Unzertrennlichs Bibliothek

454 Bücher, 311 Rezensionen

Zu Unzertrennlichs Profil
Filtern nach
456 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Believe Me - Spiel Dein Spiel. Ich spiel es besser.

JP Delaney , Sibylle Schmidt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.09.2018
ISBN 9783328103264
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"eliteschule":w=2,"kate brian":w=2,"private-reihe":w=1,"private-eine von euch":w=1,"highschool":w=1,"cbt verlag":w=1,"private":w=1,"elite?":w=1,"private #1":w=1,"eine von euch":w=1

Private - Eine von euch

Kate Brian , Karla Hahndorf
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.09.2018
ISBN 9783570312100
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

92 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"horror":w=9,"mord":w=3,"irrenanstalt":w=3,"thriller":w=2,"psycho":w=2,"liebe":w=1,"familie":w=1,"angst":w=1,"kindheit":w=1,"hass":w=1,"eifersucht":w=1,"grusel":w=1,"fluch":w=1,"psychopath":w=1,"psychiatrie":w=1

Die Blackstone Chroniken

John Saul
Flexibler Einband: 754 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404143948
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

124 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

"thriller":w=3,"mord":w=1,"spannung":w=1

Escape Room

Chris McGeorge , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.09.2018
ISBN 9783426226773
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Die Idee rund um sogenannte "Escape Rooms" finde ich schon lange spannend. Mithilfe von Rätseln versuchen die Teilnehmer aus einem Raum zu fliehen. Diese Grundidee hat der englische Autor Chris McGeorge aufgegriffen und lässt hier 6 Fremde in einem verschlossenen Hotelzimmer aufeinandertreffen und dort das Rätsel um einen Mord zu lösen. Schaffen sie es nicht, wird der Raum nach drei Stunden in die Luft gesprengt.


Klingt erst einmal nach einem spannenden Ausgangsplot? Ist es auch, allerdings verliert sich der Autor dann auf gut 100 Seiten doch in den doch sehr laienhaften"Ermittlungen" unseres idiotischen Protagonisten, die hier erst einmal das Spannungsniveau sinken lassen ...


Insgesamt war das Buch gut zu lesen, aber für einen Thriller hatte ich hier doch mehr erwartet. Die Personen, mit denen Sheppard eingesperrt ist, bleiben recht blass, teilweise fiel es mir schwer, die Leute auseinanderzuhalten beziehungsweise ihre Rolle in dem Ganzen überhaupt zu begreifen.


Protagonisten


Morgan Sheppard


Leider habe ich mich an dieser Stelle auch mit dem Protagonisten sehr schwer getan. Er ist einfach ein recht unsympathischer TV-Ermittler, der in Wahrheit eigentlich überhaupt nichts auf dem Kasten hat. Bei ihm ist alles nur Schein und Trug, er wollte einfach nur berühmt werden - ganz ohne eine echte Leistung zu erbringen ...


Da er ein absoluter Blender war und seine "Ermittlungen" doch recht lächerlich abliefen, musste ich beim Lesen immer wieder die Augen verdrehen. Er hat keinerlei kriminalistischen Spürsinn, er lässt sich viel zu schnell von seinem "Bauchgefühl" leiten und er agiert stellenweise doch sehr unlogisch ...


Allerdings muss ich dem Autoren hier auch loben, denn genau so wollte er seinen Protagonisten hier darstellen. Leider empfand ich ihn als Hauptcharakter allerdings viel zu nervig, viel zu überheblich und ja, leider auch viel zu ätzend. Ich hatte leider keine Möglichkeit, mit ihm mitzufiebern, obwohl das Buch bis zum Ablaufen des Countdowns genau das gebraucht hätte ...


Meine Meinung


Während mich die Grundidee von "Escape Room" noch begeistern konnte, fand ich die nervtötenden Ermittlungen, die beinahe ein Drittel des Buches ausmachen und die eigentlich kaum Ergebnisse bringen, doch recht eintönig. Klar, Sheppard selbst sollte als Blender dastehen, aber muss der Leser dann tatsächlich über hundert Seiten mit seinen lächerlichen Ermittler-Fähigkeiten genervt werden? Hat der Leser es nicht eigentlich schon früh verstanden, was für ein Idiot Sheppard ist?


Warum ich doch noch durchgehalten habe? Weil der Schreibstil doch recht angenehm war und ich gehofft habe, dass es noch den großen Knall gibt. Den gibt es auch tatsächlich, als endlich die Zeit abläuft und Sheppard den Mörder präsentieren soll ...


Bis zu diesem Punkt war ich nicht gefesselt, ich habe sogar daran gedacht, das Buch abzubrechen. Innerhalb des Hotelzimmers gab es kaum Atmosphäre und kaum Platz zum Mitfiebern, obwohl der Countdown gnadenlos abläuft. Sheppard war hier einfach zu unsympathisch, ich konnte nicht mit ihm mitfiebern, ja hab ihn teilweise sogar verabscheut.


Die einzigen spannenden Elementen befanden sich für mich in den Rückblenden. Hier wird nach und die Wahrheit offenbart und der Leser kann sich die Geschichte selbst zusammenreimen.


Dieses Miträtseln hat für mich am Ball bleiben lassen und die Wendung, die allerdings schon frühzeitig die ganze Wahrheit über den "Escape Room" offenbart, fand ich ganz gut konstruiert. Leider hat der Autor die Bombe aber viel zu früh platzen lassen. So wirkt auch leider das Ende etwas in die Länge gezogen, denn hier ahnt der Leser nicht nur, was dahinter steckt, nein, er weiß es einfach schon lange, bevor es Sheppard so wirklich checkt ...


Fazit


"Escape Room - Nur drei Stunden" von Chris McGeorge hat einen interessanten Plot, verschießt sein Pulver aber leider viel früh. Für mich war das Buch kein echter Thriller, mehr ein Krimi mit einem leider sehr unsympathischen Protagonisten, den ich beim Lesen am liebsten öfter mal einen Denkanstoß gegeben hätte ...


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

"geheimnisse":w=1,"verschwundenes kind":w=1

Sie finden dich nie

Cara Hunter , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746633589
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(326)

585 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 31 Rezensionen

"japan":w=72,"liebe":w=56,"sehnsucht":w=18,"jazz":w=16,"musik":w=14,"roman":w=13,"leidenschaft":w=12,"tokio":w=12,"beziehung":w=11,"jugendliebe":w=11,"geliebte":w=10,"affäre":w=9,"erotik":w=8,"familie":w=7,"haruki murakami":w=7

Gefährliche Geliebte

Haruki Murakami , ,
Flexibler Einband: 217 Seiten
Erschienen bei btb, 01.07.2002
ISBN 9783442727957
Genre: Liebesromane

Rezension:


"Gefährliche Geliebte" ist wohl ein nicht ganz so passender Titel für diesen sehr tiefgründigen Roman. Die Neuübersetzung namens "Südlich der Grenze, westlich der Sonne" ist eindeutig passender, denn es gibt eine wundervolle und treffende Anspielung dazu,


Ich war überrascht, wie schnell ich in dieser Geschichte angekommen bin. Schon nach wenigen Seiten war ich von Hajime als Charakter begeistert. Als Leser wachsen wir mit ihm heran und sind dabei, wie er im jugendlichen Leichtsinn so einige Fehler begeht. Fehler, die er nach außen hin nicht zu bereuen scheint, die ihn aber noch viele Jahre verfolgen sollen.


Haruki Murakami lässt sich hier Zeit, Hajime von allen Seiten zu betrachten. Dabei besitzt er eine schonungslose Ehrlichkeit und lässt seinen Protagonisten einfach leben. Als Leser wachsen wir mit Haruki heran und finden uns irgendwann in einem gut geordneten Leben wieder. Ein Leben, das überhaupt nicht zu dem Einzelgänger Hajime passen will.


Sehr passend antwortet Hajime auf die Frage, ob er denn glücklich ist, damit, dass er zumindest nicht unglücklich ist. Und das beschreibt sein Leben hier sehr gut. Er hat sich angepasst an die Gesellschaft, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Diese Möglichkeit bietet ihm seine Jugendliebe, die plötzlich auftaucht und alles, was er sich erarbeitet und aufgebaut hat, in Frage stellt.


Kritisch betrachtet Murakami in diesen Werk auch Japans Schattenseiten, besonders im gesellschaftlichen Leben. Hier haben wir beispielsweise Hajimes Schwiegervater, der nur auf das große Geld aus ist. Hajime passt sich dieser Welt an, obwohl er sich in ihr nicht wohl fühlt. Es ist, wie Shimamoto es ganz treffend formuliert so, dass auch Hajime die Hoffnung hat, dass es irgendwo anders, ja besser ist. Doch was, wenn es viel zu schwer ist, eine endgültige Entscheidung zu treffen?


"Gefährliche Geliebte" ist in gewissem Maße auch eine Liebesgeschichte. Eine tragische Liebesgeschichte, in der allerdings vor allem Leidenschaft zu spüren ist. Es ist eine Art der Erotik, der ich tatsächlich etwas abgewinnen konnte, was vermutlich an Murakamis Umgang mit Worten liegt. Er driftet nicht ins Vulgäre ab, sondern lässt Hajime einfach leben und lieben. (Und sich dabei selbst verlieren/wiederfinden!)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(148)

256 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 105 Rezensionen

"thriller":w=10,"mord":w=5,"fbi":w=4,"carter":w=4,"lapd":w=4,"chris carter":w=4,"robert hunter":w=4,"serienkiller":w=3,"hunter":w=3,"krimi":w=2,"spannung":w=2,"usa":w=2,"reihe":w=2,"serienmörder":w=2,"buchreihe":w=2

Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu Beginn der Geschichte lernt der Leser eine junge Frau kennen, die schließlich das Opfer eines bestialischen Mörders werden soll. Das erschreckende Ausmaß dieser Tat wird erst deutlich, als Hunter und Garcia später am Tatort erscheinen. Die Frau wurde gehäutet, Arme und Beine abgetrennt. Auf Latein hat der Täter eine Botschaft hinterlassen.


Hunter und Garcia sind sofort von dem Fall angetan, der überaus grausam zu sein scheint. Ich musste hier beim Lesen auch oft Luft schnappen, obwohl ich in meinem Leben schon hunderte Horrorfime gesehen/gelesen habe, bin ich doch immer wieder überrascht, wie sehr mich einige Dinge dennoch mitnehmen. Besonders wenn es wieder einmal um Tiere geht ...


"Blutrausch - Er muss töten" ist nichts für schwache Nerven. Im Laufe der Geschichte lernen wir auch noch andere Opfer kurz vor der Tat kennen, was die ganze Situation noch schlimmer macht, denn für den Leser sind die Toten dann keine Unbekannten mehr.


Etwas zäh empfand ich hier allerdings den Zwist zwischen FBI und LAPD. Hunter und Garcia werden aufgefordert, den Fall abzugeben, da es bereits einige Morde zuvor in anderen Staaten gab, die ein ähnliches Muster aufweisen. Natürlich haben sie sich aber längst in den Kopf gesetzt, den Täter selbst zu schnappen. Allgemein empfand die Streitigkeiten hier etwas unpassend, denn im Grunde ziehen sie doch alle am selben Strang ...


Diese Uneinigkeit zwischen den einzelnen Ermittlern hat für mich die Haupthandlung etwas abgeschwächt. Tatsächlich gab es hier zum ersten Mal bei einem Buch von Chris Carter einige Längen. Obwohl er stets am Ende vom Kapitel für einen Cliffhanger sorgt, blieben manche Abschnitte für mich doch nichts als Lückenfüller.


Die Geschichte über diesen Serienkiller, der ein reinstes Blutbad anrichtet, hat mir aber wieder gut gefallen und der große Showdown besaß für mich tatsächlich noch einen echten Schockmoment. Auch wenn der Täter schlussendlich doch recht einfach geschnappt wurde und seine Motivation hinter den Morden nicht ganz so intensiv wie sonst behandelt wurde, besaß das Buch doch einige Überraschungen und so konnte mich auch der neunte Band, den ich zwar etwas schwächer als die Vorgänger fand, wieder einmal begeistern!


  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

32 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Norra Latin - Die Schule der Träume

Sara B. Elfgren , Katrin Frey
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783038800170
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Die Schule Norra Latin hat einst tatsächlich existiert. Nun dient sie als Schauplatz für eine sehr geheimnisvolle Geschichte, die für den Leser lange Zeit recht nebulös erscheint.


