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58 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

pferde, reiten, mädchen, jugendbuc, erwachsenwerden

Dark Horses

Cecily von Ziegesar , Sandra Knuffinke , Jessika Komina , Cornelia Niere
Fester Einband: 418 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 06.03.2017
ISBN 9783407747952
Genre: Jugendbuch

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(37)

71 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

entführung, thriller, baby, psychothriller, lösegeld

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil

Bücher mit englischen Titel häufen sich ja in letzter Zeit auf dem deutschen Buchmarkt und ich bin eigentlich niemand, der gerne mit dem Strom schwimmt. Dennoch hat sich der Klappentext für mich sofort ansprechend angehört und ich hatte aufgrund des eher unscheinbaren Covers wieder einmal die Vermutung, dass sich hier ein richtig toller Thriller versteckt.

"The Couple Next Door" ist ein Debüt, das sich sehen lassen kann! Aus unterschiedlichen Perspektiven wird die Geschichte um eine Kindesentführung von mehreren Seiten beleuchtet. Ich hatte das Gefühl, sofort in die Geschichte reinzurutschen, denn es beginnt mit der Party bei den Nachbarn und der plötzlich leeren Wiege und schon beginnt sich die Wahrheit nach und nach zu offenbaren. So macht ein Buch Spaß und so fesselnd muss ein guter Thriller sein!

Charaktere

- Anne -

Anne ist die Mutter der vermissten Cora. Sie hatte schon vor der Party bei den Nachbarn bedenken und wollte ihr Baby eigentlich überhaupt nicht allein lassen, wird dann aber von Marco, ihrem Mann, überredet. Abwechselnd schauen sie alle halbe Stunde nach ihrer Kleinen und haben zudem das Babyfon eingeschaltet.

Auf der Party selbst hat Anne kaum Spaß. Sie sieht, wie Cynthia, die Nachbarsfrau, mit ihrem Mann flirtet und fühlt sich selbst dick und hässlich. Im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass sie an einer postnatalen Depression leidet. Nach der Geburt ihres Kindes hat sich ihr Leben komplett verändert, doch da schlummert noch mehr in ihrer Vergangenheit ...

Mit Anne konnte ich sehr gut mitfühlen. Der Verlust des Babys hat auch mich mitgenommen (Und das, obwohl ich keinerlei Bezug zu Kindern habe!!!!) und ich konnte verstehen, dass sie sich schuldig gefühlt hat, denn schließlich ist sie die Mutter und trägt damit auch die Verantwortung. Nach und nach kommen aber auch die Fragen auf, ob Anne selbst vielleicht etwas mit der Entführung zu zun haben könnte ...

- Marco -

Marco ist Annes Ehemann. Er liebt seine Frau, hat auf der Party aber zu viel getrunken und flirtet mit Cynthia, der Nachbarsfrau. Als sein Baby verschwindet ist auch er außer sich, gerät aber genau wie seine Frau bald ins Zentrum der Ermittlungen. Auch er hat Geheimnisse, die nach und nach offenbart werden.

Meine Meinung

Wow! "The Couple Next Door" war mal wieder eine Achterbahnfahrt der besonderen Art. Durch den leichten Einstieg wird der Leser sofort ins kalte Wasser geschubst und muss sich mit den traurigen Tatsachen anfreunden: Das Baby eines jungen Paares wurde anscheinend aus der Wohnung entführt. Anne und Marco geben sich selbst die Schuld und natürlich stürzt sich auch bald die Presse auf den tragischen Umstand, dass die Eltern zur Zeit der Entführung auf einer Party im Nachbarhaus waren.

Natürlich darf in einem Thriller wie diesen auch ein Ermittler nicht fehlen. Verwirrt hat mich zu Beginn der Geschichte, dass dieser sofort die Eltern als schuldig ansieht. Er geht nicht von einem unbekannten Entführer aus, sondern ist sich sicher, dass Anne und Marco etwas zu verbergen haben. Er fühlt beiden also auf den Zahn und bringt nach und nach die ganze Wahrheit ans Tageslicht.

Ich mag Ermittler in Büchern selten (wie oft ich diesen Satz doch auf meinem Blog schon geschrieben habe!), fand es aber angenehm, dass die Autorin sich hier überhaupt nicht mit zäher Polizeiarbeit beschäftigt hat, sondern den Augenmerk auf die Charaktere gelegt hat. So agiert der Ermittler zwar als Spurenleser, hat aber keine eigene Handlung, die den Lesefluss eh nur gestört hätte. Stattdessen werden Anna und Marco, die Nachbarn und auch Annas reiche Eltern näher beleuchtet.

Spannend ist an dem Buch erst einmal die Tatsache, dass jeder verdächtig erscheint. Beim Lesen hatte ich tatsächlich jede Person mindestens einmal im Verdacht und so muss meiner Meinung nach ein guter Thriller sein! Nach und nach fügt sich wie ein Puzzle die gesamte Geschichte zusammen und ich fand es unendlich toll, wie sich wirklich am Ende ALLE Fragen beantwortet haben.

Die letztendliche Auflösung konnte mich als eingefleischter Thriller-Fan tatsächlich noch überraschen und ich mochte auch das letzte, bitterböse Kapitel sehr gerne. Ich hoffe, noch mehr Bücher von Shari Lapena lesen zu dürfen, denn mit diesem Debüt hat sie bewiesen, dass ihr dieses Genre liegt!

Fazit

Ein Thriller, der sich im Verlauf zum echten Pageturner entwickelt und so einige spannende Wendungen enthält. Für mich ein absolutes Highlight in diesem Genre! Bitte mehr davon!

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Tags: entführung, psychothriller, thrille   (3)
 

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133 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

caraval, spiel, magie, liebe, legend

Caraval

Stephanie Garber , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704168
Genre: Jugendbuch

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(108)

224 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

demon road, derek landy, vampire, dämonen, roadtrip

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil 


Als großer "Supernatural"- Fan stand dieses Buch trotz zahlreicher eher negativer Kritik schon lange auf meiner Wunschliste. Ich wollte gemeinsam mit Amber die Demon Road bereisen und gegen Hexen, Vampire und Untote kämpfen. Genau so abenteuerlich beginnt das Buch auch, hat jedoch soviel Handlung, dass mir beim Lesen leicht schwindelig wurde!


Derek Landy hat echt eine tolle Fantasie, doch ich denke, er ist sich über seine Zielgruppe nicht so recht bewusst. Sehr brutale Stellen wechseln sich mit einem recht seltsamen und teilweise recht "dummen" Humor ab. Eigentlich liebe ich Sarkasmus total, aber hier konnte ich leider kaum schmunzeln. (Ich kann mir aber vorstellen, dass der Humor im Original anders rüberkommt!) Es schwankt zwischen diesem recht kindlichen Stil und einer gewissen Härte, die ich persönlich Lesern ab 14 noch nicht zumuten würde!


Originell ist die Geschichte rund um die sagenumwobene Demon Road auf jeden Fall, doch die Charaktere sind leider alle recht schwierig, allen voran Amber. Auch die Übersetzung fand ich teilweise echt nicht gelungen, es gab Momente, die mich echt aus dem Buch katapultiert haben, da sie irgendwie nicht stimmig beziehungsweise flüssig gewirkt haben.


Charaktere


- Amber -


Amber wird zu Beginn der Geschichte als typische Außenseiterin beschrieben. Sie hat keine Freunde, ist dick und deswegen auch alles andere als Selbstbewusst. Schnell wird klar, dass auch ihre Eltern nicht für sie da sind und sich eigentlich überhaupt nicht für sie interessieren. Sie sprechen nicht mit ihr und integrieren sie auch nicht - bis auf den Tag, der alles verändern soll.


In dem Schnellrestaurant, in dem Amber arbeitet, gibt es einen Vorfall und auf dem Nachhauseweg wird sie von zwei Jungs blöd angemacht, die dann aber schnell ihre Lektion lernen, denn plötzlich wird Amber zu einem Monster. Ja, richtig gehört: Amber ist ein Dämon und plötzlich überaus interessant für ihre Eltern, die ihre Tochter plötzlich am liebsten verspeisen würden!


Amber in ihrer normalen menschlichen Form fand ich sehr interessant, sie war zu Beginn der Geschichte so schön unperfekt, hatte Ecken und Kanten und konnte damit gut Leben, immer als "hässlich" bezeichnet zu werden! In ihrer Dämonenform ist sie jedoch das komplette Gegenteil: Sie ist schlank, überaus anziehend und plötzlich fahren alle Männer auf sie ab. Die Aussage dahinter fand ich weniger schön und sie hat mich ein wenig geärgert, denn teilweise ist das Denken der Menschen in diesem Buch sehr oberflächlich ...


Amber als Dämon wirkt zudem recht unberechenbar. Sie wird selbstbewusst, wenn sie sich verwandelt (kein Wunder, bei dem Aussehen *Augen verdreh*), aber auch teilweise sehr egoistisch. Sie denkt weniger über ihr Handeln nach und das hat mich im Laufe der Geschichte arg gestört!


- Milo -


Der einzige echte Sympathieträger in diesem Buch war für mich Milo. Er ist Ambers Begleiter auf dem Road Trip und zum Ende der Geschichte erfahren wir auch noch etwas über seine Vergangenheit. Milo ist einfach ein cooler Typ, den ich als Leser gleich in mein Herz geschlossen habe!


- Glen -


Vom coolen Typen kommen wir jetzt zum nervigen Typen. Glen soll wohl für einen gewissen Humor in diesem Buch sorgen, hat mich aber teilweise echt stark genervt. Eigentlich brauchen Amber und Milo ihn überhaupt nicht, er ist nur eine Last mit einem eigenem Problem. Trotzdem werden sie zu so etwas wie Freunden und unterstützen sich gegenseitig. (Naja, fast gegenseitig ...)


Meine Meinung


Gleich vorneweg: Dieses Buch hat eher wenig mit der Welt von "Supernatural" zu tun. Eigentlich sind die einzigen Parallelen der coole Wagen, den Milo fährt und die Wesen, die sie auf ihrer Reise treffen. (Es hatte tatsächlich etwas von Sam und Deans typische Fällen!)


Uneigennützig handelt in "Demon Road" aber so gut wie niemand. Hier geht es nur um Ambers Leben, das durch ihre Eltern bedroht wird und ihren Versuch, ebenfalls mit einem mächtigen Dämonen einen Pakt einzugehen. Auf ihrer Reise trifft sie, wie der Klappentext schon andeutet, einige Gestalten und es wird eigentlich nie langweilig - eher das Gegenteil: Das Buch ist so vollgepackt, dass mir beim Lesen teilweise schwindelig wurde!


Die Idee hinter der "Demon Road" ist echt genial, der eigentliche Road Trip ist dann aber nicht sonderlich überraschend. Sie kommen von einem Übel ins Nächste, vieles wird dem Zufall überlassen (oder aber Ambers plötzlicher Stärke) und es geht kaum um das Zwischenmenschliche. (Oder Zwischen-DÄMONISCHE?) Auf jeden Fall kamen mir die Charaktere viel zu kurz. Positiv zu erwähnen ist zwar, dass der Autor komplett auf eine Liebesgeschichte verzichtet, aber im selben Atemzug hat er auch sämtliche Emotionen aus seiner Geschichte verbannt.


