Leserpreis 2018

Uwes-Leselounges Bibliothek

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Heldenhaft

Andreas Thamm
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 16.01.2019
ISBN 9783734850356
Genre: Jugendbuch

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Active Memory

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.01.2019
ISBN 9783492280235
Genre: Fantasy

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Leben rückwärts lieben

Claudia Pietschmann
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Arena, 21.09.2018
ISBN 9783401603865
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Durch einen Unfall, bei dem sich Nina Trümmerbrüche in beiden Beinen zugezogen hat, erwacht sie nach längerer Zeit aus dem Koma. An das Unglück selbst, sowie die kurze Zeit davor, kann sich Nina kaum bis gar nicht erinnern. Während des Klinikaufenthalts und den damit verbundenen Reha Maßnahmen bekommt sie immer häufiger Flashbacks, in denen sie Bilder von einem Haus sowie Fotos von sich und einem Jungen sieht, diese aber nicht zuordnen kann. Dabei ist sie sich sicher, dass sie diesen jungen Mann kennt und tiefe Gefühle für ihn empfindet und weiß, dass er Arthur heißt. So fragt sich Nina, woher diese Erinnerungen kommen und ob sie diesen wirklich trauen kann. Diese Überlegungen und Emotionen lösen in Nina Panikattacken und Atemnot aus, die die Ärzte versuchen, mit Medikamenten, in den Griff zu bekommen. Dabei mahnen der behandelnde Arzt, Dr. Kühnbach, und auch ihre Eltern sie immer wieder zu Geduld und Ruhe. Doch als sich immer häufiger ihre Gedanken und die Realität überlagern, kann sich Nina diesem gefährlichen Sog nicht mehr entziehen.

MEINUNG:
Auf "Leben rückwärts Lieben" von Claudia Pietschmann (Arena Verlag) war ich sehr neugierig, da mich zum einen das Cover, wie auch der Klappentext angesprochen haben.

Der Einstieg gelang mir gut und den Schreibstil empfand ich schon auf den ersten Seiten als einnehmend. Die Handlung wird dabei aus der Sicht der siebzehnjährigen Nina beschrieben, die durch einen zunächst nicht näher beschriebenen Unfall gerade aus dem Koma erwacht ist. Leicht orientierungslos, ob des Unglücks, welches ihr widerfahren ist, versucht sie durch Fragen an ihren behandelnden Arzt Dr. Kühnbach, der Krankenschwester Laura oder bei ihren Eltern, die Lücken in ihrem Gedächtnis zu schließen. Manche ihrer Fragen werden beantwortet, andere wiederum gar nicht, was Nina stutzig werden lässt. Auch ist es seltsam, dass sie außer von ihren Eltern, keinen Besuch von ihrer Freundin Selma oder ihrem Freund Arthur bekommt. Gerade was letztgenannten angeht, weicht ihre Mutter Nina immer wieder aus, dabei ist sie sich sicher, dass es Arthur gibt.

Währenddessen schreitet der Heilungsprozess durch Phsyiotherapie und andere Maßnahmen immer weiter voran und Nina kann das Krankenhaus schon bald verlassen. Dabei schweigt sie sich über die sich häufenden Gedächtnislücken aus, um ihre Entlassung nicht zu gefährden. Ihr Ziel ist es, sobald wie möglich wieder in die Schule zu gehen, um so weitere Antworten zu finden.

Als sie endlich Arthur begegnet, verhält sich dieser zunächst etwas seltsam, gerade so, als würde er Nina nicht kennen. Doch sie setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen und so erblüht ihre Liebe ein weiteres Mal. Ich fragte mich, ob dies Schicksal oder gar eine Seelenverwandtschaft zwischen den beiden sein könnte.

Gerade durch die gewählte Art der Erzählung in der Ich-Perspektive konnte ich sofort eine Beziehung zur Protagonistin aufbauen. Ich spürte ihre Angst, ihre Unsicherheit und im weiteren Verlauf der Story auch ihre Wut sowie ihre Willensstärke. Dabei beschreibt Claudia Pietschmann dies sehr authentisch und erzeugte so bei mir einen Lesesog. Besonders gut hat mir die Idee mit dem Gedächtnispalast gefallen. Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der man seine Erinnerungen in Räumen katalogisiert, um diese so später schneller wiederfinden zu können.

Ninas Schicksal berührte mich und gemeinsam mit ihr rätselte ich, entwarf Szenarien, wie alles geschehen sein konnte, nur um dies wenige Seiten später komplett wieder über Bord zu werfen.

Während sich Realität und Erinnerungen immer mehr miteinander vermischen, ist sich Nina sicher, dass sie für eine bestimmte Aufgabe vorgesehen ist. Diese Vermutung scheint sich zu bewahrheiten, als sie mit Arthur einen Ausflug macht. Nina bekommt es mit der Angst zu tun und ist sich nicht mehr sicher, was sie glauben soll.

Auch Arthur ist ein Charakter, den man einfach gern haben muss. Er ist sehr aufmerksam und liebevoll gegenüber Nina. Bringt sehr viel Verständnis für ihre Situation auf und versucht ihr immer wieder zu helfen. Zwischen den einzelnen Worten und Zeilen spürte man die tiefe Zuneigung und Liebe der beiden, die ich als authentisch empfand und die mir richtig gut gefiel.

Obwohl ich nach 2/3 der Story eine Vermutung hatte, was mit Nina geschehen ist, wurde ich mit diesem Ende dann doch überrascht. Dabei ist dieses sehr bewegend und liebevoll gestaltet, was mich zufrieden das Buch zuschlagen ließ.

FAZIT & BEWERTUNG:
Mit "Leben rückwärts Lieben" (Arena Verlag) ist Claudia Pietschmann eine äußerst einfühlsame, fesselnde und herzerwärmende Geschichte gelungen, die ich mich sehr berührt hat.

Die Idee, die Umsetzung und was hinter allem steckte, konnte mich begeisterten und gerade die überraschenden Wendungen sorgten bei mir für spannende Lesestunden. Daher kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen, weshalb ich auch 5 von 5 Nosinggläser vergeben habe.

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Fredy flunkert

Jacqueline Kauer , Daniel Kauer , Jacqueline Kauer
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei KaleaBook, 15.10.2018
ISBN 9783952391242
Genre: Kinderbuch

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47 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Verborgen

Anna Simons
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 08.10.2018
ISBN 9783328102892
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

STORYBOARD:
Um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, hat Eva Korell ihr Leben neu geordnet. So hat sie nicht nur ihren Job in der Notaufnahme einer Berliner Klinik gekündigt, sondern gleich noch ihren Umzug nach München vollzogen. Nach vier Wochen der Eingewöhnung beginnt heute ihre neue Arbeit als Anstaltsärztin in der Justizvollzugsanstalt München-Wiesheim. Auf dem Weg dorthin begegnet sie unfreiwillig Nicole Arendt, deren Mann Robert in besagter JVA seine Haft verbüßt. Nachdem Eva ihr Erste Hilfe geleistet hat, bittet Nicole sie um ihre Unterstützung, doch Eva weist diese zurück. Als am nächsten Tag Nicole spurlos verschwunden ist, macht sich Eva Vorwürfe und beginnt auf eigene Faust mit den Ermittlungen. Dabei lernt sie Hauptkommissar Lars Brüggemann kennen, der in diesem Vermisstenfall der leitende Ermittler ist. Während ihrer Recherchearbeiten, gerät Eva gefährlich nah in den Fokus des Täters und ohne dies zu ahnen, hat dieser sie bereits im Visier.

MEINUNG:
Einen Krimi deren Hauptperson eine Anstaltsärztin in einer JVA ist, habe ich bisher noch nicht gelesen, weshalb mich "Verborgen" von Anna Simons (Penguin Verlag) sehr interessiert hat. Dieses Buch ist der Auftakt zu einer neuen Ermittlerreihe mit einer starken, interessanten und sympathischen Protagonistin.

Bereits der Einstieg in die Geschichte machte mich neugierig, da man einen Einblick in das Leben von Nicole Arendt erhält. Nicole hat früh die Schule abgebrochen, ist von zu Hause ausgezogen und hat ihre Jugendliebe Robert geheiratet. Zunächst ist das junge Glück perfekt, doch als Robert aus Perspektivlosigkeit immer häufiger zum Alkohol greift und seine Wut nicht im Griff hat, hofft sie immer wieder, dass sich das Problem lösen lässt. Auch als Robert unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis in eine Polizeikontrolle gerät und als Wiederholungstäter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, hält sie zu ihm. Zwar ist Nicole an ihrer Situation nicht ganz schuldlos, trotzdem tat sie mir leid, da ihr Leben überwiegend aus Demütigung und Gewalt besteht. Mehr schlecht als recht, versucht sie mit ihrem Job als Kellnerin in einem Café über die Runden zu kommen, nur um es Robert recht zu machen.