Das Buch besitzt zwei Sichten, wobei ich mich als Leser lange Zeit gefragt habe, ob diese tatsächlich nötig waren. Während Tamar ein sehr interessanter und vor allem tiefgründiger Charakter ist, bleibt Clea in ihren Geschichten doch recht eindimensional und hat mich leider sogar etwas aggressiv gemacht.


Als Leser werden wir an die Schauspielschule "Norra Latin" entführt. Nach und nach offenbart sich eine sehr geheimnisvolle und teilweise auch recht unheimliche Geschichte über eine alte Legende. In "Norra Latin" soll nämlich noch immer ein Schüler umherwandeln, der vor vielen Jahren nach einer Aufführung einfach verschwand ...


Charaktere


Tamar


Tamar war mein Lieblinsgcharakter in diesem Buch. Bei ihr ist die Leidenschaft zur Schauspielerei deutlich zu spüren. In ihrer Kindheit hat sie "Ein Sommernachtstraum" als Theaterstück gesehen und war von der Rolle des Puck so fasziniert war, dass sie nun den großen Traum hat, selbst einmal auf einer großen Bühne zu stehen.


Tamar hat allerdings auch Selbstzweifel. Sie weiß nicht, ob sie gut genug ist und ob sie sich wirklich mit den anderen Schauspielschülern messen kann. Nach außen hin wirkt sie recht kühl, verschlossen und undurchsichtig.


Wir begleiten Tamar hier dabei, die Wahrheit hinter der alten Legende herauszufinden, erfahren aber auch, dass sie unsterblich in Clea verliebt ist. Verstehen oder greifen konnte ich diese Gefühle aber nicht ...


Clea


Auf der anderen Seite steht Clea, die bereits ein kleiner Star ist. Im Laufe der Geschichte kommt sie mit ihren Jugendfreund Tim zusammen und diese Beziehung dominiert ihre Abschnitte und leider auch das gesamte Buch. Die beiden geben nach außen hin das perfekte Traumpaar ab, während sie doch in Wahrheit nur zwei Verlorene sind, die sich verzweifelt aneinanderklammer, sich dabei aber noch weiter nach unten ziehen.


Leider verliert sich Clea im Laufe der Handlung immer mehr. Auf der einen Seite wollte ich sie wachrütteln, doch auf der anderen hat sie mich auch ein wenig genervt. Im Grunde ist und bleibt Clea bis zum Schluss auch nur Nebencharakter, ihre ganzen Erlebnisse sind für die eigentliche Story komplett unwichtig!


Meine Meinung


"Norra Latin - Die Schule der Träume" von Sara B. Elfgren hat mich überrascht. Es beinhaltet eine Geschichte, die ich so anhand des Klappentextes nicht erwartet hatte. Geht es um Geister? Magie? Oder nur darum, in eine Rolle zu schlüpfen?


Die Autorin schlägt hier verschiedene Themen an und so war mir lange Zeit nicht klar, in welche Richtung sich das Buch denn entwickeln wird. Erst einmal haben wir da die alte Legende über einen Schüler, der bei einer Aufführung verschwand und davor angeblich einen Lehrer getötet haben soll. Tamar wird im Laufe der Geschichte tiefer in die damaligen Geschehnisse hineingezogen und scheint von dem Geist des Jungen verfolgt zu werden. Verliert sie etwa den Bezug zur Realität? Oder möchte tatsächlich jemand, dass endlich die Wahrheit ans Licht kommt?


Cleas Abschnitte sind hingegen der totale Kontrast. Hier geht es um eine Scheinwelt, die nach außen hin aufrecht erhalten werden muss. Sehr kritisch betrachtet die Autorin hier die sozialen Medien, in denen doch eine Perfektion vorherrscht, die es in der "echten Welt" überhaupt nicht gibt. Leider hat mich Cleas Sicht teilweise etwas genervt und ja, leider auch gelangweilt. Ihre Geschichte tritt lange Zeit auf der Stelle, denn im Grunde geht es hier nur um die On-Off-Beziehung zu Tim, die mich als Leser sehr wütend und auch recht depressiv zurückgelassen hat.


Während in Tamars Abschnitten wenigstens Spannung vorherrscht, bleiben Cleas Abschnitte lange Zeit nichtssagend und sterbenslangweilig. Die Verbindung beider Handlungsstränge lässt hier auch auf sich warten und ich habe als Leser angefangen, einen gewissen Hass auf die nicht enden wollende Romanze zwischen Clea und Tim zu empfinden. Und Hass ist etwas, dass ich beim Lesen eines Jugendbuches eigentlich nicht empfinden möchte ...


Positiv empfand ich allerdings die Leichtigkeit, mit der die Autorin beispielsweise das Thema LGBT einbaut. Es gibt keine Wertung, keine Kritik, sondern das Thema Homosexualität, das hier aber nicht im Fokus steht, wird als vollkommen normal betrachtet. Auch die Tiefe der Charaktere hat mir gefallen, auch wenn für mich Cleas Abhängigkeit von Tim einen viel zu großen Platz einnahm.


Leider wirkt das Buch mit seinen 639 Seiten viel zu sehr in die Länge gezogen. Während zahlreiche Anspielungen zu Supernatural oder auch Harry Potter die ganze Sache noch etwas auflockern, verläuft die Haupthandlung recht geradlinig und ohne große Spannung.


Die alte Legende über den verschwundenen Jungen wird unzählige Male wiederholt, genau wie die Abhängigkeit von Clea und Tim immer wieder Thema ist. Es war für mich schwer, am Ball zu bleiben. Ich hatte zwar das Gefühl, in der Geschichte drin zu sein, gleichzeitig aber auch irgendwie nicht. Es war seltsam, denn das Buch war auf der einen Seite sehr intensiv, auf der anderen aber auch so nichtssagend, weil oft einmal 50 Seiten am Stück nichts, wirklich rein gar nichts, passiert ist. (Weswegen es in der Leserunde auch kaum Gesprächsstoff gab!)


Am Ende war ich leider furchtbar enttäuscht und war erst einmal unsicher, wie ich das Buch überhaupt bewerten soll. Auf der einen Seite ist die Story rund um Erling und sein Verschwinden sehr interessant, auf der anderen Seite ist dann aber das Ende, das einfach nicht zur restlichen Geschichte passen will. Als Leser habe ich mich gefragt, warum ich mich über 500 Seiten durch eine seltsam träge Handlung, die sich wirklich in zwei, drei Sätzen zusammenfassen lässt, gequält habe, nur um dann mit so einer schnellen Auflösung abgefertigt zu werden ... Leider erschien mir das Ende nicht stimmig und so habe ich das Buch hier tatsächlich sehr enttäuscht zugeschlagen ...


Fazit


"Norra Latin - Die Schule der Träume" besitzt einen wundervoll melancholischen Schreibstil und eine besondere Charaktertiefe, doch beides wird überhaupt nicht genutzt. Die Story ist furchtbar träge, es passiert recht wenig, es gibt zahlreiche Wiederholungen und leider ein "Happy End" das einfach nicht zur Handlung passen will ... Für mich leider ein echter Flop ...

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

104 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

"mord":w=2,"angst":w=2,"psychothriller":w=2,"betrug":w=1,"bedrohung":w=1,"täuschung":w=1,"demenz":w=1,"blanvalet verlag":w=1,"nervenaufreibend":w=1,"psychopharmaka":w=1,"august 2018":w=1

Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld

B.A. Paris , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.08.2018
ISBN 9783734102646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" war im vergangenen Jahr eins meiner Highlights im Thriller-Bereich. Kein Wunder also, dass ich auch das neue Buch der Autorin schon sehnlichst erwartet habe.


Wie in ihrem großen Debüt gibt die Autorin in "Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld" tiefe Einblicke in die Psyche ihrer Protagonistin. Sehr eindringlich beschreibt sie hier das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren - die Kontrolle über den eigenen Verstand.


Ich liebe den sehr eindringlichen Schreibstil von B. A. Paris, denn ich habe mich auch hier wieder so gefühlt, als wäre ich hautnah dabei, ja, als würde ich selbst den Verstand verlieren.


Charaktere


Cass


Cass ist eine sehr sympathische Frau, die eigentlich ein sehr zufriedenes Leben führt. Sie hat einen Mann, der sie liebt, einen guten Job. ein ruhig gelegenes Haus, ausreichend Geld und tolle Freunde. Alles ändert sich jedoch schlagartig, als sie nachts eine einsame Straße durch den Wald entlangfährt und im Regen eine Frau in einem anderen Auto sitzen sieht. Statt ihr zu Helfen, fährt sie aus Angst weiter und muss am früheren Morgen dann erfahren, dass die Frau ermordet wurde und zudem keine Unbekannte war.


Hier erleben wir nun mit, wie Cass sich selbst die Schuld gibt und sich selbst verliert. Urplötzlich gerät ihr Leben aus den Fugen, sie vergisst, dass sie Freunde eingeladen hat, bestellt ohne sich daran erinnern zu können Dinge und kann irgendwann auch die Geräte in ihrem Haus nicht bedienen. Leidet sie etwa wie ihre Mutter einst an Demenz?


Die Autorin lässt sich viel Zeit, dem Leser Cass näher zu bringen und ich hatte beim Lesen tatsächlich schreckliches Mitleid mit ihr. Ein tolles Stilmittel ist hier, dass die Autorin den Leser ebenso verwirrt, denn bei vielen Unterhaltungen, an die sich Cass scheinbar später nicht mehr erinnert, sind wir dabei und können so selbst nicht unterscheiden, ob Cass nun wirklich den Verstand verliert oder ob da doch etwas Anderes dahinter steckt!


Meine Meinung


Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin bereits im ersten Kapitel das große Unglück, das der Auslöser für die gesamte Geschichte sein soll. Her nimmt Cass die Abkürzung durch den Wald. Es regnet, es ist dunkel und Cass will eigentlich nur so schnell wie möglich nach Hause. In einer Haltebucht sieht sie plötzlich ein Auto in dem eine Frau sitzt. Sie hält kurz an, doch traut sich nicht, aus dem Auto zu steigen und fährt schließlich weiter ...


Am nächsten Morgen verändert sich das Leben von Cass schlagartig. Die Frau, die sie im Auto gesehen hat, wurde ermordet und es ist zudem jemand, den sie kannte. Urplötzlich geschehen auch in ihrem Umfeld unheimliche Dinge. So klingelt dauernd das Telefon, Sachen werden in ihren Haus umgestellt und sie hat das Gefühl, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Hier hatte ich beim Lesen tatsächlich des öfteren eine Gänsehaut, so gruselig fand ich die Atmosphäre, wenn Cass wieder einmal allein in ihrem Haus ausharren musste.


Die Geschichte entwickelt sich recht langsam, dafür bekommen wir aber einen tollen Einblick in die Gedankenwelt unserer Protagonistin, die hier nicht nur mit ihren Schuldgefühlen kämpfen muss, sondern auch mit ihrer Angst, den Verstand zu verlieren. Bald stellt sich hier nämlich heraus, dass Cass anfängt, Dinge zu vergessen. Ist daran nur der Stress Schuld? Oder steckt da mehr dahinter?


Ich fand das Buch durchwegs fesselnd, auch wenn der größte Teil der Handlung aus der zunehmenden Verwirrtheit der Protagonistin besteht. Dafür hat es B. A. Paris auch hier geschafft, dass ich mit Cass gelitten habe. Allerdings gibt es hier einen ganz großen Kritikpunkt: Die Auflösung ist eigentlich schon zu Beginn abzusehen. Ich muss hier ganz ehrlich sagen, dass ich das Ende bereits nach gut einem Drittel durchschaut habe, ich das Buch dennoch verschlungen habe, um zu wissen, ob ich denn wirklich richtig liege.


Das Ende weiß nicht direkt zu überraschen, aber schockiert hat es mich trotzdem. Mich hat es hier tatsächlich sehr mitgenommen, wie bösartig Menschen doch sein können. Genau wie bei "Saving Grace" geht es hier im Fokus auch eher darum, am Ende für Gerechtigkeit zu sorgen, ja, als Leser wollte ich nur eins: Das Buch mit dem Gefühl der Genugtuung zuschlagen!


"Breakdown" hat mich auch hier gut unterhalten, an das Debüt der Autorin reicht es allerdings nicht heran. Dafür besitzt das Buch leider zu wenig Überraschungen und macht sich auch zu sehr vom Zufall abhängig, was für mich leider immer ein Zeichen von Schwäche innerhalb der Story ist. Cass selbst findet die Wahrheit nämlich erst raus, als der Zufall ihr diese in die Hände spielt. Etwas mehr Eigeninitiative hätte der Protagonistin hier ganz gut getan ...


