Weltentraeumerins Bibliothek

288 Bücher, 111 Rezensionen

Zu Weltentraeumerins Profil
Filtern nach
288 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"liebe":w=2:wq=37967,"internat":w=2:wq=1004,"gay romance":w=2:wq=508,"gayromance":w=2:wq=42,"liebesroman":w=1:wq=4396,"liebesgeschichte":w=1:wq=3006,"romance":w=1:wq=2340,"ebook":w=1:wq=1951,"kurzgeschichte":w=1:wq=1383,"young adult":w=1:wq=1114,"sterne":w=1:wq=369,"neobooks":w=1:wq=75,"gay teens":w=1:wq=7,"tina köpke":w=1:wq=4,"homosexulaität":w=1:wq=2

Auf der anderen Seite der Sterne

Liv Modes
E-Buch Text
Erschienen bei neobooks, 01.06.2018
ISBN 9783742743237
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Büchlein gehört quasi zu dem Genre Gay Romance, aus dem ich bisher noch nichts gelesen habe (vermutlich, weil Romance generell nicht so ganz mein Fall ist, von einigen Ausnahmen mal abgesehen). Liv Modes thematisiert alle auftauchenden Konflikte um Outing oder generell dem Schlamassel, in dem Alex steckt, und doch ist dieses Büchlein in erster Linie eins: Eine unheimlich süße Geschichte.

Und es ist auch wirklich nur ein Büchlein mit den knapp 90 Seiten, ein süße Geschichte für Zwischendurch, die dann mit knapp 1€ auch nur so viel kostet wie Schokolade. Und genau so fühlt es sich an.
Aufgrund der Kürze sind die Charaktere natürlich nicht allzu ausgearbeitet und auch die Geschichte beschränkt sich im Wesentlichen auf den Hautplot, allerdings ist die Länge dabei eigentlich perfekt. Es wird nicht langweilig, aber es gibt auch keine unnötigen oder zu lang gezogenen Dramen. Und ansonsten wirken die Charaktere durchaus sehr lebensecht, wie Jugendliche aus dem wirklichen Leben.
Umgekehrt ist aber gerade Yanik ein unheimlich tiefgründiger und vor allem facettenreicher Charakter, den ich sehr ins Herz geschlossen habe - kurz, ich kann absolut verstehen, wieso Alex sich in ihn verliebt hat. ;) Nach außen hin gibt Yanik sich wie der unerschrockene, freche Draufgänger, der immer zu Streichen auflegt ist und umgekehrt für seine Mädchengeschichte bekannt ist, doch dahinter verbirgt sich ein sehr verletzlicher Junge, was vermittelt wird, ohne dass es in geringster Weise klischeeartig wirkt.

Alex' Emotionen kommen dabei absolut authentisch rüber. Ohne dass man sich dauernd fremdschämen muss, weil er sich wie ein letzter Volltrottel verhalten würde (was ja bei manchen Storys dieser Art der Fall ist), erhält man einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und seine Gefühle werden absolut nachvollziehbar beschrieben, mit teils ziemlich coolen Beschreibungen. Auch seine Ängste werden authentisch thematisiert und das Gefühlschaos ist einfach, soweit ich das beurteilen kann, ziemlich authentisch.
Generell mag ich Liv Modes' Schreibstil, der oft mit außergewöhnlichen und wunderschönen Beschreibungen daher kommt, sehr gerne. Dabei lässt sich das Ganze trotzdem flüssig lesen und war für mich unheimlich fesselnd, sodass ich mich, obwohl ich die Geschichte kannte, kaum davon loslösen konnte und aufpassen musste, meine Station nicht zu verpassen.

Schauplatz des Ganzen ist übrigens ein deutsches Jungeninternat, sodass auch durchaus ein bisschen Internatsfeeling aufkommt. Gleichzeitig sorgen die Scherze zwischen den Jungen auch immer wieder für Humor, sodass der Schreibstil insgesamt sehr locker ist und es einfach auch sehr viel Spaß macht, diese Geschichte zu lesen.

Fazit: Süße, locker geschriebene und sehr fesselnde Geschichte mit wunderschönen Beschreibungen, nachvollziehbaren Emotionen und trotz der Kürze Tiefe bei den Hauptcharakteren!

  (1)
Tags: gay romance, internat, liebe, young adult   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

95 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

"fantasy":w=2,"magie":w=2,"märchen":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"jugendbuch":w=1,"hexen":w=1,"feen":w=1,"weisheit":w=1,"fantasy buch":w=1,"fairytale fantasy":w=1,"maralang":w=1

Almost a Fairy Tale - Vergessen

Mara Lang , Alexander Kopainski
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 16.02.2018
ISBN 9783764170691
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: fantasy, feen, hexen, jugendbuch, märchen   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

klassiker

The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens)

Oscar Wilde
E-Buch Text: 142 Seiten
Erschienen bei Alma Books, 05.06.2017
ISBN 9780714546957
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags: klassiker   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(99)

246 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

"patrick ness":w=8,"tod":w=5,"jugendbuch":w=4,"homosexualität":w=4,"leben":w=3,"fantasy":w=2,"familie":w=2,"zukunft":w=2,"selbstmord":w=2,"hölle":w=2,"mehr als das":w=2,"freundschaft":w=1,"england":w=1,"geheimnis":w=1,"trauer":w=1

Mehr als das

Patrick Ness , Bettina Abarbanell
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.03.2014
ISBN 9783570162736
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

chicago, dystopie, fantasy, jugendbuch, liebe, vampir, vampire, zombies

The Forever Song

Julie Kagawa
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HARLEQUIN SALES CORP, 15.04.2014
ISBN 9780373211128
Genre: Kinderbuch

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN BEIDEN VORGÄNGERN !

Inhalt:

Nachdem Sarren Zeke umgebracht hat, ist Allie zu dem Monster geworden, das sie jahrelang bekämpft hat. Angetrieben von dem Drang nach Rache begibt sie sich auf die Suche nach dem Psychopathen, begleitet von Kanin und Jackal. Doch Sarren scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein und ein grausames Spiel mit ihnen zu spielen ...

Meine Meinung:

Was diese Buchreihe, aber auch noch mal explizit diesen Abschlussband ausmacht, sind die unerwarteten Wendungen. Ich meine, die Autorin hat bereits im Vorgänger gezeigt, wie sie innerhalb von zwanzig Seiten alles, was bis dato nach einem perfekten Happy End aussah, zum Teufel schicken konnte, und auch diesmal war es einfach auch ein sehr emotionsreiches Buch.
Julie Kagawa versteht sich auf das Einbauen unerwarteter Wendungen und Überraschungen, sodass das Lesen dieser Reihe und eben auch dieses Bandes zu einer höchst emotionalen Angelegenheit wurde. Ich war komplett mitgerissen, an die Seiten gefesselt und versunken in diese düstere Story, gleichzeitig wechselten Schock, Erleichterung, Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Ungläubigkeit ... einander ab. Ehrlich, die Bücher - und insbesondere dieser Abschluss - haben mich fertig gemacht. Und dafür liebe ich diese Reihe.
Ich liebe sie dafür, wie sie mich emotional mitgenommen hat, wie sie mich immer wieder überrascht hat, wie ich mitgefiebert habe und wie sie mich fertig gemacht hat, denn genau das macht eine gute Story aus - die Emotionen.

Gleichzeitig sind mir einige Charaktere unheimlich an Herz gewachsen. Kanin, zum Beispiel. Was eigentlich beeindruckend ist, weil man objektiv betrachtet ja gar nicht mal so viel über ihn erfahren hat, trotzdem mag ich ihn als Allies Mentor, als weisen, starken, aber auch nicht unverletzlichen Vampir irgendwie ziemlich gerne. Ich meine, auch als Leserin habe ich ihn im letzten Teil nicht gerade in seinen ruhmreichsten Momenten erlebt, und doch ... er konzentriert sich immer auf das Wesentliche, bewahrt Ruhe, erkennt die Zusammenhänge und setzt sich erfreulich viel für die Menschen ein.
Ach ja, und ich liebe ja so ein bisschen Jackal. Ich meine, der Typ ist an sich der reinste Psychopath. Was diese Reihe aber ausmacht, ist, dass auch die Psychopathen nicht ausschließlich schlecht sind. Was diese Reihe ausmacht, sind die ganzen Schattierungen von "Böse". Die Grenzen verwischen. Ich meine, Jebbadiah zum Beispiel hat Zeke geschlagen, was definitiv verabscheuenswürdig ist und auch durchaus als diskutabel dargestellt wird, aber er ist deswegen kein Antagonist und seine Gründe - wie zweifelhaft sie sein mögen - werden gezeigt, ebenso wie das Gute, das er vollbracht hat.
Und obwohl Jackal grausam und skrupellos ist, gibt es Seiten, die durchaus sympathisch sind - die Charaktere sind so vielschichtig, facettenreich und nicht einfach nur gut oder böse. Wie wohl kein Mensch. Was Jackal, wie er so gerne betont, ja auch nicht ist. Und da wäre ja noch die Interaktion zwischen Allie und Jackal.

Ich glaube, der mit Abstand am häufigsten auftauchende Satz ist "Shut up, Jackal", was mich mit zunehmendem Auftauchen immer mehr zum Grinsen brachte und eigentlich super die Beziehung zwischen den beiden reflektiert. Denn selbst wenn Allie zu einem skrupellosen Monster wird, sind es doch die Dialoge zwischen den beiden, die mich immer wieder zum Grinsen oder gar zum Lachen brachten, einfach weil die beiden gar nicht anders können, als sich zu zanken. Wie richtige Geschwister eben, auch wenn sie das nur übers Blut sind
Das i-Tüpfelchen ist dabei Kanins Reaktion, die meist aus Ignoranz besteht, bis dann schließlich doch ein entnervter Kommentar von ihm kommt - manchmal gar nicht so fern von dem, was man von einem Vater erwarten würde. Und genau diese Interaktion zwischen den dreien trägt einfach ungemein zum Unterhaltungswert bei, ohne dass das zu Konflikten mit dem Setting oder den Geschehnissen führt. Allein deswegen lohnt sich das Buch.

Ansonsten will ich hier gar nicht viel erzählen. Sarren ist ein Antagonist, den ich wirklich zu hassen gelernt habe, und ich habe unheimlich mitgefiebert und gehofft, dieses Sinnbild eines Psychopathen möge abkratzen. Und dieser verdammte letzte Satz vom Vorgänger hat mich fertig gemacht. Erst recht, da Allie so ein Monster geworden ist wegen Zekes Nicht-Tod.
Dabei hat diese Geschichte auch einfach einen unheimlichen Sog auf mich ausgeübt, sodass ich absolut an die Seiten gefesselt war und mich nur äußerst schwerlich von ihnen und vor allem aus dieser Welt heraus zu lösen vermochte.
Generell fand ich aber, dass die Art, wie alles gelöst wurde, sehr gelungen war. Stimmig, schockierend, mitreißend - ziemlich perfekt also. Weshalb diese Trilogie nun definitiv zu meinen Lieblingsreihen gehört. Und das, obwohl ich doch eigentlich gar keine Zombies mag.

Fazit: Fesselnder, vor allem emotional total mitreißender Abschluss einer genialen, düsteren Trilogie mit unerwarteten Wendungen, vielschichtigen Charakteren, bei denen jede Gut-Böse-Trennung stark verwischt wird, und einer unheimlich unterhaltsamen Interaktion zwischen den Charakteren verbunden mit einer gelungenen Auflösung einer tollen Story!

  (0)
Tags: dystopie, fantasy, jugendbuch, vampire, zombies   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dystopie, fantasy, jugendbuch, krankheit, liebe, science-fiction, vampire, verseuchte, zombies, zukunft

The Eternity Cure

Julie Kagawa
Fester Einband: 446 Seiten
Erschienen bei HARLEQUIN SALES CORP, 30.04.2013
ISBN 9780373210695
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags: dystopie, fantasy, jugendbuch, vampire, zombies   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

dystopie, fantasy, jugendbuch, vampire, zombies

The Immortal Rules

Julie Kagawa
Fester Einband: 504 Seiten
Erschienen bei Harlequin Books, 24.04.2012
ISBN 9780373210510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Als vor Jahren die rote Seuche ausbrach und den Großteil der Menschheit hinraffte, bildeten sich einige Vampirstädte. Hier herrschen die Vampire über die Menschen, versprechen ihnen Sicherheit im Gegenzug für ihr Blut.
Allie jedoch gehörte zu den Unregistrierten, sie lebt im sogenannten Saum außerhalb der inneren Stadt, über die Legenden von Reichtum und Wohlstand verbreitet werden. Allie hasst die Vampire aus ganzem Herzen und weigert sich, eine ihrer Gefangenen zu werden - doch das bedeutet auch, dass sie täglich um ihr eigenes Überleben kämpfen muss und ständig dem Verhungern nah ist.
Bis schließlich einer ihrer Raubzüge auf der Suche nach Essen in einer Katastrophe endet und sie vor die Wahl gestellt wird: Entweder zu sterben oder die Kreatur zu werden, die sie selbst am meisten hasst ...

Meine Meinung:


Okay, wenn man das so zum ersten Mal hört, dann denken sich vermutlich viele "Urgh, Vampire, schon wieder". Ich fand die Umsetzung hier aber ziemlich gut. Zum Einen vielleicht, weil jegliche Twilight-Romantisierung vermieden wird. Ausweichen auf Tierblut? Keine Option, Vampire brauchen wirklich Menschenblut, ansonsten drehen sie durch. Glitzern im Sonnenlicht? Darin verbrennen sie zu Asche. Vampire sind blutsaugende Monster, und da gibt es auch keine Ausflüchte, das ist Allies erste Lektion.