Als Nicole beim sauber machen im Keller eine Schmuckschatulle findet, bricht ihre Welt in sich zusammen. Völlig verzweifelt erhofft sie sich Hilfe von Eva Korell, doch diese lässt sie abblitzen. Am nächsten Tag ist Nicole spurlos verschwunden. Mit einem schlechten Gewissen begibt sich Eva daher Morgens, auf ihrem Weg zur JVA, ins Café von Nicole, um mit ihr zu sprechen. Dort erfährt sie, dass diese nicht zur Arbeit erschienen ist. Daher wendet sich Eva an den bereits vor Ort befindlichen Hauptkommissar Lars Brüggemann, der ihre Zeugenaussage aufnimmt. Konsterniert und sich schwere Vorwürfe machend, fährt Eva zur Gefängnisanstalt.

Robert kann seine Eifersucht und Wutausbrüche nur schwer kontrollieren. Zumindest zeigt er in den verordneten Therapiesitzungen, mit der Gefängnispsychologin Judith Herzog, Anzeichen von Reue. Er rechnet seiner Frau hoch an, dass diese ihn nicht verlassen hat und möchte sich ändern. Als er von Nicoles Verschwinden erfährt, brennen bei ihm alle Sicherungen durch und er versucht aus dem Gefängnis auszubrechen. Doch dieser Versuch scheitert kläglich und so findet er sich auf der Krankenstation von Eva Korell wieder.

Eva gefiel mir auf Anhieb, da ich sie als resolute und taffe Frau empfand, die sich im rauen Klima einer von Männern und Gewalt beherrschten Umgebung, gut zu behaupten weiß. Natürlich hat sie im Privatleben ihr Päckchen zu tragen, was sie aber nicht weniger uninteressant machte. Sie möchte sich und ihrem Umfeld beweisen, dass sie stark ist und diesen Job mit all seinen Herausforderungen, bewältigen kann. Dabei hilft ihr meistens nicht nur ihre gute Menschenkenntnis, sondern auch ihr Ehrgeiz und Mut weiter.

Neben einigen anderen Gründen, weshalb Eva von Berlin nach München gezogen ist, zählt auch ihre beste Freundin Ann-Kathrin zu diesen. Viel zu wenig Zeit haben die beiden in den letzten Jahren miteinander verbringen können, weshalb sie diese neu gewonnene Zweisamkeit nun genießen wollen. Doch die Freundschaft wird durch die Angst von Ann-Kathrin, bezüglich der neuen Arbeitsstelle von Eva, etwas getrübt. Ann-Kathrin kann nicht nachvollziehen, weshalb Eva ausgerechnet dieses Job antreten will und versucht daher alles, um es ihr doch noch auszureden, beisst jedoch bei ihrer Freundin auf Granit. Ann-Kathrin ist eine gute Seele und die beiden ergänzen sich perfekt, weshalb ich ihre Angst absolut nachvollziehen konnte. Dabei ist sie herzlich, freundlich und man merkt, dass ihr an Eva sehr viel liegt.

Einen Charakter über den ich gerne noch etwas mehr erfahren hätte, war der Häftling Georg Temme, der trotz seiner begangenen Tat, auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht hat. Ich hoffe, dass er im Folgeband noch eine größere Rolle einnehmen wird.

Durch die wechselnde Erzählweise aus der Sicht von Nicole und Eva, entstand beim Lesen eine Spannung, die mich an die Seiten fesselte. Ich musste einfach wissen, was mit Nicole geschehen ist und ob es Eva gelingen würde, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Anna Simons hat den Alltag und den rauer Umgang in einer Justizvollzugsanstalt sehr bildlich dargestellt. Der Tagesablauf der Häftlinge ist geprägt von viel Langeweile, was die Aggressivität und die Gewaltbereitschaft untereinander hochhält und sich in Kämpfen untereinander, aber auch mit den Gefängniswärtern, widerspiegelt. Auch der Umgang des Personals miteinander ist nicht gerade einfach, was man am Verhalten der Psychologin Judith Herzog gegenüber Eva Korell deutlich sieht. Denn auch hier finden Grabenkämpfe statt.

Als Eva selbst zum Opfer wird, spitzt sich die Geschichte immer mehr zu und ich war sehr neugierig, wie alles enden wird.

FAZIT & BEWERTUNG:
Mit "Verborgen" (Penguin Verlag) ist Anna Simons ein spannender und nervenaufreibender Krimi gelungen, der mich, dank starker und tiefgründiger Charakteren begeistern konnte und so an die Seiten fesselte. Die Story liest sich sehr zügig, ohne dabei an Nervenkitzel zu verlieren und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht inhaliert. Dies war bei einem Krimi schon lange nicht mehr der Fall, was auch an der sehr guten Recherche und dem einnehmenden Schreibstil der Autorin lag - 5 von 5 Nosinggläser.

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354 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 130 Rezensionen

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Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

Vic James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2018
ISBN 9783841440105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Alle in England lebenden Menschen, die kein Geschick haben, müssen 10 Jahre ihres Lebens als Sklave für den magischen Adel arbeiten. Die Ebenbürtigen, wie sie genannt werden, herrschen, unterdrücken und beuten die Menschen aus, während sie selbst im Luxus leben. Die Familie Hadley, bestehend aus den Eltern sowie ihren drei Kindern Daisy, Luke und Abi, möchten die sogenannten Sklavenjahre gemeinsam bewältigen und sollen in dieser Zeit ihren Dienst bei der mächtigsten Herrscherfamilie Jardine ableisten. Aber es kommt anders, als geplant und so verschlägt es Luke in die berüchtigte und gefürchtete Fabrikstadt Millmoor, während seine restliche Familie an den prunkvollen Hof der Jardines gebracht wird.

MEINUNG:
Alleine der Gedanke, ich müsste 10 Jahre meines Lebens als Sklave arbeiten, finde ich schrecklich und doch reizte mich diese Thematik, weshalb ich "Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern" von Vic James unbedingt lesen wollte.

Ebenso die Vorstellung einer Zweiklassengesellschaft, bestehend aus dem normalen Volk auf der einen Seite und den Ebenbürtigen und Reichen auf der anderen Seite, machten die Geschichte für mich interessant. Auch der Aspekt, dass die Sklaven den Ebenbürtigen als Arbeiter dienen müssen, damit diese jegliche körperliche Anstrengungen vermeiden und um sich so ganz aufs Regieren zu fokussieren, fand ich heftig. Das Setting hatte für mich etwas monarchenhaftes mit prunkvollen Bällen und einer High Society Gesellschaft an sich, die mit Intrigen und Machtspielen nur so gespickt ist.

Der Einstieg in die Story gestaltete sich jedoch für mich etwas schwierig, da die Autorin recht viele Charaktere einführte und die Handlung aus der Sicht von mehreren Personen erzählt. So verfolgt der Leser die Geschichte aus der Sicht von Abi, Luke, Silyen und Bouda, um nur einige zu nennen. Aber als ich mich damit arrangiert hatte, sorgte es bei mir für zusätzliche Spannung.

Als sich die Familie Hadley gemeinsam entschließt, ihre 10 Pflichtjahre als Sklaven in den Dienst der Aristokraten von England zu stellen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Plan, eine friedliche Zeit auf dem herrschaftlichen Landsitz der Familie Jardine zu verbringen, zunichte gemacht wird. Denn für ihren Sohn Luke gibt es auf dem Anwesen keine Arbeit und so landet er in der von allen gefürchteten Sklaven- und Fabrikstadt Millmoor.

Millmoor ist dreckig und trostlos, die Luft ist von den selbstproduzierten Abgasen aus den Fabrikschloten verschmutzt und durchsetzt mit Verwesungsgerüchen aus den Fleischfabriken. Der Umgang dort ist rau, brutal und gnadenlos. Die Sklaven müssen auf engstem Raum unter teilweise menschenunwürdigen Umständen zusammenleben. Auch die Verpflegung und die normalsten Dinge, wie Kleidung oder Hygieneartikel, sind knapp bemessen. Luke wird in eine Wohneinheit mit fünf anderen Männern, ohne Möglichkeit auf Privatsphäre, einquartiert und soll seinen Dienst in der Bauteilhalle im Maschinenpark von Montag bis Samstag ableisten. Ich traute Luke zu Beginn nur wenig zu, da er mir recht weich vorkam und ich daher die Befürchtung hatte, dass er an diesen schwierigen Bedingungen zerbrechen könnte. Doch er bewies mir das Gegenteil und dies äußerst glaubwürdig. Unterstützung findet er bei einem etwas schrägen und mir undurchschaubaren jungen Mädchen mit Namen Renie sowie ihren Freunden vom Widerstand. Auch die harte und anstrengende Arbeit "zahlt" sich für ihn aus, denn so wird sein Körper gestählt und durch "Botengänge" für Renie wächst sein Selbstvertrauen.

