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usa

Am Ende einer Welt

Dennis Lehane ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.09.2015
ISBN 9783257069440
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dass ich Dennis Lehane für einen der besten (Mafia/Krimi-)Autoren und einen äußerst kreativen Kopf halte, habe ich schon ja schon zur Genüge geschrieben. Er weiß, wovon er schreibt und ist unbestritten einer meiner Lieblingsautoren.
Seinen Roman "In der Nacht" habe ich letztes Jahr in die Liste meiner Lieblingsbücher des Jahres aufgenommen und die Hollywoodverfilmung erscheint am kommenden Donnerstag in den deutschen Kinos. Umso erfreulicher für mich ist nun, dass er seinen Protagonisten Joe Coughlin noch ein zweites Mal ins Rennen schickt.
Es ist unbedingt verpflichtend vor der Lektüre "In der Nacht" zu lesen. Nicht, weil es ein tolles, packendes Buch ist, sondern weil es notwendig ist, um Zusammenhänge zu verstehen. Hier und da wird zwar ein bisschen rekapituliert, aber um die Tragik der Figur Joe Coughlin zu begreifen, braucht es den Vorgänger.
In "Am Ende einer Welt" erleben wir Joe als gelassenen Vater, der eine Enge Beziehung zu seinem Sohn Tomas pflegt. Aber auch, spätestens mit dem auf ihn ausgesetzten Kopfgeld, als gestressten und getriebenen Mann, der keine Ruhe zu finden vermag. Liegt vielleicht daran, dass er in gut einer Woche sterben soll oder vielleicht auch daran, dass das Leben in der "Branche", in der er tätig ist, wenn auch nur als "Berater", ziemlich stressig ist.


"Welche Ironie, dass der Mann, der vielleicht die Todesstrafe über Joe verhängen würde, während der letzten sieben Jahre sein Geschäftspartner und größter Gönner gewesen war. Andererseits war das nicht die Ausnahme, sondern die Regel in ihrem Geschäft. Feinde kamen einem nur selten nah genug, um einen umbringen zu können. Und so fiel die Drecksarbeit normalerweise den Freunden zu."
Dennis Lehane erzählt die Geschichte wieder, wie der Teufel und das Buch liest sich praktisch von alleine. Länger als 4 Tage (unter meiner 9to5-Woche, inklusive Basketball!!) habe ich nicht gebraucht. Zack, sind die knapp 400 Seiten vorbei. Viel zu schnell.
 Auf der Suche nach der Person, die Joe's Kopf will, tun sich einige Abgründe auf und Verrat und Blutvergießen stehen an der Tagesordnung. Genau wie die ein oder andere Überraschung. Eben, wie man es von einem Buch erwartet, in dem das Thema "organisierte Kriminalität" die zentrale Rolle spielt.
Nichtsdestotrotz zeichnet Lehane Joe mit vielen menschlichen Zügen. Für ihn geht es nur um das Wohl seines Sohns. Fast schon wie ein Gentlemanverbrecher a la George Clooney. Aber nur fast.

Fazit

"Am Ende einer Welt" hält, was es verspricht. (Leider) 
Das Buch ist für mich nicht ganz so gut, wie der erste Teil, aber was heißt das schon?? 5 Eselsohren bekommt es trotzdem und wahrscheinlich auch einen Platz in meinen Büchern des Jahres 2017.

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Ein Monat auf dem Land

J.L. Carr , Monika Köpfer , Heiko Ruprecht
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783742400048
Genre: Romane

Rezension:

"Ein Monat auf dem Land" erschien bereits 1980 und ist im Dumont Verlag erstmals auf Deutsch erschienen. Der erste Gedanke, der mir bei dieser Tatsache durch den Kopf ging war "oh nein, nicht schon wieder so älteres Buch, das jetzt neu entdeckt wurde und nun unendlich gehypt wird wie "Stoner"", das mir ja bekanntermaßen nicht sonderlich gut gefallen hat.


"Eine Novelle - eine kleine Erzählung, zumeist über die Liebe"
Dr. Johnson's Dictionary

Aber von der ersten Seite an, konnte ich beruhigt durchatmen, denn die Geschichte hält, was das erste Zitat vor dem kurzen Vorwort verspricht: sie ist kurzweilig und eine Liebesgeschichte verbirgt sich natürlich auch in ihr. 

"Ein Monat auf dem Land" kommt leicht daher und der Erzählstil Carrs ist sehr einfach, sodass die Geschichte wie von selbst voranschreitet.Es ist vor allem dieser schöne Schreibstil mit dem Carr die Entwicklung des Protagonisten, im Gleichschritt mit seiner Arbeit, binnen eines sommerlichen Monats wiederspiegelt, der dieses kleine Büchlein besonders macht und zeigt, dass gute Bücher nicht immer 300 Seiten haben oder dicke Schinken sein müssen.
Eine Gemeinsamkeit mit "Stoner" gibt es dann aber doch: genau wie bei "Stoner" muss ich mich, hier besonders am Ende, über das Verhalten des Protagonisten wundern bzw. ärgern.Vor 100 Jahren, das Buch spielt 1920, war das soziale Leben geprägt von verpassten Möglichkeiten - der Etikette und Konventionen geschuldet. Keine Epoche für mich.
Fazit
"Ein Monat auf dem Land" ist ein schönes Buch für zwischendurch - fesselnd, keine schwere Kost. Schade, dass J.L. Carr nicht früher in Deutschland erschienen ist, er starb 1994 an Leukämie.

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klavierspielen, wohnwagen, witze, serie, plattensammlung

Rain Dogs

Adrian McKinty
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Serpent's Tail, 07.04.2016
ISBN 9781781254578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich sollte es nur eine Trilogie mit Sean Duffy, dem katholischen Bullen in Nordirland, geben. Zum Glück hat sich Adrian McKinty gegen die Trilogie entschieden und bereits mit "Gun Street Girl", dem vierten Teil, bewiesen, dass viele Fortsetzungen nicht zwangsläufig mit einem fallenden Niveau einhergehen müssen.Nun der fünfte Teil. Endlich. Diesmal für mich auf englisch, weil ich nicht noch länger warten wollte, bis der deutsche Teil im Februar erscheint. 
Eine gute Entscheidung.

Zum einen natürlich, weil ich mir die Wartezeit verkürzen konnte, was am naheliegendsten ist und zum anderen, weil die Sprache und der Stil McKinty's eine wahre Wonne sind. Kurz, prägnant und dennoch vielsagend und dazu dieser (schwarze) Duffy-Humor - perfekt. Auf englisch noch besser?? Schwer zu beantworten, weil ich bisher nur diesen Teil auf englisch gelesen habe und mit den anderen übersetzten Teilen immer sehr zufrieden war. Aber der Slang und die Sprache sind im Original schon sehr unterhaltsam, ich hätte locker zwei Dutzend bemerkenswerte Zitate unterbringen können.Feststeht, dass ich mir den nächsten Teil auch im Original gönnen werde und das schon recht bald, denn am 5. Januar erschien "Police at the station and the don't look friendly".
 Selbstverständlich ist aber nicht bloß der Stil überragend, sondern auch der Plot. Die Story ist von Anfang bis Ende fesselnd und hat mich nicht losgelassen, ich habe jede freie Minute gelesen. McKinty hat es geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich wieder in Nordirland, was wahrlich nicht am vielen Regen lag, der hier beschrieben wird. (Ich glaube, es hat noch in keinem Buch so viel geregnet. Außer in der Bibel, mit Noah.). 2015 war ich in Nordirland und auch in Belfast und kenne somit ein paar Schauplätze, was das ganze Setting für mich noch ein Stück weit besonderer macht.Ebenfalls besonders ist, dass Duffy es wieder mit einem "Locked Room" zu tun bekommt. Sehr traumatisch für ihn, wie wir aus den Vorgängern wissen. 
Typisch Duffy: auch dieser Teil wartet mit einem tollen Soundtrack und historischen Ereignissen auf.So beginnt das Buch mit dem (fiktiven) Besuch und einer Rede von Muhammad Ali in Belfast, bietet aber auch reale Personen wie Jimmy Savile und die durchaus realistische Idee, dass finnische Geschäftsmänner eine Handyfabrik in Belfast bauen möchten und so Arbeitsplätze schaffen im arg gebeutelten Nordirland. Da werden glatt Erinnerungen an DeLorean wach.
Das erste Kapitel ist hierbei besonders unterhaltsam und ein toller Beginn. So, wie hier beschrieben, habe ich mir Ali immer vorgestellt.
Duffy ermittelt also erneut in einem großen Rahmen, auch außerhalb Großbritanniens und was bleibt ist, duffyesk, Resignation. Wie so oft. 

