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11 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Die Rättin

Günter Grass
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2015
ISBN 9783423144810
Genre: Romane

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand

Sibylle Berg
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423145343
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

digitale welt, überforderung, mythos überforderung, michael winterhoff, erwachsen sei

Mythos Überforderung

Michael Winterhoff
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 08.09.2015
ISBN 9783579066202
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schon mehrfach hatte ich dieses Buch in den Händen, drehte und wendete es, und fragte mich dabei, was es mir bringen könnte, es zu lesen, was es mir sagen will, mit diesem Titel: Mythos Überforderung. Wenn ich mich müde und ausgelaugt fühle, das Wochenende zusätzlich zu der Woche vollpacke und doch allem nur noch hinterherlaufe, weil ich es nicht schaffe, alles zu erledigen, weil ich hier und da sein soll, allseits gut gelaunt versteht sich, und mich dann beklage, daß ich mich erschöpft fühle, keine Zeit mehr für mich habe und schlecht schlafe, mich also überfordert fühle von meinem Leben, dann ist das ein Mythos? Will er mir mit diesem Buch sagen, ich sei zu schwach, eine Memme, die nichts mehr aushält? So habe ich es am Anfang verstanden. So ist es aber keineswegs gemeint. Nicht ganz so. Denn jeder ist seines Glückes Schmied, um einmal eine Floskel zu bemühen, in der in diesem Fall viel Wahrheit steckt. Denn wir bauen uns unsere Überforderung selbst zusammen. Wie das gekommen ist? Er erklärt es uns, er zeigt uns, in welcher Welt wir mittlerweile leben. Diese Welt hat sich rasend schnell verändert in den letzten Jahrzehnten, die Anforderungen sind gestiegen, die digitale Welt kam dazu. Ständig sind wir unzähligen Reizen ausgesetzt, geben ihnen nach. Das macht uns müde, führt zum Burn-out, vielleicht in eine Depression. Dabei ist es nicht so, daß wir viel mehr arbeiten als früher. Sukzessive sind wir von einer 48-Stunden-Woche zu einer 38,5 bis 40-Stunden Woche gekommen, diskutiert wird ein 30-Stunden Modell, Schweden möchte es gerne einführen. Werte haben sich geändert. Es zählt nicht mehr nur noch, was man kann, sondern was man vorgibt zu können.

Ständig müssen Entscheidungen getroffen werden, dabei ist unsere Psyche nicht in der Lage, dies alles zu verarbeiten. Außerdem lernt sie nicht. Sie ist so, wie sie ist. Sie paßt sich dem Multitasking der heutigen Zeit nicht an. Und was tun wir gerne, wenn wir überfordert sind? Wir laufen weg und geben anderen die Schuld. Unsere Kinder wachsen mittendrin auf. Wo soll das hinführen? Was können wir dagegen tun?

Das beantwortet uns Winterhoff mit diesem Buch. Zugegeben, die "Lösung" ist einfach, fast zu einfach. Er deutet es im Untertitel an. Einfach erwachsen sein. Einfach mal wieder ein Standing haben. Schaue ich mich in meinem Alltag um, merke ich, daß er recht hat. Seine Thesen finde ich überall wieder. Viele drücken sich vor Entscheidungen, möchten für nichts mehr geradestehen, Hauptsache leicht durchkommen, aber fordern. Jeder ist sich selbst der nächste. Der Narzissmus greift um sich. Selbst in der Politik traut man sich keine Entscheidungen mehr zu, schieb oft alles auf die lange Bank, anstatt zu reagieren. Oder stimmt für etwas und wundert sich am Schluß, daß es genauso kommt, siehe Brexit.

Warum ist es soweit gekommen? Es werden wie üblich nur die Symptome behandelt, die Ursachen interessieren nicht. ... Wenn ihr genau wissen wollt, was er meint, dann lest sein Buch! Es regt auf alle Fälle an. Denn: "Dringender als die eigene psychische Gesundheit zu erhalten, kann nichts auf der Welt sein." Und wir sind nicht machtlos, wir können etwas dagegen tun uns überfordert zu fühlen. Wir müssen nur damit anfangen.

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Tags: digitale welt, druck, erwachsen sei, michael winterhoff, mythos überforderung, überforderung   (6)
 

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schule, bildungssystem, philosophie, zukunft, bildung

Anna, die Schule und der liebe Gott

Richard David Precht
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 22.04.2013
ISBN 9783442312610
Genre: Sachbücher

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

zukunft, merelie wei, wahrsagerin, traummann, liebesroman

Traummann aus der Zukunft

Merelie Weit
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 04.10.2013
ISBN 9783746629698
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich bin ja so gar nicht der Liebes- Frauen- und/ oder Kitschromantyp, ich brauche handfeste Themen, gerne auch etwas wissenschaftliches, und mit Romantik tue ich mich sehr schwer. Trotzdem bin ich bei dem Cover stehen geblieben, habe die Maus bewegt und mir die Beschreibung des Romans angeschaut. Ja, ich war mal wieder ziellos im Netz unterwegs, schaute mir diverse Bücher und Angebotsbücher an und darunter war auch dieses. Nicht, dass mich der Titel gefangen hätte, denn der sagte mir, dass es sich um besagte Frauenlektüre handelt, nein, der Name sagte mir etwas. Die Autorin ist nämlich die Mutter eines Youtubers (Reyst), der im letzten Jahr mit einem bekannten Gamer auf Reisen gegangen ist bla bla, ich möchte nicht zu weit ausholen, jedenfalls konnte ich mit dem Namen etwas anfangen und war neugierig. Im Netz ist schnell gekauft und eine Sonderaktion, ich glaube für 99 Cent, war es auch. Jetzt kommt der Satz: da kann man nicht viel falsch machen. Doch. Falsch machen kann man immer alles. Aber egal. Gekauft ist gelesen. Als ich noch an verschiedenen Besprechungen rumgedoktert habe, öffnete ich den Traummann, um etwas zu lesen und nicht gleich mitschreiben zu müssen, wie es sonst meine Art ist. Leichter Stoff, der nicht beschwert und leicht zu durchschauen ist. Ein bisschen Durchzug. Auch ein bisschen, um mal reinzuschauen, was solche Romane bieten oder auch nicht.

