen sein?" Nein, die Autorin lässt es sich natürlich nicht nehmen, einen typischen Showdown niederzuschreiben, der aus etlichen Filmen so wohl bekannt ist. Klar gab es auch hie wieder einige spannende Momente, aber im Großen und Ganzen war "DEAR AMY" für mich nicht mehr als Durchschnitt!


Fazit


"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" von Helen Callaghan ist von de Plotidee tatsächlich nicht schlecht und das Buch konnte mich durch ein paar Wendungen tatsächlich überraschen, aber leider gestaltete sich das Lesen als sehr zäh für mich. Mit der Protagonistin wurde ich nicht warm und über die streckenweise Langeweile kann ich einfach nicht drüber hinwegsehen! 

Für mich war das Buch daher nur ein durchschnittlicher Thriller!

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1.190 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

liebe, john green, tod, freundschaft, internat

Eine wie Alaska

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 279 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 17.05.2014
ISBN 9783446246676
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Ich wollte schon lange mal ein Buch von John Green lesen, der ja sehr emotionale Jugendbücher schreibt. Jetzt war es endlich so weit und ich habe mich für seinen Debütroman "Eine wie Alaska" entschieden. Zu Beginn ist das Buch eine unterhaltsame Internatsgeschichte über neue Freundschaften, Streiche und den Start des Lebens.


Während wir Miles, der bis jetzt immer ein Außenseiter war, während seiner ersten Tage auf dem Internat begleiten, wird durch die Kapitelüberschriften ein drohender Schicksalsschlag angedeutet. Die Geschichte beginnt 136 Tage davor und endet 136 Tage danach. Der Leser wird darauf vorbereitet, dass etwas Schlimmes passiert und lernt in der Zeit bis zu diesem Moment, der alles zu zerbrechen droht, erst einmal alle Charaktere kennen.


Mir hat John Greens Schreibstil sehr gut gefallen. Die Nähe zu den Charakteren, besonders zu dem Protagonisten hat mich mitfühlen lassen und alle Nebencharaktere waren so toll beschrieben, dass ich selbst das Gefühl hatte, auf das Internat zu gehen.


Charaktere


- Miles -


Miles ist der typische Außenseiter und er hofft, dass es im Internat besser wird. John Green, der Autor des Buches, hat hier ein paar seiner eigenen Schulerfahrungen niedergeschrieben und deswegen ist Miles auch so ein glaubhafter Charakter. Er ist kein Held, er ist nicht perfekt, sondern durch und durch menschlich. Ich konnte mit Miles mitfühlen, er ist ein wirklich liebenswerter Charakter. 


- Alaska -


Alaska mochte ich ebenfalls, auch wenn sie bis zum Ende hin undurchschaubar blieb. Alaska ist ein sehr draufgängerisches Mädchen. Sie ist auf der einen Seite sehr nachdenklich, doch auf der anderen Seite sehr überdreht und immer für einen Spaß offen. Kein Wunder also, dass sich Miles irgendwie in sie verliebt. 


Um Liebe geht es in dem Buch aber nicht. Dafür ist Alaska zu unnahbar. Außerdem hat sie einen Freund, ist aber dennoch nicht so recht glücklich. Ihre Hintergründe, jene, die man im Lauf der Geschichte erfährt, empfand ich als traurig, weswegen ich auch mit ihr mitfühlen konnte.


Meine Meinung


"Eine wie Alaska" ist ein Buch, dass ich ewig schon lesen wollte. Was mich abgehalten hat? Eine Rezension, die mich leider gespoilert hat. Ich wusste also schon, was dieser Schicksalsschlag ist und hatte das Buch deswegen immer vor mich hergeschoben, weil ich dachte, dass es mich doch eh nicht überraschen könnte.


Nun hatte ich aber spontan Lust auf die Geschichte und nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass es wirklich schwer ist, das Buch wiederzugeben, ohne von der Wendung in der Mitte der Geschichte zu erzählen. Aber keine Angst, ich werde hier den Mund halten und nichts verraten, um euch nicht den Spaß zu nehmen!

Bemerkenswert fand ich die sensible Art John Greens, seine Charaktere zu beschreiben. Sie alle wirken lebendig, so echt und eben alles andere als perfekt. Wir haben einen Außenseiter, der endlich Freunde findet, als Protagonisten und beim Lesen fühlte es sich so, als würden wir einem Charakter folgen, der endlich anfängt zu leben und der kennenlernt, was Spaß ist. 


Auf dem Internat werden Streiche gespielt, die "bösen" Jungs werden bestraft und es gibt einige witzige und auch tiefgründige Unterhaltungen. Das Buch klingt erst einmal spaßig und das ist es auch, doch es hat auch eine sehr melancholische Seite an sich.


Da der Leser immer wieder damit konfrontiert wird, dass in einigen Tagen etwas passiert, wächst die Spannung und auch das Buch wird schwermütiger. Vielleicht lag dies aber nur auch nur daran, dass ich bereits wusste, was passieren wird. Während ich mit Miles und seinen neuen Freunden gelacht habe, blieb doch immer ein gewisser bitterer Nachgeschmack. 


Das Buch wird ab der Hälfte wirklich traurig und ich habe ein paar Mal mit den Tränen gekämpft. "Eine wie Alaska" ist aber keine Geschichte, die einfach nur runterzieht, ganz im Gegenteil. Sie ist im gleichen Atemzug einfach schön und spendet Kraft. 


Mir hat das Buch von der ersten Seite an gut gefallen. Es hat mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen, aber es hat mich nie alleingelassen. Das war für mich das Besondere an dem Buch. Ich hatte das Gefühl, mit alledem nicht selbst fertig zu werden. Aus diesem Grund habe ich die letzten Seite auch mit einem positiven Gefühl beenden können und werde wohl noch öfter an Alaskas Geschichte denken!


Fazit


"Eine wie Alaska" ist eine tiefgründige Geschichte, die mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen hat. Obwohl es einige todtraurige Momente gibt, ist die Geschichte dennoch schön und erzählt vom Erwachsenwerden und echten Freundschaften! Eine klare Empfehlung!

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

internat, liebe, freundschaft, alkohol, schule

Eine wie Alaska

John Green , Andreas Fröhlich , Sophie Zeitz
Audio CD
Erschienen bei Silberfisch, 15.08.2008
ISBN 9783867426428
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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21 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

dystopie, rußatem, romeo und julia, endzeit, hubert wiest

Rußatem

Hubert Wiest
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 12.01.2017
ISBN 9781541367463
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schreibstil


Bei Lovelybooks durfte ich zusammen mit anderen Lesesüchtigen vor nicht allzu langer Zeit das Buch "Schattensurfer" von Hubert Wiest entdecken. Dieses spannende Jugendbuch hatte mich so sehr begeistert, dass mich der Autor nicht lange bitten musste, mein Glück bei der Leserunde zu seinem neusten Buch zu versuchen.


"Rußatem" ähnelt "Schattensurfer" in vielerlei Hinsicht! In erster Linie ist das Buch wieder einmal eine spannende Abenteuergeschichte für jüngere Leser, allerdings beginnt alles hier ein wenig melancholischer. Die Menschen in Jaikong leben unter einer Kuppel und nur dort gibt es gute Luft, während außerhalb, in den sogenannten Industrieringen, nur die "Verstoßenen" leben und arbeiten müssen - in Dreck und mit der Aussicht auf ein sehr kurzes Leben.