Fazit
Adrian McKinty liefert mit Sean Duffy perfekte Krimikunst. Perfect Match. Noch nie haben sich Duffy und sein Umfeld so weiterentwickelt, wie hier. Das Buch startet und endet mit der Riot Duty, aber alles, was dazwischen geschieht, verändert alles für Duffy.LESEN.

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usa, geister, mutter, nathan hill, chicago

Geister

Nathan Hill , Werner Löcher-Lawrence , Katrin Behringer
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492057370
Genre: Romane

Rezension:

Beim deutschen Titel "Geister" hatte ich sofort Angst, dass ich hier auf eine lächerliche Geistergeschichte gestoßen wäre. Aber der kurze Klappentext hat meine Befürchtung schnell vertrieben.Um Geister geht es in dem Buch aber zumindest ein bisschen, denn der Großvater von Samuel, also der Vater seiner Mutter, hat ihr als sie ein kleines Mädchen war, von den Geistern aus seiner norwegischen Heimat erzählt. So begegnen wir in Rückbblicken einigen dieser Geister. Einem ganz besonders, dem Nix. "The Nix" ist auch der Originaltitel des Werks.Der Nix ist der schlechteste unter den Geistern.
"Das, was du am meisten liebst, wird dir eines Tages am meisten wehtun."
"Geister" ist das erste Buch, das der Autor Nathan Hill veröffentlicht hat. Auch wenn er erst 40 Jahre alt ist, meiner Meinung nach jung für einen Autor, darf man sich nicht wundern, dass es so lange gedauert hat, bis es endlich erschien. Es ist immerhin 858 Seiten dick und damit ein echter Wälzer.
Um es direkt vorwegzunehmen: mir hat das Buch sehr gut gefallen. Nachdem ich ausschließen konnte, dass es keine reine Geistergeschichte und auch nicht nur eine Mutter-Sohn-Geschichte ist, habe ich frohen Mutes angefangen zu lesen und war schnell gefesselt, was bei über 850 Seiten auch unerlässlich ist, um das Buch nicht über mehrere Monate in mehreren Anläufen zu lesen.Als ich zu lesen begonnen habe, war mir gar nicht klar, was für eine Vielseitig- und Vielschichtigkeit mich hier erwartet. Unterm Strich dreht sich zwar alles um Samuel und seine Mutter Faye, aber wie die Verbindungen hergestellt werden ist bemerkenswert. So fließen neben diversen verschiedenen Geschichten aus Samuels Alltag auch Ereignisse aus einem historischen Rahmen in den Plot mit ein. Denn: Faye war zu Collegezeiten eine, mehr oder weniger, linke Aktivistin und die Zeit des Widerstands, der Proteste und Polizeigewalt wird sehr gelungen wiedergegeben. Googlet einfach mal "Chicago Riots", dann könnt ihr euch ein Bild machen. 
Zu Beginn lernen wir Samuel kennen, einen unzufriedenen Collegeprofessor für Literatur, der die meiste Zeit in einem wenig literarischen Onlinerollenspiel verbringt. Man könnte auch exzessiv sagen. Vom Unirechner, aus seinem Büro. So starten die nächsten kleinen Erzählstränge, die sich mit einem Spielsüchtigen und einer betrügerischen Schülerin auseinandersetzen. Besonders eine Szene, in der der Spielsüchtige wiederholt seine Diät anfängt und dafür einkaufen geht, natürlich nur theoretisch, in seinen Gedanken, ist eine wahre Wonne. Morgen, morgen fange ich an..
Ein weiteres Kapitel befasst sich mit der großen, unglücklichen Liebe aus Samuels Leben, die im Laufe der Story noch eingehender behandelt wird.
Dann erhält das einstige literarische Wunderkind Samuel zwei Anrufe: einen vom Anwalt seiner Mutter und einen von seinem Lektor, der ihn verklagen wird. Er bietet Samuel einen Deal an, der seine Zukunft verändern und seine Vergangenheit auf den Kopf stellt wird. Das alles passiert bereits auf den ersten ca. 150 Seiten.
Zu diesem Zeitpunkt etwa, beginnt die Geschichte von Faye. Hill legt Stück für Stück Fayes Vergangenheit offen.
Nathan Hill ist ein toller Geschichtenerzähler. Er schafft es, mich als Leser, über die komplette Distanz bei Laune zu halten. Sei es mit den unterhaltsamen Geschichten vom College, der Videospielwelt, der so lange quälenden Frage nach dem "Warum?" - warum hat Faye ihre Familie verlassen?? - oder Samuels tragische Jugendliebe.
"Am Ende müssen alle Schulden zurückgezahlt werden." 
So heimlich, still und leise wie Faye ihre Familie verlassen hat, endet auch das Buch. Nach knapp 860 Seiten endet das Buch ganz ruhig. Es klingt einfach aus, wie ein langes, schönes Lied.Und als Leser bin ich damit einverstanden. Es braucht keinen Knall, kein Feuerwerk. Keinen Showdown.Alle Fragen sind beantwortet, es gibt nichts mehr zu sagen.
Fazit
"Geister" ist ein Buch für jedermann. Ich könnte noch ewig über das Buch schreiben. Ich hoffe sehr, dass Nathan Hill in Zukunft nochmal ein ähnlich gutes Buch veröffentlichen wird.

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horror, übernatürlic, mystery

Broken Monsters

Lauren Beukes , Alexandra Hinrichsen , Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur , Kim Becker
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.06.2016
ISBN 9783499259746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es gibt kaum eine westliche Großstadt, die so für den finanziellen Niedergang steht, wie Detroit. Detroit, einst "Motor City" und florierendes Zentrum der Autoindustrie, jetzt vor allem bekannt für Bevölkerungsschwund, hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität (sowie Mordrate), Armut, Eminem und die 8 Mile Road.Heute ist Detroit insolvent.Leerstehende Fabriken und Häuse gehören zum Stadtbild. Und genau hier spielt "Broken Monsters". Lauren Beukes hätte sich keinen besseren Schauplatz für ihre Geschichte aussuchen können.

"Die originellen Geschichten sind alle geschrieben, jetzt bleibt nur noch Katzengold. Oder auch Detroit Diamonds, um eine lokale Metapher zu verwenden. So nennen die Einheimischen die blauen Glasscherben eingeschlagener Autofenster."
Das erste Kapitel ist überragend. Es gibt euch einen perfekten Einblick, womit ihr es in dem Buch zu tun bekommt. Der Schreibstil, der schwarze Humor und ein Hauch der Brutalität, mit der wir noch rechnen können. Sehr lesenswert. Wobei Beukes darauf verzichtet, die Tatvorgänge oder das "Handwerk" des Mörders detailliert zu beschreiben. Uns serviert sie nur die Ergebnisse, die fertigen "Kunstwerke". Das genügt auch vollkommen. Denn in "Broken Monsters" soll es nicht nur um die grauenvollen Morde und verstümmelten Leichen gehen, sondern es erzählt in den einzelnen Erzählsträngen noch weitere Geschichten. 
Da wäre zum einen immer wieder ein Städteportait des völlig heruntergekommenen (der Duden hätte mir hier auch das Wort "abgefuckt" erlaubt) Detroits, das wir unter anderem durch den Blogger Jonno kennenlernen. Er sucht nach einem Neuanfang und führt uns durch die Stadt. Er wird DER Berichterstatter, als die ersten Opfer gefunden werden. Zugegebenermaßen musste es ja auch so kommen, aber das macht nichts. Einen anderen Blick auf Detroit und seine Ruinen gewährt uns außerdem noch ein obdachloser Plünderer.
Neben Morden und dem Elendsbild der Stadt Detroit wird noch ein anderes "modernes" Problem thematisiert, nämlich Social Media bzw. das hiermit in Verbindung stehende Onlinemobbing. Alles natürlich nur so nebenher, aber sehr gelungen. 
Mich hat das Buch mit jedem seiner Erzählstränge sehr gefesselt und "Broken Monsters" hätte auf jeden Fall 5 Eselsohren verdient, wäre da nicht das Ende bzw. die letzten 50 Seiten. 50 Seiten sind zwar nur 1/10 der Story, aber warum musste dieses Zehntel ausgerechnet das Ende sein?? Hätte dieser Abschnitt irgendwo in der Mitte gestanden, wäre es vermutlich gar kein Problem gewesen.
Das Ende ist mir zu bizarr, übersinnlich und abgedreht. Ich möchte ungern sagen, dass das Ende mir das ganze Buch versaut, aber es hinterlässt auf jeden Fall einen unbefriedigenden Beigeschmack. Schade. Wie kommt man auf solche Ideen?? Die ganze Geschichte ist komplett realistisch, wenn man mal von den wahnsinnigen Taten des Mörders absieht, und dann dieses Ende.
Dass ausgerechnet Stephen King auf dem Buchrücken zitiert wird, hätte mich warnen müssen. 

