Vielhaber_Juergens Bibliothek

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„Die RAF hat euch lieb“

Bettina Röhl
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2018
ISBN 9783453201507
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich war skeptisch, als ich mit dem Lesen anfing.
Sehr viel ist über die RAF geschrieben worden und doch stekt dieser Themenkomplex voller Rätsel.
Nur wenige scheinen interessiert daran, diese zu lösen.
Vor einem halben Jahr legte Stefan Aust die vierte Auflage des BMK vor. Auch dort liegt das Hauptinteresse bei Ulrike Meinhof.
Im Ganzen ist das Interesse auf fünf RAF-Mitglieder reduziert.
Namentlich bekannt sind aus drei Generationen 150 Personen.
Aber das nur neben bei und weil ich gerade dabei bin, Näheres über Ingrid Schubert und Juliane Plambeck zu recherchieren und dieser Informationsmangel auch mich betrifft.
Das Bettina Röhl ihren ganz eigenen Blick auf die RAF hat, liegt sicher an der familiären Bindung zu Meinhof.
Streng genommen zählt auch Bettina Röhl zu den Opfern der RAF. Diese Frage wurde bereits angedacht im Kontext der Annäherung von Corinna Ponto und Julia Albrecht.
Und Bettina sollte gar in ein kurz darauf zerstörtes Palästinenserlager abgeschoben werden.Doch Verbitterung zeigt sie nicht.Sehr flüssig entwickelt sie auf mehr als 600 Seiten ihre ganz eigene Gesschichte, die untrennbar mit einigen historischen Daten verknüpft ist.
Sicher ist der Lauf der Geschichte bekannt, doch hier wird sie aus der kindlichen Sicht , weitgehend kitschfrei erzählt.
So schafft sie es dem Kind Bettina eine Stimme zu geben.Neue Details-erstmals spricht hier die unmittelbar beteiligte Hanna K. runden das Bild ab.
Meine Skepsis ist verflogen...gespannt warte ich auf die angekündigte Fortsetzung und das hoffendlich nicht 12 Jahre lang...
Zwei Korrekturn,besonders weil Frau Röhl ihr Buch als historisch-analytisch bezeichnet.
S..172 Adorno starb 1971 vergrämt....nein, er starb im August 1969 während eines Urlaubaufenthalts.
das sollte einer Journalistin von Ihrem Format nicht unterlaufen...
dann kürzt sie den namen einer tatbeteiligten, Irene G, durchgehend ab, doch dann S.359 in Prolls Aussage wird er ausgeschrieben,wenn auch mit vertauschten Buchstaben...

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Berlin – Stadt der Revolte

Michael Sontheimer , Peter Wensierski
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Links, Christoph, Verlag, 07.03.2018
ISBN 9783861539889
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ja, zwischen 40 Jahren Deutscher Herbst und 50 Jahren 68 scheint die Zeit gekommen für diesen Reader( auch so ein Wort aus der Vorzeit) über Berlin und seine plätze der Revolte.Und erstmals vereint: Plätze Ost wie West. Kurze, sehr informative Kapitel-insgesamt 56-erfreulich viele Fotos. Und zwei Autoren,die ihr Handwerk verstehen,dem Thema nah sind:Sontheimer und Winsierski.
Beide seit Jahrzehnten etablierte Chronisten.Sontheimer gründete einst die taz mit und schreibt als einer der ganz wenigen die relevanten Artikel zum Thema RAF, meist im SPIEGEL.
Winsierski schreibt indes so plastisch über Menschen und Orte im Ostteil, das ich längere Zeit annahm,er hätte auf der anderen Seite der Mauer gelebt.
Neben altbekannten Protagonist(inn)en wie Biermann, Havemann, Bohley oder Wegener tauchen alte Straßennamen wieder auf,die für wichtige Veränderungen zum Symbol wurden.
Einige Errungenschaften beleben die Stadt auch heute noch: Die UFA-Fabrik,das SO36 und last not least die taz.
Aber auch die Irr-und Umwege haben ihren Platz und
Georg von Rauch, Andreas Baader und Ulrike Meinhof gehören zum Kaleidoskop dazu.
Nach jedem Kapitel ist zu erfahren,wer oder was sich heute am ehemaligen Schauplatz befindet.
Längst nicht alle Schauplätze und Geschichten finden ihren Platz und vielleicht darf man auf einen zweiten Teil hoffen.
Ein wichtiges Buch für alle Berliner,aber auch für alle Berlin-Interessierten,auch für an Zeitgeschichte Interessierte.
Unbedingt zu empfehlen...

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1968

Detlef Siegfried
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 09.02.2018
ISBN 9783150111499
Genre: Sachbücher

Rezension:

Aus der stetig wachsenden Flut von veröffentlichungen ragt Siegfrieds Buch schon jetzt heraus.Einen großen Vorzug sehe ich,das er weit über den Tellerrand der üblichen Aspekte blickt.So fängt er schon am Ende der Fünfziger Jahre als Beginn der protest-Inkubationszeit an. Ausführlich geht er auf die Gammler, die die verkrusteten Gemüter ab Mitte der 60er bis zur Weißglut trieben,allein durch ihre Anwesenheit.Sehr schön auch das die oft vernachlässigte Rolle der Drogen in Augenschein genommen wird
[Haschrebellen]. Auch die Abbildungen sind eher selten gesehen und geben Zeugnis vom kulturellen Wandel, der 1968 weit mehr stattfand als der politische. Unbedingt lesenswert!!!