Diese Gesellschaftskritische Seite nimmt allerdings nicht viel Platz ein, denn in erster Linie lässt Hubert Wiest seine beiden Protagonisten hier wild durch diese "Welt" springen und so einige Hürden meistern.


Hubert Wiests Schreibstil hat mir wieder einmal gefallen, allerdings muss ich auch sagen, dass mir vieles einfach zu schnell ging und ich beim Lesen an einigen Stellen überfordert war. Vor allem das Ende läuft so flott ab, dass für mich vieles nicht aufgelöst wurde. Ich denke, hier hätte eventuelle eine Teilung in zwei oder sogar drei Teilen der Geschichte gut getan, denn leider wirkt sie oftmals sehr oberflächlich.


Charaktere


- Kalana -


Von den beiden Protagonisten fand ich Kalana am interessantesten. Sie hat eigentlich vor, Schauspielerin zu werden, doch da sie einen zu schlechten Notendurchschnitt hat, kommt sie erst einmal in den dritten Industriering und sieht dort, wie das Leben außerhalb von Jaikong abläuft. Die Luft ist schmutzig, sie kann kaum atmen und ihre Lebenserwartung sinkt um viele Jahre.


Hubert Wiest legt nicht viel Wert auf Charakterentwicklung, weswegen wir seine Protagonisten nicht so recht kennenlernen. Bei beinahe jedem anderen Buch hätte ich dies wohl kritisieren müssen, aber hier passt es doch zur Geschichte. Er lässt seine Charaktere einfach agieren, setzt sie Gefahren aus und löst alles auf. Das hat mir gut gefallen.


Ich muss hier aber noch anmerken, dass ich mir besonders bei Kalana mehr Entwicklungen gewünscht hätte, teilweise wirkt sie doch recht egoistisch und für meinen Geschmack hätte sie sich ein wenig mehr Gedanken über die Welt machen und Selbstständigkeit zeigen können.


- Quinn -


Quinn ist wohl ein typischer Junge in der Pubertät, der sich nur für Fußball, äh, Vincoon interessiert. Vincoon ist praktisch die Volkssportart der Zukunft und er ist ein begnadeter Spieler, der natürlich hoch hinaus will. Zu Beginn kommt er zu den Aeronauten, denn dort heißt es, gute Aussichten auf einen Platz in der Mannschaft zu haben. Seine Leidenschaft nimmt einen großen Teil des Buches ein, einen sehr großen Teil.


Ich muss gestehen, dass ich ein echter Sportmuffel bin. Ich besitze keinen Fernseher und selbst wenn ich einen hätte, würde ich wohl nie auf die Idee kommen, irgendwelchen Leuten beim Sport machen zuzuschauen. (In der Zeit mache ich lieber selbst Sport! :P) Ich denke aber, dass von Vincoon besonders junge männliche Leser begeistert sein werden.


Quinn war an und für sich ein interessanter Charakter, allerdings liebt er lange Zeit tatsächlich nur das Vincoon-Spiel und manchmal konnte ich seine Gedanken nicht nachvollziehen. An einigen Stellen wirkt er arg egoistisch und bei manchen seiner Taten konnte ich ihn nicht so recht verstehen. Aber wie zuvor erwähnt, um Charakterentwicklung geht es in dem Buch auch gar nicht!


Meine Meinung


"Rußatem" hat mich auf den ersten Seite an eine meiner liebsten Dystopien erinnert. "Breathe - Gefangen unter Glas" von Sarah Crossan hat mich damals begeistert, besonders da die Kritik doch aktuell ist. Wir Menschen zerstören die Natur, wir zerstören alles und denken nicht an die Konsequenzen. Dass wir auch die Luft unnötig verschmutzen ist klar, aber doch gibt es keine Einsicht und so ist das Szenario in "Rußatem" gar nicht so abwegig. 


Jaikong existiert nur unter einer Kuppel, unter der es ausreichend Sauerstoff gibt. Die Luft wird gefiltert und die Menschen dort haben ein sorgenfreies Leben. Doch nicht alle Menschen dürfen dort Leben. Für gut 30 Millionen Einwohner gibt es dort keine Luft und so wurde beschlossen, dass die Leistung darüber entscheidet, ob jemand in Jaikong bleiben darf oder auf einen der Industrieringe geschickt wird. Mit jedem Industriering nimmt die Lebenserwartung durch die verschmutzte Luft ab, am schlimmsten ist es auf dem letzten, den fünften. 


Kalana träumt davon, eine berühmte Schauspielerin zu werden. Sie ist sich sicher, dass sie Jaikong nicht verlassen muss - doch dann geschieht genau das. Sie wird dem dritten Industriering zugeteilt und sie muss hart arbeiten, um wenigstens in dieser Zeit gut gefilterte Luft zu bekommen. Dieses Szenario fand ich erschreckend und es hat mich wieder einmal an unser Leben erinnert. Wie ich so gerne sage: wir leben schon längst in einer Dystopie, wir arbeiten viel und hart, um zu überleben. Geld ist wie Sauerstoff, ein wichtiger Faktor, um zu überleben.


Während Kalana im dritten Industriering hockt, lebt Quinn seinen Traum, ein berühmter Vincoon-Spieler zu werden. Wer hier jetzt eine Liebesgeschichte erwartet, wird wohl ein wenig enttäuscht werden, denn darum geht es in dem Buch nur ganz am Rande. Vielmehr steht das Abenteuer, das beide erleben, im Vordergrund und dabei werden viele Orte dieser Welt der Zukunft entdeckt.


Fehlende Spannung kann man Hubert Wiest auf jeden Fall nicht vorwerfen. Das Buch hat solch ein rasantes Tempo, dass ich an vielen Stellen kaum noch mitkam. Dadurch, dass es so viele potenzielle Gefahren durchläuft, wirkt es streckenweise aber sehr einfach, denn unsere beiden Protagonisten werden als Superhelden dargestellt und jedes Problem löst sich von selbst. Dabei bleibt an einigen Stellen die Logik auf der Strecke und auch ein gewisser roter Faden ist kaum zu sehen, was aber durch die permanente Abwechslung fast wieder ausgeglichen wird.


Das Ende von "Rußatem" konnte mich allerdings gar nicht überzeugen. Alles lief zu schnell ab und wirkte sehr verkrampft, als wäre eine gewisse Seitenzahl erreicht und die Geschichte müsste jetzt doch noch in Richtung "Happy End" gedrängt werden. Schade ist hier, dass die Melancholie des Anfanges nicht ausgebaut werden konnte und dass doch einige Dinge unbeantwortet blieben. Ich denke, dass sich der Autor hier etwas mehr Zeit hätte lassen können, um alles rund abzuschließen - oder von vorneherein die Geschichte aufteilen sollen. 


Fazit


"Rußatem" von Hubert Wiest ist eine dystopische Geschichte über eine Welt, in der ein gnadenloser Kampf um Sauerstoff und Gerechtigkeit beginnt. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, es ist spannend und weißt viele Wendungen auf, doch als Gesamtwerk betrachtet, fehlte es mir doch an einigen Stellen an Logik und Tiefe. Jüngere Leser dürfte das Buch allerdings begeistern und daher spreche ich trotz meiner Kritik gerne eine Empfehlung aus! (Ich hätte hier wohl 3,5 gegeben, da das aber nicht geht, entscheide ich mich für 4!)

