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47 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, japan, auslese, kim kestner

Sakura

Kim Kestner
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Arena, 06.06.2017
ISBN 9783401603186
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Juri lebt in einer Welt, die in Ebenen unterteilt ist. Sie lebt auf der untersten, die von Leid und Hunger geprägt ist, angeblich als Strafe der Göttin Amaterasu, von der der Kaiser direkt abstammt, während die Menschen der unteren Ebenen von dem Widersacher ebenjener Göttin, Susanoo, abstammen. Die Lebenserwartung ist gering und viele sterben an der sogenannten Knochenfresser-Krankheit.
Dann werden auf einmal Menschen von den Gardisten des Kaisers ausgewählt und erhalten mit einer Karte die Möglichkeit, aus dem Elend rauszukommen. Widerrechtlich kommt Juri in den Besitz einer solchen Karte. Doch erst als sie selbst erste Symptome der Krankheit zeigt, ergreift sie verkleidet als Junge die Chance - und landet unter lauter Probanden, die drei Prüfungen durchlaufen müssen, bis sie an die ersehnte Oberfläche gelangen ... und dann erfährt Juri, dass der Kirschblütenprinz alles andere als eine Legende ist ...

Meine Meinung:

Obwohl die Autorin, wie sie in ihrem Nachwort erklärt, die japanische Kultur abwandelt, basiert doch diese Geschichte darauf, was ich ziemlich cool und faszinierend fand. Im Gegensatz zu den Menschen der unteren Ebenen ist es vor allem die Kaiserfamilie, die über asiatisches Aussehen verfügt und sich von den verachteten Nachkommen Susanoos abgrenzt. Auch diese Anspielung auf die alte japanische Legende gefiel mir.
Tatsächlich - so viel sei gesagt - handelt es sich um eine Dystopie. Mit einem absolut düsteren Setting, das die dunklen Seiten der Menschheit absolut nicht verschweigt. Juri arbeitet in einer Leichenverbrennungsanlage, die Menschen um sie herum würden für Essen töten und ihre Welt ist grausam, da jeder ums Überleben kämpft, zwischen Dreck und Ratten, fern des Wohlstands des Kaisers.
Aber auch sonst thematisiert das Buch Bereiche wie Diversität, Rassismus, Ehre und Menschlichkeit.

Auf den ersten Blick erinnerte mich das Buch an diese typische Story, bei der eine Rebellin versteckt in die Nähe des Prinzen gelangt beziehungsweise sich in die Brautwahl einschleust. Das ist hier nicht der Fall. Zum Einen, da es sich hier nicht um eine Brautwahl für den Prinzen handelt, zum Anderen da Juri eigentlich eher aus Verzweiflung dort landet.
Nichtsdestotrotz blieben großartig überraschende Wendungen in der Handlung für mich aus, auch wenn die Hintergründe ganz interessant waren. Aber gerade das Ende ging für mich viel zu schnell und teilweise auch zu einfach.

Juri ist relativ impulsiv, vor allem aber eine Einzelgängerin. Sie ist vorlaut, sagt, was sie denkt, lässt sich nicht unterkriegen, gebiert so aber auch mal öffentlich vor Anhängern des Kaisers auf, womit sie sich nicht nur Freunde macht. Sie ist rebellisch und nimmt die Dinge nicht einfach hin.
Aufgrund ihres ärmlichen, abgeschotteten Lebens ist sie natürlich auch in gewisser Weise naiv und unwissend gegenüber all den Dingen, die sie nicht kennt (das fängt schon bei Tier- und Obstsorten an), allerdings wurde das nie nervig, zumal sie schnell lernt.
Ihr Leben war bisher alles andere als leicht, infolgedessen hat sie sich Regeln aufgestellt, von denen eine lautet, keine Bindungen einzugehen. Doch gerade diese wird bei den Prüfungen auf die Probe gestellt ...