Fazit


"Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld" reicht nicht direkt an das Debüt der Autorin heran, besitzt aber dennoch seine Stärken. Besonders die tiefen Einblicke in die Psyche unserer Protagonistin und die teilweise echt unheimliche Atmosphäre haben dafür gesorgt, dass ich das Buch förmlich verschlungen habe. Nur die Auflösung war leider von Anfang an klar, was natürlich das Ende abgeschwächt hat ...

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(66)

97 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

"paris":w=6,"zweiter weltkrieg":w=4,"juden":w=4,"liebe":w=3,"krieg":w=3,"frankreich":w=2,"holocaust":w=2,"judenverfolgung":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"usa":w=1,"geschichte":w=1,"vergangenheit":w=1,"leben":w=1,"schicksal":w=1

Zwischen uns ein ganzes Leben

Melanie Levensohn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783596702718
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


Es war für mich mal wieder Zeit, ein wenig in die Vergangenheit einzutauchen. Interessant fand ich hier die Tatsache, dass ein Teil des Buches in Frankreich zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. Die Autorin schafft hier einen spannenden Einblick in die Kriegszeit in einem Land, das von Deutschland besetzt wurde und sich die Menschen plötzlich mit Diskriminierungen konfrontiert sehen.


Das Buch spielt hier wieder teilweise in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich den Vergangenheitsstrang deutlich stärker fand. Der Schreibstil der Autorin war hier intensiver, etwas emotionaler und irgendwie auch eindringlicher, während der Gegenwartsstrang leider auch einige zähe Momente enthielt.


Der Schreibstil der Autorin konnte mich hier allerdings begeistern. Ich war schnell in der Geschichte drin und konnte mir besonders Paris um 1940 sehr gut vorstellen.


Charaktere


Béatrice


Béatrice war hier vom Gefühl her die Protagonistin, obwohl die "große" Geschichte dieses Buches eindeutig Judith gehört. Mit Béatrice hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, denn auf mich wirkte sie teilweise leider sehr egoistisch und dadurch auch wenig sympathisch. Ihre schlagartige Wandlung konnte ich ihr nicht wirklich abkaufen und das hat leider dazu geführt, dass ich mit ihr nicht wirklich warm wurde.


Béatrice eigene Geschichte hat mich hier allerdings nicht wirklich abgeholt, weil ich das Gefühl hatte, dass hier mal wieder irgendeine Liebesgeschichte reingequetscht wurde, um das Buch zu strecken.


Judith


Judith Abschnitte aus der Zeit um 1940 haben mich mit auf eine Reise nach Frankreich genommen. Als Leser erleben wir mit, wie das Land durch die deutschen besetzt und schließlich auch mit dem faschistischen Gedankengut vergiftet wird. Dies fand ich sehr atmosphärisch und Judith, als Einzelschicksal, tat mir wirklich leid!


In ihrem Leben gibt es allerdings einige Lichtblicke, denn gerade zur Zeit des Krieges verliebt sie sich. Christian gibt ihr die Kraft, das alles durchzustehen und plant sogar mit ihr die Flucht.


Mit Judith konnte ich hier mitfiebern, besonders da schon durch das Wissen aus der Gegenwart klar ist, dass irgendwas passiert sein muss!


Meine Meinung


"Zwischen uns ein ganzes Leben" ist ein Buch, das zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin- und herpendelt. Zentrale Frage der ganzen Geschichte ist, was damals, um 1940, mit Judith passiert ist. Jacobina, ihre Halbschwester, hat ihrem Vater am Sterbebett nämlich das Versprechen gegeben, nach Judith zu suchen - nur hat sie es bis an ihr Lebensende nicht getan ...


Mithilfe von Béatrice, die Jacobina hier zufällig kennenlernt, will sie endlich herausfinden, was damals mit Judith passiert ist. Nach und nach lernt der Leser dann auch Judith kennen und bekommt Einblicke in die Kriegszeit. Diese empfand ich als sehr atmosphärisch und fesselnd, teilweise hat es mich auch wieder einmal mitgenommen, zu was Menschen denn fähig sein können ...


Wie bei den meisten Büchern dieser Art empfand ich den Vergangenheitsstrang allerdings wieder deutlich stärker. Immer, wenn ich gemerkt habe, dass es mit der Gegenwart weiterging, war ich etwas enttäuscht, vor allem da ich mit Béatrice als Charakter nicht so recht warm wurde und es mir hier alles zu geradlinig und einfach verlief ... Auch der Zufall hat mir hier wieder eine zu große Rolle gespielt, was dazu geführt hat, dass sich das Buch für mich etwas gezogen hat!


Die Liebesgeschichte von Béatrice selbst war mir leider etwas zu kitschig und zu eindimensional, dafür konnte mich aber die zarte Liebe zwischen Judith und Christian vollkommen in den Bann ziehen. Das Ende hingegen, gerade auch um einen Bogen zur Gegenwart zu schlagen, hätte meiner Meinung nach noch ein Paukenschlag gebraucht ...


Dem Buch ist auf jeden Fall anzumerken, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt, was ich allerdings nicht als besonders störend empfand.Vieles verlief zwar recht einfach, dennoch war das Buch aber ein spannender Einblick in die Kriegszeit. Ein erschreckendes Beispiel, an dem wir uns orientieren sollten, um unsere Menschlichkeit nicht noch einmal zu verlieren ...



Fazit


Auch wenn mir eine gewisse Tiefe in den Charakterzeichnungen gefehlt hat und die Geschichte doch recht geradlinig verlief, möchte ich sie an dieser Stelle doch empfehlen, denn für ein Debüt ist es äußerst gelungen! Der Vergangenheitsstrang rund um die Jüdin Judith hat mir gut gefallen, denn er gab hier einen erschreckenden Einblick in eine düstere Seite unserer Geschichte, die leider auch in anderen Ländern Wellen geschlagen hat ...

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

"bücher":w=4,"buchbinder":w=3,"caboni":w=3,"liebe":w=2,"vergangenheit":w=2,"frauen":w=2,"cristina caboni":w=2,"der zauber zwischen den seiten":w=2,"roman":w=1,"zauber":w=1,"5 sterne":w=1,"empfehlenswert":w=1,"verlag blanvalet":w=1,"toll!":w=1,"buchliebe":w=1

Der Zauber zwischen den Seiten

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.08.2018
ISBN 9783734105845
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"liebe":w=1,"mord":w=1,"usa":w=1,"eifersucht":w=1,"unfall":w=1,"selbstmord":w=1,"lügen":w=1,"amerikanische literatur":w=1,"sehnsucht":w=1,"hochzeit":w=1,"briefe":w=1,"traum":w=1,"haus":w=1,"stalker":w=1,"wahn":w=1

Der süße Wahn

Patricia Highsmith , ,
Flexibler Einband: 441 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.06.2005
ISBN 9783257234077
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Patricia Highsmith gehört momentan zu meinen liebsten Krimi-Autorinnen, einfach weil ihre Bücher nicht dem typischen Muster entsprechen und nicht die Tat selbst in den Fokus rücken, sondern die Motivation dahinter. In "Der süße Wahn" geht es um eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art, eine Liebe, die hier nämlich kein Happy End zu haben scheint.



David sieht nur eine Frau an seiner Seite: Annabelle. In seiner Vorstellung idealisiert er sie, macht sie zu dem einzigen Menschen, mit der glücklich sein kann. Das sie längst verheiratet ist, ja, dass er seine Chance vertan hat, ignoriert er gekonnt.



Hier muss man allerdings erwähnen, dass auch Annabelle recht zwiegespalten erscheint. Liebt sie ihren Ehemann wirklich? Und möchte sie tatsächlich, dass David auf Abstand geht? Für mich wurde es hier nicht deutlich, denn sie sagt nie klar und deutlich, dass David verschwinden soll. Kein Wunder also, dass dieser sich weiterhin Hoffnungen macht. In dieser Hinsicht konnte ich ihn vollkommen verstehen.



In Effie und Wes hat David noch zwei Freunde, die von Anfang an eigentlich immer für ihn da sind, die ihn vor dem Wahn, in den er sich begibt, beschützen wollen, es aber leider nicht schaffen. Besonders Effies Rolle in dem Ganzen ist furchtbar tragisch, denn es wird deutlich, dass sie mehr für David empfindet. Ironisch ist hier natürlich, dass David damit genau so reagiert wie Annabelle ihm gegenüber. Er stößt Effie nicht von sich, sondern gibt ihr Hoffnungen, obwohl es überhaupt keine Chance auf Glück gibt - für niemanden.



Natürlich gibt es hier auch eine Tat, die David dazu veranlasst ein Netz aus Lügen zu errichten. Leider verliert er sich irgendwann selbst darin, denn die Wahrheit blitzt an einigen Stellen durch. Hier habe ich wirklich mitgefiebert, war mit der Aussichtslosigkeit seiner Situation aber durchaus bewusst. Das Ende war wieder einmal recht typisch für Highsmith und ich habe es genau so erwartet. Dennoch war dieser Krimi durchwegs fesselnd, es ist ihr wieder einmal gelungen, die "Täter"-Sicht glaubhaft herüberzubringen. So glaubhaft, dass ich als Leser moralisch gesehen vermutlich auf der falschen Seite stand ...

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(108)

227 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

"dystopie":w=8,"frauen":w=6,"christina dalcher":w=6,"vox":w=5,"roman":w=4,"sprache":w=3,"100 wörter":w=3,"linguistik":w=2,"usa":w=1,"amerika":w=1,"zukunft":w=1,"männer":w=1,"widerstand":w=1,"debüt":w=1,"unterdrückung":w=1

Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


"Vox" ist der sehr gesellschaftskritische und dystopische Debütroman der amerikanischen Autorin Christina Dalcher. Dass es ein Erstlingswerk ist, wird hier schnell klar. Während zu Beginn der Geschichte noch ein gewisser Enthusiasmus vorhanden ist und der Leser sehr kritisch diese Regeln der "neuen" Welt betrachten darf. verliert sich der restliche Roman in den typischen Klischees und in einer, meiner Meinung nach, leider viel zu konstruierten Geschichten.


Irgendwann war mir der Schreibstil der Autorin zu distanziert, was mit Sicherheit auch daran lag, dass die Charaktere allesamt sehr sonderbar agieren. Hier ein Zufall, da eine Wendung, die irgendwie nicht zu den vorherigen Ereignissen passt, und schon ist hier eine typische Geschichte mit einer Gruppe Rebellen, die das System stürzen will. Das letzte Drittel des Buches verwandelt sich zudem in einen regelrechten Wirtschaftsthriller und ist sehr anstrengend zu lesen ...


Charaktere


Jean


Ich hätte mir, für eine Geschichte, die um die Unterdrückung der Frauen handelt, tatsächlich eine sehr starke, selbstbewusste Frau als Protagonistin gewünscht, die nach und nach erkennt, was in dieser Welt so vor sich geht.


Jean ist selbstbewusst, ja, aber hat durch einen gewissen Egoismus auch furchtbar unsympathisch auf mich gewirkt. So hat sie zwar eine Familie, ist natürlich aber nicht zufrieden und ist dann irgendwann sogar bereit, auch ihre Kinder aufzugeben.


Nicht nur, dass sie selbst sich trotz der ganzen Gesetze, sämtliche Freiheiten nimmt, sie verletzt damit im Grunde auch noch die Menschen, die sie eigentlich lieben sollte ... Das war etwas, das ich absolut nicht verstehen konnte ...


Leider begleitet der Leser während des ganzen Buches Jean. Zwar muss sie sich auch ihren eigenen Fehlern stellen, aber es wirkt nicht so, als hätte sie am Ende irgendwas gelernt. Die Botschaft dahinter in Verbindung mit dem Feminismus, der hier immer wieder angesprochen wird, fand ich vollkommen deplatziert. Denn Gleichberechtigung bedeutet sicher nicht, sich über alle anderen Menschen zu stellen, nein, es sollte eigentlich um ein gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander gehen ...


Meine Meinung


Die Thematik von "Vox" hat mich furchtbar fasziniert, denn wir leben tatsächlich noch immer in einer Zeit, in der Männer und Frauen noch lange nicht gleich behandelt werden. Deswegen fand ich es auch so wichtig, hier zu sehen, in welche negativen Richtungen sich solch eine Diskriminierung entwickeln kann.


Frauen haben in der Welt von "Vox", die von der Kirche und der Politik gesteuert wird, keinerlei Rechte mehr. Durch ein Armband, das sie tragen müssen und das ihre Worte zählt, wird ihnen ihre Stimme genommen.