Auf dem Cover eine Radfahrerin mit wehendem Zopf, drumherum Häuser. Das ist die, die sich in einer abgehalfterten Ehe und mitten in Berlin befindet, denn da lebt sie, die Emilia, die mit einer Freundin einen gemeinsamen Abend verbringt, viel trinkt und angeschwipst auf eine Wahrsagerin trifft, die ihr erklärt, dass sie ihren Traummann treffen wird. Sie verrät sogar die Straße und Hausnummer, wo er zu finden ist! Im Prolog erklärt sie uns einleitend, warum sie das gemacht hat. Sie möchte der armen Emilia einen Anstoß geben, um sich aus ihrem verfahrenen Leben zu befreien.
Schnell wird deutlich, wie dieses Leben aussieht. Emilia, seit 15 Jahren mit Bernhard verheiratet, Hausfrau und Mutter eines Sohnes, der nicht von Bernhard ist. Sie hat ihn in die Ehe mitgebracht. Anfangs war Bernhard lieb und nett, mit der Zeit wurde er bequem, faul und unfreundlich. Emilia läßt sich eine Menge von ihm gefallen, läßt sich von ihm runtermachen, gängeln und lebt abgestumpft und voller Angst, was die Zukunft betrifft, dieses Leben jeden Tag. Und redet sich dabei ein, daß sie es viel schlimmer haben könnte! Noch schlimmer? Die gute Emilia hat sich völlig aufgegeben, erst diese Wahrsagerin bringt wieder Schwung in ihr Leben mit ihrer Voraussage. Plötzlich geistert die Zukunft in ihrem Kopf herum. Sie fährt sogar in diese Straße, macht das Haus ausfindig und findet den Mann, dessen Aussehen auf die Beschreibung der Wahrsagerin paßt. Nun legt sie richtig los. Recherchiert Job und Telefonnummer, ruft ihn an, provoziert Treffen, doch nichts geschieht. Er scheint sie nie zu sehen, Telefonate nimmt er nicht an. Sie ist für ihn unsichtbar. Ihr Leben kommt ihr immer absurder vor. Und als Leser wird man richtig wütend. Dieser Bernhard ist wirklich ein Ekel. Und Emilia sehr naiv und eingefahren. Ihre Naivität und Ängstlichkeit läßt sie häufig stolpern und zurückfallen. Sie will sich trennen, macht einen Rückzieher, will sich wieder trennen und trennt sich, will dann wieder zurück.
Der Sohn hingegen bleibt abgeklärt und meistens ruhig. Emilia mag ihr Leben nicht, aber eine Veränderung ist ihr zu aufwühlend und anstrengend, man weiß ja nicht, was danach kommt. Wird es wirklich besser?
Tja, das weiß man nie. Entscheidungen sind immer ein Risiko. Aber so völlig aufgeben, so wie Emilia es getan hat, kann man sich auch nicht. Was soll das dann für ein Leben sein? Vor allen Dingen, wenn man andere Paare beobachtet, bei denen es besser läuft. Oder auch nicht? Perfekt ist nichts.

So schraubt Emilia an ihrem Welt- und Beziehungsbild und muß sich schmerzhaft ihren Weg suchen, denn einmal mit Zweifeln begonnen, lassen sie einen nicht mehr los, einmal Gedanken in die andere Richtung gedacht, und schon formt sich langsam aber stetig ein neuer Weg, Entwicklungen sind nicht mehr aufzuhalten, ein Zurück kann es mit Zweifeln nicht mehr geben und das ist gut so. Die Prophezeihung verschwindet plötzlich aus Emilias Kopf.
Mich stört unheimlich an ihr, daß sie sich dauernd um Beziehungen Gedanken macht, nicht alleine sein kann und sogar anführt, daß es andere gibt, die von einer langen Partnerschaft in die nächste übergegangen sind. Nein. Es gibt einfach Zeiten, in denen man alleine ist und das ist auch gut so. Manche leben einen großen Teil ihres Lebens alleine, weil sie keinen Partner finden. Das ist dann eben so. Es ist jedenfalls besser als Kompromisse einzugehen.

Wie es für Emilia weitergeht sage ich jetzt nicht, jedenfalls hat sie eine weite Strecke zu laufen. Und wie ist das mit der Wahrsagerei? Damit fing ja alles an. Was ist dran an solchen Vorhersagen und ist es gut, wenn wir im Voraus wissen, was mit uns passiert? Ich finde die Vorstellung faszinierend, in die Zukunft zu schauen, aber treffen die Dinge dann wirklich ein, wenn ich sie vorher weiß? Ich könnte sie doch dann bewußt oder unbewußt verändern, so daß der Verlauf sich ändert. Oder mein Leben würde total langweilig, wenn ich alles vorher wüßte. Und wenn ich Negatives vorher weiß, würde ich doch versuchen, das zu verhindern, also könnte es vielleicht nicht eintreffen. Es gibt vieles, was mir bei diesem Thema durch den Kopf geistert. Natürlich fällt mir Nostradamus ein. Sind das wirklich Vorhersagen? Und wenn ... und wenn nicht ... ach was weiß ich. Im Prolog läßt Merelie Weit die Wahrsagerin folgendes sagen: "Überlegen sie sich, wie viel Sie von dem wissen wollen, was erst morgen passiert. Überlegen Sie sich das immer genau."

Genau. Soweit mein Ausflug in dieses Genre. Es war mal ganz nett.