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

san francisco, stadtgeschichten, 70er jahre, homosexualität, liebe

Stadtgeschichten

Armistead Maupin , , ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2005
ISBN 9783499239694
Genre: Romane

Rezension:

Die Stadtgeschichten spielen, welch Überraschung nach dem Zitat von Oscar Wilde, in San Francisco der 70er (bzw. 80er) Jahre.
"Stadtgeschichten" ist nicht wie die Bücher, die ich sonst meist lese. Aber hin und wieder darf es auch mal etwas anderes sein. Auf der Suche nach alternativen Lesestoff greife ich immer wieder gerne zur "Romantherapie". Die Krankheit, bei deren Linderung "Stadtgeschichten" helfen soll ist die Einsamkeit (die durch das Lesen verursacht wird). Und die beiden Autorinnen der "Romantherapie" haben Recht: "Stadtgeschichten" eignet sich perfekt als Heilmittel gegen Einsamkeit. Nicht, dass ich während ich das Buch gelesen habe, einsam gewesen wäre, aber die Story und vor allem die Figuren sind vermutlich ein guter Beistand, wenn man einsam ist.

Die "Stadtgeschichten" sind Episoden vieler verschiedener Personen, die fast alle eines gemeinsam haben: sie leben im gleichen Haus. Und alle sind sie auf eine andere Art und Weise einsam und suchen einen Rückzugsort und finden diesen in der Barbary Lane 28, wo die Vermieterin noch Cannabis züchtet und an ihre Schäfchen verteilt. 
In kurzen Kapiteln verflechtet Maupin fast alle Personen irgendwie miteinander und das auch noch auf eine clevere Art und Weise, die mir nicht nur einmal die Kinnlade runterklappen lies. Denn: "Stadtgeschichten" endet hier und da bei seinen kurzen Kapiteln mit Minicliffhangern. Neben den Cliffhangern und Wendungen sorgen besonders die Art und Weise, wie die Protagonisten miteinander interagieren dafür, dass "Stadtgeschichten" an eine Daily Soap erinnert. Allerdings denke ich, dass das Buch die deutlich bessere Variante zu GZSZ und Co. ist und das obwohl dieser erste Teil bereits 1978 erschienen ist. Das Buch ist perfekt für zwischendurch, es ist kurzweilig und äußerst unterhaltsam. Neben bei werden die alltäglichen Probleme aus jener Zeit noch zur Schau gestellt und die Gesellschaft wunderbar dargestellt.


"Mr. und Mrs. Herbert L. Tolliver ließen ihre Orangenhaine, ihre geliebten Schnellrestaurants Sizzlers und Shakey's und ihre Saturday Evening Post im Stich, damit sie vier vergnügliche Tage in Everybody's Favorite City erleben konnten.Am Halloween Wochenende.Heiliger Strohsack."
Fazit

Perfekt für Zwischendurch und mit einem mir unbegreiflichen Suchtpotential - eben wie eine Seifenoper. Zum Glück gibt es mittlerweile noch 8 weitere Teile.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

unfall, freundschaft, anders sein, bissig, familie

Nenn mich einfach Superheld

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 02.04.2015
ISBN 9783462047547
Genre: Romane

Rezension:

"Nenn mich einfach Superheld" ist das erste Buch, das ich von Alina Bronsky lese. Bisher habe ich immer nur gehört, was für eine tolle und besondere Schriftstellerin sie sei. Und?? Wurde ich enttäuscht?? Ich würde mit einem klaren "nein" antworten. "Nenn mich einfach Superheld" ist ein herrliches Buch für Zwischendurch. Die Art, auf die Alina Bronsky die Geschichte über Marek und seine Selbsthilfegruppe aus jugendlichen Behinderten erzählt, gefällt mir sehr gut.
"Marlon stand auf dem Gleis, teilnahmslos wie ein Getränkeautomat."
 Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, was immer wieder zu absurden Situationen führt, besonders in der zweiten Hälfte des Buchs. Politisch korrekt geht es jedenfalls nicht zu.Nach den ersten Seiten hat mich das Buch ein bisschen an eine Mischung aus "Wunder" und "A long way down" erinnert. Nur sehr oberflächig natürlich.Was mich ein bisschen irritiert hat, ist, dass der Plot nach der Hälfte der Geschichte mehr oder weniger schlagartig wechselt. Auf einmal sind fast alle Figuren aus der ersten Hälfte verschwunden und bleiben das auch lange und neue Figuren beherrschen Mareks Alltag. Aber im Nachhinein gar kein Problem, macht euch beim Lesen keine Gedanken.Wie es sich für ein Jugendbuch, und das ist es meiner Meinung nach, wird hier und da ganz subtil der moralische Zeigefinger gehoben. Und nur allzu deutlich lese ich zwischen den Zeilen immer wieder Botschaften wie "es kommt nicht auf das Äußere an". Aber auch das stört kaum.
Das Ende ist ein bisschen verwirrend, aber nach einer kleinen Internetrecherche konnte ich mir sicher sein, dass ich es richtig interpretiert habe. Dieser "Kniff" von Frau Bronsky war gar nicht nötig. Das Buch ist auch ohne dieses Verwirrspiel gelungen.
Fazit
Der unterhaltsame Schreibstil von Alina Bronsky sorgt in Kombination mit ihren Superhelden für ein wahres Lesevergnügen.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

grusel, kinder, kurzgeschichten, familie, schuld

Onkel Montagues Schauergeschichten

Chris Priestley , Beatrice Howeg , David Roberts
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783841502834
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Tage werden merklich kürzer, die Blätter fallen von den Bäumen und es wird kälter und regnerisch - der Herbst ist spürbar angekommen. Zeit, es sich Zuhause gemütlich zu machen. Und nur noch eine Woche bis Halloween. Da bietet es sich doch an, zu etwas gruseliger Lektüre zu greifen. Wer gerne unheimliche, aber nicht völlig abgedrehte und verstörende Geschichten mag, der ist bei "Onkel Montagues Schauergeschichten" richtig. Die Geschichten sind ursprünglich in einem Jugendbuchverlag erschienen, also auch schon etwas für jüngere Leser, was ein eindeutiger Indikator dafür ist, dass die Gruselgeschichten gut verdaulich sind, aber dennoch für schaurige Stimmung und Gänsehaut sorgen können.Chris Priestley hat 10 Kurzgeschichten in dem Buch verfasst, die alle eins gemeinsam haben: sie schaffen die perfekte Atmosphäre für einen eingekuschelten, herbstlichen Leseabend mit einer heißen Tasse Tee und passenden Kerzenlicht.Zwischen den Geschichten erfahren wir aus den Gesprächen von Onkel Montague und Edgar etwas über die Herkunft der Geschichten und Chris Priestley sorgt für noch schaurigere Stimmung. Außerdem haben alle Geschichten noch etwas gemeinsam: Onkel Montague besitzt einen zentralen Gegenstand aus seinen Erzählungen.Klar und offensichtlich, dass hier mit dem Erzähler etwas nicht stimmen kann, aber keine Sorge, in der letzten Geschichte wird alles aufgelöst.Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Zu jeder Geschichte gibt es eine schöne Illustration, der Stil erinnert mich an Tim Burton.
Fazit
Noch eine Woche bis Halloween; die Schauergeschichten sind perfekt, um sich schon mal in die entsprechende Stimmung zu bringen.