Der Schreibstil ist dabei, auch dank der Ich-Perspektive und der Tempusform Präsens, nah am Geschehen, teilweise wirkten Juris Gedanken wie ein Bewusstseinsstrom auf mich.
Was mich an dem Buch vielleicht am meisten gestört hat, war die Liebesgeschichte. Die verlief für mich einfach absolut vorhersehbar, jedoch leider nicht nachvollziehbar. Kein Knistern, kein Prickeln, keine Emotionen - nichts kam bei mir an. Auch die Entwicklung war für mich nicht wirklich da, und gerade bei der Bedeutung, die sie irgendwann erhält, fand ich sie nicht zufriedenstellend.

Allgemein gilt für die meisten Charaktere, dass sie unglaublich viel Potenzial besitzen, diese Tiefe jedoch meist kaum ausgearbeitet ist, was ich schade fand. Über viele hätte ich gerne mehr erfahren.
Dom, einer der anderen Probanden, ist dabei der Charakter, den ich am meisten mochte, vielleicht auch, weil er am ausgearbeitetesten ist. Er verfügt über Stärken wie seine Intelligenz und seine Fähigkeit, seine Gefühle zu verstecken, aber auch über Schwächen wie Ängste.
Weniger überzeugt hat mich zum Beispiel der Charakter des Prinzen, der für mich bis zum Schluss trotz des offensichtlichen Potenzials viel zu blass blieb.

Fazit: Faszinierende Idee mit Anspielungen auf die japanische Kultur, leider aber auch einer nicht nachvollziehbaren Liebesgeschichte und Charakteren, deren Potenzial nicht ausgearbeitet wurde

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Tags: dystopie, japanische mythologie, jugendbuch   (3)
 

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174 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

jugendbuch, fantasy, maggie stiefvater, wo das dunkel schläft, mystery

Wo das Dunkel schläft

Maggie Stiefvater , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583319
Genre: Jugendbuch

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

griechische mythologie, mythologie, römische mythologie, jugendbuch, fantasy

The Heroes of Olympus Paperback Boxed Set

Rick Riordan
Flexibler Einband: 3.088 Seiten
Erschienen bei Disney-Hyperion, 01.01.2016
ISBN 9781484777923
Genre: Sonstiges

Rezension:

- enthält Spoiler zu der „Percy Jackson“-Reihe, die man davor lesen sollte -

Inhalt:

Jason wacht ohne Erinnerung im Bus neben zwei Jugendlichen auf, von denen der eine, Leo, behauptet, sein bester Freund zu sein und die andere, Piper, mit ihm zusammen zu sein. Doch dann werden die drei angegriffen und finden heraus, dass sie eigentlich Halbgötter sind. Aber wieso fühlt Jason sich mit den römischen Bezeichnungen verbundener als mit den griechischen? Ehe die drei sich versehen, müssen sie zu einer Mission aufbrechen - und die nächste große Prophezeiung soll sich bald erfüllen ...

Äußere Erscheinung:

Ich hab wieder die Ausgabe mit den Covern von John Rocco, die einfach ziemlich cool sind.

Meine Meinung:


Obwohl ich „Percy Jackson geliebt habe, habe ich mich ziemlich lange nicht an diese Spin-Off-Reihe getraut, was mehrere Gründe hatte.

Zum Einen wusste ich, dass Percy sich den Platz mit anderen Protagonisten teilt. Und obwohl Percy immer noch mein Lieblingscharakter ist, bin ich mittlerweile offener geworden oder vielleicht sind die anderen Protagonisten auch so liebenswert, dass es mich nicht mehr gestört hat.
Mit jedem Band treten zunehmend mehr Sichtwechsel auf, alle erzählen dabei aus der dritten Person Singular. Nichtsdestotrotz war das kein Problem. Ich bekam nie die Sichten durcheinander, hatte nie das Gefühl, dringend wieder zu einem anderen Schauplatz zurückkehren zu müssen, auch wenn es teilweise Cliffhanger gab - aber vielleicht lag das auch daran, dass es nirgends langweilig wurde.
Und wie gesagt, die Charaktere waren dazu allesamt toll und sehr individuell. Sie sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, manchmal Komplexe. Jeder von ihnen hat seine eigene Hintergrundgeschichte. Jeder ist verletzlich und doch auf seine eigene Weise unglaublich stark, sodass man sie alle irgendwie ins Herz schließen muss.
Was ich auch ziemlich cool war, war die Diversität der Charaktere, die teils von Einwandern oder, in Pipers Fall, von amerikanischen Ureinwohnern abstammen, wobei ein klein wenig auch deren Mythologien angesprochen werden.