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Tags: aufbau verlag, daphne unru, merelie wei, traummann, vorhersagen, wahrsagerin, zukunft   (7)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

glutenfrei, vegan, pots, rezepte, 2016

Deliciously Ella - Für jeden Tag

Ella Mills (Woodward) , Franka Reinhart , Cornelia Stoll
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.04.2016
ISBN 9783827013231
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe dieses Buch und diese Rezepte.
Nachgekocht habe ich sie noch nicht alle, bin aber dabei! Eigentlich gibt es immer etwas von Ella und es ist so einfach, sich trotz Einschränkungen, wie in meinem Fall, einfach und wenig zeitaufwendig bekochen zu können. Denn sie steht auch nicht gerne stundenlang in der Küche. Zu diesem veganen und glutenfreien Ernährungsstil ist sie durch die Krankheit POTS gekommen. Am Anfang des Buches erzählt sie uns ihre Geschichte und ihren Leidensweg und es ist schon erstaunlich, was eine Ernährungsumstellung bei ihr bewirken konnte. Ich habe schon einige Bücher zum Thema konsumiert, dieses ist mit Abstand das leckerste und charmanteste! Ganz ohne Tofu und andere Sojaprodukte kommt sie aus, setzt aus wenigen Zutaten nahrhafte und einfache Gerichte zusammen mit Zutaten, die nicht schwer zu bekommen sind. Dazu gibt sie Tipps, welchen Vorrat man sich anlegen sollte, was man vorkochen kann, damit man nach einem langen Arbeitstag nicht viel Zeit in der Küche verbringen muß, und was man für eine Woche vorbereiten kann, um auch unterwegs einen Snack parat zu haben. Das finde ich besonders hilfreich, denn auch ich kann mich unterwegs nur schwer versorgen.
Auch Nicht-Veganern hat es bei mir bisher immer geschmeckt!
Ich liebe dieses Buch einfach, sagte ich das schon?

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Tags: deliciously ella, ella woodwar, glutenfrei, kochbuch, pots, vegan   (6)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

verlust, lissabon, trauer, agatha christie, portugal

Die Hohen Berge Portugals

Yann Martel , Manfred Allié , Manfred Allié
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.04.2016
ISBN 9783100022752
Genre: Romane

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

geschichte, juden, judentum

Titos Brille

Adriana Altaras
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596512775
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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87 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

flüchtling, asyl, deutschland, asylanten, irak

Ohrfeige

Abbas Khider
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250543
Genre: Romane

Rezension:

Er hat diese Frau Schulz geohrfeigt und an ihren Stuhl gefesselt mit Klebeband. Sie soll endlich einmal zuhören und die wahre Geschichte von Karim Mensey hören, der aus dem Irak flüchtete mithilfe von Schleppern, nach Paris zu seinem Onkel wollte und in Dachau aus einem Lieferwagen geworfen wurde. Auf diese Art und Weise hören auch wir ihm zu. Dass seine Sachbearbeiterin bei der Ausländerbehörde, die Frau Schulz, kein Wort Arabisch versteht, interessiert ihn nicht. Zu lange hat er die Bürokratie in Deutschland ertragen, war nur eine Nummer, musste warten, durfte erst nach einem Jahr Arbeit einen Sprachkurs belegen, lernte einen Lebenslauf auswendig, um als Flüchtling anerkannt zu werden und schämte sich wegen des eigentlichen Grunds, nämlich Brüste. Irgendwann wuchsen ihm Brüste. Er hoffte, in Deutschland schnell Arbeit zu finden und Geld für eine Operation sparen zu können. Dann kam der 11. September und alles änderte sich.

Aufgrund der Flüchtlingsthematik habe ich zu diesem Buch gegriffen. Ich hatte viele Fragen. Kenne die schrecklichen Bilder aus den Medien. Doch diese Flüchtlingsgeschichte ist schon älter. Sie beginnt im Jahre 2000. Die Heime waren noch nicht derart überfüllt und über Quoten wurde noch nicht gesprochen. Mit der heutigen Situation kann ich den Roman also nicht vergleichen. Recht spannungslos plätschert die Erzählung dahin. Mir fehlt die Tiefe. So ein Schicksal ist doch schrecklich! Fern des Heimatlandes, abgestellt in einem Heim mit anderen, die geflohen sind, einer ewigen Warterei auf Anerkennung ausgesetzt, was macht man da? Karim kifft. Der Text wird von kursivierten Passagen unterbrochen, die sich als das reale Geschehen entpuppen. Der Rest ist Fantasie. Eine Abrechnung und Rache.

Was mache ich nun mit dem Roman? Was ich gesucht habe, erfinde ich dazu oder baue die Ansätze aus. Das Heimweh, zerschlagene Hoffnungen auf ein besseres Leben kommen nur in Ansätzen, ich baue mir die Zimmer und Häuser selbst, in denen Karim lebt, stelle mir vor, wie er in der bayerischen Provinz angestarrt wird. Seine Reaktion auf die Anschläge in Amerika kommt langsam. So warte ich auf den Ausbruch des Autors, auf Emotionalität, doch es kommt nichts. Schade. Das Thema trägt viel, all die Facetten und Nuancen lässt er aus. Autobiografisch sei der Roman nicht, erklärt Khider in einem Interview. Er lässt seine Erfahrungen einfließen und verfremdet ein wenig. Denn er teilt das Schicksal seines Protagonisten Karim. Er ist aus dem Irak geflohen, allerdings weil er politisch aktiv war, im Gefängnis gefoltert wurde, und das mit 19 Jahren. Durch mehrere Länder führte ihn seine Flucht, er hielt sich als Illegaler auf und gelangte nach Deutschland, wo er eine neue Heimat fand. Bei solch einem Schicksal erwarte ich mehr Biss, schließlich weiß er, wovon er spricht. Er soll nah an mich heranrücken und mich fertigmachen, sodass ich mich auf dem heimischen Sofa und mit dem gut gefüllten Kühlschrank wie eine verwöhnte Wohlstandsgöre fühle. Aber nichts.


In einem Interview mit Denis Scheck erklärte er, dass er zeigen wolle, dass man als Flüchtling nur eine Nummer ist, kein Mensch, kein Schicksal. Das ist leider oft so, wenn man in die Bürokratie gerät. Sein Thema ist jedoch viel größer.