Zu Beginn der Geschichte entführt uns Christina Dalcher in diese Welt, wir spüren am eigenen Leib, was es bedeutet, keine Stimme mehr zu haben. Besonders schrecklich fand ich es hier die Manipulation der Kinder und Jugendlichen. Zudem wird an Jean deutlich, dass sie eigentlich nichts mehr hat, was ihr wirklich Freude bereitet. Sie darf ihren Job nicht mehr ausführen, nicht lesen, nicht schreiben ... Sie soll im Grunde nur für ihre Familie da sein.


In Rückblenden erfahren wir zudem, wie es zu der ganzen Situation gekommen und wie die Frauen immer mehr aus der normalen Berufswelt und auch aus der Politik gedrängt werden. Hier wird auch wieder einmal angesprochen, wie wichtig es ist, Widerstand zu leisten, wenn die Politik versagt. Wir alle sind selbst verantwortlich für die Welt, in der wir leben und wir alle können einen Teil dazu beitragen, sie zu einem besseren Ort zu machen!


Leider verliert sich das Buch nach der wundervollen Einführung komplett. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, es gibt viele Zufälle und wir verfolgen Jean, die leider eine sehr anstrengende Protagonistin ist. Hier hätte es eine starke Frau gebraucht, nicht so einen egoistischen Charakter, der eigentlich nur für sich selbst kämpft.


Ich weiß nicht, ob Gleichberechtigung hier bedeuten soll, alle Freiheiten zu haben und alles, ganz ohne Rücksicht auf Verluste, tun zu dürfen. Richtig wütend hat mich beispielsweise Jeans Beziehung zu ihrem Kindern gemacht, die sie nur allzu bereitwillig zurückgelassen hätte, nur um selbst glücklich zu sein.


Allgemein empfand ich Jean als viel zu egoistisch. Ihr scheinen alle anderen Menschen egal zu sein, es geht ihr nur um ihr eigenes Glück. Auch ihre Untreue, die einen großen Platz im Buch einnimmt, fand ich als vollkommen unpassend und es hat mir den Lesespaß leider noch weiter verdorben. Auch die Erotik, die nichts zur Handlungs beigetragen und doch recht vulgär wirkte, passte einfach nicht zur Botschaft. Bedeutet Freiheit also, Menschen einfach verletzten zu dürfen? Sich über andere zu stellen?


Auch die Wendungen fand ich teilweise nicht nachvollziehbar. Aus böse wird plötzlich gut, aus gut wird böse, ohne Begründung. Leider wirkte das Buch dadurch sehr konstruiert, als müsste es irgendwelche Überraschungen enthalten, die aber leider nicht wirklich logisch erscheinen.


Besonders die Geschichte von Jeans Ehemann war für mich nicht schlüssig, für sein Handeln gab es leider viel zu viel Widersprüche. Hinzu kommt dann das Ende, das ich tatsächlich, so leid es mir an dieser Stelle tut, grauenvoll fand. Während andere Dystopie sich viel Zeit mit dem Aufbau einer Widerstandsgruppe lassen, ja, während dort die Rebellion erst einmal Wellen schlagen muss, ist hier auf einmal alles wieder Friede Freude Eierkuchen? Nein, das ging für mich gar nicht ... Das Ende und auch die unlogischen Wendungen und Handlungen der Personen haben das Buch und leider auch die Botschaft dahinter komplett zerstört ...


Fazit


"Vox" von Christina Dalcher greift ein sehr wichtiges Thema auf, verwandelt sich irgendwann dann durch zahlreiche unlogische Wendungen beinahe schon in einen Wirtschaftsthriller, der am Ende seine gesamte Glaubwürdigkeit verliert! Schade, denn auch die Botschaft zeigt hier leider nicht mehr die gewünschte Wirkung ...






  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hinter verschlossener Tür

Marybeth Mayhew Whalen , Anja Lippold
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 10.10.2017
ISBN 9781503947948
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

"mord":w=6,"usa":w=3,"texas":w=3,"autokino":w=3,"thriller":w=2,"rassismus":w=2,"50er jahre":w=2,"krimi":w=1,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"gewalt":w=1,"mädchen":w=1,"mörder":w=1,"geschichten":w=1,"hund":w=1

Ein feiner dunkler Riss

Joe R. Lansdale , Heide Franck
Flexibler Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.02.2014
ISBN 9783518464977
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Durch eine liebe Bloggerkollegin, die bereits total begeistert von Joe R. Lansdale ist, bekam ich dieses Buch zugeschickt. Schon lange wollte ich ein Buch dieses Autoren lesen, denn immer wieder habe ich gehört, dass er einen ganz eigenen, sehr atmosphärischen Schreibstil besitzt. Das kann ich nun, nach dem Lesen, nur bestätigen.


Schon nach wenigen Seiten habe ich eine wahre Zeitreise ins Jahr 1958 gemacht. Mich erwartete ein heißer Sommer voller Abenteuer an der Seite eines Jungen, der gerade dabei ist, erwachsen zu werden. Sehr kritisch betrachtet er Autor zudem die Probleme der damaligen Zeit und lässt den Leser die Diskriminierung der Farbigen und auch die Unterdrückung der Frauen am eigenen Leib spüren.


Charaktere


- Stanley -


Wir begleiten hier den 13-Jährigen Stanley, der gerade erst in die Pubertät kommt und vom echten Leben noch keine Ahnung hat. So versteht er beispielsweise nicht, wieso seine Schwester Callie Hausarrest bekommt, als ihr Vater einen seltsamen, gefüllten "Ballon" in ihrem Zimmer findet.


Durch den Fund einer Kästchens, in dem sich Briefe befindet, wird er im Laufe der Geschichte zum jungen Sherlock Holmes. Dabei muss er aber auch verstehen, wie die Welt, in der er lebt, funktioniert. Nichtsdestotrotz hört Stanley hier aber auf sein eigenes Bauchgefühl, freundet sich mit der farbigen Küchenhilfe Rosy und dem ebenfalls dunkelhäutigen Ex-Polizisten Buster an. Das habe ich an ihm geliebt, denn obwohl die Gesellschaft ihm etwas anderes vorzuschreiben versucht, macht er einfach das, was er für richtig hält.


Gemeinsam mit seinem freuen Hund Nub, den ich übrigens auch in mein Herz geschlossen habe, muss Stanley hier nicht nur die Wahrheit über einen viele Jahre zurückliegenden Doppelmord herausfinden, sondern auch die Menschen beschützen, die er liebt!


Meine Meinung


Ich bin froh, endlich die Chance bekommen zu haben, ein Buch von Joe R. Lansdale gelesen zu haben. "Ein feiner dunkler Riss" ist dabei tatsächlich ein gutes Einsteigerbuch. Schon nach wenigen Seiten war ich in Texas der 50er Jahre angekommen. Schon allein die Atmosphäre, die das Autokino ausstrahlt, fand ich atemberaubend.


Die Geschichte selbst beginnt recht ruhig. Wir lernen erst einmal Stanley und seine Familie kennen, die ich tatsächlich alle in mein Herz schließen konnte. Stanleys Vater wirkte am Anfang doch recht streng, doch als Leser habe ich schnell gemerkt, dass es ihm doch nur darum geht, seine Familie zu beschützen.


Allgemein beschreibt der Autor hier erst einmal das damalige Zusammenleben. Ein erschreckendes Beispiel ist hier auch Stanleys bester Freund Robert, der von seinem Vater geschlagen wird. Robert selbst tat mir beim Lesen furchtbar leid, genau wie Rosy, die farbige Haushälterin, die es allerdings im Lauf der Handlung schafft, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu befreuen.


Toll fand ich die Entwicklungen innerhalb Stanleys Familie. In erster Linie ist "Ein feiner, dunkler Riss" nämlich ein Roman, der auch Hoffnung spendet und auch zeigt, dass wir alle doch Menschen sind, ganz gleich welche Hautfarbe oder welches Geschlecht wir haben.


Die Krimihandlung, die bereits im Klappentext angeschnitten wird, steht lange Zeit nur im Hintergrund. Es scheint, als würde Stanley selbst nur wenig herausfinden und das, was schließlich offenbart wird, habe ich als Leser bereits erahnt. Erst nach und nach setzen sich einzelne Puzzleteile zusammen, aber das gesamte Bild bekommt der Leser schließlich nicht präsentiert. Dies wäre hier auch eine kleine Kritik, denn es gibt doch in Bezug auf die beiden toten Mädchen einige Fragen, die offen bleiben.


Auch wenn das Buch sehr ruhig erzählt ist, gibt es einige sehr dramatische Wendungen. Einige Abschnitte haben mir förmlich einen Schauer über den Rücken laufen lassen! Auf den letzten Seiten, in der berichtet wird was nach diesem Sommer noch alles passiert ist, musste ich tatsächlich ein paar Mal schlucken. Joe R. Lansdale hat es echt geschafft, dass ich Stanley, seine Familie und auch Buster und Rosy so sehr ins Herz geschlossen habe, dass ich hier ein paar Tränen vergießen musste. Jetzt bin ich auf jeden Fall auf weitere Geschichten des Autoren gespannt!


Fazit


"Ein feiner dunkler Riss" von Joe R. Lansdale ist ein sehr atmosphärischer Roman über die Schattenseiten der 50er Jahre. Gemeinsam mit dem 13-Jährigen Stanley müssen wir nicht nur einen Mordfall aufklären, sondern auch die Ungerechtigkeiten dieser Welt verstehen und bekämpfen.


  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

"thriller":w=3,"spannung":w=1,"england":w=1,"rache":w=1,"gefahr":w=1,"mobbing":w=1,"bedrohung":w=1,"täuschung":w=1,"facebook":w=1,"klassentreffen":w=1,"schulkameraden":w=1

Eiskalte Freundschaft - Ich werde nie vergessen

Laura Marshall , Leena Flegler
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.06.2018
ISBN 9783734105777
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil

Laura Marshalls Debüt ist in erster Linie ein ruhig erzählter Roman. Er besitzt allerdings eine unterschwellige Spannung, die ich hier ganz passend fand. Zudem gibt es einige (leider immer noch) brandaktuelle Themen, die angesprochen werden und zum Nachdenken anregen.

Ich mochte den Schreibstil der Autorin, auch wenn sie meiner Meinung nach an einigen Stellen noch etwas tiefer hätte gehen können, um dem Buch einen gewissen Nachklang zu verleihen. Für ein Erstlingswerk ist dieses Buch aber gut gelungen!

Charaktere

Louise

Im Fokus der Geschichte steht die alleinerziehende Mutter Louise. So recht sympathisch war sie mir zwar nicht, aber dennoch konnte ich hier mit ihr mitfiebern. Nach und nach rollt die Autorin hier eine Story auf, die schon 1989, in der Schulzeit unserer Protagonistin, ihren Anfang nahm.

Louise war schon damals mehr eine Mitläuferin, die nie irgendwie den Mund aufgemacht hat und eigentlich nur "dazugehören" wollte. Aus diesem Grund wird sie nicht nur zum Beobachter, sondern schließlich auch zum Täter bei Mobbingattacken gegen eine Mitschülerin.

Da Mobbing bei mir ein sehr sensibles Thema ist, habe ich beim Lesen einen gewissen Hass Louise gegenüber entwickelt, denn ich hasse Mitläufer und Leute, die bei Unrecht einfach wegsehen!

Meine Meinung

"Eiskalte Freundschaft" von Laura Marshall pendelt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, dem Jahr 1989, hin und her. Der Leser erfährt hier nun erst einmal die Geschichte von Maria, die neu an die Schule kam und wohl dachte, in Louise eine echte Freundin gefunden zu haben. Blöd nur, dass Louise schon eine beste Freundin hat, die viel angesehener ist als Maria, die schnell zur Außenseiterin wird.

Das Thema Mobbing wird wohl leider immer aktuell bleiben und deswegen finde ich es wichtig, dass es auch immer wieder in Büchern angesprochen und auch die Folgen deutlich gemacht werden. In "Eiskalte Freundschaft" steht auch das Mobbing eines Mädchens im Zentrum des ganzen, ein Mobbing, das hier böse endet ...
2016 bekommt unsere Protagonistin Louise bei Facebook eine Nachricht der damals spurlos verschwundenen Maria. Alle gingen davon aus, dass diese gestorben sei, ja, dass sie sich selbst das Leben nahm. Kann es sein, dass Maria noch am Leben ist? Und das sie nun Rache möchte?

Obwohl die Geschichte hier sehr ruhig erzählt ist und auch keine großen Spannungsspitzen besitzt, weiß sie doch zu fesseln. Besonders die Einblicke in das Mobbing fand ich hier sehr interessant, denn es wird deutlich, wie sehr auch ein gewisser Gruppenzwang oft Schuld daran ist, dass Menschen ausgeschlossen werden.