Was diese Reihe aber vielleicht so einzigartig macht, ist das Setting. Allie lebt in einer postapokalyptischen Welt, unsere Zivilisation liegt in Trümmern, die Menschen sind entweder versklavt oder müssen jeden Tag um ihr Leben kämpfen. Denn neben den Vampiren leben außerhalb der Städte auch die sogenannten Verseuchten, de facto nichts anderes als Zombies.
Und ich bin echt kein Fan von Zombies. Ich weiß nicht, diese hirntoten Kreaturen haben mich nie wirklich gereizt. Aber hier hat mich das nicht gestört, vielleicht, weil die wirklichen Antagonisten sehr gut denken können - das sind nämlich die Vampire. Die Verseuchten dienen eher als Hindernisse, als ständig präsente, aber eben nicht rationale Gefahr, zur Untermalung der Atmosphäre. Sie sind durchaus von Relevanz für die Handlung, aber sie treiben sie nicht an erster Stelle an.
Was die Atmosphäre angeht, so wird diese sehr gut rübergebracht. Düster, postapokalyptisch - ich konnte mir die verlassenen Landstriche, die verlassenen Ruinen, die Leichen bildlich vorstellen und war definitiv gefangen von dieser dunklen Stimmung. Wer auf postapokalyptische Settings steht, kommt hier mit Sicherheit auf seine Kosten.

Daneben ist Allie eben auch noch eine tolle Protagonistin. Sie ist aufgewachsen mit dem Leitmotto, dass sich jede*r in erster Linie um sich selbst kümmern muss, dass, wer Fehler macht, dafür bezahlen muss, dass das Leben ein einziger Kampf ums Überleben ist. Und sie weiß in der Welt zu überleben, kalkuliert die Risiken, geht manchmal welche ein, aber weiß um die Gefahr, in die sie sich begibt. Gleichzeitig hat sie - gegen das Gesetz - Lesen gelernt und träumt davon, es anderen Menschen beizubringen, um sich eines Tages gegen die Vampire zu erheben, ein Traum, der mich einfach nur beeindruckt hat, auch von der Botschaft her, die darin mitschwingt.
Doch nachdem Allie zu genau dem Monster wird, das sie selbst immer auf den Tod gehasst hat, wird sie gleichzeitig in einen tiefen Konflikt gestürzt, denn wie gesagt, sie muss Blut trinken. Und doch kämpft Allie darum, ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren.

Durchaus zur Unterhaltung trägt dabei ihr ständig präsenter Sarkasmus bei. Sie ist trotzig, widerspricht gerne und besonders ihre Kommentare sind oft sehr unterhaltsam. Ihre rebellische Seite verliert sie nie und sie lässt sich nicht unterkriegen, was sie zu einem starken Charakter macht.
Nebenbei ist sie aber durchaus auch eine Kick Ass-Heldin. Ich meine, sie hat ein Katana. Und als Vampirin eben auch noch zusätzliche Stärke, mit der sie ihren Gegnern gern auch mal in den Hintern treten kann, was sie aber nicht unverwundbar macht. Sie ist auch nicht perfekt. Besonders mit ihrer Blutlust, dem "Hunger" hadert sie immer wieder, und sie ist alles andere als die perfekte, unendlich starke Heldin, die dem problemlos widerstehen kann, was ihr Ecken und Kanten verleiht.
Und nebenbei ist da noch der Diversity-Faktor, dadurch, dass Allie eben über ein asiatisches Aussehen verfügt. Und damit zwischen all den weißen Protagonistinnen in dem Genre heraussticht, ohne, dass das ihr Aussehen von Relevanz ist. Außer dass sie klein ist und deswegen dauernd unterschätzt wird. ;)

Auf die anderen Charaktere will ich jetzt gar nicht so sehr eingehen, um nicht zu spoilern, aber auch hier sind durchaus sehr faszinierende und vor allem facettenreiche Charaktere dabei, die oft sehr vielschichtig sind. Vergeblich wird man hier eine strikte Schwarz-Weiß-Trennung finden, im Gegenteil. Gute Charaktere können auch Schlechtes getan haben, auch die Antagonisten und sowieso eigentlich alle haben nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln und kein Charakter ist einfach nur gut oder schlecht. Die meisten haben eine dunkle Seite, und es gibt einfach keine klare Gut-Böse-Einteilung.
Auch eine kleine Liebesgeschichte gibt es, die allerdings absolut im Hintergrund bleibt, sich sehr langsam und nachvollziehbar entwickelt und bei der die Rollenverhältnisse mal anders sind als sonst.
Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem darf ich versichern, dass der Schreibstil außerdem noch sehr fesselnd ist und mich in seinen Bann gezogen und an die Seiten gefesselt hat, sodass ich, auch dank der hohen Spannung, mich nur mit Mühe aus dieser düsteren Welt losreißen konnte.

Fazit: Düsteres, postapokalyptisches Setting mit Zombies und alles andere als romantisierten Vampiren jenseits einer klaren Gut-Böse-Teilung sowie einer starken, schlagfertigen, sarkastischen und selbstbewussten Kick Ass-Protagonistin, die in einen Konflikt mit ihren Prinzipien und ihrem Wesen gerät, der nachvollziehbar vermittelt wird - fesselnd, spannend und mitreißend!

  (0)
Tags: dystopie, fantasy, jugendbuch, vampire, zombies   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(142)

297 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

"klassiker":w=22,"liebe":w=20,"selbstmord":w=14,"goethe":w=10,"verzweiflung":w=7,"briefe":w=6,"suizid":w=6,"sturm und drang":w=6,"lotte":w=5,"werther":w=5,"briefroman":w=4,"natur":w=3,"sehnsucht":w=3,"schmerz":w=3,"leiden":w=3

Die Leiden des jungen Werther

Johann Wolfgang von Goethe
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 01.03.2005
ISBN 9783938484159
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags: klassiker   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(586)

1.059 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

"frankreich":w=52,"mord":w=47,"duft":w=34,"paris":w=33,"geruch":w=31,"parfum":w=26,"mörder":w=15,"klassiker":w=13,"parfüm":w=12,"tod":w=9,"düfte":w=9,"roman":w=8,"gerüche":w=8,"liebe":w=7,"krimi":w=7

Das Parfum

Patrick Süskind
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.08.2006
ISBN 9783257065404
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags: klassiker   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

127 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

"träume":w=3,"akademie":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"fantasy":w=1,"familie":w=1,"spannung":w=1,"jugendbuch":w=1,"spannend":w=1,"reihe":w=1,"fantasie":w=1,"traum":w=1,"debüt":w=1,"kinder- und jugendbuch":w=1,"agenten":w=1

Dreamkeeper. Die Akademie der Träume

Joyce Winter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.02.2018
ISBN 9783841504999
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In einem Genre, das vor allem vom amerikanischen Setting dominiert wird, sorgt dieses Buch durchaus für Abwechslung. Allegra wohnt in München und wird dann nach Avignon an die Akademie gerufen - alles sehr europäisch. Bis zum Schluss überrascht hat mich allerdings, wie fließend Allegra Französisch spricht, dafür, dass sie selbst behauptet, es nur in der Schule gehabt zu haben.

Allegra habe ich am Anfang irrtürmlich für achtzehn gehalten, ehe ich herausfand, dass sie erst sechzehn ist, was deutlich besser zu ihrem doch recht jugendlichen Verhalten passt. Das Buch wird von dem Verlag ab vierzehn Jahren empfohlen, zwischendurch hatte ich aber fast das Gefühl, die Zielgruppe bestünde aus jüngeren Leser*innen, was einerseits an dem doch recht jugendlichen Verhalten der Charaktere lag, aber auch daran, dass mich das Ganze teilweise an eine Abenteuer- oder wahlweise Detektivsgeschichte erinnerte - zumindest von der Art, wie die Charaktere sich teilweise verhalten.
Hinzu kam, dass ich persönlich den Stil als sehr holprig empfunden habe. Hatte ich am Anfang noch die Hoffnung, dies würde sich legen, bestätigte sich das nicht. Auch die Sprache ist recht jugendlich gehalten, gleichzeitig fühlten sich für mich auch die Geschehnisse nicht ganz rund an.

Allegra wird mit sechzehn vorzeitig an die Akademie gerufen, weil man hofft, dass sie dieselbe einzigartige Gabe hat wie ihr Vater, und weil Agent*innen in der Traumwelt verschwunden sind. Um diese zu finden, drängt die Zeit. Allegra bekommt das Flugticket am Vortag, taucht dann da auf und hat plötzlich nur noch zehn Minuten, um die Agent*innen zu retten. In den zehn Minuten wird sie ganz entspannt begrüßt, ihr das Grundkonzept erläutert und zu einem anderen Raum gelaufen - mit anderen Worten, das waren sehr, sehr lange zehn Minuten.
Später wird Allegra mitten im Schuljahr in den Unterricht gesteckt, während ihre Mitschüler*innen gut zwei Jahre älter sind, weil man normalerweise erst mit achtzehn dort anfängt, was aber anscheinend gar kein Problem ist.
Auch zum Schluss hin konnte ich die Ereignisse nicht immer ganz ernst nehmen, was auch daran lag, dass das Verhalten der Charaktere zu der eigentlichen Ernsthaftigkeit für mich nicht ganz passte.

Dabei ist es nicht mal so, dass keine Spannung da wäre. Von Anfang ist eine gewisse Grundspannung vorhanden, und mich hat es dann auch nicht gestört, wenn sich nicht eine Action-Szene an die nächste reihte, sondern Wert darauf gelegt wurde, die Informationen zu dieser durchaus faszinierenden Idee zu vermitteln. Dabei bemüht sich die Autorin, dem Ganzen einen Hauch Wissenschaftlichkeit zu vermitteln, jedoch hatte ich mir persönlich mehr Verbindungen zur tatsächlichen Traumforschung gewünscht.
Wem man trauen kann und wem nicht war tatsächlich teilweise nicht ganz klar, teilweise dann schon, wobei ich vermute, dass das bei den letzteren Fällen bewusst so war, eben um Spannung aufzubauen.
Eine kleine Liebesgeschichte gibt es auch, die jedoch im Hintergrund spielt und sich eher langsam, wenn auch vorhersehbar entwickelt. Allerdings fand ich hier teilweise das Timing nicht so ganz passend.

Allegra ist wie gesagt eher jugendlich. Ihre naive, impulsive und teils trotzige Art mag man als Ecken und Kanten werten können, für mich als Leserin war sie aber teilweise ziemlich anstrengend. Minderwertigkeitskomplexe sucht man immerhin hier vergebens, Allegra ist selbstbewusst und weiß, was sie will. Nichtsdestotrotz sind ihre Handlungen manchmal ein wenig sehr direkt und unüberlegt, sodass ich sie manchmal fast dämlich fand und oft nicht wirklich nachvollziehen konnte. So konfrontiert sie bei einem Verdacht diese Person direkt, als würde die jetzt zugeben, dass sie der*die Verräter*in ist ...
Gleichzeitig ist sie die klassische Besondere mit der einzigartigen Gabe, die sie dazu befähigt, fast mühelos in diese Aktivität einzusteigen. Ihre Eltern wurden vor Jahren bei einem Einsatz ermordet und gelten heute in der Akademie als Helden. Während sie sich anfangs noch darüber beschwert, auf ihre Eltern reduziert zu werden, fordert sie später, dass man ihr die genauen Informationen über den Einsatz und das Drumherum mitteilt, weil sie ja quasi ein Anrecht darauf hätte. Dabei wissen ihre Mitschüler*innen auch nicht wirklich mehr, und ich meine, das ist eine Geheimorganisation ...

Was ich ganz schön fand, war die Beziehung zu ihrer Schwester, die als sehr eng und vertraut dargestellt wird und von viel Nähe geprägt ist. Ihre ältere Schwester, die mit der Akademie an sich nichts zu tun haben möchte, kann sie jederzeit anrufen und um Rat fragen.
Bei den anderen Charakteren werden teils typische Rollen eingenommen - die beste Freundin und Zimmernachbarin, die Zicke -, die aber nicht konsequent in alle stereotypischen Bereiche verfolgt werden. Wobei sie auch nicht wirklich stark ausgearbeitet werden. Aber auch die Charaktere in Allegras Alter haben sich für mein Empfinden oft sehr jugendlich verhalten. Internatsfeeling wurde dabei beispielsweise durch gemeinsame Unternehmungen hergestellt.

Fazit: Trotz faszinierender Idee habe ich die Charaktere als sehr jugendlich und den Stil als sehr holprig empfunden, und hatte teilweise das Gefühl, weniger eine Young Adult-Fantasy-Story als vielmehr eine Abenteuergeschichte für jüngere Leser*innen zu lesen. Die Geschehnisse fühlten sich für mich oft einfach nicht rund an. Die Protagonistin ist zwar durchaus selbstbewusst, dabei aber auch naiv und impulsiv, und handelt oft unüberlegt und direkt.

  (1)
Tags: fantasy, jugendbuch, träume   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

"romance":w=1,"lovestory":w=1,"tanzen":w=1,"tanz":w=1,"dublin":w=1,"new-adult":w=1,"ink rebels":w=1

Tanz, meine Seele

Kira Minttu
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 02.02.2018
ISBN 9783958693234
Genre: Romane

Rezension:


Dieses Buch ist alles andere als eine typische New Adult-Story, zumindest soweit ich das beurteilen kann. Es gibt keine unbescholtene Protagonistin, die zum ersten Mal hinaus in die Welt auf ein College zieht und dort den mysteriösen Bad Boy mit der tragischen Vergangenheit trifft und sich unsterblich in ihn verliebt - nichts läge dieser Geschichte ferner. Dieses Buch beweist, dass das Genre so viel mehr kann als die üblichen Klischees, und begeisterte mich mit einer Geschichte, die zwar nicht direkt unvorhersehbar ist, aber doch auf ihre Weise einzigartig.
Zum Einen spielt die Story erst mal zu meiner Freude nicht in den USA, sondern in Frankfurt. Was im Übrigen eine Stadt ist, die mir da erste Mal als Setting begegnet, was ich ebenfalls als positiv wahrnahm.