Wie las ich in DIE ZEIT: Man liest dieses Buch und wundert sich regelrecht, wie aus diesem Stoff ein so langweiliger Roman werden konnte.
Ein netter Schlusssatz.


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Tags: abbas khider, asy, ausländerbehörd, flucht, flüchtling, hanser verlag, ira, ohrfeige   (8)
 

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79 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

thomas glavinic, sinnsuche, roman, österreich, südpol

Der Jonas-Komplex

Thomas Glavinic
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 10.03.2016
ISBN 9783100024640
Genre: Romane

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

science fiction

Gesammelte Werke 1

Arkadi Strugatzki , Boris Strugatzki , ,
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.04.2010
ISBN 9783453526303
Genre: Science-Fiction

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

science fiction

Tomorrow & Tomorrow: Roman - diezukunft.de - Edition

Thomas Carl Sweterlitsch
E-Buch Text: 481 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 14.04.2015
ISBN 9783641162573
Genre: Sonstiges

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

science-fiction

Ein Sandkorn am Himmel

Isaac Asimov , Irene Holicki
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.04.2015
ISBN 9783453528413
Genre: Science-Fiction

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

anerkennung, gläserner mensch, soziale netzwerke, 29, social media

PQ

Matthias Borngrebe
E-Buch Text: 480 Seiten
Erschienen bei neobooks, 11.01.2016
ISBN 9783738054330
Genre: Romane

Rezension:

Wer rennt nachts im Nachthemd bei Schnee in den Garten, um nachzusehen, was in den Büschen ist? Carolin Niemeyer.
Bevor sie sehen und verstehen kann, was dort ist, wird sie ermordet. Erstochen. Johanna Gruber wischt das Messer ab, steckt es ein und verlässt langsam und zu Fuß den Tatort. Sie hat es getan. Sie hat eine PQ-Betrügerin gerichtet und postet dies unmittelbar, nachdem sie ihr zu Hause erreicht hat. Denn PQ ist ihr Leben.
Alles ist bei ihr darauf ausgerichtet, ihren sogenannten PQ zu steigern. PQ bezeichnet den Persönlichkeitsquotienten, der mithilfe der gleichnamigen App errechnet wird. Wie, das weiß niemand so genau. Das angebliche Ziel der App ist es, die Menschen besser zu machen. Dauernd wird von den Gutmenschen gesprochen. Entwickelt wurde diese App von einem einzigen Programmierer, der mit Freunden in einer kleinen WG angefangen hat. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte.
Bis der Mord passiert, der fortan nur noch als PQ-Mord bezeichnet wird.

PQ sieht aus wie ein nettes Spiel, eine Social Media App, man kann sich mit anderen Menschen vernetzen, sich austauschen, wird jedoch auch bewertet, jede Tat, jeder Gedanke. Das Netzwerk ist immer dabei. Daten werden gesammelt, Profile erstellt, doch wen schert es, was mit den Daten geschieht? Der PQ steht im Vordergrund. Jeder möchte ein „guter" Mensch sein, was immer das auch bedeutet.

Das Unternehmen wächst, wird größer und nimmt immer mehr Einfluss. Sogar bei Wahlen wird der PQ herangezogen, um die Eignung eines Kandidaten abzuschätzen. Ohne einen guten PQ läuft nichts mehr. Der Mensch wird in ein Leben hineingepresst, bewertet von wildfremden, beobachtet, was ist echt? Ein Horrorszenario, denken wird vielleicht, doch wir sind schon mittendrin und geben täglich viel zu viele Dinge von uns preis. Angeblich gibt es schon Programme, die alle kursierenden Daten von uns zusammenführen können. Immer mehr wird unser Leben beeinflusst, gesteuert und manipuliert, wir merken es oft nicht mal. So konnte es passieren, dass Johanna einen Mord beging.

Und das ist nicht nur reine Fiktion. Im Januar wurde das Urteil zum Facebook-Mord in Arnheim gesprochen, Auslöser waren Kommentare im sozialen Netzwerk. Es gibt weitere Beispiele, auch aus Deutschland, wo Eltern einen Facebook-Kontakt der Tochter erstochen haben.
Die Grenzen verschwimmen. Real, virtuell, virtuell ist auch real. Die Welt wird immer größer und vernetzter und alle können verbreiten, was sie wollen, das hat schon einige ruiniert. Stichwort Cybermobbing, die Grenzen werden überschritten, das Unrechtsbewusstsein schwindet, warum eigentlich?
Mal eben etwas geschrieben oder geostet, verbreitet oder geteilt zieht es heute viel größere Kreise, als es nur der Freundin zu erzählen, doch das ist Vielen nicht bewusst. Hinzu kommt dieses Ranking, dieser Wettbewerb, der durch den PQ ausgerufen wird. Er soll dazu führen, ein besserer Mensch zu werden. Das wird häufig erwähnt, ja fast herunter gebetet, doch wie sieht ein „guter" Mensch aus, was macht ihn aus, wie konform läuft er mit und handelt er noch eigenständig?

Am Anfang habe ich mich mit dem Roman schwergetan. Sachlich beschreibt der Autor die Entwicklung und den Werdegang einer App, welchen Einfluss sie auf die Nutzer ausübt und das gesellschaftliche Leben erreicht. Manchmal scheint er mir zu weit weg, hängt sich an die Fakten. Vergleiche wie: „vor Gericht zu stehen, kam Johanna manchmal vor wie eine Nahtoderfahrung“, machen es nicht besser, sie lassen mich ratlos zurück.
Bis mir klar wurde, es ist eine Dokumentation, die Dokumentation des PQ-Mordes und wohin die virtuelle Welt führt, welche Emotionen sie hervorruft.

Und eine große Frage wirft sie auf.
Welcher Moral müssen wir uns stellen in der virtuellen Welt?