Auch die Aussage bezüglich Amber und ihrer plötzlich so ansehnlichen Dämonenform hat mir nicht sonderlich gefallen und mir das Buch doch recht oberflächlich erscheinen lassen. Leider zog sich das durch die gesamte Geschichte. In ihrer normalen Menschenform wird Amber weiterhin nicht wahrgenommen - während sie in ihrer Dämonenform plötzlich interessant auf andere wirkt. Ich hoffe, dass sie sich im nächsten Teil noch in eine andere Richtung entwickeln wird!


Wie zuvor angesprochen, war auch der Humor nicht so meins. Er passt meiner Meinung nach eher zu einem Kinderbuch, was "Demon Road" aufgrund einiger sehr gewalttätiger Szenen aber definitiv nicht ist! Zwar liebe ich Sarkasmus, aber hier waren mir manche Stellen einfach zu dumm. (Besonders Glen und die Toilette ...)


Abschließend möchte ich aber noch einmal sagen, dass ich das Buch wirklich sehr originell fand, es gibt sehr viel Inhalt und die ganzen Ideen mit den Dämonen, Vampiren und Hexen haben mir ausgesprochen gut gefallen. So gut, dass ich vermutlich auch noch den zweiten Teil lesen würde - ich hoffe hier aber, dass sich unsere Protagonistin noch entwickelt und die Geschichte endlich richtig rund wird!


Fazit


Lange habe ich mich auf "Demon Road" von Derek Landy gefreut, doch leider konnte es meine Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Die Charaktere konnten mich bis auf Milo nicht so recht in den Bann ziehen und manche Handlungen und Ereignisse waren mir zu unlogisch und viel zu zusammengeschustert. Dennoch mochte ich die Grundidee und die Geschichte der Demon Road sehr gerne und hoffe, dass der nächste Teil besser werden wird! 


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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, it-girl, netzwerk, krimi, twitter

Die Gästeliste

Sanne Averbeck
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.02.2017
ISBN 9783736302402
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

richard laymon

Die Tür

Richard Laymon , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453676732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Es ist wieder Zeit für einen neuen Laymon! Klar, auch wenn Richard Laymon jetzt schon seit mehr als zehn Jahren tot ist, kommen noch immer die "vergessenen" Romane/Novellen von ihm aus dem Werk, also jene Werke, die im Englischen nie so viel Anklang gefunden haben.


Zugegebenermaßen war ich etwas enttäuscht, als das Buch dann bei mir ankam. Es ist echt dünn und es stellte sich heraus, dass "Die Tür" nur eine von zwei Novellen ist. Da mir die letzten bei Heyne erschienen Bücher schon nicht mehr gefallen haben, ging ich mit wenigen Erwartungen an das Mini-Büchlein heran - wurde dann aber überrascht.


Auch wenn das Buch noch mit einem Vorwort, einer Leseprobe und der Auflistung aller Werke von Laymon in die Länge gezogen wurde, so versteckt sich im Inneren doch wieder einmal etwas, das ich als "typisch Laymon" beschreiben würde. Wie Jack Ketchum im Vorwort so schön sagt: "Laymons Stil ist so schön unperfekt ..." und genau das liebe ich an ihn so. Er ist ein Schriftsteller, der sich zu Lebzeiten nicht verbiegen hat lassen und einfach seinem Stil treu geblieben ist und das wird auch in diesen beiden Kurzgeschichten wieder deutlich!


Tolle Dialoge, eine geniale Atmosphäre und der typische schwarze Humor, das finden wir besonders in der ersten Kurzgeschichte, während die zweite uns mit auf einem Camping Ausflug nimmt und besonders am Ende noch eine kleine Wendung parat hält. Beide Geschichte habe ich gerne gelesen, auch wenn sie natürlich viel zu kurz waren. Aber was sollen wir tun? Genauso unvollendet hat Laymon diese Werke wohl hinterlassen und genau so müssen wir sie eben nun genießen!


Meine Meinung


"Die Tür" soll laut Klappentext der vierte "Keller-Roman" sein. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass "Der Keller" zu den wenigen Büchern zählt, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe, aber das sollte ich wohl schnell ändern! In der besagten ersten Kurzgeschichte werden wir in das Horrorhaus gebracht, in dem anscheinend die Morde in den "Keller-Romanen" stattfanden. Mark, der Protagonist, hat dort ein Date mit einem Mädchen, das er mag und das sich von ihm dort einschleusen lassen möchte.


Die Geschichte, wie Mark das "Horrorhaus", das mittlerweile eine art Museum ist, betritt, fand ich sehr atmosphärisch und es hat mir gezeigt, dass ich "Der Keller" unbedingt lesen muss. Besagter Keller kommt in "Dir Tür" nämlich auch fort und dort gibt es ein lLch, aus dem anscheinend eine Bestie gestiegen kam ... 


Tolle Dialoge verbinden sich hier wieder mit einer teilweise sehr verrückten Geschichte, Schade ist allerdings, dass der Titel irreführend ist, denn besagte Tür spielt nur eine ganz unwichtige Nebenrolle, viel treffender ist da doch der Originaltitel, nämlich "Friday Night in Beast House", denn genau darum dreht sich diese Kurzgeschichte, um eine Nacht in dem Horrorhaus!


Die erste Kurzgeschichte/Novelle geht bis Seite 128 und ja, sie wirkt unfertig, ist aber dennoch lesenswert und ist wieder auf einem Niveau, das die letzten Bücher (Besonders "Das Haus" und "Der Killer") nicht haben halten können. Das Ende ist nicht blutig, aber irgendwie verrückt und es hat mich auf jeden Fall zum Lachen gebracht. Der Humor ist absolut meins und ich bin froh, mal wieder einen echten Laymon gelesen zu haben


Kommen wir nun zur zweiten Novelle, die den Namen "Die Wildnis" trägt. Sie ist in Form eines Reisetagebuchs verfasst und führt den Leser, wie der Titel schon vermuten lässt, in die freie Natur auf einem Campingausflug eines Jungen, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde. Auf seinem Trip trifft der Junge so einige Gestalten und das Buch ist vergleichbar mit Werken wie "In den finsteren Wäldern" oder "Die Jagd". 


Insgesamt hat mir "Die Tür" von der Atmosphäre besser gefallen, doch die krankere Geschichte war auf jeden Fall "Die Wildnis", die mich besonders zum Ende hin begeistern konnte. Auch dieses Werk wirkt wieder leicht unfertig, aber wir werden wohl nie rausfinden, ob beide Kurzgeschichten nun der Anfang von etwas Neuem sein sollten oder nicht!


Ich kann das Buch aber dennoch empfehlen. Hier zeigt Laymon wieder seinen genialen Stil und auch, wenn wohl einige Szenen im deutschen etwas entschärft wurden, bieten beide Novellen doch gute Unterhaltung!


Fazit


Meine erste Enttäuschung darüber, dass dieses Buch so dünn ist und eigentlich "nur" aus zwei Novellen besteht, schlug beim Lesen wieder in Begeisterung um. Für Laymon-Fans ist dieses Buch wohl wieder ein Muss und macht wieder Appetit auf mehr Werke dieses viel zu früh verstorbenen Schriftstellers!

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

island, familiengeheimnis, geheimnis, liebe, vergangenheit

Das Leben ist nur ein Moment

Heike Fröhling
Flexibler Einband
Erschienen bei Amazon Publishing, 09.02.2016
ISBN 9781503935129
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil


Es war mal wieder Zeit für einen Roman über ein Familiengeheimnis und da ich mal Lust hatte, gedanklich nach Island zu reisen, fiel meine Wahl auf "Das Leben ist nur ein Moment" von Heike Fröhling. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gehört, fand aber Cover und Klappentext direkt ansprechend.


Der Stil dieser deutschen Autorin ist recht einfach und flüssig. Zu Beginn der Geschichte kam er mir zwar ein wenig eintönig vor, aber er hat sich in eine angenehme Richtung entwickelt und der Lesefluss war im späteren Verlauf auch kein Problem mehr. Vielmehr war es dann der Plot, der, trotz der kürze des Buches, doch nicht so recht Fahrt aufnahm ...


Charaktere


- Isabell -


Isabell findet, wie im Klappentext angedeutet, im Nachlass ihrer Großmutter eine Kiste, die ihr Fragen aufwirft. Sofort ist ihre Neugierde gepackt und sie reist, völlig überstürzt, nach Island, um der Vergangenheit ihrer Großmutter auf die Spur zu gehen.


Isabell ist unsere Gegenwarts-Perspektive und recht typisch für solche Romane wird hier nach und nach die Geschichte offenbart, die in der Vergangenheit ihren Anfang nahm und natürlich auch Isabells Leben beeinflusst.


Mit Isabell selbst wurde ich beim Lesen nicht so recht warm. Ich habe keinen rechten Bezug zu ihr finden können und deswegen blieb hier das Mitfiebern leider auf. Außerdem fand ich ihre viel zu überstürzte Art teilweise ein wenig unpassend.


- Emma -


Der Vergangenheitsstrang hat mir auf jeden Fall besser gefallen. Er ist intensiver, auch wenn ich mir hier mehr historische Fakten gewünscht hätte. Emma ist die Großmutter von Isabell und ihre Geschichte beginnt bereits zum Ende des zweiten Weltkriegs. Sie geht nach Island, um dort ein neues Leben anzufangen. Doch wird ihr das gelingen?


Echte Sympathie konnte ich auch zu Emma nicht empfinden, was aber auch an ihren Entscheidungen lag, die sie im Laufe des Romans trifft. Auch hier hat mir leider eine emotionale Bindung gefehlt!


Meine Meinung


Seit gut einem Jahr lese ich nun Bücher über Familiengeheimnisse und ich habe schon einige Autoren ausprobiert. Vielleicht war mein Fehler, mit Lucinda Riley anzufangen, denn dadurch habe ich im Kopf eine Art Messlatte, die ich immer wieder etwas herunterschrauben muss!

"Das Leben ist nur ein Moment" ist eine recht leichte Lektüre. Das Lesen fällt nicht schwer, die Story ist durchaus nachvollziehbar, hielt für mich aber kaum Höhepunkte parat. Leider konnten mich beide Liebesgeschichten nicht so recht packen und die ganzen Zusammenhänge waren zwar recht komplex, aber irgendwie auch schnell zu durchschauen. 


Insgesamt ist die Geschichte recht kurz und das ist wohl der Grund, warum kein Platz da war, die Geschichte intensiv zu erleben. Für mich war da kein Raum für echtes Gefühl und es kam mir fast nur wie eine nette Nacherzählung von Erlebnissen vor. Ich war beim Lesen leider meilenweit von den Charakteren entfernt und konnte deswegen auch nicht mitfiebern!


Die Beschreibung Islands fand ich allerdings gelungen und das Buch hat auch ein paar echt schöne Momente, doch leider wirkte es auf mich teilweise sehr gehetzt, was wohl vor allem an der Länge lag.


Fazit


"Das Leben ist nur ein Moment" ist wirklich ein netter Roman, der mir aufgrund der Kürze aber kaum Möglichkeiten bot, mich näher mit den Charakteren auseinanderzusetzen. Island als Setting fand ich toll, doch der Plot konnte mich leider nicht so recht mit auf die Reise nehmen ...