Die Protagonistin Harper, bei der alle Mitmenschen erst mal durchgefallen sind, die ihren Namen nach der Vorstellung ungläubig wiederholen, studiert eigentlich auch eher halbherzig Sprachwissenschaft, ihre eigentliche Leidenschaft gilt dem Tanz. Ihre Tanzrichtungen sind dabei vor allem Modern, Contemporary und Street. An dieser Stelle möchte ich als Tänzerin einfach mal sagen, dass mir die Darstellung des Tanzes total gefallen hat. Die Leidenschaft kam rüber, das, was das Tanzen ausmacht, die Disziplin, die darein gesteckt werden muss ... alles.
Somit spielt das Tanzen auch eine wesentliche Rolle in dem Buch, zumal es Harpers Traum ist, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren - auch wenn ihre bisherigen Bewerbungen im Sand verlaufen sind. Auch das zeigt die Autorin: Dass man nicht immer Erfolg hat, dass man auch mal scheitert und dass man dann weiterkämpfen muss. Und Harper kämpft.

Harper ist generell eine Protagonistin, die mir unheimlich sympathisch war. Von der ersten Zeile an. Das liegt vor allem auch an dem Schreibstil, in dem sich ihr ausgeprägter Sarkasmus wiederspiegelt. Sie spart nicht an bissigen Kommentaren und ironischen Bemerkungen, und brachte mich damit immer wieder zum Grinsen, was das Lesen unheimlich unterhaltsam macht. Allein wegen dieses Stils lohnt es sich das Buch zu lesen - und der Rest ist genauso gut. Zudem hatte er die Angewohnheit, mich so in seinen Bann zu ziehen, dass ich die abgesteckten Leseabschnitte in der Leserunde regelmäßig überschritt, weil ich versehentlich wieder ein Kapitel zu weit gelesen hatte.
Gleichzeitig greift Harper manchmal auch typische Buchklischees auf, die dann selbstironisch kommentiert werden, so macht sie sich gleich zu Beginn über diese typische Spiegelbild-Selbstbeschreibung-Szene lustig.

Harpers Sarkasmus kommt auch deshalb so gut rüber, weil sie alles andere als das unbedarfte, schüchterne, selbstzweifelnde Mauerblümchen ist. Stattdessen ist sie absolut selbstbewusst, selbstständig weiß, was sie kann, steht zu sich selbst und lässt sich nicht unterkriegen. Selbstsicher gibt sie anderen Kontra, was sich gerade dann auszeichnet, wenn ein gutaussehender Typ auftaucht und sie immer noch nachdenken und Paroli bieten kann, ohne sich jemals zu verstellen. Das war einfach unheimlich erfrischend und auch deswegen habe ich das Buch sehr gerne gelesen.
Das heißt jedoch nicht, dass sie keine Ecken und Kanten hätte. Sie ist manchmal ein wenig sehr direkt, was zu Differenzen mit ihrer besten Freundin führt, die blind vor Liebe zu ihrem Freund steht, der sie offensichtlich wie den letzten Dreck behandelt, was Harper schlichtweg nicht nachvollziehen kann. Sie selbst war noch nie wirklich verliebt und Sex ist für sie nur Spaß.
Je mehr man sie kennenlernt, desto mehr taucht man auch in ihre Gefühle und Ängste ein und lernt ihre Schwächen kennen. Manchmal hätte ich sie ganz gerne einfach nur in den Arm genommen, da sie viele ihrer Gefühle selbst nicht zulässt.

Was ich auch mochte, war, dass zwar mehrere Männer in dem Buch eine Rolle spielen, aber es nie zu sowas wie einer Dreiecksgeschichte kommt, auch, weil deutlich wird, dass man Menschen auf verschiedenen Ebenen mögen kann und Harper eben auch weiß, was sie will und dazu steht. Und auch wenn dieser Bereich eher weniger überraschend für mich war, fand ich ihn doch auch authentisch und nachvollziehbar dargestellt, wobei auf unnötige Dramen verzichtet wird. Was nicht heißt, dass das Buch mich nicht trotzdem emotional mitzunehmen wusste.
Auch das Thema Depressionen wird angeschnitten, dadurch, dass Harpers Mutter depressiv ist. Hierbei wird vor allem der Fokus darauf gelegt, was für eine Belastung das auch für Angehörige bedeutet, und ich fand, dass die Balance gut gehalten wurde.

Fazit: Ein tolles Buch mit einer für das Genre eher ungewöhnlichen, authentischen und mitreißenden Story, die auch dank der sehr sarkastischen und sehr selbstbewussten Protagonistin absolut unterhält und sich viel ums Tanzen dreht, dessen Leidenschaft nachempfindbar dargestellt wird!

  (2)
Tags: new-adult, tanzen   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

"fantasy":w=1,"jugendbuch":w=1,"high fantasy":w=1

Tower of Dawn (Throne of Glass)

Sarah J. Maas
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury USA Childrens, 05.09.2017
ISBN 9781681195773
Genre: Fantasy

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN UND DER VORGESCHICHTE !

Inhalt:


Chaol und Nesryn reisen zum südlichen Kontinent, um den dort gottähnlich herrschenden Khagan davon zu überzeugen, ihnen in dem Krieg gegen Erawan beizustehen. Doch seine Gunst zu erwerben ist alles andere als leicht, erst recht nicht, wenn seine Nachkommen alle eigene Pläne verfolgen ...
Gleichzeitig ist Chaol aber noch mit einer anderen Hoffnung dorthin gekommen: In dem sagenumwobenen Torre Cesme bei den auch beim Khagan geschätzten Heilerinnen Hilfe und Heilung zu finden ...

Meine Meinung:

Gefühlt ist die Autorin dabei, einen Extraband nach dem anderen in die Welt hinaus zu schleudern, und ich bin wirklich kein Fan von massenweise Extrabändern, nicht mal bei meiner Lieblingsreihe. Erst recht nicht bei meiner Lieblingsreihe. Aber weil ich die Reihe liebe, zog dieses Buch dann doch bei mir an. Und soviel sei gesagt: Ich habe es nicht bereut.
Tatsächlich halte ich es sogar für unerlässlich, diesen Band zu lesen, ebenso, wie die Vorgeschichte zu lesen, aber hier vielleicht sogar noch ein Stück mehr. Ich weiß nicht, inwieweit die Ereignisse im finalen Band zusammengefasst werden, aber dieses Buch beeinflusst mit seinen Enthüllungen und (Charakter-)Entwicklungen wesentlich die Handlung, weshalb ich es als vorletzten Band einordnen würde. Gleichzeitig spoilert er eben auch die Handlung von "Empire of Storms", dadurch, dass die Geschehnisse eben zum Teil auch rüberdringen. (Zum Teil aber auch nicht, was gleichzeitig Amüsanz, aber auch Verzweiflung bei der/dem Leser*in hervorrufen kann.)

Dieses Buch brauchte nur wenige Seiten, um mich daran zu erinnern, was ich an dieser Reihe so liebe: Die komplexe Welt, die Charaktere, die Verflechtungen, die Präsenz der Vergangenheit, der Plot, die Epik, Aelin ... Und somit band sich mir die Frage auf, wieso ich mir einen Band davon entgehen lassen wollte.
Dabei zeigt sich der Schreibstil gewohnt fesselnd, er zog mich in seinen Band, sodass aus "nur zehn Seiten" auf einmal hundert wurden, ohne dass mir das bewusst wurde.

Dadurch, dass dieser Teil in dem südlichen Kontinent spielt, bietet sich dem/der Leser*in einen Einblick in eine andere Kultur, die aber ebenso komplex ausgearbeitet ist und die ich mit Freude entdeckt habe. Dabei werden sowohl Licht- als auch Schattenseiten vor allem des Systems gezeigt: So leben die Menschen seit Jahrhunderten in Frieden und Wohlstand, dafür allerdings beherrscht von einer Autokratie, die einst alle Stämme unterworfen hat, bei der die Herrschaft zwar gesichert ist durch spezielle Regelungen, diese aber auch beinhalten, dass die Kinder des letzten Herrschers sich teilweise gegenseitig umbringen.
Somit stehen diese Kinder jederzeit in einem Wettstreit um die zukünftige Herrschaft, was natürlich zu Intrigen führt, sodass man sich auch als Leser*in nie so ganz klar ist, wem man am Hof da eigentlich trauen kann, obwohl der Fokus zunehmend doch eher auf der eigentlichen Handlung liegt. Dennoch wird gleichzeitig thematisiert, inwieweit Stabilität, Frieden und Wohlstand diese Herrschaftsform legitimieren und gezeigt, dass das eben nicht Schwarz-Weiß ist.

Die Stadt, die Chaol und Nesryn besuchen, liegt in der Wüste und weist daher auch eine entsprechende Atmosphäre auf, verbunden mit den arabisch klingenden Namen und dem südländischen Aussehen der dort lebenden Menschen, genau dem Aussehen, für das Nesryn teilweise in Adarlan diskriminiert wurde. In Bezug auf sie werden hier auch Fragen der Identität thematisiert, da Nesryn in gewisser Weise nach zuhause zurückkehrt, jedoch in einer Funktion als Diplomatin Adarlans.
Auch sonst unterscheidet sich die dortige Kultur von der Adarlans, sodass Frauen weitaus mehr Rechte haben und geschätzter sind. Auch sonst sind die Umgangsformen teils anders und ich mochte es, wie viel Arbeit die Autorin hier in die Ausarbeitung des World Builings gesteckt hat.
Genauso mochte ich übrigens auch, dass die eine Prinzessin ganz selbstverständlich mit einer Frau liiert ist.

Beim Lesen merkte ich wieder, wie sehr ich Chaol eigentlich ins Herz geschlossen haben. Manchmal dachte ich ein wenig wehmütig an die guten alten Zeiten aus Teil 1, als es noch Celaena, Dorian und er waren und die größte Gefahr von Cain ausging. Als alles so süß harmlos war und es noch nicht um Kriege, Königreiche und das Ende der Welt ging. Na ja.
Natürlich hat Chaol sich auch weiterentwickelt. Größter Konfliktpunkt ist dabei die Tatsache, dass er querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Ich muss zugeben, ich war skeptisch. Disability ist ein kritisches Thema und gerade am Anfang denkt Chaol oft, dass er so weniger wert sei. Allerdings - in gewisser Weise sind das wieder nachvollziehbare Gedanken und Konflikte einer Person, die es gewohnt ist, top trainiert und leistungsfähig zu sein. Und im Endeffekt stellte sich heraus, dass die Autorin das meiner Meinung nach gelungen gelöst hat.

Dadurch, dass ich Chaol wie gesagt sehr mag, gerade da er auch relativ respektvoll ist, wenn auch in gewisser Weise nachvollziehbarerweise gebrochen, hatte ich auch gar kein Problem damit, dass Akteure wie Aelin hier gar nicht auftauchen. Neben Chaol gibt es aber noch zwei weitere Erzählerinnen:
Einmal Nesryn, logischerweise, die ich ebenfalls mochte. Durch ihre Sichtweise erhält man einen tiefen Einblick in ihre Schwächen und Ängste, was sie zu einem sehr vielschichtigen Charakter werden lässt.
Dann - Yrene. Die den meisten aus "The Assassin's Blade" noch bekannt sein dürfte. Es kann durchaus unterhaltsam sein, dass man als Leser*in als Einzige*r weiß, wer ihr damals wirklich geholfen hat. Auch Yrene war mir sehr sympathisch. Sie ist stark, nicht auf die körperliche, kampfbezogene Art, sondern vor allem charakterliche, was zeigt, dass Stärke nicht unbedingt auf den körperlichen Fähigkeiten basieren muss. Sie zeigt ein hohes Durchhaltevermögen, setzt sich für andere Menschen ein und kümmert sich als Heilerin mit Herz und Seele um sie, kann sehr stur sein, tritt selbstbewusst auf und lässt sich nicht unterkriegen, auch nicht, wenn sie sich um einen Lord aus Adarlan kümmern muss, obwohl dieses Land nur Hass in ihr hervorruft. Gleichzeitig hat sie aber auch verletzliche Seiten, sodass auch sie ein unglaublich vielschichtiger Charakter ist.

Genug geschwärmt, einen kleinen Kritikpunkt habe ich auch: Mir ging die Liebesgeschichte ziemlich lange auf den Keks. Manchmal nervten mich dabei Ausdrücke wie "male satisfaction". Vor allem aber dieses ewige Hin und Her und Partnergewechsel - als hätte man mit der drohenden Weltübernahme durch einen Dämonenfürsten, einer tyrannischen Fae-Königin und einem zerstörerischen Krieg keine anderen Sorgen, die die Handlung problemlos füllen könnten, nein, solche kleine Dramen müssen auch noch sein. Wobei das größte Drama am Ende umschifft wurde. Danke dafür. Und ab einem gewissen Punkt war es dann doch ganz süß.
Ansonsten - einige unvorhersehbare Wendungen, viele faszinierende Verknüpfungen und, obwohl ich anfangs echt ratlos war, womit man die Seiten bitte füllen will, viel Handlung und Action. Ein toller Teil einer tollen Reihe.

Fazit: Genauso toll und fesselnd wie der Rest der Reihe mit neuen wichtigen Informationen und einem detailreichen, sehr gut ausgearbeiteten World Building und sehr sympathischen, tiefgründigen Charakteren!