Das andere, viel größere Problem, das mich skeptisch gemacht hat, ist das typische eines Spin-Offs. Jedes Spin-Off birgt die Gefahr, die Grandiosität der eigentlichen Reihe zu zerstören, indem es sie eben nicht so stehen lässt, sondern sie zerstören kann.
Mit anderen Worten: Die "Percy Jackson"-Reihe war unglaublich gut, aber auch mit einem einigermaßen abgeschlossenen Ende und dieses Spin-Off stellte von Natur aus die Gefahr, das jetzt kaputtzumachen. Dementsprechend war ich skeptisch, hatte Angst dafür - am Ende umsonst. "The Heroes of Olympus" ist ein absolut würdiges Spin-Off, das das Niveau der Vorgänger hält.

Wie umfassend die griechische Mythologie ist, wird einem spätestens klar, wenn einem auch in dieser Reihe wieder unzählige Mythen begegnen, die einem quasi by the way erklärt werden - ganz ohne Info Dump, sondern nebenbei, begleitet von den oft unterhaltsamen da sarkastischen Reaktionen der Protagonisten, eben auf die für Rick Riordan typische Weise. Und für diejenigen, die trotzdem den Überblick verlieren, gibt es am Ende ein Glossar.
Gleichzeitig wird in dieser Reihe aber auch der Aspekt der Wandlung der griechischen Götter in römische Götter eingebracht und gelungen erklärt. Die Umsetzung fand ich insgesamt super, durchdacht und faszinierend, kann aber nicht näher darauf eingehen, ohne zu spoilern.

Diese Reihe rüttelt zudem zwischenzeitlich an dem klassischen Gut-Böse-Denken.
An Action wird wieder nicht gespart, im Gegenteil. Vor allem aber ist diese Reihe unheimlich fesselnd, ich wurde geradezu süchtig und konnte mich kaum von den Seiten lösen. Die Bücher übten einen starken Sog auf mich aus, sodass ich Zeit und Raum um mich herum vergaß und mich wirklich kaum losreißen konnte und dann sofort wieder weiterlesen wollte.
Und auch der Humor kommt wieder nicht zu kurz, ich musste wiederholt grinsen.

Fazit: Ein würdiges Spin-Off, das das Niveau hält und süchtig macht - mit vielen liebenswerten Charakteren, Tiefe, Sarkasmus, Spannung und Action!

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Tags: fantasy, griechische mythologie, jugendbuch, mythologie, römische mythologie   (5)
 

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

flüchtlinge, liebe, griechenland, syrien, familie

Grenzlandtage

Antonia Michaelis , Peer Martin , Kathrin Schüler
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 09.12.2016
ISBN 9783841504692
Genre: Jugendbuch

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387 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

1001 nacht, liebe, magie, orient, fluch

Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Sleeper and the Spindle

Neil Gaiman
Fester Einband
Erschienen bei Bloomsbury Trade, 23.10.2014
ISBN 9781408859643
Genre: Comics

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

In the Shadows

Kiersten White , Jim Di Bartolo , Jim Di Bartolo
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Scholastic, 29.04.2014
ISBN 9780545561440
Genre: Kinderbuch

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(4.885)

7.721 Bibliotheken, 77 Leser, 29 Gruppen, 456 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, fantasy, london

Smaragdgrün

Kerstin Gier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.12.2010
ISBN 9783401063485
Genre: Jugendbuch