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93 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

kindesentführung, thriller, entführung, drama, familie

Es beginnt am siebten Tag

Alex Lake , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.12.2016
ISBN 9783959670555
Genre: Krimi und Thriller

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86 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

schweden, mord, stockholm, thriller, rache

Der Mörder und das Mädchen

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.02.2017
ISBN 9783352008931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"Der Mörder und das Mädchen" von Sofie Sarenbrant wird auf dem Cover als "Thriller" bezeichnet, doch im Inneren versteckt sich eher ein Krimi, der durch kurze und atmosphärische Kapitel zu punkten weiß. Von der Autorin habe ich bislang noch nicht viel gehört, ich war aber dennoch überrascht, wie angenehm und flott sich das Buch lesen ließ. Da wir mehrere agierende Personen habe, wird die Geschichte abwechseln aus verschiedenen Sichten erzählt. Dadurch geht es nicht nur um die (meistens) doch recht langweilige Ermittlungsarbeit, sondern wir bekommen Einblick in das Leben fast aller Charaktere!


Mir hat Sofie Sarenbrants Schreibstil ausgesprochen gut gefallen. Er ist kurz, prägnant und atmosphärisch. Sie hat das Talent, die Geschichte nicht unnötig in die Länge zu ziehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zwar ist das Buch tatsächlich kein versprochener Thriller, da es hier doch nur um die Aufklärung eines Falls geht und spannende Momente eher rar gesät sind, aber dennoch ist "Der Mörder und das Mädchen" mal wieder ein erfrischend mutiger Krimi, der sich nicht mit dem Einheitsbrei zufrieden gibt!


Charaktere


- Cornelia - 


Eigentlich gibt es in "Der Mörder und das Mädchen" keinen direkten Protagonisten. Zu Beginn der Geschichte lernen wir Cornelia kennen, die sich endlich von ihrem gewalttätigen Ehemann Hans lösen möchte und mit ihrer Tochter Astrid ein neues Leben beginnen will. Sie hat ihr Haus zum Verkauf angeboten und bereits eine Wohnung für sich und ihre Tochter gefunden - doch dann kommt alles anders: Ihr Noch-Ehemann Hans liegt erstochen im Gästebett und Astrid behauptet, in der Nacht einen Mann an ihrem Bett gesehen zu haben.


Cornelia gerät natürlich unter Mordverdacht und es kommt so weit, dass niemand ihr mehr glaubt, dass ihr Ehemann sie geschlagen hat. Durch die Kürze der Kapitel gibt es nur kurze Einblicke in ihr Leben, doch dadurch wurde ich als Leser auch zum eigenen Mitdenken animiert. Könnte es sein, dass Cornelia ihren Mann getötet hat? Oder was steckt dahinter?


- Emma - 


Emma ist die Ermittlerin in diesem Buch und sie hat so ganz eigene Probleme. Sie ist gerade schwanger von ihrem neuen Freund, während ihr Exfreund ihr weiterhin nachstellt und das alles nicht akzeptieren kann/will.


Ich weiß nicht, wie oft ich das hier schon erwähnt habe, aber Ermittler mag ich in Büchern selten und das war auch hier so. Echte Sympathien konnte ich für Emma und ihre Situation nicht aufbringen, aber ich war froh, dass alle Kapitel so kurz sind, dass sich ihre Abschnitte doch die Waage hielten.


Meine Meinung


Krimis lese ich nur noch selten, da ich ich finde, dass das Genre mittlerweile irgendwie ausgelutscht ist. Vor allem deutschen Krimis kann ich kaum noch etwas abgewinnen, da irgendwie jeder Autor einen eigenen Ermittler erfinden muss. Bei dem schwedischen Debüt "Der Mörder und das Mädchen" habe ich in erster Linie einen spannenden Thriller erwartet, doch letztendlich ist die Geschichte ein Krimi, in dem die Aufklärung einer Tat im Vordergrund steht.


Cornelia findet ihren toten Mann nur einen Tag nach einer Besichtigung in ihrem Haus. Die Schwester ihrer besten Freundin ist zufällig bei der Polizei und übernimmt den Fall, doch schnell treten die ersten Ungereimtheiten auf und besonders die Immobilienfirma wird näher beleuchtet. Als Leser bekommen wir hier Einblick in die Welt der Immobilienmakler und dies fand ich sehr interessant. (Auch wenn hier wieder deutlich wurde, dass dieses Buch definitiv kein Thriller ist!)


Du Geschichte besteht in erster Linie aus der Ermittlungsarbeit, aber auch den Problemen der einzelnen Personen. Wirklich fesselnd fand ich hier die kurzen Kapitel mit den ständig wechselnden Perspektiven. Die ganze Geschichte und die Zusammenhänge der einzelnen Charaktere fand ich sehr gut herausgearbeitet und ich war die ganze Zeit gespannt auf die letztendliche Auflösung.


Das Ende ist böse und das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich mag "offene" Enden, die mir als Leser die Chance bieten, die Geschichte weiterzudenken und das war hier der Fall. Zwar merkt man dem Buch stellenweise an, dass es sich hier um ein Debüt handelt (vor allem da nicht alle Stränge zu Ende gebracht worden!), aber dennoch empfand ich "Der Mörder und das Mädchen" als willkommene Abwechslung zwischen all den 0815-Krimis!


Fazit


"Der Mörder und das Mädchen" ist zwar kein echter Thriller, bei dem die Spannung kaum auszuhalten ist, aber dennoch verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Cover ein interessanter und packender Krimi, der mit einer bösen Auflösung punkten kann, allerdings noch einige Stränge offen lässt! Ich bin gespannt, ob es hier eine Fortsetzung geben wird!

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149 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, künstliche intelligenz, technik, mirror, manipulation

Mirror

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.08.2016
ISBN 9783746632346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Vor langer, langer Zeit habe ich bereits "Delete" von Karl Olsberg gelesen und ich habe das Buch über ein Online-Rollenspiel wahrlich geliebt! Jetzt war es mal wieder an der Zeit für ein weiteres Werk dieses tollen Autoren, da ich bereits wusste, dass ich es erneut von vorne bis hinten genießen werden können und so war es auch.


Karl Olsbergs Schreibstil wusste mich mit "Mirror" wieder einmal zu begeistern. Durch ständige Wechsel der Perspektiven wird eine enorme Spannung erzeugt und ich als Leser habe wieder einmal seine Leidenschaft spüren können. Ich mag es, Bücher zu lesen, die einen einfach mitnehmen, die von Anfang an das Kopfkino einschalten - und solche Geschichten schreibt Karl Olsberg, der für mich mittlerweile zu einem der liebsten deutschen Autoren geworden ist. 


Witzig finde ich, dass Karl Olsberg sich auch ein wenig selbst auf die Schippe nimmt mit der Figur des Carl Poulson, der hier mit einem Freund die Mirrors erschaffen hat. Humor hat er, der gute Karl Olsberg und zusätzlich einen guten Blick auf unsere Gesellschaft, die sich ja gerne manipulieren lässt ...


Charaktere


- Andy -


Mein absolute Lieblingscharakter in Mirrors war auf jeden Fall Andy, der selbst viel Zeit am PC verbringt, aber kein normaler Junge ist. Andy hat eine leichte Form von Asperger und deswegen hat er Probleme im direkten Menschenkontakt. Als er einen "Mirror" geschenkt bekommt, ist er erst einmal skeptisch, merkt dann aber, wie hilfreich dieses Teil im "realen" Leben ist. Er findet endlich eine Freundin und gehört plötzlich "dazu". Da Andy jedoch ein sehr nachdenklicher Mensch ist, stellt er bald fest, dass die Mirrors nicht unbedingt nur Gutes vollbringen ...


Ich mochte Andy sehr, denn ich liebe Charaktere, die einfach anders sind und gegen den Strom schwimmen. Andy ist ein vielschichtiger junger Erwachsener, der durch seinen Mirror zwar erst neues Selbstvertrauen findet, aber schnell begreift, dass dieses nicht nur durch einen Computer hervorgebracht wird ...


- Freya´-


Freya ist eine Journalistin, die durch einen kleinen Vorfall bemerkt, dass irgendwas mit den Mirrors nicht stimmt. Ihrer Einsatzbereitschaft und ihren Nachforschungen ist es zu verdanken, dass die Geschichte voran getrieben wird und nach und nach die Wahrheit über die Mirrors ans Licht kommt.


Freyas Kapitel mochte ich ebenfalls, denn sie waren für mich der größte Spiegel der aktuellen Gesellschaft. Freya hat vieles durchschaut, doch durch ihren Job als Journalistin weiß sie, wie hart es ist, dass alles an die Öffentlichkeit zu bringen. 


Meine Meinung


Dass wir schon lange in einer Dystopie leben, ist nicht mehr zu verleugnen. Auch die Technik ist kaum noch aufzuhalten, so sehr man sich auch dagegen wehrt. Ich selbst besitze kein Handy, wir haben keinen Fernseher und auch kein Telefon, einfach weil wir es nicht brauchen. Aber was, wenn man durch den gesellschaftliche Druck abhängig von der Technik gemacht wird? Sind wir das in Zeiten von Smartphones nicht vielleicht bereits?


Karl Olsberg hat mit "Mirror" zwar kein neues Thema auf den Tisch gebracht, dafür aber eine Geschichte geschrieben, die uns mal wieder einen Spiegel vor die Nase hält. Das Szenario, das der Autor hier beschreibt, ist gar nicht einmal so abwegig. Die Mirrors, kleine Computer mit verschiedensten Funktionen und Erweiterungen, sollen in erster Linie dem Menschen helfen und dienen. In den ersten Kapitel gibt der Autor ein umfangreiches Bild über die Mirror und was sie so können und für mich als Technik-Muffel war das auch absolut notwendig.


Die technischen Fortschritte der Mirrors kann man fast schon auf unsere Zeit übertragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass all das bereits möglich ist oder in anderer Form bereits auf dem Markt vorhanden ist. Genau deswegen ist das Szenario auf der einen Seite so faszinierend und auf der anderen Seite so erschreckend. Karl Olsberg wechselt zu Beginn sehr häufig die Perspektiven und wir erfahren von unterschiedlichen Personen, wie sehr die Mirrors ihr Leben beeinflusst.


Ich möchte vom Inhalt gar nicht so viel erzählen, denn das Buch ist ein wahres Erlebnis, auf das man sich einfach einlassen muss. "Mirror" regt zum Nachdenken und urteilen über das eigene Leben ein. Inwieweit möchte ich mich von der Technik beeinflussen lassen? Braucht der Mensch wirklich Computer, Handys und co? All das kann der Leser nach der Lektüre dieses Buches selbst entscheiden und ich spreche dem Autoren hier wieder ein Lob aus. Es war sicher nicht mein letztes Werk von ihm!


Fazit


Ein spannender und aktueller Thriller über den technischen Fortschritt, Abhängigkeit und Manipulation. Aber Achtung, manch einer schaut mit diesem Buch wohl in den eigenen Spiegel ...



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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

beste freundinnen, young adult, verlust, coming of age, beste freunde

Eden Summer

Liz Flanagan , Sabine Schulte
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 03.03.2017
ISBN 9783848920938
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Da ja im Moment unsere Blogtour zu "Eden Summer" von Liz Flanagan läuft, möchte ich euch meine Rezension zu diesem Buch nicht vorenthalten. Die Geschichte rund um die vermisste Eden hat mich auf jeden Fall mitgenommen. Sie ist sehr emotional und tiefgründig, auch wenn der Schreibstil doch recht einfach gehalten ist.


