Leserpreis 2018

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Das zweite Gedächtnis

Ken Follett ,
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 21.08.2001
ISBN 9783785711453
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Hörbuch "Das zweite Gedächtnis" von Ken Follett ist spannend von der ersten bis zur letzten Hörminute. Mit diesem Roman stellt er mal wieder unter Beweis, dass er zu Recht zu den am meisten gelesenen Autoren der Neuzeit gehört.

Wer bin ich? Fragt sich Luke, als er morgens auf einer Bahnhofstoilette aufwacht. Sein Saufkumpan gibt ihm nur die Auskunft, sie hätten am vergangenen Tag eine Flasche Whisky getrunken. Also ein Alkoholiker, der auf der Straße lebt?

Doch schon nach kurzer Zeit merkt er, dass sein instinktives Verhalten nicht dazu passt. Luke hat so viele Fähigkeiten und er fragt sich, wo habe ich das gelernt? Er spürt mehr, als dass er es weiß, dass er von 2 Männern beschattet wird. Woher weiß er, dass der eine noch unerfahren ist? Irgendwo wurde er darin geschult. Und plötzlich denkt er in Französisch. Wo hat er diese Femdsprache so gut sprechen gelernt? Auf der Suche nach sich selbst landet er in einer  Bibliothek und liest dort wissenschaftliche Bücher. Was er da liest, ist ihm nicht fremd - im Gegenteil, er versteht die Fachausdrücke. Mathematik? Nicht nur. Schnell ist ihm klar, sein Spezialgebiet muss mit Raumfahrt zu tun haben.

Nach und nach fügt sich für ihn ein Mosaiksteinchen ans nächste. Wer ist Freund, wer ist Feind? Auch das will neu gelernt werden. Woher weiß er, wie man einen Polizisten zusammen schlägt? Das Hörbuch ist Spannung pur.

Doch was ist die beste Hörbuchvorlage ohne einen excellenten Sprecher? In diesem Fall wurde mit Frank Glaubrecht eine richtig gute Wahl getroffen. 

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Tags: cape canaveral, einbruch, freunde, freund und feind, raumfahrt, spionage   (6)
 

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Rubinrotes Herz, eisblaue See

Morgan Callan Rogers , Claudia Feldmann , Johanna Steiner , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Argon, 06.08.2010
ISBN 9783839810569
Genre: Romane

Rezension:

Das vorliegende Hörbuch "Rubinrotes Herz, eisblaue See" von Morgan Callan Rogers ist ein Entwicklungsroman. Die Mutter der 11jährigen Florine verschwindet von einem Tag auf den nächsten. Alles Suchen nach ihr läuft ins Leere. Sie ist und bleibt verschwunden und es gibt nicht einmal einen Hinweis, was mit ihr geschehen sein könnte.

Hat sie ihre Familie verlassen? Womöglich eine neuen Liebe wegen? Waren ihr Ehemann und ihre Tochter unwichtig geworden, dass sie von heute auf morgen aus deren Leben verschwand? Oder liegt womöglich ein Unfall oder ein Verbrechen vor? Es ist und bleibt rätselhaft.

Die Autorin lässt das Leben von vor unseren Augen wieder erstehen. Eine Ehe, die mit so viel Liebe begonnen hat und der immer noch so viel Liebe zwischen den Ehepartnern herrscht, dass sogar die 11jährige Tochter hört wie es zwischen ihren Eltern knistert, wenn sie sich auch nur berühren die gibt man nicht freiwillig auf. Also weggehen eines anderen Mannes wegen scheidet aus. Vor allem, als die Handtasche in der Nähe eines Teiches gefunden wird, in der sich Ausweis, Geld und sonstige persönliche Sachen befinden, auf die Florines Mutter nie verzichten würde, liegt der Schluss nah, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Doch die Spur führt auch hier ins Leere.

Florine erlebt ein schreckliches Jahr. Ihre Mutter fehlt ihr Tag für Tag, Stunde um Stunde. Sie hat einen sorgenden Vater, der aber selbst in seiner unendlichen Trauer feststeckt und zeitweise seinen Kummer in Alkohol ertränkt, dazu gute Freunde und eine liebende Großmutter. Doch niemand kann ihr die Mutter ersetzen. Wir erleben, wie Florine mit dieser unendlichen Trauer umgeht. Das hat die Autorin sehr gut erfasst.

Doch das Leben geht weiter und aus dem elfjährigen Mädchen wird eine Zwölfjährige, dann eine Dreizehnjährige usw. Auch nach Jahren hofft sie noch immer, dass ihre Mutter wieder in der Tür steht. Natürlich passiert das nicht, doch Florine wächst mit dieser Hoffnung im Hinterkopf zu einer Jugendlichen heran. Ihre Sexualität erwacht und sie macht die ersten Erfahrungen mit einem Jungen, der nichts Eiligeres zu tun hat als zu erzählen, dass sie leicht rumzukriegen sei.

Ihr Vater lebt nach einiger Zeit wieder mit einer früheren Freundin zusammen und schafftes so, sich von dieser Trauer zu befreien. Florine wirft ihm das vor und bekämpft die neue Frau an der Seite ihres Vaters wann immer es geht. Erst Jahre später erfährt sie, wie oft ihr Vater an den Ort zurückkehrte, an dem seine geliebte Frau, Florines Mutter vor Jahren verschwand.  

Teilweise ist dieser Roman richtig gut. Der Autorin gelingt es, den Hörer die tiefe Trauer aller Beteiligten spüren zu lassen. Doch zwischendrin gibt es immer wieder irgendwelche Hänger, an denen die Konzentration abschweift. Vor allem so etwa ab der zweiten Hälfte des Hörbuches war es öfters langatmig.

Was ich auch sehr vermisse ist die Beschreibung des Landstriches, in dem sich die ganze Geschichte abspielt. Man weiß zwar dass es an der Küste ist und auch in welchem US-Staat, aber nichts der Umgebung bekam Gestalt, dass man sich den Landstrich auch nur ungefähr vorstellen könnte.


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Tags: erste liebe, erster sex, erwachsen werden, fischerboot, freunde, küste, mutter verschwindet, oma stirbt, sommerhaus, vater stirbt   (10)
 

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Ich, Ophelia

Lisa Klein , Klaudia Ruschkowski
Flexibler Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.11.2018
ISBN 9783458363767
Genre: Romane

Rezension:  
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Menschenhandel

Thomas Schirrmacher
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 22.08.2018
ISBN 9783775158671
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf

Michael E. Vieten
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 06.03.2018
ISBN 9783862825660
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Ausreisserin

Teresa Fortis
Fester Einband: 173 Seiten
Erschienen bei WOA, 14.05.2012
ISBN 9783952365748
Genre: Romane

Rezension:

Der vorliegende Roman "Die Ausreisserin" von Terese Fortis würde ich dem Genre Jugendroman, bzw. ein Roman für junge Erwachsene zuordnen. Das liegt vor allem an der sehr einfach gehaltenen Sprache, die den Anforderungen eines Romans für Erwachsene nicht Stand hält und auf der anderen Seite auch an dem Thema.

Die Autorin führt uns zurück in die 60er Jahre. Lisa ist unglücklich in ihrem Zuhause. Der Vater, seit eines Unfalls Frührentner, ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Die Mutter steht meist alleine da und Lisa macht ihr mit ihrer ganzen Aufsässigkeit und Bequemlichkeit das Leben auch nicht gerade leichter. Aber so war das auch schon damals, als Mädchen in die Pubertät kamen. Das ist das Vorrecht der Jugend, auszutesten wie weit man gehen kann ohne sich all zu sehr die Finger zu verbrennen. Und Lisa spannt diesen Bogen bis kurz vors Bersten.

Die Mutter, nach dem plötzlichen Tod ihres Gatten endlich frei von einem nörgelnden und ewig betrunkenen Ehemann, verliebt sich nur wenige Monate, nachdem sie Witwe geworden ist erneut. Vielleicht ist es nicht einmal Liebe, sondern eher der Wunsch nach Nähe und Anerkennung, was sie schon so lange entbehren musste. Dass Lisa den neuen Partner an der Seite ihrer Mutter nicht mag, verwundert nicht. Dieser glaubt Vater spielen zu müssen und fängt schon mal gleich an, ihre Freiheiten zu beschneiden. Das kann nicht gut gehen.

Was macht ein Mädchen wie Lisa, wenn eine Situation unerträglich erscheint? Lisa läuft von zu Hause weg. Und stellt es auch nicht mal sonderlich klug an, wird sofort ihres Geldes beraubt. Dass nichts schlimmeres passiert, ist wohl als reines Glück zu bezeichnen.

Die Abschnitte ihrer Begegnung mit Anatol haben mir in vieler Hinsicht gut gefallen. Es ist, als fände Lisa den Vater, den sie zu Hause schon lange nicht mehr hatte. Anatol vermittelt ihr Lebensweisheiten ohne den Zeigefinger zu erheben und bringt sie ganz selbstverständlich zu Einsichten, zum Nachdenken über ihr Leben und ihr Verhalten. Während des kurzen Zusammenseins mit ihm fängt sie an innerlich zu heilen, wird vom Wesen her weicher - nicht mehr so bockig - und vor allem verständiger. In wenigen Tagen kommt sie dem Erwachsenwerden ein ganzes Stück näher.