Ganz anders ist das Leben auf dem Landsitz Kyneston, wo die Eltern von Luke sowie seine beiden Geschwister Daisy (10) und Abi (18) untergebracht wurden. Dieser Ort ist auf den ersten Blick traumhaft schön, gesäumt von Wäldern, saftigen Wiesen und Blumen und der Betrachter ist geneigt zu denken, dass man sich im Paradies wähnt. Doch weit gefehlt, denn schaut man etwas genauer hin, so sieht man, dass die Familie Jardine nicht umsonst die meist gefürchtetsten Herrscher des Landes sind. Das Familienoberhaupt ist machtbesessen und für ihn steht fest, dass nur sein ältester Sohn Gavar der nächste Kanzler werden wird.

Ihre Macht beziehen die Ebenbürtigen durch ihr Geschick, einer Art magischen Begabung, die sich in verschiedenen Arten, wie die Kunst der Genesung, der Überzeugungskraft oder der Auffassungsgabe widerspiegelt. Keiner weiß, woher diese Fähigkeiten stammen oder wie sie entstanden sind. Auch zeigen sich diese nur bei wenigen Menschen innerhalb der Gemeinschaft. Diese Idee gefiel mir richtig gut und machte mich noch neugieriger auf die Geschichte. Ebenso sorgten die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten bei mir für zusätzliche Spannung.

Bei Gavar lief es mir eiskalt den Rücken herunter, er ist absolut gefühlskalt und behandelt die Sklaven wie den letzten Dreck, dies auch dank seiner ausgeprägten Kraft an Geschick. So vergreift er sich immer wieder an jungen Sklavinnen, die für sein Dafürhalten, sowieso ihm gehören. Als aus einer dieser "Liebschaften" ein Kind geboren wird, erwachen in ihm zum ersten Mal Gefühle, die ich bei ihm nicht für möglich gehalten hätte. Das Baby ist sein Ein und Alles und ausgerechnet Daisy wird die Aufgabe zu Teil, auf dieses Kind aufzupassen. Hier stellte ich mir die Frage, ob dies gutgehen würde. Denn Daisy ist selbst noch ein Kind und soll plötzlich Verantwortung für ein so kleines Lebewesen übernehmen. Ein gewagtes Unterfangen.

Silyen, der mittlere Bruder, der Familie Jardine, verfügt über ungeheuerliche magische Fähigkeiten und verfolgt ganz eigene Ziele. So faszinierend und sympathisch Silyen zunächst auf einen wirkt, so sprunghaft können seine Gefühle und Reaktionen sein. Bei ihm war ich mir zu keinem Zeitpunkt sicher, was er im Schilde führt, was mich nur umso neugieriger werden ließ.

Einzig der jüngste Sohn, Jenner, der keinerlei Geschick vorweisen kann und in den Augen seines Vaters das schwarze Schaf der Familie darstellt, mochte ich sofort. Seine Aufgabe auf Kyneston ist es, für einen reibungslosen Tagesablauf zu sorgen. Unterstützen soll ihn dabei Abi Hadley. Abi ist, durch die Trennung von Luke, traurig und macht sich Vorwürfe. Ihr Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich aus Millmoor herauszuholen. Hilfe verspricht sie sich von eben jenem Jenner sowie ihren großen Talenten zu organisieren und zu delegieren, um ihren Plan Wirklichkeit werden zu lassen. Abi gefiel mir zunächst, da sie auf mich taff wirkte und sagt, was sie denkt und manchmal zu impulsiven Handlungen neigt. Als zwischen den beiden Gefühle entstehen, machte sie für mich eine Wandlung durch, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie wirkte auf mich weicher und unentschlossener und nicht mehr ganz so fokussiert auf ihre Aufgabe.

FAZIT & BEWERTUNG:
"Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern" (Fischer FJB) von Vic James ist eine bewegende und aufwühlende Geschichte um Unterdrückung und Freiheit. Machtspiele und Intrigen sind allgegenwärtig und dies sorgt für tolle Lesestunden. Das Setting und die Charakter sind toll gezeichnet und der Schreibstil sehr bildhaft.

Mit jeder weiteren gelesenen Seite rätselte ich mehr, die Story wurde immer mitreißender, da sich immer mehr lose Handlungsstränge miteinander verbanden, weshalb ich sehr neugierig war, wie die Autorin das alles auflösen würde. Aber mit diesem Ende habe ich so gar nicht gerechnet. Trotzdem bleiben für mich noch einige Fragen offen und auch der gemeine Cliffhanger sorgt dafür, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte - 4 von 5 Nosinggläser.

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184 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 52 Rezensionen

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Renegades - Gefährlicher Freund

Marissa Meyer , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453271784
Genre: Jugendbuch

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(25)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Agalstra

Anna Herzog
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 20.06.2018
ISBN 9783649624516
Genre: Kinderbuch

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493 Bibliotheken, 27 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Throne of Glass – Die Sturmbezwingerin

Sarah J. Maas , Michaela Link
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423717892
Genre: Jugendbuch

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(436)

890 Bibliotheken, 18 Leser, 4 Gruppen, 64 Rezensionen

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Throne of Glass - Königin der Finsternis

Sarah J. Maas , Tanja Ohlsen
Flexibler Einband: 784 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423717076
Genre: Jugendbuch

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(99)

220 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Hex

Thomas Olde Heuvelt , Julian Haefs
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.10.2017
ISBN 9783453319066
Genre: Krimi und Thriller

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(78)

129 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

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(53)

235 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

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H.O.M.E. - Das Erwachen

Eva Siegmund
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.12.2018
ISBN 9783570312308
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Zoë lebt auf den ersten Blick gesehen ein perfektes Leben. Sie hat einen Freund der sie liebt und Freunde, mit denen sie an der H. O. M. E. - Akademie lernt und gemeinsam mit ihnen für eine wichtige Mission trainiert. Alles läuft super, bis zu jenem Tag, als Zoë in einem dunklen Raum in einem Bett zu sich kommt und ihr plötzlich ein Mann ins Gesicht blickt. Nach einem kurzen Kampf wird alles wieder schwarz vor ihren Augen und sie meint, dass alles nur geträumt zu haben. Doch als sie das nächste Mal erwacht, findet sie sich in einem Krankenhaus wieder. Als ihr behandelnder Arzt, Dr. Akalin, ihr erzählt, dass sie aus einem jahrelangen Koma erwacht ist und ihre Familie sie sehen möchte, weiß sie nicht, was Realität und was Einbildung ist. Nachdem Zoë aus dem Krankenhaus entlassen und nach Hause zurückkehrt ist, fällt ihr die Eingewöhnung schwer. Durch immer wiederkehrende Erinnerungen und einige Ungereimtheiten begibt sich Zoë, gemeinsam mit ihrem Bruder und dessen bestem Freund, Kip, auf eine Reise quer durch Berlin, um hinter das Geheimnis zu kommen.

MEINUNG:
Ich mag die Ideen und den Schreibstil von Eva Siegmund sehr und als ich erfuhr, dass es eine neue Dilogie von ihr geben wird, musste ich den ersten Band von "H. O. M. E. - Das Erwachen" (cbt Verlag) sofort lesen. Dabei bleibt der Klappentext recht geheimnisvoll und so war meine Neugierde, was mit Zoë geschehen ist, geweckt.

Die Geschichte startet auch gleich mit der Protagonistin und man lernt ihren Alltag an der H. O. M. E. - Akademie kennen. Dieses Leben ist geprägt von Disziplin, Gehorsam und Lernen. Die Schüler werden hier fast schon militärisch erzogen, da verschiedene Kampftechniken sowie Fremdsprachen auf dem Lehrplan stehen. Dabei kommt Zoë eine besondere Rolle zugewiesen, da sie als Captain für eine geheimnisvolle Mission vorgesehen ist. Auch mit ihrem Freund, Jonah, den sie über alles liebt, läuft alles super - ein perfektes Leben, könnte man meinen.

Doch diese Idylle platzt wie eine Seifenblase, als Zoë in einem Bett erwacht und nicht weiß, wo sie sich befindet. In diesem dunklen Raum erkennt sie nur schemenhafte Umrisse von anderen Betten, begleitet von seltsamen Geräuschen. Als sich plötzlich ein männliches Gesicht in ihr Blickfeld schiebt, nimmt ihr Überlebenswille und das erlernte Wissen aus dem täglichen Training die Kontrolle, aber da Zoë zu geschwächt ist, verliert sie diesen Kampf und alles um sie herum versinkt im schwarzen Nichts. Als Zoë das nächste Mal erwacht, befindet sie sich in einem Krankenhaus und rätselt, ob alles nur ein Traum war.