Liz Flanagan lässt den Leser hier noch einmal den Sommer von Eden spüren, ihre Veränderungen und Momente, die vielleicht zu ihrem Verschwinden beigetragen haben könnten. Durch die wirklich tollen Charaktere, die für mich das Highlight in diesem Buch waren, konnte ich beim Lesen mitfühlen. Ich mochte die tiefe Verbundenheit zwischen Jess und Eden.


Charaktere


Jess


Jess ist unsere Protagonistin, die uns durch die Geschichte führt. Zu Beginn ist Eden bereits verschwunden und Jess macht sich auf die Suche nach ihr. Eden und sie verbindet eine tiefe Freundschaft, obwohl beide wohl verschiedener nicht sein könnten. Jess wird von ihrem Umfeld als "Goth-Girl" wahrgenommen, liebt zerrissene Kleidung und hat knallrotes Haar. Sie lebt ihr Leben so wie sie es will und wird deswegen auch von Eden bewundert.


So unnahbar und tough Jess auch wirken mag, so zerbrechlich ist sie seit einem schlimmen Erlebnis. Sie lässt sich nicht mehr von anderen Menschen berühren und als Leser hat mich ihre Geschichte besonders mitgenommen. (Fast schon mehr als jene von Eden!!!)


Ich mochte Jess sehr, sie ist auf der einen Seite eine Kämpferin, doch auf der anderen Seite sehr nachdenklich.


Eden


Edens Verschwinden zu Beginn des Buches lässt den Leser erst einmal ratlos zurück, denn wir kennen dieses Mädchen ja nicht, wissen nur, dass ihr Jess sehr viel bedeutet. Nach und nach lernen wir aber auch jene Eden kennen, die eigentlich zwei Seiten hat.


Eden hat ihre Schwester Iona bei einem Unfall verloren und gibt sich selbst die Schuld dafür. Obwohl die beiden Geschwister sich nicht ausstehen konnten (oder gerade deshalb!) trauert Eden ungemein und verwandelt sich in ein Alkoholtrinkendes Frack, das nichts mehr von ihren unbeschwerten "alten Ich" hat!


Edens Geschichte hat mich auf jeden Fall mitgenommen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich Jess als Charakter interessanter fand und ich Edens Handlungen teilweise nicht so recht nachvollziehen konnte!


Meine Meinung


"Eden Summer" ist ein emotionales und tiefgründiges Buch, das mich, wie zuvor erwähnt, besonders durch die Charaktere überzeugen konnte. Die Geschichte handelt von einer tiefen Freundschaft, aber auch von Liebe, einem "dunklen Geheimnis" und der spannenden Suche nach Eden. Besonders gefallen haben mir die ständigen Rückblicke, in denen Jess sich an Momente mit Eden erinnert hat. Nach und nach lernen wir Eden so kennen und alles fügt sich wie ein Puzzle zusammen.


Jess war ein Charakter, den ich gleich in mein Herz geschlossen habe. Sie hat mich mit ihrer Art berührt, alles für ihre beste Freundin zu tun und gleichzeitig alles wegzustecken, nur damit es Eden gut geht. Die Momente des Sommers haben gezeigt, wie viel die Mädchen füreinander empfinden und wie tief ihre Verbundenheit ist! Das hat mich auf jeden Fall mitgenommen und ich konnte Jess verstehen, die Eden um jeden Preis lebendig wiedersehen wollte.


Leider muss ich jetzt auch zu einer kleinen Kritik kommen, denn das Familiengeheimnis, das im Klappentext bereits angesprochen wird, löst sich für den Leser schon im ersten Drittel des Buches auf und nimmt daher jede Menge Spannung, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt ist klar, worauf das alles hinausläuft. Eine gewisse Anspielung hätte es meiner Meinung nach nicht geben sollten.


Alles fügt sich im Laufe der Geschichte zusammen und die Vergangenheitsstränge haben mich tatsächlich mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle genommen. Das letztendliche Ende war allerdings durch das Wissen, das ich als Leser schon zu Anfang hatte, dann leider etwas schwach. Dennoch kann ich das Buch aber aufgrund der tollen Charaktere und der sensiblen Geschichte rund um Verlust, Trauer und den Mut, wieder nach vorne zu blicken, empfehlen!


Fazit


"Eden Summer" hat aufgrund der toll ausgearbeiteten Charaktere begeistern können. Die Geschichte ist intensiv, emotional und tiefgründig, auch wenn das Geheimnis zu schnell zu durchschauen ist!

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

psychothriller, pflegefamilie, fesselnd, krimi, düster

Ich bin böse

Ali Land , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442484560
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


Gemeinsam mit anderen lieben Bloggerkollegen habe ich "Ich bin böse" von Ali Land bei einer kleinen gemütlichen Leserunde gelesen. Das recht unscheinbare Cover hat erst einmal keine so großen Erwartungen geschürt, doch trotzdem hatten wir alle das Gefühl, es hier vielleicht wieder mit einem kleinen Schatz zu tun zu haben.


Mit dem Psychothriller-Genre tue ich mich in letzter Zeit ein wenig schwer. Viele Bücher halten nicht das, was sie versprechen, doch "Ich bin böse" ist da ganz anders. Das Buch schürt keine großen Erwartungen und weiß dennoch mit einer ruhigen, aber dennoch spannenden Geschichte und einer interessanten und vielschichtigen Protagonistin zu überzeugen.


Das Geschehen bekommen wir aus der "Ich"-Perspektive erzählt und als Leser kommen wir Milly, der Tochter der Serienmörderin, dabei sehr nah. Immer schwenkt das Buch zwischen direkter und indirekter Rede. Milly spricht im Gedanken noch immer mit ihrer Mutter, wird manipuliert, obwohl sie endlich frei sein möchte.


Der Schreibstil von Ali Land ist etwas Besonderes. Er hebt sich deutlich von anderen Büchern ab, ist teilweise etwas wirr, aber absolut passend zu der Gedankenwelt einer Fünfzehnjährigen! Ich war sofort in der Geschichte drin, habe mit Milly mitgefiebert und gehofft, dass der Titel des Buches vielleicht doch nicht auf sie zutrifft.


Charaktere


- Milly -


Millys Geschichte ist mir von Anfang sehr nahe gegangen. Auf den ersten Seiten erfahren wir bereits, dass sie den Mut gefasst hat und zur Polizei gegangen ist, um ihre Mutter, die anscheinend neun Kinder auf dem Gewissen hat, aufzuhalten. Warum hat sie so lange geschwiegen?


Millys Leben verändert sich ab diesen Zeitpunkt und sie kommt in eine Pflegefamilie. Der Vater Mike, der Psychologe ist, soll ihr helfen, sie unterstützen und zeitgleich auf die nahende Gerichtsverhandlung vorbereiten. Nach und nach stellt sich heraus, dass in dieser Familie auch nicht alles perfekt ist. Der Psychologe hat den Draht zu seiner Frau und seiner Tochter schon lange verloren und alle sind in ihren eigenen Problemen gefangen.


Ich liebe Charaktere, die einfach "anders" sind und das ist Milly auf jeden Fall. Sie ist ein verstörter Teenager, der eine große Last mit sich rumtragen muss.


Das spannende an diesem Buch ist die Ungewissheit. Milly wird in der neuen Familie zwar augenscheinlich akzeptiert, doch die Tochter macht ihr das Leben zur Hölle. Wird Milly ausrasten und so wie ihre Mutter werden? Oder kann sie dagegen ankämpfen?


- Phoebe -


Ein weiteren Interessanten Charakter habe ich in Phoebe gefunden, der Tochter der Familie, die selbst eine Menge zu schlucken hat. Sie wird von ihrer Familie ignoriert und verwandelt sich in ein echtes Monster, um von ihren eigenen Problemen abzulenken. Die erste Hälfte des Buches habe ich Phoebe regelrecht verabscheut. Sie mobbt Milly, spielt ihr Streiche, die alles andere als lustig sind und ist sogar für den Unfall einer Mitschülerin verantwortlich ... So sehr ich sie zum Ende hin auch verstehen konnte, so sehr habe ich ihr Innerstes aber auch gehasst. Menschen, die andere quälen, um sich selbst besser zu fühlen, ganz gleich, wie zerbrochen sie selbst sind, schüren in mir eine ungemeine Wut ...


Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, Phoebe sei selbst psychopatisch veranlagt. Sie kennt keine Grenzen, geht immer viel zu weit und stellt sich dabei immer in den Mittelpunkt. Vielleicht ist es ihre Art, nicht vergessen zu werden? Phoebe war hier für mich eine tickende Zeitbombe. Ob sie hochgeht, werde ich an dieser Stelle aber nicht verraten!


- Mike -


Auch Mike, den Psychologen und Familienvater, fand ich sehr wichtig für die Geschichte. Er, als Profi auf dem Gebiet, scheint nicht zu erkennen, was mit seiner eigenen Frau und seiner Tochter geschieht, viel zu vertieft ist er in seine Arbeit. Er widmet sich voll und ganz anderen Kindern und verdrängt so, was bei ihm Zuhause los ist. 


Sympathie für Mike konnte ich eher weniger empfinden. Er kam mir von Anfang an seltsam vor, seine Art, alles auszublenden und sich nur auf Milly und ihren Fall zu konzentrieren, hat mir schon früh gezeigt, was für ein Mensch er ist. Lobend muss ich hier wieder einmal festhalten, dass Ali Land auch hier einen sehr vielschichtigen Charakter geschaffen hat, der absolut ins Gesamtbild der Geschichte passt!


Meine Meinung


"Ich bin böse" von Ali Land ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat. Es ist in erster Linie tatsächlich ein "Spannungsroman" und kein Thriller, denn die Erzählung ist recht ruhig, geradlinig und behandelt vorwiegend die Psyche eines verstörten Teenagers mit all den wirren Gedanken, Ängsten und Hoffnungen.


Die Geschichte hat mich gleich zu Beginn in sich aufgenommen. Mit Milly zusammen musste ich so einige Gemeinheiten über mich ergehen lassen und versuchen, mich irgendwie in diesem neuen Leben zurechtzufinden. Milly muss sich anpassen, doch sie merkt, wie schwer das ist, denn sie steht noch immer unter dem Einfluss ihrer Mutter, die in ihrem Kopf immer noch mit ihr spricht.


Millys Mutter, die Serienmörderin, sitzt bereits im Gefängnis und wartet auf ihre Verhandlung. Spannend fand ich, dass die Taten, die sie im sogenannten Spielzimmer begangen hat, immer nur flüchtig erwähnt werden. Mein Kopfkino hat ausgereicht, um mir all die grausigen Dinge vorzustellen, die ihre Mutter dort mit den Kindern getan hat!


Die Mutter bleibt langte Zeit ein Phantom, das zwar immer anwesend ist, aber dennoch nicht den Hauptteil der Handlung einnimmt. In dieser Geschichte geht es nämlich um Milly und ihre Ängste, genau wie ihre Mutter zu werden, also das Böse im Blut zu haben.


Die Autorin hat hier gezeigt, dass die Erziehung einen jungen Menschen prägt. Auf  der einen Seite ist da Milly, die dagegen ankämpft, wie ihre Mutter zu werden und dann ist da Phoebe, die Tochter der Pflegefamilie, die vernachlässigt wird und deswegen auf ihre Art und Weise rebelliert. Bestimmt das Umfeld tatsächlich, zu welchem Menschen man einmal wird? Oder kann man sich davon irgendwann lösen?


