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120 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

abenteuer, dressler verlag, familie, fanatsie, fantasie, fantasy, fluch, freundschaft, jessica townsen, liebe, magie, magisch, nevermoo, nevermoor - fluch und wunde, rezensionsexemplar

Nevermoor

Jessica Townsend , Franca Fritz , Heinrich Koop , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 19.02.2018
ISBN 9783791500645
Genre: Kinderbuch

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

erfahrung, geschichten, tod

Ich bin, ich bin, ich bin

Maggie O'Farrell , Sabine Roth
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492058896
Genre: Biografien

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

Nackt über Berlin

Axel Ranisch , Axel Ranisch , Thorsten Merten
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 23.02.2018
ISBN 9783957131300
Genre: Romane

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67 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

erste liebe, italien, queere literatur, roman, sommerromanze, zeitgenössische belletristik

Call Me by Your Name

André Aciman , Renate Orth-Guttmann
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423086561
Genre: Romane

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166 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

christentum, deutschland, dreißigjährige krieg, dreißigjähriger krieg, dummheit, elend, eulenspiegel, flucht, gaukler, gustav adolf, hexenverfolgung, historische romane, hoffnungen, hunger, kehlmann

Tyll

Daniel Kehlmann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 09.10.2017
ISBN 9783498035679
Genre: Romane

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

all age, charles dickens, england, hoffnung, kinder, kinderbuch, magie, phantasievoll, reihe, tolle zeichnungen, verlag dtv, waisenkind, weihnachten, weihnachtsmann, wichtel

Das Mädchen, das Weihnachten rettete

Matt Haig , Sophie Zeitz , Chris Mould
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281287
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Jahr ist es nun her, dass der Weihnachtsmann zum ersten Mal alle Kinder auf der Welt beschenkte. Um auch zu diesem Weihanchtsfest die Augen der Mädchen und Jungen strahlen zu lassen, laufen die Vorbereitungen in Wichtelgrund auf Hochtouren. Doch irgendjemand schmiedet andere Pläne und bringt die diesjährigen Festlichkeiten gewaltig ins Wanken. Das Mädchen, das Weihnachten rettete beschert uns dabei nicht nur ein Wiedertreffen mit bekannten, liebenswerten Charakteren, sondern setzt da an, wo sein Vorgänger endete. Nicht mehr ganz so magisch, aber ebenso märchenhaft, erzählt es vor allem von Hoffnung und dem Glaube an das Gute, obwohl der Autor sich ebensowenig davor scheut, sich mit den Schrecken und negativen Seiten des Lebens auseinanderzusetzen. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich das Buch nicht für Leser unter zehn Jahren empfehlen würde.

Wer so wie ich die Geschichten von Charles Dickens schätzt und liebt, wird hier nicht nur die ein oder andere Parallele zu seinen Büchern, sondern den berühmten Romancier Großbritanniens auch selbst entdecken. Diese Verbindung zur britischen Literatur bildete für mich ein kleines Highlight des Buchs und unterstrich dessen Humor. Matt Haig hat somit einen würdigen Nachfolger geschrieben, der mich nicht nur mit Vorfreude auf den dritten Band warten lässt, sondern große wie kleine Leser*innen zu verzaubern weiß.

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463 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

aberglaube, dorf, familie, freundschaft, leben, liebe, mariana leky, okapi, roman, tod, trauer, traum, träume, westerwald, zusammenhalt

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 30.05.2018
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Ich benutze den Begriff "Wohlfühlbuch" eigentlich nicht, weil ich mir nie wirklich im Klaren war, was denn ein Buch ausmachen müsste, in dem ich mich wirklich wohlfühlen würde. Beim Lesen von Was man von hier aus sehen kann wurde diese Frage jedoch endlich beantwortet, denn ich fühlte mich wohl, beinahe heimisch. Nicht, weil darin nur schöne Dinge geschehen und man die ganze Zeit glücklich wäre, nein, weil ich mich zwischen den handelnden Figuren, ihren Geschichten und Eigenarten, ihrer Schrulligkeit und Authentizität so unheimlich gut fühlte, dass ich mir wünschte, ein Teil dieses zauberhaften Dörfchens zu sein.

Ob nun ein Vater, der die Welt hineinlassen will; eine Mutter, die immer viel zu beschäftigt ist; eine grummelige Marlies, der man es nicht recht machen kann; eine Elsbeth, die für jede Sorge ein Heilmittel kennt ... sie alle sind nicht perfekt, aber sie sind echt. Und so wird der Leser zum stillen Beobachter dieses leisen aber so ehrlichen Lebens von Luise, Selma und dem Optiker, welche für kurze Zeit die Luft anhalten, wenn in Selmas Träumen ein Okapi erscheint und den nahenden Tod eines Dorfbewohners ankündigt. Man lacht mit ihnen, leidet mit ihnen und lacht dann wieder, denn wie das Leben, steckt auch dieser Roman voller Humor.