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(5.182)

8.096 Bibliotheken, 66 Leser, 36 Gruppen, 485 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

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(3.743)

5.968 Bibliotheken, 64 Leser, 38 Gruppen, 627 Rezensionen

liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy

Rubinrot

Kerstin Gier
Fester Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2009
ISBN 9783401063348
Genre: Jugendbuch

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dämonen, irische mythologie, mythologie, christliche mythologie, engel

Die Chroniken der Fae - In Liebe und Hoffnung

Ruth Frances Long , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.04.2017
ISBN 9783570311400
Genre: Jugendbuch

Rezension:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN !


Der Einstieg war nicht ganz so einfach, was aber lediglich daran lag, dass das Lesen der Vorgänger bei mir schon ein Weilchen her war. Der Leser wird direkt ins Geschehen geworfen und es dauerte ein wenig, bis ich die ganzen Namen und vorangegangenen Ereignisse wieder auf die Reihe bekam.

Izzy ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man sich nicht einfach uralte Macht aneignen kann, ohne dass das Folgen hat. Nach dem Lesen des Buches der Geschichtenerzählerin hat sie große Teile ihres Gedächtnisses verloren, wobei die typische tragische Amnestie-Story zu meiner Erleichterung ausblieb. Drama - ja. Aber Izzy weiß noch genug, um einen groben Überblick zu haben und eigenständig handeln zu können.
Nichtsdestotrotz ist sie ein emotionales Wrack mit Gedächtnislücken. Sie verletzt sich selber - was an sich ein sensibles Thema ist, umgekehrt aber zeigt, dass man auch als Heldin, bis dato aber ganz normales Mädchen mit den Geschehnissen nicht einfach so zurechtkommt. Ich sah da keine Herabwürdigung von selbstverletzendem Verhalten, von daher geh ich da jetzt auch nicht näher drauf ein.
Insgesamt ist Izzy aber auch abgehärteter, nicht mehr das unschuldige, freundliche Mädchen, sondern von dunkler Wut angetrieben, nicht länger bereit, alles mit sich machen zu lassen. Sie handelt entschlossen, oft eigenmächtig und vor allem selbstbewusst, stellt klare Forderungen und setzt ihren Willen durch. Auch wenn sie sich nicht mehr an alles erinnern kann. Sie ist damit alles andere als ein wehrloser Spielball oder ein unschuldiges Mädchen.

Die schon in den Vorgängern aufgebauten Hintergründe sind sehr komplex. Einerseits faszinierte mich das, weil so alle Gründe für ihr Handeln haben und ein interessantes Weltbild entsteht, das irische mit christlicher Mythologie verbindet, neue Legenden schafft und alte einwebt. Ein Weltbild, das Gruppen schafft, die sich gegenseitig abgrundtief hassen, aber auch im Inneren oft gespalten und von Hass getränkt sind, die ihre Machtansprüche durchsetzen wollen, Intrigen spinnen und die seit dem Bruch des Vertrages ein Pulverfass darstellen, das jederzeit hochgehen kann, mit der dezent wahnsinnig gewordenen Holly als Krönung.
Andererseits besteht auch die Gefahr, sich leicht in Details zu verlieren und in Nebenhandlungen zu verstricken, gerade weil es so viele Standpunkte gibt, so viele Legenden und Verknüpfungen, und auch in diesem Band neue Aspekte dazukommen. Dadurch ergibt sich eine unheimliche Dichte dieses detailreichen Konstrukts, das auf der einen Seite Tiefgründigkeit und Nachvollziehbarkeit bietet, auf der anderen Seite manchen aber auch zu viel werden könnte.
Nichtsdestotrotz gebührt der Autorin Respekt dafür, wie sie diese Details verbunden hat, wie jeder Charakter Gründe für sein Handeln hat und wie die Geschichten der einzelnen Figuren miteinander verbunden wurden.