Das Buch bleibt bis zum Schluss sehr beklemmend! Es gab Momente, die meinen Puls beschleunigt haben und jene, die mir eine Gänsehaut über den Rücken gejagt haben. Und das Ende passt perfekt zum Titel und hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich das Buch noch lange im Gedächtnis behalten werde!



Fazit 


Für mich war "Ich bin böse" ein perfekter Spannungsroman, der mich emotional sehr stark mitgenommen hat. Ali Land hat hier einen tollen Debütroman verfasst, der auf jeden Fall Wellen schlagen wird! Für mich war die Story beklemmend, verstörend und eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Eine klare Leseempfehlung für diesen kleinen Schatz! 

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

unheimlich, krimi, unfall, gegenwart, düsteres geheimnis

Girl With No Past

Kathryn Croft , Barbara Müller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.02.2017
ISBN 9783863961015
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Be my Girl

Nina Sadowsky , Andrea Brandl , Nicole Engeln
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783956392276
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

thriller, lügen, geheimnisse, hochzeit, mord

Be my Girl

Nina Sadowsky , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.02.2017
ISBN 9783328100041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil

Auf "Be my Girl" von Nina Sadowsky habe ich mich besonders gefreut, denn wie ihr ja wisst, liebe ich psychologische Spannungsromane ungemein. Dieses Genre ist jedoch eines der Schwersten, die es gibt und daher bin ich immer ein wenig skeptisch, was neue Bücher, die sich auch noch stolz "Psychothriller" nennen, angeht.

"Be my Girl" fängt richtig stark und sehr interessant an und ich dachte, mal wieder einen echten Schatz gefunden zu haben. Die anfängliche Euphorie verwandelte sich dann aber schnell in Ernüchterung, als sich die Autorin immer mehr in ihrer eigenen Geschichte verlor und sich das Buch mehr Richtung Action- oder Gangsterroman entwickelte. Teilweise war die Story vom Plot her leider auch sehr voraussehbar!

Ein gutes stilistisches Mittel fand ich das Hin und Her zwischen "Damals" und "Heute". Zu Beginn dachte ich, dass der Strang aus der Vergangenheit zeitlich immer weiter zurück wandert, aber irgendwann ging dies wohl nicht mehr und es kamen immer wieder größere Zeitsprünge, was mich viel mehr verwirrt als unterhalten hat!

Charaktere

- Ellie -

Ellie und Rob heiraten zu Beginn des Buches, doch Rob gesteht Ellie am Tage ihrer Hochzeit ein Geheimnis, das sie anscheinend total aus der Bahn wirft. Dieses Geheimnis wird bis zur Mitte des Buches dem Leser geheim gehalten, war für mich aber durch Robs Abschnitte aus der Vergangenheit sehr schnell gelöst. Für meinen Geschmack leider viel zu schnell!

Für einen psychologischen Thriller erschienen mir die Charaktere zu blass. Zwar fand ich die Momentaufnahmen der Vergangenheit besonders aus Ellies Leben sehr spannend, aber sie passten dann doch überhaupt nicht zur Hauptgeschichte und wollten wahrscheinlich nur dafür sorgen, dass das Buch tiefgründiger erscheint. Leider muss ich sagen, dass mir Ellie selbst nicht sonderlich sympathisch war, denn wir erfahren zwar einige Details aus ihrem Leben, aber dennoch konnte ich sie nicht durchschauen.

- Rob -

Puh. über Rob kann ich hier gar nicht viel sagen. Er wirkt in den wenigen Abschnitten zwar sehr ehrlich, aber ich mochte die Geschichte rund um ihn nicht. (Das liegt aber vielmehr daran, dass sich solche abgehobenen "Gangster"-Stories nicht mag!)

Rob bleibt, obwohl er eigentlich der Verantwortliche für das ganze Geschehen ist, die meiste Zeit eine Nebenfigur. Zwar ist auch seine "Vergangenheit" interessant, doch irgendwie war mir seine Lebensgeschichte ab einen gewissen Punkt zu klischeehaft.

Meine Meinung

"Be my Girl" fing absolut spannend an. Der Schreibstil mit dem Wechsel zwischen "Damals" und "Heute" konnte mich begeistern und die ersten 100 Seiten vergingen wie im Flug, doch dann setzte Ernüchterung ein. Ab einen gewissen Punkt habe ich als Leser bereits geahnt, worauf die Geschichte hinaus will und urplötzlich war dann auch das Geheimnisvolle an dem Buch verschwunden. Es gab keine großen Überraschungen mehr und für mich leider auch viel zu wenig Spannung,

Besonders enttäuscht hat mich, dass das Buch absolut stark anfängt und die Beziehung zwischen Ellie und Rob thematisiert. Wir erfahren, wie die beiden sich kennengelernt haben, aber auch was für Menschen sie vorher waren und ich hatte mit einer sehr tiefgründigen und vor allem intelligenten Zusammenfügung aller Ereignisse gerechnet. Leider steht die Beziehung der beiden nicht wirklich im Fokus der Geschichte, viel mehr geht es um eine "Machenschaft" aus der Vergangenheit. Mehr kann ich dazu allerdings an dieser Stelle nicht sagen.

Unpassend fand ich auch die den "Ermittler", der immer mal wieder auftaucht und von seiner Arbeit und einem Fall berichtet. Auf diesen Strang hätte die Autorin getrost verzichten können, denn letztendlich hat es dem Leser bereits eine Menge vorgekaut und um ehrlich zu sein, fand ich den Ermittler wirklich sterbenslangweilig.

So stark das Buch auch anfing, so schwach war die zweite Hälfte. Von einem Psychothriller erwarte ich, dass die Personen tiefgründiger beschrieben werden und das ich als Leser in einen Strudel aus Intrigen, Lügen oder Manipulation gezogen wurde. Dies war hier nicht der Fall. Teilweise war mir die Geschichte zu abgedreht. Es hat mich an die Filme von Quentin Tarantino erinnert, die ich zwar toll finde, die für mich als Roman/Buch/Thriller aber nicht funktionieren. So war es leider auch hier.

Für ein Debüt fand ich das Buch aber dennoch nicht schlecht. Nina Sadowskys Schreibstil war echt toll und das Buch bietet auf jeden Fall Unterhaltung, eingefleischte Psychothriller-Fans werden aber wohl enttäuscht werden ...

Fazit

"Be my Girl" fängt stark an und ich habe ein psychologisches Kammerspiel zwischen zwei frischverheirateten Eheleuten erwartet, doch stattdessen verliert sich die Autorin irgendwann in einer Geschichte zwischen Gangster- und Actionroman. Für mich war besonders das Ende echt enttäuschend ...

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142 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

usa, jugendbuch, thriller, rainer wekwerth, bootcamp

Camp 21

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401601779
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Auf "Camp 21: Grenzenlos gefangen" wurde ich bei Lovelybooks aufmerksam. Das Buch klang wirklich vielversprechend und so musste ich es gleich lesen. Auf die erste Freude folgte dann aber Ernüchterung, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet ...


Mit Rainer Wekwerths Schreibstil wurde ich einfach nicht warm. Er war mir zu distanziert, zu kalt teilweise und die Liebesgeschichte, auf die ich mich in "solchen" Büchern immer freue, lief viel zu schnell und ohne spürbare Emotionen ab. Vielleicht war das Hauptproblem aber, dass ich hier einen spannenden Thriller mit Tiefgang und neuen, kreativen Ideen gerechnet habe, doch letztendlich wurde der Fokus doch auf "Action" gesetzt.


Mein Kopfkino lief zwar hin und wieder, doch die meiste Zeit habe ich mich tatsächlich eher gelangweilt und gehofft, dass irgendwie noch etwas für mich mitreißendes passiert ...


Charaktere


- Mike -


Mit unseren beiden Hauptcharakteren wurde ich leider nicht so direkt warm. Sie blieben recht blass und am Anfang erfahren wir praktisch nur, warum sie in das Bootcamp geschickt werden. Zum einen ist da Mike, der mit seinem Bruder in dem Auto seines Vaters eine kleine Spritztour macht - und prompt erwischt wird. Ob dies allerdings einen spontanen Bootcamp-Besuch von 6 Monaten rechtfertigt?


Viel über Mike kann ich nicht erzählen, er erschien mir recht blass und daher weder sympathisch, noch unsympathisch. Zwar hat er eine recht nette Entwicklung im Laufe der Geschichte, aber so richtig mitreißen konnte er mich leider nicht!


- Kayla -


Kayla fand ich eine Spur interessanter als Mike, aber auch hier habe ich zu Beginn nicht verstanden, warum ein so freundliches Mädchen mit überfürsorglichen Eltern wie sie in ein Bootcamp gesteckt werden sollte. Mit ihr konnte ich mich als Leser aber wenigstens identifizieren. Sie ist eine starke Persönlichkeit und eigentlich war sie der Grund, warum ich noch weiterlesen wollte und dem Buch immer wieder neue Chancen gegeben habe!


Meine Meinung


Puhh, ihr merkt bestimmt schon, wie anstrengend ich die Lektüre dieses Buches fand. Cover und Inhaltsangabe konnten mich begeistern und ich habe tatsächlich eine schöne, spannende und intelligente Bootcamp-Geschichte gerechnet. Vor vielen Jahren hatte ich "Bootcamp" von Morthon Rhue gelesen, ein Buch, das mich wirklich beeindruckt hat, doch leider konnte "Camp 21" für mich da nicht mithalten.


Rainer Wekwerth kann auf jeden Fall schreiben, was ja seine vielen Veröffentlichungen beweisen. Ehrlicherweise muss ich hier sagen, dass ich kein Fan von ihm werde, denn mir war sein Schreibstil zu nüchtern. Ein wenig geärgert habe ich mich über die Liebesgeschichte, die irgendwie auch keine so richtige Liebesgeschichte ist, denn erst hassen sie sich und dann finden sie sich megatoll? Für mich waren hier keinerlei Emotionen zu spüren.


Die ganze Plotidee ist allerdings gut, wenn auch nicht besonders neu. Der Fokus liegt hier eindeutig auf "Action" und die Verfolgungsjagd, die im Klappentext angepriesen wird, nimmt einen großen Teil der Handlung ein. Mich konnte diese leider nicht vom Hocker reißen, aber ich bin auch jemand, der eher tiefgründigere Momente mag und sich bei diesen übertriebenen Actionszenen meist langweilt.


Abschließend kann ich trotz meiner Kritik sagen, dass ich das Buch dennoch nicht grottenschlecht fand. Es lässt sich lesen und dürfte wohl auch junge Leser, die Action mögen, begeistern. Mein Geschmack war es allerdings nicht!


Fazit


Rainer Wekwerths Schreibstil war leider so gar nicht meins. Ich habe mich schlecht in die Geschichte hineingefunden, konnte die Liebesgeschichte nicht nachvollziehen und leider mit den beiden Protagonisten stellenweise nicht so mitfühlen, wie sich der Autor es sich vielleicht gewünscht hätte. Auch die letztendliche Auflösung, was hinter dem Boot Camp steckt, war mir dann zu vorhersehbar, denn es war genau das, was ich nicht schon wieder in einem Buch lesen wollte. Schade!

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486 Bibliotheken, 33 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

rat der neun, veronica roth, jugendbuch, galaxie, gezeichnet

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
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596 Bibliotheken, 30 Leser, 2 Gruppen, 148 Rezensionen

prinz, prinzessin, fantasy, attentäter, flucht

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson durfte bereits vor einigen Wochen als Vorab-Exemplar bei mir einziehen. Allein das Cover ist schon ein echtes Highlight und ich habe mich wahnsinnig auf das Lesen gefreut.