Was mich an diesem Buch wahrscheinlich so sehr berührte (und ich meine es so, wie ich es schreibe, denn am Ende konnte ich nicht mehr gegen die Tränen ankämpfen), war das Gefühl von Heimat und Geborgenheit. In Zeiten des ständigen Aufbruchs, der nie endenden Informationsflut, der Anonymität der Großstädte kommt dieser Roman daher und zeigt uns, wie schön ein Leben sein kann, wenn man weiß, wohin man gehört. Wenn man weiß, wo die Menschen sind, die man liebt und von denen man geliebt wird und dass man nie einsam ist, solange man noch "wir" sagen kann.

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350 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

alkoholismus, belgien, dorf, eisblock, familie, freundschaft, jugend, kindheit, lize spit, roman, schockierend, sexuelle gewalt, sommer, und es schmilzt, vergewaltigung

Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

Rezension:

Lize Spits Und es schmilzt ist eines der unbequemsten und doch besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und auch wenn die Story auf den ersten Blick banal klingt - ein Mädchen, dass nach Jahren zurück in ihr Heimatdorf kehrt und uns dabei die Geschichte eines längst vergangenen Sommers erzählt - steckt in ihr doch so viel Inhalt, dass man ihm mit keinem Klappentext gerecht werden könnte. Die Autorin schneidet dabei so einige unangenehme Themen an und bringt den Leser mit authentischen Szenen und Figuren dazu, über das Gelesene - das Erlebte - nachzudenken. Man muss hinsehen, auch wenn man es manchmal nicht will.

Wegen besagter Unbequemlichkeit bin ich mir jedoch auch sicher, dass dieses stechende, würgende Buch nicht für jedermann geeignet ist. Viele werden es verabscheuen, es zu schockierend finden und sich fragen, warum es dermaßen hoch gelobt wird. Doch ich möchte diesen Roman trotzdem all jenen ans Herz legen, die etwas Besonderes lesen wollen, vom Erwachsenwerden, vom Unglück mancher Kinder, von Grausamkeiten und Reue. Hier steckt so viel drin, dass ich mir wünschte, wir alle hätten es bereits gelesen und könnten nun darüber diskutieren. Denn oh ja, es wird viel zu reden geben.

Ich wurde bisher von sehr vielen Autorinnen meiner Generation enttäuscht, was mich immer skeptischer werden ließ. Frau Spit hat mir jedoch bewiesen, dass man mich auch als junge Autorin mit Humor, realistischen Themen und einer metaphorischen und doch niemals ins Blumige abrutschenden Sprache entflammen kann. Auch wenn ich mich mit Eva nie zu 100% werde identifizieren können, haben sie und ihre kleine Schwester Tesje mich in vielen Kapiteln innerlich berührt und an meine Kindheit erinnert. Was soll ich noch sagen? Ich bin begeistert.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bipolarität, paranoia, psychische störungen, schizophrenie

Challenger Deep

Neal Shusterman
E-Buch Text: 325 Seiten
Erschienen bei HarperTeen, 21.04.2015
ISBN 9780062231727
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich glaube, es gibt kaum etwas Schwierigeres als über psychische Störungen zu schreiben, wenn man selbst nie an einer litt. Und im Grunde würde ich ein solches Buch auch kaum ernst nehmen, wenn da nicht die Tatsache im Raum stände, dass Neal Shustermans Sohn als Inspiration für diesen Roman diente und ihn mit seinen Illustrationen, die er in dieser schweren Zeit gezeichnet hatte, bereicherte. Wer dieses Buch liest, wird kaum an seiner Authentizität zweifeln können, es steckt so voller unbequemer, manchmal sehr krankhafter Gedanken, voller Wissen bezüglich Diagnosen und Psychopharmaka und trotzdem auch voller Komik und Witz, dass man Caden Boschs Reise in die Tiefe Glauben schenkt, sie vielleicht sogar an einigen Stellen auch sehr gut nachvollziehen kann. 