Mit Zoë wurde ich zu Beginn nicht richtig warm, zwar ist sie ein starker Charakter und hat das Herz auf dem rechten Fleck, jedoch machte sie es mir nicht gerade leicht, sie zu mögen. Während ihrer Zeit auf der Akademie kam sie mir resolut und zielstrebig vor, aber in Berlin war sie mir zunächst etwas wankelmütig. Natürlich muss sie sich erst einmal wieder zurecht finden, was alles andere als einfach ist, sind die vielen Eindrücken und Informationen, was in Berlin und auf der Welt geschehen ist, doch sehr beängstigend. Zum Glück legte sich mein Gefühl dahingehend, da sie im weiteren Verlauf der Handlung wieder zu sich selbst fand.

Zoë´s Bruder, Tom, ist ihr gegenüber zu Beginn eher skeptisch eingestellt, da er nicht wirklich glaubt, dass er seine Schwester wieder zurück hat. Doch je mehr Zeit er mit Zoë verbringt und sie ihm Einzelheiten aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit erzählt, umso überzeugter ist er. Tom ist hier wirklich der große Bruder und er sorgt sich nicht nur um seine Schwester, sondern möchte, dass ihre Familie wieder zusammen findet. Ich mochte Tom, da er für seine Überzeugung und dem Wunsch nach ein wenig Harmonie, in dieser schweren Zeit, alles tun würde.

Als Zoë Toms besten Freund Kip kennenlernt und mehr über sein Schicksal erfährt, fühlt sie sich auf eine besondere Weise mit ihm verbunden. Kip war mir sofort sympathisch und man muss ihn einfach mögen. Ein weiter Punkt, der mir sehr gut gefiel, war die Botschaft, die sich hinter seinen Tattoos verbirgt. Eine schöne Idee der Autorin, die ich als sehr bewegend empfand. Für ihn steht schon nach kurzer Zeit fest, dass er Zoë unbedingt helfen muss, wohl auch, weil er nicht gegen seine Gefühle für sie ankommt.

Gemeinsam versuchen sie hinter das Geheimnis zu kommen und je mehr die drei herausfinden, umso mehr muss sich Zoë entscheiden, auf welcher Seite und für welches Leben sie kämpfen möchte.

Eva Siegmund ist hier ein toller Mix aus Thriller und Dystopie gelungen, der sich gut und zügig lesen lässt. Gerade die Beschreibungen der Menschen und deren Lebensumstände im Zuge der knappen Ressourcen, wie Wasser, Nahrung, Kleidung und Jobs, empfand ich als sehr realistisch dargestellt und diese erzeugten bei mir eine bedrückende Stimmung. So ein Leben möchte ich niemals führen.

Zwar hatte ich die eine oder andere Vermutung in welche Richtung die Story gehen könnte, aber mit diesem Ende habe ich nicht unbedingt gerechnet. Nichtsdestotrotz haben mir die Handlung und die gewählten Aspekte innerhalb der Geschichte gut gefallen.

FAZIT & BEWERTUNG:
Eva Siegmund verwebt in "H. O. M. E. - Das Erwachen" (cbt Verlag) gekonnt sehr aktuelle Themen, wie Wasserknappheit, Dürren, Hungersnöte und Flüchtlinge zu einer spannenden und guten Dystopie, welche absolut realistisch und zugleich beängstigend auf den Leser wirkt. Dabei regt der Inhalt sehr zum Nachdenken an und ich bin sehr gespannt, wie es mit Zoë, Kip und den Anderen weitergehen wird - 4,5 von 5 Nosinggläser.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Catwoman: Soulstealer

Sarah J Maas
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.08.2018
ISBN 9780141386898
Genre: Sonstiges

Rezension:

STORYBOARD:
Selinas Leben ist geprägt von Gewalt und ständiger Angst um ihre kleine Schwester Maggie, die gesundheitlich sehr angeschlagen ist. Als Diebin ist sie in den Straßen von Gotham City berühmt berüchtigt und als jüngste Kämpferin in der Arena des Gangsterbosses Falcone bislang unbesiegt. Durch ein bestimmtes Ereignis landet Selina schließlich im Gefängnis. Zwei Jahre später kehrt Selina als High Society Girl und schwerreiche Holly Vanderhees in die Stadt zurück und bezieht, ausgerechnet neben dem attraktiven Luke Fox, eine freie Penthouse Wohnung. Während Selina tagsüber das Luxusleben genießt, begeht sie nachts immer wieder Einbrüche. Diese Raubzüge bleiben Batwing, dem Beschützer von Gotham City, nicht verborgen und er hat alle Hände voll zu tun, um den Dieb zur Strecke zu bringen.

MEINUNG:
Da ich ein großer Fan der Batman Reihe bin, war mir sofort klar, dass ich "Catwoman. Diebin von Gotham City" von Sarah J. Maas (dtv Verlag) aus der DC-Reihe, unbedingt lesen muss.

Der Einstieg beginnt auch sogleich spannend, da man sofort an der Seite von Selina ist und sie bei ihren illegalen Wettkämpfen in der Unterwelt begleitet. Sie ist Mitglied der Leoparden, einer Straßengang, die für ihre Überfälle und Raubzüge bekannt ist. Dementsprechend dick ist auch ihre Strafakte bei der Polizei. Als Leopardin ist Selina verpflichtet, an den illegalen Fights des Gangsterbosses Carmine Falcone teilzunehmen. Bisher hat sie all ihre Matches gewonnen, denn nur so kann sie genügend Geld auftreiben, um ihrer schwerkranken Schwester, Maggie, die dringend notwendigen Untersuchungen und benötigten Medikamente zu bezahlen. Diese Last scheint sie des Öfteren zu erdrücken, doch all die Schmerzen und Strapazen sind, für ein Lächeln von Maggie, wie weg gewischt.

Durch ein bestimmtes Ereignis landet Selina schließlich im Gefängnis, was ihr gemeinsames Leben völlig aus der Bahn wirft. Ich mochte Selina sofort und sie war mir auf Anhieb sympathisch. Sie gibt niemals auf und würde für ihre Schwester alles opfern. Da kommt ihr das Angebot einer unbekannten, attraktiven Frau, gerade recht. Auch wenn dies mit einem großen persönlichen Opfer verbunden ist.

Zwei Jahre später kehrt Selina Kyle als reiche und verwöhnte Holly Vanderhees nach Gotham City zurück und bezieht, ausgerechnet gegenüber des ebenfalls wohlhabenden und verdammt gutaussehenden Junggesellen Luke Fox, ihr neues Appartement. Selina/Hollys Ziel ist es, Rache zunehmen an der Stadt sowie den Schönen und Reichen. Verkleidet als Catwoman bricht sie in Museen ein, um hier die lukrativsten Wertgegenstände zu stehlen. Doch das ist nur der Anfang.

Tagsüber zeigt sich Holly auf jeder Wohltätigkeitsveranstaltung oder bei Abendveranstaltungen und trifft dort des Öfteren auch auf ihren Nachbarn Luke. Dass sich beide zunächst nicht wirklich mögen, merkt man an der distanzierten Art, wie beide miteinander umgehen. Doch je häufiger die beiden sich begegnen, umso mehr Gefallen finden sie an diesem Katz-und-Maus-Spiel. Gerade das erwähnte Versteckspiel zwischen Holly und Luke, mit dem trockenen Humor sowie den gegenseitigen Spitzen, mochte ich. Dies sorgte bei mir während dem lesen mehr als einmal für ein Schmunzeln.

Als sich die Raubzüge häufen, muss Luke/Batwing einschreiten, um schlimmeres zu verhindern. Doch dies ist leichter gesagt als getan. Erschwert wird seine Aufgabe, als sich Catwoman mit Poison Ivy und der verrückten Harley Quinn verbündet. Denn nun legt dieses Trio Infernale erst so richtig los.

Die Story war für mich von Beginn an sehr spannend und ich hatte sofort Bilder in meinem Kopf. Ich jagte gemeinsam mit Selina über die Dächer von Gotham. Hielt bei den, mehr als gewagten Einbrüchen, die Luft an, fieberte mit ihr und fragte mich, ob es ihr gelingen würde, Batwing ein weiteres Mal an der Nase herumzuführen.

Dabei ist die Handlung sehr actionreich, erst recht, als Poison Ivy und Harley Quinn, auf der Bildfläche erscheinen. Ich mag beide Charaktere sehr gerne und besonders Harley, mit ihrer leicht schizophrenen Art, finde ich genial. Aber auch der doch recht liebevolle Umgang von Poison Ivy mit Catwoman gefiel mir, gerade weil die Vergangenheit von Poison Ivy äußerst traurig ist.