Dass sie noch auf einen hilfsbereiten Menschen trifft, als es ihr so richtig schlecht geht, ist eine glückliche Fügung. Doch danach wirkt der weitere Verlauf des Romans dann zu viel konstruiert. Es liest sich etwas zu holprig, als müsste nun unbedingt alles auf einen Nenner, bzw. zu einem guten oder sollte ich sagen passenden Ende  gebracht werden. Dass ich davon nicht angetan bin, brauche ich nicht weiter auszuführen.

Was mir sehr gut gefällt ist das Cover.

Mit der Bewertung bin ich mir nicht ganz einig. Normalerweise gäbe ich 3 Sternchen, wenn ich dieses Buch als Erwachsenen-Literatur lesen würde. Doch das Cover verdient mehr. Auch mehrere Abschnitte in der ersten Hälfte des Buches bewerte ich höher. So knappe 3,5 fände ich passend. Da es das aber nicht gibt und ich mich dazu entschlossen habe das Genre Jugendroman, bzw. Roman für junge Erwachsene als Bewertungsgrundlage zu wählen, entscheide  ich mich für 4 Sternchen.

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Tags: aussprache, davonlaufen, gaukler, kettung, klavier spielen, stiefvater, vater alkoholiker   (7)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Weihnachtshaus

Zsuzsa Bánk , Zsuzsa Bánk
Schallplatte
Erschienen bei Audiobuch, 25.09.2018
ISBN 9783958620896
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Cover des vorliegenden Hörbuchs „Weihnachtszeit“ von Zsuzsa Bánk erinnerte mich spontan an meine englischen und französischen Wörterbücher - der Farbgebung wegen. Mitten in diesem kräftigen Gelb, ein kleines Bild in naiver Malerei eines winterlichen Hauses. Ganz so wie es in den 70/80er Jahren „in“ war. Liebenswert aus der Zeit gefallen, wirkt es auf den heutigen Betrachter.

 

Doch jetzt zu dem Hörbuch selbst. Es spielt in der Vorweihnachtszeit, dem Advent. Die Protagonistin blickt zurück auf das glückliche Leben mit ihrem viel zu früh verstorbenen Ehemann. Es ist ein Blick zurück voller Trauer. Sie erzählt von etlichen schönen Momenten ihrer Ehe. Wie sie gemeinsam mit ihren Kindern Weihnachten vorbereiteten, der Vater mit seinen Kindern den schönsten Weihnachtsbaum aussuchte  und anschließend fällte. Ein zeitaufwendiges, aber glückliches Unterfangen. Von gemeinsamen Weihnachtsfesten. Aber über allen Erinnerungen liegt Wehmut.

 

Ihr Ehemann, der Vater ihrer Kinder ist schon einige Jahre tot. Der Protagonistin bleiben nur die schönen Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit, die sie in ihren Gedanken immer wieder durchlebt. Dieses „immer wieder“ passiert im wahrsten Sinne des Wortes. Der Hörer wird mit endlosen Wortwiederholungen konfrontiert, die zum größten Teil überflüssig sind, so dass ich mich dabei ertappte, wie sich meine Gedanken beim Hören verselbstständigten und eigene, ganz andere Wege gingen. Störend empfand ich beim Hören auch die vielen Zeitsprünge.

 

Doch zurück zum Buch: Zusammen mit einer guten Freundin (Lilly), die ebenfalls ein Kind hat, betreibt die Protagonistin seit geraumer Zeit ein Café. Obwohl der Altersunterschied größer zu sein scheint, ergänzen sich die beiden Frauen perfekt, kaufen sogar ein baufälliges Haus mit kaputtem Dach, von dem sie hoffen, es irgendwann zu renovieren und dort gemeinsam  Weihnachten feiern zu können. Zusammen schaffen es die Frauen, ihren Kindern das Gefühl von tragender Familie zu vermitteln. Der Hörer erfährt, in welch schwierigen Verhältnissen Lilly aufwuchs und wie sich beide Frauen kennenlernten. Auch Lilly hat ihre eigene Geschichte, die sie mit sich schleppt. Trotzdem kommt sie viel lebensfroher als die Protagonistin rüber.

 

Das eigentliche Thema dieses Buch ist in meinen Augen Trauerbewältigung.

Gelesen wird das Hörbuch von der Autorin selbst. Die Aussprache, der Tonfall ihrer Stimme klingt wie tiefe Depression und während des Hörens breitete sich plötzlich  in mir selbst ein Gefühl von Trauer aus. Mir war, als hingen schwere Steine an Armen und Beinen die mich nach unten zogen. Schwer und gewichtig. Ich brauchte eine Hörpause um wieder zu einer gewissen Distanz zum Buch zu kommen.

 

Wer selbst um einen geliebten Menschen trauert wird vielleicht Trost empfinden. Denn natürlich ist auch das Leben der Protagonistin nach dem Tode ihres Mannes weiter gegangen, hält trotz allem noch viele schöne und neue Eindrücke, als auch Erlebnisse für sie bereit. Ein lebenswertes Leben. Doch diese Vorweihnachtszeit mit vielen schmerzlichen Erinnerungen hat es in sich.

 

Mich lässt dieses Hörbuch zweigeteilt zurück.

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Tags: café, ferien, renovierunsbedürftiges haus, trauerbewältigung   (4)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hannes der Mäuserich

Hans Werner Karch
Flexibler Einband: 60 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 07.06.2018
ISBN 9783752882926
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Männergrippe

Lucinde Hutzenlaub , Anna Herzog , Kristijana
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Eden Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 08.11.2018
ISBN 9783959101943
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kästner Für Erwachsene.

Rudolf W. Leonhardt
Fester Einband: 526 Seiten
Erschienen bei Wien Buchgemeinschaft Donauland, 01.01.1968
ISBN B0027EBAAQ
Genre: Romane

Rezension:

Mit was verbinden wir den Namen Erich Kästner? "Das doppelte Lottchen", dem heiteren Roman über Zwillinge, die durch eine Scheidung getrennt wurden oder auch "Pünktchen und Anton", ebenfalls ein liebenswertsr Kinder- Jugendbuch?

In dem vorliegenden Werk, "Kästner für Erwachsene" zeigt dieser Schriftsteller, dass er viel mehr war und auch viel mehr Talente besaß, als "nur" Kinderbücher zu schreiben. Zugegeben, mit Kinderbüchern war er der Nachkriegsgeneration bekannt. Doch dass die Schriften von Erich Kästner während des 3. Reiches verboten wurden, hatte seine Gründe in seinen kritischen Schriften, die man auch heute noch lesen sollte. Sie haben nach wie vor Bestand.

Seine Gedichte sind legendär, mit viel Tiefgang und wunderbar zu lesen. Ich liebe diese seit vielen Jahren und hole meinen Kästner immer wieder aus dem Regal. In dem vorliegenden Buch "Kästner für Erwachsene" ist auch sein Roman "Fabian" abgedruckt, der im Grunde modern daherkommt und wert ist, gelesen zu werden.

Wer von einem Buch mehr verlangt, als diese üblichen und seichten 08/15 Krimis und Liebesgeschichten, wie sie in den Bestsellerlisten rauf und runter gejubelt werden, der sollte sich mal auf den guten alten Kästner einlassen. Es ist eine Bereicherung.

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114 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

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Glaube der Lüge

Elizabeth George , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 27.08.2012
ISBN 9783442312511
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Elizabeth George Kimis bürgen für Qualität - dachte ich mal. Doch diese Zeit scheint lange vorbei. Irgendwie ist Inspector Lynley die Luft ausgegangen. Sollte es ihn in den wohlverdienten Ruhestand drängen? Nach diesem langatmigen Roman "Glaube der Lüge" könnte ich es verstehen. Spannung sieht meiner Meinung nach anders aus.

Ach ja, ich habe vergessen. Dies ist ja gar kein Krimi. Keine Leiche, kein Verbrechen, dafür ein Berg voller persönlicher Probleme. Also Spannung kam bei mir keine auf. Eher Gähnen.

Das Buch hat so viele unterschiedliche Handlungsstränge, die zwar irgendwann zusammenlaufen, jedoch alle mehr als langatmig sind.

Ein Lynley der auf Anordnung seines Chefs "under cover" ermittelt, ein Journalist der so klug ist, dass er nicht mal den Inspector als solchen wahrnimmt und eine Barbara, die in Mode-Fettnäpfchen tritt. Diese Mischung veranlasste mich, den Roman ab einer gewissen Seitenzahl nur noch zu überfliegen. Ich denke, da habe ich nichts vesäumt.