Der Übergang zwischen Realität und Fiktion verschwimmt in den Kapiteln immer wieder und zeigt dem Leser, wie schwierig es sein kann, beides auseinander zu halten. Man fühlt sich oftmals selbst ganz durcheinander, weiß nicht, wem man vertrauen kann, wem nicht und kann so einen ganz kleinen Ausschnitt aus der Welt eines psychisch erkrankten Menschen erleben. Somit ist das Buch für all jene geeignet, die sich für psychische Störungen interessieren, vielleicht sogar selbst jemanden im Umkreis haben, der an einer leidet und verstehen wollen, wie sich das Versinken anfühlt. Ob nun im Krankenhaus oder auf dem Schiff des zwielichtigen Captains, der Leser wird feststellen müssen, dass beide Teile nicht unabhängig voneinander funktionieren und immer wieder Parallelen zwischen ihnen feststellen. 

Besonders gefallen hat mir auch die Positionierung des Autors. Er macht ganz klar deutlich, dass eine eindeutige Diagnose bei vielen psychisch erkrankten Personen nicht möglich ist, da jedes Krankheitsbild individuell ist und immer wieder Symptome verschiedener Störungen aufweisen kann. So wissen wir bis zum Schluss nicht wirklich, was Caden eigentlich genau hatte, erfahren aber, dass er Anzeichen von Schizophrenie, Bipolarität und Paranoia aufweist.  Genauso verhält es sich auch mit den Medikamenten, die ihm verschrieben werden. Zwar wird gesagt, dass sie die Symptome lindern können, doch wird nicht verschwiegen, wie lange der Prozess dauern kann, den richtigen "Cocktail" zu finden und wie betäubend solcher für die Patienten sein kann.

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Tags: bipolarität, paranoia, psychische störungen, schizophrenie   (4)
 

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673 Bibliotheken, 33 Leser, 3 Gruppen, 137 Rezensionen

1950er jahre, armut, bildung, elena ferrante, familie, frauen, freundinnen, freundschaft, gewalt, italien, jugend, kindheit, liebe, neapel, roman

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

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162 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

gesellschaft, gestrandet, gestrandete, gewalt, grausamkeit, herr der fliegen, insel, jag, jagd, jugend, jugendbuch, kinder, klassiker, krieg, william golding

Herr der Fliegen

William Golding , Peter Torberg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.06.2016
ISBN 9783596950287
Genre: Klassiker

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

70er jahre, 70er-jahre, bonn, -bonner republik-, bundeskanzler, erinnerungen, freiheit, kindheit, kindheitserinnerungen, liebe, matthiasbrandt, ruhm, spiel

Raumpatrouille

Matthias Brandt
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462045673
Genre: Romane

Rezension:

Es war pure Langeweile und die Tatsache, dass sich gerade kein Buch meines SUBs in der Nähe befand, die mich dazu trieben, nach Matthias Brandts erster Geschichtensammlung voller Kindheitserinnerungen (ob wahr oder nicht, man weiß es nicht genau) zu greifen. Ich erwartete wirklich nicht viel, kannte ich den Herrn doch bisher nur als Schauspieler (besser als ich es von deutschen gewohnt bin zwar, aber eben immer nur als Schauspieler) und hatte damit die Befürchtung, da wolle sich ein Künstler nur mal eben in einer anderen Kunst probieren, um dann schnell wieder damit aufzuhören. Also schlug ich das kleine Bändchen auf, begann zu lesen und...

...war hin und weg. Was bis dato völlig an mir vorbeigegangen war: Matthias Brandt ist der jüngste Sohn Willy Brandts und so zeichnen sich neben seinen ganz normalen Erinnerungen auch immer wieder solche ab, die vollkommen anders waren, als die seiner Mitschüler. Wachmänner im Garten des viel zu großen Hauses, vorgeplante, zwanghafte Familienausflüge, ein berühmter Vater, der von den einen verehrt, von den anderen verachtet wird und dazwischen immer wieder ein heranwachsender Junge, verträumt, verspielt, aber irgendwie auch einsam. Ich habe diesen Jungen sehr schnell in mein Herz geschlossen, was nicht daran lag, dass er mir leidtat, sondern weil ich mich immer wieder in ihm wiedererkannte.

Es sind nämlich vielmehr die ersten wunderlichen Gedanken und Fragen eines Kindes, die einem beim Lesen nicht mehr loslassen und zum Schmunzeln, wie zum Nachdenken bringen werden. Egal, ob es dabei um seinen Hund, die ersten Berufswünsche oder die Mutter geht, mir persönlich fielen dabei selbst immer wieder Szenen aus meiner Kindheit ein, die sich mit denen Brandts in irgendeiner Weise glichen. Die Geschichten sind dabei nicht chronologisch geordnet, folgen aber einer gewissen Logik und waren für mich in dieser Reihenfolge auch perfekt sortiert. Einziges Manko: Es hätten noch ein paar hundert Seiten mehr sein können.