Luke mochte ich zwar auch, aber ich muss gestehen, dass er mir etwas schwach rüber kam. Irgendwie nahm ich ihm den Beschützer der Stadt nicht ganz ab. Trotzdem fand ich ihn sympathisch und konnte seine Beweggründe fast alle nachvollziehen.

FAZIT & BEWERTUNG:
Mit "Catwoman. Diebin von Gotham City" ist Sarah J. Maas (dtv Verlag) eine spannende und fesselnde Geschichte gelungen. Schon auf den ersten Seiten konnte sie mich mit ihrem Schreibstil gefangen nehmen und es entstanden sofort Bilder in meinem Kopf, die für mich alles noch realistischer werden ließen.

Wer Batman und Co. liebt, witzige Dialoge, jede Menge Action und Nervenkitzel, gepaart mit vielschichtigen Charakteren mag, kommt an diesem Buch nicht vorbei - 4,5 von 5 Nosinggläser.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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All of this is true

Lygia Day Peñaflor , Anne Markus
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.10.2018
ISBN 9783401604510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Bei einer Signierstunde erhoffen sich die Freunde Miri, Soleil, Penny und Jonah ein paar Minuten mit der jungen Autorin Fatima Ro um über ihren Debütroman "Undertow" sprechen zu können. Ihr Vorhaben klappt und als die Veranstaltung beendet ist, fragt Fatima die vier Jugendlichen, ob sie noch Lust hätten, mit ihr in ein Café zu gehen und weiter über das Buch und ihre Arbeit als Autorin zu sprechen. Für die Clique geht ein Traum in Verfüllung. Und es scheint so, als wären Fatima, Miri, Soleil, Penny und Jonah auf einer Wellenlänge. Die Beziehung zwischen ihnen wird immer intensiver und so teilen die vier schon bald ihre tiefsten Geheimnisse mit Fatima. Als die Deadline für das zweite Buch immer näher rückt und ein Geheimnis ans Licht kommt, löst dies eine Tragödie aus, die fast nicht mehr aufzuhalten ist. Und so müssen sich Miri, Soleil, Penny und Jonah die Frage stellen, wer von ihnen, es innerhalb ihrer Freundschaft, jemals ehrlich gemeint hat.

MEINUNG:
Ich fand die Idee von "All of this is true. Ruhm kann tödlich sein" recht faszinierend, auch weil der Untertitel eine gewisse Tragik und Spannung vermuten ließ.

Der Einstieg gestaltete sich für mich jedoch etwas schwierig, da die Story anhand von Interviewprotokollen, Ausschnitten von Zeitungsartikeln sowie von Romanauszügen des neuen Buches von Fatima Ro, Die Lossprechung des Brady Stevenson, erzählt wird. Durch den gewählten Aufbau konnte ich die einzelnen Personen zunächst nicht ganz zuordnen. Hier hätte ich mir eine Art Einleitung gewünscht. Mit weiterem Fortschreiten der Handlung konnte ich mich jedoch mit dem Erzählstil arrangieren und mir so die einzelnen Charaktere auch etwas besser vorstellen.

Miri ist eine glühende Verehrerin von Fatima und hält sie für eine Art Inspirationsquelle. Auch Soleil, Penny und Jonah sind von der Autorin sehr angetan. Als Soleil die Idee hat, zu einer Signierstunde von Fatima Ro zu gehen, um sie so kennenlernen zu können, ahnen die vier Jugendlichen nicht, wohin dieses führen wird.

Nach dem Ende der Veranstaltung lädt Fatima die Clique zu einer Tasse Tee in ein nahegelegenes Café ein, um dort noch mehr über ihren Debütroman Undertow sowie ihre Gefühle und Gedanken während des Schreibens, zu sprechen. Daraus entwickelt sich doch recht schnell eine Art Freundschaft zu Fatima. Natürlich ist es cool, in der Schule damit angeben zu können, mit einer erfolgreichen Autorin befreundet zu sein. Und so kommt es, dass die Gruppe immer mehr Zeit miteinander verbringt und die Jugendlichen Fatima, fast beiläufig, ihre intimsten Geheimnisse erzählen. Als Miri einen Undertow-Fanclub gründet, um die Weisheiten von Fatima zu verbreiten, nimmt das Ganze immer größere Ausmaße an.

Während Fatima versucht an ihrem zweiten Roman zu schreiben und der Abgabetermin immer näher rückt, kommt ein Geheimnis ans Tageslicht, was die Situation plötzlich für alle Personen verändert. Miri ist ein glühender Verehrer von Fatima, daher kann sie sich nicht vorstellen, dass Fatima das, was ihr unterstellt wird, getan haben soll.

Miri kam mir etwas blauäugig und zugleich einfältig vor, denn alles was Fatima sagt, ist für sie Gesetz. Sie fühlt eine tiefe Zuneigung zu Fatima und würde daher alles für sie tun. Für mich glich dieses Verhalten schon fast an Fanatismus und Hörigkeit.

Als sich Soleil und Jonah näher kommen, werden sie dabei von Fatima unterstützt. Soleil tat mir leid, da sie hintergangen wird und ihr übel mitgespielt wurde. Ich mochte sie und fühlte mit ihr, ob dem was ihr angetan wurde.

Jonah war für mich geheimnisvoll, da ich lange Zeit nicht wusste, was mit ihm geschehen war. Ich konnte ihn zu keinem Zeitpunkt wirklich einschätzen.

Penny fühlt sich in der Gruppe unwohl. Sie sehnt sich nach Akzeptanz, Verständnis und Anerkennung. Deshalb versucht sie immer wieder die Aufmerksamkeit von Fatima zu gewinnen.

Obwohl die Geschichte zugleich provokativ und manipulativ ist, zum Spekulieren einlädt und hier gekonnt mit den Gedanken des Lesers gespielt wird, hätte ich mir ein wenig mehr Spannung gewünscht.

Die Grundidee zu dieser Story gefällt mir, jedoch fand ich die Umsetzung in Form von Interviews, Zeitungsaus- schnitten usw. nicht ganz so gelungen. Hier wäre in meinen Augen eine normale Schreibweise/Gestaltung, lediglich ergänzt durch die Romanauszüge, sinnvoller gewesen.

FAZIT & BEWERTUNG:
Zwar finde ich die Idee zu "All of this is true. Ruhm kann tödlich sein" von Lygia Day Penaflor (Arena Verlag) recht faszinierend, da die Geschichte stark von Verzweiflung, Verrat und Freundschaft geprägt ist.

Jedoch ist der gewählte Aufbau der Handlung etwas unglücklich gewählt, da dies meinen Lesefluss bremste. Darüber hinaus weist die Geschichte gewisse Längen auf. Ebenso hätten es etwas mehr Spannung und Dramatik sein dürfen, weshalb ich letztlich knappe 3 von 5 Nosinggläser vergebe.

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287 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Palace of Fire - Die Kämpferin

C. E. Bernard , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 23.07.2018
ISBN 9783764531980
Genre: Fantasy

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1.179 Bibliotheken, 45 Leser, 7 Gruppen, 78 Rezensionen

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Throne of Glass - Erbin des Feuers

Sarah J. Maas
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.10.2015
ISBN 9783423716536
Genre: Jugendbuch

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1.331 Bibliotheken, 46 Leser, 5 Gruppen, 98 Rezensionen

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Throne of Glass - Kriegerin im Schatten

Sarah J. Maas
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.10.2015
ISBN 9783423716529
Genre: Jugendbuch

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(1.214)

2.244 Bibliotheken, 69 Leser, 6 Gruppen, 205 Rezensionen

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Throne of Glass - Die Erwählte

Sarah J. Maas
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.10.2015
ISBN 9783423716512
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Iskari - Die gefangene Königin: Roman (Iskari-Serie 2)

Kristen Ciccarelli
E-Buch Text
Erschienen bei Heyne Verlag, 24.09.2018
ISBN 9783641208073
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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287 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Emma ist 18 Jahre alt, sie ist attraktiv und beliebt bei Mädchen wie Jungen. Jede/Jeder möchte mit ihr befreundet sein und sie genießt die ihr entgegen gebrachte Aufmerksamkeit in vollen Zügen und kann gar nicht oft genug im Mittelpunkt stehen. Dabei ist ihr fast jedes Mittel recht, um dieses Ziel zu erreichen. Sei es sich aufreizend anzuziehen, immer einen coolen Spruch auf den Lippen zu haben oder einfach mal die Sau rauszulassen, was ist schon dabei. Als Emma auf einer Party angetrunken und unter Drogeneinfluss gemeinsam mit Paul in einem Zimmer verschwindet und mit ihm schläft, ist ihre Welt am nächsten Tag völlig auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist sie nicht mehr jedermanns Darling, sondern wird als Schlampe und noch weit schlimmeres beschimpft und gedemütigt. Sie ist selbst schuld, denn sie wollte es ja schließlich auch, oder vielleicht nicht?