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

drogen, ink rebels, liebe, new adult, party

Wenn ich dich nicht erfunden hätte

Julia Dibbern
E-Buch Text: 168 Seiten
Erschienen bei null, 01.01.2017
ISBN B01M6B53T6
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Schreibstil


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" von Julia Dibbern ist ein Buch, das ich ganz spontan bei Lovelybooks entdeckt und das ich dort mit anderen Büchersüchtigen gelesen habe. Allein das Cover ist für mich ein echter Hingucker und nach dem Lesen des Klappentextes habe ich mich auf eine schöne romantische und fantasievolle, wenn auch melancholische Geschichte eingestellt. Doch letztendlich ist "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" eher eine typische "naives Mädchen trifft Bad Boy"-Geschichte.


Müsste ich allein den Schreibstil der Autorin bewerten, würde ich wohl die volle Punktzahl geben. Ich mochte Julia Dibberns Stil sehr, er ist jung, frisch und lebendig. Es gibt einige überaus witzige und charmante Stellen und das Buch lässt sich wirklich schnell lesen., perfekt also für ein Jugendbuch. Was der Autorin aber leider nicht gelungen ist: Bei mir ist keinerlei Gefühl angekommen. Beinahe alle Charaktere haben mich kalt gelassen, was besonders an der überaus naiven Protagonistin lag, dich mit bis zum Schluss leider sehr viele Nerven gekostet hat.


Charaktere


- Leo -


Leos leicht verpeilte Art fand ich zu Beginn der Geschichte noch liebenswert, doch leider mischte sich diese Verpeiltheit mit einer riesigen Portion Naivität. Während es am Anfang noch recht witzig ist (als sich Leo beispielsweise eine völlig heruntergekommene Wohnung schönzureden versucht!) , schlägt es irgendwann um und mir kam ihre Naivität einfach nur noch dumm vor.


Vom Cover her hätte ich hier mit einer recht melancholischen Story gerechnet. Ich dachte, ich könnte mich durch meine eigene Liebe zum Schreiben mit Leo identifizieren, denn ich habe auch oft das Gefühl, dass meine Protagonisten zum Leben erwachen, doch letztendlich sind die Geschichten von Leo nicht wichtig für den Verlauf. Leider wirkte Leo auch nicht wirklich nachdenklich auf mich, wie bereits erwähnt kam sie mir mit ihrem Gedanken manchmal wirklich dumm vor. Naivität ist das eine, aber alles durch eine rosarote Brille zu sehen und überhaupt nicht mehr auf das Umfeld zu achten, ist etwas anderes. Erste Liebe hin oder her.


Als Leo auf Loris, den "Jungen aus ihrer Geschichte" trifft, stürzt sie sich in eine Liebelei mit ihm, die mich teilweise wütend gemacht hat. Eine gewisse Naivität ist mit 18 und dem Beginn des eigenen Lebens wohl zu erwarten, aber mit ihrer Art hat sich Leo einen Platz auf dem Treppchen der naivsten Charaktere verdient. Sie hat das große Talent, wirklich alles auszublenden und sich alles irgendwie zu erklären. Für die letztendliche Geschichte rund um die hoffnungslose Beziehung zwischen den beiden war diese Charaktereigenschaft nützlich, aber meiner Meinung nach hat es die Autorin hier etwas übertrieben.


- Loris -


Über Loris möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, denn das würde einen großen Teil der Spannung wegnehmen. Ich kann nur sagen, dass er mir von Anfang an unsympathisch war, was wohl auch so von der Autorin beabsichtigt war, doch leider konnte mich dann die "Beziehung" auch nicht so recht packen.


Loris ist ein Partygänger, jemand der Mädchen nur benutzt und der gleichzeitig nur an sich selbst zu denken scheint. Ob so jemand eine naive Freundin braucht, die sich an ihn klammert? Die einfach alles mit sich machen lässt? Vielleicht, ja vielleicht ... 


Meine Meinung


Der Anfang des Buches hat mich noch begeistert. Ich wollte mit Leo zusammen den Ernst des Lebens kennenlernen, das Studium beginnen, Freundschaften schließen und mich verlieben, doch bei mir hat die Geschichte leider schnell für Ernüchterung gesorgt und es fällt mir jetzt schwer die richtigen und vor allem ehrlichen Worte zu finden.


Diese recht typischen und von vielen Lesern gehypten "Bad Boy"- Geschichten mag ich nur selten. Bis jetzt konnte mich nur wenige Bücher dieses Genres begeistern. "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" von Carina Bartsch beispielsweise, oder auch mein Liebling "Engel und Joe" von Kai Hermann. In diesen Büchern habe ich mit den Protagonisten gelitten, geweint und jeden Moment genossen, doch in "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" gab es für mich leider keinen Charakter, der mich begeistern konnte. Die angesprochene Naivität von Leo hat mich immer mal wieder das Buch zur Seite legen lassen und letztendlich habe ich für dieses Buch länger als gewöhnlich gebraucht.


Die Geschichte rund um Leo und Loris lässt sich auf jeden Fall gut lesen und die Autorin spricht zudem eine ernste und aktuelle Thematik an. Leider fehlten mir die Emotionen. Ich konnte weder Leo verstehen, die plötzlich zum ersten Mal verliebt ist und sich Hals über Kopf in alles stürzt, noch Loris, dessen Hintergründe nicht so recht beleuchtet werden.


Den meisten Lesern der Leserunde hat das Buch allerdings gefallen und ich muss hier abschließend auch noch einmal sagen, dass ich Julia Dibberns Stil passend für die Art der Erzählung fand. Besonders Jugendliche dürften sich hier angesprochen fühlen, auch wenn ich empfohlene Altersempfehlung von 14+ doch etwas zu tief angesetzt finde. Es ist auf jeden Fall keine schlechte Geschichte, denn letztendlich fügt sich doch alles gut zusammen und es gibt eine Botschaft, die der Leser mitnehmen kann. Mich persönlich konnte das Buch allerdings nicht abholen, es fehlte mir an Tiefe und ich denke, es ist wieder so eine Geschichte, die ich trotz der sehr ernsten Thematik, schnell wieder vergessen werde ...


Fazit


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" von Julia Dibbern ist eine recht typische "Bad Boy"- Geschichte. Der Schreibstil hat mich überzeugt, doch die Geschichte konnte es nicht. Für mich waren keinerlei Emotionen spürbar und die Naivität der Protagonistin, so förderlich sie auch für die Geschichte ist, hat mich das Buch oft zur Seite legen lassen.

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nachtängste, england, psychologischer thriller, sarah pinborough, luzides träumen

Sie weiß von dir

Sarah Pinborough , Ulrike Thiesmeyer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.01.2017
ISBN 9783499272653
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Obwohl es bei mir in der vergangenen Woche drunter und drüber ging, habe ich einen neuen Psychothriller angefangen, da dieses Genre doch in diesem Monat ein wenig zu kurz kam. "Sie weiß von dir" von Sarah Pinborough ist tatsächlich ein sehr spannender und unvorhersehbarer psychologischer Thriller, der mir beim Lesen nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken hat wandern lassen!


Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der zwei Frauen erzählt. Die Affäre und die Ehefrau. Hin und wieder gibt es zudem Einblicke in die Vergangenheit der Ehefrau und der Leser muss selbst entscheiden, wen er vertrauen kann. Mir fiel dies sehr schwer, denn bis zum Ende blieb die Dreierkonstellation undurchschaubar und ich war mir unsicher darüber, wer hier nun gut und wer böse war.


Sarah Pinborough hat hier drei sehr interessante Charaktere geschaffen und ihre psychologische Sichtweise hat mich in den Bann gezogen. Alle Personen haben ihre eigenen Beweggründe und Geheimnisse. Das macht das Buch so interessant, denn der Leser ist sich bis zur Auflösung unsicher, wen er hier vertrauen kann!


Charaktere


- Louisa -


Louisa lernt in einer Bar einen Typen kennen und knutscht mit ihm rum. Zu ihrem Erschrecken muss sie feststellen, dass David verheiratet ist und die perfekte Frau hat. Es ist klar, dass Louisa da nicht mithalten kann, doch leider ist Davids Anziehungskraft zu groß! Sie beginnen eine Affäre, die sich schnell zu einer Liebe entwickelt. Doch dann ist da Adele, Davids Frau, mit der Luisa plötzlich befreundet ist und die ihr schreckliche Dinge über David erzählt. Wem soll sie vertrauen?


Louisa steht lange zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite ist da David, den sie beinahe vergöttert, doch dann ist da ihre neue "beste Freundin" Adele, die ihr urplötzlich auch sehr viel bedeutet. Ich empfand die Personenkonstellation unendlich spannend, denn besonders Louisa wollte ich bis zum Schluss vertrauen, doch ich habe es irgendwie nicht geschafft! 


- Adele -


Adele wirkt erst einmal wie die verletzte Ehefrau. Ihre Beziehung zu David ist schon lange zerbrochen, sie lebt still vor sich hin und trauert teilweise ihrer Vergangenheit nach. Dann lernt sie Louisa kennen und sie fasst einen Plan, der bis zum Ende nicht durchschaubar ist.


Ich mochte Adele als Charakter sehr gerne. Sie ist zerbrochen und lebt einfach nur vor sich hin, in der Hoffnung, dass David sie irgendwann wieder lieben kann. Als sie Louisa kennenlernt, ändert sich alles. Sie verliert ihre Abhängigkeit und scheint einen bitterbösen Plan zu verfolgen ...


Meine Meinung


Wow!!! Auch wenn ich extrem lange für das Buch gebraucht habe (jedenfalls für meine Verhältnisse) war "Sie weiß von dir" doch ein intensives Leseerlebnis. Die Dreiecksbeziehung hat mich fasziniert und oft hatte ich beim Lesen eine Gänsehaut, denn ich konnte die Personen einfach nicht einschätzen.


Auf der einen Seite ist da David, der ja noch immer mit seiner Frau zusammen ist, obwohl er sie eindeutig nicht mehr liebt. Natürlich hinterlässt es einen unangenehmen Nachgeschmack zu sehen, wie er sich dann in Louisa verliebt, aber gleichzeitig jeden Abend nach Hause kommt und den "netten" Ehemann spielt.


Louisa tat mir beim Lesen am meisten leid, auch wenn ich sie bis zum Schluss nicht einschätzen konnte. Sie steht zwischen David und Adele und kann sich nicht so recht entscheiden, wem sie vertraut. Dem Mann, den sie liebt oder der Freundin, die ihr schlimme Dinge über David erzählt. 


"Sie weiß von dir" handelt von Manipulation, von Intrigen, von Geheimnissen und vom Schmerz der Liebe. Es ist ein Buch, das mich von der ersten Seite gepackt und mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Solch einen Sog wünsche ich mir wahrlich bei jeder Geschichte!


Nun muss ich auch zum Ende beziehungsweise der Auflösung kommen. Leser, die immer alles logisch erklärt haben wollen, werden hier enttäuscht werden, denn es ist eindeutig eine Auflösung, die einfach total verrückt ist - und die ich aus diesem Grund so genial fand! Am Ende ergibt tatsächlich alles Sinn, wenn auch die Wende wirklich bitterböse und völlig abgedreht ist. Wie ich in anderen Rezensionen bereits gelesen haben, gibt es auch Leute, die hiervon enttäuscht sind, was ich voll und ganz verstehen kann. Dennoch war das alles mal etwas völlig anderes und diese durchgeknallte Überraschung hat mich echt zum Lachen gebracht.


Fazit


"Sie weiß von dir" ist ein spannender Psychothriller, der mich von der ersten Seite gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Die Geschichte ist undurchschaubar und als Leser wusste ich zu keinem Zeitpunkt, wem ich hier vertrauen kann. Die letztendliche Auflösung wird die Leserschaft gewiss spalten, ich fand sie, eben weil sie völlig abgedreht und realitätsfern ist, einfach genial und sehr mutig von der Autorin! Ich kann das Buch empfehlen, aber macht euch auf eine verrückte Wendung gefasst!

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thriller, horror, ring, jenny milewski, japa

Angstmädchen

Jenny Milewski , Maximilian Stadler
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453438804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Angstmädchen" hat mich bereits vom Cover und Klapentext her angesprochen. Ich liebe Geistergeschichten, besonders jene aus Japan, die oft sehr subtil wirken. Bei diesem Buch habe ich mich genau darauf eingestellt, eine schöne Mysterygeschichte, die mir einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Leider muss ich sagen, dass ich enttäuscht wurde.


Schon der Klappentext auf dem Buch hat einen Rechtschreibfehler. (Statt "eine Badewanne" steht dort "ein Badewanne") und leider zog sich dieser Stil auch durchs Buch. Es gab eine Stelle, in der Namen vertauscht wurden und wiederum viele Sätze, die einfach nicht flüssig wirkten und leider das Gesamtbild gestört haben. 


Zum Schreibstil der Autorin kann ich nicht direkt viel sagen. Er wirkt einfach, aber sie macht einen großen Fehler: Sie erzählt nur und zeigt dem Leser nichts. Nicht umsonst heißt es:"Show, don`t tell" und hier habe ich wieder einiges lernen können. Besonders im Gruselbereich reicht es nicht aus, die Atmosphäre einfach nur zu Beschreiben, nein, der Leser soll in das Geschehen abtauchen und alles selbst spüren. Das hat Jenny Milewski meiner Meinung nach nicht geschafft.


Charaktere


- Malin -


Malin ist ein junges Mädchen, das in das Studentenheim zieht und dort mit seltsamen Ereignissen konfrontiert wird. Schade ist hier, dass Malin, obwohl das Geschehen aus der "Ich"-Perspektive verfasst ist, sehr blass bleibt. Wir erfahren kaum etwas zu ihren Hintergründen, außer dass sie ursprünglich aus Korea kommt, aber in Schweden aufgewachsen ist. Aus diesem Grund blieb sie recht bedeutungslos für mich und ihre Ängste waren für mich nicht greifbar!


- Nebencharaktere -


Neben Malin stehen auch noch die anderen Studenten. die auf ihrer Etage wohnen, im Zentrum der Geschichte. Ich fand sie teilweise besser charakterisiert als unsere Protagonistin.