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Tags: fremdgehen, heimliche ermittlung, liebschaft, private probleme, under cover, unerklärte todesursache   (6)
 

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Indian Cowboy

Brita Rose Billert
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 10.09.2018
ISBN 9783740749088
Genre: Romane

Rezension:

 

Allein das Cover dieses Buches spricht von Abenteuer und machte mir schon Lust aufs Lesen. Der  Protagonist des vorliegenden Romans „Indian Cowboy“  - die Nacht der Wölfe – von Brita-Rose-Billert gehört zu den Ureinwohnern Amerikas. Genauer gesagt, er ist ein Lakota.

Ach, Indianer, wird so manch einer sagen und denkt an Pferde, Pfeil und Bogen, an Kriegsbemalung, Kriegspfad, Feuerwasser und Federschmuck. Vielleicht noch an die Romane von Karl May oder an die vielen Western die in den 60ern gedreht wurde, bei denen Indianer meist die Weißen überfielen, ihren Skalp oder deren schöne Frauen wollten und die guten Weißen gegen die bösen Rothäute gewannen. Dass die ersten weißen Siedler , die auf der Mayflower die neue Welt erreichten, ohne die Hilfe der Indianer nicht hätten überleben können, ist nur wenigen bekannt. Der Thanksgiving Day, der in ganz USA einer der höchsten Feiertagen ist, hat darin seinen Ursprung. Als Dankbarkeit an die Ureinwohner für die gewährte Hilfe. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema.

In dem vorliegenden Roman lernen wir Indianer der Neuzeit kennen. Sie wohnen größtenteils in ihren Reservaten, wo sie in ihren Traditionen als auch in der modernen Zeit leben können. Für viele der Bewohner ein Drahtseilakt. Der Alkoholismus unter dieser Volksgruppe ist legendär.  Direkt zu Beginn des Buches konfrontiert uns die Autorin mit der Problematik des leicht zugänglichen Alkohols,  der viele Ureinwohner zerstört. Das ist ein ganz großes Problem sowohl des letzten als auch dieses Jahrhunderts. Dazu kommt vielfach noch die mangelnde Bildung. 

Im Vorspann lernen wir Ryan Black Hawk, ein Lakota, im Alter von 16 Jahren kennen, als er trinkt, Gras raucht, und nach einer durchzechten Nacht von seinen Freunden total besoffen und high vor der Haustür seines Elternhauses abgeliefert wurde. Sein Vater greift ihn am Kragen und schleift ihn unter kaltes Wasser, ist bitterböse über dieses Verhalten, doch seine Standpauke dringt nur schemenhaft durch den Alkohol- und Drogennebel in Ryans Hirn. Erst als die Polizei am nächsten Morgen auftaucht und nach dem Fahrer und Beifahrer des Autos fragt, mit denen Ryan die vergangene  Nacht unterwegs war, fängt dieser an zu denken. Seine beiden Saufkumpane haben sich mit dem Auto überschlagen und dabei tödlich verletzt.

In diesem Moment nimmt sich Ryan vor, keinen Tropfen Alkohol mehr anzurühren und seinem Leben einen Sinn zu geben. So lernen wir ihn auf den nachfolgenden Seiten in diesem Roman auch kennen - als einen verantwortungsvollen  jungen Lakota, der sein Ziel vor Augen hat. Ich muss gestehen, von da an wurde  mir Ryan von Seite zu Seite immer sympathischer. Irgendwie sah ich ihn vor mir, mit seinem langen blauschwarzen Haar und der olivfarbenen Haut.

Da die Familie Geld braucht um die Farm zu halten, meldet er sich in einem Rekrutierungsbüro, kommt  zur Air Force und wird zu einem Fahrer mit Sonderaufgaben (Personenschützer) ausgebildet. Die Beschreibung der harten Ausbildung bei der US Army, als auch wie es sich als Angehöriger des US Air Force lebt, ist der Autorin gut gelungen und sie bringt dies auf nur wenigen Seiten komplett rüber. Ryans besondere  (indianische) Fähigkeiten werden schnell von seinem Vorgesetzten erkannt, gefördert und kommen in seiner neuen Tätigkeit voll zum Einsatz. Er ist präzise, schnell und kann sich völlig lautlos, als auch unsichtbar für seine Feinde, in der Natur bewegen. Das liest sich sowas von spannend, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte.  Der Roman hat aber auch seine komischen Seiten, z. B. als Ryan die Ehefrau und durchgeknallte Tochter eines Vorgesetzten zum Flughafen fahren muss, mit all den Begleiterscheinungen dieser eigenartigen Tour. Selbst auf abfällige, rassistische Äußerungen hat er gelernt, nicht zu reagieren.

Dass Ryan auf Gönner trifft die sein Talent erkennen und schätzen, als auch auf Schurken die ihm nach dem Leben trachten und in eine Falle locken, das versteht sich wohl von selbst. Spannung pur. Es ist ein moderner Roman über die Ureinwohner der USA im Heute. Der Autorin gelingt es, mit den Vorurteilen des „ewig Hinterwäldlerischen“  gegenüber diesen Menschen aufzuräumen. Das Ryan, ein intelligenter und moderner Lakota, trotzdem noch immer in den Traditionen seines Stammes zu Hause ist, erleben wir beim „Sundance“. Auch ist es der Autorin sehr gut gelungen, einige Probleme des modernen US-Amerikas  - ich denke da an den Straßenausbau in dem Indianer Schutzgebiet, was zu Auseinandersetzungen führte - in die Handlung einzuflechten. Phantasie gepaart mit Realität.

Ich muss gestehen, dass ich auf den zweiten Band riesig gespannt bin und wissen will, was Ryan noch alles erlebt bis er das Leben leben kann, das sein eigentliches Ziel ist, Rancher sein und Pferde züchten. Doch bis er als Rancher sesshaft wird, gibt es hoffentlich noch etliche spannungsgeladene Romane mit Ryan Black Hawk.

 

 

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Tags: ausbidungscamp, dakota, general, indianer, indianische traditionen, us army air force   (6)
 

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11 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Deutscher Buchpreis 2018

LovelyBooks
Buch
Erschienen bei LovelyBooks, 01.08.2018
ISBN 9783777777777
Genre: Romane

Rezension:  
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Was das Leben sich erlaubt

Hardy Krüger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.10.2017
ISBN 9783442177271
Genre: Biografien

Rezension:

Wer kennt ihn nicht, den Schauspieler und Weltenbummler Hardy Krüger, der sich schon seit Jahren auch als Schriftsteller einen Namen macht. In dem vorliegenden Buch "Was das Leben sich erlaubt" lässt er den Leser an seinen Jugendjahren teilhaben.

Eberhard Krüger wurde im Jahre 1928 geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sein Vater verlor in der Zeit der Weltwirtschaftskrise seine Arbeit und die ganze Familie hatte darunter zu leiden. Zum Glück gab es aber einen sehr wohlhabenden Onkel in Afrika, der ein Mehrfamilienhaus kaufte und der Familie Krüger über die Runden half. Wie Hardy Krüger schreibt, waren seine Eltern Anhänger von Adolf Hitler, der den Deutschen nach dem verlorenen 1. Weltkrieg wieder Ansehen in der Welt, das Blaue vom Himmel und ein besseres Leben versprach. Die markigen Sprüche taten ihre Wirkung. Von seinem überzeugten Vater wurde Eberhard Krüger schon im Alter von 5 Jahren in die braune Uniform gesteckt.

Offensichtlich war Eberhard äußerlich ein richtiger "Arier", weshalb er ausgesucht wurde, in Sonthofen auf der Karderschmiede des Führers zu einem richtigen deutschen Jungen ausgebildet zu werden. Vielleicht hätte es geklappt, wenn nicht der Film dazwischen gekommen wäre. Für die Produktion "Junger Adler" wurde ein Hauptdarsteller gesucht und in ihm gefunden. Also wurde Eberhard in  Sonthofen beurlaubt und nach Berlin zu den Dreharbeiten geschickt. Dort lernt er u. a. Hans Söhnker kennen und sein Leben nahm einen anderen Verlauf als geplant.

Eberhard bekam verbotene Filme zu sehen, die nur deshalb verboten waren, weil diese von Juden gedreht wurden. Dazu noch ganz persönliche Gespräche mit Hans Söhnker und er fing an selbständig zu denken, zu hinterfragen, was man ihm in Sonthofen eintrichterte. Von dem Moment an war er für die dortige Ideologie verloren. Ich muss gestehen, dass mir diese Seite von Hans Söhnker bisher verborgen war. Alle Achtung, dass er den Mut hatte seinem Gewissen zu folgen, obwohl er sich bewusst war, dass ihm, falls er auffliegen würde, die Verhaftung drohte. 

Eberhard führte 2 Leben. Ein angepasstes nach außen und ein verantworltlich denkendes weit ab der Öffentlichkeit. Trotzdem blieb es ihm nicht erspart, noch als Junge von 16 Jahren in einen sinnlosen Krieg geschickt zu werden. Was er beschreibt klingt furchtbar. Seine damalige Todesangst kommt auch nach so vielen Jahren in all seinen Sätzen durch. Aber wie wir alle wissen, er hat es überlebt.  Gott sei Dank!