MEINUNG:
Auf "Du wolltest es doch" (Carlsen Verlag) von Louise O´Neill war ich sehr neugierig, da es nicht unbedingt ein typisches Buch ist, welches ich normalerweise lese. Zudem interessierten mich die behandelten Themen, wie Feminismus, Vorverurteilung, Schuldzuweisungen und Mobbing. Allerdings habe ich nicht mit dieser Heftigkeit in der Geschichte gerechnet.

Der Einstieg in die Handlung fiel mir zunächst etwas schwer, da die Autorin sehr viele Charaktere auf den ersten Seiten untergebracht hatte. Der Leser lernt neben der attraktiven und nach außen hin selbstbewussten Emma auch ihre besten Freundinnen Jamie, Maggie und Ali kennen. Alle vier gehen gemeinsam auf eine Mädchenschule und unternehmen alles zusammen. Durch Emmas Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zeigen sich jedoch schon bald erste Risse im zwischenmenschlichen Bereich der Gruppe.

Emma kam mir wie eine lebensfrohe junge Erwachsene vor, die alles spielend erreicht und von allen angehimmelt wird. Doch in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus. Für sie ist es sehr anstrengend jeden Tag diese Rolle zu spielen, immer zu lächeln und auf "Best Friend" zu machen. Zwar schmeichelt es ihrem Ego, von so vielen Menschen geliebt zu werden, aber von einer bestimmten Person, wird ihr diese Liebe nicht entgegen gebracht - von ihrer Mutter. Ein wesentlicher Grund für die fehlende mütterliche Zuneigung ist ihr Bruder Bryan, der Liebling der Familie. Überhaupt waren mir die Eltern von Emma mehr als suspekt. Gerade die Handlungen der Mutter konnte ich zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen und sie machte mich regelrecht wütend. Auch der Vater steht seiner Tochter nicht wirklich zur Seite, als diese dringend Hilfe benötigt.

Durch die Ereignisse auf der Party erfährt Emma nun die Schattenseiten des Lebens. Klar war es ein Fehler mit Paul unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu schlafen und das er in einer festen Beziehung ist, macht die Situation auch nicht besser. Aber trifft diese Schuld nicht beide? Ebenso die weiteren Geschehnisse, die ihr in dieser Nacht widerfahren sind, bewegten mich sehr. Die Taten der beteiligten Jungen kann ich absolut nicht verstehen und erst recht nicht gutheißen. Selbst wenn sich Mädchen/Frauen aufreizend anziehen und heftig flirten, ist dies niemals ein Freifahrtschein für Jungen oder Männer, sich unter Gewaltanwendung alles zu nehmen! Klar könnte man nun sagen, dass es das weibliche Geschlecht doch so will und es regelrecht darauf anlegt, aber diese Ausrede ist mir definitiv zu einfach und stimmt nicht! "Nein" heißt "Nein". Ein weiterer Punkt, welcher mich schockierte, war die falsche Rollenverteilung zwischen Gut und Böse. Hier wird einem Opfer die Täterrolle zugesprochen, wie es im wahren Leben des Öfteren auch geschieht.

Emma kann sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht nur bruchstückhaft erinnern. Nachdem sie sich von ihrem schweren Sonnenbrand einigermaßen erholt hat, geht sie wieder zur Schule und tut so, als wäre nichts Schlimmes geschehen. Jedoch schneller als ihr lieb ist, wird Emma nun Schadenfreude und Hass entgegen gebracht. Sie wird unverhohlen schikaniert und ausgelacht, was ihre Verzweiflung und Unwissenheit wachsen lassen. Als sich auch ihre Freundinnen gegen sie wenden, steht Emma plötzlich ohne Hilfe da. Obwohl ich den Grund von Maggie, Jamie und Ali verstand, konnte ich es nicht gutheißen.

Einzig ihr Bruder Bryan scheint bei klarem Verstand zu sein und bringt das Thema Vergewaltigung zur Sprache, sodass sich Emma dazu entschließt, Anzeige zu erstatten. Durch die gewählte Ich-Perspektive konnte ich die seelische und psychische Belastung von Emma nachempfinden und im weiteren Verlauf der Story wurde ich, ob der Handlungen der einzelnen Charaktere immer wütender.

Das Ende gefiel mir zunächst nicht und ich hätte mir ein anderes gewünscht, aber es ist leider durchaus realistisch und nicht selten geschieht dies im wahren Leben genauso. Auch im Hinblick auf das Nachwort der Autorin konnte ich diesen Ausgang letztlich nachvollziehen.

FAZIT & BEWERTUNG:
Mit einer starken Intensität beschreibt Louise O´Neill die Gefühlswelt der Protagonistin Emma in "Du wolltest es doch" (Carlsen Verlag). Die Story hat mich sehr bewegt, da sie zugleich bedrückend und realistisch ist. Das Schicksal von Emma machte mich unendlich wütend und ebenso traurig, da dieses leider kein Einzelfall ist. Die Geschichte stimmt mich nachdenklich und regt hoffentlich zum Diskutieren an - 4 von 5 Nosinggläser.

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208 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Undying – Das Vermächtnis

Meagan Spooner , Amie Kaufman , Karin Will
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.07.2018
ISBN 9783737356008
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Amelia hat, außer ihrer kleinen Schwester Evie, niemanden mehr, der ihr auf der Erde wichtig ist. Die Welt steht vor einem Kollaps. Fast alle Ressourcen sind aufgebraucht, die Wirtschaft ist zusammengebrochen und die Menschen leben am Existenzminium. Um einigermaßen über die Runden zu kommen, arbeitet Amelia, kurz Mia, als Plünderin für eine zwielichtige Frau namens Mink. Um genügend Geld zu verdienen, nimmt Mia die Chance wahr und reist auf den Planeten Gaia, um dort genügend Alienartefakte zu stehlen. Jules, Sohn des berühmten Wissenschaftlers Dr. Eliott Addison, ist von der Vermutung seines Vaters überzeugt, dass mehr hinter der Botschaft der Außerirdischen steckt. Um dies zu beweisen, begibt auch er sich auf die Reise zum Planeten. Als sich Mia und Jules unfreiwillig auf der Erdoberfläche begegnen, wird ihnen schnell klar, dass sie eine Zweckgemeinschaft eingehen müssen, um ihr jeweiliges Ziel zu erreichen. Dabei ahnen beide noch nicht, auf welch gefährliche Mission sie sich eingelassen haben.

MEINUNG:
Selten hat es mir ein Buch so schwer gemacht, eine Rezension zu verfassen, wie "Undying - Das Vermächtnis" von Amie Kaufman & Meagan Spooner (Fischer Sauerländer Verlag), es tat. Dabei hatte ich mich auf ein großartiges Weltraumabenteuer mit viel Action und Spannung gefreut. Doch leider muss ich gestehen, dass dies nicht wirklich eintraf.

Erzählt wird die Handlung jeweils aus der Sicht von Amelia, kurz Mia, und Jules, in der Ich-Perfektive. Zwar sorgte diese gewählte Erzählweise bei mir dafür, dass ich die Gefühle und Gedanken der Protagonisten hautnah miterlebte, jedoch bekam ich nie wirklich einen Bezug zu ihnen.

Mia kam zwar taff und engagiert rüber, aber vieles für mich blieb hier Stückwerk. Denn nimmt man sich die Zeit und blickt etwas tiefer, so erkennt man, dass sie sich nur nach außen hin cool gibt, aber innerlich hat sie Angst und traut sich wenig zu. Obwohl sie mir in einigen Situationen, gerade was das Entschlüsseln von Rätseln anging, Hoffnung machte, dass ich einen besseren Zugang zu ihr finden würde, flaute dieses Gefühl leider wieder zu schnell ab.

Ähnlich erging es mir mit Jules, einem Oxford Studenten, der zwar viel über die Aliens weiß, aber kein Abenteurer oder Kämpfer ist. Zwar ist er clever, erkennt Zusammenhänge schneller, als andere, aber auch ihn empfand ich als zu oberflächlich. Darüber hinaus gefiel mir die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden Charakteren nicht, da sie viel zu konstruiert auf mich wirkte. Einzig die Dialoge zwischen Mia und Jules, sorgten ein paar Mal bei mir für ein Schmunzeln.