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Tags: facebook, hambur, moral, pq, social medi, virtuelle wel   (6)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nie wieder Rückengymnastik, m. MP3-CD

Wim Luijpers
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Arkana, 18.05.2015
ISBN 9783442341795
Genre: Sachbücher

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

ira, nordirland, historischer krimi, trouble, adrian mckint

Die Sirenen von Belfast

Adrian McKinty , Peter Torberg
Flexibler Einband: 387 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.03.2015
ISBN 9783518466124
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Buch Die Sirenen von Belfast ist der zweite Band aus der Sean-Duffy-Serie des irischen Autors Adrian McKinty. Nachdem ich den ersten Band Der katholische Bulle mehr als zügig gelesen hatte, musste ich mich unbedingt auf den nächsten Teil stürzen, um zu erfahren, wie es mit Sergeant Duffy weitergeht. Außerdem hatte mich der im Hintergrund schwelende Nordirlandkonflikt in den Bann gezogen, wenn man das überhaupt so salopp ausdrücken darf, schließlich war es eine umwälzende, katastrophale Zeit, in die McKinty seine Handlungen gelegt hat. Niemals werde ich die Bilder aus den damaligen Nachrichten vergessen. Die IRA wütete, die Bevölkerung litt unter der strengen Hand Margaret Thatchers, die Arbeitslosigkeit erreichte ungeahnte Höhen, die Menschen litten und versanken in Hoffnungslosigkeit.

All dies wird in Die Sirenen von Belfast sehr plastisch dargestellt, immer wieder erfahren wir Dinge aus dem Alltagsleben der Menschen, die mich nachdenklich machen. Wie konnte man damals leben? Ganz ohne Hoffnung und Frieden? Mit Angst?
Sergeant Duffy muss jeden Morgen unter seinen Wagen schauen, das ist Routine, das darf er nie vergessen, denn es könnte eine Bombe unter seinem Wagen kleben, denn er ist als katholischer Bulle in Nordirland nicht gerade beliebt. Diese Szene wiederholt sich ständig, wird aber nicht langweilig, weil sie eine Strategie des Überlebens in einer Zeit des Bürgerkrieges darstellt.

Es ist das Jahr 1982. Duffy steht mit seinem Kollegen in einer verlassenen Turbinenhalle und wird beschossen. Ein Nachtwächter hat sie informiert, in der Halle ist eine Blutspur entdeckt worden. Doch der Schütze braucht eine Weile, bis er merkt, dass er auf die Polizei feuert. Er stellt das Feuer ein. Duffy verfolgt die Blutspur, die bis zu Containern führt. Er durchsucht sie und findet einen Koffer, der einen männlichen Torso enthält. Wer war der Tote und wann wurde er ermordet? Und wie? Die Pathologin findet heraus, dass die Leiche eingefroren war, wie lange, kann sie nicht sagen. Duffys Kollege untersucht den Koffer genauer und findet einen Namen. Duffy geht dieser Spur nach und findet einen weiteren Toten … einen Sympathisanten und Anhänger der IRA. Dieser Mordfall scheint klar und ist zu den Akten gelegt worden, doch Duffy entdeckt Lücken und sucht Verbindungen. Haben die Morde etwas miteinander zu tun? Ist die junge und attraktive Witwe des IRA-Mannes so unschuldig, wie sie behauptet? Weiß sie mehr? Doch niemand sagt etwas. Es gibt Dinge, die in Nordirland untereinander geregelt werden.

Dieser zweite Teil ist genauso rasant wie der erste. Immer wieder scheinen die Ermittlungen ins Leere zu laufen, bis sich doch Verflechtungen ergeben. Und Duffy, der einsame Wolf, versucht ein bisschen Liebe und landet in einer großen Katastrophe. Es ist schon beeindruckend, was dieser Mensch aushält.
In Nordirland.
In einer Zeit, in der man zäh sein musste.
In der man nicht verzweifeln durfte.

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Tags: 80er jahre, adrian mckint, carickfergu, ira, irland, margaret thatcher, suhrkamp verla, trouble   (8)
 

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35 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

russland, perestroika, opfer der terroranschläge, stalinzeit, gefühle

Secondhand-Zeit

Swetlana Alexijewitsch , Ganna-Maria Braungardt
Flexibler Einband: 569 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.02.2015
ISBN 9783518465721
Genre: Sachbücher

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754 Bibliotheken, 19 Leser, 2 Gruppen, 105 Rezensionen

mars, science fiction, überleben, astronaut, andy weir

Der Marsianer

Andy Weir , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.10.2014
ISBN 9783453315839
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Er ist am Arsch.

Richtig am Arsch. Und allein.
Es war dieses beschissene Wetter schuld, dieser elende Sturm und der ganze Sand. Am sechsten Tag der Mission. Niemand konnte etwas dafür. Und nun hat er den Schlamassel. Ich rede von Mark Watney. Von Beruf Botaniker, Mechaniker und Astronaut. Sein neuer Wohnort: der Mars. Ungefähr 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Na prima. Und nun?

Wie es weitergeht, erfahren wir durch sein Tagebuch.Er beginnt mit den Worten: „Ich bin so was von im Arsch.“
In dem Ton geht es weiter. Dafür, dass er so weit weg von zu Hause und allein auf einem nicht ganz so lebensfreundlichen Planeten sitzt, berichtet er sehr salopp, rotzig und manchmal abgeklärt. Analysiert seine nicht wirklich rosige Situation. Macht eine Bestandsaufnahme.