Meine Meinung


Leider muss ich gestehen, dass mich "Angstmädchen" enttäuscht hat. Die Geschichte erinnert stark an typische Horrorfilme, allerdings kann sie mit dem Grusel aus Korea nicht mithalten. Hier mal ein Haarbüschel und dort mal eine Pfütze macht halt noch keinen echten Horror aus! Bei mir kam jedenfalls keine unheimliche Spannung auf, obwohl ich es mir mit dem Buch extra abends im Bett gemütlich gemacht habe ... 


Zur Story kann ich nicht viel sagen, für mich war "Angstmädchen" kein Thriller, sondern viel mehr eine nette Jugend-Geister-Geschichte. Es gab keine Gruselmomente, nur die typischen Geisterbegnungen, die aber leider kaum Gefahr ausstrahlten. Für mich hatte das Buch leider kaum Atmosphäre und deswegen hat es sich beinahe ins unerträgliche gezogen. Auch die Protagonistin Malin ließ mich leider nicht mitfiebern, sie blieb bis zum Schluss blass und wurde beinahe durch die ganze Handlung gelenkt.


An und für sich ist die Geschichte solide, aber sie bietet kaum Spannung, denn wie ich bereits oben erwähnt habe, erzählt die Autorin die Geschehnisse zwar, aber ich als Leser hatte kein genaues Bild vor Augen. Yuko, das Geistermädchen, hat mir leider nicht einmal den Hauch einer Gänsehaut über den Rücken gejagt, ganz im Gegenteil, eher fand ich sie sterbenslangweilig. Es fehlte halt an dem Geheimnisvollen, eben das, was Filme wie "the Ring" oder "the Grudge" ausmacht! Es reicht eben nicht aus, einfach nur ein Mädchen zu erschaffen, dass lange Haare hat und durch die Gegend rennt!


Das Ende war nett, aber leider auch nicht mehr. Es lief plötzlich alles sehr schnell ab und sehr typisch. Überraschungen bietet das Buch keine, ich denke aber, dass es vielleicht sehr jungen Lesern gefallen könnte, die vielleicht eher zartbesaitet sind und sich schnell gruseln!


Fazit


"Angstmädchen" von Jenny Milewski konnte mich leider nicht überzeugen. Hier wird wieder einmal deutlich, wie wichtig der Spruch "Show, don`t tell" ist, denn für mich kam keinerlei Atmosphäre oder Spannung auf und die Protagonistin blieb bis zum Ende farblos. Leider konnte mich die Geschichte, die wohl eher für jüngere Leser ist, nicht begeistern!






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amnesie, thriller, psychothriller, mordanschlag, berlin

Das Gesicht meines Mörders

Sophie Kendrick
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.12.2016
ISBN 9783499272738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Das Gesicht meines Mörders" von Sophie Kendrick ließt sich vom Klappentext her erst einmal wie der typische Frau-wacht-aus-Koma-auf-Thriller. Solche Art von Geschichten gibt es wie Sand am Meer und ich kann gar nicht sagen, wie wie viele Bücher dieser Art ich bereits gelesen habe! Sophie Kendrick greift dieses Thema ebenfalls auf und das Buch liest sich zu Beginn tatsächlich wie die typische Story über eine Frau, die ihr Gedächtnis verliert und ihren Mann nicht mehr erkennt, doch nach und nach entwickelt sich die Geschichte in diesem Buch in eine völlig andere Richtung.


Sophie Kendrick hat einen angenehmen Schreibstil, der einen unkomplizierten Einstieg ins Buch ermöglicht. Die Geschichte aus der Sicht der Frau, die ihre Erinnerung verloren hat, ist durchgehend spannend und die Autorin spricht einige psychologische Themen an. Der Einblick in die Gedankenwelt unserer Protagonisten ist ihr gut gelungen und ich konnte direkt mit Clara mitfiebern!


Charaktere


- Clara -


Im Fokus der Geschichte steht Clara, die wie bereits erwähnt, zu Beginn der Geschichte aus dem Koma erwacht. Sie erkennt ihren Mann nicht mehr und kann sich auch nicht daran erinnern, wer sie ist. Zusammen mit Clara müssen wir uns dann dem wahren Grauen stellen, das anfängt, als sie in ihr gewohntes Umfeld zurückkehrt.


Nach und nach passieren seltsame Dinge und Clara zweifelt an ihrem Verstand. Hat sie Wahnvorstellungen? Wird sie wirklich verfolgt? Und warum verhält sich ihr Mann so komisch?

Diese Fragen geht der Leser mit Clara auf die Spur und lüftet dabei auch noch einige Geheimnisse ihrer Vergangenheit.


Zu Beginn der Geschichte war ich mir nicht sicher, ob ich Clara wirklich sympathisch finden soll. Sie ist doch recht eigen und der Kontrast zwischen der Person, die sie vorher war und die sie ohne Erinnerung ist, erschien mir doch riesig. Im weiteren Verlauf konnte ich aber mit ihr mitfiebern und war über ihre ganze Geschichte und die ganze Auflösung wirklich schockiert!


Meine Meinung


Eigentlich habe ich diesem Buch anfangs gar keine große Beachtung geschenkt. Die Story klang wie ein recht typischer Thriller für Zwischendurch, der sich bestens zum Abschalten eignet. Und genau so fängt die Geschichte auch an: Frau wacht aus Koma auf, erinnert sich nicht, erkennt ihren Mann nicht und weiß nicht, war ihr widerfahren ist. Hinzu kommt, dass sie anscheinend psychisch labil ist und an Verfolgungswahn leidet. Letzteres erschwert es ihr erst einmal, Realität von Wahn zu unterscheiden.


Neben diesen psychischen Problemen gibt es aber noch eine weitere Gefahr für unsere Protagonistin: jemand scheint es auf sie abgesehen zu haben. Nach und nach geschehen Dinge und Clara muss versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen und endlich ihre Erinnerungen wiederzuerlangen.


"Das Gesicht meines Mörders" ist durchwegs spannend. Da auch dem Leser die Vergangenheit Claras unbekannt ist, habe ich mich hin- und hergerissen gefühlt. Kann ich Clara überhaupt vertrauen? Was ist mit ihrem Mann Roland? Und warum hat sie weder Familie noch Freunde?


Obwohl ich anfangs skeptisch war und mir auch nach fünfzig Seiten noch nicht so sicher war, muss ich nach dem Lesen dieses Buches doch sagen, dass mich "Das Gesicht des Mörders" bestens unterhalten könnte. So klischeehaft die Geschichte auch anfängt, so originell sind doch die Wendungen und Geheimnisse. Als Leser hatte ich so einige Theorien aufgestellt und wurde auch zum Miträtseln animiert, doch mit dem Ende habe ich nicht gerechnet. Für mich hat die letztendliche Auflösung dieses Buch zu einer echten Überraschung gemacht.


Fazit


"Das Gesicht meines Mörder" ist ein Buch, das vom Klappentext her eine typische Story über eine Frau, die ihre Erinnerung verliert, vermuten, doch diese Geschichte bietet einige überraschende Wendungen und animiert zum Miträtseln. Für mich ein wahrer Psychothriller, der mich mit dieser Auflösung tatsächlich schockieren konnte!

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131 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

historischer roman, london, historisches london, londo, goga

Das Haus in der Nebelgasse

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453358850
Genre: Historische Romane

Rezension:

Schreibstil


"Das Haus in der Nebelgasse" war mein erstes Buch von Susanne Goga, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte, Da ich im letzten Jahr meine Leidenschaft für Romane, die um 1900 spielen, entdeckt habe, stand fest, dass ich dieses Buch hier unbedingt lesen muss.