  (1)
Tags: fantasy, high fantasy, jugendbuch   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(277)

793 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 132 Rezensionen

"bianca iosivoni":w=14,"soul mates":w=12,"fantasy":w=11,"liebe":w=7,"jugendbuch":w=7,"licht":w=6,"seelen":w=5,"seelenpartner":w=5,"soulmates":w=5,"flüstern des lichts":w=5,"familie":w=4,"dunkel":w=4,"biancaiosivoni":w=4,"dunkelseelen":w=4,"lichtseelen":w=4

Soul Mates - Flüstern des Lichts

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473585144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Grundkonzept dieses Buches ist altbekannt: Idyllische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Nerdige Protagonistin mit traumatischer Vergangenheit und kleinen Ungereimtheiten (sie hört merkwürdige Schreie), die sich um Normalität bemüht. Ein attraktiver, aber düsterer und gefährlich anmutender Typ, der plötzlich auftaucht und sie mit einer übernatürlichen Welt in Kontakt bringt, in der es die Guten gibt, die gegen die Bösen kämpfen.
Huch, da meldet sich ein kleiner Wiedererkennungswert. Das Buch hatte dabei den deutlichen Vorteil, dass ich just zu dem Zeitpunkt mal wieder richtig Lust auf so eine Story hatte - oder zumindest auf die Kernbereiche - und somit bereit war, mich darauf einzulassen.

Rayne war mir dabei durchaus sympathisch. Sympathievorschuss erhielt sie allein schon dadurch, dass ihr größtes Hobby Lesen ist, sie in einer Buchhandlung arbeitet und sich auch sonst gerne anderen Welten zuwendet. Sie liebt ihre Adoptivfamilie über alles und kümmert sich rührend um ihre kleine Adoptivschwester Emma. Tragische Vergangenheit also (sie kann sich an ihre ersten fünf Lebensjahre nicht erinnern und die danach waren auch nicht viel besser), aber kein komplett kaputter Charakter, sondern in vielen Bereichen eine normale Jugendliche.
Als sie dann mit dieser anderen Welt konfrontiert wird, verschließt sie nicht die Augen davor, sondern akzeptiert zwar nicht direkt, aber ohne dass es anstrengend wird ganz rational die sich vor ihr ausbreitenden Beweise. Auch danach lässt sie sich nicht unterkriegen und bietet zum Beispiel Colt Paroli, ohne ihr Gehirn gleich abzugeben.

Womit wir bei Colt wären. Colt ist der klassiche Bad Boy - dunkle Seiten, Geheimnisse, bedrohliches Auftreten. Ich mochte ihn, zumal er Rayne nicht wie den letzten Dreck behandelt. Ich meine, ich würde auch Leute mit dem Messer bedrohen, bei denen ich nicht weiß, auf welcher Seite sie stehen. Danach verhält er sich eigentlich ganz ... ich will jetzt nicht sagen, zuvorkommend, aber immerhin respektvoll.
Die Dialoge zwischen den beiden sind durchaus unterhaltsam, die Liebesgeschichte entwickelt sich jetzt nicht allzu langsam, aber schon nachvollziehbar, aufbauend auf anfänglicher Anziehung, auch wenn es hier ein übliches Drama gibt.

Ich mochte es dabei, dass Seelenpartner nicht gleich Liebespartner war, im Gegenteil. Das gab dem Ganzen mal eine neue Ebene.
Ansonsten wartete ich allerdings leider eher vergeblich auf die erhoffte Tiefgründigkeit. Immer wieder hoffte ich, die Grenzen zwischen der strikten Schwarz-Weiß-Einteilung von Gut und Böse würden verwischt werden, doch dieses Potenzial wurde leider nicht genutzt. Schade. Mir wären da einige Ideen gekommen.
Die Handlung selbst ist durchaus spannend und fesselnd, sodass ich es im Nu durchhatte, zumal sich der Schreibstil ziemlich flüssig lesen lässt, auch dank der sarkastischen Färbung.

Doch gleichzeitig hatte ich oft das Gefühl, die Erklärungen zu dieser Welt, ihrem Aufbau, den Fähigkeiten und Funktionen nicht ganz verstanden zu haben. Vieles erschien mir unklar oder widersprüchlich, manche Dinge verstand ich einfach nicht, und ich kann nicht genau sagen, ob ich es einfach aufgrund des Tempos zu schnell gelesen habe oder ob die Erklärungen tatsächlich unzureichend sind. Aber auch wenn ich zurückblätterte und Dinge nachlas, wurden diese nicht wirklich klarer.
Daraus resultierend wurden mir auch die Handlungen der Charaktere (insbesondere der Antagonisten) mit steigender Seitenzahl immer unverständlicher. Viele Enthüllungen ließen sich zumindest erahnen, wirklich überrascht hat mich da nichts, was ja an und für sich nicht zwingend negativ ist.
Trotz dass ich aber mit der Handlung zunehmend weniger klarkam, ist doch deutlich Potenzial für die Fortsetzung vorhanden, das besonders in der Leseprobe zum zweiten Band angedeutet wird, sodass ich diesen wahrscheinlich lesen werde.

Fazit: Bekanntes Fantasy-Konzept mit sympathischer Protagonistin und ebenso sympathischem Bad Boy - lockerer, flüssig zu lesender Schreibstil, allerdings zunehmend unverständliche Handlung und unklare Erklärungen über die Hintergründe, dabei kaum Verwischen der Grenzen der strikten Gut-Böse-Trennung trotz Potenzial.

  (1)
Tags: fantasy, jugendbuch   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

jugendbuch, thriller

Strikers Fall

Susanne Leuders
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 11.09.2017
ISBN 9783946049234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !

Inhalt:


Fünf Jahre sind vergangen und Amelies und Strikers Wege haben sich getrennt. Amelie arbeitet mittlerweile als Polizistin bei der Mordkomission und hat sich dort ein Leben aufgebaut. Doch dann wird sie zu einem Toten gerufen, der Striker sehr ähnlich sieht, und muss sich unwilllkürlich fragen, ob der Junge, der ihr einst so viel bedeutet hat, in Gefahr ist ...
Striker konnte Amelie nie vergessen, doch nachdem sie auf seine Nachrichten nicht reagierte, hat er die Hoffnung fast aufgegeben. Doch jetzt, da er endlich wieder in einer glücklichen Beziehung ist, tritt plötzlich wieder Amelie in sein Leben ...

Meine Meinung:


Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es noch einen zweiten Band gibt, sondern den ersten für einen Einzelband gehalten. Die Autorin allerdings auch, wie ich herausgefunden habe, denn der zweite Teil ist vor allem auf Wünsche von Leser*innen hin entstanden, was mich ein wenig skeptisch gemacht hat.
Und klar, man merkt schon, dass der zweite Teil nicht geplant war, zumindest, wenn man drauf achtet. Der erste Band hatte ein Ende und daher werden hier Anknüpfungspunkte gesucht. Was ich am Anfang manchmal fast als noch ein wenig konstruiert empfand, wird aber am Ende gekonnt mit den Ereignissen des Vorgängers verknüpft.
Ich kam nicht ganz so leicht rein, auch, weil das Lesen des Vorbandes ein Weilchen bei mir her ist und dieses Buch sich bei meinen Eltern befindet, sodass ich nicht nochmal reinlesen konnte und ich somit nicht mehr alle Details parat hatte. Aber dadurch, dass es einen Zeitsprung gibt und die wesentliche Infos beiläufig nochmal fallen gelassen werden, hatte das höchstens den Effekt, dass ich nicht immer ganz so gut mitraten konnte, weil ich nicht immer wusste, ob da Bezüge existieren oder nicht. Ansonsten trat das aber mit steigender Seitenzahl zunehmend in den Hintergrund und verflüchtete sich schließlich.

Gleichzeitig merkt man, dass sich der Stil der Autorin gebessert hat. Während ich beim ersten Band noch Probleme mit der Erzählweise hatte, merkte ich davon hier nichts mehr. Wie im Vorgänger beginnt die Autorin auch hier einige Kapitel mit philosophisch anmutenden Gedankengängen, aber verliert sich nicht länger in ihnen. Auch die Handlung lief ohne diese Brüche ab, die mich im ersten Teil gestört hatten.
Dabei zeichnet sich das Buch auch dadurch aus, dass es sich als so fesselnd erwiesen hat, dass ich teilweise die Welt um mich herum vergaß. Auch dank der konstant hohen und gegen Ende noch mal steigenden Spannung flog ich quasi durch die Seiten. Viele Wendungen habe ich dabei selten erahnt, wobei das teilweise auch daran liegen könnte, dass ich Amelies Gedankengänge beziehungsweise Schussfolgerungen bezüglich der tatsächlichen Geschehnisse nicht immer so ganz folgen konnte und mir auch am Ende zum Teil nicht so ganz klar war, was jetzt wie zusammenhängt.

Die Charaktere haben sich dabei deutlich verändert.
Aus der aufsässigen, rebellischen Angel ist eine junge Frau geworden, die selbstbewusst ihr Leben lebt und zu sich steht, gelassener geworden ist, auch wenn sie immer noch mitunter impulsiv handelt. Dabei gelingt es der Autorin, dennoch auch frühere Seiten von ihr durchblitzen zu lassen und die Entwicklung somit glaubhaft zu gestalten.
Was ich ein bisschen schade fand, ist, dass man im Vergleich zu ihr weit weniger über Strikers beziehungsweise dem, was er jetzt so in seinem Leben macht, erfährt, obwohl das Buch abwechselnd aus seiner und Amelies Sicht erzählt wird. Der Fokus liegt da eher auf den aufkeimenden Gefühlen, die in ihrer Heftigkeit nachvollziehbar beschrieben werden.
Die Nebencharaktere bleiben eher blass, auch wenn einige sympathische Ansätze da sind. Teilweise enthalten die Dialoge auch immer eine Spur Humor, der die düstere Grundstimmung auflockert.

Fazit: Besser als der Vorgänger, vor allem dadurch, dass die Probleme, die ich da mit der Erzählweise hatte, verschwunden sind. Stattdessen fesselt der Jugendbuchthriller trotz des Zeitsprungs von fünf Jahren mit einer reifer gewordenden Protagonistin und spannenden, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbaren Zusammenhängen an die Seiten.

  (1)
Tags: jugendbuch, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(99)

345 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

"fantasy":w=6,"raben":w=5,"liebe":w=4,"feen":w=3,"freundschaft":w=2,"magie":w=2,"märchen":w=2,"high fantasy":w=2,"spiegel":w=2,"drachenmond verlag":w=2,"drachenmondverlag":w=2,"dämmerung":w=2,"feenkönig":w=2,"rabenkönig":w=2,"weltenwandlerin":w=2

Die Rabenkönigin

Michelle Natascha Weber
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.10.2016
ISBN 9783959910415
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: fantasy, feen, high fantasy, jugendbuch   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"berlin":w=1,"flüchtlinge":w=1,"syrien":w=1,"asyl":w=1,"rechtsextremismus":w=1,"fremdenfeindlichkeit":w=1,"is":w=1

Feuerfrühling

Peer Martin
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei tredition, 13.10.2017
ISBN 9783743959415
Genre: Jugendbuch

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN !

Inhalt:

Nachdem Nuri und Calvin sich endlich gefunden haben, leben sie jetzt in Arsal, einer Stadt im Libanon, gemeinsam mit den anderen. Doch das ist nur vorübergehend, und als der IS auch hierhin seine Fänge auswirft, beschließen sie, dass sie endlich zurück nach Deutschland fliehen müssen. Doch es gibt zu viele Flüchtende überall, zu viele Grenzen sind längst dicht, und so sind sind sie nur eine Gruppe von vielen, die nach Deutschland wollen.
Gleichzeitig haben die Erlebnisse Spuren an Calvin hinterlassen, die Wut und Gewalt in ihm wecken. Kann seine Beziehung zu Nuri trotz allem bestehen? Und schaffen sie es, rechtzeitig zum Prozess wieder in Deutschland zu sein?

Meine Meinung:

Irgendwie hat der dritte Band all das bestätigt, wovor ich insgeheim Angst hatte. Ich meine, genaugenommen hat es der zweite Band auch schon, aber erst hier wurde das wirklich deutlich. Und zum Ende dieses Teiles hin hatte ich teilweise wirklich den Gedanken, dass ich es beim ersten Band hätte belassen sollen, dass ich ihn so grandios in Erinnerung hätte halten sollen, wie er war, dass ich auf mein Bauchgefühl hätte hören sollen.
Und ja, ein Stück weit würde ich das Leser*innen auch fast empfehlen, auch wenn man nach dem zweiten wohl auch noch den dritten lesen kann, denn dazwischen tut sich nichts. Ich kann auch nicht sagen, ob es daran liegt, dass ich den ersten Teil so glorifiziert habe, aber ich versuch jetzt einfach mal, meine Gedanken in Worte zu fassen.

Ich hatte in diesem Buch irgendwann das Gefühl, dass die Magie des ersten Bandes verloren gegangen ist. Irgendwo während des zweiten und dritten Teiles, ohne dass ich es bemerkt habe. Die Charaktere waren nicht mehr die, die ich ins Herz geschlossen habe, es war nicht länger die Geschichte eines Neo-Nazis und eines jungen, geflüchteten Mädchens, die sich über Vorurteile hinwegsetzen, nicht die Geschichte darüber, dass Menschen sich verändern können, nicht die Geschichte, die erstaunlich nah an der Realität dran war.
Denn objektiv betrachtet ist der dritte Band alles andere als schlecht. Überhaupt nicht. Aber es ist diese Magie, es ist das, was den Auftakt so umwerfend gemacht hat, dieser kleine Zauber, dieses Realistische, quasi die Seele, die mir verloren gegangen ist. Auch schon im zweiten Teil, wenn ich jetzt zurückblicke, auch wenn mir das da noch nicht so klar war.
Es ist also nichts wirklich greifbares, und daher vielleicht auch subjektiv, und vermutlich werden die meisten von euch das Buch toll finden. Aber es geht hier ja schließlich um meine subjektive Meinung.

Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass diese Geschichte, die ich geliebt hatte, genommen und weitergeführt würde, weg von dem, was sie ausmacht, ohne zu wissen, was genau das ist. So, als müsste alles unbedingt weitergeführt werden, alle Seiten der Flucht grausam gezeigt werden.
Und versteht mich nicht falsch, wenn man die Charaktere weglässt, dann zeigt der Autor ein grausames, aber eben auch realistisches Bild von der Flucht, zeigt, wie hart diese wirklich ist, welche Schrecken sie bietet, was für Opfer sie fordert. Er zeigt, wie sehr die Grenzschließungen und überfüllte Lager die Situation noch verschlimmern, zeigt die Lebensgefahr, die Opferbereitschaft, zeigt, wie Menschen, die doch im Kern genauso sind wie wir alle, alles verlieren, wie sie, nur angetrieben von ihrer Suche nach Sicherheit und Freiheit, ihr ganzes Leben und ihren ganzen Besitz aufgeben.
Er zeigt, wie schwierig und gefährlich es wirklich ist, nach Deutschland zu gelangen, und ich verzweifelte mit den Charakteren, litt mit ihnen, ohne es wirklich zu tun, weil ich von der Realität eben keine Ahnung habe. Auch dieser Band ist wieder tiefgründig recherchiert und bietet Rechercheanstöße.

Und auch in diesem Band ist die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland ein immer präsentes Thema, auch dadurch, dass auch Cindy einige Absätze erhält. Cindy, die ebenfalls allmählich zu zweifeln beginnt. Und obwohl man es vielleicht als idealistisch kritisieren könnte, mochte ich es, dass das Bild vermittelt wird, dass Menschen sich ändern können und nicht aus Prinzip "schlecht" sind.
Dennoch wird auch hier die Ungerechtigkeit gegenüber Geflüchteten thematisiert, die Stigmatisierung, die Vorurteile, die zunehmend geschürzt werden, die stetige Präsenz von Neo-Nazis mit ihrem ebenso stets präsentem Hass, ... Und dann natürlich die Frage nach dem Prozess. Und danach, ob es sowas wie Gerechtigkeit wirklich gibt.

Während mich das im zweiten nur unterschwellig gestört hat, spielte hier in das oben beschriebene Gefühl mit rein, dass ich zwischendurch doch dachte, dass es ein wenig absurd ist, was Calvin alles durchlaufen hat - und noch durchläuft. Ein Deutscher, der aus Syrien zurück nach Deutschland flieht?
Und dann auch noch Calvin? Denn dieser Calvin hat kaum noch was mit dem Calvin aus dem ersten Band gemein. Und nein, der war mir lange auch nicht sympathisch, aber irgendwann hatte ich einfach dieses Gefühl, dass diese Charaktere wenig mit den ursprünglichen Charakteren (auch nach ihrer Entwicklung im ersten Band) gemein hatten, dass die Geschichte wenig mit der ursprünglichen Geschichte gemein hatte, so als hätte sie sich irgendwann zwischendurch selbst verloren.
Und natürlich werden Fäden zusammengelegt, aber zwischendurch schlich sich die Frage in meinen Kopf, wann es denn endlich vorbei wäre, vielleicht nicht nur auf die genervte, sondern auch auf die mitfühlende Weise, vielleicht auch beides gleichzeitig.

Der Stil ist dabei wie der zweite poetisch und schleudert mit seinen Formulierungen dem/-r Leser*in teilweise Fakten eiskalt ins Gesicht, Fakten, die einem schon irgendwie das Herz brechen. Zwischendurch schämte ich mich fast dafür, in einem Erste-Welt-Land zu leben, quasi alles zu haben, während anderen Menschen auf der Welt solche Schicksale widerfahren.
Wie auch im Vorgänger balanciert auch hier der Stil zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, zwischen Illusionen und tatsächlichen Geschnissen, zwischen unrealistischem Märchen und recherchierter Realität. Manchmal war es mir zwischendurch fast zu viel, fast zu viel für dieses doch sehr ernste Thema, während ich es im ersten Band noch geliebt habe. Vielleicht ist das aber auch eine Weise, sich diesem Thema zu nähern, auf fiktive Weisen die Realität zu vermitteln. Ich denke, das ist letztendlich Geschmackssache.

Fazit: Sehr gut recherchiertes, emotional mitreißendes Buch, das für mich persönlich aber ein wenig auch im zweiten Band schon die Seele des Auftaktes verloren hat, dadurch, dass ich das Gefühl hatte, dass die Charaktere wenig mit den Charakteren aus dem ersten Band und auch die Geschichte nur noch wenig mit der aus dem ersten Band gemein hatten. Ob es zu viel Poesie, zu unrealistisch, zu anders ist, oder ob dies einfach nur eine andere Herangehensweise an dieses ernste, sehr ausführlich in vielen Facetten dargestellte Thema ist, bleibt aber im Endeffekt jedem selbst überlassen.

  (1)
Tags: fremdenfeindlichkeit, is   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

asyl, berlin, flucht, flüchtlinge, folter, fremdenfeindlichkeit, hellersdorf, immigranten, is, krieg, nazis, neonazis, syrien, terror

Winter so weit

Peer Martin
Flexibler Einband: 636 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2017
ISBN 9783841503985
Genre: Jugendbuch

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !

Das ist eins der Bücher, das man beendet, und dann ist man total fertig. Mit den Nerven. Mit den Gefühlen. Mit der Welt. Mit allem.

Ich hatte Angst vor dem zweiten Teil. Ich hatte wirklich Angst. Ich fand, dass der erste gut für sich stehen konnte, ich fand, dass das Ende passte, und ich hatte Angst, dass diese Fortsetzung alles kaputtmachen würde.
Doch all diese Gedanken wurden beim Lesen absurd. Ich glaube, ich habe ganz diesen Stil vergessen. Die Worte, die mal voller Poetik und sprachlicher Bilder ist, und einem dann wieder ganz schonungslos die Wahrheit ins Gesicht klatscht. Einem den Atem raubt, wegen dieser unfassbaren Grausamkeit und Ungerechtigkeit.
Irgendwie gelingt es Peer Martin, den syrischen Bürgerkrieg in all seiner Grausamkeit rüberzubringen, sodass ich teilweise das Gefühl hatte, ich wär selbst dort, zwischen den zerstörten Ruinen eines ehemals wunderschönen Landes. Inmitten eines gnadenlosen Krieges. Mehr als einmal weinte ich innerlich, äußerlich erstarrt wegen all dem.

Und dann die andere Seite der Medaille. Fremdenhass, Neo-Nationalsozialismus in Deutschland, rechte Gruppen. Ich habe es verabscheut beim Lesen.
Und beide Themen sind einfach unfassbar gut recherchiert, was die Zitate vor den Kapiteln zeigen. Und die Rechercheanstöße, den ich noch folgen muss. Überhaupt, auch hier gab es wieder viele schöne Textstellen, aber ich konnte mich nicht von den Seiten lösen, um die Seitenzahlen aufzuschreiben. Ich vergaß die Welt um mich herum, wurde komplett reingezogen in diese Geschichte, die manchmal irreal anmutet und doch realer ist wie die meisten anderen.

Klar, man könnte jetzt darüber diskutieren. Darüber, dass es in dem Buch Stellen gibt, die unseren Vorstellung von real und möglich widersprechen, die mystisch anmuten. Unerklärbare Dinge. Dass die Geschichte sowas nicht braucht, dass sie vielmehr zu realistisch ist, als dass sowas geht.
Aber das ist einfach dieser Stil. Die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verblassen manchmal, manchmal weiß man auch als Leser*in nicht mehr so ganz, was Einbildung ist und was nicht, und dennoch verliert das Thema kein bisschen an Ernsthaftigkeit.
Stattdessen wurde ich beim Lesen immer von einer seltsamen Melancholie mitgepackt. Wegen dieses wunderschönen, aber eben auch melancholischen Schreibstils einerseits. Wegen dieser ungerechten Geschehnisse andererseits, die Weltschmerz in mir hervorruften.

Die Wendung, vor der ich die ganze Zeit Angst hatte, wurde tatsächlich so nachvollziehbar und logisch reingebracht, dass ich sie nicht als unpassend, störend oder falsch empfand, sondern auf einmal ziemlich froh über diesen zweiten Teil war.
Natürlich kann ich nicht beurteilen, inwieweit die beschriebenen Verhältnisse in Syrien der Realität entsprechen. Inwieweit das, was da passiert, überhaupt möglich wäre. Und manchmal war es mir ein kleines bisschen zu viel. Zu viel Glück, zu viel Pech, zu viel.
Aber vielleicht ist diese Geschichte auch nur eine Zeichnung eines Traumes. Der dennoch nicht die Schärfe der Wirklichkeit verliert.

Calvin hat so wenig noch mit dem Neo-Nazi gemein, den ich im ersten Band gehasst habe. Und doch hat er natürlich diese Vergangenheit. Er verändert sich, hat sich verändert, und irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ihn mittlerweile wirklich mochte. Dann gab es wieder ein, zwei Szenen, bei denen ich mit seinem Verhalten nicht einverstanden war, eine, die schon diskussionswürdig ist, aber nicht zwangsläufig problematisch.
Was man der Geschichte vielleicht noch vorwerfen könnte, ist, dass vieles zu konstruiert zussamenhängt. Aber wie gesagt, es ist keine Geschichte mit dem Anspruch, huntderprozentig realistisch zu sein. Es ist eine Geschichte. Und die bringen manchmal die Wahrheit am grausamsten rüber.

Fazit: Eine fesselnde und mitreißende Geschichte mit einem melancholischen, poetischen und ehrlichen Schreibstil, bei der manchmal die Grenzen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit verwischen, die aber vielleicht gerade dadurch die Wahrheit noch grausamer vermittelt, sodass es mir als Leserin den Atem raubte

  (0)
Tags: fremdenfeindlichkeit, is   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

forschungsschiff, jugendbuch, jugendroman, kalifornien, klimaerwärmung, klimawandel, nachhaltigkeit, thriller, umwelt, umweltthriller, young adult

Wolkendämmerung

Julia Dibbern
Flexibler Einband: 488 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 01.07.2017
ISBN 9783958692909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Als der siebzehnjährige Nicholas die Chance bekommt, als Bordfotograf auf einem Forschungsschiff zu arbeiten, dabei einen Haufen dringend benötigtes Geld zu verdienen und seinem Traum von dem Beruf als Fotograf näher zu kommen, scheint alles perfekt. Auch die Klimaschutzmission dieses Schiffes klingt auf den ersten Blick sehr nobel. Aber warum wird Nicholas verfolgt? Und sind die Ziele dieser Mission wirklich so ehrenhaft wie sie scheinen?

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt wusste ich nicht so ganz, was mich erwarten würde, auch wenn der Klappentext ganz spannend klang. Doch was sich dann dahinter verbarg, übertraf meine Erwartungen. Es war endlich mal wieder ein mitreißender Jugendbuchthriller, bei dem von Anfang an Spannung da ist, dadurch, dass Nicholas quasi in der ersten Szene zusammengeschlagen und von Beginn an verfolgt wird. Von dahin baut sich die Spannung dann immer mehr auf, um dann in einem actionreichen Show-Down zu enden.
Dadurch ist das Buch auch konstant fesselnd, und die fast fünfhundert Seiten flogen quasi vorbei. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus zwei Sichten - der von Nicholas und der von Elin, einer Praktikantin aus Deutschland, die für ein paar Wochen bei Nicholas' bestem Freund Zachary wohnt und so in das Geschehen hineingezogen wird. Zwischendurch gibt es nochmal ganz kurze Abschnitte aus der Sicht ein, zwei weiterer Personen.

Handlungsort ist Kalifornien. Dabei merkt man hier deutlich, dass die Autorin selbst mal dort gelebt hat, denn es gelingt ihr, die Bilder der Strände, des Pazifiks, der Klippen, des Himmels, der Kleinstadt und sogar des Highways vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen, sodass ich das Gefühl hatte, ich wäre dort, mitten im warmen kalifornischen Sommer statt im nasskalten deutschen Herbst. Auch die dortige Lebensweise wird ein Stück weit rübergebracht.
Dabei wird insbesondere Nicholas' Liebe zu dem Meer prägnant zum Ausdruck gebracht. Er geht jeden Tag oft mehrmals an den Strand direkt hinter seinem Haus, kennt das Meer und seine Tücken, liebt die Delfine und fühlt sich dort zuhause - all das wird dem/der Leser*in nachempfindbar vermittelt. Gerade dadurch, dass das Meer so eine wesentliche Rolle spielt, entsteht auch eine enstprechende maritime Atmosphäre.

Nicholas, auch Nick genannt, ist ein sehr vielschichtiger Protagonist mit Ecken und Kanten. Er ist alles andere als perfekt, sondern flirtet schnell mit Mädchen und bricht anschließend oft ihr Herz. Auch bei Elin, weshalb er sich mit Zachary streitet, der sich wie ein großer Bruder um das etwa gleichaltrige Mädchen kümmert. Anfangs empfand ich Nicks Verhalten hierbei noch als ein wenig unsympathisch, allerdings regt dieser Streit Nick auch zum Nachdenken an. Ansonsten steht die Liebesgeschichte im Hintergrund, auch wenn die gegenseitige Anziehung der beiden spürbar bleibt, dadurch aber authentisch ist, dass es tatsächlich "jugendliches Verliebtsein" ist.
Ansonsten war mir Nicholas aber sehr sympathisch, sodass ich gar nicht anders konnte, als ihn ins Herz zu schließen. Er verurteilt andere Leute nicht sofort. So wird er am Anfang zusammengeschlagen, weil der ärmere Teil der Stadt kein Wasser hat (darauf komm ich gleich nochmal zurück) und die Jugendlichen ihren Frust an ihm auszulassen. Statt diese nun aber dafür zu hassen, drehen sich Nicholas' Gedanken eher um den Umstand mit dem Wasser und er erklärt ihr Verhalten fast damit.