Der Sturm war heftig, sodass die Marsmission Ares 3 abgebrochen werden musste. Alle sollten zum MRM (Marsrückkehrmodul), um zurück zur Hermes zu fliegen, einem Raumschiff in der Umlaufbahn des Planeten, das die Crew sicher zur Erde zurückbringen würde. Doch der Sturm reißt Antennen ab, Teile fliegen durch die Luft, Mark wird getroffen und verletzt, das MRM droht zu kippen, die Kommandantin Lewis sucht ihn, findet ihn aber nicht, der Kontakt zu Mark ist abgerissen, und muss den Befehl für den Abflug geben, um die anderen Crewmitglieder nicht zu gefährden.
Am nächsten Tag findet Mark sich halb verschüttet im Sand wieder, mit einem Metallteil im Bauch. Sein Raumanzug gibt Alarm. Er kann sich aufraffen und zur Wohnkuppel gelangen. Sie steht noch und funktioniert einwandfrei. Viel hat der Sturm zum Glück nicht beschädigt. Er verarztet sich selbst. Und sitzt nun mutterseelenallein auf einem Planeten. Funkkontakt zur Erde nicht möglich. Es hat ja die Antenne zerrissen.

Nun beginnt Andy Weir mit seiner Robinson Crusoe Version für gestrandete Astronauten. Oder nicht ganz, die Sache ist viel weitreichender und komplizierter. Jedenfalls muss ein Plan her. Der besteht darin, für Nahrungsmittel und Wasser zu sorgen. In einigen Jahren soll die nächste Ares Mission auf dem Mars landen, tausende Kilometer vom Wohnmodul entfernt. So lange will Mark durchhalten. Er rechnet alles durch. Wasser, Luft, Lebensmittel. Es wird nicht reichen. Wie gut, dass er Botaniker und Mechaniker ist! Durch sein Tagebuch erfahren wir, was er anstellt, um zu überleben. Seine Verschnaufpausen verbringt er mit alten Fernsehserien und Discomusik, manchmal liest er, seine Auswahl besteht aus dem Material, welches die Kollegen zur Zerstreuung mitgenommen haben auf diese Mission. Es ist nicht immer sein Geschmack, jedoch besser als nichts. Denn er ist ja allein. Seine Psyche bleibt relativ stabil. Das wundert mich manchmal.

Zur selben Zeit trauert auf der Erde eine Nation um Mark Watney. Bis eines Nachts eine Ingenieurin auf Fotos vom Mars Ungereimtheiten entdeckt. Schnell wird den Verantwortlichen klar, dass ihr Mann lebt! Was soll nun geschehen? Soll eine Rettungsaktion gestartet werden? Ist das überhaupt möglich? Und wer finanziert das? Andy Weir switcht hin und her, erläutert uns die Probleme und Schwierigkeiten auf dem Mars und auf der Erde. Ich als Leser hechte hinterher, getrieben von diesem unbeugsamen eigenbrötlerischen Charakter, den nur ein hochtechnisiertes Zelt vom Tod trennt. Und ein Berg Kartoffeln.
Auf der Erde wird über Verantwortlichkeiten diskutiert. Niemand möchte entscheiden, ein klares Wort sagen. Wir erleben Hoffnung und Desillusion. Das Aufkeimen von Plänen und deren Scheitern. Wird es möglich sein, Mark Watney zu retten?

Was in dem Roman noch fern erscheint, ist für eine niederländische Organisation, Mars One, eine feste Planung. 2024 sollen zum ersten Mal Menschen zum Mars fliegen. Für diese Mission konnte sich jeder bewerben, das Auswahlverfahren läuft (2016). Da die technischen Möglichkeiten jedoch noch nicht ausgereift sind für solch einen langen Flug, wird es lediglich ein Hinflug. Eine Rückkehr ist nicht geplant und nicht möglich. Alle zwei Jahre sollen weitere Menschen zum Mars gebracht werden. Dafür haben sich sehr viele freiwillig gemeldet. Das lässt mich heftig schlucken. Es sollen Menschen auf dem Mars ausgesetzt werden, die wie Mark Watney ihr Leben sehr eingeschränkt in Wohneinheiten verbringen werden. Natürlich haben die sich freiwillig gemeldet, aber wie lange hält diese Freiwilligkeit an? Wann wird es manchen zu viel? Das ganze Spektakel soll live, also mit ca. 14 Minuten Verzögerung, gesendet werden. Dann gibt es wirklich Marsianer. Und wir können zuschauen. Mir wird schlecht bei diesem Gedanken. Wie ethisch ist diese Mission?

Andy Weir hat ein schönes Bild gezeichnet von der Trostlosigkeit und Abgeschiedenheit, so in etwa könnte es werden. Rau und feindlich. Maschinen sichern das Überleben. Und wenn kein Freak wie Mark dabei ist, der anscheinend alles reparieren kann, dann ...


Der Marsianer, Andy Weir, Heyne Verlag.

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zukunft, expedtion, katastrophe, venus, weltraumrakete

Die Astronauten

Stanislaw Lem , Rudolf Pabel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.05.1978
ISBN 9783518369418
Genre: Fantasy

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irland

Der Sommer, als der Regen ausblieb

Maggie O'Farrell , Marcus Ingendaay
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482573
Genre: Romane

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doppelleben, australien, liebe, moral, roman

Nachts schwimmen

Sarah Armstrong ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 27.07.2015
ISBN 9783453290709
Genre: Romane

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science-fiction, science fiction, diaspar, erde, science-fiction-klassiker

Die Stadt und die Sterne

Arthur C. Clarke , Tony Westermayr
Flexibler Einband: 326 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2011
ISBN 9783453533974
Genre: Science-Fiction

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politik, islamischer staat, islam, terrorismus, is

Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

Jürgen Todenhöfer
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.04.2015
ISBN 9783570102763
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mir ist immer noch ganz mulmig, gerade habe ich das Buch zugeklappt. Es geht um ein Thema, über das wir hier und da hören, es vielleicht nicht so ernst nehmen, denn es ist ja so weit weg. Wir sitzen schön im Warmen in unserer westlichen Welt. Syrien, der Irak und die anderen arabischen Länder sind weit weg.