Der Schreibstil von Mary E. Pearson hat mich sofort in den Bann ziehen können, er ist einfach gehalten und dennoch sehr einprägsam. Gemeinsam mit Lia stürzen wir uns gleich zu Beginn der Geschichte in ein Abenteuer, das ihr Leben für immer verändern soll. Aus ihrer Sicht erfahren wir von ihrer Flucht, aber auch von den beiden Männern, die plötzlich in ihrer Nähe auftauchen ...


Hin und wieder kommen Abschnitte aus der Sicht von dem Prinzen und vom Attentäter vor. Beides steigert die Spannung, da doch die Beweggründe und auch die Identitäten der beiden verborgen bleiben. Dies hat das Buch so interessant gemacht, denn es ist dadurch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte, sondern bekommt eine zusätzliche Ungewissheit, die mich als Leser fast um den Verstand gebracht hat. Ich wusste einfach nicht, wem ich vertrauen konnte, obwohl mein Unterbewusstsein sich leise schon für eine Person ausgesprochen hat.


Charaktere


 - Lia -


Lia ist ein sehr eigenwilliger Charakter, der nicht ganz so einfach zu durchschauen war, dennoch mochte ich so von Anfang an. Zu Beginn der Geschichte lernen wir sie bei einer Zeremonie kurz vor ihrer Hochzeit kennen und spüren bereits, dass sie mit dieser arrangierten Heirat nicht einverstanden ist. Wie auch? Schließlich hat sie den Prinzen von Dalbreck noch nie gesehen und soll ihn nur zum Mann nehmen, um die Feindschaft der beiden Königreiche auszulöschen. Kurzerhand flieht sie und versucht ein neues Leben zu beginnen.


Toll fand ich, dass die Prinzessin sich hier bewusst für ein einfaches Leben entschieden hat. Sie will arbeiten, Geld verdienen und der Teil einer Gemeinschaft sein. Sie ist, trotz einiger Eigenarten, ein herzensguter Mensch und deswegen musste ich sie einfach mögen.


Ihre Entwicklung während der Geschichte fand ich auch gelungen, denn sie flieht in erster Linie, um endlich frei zu sein, doch dann passieren Dinge, die sie an ihrer Entscheidung zweifeln lassen.


- Rafe und Kaden -


Hier haben wir unsere beiden Männer, die plötzlich in Lias Umfeld auftauchen. Wir wissen, dass einer von ihnen der Prinz von Dalbreck ist, während der andere ein Attentäter sein muss. Beide Personen können bis auf das letzte Drittel des Buches nicht so recht charakterisiert werden, da eben die Spannung, wer nun wer ist, aufrecht erhalten werden musste. Mich hat die Autorin vollkommen auf eine falsche Fährte geführt, denn tatsächlich habe ich hier der falschen Person Vertrauen geschenkt.


Auch wenn beide Männer erst einmal nur Nebenfiguren und beide recht geheimnisvoll bleiben, ändert sich dies am Ende und wir bekommen mehr Informationen und auch die Auflösung, wer denn nun welche Absichten hegt!


Meine Meinung


Allein das wunderschöne Cover hat mich schon neugierig auf dieses Buch gemacht und auch der Inhalt versprach viele Überraschungen. Genau so kam es dann auch. Der Einstieg in das Buch fiel mir superleicht. Nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte drin und bin mit Lia geflüchtet. Schön fand ich hier, dass wir auch erst einmal die recht mittelalterliche Welt kennenlernen durften. Allein diese Beschreibungen haben dafür gesorgt, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich selbst in dieser Zeit gefangen.


Lia ist auf ihrer Reise nicht allein. Sie hat Pauline, eine Bedienstete und zeitgleich gute Freundin an ihrer Seite. Pauline selbst habe ich schnell in mein Herz geschlossen, denn auch sie hat eine kleine eigene Geschichte: Sie ist selbst verliebt und hofft, dass ihr Geliebter sie irgendwann findet und ein Leben mit ihr aufbaut. Lia hingegen ist vor ihrer eigenen, leider arrangierten, Hochzeit geflüchtet, weil sie keinen Prinzen heiraten kann, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Was sie jedoch nicht weiß: Der Prinz von Dalbreck und ein Attentäter sind bald ganz in ihrer Nähe.


Wow, dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können. Auch wenn es erst einmal wie eine typische Liebesgeschichte klingt, ist es eigentlich viel mehr. Die erste Hälfte ist so spannend, weil der Leser genau weiß, dass einer der beiden Männer ein Attentäter sein muss. Doch wer? Toll fand ich, dass es Kapitel aus der Sicht des Prinzen und des Attentäters und gleichzeitig auch von Rafe und Kaden gab und der Leser dennoch nicht rausfinden konnte, wer denn nun wer ist. Es fiel mir sehr schwer, jemanden zu vertrauen und ich muss sagen, dass ich mich von der Autorin ganz schön an der Nase hab herumführen lassen!


Lias Wunsch nach einem eigenen Leben wandelt sich im Laufe der Handlung, denn die Prinzessin kommt irgendwann an einen Punkt, an dem sie begreift, wie egoistisch ihre Entscheidung doch war. Kann man das eigene Leben über das Wohl des Volkes stellen? Lia war ein Charakter, den ich von Anfang an mochte und mit dem ich mitfiebern konnte. Sie hat Temperament, steht für ihre Überzeugung ein, doch hat auch Momente voller Selbstzweifel.


Auch die Sichtweisen des Prinzen und Attentäters haben mir sehr gut gefallen, auch wenn beide Personen deswegen lange Zeit recht blass blieben, da sie nichts von sich preisgeben konnte. Die eigentliche Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext wie eine Dreiecks-Beziehung klingt, lief sehr schnell ab. Zwar hätte ich mir hier mehr Gefühl gewünscht, aber ich fand es auch passend, dass sich alles langsam entwickelt. So ist die Liebe eben, manchmal kommt sie ganz spontan, doch manchmal muss sie sich auch entwickeln.


Das Ende von "Der Kuss der Lüge" fand ich sehr spannend, Es gibt einige Offenbarungen und einen sehr gemeinen Cliffhanger, der mich jetzt ungeduldig auf den zweiten Teil warten lässt. Es gibt, besonders auf den letzten 150 Seiten, noch einige sehr traurige Momente, bei denen ich echt schlucken musste und die bewiesen haben, wie nahe mir die Charaktere am Ende doch standen. Auch wenn die Liebesgeschichte hier im ersten Teil nur wenig Platz eingenommen hat, hoffe ich, dass es im zweiten Teil noch weitere Entwicklungen geben wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt!


Fazit


"Der Kuss der Lüge" ist ein sehr intensives Buch mit einer tollen Protagonisten und zwei Männern, bei dem einer nicht der ist, der er vorgibt zu sein! Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn die Liebesgeschichte für mich etwas zu kurz kam. Ich hoffe, dass der zweite Band noch einige Entwicklungen haben wird!

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409 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, briefe, jenny han, familie

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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98 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

john boyne, pipe, geistergeschichte, horror, schauergeschichte

Haus der Geister

John Boyne , Sonja Finck
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2016
ISBN 9783492307994
Genre: Historische Romane

Rezension:


Obwohl "Haus der Geister" von John Boyne nur als einfacher Roman bezeichnet wird, muss ich sagen, dass mich diese Erzählung weit mehr begeistern konnte, als zahlreiche Horror- und Mysterygeschichten zuvor. Ja, ich muss gestehen, dass mich als absoluter Horrorfan fast nichts mehr vom Hocher reißt, ich aber dennoch immer noch auf der Suche nach spannenden und gruseligen Büchern bin! Für mich zählt vor allem die Atmosphäre, ich brauche keine Unmengen Blut oder Slasher-Szenen, daher hat Haus der Geister" genau meinen Geschmack getroffen! 




Das Buch beginnt recht ruhig, aber dennoch mit einem traurigen Ereignis für unsere Protagonistin Eliza. Hals über Kopf kehrt sie ihrem bisherigen Leben den Rücken zu und reist nach Gaudlin Hall, einem düsteren Anwesen in Norfolk. Noch als de Zug in den Bahnhof einfährt, stellt sie fest, dass hier irgendwas nicht stimmt. Sie wird von einer Frau angerempelt, die auf ihrem Koffer die selben Initialen hat wie der Verfasser der seltsamen Annonce in de Zeitung. 




Alles überschlägt sich und es passieren einige merkwürdige Dinge. Erstaunlich finde ich hier, dass es der Autor schafft, diese kleinen Vorkommnisse so gruselig erscheinen zu lassen. Teilweise hatte ich tatsächlich eine Gänsehaut und ich habe mich gefühlt, als würde ich selbst in diesem gruseligen Haus leben müssen. 




Zwar muss ich gestehen, dass die Hauptstory um die Geister recht vorhersehbar ist, aber dennoch konnte mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann ziehen. Ein wenig hat mich die Story an den Film "The Boy" erinnert, der im vergangenem Jahr im Kino war und der mich ebenso begeistern konnte. Durch die Zeitepoche, für die John Boyne sich hier entschieden hat, wirkt aber alles noch viel unheimlicher und dramatischer. 




Ich konnte mit Eliza mitfiebern und ich habe mich mit ihr zusammen auf die Suche nach den erschreckenden Hintergründen der ehemals glücklichen Familie gemacht. Für mich passt hier alles zusammen: Die Atmosphäre, die Story, die Charaktere und auch das Ende, das gar nicht so firedlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint! 

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

geheimnis, roman, familiengeheimnis, somerset, england

Das Haus der leeren Zimmer

Lesley Turney , Monika Köpfer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2017
ISBN 9783492309462
Genre: Romane

Rezension:

Schreibstil 


"Das Haus der leeren Zimmer" von Lesley Turney hat sich vom Klappentext her echt interessant angehört und auch Titel und Cover haben mich angesprochen. Nach den ersten Seiten stellte sich aber direkt schon Ernüchterung ein, denn ich wurde und wurde einfach nicht mit dem Schreibstil der Autorin warm. Er ist zwar betont einfach gehalten, aber dadurch auch sehr eintönig. Es gab keine Momente, die mir halfen, am Ball zu bleiben.


Die Plotidee empfand ich als interessant und es gab durchaus Potenzial, aber die Umsetzung war für mich leider überhaupt nicht gelungen. Zum einen wirkten die Charaktere zu blass, allen voran unsere Protagonistin, die für auf mich während der gesamten Geschichten nicht wie eine Hauptcharakterin wirkte. Ganz im Gegenteil, für den Leser bleibt sie nur eine Randfigur, beziehungsweise einfach nur jemand, der durch die Story führt.


Charaktere


- Amy -


Leider erfahren wir über Amy recht wenig. Auch wenn sie hier unsere Protagonistin ist, steht sie doch nicht im Fokus der Geschichte, denn es geht im Grunde "nur" um ein Geheimnis, das von ihr nach und nach durchschaut wird. 


Als eine Familie, für die Amy früher tätig war, einen schweren Schicksalsschlag erleidet, reist Amy nach England, um dort für die Frau und das Kind zu sorgen und ihnen ein wenig Last abzunehmen. Die drei haben kein Geld und versuchen, durch Spenden der anderen Dorfbewohner, zu überleben. Julia, die Mutter des Kindes, zieht sich immer mehr zurück und so ist Amy die einzige, die in dem alten Cottage noch für ein wenig Ordnung und Leben sorgt.