Obwohl er als Junge auf die Frage; "Was willst du einmal werden?" antwortete Flieger und Schriftsteller, geht er zuerst andere Wege. Nach dem Krieg begann seine Karriere als Schauspieler beim Theater, Rundfunk und dann auch beim Film. Dazu gehörte, dass er seinen Vornamen von Eberhard in Hardy änderte.

Seine beiden Jugendwünsche haben sich allerdings auch erfüllt. Heute zieht er mit diesem Buch "Was das Leben sich erlaubt" durch die Schulen und sein Bestreben ist es, die Jugendlichen aufzurütteln und sensibel für markige Sprüche und Heilsversprechen zu machen.
Aus Interviews weiß ich, das ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Das Buch "Was das Leben sich erlaubt" kann ich nur wärmstens empfehlen. Hardy Krüger hat einen sehr guten Schreibstil, der sich flüssig liest. Zwischen dem Verlag und ihm gab es die Vereinbarung, dass wichtige historische Daten und Ereignisse an den entsprechenden Stellen in seinem Buch eingefügt werden sollen, was auch geschah. Diese Absätze in kursiver Schrift  vervollständigen seinen Rückblick auf sein Leben und die politischen Ereignisse in dieser Zeit.

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Tags: befreiuung, berlin, gefangenschaft, krieg, nazis, ordensburg, schauspieler, sonthofen, ss, tod, ufa   (11)
 

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128 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

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Die wundersame Mission des Harry Crane

Jon Cohen , Alexandra Kranefeld
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783458363620
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch, „Die wundersame Mission des Harry Crane“ von Jon Cohen ist ein liebenswertes Buch, das den Leser zum Träumen bringt. Was ist real und was ist märchenhaft?

Real ist der Wald, der im Mittelpunkt des Denkens von Harry Crane steht. Was er darüber denkt und sagt gleicht einer Liebeserklärung. Seite 315: „Ein stiller ungestörter Wald ist voller Leben“.  Wie wahr! Von Harry hören wir von dem Zusammenleben der Bäume, ihrer  Sprache und dass Bäume untereinander  kommunizieren, mitunter eine Symbiose eingehen. Wer wie ich in direkter Nähe eines Waldes lebt, bekommt ein Gefühl für das, wovon er spricht.  Seite 52 heißt es, „Im Wald verändert sich alles“ und auf Seite 73 „“Der Wald holt sich alles zurück“. Wie wahr. Brachliegende Flächen entwickeln sich von selbst zu lichten Wäldern, auch wenn der Mensch sich nicht darum kümmert. Man schaue sich nur in den National Parks in den USA um. Nach Vulkanausbrüchen oder schweren Waldbränden regeneriert sich der Wald von selbst. Natur pur.

All das liebt Harry Crane seit seiner Kindheit. Die Bäume sprechen zu ihm, weshalb es ganz selbstverständlich für ihn war, dass er in dem baumlosen Wald, bei der Forstbehörde in den USA anheuert und einen Schreibtischjob übernahm. Doch glücklich wurde er dabei nicht. Das Lebendige des Waldes kam für ihn dabei abhanden. Also suchte er sein Glück in der Lotterie, in der Hoffnung, dass er eines Tages den großen Gewinn macht, seine Stelle aufgeben und seine Liebe zum Wald vor Ort ausleben kann. Doch während er dem finanziellen Glück nachrannte, wurde ihm sein größtes privates Glück durch einen Unfall genommen: Seine geliebte Frau Beth. 

Harry verarbeitet seine Trauer in Arbeit und noch mehr Arbeit. Alles was seine Kollegen vom Schreibtisch haben wollen, wird bei ihm abgeladen. Erst als sein Bruder eine riesige Summe Dollars als Entschädigung für den Unfalltot seiner Frau erkämpft, bricht Harry aus seinem dumpfen Leben aus. Er flüchtet. Wohin? Natürlich in den Wald.

Doch Harry ist nicht alleine mit seinem Kummer. Bei diesem Wald gibt es Amanda mit ihrer Tochter Oriana. Amand verlor genau zu der Zeit als Beth durch einen Unfall starb, ganz plötzlich ihren Ehemann. Ein großer, kräftiger Mann, strotzend vor Leben stirbt einfach so. Wie sagt man das seinem Kind? Amanda versucht es ihrer Tochter verständlich zu machen, doch Oriana flüchtet sich ins Märchenhafte, wird Dauergast in der örtlichen Bücherei und träumt sich ihre eigene Welt. Glaubt ihren Vater in anderer Gestalt im Wald  finden zu können und legt für ihn überall Essen aus.

In dieser Situation treffen Oriana und Harry aufeinander. Natürlich im Wald. Harry zieht in das Baumhaus ein, dass Oriana von ihrem Vater bekam und ist nun seinen Bäumen so nah wie noch nie zuvor. Jeder Baum wird von da an von ihm erobert, indem er bis in die höchsten Gipfel klettert. Das liest sich richtig spannend. Seine Art, die Trauer um Beth zu bewältigen.

Amanda beobachtet diesen seltsamen Menschen, der so mir nichts, dir nichts in ihrem und Orianas Leben auftauchte. Zu ihrer Freude stellt sie fest, dass Harry ihrer Tochter hilft, über den Verlust des Vaters hinweg zu kommen. Zusammen lesen Harry und Oriana das Buch des alten Grum. Seite 188: „Dazu sind Bücher doch da, oder? Um einen zu trösten, zu beruhigen, auf andere Gedanken zu bringen“. Denn, S. 196: „Alles hat eine Geschichte“.

Bis etwas zum 20. Kapitel hat mich dieses Buch völlig in seinen Bann gezogen und ich hätte nicht nur 5, nein am liebsten 6 Sternchen vergeben.  Doch ab da wird es mir zu märchenhaft und es war nicht mehr so mein Buch. Vielleicht bin ich einfach zu realistisch für das, was auf den folgenden Seiten noch kommt.

Im Grunde besteht „Die wundersame Mission des Harry Crane“ aus zwei Büchern, einem realen und einem märchenhaften, die zu einem Roman zusammen gefügt wurden.

Am Ende noch ein Satz, der mir besonders gefiel: „Lieben und loslassen, das ist der ewige Kreislauf“.

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Tags: bäume, beumhaus, bücher, freunde, geld verschenken, plötzlicher todesfall, traumwelt, wald   (8)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Kriegslicht (2 MP3-CDs)

Michael Ondaatje , Anna Leube , Frank Stieren
Schallplatte
Erschienen bei Audiobuch, 21.08.2018
ISBN 9783958620711
Genre: Romane

Rezension:

Zu Beginn des Hörbuches "Kriegslicht" von MIchael Ondaatje schreibt man das Jahr 1945. Der 2. Weltkrieg ist vorbei. Doch in Teilen Europas herrscht nach wie vor das Chaos und kein Frieden.

Erzählt wird dieses sehr interessante Hörbuch aus der Sicht des jungen Nathaniel. Im Erwachsenenalter blickt er auf seine Kindheit und Jugend zurück, setzt aus einzelnen Fragmenten sein kurioses Leben zusammen und lässt den Hörer daran teilnehmen.

Im Jahr 1945 rufen die Eltern ihre beiden Kinder Nathaniel und Rachel zu sich und meinen, sie müssten reden. Der Vater habe für ein Jahr eine neue Auslandsstelle seiner Firma in Singapur angenommen und die Mutter Rose würde ihn begleiten. Ihre beiden Kinder könnten allerdings nicht mitkommen, da diese ja in England zur Schule gehen müssten. Deshalb würden gute Bekannte auf sie aufpassen und sie versorgen. Alles klingt völlig plausibel.

Der große Überseekoffer wird von Rose gepackt. Während sie ihre Kleidung und auch sonstige wichtige Utensilien darin verstaut, gibt sie jede Menge Erklärungen, warum sie gerade diese Dinge an ihrem neuen Wohnort braucht.

Nathaniel und seine ältere Schwester Rachel leben von nun an alleine in der Wohnung. "Falter", den sie bereits von früher kennen, wohnt nur eine Etage höher und schaut nach den beiden Kindern. Und da ist auch noch "Boxer", eine ebenfalls äußerst zwielichte Gestalt. Es entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen ihnen. In dem Verständnis von Nathaniel und Rachel handelt es sich bei diesen Beiden um Kriminelle, wie es sie nach dem 2. Weltkrieg vielfach gab. Als Hörer fragt man sich, was haben sich die Eltern nur dabei gedacht beruflich ins ferne Ausland zu gehen und ihre beiden Kinder in der Obhut solch fraglicher Gestalten zu belassen?

"Falter" und "Boxer" sind alles andere als liebenswerte Zeitgenossen. Grob und distanziert begegnen sie den beiden Kindern, die in ihrer Wohnung alleine klar kommen müssen, denn nur mal am Abend schaut einer vorbei. Manchmal sind sich Nathaniel und Rachel auch für 2 Tage völlig sich selbst überlassen.