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

drama, dreiecksgeschichte, ehebruch, embryo, familie, fötus, gewissen, gift, hamlet, humor, immobilienhype, intrige, liebhaber, london, mord

Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2016
ISBN 9783257069822
Genre: Romane

Rezension:

Schon allein die Idee, ein ungeborenes Kind die dramatische Geschichte seiner zerrissenen Eltern zu erzählen, ist es wert, einen Blick in Ian McEwans Nussschale zu werfen. Wer diesen ersten Schritt einmal gewagt hat, wird sich seiner Erzählkraft höchstwahrscheinlich nicht mehr entziehen können, bringt dieses Kind doch Wahrheiten auf den Punkt - gesellschaftlich wie politisch - die kaum jemand sonst aussprechen mag. Als stiller Beobachter analysiert es das Verhalten seines Umfelds, horcht heimlich Radio und bekommt ein erstes Bild von der Welt, die es bald betreten soll. Gefangen zwischen der Angst vor seiner Zukunft und der Gier, endlich das Leben zu beginnen, folgt der Leser mit seinen Augen der Planung und Durchführung eines hinterhältigen Verbrechens.

Seit Abbitte wollte ich unbedingt ein weiteres Buch des Autoren lesen, was mich dermaßen fesseln und begeistern könnte. Und auch wenn mir einzig und allein der Fötus, der trotz seines passiven Zustands so aufgeklärt und tabulos die Welt beschreibt, wirklich sympathisch war, reichte dieser aus, um mich für diesen Roman zu gewinnen. Dabei könnte die Handlung banaler nicht sein: eine schwangere Frau, der einfach gestrickte Liebhaber, ein betrogener Ehemann und der Plan, diesen loszuwerden. Erzählt man sie jedoch aus der Perspektive eines Kindes, welches für die Motive der Beteiligten nur Vermutungen aufstellen und sich über die Phänomene der zwischenmenschlichen Kommunikation nur wundern kann, so kommt es dem Leser vor, als würde er eine ihm unbekannte Geschichte hören.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mochte insbesondere die philosophischen Gedanken des Fötus. Ist ein Kind gezwungen, seine Mutter zu lieben, selbst wenn sie grausame Dinge getan hat? Kann man noch auf diesem Planeten leben wollen, wenn man bereits vor der Geburt hören muss, was täglich für Ungerechtigkeiten darauf geschehen?
Ein wenig unbefriedigt lässt mich jedoch das Ende des Romans. Es ist nicht klar, ob das Kind seine Allwissenheit nach der Geburt verliert, oder es ewig mit dem gesammelten Wissen leben muss. Vielleicht ist dies auch überhaupt nicht wichtig, aber es hätte mich dennoch interessiert, entscheidet dieser Fakt doch über den weiteren Verlauf der Geschichte.

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141 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

aids, bisexualität, homosexualität, internat, john irving, liebe, ringen, schauspielerei, schriftsteller, sexualität, shakespeare, theater, usa, vermont, wien

In einer Person

John Irving , Hans M. Herzog , Astrid Arz
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.11.2013
ISBN 9783257242706
Genre: Romane

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146 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

boot, charlotte rogan, historischer roman, in einem boot, meer, mord, mordanklage, opfer, prozess, rettungsboot, roman, schiffbruch, schiffsunglück, überleben, überlebenskampf

In einem Boot

Charlotte Rogan , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei script5, 16.09.2013
ISBN 9783839001509
Genre: Historische Romane

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

1945, 2. weltkrieg, flucht, flüchtlinge, historischer roman, historisches jugendbuch, jugendbuch, jugendroman, katastrophe, krieg, kriegsdrama, ostpreußen, ruta sepetys, wilhelm gustloff, zweiter weltkrieg

Salz für die See

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560230
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bücher über den zweiten Weltkrieg habe ich eigentlich schon zu Genüge gelesen. Das dachte ich mir jedenfalls, bevor ich Frau Sepetys neuen Roman Salz für die See in die Hände nahm, der mich eines Besseren belehrte. Denn die Autorin erzählt keineswegs ein weiteres Mal von der Judenverfolgung im grausamen Nazideutschland, sondern von der Geschichte vier junger Erwachsener - einer Polin, einer Litauerin, einem Preußen und einem Deutschen - welche ebenso Opfer eines furchtbaren Krieges sind. Verbunden werden die vier Schicksale durch ihre Zusammenkunft auf der Wilhelm Gustloff, eines als Fluchttransport genutzten Kreuzfahrtschiffs, welches 1945 durch ein sowjetisches U-Boot versenkt wurde.