Jürgen Todenhöfer war da, er war mittendrin. Beim IS. Zuvor hatte er ein halbes Jahr mit deutschen Kämpfern des IS geskypt, um eine Garantie für seine Reise zu bekommen, um überhaupt reisen und dokumentieren zu können. Normalerweise tötet der IS Journalisten und Andersgläubige. Denn für sie ist die Welt einfach: es gibt nur den Islam. Der regelt alles. Eine weitere Gesetzgebung braucht es nicht. Geurteilt und bestraft wird nach der Sharia. Juristen sind überflüssig. Nach einigem zähen Ringen bekam er schließlich die offizielle Erlaubnis des Kalifen, den Islamischen Staat zu bereisen, zu filmen, zu fotografieren und Interviews zu führen. Im Dezember 2014 ging es los. Todenhöfer reiste mit seinem Sohn und einem Freund an die türkische Grenze, um von dort aus in den Islamischen Staat geschleust zu werden. Etwas abenteuerlich gestaltete sich der Grenzübertritt, dann war er da, mitten im IS. Im Rekrutierungslager herrschte eine ausgelassene, freundliche Stimmung. Sie wurden neugierig aufgenommen. Erst einen Tag später traf er seinen Interviewpartner der letzten Monate. Frei bewegen durfte er sich allerdings nicht, ständig waren Kämpfer um ihn herum, die ihn von einem Ort zum nächsten brachten und genau beobachteten, mit wem er spricht und was sein Sohn fotografiert. Handys und Computer wurden ihnen sofort bei der Ankunft abgenommen. Todenhöfer unter Terroristen.

Es drängte ihn die Frage, warum sich so viele Männer als Kämpfer anschließen, warum sie diesen mittelalterlichen Idealismus als ihre neue Religion annehmen. Und wie sich das tägliche Leben im Islamischen Staat gestaltet. Kann man dort normal leben?

Ein wenig erfahren wir darüber in seinem Buch.

Der Koran regelt das Leben. Er ist durchzogen von Barmherzigkeit. Das wiederholt Todenhöfer in seinen Interviews via Skype und während seiner Reise immer wieder. Was er beim Islamischen Staat findet, ist alles andere als barmherzig. Diese Auslegung des Koran hat nichts mit Barmherzigkeit zu tun. Warum schließen sich trotzdem so viele als Kämpfer an, auch aus Deutschland? Ganz klar wird es mir auch nach der Lektüre des Buches und der weiterführenden Beschäftigung mit dem Thema nicht. Noch nicht einmal Musik ist erlaubt. Rauchen auch nicht. Die Sklaverei ist wieder eingeführt worden. Eigentlich leben alle in ständiger Angst. Der Islamische Staat sagt, die Menschen würden ihn langsam akzeptieren. Ich denke, sie sind eingeschüchtert und schaffen es nicht zu fliehen. Eingeschüchtert durch die Grausamkeiten, die öffentlich begangen werden. Einem Dieb wird die Hand amputiert. Shiiten werden getötet, sie gelten als Abtrünnige. Grundsätzlich soll jeder umgebracht werden, der nicht konvertiert oder eine Schutzsteuer zahlt (das gilt lediglich für Christen und Juden). Wirklich jeder.

Das wären Hunderte Millionen von Menschen. Die sollen wirklich alle getötet werden? Ein klares Ja als Antwort. Das ist Völkermord. Wie kann sich eine Gruppierung als die einzig Wahre darstellen und alle anderen sollen sich unterwerfen? Ausländische Gefangene werden vorgeführt, sie werden öffentlich geköpft, da die Regierungen für ihre Staatsbürger nicht zahlen. Und die Weltmächte schaffen es nicht, diesen Islamischen Staat zur Räson zu bringen. Was läuft falsch?

Das frage ich mich dauernd, während ich das Buch lese. Wir kennen aus den Medien die Meldungen und Videos des IS. Wir sind einigermaßen informiert. Aber eben nur einigermaßen, da im täglichen Informationsdschungel viel verloren geht. Dann geht eine Bombe in Paris hoch, die Büros einer Satirezeitschrift werden zusammengeschossen, ein israelischer Supermarkt wird überfallen. In Deutschland gibt es auch schon Terrorwarnungen. Ein Fußballspiel wird abgesagt. Stimmt, und in England war auch schon mal etwas. IS ruft zu Anschlägen auf. Waren die das? Woher sollen wir das wissen.

Todenhöfer ist jemand, der offen seine Meinung sagt, offene Briefe schreibt und dafür nicht nur Kritik, sondern Hetze erntet. Offene Worte passen nicht jedem. Dabei sollen sie nur helfen, dass wir uns eine Meinung bilden können. Es gibt mittlerweile zu wenig streitbare Menschen, die beide Seiten kennenlernen wollen. Aufgemischt wird zu selten. Was haben wir davon? Einheitsbrei und einen Mainstream, dessen Bewegungslosigkeit nicht mehr zu ertragen ist. Todenhöfer reißt uns aus dieser lethargischen Bequemlichkeit mit seiner Arbeit. Er zeigt uns eine Seite neben der offiziellen Berichterstattung. Dafür bekommt er Todesdrohungen. Ihm wird sogar die Verharmlosung des Holocausts vorgeworfen. Bleiben wir doch mal auf dem Teppich! Der respektvolle und faktenreiche Diskurs ist aus der Mode gekommen. Streiten ist eine Kunst, die nicht mehr beherrscht wird.

Dieses Buch wird noch lange in mir nachhallen.

Obwohl ich vom täglichen Leben nicht viel erfahre. Wie sieht der Alltag einer Familie dort aus? Er wird es selber nicht erfahren haben, er durfte nur so weit, wie seine Aufpasser ihn ließen. Der IS wollte ein positives Bild abgeben. Gelungen ist es ihm nicht. Das bestätigen die Berichte der Menschen, die geflohen sind.

Im Grunde dreht sich die Reportage um wenige Fragen. Immer wieder bohrt er nach, das wird nicht gerne gesehen, immer wieder wiederholt er seine Fragen nach dem Warum. Warum folgen die Männer, warum wollen sie so leben und warum meinen sie, dass ihre Auslegung des Korans Allahs Wille ist?