Prinzipiell vergisst man nie, dass die Hauptpersonen Jugendliche sind. Sie mutieren nie zu Superhelden, sondern bringen ihre individuellen Stärken ein, sind aber auch unsicher und haben Angst. Gerade Nicholas' Gefühle konnte ich absolut nachempfinden, da sie ausdrucksstark rüber gebracht werden, zumal er ein sehr aufbrausender Charakter sein kann und zwischendurch mit Wut, Verzweiflung und Angst kämpft.
Mal beweist Nicholas ziemlich viel Mut und Trotz, dann wieder wirkt er jungenhaft, unsicher, zweifelnd. Die meisten seiner Gefühle und Handlungen konnte ich nachvollziehen und er wirkt, ebenso wie die anderen Charaktere, sehr lebensecht, auch wenn auch Elin und Zachary neben ihm ein wenig verblassen, weil er so ein vielschichtiger und facettenreicher Charakter ist.
In Nicks Erzählstil mischt sich dabei immer ein leicht sarkastischer Unterton, zumal er auch ein wenig aufmüpfig und frech sein kann, wobei er damit oft nur seine Unsicherheit zu verbergen versucht. Dadurch wird der Schreibstil auch sehr locker und ich habe ihn wirklich gerne gelesen.

Zentrales Thema ist dabei der Klimawandel. Wie gesagt, in einem Teil der Stadt gibt es kein Wasser mehr, dann soll Nicholas bei einer Klimaschutzmission fotografieren. An dieser Stelle möchte ich einfach mal die tiefgehende Recherche der Autorin loben, die auch technische Details und tatsächlich existente Forschung leicht erklärt einwebt und so ganz nebenbei noch hochinteressante, teilweise aber leider auch bedrückende Informationen zu diesem wichtigen Thema vermittelt.
Ihren eigenen Angaben zufolge könnte das Geschehen sich theoretisch durchaus so abspielen, da es entsprechende Forschungen tatsächlich gibt, was dem Buch nochmal eine realistische Note verleiht.

Fazit: Spannender, authentischer und realistischer Jugendbuchthriller, der sich dem wichtigen und hier sehr gut recherchierten Thema des Klimawandels widmet, mit einem sehr vielschichtigen, lebensechten Protagonisten mit Ecken und Kanten, dessen Emotionen sehr ausdrucksstark und nachempfindbar vermittelt werden!

  (2)
Tags: jugendbuch, kalifornien, klimawandel, thriller   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(100)

281 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

"fantasy":w=11,"katharina seck":w=5,"wald":w=4,"bastei lübbe":w=4,"liebe":w=3,"tochter des dunklen waldes":w=3,"romantik":w=2,"natur":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"mord":w=1,"tod":w=1,"magie":w=1,"angst":w=1,"geheimnis":w=1

Tochter des dunklen Waldes

Katharina Seck
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783404208807
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem ein Märchen über die Düsternis des Morgenwaldes erzählt wird. Ein Märchen, das dem/der Leser*in einen ersten Eindruck von diesem Wald und seiner Wirkung auf die Dorfbewohner vermittelt.
Doch auch nachdem dieses Märchen beendet wird, konnte ich mich nicht des Eindrucks verwehren, immer noch ein Märchen zu lesen. Das liegt vor allem an dem bildreichen Schreibstil, der definitiv aus der Masse heraussticht. Die Beschreibung sorgten dafür, dass sich vor meinem inneren Auge ein Bild formte. Ich sah den düsteren Wald vor mir aufragen, im Kontrast zu der friedlichen Idylle des einfachen Dorfes mit den Feldern. Aber ich sah nicht nur die Bilder vor mir, sondern ich roch förmlich den Duft des Lavendels und spürte die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut.
Mit viel Detailliebe hat sich die Autorin den Beschreibungen gewidmet, was auf der einen Seite dazu führt, dass man sich als Leser*in alles sehr gut vorstellen kann, und vor allem, dass die Atmosphäre wirklich wird. Die dunkle Bedrohung, die von dem Morgenwald ausgeht, die unheilvollen, unheimlichen Seiten - all das kam absolut bei mir an und brachte ein wenig Gruselstimmung mit sich.
Doch auf der anderen Seite werden über die Beschreibungen hinaus manchmal leider auch ein wenig die Handlung vernachlässigt. Und für die, die schnell von vielen Beschreibungen genervt sind, dürfte dieses Buch auch nicht unbedingt etwas sein.

Lilah ist ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen. Von der von der Autorin kreierten High Fantasy-Welt erfährt man nicht allzu viel, das Dorf, in dem Lilah wohnt, lebt von dem, was die Natur ihm gibt. Der Alltag ist geprägt von der täglichen schweren Arbeit und dem abendlichen Zusammensein im Wirtshaus. Immer allgegenwärtig ist die Angst vor dem Morgenwald, in den sich keiner gewagt hat, auch wenn viele die alten Geschichten als Aberglaube abtun. Und wie viel Wahrheit ist an ihnen dran?
Lilah ist also hier aufgewachsen und kennt nicht viel anderes, was dazu führt, dass sie schnell naiv und leichtgläubig wirkt, was ich aber aufgrund ihrer Herkunft für absolut authentisch halte. Sie hat das kleine Dorf kaum verlassen, woher sollte sie dann Erfahrungen und Reife haben? Dennoch ist sie mutig und loyal, außerdem liebt sie die Natur. Dies ist ein Aspekt, der eine nicht unwesentliche Rolle spielt, und mit dem eine ungeheure Wertschätzung der Natur ausgedrückt wird.

Da der Fokus eher auf den atmosphärischen Beschreibungen liegt, wirkten die Charaktere auf mich im Endeffekt relativ blass. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, an sie heranzukommen, aber wie gesagt wirkte die Geschichte auf mich auch wie ein Märchen, bei denen man in der Regel ja auch eher auf Distanz zu den Charakteren bleibt, weshalb mich das nicht allzu sehr störte.
Im Mittelpunkt der Handlung steht dabei eindeutig die Liebesgeschichte. Das ist insofern schade, als dass dadurch einerseits auf Hintergründe nur im Ansatz eingegangen wird, teilweise hätte ich mich gefreut, mehr zu erfahren. Andererseits konnte ich diese Liebesgeschichte leider kaum nachvollziehen. Das erste Prickeln am Anfang vermochte ich noch nachzuempfinden, aber die großen Gefühle, von denen irgendwann die Rede war, kamen nicht mal im Ansatz bei mir an. Hier hätte ich mir einfach mehr Interaktion gewünscht, mehr gemeinsame Momente und Dialoge, die das vielleicht hätten rüberbringen können. Hinzu kam, dass ich an den Charakter des Love Interests noch weniger herankam als sowieso schon.

Im ersten Drittel durchläuft die Handlung einige Wendungen, von denen ich sehr überrascht war, da ich absolut nicht mit ihnen gerechnet hatte, was bei den vielen Büchern, die ich lese, in der Form selten vorkommt.
Doch auch wenn die Spannung zunimmt und ich das Buch im letzten Drittel so durchlas, fing die Handlung ab dann leider an, vorhersehbar zu werden. Mit den meisten Enthüllungen hatte ich ab dann schon gerechnet. Hinzu kam, dass ich Lilahs Handlungen ab einem gewissen Punkt absolut nicht mehr nachvollziehen konnte und mir ihr Zweck teilweise wirklich nicht mehr so ganz klar war. Dabei ist die Idee an sich durchaus faszinierend. Und auch die Motive für das Handeln sind durchaus vielschichtig, es gibt keine klare Gut-Böse-Einteilung.
Was man aber noch hervorheben sollte, ist die unterschwellige Botschaft, die in dem Buch mitschwingt und die sich gegen Vorurteile richtet, zu der ich aber nicht zuviel verraten möchte, um nicht zu spoilern - doch ganz unerwähnt wollte ich sie aufgrund ihrer Aktualität nicht lassen, da sie mal wieder zeigt, wie viel Bezug auch Fantasy-Romane zu unserer Realität haben können.

Fazit: Märchenhafte Geschichte voller bildreicher Beschreibungen, die die Welt und die Atmosphäre wirklich werden lassen - die Idee ist faszinierend, die Charaktere bleiben aber eher auf Distanz und der Fokus liegt auf einer nicht nachvollziehbaren Liebesgeschichte, die Wendungen sind anfangs überraschend, dann aber zunehmend vorhersehbar und die Handlungen der Protagonistin werden zunehmend unverständlich; nichtsdestotrotz schöne Botschaften, die mitschwingen!

  (1)
Tags: fantasy, high fantasy   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(285)

645 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 87 Rezensionen

"liebe":w=9,"illuminae":w=9,"science fiction":w=8,"künstliche intelligenz":w=8,"amie kaufman":w=8,"raumschiff":w=6,"jay kristoff":w=6,"jugendbuch":w=5,"sci-fi":w=5,"weltraum":w=5,"virus":w=5,"raumschiffe":w=5,"weltall":w=4,"ki":w=4,"dystopie":w=3

Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch ist keine übliche Erzählung, sondern besteht vielmehr aus verschiedenen Dokumenten. Zusammengestellt von der sogenannten Illuminae-Gruppe sollen diese das Geschehen dokumentieren.
Am Anfang war ich skeptisch, ob damit überhaupt Nähe zum Geschehen entstehen kann, doch am Ende war ich begeistert. Allein schon die reine Vielfalt der Dokumente - Tagebucheinträge, Offiziersmitteilungen, E-Mails, Transkriptionen von Überwachungskameras, Chatverläufe ... Dabei verliebte ich mich vor allem in die Gestaltung mit der Liebe zum Detail. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, die Seiten zu entdecken. Auf einigen ziehen sich auch mal in kunstvollen Linien nur wenige Wörter über die Seite, was ziemlich viel ausdrücken kann. Tintenflecke, durchgestrichene Zeilen, die die Zensur darstellen sollen, geschwärzte Fäkalsprache, aber auch kleine Easter Eggs wie bekannte Namen auf einer Opferliste - all das ist einfach ziemlich cool gemacht.
Der Gestaltung gelingt es dabei häufig, Epik, dramatische Stille und so weiter rüberzubringen. Die verschiedenen Dokumentarten sorgen für einen umfassenden Überblick - sei es über die Geschehnisse oder eben auch das Innenleben der Charaktere, sodass ich erstaunt war, wie nah ich dann doch an beiden war, wie sehr mich die Handlung mitriss.

Die Handlung. Diese habe ich größtenteils (mit kleinen Ausnahmen) als nicht wirklich vorhersehbar empfunden, ich hatte oft keine Ahnung, wie es sich entwickeln würde, zumal die Lage oft sehr aussichtslos ist. Und definitiv nicht schonend rangeht. Hinzu kommen schockierende Wendungen. Dabei sollte man sich nicht von der Dicke abschrecken lassen, gerade durch die Gestaltung ist doch teilweise nicht allzu viel Text auf einer Seite, gleichzeitig hat mich die Story so an die Seiten gefesselt, dass diese nur so an mir vorbeigeflogen sind.
Das Geschehen hat mich schockiert, mitgerissen, gefesselt ... Dabei sind gerade die Themen wie eben künstliche Intelligenz ebenso unheimlich wie fazinierend, und bieten durchaus auch irgendwie Denkanstöße.

Über die Science Fiction-Welt selbst erfährt man dabei nicht allzu viel, was daran liegt, dass sich die Story sehr auf die Geschehnisse beschränkt. Das könnte sich natürlich mit den Folgebänden ändern und hat mich jetzt nicht wirklich gestört, zumal so unnötiges Info Dumping verhindert wird. Dennoch kommt die düstere Science Fiction-Atmosphäre selbst durchaus sehr gelungen rüber - wie gesagt, die Handlung und auch die Atmosphäre haben mich gefesselt und in ihren Bann gezogen.
Trotz der düsteren Atmosphäre und Vorgänge ist das Buch aber auch humorvoll. So sind beispielsweise die Anmerkungen der Illuminae-Gruppe an manchen Dokumenten leicht zynisch, und der Humor des Typen, der die Aufnahmen der Überwachungskameras transkribiert hat, hat uns sowieso dauernd zum Lachen gebracht mit seinen sarkastischen Kommentaren.

Die beiden Protagonisten sind Kady und Ezra, und hier besteht quasi mal umgekehrte Rollenverteilung. Hier ist sie diejenige, die sich ein wenig gegen die Konventionen auflehnt und mehr Ahnung hat, und er derjenige, der lange keinen Plan hat und weniger mutig ist. Dabei mochte ich, dass die beiden als gewöhnliche Teenager dargestellt werden und nicht als strahlende Helden oder so.
Gerade Kady mochte ich dabei. Sie mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch tatsächlich verfügt sie über geniale Hackerfähigkeiten und hat keine Skrupel, diese einzusetzen, was ich ziemlich cool fand. Sie steht zu sich, bietet Paroli und hat doch auch Ängste, Schwächen und kann nicht alles.
Ezra macht lange einen eher weniger komptenten Eindruck, ist aber auf seine Art ganz süß. Seine Unsicherheit und Verletzlichkeit verbirgt er meist hinter einer betont sarkastischen Art, gerade in Dialogen.

Die beiden haben sich kurz vor dem Angriff gerade erst getrennt, was mal eine andere Herangehensweise ist, für mich aber immer die Gefahr bietet, dass die Gefühle zwischen den beiden nicht mehr nachvollziehbar sind, wenn man als Leser*in nicht die Kennenlernphase verfolgen kann. Doch dadurch, dass die beiden sich eben getrennt haben und sich nun auch erst langam wieder ein Stück näher kommen, kamen die Gefühle (trotz der auf den ersten Blick distanzierteren Erzählweise!) durchaus bei mir an.
Dabei nimmt vor allem Ezra sich selbst auch nicht immer so ganz ernst, wenn er zum Beispiel übertrieben kitschig ist.

Die anderen Charaktere stehen deutlich im Hintergrund, dennoch haben die meisten von ihnen Gründe für ihr Handeln, und so stellen sich teilweise auch Fragen nach Moral und dem richtigen Handeln, meist auf düstere Art. Definitiv also ein empfehlenswertes Buch, das mal etwas anderes ist und dennoch zu fesseln weiß!