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

ritter, ethan, lebensweisheiten, selfoptimierung, selbsthilf

Regeln für einen Ritter

Ethan Hawke , Kristian Lutze
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049336
Genre: Romane

Rezension:

Den Autor, Ethan Hawke, kennen wir vor allem aus Hollywood bzw. aus den zahlreichen Filmen, in den er schon vor der Kamera stand. Mir fallen da vor allem "Training Day", "Gattaca" oder "Der Club der toten Dichter" ein. Unglaublich, bei wie vielen Filmen er schon mitgewirkt hat (siehe Wikipedia).Aber Ethan Hawke ist ein kreativer Tausendsassa, "Regeln für einen Ritter" ist bereits sein drittes Buch. Im Vorwort erklärt Hawke, dass es sich bei dem Buch um einen Brief eines Vorfahrens handelt, den er an seine Kinder verfasst hat; am Abend bevor er in eine Schlacht zog. Er möchte seinen Kindern aufzeigen, wie man ein aufrechtes Leben führt und worauf es im Leben wirklich ankommt. So besteht der Brief bzw. das Buch aus 20 kurzen und anschaulichen Geschichten, die vor Weisheit strotzend, zeigen, was wirklich wichtig ist. "Weisheit strotzen" soll hier bitte nicht negativ aufgefasst werden- Der Verfasser der Briefe hat diese Lektionen bzw. Regeln bereits von seinem Vater gelernt.Die Regeln lauten beispielsweise "Einsamkeit", "Vergebung" oder "Hingabe". 
Das Buch ist übrigens wunderschön und überhaupt eines der schönsten Bücher, die ich seit langem in der Hand hatte. Großes Kompliment an Kiepenheuer & Witsch. Vor jedem Kapitel sehen wir eine Illustration eines Vogels, gezeichnet von Ryan Hawke, Ethans Frau. Die Hawkes haben einen langen Stammbaum und früher waren sie laut Vorwort Hawker - also Falkner und haben mit Falken und anderen Vögeln gearbeitet. 
"Glück ist das Ergebnis eines zielbewussten Lebens. Glück ist nicht das Ziel. Es ist die Bewegung an sich, ein Prozess und eine Tätigkeit."
Der Inhalt klingt vielleicht ein bisschen schmalzig und kitschig, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Ich finde, dass die Briefe zum Nachdenken anregen, denn fast jeder Leser war wahrscheinlich schon mal in zumindest ähnlichen Situationen, wie sie in den 20 verschiedenen Regeln beschrieben werden. Besonders das letzte Kapitel "Tod" ist sehr ergreifend.
Am Schluss dankt Ethan Hawke nicht den üblichen Verdächtigen, wie seiner Frau oder seinen Kindern, sondern anderen Rittern, die ihn inspiriert haben: Muhammad Ali, Nelson Mandela, Martin Luther King, Tennessee Williams, Vince Lombardi oder Laurence Fishburne.
Fazit
Wunderbares Buch im mittelalterlichen Gewand. Ein Lebensratgeber, der zum Nachdenken anregt.

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169 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

thriller, psychothriller, berlin, nils trojan, droge

Der Traummacher

Max Bentow
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 22.08.2016
ISBN 9783442205103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir sind in Berlin und begleiten Nils Trojan in seinem Urlaub. Nach der Rückkehr des Federmanns hat er sich das auch redlich verdient. Denkste. Ein Klassiker in der Krimi- und Thrillerliteratur ist der Ermittler, der den Urlaub abbrechen muss, weil ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen treibt.Während er allerdings relativ spät in den Plot einsteigt und dann auch eher richtungslos, geht in Berlin und Umgebung schon die Post ab.Was rasant und spannend klingt ist es leider nicht nur. Besonders das erste Drittel hat es mir gar nicht angetan. Es scheint, als fehlt es nicht nur Nils Trojan an der richtigen Richtung, sondern auch dem Buch. Und dann kehren auch noch die (Un)Toten zurück?? Zombies oder Kannibalen?? Okay, kann ich mit leben. Aber dann auch noch eine Spur Übersinnlichkeit?? Das ist gar nicht meins.Der Plot kommt also, trotz all der (verwirrenden) Action, nicht so recht in Schwung.
"Lass mich dein Traummacher sein."
Aber mit den Ermittlungen Trojans geht es auch mit der Story voran. Und das tut dieser auch gut. Denn nach und nach lichtet sich das Feld und mögliche Täter und Motive kristallisieren sich heraus. Auch wenn mir das in diesem Fall ein bisschen zu vorhersehbar ist.
Nichtsdestotrotz konnte ich mich mit "Der Traummacher" anfreunden.
Das Hörbuch ist gut und spannend gelesen, Max Bentow hat eine sehr angenehme und passende Stimme. Ich könnte mir vorstellen, dass er noch weitere Hörbücher liest.Die Stimme von Yara Blümel ist besonders. Sie sticht als Gegensatz zu der dunklen Stimme von Bentow heraus. 
Fazit
Mir hat der sechste Teil mit Nils Trojan besser gefallen, als der letzte, den ich bisher am schwächsten fand. Aber an die Vorgänger kommt auch dieser Trojan (leider) nicht ran. Woran es liegt, kann ich noch nicht mal genau definieren. Es ist mir nicht spannend und fesselnd genug. Ich hätte die Kopfhörer jederzeit ausziehen können. Und das lag nicht an der Stimme von Max Bentow.

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413 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 67 Rezensionen

paris, runa, historischer roman, hysterie, vera buck

Runa

Vera Buck
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Limes, 24.08.2015
ISBN 9783809026525
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Salpetrière-Klinik war ein Ort des Grauens! Es ist kaum vorstellbar, dass man mit psychisch kranken Menschen so umgegangen ist. Ich musste mich häufig zwingen weiterzulesen, nicht weil das Buch schlecht ist, sondern weil Dinge geschildert werden, schlicht und ergreifend grausam sind.
"Seit 1823 hieß die Salpetrière offiziell "Hospice de la Vieillesse Femmes", das Altershospiz für Frauen. Doch obwohl es tatsächlich mehr ein Hospiz als ein Krankenhaus war, da man in den meisten Fällen nicht herkam, um zu genesen, sondern um zu sterben, bildete den Großteil der Insassen noch immer die Nervenkranken und Verrückten."
Selten habe ich so ein gut recherchiertes Buch wie "Runa" gelesen. Wie ein Geschichtsbuch. Vielleicht fällt es nicht jedem auf, aber da ich aus dem medizinischen Bereich komme, waren mit Protagonisten wie Charcot, Babinski und Tourette keine Unbekannten. Ich muss sagen, das Vera Buck exzellente Arbeit geleistet hat. Vieles ist tatsächlich so geschehen, wie es hier geschrieben steht und deshalb fällt es wirklich schwer, Realität und Fiktion zu trennen.Es lohnt sich fast jeden Namen zu googlen, da es fast alle Personen in Wirklichkeit gab.Die verschiedenen Erzählstränge lassen keine Langeweile aufkommen und trotz einer Länge von 600 Seiten, lässt sich die Geschichte in einem Rutsch lesen. Die interessanten Hauptcharaktere werden sehr genau und mit all ihren Facetten beschrieben.
Und jetzt zu Runa. Ich möchte gar nicht viel über sie sagen und verraten, da ihr das Buch ja selber lesen sollt. Aber Vera Buck hat auch bei ihr eindrucksvolle Arbeit geleistet.
""Jetzt mach den Mund auf Mädchen!" Die Fischverkäuferin mit dem Trichter griff Runa mit der rechten Hand ins Gesicht und wollte ihren Kiefer öffnen. Doch Runa schnappte nach ihr und verfehlte die Finger nur knapp."
Fazit
Nichts für zarte Gemüter, aber für alle anderen ein absoluter Lesetipp!