Ich bekam eine andere Seite der Schrecken des zweiten Weltkrieges zu sehen, von der ich so nur wenig wusste. Hungernde Menschen, frierende Kinder, alle auf der Flucht vor den Russen und den nationalsozialistischen Deutschen und wo man nur hinschaut, wartet der Tod. In jedem Satz der Protagonisten spürt man ihre Verzweiflung und den winzigen Funken Hoffnung, der nur selten zum Vorschein kommt. So handelt es sich bei diesem Buch keinesfalls um ein angenehmes, aber um ein wichtiges, denn die Autorin lässt uns mithilfe gut recherchierter Fakten in eine Welt eintauchen, die wir so hoffentlich nie wieder erleben müssen. 

Nach der Lektüre war ich selbst etwas schockiert, wie viel ich doch über die Verfolgung der Juden, über Konzentrationslager und Antisemitismus wusste, wie wenig jedoch über russische Gulags, das Massaker von Nemmersdorf und eben die Versenkung der Wilhelm Gustloff, die weit mehr Tote zu verschulden hatte, als die allseitsbekannte Titanic. Frau Sepetys hat mir deswegen nicht nur ein lesenswertes, authentisches Buch geliefert, sondern mich - auch mithilfe ihres ehrlichen und fesselnden Nachwortes - wieder etwas klüger gemacht. Man kann sich kaum mehr wünschen.

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Tags: flucht, nationalsozialismus, preußen, schiffsuntergang, zweiter weltkrieg   (5)
 

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(9)

29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

#4, englisch, fantasie, fantasy, gelesen 2017, jacob portman, jugendbuch, kinderbuch, miss peregrine, miss peregrine's home for peculiar children, ransom riggs, tales of the peculiar, ya

Tales of the Peculiar

Ransom Riggs
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Dutton Books for Young Readers, 03.09.2016
ISBN 9780399538537
Genre: Sonstiges

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(51)

92 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

abenteuer, erwachsene, fantasien, forscher, forschung, freundschaft, gefahr, geheimnis, großeltern, kinder, kinderbuch, nicholas gannon, reise, reisen, südpol

Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt

Nicholas Gannon , Harriet Fricke , Nicholas Gannon
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 04.08.2016
ISBN 9783649619420
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Archers Mutter nennt es nur naserümpfend "seine Neigungen", Archer nennt es Abenteuerlust. Er möchte raus aus seinem heimischen Gefängnis, die Welt sehen und es seinen verschollenen Forschergroßeltern nachtun. Doch stattdessen bleiben ihm nur die imaginären Gespräche mit den ausgestopften Tieren im Haus und die langsam aufblühenden Freundschaften zum Nachbarsjungen Oliver und der neuen, französischen Mitschülerin Adélaïde. Als Archer es jedoch keinen Tag mehr länger in seinem langweiligen Zuhause aushält, beschließt er, seine Großeltern zu suchen und zurück zu holen, egal wie weit er dafür reisen muss...

Was mir an Archer und seinen Freunden besonders gut gefiel, waren natürlich ihre abenteuerlustigen und cleveren Charakterzüge, jedoch genauso auch ihre Schwächen und Zweifel, die dem Leser nicht verborgen blieben. So waren sie nicht die typischen, kantenlosen Helden, wie wir sie in Büchern für jüngere Leser oftmals geboten bekommen, sondern ließen es zu, sich mit ihnen zu identifizieren. Hinzu kam die altersgerechte, aber dennoch niveauvolle Sprache, welche mich manchmal an die Bände der Lemony Snicket-Reihe erinnerte. Der Stil des Buches ist es auch, der es aus den Middle Grade-Regalen in den Buchhandlungen herausstechen lassen wird und ich kann nur hoffen, dass es damit seinen Weg in viele Kinderzimmer und -herzen findet.

Die höchste wundersame Reise zum Ende der Welt
(ein etwas verwirrender Titel, wenn man das Buch erst einmal zu Ende gelesen hat) ist ein wahres Schmuckstück, durch und durch. Es waren nicht nur Ideen, Personen und Handlung, die es mir sehr schnell angetan hatten, sondern ebenso die vom Autor selbst gezeichneten Illustrationen, welche die Geschichte sehr gekonnt einfingen und deren Stil auch fantastisch zum gesamten Buch passten. Ich hatte beim Lesen somit die ganze Zeit das Gefühl, ein in sich geschlossenes Kunstwerk in den Händen zu halten, in dem Gannons ganzes Herzblut steckte.