Schade fand ich, dass Amy selbst für die Entwicklung der Geschichte überhaupt nicht wichtig war. Sie leitet den Leser nur durch den Roman und das war für mich das größte Problem, denn mir fehlte eine Person, mit der ich mich identifizieren konnte. Amy selbst bleibt farblos, sie hat, bis auf ihren Vater, der seine Tauben mehr zu lieben scheint als sie, keinerlei Hintergrundgeschichte. Das hat es für mich schwer gemacht, ihre Rolle in dem ganzen Szenario zu erkennen. Letztendlich muss ich sagen, dass die Autorin nur durch die kleine Liebesgeschichte versucht hat, eine Parallele zu ziehen.


Meine Meinung


Ich fange meine Rezensionen gerne mit den positiven Seiten eines Buches an, doch bei "Das Haus der leeren Zimmer" muss ich ehrlicherweise sagen, dass es mir aufgrund meiner Frustration schwerfällt, etwas Positives zu nennen. Für mich hat sich das Buch wie ein Debüt angefühlt, umso überraschter war ich, dass Leyley Turney bereits vier Bücher herausgebracht hat und als Texterin in England arbeitet.


Ihr Buch "Das Haus der leeren Zimmer" spielt hier ebenfalls in England des Jahres 1961. Leider kam für mich die Zeit und das Land zu dieser Zeit kaum rüber, denn im Großen und Ganzen hätte die Geschichte auch im Hier und Jetzt spielen können. Es gab keine Merkmale, keine Hintergrundfakten, die eben aufzeigten, dass wir uns im Jahre 1961 befinden.


Dies hätte ich noch akzeptiert, wenn wenigstens die Geschichte gestimmt hätte, doch leider sind die ersten 200 Seiten extrem trocken und es passiert kaum etwas. Zwar gibt es eine paranormale Seite, die mich als Fan des Übernatürlichen eigentlich begeistern sollte, aber auch diese kam mir zu kurz.


Viviane, das Kind der Familie, hat plötzlich eine Fantasiefreundin mit dem Namen der verstorbenen Schwester ihrer Mutter. Caroline, besagte Schwester, spielt eine zentrale Rolle in diesem Buch, denn es geht um ihre Geschichte, die hier nach und nach aufgedeckt wird.


Dieses Geheimnis, was letztendlich offenbart wird, fand ich eigentlich sehr gut und teilweise sogar schockierend, doch dadurch, das ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte, hat es wohl letztendlich die Wirkung gezeigt, die sich die Autorin gehofft hatte. Wie oben bereits erwähnt, fand ich den Plot wirklich gut, doch durch die fehlende Nähe zur Protagonistin und einer recht eintönigen Erzählweise, konnte mich das Buch letztendlich nicht fesseln. Ich muss hier ehrlich sein und sagen, dass ich oft kurz davor gewesen bin, das Buch einfach abzubrechen, doch ich wollte durchhalten, in der Hoffnung, am Ende noch überrascht zu werden.


Die Auflösung ist hierbei tatsächlich nicht schlecht, aber der ganze Weg dahin konnte mich nicht begeistern. Es gab kaum Spannungsmomente und besonders die erzwungene und viel zu schnell abgehandelte Liebesgeschichte hat bei mir für Frustration gesorgt. Ich denke, von Lesley Turney werde ich kein Fan werden!


Fazit


Eine interessante Plotidee trifft auf eine Protagonistin, die mit der Hauptstory eigentlich überhaupt nicht zu tun und die dementsprechend blass wirkt. Besonders enttäuschend fand ich die erzwungene Liebesgeschichte, die keinerlei Emotionen besaß und nur die Story voranbringen und für Parallelen sorgen sollte. Schade!

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Tags: england, familiengeheimnis, geheimnis, roman   (4)
 

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thriller, entführung, helen callaghan, dear amy, psychothriller

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schreibstil


"DEAR AMY- Er wird dich töten, wenn du mich nicht findest" hatte ich eigentlich gar nicht im Blick - bis ich bei einer lieben Bloggerkollegin eine Vorstellung zu dem Buch entdeckt habe. Da ich immer wieder gerne neue Psychothriller entdecke und mich in diesem Genre nach wie vor sehr wohl fühle, zog dieses Buch spontan bei mir ein.


Zu Beginn hat mich die Geschichte tatsächlich in seinen Bann ziehen können. Sie wirkt mysteriös und das Rätsel um die geschriebenen Briefe und das vermisste Mädchen konnte mich packen, doch nach und nach verlor ich immer mehr das Interesse. Ich denke, dass dies vor allem daran lag, dass vieles unnötig in die Länge gezogen wurde und eine echt spannende Wendung viel zu schnell und lieblos niedergeschrieben wurde.


Helen Callaghans Schreibstil ist eher ruhig. Sie lässt ihrer Protagonistin viel Zeit, sich zu entwickeln und einen eigenen Weg einzuschlagen, doch leider wirkt die Geschichte dadurch ein wenig in die Länge gezogen. Viel zu viel Wert legt die Autorin leider auch auf Margots Privatleben mit ihrer Scheidung und ihrem Problemen mit ihrem (Ex-)Mann. Dadurch konnte ich zu Margot selbst kaum Sympathie empfinden.


Charaktere


- Margot -


Margot ist Lehrerin und naja, eigentlich gar nicht einmal so beunruhigt über das vermisste Mädchen, wie der Klappentext angibt. Alle denken, Katie, das entführte Mädchen, wäre nur von Zuhause abgehauen und auch Margot nimmt dies zu Beginn der Geschichte einfach an - schließlich kümmert sich ja die Polizei um diesen Fall.


Dann bekommt Margot allerdings Briefe von einem vermissten Mädchen - das vor 15 Jahren spurlos verschwand und sie beginnt ein wenig nachzuforschen.Was mir an Margot nicht gefiel? Puhh, fast alles. Sie war ein ungemein anstrengender Charakter, der schon einen eigenen Kopf besitzt, aber damit oft durch die Wand will. Manchmal konnte ich ihre Handlungen nicht verstehen.


- Katie -


Natürlich dürfen auch Abschnitte aus der Sicht des Opfers und des Täters nicht fehlen, denn der Leser soll ja die Gefahr spüren. Nach dem allerersten Kapitel, in dem Katies Entführung geschildert wurde, war ich tatsächlich noch begeistert und hatte sogar das Gefühl, hier wieder einen richtig guten Thriller zu lesen. Leider haben mir die Abschnitte von ihr und dem Täter, der viel zu klischeehaft dargestellt wird, im Laufe der Geschichte nicht mehr gefallen!


Meine Meinung


"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" ist definitiv kein schlechtes Buch. Es erzählt eine solide Geschichte, in der sogar einige gut durchdachte und auch nachvollziehbare Wendungen vorkommen. Leider war mir die Protagonistin ähnlich wie in "Girl on the train" direkt unsympathisch, weil sie offensichtlich ein psychisches Problem hat, dieses aber hartnäckig ignoriert. 

Versteht mich nicht falsch, ich habe bestimmt nichts gegen psychisch kranke Person, ganz im Gegenteil, es ging mir einfach darum, dass ich mit ihrer wirren Gedankenwelt überhaupt nicht warm wurde und ich deswegen auch kaum Mitgefühl aufbauen konnte. Diese Distanz war für mich einfach nicht passend.


Über den Inhalt des Buches möchte ich hier gar nicht so viel erwähnen. Die Vermischung von Vergangenheit und Zukunft fand ich gelungen, aber letztendlich hätte die Geschichte viel flotter für mich erzählt werden müssen. Streckenweise habe ich mich echt gelangweilt und zu Beginn hat es mich extrem genervt, dass niemand so richtig nach Katie gesucht hat. Klar, es wurde angenommen, dass sie von Zuhause weggelaufen ist, aber irgendwie hat mich Margots Gleichgültigkeit darüber abgeschreckt.


Positiv muss ich erwähnen, dass das Buch schon einige Überraschungen aufweist. Eine wichtige kam mir allerdings deutlich zu früh und leider viel zu ruhig. Hier dachte ich: "Soll es das schon gewesen sein?" Nein, die Autorin lässt es sich natürlich nicht nehmen, einen typischen Showdown niederzuschreiben, der aus etlichen Filmen so wohl bekannt ist. Klar gab es auch hie wieder einige spannende Momente, aber im Großen und Ganzen war "DEAR AMY" für mich nicht mehr als Durchschnitt!


Fazit


"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" von Helen Callaghan ist von de Plotidee tatsächlich nicht schlecht und das Buch konnte mich durch ein paar Wendungen tatsächlich überraschen, aber leider gestaltete sich das Lesen als sehr zäh für mich. Mit der Protagonistin wurde ich nicht warm und über die streckenweise Langeweile kann ich einfach nicht drüber hinwegsehen! 

Für mich war das Buch daher nur ein durchschnittlicher Thriller!

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liebe, john green, tod, freundschaft, internat

Eine wie Alaska

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 279 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 17.05.2014
ISBN 9783446246676
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schreibstil


Ich wollte schon lange mal ein Buch von John Green lesen, der ja sehr emotionale Jugendbücher schreibt. Jetzt war es endlich so weit und ich habe mich für seinen Debütroman "Eine wie Alaska" entschieden. Zu Beginn ist das Buch eine unterhaltsame Internatsgeschichte über neue Freundschaften, Streiche und den Start des Lebens.


Während wir Miles, der bis jetzt immer ein Außenseiter war, während seiner ersten Tage auf dem Internat begleiten, wird durch die Kapitelüberschriften ein drohender Schicksalsschlag angedeutet. Die Geschichte beginnt 136 Tage davor und endet 136 Tage danach. Der Leser wird darauf vorbereitet, dass etwas Schlimmes passiert und lernt in der Zeit bis zu diesem Moment, der alles zu zerbrechen droht, erst einmal alle Charaktere kennen.


Mir hat John Greens Schreibstil sehr gut gefallen. Die Nähe zu den Charakteren, besonders zu dem Protagonisten hat mich mitfühlen lassen und alle Nebencharaktere waren so toll beschrieben, dass ich selbst das Gefühl hatte, auf das Internat zu gehen.


Charaktere


- Miles -


Miles ist der typische Außenseiter und er hofft, dass es im Internat besser wird. John Green, der Autor des Buches, hat hier ein paar seiner eigenen Schulerfahrungen niedergeschrieben und deswegen ist Miles auch so ein glaubhafter Charakter. Er ist kein Held, er ist nicht perfekt, sondern durch und durch menschlich. Ich konnte mit Miles mitfühlen, er ist ein wirklich liebenswerter Charakter. 


- Alaska -


Alaska mochte ich ebenfalls, auch wenn sie bis zum Ende hin undurchschaubar blieb. Alaska ist ein sehr draufgängerisches Mädchen. Sie ist auf der einen Seite sehr nachdenklich, doch auf der anderen Seite sehr überdreht und immer für einen Spaß offen. Kein Wunder also, dass sich Miles irgendwie in sie verliebt. 


Um Liebe geht es in dem Buch aber nicht. Dafür ist Alaska zu unnahbar. Außerdem hat sie einen Freund, ist aber dennoch nicht so recht glücklich. Ihre Hintergründe, jene, die man im Lauf der Geschichte erfährt, empfand ich als traurig, weswegen ich auch mit ihr mitfühlen konnte.