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Nur nicht aus Liebe weinen

Dunja Rajter
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei adeo Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783863341824
Genre: Biografien

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dante, ec, gra

Die Geschichte der legendären Länder und Städte

Umberto Eco , Barbara Schaden , Martin Pfeiffer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423348560
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein wunderschönes Buch, das dtv nun in einer Paperbackausgabe herausbrigt,was aber den Zauber nicht mindert.
Auf 480 teils opulent bebilderten Seiten nimmt Eco den leser mit in legendäre gedanken welten.
Ob die verschiedensten Sichtweisen auf die Erde,die Länder der Bibel (hier werden Fragen beantwortet, die nicht nur mich seit katholischer Kindheit umtreiben: woher kommen die heiligen Drei könige? was hat es mit der Königin von Saba auf sich?
Auch die Länder Homers, die sieben Weltwunder, die Wunder des Orients, das irdische paradies, die Glückseligen Inseln werden in verschiedensten darstellungsweisen berücksichtigt.
Im sechsten kapitel dreht sich alles um die immer wieder neu genährte Legende von Atlantis.Den Grundstein legte Platon und beeinflußte über Jahrhunderte Gelehrte wie von Humboldt und Darwin,aber auch Esoteriker wie d Olivet und die Theosophin Blavatsky.
Populär bis heute Jules Vernes Meisterwek 20000 Meilen unter dem Meer. Auch im Umfeld der Natinalsozialisten hatte Atlantis einen besonderen Stand.So soll Himmler 1938 eine Expedition nach Tibet organisiert haben, um dort Überreste weißer Atlantiden zu finden.
Auch Edgar Allen Poe befaßte sich intensiv mit der Stadt im Meer.
Auf die eher dunklen Auswüchse geht das Kapitel über den Mythos von Thule, verknüpft mit der Sage der Hyperboräer, ein.
Nicht nur die Ursprünge der Ariermythologie (auch hier maßgeblich beteiligt: Madame Blavatsky), auch der Hang zum Okkultismus, der vielen Nationalsozialisten eigen ist, werden im Kontext gut verständlich dargestellt. Nicht nur mit Fotobeweisen wird die stumpfe Rassenlehre ad Absurum geführt.
Doch auch die Wanderungen des Gral, das Schlaraffenland, die Utopischen Inseln, das Erdinnere u.v.a.m. werden mit teils hervorragendem Bildmaterial präsentiert. Den Abschluß bilden Literarische Stätten und deren Wahrheit. Neben den Wurzeln des Grafen Dracula geht es zur Schatzinsel und auch der geheimnisumwitterte Schwarze Dschungel kehrt ins Gedächtnis zurück.
Dreihundert meist farbige Abbildungen runden ein fürstliches Lesevergnügen ab.

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Deutscher Herbst in Europa

Petra Terhoeven
Flexibler Einband
Erschienen bei De Gruyter Oldenbourg, 01.01.2014
ISBN 9783110484908
Genre: Sachbücher

Rezension:

Petra Terhoeven ist meiner Ansicht nach eine der fundiertesten kennerinnen der Anni Plombi, der bleiernen Jahre.
Kürzlich erschien bei Beck Wissen ein zumindest vom Umfang her schmaler Band zur RAF. Hier erweist sich Terhoevens Begabung, das Wesentliche aus insgesamt 30 Jahren RAF inclusive der Nachwirkungen in den verschiedensten Disziplinen auf den Punkt zu bringen.
Um einiges ausführlicher kommt die Studie zum Deutschen Herbst in Europa daher.
Untersuchungsgegenstand ist das "radikal linke Millieu als wichtigster transnationaler Resonanzraum der RAF-Propaganda."Der Leser wird zu den Anfängen 1967 zurückgeführt und mit Dutschke und Feltrinelli, zwei jeder auf seine Weise schillernde Charakteren, näher bekannt gemacht.
Umfassend, aber immer spannend werden die Protestbewegungen in der BRD wie in Italien von ihrem Anfang her beschrieben.
Die Intellektuellenscene Italiens war um einiges umtriebiger in der Unterstützung der sogenannten politischen Gefangenen.
prominente Unterstützer waren Dario Fo, Sartre und auf der hiesigen Seite unter anderem Schlöndorff und seine damalige Gattin von Trotta.
Erstaunlich, wie viele Querverbindungen es zwischen RAF und Roten Brigaden gab.Frappierend die Ähnlichkeit von Schleyer- und Moro-Entführung.
Von den Anwälten betreute Unterstützer-Netzwerke werden zum Sammelbecken für fast alle, die  kurz darauf wegen der Offensive 77 auf den Fahndungsplakaten gesucht werden.
So benennt Frau Terhoeven auch die IVK als heimliche Schaltzentrale der RAF.
Das aber auch die Lorenz-Entführung 1975 ein italienisches Vorbild (Sossi) hatte, ist eine der vielen Enthüllungen.
So wird die blutige Moro-Entführung durch die Schleyer-Entführung determiniert, sollte doch ursprünglich der italienische Arbeitgeberpräsident Pirelli entführt werden.
Dies nur zwei Beispiele der deutsch-italienischen Verflechtungen, bislang auch in der Forschung durchaus unterschätzt.
Die Lektüre gestaltet sich durchaus spannend, neue Erkenntnisse inclusive.