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(251)

380 Bibliotheken, 9 Leser, 4 Gruppen, 118 Rezensionen

thriller, robert hunter, chris carter, los angeles, mord

I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er hat es wieder getan. Chris Carter hat wieder bewiesen, dass er der Autor mit den verrücktesten Ideen im Geschäft ist. Wären wir hier in Amerika, hätte ich jetzt einige Wörter mit vielen Sternchen verwendet, aber lassen wir das. Auch wenn bald das neue Buch von Cody McFadyen erscheint, denke ich, dass Carter diesen Titel nichtsdestotrotz weiterhin innehaben wird. Auch "Der Totmacher" hat es geschafft, mir das Blut in den Adern gefrieren zu lassen und auch "Der Totmacher" lässt mich am Geisteszustand des Autors zweifeln. Woher kommen nur diese unheimlichen Ideen und Fantasien??Wer hier öfter mal vorbeischaut, der weiß natürlich längst, dass Chris Carter forensische Psychologie studiert und bei der Staatsanwaltschaft gearbeitet hat. Ist das eine adäquate Erklärung?? Alles so oder so ähnlich passiert? Glückwunsch, Welt.Wie dem auch sei, auch diesmal wird wieder in bester Carter-Manier gemordet und gemeuchelt, das Thema Altersfreigabe für Bücher könnte hier wieder interessant sein, aber wer Carter liest, weiß, worauf er sich einlässt. Aber neben all der blutigen und ekelhaften Gräueltaten kommen zum Glück die Spannung und der Nervenkitzel nicht zu kurz. Sonst hätte ich auch nicht bis zum siebten (!) Teil gelesen. Chris Carter ist eben nicht nur kreativ bei verschiedenen Arten zu sterben bzw. umgebracht zu werden, sondern auch bei Plot und Motiv der Täter. 
"Denn ich bin der Tod."
Der Tod, also der Mörder, tritt diesmal auf wie ein Chamäleon. Er ist nicht zu fassen und weicht von Mord zu Mord von seinem Modus Operandi ab - anscheinend sehr, sehr ungewöhnlich. Und dennoch geschieht alles sehr planvoll und in der Ausführung "perfekt". Ich dachte, genau wie Hunter, dass ich wüsste, wer der Täter ist, aber Chris Carter hat mich mit meiner, zugegeben viel zu simplen Erklärung, an der Nase herumgeführt. Andernfalls wäre ich auch sehr enttäuscht worden.
Im zeitlichen Kontext spielt "Der Totmacher" unmittelbar nach den beiden Vorgängern "Der Totschläger" und "Die stille Bestie" (Oh Gott, diese peinlichen, martialischen Namen sehen zusammen in einem Satz noch lächerlicher aus..). Wir erinnern uns: 
S-P-O-I-L-E-R
 Der Fall in "Der Totschläger" wird abgeschlossen und Hunter und Garcia gehen in zweiwöchigen Urlaub, daraus wird für Hunter aber leider nichts, er muss sofort für das FBI ran ("Die stille Bestie"). Nach zwei Wochen Urlaub tritt "Der Todmacher" in Erscheinung. Ganz schön stressig.
S-P-O-I-L-E-R beendet

"Der Totmacher" hatte mich mit der ersten Sequenz, man könnte sagen, einem Spannungsklassiker. Danach habe ich das Buch binnen 24 Stunden gelesen.

Fazit
Furchtbar. Furchtbar lesenswert. 

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(1.275)

1.855 Bibliotheken, 29 Leser, 7 Gruppen, 122 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, abenteuer, tschick, jugend

Tschick

Wolfgang Herrndorf , , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499256356
Genre: Romane

Rezension:

Effizienz ist eins der großen Worte unserer Zeit. Alles muss schnell und effektiv erledigt werden. Möglichst viel auf einmal und natürlich nur mit Qualitätsmerkmal Goldstandard.Wer also möglichst effizient lesen möchte, der sollte am besten zu "Tschick" greifen.
Coming of Age, Buddystory, Jugendroman, Roadtrip - "Tschick" vereint viel verschiedenes und packt alles in ein überragendes, stimmiges Gesamtwerk. Mal leichtfüßig, mal trübsinnig, "Tschick" spricht jede Leser- und auch Altersgruppe an und ist deshalb schon ein Klassiker. 
"Das Glück, stellt sich später raus, heißt Valium. Es wird mit großen Spritzen verteilt."
Das Buch lag bereits eine Ewigkeit auf dem mount-everest'schen Haufen der Bücher, die ich irgendwann mal lesen möchte. Als ich dann im Kino den Trailer der Buchverfilmung sah, gingen bei mir sofort die Alarmglocken an: "nicht schon wieder eine Verfilmung und ich habe das Buch noch nicht gelesen und kann mich dann hinterher nicht über die miserable Umsetzung ärgern".Also habe ich das Buch kurzerhand an einem Tag in meinem Urlaub gelesen. Gut so, ich werde mich definitiv über den Film ärgern, egal, wie gut er wird. Eine absurde Episode folgt der nächsten und wir fiebern mit den beiden Protagonisten mit. Lass diesen Trip niemals enden. Was für abgefahrene Sommerferien!!
Fazit
Ein deutscher "Fänger im Roggen".

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(1.587)

2.103 Bibliotheken, 16 Leser, 6 Gruppen, 64 Rezensionen

selbstmord, freundschaft, suizid, london, england

A Long Way Down

Nick Hornby , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.12.2013
ISBN 9783426615362
Genre: Romane

Rezension:

Treffen sich vier wildfremde und völlig verschiedene Menschen aufm Hochhaus und wollen Selbstmord begehen. Was ein bisschen so klingt, wie der Beginn eines morbiden Witzes, ist der Beginn von "A long way down". So ähnlich zumindest.In "A long way down" werden die Leben und Schicksale der vier Protagonisten beleuchtet, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Hier hat Hornby ganz großes Kino geschaffen. Ich möchte nicht näher auf die Figuren eingehen, weil es Spaß macht, die Vier zu ergründen und zu erfahren, was sie auf das Hochhaus getrieben hat. Die natürlich völlig absurde Geschichte entwickelt sich im Verlauf zu einer lebensbejahenden Geschichte aus dem Alltag.Ich finde es großartig, wie sich Nick Hornby in seine Protagonisten hineinversetzt und sie so denken und sprechen lässt (Schubladendenken aus), wie es eben passt.
"Wenn ihr gesehen hättet, wie ich an der Mauer gelehnt runter ins Wasser geguckt habe, hättet ihr bestimmt gedacht, oh, sie denkt nach, aber das tat ich nicht. Ich meine, klar, es waren Wort in meinem Kopf, aber nur weil einem Worte durch den Kopf gehen, heißt das nicht, dass man nachdenkt. Wenn man die Taschen voller Pennys hat, heißt das ja auch nicht, dass man reich ist."
Was es mit der Leiter auf dem Cover auf sich hat, erfahrt ihr relativ schnell. Mich hat sie an dieses Kinderbrettspiel erinnert, wo es ständig auf-und ab geht - wie das Leben.