Meine Meinung


"Eine wie Alaska" ist ein Buch, dass ich ewig schon lesen wollte. Was mich abgehalten hat? Eine Rezension, die mich leider gespoilert hat. Ich wusste also schon, was dieser Schicksalsschlag ist und hatte das Buch deswegen immer vor mich hergeschoben, weil ich dachte, dass es mich doch eh nicht überraschen könnte.


Nun hatte ich aber spontan Lust auf die Geschichte und nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass es wirklich schwer ist, das Buch wiederzugeben, ohne von der Wendung in der Mitte der Geschichte zu erzählen. Aber keine Angst, ich werde hier den Mund halten und nichts verraten, um euch nicht den Spaß zu nehmen!

Bemerkenswert fand ich die sensible Art John Greens, seine Charaktere zu beschreiben. Sie alle wirken lebendig, so echt und eben alles andere als perfekt. Wir haben einen Außenseiter, der endlich Freunde findet, als Protagonisten und beim Lesen fühlte es sich so, als würden wir einem Charakter folgen, der endlich anfängt zu leben und der kennenlernt, was Spaß ist. 


Auf dem Internat werden Streiche gespielt, die "bösen" Jungs werden bestraft und es gibt einige witzige und auch tiefgründige Unterhaltungen. Das Buch klingt erst einmal spaßig und das ist es auch, doch es hat auch eine sehr melancholische Seite an sich.


Da der Leser immer wieder damit konfrontiert wird, dass in einigen Tagen etwas passiert, wächst die Spannung und auch das Buch wird schwermütiger. Vielleicht lag dies aber nur auch nur daran, dass ich bereits wusste, was passieren wird. Während ich mit Miles und seinen neuen Freunden gelacht habe, blieb doch immer ein gewisser bitterer Nachgeschmack. 


Das Buch wird ab der Hälfte wirklich traurig und ich habe ein paar Mal mit den Tränen gekämpft. "Eine wie Alaska" ist aber keine Geschichte, die einfach nur runterzieht, ganz im Gegenteil. Sie ist im gleichen Atemzug einfach schön und spendet Kraft. 


Mir hat das Buch von der ersten Seite an gut gefallen. Es hat mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen, aber es hat mich nie alleingelassen. Das war für mich das Besondere an dem Buch. Ich hatte das Gefühl, mit alledem nicht selbst fertig zu werden. Aus diesem Grund habe ich die letzten Seite auch mit einem positiven Gefühl beenden können und werde wohl noch öfter an Alaskas Geschichte denken!


Fazit


"Eine wie Alaska" ist eine tiefgründige Geschichte, die mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen hat. Obwohl es einige todtraurige Momente gibt, ist die Geschichte dennoch schön und erzählt vom Erwachsenwerden und echten Freundschaften! Eine klare Empfehlung!

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internat, liebe, freundschaft, alkohol, schule

Eine wie Alaska

John Green , Andreas Fröhlich , Sophie Zeitz
Audio CD
Erschienen bei Silberfisch, 15.08.2008
ISBN 9783867426428
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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dystopie, rußatem, romeo und julia, endzeit, hubert wiest

Rußatem

Hubert Wiest
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 12.01.2017
ISBN 9781541367463
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schreibstil


Bei Lovelybooks durfte ich zusammen mit anderen Lesesüchtigen vor nicht allzu langer Zeit das Buch "Schattensurfer" von Hubert Wiest entdecken. Dieses spannende Jugendbuch hatte mich so sehr begeistert, dass mich der Autor nicht lange bitten musste, mein Glück bei der Leserunde zu seinem neusten Buch zu versuchen.


"Rußatem" ähnelt "Schattensurfer" in vielerlei Hinsicht! In erster Linie ist das Buch wieder einmal eine spannende Abenteuergeschichte für jüngere Leser, allerdings beginnt alles hier ein wenig melancholischer. Die Menschen in Jaikong leben unter einer Kuppel und nur dort gibt es gute Luft, während außerhalb, in den sogenannten Industrieringen, nur die "Verstoßenen" leben und arbeiten müssen - in Dreck und mit der Aussicht auf ein sehr kurzes Leben.


Diese Gesellschaftskritische Seite nimmt allerdings nicht viel Platz ein, denn in erster Linie lässt Hubert Wiest seine beiden Protagonisten hier wild durch diese "Welt" springen und so einige Hürden meistern.


Hubert Wiests Schreibstil hat mir wieder einmal gefallen, allerdings muss ich auch sagen, dass mir vieles einfach zu schnell ging und ich beim Lesen an einigen Stellen überfordert war. Vor allem das Ende läuft so flott ab, dass für mich vieles nicht aufgelöst wurde. Ich denke, hier hätte eventuelle eine Teilung in zwei oder sogar drei Teilen der Geschichte gut getan, denn leider wirkt sie oftmals sehr oberflächlich.


Charaktere


- Kalana -


Von den beiden Protagonisten fand ich Kalana am interessantesten. Sie hat eigentlich vor, Schauspielerin zu werden, doch da sie einen zu schlechten Notendurchschnitt hat, kommt sie erst einmal in den dritten Industriering und sieht dort, wie das Leben außerhalb von Jaikong abläuft. Die Luft ist schmutzig, sie kann kaum atmen und ihre Lebenserwartung sinkt um viele Jahre.


Hubert Wiest legt nicht viel Wert auf Charakterentwicklung, weswegen wir seine Protagonisten nicht so recht kennenlernen. Bei beinahe jedem anderen Buch hätte ich dies wohl kritisieren müssen, aber hier passt es doch zur Geschichte. Er lässt seine Charaktere einfach agieren, setzt sie Gefahren aus und löst alles auf. Das hat mir gut gefallen.


Ich muss hier aber noch anmerken, dass ich mir besonders bei Kalana mehr Entwicklungen gewünscht hätte, teilweise wirkt sie doch recht egoistisch und für meinen Geschmack hätte sie sich ein wenig mehr Gedanken über die Welt machen und Selbstständigkeit zeigen können.


- Quinn -


Quinn ist wohl ein typischer Junge in der Pubertät, der sich nur für Fußball, äh, Vincoon interessiert. Vincoon ist praktisch die Volkssportart der Zukunft und er ist ein begnadeter Spieler, der natürlich hoch hinaus will. Zu Beginn kommt er zu den Aeronauten, denn dort heißt es, gute Aussichten auf einen Platz in der Mannschaft zu haben. Seine Leidenschaft nimmt einen großen Teil des Buches ein, einen sehr großen Teil.


Ich muss gestehen, dass ich ein echter Sportmuffel bin. Ich besitze keinen Fernseher und selbst wenn ich einen hätte, würde ich wohl nie auf die Idee kommen, irgendwelchen Leuten beim Sport machen zuzuschauen. (In der Zeit mache ich lieber selbst Sport! :P) Ich denke aber, dass von Vincoon besonders junge männliche Leser begeistert sein werden.


Quinn war an und für sich ein interessanter Charakter, allerdings liebt er lange Zeit tatsächlich nur das Vincoon-Spiel und manchmal konnte ich seine Gedanken nicht nachvollziehen. An einigen Stellen wirkt er arg egoistisch und bei manchen seiner Taten konnte ich ihn nicht so recht verstehen. Aber wie zuvor erwähnt, um Charakterentwicklung geht es in dem Buch auch gar nicht!


Meine Meinung


"Rußatem" hat mich auf den ersten Seite an eine meiner liebsten Dystopien erinnert. "Breathe - Gefangen unter Glas" von Sarah Crossan hat mich damals begeistert, besonders da die Kritik doch aktuell ist. Wir Menschen zerstören die Natur, wir zerstören alles und denken nicht an die Konsequenzen. Dass wir auch die Luft unnötig verschmutzen ist klar, aber doch gibt es keine Einsicht und so ist das Szenario in "Rußatem" gar nicht so abwegig. 


Jaikong existiert nur unter einer Kuppel, unter der es ausreichend Sauerstoff gibt. Die Luft wird gefiltert und die Menschen dort haben ein sorgenfreies Leben. Doch nicht alle Menschen dürfen dort Leben. Für gut 30 Millionen Einwohner gibt es dort keine Luft und so wurde beschlossen, dass die Leistung darüber entscheidet, ob jemand in Jaikong bleiben darf oder auf einen der Industrieringe geschickt wird. Mit jedem Industriering nimmt die Lebenserwartung durch die verschmutzte Luft ab, am schlimmsten ist es auf dem letzten, den fünften. 


Kalana träumt davon, eine berühmte Schauspielerin zu werden. Sie ist sich sicher, dass sie Jaikong nicht verlassen muss - doch dann geschieht genau das. Sie wird dem dritten Industriering zugeteilt und sie muss hart arbeiten, um wenigstens in dieser Zeit gut gefilterte Luft zu bekommen. Dieses Szenario fand ich erschreckend und es hat mich wieder einmal an unser Leben erinnert. Wie ich so gerne sage: wir leben schon längst in einer Dystopie, wir arbeiten viel und hart, um zu überleben. Geld ist wie Sauerstoff, ein wichtiger Faktor, um zu überleben.


Während Kalana im dritten Industriering hockt, lebt Quinn seinen Traum, ein berühmter Vincoon-Spieler zu werden. Wer hier jetzt eine Liebesgeschichte erwartet, wird wohl ein wenig enttäuscht werden, denn darum geht es in dem Buch nur ganz am Rande. Vielmehr steht das Abenteuer, das beide erleben, im Vordergrund und dabei werden viele Orte dieser Welt der Zukunft entdeckt.


Fehlende Spannung kann man Hubert Wiest auf jeden Fall nicht vorwerfen. Das Buch hat solch ein rasantes Tempo, dass ich an vielen Stellen kaum noch mitkam. Dadurch, dass es so viele potenzielle Gefahren durchläuft, wirkt es streckenweise aber sehr einfach, denn unsere beiden Protagonisten werden als Superhelden dargestellt und jedes Problem löst sich von selbst. Dabei bleibt an einigen Stellen die Logik auf der Strecke und auch ein gewisser roter Faden ist kaum zu sehen, was aber durch die permanente Abwechslung fast wieder ausgeglichen wird.


Das Ende von "Rußatem" konnte mich allerdings gar nicht überzeugen. Alles lief zu schnell ab und wirkte sehr verkrampft, als wäre eine gewisse Seitenzahl erreicht und die Geschichte müsste jetzt doch noch in Richtung "Happy End" gedrängt werden. Schade ist hier, dass die Melancholie des Anfanges nicht ausgebaut werden konnte und dass doch einige Dinge unbeantwortet blieben. Ich denke, dass sich der Autor hier etwas mehr Zeit hätte lassen können, um alles rund abzuschließen - oder von vorneherein die Geschichte aufteilen sollen. 


Fazit


"Rußatem" von Hubert Wiest ist eine dystopische Geschichte über eine Welt, in der ein gnadenloser Kampf um Sauerstoff und Gerechtigkeit beginnt. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, es ist spannend und weißt viele Wendungen auf, doch als Gesamtwerk betrachtet, fehlte es mir doch an einigen Stellen an Logik und Tiefe. Jüngere Leser dürfte das Buch allerdings begeistern und daher spreche ich trotz meiner Kritik gerne eine Empfehlung aus! (Ich hätte hier wohl 3,5 gegeben, da das aber nicht geht, entscheide ich mich für 4!)

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