Wann ändert sich das Verhältnis zwischen Falter & Boxer zu den Kindern? Nathaniel reiht in dem Hörbuch Episode an Episode dieser ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft. Nach und nach, fast unmerklich wird seine Sprache weicher, sobald er von Falter und Boxer berichtet. Irgendwann stellt man als Hörer fest, dass es sich bei den Beiden nicht nur um wilde Gesellen handelt, sondern auch um verantwortungsvolle Männer, die ihre Aufgabe, Nathaniel und Rachel zu versorgen und zu beschützen sehr ernst nehmen und immer dann zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden.  Sie entwickeln eine fürsorgliche Liebe zu ihren Schützlingen, die man ihnen zu Beginn nicht zugetraut hätte.

Natürlich lernt Nathaniel auch allerhand Zwielichtiges - z. B. am Gesetz vorbei, das Verschieben von teuren Hunden, natürlich mitten in der Nacht und ohne Licht um nicht entdeckt zu werden - kennen. Es geschieht noch mehr Zwielichtiges, was meiner inzwischen gewachsenen Sympathie für Falter und Boxer aber keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil. Auf ihre Art sind es Lebenskünstler.

So wie die Mutter von einem auf den anderen Tag verschwand, ist sie plötzlich wieder da und sagt, sie ginge nie wieder fort. Seltsamerweise ist von dem Vater nicht mehr die Rede.

Im Erwachsenenalter begibt sich Nathaniel auf die Suche nach der Wahrheit. Was er als Kind ohne zu hinterfragen geschluckt hat, erscheint ihm nun völlig unwahrscheinlich und aus der Luft gegriffen. Wir als Hörer werden Zeugen einer packenden Agentengeschichte, die spannender nicht sein könnte und auf die ich nicht näher eingehen will. Man muss es lesen oder hören. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Diese MP3 CDs habe ich mehrmals gehört und meine Begeisterung wuchs von Mal zu Mal. Immer wieder ein Hörerlebnis. Den Autor kennt man noch von "Der englische Patient", ein Buch das ebenfalls geheimnisvoll und voller Spannung war. So auch "Kriegslicht". Ich kann dieses Hörbuch nur jedem wärmstens empfehlen.

Der Sprecher Frank Stieren als Erzählstimme macht bei diesem Hörbuch einen tollen Job. Seine wandelbare Stimme, die auf die einzelnen Personen eingeht, führte mir sowohl Nathaniel, vor allem aber Falter und Boxer bildlich vor Augen. Die Zerrissenheit und das schlechte Gewissen von der Mutter Rose bringt er genau so zum Klingen, dass man es spüren kann.

Wie schon oben angemerkt, von mir eine Empfehlung für ein außergewöhnliches Hörbuch.

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Tags: 1945 - 1959, kriegsende, london   (3)
 

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Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein

Evelyn Steinthaler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.09.2018
ISBN 9783218011303
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Hippie

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070491
Genre: Romane

Rezension:

In dem vorliegenden Buch „Hippie“, bestätigt der Autor Paulo Coelho einmal mehr, dass er zu den ganz großen Schriftstellern der Moderne gehört. In kurzen Kapiteln, mit noch kürzeren Sätzen, bringt er ein längst vergessenes Lebensgefühl wieder zum Erwachen – die Hippie Bewegung. Meist wird es von Kindern reicher Leute initiiert (S. 212).

Der Einband zeigt dem Betrachter schon auf den ersten Blick, in welcher Zeit dieser Roman spielt. Es war die Epoche der Hippies mit Flower Power und all den poppigen Farbe. Auf nicht ganz 300 Seiten entführt Paulo Coellho den Leser in diesem „Magic Bus“, der in der Realität doch so unscheinbar aussieht und erweckt wieder das ganze Lebensgefühl der damaligen Bewegung. Von den Alten wegen der wallenden Haare und den mitunter recht wilden Bärten beargwöhnt, machten sich junge Leute auf, sich selbst zu finden oder auch zu verwirklichen, ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben, was am Ende dabei herauskommen wird.

Der biographische Roman ist nicht in der Ich-Form verfasst, sondern in der 3. Person, als schreibe der Autor über einen Anderen. Das klingt mitunter etwas befremdlich, als hätte diese  ganze Aufbruchsstimmung nichts mehr mit ihm zu tun. Dabei war es seine Jugend, Teil seiner Entwicklung, der erfolgreiche Schriftsteller zu werden, der er heute ist.

Das wichtigste Buch dieser Epoche hieß, „Europe On Five Dollars a Day“, geschrieben von Arthur Frommer. Daneben war noch „die unsichtbare Zeitung entstanden, weil die jungen Leute sich bei diesen Konzerten darüber austauschten, wo sie sich als Nächstes treffen und wie sie die Welt entdecken könnten – ohne in einen Touristenbus steigen zu müssen…“(S.12)

„Eine Legende wird zur Wahrheit, wenn sie nur oft genug wiederholt wird“ (S. 21)

Peru mit La Paz auf einer Höhe von 3.640 Meter, Machu Picchu, von dort nach Bolivien, verlief die Reiseroute der Hippies. Doch Paolo reist mit seiner älteren Freundin nach Brasilien und sie werden entführt. Die Beschreibung dieser Entführung hat es in sich. Doch am Ende kommen sie wieder frei – und gehen getrennte Wege. Paulo führt es auf Umwegen nach Amsterdam und läuft am Dam Karla über den Weg. Karla und ihre wechselnden Männer werden auf S. 196 folgendermaßen beschrieben: „…Sie wäre gern eine Blume gewesen, die, von der Liebe in eine Vase gestellt, in deren immer frische Wasser sie, wie eben gepflückt, auf denjenigen wartete, der den Mut – genau, das Wort: MUT – hatte, sie sich zu nehmen. Aber es kam nie jemand – besser gesagt, die Männer kamen und gingen gleich wieder, ganz verschreckt, weil sie nicht eine Blume in einer Vase vorfanden, sondern eine Naturgewalt, ein Unwetter mit Blitzen, Sturm und Donner“. Welch eine geniale Beschreibung dieser Frau.

Für einen großen Teil der Hippies ist es „IN“ Drogen zu konsumieren,  wie andere Menschen Schokolade. Vieles wurde ausprobiert und als Leser bekommt man einen Überblick, was damals alles so auf dem Markt war. Nur vor  „The house oft the rising Sun“ warnt Karla ihn, als Paulo unbedingt diesen Drogenplatz kennenlernen will. Vielleicht sind die Abhängigen dort zu abschreckend, jedenfalls verlässt er diesen Platz ohne etwas probiert zu haben. Die Verlockungen haben einen bitteren Beigeschmack. Auch als großes Geld zum Greifen nahe ist, siegt sein gesunder Menschenverstand.

„Magic Bus“ klingt sensationeller als es ist. Dabei handelt es sich um einen alten, klapprigen, ausrangierten Schulbus, mit dem man für wenig Geld bis Kathmandu reisen kann. Im Magic Bus geht es mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe auf große Reise. Jeder dieser Aussteiger, mit denen Karla und Paulo die nächsten Tage auf engstem Raum zusammen verbringen, hat seine eigene Geschichte, die wir nach und nach erfahren. Für jeden von ihnen gibt es einen triftigen Grund aus seinem Leben auszusteigen, andere Erfahrungen zu machen, das Leben in seiner – konträren - Fülle kennen zu lernen. Der Leser bekommt viel kluge und weniger kluge Lebenserfahrung präsentiert.

Ich glaube es ist ein Markenzeichen des Autors, Weisheiten in kurzen Sätzen zu verpacken. „Wir können nicht wählen, was mit uns geschieht, aber wir können wählen, wie wir damit umgehen“, (S.57) ist eine seiner Aussagen der man sofort zustimmt und über die man stundenlang nachdenken kann.

Ich fand das Buch großartig, obwohl es sich von den üblichen Romanen die man von Paulo Coelho kennt, doch stark unterscheidet. Aber vielleicht macht gerade dies den Reiz aus, der von diesem Buch ausgeht.

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Tags: amsterdam, aussteiger, brasilien, hippie, magic bus, österreich, the house of the rising sun   (7)
 

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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

„Mit der Faust in die Welt schlagen“. Der  Wut und dem Frust Ausdruck verleihen, doch damit nichts lösen.

 Wir sind in den Jahren 2000 – 2004 in Ostsachsen. Die Wiedervereinigung/Wende liegt 10, bzw. 14 Jahre zurück. Die Industrie der DDR erwies sich zu großen Teilen als zu veraltet und nicht zukunftsfähig. Fabrikruinen zeugen davon. Was nicht wirtschaftlich arbeitete wurde abgewickelt. Das sind die Gesetze des Marktes. Ein Schock. Was früher dem Leben dieser Menschen in dem kleinen Ort in Ostsachsen einmal Struktur gab, ist nicht mehr. Die bisherige Ideologie hat keinen Bestand mehr. Seite 132 über gesprengte Schornsteine: „Mit jeder Sprengung verschwindet ein Relikt ihrer Geschichte“. Besser kann man das Lebensgefühl dieser Menschen nicht ausdrücken. Die Angst über den Verlust ihrer eigenen Identität.