Da die Erde vor einem völligen Zusammenbruch steht, beschlossen die Nationen ihre Differenzen beizulegen und endlich zusammenzuarbeiten. So wurde die Internationale Allianz (IA) ins Leben gerufen. Diese soll eine Möglichkeit finden, wie die Menschen im Weltall oder auf einem anderen Planeten überleben können. So beginnt die Suche nach geeigneten Himmelskörpern.

Als eine Weltraumbotschaft von einer außerirdischen Rasse, genannt Die Unsterblichen, aufgefangen wird, verspricht sich die IA von der fortschrittlichen Technologie der Aliens, die so dringend benötigte Hilfe. Deshalb wird eine Expedition zum Heimatplaneten Gaia gesandt, um die längst vergangene Zivilisation der Aliens zu erforschen. Ebenfalls versprechen sich die Führer der IA Antworten auf viele Fragen zu erhalten und geeignete Technologien zu finden, die das Leben auf der Erde verbessern könnte.

Als sich Mia und Jules eher unfreiwillig auf der Erdoberfläche von Gaia begegnen, wird ihnen schnell klar, dass sie eine Zweckgemeinschaft eingehen müssen, um zu überleben. Jules kann Mia davon überzeugen, ihm zu einer abgelegenen Tempelanlage zu folgen und nicht, wie viele andere, zum größten Bauwerk zu gehen. Und zunächst scheint die Kooperation von Erfolg gekrönt zu sein. Die erste gestellte Aufgabe Der Unsterblichen ist recht schnell gelöst, auch wenn es zum Ende hin recht knifflig und brenzlich wird. Hier ergänzen sich die beiden erstaunlich gut und dass, obwohl sie sich kaum kennen. Auch das zweite Rätsel ist kein Problem und so gestatten sich Mia und Jules eine Pause einzulegen, damit ihnen keine Fehler unterlaufen.

Doch beide werden im Schlaf von einer Söldnertruppe überrascht und gefangen genommen. Fortan müssen die beiden die Rätsel für die Gruppe lösen und hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn jede falsche Bewegung oder ein unbedachter Schritt, kann einen das Leben kosten. Dieser Handlungsverlauf erinnerte mich stark an die Indiana Jones Filme, die ich gerne geschaut habe. Allerdings fehlte es mir hier an der nötigen Spannung und Dramatik.

Des Öfteren fragte ich mich, worauf das Autorenduo hinaus möchte und was der Sinn hinter dieser Story sein sollte. Beim Lesen hatte ich ein paar Mal das Gefühl, dass sich hier Logikfehler eingeschlichen hatten, Handlungsfäden nicht bis zum Ende verfolgt wurden und die daher für mich kein schlüssiges Gesamtbild ergaben. So blieben mir einige Fragen unbeantwortet. Deshalb erschloss sich mir auch das Ende nicht wirklich und es kam mir so vor, als ob sich Ami Kaufman und Meagan Spooner über den Ausgang der Story selbst nicht ganz einig waren.

So ließ mich die Auflösung, was hinter allem steckt, enttäuscht zurück. Ob ich den zweiten Teil dieser Dilogie lesen werde, weiß ich noch nicht.

FAZIT & BEWERTUNG:
"Undying - Das Vermächtnis" von Ami Kaufman & Meagan Spooner aus dem Fischer Sauerländer Verlag konnte meine Erwartungen an diese Geschichte leider nicht erfüllen. Die Handlung gestaltete sich für mich langatmig, bot dabei wenig Spannung und zu den blassen Protagonisten bekam ich kaum bis gar keine Bindung.

Auch die Ideen, wie verschiedene Elemente aus Indiana Jones, eine außerirdische Rasse und unsere aktuellen Probleme auf der Erde, in die Geschichte mit zu verweben, konnten leider bei mir nicht in Gänze punkten, weshalb es letztlich nur zu 2,5 von 5 Nosinggläser gereicht hat.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Antonia rettet die Welt - Waschbärbingo - Band 3

Katrin Zipse
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734850370
Genre: Kinderbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Nachdem Antonias Eltern wieder aus Ungarn zurückgekehrt sind, tüftelt ihr Vater an einer neuen Geschäftsidee und breitet sich in der ganzen Wohnung aus. Da trifft es sich gut, dass Jonas für ein paar Monate beruflich nach Afrika muss und jemanden braucht, der in dieser Zeit auf Mr. Bond und seine Sachen aufpasst. Kurz entschlossen nehmen sich Antonia und ihr großer Bruder Igor dieser Aufgabe an. Als eines Tages eine Kühltasche mit Krötz, der Schildkröte von Lazlo, vor der Tür steht, staunt Antonia nicht schlecht. Sie fragt sich, weshalb sie plötzlich auf Krötz aufpassen muss und wo Lazlo eigentlich steckt. Dieser hinterließ neben dem Tier noch einen Zettel mit dem Hinweis "Bitte, such mich nicht!" Antonia wäre nicht Antonia, wenn sie darin nicht gleich ein Verbrechen und Ungerechtigkeit vermuten würde und so nimmt das Unheil ein weiteres Mal seinen Lauf.

MEINUNG:
Ich mag diese Trilogie um die neunmal kluge und tierliebende Antonia, weshalb ich mich sehr auf "Antonia rettet die Welt (3) - Waschbärbingo" von Katrin Zipse (Magellan) gefreut habe. Zwar konnte mich der zweite Band nicht ganz so fesseln wie der Erste, daher hoffte ich, dass mir dieser Abschlussband wieder besser gefallen würde. Ich versprach mir eine witzige und turbulente Geschichte, mit einer reiferen Antonia, aber noch immer mit all ihren Macken und Verschwörungstheorien.

Als Igor die Kühltasche vor der Wohnungstür findet und sie Toni bringt, wundert sie sich zunächst darüber. Wer sollte ihr diese Tasche hingestellt haben und warum? Umso erstaunter ist Toni, als sie neben Krötz, der Schildkröte, auch eine Nachricht von Lazlo herausholt. Nachdem sie die wenigen Worte gelesen hat, fahren Antonias Gedanken sofort Achterbahnfahrt, in die ich nur allzu gerne "eingestiegen" bin und ich konnte mir ein Schmunzeln dabei nicht verkneifen.

Die Info von Lazlo, dass es ihm gut geht und sie ihn nicht suchen soll, bewirkt bei Antonia genau das Gegenteil, denn sogleich wähnt sie ihn in Gefahr und beginnt zu recherchieren. Lazlo, der bei seinem Onkel ausgezogen ist, wohnt nun bei einer wohlhabenden Pflegefamilie. Philipp, der leibliche Sohn, und Lazlo haben sich recht schnell angefreundet. Doch als mehrere teure Elektronikgeräte, wie Tablets und Laptops sowie eine größere Menge Bargeld gestohlen werden, fällt der Verdacht schnell auf Lazlo. Denn dieser ist seit jenem Diebstahl spurlos verschwunden. Antonia kann sich nicht vorstellen, dass er damit etwas zu tun hat. Eher vielleicht schon sein fieser Onkel.

Antonia "ermittelt" in alle Richtungen und holt sich Unterstützung bei ihrer besten Freundin Paulina, was dieser gerade nicht wirklich passt. Denn Paulina hat selbst ein Problem und dies heißt Liebe. Obwohl sie mit Bekir nach wie vor glücklich ist, verdreht ihr Moritz, ein Schüler aus ihrer Klasse, gehörig den Kopf. Auch die beiden 6-jährigen Brüder Marek und Matti, liebevoll Gremlins genannt, mischen ebenfalls fleißig mit. Als dann auch noch ein Waschbär von Antonia gerettet wird, ist das Chaos perfekt.

Antonia ist, trotz ihrer mittlerweile 14 Jahren, ein Mädchen mit viel Phantasie. Ihre Interpretation von Ereignisssen kann recht eigenwillig sein und so kann es passieren, dass sie sich schnell in etwas hineinsteigert. Dabei bleibt sie aber immer liebenswert und man muss sie einfach ins Herz schließen.

Auch Paulina ist wieder in ihrem Element. Ihre "große Liebe" Bekir bekommt unerwartete Konkurrenz von ihrem Mitschüler Moritz. Nur wissen sie rein gar nichts voneinander und Paulina versucht mit beiden zusammen zu sein. Sie ist der Meinung, in ihrem Alter könnte man schon einmal zwei Freunde gleichzeitig haben. Das Ganze scheint von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein, erst recht, als Paulina Antonia hilft, Lazlo zu finden. Paulina ist eine kleine Träumerin und trotzdem mag ich sie sehr.

Lazlo ist, auf Grund seiner Kindheit, ein Junge, der sich nur schwer anderen gegenüber öffnen kann. Obwohl er zu Toni ein gutes und freundschaftliches Verhältnis hat, kann er sich ihr nicht wirklich anvertrauen. So versucht er das alles mit sich alleine auszumachen und kennt dabei nur eine Alternative - Flucht. Lazlos Geschichte machte mich traurig und nachdenklich und ich hoffte, dass er wieder auf den rechten Weg zurückfinden würde.