Fazit
Mir hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Auch, wenn es nicht immer einfach ist, sich schon morgens auf dem Weg zur Arbeit mit dem Thema "Selbstmord" zu beschäftigen.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

gangster, prohibition, boston, rassismus, 20er jahre

In der Nacht

Dennis Lehane ,
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.06.2015
ISBN 9783257243154
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Finally!! Endlich habe ich "In der Nacht" gelesen. Wie lange hatte ich das Buch auf meiner Bucketlist. Und all die begeisterten Blogger, die versammelte Presse - sie alle können nicht irren. Dennis Lehane ist (natürlich) ein großer Autor und "In der Nacht" ist nicht nur einer der besten Krimis, die ich bisher gelesen habe, sondern auch eins der besten Bücher, die bisher gelesen habe. Kein Wunder, dass auch "In der Nacht" bald ins Kino kommt (wahrscheinlich 2017, den Cast findet ihr bei IMDB). Unfassbar, an wie vielen Produktionen er schon beteiligt war oder für die er maßgeblich verantwortlich war.Auch wenn ich kein großer Fan der Thematik "Prohibition" bin, so hat mich "In der Nacht" von Anfang an gefesselt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Faible für die Stadt Boston habe und genau hier beginnt die Geschichte um den jungen Joe Coughlin. Lehane beschreibt seinen "Werdegang" so eindringlich, dass ich das Buch erst aus den Händen gegeben habe, als meine Augen zugefallen sind. Ein wahres Epos. So hofft, leidet und freut man sich mit Coughlin, dem typischen Antihelden.Das einzige Manko der Geschichte ist, dass sie so kurz ist. Am Ende geht alles ganz schnell, zu schnelle, wir sind nicht mehr "In der Nacht". Aber am Ende gibt es nicht mehr zu sagen.
Fazit

Unbedingt lesen. Bevor der Film im Kino startet.

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89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

holocaust, vergebung, roman, jodi picoult, penguin verlag

Bis ans Ende der Geschichte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Penguin, 22.08.2016
ISBN 9783328100515
Genre: Romane

Rezension:

Das Zitat der Booklist auf dem Buchrücken beschreibt das Buch sehr gut: 

"Ein eindringlicher, fesselnder, in manchen Passagen herzzereissender Roman, in dem Jodi Piccoult eine neue Sicht auf ein dunkles Kapitel der Geschichte eröffnet."

Genau wie "Beim Leben meiner Schwester" ist die Geschichte aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben und spielt in verschiedenen Jahrzehnten. Dies mag ich an den Büchern von Jodi Picoult sehr gerne. Und genau wie "Beim Leben meiner Schwester" fühlt sich mein Herz manchmal so an, als würde es zerreissen. 

Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber meiner Meinung nach müsste besonders in der heutigen Zeit, jeder dieses Buch lesen. Jodi Picoult beschreibt Grausamkeiten, bei denen man nicht glauben kann, dass sie wirklich passiert sind und man hofft so sehr, dass es sich nie wieder wiederholt.

Auch wenn man noch so viele Bücher über die Zeit des Nazi-Regimes gelesen hat, lohnt sich dieses dennoch. Es ist anders als alle Bücher, die ich bisher im Bezug auf die Thematik gelesen habe. 

Auch wenn ich erst 50 Seiten gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen, konnte ich es danach gar nicht mehr aus den Händen legen. Und wie es für Jodi Picoult typisch ist, gibt es am Ende auch noch eine Überraschung.


Fazit


Unbedingt lesen!


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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Palm Desert

Don Winslow , Conny Lösch
Flexibler Einband: 195 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.06.2016
ISBN 9783518465844
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bisher war es so, dass alle Teile in der Reihe um den Privatdetektiv Neal Carey sich komplett unterschieden haben. So auch der fünfte und letzte Teil der Reihe.

Das fängt schon beim "Umfang" des Buchs an, es ist nämlich nur 196 Seiten "dick". 196 Seiten. Also mehr Kurzgeschichte als Roman. 196 Seiten im kurzweiligen und 1996 schon etwas flapsigeren und auf jeden Fall unterhaltsamen Don Winslow Stil sind mehr wie 90 Seiten eines herkömmlichen Romans. Das Buch liest sich also wie von alleine und das vor allem sehr schnell.

Aber ist es deshalb auch gut?? 

Hinzu kommt, dass "Palm Desert" mehr an eine Actionkomödie erinnert, als ein einen Thriller. Es wirkt so, als wollte sich Don Winslow mal so richtig austoben und völlig neue Wege gehen. Nicht nur wegen der komödienhaften Geschichte; es gibt alles: verschiedene Erzähler, Tagebucheinträge, Briefwechsel, Telefonate. Gegen literarische Experimente habe ich nichts und ich lese auch gerne Bücher, die aus der "Norm" geraten, "Palm Desert" ist aber leider nichts geworden.

Zum einen wirkt der Plot nicht ausgereift, nicht nur wegen der fehlenden Kürze. Es geschieht nichts Unerwartetes. Die Geschichte treibt auch auf den schmalen 198 Seiten nur seicht dahin. Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass es bei so einem kurzen Buch von Anfang bis Ende rund geht. Abgesehen davon ist die Story fürchterlich unkreativ und wirkt sehr an den Haaren herbeigezogen.

Zum anderen hätte ich mir ein anderes, ein besseres Ende für die Reihe gewünscht. Diese 198 Seiten hätte sich Don Winslow sparen können. Ich will nicht die ganze Zeit auf der "Länge" rumhacken, es gibt sicher auf gute 198 Seiten, ich kann aber nicht anders. Was soll das?? Hat der Verlag seinerzeit darauf bestanden, dass Winslow einen X Seiten Vertrag über beliebig viele Bücher unterzeichnet hat??


Fazit

Diese Darstellung von Las Vegas und die Story bilden einen äußerst unbefriedigenden Abschluss der "Neal-Carey"-Reihe. 


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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kalifornien, philip marlowe

Der große Schlaf

Raymond Chandler , Gunar Ortlepp , Thomas M. Müller
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Edition Büchergilde, 01.03.2013
ISBN 9783864060229
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich habe ich es geschafft, diesen Klassiker der Kriminalliteratur zu lesen.

 Nachdem ich besonders im letzten Jahr so richtig auf das Buch aufmerksam geworden bin, und zwar durch die Empfehlung von niemand geringerem als Declan Burke, der beimirischen Leseabend mit Sam Millar verraten hat, dass er ohne Raymond Chandler nicht zu dem geworden wäre, was er jetzt ist; nämlich Autor. „Der große Schlaf“ hat ihn sehr geprägt.

Neben Burke schwärmen auch Blogs, denen ich folge, durchweg von diesem Meilenstein. Man muss sich mal vor Augen führen, dass das Buch von 1939 (!) ist. Wahnsinn.

„Der große Schlaf“ hat also vor fast 80 Jahren schon alles gehabt, was einen guten Krimi auszeichnet: einen verschlagenen Plot, Mord, Gewalt, Alkohol, Knarren, Geld, Verfolgungsjagden, Sex und einen abgefuckten Detektiv, der nichtsdestotrotz bzw. besonders deshalb die coolste Sau ist, die man sich vorstellen kann (besonders 1939!!), trockener Humor inklusive.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann euch nur empfehlen, trotz des Überangebots von Krimis, das wir heutzutage haben, diesem Werk einen Platz in eurem Bücherregal bereitzustellen.

 

"Was machte es schon, wo man lag, wenn man tot war? In einem schmutzigem Tümpel oder in einem Marmorturm oben auf einem hohen Berg? Man war tot, man schlief den großen Schlaf, man brauchte sich um solche Dinge nicht mehr zu kümmern."

 

Fazit

 

Die Mutter aller Krimis!