Susanne Goga hat in ihr Werk sehr viel Recherchearbeit gesteckt. Atmosphärisch erzählt sie hier eine Geschichte über eine Lehrerin, die sich auf "Schatzsuche" begibt und präsentiert hierbei noch viele interessante Fakten wie den Tod von Oscar Wilde oder aber den Krieg, den England damals in Afrika hatte austragen müssen.

Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr gut, auch wenn in "Das Haus in der Nebelgasse" einige Längen vorhanden sind, die sie krampfhaft mit verschiedenen Gesprächen, die oft den gleichen Inhalt haben, zu füllen versucht. Die Hauptgeschichte um Laura und das Rätsel ihrer Familie fand ich gut ausgearbeitet, aber hier bot sich streckenweise leider ein winziges Problem, die Geschichte fließend voranzutreiben. Darauf werde ich aber später noch einmal eingehen! 

Charaktere

- Matilda -

Matilda ist eigentlich Lehrerin an einer reinen Mädchenschule, mutiert in diesem Buch aber zu einer Art Abenteurerin, als ihre Lieblingsschülerin nach den Ferien nicht mehr in der Schule auftaucht und sie eine sonderbare Karte von ihr bekommt. Sie begibt sich auf Schnitzeljagd und löst dabei das Rätsel um eine Familientragödie, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm.
Mir hat Matilda ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist eine Frau, die selbst ihr Köpfchen anstrengt und im Stillen schon lange die Unterdrückung der Frauen kritisiert. Nach außen hin muss sie zwar ihre Haltung wahren, doch im Inneren ist sie eine starke Persönlichkeit, die stets ihren eigenen Vorstellungen folgt. 

Ich habe Matilda schnell in mein Herz geschlossen und hatte viel Freude, mit ihr zusammen auf Schnitzeljagd zu gehen. Da die Autorin die Zeitepoche perfekt eingefangen hat, kann ich sagen, dass ich mich in der vergangenen Woche komplett im alten London aufgehalten und ganz nebenbei so einige interessante Fakten präsentiert bekommen habe.

Mein Meinung

Ich liebe Bücher, die einen komplett in eine andere Zeit versetzen und die einen so tief in sich abtauchen lassen, dass man die Ungerechtigkeit des damaligen Lebens am eigenen Leib spürt und mit allen Charakteren mitfühlen kann. So erging es mit mit "Das Haus in der Nebelgasse". Das Buch hat mich von der ersten Seite an in sich abtauchen lassen und mich magisch in den Bann gezogen, obwohl die Geschichte, die hier erzählt wird, sehr ruhig ist und beinahe ohne große Spannungsmomente auskommt.

Besonders toll fand ich die Charaktere. Neben Matilda habe ich auch die sehr direkte Mrs. Westlake in mein Herz geschlossen, die selbst Groschenromane schreibt und bei mir immer wieder für einen gewissen Witz gesorgt hat. Matilda trifft im Laufe der Geschichte auf viele Personen. Zwar fand ich einige zu unwichtig und viel zu kurz eingebunden (wie beispielsweise den Antiquitätenhändler!), aber dennoch schafft es die Autorin, allen Charakteren Leben einzuhauchen und dem Leser nebenbei noch viel Wissen zu vermitteln.

"Das Haus in der Nebelgasse" spielt komplett im Jahr 1900, wenn auch die eigentliche Tragödie schon im Mittelalter ihren Lauf nimmt. Nach und nach wird offenbart, was dort passiert ist und wie sich das auf die Gegenwart und besonders auf Lauras Leben auswirkt. Interessant fand ich doch die Themen, die Susanne Goga hier anspricht. Zum einen haben wir wieder einmal die Unterdrückung der Frauen in England Anfang des 20. Jahrhunderts und dann eine sehr dunkle Zeit im 17. Jahrhundert. Interessant fand ich die Geschichte, die nach und nach aufgedeckt wird, auch wenn ich als Leser noch das Bedürfnis hatte, noch viel mehr über Katie zu erfahren.

Nun muss ich noch zu einer kleinen Kritik kommen. Wie bereits angesprochen besitzt das Buch einige Längen. Matilda trifft sehr viele Personen und bei vielen gibt es kaum neue Erkenntnisse. Besonders zu Beginn tritt sie doch sehr oft auf der Stelle, während ihr zum Ende hin doch der Zufall in die Hände spielt. Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich auf der Stelle bewegen, konnte sie mich doch letztendlich begeistern. Sie ist zwar sehr geradlinig und weißt nur wenige Überraschungen auf, doch dennoch fesseln die tollen Charaktere und die Atmosphäre, die mich völlig in diese Zeitepoche versetzen konnte!

Fazit

"Das Haus in der Nebelgasse" ist ein gut recherchierter Roman mit liebenswerten Charakteren und einer tollen Atmosphäre! Auch wenn das Buch ein paar Längen besitzt, empfehle ich es gerne weiter und weiß schon jetzt, dass es mich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!

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Tags: historisc, londo   (2)
 

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1.164 Bibliotheken, 34 Leser, 2 Gruppen, 224 Rezensionen

dystopie, flawed, jugendbuch, cecelia ahern, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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88 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, mystery, das tote mädchen, jugendbuch, wundervolles cover

Das tote Mädchen

Steven James , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.01.2017
ISBN 9783570310076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Mysteriöse Bücher für Jugendliche reizen mich immer wieder. Kein Wunder also, dass ich "Das tote Mädchen" von Steven James unbedingt lesen musste. Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. "Das tote Mädchen" ist hierbei in erster Linie ein Jugendkrimi, der zum Miträtseln einlädt.


Interessant fand ich hier in erster Linie, dass das Buch aus der Sicht eines Jungen geschrieben ist, der mit dem toten Mädchen offensichtlich nichts zu tun hatte. Daniel kannte Emily kaum und dennoch erscheint sie ihm, als eine Art Geist. Ob es in dieser Geschichte tatsächlich um Geister geht, lasse ich in meiner Rezension hier offen, aber ich kann verraten, dass der Autor eine tolle Mischung zwischen Wahn und Realität geschaffen hat. Irgendwann, im Laufe des Buches, kommt der Leser zusammen mit dem Protagonisten an den Punkt, an dem er selbst an sich zweifeln muss. 


Steve James Schreibstil ist sehr jugendlich. Neben der Mysterygeschichte in diesem Buch beschreibt der Autor auch noch das normale Highshool-Leben eines Teenagers zwischen Football, erster Liebe und Freunden. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen und ich denke, dass sich besonders jüngere Leser in diesem Buch sehr wohl fühlen werden!


Charaktere


- Daniel -


Unser Protagonist ist ein normaler Teenie. Er spielt Football, hat einen tollen besten Freund und ist total verschossen in ein neues Mädchen an seiner Schule. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er vor Emilys Sarg steht und diese sich bewegt und zu ihm spricht. Natürlich glaubt ihm erst einmal niemand, doch Daniel beginnt Nachforschungen anzustellen und begibt sich und seine Freunde damit selbst in Gefahr.