Zum anderen greift die Autorin durch die Gegenwartssicht noch die Thematik der sozialen Netzwerke auf. Der gläserne Mensch lebt heute vorwiegend in einer Online-Welt. Wir verlieben uns über das Internet, teilen unser ganzes Leben mit weltfremden Personen und übersehen hier oftmals die Gefahren. Ebenfalls ein sehr wichtiges und auch ernstes Thema!
Als richtigen Thriller würde ich "Eiskalte Freundschaft" allerdings nicht bezeichnen. Teilweise besteht doch eine gewisse Distanz zu den "Opfern" und auch die "Wendung" am Ende bietet keine sonderlich große Überraschung. Dennoch ist es ein Buch, das zwei wichtige Themen aufgreift und zeitgleich eine interessante Geschichte strickt, die zum Nachdenken anregt!

Fazit

"Eiskalte Freundschaft" von Laura Marshall ist ein Roman, der zwar sehr ruhig gehalten ist, durch die Thematik des Mobbings und der Frage, was damals wirklich passiert ist, zu fesseln weiß. Mich konnte dieser Debütroman auf jeden Fall fesseln und ich bin gespannt, was als nächstes von der Autorin kommt!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(155)

378 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

"stephen king":w=15,"horror":w=14,"kleinstadt":w=8,"in einer kleinen stadt":w=7,"castle rock":w=6,"roman":w=4,"thriller":w=4,"teufel":w=4,"maine":w=4,"chaos":w=3,"laden":w=3,"needful things":w=3,"usa":w=2,"amerika":w=2,"gier":w=2

In einer kleinen Stadt

Stephen King , Christel Wiemken
Flexibler Einband: 880 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.09.2009
ISBN 9783453433991
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Laden eröffnet in der kleinen Stadt "Castle Rock" und die Bewohner der kleinen Stadt sind vollkommen aus dem Häuschen. Der kleine Brian wird schließlich der erste Kunde und hier wird bereits deutlich, dass die Baseballkarte, die er sich schon immer gewünscht hat, einen hohen Preis hat.



Nach und nach strömt die halbe Stadt in den Laden. Leland Gaunt hat alles, was die Leute schon immer haben wollen, doch seine Waren sind nicht einfach zu bekommen. Die Menschen müssen einiges tun und schon bald versinkt die kleine Stadt im Chaos ...



Als Leser lernen wir gefühlt die Hälfte der Bewohner von Castle Rock kennen. In anderen Büchern hätte mich diese Vielzahl von Charakteren wohl erschlagen, doch hier bekommt jede Person eine eigene Geschichte. Sei es die schüchterne Nettie, der zwielichtige Stadtratsvorsitzende Buster oder aber der Alkoholiker Hugh, der sein Leben endlich ändern will. Ich habe mich schnell gefühlt, als wäre ich selbst Teil von Castle Rock und würde die Personen ewig kennen.



Auf fast 800 Seiten beschreibt King hier die unheimliche Geschichte eines Ladenbesitzers, der die Menschen gegeneinander ausspielt. Es passieren einige sehr erschreckende Dinge, die mich beim Lesen echt mitgenommen haben und es gab auch viele Momente, die mir regelrecht eine Gänsehaut verursacht haben.



"In einer kleinen Stadt" ist hierbei wahrlich eine Gefühlsachterbahn. Einige Dinge fand ich sehr schlimm zu ertragen (Besonders die Sache mit Nettie, aber auch die mit Brian). An einigen Stellen musste ich tatsächlich weinen, an wiederum anderen lachen, da die Bilder, die hier stellenweise im Kopf entstehen schon voller Ironie und Humor sind.



Stephen King hat hier mit Leland Gaunt einen ganz besonderen Bösewicht geschaffen. Ein Bösewicht, der die Schwächen der Menschen aufzeigt und eine Kleinstadt so ins Chaos stürzt ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Für mich ist Gaunt damit einer der genialsten Charaktere, die ich in einem von Kings Werken jemals treffen durfte!



Im übrigen treffen wir im Verlauf der Geschichte hier noch einige bekannte Personen. Obwohl mir ein Handlungsstrang nicht zu 100% Prozent zugesagt hat, muss ich doch sagen, dass durch die verschiedenen Perspektiven doch eine stetige Spannung vorhanden war. Als Leser hatte man das Gefühl, das gesamte Ausmaß betrachten zu dürfen. Jede Person wurde beleuchtet, jeder kleine und große Krieg miterlebt. Kein Horror im herkömmlichen Sinne, aber für mich war das Ende furchtbar erschreckend und unheimlich!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

72 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

"amnesie":w=3,"freundschaft":w=2,"thriller":w=2,"affäre":w=2,"mord":w=1,"spannung":w=1,"vergangenheit":w=1,"verrat":w=1,"beziehung":w=1,"ehe":w=1,"unfall":w=1,"lüge":w=1,"verhältnis":w=1,"nachbarin":w=1

A Stranger in the House

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783785726112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Nachdem ich im vergangenen Jahr "The Couple next Door" gelesen habe, das mich durch die vielschichtigen Charaktere und die bösen Wendungen tatsächlich positiv überraschen konnte, stand für mich fest, dass ich auch das neue Buch der Autorin lesen musste.


Allerdings stellte sich dann doch recht schnell heraus, wie schwer es ist, nach einem echten Pageturner, der auch noch zum Bestseller wurde, etwas auf dem selben Niveau zu schreiben.


"A Stranger in the House" liest sich hier wie ein Erstlingsroman, ja, wie ein Krimi, der alle bekannten Klischees erfüllt und leider von Anfang an sehr vorhersehbar ist. Der Schreibstil ist holprig, besteht größtenteils aus abgehackten Sätzen, die bei mir nicht das Gefühl erzeugen konnten, in der Geschichte anzukommen.


Die Charaktere waren für mich nur Namen, es gab keine Hintergrundgeschichten, nein, sie alle waren nur Stereotypen und das hat mich am meisten gestört. Ich konnte mit niemanden mitfiebern, ich hatte teilweise sogar das Gefühl, es nicht mit echten Menschen zu tun zu haben. (Meine Theorie war ja wirklich, dass wir hier Androiden/Roboter verfolgen, was für mich eine glaubwürdigere Auflösung gewesen wäre!)


Charaktere


Karen, Tom und Brigid


So, ich muss die Charaktere an dieser Stelle leider zusammenfassen, weil wir hier nur die nötigsten Fakten erfahren. Karen hat zu Beginn einen  Autounfall. Als sie wieder zu sich kommt, hat sie augenscheinlich das Gedächtnis verloren.


Dann ist da ihr Mann Tom, wirklich viel erfährt der Leser nicht über ihn, nur, dass er seine Frau anscheinend liebt, ihr aber irgendwie dennoch misstraut und leider auch Geheimnisse vor ihr hat. Bei der Polizei stellt sich dann auch heraus, dass er im Grunde nicht über sie weiß ... Damit ist er genauso schlau wie der Leser!


Und dann ist da noch die Nachbarin Brigid, die eigentlich ein ganz interessanter (und vielschichtiger) Charakter hätte sein können. Doch Fehlanzeige. Sie wird in eine gewisse Rolle gedrängt und das war es dann auch schon. Hier ahnt der Leser leider ab einen gewissen Punkt auch schon, wie sie in die ganze Story passt ...


Detective Rasbach


Natürlich braucht solch ein Krimi auch einen Ermittler, am besten einen echt harten Kerl, der irgendwie jeden misstraut und immer den Durchblick hat. Dass er natürlich dann alles noch einmal durchkaut, was der Leser längst weiß, macht das Buch noch langweiliger.


Seine "Ermittlungsarbeit" war für mich vollkommen unnötig, denn wir erfahren nichts Neues. Wahrscheinlich ist es hier nur zur Streckung der ganzen Geschichte eingesetzt worden.


Meine Meinung


Schon nach wenigen Seiten fiel mir bei "A Stranger in the House" auf, wie abgehackt die Sätze doch sind. Das führte dazu, dass schon der Prolog, in dem Karen ihren Unfall hat, kaum Spannung besitzt. Genauso lieblos geht es dann weiter. Die Kapitel sind sehr kurz und die Perspektivwechsel gewahren dann leider auch keinen tieferen Einblick.


Die ersten 150 Seiten erzählen dann erst einmal die Geschichte, die schon der Klappentext andeutet. Wir haben hier Karen, die einen Unfall baut und augenscheinlich ihr Gedächtnis verliert und dann Tom, der einfach nicht weiß, warum seine Frau so überstürzt das Haus verlässt. Alles fügt sich erst zusammen, als in der Nähe des Unfallorts eine Leiche gefunden wird.


Die Frage, die jetzt im Mittelpunkt steht: Hat Karen etwas mit dem Mord zu tun? Da nur sehr wenige Charaktere vorkommen und sie doch recht klischeehaft beschrieben sind, ist recht schnell klar, worauf die Geschichte hinaus will ...


Immer wieder wird die Story, die der Leser eh schon kennt, von dem Detective durchgekaut! Unzählige Male erfahren wir dann Fakten, die wir schon fünfzig Seiten zuvor herausgefunden haben. Die versprochenen Überraschungen, die der Klappentext anpreist, gibt es im Grunde gar nicht. Alles läuft sehr geradlinig ab und es ist schnell klar, worauf die Geschichte letztendlich hinausläuft ...


"A Stranger in the House" besaß für mich deswegen keine Atmosphäre. Das Buch ist leider auch kein Thriller, sondern vielmehr ein Krimi mit stereotypischen Charakteren und einer Geschichte, die man als Fan dieses Genres schon unzählige Male gelesen hat. Leider musste ich mich bis zu einem Ende quälen, dass ich ganz am Anfang schon erwartet hatte und das daher für noch mehr Frust gesorgt hat.


Während ich "The Couple next Door" von Shari Lapena sehr atmosphärisch fand, muss ich hier sagen, dass sich das Buch wie ein 0815-Krimi liest. Auch die Story über den Eindringling im Haus ist leider sehr durchschaubar und leider viel zu klischeehaft. Für mich war das Buch leider eine große Enttäuschung!


Fazit


"A Stranger in The House" war ein Krimi mit einer Handlung, die furchtbar in die Länge gezogen wirkt und an keiner Stelle zu überraschen weiß. Die Auflösung ist aufgrund fehlender Tatverdächtige schon nach der Hälfte klar und die "Wendungen", die der Klappentext anpreist, sind im Grunde überhaupt nicht vorhanden und die Charaktere agieren leblos und werden nur sehr oberflächlich und stereotypisch beschrieben. Echt schade!

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"thriller":w=1,"vergangenheit":w=1,"psychologie":w=1,"vergewaltigung":w=1,"schmerz":w=1,"alaska":w=1,"potential":w=1,"tarryn fisher":w=1,"seelenspiel":w=1

Seelenspiel

Tarryn Fisher , Christiane Winkler
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2018
ISBN 9783492311632
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Seelenspiel" ist ein fast schon poetisch angehauchter Psychothriller. Zu Beginn spielt die Handlung in dem Haus, in dem unsere Protagonistin mit einem Mann, der sich als ihr Arzt herausstellt, gefangen gehalten wird. Spannung kam hier zu Beginn zwar auf, doch fesseln konnte mich das Buch nicht so recht.


Dies lag vor allem daran, dass wir als Leser immer wieder mit den wirren Gedanken von Senna konfrontiert werden und dann in eine Vergangenheitsgeschichte gezogen werden, die sich für mich nicht so recht erschließen wollte. Alles wirkt doch recht wirr, sehr undurchsichtig und es ist kein richtiger roter Faden zu erkennen.


Dabei hat mir der Stil von Tarryn Fisher sehr gut gefallen. Es blieb Platz für eigene Gedanken bezüglich dieser "Entführung" und den beiden Charakteren, die beide alles andere als normal agieren.

Dennoch fehlte mir bei der Geschichte der rote Faden und vor allem ein paar Überraschungen.


Charaktere


Senna


Im Fokus der ganzen Geschichte steht Senna, die ich nur sehr schwer einschätzen konnte. Sie ist selbst Schriftstellerin und scheint sich einer Welt aus Selbsthass und Depressionen verloren zu haben. Sie hat keine Familie und keine Freunde und musste anscheinend schon einiges durchmachen.


In manchen Situationen konnte ich mit ihr mitfiebern, in anderen konnte ich ihr leider recht wenig Verständnis entgegenbringen und das war mein größtes Problem. Auf der einen Seite fand ich sie sehr interessant, auf der anderen Seite konnte ich sie aber einfach nicht verstehen - egal, welche Mühe ich mir gegeben habe ...