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Cash

Richard Price , Miriam Mandelkow , Christian Berkel
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 12.07.2010
ISBN 9783867176286
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt nur einen Grund, warum ich "Cash" gelesen habe. Und das ist nicht der Klappentext, denn die Story klingt, wie eine unter Hunderten. Der Grund ist Richard Price. Sein Buch "Die Unantastbaren" ist laut einiger Blogs, die ich lese und wertschätze, ein Wahnsinnsbuch. Leider habe ich es bisher immer noch nicht gelesen. Also dachte ich mir, dass Richard Price ein guter Autor sein muss. Besonders, da auf dem Buchrücken groß gedruckt steht: "im ersten Anlauf ein amerikanischer Klassiker".Aber "Cash" ist vor allem eins: laaaang-aaaat-mig. Selten musste ich mich so durch ein Buch schleppen. Es ist weiß Gott nicht alles schlecht, aber der Großteil ist vor allem eins: einschläfernd. Spannung? Fehlanzeige. Überraschungen? Nee. Ich erwarte von einem hochgelobten Buch mehr Einfallsreichtum und Kreativität. Vielleicht habe ich mir wegen der tollen Kritik von wegen Klassiker zu viel von dem Buch erwartet. "Cash" ist sehr realistisch. Und das soll es auch sein. Ein bisschen wie "The Wire". Mir gefallen die Reaktionen der Akteure, besonders der Hauptfigur Eric Cash, der sich wahrscheinlich langweilig realistisch verhält. Aber das hilft auch nicht darüber hinweg, dass nicht viel passiert. Und am Ende geht doch alles ganz schnell. Zack. Ein Fingerschnippen. Wahrscheinlich wirklich wie im wahren Leben. Vielleicht ist das ja das Besondere an Klassikern.Das Buch wird dafür gefeiert, dass es die Bewohner New Yorks so großartig reflektiert, mag sein, und zeigt, dass es hinter der glamourösen und imposanten Fassade der Weltmetropole gewaltig brökelt. Nun ja, wissen wir das nicht alle?? Und ich meine, nicht erst seit das Buch 2008 erschienen ist? Irgendwelche Neuigkeiten??
Nervig kommt noch hinzu, dass die deutsche Übersetzung ein Graus ist. So viele Redewendungen, mit denen ich mich erstmal genauer befassen musste und so viele Fragezeichen am Ende von Aussagen?? Die Fragezeichen hier sollten nur ein Witz sein. Aber im Buch nerven sie auf Dauer.
Fazit
Ich hoffe, dass "Cash" nur ein Ausrutscher des Autors war. Ich kann mich der Süddeutschen in ihrem Urteil in keinster Weise anschließen.

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(304)

537 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 108 Rezensionen

thriller, robert hunter, chris carter, mord, serienmörder

Die stille Bestie

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783548287126
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Chris Carter gehen seine verrückten und abgedrehten Ideen einfach nicht aus. Im mittlerweile sechsten Teil der Reihe um die Detectives Hunter und Garcia ist das genauso und dennoch ist etwas anders: Hunter ermittelt ohne Garcia, denn dieser ist bereits im Urlaub. Die Geschichte spielt unmittelbar nach den schrecklichen Ereignissen aus dem fünften Teil der Reihe "Der Totschläger" und Garcia muss sich zusammen mit seiner Frau in Oregon Gedanken darüber machen, ob ein Job bei der Polizei noch das Richtige für ihn ist. Aber das macht nichts, der verhaltensauffälige Verhaftete möchte eh nur mit Hunter reden.Durch einen Zufall ist der brilliante und berechnende Lucien Folter (was für ein diabolischer Name!!) in Hunters Leben getreten und mit ihm ein massives Stück Vergangenheit, wie sich später in der Geschichte herausstellt. An dieser Stelle ist der Tipp erlaubt: bevor ihr diesen Teil der Reihe lest, fangt bei Teil eins an und lest alle Teile der Reihe nach. Die Vergangenheit tritt Hunter in den Ar***.Bei Folter handelt es sich scheinbar um ein Art Superbösewicht, der grundsätzlich viel mit Hunter gemein hat. Im Internet habe ich immer wieder Vergleiche mit Hannibal Lecter gelesen. Das finde ich hier nur bedingt, denn Folter hilft Hunter nicht dabei, einen anderen Mörder zu schnappen, sondern steht selbst unter (mehrfachen) Mordverdacht Das nur am Rande. Und nur weil er in einem Fall ein Stück seines Opfers gegessen hat, ist er noch lange kein Hannibal Lecter..
Es entwickelt sich ein furchtbares Nervenspiel zwischen dem schier allwissenden Folter und Hunter. Je mehr wir und Hunter über Folter und dessen Leben nach der gemeinsamen Vergangenheit mit Hunter erfahren, desto mehr Nackenhaare stellen sich auf. Und das, was Folter antreibt, das Pseudomotiv, ändert an diesem angespannten Zustand nichts.
In diesem Teil der Reihe ist wahrlich einiges anders: Hunter ermittelt alleine, wir wissen bereits von Anfang an, wer der Mörder ist. Was wir allerdings nicht wissen ist, was Lucien Folter (wow, verrückter Name) als nächstes plant, jetzt wo er hinter Gittern sitzt. 
Fazit 
Chris Carter weiß, wie man furchtbar spannende Bücher schreibt, die sich scheinbar wie von selbst lesen. Das Buch ist ein klassischer und kurzweiliger Pageturner, der uns in bester Chris Carter Manier in die dunklen Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.

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(43)

70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, spannung, amerika, berge, feuer

Die mir den Tod wünschen

Michael Koryta , Ulrike Clewing
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.04.2016
ISBN 9783453438446
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn Donald Ray Pollock einen Autor "beänstigend talentiert" nennt und neben seinem Urteil auch noch Stephen King und Lee Child auf dem Buchrücken zitiert werden, dann kann das nur bedeuten, dass man hier gerade ein mehr als lesenswertes Buch in der Hand hält. Und wenn dann auch noch auf diversen anderen Kanälen über das Buch gesprochen, es immer höher angeprießen und der Inhalt auch noch vielversprechend klingt, dann kann es nur noch bedeuten, dass das Buch sich bald auch in meinen Händen wiederfindet.
Wir, als Leser, wissen im Prinzip von der ersten Szene an, was uns erwartet: eine Jagd nach dem kleinen Jace. Zusätlich baut Koryta noch geschickt weitere Erzählstränge ein, sonst wäre das Buch auch bei weitem nicht so gut und wahrscheinlich auch ziemlich langweilig.Hin und wieder zieht sich das Buch zwar etwas, aber wenn sich eine etwas längere Sequenz einstellt, könnt ihr sicher sein, dass das Buch euch kurz danach kalt erwischt und es euch richtig umhaut. So erging es mir und das mehr als nur einmal.Eine besondere Rolle neben den soliden Figuren spielen für mich die beiden "Jäger", die Blackwell Brüder - Psychopathen vor dem Herrn. Aber natürlich sind die beiden darüber hinaus auch ziemlich clever und vor allem besonnen und bahnen sich unbarmherzig und erfrischend resolut ihren Weg. Jede Szene mit den beiden schlau daherredenden Brüdern, die stets so tun, als wären sie alleine auf der Welt, ist mir eine Freude.So kommt es wie es kommen muss und ich finde mich in einem dramatischen Showdown in den Bergen Montanas wieder und bin trotz einiger Vorhersehbarkeiten kein bisschen enttäuscht vom Ende. 
Fazit
Koryta, von dem ich zugegebenermaßen noch nie etwas gehört habe, schafft mit "Die mir den Tod wünschen" einen guten Thriller mit einigen mehr als überraschenden Wendungen und ist durchweg spannend. Die beiden Psychopathen, die Jace den Tod wünschen, sind hervorragend.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