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Tags: abenteuer, forschung, südpol   (3)
 

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936 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 129 Rezensionen

albus, cursed child, fantasy, harry potter, harry potter and the cursed child, hogwarts, j.k.rowling, magie, potterhead, theater, theaterstück, voldemort, zauberei, zeitreise, zeitreisen

Harry Potter and the Cursed Child

Joanne K. Rowling , Jack Thorne , John Tiffany
Fester Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Little, Brown, 31.07.2016
ISBN 9780751565355
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Harry geht auf die vierzig zu, hat drei Kinder, seine wunderbare Frau Ginny und eine Stelle im Ministerium. Zusammenfassend kann man sagen: er führt das absolut normalste Leben der Welt. Seit Jahren kein Spur mehr von Voldemort, kein Schmerzen der Narbe, kein Krieg, alles ist gut. Doch was bedeutet es, ein Vater zu sein, eine Legende, die nicht nur bejubelt, sondern auch angeklagt wird? Und was bedeutet es, ein Sohn dieser Legende zu sein? Ein Sohn, der nicht ist, wie sein Vater und es auch nicht sein will? Harry Potter and the Cursed Child ist zwar ein Fantasybuch mit Abenteuern und viel Magie, aber im Inneren ist es vielmehr ein Familiendrama, voll von Emotionen, die von Schuld, über Wut bishin zur allseits präsenten Liebe reichen. Wie man es von einem Skript erwartet, steht der Dialog zwischen den Figuren im Vordergrund, die Handlung scheint dagegen nur ein Rahmen zu sein, der die Gespräche und Auseinandersetzungen zusammenhält, durch die fehlende Romanform aber ein wenig an Stärke verliert.

Zuerst einmal, ich habe es gern gelesen, voller Freude darüber, doch nochmals ein wenig Harry Potter-Feeling zu verspüren. Und doch fühlt sich dieses Buch so an, als wäre genau das gewollt, als hätte es ohne uns Fans niemals existiert (so ist es wahrscheinlich auch). Fragen werden beantwortet, das Wiedersehen der beliebtesten Charaktere eingeleitet (und glaubt mir, die Handlung lässt da so einiges zu) und Vermutungen verschiedenster Fantheorien eingebaut. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwar oftmals Rowlings Humor wiedergefunden habe, jedoch viel häufiger dachte, dass es sich nicht wie ein Buch von ihr liest. Klar, das lag sicherlich einerseits an der Skriptform - durch die man zwar sehr schnell vorankommt, die aber eben nicht das Eintauchen in die Geschichte zulässt, wie es ein Roman schaffen würde - andererseits ist es eben auch kein Buch von ihr, sondern nur auf ihren Ideen basierend, bei denen ich mir manchmal nicht einmal sicher war, ob sie wirklich von ihr stammten, waren sie doch einigen gängigen Fanfictions zu ähnlich und schienen zu gestellt bzw. unlogisch.

Trotzdem konnte auch ich mich der Geschichte und den neuen Figuren nicht entziehen, genauso wenig wie den Möglichkeiten, die der zwar unlogische aber dafür sehr interessante Handlungsstrang barg. Deswegen werde ich mich hüten, auch nur an eine Bewertung zu denken, schließlich wissen wir alle, dass Harry Potter etwas besonderes ist, dem eigentlich ein eigenes Bewertungssystem zusteht. Dennoch hoffe ich, dass wir kein weiteres Buch über Harry lesen müssen und Rowling den armen Kerl endlich in Ruhe lässt. Das Universum rund um den damaligen Zauberlehrling ist groß genug, um neue Wege einzuschlagen und die Geschichte des Jungen der überlebte endlich ruhen zu lassen. Er hat es sich doch auch irgendwie verdient, oder?

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(67)

165 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

1001 nacht, dämonen, emily kate johnston, familie, fantasy, freundschaft, funken, geheimnis, geschichten, liebe, magie, märchen, orient, tausend nächte aus sand und feuer, wüste

Tausend Nächte aus Sand und Feuer

E. K. Johnston , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbj, 24.05.2016
ISBN 9783570164068
Genre: Jugendbuch

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(40)

103 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

erwachsenwerden, familienprobleme, fantasy, freundschaft, götter, helden, henna, jugen, jugendbuch, jugendroman, lebe, leben, liebe, mental health, patrick ness

Das Morgen ist immer schon jetzt

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.06.2016
ISBN 9783570172667
Genre: Jugendbuch

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(20)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

amerika, brüder, flut, galveston (texas), geschwister, historischer roman, jugendbuch, schreibmaschine, selbstverwirklichung, tierarzt, tierärztin, tiere, tierliebe

Calpurnias faszinierende Forschungen

Jacqueline Kelly ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 27.07.2015
ISBN 9783446249301
Genre: Jugendbuch