Fazit: Eine düstere Science-Fiction-Geschichte mit dennoch stets präsentem Sarkasmus wird erzählt mit einer Zusammenstellung unterschiedlichster Dokumentarten, die alle mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurden und zum Entdecken einladen, die gleichzeitig einen Überblick über die schockierenden, mitreißenden Geschehnisse geben, aber auch einen Einblick in das Innenleben der Charaketere gewähren, wo der Fokus auf den sympathischen Protagonisten liegt, bei denen die Rollenverteilung in gewisser Weise umgekehrt ist

  (2)
Tags: jugendbuch, künstliche intelligenz, science fiction   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(243)

619 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

"märchen":w=24,"winter":w=23,"fantasy":w=13,"schnee":w=10,"fluch":w=9,"katharina seck":w=9,"liebe":w=8,"die silberne königin":w=8,"eis":w=7,"königin":w=5,"könig":w=4,"kälte":w=4,"schokolade":w=4,"chocolaterie":w=4,"magie":w=3

Die silberne Königin

Katharina Seck
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404208623
Genre: Fantasy

Rezension:

Schon in "Tochter des dunklen Waldes" ist mir aufgefallen, dass die Autorin sehr gut darin ist, eine Atmosphäre zu kreieren. Ihre Beschreibungen ließen auch diesmal Bilder vor meinem inneren Auge entstehen, ließen den eisigen, ewigen Winter einziehen, aber auch im Vergleich dazu die warme Chocolaterie.
Das Buch spielt in einer fiktiven Welt, über die man allerdings nicht allzu viel erfährt, einerseits, da die Stadt abgeschottet ist von der Außenwelt, andererseits, weil Wissen gefährlich ist. Dabei haben die Orte und teils auch Personen deutsche Namen wie Silberganz oder eben Madame Weltfremd, was einerseits ja ganz nett ist, da man das im englischsprachigen Raum ja auch so macht, das ich aber andererseits teilweise auch ein wenig befremdlich fand. Was aber vermutlich ein sehr subjektiver Eindruck ist.

Innerhalb der eigentlichen Story wird eine weitere, schon im Klappentext angesprochene Geschichte erzählt, was zum Mitraten einlädt. Und ich muss sagen, ich bin echt nicht so ganz auf alles gekommen und konnte tatsächlich überrascht werden. Andererseits fand ich es auch gut, dass diese Geschichte nicht zu viel Raum einnimmt, da das schnell anstrengend werden kann.
Generell kann man sagen, dass die Gut-Böse-Grenzen in diesem Buch verwischen und auch die Frage danach gestellt wird, inwiefern ein Mensch, der Schlechtes tut, auch noch gut sein kann. Die moralischen Überlegungen, die dahinter stehen, fand ich dabei recht interessant. Inwieweit man die Einstellung, die letztendlich hier vertreten wird, übernimmt, bleibt wohl jedem selbst überlassen.
Ansonsten fiel mir auf, dass das Konzept dem aus "Tochter des dunklen Waldes" in manchen Bereichen ähnelt. Einerseits merkt man hier dann den Stil der Autorin an, andererseits macht es das auch ein stückweit vorhersehbar.

Apropos vorhersehbar: Bei der Liebesgeschichte habe ich mir irgendwie gewünscht, sie würde nicht so laufen, wie ich es mir gedacht habe. Womit ich leider falsch lag. Ich meine, es gibt hier durchaus eine Entwicklung und alles. Aber na ja.
Die Charaktere bleiben bei näherer Betrachtung, gerade was die Nebencharaktere angeht, eher blass, was ich allerdings nicht als allzu störend empfunden habe, da der Fokus auf den Hauptfiguren liegt und das in gewisser Weise zu dem märchenhaften Stil passt.

Was aber zwischendurch für ein paar kleine Hä-Momente bei mir gesorgt hat, war das Verhalten der Protagonistin. Denn die Gründe dafür waren mir zwischendurch ehrlich gesagt ziemlich schleierhaft.
Emma ist eine freundliche, pragmatische und entschlossene Person, die allerdings trotzdem manchmal ihren Träumen nachhängt, in der Chocolaterie arbeiten zu dürfen, während sie sich um ihren alkoholabhängigen Vater kümmert und unter unmenschlichen Dingen in den Mienen für ihr Überleben schuftet. Sie ist durchaus sympathisch, das war nicht das Problem.
Das Problem war eher, dass sie ab einem bestimmten Punkt der Handlung auf einmal Dinge tut, von denen ich keine Ahnung hatte, warum sie plötzlich glaubt, diese Dinge tun zu müssen, warum ausgerechnet jetzt und was genau sie eigentlich mit ihrem Verhalten bezwecken will. Vor allem auch in der Art und Weise, in der sie auftritt.
Natürlich bettet sich das in die Handlung ein und langsam wurden die nachfolgenden Handlungen wieder nachvollziehbarer, aber na ja. Hier fehlte irgendwie Entwicklung.

Nichtsdestotrotz war das Buch durchaus fesselnd und ich habe es flüssig durchgelesen, mich in diese kalte, winterliche Welt entführen lassen. Und dafür ist das Buch wirklich gut: Sich einfach mal in eine andere Welt entführen zu lassen, in eine Welt des ewigen Winters, der Märchen und mehr.
Dabei habe ich tatsächlich bei dem Klappentext nicht geahnt, was da noch so alles an Hintergründen hintersteckt und war überrascht von einigen Enthüllungen und die Wege, die die Handlung einschlug.

Fazit: Wunderschöne winterliche Atmosphäre, die durch sehr bildliche Beschreibungen spürbar wird und einen für einige Stunden in eine andere eisige Welt entführt, allerdings fand ich an einem Punkt die Handlungen der Protagonistin absolut nicht nachvollziehbar

  (0)
Tags: fantasy, high fantasy, jugenbuch   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(551)

1.536 Bibliotheken, 24 Leser, 2 Gruppen, 219 Rezensionen

"mondprinzessin":w=40,"mond":w=31,"ava reed":w=26,"fantasy":w=24,"liebe":w=21,"prinzessin":w=15,"drachenmond verlag":w=11,"sterne":w=10,"lynn":w=8,"waschbär":w=8,"drachenmondverlag":w=7,"juri":w=7,"entführung":w=6,"mondkrieger":w=6,"krieger":w=5

Mondprinzessin

Ava Reed
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783959913164
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Lynn zählt die Tage bis zu ihrem 18. Geburtstag, bis zu dem Tag, an dem sie endlich das Heim verlassen kann und frei ist. Doch nicht nur, dass an ihrem siebzehnten Geburtstag plötzlich ihr Arm aufleuchtet und sie angegriffen wird, nein, sie soll auch noch die verschollene Mondprinzessin sein, ausgerechnet sie, die meilenweit davon entfernt ist, überhaupt eine Prinzessin zu sein ...

Meine Meinung:

Lynn war mir sehr sympathisch. Das Leben hat ihr bisher nicht wirklich freundlich mitgespielt, dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen. Der einzige Lichtblick ihres Lebens ist der Kampfunterricht bei ihrem Lehrer Jim - und ihr immer näher rückender achtzehnter Geburtstag, an dem sie das trostlose und ihr gegenüber wenig positiv eingestellte Heim endlich verlassen kann.
Lynn kann also kämpfen und ist dazu noch angenehm sarkastisch. Nichtsdestotrotz hat sie auch schwächere Momente, hat Angst und ist doch aufrichtig und offen eingestellt und verschließt sich Enthüllungen nicht sofort. Sie gibt sich Mühe, will andere nicht enttäuschen und gibt anderen immer eine Chance. Auch sonst ist sie niemand, der andere Menschen hasst oder sich ihnen verschließt.

Das Buch ist mit 256 Seiten relativ kurz, was man ihm auch anmerkt. Die Geschichte hat einfach nicht den Raum, um sich zu entfalten. Somit erhascht man als Leser*in nur einen kleinen Einblick in dieses äußerst faszinierende World Building mit der Politik und seiner Magie, der Fokus liegt eher auf die Liebesgeschichte, die sich dennoch langsam und nachvollziehbar entwickelt, auch wenn die Anziehung von Anfang an spürbar ist.
Da es ursprünglich als Einzelband geplant war, ist die Handlung weitgehend in sich abgeschlossen und auch das Ende passte meiner Meinung nach irgendwie. Dennoch ist ein zweiter Band geplant.
Ich hatte von Anfang an meine Ahnungen, die sich dann auch bewahrheitet haben, dennoch gab es auch Bereiche, bei denen ich bis zum Schluss nicht wusste, wie sie sich entwickeln würden. Einige Konflikte sind nicht sonderlich neu, was mich aber nicht direkt gestört hat, da sie unterhaltsam und spannend umgesetzt wurden. Und auch wenn die Geschichte auf das Wesentliche reduziert bleibt, mangels Platz zur Entfaltung, hatte ich nicht direkt das Gefühl, dass das Buch mehr Seiten benötigt hätte, auch wenn mir das Ende ein bisschen schnell kam.

Das Ganze hat ein bisschen was von "Plötzlich Prinzessin", was ich aber mochte, ist, wie offen und ehrlich die Charaktere meist miteinander umgehen, und dass das Königspaar sehr sympathisch und vor allem auch menschlich ist. Im Umgang mit einander werden tatsächlich oft unnötige Dramen vermeiden, was erfrischend ist im Vergleich zu anderen Büchern des Genres.
Hinzu kommt ein absolut faszinierendes World Building, bei dem der Mond besiedelt ist und seine Bewohner*innen magische Fähigkeiten haben, die zwar im Endeffekt kaum eine wesentliche Rolle spielen, da der Fokus wie gesagt auf der Liebesgeschichte liegt, dennoch bildet diese Magie ein interessantes Extra.

Fazit: Spannende, kurzweilige Geschichte mit einem faszinierendemWeltenaufbau, die jedoch aufgrund der Kürze kaum Raum zur Entfaltung hat, stattdessen liegt der Fokus auf der Liebesgeschichte, die sich trotzdem nachvollziehbar entwickelt; generell ein sehr offener Umgang mit vielen sympathischen, nachvollziehbar handelnden Charakteren

  (1)
Tags: fantasy, jugendbuch   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

210 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

"liebe":w=3,"götter":w=3,"mythologie":w=3,"fantasy":w=2,"drachenmond verlag":w=2,"nordische mythologie":w=2,"asuka lionera":w=2,"fenrir":w=2,"abenteuer":w=1,"magie":w=1,"schicksal":w=1,"ebook":w=1,"lieb":w=1,"wolf":w=1,"fantas":w=1

Fenrir

Asuka Lionera
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 25.03.2017
ISBN 9783959912259
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Emma will eine erfolgreiche Archäologin werden, doch momentan kämpft sie sich noch mit Praktikanten-Jobs ab. Die Aussicht auf einen plötzlichen Ruhm schnuppert sie, als sie bei einer Expedition sich alleine im Wald verläuft, in eine Schlucht stürzt, einen Wolf befreit und nach einem Sturz in die Ohnmächtigkeit unter einem nackten Mann aufwacht - mit spitzen Ohren. Bleibt nur die Aufgabe, diesen irgendwie von den neugierigen Blicken ihres Teams abzuschirmen und die Präsentation ihres Fundes vorzubereiten.
Insgeheim ahnt Emma, dass der mysteriöse Fremde, der keine Ahnung von der Welt zu haben scheint, ihren Fragen ausweicht und ungewollt Gefühle in ihr weckt, nicht menschlich ist. Doch was er wirklich ist, bringt ihre ganze Welt ins Wanken ...

Meine Meinung:


Ich bin nicht wirklich gut in die Geschichte reingekommen, was einmal an der Protagonistin liegt, dann aber auch irgendwie an der Handlung. Mein Problem war ein bisschen, dass sich mein Wissen über die nordische Mythologie ähnlich wie bei Emma vor allem auf die "Thor"-Filme stützt, ich aber ganz grob die Legende hinter dem Titel kannte. Was leider grob genug war, dass ich mir zusammen reimen konnte, wer er ist, womit ich Emma um über ein Drittel des Buches voraus war.
Und ja, klar, es macht Sinn, dass er es ihr nicht sagt. Es macht auch Sinn, weil das jetzt nicht gerade zum Standardwissen gehört und es passt auch zum Spannungsaufbau, aber ich fands zwischendurch einfach ein wenig anstrengend, was aber auch mit dem Verhalten der Protagonistin zusammenspielte.
Ansonsten fand ich die Einwebung der Mythologie aber definitiv sehr gelungen und diese im Allgemeinen - da griechische Mythologie doch recht dominierend ist und ich, wie gesagt, nicht so viel über diese weiß - sehr interessant. Erst recht aus dem Blickwinkel der Protagonistin, aber dazu später nochmal. Es gibt teilweise eine ungewöhnliche Herangehensweisen an die Mythen, die aber geschickt in die Handlung eingefädelt wurden und - soweit ich das beurteilen kann - gut recherchiert sind.

Also, die Protagonistin. Diese ist Mitte 20 und hat ihr Studium schon hinter sich. Ansonsten gibt es hier ein paar Klassiker: Sie ist die unscheinbare Frau, die nicht klassisch schön ist - in diesem Fall, weil sie ziemlich groß ist - und hat eine unheimlich gutaussehende beste Freundin, die hier die reinste Zicke ist und nur Männer verführt. Was ich von dieser, äh, Freundschaft halten soll, weiß ich auch noch nicht so ganz, weil Meghans Verhalten echt nicht toll ist.
Emma hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich, an der sie immer noch knabbert, lebt in einer kleinen Wohnung in Berlin, kämpft mit ihren schlecht bezahlten Jobs quasi um ihre Existenz und träumt vom Erfolg in einem nicht erfolgsversprechenden Beruf. Ihre Begeisterung für die Archäologie kam auch wirklich rüber - allerdings für meinen Geschmack im Angesichts der Dinge, mit denen sie es zu tun hat, ein bisschen zu sehr.
Denn manchmal kommt sie so schon ein bisschen naiv rüber, zumindest, wenn sich ihre Gedanken um die Forschung dreht und sie wirklich glaubt, dass es kein Problem sei, den Fremden - der sich Wulf nennt - als ihr Forschungsobjekt vorzustellen und erforschen zu lassen. Ja, klar.

