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sex, roman, schicksal, drogen, prostitution

Millie

Helen Walsh , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 20.02.2006
ISBN 9783462036756
Genre: Romane

Rezension:

Millie

"Millie" (original: "Brass") ist der Debütroman der 1977 geborenen Britin Helen Walsh, welcher 2005 in der englischen Erstausgabe im Cannongate-Verlag erschienen ist. Er beschreibt den Alltag der 19 Jährigen Millie, die ihre Vergangenheit vergessen und ihre Zukunft nicht wahr haben will.

Millie ist eigentlich noch ein Kind, als sie beginnt in die Welt der Drogen und des Sex´zu fliehen. Wie in Trance, so scheint es versucht sie ihre Sucht nach einem immer neuen Kick zu befriedigen. Im Rotlichtviertel Liverpools bewegt sie sich als sei die Straße ihr zu Hause, ständig begleitet von ihrem besten Freund Jamie, der wie ein Bruder immer eine schützende Hand über sie hält.
Direkt auf den ersten Seiten macht Helen Walsh deutlich, dass es sich hierbei nicht um ein oberflächliches Teenie-Drama handelt, sondern um ein Buch, welches die Abgründe einer jungen Engländerin beschreibt, die mit dem letzten Funken Hoffnung in ihrer kaputten Psyche kämpft. Mit einem außergewöhnlich brutalen Detailreichtum, der es dem Leser dennoch erlaubt sich in die Protagonistin hinein zu versetzen, beschreibt die Autorin wie Millie sich immer wieder in Drogen- und Sexexzessen verliert. Dabei greift sie auf ein sehr derbes und vulgäres Vokabular zurück, mit welchem sie dem Leser die uneingeschränkte, beinahe zynische Gedankenwelt ihrer Hauptfigur greifbar macht.
Ebenso offen wie sie die Gefühlswelt von Millie darlegt steht Helen Walsh dazu, dass sie zum Teil auch die Abgründe ihrer eigenen Vergangenheit beschreibt. So bewegt sie sich auf einem schmalen Grad zwischen der ersichtlichen Realität einer beinahe gescheiterten Existenz und einer schleierhaften Welt der Sucht und des Rausches, auf die man sich nur schwerlich einlassen kann. Dies mag ein Grund dafür sein, dass das Buch bereits häufiger, vor allem in der britischen Presse, wo es starkes Aufsehen erregte, als unglaubwürdig und übertrieben betitelt wurde und in weiten Kreisen polarisierte.

Letztendlich bietet der Roman jedoch auf jeden Fall, sofern man sich wenigstens zu Teilen darauf einlassen kann, einige Gedankenanstöße, die es wert sind, diskutiert zu werden.

Viola Makowski

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Tags: helen, kritik, makowski, millie, rezension, viola, walsh   (7)
 
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