Isaak


Dann ist da noch der Arzt, der sowohl in der Zeit im Haus, als auch davor absolut seltsam agiert. Ihn konnte ich bis zum Schluss leider überhaupt nicht einschätzen und ich weiß auch einfach nicht, was genau denn nun zwischen Senna und ihm war. Liebe? Eine gewisse Abhängigkeit? Eine Obsession? Oder doch eine Seelenverwandschaft?



Meine Meinung


"Seelenspiel" klingt erst einmal wie ein recht typischer Thriller mit einem Ausgangsszenario, das viel Spannung verspricht. Wir haben hier eine Frau, die mit einem Mann in einem Haus eingesperrt ist. Doch schnell wird dem Leser klar, dass nicht das große "Warum" oder das "Wer" dahinter steckt, sondern dass es hier eigentlich um Senna geht, die sich selbst verloren hat und nun nicht nur einen Ausweg aus dem Haus, sondern auch sich selbst finden muss ...


Eine gewisse Atmosphäre besaß die Zeit im Haus für mich. Besonders dieses Karusselzimmer fand ich schon recht unheimlich. Die Autorin schafft es tatsächlich, dass sich der Leser hier viele Fragen stellt und auch selbstständig mitdenkt. Allerdings hat Tarryn Fisher auch dafür gesorgt, dass ich unsere beiden Protagonisten anzweifeln musste. Sie agieren meiner Ansicht nach nicht immer logisch, geben sich viel zu schnell ihrem "Schicksal" hin und verharren nur der Dinge, die da kommen - oder eben nicht.


Irgendwann taucht der Leser dann in Sennas Vergangenheit ein. Ich konnte Mitgefühl entwickeln, hatte aber auch durchwegs ein gewisses Unverständnis. Vieles wird einfach nicht zuende erzählt oder besitzt nur eine einseitige Betrachtungsweise. Beispielsweise wird so ein großes Geheimnis um die Sache mit dem Karussel gemacht, doch letztendlich hat mich die Geschichte hier recht unbefriedigt zurückgelassen.


Das gilt leider auch für den Ausgang der Thrillerhandlung. Hier wirkt alles recht zusammengeschustert. Während ich als Leser vermutete, dass sich hinter dem Haus nur eine Metapher versteckt, wird nach und nach eine recht lahme Erklärung für diese "Entführung" gefunden, die mich leider furchtbar enttäuscht hat.


Ich verstehe schon, dass es in diesem Buch nicht darum geht, wer nun dahinter gesteckt hat. Es geht auch nicht um das große "Warum" (das ich im übrigen auch null verstanden habe!), es geht vielmehr um Senna und ihre Selbstfindung. Und es geht um Liebe. Irgendwie ...


Fazit


Mich lässt "Seelenspiel" von Tarryn Fisher sehr zwiegespalten zurück. Sprachlich besitzt das Buch einige Höhepunkte, auch die Charaktertiefe ist der Autorin gelungen, doch für mich war einfach kein roter Faden zu erkennen. Die teilweise wirren Zusammenhänge zwischen der Gegenwart im Haus und Sennas Vergangenheit waren für mich nicht zu 100% nachvollziehbar und auch das Ende hat mich leider mit etlichen Fragezeichen zurück gelassen ...



  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

"thriller":w=2,"stewardess":w=2,"stalkerin":w=2,"spannung":w=1,"psychothriller":w=1,"psychopath":w=1,"manipulation":w=1,"debüt":w=1,"langweilig":w=1,"gänsehaut":w=1,"pilot":w=1,"leseempfehlung":w=1,"perfide":w=1,"beziehungsdrama":w=1,"psychospielchen":w=1

Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich.: Roman

Karen Hamilton
E-Buch Text
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 01.06.2018
ISBN 9783641211677
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


In letzter Zeit konnte mich ja so einige Psychothriller rundum begeistern und nun gesellt sich auch noch ein weiterer dazu: "Perfect Girlfriend" von Karen Hamilton ist die Geschichte einer verlorenen Frau, die einen Mann für ewig an sich binden will. Dass sie dabei sich selbst verliert und einer "Perfektion" anstrebt, die in Wahrheit nur eine Illusion ist, scheint sie überhaupt nicht zu merken.

Ich finde es großartig, welch frischer Wind momentan im Bereich der Psychothriller doch aufkommt. Karen Hamilton beschränkt sich hierbei auf eine altbekannte Thematik und erzählt eine altbekannte Geschichte, schafft es aber meisterhaft, eine Protagonistin zu erschaffen, die ihren eigenen, bösen Weg geht und dabei furchtbar sympathisch wirkt. Ich habe Juliette Price geliebt!

Charaktere

Juliette Price

Juliette Price wurde von ihrem Exfreund auf recht schmerzliche Art un Weise verlassen. Ihm war die Beziehung zu intensiv, zu eng und so verlangt er mehr Freiraum. Darauf lässt sich Juliette dann auch ein, doch heckt bereits einen Plan aus, wie sie ihn ewig an sich binden kann. Schließlich liebt er sie ja, genau wie sie ihn, oder?

Nach und nach wird auch Juliettes Vergangenheit aufgerollt. Schon der Prolog deutet an, dass ihre Kindheit ziemlich abrupt zum Stillstand kam. Hier verliert sie nämlich ihren kleinen Bruder und gibt sich selbst dafür die Schuld.

Juliette ist eine Soziopathin, die sich selbst in eine Liebe hineinsteigert, die es überhaupt nicht gibt. Zeitgleich hat sie sich in den Kopf gesetzt, auch noch das Leben anderer Menschen zu zerstören und was soll ich sagen? Ich fand Juliette verdammt interessant und muss gestehen, dass ich vollkommen auf ihrer Seite stand. Teilweise habe ich sie beim Lesen sogar angefeuert, auch wenn natürlich auch ein melancholischer Unterton vorhanden ist. Denn eigentlich verdient sie echtes Glück, nicht solch ein erzwungenes!

Nate

Irgendwann lernt der Leser auch Nate persönlich kennen und was soll ich hier sagen? Er ist der Typ Mann, von dem jede Frau die Finger lassen sollte. Nate will sich nicht binden und am besten keine Verantwortung übernehmen! Was Juliette an ihm fand? Es ist hier wohl die Liebe (oder doch der Hass?) der sie antreibt!

Meine Meinung

Nach dem Prolog, der bereits eine traurige Kindheitserinnerung aufgreift, lernen wir Juliette kennen, die gerade ein Trainee absolviert, um Flugbegleiterin zu werden. Hoch in der Luft, so denkt sie, wird sie ihren Nate, der als Pilot arbeitet, schon wieder für sich gewinnen können. Mit Juliette gemeinsam tritt der Leser also hier den Weg in eine Zukunft an, die Juliette als perfekt empfindet. Sie verändert sich vollkommen, sowohl äußerlich, als auch vom Charakter, nur damit sie ihren großen Plan, Nate zurückzugewinnen, endlich in die Tat umsetzen kann.

Es wird schnell klar, dass die Art der Perfektion, die Juliette hier anstrebt, überhaupt nicht existiert. Sie verliert sich selbst in einem Wahn und gleichzeitig in einer Wunschvorstellung, ja in einem großen Traum, der überhaupt nicht erreichbar zu sein scheint. Sie vergisst nämlich eins: Zur Liebe gehören immer noch zwei Personen.

Nach außen verstellt sich Juliette, schließt Freundschaften, die ihr vielleicht von Nutzen sein können, verliert sich innerlich aber komplett. Das empfand ich teilweise als sehr traurig, doch dennoch stand ich beim Lesen auf ihrer Seite. Ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass es für sie doch irgendwie noch gut ausgehen könnte, ja, das sie endlich das bekommt, was sie verdient.

Die Autorin hat hier eine furchtbar sympathische Antiheldin geschaffen, eine Soziopathin, die wenn es sein muss, auch Leben zerstört und über Leichen geht. Der Roman ist hierbei zwar sehr ruhig und auch sehr geradlinig erzählt, besitzt aber viele tolle Spannungsmomente. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so mitgefiebert habe ich mit Juliette!

Da unsere Protagonistin als Flugbegleiterin arbeitet, gibt es sehr viele Handlungsorte und vor allem auch sehr viele interessante Einblicke in das Leben der Stewardessen. Hier hat die Autorin auf jeden Fall ihre eigene Berufserfahrung mit eingebracht und auf den Flügen, als auch in den verschiedenen Ländern für Abwechslung gesorgt.

Die Geschichte steigert sich bis zum Ende, das dann allerdings vollkommen plötzlich kommt und eigentlich fast alles offen lässt. Ich mag offene Enden sehr gerne, aber hier hätte ich mir tatsächlich doch irgendeine Richtung gewünscht, die zumindest angedeutet wird. Tatsächlich war ich vom Ende hier ein wenig enttäuscht ... 


Fazit

"Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich" ist zwar ein ruhig erzählter Psychothriller, dessen Stärke aber eindeutig in der Protagonistin liegt. Das Buch ist hier wohl nicht für jeden Leser geeignet, denn Juliette ist alles andere als die typische 0815-Hauptcharakterin. Um ihre recht eigene Geschichte zu verstehen, muss man wohl selbst leicht verrückt oder halt offen für das Leben einer Soziopathin sein. Ich habe das Buch geliebt und bin damit wohl Beides!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

"krimi":w=1:wq=20087

Tiefe Wasser

Patricia Highsmith
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Diogenes
ISBN 9783257203424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Nachdem ich im vergangenen Monat "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith gelesen hatte und absolut gefesselt von dem Schreibstil der Autorin war, musste ich gleich ein weiteres Buch lesen! 


"Tiefe Wasser" ist dabei wieder einmal ein Krimi, bei dem das "Whydunit", also das große "Warum" hinter einer Tat im Fokus steht. In dieser Geschichte lernen wir Vic kennen, einen Mann, der in der Partnerschaft schon viel aushalten musste und doch immer noch besonnen agiert. Doch wie viel kann ein Mensch wirklich ertragen?


Dabei ist dieser Krimi wieder einmal sehr tiefgründig, was mir einfach mehr liegt als diese typischen neueren Krimis, in denen es nur um das Finden eines Mörders geht. Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Vic geschildert, wir werden mit ihm zusammen also an den Rand den Verzweiflung gebracht. Wird er irgendwann einen Schritt zu weit gehen?


Charaktere


Victor Van Allen


Vic, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wird, ist ein überaus netter Mensch, der immer ruhig und besonnen wirkt. Dass die Beziehung zu seiner Frau schon lange zerbrochen ist, scheint ihm nicht viel auszumachen. Auch die Tatsache, dass Melinda schon öfters betrogen hat und ihm immer neue Männer vorführt, scheint ihn kalt zu machen.


Das ist allerdings nur die Oberfläche. Wie am Anfang Mrs. Nash so treffend formuliert: "Du kommst mir vor wie einer, der immer alles in sich hineinfrisst, um dann eines Tages ... Eines Tages ..."


Und dieser Tag soll im Laufe dieser Geschichte kommen. Vic ist ein sympathischer Mensch, den ich als Leser am liebsten beschützen wollte. Er ist Verleger, interessiert sich für Schnecken (Von denen er selbst welche hält) und liebt es, intelligente Gespräche zu führen. 


Melinda


Puhh, Melinda ist kleine Rebellin und sie passt leider überhaupt nicht zu Vic, der ihr nicht nur intellektuell überlegen ist, sondern auch von seiner Art viel zu ruhig und ausdauernd für sie ist. Melinda will das Leben genießen und das am liebsten mit immer neuen Männerbekanntschaften.


Melinda zeigt vollkommenes Desinteresse ihrem Mann und leider auch ihrem Kind gegenüber. Sie lebt eigentlich nur für sich und schert sich nicht um die Gefühle ihrer Mitmenschen. Dies fand ich besonders abstoßend an ihr, vor allem, da sie sich einfach nicht von Vic Scheiden lassen wollen. Die beiden klammern sich aneinander, obwohl sie sich damit nur gegenseitig in den Abgrund ziehen.



Meine Meinung


Getreu dem Spruch "Stille Wasser sind tief" erschafft Patricia Highsmith hier einen Protagonisten, der äußerlich vollkommen ruhig und besonnen wirkt. Doch unter der Oberfläche brodelt es schon lange. Dies wird bereits auf den ersten Seiten deutlich, in denen unser Protagonist einem Kontrahenten erzählt, er hätte den letzten Liebhaber seiner Frau ermordet. Ob da nun etwas dran ist, kann der Leser erst einmal schlecht einschätzen, doch ich fand es köstlich, wie viel Angst Vic nur verbal verbreiten konnte.