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1968

Norbert Frei
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.12.2017
ISBN 9783423349208
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch in diesem Jahr stehen versciedene Jahrestage an.Dienen sie nur zum Ablenken von eigentlichen problemen, ist es schwierig.
Bei 68 war bereits zum 40.Jahrestag viel geschrieben worden.
Auch das vorliegende Buch erschien erstmals 2007.
Wie sinnvoll und aktuell die Neuauflage ist, zeigen die gefährlichen Äußerungen Dobrindts über 68er.
68 beginnt schon zu Beginn der Sechziger mit Protesten von Studenten wie von Schwarzen, beginnend in den USA, dann nach und nach in der ganzen westlichen Welt.Doch auch die bitteren Ereignisse in der Tschechoslowakei, Polen und natürlich der DDR.
Berührend ,wie Frei an den Moment des Mitreißens erinnert, "die ehrlich empfundenen großen Worte, die tiefen Gefühle und die aufrichtige Empörung..." Für eine kurze Zeitspanne schien alles möglich.
Auch die Schattenseiten erspart Frei uns nicht, insbesondere der Todestrip,auf den sich erst die Tupamaros W-Berlin und München, kurze Zeit später RAF und B2J. begaben.
Letztlich sind es vor allem die alltagsweltlichen Veränderungsprozesse, die damals auf den Weg gebracht wurden.
Frei endet mit einem Überblick zum Forschungsstand.
Nicht nur historisch Interessierten ist dieser gut verständliche Band sehr zu empfehlen!

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Ein Mensch brennt

Nicol Ljubic
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423281300
Genre: Romane

Rezension:

So eben haben wir, also die noch Lesenden, den 40.Jahrestag des deutschen Schlüsseljahres 1977 hinter uns gebracht.
Auch der vorliegende Roman spielt 1977 bzw. in den Jahren zuvor.
Der reale Titelheld bricht nicht nur mit vielen Konventionen, er bricht auch in eine mehr oder wenige heile Familie, die von Hanno.
Was bei Stefan Lohses Roman Ein fauler Gott schnell gelang, mich, der zur gleichen zeit aufwuchs zu berühren, bleibt diesmal aus.
Sämtliche Charaktere bleiben merkwürdig schablonenartig. Allen voran Mutter Martha, die  immer mehr von dem Aktivisten Gründler angezogen wird, ihren Sohn und ihre Ehe vernachlässigt und nach dem Brandopfertod sein Andenken verwaltet und dabei vergisst zu leben.
Ich ertappte mich sogar dabei, den Demis Roussos hörenden Vater sympathisch zu finden.
Viele Dinge wiederholen sich, trotz des wirlich interessanten Thema Anti-Atom- Protest hab ich mich gelangweilt.

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leere seelen, nahe zukunft, politthriller, roman. belletristik, spannung, suizid, terroranschläge

Leere Herzen: Roman

Juli Zeh
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 13.11.2017
ISBN 9783641195748
Genre: Sonstiges

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bäckerin ilse, erste große liebe, joachim meyerhoff, schleswig-holstein, tänzerin hanka, teil 4

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Joachim Meyerhoff
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.11.2017
ISBN 9783462049442
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt einen schönen,kleinen Film von 1992,Kleíne Haie mit noch sehr jungem Jürgen Vogel und Meret Becker.Der spielt im Millieu der Schauspielschulen, und seine Bilder blitzten manchmal bei mir auf als ich nun Mayerhoffs vierten Band las.
Als blutiger Anfänger wecselt er vom Theater Bielefeld nach Dortmund...Und wer schon mal an Provinztheatern festhing,der schmunzelt nicht nur einmal...
Gewohnt pointenreich erzählt,jedoch bei einigen Gelegnheiten trägt er einfach zu dick auf,namentlich die Todesfuge -das glaub ich einfach nicht!
Ob seine Lebe zu Hanna,die ehre sexuelle Beziehung zuFranka und die platonische,weil kulinarische zu Bäckerin Ilse exakt so gelaufen sind,weiß nir der Autor selbst,
Er versteht es großartig,die so unterschiedlichen Frauen zu schildern.
Auch wenn der vierte Band im Ganzen etwas schwächelt,hoffe ich sehr sehr stark,das es nicht der letzte dieser Reihe war....Ein schönes Geschenk allemal....

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BUNTE Republik Deutschland

Patricia Riekel
Fester Einband
Erschienen bei Prestel, 09.10.2017
ISBN 9783791383934
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das fast hinter uns liegende 2017 war Anlaß zahlreicher jubiläen.
Zu den erfreulicheren zählt sicherlich der 70 jährige Geburtstag der Zeitschrift BUNTE.
Heute ist sie die Königin der sogenannten People-Magazine, die von den meisten angeblich nur im Wartezimmer gelesen werden.
Trotzdem erreicht die BUNTE wöchentlich erstaunliche Verkaufszahlen.
In meinen persönlichen Erinnerungen hat BUNTE eine festen Platz. Als Fünfjähriger blätterte ich 1969 gerne in den Mappen des Lesezirkel und BUNTE gehörte im Gegensatz zu Praline und Quick zu den Mappen,die für mich erreichbar waren.
Nachhaltig erinnere ich Gunter Sachs,seine Scheidung von Bardot und neue Hochzeit mit Mirja, die Mondlandung, aber auch den Unfalltod der schon damals von mir heißgeliebten Alexandra ebenso wie die Ermordung der schönen Sharon Tate.
Wenig später war BUNTE für mich als Punk nicht mehr relevant.
Umso besser, das Patricia Rykel tief im Archiv kramte.
Sie ermöglicht einen  herrrlich nostalgischen Blick in vergangene Jahrzehnte.Qualitativ erstklassige Repros alter Artikel, unvergssene Titelbilder bringen den Glanz der alten BRD zum Leser zurück.
Eine tolle Geschenkidee für alle Mütte und Großmütter, aber auch für alle, die Zeitgeschichte mal von der bunten Seite erleben wollen...