Vor diesem Hintergrund spielt der Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietzschel. Das ganze Buch wird getragen von einer düsteren Stimmung. Dazu schreibt der Autor vielfach in kurzen, abgehackten Sätzen. 

 Wir lernen eine ganz normale Familie kennen, Vater, Mutter, 2 Söhne und die Großeltern. Mit der neuen Zeit hat man sich inzwischen arrangiert. Die Mutter arbeitet als Krankenschwester und der Vater ist Handwerker. Die Familie kann sich jetzt endlich ein Eigenheim bauen. Aufbruch. Als Gast dieser heilen Familie kommt Uwe dazu, ein ehemaliger Arbeitskollege des Vaters. Ein guter Arbeiter und Kumpel, jedoch arbeitslos. Seine Frau hat ihn verlassen und ist in den Westen. Es wird gemunkelt er war IM bei der Stasi, habe seine Frau bespitzelt. Ob es stimmt oder auch nicht, weiß der Leser bis zum Ende nicht genau. Er gehört zu den Verlierern der Wende und ertränkt seinen Kummer in Alkohol.

 Wir gehen mit den beiden Söhnen Philipp und Tobias zur Schule, lernen deren Lehrer und Freunde kennen. Dort tauchen erstmals Nazi-Symbole auf, die mit Tüchern verhängt und dann entfernt werden. Auf die Frage was das sei, bekommen die Kinder keine erklärenden Antworten. Über die Bedeutung dieser Symbole schweigt man sich aus. Es wäre der Einstieg zu einer Vergangenheitsbewältigung. Doch darüber redet man nicht. Nur so viel sagt der Rektor, sie sollten sich von bestimmten Jugendlichen fernhalten. Verbote hatten schon immer einen besonderen Reiz, so auch hier.

Im 2. Buch, es beschreibt die Jahre von 2004 – 2006 baut sich langsam die Gewalt auf. Ist es mangelnde Bildung? Auf jeden Fall jugendliche Selbstüberschätzung, gepaart mit jugendlicher Überheblichkeit. „Die Schule ist blöd und auf dem Gymnasium lernt man nur Zeug, das man später nie braucht“, ist ein Vorwand, sich beim Lernen nicht anstrengen zu wollen.  Bequemer ist es, den vermeintlichen Wortführern des neuen Freundeskreises nachzurennen, deren Sichtweisen zu den eigenen zu machen. Man braucht ein Feindbild. Es bieten sich die Amis mit 9/11 an, doch die sind zu weit weg. In greifbarer Nähe leben die Sorben. Wahrscheinlich könnten es auch Türken, Araber, Juden oder sonst wer sein. Hauptsache man kann ein Feindbild aufbauen um sich selbst gut zu fühlen. Die Ausgrenzung der Sorben ist ein weiterer Schritt. Auf Seite 150  lesen wir von einem dtsch. Bad und dem sorbischen Bad. Der Leser sieht sich mit dem Neid der Menschen untereinander konfrontiert: „Denen ging es immer besser als uns“. Endlich einen Sündenbock. Wo Neid ist, kommt auch Aggression ins Spiel. Langsam schaukelt es sich höher. Dass der Vater von Philipp und Tobias die Familie verlassen hat und zu seiner neuen Freundin gezogen ist und somit der Mensch aus dem Leben der Brüder verschwindet, der ihnen im Alltag hätte Ratgeber und Freund sein können, macht es für Tobias und Philipp noch schwerer, sich im Leben einzurichten und einen Platz zu finden. Von nun an geben die neuen Freunde Philipp und Tobias vor, was richtig und falsch ist.

Dieses Buch „MIT DER FAUST IN DIE WELT SCHLAGEN“ ist kein alltäglicher Roman, den man in lockeren Musestunden weglesen und danach zur Tagesordnung übergehen kann. Ich habe dieses Buch zweimal hintereinander gelesen, damit ich auch die Feinheiten der Nebenschauplätze erfassen konnte.

Am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten. Warum sind Menschen in den neuen Bundesländern so empfänglich für Nazis? Nazis gab und gibt es überall auf der Welt, in überschaubarer Zahl überall in Deutschland. Doch warum so eine geballte rechte Szene in Teilen der ehemaligen DDR?  Ist es die Angst vor Fremden, in diesem Fall Flüchtlingen? Oder geht da eine Angst um, im eigenen Leben zu kurz zu kommen? Anders sein heißt nicht besser oder schlechter sein, sondern einfach nur anders – völlig wertfrei. Bemerkenswert ist mir der Satz: „Sie schreien ‚Heil Hitler‘ und denken es sei Spaß und sie seien keine Nazis“. Interessant wäre zu erfahren, wie sie sich selbst definieren.

 Zum Schluss möchte ich noch auf einen Satz auf Seite 202 eingehen: „Alle anderen dürfen stolz auf ihr Land sein, nur in Deutschland ist das verboten“. Will der Junge damit nicht eher ausdrücken: „Alle anderen dürfen stolz auf ihr Land sein, nur wir Bürger der ehemaligen DDR nicht auf unser DDR-Deutschland“? Weil es so bitter klingt kam mir diese Auslegung in den Sinn, als ich diesen Satz las.

Am Schluss des 3. Buches (2013-2015) werden die rechten Sprüche in die Tat umgesetzt. Die Situation eskaliert. Es wird lediglich "mit der Faust in die Welt geschlagen", doch keines der Probleme gelöst.

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Tags: alkohol, arbeitslosigkeit, eltern, gewalt, großeltern, im der stasi, industrieruine, rechte szene, unzufriedenheit   (9)
 

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Arminuta

Donatella Di Pietrantonio , Maja Pflug
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 12.09.2018
ISBN 9783956142536
Genre: Romane

Rezension:

Was empfindet ein Mädchen, dass mit 12 Jahren plötzlich erfährt, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind? Die heißgeliebte Mutter stellt sich als die Cousine ihrer leiblichen Mutter vor und sagt dabei gleichzeitig. die richtigen Eltern wollten sie nun zurück haben. "Arminuta" von Donatella Di Pietrantonio lässt den Leser an diesem sozialen Abstieg teilhaben.

Erzählt wird aus der Sicht von Arminuta.

Aus einem schönen Leben in einem Haus in Strandnähe, mit eigenem Zimmer und schönen Kleidern, wird sie trotz ihres Protestes zu ihrer unbekannten Familie gebracht. Welch ein Schock! Ihre leibliche Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen. Der Vater arbeitet in einer Ziegelei und verdient nur das Nötigste. Die Brüder entpuppen sich als Gelegenheitsarbeiter, die nächtelang außer Haus bleiben und dabei auch krummen Geschäften nicht abgeneigt sind. Schlafen die Brüder mit den Mädchen in einem Zimmer, so dass diese alle körperlichen Regungen ihrer Brüder mitbekommen, so muss Arminuta mit ihrer jüngeren Schwester, die nachts immer wieder einnässt, von nun an sogar das Bett teilen. Zu Beginn hat diese Familie nicht mal einen Platz für sie.

Warum wollten diese Leute ihr Kind zurück, wenn sich niemand freut dass sie da ist? Dass man sie über den Grund ihrer Rückkehr belogen hatte, wird dem Mädchen, welches man im Dorf nur noch Arminuta nennt, schnell klar. Ganz bestimmt ist ihre frühere Mutter schwer erkrankt oder womöglich schon gestorben, sonst hätte sie nie gewollt, dass sie so leben muss. In ihrem Kopf spielt Arminuta alle tragischen Möglichkeiten durch, die dazu haben führen können, dass sie aus ihrem früheren "Paradies" vertrieben wurde.

Anfangs fühlt sie sich wie das 5. Rad am Wagen, als ungebetener Esser. Erst langsam erobert sie sich mit Hilfe ihrer Schwester ihren Platz in der Familie. Diese Schwester, die mit 10 Jahren die Mutter bittet, sie zu schlagen, damit Arminuta keine Gewalt erleben muss. Sie sei daran gewöhnt. Wie sehr muss dieses Kind die neue Schwester lieben.

Armut - Verbitterung - Gewalt scheinen in dieser Familie Hand in Hand zu gehen. Ist die richtige Mutter lieblos oder ist sie nur durch die Armut und das entbehrungsreiche Leben so geworden? Als Leser hinterfragt man diese Familienstruktur. Erst als der älteste Bruder durch einen Unfall sein Leben verliert, zeigt die Mutter Gefühl - unendliche Trauer um ihren verlorenen Sohn. Auf einmal fühlt man als Leser mit dieser Frau, deren Leben nur wenige Freuden für sie bereit hielt. So sieht Armut aus. 