Ich mochte Daniel. Er ist ein sympathischer Junge, genau wie all die Nebencharaktere. Zwar ist "Das tote Mädchen" kein Buch, das einem die Charaktere besonders nah bringt, doch der Autor hat all seine Personen ausreichend beschrieben, sodass ich mitfiebern konnte!


Meine Meinung


"Das tote Mädchen" ist ein Jugendbuch mit einer Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit. Mit dem Hauptcharakter Daniel begeben wir uns auf die Suche nach der Wahrheit und bekommen wie durch Zauberhand immer neue Hinweise geliefert, an welchen Stellen zu suchen ist. Im ersten Moment fand ich es schade, dass Daniel und Emily sich kaum kannten, denn dadurch wurde ihr Tod zur Nebensache, aber letztendlich muss ich sagen, dass auch dies absolut zur Geschichte passt. Der Leser soll nicht mit der getöteten Emily mitfühlen, denn diese wird überhaupt nicht thematisiert. Sie bleibt ein Phantom, um sich komplett auf die Tätersuche konzentrieren zu können.


Diese Tätersuche nimmt das ganze Buch ein. Daniel bekommt einige Hinweise, die er deuten muss, um auf die richtige Spur zu kommen. Im Laufe der Geschichte werden beinahe alle Charaktere verdächtig und der Leser wird animiert, selbst mitzuermitteln. Ein paar Details waren für mich zwar sehr vorhersehbar, doch dennoch bietet das Buch so einige Überraschungen.


Der Autor schafft es, den Leser selbst zweifeln zu lassen. Kann ich Daniel vertrauen? Verfolge ich gerade die Geschichte eines Mörders? Das Ende kam dann recht schnell, für mich persönlich haben zwar noch einige Erklärungen zum Motiv und Tathergang gefehlt, aber dennoch fand ich das Ende passend. Schade ist nur, dass zum Schluss hin alles in einem zu schnellen Tempo ablief, der meiner Meinung nach nicht zu der sehr ruhigen Atmosphäre des Buches passen wollte. 


Fazit


Auch wenn "Das tote Mädchen" eine sehr ruhige Erzählung ist, weiß der Autor doch, wie er eine mysteriöse Spannung aufbauen kann! Die Geschichte rund um die tote Emily und die Suche nach dem Täter eignet sich perfekt für junge Leser, die gerne miträtseln und mit Daniel gemeinsam dem Geheimnis auf die Spur kommen wollen!

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70 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

alaska, fracking, thriller, familie, verfolgung

Lautlose Nacht

Rosamund Lupton , Christine Blum
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423261210
Genre: Romane

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

jason gurley, eleanor, jugendliche, novelle, zeit

Eleanor

Jason Gurley , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317376
Genre: Fantasy

Rezension:

Schreibstil


 Jason Gurley, von dem ich bisher noch nichts gelesen hat, besitzt einen ganz besonderen Schreibstil, den ich in erster Linie als sehr melancholisch bezeichnen würde. Er lässt Bilder im Kopf entstehen, gibt dem Leser zudem aber genug Freiraum, um die Geschichte selbst zu formen. Zwei Drittel des Buches sind hierbei sehr geheimnisvoll gehalten. Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, wohin die Story mich denn nun eigentlich führt, denn "Eleanor" hebt sich deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab.


Obwohl es um die Teenagerin Eleanor geht, wird die Geschichte doch aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. So beginnt das Buch mit dem Prolog der "ersten Eleanor", erstreckt sich dann über eine Tragödie, die sich im Leben der "zweiten Eleanor" abgespielt hat und beleuchtet alles aus vielen Sichten. Die Charakter haben alle ihre Last zu tragen und das ist auch spürbar. Ich muss sagen, dass das Buch definitiv keine fröhliche Fantasygeschichte über eine strahlende Magiewelt ist, vielmehr ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und leise eine Geschichte von Schmerz und Verzweiflung erzählt. Fröhliche und einfach nur glückliche Charaktere wird der Leser in diesem Buch nicht finden, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und "Eleanor" deutlich von anderen Fantasyromanen abhebt!


Charaktere


- Eleanor -


Als Leser erfahren wir in einem Prolog erst einmal die Geschichte von Eleanors Großmutter und Namensgeberin, die plötzlich verschwand. Sie hinterlässt einen Mann und ein Kind namens Agnes. Besagter Agnes begegnen wir viele Jahre später wieder. Sie hat selbst zwei Kinder (Zwillinge) und ist maßlos überfordert. Es passiert eine Tragödie und wir machen noch einmal einen Zeitsprung und die Geschichte rund um Eleanor nimmt seinen Lauf.


Wir lernen Eleanor als Teenagerin kennen und erfahren, dass sie kein einfaches Leben führt. Ihre Eltern haben sich getrennt und die Mutter, Agnes, ertrinkt ihren Kummer seit Jahren im Alkohol. Immer wieder macht sie Eleanor, die bei dem Autounfall den vorderen sicheren Platz hatte, Vorwürfe und das war für mich als Leser kaum auszuhalten. Eleanor ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen, das ihren Schmerz so gut es geht versteckt und deswegen habe ich mich so verbunden mit ihr gefühlt. In erster Linie ist das Buch eine Jugendgeschichte über Schmerz, Verlust und Hoffnung.


- Mea -


Zu Mea kann ich nicht viel sagen. Ihre Abschnitte sind sehr kurz und geheimnisvoll gehalten. Sie sitzt in einer Membran und beobachtet und manipuliert Eleanor anscheinend. Was für ein Wesen Mea ist und wie diese Manipulation aussieht, lasse ich an dieser Stelle offen, denn dies macht den Reiz des Buches aus. Spannend finde ich, dass der Autor auch hier fast das gesamte Buch über viel Interpretationsspielraum lässt!


Gedanken über Mea habe ich mir schon früh gemacht und ich kam der Auflösung tatsächlich sehr nahe. Das Buch ist aber auf keinen Fall vorhersehbar, ganz im Gegenteil. Die Geschichte rund um Mea, die Hüterin und Eleanor ist kreativ und bietet so einige neue Ideen!


Meine Meinung


Von "Eleanor" habe ich gar nicht so viel erwartet. Der Klappentext und auch das Cover stimmten mich auf eine typische Fantasygeschichte ein, in der ein stinknormales Mädchen in eine andere Welt reist und dort einem Geheimnis auf die Spur kommt. Nach den ersten Seite wurde mir allerdings klar, dass dieses Buch ganz anders ist. Besonders die schwermütige Art hat mich in den Bann gezogen, denn dieser Autounfall und die Folgen davon sind im ganzen Buch spürbar.


Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor hätte sich selbst in seiner Geschichte verloren, auf eine positiven Art und Weise! Der Leser bleibt sehr lange im Ungewissen und erlebt mit Eleanor immer wieder seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen. Durch die Abschnitte von Mea und auch "der Hüterin" wird klar, dass da viel mehr hintersteckt und das auch Eleanors Vergangenheit eine tiefe Rolle dabei spielt.


Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst zu Eleanor zu werden. Ich konnte ihren Schmerz spüren, ihre Verzweiflung, aber auch ihrem Mut, das alles irgendwie durchzustehen. In erster Linie würde ich dieses Buch aber weder als Fantasyroman, noch als Jugendbuch bezeichnen. "Eleanor" ist vielmehr ein Roman über das Leben, übers Loslassen, über Schmerz und Verzweiflung. Es geht um die Zeit, die unaufhaltsam alles verschluckt, eine Zeit die scheinbar nicht zu ändern ist und die trotzdem bekämpft wird.