Vic selbst scheint seine Frau nicht mehr zu lieben - Sie leben schon lange getrennt und teilen nicht einmal mehr das Schlafzimmer miteinander. Bis zu einem gewissen Punkt toleriert Vic die Liebeleien seiner Frau, doch er wünscht sich, dass sie sich "wenigstens einen gescheiten Mann sucht". Alles andere sieht er als Verhöhnung seiner eigenen Person.


"Tiefe Wasser" ist ein sehr tiefgründiger Krimi, der den Leser tief in die Gedankenwelt von Vic entführt. Wird er irgendwann ausbrechen? Und was wird dann geschehen?


Mir tat Vic total leid, denn er ist hier wirklich mit einer Frau gestraft, die ihn immer wieder erniedrigt. Ironischerweise schlüpft Vic hier komplett in die Rolle des Unschuldslamms. Niemand traut ihm eine Tat zu, ist er doch äußerlich die Ruhe in Person. Hier wird wieder klar, dass doch die äußere Erscheinung viel ausmacht, ja, dass es anscheinend doch wichtig ist, wie man nach außen hin wirkt.


Lange kann Vic sein Innerstes aber nicht verbergen und es war hier nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schreckliches passiert. Mit jedem neuen Mann, der in Melindas Leben tritt, steigert sich die Spannung bis zu einem recht bitteren Ende!


Fazit


Mein zweiter Krimi von Patricia Highsmith konnte mich auch absolut überzeugen. Eine tiefgründige Charakterstudie eines Mannes, der trotz äußerer Stärke innerlich längst zerbrochen ist! "Tiefe Wasser" hat mich fasziniert und wird definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

"familie":w=1,"usa":w=1,"thriller":w=1,"horror":w=1,"exorzismus":w=1,"festa":w=1,"reality tv":w=1,"#festaverlag":w=1,"#festamustread":w=1,"#paultremblay":w=1

A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus

Paul Tremblay
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 12.06.2018
ISBN 9783865526595
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


"A Head full of Ghosts" von Paul Tremblay klang ganz nach meinem Geschmack als ich es bei einer lieben Bloggerkollegin gesehen habe. Allerdings muss ich hier gleich zu Beginn sagen, dass das Cover doch eher einen sehr unheimlichen Schauerroman verspricht, während doch der Klappentext die tatsächliche Richtung dieses Romans andeutet.


Im Grunde ist das Buch nämlich tatsächlich nur ein Bericht und das wird wohl gerade Horrorfans erst einmal etwas enttäuschen. Denn wer hier eine gruselige Atmosphäre erwartet, Horror oder gar einen spannenden Thriller, der wird wohl enttäuscht werden.


Paul Tremblay erzählt seine Geschichte nämlich recht distanziert, vorwiegend berichtet er das Geschehen nur aus der Sicht eines jungen Mädchens, das, so hat es auf mich gewirkt, keinerlei Angst zeigt. Dadurch bleiben natürlich auch die Emotionen des Lesers auf der Strecke.


Charaktere


Merry


Meredith, die hier kurz Merry genannt wird, erzählt hier während eines Interviews die Geschichte der Besessenheit von ihrer älteren Schwester Marjorie. Als Leser tauchen wir nun also in ihre Gedankenwelt ein und erfahren, was genau damals mit ihrer Schwester geschehen war, als diese für eine Reality-Show als "Besessene" vermarktet wurde.


Dabei wirken Merrys Erinnerungen wie ein Bericht ohne Wertung, doch leider auch ohne Emotionen. Hatte Merry damals keine echte Angst vor ihrer Schwester? Und was ist mit ihren Eltern? War es nicht etwas verantwortungslos, auch die kleine Merry mit in die ganze Sache zu ziehen?


Ich musste mich hier tatsächlich erst einmal an Merrys Naivität gewöhnen. Leider wurden mir die Themen, die sie direkt betreffen (wie beispielsweise das Mobbing an der Schule) zu kurz angesprochen. Zwar habe ich während des Lesens ahnen können, wie es letztendlich in ihr aussehen musste, aber die Distanz zu ihr war mir teilweise zu groß. Dabei ist sie tatsächlich die stille Protagonistin, die, die tatsächlich nach und nach an der "Besessenheit" ihrer Schwester zerbricht.



Marjorie


Im Fokus des Ganzen steht hier Merrys ältere Schwester Marjorie. Die Erinnerung Merrys setzt bereits an einem Punkt an, dem sich Marjorie anfängt seltsam zu benehmen. Steckt da wirklich eine echte Besessenheit hinter?


Die Beziehung zwischen den beiden Schwestern fand ich gut geschildert, denn Merry steht durchgehend auf Marjories Seite, versteht aber noch nicht, was genau mit ihr passiert. Ist sie krank? Oder wirklich von einem Dämon besessen?


Marjorie selbst lernt der Leser nur durch Merrys Augen und durch die berichtartigen Erzählungen kennen. Für mich hat das leider eine gewisse Distanz geschaffen und ich hatte am Ende das Gefühl, dass ich weder Marjorie noch Merry wirklich gekannt habe ...


Meine Meinung


"A Head full of Ghosts" lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite empfand ich die Thematik furchtbar interessant und fesselnd, auf der anderen Seite hat mich der furchtbar distanzierte Schreibstil genervt. Ich wollte so gerne tiefer in die Geschichte eindringen, doch der Autor hat mir dies leider nicht ermöglicht.


Irgendwann ist es mir zwar gelungen, mich auf die Geschichte einzulassen, doch das Lesen fiel mir dadurch nicht leichter. Es gab Punkte, an denen es tatsächlich ausreichend Platz für eine gruselige Atmosphäre geschaffen wurden - doch diese hat der Autor für mich leider nicht genutzt. Teilweise habe ich mich wirklich so gefühlt, als würde ich an der Oberfläche treiben, während die Geschichte doch tief unterhalb dieser noch so viel zu bieten hat.


Die Grundidee hat mir, wie gesagt, auch sehr gut gefallen, genau wie der Aufbau des Buches anhand von Merrys Interview und ihren Erinnerungen an ihre "Kindheit", die durch die Besessenheit von Marjorie doch einen Riss bekam. Auch die Blogeinträge mit den vielen Anspielungen auf Horrorromane und Horrorfilme konnten mich als eingefleischter Fan überzeugen, auch wenn sie mich doch noch weiter aus der Haupthandlung katapultiert haben.


Die Idee, einen Exorzismus als Reality-Show zu vermarkten, ist nicht neu. Besonders im Filmbereich habe ich da schon einiges gesehen. Positiv bei diesem Roman muss ich daher erwähnen, dass er sich doch kritisch mit der ganzen Thematik auseinandersetzt, auch wenn ich die Familie nicht zu 100% verstehen konnte. Warum lassen sie ihre 8-jährige Tochter das alles mit ansehen? Wieso halten die Eltern Merry nicht von alledem fern? Und warum sehen sie nur das Leid ihrer größeren Tochter?


Das Ende hat hingegen einen gewissen Nachklang, den das Buch auf jeden Fall gebraucht hat. Erst auf den letzten Seiten offenbart sich das schreckliche Ausmaß, dass diese "Besessenheit" nahm und hier musste ich auch zum ersten Mal richtig schlucken. Der Leser wird hier selbst zum Mitdenken animiert und das empfand ich als absolut passenden Ausgang!


Abschließend fällt es mir allerdings dennoch schwer, das Buch hier zu bewerten. Teilweise fiel es mir schwer, am Ball zu bleiben, teilweise dachte ich sogar dran, das Buch abzubrechen. So stark ich auch das Ende fand, so holprig war für mich dann aber der Weg dahin, der für mich leider keinen Platz für Emotionen und vor allem Mitgefühl ließ.


Fazit


"A Head full of Ghosts" von Paul Tremblay war ein Buch, das mich auf der einen Seite fasziniert, auf der anderen Seite aber leider auch durch die distanzierte Herangehensweise auch etwas gelangweilt hat. Die Geschichte von Merry und Marjorie ließt sich wie ein Bericht, wie längst vergessene Erinnerungen, die wieder aufgewärmt werden, um den Leser am Ende zu schockieren. Die kritische Betrachtungen haben mir gefallen, doch für mich kam leider keine Atmosphäre auf ...

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Perfect Girlfriend

Karen Hamilton
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Wildfire, 22.03.2018
ISBN 9781472244253
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schreibstil


In letzter Zeit konnte mich ja so einige Psychothriller rundum begeistern und nun gesellt sich auch noch ein weiterer dazu: "Perfect Girlfriend" von Karen Hamilton ist die Geschichte einer verlorenen Frau, die einen Mann für ewig an sich binden will. Dass sie dabei sich selbst verliert und einer "Perfektion" anstrebt, die in Wahrheit nur eine Illusion ist, scheint sie überhaupt nicht zu merken.

Ich finde es großartig, welch frischer Wind momentan im Bereich der Psychothriller doch aufkommt. Karen Hamilton beschränkt sich hierbei auf eine altbekannte Thematik und erzählt eine altbekannte Geschichte, schafft es aber meisterhaft, eine Protagonistin zu erschaffen, die ihren eigenen, bösen Weg geht und dabei furchtbar sympathisch wirkt. Ich habe Juliette Price geliebt!

Charaktere

Juliette Price

Juliette Price wurde von ihrem Exfreund auf recht schmerzliche Art un Weise verlassen. Ihm war die Beziehung zu intensiv, zu eng und so verlangt er mehr Freiraum. Darauf lässt sich Juliette dann auch ein, doch heckt bereits einen Plan aus, wie sie ihn ewig an sich binden kann. Schließlich liebt er sie ja, genau wie sie ihn, oder?

Nach und nach wird auch Juliettes Vergangenheit aufgerollt. Schon der Prolog deutet an, dass ihre Kindheit ziemlich abrupt zum Stillstand kam. Hier verliert sie nämlich ihren kleinen Bruder und gibt sich selbst dafür die Schuld.

Juliette ist eine Soziopathin, die sich selbst in eine Liebe hineinsteigert, die es überhaupt nicht gibt. Zeitgleich hat sie sich in den Kopf gesetzt, auch noch das Leben anderer Menschen zu zerstören und was soll ich sagen? Ich fand Juliette verdammt interessant und muss gestehen, dass ich vollkommen auf ihrer Seite stand. Teilweise habe ich sie beim Lesen sogar angefeuert, auch wenn natürlich auch ein melancholischer Unterton vorhanden ist. Denn eigentlich verdient sie echtes Glück, nicht solch ein erzwungenes!

Nate

Irgendwann lernt der Leser auch Nate persönlich kennen und was soll ich hier sagen? Er ist der Typ Mann, von dem jede Frau die Finger lassen sollte. Nate will sich nicht binden und am besten keine Verantwortung übernehmen! Was Juliette an ihm fand? Es ist hier wohl die Liebe (oder doch der Hass?) der sie antreibt!

Meine Meinung

Nach dem Prolog, der bereits eine traurige Kindheitserinnerung aufgreift, lernen wir Juliette kennen, die gerade ein Trainee absolviert, um Flugbegleiterin zu werden. Hoch in der Luft, so denkt sie, wird sie ihren Nate, der als Pilot arbeitet, schon wieder für sich gewinnen können. Mit Juliette gemeinsam tritt der Leser also hier den Weg in eine Zukunft an, die Juliette als perfekt empfindet. Sie verändert sich vollkommen, sowohl äußerlich, als auch vom Charakter, nur damit sie ihren großen Plan, Nate zurückzugewinnen, endlich in die Tat umsetzen kann.

Es wird schnell klar, dass die Art der Perfektion, die Juliette hier anstrebt, überhaupt nicht existiert. Sie verliert sich selbst in einem Wahn und gleichzeitig in einer Wunschvorstellung, ja in einem großen Traum, der überhaupt nicht erreichbar zu sein scheint. Sie vergisst nämlich eins: Zur Liebe gehören immer noch zwei Personen.

Nach außen verstellt sich Juliette, schließt Freundschaften, die ihr vielleicht von Nutzen sein können, verliert sich innerlich aber komplett. Das empfand ich teilweise als sehr traurig, doch dennoch stand ich beim Lesen auf ihrer Seite. Ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass es für sie doch irgendwie noch gut ausgehen könnte, ja, das sie endlich das bekommt, was sie verdient.

Die Autorin hat hier eine furchtbar sympathische Antiheldin geschaffen, eine Soziopathin, die wenn es sein muss, auch Leben zerstört und über Leichen geht. Der Roman ist hierbei zwar sehr ruhig und auch sehr geradlinig erzählt, besitzt aber viele tolle Spannungsmomente. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so mitgefiebert habe ich mit Juliette!