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1968

Armin Fuhrer
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Palm Verlag, 15.10.2017
ISBN 9783944594835
Genre: Sachbücher

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atlas, erdkunde, farbige illustrationen, farbig illustriert, geodäsie, geschichte, großformatige illustrationen, hist. karten, historische karten, historische landkarten, illustriert, karten, kartografie, landkarten, sachbuch

Atlas der erfundenen Orte

Edward Brooke-Hitching , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281416
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Buch für große Jungs,gerade rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft auf den Marktgebracht.Sehr schön ausgestattet gibt Brooke-Hitching Geschichten zum besten von Hochstaplern,von mörderischen Polarforschern,doch auch von den Ehrenhaften, denen es lediglich um den Ruhm ging,wenn schon nicht für sie so doch wenigstens für ihre Sponsoren.
Es gibt oder gab erstaunlich viele Inseln,gar ganze Länder,nie vorhanden,jedoch länger als existent angesehen wurden. Zum Beispiel kalifornienals vom restlichen Amerika separierte Insel.
Brooke-Hitching haucht den alten Karten so etwas wie Leben ein.Er brennt für sein Thema,das merke ich mit jeder Seite mehr.
Diese eher staubtrockene Thema kam mir durch die erlesene Bildauswajhl um einiges näher...Beshäftige ich mich sonst mit Geographie nur zur Urlaubsplanung...
Doch es hat eine Zeit vor dem Navi gegeben...Wir werden erschüttert,wenn vermeintliche Fakten sich als Fake entpuppen.
Brooke-Hitchings Werk ist die ideale Ergänzung zum herkömmlichen Atlas.Der verfasser ermuntert uns, noch genauer hinzuschauen.
Längst ist noch nicht alles entdeckt,alles hinterfragt.
Sicher wird auch Brooke-Hitchings Suche weitergehen,auch diese Ergebnisse wird er uns zugänglich machen.
So hoffe ich als begeisterter Leser...

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Mit Blick auf See

Odile Kennel
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423281133
Genre: Romane

Rezension:

Odile Kennel war mir bis dato unbekannt,auf Mit Blick auf See bin ich dann auch eher aufmerksam geworden, weil sie das Thema Deutscher Herbst einbaut. Gerade in diesen Tagen des "Jubiläums" sehe ich mich mit einer Flut vonArtikeln konfrontiert,sowie einigen Neuerscheinungen.
Bis jetzt bei Romanen zu diesem Thema eher skeptisch...Doch Kennel lässt ihre Hauptfigur Beatrice Interviews zu eben diesem Thema abtippen und schafft es so, viele Facetten auf geschickte Art in die eher gemächliche Handlung einzubeziehen.
Eine Frau um 50 fängt neu an, zieht aufs Land in eine alte Mühle,lässt Jobin der Agentur und einiges andere hinter sich. Durch die anfangs eher lästigen Fragen eines jungen Mannes beginnt auch sie, sich an die bleierne Zeit zu erinnern.Zu Begiinn noch sicher,mit dem Deutschen herbst keine eigenen erinnerungen zu verbinden, wird ihr langsam eine andere Wahrheit bewußt. Aber wie sicher ist Erinnerung? Hatte Bea sich wirklich in die Schwester eines Studienkollegen verliebt und ist diese während der eigenen Geburtstagsparty abgetaucht? In den Rückblicken ist Kennek sehr gut geklungen,die damals zwischen Hysterie und Resignation changierendeStimmung einzufangen. Ob Beatrice wirklich die Mutter des jungen Alexander gekannt hat,ist sekundär,sie erinnert für sie wichtige Begegnungen.
Kennel erzählt diskret,leise entwickelt sich ein zunehmender Sog. Ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen.
Da ich selbst zum Deutschen Herbszt schreibe, hat mich dieses Buch sehr inspiriert.

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autobiographi, biographie, #book, #buch, #che, cheguevara, cuba, #ernestocheguevara, favoritebook, fidelcastro, juanmartinguevara, lieblingsbuc, #summerbook

Mein Bruder Che

Juan Martín Guevara , Armelle Vincent , Christina Schmutz , Frithwin Wagner-Lippok
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 02.06.2017
ISBN 9783608503746
Genre: Biografien

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blinden flecken, deutscher herbst, politik, raf, terror

Die blinden Flecken der RAF

Wolfgang Kraushaar
Fester Einband: 423 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.06.2018
ISBN 9783608981407
Genre: Sachbücher

Rezension:

In seinem aktuellen Buch legt der renommierte politikwissenschaftler zu einigen Aspekten der RAF sehr interessante Fakten vor.Nein, es ginge ihm nicht um die krininologische Klärung der vielen ungeklärten Morde, warnt Kraushaar gleich zu Beginn.
Aber dieses Genre wird an andrer Stelle hinreichend bedient...
Hier geht es um die Defizite, die sich auf Analyse oder Interpretation beziehen.
Insbesondre die Anfänge der RAF, die Rolle der Frauen,der Anwälte ,der Religion, aber auch die Hintergrundgeschichte des Fritz Rodewald, bis dato lediglich als Meinhofs letzter Quartiergeber bekannt, beschreibt Kraushaar spannend und anrührend.
Der Antisemitismus der RAF wie der radikalen Linken überhaupt ist eins von Kraushaars Schwerpunktthemen.
Hier stellte er sehr anschaulich die so widersprüchlich scheinende Biographie des Horst Mahler dar.
Mindestens zu den Unzterstützern der ersten RAF-Generation zählt Wilfried Böse, der spätere Luftpirat.
Auch auf dessen von Irrtümern gepflasterten kurzen Lebensweg geht der Autor sehr präzise und gut lesbar ein.
Auch die gegensätzlichen Positionen,die dann zum Ende der RAF führen, benennt er und hilft,sie einzuordnen.
Das Gefängnis Stammheim ist untrennbar mit der RAF und deren juristischer Aufarbeitung verbunden.
Wolfgang Kraushaar verdeutlicht die zeitgeschichtliche Bedeutung der Anstalt, nicht ohne den Mythos Stammheim zu entlarven...
Einmal mehr zegt Herr Kraushaar mit diesem Buch, das er zu Recht als RAF-Experte gilt.
So hebt er sich klar aus den zahlreichen Veröffentlichungen zu dem durch die 40. Jahrestage wieder aktuellen, unabhängig davon jedoch immer wichtigen Thema ab.

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wackernagek

RAF oder Hollywood

Christof Wackernagel
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei zu Klampen Verlag - zu Klampen & Johannes GbR, 10.08.2017
ISBN 9783866745582
Genre: Biografien

Rezension:

Nicht nur wegen der momentanen Gedenktage (40 Jahre Deutscher Herbst), deswegen am wenigsten, ist Wackernagels Buch sehr zu empfehlen!Er gibt einigen, die der Durchschnittsleser nur von Fahndungsplakaten kennt,eine berührende Lebendigkeit.
Besonders Willy (Stoll) und Angela(Speitel), bisher eher als RAF-Killer bekannt,waren enge Freunde.Aber auch Brigitte Mohnhaupt, Elisabeth von Dyck und viele andere stellt uns der Autor nun als Menschen vor.
Das macht diese Memoiren so besonders.ziemlich schonungslos beschreibt er seine opposition, die schon Mitte der 60er beginnt und auch mit seiner Rolle als Dchauspieler zu tun hat.Eindrücklich wie der deutsche Underground aus Protest und Drogen eine Generation prägte.
Wie kaum einer beherrscht Wackernagek namedropping, ohne in banalen Klatsch abzugleiten.
Frech und erfrischend auch seine Bewunderung für die Stammheimer Gefangenen, ganz gegen den Trend des momentanen RAF-Bashings.
Das Ende hinterlässt bei mir eine schalen Beigeschmack, jedoch macht das Buch Lust auf mehr...

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stammheim

Terrorismus, Recht und Freiheit

Sabine Bergstermann
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Oldenbourg, 01.03.2016
ISBN 9783110404821
Genre: Sonstiges

Rezension:

Viel ist und wird noch geschrieben über die Vorgänge des Jahres 1977, den sogenannten Deutschen Herbst.Die Mordserie, die eine Gruppe junger Leute um Brigitte Mohnhaupt inszenierte, um die Gesinungsfreunde freizupressen.
Die JVA Stammheim ist zum Symbol geworden,
im eigens erbauten Gerichtssaal fanden fast alle RAF-Prozesse statt.Aber auch jener gegen die Gründer, Baader,Meinhof,Raspe, Ensslin.
Sabine Bergstermann hat nun ein umfangreiches Buch vorgelegt.
Erstmals wird auch die Historie der Anstalt näher beleuchtet von der Grundsteinlegung zum Reformgefängnis.
Die Studie ist in neun umfangreiche Kapitel unterteilt.
Im ersten Kapitel geht die Autorin auf Forschungsinteresse,methodische Aspekte und ihre Quellen ein.
Weiter geht es mit der Konstituierung der RAF, Strafrechtsreform, der Komplex der Inneren Sicherheit.
Die Entwicklung des Gefängniswesen, speziell in der Bundesrepublik der 60er Jahre, zunehmend kritische Stimmen in den frühen 70ern, die spezielle Rolle der JVA Stammheim, auch der architektonische Stil,die Öffentliche Meinung...all das behandelt das dritte Kapitel.
Die Strategien der RAF, Haftbedingungen,die Vereinnahmung von Begriffen seitens der RAF, längst vergessen geglaubte Schlagwörter wie Isolationsfolter, Vernichtungshaft,Politische Gefangene werden in den damligen Kontext gestellt.
Eher knapp die Geschichte der Komitees gegen Folter,aus denen die meisten Mitglieder der zweiten,und die wenigen bekannten der dritten RAF- Generation hervorgingen.Hier ist insbesondere die Rolle der Anwaltsbüros Croissant und Groenewold zu erwähnen,mindestens 15 spätere Terroristen waren dort beschäftigt.
Der fatale Hungertod des Holger Meins,einmal das Radikalisierungsmoment aber auch seine Bedeutung für das umstrittene Instrument der Zwangsernährung.
All das führt Frau Bergstermann dem Leser vor Augen.Auch ihrem Resümee,das eigentliche Bedrohungspotential der RAF sei erst nach 1972 entwickelt worden, kann man folgen.
So geht es im 5.Kapitel um die Privilegien für einige Wenige im siebten Stock der JVA. Untrennbar damit verbunden die Rolle der Anstaltsärzte.
Die Taktik der Gefangenen hieß nicht nur, den eigenen Körper als Waffe einzusetzen,auch ein subtiler Widerstand gegenüber allen Bediensteten bis zu Übergriffen war an der Tagesordnung.
Die logische Folgerung, die RAF-Häftling waren nicht zu disziplinieren.
Auch eher wenig bekannte Facetten wie die Beziehungen der weiblichen Häftlinge untereinander, die Konkurrenz um Baader, fördert die Autorin zu Tage.
Das sechste Kapitel beschreibt juristische Feinheiten, die StPO-Verschärfung 1974, die Einführung des 129a, Verteidigerstrategien,
aber auch den Selbstmord der Meinhof, die Aussagen des Kronzeugen Gerd Müller, die Absetzung des Richters Prinzing, das Urteil im April 1977.
Weiter untersucht sie die Rolle Stammheims im Deutschen Herbst,der Vorgänge September-Oktober 1977,gipfelnd in der Selbstmordnacht zum 18.10.1977.
Sabine Bergstermann gelingt es,bis heute eher mythisch umrankte Ereignisse wie die Vernehmugen des Kuriers Speitel, das Einschmuggeln der Waffen, die einzelnen Todesursachen sachlich und mit der nötigen Ausführlichkeiz darzustellen.
Schließlich geht sie im achten Kapitel auf Stammheim im linken wie auch im konservativen Diskurs ein.
Schlüsselbegriffe sind Vernichtung durch haft, Vernichtung durch Recht, Vernichtung durch Mord.Die Auseinandersetzung ging um Haftbedingungen, den Prozeß und schließlich die Ursache der Tode.
Auf vier Ebenen der Erinnerung fasst Bergstermann zusammen, was danach blieb:
Stammheim als das RAF-Gefängnis schlechthin, als einer der bekanntesten Gerichtsorte der BRD,als Ort der bis heute bleibenden Widersprüche ( 2012 forderte u.a. Gottfried Ensslin ein Wiederaufnahme verfahren). Aber auch die erste Anstalt,die Humanität und Sicherheit vereinen sollte,
was zumindest bei den RAF - Häftlingen nicht gelungen ist.

Eine große,exzellente,nachhaltige Studie,sehr detailreich.
Leider bleibt die Zeit nach 1977 im Dunkeln,was aber auch den Rahmen geprengt hätte.
Eine wertvolle Ergänzung zu den Rückblicken von Aust und Peters.

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messmer

Zelle

Arwed Messmer
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Hatje Cantz Verlag, 11.11.2016
ISBN 9783775741859
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ausgehend vom momentan oft beschriebenen 2.Juni 1967zeigen die Aufnahmen aus der Eigenproduktion der Berliner Schutzpolizei auch die massive Gewalt, die gegen Demonstranten ausgeübt wurde.
Dies führte bei einigen zu einem Radikalisierungsschub und indirekt zu Ereignissen wie der Entführung des CDU- Politikers Lorenz im Februar 1975. Eine bis dahin nicht gelkannte Großfahndung überzog West-Berlin.Als Pfand für Lorenz wurden Gesinnungsgenossen aus der Haft befreit.
Die Fotos zeigen Ina Siepmann und die später oft erwähnte Verna Becker.
Der Kriminalfall sei auserzählt,sagr Fotograf Messmer unlängst dem WDR.Da kann man geteilter Meinung sein. Messmers Blick ist der fotografische, er löst die Aufnahmen aus dem Kontext und ermöglicht so neue Blickweisen.
West-Berliner Ermittleralltag in Schwarz-Weiß, Fritz Teufel und Gabriele Rollnik nach ihrer Verhaftung im September 1975.
Aber auch Farbaufnahmen von den Altbauwohnungen ind den Farben der Hippiezeit, mutmaßlich von Sympathisanten. Unwillkürlich schweift der Blick über die Titel der vielen Bücher, die angepinnten Fotos.Ein längst vergessenes Millieu wird sichtbar.
Ein großartiges Buch, erzählt es doch mehr über diese Zeit als die zahlreichen Rückblicke.
Eine Fortsetzung zum Deutschen Herbst, aber auch der Ära von 67-77, erscheint Ende September.
Im Essener Folkwang-Museum läuft noch bis 3. September die Ausstellung RAF-NO EVIDENCE. Sehr sehenswert...

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Younger Than Yesterday

Antonius Weixler , Gerhard Kaiser , Christoph Jürgensen , Moritz Baßler
Flexibler Einband
Erschienen bei Wagenbach, K, 13.03.2017
ISBN 9783803136640
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Autoren Kaiser,Jürgensen und Weixler sehen eine Wende, hervorgerufen durch das Gesamtkunstwerk Sergeant Pepper, erschienen am 1.Juni 1967.Diese Wende bringt eine Neuerfindung der Ware POP mit sich.