Ich habe das Thema neben den üblichen Schlagzeilen an mich herangelassen und entdecke die Bedrohung, bin ganz entsetzt von dem Zulauf, verstehe die Beweggründe weiterhin nicht. Seine Angespanntheit, die während des Lesens auf mich übersprang, bleibt. Danach fehlen mir die Worte.

Anschlag in Bagdad.
Anschlag in Istanbul.
Deutsche unter den Toten.
Es kommt immer näher. Ich drehe mich dabei im Kreis. Ich verstehe es einfach nicht.

Kann man wohl auch nicht.



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dystopie, hugh howey, silo, piper

Level

Hugh Howey , Gaby Wurster
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2016
ISBN 9783492306775
Genre: Science-Fiction

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dystopie, silo, hugh howey, endzeit, zukunft

Silo

Hugh Howey , Gaby Wurster , Johanna Nickel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.06.2014
ISBN 9783492305037
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Menschheit lebt unter der Erde, in einem Silo. Vom obersten Stockwerk aus kann man mittels Kameras nach draußen schauen, auf die Erde, die grau und braun und leblos daliegt. Draußen ist es unwirklich, vergiftet, ein Leben dort ist nicht mehr möglich. Das Leben innerhalb des Silos ist streng gegliedert. Jeder hat seine Aufgabe. Alles wird überwacht.

Holsten fungiert als Polizeichef. Seine Frau Allison, eine Computerexpertin, stößt auf alte, oft überschriebene oder gelöschte Dateien, die von den Aufständen erzählen und die Geschichte der Welt anders wiedergeben, als es offiziell getan wird. Was ist wirklich passiert? Wie kam es zu dem Silo und warum ist die Welt draußen verseucht? Ist das, was man sehen kann, wirklich wahr?

Allison verstößt mit ihren Fragen gegen die Regeln. Sie fühlt sich zunehmend beengt, eingesperrt. Sie möchte endlich frei sein und gehen. Das bedeutet für sie zur Reinigung hinausgeschickt zu werden, und das ist ein Todesurteil.

Die Verurteilten brechen nach kurzer Zeit auf der Oberfläche zusammen. Vorher sollen sie die Linsen der Kameras säubern, damit die Silobewohner einen klaren Blick auf die Erde behalten. Drei Jahre später meldet sich Holsten freiwillig zur Reinigung. Er hat sich in all den Jahren gefragt, was seine Frau herausgefunden hat. Seine Zweifel an allem werden immer lauter. Ist alles echt, was er sieht?

Der Anfang des Romans zieht sich, ein endloser Abstieg der Bürgermeisterin in die untersten Etagen beherrscht unzählige Seiten. Sie steigt hinab in die Mechanik, um dort eine junge Frau zur neuen Polizeichefin zu machen. Durch diesen Gang durch das Silo lernen wir die Örtlichkeiten ein wenig kennen, die endlose Treppe, die Einteilung der Etagen, die Farmen, die IT-Abteilung, das Krankenhaus, und Stufe um Stufe geht es tiefer, Träger bevölkern die Treppe, alle tragen Overalls, jede Berufsgruppe hat eine andere Farbe. Doch die Charaktere sind und bleiben blass.

So beginnt die Silo-Trilogie von Hugh Howey. Der erste Band Silo oder Wool wurde von ihm 2011 über amazon kapitelweise veröffentlicht und sofort ein großer Erfolg. Im Laufe der Zeit folgten Level und Exit. Erschienen als gebundene Ausgaben ist die Reihe bei Piper.

Der Plot ist nichts Neues. Schon andere Autoren haben sich dieser Dystopie verstrahlte Erde und Leben unter der Erdoberfläche angenommen. Deshalb war ich sehr neugierig, was Hugh Howey daraus gemacht hat. Um es vorwegzunehmen: ich war etwas enttäuscht. Der Eindruck des ersten Bandes blieb. Es kamen keine Überraschungen mehr. Ziemlich zäh zieht sich das Thema und die Entwicklung des Plots über drei Bände. Philip K. Dick hat in seinem Roman Zehn Jahre nach dem Blitz lediglich 157 Seiten benötigt, um uns in Atem zu halten und dabei viel mehr Inhalt und Gesellschaftskritik transportiert. Schade. Das Thema hätte einiges mehr hergegeben. Howey marschiert mit uns durch seine Dystopie, setzt Szene an Szene ohne Überraschung. Brüche und Spannung gibt es nicht. Charismatische Charaktere auch nicht. Trotzdem habe ich weiter gelesen in der Hoffnung auf eine ungeahnte Wendung, eine Entwicklung. Sie kam nicht.
Mir ist jetzt noch ganz schwindelig von all den vielen Stufen und Treppen, die ich mit hinauf und hinab gelaufen bin. Einen faden Geschmack hat auch eine seiner Protagonistinnen bei mir hinterlassen, immer ein Gutmensch, immer nur für andere da. Man ahnt sofort, sie wird immer alles richtig machen, immer machen und entscheiden, selbst wenn sie eigentlich krank und völlig ausgelaugt ist. Sie wird es machen. Und alle retten.

Unschwer zu erraten ist das Ende, oder vielleicht nur das vorläufige, der dritte Band lässt das offen. Philip K. Dick geht in dieser Beziehung weiter und informiert uns umfassender.

Diese Kompaktheit fehlt bei Howey. Er beschreibt stur und ohne einen besonderen sprachlichen Stil. Wir wissen am Ende, dass es Silos gibt, warum es sie gibt, wer dafür verantwortlich ist und wie dieser Jemand die Zeit überdauert hat, wer die Strippen weiterhin zieht und haben es die ganze Zeit geahnt.

"Selten wurde eine Endzeitstimmung so packend geschildert." FAZ.

"Besser nicht im Dunkeln lesen." Das schrieb der Sunday Telegraph

Nachvollziehen kann ich diese Aussagen nicht. Ich stelle die Bände enttäuscht in mein Regal und werde mich weiter durch die Sience Fiction lesen.

 

 

 

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