schurken, bösewichte, antagonisten, mr. hyde, frankenstein

Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Fester Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Edition Atelier, 04.03.2016
ISBN 9783903005150
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wenn wir ganz ehrlich sind, dann lieben wir sie doch eigentlich alle. Mehr noch, als die langweiligen Retter und Helden (außer Batman) - die Schurken. Die Bösewichte, die Outlaws, die größenwahnsinnigen Möchtegernweltherrscher, die Gangster, die Antihelden.Zumindest akzeptieren wir sie und sehen ihre Daseinsberechtigung, denn ohne Schurken keine Helden.Und endlich werden sie mal in einem Buch katalogisiert. In "Das Buch der Schurken" widmet sich Martin Thomas Pesl ganz der dunklen Seite und mit ihr den 100 genialsten und coolsten Bösewichten der Literaturgeschichte. Wenn auch mit der ein oder anderen Ausnahme. So verbietet es zum Beispiel, die selbst auferlegte , im Vorwort genannte Regel, dass es nur einen Bösewicht pro Autor geben darf. So entscheidet sich Pesl beispielsweise gegen die Definition der Bösartigkeit aus "Harry Potter" Voldemort und für Dolores Umbridge. Vielleicht ist diese Entscheidung aber gar nicht so schlecht, denn erstens gibt es nicht mehr viel, das über Voldemort gesagt werden könnte, was die Fans der Romane nicht schon längst wissen und zweitens hat Pesl so noch ein bisschen Spielraum für ein eventuelles Nachfolgewerk.
"Seine Eltern waren aller Wahrscheinlichkeit nach Rabeneltern, und seine Seele, das sei jetzt mal so behauptet, ist so schwarz, wie sein Gefieder. Ungerührt reißt der Rabe den ohnehin schon niedergeschlagenen Trauernden noch tiefer in die Verzweiflung."
Das Buch ist wie ein Katalog und ich empfehle, es nicht stupide an einem Stück von vorne bis hinten zu lesen, sondern sich so wie ich, erst einmal nur mit den Schurken auseinanderzusetzen, die ihr schon kennt. Wenn ihr alle Bösewichte kennt, dann vergesst meinen vorigen Satz. Wer weiß, über welche Person er hier liest, der weiß den jeweiligen Beitrag und das gesamte Werk viel mehr zu schätzen und wird die Beschreibungen auch wesentlich unterhaltsamer finden.Ich habe mich bisher mit den mir bekannten 42 Bösewichten beschäftigt und kann nur sagen, dass das Böse schon Spaß macht. Das liegt vor allem am Schreibstil des Autors. Wer Wörter wie "Schurkativität" verwendet, den kann man nur mögen. Schöne Zweideutigkeiten und Anspielungen werden abgerundet von der quartettähnlichen Übersicht mit Attributen zu den jeweiligen Schurken. Natürlich mit Sternchen versehen und ganz individuell. Und als wäre das noch nicht alles, gibt es zu jedem der Verbrecher (es gibt übrigens auch weibliche) eine passende Illustration. Zusätzlich steht uns am Ende noch eine Schurkenrangliste von 1-20 zur Verfügung. Zum Selbstausfüllen. Hier wurde wirklich an alles gedacht!!
Fazit:"Das Buch der Schurken" ist zweifellos ein Buch, das jeder Literaturfreund im gut sortierten Regal stehen haben sollte; ob als Nachschlagewerk oder Inspiration für die nächste Lektüre.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Killer Instinct

Howard Linskey , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.08.2015
ISBN 9783426516188
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Killer Instinct" bildet den dritten und somit letzten Teil der "Newcastle" - Trilogie um den Gangsterboss David Blake und seine Organisation. Ich möchte an dieser Stelle kein Wort über den beschämenden Titel der deutschen Übersetzung verlieren. Aber in der Bahn hätte ich mich geschämt, das Buch zu lesen..Das Buch startet furious, ähnlich wie der Gangland, aber viel gewitzter: David Blake ermittelt für die Polizei. Gleichzeitig muss er sich aber auch wieder einmal um viele, viele, viele andere Baustellen kümmern. Diesmal spielen auch vermehrt private Themen eine Rolle, wie etwa seine Herkunft. Oder, wie im Klappentext angedeutet, ein Ruhestand möglich wäre. Wer jetzt furchtbar Vorhersehbares ahnt und befürchtet, nämlich, dass David seinen Tod vortäuschen wird, der irrt gewaltig, denn das Finale hat es in sich.Neben den bekannten Themen rund ums Milieu begegnet beim Lesen immer wieder ein Thema: die Ironie des Schicksals. Und ist es nicht Ironie des Schicksals, dass ich auf diesen Punkt nicht weiter eingehen kann??Mit gefällt, dass David es mit einem schier übermächtigen russischen Gegenspieler zu tun bekommt, der ihm alles und vor allem seine ganze Schläue abverlangt.
Fazit
"Killer Instinct" bildet einen würdigen Abschluss der "Newcastle" - Trilogie. Nach "Gangland" konnte Linskey das Niveau wieder heben und am tollen Schluss aus Teil 2 anknüpfen. 

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alptraum, vorbeugung, bande, hardboiled, drogenkurier

Gangland

Howard Linskey , Conny Lösch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.07.2014
ISBN 9783426513972
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im zweiten Teil der Trilogie hat David sich endgültig vom strategischen Berater zum Boss von Newcastle gemausert. Der Stadt von Alan Shearer. Allerdings geht er diesmal seltener in den alterwürdigen St. James Park, dafür muss er sich gegen noch mehr Angreifer verteidigen.Die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht sonderlich überzeugen. Zu viele Namen, zu viele Erzählstränge, alles zu konfus. (Vielleicht lag es an der Höhenluft in Nepal..) Dann versucht jemand, genau wie im ersten Teil, David und seine Crew umzubringen. Zu dieser zunächst ähnlichen Story kommt, dass David bei weitem nicht mehr so sympatisch ist, wie im ersten Teil - das ist wohl die Schattenseite vom "Chefsein". Seine Figur verändert sich sehr. Liegt vielleicht einfach an diesem stressigen Leben als Gangsterboss. Man hat es nicht leicht. Aber zur zweiten Halbzeit räumen David und Howard Linskey auf bravouröse Weise auf und brennen ein sehr durchdachtes Crimefeuerwerk ab, das mehr als nur eine unvorhersehbare Überraschung bereit hält. Am Ende ist es, als hätte David es regnen lassen - alles ist sauber und klar und wir können uns auf den dritten und letzten Teil der Trilogie freuen.
Fazit
Zu Beginn konnte mich "Gangland" (beknackter Name) nicht mitreißen. Trotz grandiosen Witzen und einem Serienkiller im Prolog. Aber irgendwann packt das Buch zu und lässt nicht mehr los, bis alles einen Sinn ergibt.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

neal carey, thriller, friends of the family, mafia

A Long Walk Up the Water Slide

Don Winslow
E-Buch Text: 302 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 11.04.2016
ISBN 9783518740064
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch schließt sich handlungstechnisch direkt an den dritten Teil an. Abgesehen davon, dass ein bisschen Zeit vergangen ist. Aber ansonsten eine richtige Fortsetzung, nicht nur mit ein oder zwei Personen, die wir schon kennen. Es macht aus diesem Grunde auf jeden Fall Sinn, die anderen Teile zu lesen. Auch wenn das bei "China Girl" nicht so viel Spaß macht.Neal lebt also weiterhin in Nevada und ist mehr oder weniger sesshaft geworden, da kommt der neue Auftrag, eine etwas exzentrische, und mittlerweile C-Prominente (immerhin hat sie für "Pollygate" gesorgt) gesellschaftsfähig  zu machen.Das ist zunächst ganz unterhaltsam und ist eine Persiflage an "My fair Lady" - sogar dieser Zungenbrecher "Es grünt so grün" findet seinen Platz. Auch die berühmte Reaktion des Lehrers darauf..Auch bemerkenswert ist der Auftritt von Walter Withers. Denn, aufgepasst: Walter Withers ist die Hauptfigur in dem Roman "Manhattan" von Don Winslow himself. Und wer jetzt denkt, "ah, cool, da hat Don Winslow den einfach nochmal in ein Buch gepackt" der irrt, denn: "A walk up the water slide" ist bereits 1994 erschienen (die gesamte Reihe wurde ja bekannterweise neu aufgelegt) und "Manhattan" erschien erst 1996. Also hat der gute Walter einfach nochmal eine Art eigenen Roman bekommen. So, genug Klugscheißerei, zurück zum Buch:Also diese Lehrer-Schüler-Beziehung klingt zunächst ganz unterhaltsam, ist sie auf Dauer aber nicht. Ich fand das Buch leider eher langweilig. Warum? Es passiert zu wenig. Eigentlich passiert eine ganze Menge, aber alles ist so vorhersehbar und der Plot kommt nicht in die Gänge. Das Buch packt mich einfach nicht. Die Dialoge sind wie immer sehr gelungen und knackig, aber es hakt zu sehr. Der verhaltensgestörte Killer ist eine einzige Enttäuschung und was in Wirklichkeit hinter dem Glamour von Hollywood zu stecken scheint, weiß auch jeder. Vielleicht war das 1994 noch nicht der Fall und ein Stürck weit bahnbrechender, aber mich konnte das Buch nicht begeistern. Schade.
Fazit
Wie ein Freistoß von Christiano Ronaldo, den er dann mit Ansage in die Mauer schießt: Zu viel Lärm um nichts - und das bei nur knapp 300 Seiten. Ich freue mich trotzdem auf den fünften Teil "Palm Desert", der am 13. Juni erscheint.

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