Bereits seit 1965 wird der sonst eher naive POP selbstreflexiv. Ermüdet von der Beatlemania, wollen die Beatles nach 1966 nicht mehr live aufteten.
Erstmals erscheinen mehr Alben als Singles auf dem Markt: Pink Floyd, Velvet Underground and Nico, Bowie, Hendrix, Grateful Dead, Aretha Franklin, Byrds, Airplane, um die berühmtesten zu nennen...
Der vorliegende Bandtransportiert die Idee der fröhlichen Wissenschaft, beim Lesen bekomme ich Lust, die besprochenen Platten zu hören.
Ein Geist der Freiheit ist ihnen allen gemein, diese Freiheit seht mancherorts zur Disposition, was dem Buch Aktualität verleiht.
Frank Witzel schreibt in einem eher schwachen Beitrag über Sergeant Pepper, betont die extreme Produktivität. Der damals 12 jährige fühlte sich jedoch von seine Idolen verlassen, zu normal waren die "großen Brüder" mittlerweile geworden,
Am besten empfand ich Aus der schönen Pophölle von Kelleter.Sehr inspirierend seine Zeilen über Nico und ihre Nähe zur Baader-Meinhof-Gruppe.
Das Pink Floyd doch mehr kann als eine "klanggewordene Designtapete" zu sein wird ebenso heraufbeschworen wie die früh verstorbene Hendrix und Morrisson, die Anfänge Bowies , die besondere Rolle der Aretha Franklin...und einige mehr machen das Werk komplett.
Schade nur,das Moritz Basslers " In der Raupenbahn" sich als Quelle für die Stimmungslage in der damaligen BRD eher auf BRAVO und twen verlässt.
Alles in allem sehr gelungen, Wissenschaft, die Spaß und Lust auf mehr macht!

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Über Grenzen

Lutz Taufer
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Assoziation A, 01.06.2017
ISBN 9783862414574
Genre: Biografien

Rezension:

Im Gegensatz zu seinem Mittäter Dellwo, der momentan wegen seiner Äußerungen zu den G20-Krawallen einiges an Kritik, jüngst vom Ex-Mescalero in der taz, auf sich zieht, scheut sich Lutz Taufer nicht,klares Bedauern für die Morde von Stockholm zu äußern ,mehr noch...er bezeichnet sie als grausam.
Sein Ton ist unaufgeregt,wohltuend bei einem Thema, das auch nach über 40 Jahren für heftige Emotionen auf beiden Seiten sorgt.
Das Schweigen der meisten Überlebenden ist auch eine Emotion.
Anschaulich erzählt Taufer seine Jugend,sein Studium,zeichnet seine Weg zum SPK nach... hier skizziert er,bleibt diskret.
Sein Zusammenwohnen mit Sieglinde Hofmann beschreibt er nicht weiter,auch wenn sicher einige darauf warten.
Der Schnittpunkt ist für ihn wie für die meisten Mitglieder der 2.Generation, der Hungertod von Meins im November 1974.
Selbst die Schilderung der grausig schiefgelaufenen Botschaftsbesetzung ist lesbar.
Besonders finde ich,was Taufer über seine Haftzeit mitteilt.
Stammheim mit den erkämpften Privilegien war für knapp zwei Jahre für bis zu acht Gefangene die große Ausnahme.
Wie aber der Vollzug für die mindestens fünfzig anderen RAF oder 2.Juni-Gefangenen war, die Geschichte nach 1977 bis mindestens 1989, liegt im Dunkeln.Hier hellt Taufers Bericht einiges auf.
Viele aus diesem Zusammenhang machten ähnliche Erfahrungen wie Taufer.Das nach vielen Jahren einigen der Kleingruppenstatus zugestanden wird,mildert die erfahrenen Beschädigungen.
Vielleicht liegt hier auch ein Grund für das unselige Schweigekartell, dem sich die meisten noch lebenden RAF-Mitglieder unterworfen haben.
Um so mutiger und wichtiger nun der Bericht von Lutz Taufer...Sehr spannend auch seine Emigration, er wollte dem Prestige des Ex-RAF-Gefangenen entfliehen...aber das ist schon fast ein eigenes Buch, ein Reisebericht der ganz besonderen Art...
Wichtiges Buch für alle, die eine andre Facette der RAF-Debatte kennenlernen möchten...

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alternative heilmethoden, antidepressiva, depressionen, erfahrungsberichte, fachbuch/sachbuch, fachliteratur, langzeitfolgen, lüge, nebenwirkungen, pharmaindustrie, pharmakartell, psychiatrie, psychologie, sachbuch

Unglück auf Rezept: Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

Peter Ansari , Sabine Ansari
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 24.09.2016
ISBN 9783608100334
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwei Tabus, die das Autorenpaar Ansari hier angeht.
Wider besseren Wissen sind Depressionen -obwohl "Volkskrankheit"- ein Nischenthema,das nur herbvorgeholt wird, wenn Prominente daran leiden oder auch sterben.
Meist meide ich Bücher, die schon im Untertitel mit dem Wort Lüge aufwarten.Hier überzeugen die Autoren mit deprimierend realen Fakten.
Welche Macht die Pharmaindustrie wird hier sehr anschaulich und journalistisch integer beschrieben.
Selbst auf verschiedenste Art dem Thema nah, brauchte ich schon zwei Anläufe.
Dann zog mich das Buch wie ein Krimi in seinen Bann...leider ist es tragische Realität...
Dieses Buch sollte in keinem von Depression betroffenem Haushalt fehlen.