Die Handlung habe ich als sehr fesselnd und nicht wirklich vorhersehbar empfunden. Action ist definitiv vorhanden. Auch dieser Teil wurde abwechselnd aus Izzys, Dylans und Jinx‘ Sicht erzählt. Auch wenn die Liebesgeschichte im Gegensatz zu der restlichen Story, also dem Aufhalten von Holly und dem drohenden Chaos, der Rettung Jinx‘ und Izzys und was sonst noch so alles ansteht, eher im Hintergrund steht, spielt sie trotzdem eine gewisse Rolle, ohne jedoch kitschig zu werden.
Insgesamt gibt es viele vielschichtige Charaktere, manche, wie Ash, Clodagh und Dylan sind dabei auch sehr liebenswürdig. Gerade die Beziehung zwischen Ash und Clodagh fand ich sehr süß, und auch Dylan hat sich zu einem starken Charakter entwickelt, der Silvers Magie zu nutzen weiß und auch ein selbstbewusstes Auftreten beherrscht, mit dem er sich auch gegen Sidhe, Dämonen und Co. zur Wehr setzt.
Jinx ist mal wieder unter Hollys Fuchtel. Es kommen durchaus auch schwache Seiten an ihm zum Vorschein, aber gleichzeitig kämpft er gegen Holly und für seinen eigenen Willen, für Izzy.

Fazit: Fesselnder, spannender und actionreicher Abschluss der Trilogie mit einem sehr komplexen und detailreichen Weltenaufbau, der Gründe für das Verhalten der Charaktere liefert und dieses so nachvollziehbar und die Figuren vielschichtig werden lässt; außerdem mit einer Protagonistin, die die erworbene Macht verändert und hin zu einem Charakter mit düsteren Abgründen geformt hat, der dennoch entschlossen, selbstbewusst und eigenständig seinen Willen durchsetzt

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Tags: christliche mythologie, dämonen, engel, fantasy, feen, irland, jugendbuch, keltische mythologie, mythologie   (9)
 

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68 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

black lives matter, usa, rassismus, police brutality, blacklivesmatter

The Hate U Give

Angie Thomas
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Balzer + Bray, 28.02.2017
ISBN 9780062498533
Genre: Jugendbuch

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332 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

jugendbuch, anna pfeffer, tod, humor, schwarzer humor

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Skurril ist die Idee allemal, dadurch sticht sie aber auch aus der Masse heraus. Es war definitiv unterhaltsam, mitzuverfolgen, wem Em warum welche Tode andichtet. Dazu kommen dann noch ungewöhnliche Tode, die sie sammelt. Makaberes, aber definitiv unterhaltsames und außergewöhnliches Hobby.
Generell ist Em eher pessimistisch und negativ eingestellt. Sie tritt entschlossen und selbstbewusst auf und spart zudem nicht mit sarkastischen Kommentaren, die zu der Erheiterung des Lesers beitragen.
Alles in allem ist das sich flüssig lesen lassende Buch also definitiv witzig und unterhaltsam.