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272 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

alte welt, die königin der schatten, dystopie, erika johansen, fantasy, heyne, high fantasy, kelsea, königin, krieg, magie, spannung, tear, tearling, trilogie

Die Königin der Schatten - Verflucht

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.05.2016
ISBN 9783453315877
Genre: Fantasy

Rezension:

Am liebsten würde ich an dieser Stelle einfach nur schreiben: Schmeißt eure derzeitge Lektüre weg, egal um welches Buch es sich handeln sollte, und fangt an Die Königin der Schatten zu lesen! Wenn ihr erst einmal den ersten Band verschlungen habt, gibt es sowieso kein Zurück mehr. Da jedoch meine Rezension bereits hier beendet wäre, versuche ich es mal mit konstruktiver Argumentation, die euch hoffentlich überzeugen wird, einen Blick auf diese Trilogie zu werfen.

Es ist allgemein bekannt, dass zweite Teile einer dreibändigen Reihe oftmals die schwächsten sind und meist nur die Aufgabe einer Überbrückung vom Anfang bis zum Finale übernehmen. Mit Verflucht bietet uns die Autorin allerdings einen Nachfolger, der sich gewaschen hat und mit pausenloser - ja wirklich lückenloser - Spannung brilliert. Die Geschichte wird wie gewohnt aus mehreren Perspektiven erzählt, bei denen die ein oder andere unter ihnen auf den ersten Blick vielleicht etwas langweiliger als ihre Kollegen erscheint, doch kaum ist die erste Seite des Kapitels geschafft, schon sehnt man sich nach der nächsten. Frau Johansen verteilt dabei Schläge in Form von plötzlichen Wendungen, erdrückender Aussichtslosigkeit und Brutalität, dass man sich ihrer Handlung auch dann nicht entreißen kann, wenn die Buchdeckel geschlossen sind.

Allein die vielschichtigen Figuren, die trotz ihrer Vielzahl greifbar undsympathisch bleiben, überschatten die packende Story noch. Allein Kelsea überragt mit ihrer einnehmenden Stärke, bleibt durch innere Schwächen aber selbst dann greifbar, wenn sie übermenschlich machtvoll erscheint. Mithilfe ihrer aufkommenden Verbindung zur Vergangenheit erfahren wir in diesem zweiten Teil auch endlich mehr über die Geschichte und die Welt vor Tearling und lüften somit viele Geheimnisse, deren Lösung uns im Vorgänger noch verwehrt blieben. Dennoch sehnt man sich am Ende nach mehr: mehr Tearling, mehr Kelsea, mehr Aufklärung. Und obwohl das letzte Kapitel durch viele vereinzelte Hinweise während der Handlung nicht ganz mit dem erhofften Knall endet - einige Dinge doch einfach zu offensichtlich wurden - kann ich das Erscheinen des großen Finales nicht abwarten. Die Zeit bis dahin wird sehr qualvoll.

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david mitchell, england, familie, fantasy, freundschaft, häretik, horologe, irland, island, katharer, kinder, krieg, leben, liebe, literatur

Die Knochenuhren

David Mitchell , Volker Oldenburg , Anzinger und Rasp, München
Fester Einband: 816 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 11.03.2016
ISBN 9783498045302
Genre: Romane

Rezension:

Unsere Reise beginnt im Jahre 1984 an der Seite von Holly Sykes, die in ihrer jugendlichen Naivität von zu Hause abhauen und bei ihrer ersten großen Liebe einziehen möchte. Doch das Leben unserer Protagonistin soll eine andere Richtung einschlagen, denn als sie eine alte, angelnde Frau kennenlernt, der sie unbeabsichtigt ein Versprechen gibt, trifft sie eine Entscheidung, deren Auswirkungen bis ins Jahr 2043 anhalten werden. Holly bildet dabei jedoch nur den Rahmen eines verworrenen Netzwerks aus Geschehnissen und Charakteren, welches durch seine Komplexität und seinem Ideenreichtum besticht. Mitchell gelingt dabei ein genialer Genremix aus Gesellschaftsroman, Fantasy und Dystopie, der mich vollkommen fasziniert hat.

Es ist ungewohnt, eine klare Hauptfigur zu haben, die in 75% des Romans nur eine immer wiederkehrende Nebenrolle spielt, doch Holly ist genau das. Während wir sie im ersten Kapitel noch durch ihre eigenen Augen betrachten, schlüpfen wir in den folgenden in die Köpfe anderer Personen (hauptsächlich Männer, die sie liebten) und erfahren so mehr über sie, aber eben auch über diese neuen Menschen und ihre Gedanken bis wir im letzten Part des Buches schlussendlich doch wieder bei Holly landen. Bemerkenswert ist dabei, dass alles irgendwie verbunden zu sein scheint, dass wir Personen begegnen, von denen wir in einem vorhergegangenen Kapitel nur kurz den Namen gelesen und fast schon wieder vergessen hätten, und das ganze Buch dadurch so unfassbar rund und gut durchdacht wirkt, dass es mich immer wieder zum Staunen brachte. Diese Tatsache war es auch, die mich oftmals an den Wolkenatlas denken ließ.  