Bildhaft beschreibt der Autor den Schmerz der Erinnerungen. Eleanor taucht immer wieder in die "andere Welt" ein, die aus Fetzen der Vergangenheit besteht. Besonders toll fand ich die Abschnitte der "Hüterin", die ihr Land langsam zerfallen sieht. Die letztendliche Auflösung dahinter hat mir tatsächlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt!


Jason Gurleys Schreibstil hebt sich deutlich von anderen Autoren ab. Er lässt die Geschichte bis zum Ende sehr geheimnisvoll erscheinen und gibt kaum Informationen preis. Ich mag solche Art von Büchern, die einem nicht die ganze Story vorkauen und so konnte ich mit Eleanor zusammen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Bemerkenswert fand ich die sensible Art, die sehr viel Nähe zu jedem Charakter erzeugt, sei es die alkoholkranke Mutter, der Vater, der plötzlich verzweifelt mit anschauen muss, wie etwas mit seiner Tochter geschieht oder aber Eleanors Freund Jack.


Auch das Ende konnte mich überzeugen. Zwar zwingt einem der Autor schon fast in diese Richtung, dennoch gab es doch einige Überraschungen und Momente, die mich sprachlos zurückließen. Einige Tränen habe ich beim Lesen ebenfalls vergossen und ich möchte dieses Buch echt jedem ans Herz legen, der melancholische Geschichten fern des Mainstreams liebt!


Fazit


"Eleanor" ist ein düsteres Buch voller Emotionen und mit vielen Geheimnissen. Es hebt sich eindeutig von anderen Werken dieses Genres ab und ist für mich ein wahres Highlight! Ich hoffe, der Autor bleibt seinem Stil treu und wird noch weitere Bücher dieser Art schreiben!



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Tags: jugendliche, melancholie, zeit   (3)
 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, betrug, mordversuch, sanfte rache, amoklauf

Sanfte Rache

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband
Erschienen bei Blanvalet, 12.12.2016
ISBN 9783764505622
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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spence-akademie, höle, indien, mord, fantasy

Der geheime Zirkel I Gemmas Visionen

Libba Bray , Ingrid Weixelbaumer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423716833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Von der Reihe um "Der geheime Zirkel" habe ich vor kurzem durch Instagram gehört. Da ich Magiegeschichten liebe und sich hier besonders die Zeitepoche interessant anhörte, habe ich mir den ersten Band spontan bestellt und es nicht bereut.


Zu Beginn der Geschichte wurde ich nach Indien katapultiert und lernte die nichtsahnende Gemma kennen, die mir sofort sympathisch vorkam. Nach diesem Prolog reist der Leser nach England an ein Internat für Mädchen und erfährt dort, wie der geheime Zirkel zustande kommt.


Libba Bray hat die Zeit sehr gut eingefangen. Ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit sehr gerne Geschichten lese, die um 1900 herum spielen. Die Verbindung mit der Magiewelt und dem Erlernen magischer Fähigkeiten hat mir hier sehr gut gefallen.


Der Schreibstil der Autorin kam zwar manchmal etwas holprig rüber, aber dennoch konnte ich gut in die Geschichte eintauchen, die nicht nur originell, sondern auch unendlich spannend ist!


Charaktere


- Gemma -


Im Fokus der Geschichte steht Gemma, die zu Beginn ihre Mutter verliert. Die beiden sind im Streit auseinander gegangen und Gemma, die eine Vision vom Tod ihrer Mutter hatte, macht sich Schuldvorwürfe.


Sie beginnt ein neues Leben auf einem Internat. Sie hat sich all die Jahre gewünscht, endlich Teil der Londoner Gesellschaft zu sein, doch nach ihrer Ankunft stellt sie fest, wie ernüchternd das Leben in England für Frauen in diesem Zeitalter doch ist. In erster Linie werden die Mädchen im Internat auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet - und darauf, wie sie den besten Mann bekommen ... 


Gemma mochte ich sofort, auch wenn sie ein wenig differenziert wirkt. Sie hat von Anfang an Visionen, die sie nicht in den Griff bekommt, muss sich aber gleichzeitig auch an das neue Leben anpassen. Sie ist ein sehr freiheitsliebender Mensch, der sich nichts gefallen lässt. Das hat mir besonders gut an ihr gefallen!


- Ann - 


Ann ist ein Waisenmädchen und wird zu Gemmas Zimmergenossin. Obwohl Ann nur eine Nebenrolle einnimmt, so habe ich sie doch in mein Herz geschlossen, denn sie ist leider alles andere als schön und wird deswegen als Heiratsunfähig angesehen und von allen verachtet. Ihren Schmerz konnte ich verstehen und ich war froh, dass Ann später zu einem Teil des geheimen Zirkels wird und echte Freunde findet!


- Felicity & Pippa - 


Felicity und Pippa sind zwei Freundinnen, die sich ganz dem Motto "Grazie, Charme und Schönheit" verschrieben haben. Sie halten sich für was Besseres und spielen Ann üble Streiche. Im Laufe der Geschichte ändern die beiden sich ein wenig. Es wird deutlich, dass Pippa nur die Mitläuferin ist und das Felicity sich selbst als machtvollste Person ansieht. Wie das zu dem "geheimen Zirkel" passt, verrate ich an dieser Stelle nicht!

Meine Meinung


Bücher über Magie finde ich ungemein interessant. Ein wenig ähnelt "Der geheime Zirkel" dem Film "Der Hexenclub", doch das Buch spielt logischerweise in einer ganz anderen Zeit. Wir reisen mit Gemma zusammen ins Jahr 1895 nach England, eine Zeit, in der Frauen unterdrückt wurden und nichts als ein Leben als Gattin und Hausfrau zu erwarten hatten. Diese Schattenseiten werden auch in diesem Buch deutlich und ich fand es mal wieder spannend, in diese Zeitepoche einzutauchen.


Obwohl der Schreibstil manchmal etwas gekünstelt rüberkommt, was aber auch an der Übersetzung liegen kann, konnte ich fast vollständig in die Geschichte eintauchen. Mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa hat die Autorin vier unterschiedliche Charaktere geschaffen, die irgendwann zusammenfinden und den im Klappentext erwähnten "Zirkel" gründen. Alles fängt recht harmlos an, doch Gemma merkt schnell, dass ihre Visionen etwas zu bedeuten haben.


Mich konnte der erste Teil der Reihe schon nach den ersten Seiten in den Bann ziehen, ich muss jedoch gestehen, dass für mich noch ein wenig Luft nach oben ist. Das gibt den Folgebänden allerdings die Chance, sich noch zu steigern. Die Geschichte rund um die vier Mädchen, die Magiewelt und der Vergangenheit, die sich nach und nach mit der Gegenwart mischt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es gibt einige Überraschungen und ein Ende, das definitiv Lust auf den zweiten Teil macht!


Fazit


Der erste Teil von "Der geheime Zirkel" hat mich sofort in den Bann gezogen. Trotz einiger Schwächen im Schreibstil habe ich mich als Teil des Zirkels gefühlt und bin froh, mich mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa in dieses Abenteuer gestürzt zu haben. Ich freue mich auf den zweiten Teil!


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