Teilweise wirkte das Buch auf mich wie eine Mischung aus Middle Grade und Young Adult, da ziemlich oft Zickereien und Intrigen der Klassen-Zicke vorkommen. Dazu kommt Ems konsequente Abneigung gegen die neue Freundin ihres Vaters, die dann auch noch eine Klischee-Yoga-machende-immer-gut-gelaunte-Öko-Veganerin ist, bei der ich mir ein bisschen weniger Stereotyp und mehr Tiefe gewünscht hätte.
Auch sonst legt sich Em oft mit ihrem Bruder, mit dem sie fast kindische Zänkereien austrägt, und ihrem Vater an. Insgesamt merkt man dem Buch also an, dass es für jüngere Leser geschrieben ist, was aber die Lesefreude nicht weiter trübt, sofern man nicht allzu hohe Ansprüche stellt.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und durchaus nachvollziehbar, und ist schon ganz süß. Wer auf Funken sprühende, giftige Schlagabtausche und strikte Feindschaft steht, dürfte hier ganz auf seine Kosten kommen.
Der Verlauf der Handlung ist natürlich relativ vorhersehbar, was allerdings typisch für diese Art der Bücher ist, zumal ja eh der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund steht.
Die meisten Charaktere sind allerdings Stereotypen und oft eher oberflächlich gehalten: Die oben beschriebene Öko-Freundin des Vaters, immer betont gut drauf, übertrieben freundlich und entsprechend anstrengend ohne wirkliche charakterliche Kanten. Die überall beliebte, steinreiche, oberflächliche und nur auf ihr Äußeres bedachte, affektierte Klassenzicke. Die einsame, nette Labertasche. Der betont pädagogisch agierende Vater.
Lediglich Erik, der ein klassisches Bad Boy-Image mit einem faszinierenden Hintergrund innehat, verfügt über eine gewisse Tiefe.

Fazit: Unterhaltsame, kurzweilige Lektüre mit einer außergewöhnlichen, skurrilen Idee, stereotypischen Charakteren und viel Sarkasmus

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Tags: contemporary, jugendbuch, liebe   (3)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

jugendbuch, flüchtlinge, deutsche autoren, roman, contemporary

Es war einmal Aleppo

Jennifer Benkau
Flexibler Einband: 510 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 10.12.2016
ISBN 9783958692770
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Buch rezensieren und bewerten sollte.
Den Schreibstil? Der ließ mich durch die Seiten gleiten, ließ die Gefühle wirklich werden und fasste so manche Grausamkeit eiskalt in Worte.
Die Charaktere, die an echte Menschen angelehnt sind? Die Handlung, die so in etwa tausendfach passiert ist, ausgenommen die sich wirklich nachvollziehbar und süß entwickelnde Liebesgeschichte?

Man merkt dem Buch die im Nachwort beschriebene sehr gute Recherche an und vor allem, dass Jennifer Benkau auf ihre eigenen Erfahrungen in ihrem Ehrenamt zurückgegriffen hat. Auf Erzählungen realer Menschen und auf zahlreiche Interviews und Besuche von Erstaufnahmeeinrichtungen.
Es ist schwer, ein Buch zu bewerten, das irgendwie nur die Situation aus dem Sommer 2015 darstellt, eine Situation, die einem selbst aus den Nachrichten durchaus bekannt ist. Und die mit diesem Buch doch in gewisser Weise alltäglicher, realer wird.

In dem Buch wird man als Leser vor allem mit zwei Bereichen konfrontiert, die mich dazu veranlasst haben, dass ich das Buch teilweise beiseitelegen musste, weil ich fassungslos und wütend ob dieser Ungerechtigkeit war: Das Schicksal der Flüchtlinge und die Fremdenfeindlichkeit der Deutschen.
Ersteres reicht von der Grausamkeit des Krieges bin hin zu der Flucht und den Hürden hier in Deutschland - mit Grenzsperrungen, undurchsichtiger Bürokratie oder eben Fremdenfeindlichkeit, ein Thema, das angesichts des steigenden Populismus immer aktueller wird.