Noch begeisterter war ich eigentlich nur von den fantastischen und dystopischen Aspekten, die besonders in den letzten beiden Kapiteln ihren Platz fanden. Zum Fantasyanteil möchte ich jetzt nicht ganz so viel verraten, da das Selbstentdecken unglaublich viel Spaß macht, auch wenn man irgendwann von den vielen Informationen förmlich erdrückt wird. Zum dystopischen Teil kann ich jedoch sagen, dass es sehr spannend ist, während der sprunghaften Reise in die Zukunft, die gesellschaftliche, technische und ökologische Entwicklung zu verfolgen, die Mitchell sehr authentisch und bedrückend umschreibt. Seine Visionen sind gar nicht mal so weit weg von unserer derzeitigen Lage und können einem an manchen Stellen wahrlich Angst machen, weil sie eben so realistisch sind.

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authentisch, jugendbuch, kindesmissbrauch, pflegefamilie, pflegekind, sally nicholls, trauma, vertrauen

Wünsche sind für Versager

Sally Nicholls , Beate Schäfer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 22.02.2016
ISBN 9783446250833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich vermeide es, Bücher als MUST-Reads zu betiteln, denn ich weiß, Geschmäcker und Vorlieben sind so verschieden, dass es auf der Welt gar keine literarischen Werke geben kann, die jeder irgendwann mal gelesen haben MUSS. Es gibt aber Romane, die man in meinen Augen gelesen haben SOLLTE, weil sie den eigenen Horizont erweitern und den Leser aus seiner Komfortzone holen. Bücher, die eben nicht sagen "Am Ende sind wir alle glücklich." oder "Den guten Menschen widerfährt auch nur Gutes." Bücher, wie Wünsche sind für Versager.

Die elfjährige Olivia ist ein Pflegekind. Sie hat Schreckliches erlebt, gesehen und spüren müssen und wird seit ihrem fünften Lebensjahr von einer Familie zur nächsten geschickt. Keiner will sie, keiner liebt sie, und wer würde auch schon ein so kaputtes Kind wie sie behalten wollen? Es ist niemals leicht mir ihr, denn in jedem Moment könnte ihr etwas missfallen. Dann rastet sie aus. Schreit. Beschädigt Sachen. Beschädigt Menschen. Hat sich nicht mehr unter Kontrolle. Olivias Geschichte ist aufwühlend und lässt den Leser in den Kopf eines Mädchens blicken, dessen zerbrechliche Seele bereits in jungen Jahren gebrochen wurde. Man hat Mitleid, ist wütend,  könnte weinen und manchmal schämt man sich auch. Dies sind die Momente, in denen man einsehen muss, dass man selbst nicht weiter wüsste. Dass Olivia mehr braucht, als nur eine nette Familie. Dass sie so Furchtbares mitgemacht hat, dass sie sich selbst nicht mehr versteht. 

Natürlich ist dieses Buch ungemütlich und ja, für die Heile-Welt-Leser da draußen wäre wahrscheinlich schon das Vorwort genug, um es wieder aus den Händen zu legen; aber mag man nicht manchmal auch etwas geschüttelt werden? Wünsche sind für Versager besticht nicht damit, dass es uns zeigt, was dort draußen in der Welt für grausame Dinge geschehen; es besticht eher damit, dass es uns zeigt, was diese Dinge für Auswirkungen haben. Gleichzeitig ist es aber auch - das schreibt der Verlag selbst - ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit und Sensibilität, was ich so nur unterschreiben kann. Ich weiß, dieser Roman ist keiner, den man auf jedem Blog zu sehen bekommt. Wir werden in der örtlichen Buhhandlung keinen Stapel davon finden, sondern müssten wohl gezielt danach suchen. Trotzdem möchte ich euch sagen: die Suche lohnt sich, und wenn ihr in den nächsten Tagen mal durch eure Lieblingsbuchhandlung schlendert, haltet doch Ausschau nach einer kleinen, vereinzelten Seifenblase. Sie würde euch sicherlich gern ihre Geschichte erzählen.

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Tags: authentisch, jugendbuch, kindesmissbrauch, pflegefamilie   (4)
 
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