Wollte Arminuta zu Anfang ihre neue Familie schnellstens wieder verlassen, so keimt im Laufe der Zeit eine geschwisterliche Liebe zu ihrer Schwester auf, die sie lehrt in der Armut zu überleben. Die beiden Schwestern geben sich gegenseitig Trost und am Ende bleibt mir als Leser die Hoffnung, dass Arminuta ihrer Schwester hilft, aus diesem trostlosen sozialen Umfeld auszubrechen.

Mir gefiel besonders die Sprache dieses Buches. Diese gab mir als Leserin das Gefühl, als lebte ich mitten in dieser Familie, säße mit ihnen am Tisch, wenn es ein ärmliches Mahl oder auch einen fetten Schinken gab, von dem alle ein Stück abhaben wollten.

Die Autorin muss man sich merken. Sie hat dem Leser etwas zu sagen. Ein großes Lob auch an die Übersetzerin.


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Tags: armut, brüder, sexueller übergriff, stiefmutter, tod durch unfall, zusätzlicher esser   (6)
 

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Die Fotografin - Am Anfang des Weges (2 MP3-CDs)

Petra Durst-Benning , Svenja Pages
Schallplatte
Erschienen bei Audiobuch, 18.09.2018
ISBN 9783958620810
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sobald ich das Cover dieses Hörbuches "Die Fotografin" von Petra Durst-Benning sah, wurde auch sofort meine Neugierde geweckt. Man weiß auf den ersten Blick, in welcher Zeit dieser Frauenroman spielt - in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Das ist gleichzeitig auch das Außergewöhnliche an diesem Buch, denn das Leben vieler Frauen dieser Zeit war vorprogrammiert. Sie fügten sich in die Erwartungen ihrer Eltern und sahen  ihre eigene Erfüllung in einer guten Heirat und der Erziehung der Kinder. Wer arbeiten musste, war damals durchweg sehr arm. 

Doch die Protagonistin Mimi hat ganz anderes im Sinn. Zwar ist sie mit Heinrich, einem angehenden Pfarrer befreundet und ihre Eltern erwarten eine baldige Eheschließung, doch noch rechtzeitig entdeckt Mimi, dass sie in dieser Rolle nicht glücklich werden würde. Sie wird Wanderfotografin wie ihr Onkel Josef, den sie bewundert. 

Was mir an diesem Buch sehr gefiel ist, die Autorin lässt immer wieder Historisches einfließen, das sie gut recherchiert hat. Auch über die Leinenweberstadt Laichingen, in der Mimi letztendlich landet, als sie ihren Onkel Josef besuchen will da er erkrankt ist und Pflege braucht. Die gedrückte Stimmung in dieser Stadt, mit der Armut der Menschen die als Weber arbeiten müssen da es sonst nichts gibt um Geld zu verdienen, bringt die Autorin sehr gut rüber.  Der Arbeitgeber in seiner Gier, sein Gehilfe der ihm zu Diensten ist und alles tut sein Wohlgefallen zu erringen, wurden mir beim Hören regelrecht gegenwärtig. In Gedanken sah ich die Leute in ihrer abgetragenen Kleidung am Tisch sitzen, vor einem Teller mit  schwarzem Brei. Die Armut ist überall greifbar und man fühlt sich beim Hören fast mitten drin. Der Autorin ist ein sehr interessantes Spiegelbild der damaligen Lebensumstände gelungen. So dürfte es in vielen Familien tatsächlich ausgesehen haben. Frauen die Kinder kriegen, die sie nicht ernähren können und die ihnen in den Armen sterben, wie bei Eveline.

Über den vielschichtigen Inhalt dieses Hörbuches möchte ich sonst nichts erzählen.

Lediglich das plötzliche Ende der Hör-CD war unangenehm. Aber wie ich nun weiß, es gibt eine Fortsetzung. Die Geschichte ist auch noch nicht zu Ende erzählt, denn es fehlt noch der nötige Schuss Romantik.

Normalerweise stehe ich nicht so auf Frauenromane, aber dieses Hörbuch hat mir, in seiner Ausgewogenheit von Roman und Informationen sehr gut gefallen. Es ist ein Hörbuch das ich sehr gerne empfehle, da es handwerklich gut gemacht ist. 

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Tags: armut, fotograf, wanderschaft, weber   (4)
 

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Stärker denn je

Déborah Rosenkranz
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 27.08.2018
ISBN 9783957345240
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Stärker denn je", ein Buch oder soll ich besser sagen Lebensbericht von Déborah Rosenkranz, der es in sich hat. Als ich am Ende anlangte, war ich erst mal einige Tage völlig sprachlos angesichts dessen, was die Autorin den Leser von sich wissen lässt. In diesem Buch erlaubt uns Déborah, dass wir ganz tief in ihre verletzte Seele schauen. Was wir da erblicken, lässt niemanden unberührt. 
Das Cover zeigt uns eine strahlende Frau, mit leuchtenden Augen, einem lachenden Mund und langen, blonden Haaren. Im Grunde das wahrgewordene Klischee oder der Inbegriff einer aktiven und erfolgreichen Frau, die ihr Leben fest in den eigenen Händen hält.

Doch auch solche Frauen haben eine verletzbare Seele.

Die Geschichte beginnt, als sich Déborah Hals über Kopf in einen wundervollen, charismatischen Mann (Luc) verliebt, der ihr das Gefühl gibt, endlich den Menschen gefunden zu haben, den sie für ihr Leben braucht. Wie heißt es? Die Liebe macht einen blind.

So auch Déborah. Es scheint, als habe sie den Märchenprinzen getroffen, von dem alle kleinen Mädchen träumen. Sogar ihre Gedanken und ihre christliche Lebenseinstellungen scheinen auf gleicher Wellenlänge zu sein. Welch ein seltenes Glück!

Doch die dunklen Wolken bleiben nicht aus. Luc verlangt von Déborah, dass sie sich ihm immer mehr widmet, unterordnet und ihren eigentlichen Lebensinhalt - die Musik - schleifen lässt. Ja, dass sie sich von ihrem engsten Mitarbeiter trennt und sich voll auf ihn, Luc, konzentriert. Die ersten Anzeichen, dass diese große Liebe vielleicht doch recht einseitig ist und nur ungenügend erwidert wird, zeigen sich recht schnell. Doch wie oben geschrieben, Liebe macht blind. Déborah will die drohenden Wolken nicht sehen, nimmt sich immer mehr zurück damit die Liebe erhalten bleibt. Das geht so lange bis von ihr, der erfolgreichen, christlichen Sängerin, nicht mehr viel übrig ist. Trotz allem Sich-Selbst-Kleinmachen und Anpassen kommt unweigerlich die Trennung von Luc.

Was danach kommt ist Liebesleid in größtem Ausmaß. Natürlich sagen die Leute beschwichtigend, jeder hat mal Liebeskummer im Leben und glaubt es nicht aushalten zu können. Doch für den, der dies gerade erlebt ist es die größte Pein. All das bringt Déborah dem Leser rüber.

Déborah Rosenkranz lässt uns nicht nur an ihrem anfänglichen Liebesglück teilhaben, sondern auch später an dem ganzen Leid, dass sie zu zerbrechen droht bis hin zu ihrem neuen Lebensmut. Vor allem aber daran, woran sie sich immer wieder festhält: Ihrem unerschütterlichen Glauben an Gott, seine Gnade, Liebe und Hilfe.

Immer wieder streut sie Bibelverse oder Psalmen in den Text ein, dass man als Leser das Gefühl haben könnte, diese Zeilen wurden extra für sie geschrieben und warteten immer nur darauf, von ihr entdeckt und beherzigt zu werden. Welch tröstenden Worte!

"Stärker denn je" ist ein junges Buch und vom Schreibstil stark amerikanisch angehaucht. Es ist viel vom Weinen die Rede. Jedoch, wenn man bedenkt, dass Déborah in den USA wo es ein großes Feld für christliche Musik gibt, erfolgreich ist, kann man dies entsprechend einordnen.

Besonders gefiel mir das Ende ab dem 15. Kapitel, als sie ihr Handeln selbst reflektiert. Die folgenden Seiten zeigen eine nachdenklich gewordene Déborah Rosenkranz. Auf Seite 202 beschreibt sie, wie schnell sich Frauen auf eine Beziehung einlassen - viel zu schnell, oftmals aus Angst, sonst verlassen zu werden. Dazu noch etliche andere kluge Gedankengänge.

Dieses Buch kann vielen (jungen) Frauen in ihrem unendlichen Liebeskummer/Liebesleid eine große Hilfe sein. Vor allem die Erkenntnis, dass zuerst etwas durchlebt und aufhören muss, damit etwas Neues beginnen kann, dürfte den Betroffenen neuen Mut geben.

Von mir ohne Kommentar.
Seite 205: "Protect the gift" (Beschütze deine Gabe).