Toni selbst lebt in einer Familie, die alles andere als begeistert davon ist, dass in ihrer Nachbarschaft plötzlich ein Flüchtlingsheim ist. Nachdem Toni als Kind ansehen musste, wie ihr Vater von südländisch aussehenden Männern krankenhausreif geschlagen wurde, hat sie Angst vor Migranten. Auch die Ressentiments in ihrer Familie teilt sie anfangs. Doch dann folgt sie zögernd der Aufforderung ihrer engagierten besten Freundin Fee, in dem Camp zu helfen und beginnt, ihre Ansichten zu überdenken.
Gleichzeitig begegnet sie in ihrer Familie immer wieder Vorurteilen und hier zeigt die Autorin gekonnt, wie diese auch in einem scheinbar ganz gewöhnlichen, gutbürgerlichen und eigentlich doch gar nicht rassistischen Umfeld auftreten. In der eigenen Familie, bei Menschen, von denen man das so nicht erwarten wollte.
Die Autorin zeigt auch, wie wenig hinter diesen Vorurteilen steckt, wie sehr diese die Augen vor dem Schicksal der Menschen verschließen und lässt sie so nur noch unfassbarer wirken. Sie gibt Einblicke die jeweiligen Kulturen, in die Hintergründe der Flucht und des syrischen Bürgerkrieges, alles, ohne dass Infodump auftritt. Nur Fassungslosigkeit angesichts der Ungerechtigkeit.
Gleichzeitig hebt die Autorin auch das Engagement von Flüchtlingshelfern hervor - und deren Hilflosigkeit in Anbetracht der Lage.

Das Buch hat mich mitgenommen, zum Nachdenken anregt, hat mich berührt, wütend und ungläubig gestimmt und hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen. In jedem Fall ist es ein sehr empfehlenswertes Buch, gerade weil es so gut geschrieben ist, mit unheimlich vielschichtigen Charakteren und einer mehr als authentischen Handlung.

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Tags: contemporary, flucht, is, jugendbuch   (4)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

musik, gehörlosigkeit, liebe, new adult

Maybe Someday

Colleen Hoover
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster Ltd, 18.03.2014
ISBN 9781471135514
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: gehörlosigkeit, liebe, musik, new adult   (4)
 

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323 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

schattendiebin, fantasy, hexen, jugendbuch, catherine egan

Schattendiebin – Die verborgene Gabe

Catherine Egan , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.01.2017
ISBN 9783473401475
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch spielt in einer weitgehend fiktiven Welt, deren Hexenverfolgung aber stark an unser ausgehendes Mittelalter erinnern. Hexen und Zauberei allgemein gelten als böse und stehen unter Verfolgung. Doch mit zunehmendem Voranschreiten der Handlung enthüllt dieses Weltenkonstrukt noch mehr faszinierende Details: eine Revolution einer Glaubensgruppe gegen eine andere beispielsweise, aber auch zu den Hintergründen dieser Welt, zu fast vergessenen Bräuchen, zu Magie, die hier über Schreiben mit einer Feder umgesetzt wird und anderen Wesen.
Gerade in Bezug auf diesen Weltenaufbau bin ich also gespannt darauf, wie die Elemente in den Fortsetzungen weiterentwickelt werden, besonders natürlich auch, was Julias Gabe angeht.

Das Buch ist in erster Linie seeehr fesselnd. Ich habe es an einem Abend begonnen, und mein Plan war eigentlich nur, die ersten Seiten zu lesen, um einen Eindruck von dem Stil zu erhalten, und dann ins Bett zu gehen. Ums kurz zu machen: Es sind 70 geworden. Ich konnte mich nicht mehr von dem Buch losreißen, es zog mich in seinen Bann und in diese fremde Welt hinein. Ich tauchte komplett ab in die dunklen Gassen Spiras, dem Herrenhaus mit all seinen Geheimnissen und der lauernden Gefahr. Denn schon der Prolog weckt diesbezüglich Spannung, da bereits dieser mit einem Mord endet.
Und obwohl man als Leser schnell seine Ideen hatte, blieben auch für mich die Motive der Bewohner des Herrenhauses lange im Dunklen. Dazu kamen immer mal wieder Passagen aus anderen Sichten, die man als Leser lange nicht wirklich zuordnen kann, und die weiter unterschwellige Spannung wecken. Action dagegen lässt relativ lange auf sich warten, die Handlung beschränkt sich lange eher auf Julias Spionage im Haus, die nur teilweise zu Ergebnissen führt, sodass die Geschichte erst im letzten Drittel wirklich Tempo aufnimmt und das Potenzial in diesem Band noch nicht so ganz genutzt wurde.