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beratug, coachig, coaching beratung und gehirn, gerhard roth, klett cotta verla, sachbuch

Coaching, Beratung und Gehirn: Neurobiologische Grundlagen wirksamer Veränderungskonzepte

Gerhard Roth , Alica Ryba
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 24.09.2016
ISBN 9783608949445
Genre: Sonstiges

Rezension:

Hier bietet Gerhard Roth, untertsützt von Coaching-Expertin Alice Ryba, ein erstes Grundlagenwerk für eine wirksame Beratung.
Unter welchen Bedingungen sich die Persönlichkeit entwickelt, wird sehr anschaulich erklärt. Verschiedene Interventionsmodelle werden vorgestellt.

Bestenfalls hilft ein Coach dabei, Einschränkungen im Erleben bzw.Verhalten zu erweitern.
Wie gelingt das in der beratenden Praxis?
Welche wissenschaftlich fundierten Methoden benötige ich dazu?
Naturwissenschftler Roth und Personalentwicklerin Ryba stellen die Frage, ob Mensch sich verändern lässt.
Wenn überhaupt, dann ganz schwierig. Coaching ist eher die Therapie für diejenigen, die keine Psychotherapie benötigen und bezieht sich dabei auf den Arbeitsalltag. Das Unterstützende bei Problemlösungen haben beide gemeinsam, dem Coaching fehlt allerdings der theoretische Überbau.

Den Lerntheorien Freuds und Erikson folgend, wird deren Wirksamkeit auch überprüft. Hierbei ist die beziehung zwischen Therapeut und Klient ungemein wichtig. Wenn die Chemie stimmt, wird eibn Sozialhormon ausgeschüttet, dadurch gelingt die Neuorientierung besser.
Beispiel:
Ein Klient behauptet: Ich mache alles falsch. Förderlich ist hier,ihm zu erklären, das und was der Klient gut und richtig macht.
Für tiefersitzende Probleme reicht Coaching eher nicht aus.
Viele Fragen sind aufgeworfen.
Ein erstes Grundlagenwerk, für alle Praktiker unbedint zu empfehelen!

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1967

1967

Ernst Hofacker
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 12.10.2016
ISBN 9783150110867
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ernst Hofacker legt ein sehr schön gestaltetes buch vor. Bei den Illustrationen wird der Versuchung widerstanden, die oft bemühten Bilder noch einmal zu präsentieren. Diese liebevoll ausgesuchten Fotografien zeigen auch, wie nah Hofacker am Thema ist.

Und wie viel "Neues" er dem Leser erzählt...

Die Geschichte des Summer of Love ist und wird in diesem Jahr bestimmt noch oft erzählt. Hofacker erzählt die legende von Haight-Ashbury  mit vielen unbekannten Details aus dem Mosaik einer heute noch faszinierenden Zeitspanne.

Auch die politischen Hintergründe werden verdeutlicht, die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Droge LSD. Er führt uns zurück zum ersten wirklichen Rockfestival, das er das unschuldigste Pop-Event aller Zeiten nennt, alles ohne falsche Nostalgie. Wichtig beim Monterey-Festival war die Teilnahme zweier Afro-Amerikaner, neben Hendrix Otis Redding. Und im nächsten Kapitel geht es um das Dilemma der schwarzen Musik, auch hier nicht ohne politisch relevante Details wie Black Power/Rassenunruhen.

Bob Dylan, The Band, aber natürlich auch Velvet Underground, Warhol und die oft unterbewertete NICO in der sagenumwobenen Factory sind die nächsten Kapitel gewidmet.

Doch auch Muhammad Ali, technische Innovationen, TV-Serien wie Enterprise und Orion finden Erwähnung.

Besonders die Beatles, auch die Beach Boys werden ausführlich besprochen. Auch groteske und damals unverstandene Acts wie die Monks werden dem Leser vorgestellt.

Die schon legendäre Afri-Cola-Werbung von Wilp wird genauso wenig vergessen wie der folgenreiche Schah-Besuch in West-Berlin.

Die Eskapaden der Kommune 1 fehlen natürlich auch nicht.

Hofacker fragt, was die damaligen Ideen und Utopien heute für einen Stellenwert haben, wie aktuell einiges heute noch scheint.

Ein mehr als empfehlenswertes Buch für alle, die mehr als die üblichen 50 Jahre Jubiläumsberichte lesen wollen!

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2.juni

Der 2. Juni 1967

Uwe Soukup
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Transit, 14.03.2017
ISBN 9783887473433
Genre: Sachbücher

Rezension:


Aus der einigermaßen erstaunlichen Menge an Veöffentlichungen ragt ein schmaler Band hervor, herausgegeben vom Berliner Transit-Verlag. Es sind die zahlreichen Schwarz-Weiß- Aufnahmen, die gerade heute im bildüberfluteten 2017, in ihrer Klarheit bestechen.
Die Fotos machen neugierig und ermöglichen so einen Zugang zu dem Schuß, der bei der Radikalisierung einiger eine nicht unwesentliche Rolle spielt.
Jedoch sind auch die Erkenntnisse und Rechercheergebnisse, die Uwe Soukop in drei Kapiteln vorstellt, erster Klasse.
Nur ein Satz von Seite 150: "Es war nicht leicht, in dieser Situation nicht zu irren."
Gerade in Zeiten von Fake News und stumpfen Heilsbotschaften sind Warner wie Soukop unschätzbar wichtig....
Ein MUß für alle,für die 1967 mehr ist als die Einführung des Farbfernsehens.

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