Ansonsten ist sie durchaus selbstbewusst, wenn auch manchmal etwas unsicher, und handelt oft impulsiv. Sie ist durchaus mutig und bietet Paroli. Ein wesentlicher Pluspunkt dieses Buches ist sowieso der Humor. Ich mochte Emmas Sarkasmus wirklich sehr und ihre ironischen Kommentar, die sie immer und zu allem einstreut, waren ungemein unterhaltsam. Ihr Sarkasmus ist stets präsent und trägt dadurch deutlich zum Unterhaltungswert bei, was gerade in Verbindung mit den Mythen für zusätzlichen Humor sorgt und was ich wirklich sehr mochte.
Zwischendurch hätte ich mir allerdings gewünscht, dass ihre Selbstständigkeit als Frau noch ein bisschen mehr ausgearbeitet worden wäre, als sie auf die Frage, warum sie keinen Mann hat, ernsthaft sich dafür Schuld gibt, statt zu kontern, dass so eine Einstellung ja wohl sowas von letztes Jahrhundert ist.

Insgesamt kam ich mit ihrem Verhalten aber zum Ende hin besser klar. Fesselnde Passagen wechselten sich mit kleineren Längen ab, ehe ich das Ende dann nochmal in einem Rutsch durchlas.
Auch bei den Nebencharakteren wird oft Tiefe angedeutet und ihre Handlungsgründe sind meist nachvollziehbar. Es gibt nicht direkt ein Schwarz-Weiß-Denken, was ich ebenfalls mochte.

Mein größtes Problem war allerdings die Liebesgeschichte, denn die lief VIEL zu schnell ab. Die beiden schlafen nach EINEM Tag in einem Bett und nach ein paar Tagen ist Emma unsterblich verliebt - wtf? Von Anfang besteht quasi körperliche Anziehung, was ja auch nicht schlimm wäre, wenn das nicht so unheimlich schnell eskalieren würde.
Emma nimmt Wulf aus Mangel an Alternativen - Geld für ein Hotel hat sie nicht - bei sich auf und schon gleich am Abend fängt er an, ihre Sachen ins Ohr zu raunen, und wie gesagt, das Tempo wird danach nicht wirklich geringer. Ich hab echt nicht ganz verstanden, wieso Emma nach ein paar Stunden des Kennens bei seinem Anblick schon quasi vor Erregung zusammenbricht. Und das lief irgendwie ziemlich schnell dann auch durchaus nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der mentalen und der Gefühlsebene ab.
Hätten die beiden ein paar Tage mehr Zeit gehabt, um sich wirklich mal kennenzulernen, wären viele der Handlungen auch um einiges nachvollziehbarer gewesen. So fand ich die Vorgänge manchmal schon ein wenig, sagen wir, unverständlich und irritierend. Dabei war die Idee durchaus ziemlich cool, sodass ich mich irgendwann dazu entschloss, das einfach hinzunehmen. Romantik-Fans dürften auf ihre Kosten kommen.

Fazit: Coole Umsetzung geschickt eingefädelter Mythen; unheimlich unterhaltsam dank des stets präsenten Sarkasmus der Protagonistin, die anfangs ein wenig naiv anmutet, die mir aber zunehmend sympathischer wurde und durchaus Mut beweist; allerdings nicht nachvollziehbare Liebesgeschichte, da die Beteiligten sich gefühlt nach wenigen Stunden des Kennens schon die Kleider vom Leib rissen 

  (0)
Tags: fantasy, mythologie, nordische mythologie   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

157 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

berli, berlin, designerin, deutschlan, deutschland, fantasy, gefühle, girl in black, italien, jugendbuch, liebe, mafia, mara lang, mode, spannung

Girl in Black

Mara Lang
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 15.08.2016
ISBN 9783764170639
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Lias und aus der Nevios erzählt.
Lia ist nicht die typische Bad Ass, sondern im Endeffekt doch nur ein normales Mädchen, wenn auch mit einem vetrackten Leben und einer außergewöhnlichen Gabe. Dadurch, dass sie aber den Großteil ihres Lebens in einer Mafiafamilie verbracht hat (anders als es der Klappentext vermuten lässt), besitzt sie natürlich schon gewisse Kenntnisse, auch wenn sie kein bisschen an den Geschäften beteiligt war.
Sie sehnt sich nach einem normalen Leben und will den Zwängen und vor allem der Zwangsheirat der Mafiafamilie, in die ihre Mutter eingeheiratet hat, um jeden Preis entkommen - doch wirklich um jeden? Sie ist eine starke Persönlichkeit, die für ihre Freiheit kämpft und sich nicht unterkriegen lässt, aber manchmal eben doch auch unter Ängsten und Verzweiflung leidet.

Nevio ist ein Junge, den man gern haben muss. Er kann sich nicht sonderlich gut ausdrücken, ist daher im Umgang mit anderen Menschen innerlich manchmal verlegen, auch wenn er das nach außen zu vertuschen sucht. Er ist ein normaler Junge und gleichzeitig doch auch wieder nicht, und zwischendurch ist er einfach auf eine niedliche Art unbeholfen, auch wenn auch in ihm Stärke schlummert - ohne dass er irgendwelche Superheldenkräfte hat.
Was die beiden Protagonisten teilen, ist ihre Leidenschaft für ein Hobby, das sie zum Beruf machen wollen, diese Leidenschaft, die bei beiden ein zentrales Motiv der Geschichte ist. Während Lia es liebt, Mode zu entwerfen und sie davon träumt, ein eigenes Modelabel aufzumachen, dreht sich Nevios Leben um die Fotografie, von der er sich erhofft, dass sie ihm eines Tages seinen Lebensunterhalt verdient. Diese Leidenschaft kommt bei beiden absolut rüber, gleichzeitig erhält man auch als Leser*in einen Einblick in die Bereiche, insbesondere in die Modebranche.

Lias Gabe ist ihr selbst verhasst, vor allem, da sie, wenn sie sich nicht konzentriert, bei starken Emotionen mit Flecken auf ihrer Haut einhergeht. Sie sehnt sich eher nach einem normalen Leben. Doch im Verlauf der Handung setzt sich zunehmend mit der Gabe auseinander und entwickelt sich weiter.
Dennoch steht eindeutig die Verfolgung durch die Mafiosi im Vordergrund, was dazu führt, dass der Fantasy-Aspekt in den Hintergrund tritt und zum Teil nur noch beiläufig eine Rolle spielt, auch wenn er immer irgendwie eine Rolle spielt.
Was die Mafiosi-Strukturen angeht, liegt hier auch eindeutig der Fokus auf der geplanten Zwangsheirat von Lia mit dem ihr verhassten Danielle, Lias Flucht, die Verfolgung der Mafiosi, die nach ihr suchen und diese Mafiafamilie an sich. Gleichzeitig stellt sich Lia zunehmend Fragen nach dem Hintergrund ihrer Mutter und warum diese, die die Mafiaosi doch ebenso gehasst hat, dort hineingeheiratet hat, wer ihr Vater ist und was damals passiert ist.

Zwischendurch gibt es immer ganz kurze, kursiv gesetzte Passagen, die ein Märchen zu erzählen scheinen, dessen übertragene Bedeutung man natürlich als Leser*in zu entschlüsseln versucht.
Ansonsten ist das Buch definitiv fesselnd, sodass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe, auch wenn es gerade nach dem spannunsgeladenen Auftakt mit der Flucht zwischenzeitlich etwas ruhiger ist, jedoch stets durchzogen von der leisen Spannung durch die drohende Verfolgung.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr langsam und nachvollziehbar, die Protagonisten brauchen wirklich Zeit, bis ihnen klar wird, dass hinter der Anziehung mehr steckt, was ich mochte.
Handlunsgsort ist Berlin, was erfrischend ist bei den vielen amerikanischen Schauplätzen, die üblicherweise die Jugendbuchszene dominieren.

Fazit: Spannend durch die stetige Bedrohung der verfolgenden Mafiosi, mit einem faszinierenden Einblick in die Modebranche und einer langsam entwickelnden Liebesgeschichte zwischen den zwei Protagonisten, die Leidenschaft für ihr jeweiliges Hobby teilen, dabei rücken die Fantasy-Aspekte in den Hintergrund

  (1)
Tags: fantasy, jugendbuch, mafia   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

301 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

"fantasy":w=9,"jugendbuch":w=6,"zirkus":w=6,"gesa schwartz":w=6,"scherben der dunkelheit":w=6,"cbt verlag":w=4,"dunkelheit":w=3,"farben":w=3,"cbt":w=3,"liebe":w=2,"magie":w=2,"rezension":w=2,"düster":w=2,"dark fantasy":w=2,"clown":w=2

Scherben der Dunkelheit

Gesa Schwartz
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.09.2017
ISBN 9783570164853
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie bei den anderen Bücher von Gesa Schwartz zeichnet sich auch dieses durch diesen herausragenden Stil aus. Es ist kein Stil, den jeder mögen wird, daher würde ich empfehlen, vorher in die Leseprobe hineinzulesen. Aber ich liebe diesen Stil. Er ist bildreich, metaphorisch und sorgte dafür, dass ich jede Szene in schillernden Farben vor mir sah.
Gesa Schwartz lässt die Magie wirklich werden. Sie zeigt nicht nur die Schatten, die sich bedrohlich auch über das innere Auge des Lesers/ der Leserin legen, sondern auch die schimmernden Facetten, die in der Dunkelheit liegen.
Der Autorin gelingt es, die Atmosphäre direkt rüberzubringen, sodass ich eintauchte in die Welt dieses düsteren Zirkus, in diese Welt voller Dunkelheit, die aber auch zahlreiche Farben enthält, gerade da Anouk selbst oft Bilder zeichnet oder malt. Und besonders die Szenen, die zwischen Vorstellung und Wirklichkeit liegen, wirkten so echt, dass ich selbst das Gefühl hatte, mich jenseits der Realität zu befinden.

Wie in jedem Buch, das ich von der Autorin bisher gelesen habe, sind auch in diesem Bücher wichtig. Und auch hier sind die Protagonisten wieder Träumer, Weltenwandler, Menschen, die manchmal vor der Realität zurückschrecken und in Reiche der Fantasie flüchten. Menschen also wie wir, was dazu führt, dass sich ein hohes Identifikationspotenzial bietet, da die meisten von uns wohl diese Liebe zu Geschichten und Fantasie, diese Nähe zur Magie sehr gut verstehen können.
Somit taucht man ein in eine Welt, die Nichtleser*innen verschlossen bleibt, sowohl allein durch das Lesen eines Buches als auch in der Handlung selbst. Somit fühlt es sich auch für den/die Leser*in an, als würde man ein kleines Geheimnis mit denen teilen, die sich ebenfalls von Welten außerhalb der unseren, von Fantasie und Magie mitreißen lassen.

Als Gegensatz dazu stehen auch hier wieder die Eltern, die in der logischen Realität voller Hektik leben. Zugegeben, einige Elemente finden sich so in allen zumindest von mir gelesenen Büchern der Autorin wieder, und auch diese Atmosphäre mit düsteren Facetten zwischen der realen Welt und der Vorstellung, anderen Welten ist bekannt. Aber ich würde das eher als Kennzeichen ihres Stils bewerten, als etwas, das ihre Bücher ausmacht.
Zumal der Handlungsgegenstand sich unterscheidet. Beim Lesen wünschte ich mir manchmal, das Buch sei zu Ende, dass alles gut liefe und für die Charaktere gut ausginge, und fürchtete mich gleichzeitig davor, dass die Geschichte beendet werde und ich daraus wieder auftauchen müsste. Die Handlung selbst entwickelt sich nachvollziehbar, weist unvorhersehbare Wendungen auf und ist spannend, auch dank des manchmal leicht unheimlichen Settings - man sollte vielleicht keine Clown-Phobie mitbringen.

Ähnlich wie in ihren anderen Büchern gibt es auch hier wieder einen düsteren männlichen Charakter, der sich aber trotzdem auch wieder unterscheidet. Was ich an Rhasgar mochte, war, dass er zwar Arroganz und Überheblichkeit ausstrahlt, Anouk aber trotzdem nicht abfällig behandelt, sondern offensichtlich mit Respekt, ohne sie beleidigen zu wollen. Dadurch mag er zwar düster sein, bricht aber mit den Klischees des üblicherweise machohaften Bad Boys.
Anouk ist eine Protagonistin, die mich mit ihrem Trotz, ihrem Sarkasmus und ihrer Schlagfertigkeit immer wieder zum Lächeln brachte. Sie zweifelt an sich selbst, steht aber auch zu ihren Prinzipien und ist ein Charakter mit ausgeprägter innerer Stärke. Sie hat ihren jüngeren Bruder verloren, was Spuren davongetragen hat, dennoch macht sie das nicht zu einem besonders tragischen Charakter oder so.

Generell sind die Charaktere sehr tiefgründig und vielschichtig, sodass sogar die Antagonisten Facetten haben, die Mitleid und Sympathie erregen. Jeder Charakter hat eine Vergangenheit, einige schließt man schnell ins Herz.
Was ich auch mochte, war, dass bestimmte Aspekte, die den Charakteren wichtig waren, immer wieder aufgegriffen wurden, wie zum Beispiel Anouks Liebe zu dem Regen.


Fazit: Ein Buch mit einem bildreichen Stil, das in schillernden Facetten der Dunkelheit zwischen Vorstellung und Wirklichkeit schimmert, mit tiefgründigen und vielschichtigen Charakteren mit einer Vergangenheit, ein Buch, das die Liebe zu Geschichten und zu der Magie ausdrückt

  (1)
Tags: fantasy, jugendbuch, zirkus   (3)
 
288 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.