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Tags: am boden liegen vor trauer, christliche musik, große liebe, sängerin, seinen eigenen weg finden, verlassen werden, wieder aufstehen   (7)
 

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Narziß und Goldmund

Hermann Hesse ,
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 19.09.2005
ISBN 9783899406320
Genre: Romane

Rezension:

Durch Zufall erfuhr ich, dass dieses Buch "Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse derzeit in Österreich verfilmt wird. Die Berichterstattung darüber machte mich sehr neugierig und so besorgte ich mir das Hörbuch. 


Gute literarische Texte erfreuen sich steigender Beliebtheit, weshalb auch, wie in diesem Fall ein bekannte Regisseure mit guten, bekannten Schauspielern, sich dieses Stoffes annimmt. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Doch bis der Film 2020 ins Kino kommt wollte ich nicht warten. 

Über Hermann Hesse braucht man sich nicht groß auszulassen. Jedem Liebhaber guter Literatur ist er ein Begriff. Es ist seine wunderschöne Sprache, die einen verzaubert. 

Doch zum Inhalt: Goldmund wird von seinem Vater ins Kloster gegeben, damit dieser dort erzogen und ausgebildet werde. Mit dem jungen Novizen Narziß verbindet Goldmund bald eine tiefe Freundschaft. 

Doch schnell erkennt Narziß der Denker und Grübler, dass Goldmund nicht fürs Klosterleben geschaffen ist und sagt ihm, dass seine Leben anders verlaufen muss, will er glücklich werden.

Nachdem Goldmund erstmals mit einer Frau zusammen war weiß er, dass ihn nichts im Kloster mehr halten kann und geht auf Wanderschaft. Heute würde man ihn als Lebemann bezeichnen, der sich den Frauen und leichten Seiten des Lebens hingezogen fühlt. Doch Hermann Hesse lässt diesen Roman im Mittelalter spielen, zur Zeit der Pest und das Leben ist Goldmund nicht immer zugeneigt. Er lernt Menschen kennen die ihm zugetan sind und andere, die ihn ausrauben wollen und er sich deren erwehren muss. 

Die Leichtigkeit seines Seins hinterlässt seine Spuren bei Goldmund. Diesmal war er zu verwegen und soll hingerichtet werden. Doch da  trifft er wieder auf den zum Abt aufgestiegenen Narziß, der  ihm im Kloster Zuflucht gewährt. Ihre tiefe Freundschaft hat die Jahre unbeschadet überstanden. Doch Goldmund ist noch immer zu lebensgierig, als dass er hinter Klostermauern leben könne. Nochmals geht er auf Wanderschaft.

Am Ende kommt er todkrank und geschwächt wieder ins Kloster zurück, wo Narziß dem Freund erneut Zuflucht gewährt. Es ist ein Roman voller Philosophie. 

Ein ganz großes Lob gehört dem Sprecher Ulrich Noethen. Er setzt diesen Text von Hermann Hesse wunderbar in Szene, dass es zu einem echter Hörgenuss wird. 

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Tags: abt, geist, kloster, mittelalter, pest, schöne frauen, tod, wanderschaft   (8)
 

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Katze fürs Leben

Stefanie Zweig ,
Audio CD
Erschienen bei Langen-Müller, 01.12.2002
ISBN 9783784440453
Genre: Romane

Rezension:

Das (Hör)Buch "Katze fürs Leben" von Stefanie Zweig mag bei Katzenliebhabern großen Anklang finden, doch es war definitiv kein Hörbuch für mich. 


Zwar mag ich Katzen sehr, doch Vermenschlichungen bei Tieren sind nicht mein Ding. Da kann mich ein kleines Kätzchen auch noch so lieb vom Cover anblicken. Normalerweise hätte ich schon beim Lesen des Klappentextes wissen müssen, was mich erwartet. Doch ich war auf der Suche nach leichte, unterhaltsamer Kost und griff zu. Bereits nach kürzester Hörzeit wusste ich, dass mir dieses (Hör)Buch auf die Nerven gehen würde. 

Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht einer Siamkatze, die bei ihrem neuen Frauchen, einer Psychotherapeutin, ihr neues Zuhause findet und sich mit ihrem Charme den Platz erobert und für die Probleme anderer Leute ihre eigene Lösung finden will. 

Ich muss gestehen, dass ich der Schreibweise der Autorin Stephanie Zweig noch nie etwas abgewinnen konnte. Diese gehören eindeutig dem Genre "Frauenroman" an mit entsprechender Thematik und Ausdrucksweise.  

Dieses Hörbuch habe ich dann auch nicht bis ans Ende, nicht mal bis in die Hälfte gehört. Zeitverschwendung entschied ich. Dieses süßliche Gerede konnte ich irgendwann nicht mehr ertragen. Aber ganz sicher gibt es Hörer oder Leser, die auf sowas stehen und ihre Freude an banaler Erzählung haben. Ihnen wird das (Hör)Buch sicherlich gefallen.

Doch für mich kann ich sagen, das war so gar nicht mein Ding.

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Tags: bequemlichkeit, frauchen, katze, sofa   (4)
 

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Das Mädchen im Strom

Sabine Bode , Claudia Michelsen
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 13.03.2017
ISBN 9783837138566
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Hörbuch, "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode hörte ich während einer Reise mit dem Wohnmobil durch die USA. Ich war in dem Land unterwegs, in das Gudrun Samuel, dieses jüdische Mädchen aus Mainz auswandern wollte, als die Nazis Deutschland vom Judentum befreien wollte. Doch die Einwanderung wurde ihr verwehrt. Sie durfte nicht einmal mehr  einreisen um ihre Freundin zu besuchen, die dort ein neues Leben begann.


Doch zum Anfang. Gudrun ist ein freches Mädchen, nach dem sich die Jungs immer umdrehten. Mir kam in den Sinn, dass es mir doch große Sorgen mit Kopfzerbrechen bereitet hätte, wäre sie meine Tochter. Bei uns hätte man sie in früheren Zeiten ein "Früchtchen" genannt. Ihre Familie ist jüdisch. Doch sie hätten auch katholisch, evangelisch oder gar nichts sein können, so gering war der Einfluss von Religion  auf deren Leben. 

Mit der Naziherrschaft ändert sich das innerhalb kürzester Zeit. Plötzlich ist die Religionszugehörigkeit ein Thema. Anfangs muck Gudrun noch auf, hält auch in der Öffentlichkeit ihre Zunge nicht im Zaum. Doch schnell musste sie lernen, wie gefährlich das sein konnte. Nicht nur für sie, sondern auch für ihren Jugendfreund, der ihr größter Vertrauter wurde. Später würde sie sagen, was sie am meisten bedauere sei, dass sie nie mit ihm geschlafen haben. Doch er blieb im Krieg und sie bekamen keine 2. Chance..

Gudrun will raus aus dieser Enge und versucht alles, ein Ausreisevisum in die USA zu bekommen. Sie geht so weit, auch einen amerik. Diplomaten zu bestechen um an ein Visum zu bekommen. Als die Sache auffliegt und sie verhaftet wird, stellt sie sich in den Verhören so dumm an, dass auch andere Personen zu Schaden kommen. Dies passt irgendwie so gar nicht zu der cleveren Gudrun, wie wir sie bisher kennen lernten. Da hat die Autorin die Erzählung "passend" gemacht.

Trotzdem kann sie irgendwann Deutschland verlassen, sitzt in der Transsibirischen Eisenbahn und beginnt eine Flucht ins Ungewisse. Es gibt viele Hochs und Tiefs, auf die ich jetzt nicht eingehen kann. Menschen kommen und gehen in ihrem Leben, auch solche, die aus der Not der Flüchtlinge Kapital schlagen wollen, als sie in Shanghai eine Bleibe findet. 

Doch auch dieser unsägliche Krieg geht irgendwann zu Ende und die Flüchtlinge sollen zurück. Doch wohin? Die Odyssee für Gudrun beginnt aufs Neue. Am Ende schließt sich der Kreis. Will sie für den Rest ihres Lebens ihren inneren Frieden finden, dann muss sie sich mit Deutschland, mit Mainz aussöhnen. So setzt sich Gudrun eines Tages ins Flugzeug und geht auch das an. 

In diesem Buch gibt es wohl die eine oder auch andere Ungereimtheit,  doch das tat meinem Hörvergnügen keinen Abbruch. Ja, so hätte es für eine Jüdin in der Nazizeit und auf der Flucht sein können. Wenn man es rückwirkend betrachtet, so hatte Gudrun noch Glück gehabt. Sie behielt wenigstens ihr Leben. 

Die Autorin wählte kurze und prägnante Sätze für dieses Buch. Das ist ganz sicher nicht jedermanns Sache. Doch ich fand es für das Thema angemessen. Blumige Sätze, um damit Verfolgung, Flucht und Tod zu beschreiben, wäre aus meiner Sicht unpassend gewesen. 

Für mich ist dies ein gelungenes Hörbuch. Dank Claudia Michelsen als Sprecherin wurde dieser Part bestens besetzt. 

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Tags: bestechung eines diplomaten, england, flucht, jüdische emigranten, krieg, schwimmen im rhein, selbstbestimmung, überleben, zigaretten in allen lebenslagen   (9)
 
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