Da unsere Protagonistin als Flugbegleiterin arbeitet, gibt es sehr viele Handlungsorte und vor allem auch sehr viele interessante Einblicke in das Leben der Stewardessen. Hier hat die Autorin auf jeden Fall ihre eigene Berufserfahrung mit eingebracht und auf den Flügen, als auch in den verschiedenen Ländern für Abwechslung gesorgt.

Die Geschichte steigert sich bis zum Ende, das dann allerdings vollkommen plötzlich kommt und eigentlich fast alles offen lässt. Ich mag offene Enden sehr gerne, aber hier hätte ich mir tatsächlich doch irgendeine Richtung gewünscht, die zumindest angedeutet wird. Tatsächlich war ich vom Ende hier ein wenig enttäuscht ... 


Fazit

"Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich" ist zwar ein ruhig erzählter Psychothriller, dessen Stärke aber eindeutig in der Protagonistin liegt. Das Buch ist hier wohl nicht für jeden Leser geeignet, denn Juliette ist alles andere als die typische 0815-Hauptcharakterin. Um ihre recht eigene Geschichte zu verstehen, muss man wohl selbst leicht verrückt oder halt offen für das Leben einer Soziopathin sein. Ich habe das Buch geliebt und bin damit wohl Beides!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"jugendthriller":w=3,"thriller":w=2,"jugendbuch":w=2,"selbstmord":w=2,"roman":w=1,"freundschaft":w=1,"mord":w=1,"freunde":w=1,"jugendroman":w=1,"australien":w=1,"emotionen":w=1,"abschied":w=1,"cbt verlag":w=1,"jugenroman":w=1,"juli 2018":w=1

Der Tag, an dem Cooper starb

Rebecca James , Edith Beleites
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.07.2018
ISBN 9783570312063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil

Endlich kam ich mal wieder in den Genuss eines Jugendthrillers, der mich von der ersten Seite an in den Bann ziehen konnte. "Der Tag, an dem Cooper starb" beginnt hierbei bereits mit dem angeblichen Selbstmord Coopers. Natürlich kennt der Leser selbst Cooper zu Beginn nicht und daher war es schwer, hier etwas zu empfinden, doch die Autorin rollt dann nach und nach die Geschichte von Anfang an auf. So lernen wir Cooper und sein Umfeld kennen und haben dabei immer im Hinterkopf, dass er bald sterben wird ...

Mir hat der Schreibstil hier unfassbar gut gefallen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, einmal "Jetzt" und dann "Damals", was hier für Spannung sorgt. Die Abschnitte aus der Gegenwart sind relativ kurz gehalten, hier erfahren wir, wie das Umfeld Coopers mit alledem umgehen. Sehr beklemmend wird hier beschrieben, wie besonders Libby versucht, wieder den Boden unter den Füßen zu finden und letztendlich auch die ganze Wahrheit über Coopers Tod herausfinden will? Doch kann diese Wahrheit überhaupt etwas ändern?

Neben den verschiedenen Zeitebenen ist zudem jedes Kapitel aus einer anderen Sicht. So lernen wir Libby, Coooper, Claire und Sebastian näher kennen. Sie alle scheinen in die Tragödie involviert zu sein.

Charaktere

Libby

Libby und Coopers Liebesgeschichte wird hier von Anfang an aufgerollt. Wir erleben mit, wie Libby auf Cooper trifft, wie die beiden sich näher kommen und wie sie sich letztendlich unsterblich ineinander verlieben.
Libby selbst ist ein herzensguter und sehr ehrlicher Mensch. Sie bringt eine gewisse Normalität in Coopers Leben. Er muss sich durch sie keine Gedanken mehr um Ansehen oder Geld machen. Bei ihr kann Cooper einfach frei sein.

Cooper

Auf der anderen Seite steht dann natürlich Cooper. Auf den ersten Blick scheint er recht wenig mit Libby gemein zu haben, doch dennoch kommen sie sich näher und Cooper lernt endlich sich selbst kennen.

Ich empfand Cooper als sehr interessanten und vielschichtigen Charakter. Während er anfangs durch seinen Freundeskreis geprägt war, lernt er im Verlauf der Geschichte, was es heißt, eigene Entscheidungen zu treffen und dass es vollkommen in Ordnung ist, sich zu verändern und sich neuzuorientieren.

Claire

Claire war einst mit Cooper zusammen, doch die Beziehung der beiden endete auf recht schmerzvolle Art und Weise. Cooper selbst will nichts mehr von Claire wissen, doch Claire hängt noch immer an ihm und kann es nicht ertragen, dass er jetzt mit Libby zusammen ist.

Claire selbst hielt ich zu Beginn der Geschichte für einen furchtbar von Neid zerfressenden Menschen. Doch dieses Bild hat sich schließlich gewandelt, denn sie ist im Grunde eine zerbrochene junge Frau, die ihren Weg einfach noch nicht gefunden hat!

Sebastian

Sebastian kann man oberflächlich betrachtet als echten Snob bezeichnen. Er stammt aus einer angesehenen Familie, hat Geld und schmeißt die coolsten Partys. Doch dass auch er nicht wirklich glücklich ist, wird schnell klar.

Die Beziehung zu seinem Vater ist durch Sebastians Homosexualität gestört und so klammert er sich an seinen besten Freund Cooper, in den er wohl auch etwas verliebt ist. Er erträgt es ebenfalls nicht, dass Cooper nun mit Libby zusammen ist und kaum noch Zeit für ihn hat ...

Meine Meinung

"Der Tag, an dem Cooper starb" war von Anfang an ein Jugendthriller ganz nach meinem Geschmack. Das Buch beginnt sofort mit der schockierenden Nachricht vom Tode Coopers. Angeblich hat er Selbstmord begangen, doch seine Freundin Libby will da nicht so recht dran glauben.

Der Leser erfährt nun erst einmal ganz ausführlich die Liebesgeschichte von Cooper und Libby, die natürlich einen fahlen Beigeschmack besitzt, da wir bereits wissen, dass Cooper bald sterben wird. So süß ich die Kennenlerngeschichte der beiden auch fand, so traurig hat sie mich zeitgleich aber auch gemacht.

Der Autorin ist es auf jeden Fall gelungen, sämtliche Charaktere sehr vielschichtig zu beschreiben. So hat irgendwann jeder, wirklich jeder, ein Motiv, Cooper zu hassen. Viele der Freunde der beiden sind von Anfang an gegen die Beziehung, da Libby und Cooper aus verschiedenen Schichten kommen. Doch Cooper findet sich durch Libby selbst und stellt damit auch sein eigenes Umfeld in Frage.

Zentrales Thema dieses überaus spannenden Jugendthrillers ist auf jeden Fall die Frage nach der Popularität. Dieses typische Schubladendenken, das es wohl überall auf der Welt gibt, zwängt hier unseren Cooper, der einfach nur sich selbst finden will, furchtbar ein. Ist das etwa der Grund, warum er beschließt, Selbstmord zu begehen?

Im Verlaufe der Geschichte kommen so einige Geheimnisse ans Tageslicht. Geheimnisse, die auf den erste Blick gar nicht so tragisch erscheinen, aber dennoch weitreichende Folgen haben. Durch die unterschiedlichen Perspektiven setzt sich das Puzzle nach und nach zusammen. Als Leser habe ich zwar ab einen gewissen Punkt geahnt, was nun hinter allem steckt, dennoch hat mich aber das Ende so sehr mitgenommen, dass ich tatsächlich mit den Tränen kämpfen musste.

Fazit

Für mich war "Der Tag, an dem Cooper starb" daher ein ungemein fesselnder und berührender Jugendthriller mit einer wichtigen Thematik und vielen Gänsehautmomenten. Wer Jugendthriller genauso liebt wie ich, sollte dieses Buch unbedingt lesen!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

120 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

"liebe":w=5,"flughafen":w=5,"episodenroman":w=2,"verkuppeln":w=2,"vielflieger":w=2,"familie":w=1,"humor":w=1,"london":w=1,"liebesroman":w=1,"unterhaltung":w=1,"reisen":w=1,"irland":w=1,"neuanfang":w=1,"enttäuschung":w=1,"flugzeug":w=1

Liebe in Reihe 27

Eithne Shortall , Janine Malz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.06.2018
ISBN 9783453359802
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schreibstil


Der Klappentext hat mich bei diesem Buch sehr neugierig gemacht, sodass ich froh war, das Buch bei Lovelybooks bei einer Verlosung gewonnen zu haben. Von den vielen eher negativen Meinungen wollte ich mich von dem Lesen hier nicht abhalten lassen - muss mich letztendlich aber dennoch anschließen.


Die Geschichte hat sich zu Beginn noch recht flüssig gelesen. Ich dachte, es wäre eine angenehme Lektüre für zwischendurch, doch leider ließ das Buch irgendwann enorm nach. Alles, einschließlich der Charaktere, wirkte furchtbar eintönig und lieblos beschrieben. Zwar steht Cora im Mittelpunkt des Ganzen, doch ihre sehr eintönige Geschichte wird immer wieder unterbrochen, um kurze "Liebesgeschichten" einzufügen, die bei mir aber keinerlei Emotionen erzeugen konnte.


Charaktere


Cora


Cora war für mich leider eine sehr nervige Protagonistin, bei der ich öfters die Augen verdrehen musste. Ich denke, die Autorin wollte hier, auch durch die Geschichte mit ihrer Mutter, eine aufopferungsvolle Hauptcharakterin erschaffen, doch manche sehr oberflächliche Aussagen von ihr machten sie für mich furchtbar unsympathisch.


Zudem wirkt sie viel zu aufdringlich, spioniert die Passagiere aus und entscheidet dann noch furchtbar oberflächlich, wen sie denn nun auf die beiden Plätze in Reihe 27 setzt. Von Miss Amor habe ich hier tatsächlich mehr erwartet ...


So steht Coras eigene kleine Geschichte auch im Fokus, doch diese "Liebelei" ist so trocken erzähl, dass ich mich tatsächlich gefragt habe, welche Richtung das Buch nun einschlagen wollte ... Sollte es nur um ein paar oberflächliche Liebesgeschichten gehen? Doch warum wird immer wieder Coras komplette Lebensgeschichte eingefügt? Wie genau sollte Cora auf den Leser wirken?


Meine Meinung


"Liebe in Reihe 27" war leider mal wieder ein Buch, das mich komplett enttäuscht. So witzig und süß der Klappentext auch klingt, so lahm war letztendlich die Geschichte, die für mich keinerlei Pepp und auch keine Emotionen besaß.


Um ehrlich zu sein hätte ich auch nicht erwartet, hier ein tiefgründiges Buch vorzufinden. Aber ich hätte mir doch eine gewisse Unterhaltung gewünscht, viele kleine magische Momente hoch in der Luft eben, in denen sich zwei Personen finden. Stattdessen gehen die Begegnungen der Menschen in den meisten Fällen nie über nichtssagenden Smalltalk hinaus ... Einige der Paare finden sich sympathisch, andere eher nicht und das war es dann auch schon ...


Außer im Titel findet man hier leider kaum Liebe ... Es gibt ein paar seltsame Nebenhandlungen, die einfach nur zur Streckung des Ganzen herhalten müssen. (So beispielsweise Coras nervige Freundin Nancy, die irgendwie noch oberflächlicher als Cora wirkt ...) Dann noch Coras ganze Lebensgeschichte, die lieblos einfach runtergeleiert wird. Für mich war das Buch teilweise wirklich schwer zu lesen!


Eine echte Botschaft besitzt das Buch auch nicht, es ist einfach super frustrierend, teilweise sogar recht melancholisch. Durch die oberflächliche Betrachtungsweise und die fehlende Tiefe hat es mich beim Lesen furchtbar wütend gemacht ...


Das Ende ist dann genauso lieblos wie das restliche Buch. Und wozu habe ich mich bis zum Ende gequält? Damit irgendwie noch ein "Happy End" zurechtgebogen wird, das null zur restlichen Story passt. Sorry, aber für mich war "Liebe in Reihe 27" leider pure Zeitverschwendung, ein Buch, das sich so positiv und süß anhört, dann aber nur für Frust sorgt. Echt schade!


Fazit


"Liebe in Reihe 27" von Eithne Shortall war für mich ein sehr frustrierendes Buch, das mich, statt zu unterhalten, in ein tiefes, finsteres Loch voller Melancholie gezogen hat. Alles wirkt sehr oberflächlich, hölzern und furchtbar lieblos. Definitiv kein sommerlicher Wohlfühlroman ...


  (2)
Tags:  
 
456 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.