Meine heimlichen Helden aber sind die beiden Gremlins Marek und Matti. Die beiden 6-jährigen Knirpse haben es faustdick hinter den Ohren und stellen jede Menge Blödsinn an, was Antonia und Paulina nicht wirklich weiterhilft. Und doch überraschten sie mich des Öfteren, mit ihren kleineren Taten oder Worten. Einfach zuckersüß.

Ich war gespannt, ob es Antonia, Paulina und den Gremlins gelingen würde, Licht ins Dunkle zu bringen. Dabei stellte nicht nur ich mir die Frage, wer die Drahtzieher hinter den Diebstählen sind und wo Lazlo stecken würde. Dank den tollen und oft lustigen Dialogen von Antonia mit sich selbst sowie der tatkräftigen Unterstützung durch ihre Freundin, hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen und es ist dabei keinesfalls langweilig oder eintönig.

FAZIT & BEWERTUNG:
Witzig und kurzweilig erzählt Katrin Zipse in "Antonia rettet die Welt (3) - Waschbärbingo" (Magellan Verlag) ein weiteres Mal eine tolle Geschichte über Themen wie Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt gepaart mit einer kleinen Kriminalgeschichte. Zwar war das Ende für mich ein wenig vorhersehbar, aber dies störte mich nicht. Vielmehr genoss ich es an der Seite von Antonia dem Rätsel um die Diebstähle und das Verschwinden von Lazlo auf die Spur zu kommen - 4 von 5 Nosinggläser.

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Lizzy Carbon und die Qual der Wahl

Mario Fesler
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734850318
Genre: Jugendbuch

Rezension:

STORYBOARD:
Noch immer kann sich Lizzy nicht mit der Tatsache abfinden, dass ihre Mutter wirklich mit ihrem Deutschlehrer Victor Wenz zusammen ist. Zwar hat Lizzy noch eine kleine Hoffnung, dass ihre Eltern doch wieder zueinanderfinden, nichtsdestotrotz muss sie sich wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr Lehrer nicht nur an der Schule nervt, sondern dies auch zukünftig im privaten Bereich tun wird. Was für eine schreckliche Vorstellung! Da schon bald die nächste Schulsprecherwahl an ihrem Gymnasium ansteht, was Lizzy für völligen Blödsinn hält, ist sie umso verwunderter, als sie sich plötzlich auf der Teilnehmerliste für diese Wahl widerfindet. Zunächst tut Lizzy alles, um von dieser Liste herunter zu kommen, doch als sie merkt, dass sie eventuell eine Chance hätte zu gewinnen, ist ihre Motivation geweckt und so stürzt sie sich mit vollem Elan, und unterstützt von ihren Freunden vom Klub der Verlierer, in diese Aufgabe.

MEINUNG:
Ich liebe die "Lizzy Carbon" Reihe von Mario Fesler sehr und so freute ich mich auf ein weiteres Abenteuer mit Lizzy und ihren Freunden. In "die Qual der Wahl" hat Lizzy noch immer an der Trennung ihrer Eltern zu knabbern und hofft weiterhin, dass diese sich vielleicht doch noch einmal zusammenraufen. Aber ihrer Mutter scheint es mit dem Lehrer Victor Wenz ernst zu sein. Ausgerechnet dieser Mensch, der nicht nur in der Schule nervt, wird wohl zukünftig auch im privaten Bereich Lizzy gehörig auf die Palme bringen. Verständlicherweise ist ihr Vater durch die Trennung stark durch den Wind, weshalb er sich einer Selbsthilfegruppe für verlassene Ehemänner anschließt, die mittels Kochkursen wieder an Selbstvertrauen gewinnen sollen. Ob das gut geht?

Auch Kristine hat so ihre Probleme, denn sie entwickelt gegen ihren plötzlich auf der Bildfläche erschienenen Erzeuger, Mordphantasien. Kristine ist wieder schön schräg drauf und steht des Öfteren auf der berühmten Leitung, was super lustig zu lesen ist. Man muss sie einfach mögen. Als ob Lizzys Probleme rund um ihre Eltern und um Kristine nicht schon genug wären, erfährt sie, dass sie auf der Liste für die kommende Schulsprecherwahl steht. Aber trotz der kleineren oder größeren Probleme, genießen Lizzy und ihr Freund Dominik die gemeinsame Zeit in vollen Zügen, bevor dieser bald wieder ins Internat nach Bayern aufbrechen muss.

Schon bei den ersten Zeilen des Buches musste ich wieder schmunzeln, denn Lizzy ist gleich wieder voll in ihrem Element. Dies bringt der Autor unter anderem dank den super lustigen Tagebucheinträgen, die häufig mit Zynismus und Ironie durchzogen sind, gut zum Ausdruck.

Ihr großer Bruder Max hat sich mit der Situation im Hinblick auf die Eltern, recht schnell abgefunden und er versucht Lizzy "den Wenz" schmackhaft zu machen. Was selbstverständlich seine Schwester immer wieder zur Weißglut bringt. Das spornt Lizzy noch mehr an, sich irgendwie an ihrem Lehrer zu rächen.

Als eine schöne Idee empfand ich es, dass auch der Klub der Verlierer nochmals eine größere Rolle innerhalb der Geschichte einnahm. Trotz der unfreiwilligen Teilnahme zur Schulsprecherwahl, findet Lizzy, auch dank der großen Mithilfe und dem tollen Engagement von Carsten, Arif, Sara, Theo und Veronika, immer mehr Gefallen an dieser Rolle. Dadurch wuchs ihr Ehrgeiz und sie entwickelte ein Verantwortungsgefühl für dieses Amt. Als Lizzy durch einen kuriosen Zufall doch noch eine Chance erhält, sich bei Herrn Wenz zu revanchieren, verliert sie kurzzeitig den Fokus für das Wesentliche, nämlich ihre Gründe an diesem Wettbewerb teilzunehmen sowie ihre Freunde, aus den Augen. Diese Engstirnigkeit, welche sie an den Tag legte, störte mich etwas. Zwar konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen und doch mochte ich ihre "neue" Eigenschaft nicht. Zum Glück änderte sich dieses zum Ende hin wieder.

Hervorheben möchte ich hier noch Carsten, den ich schon seit dem ersten Teil für einen wunderbaren Charakter halte, der für mich allerdings zu Unrecht etwas abseits steht. Seine Entwicklung hat mich begeistert, da er, auch dank der Mithilfe von Lizzys Tante, aus der Nerd-Schublade heraustritt. Er wirkte auf mich selbstsicherer und freier im Umgang mit seinen Freunden und ich mag ihn sehr.

Insgesamt muss ich sagen, sind Lizzy, ebenso wie die anderen Charaktere, erwachsener, reifer und selbstbewusster geworden, was mir gut gefallen hat. Dabei sind sie sehr authentisch und glaubwürdig von Mario Fesler dargestellt. Alle Personen sind mit einer gewissen Tiefe ausgearbeitet, denen man ihre Handlungen jederzeit abnimmt, da man bereits selbst schon mal in der einen oder anderen Situation vielleicht ähnlich gehandelt hat.

Die gewählten Themen wie Mobbing, die Problematiken an unseren Schulen, wie man zum Beispiel den Schülern helfen kann, den stetigen Druck durch die immer höheren Anforderungen und den damit einhergehenden Stress zu verringern, empfinde ich als wichtige Botschaften innerhalb der Geschichte. Aber auch, dass es nicht nur die Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen sein kann, die Aufgabe der Erziehungsberechtigten zu übernehmen. Denn vieles sollte/muss innerhalb der Familie - durch Vermitteln von Werten und Tugenden - geschehen. Ebenso werden Bereiche wie Freundschaft und Zusammenhalt innerhalb der Handlung groß geschrieben.

FAZIT & BEWERTUNG:
Auch der finale Band von "Lizzy Carbon und die Qual der Wahl" (Magellan Verlag) von Mario Fesler ist wieder turbulent und super lustig. Dabei greift der Autor Themen wie Mobbing, Religionszugehörigkeit und die allgegenwärtige Schulproblematik auf, was mir gut gefiel. Dank starken und wunderbar ausgearbeiteten Charakteren, macht es viel Freude diese Bücher zu lesen.

Mit einem traurigen und einem lachenden Auge habe ich den letzten Band dieser wunderbaren Reihe quasi inhaliert und kann hierfür nur eine Leseempfehlung aussprechen sowie 5 von 5 Nosinggläser vergeben.

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Palace of Silk - Die Verräterin

C. E. Bernard , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 29.05.2018
ISBN 9783764531973
Genre: Fantasy

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