Julia ist eine eher ungewöhnliche, durchaus aber starke Protagonistin. Sie ist Diebin und träumt davon, endlich reich zu sein und entsprechendes Leben zu führen, was ihr ihr neuer Auftrag nun in Aussicht stellt. Dafür stellt sie auch jede Moral zurück, ist gewissenermaßen also in der allgemeinen Betrachtung egoistisch, und doch lässt sich das vielleicht auch mit dem Verlust ihrer Eltern und ihrer eher ärmlichen Kindheit begründen.
Denn auch wenn sie sonst nicht unsympathisch ist - die Menschen, die ihr nahestehen, wie ihren Bruder, liebt sie über alles, sie ist intelligent und wachsam und gar nicht mal so unbegabt darin, eine naive Dienstbotin zu mimen -, unterscheidet sie das doch von anderen Protagonistinnen, da sie eben nicht selbstlos ist. Umgekehrt findet sich hier vor allem auch Konfliktpotenzial, wenn Julia damit konfrontiert wird, ob das wirklich alles ist, was zählt, selbst wenn sie ihre Zweifel anfangs noch niederkämpft.

Die Menschen, die ihr nahestehen, sind im Allgemeinen ihre kleine Ersatzfamilie: Esme, die sie aufgenommen hat, zum Beispiel. Aber auch ihr Bruder Dek, wobei die enge Beziehung zwischen den beiden, die sich um den anderen kümmern, echt süß ist.
Insgesamt habe ich jetzt keinen Charakter direkt liebgewonnen und auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich mitreißen, dennoch deuten doch einige Charaktere tiefgründigere Züge an.

Fazit: Fesselnde Geschichte in einer komplexen, tiefgründigen Welt mit viel Potenzial, das noch nicht vollständig genutzt wird, und einer selbstbewussten, aber anfangs wenig selbstlosen Protagonistin, die sich im Verlauf der Handlung in einem inneren Konflikt wiederfindet

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Tags: fantasy, hexen, hexenverfolgung, high fantasy, jugendbuch   (5)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

auschwitz, holocaust, nationalsozialismus, autobiografie

Survivor

Sam Pivnik
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Hodder & Stoughton General Division, 06.06.2013
ISBN 9781444758399
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: auschwitz, autobiografie, holocaust, nationalsozialismus   (4)
 

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212 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, gesa schwartz, herz aus nacht und scherben, venedig

Herz aus Nacht und Scherben

Gesa Schwartz
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.10.2016
ISBN 9783570164501
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Als Milou aus Paris von ihrem Onkel zu ihrer Großmutter nach Venedig zurückkehrt, kehrt sie damit gleichzeitig auch ein Stück in die Träume ihrer Kindheit zurück, die sie hier verbracht hat, bevor ihre Eltern starben. Die Geschichten und Geheimnisse werden wieder wach, doch auf einmal sieht sich Milou auch mit einer fremden Gefahr konfrontiert: Feindlicher Nebel zieht durch die Gassen, Kinder werden entführt, Menschen verlieren ihre Erinnerung. Milou will sie retten und wird dadurch nur umso hineingezogen - in eine andere Welt, die Welt der Scherben, der Träume und verlorenen Erinnerungen. Doch sie ist nicht allein, denn der Rabenwandler Nív unterstützt und beschützt sie - vor einer Welt, in der dunkle Gefahren lauern und die Milou alles nehmen könnte, was sie ausmacht ...

Meine Meinung:

Wenn man die Geschichte auf ihr Grundkonstrukt reduzieren würde, wäre dieses vermutlich nicht wirklich neu, und auch einige Entwicklungen waren durchaus vorhersehbar. Aber es ist nicht leicht, eine neue Geschichte zu schaffen und die Hintergründe von dieser sind doch durchaus originell und anders. Und sie schafft es, allein durch ihren außergewöhnlichen Stil und ihre lebensechten Charaktere diese Schwächen vergessen zu machen.
Zugegeben, am Anfang gab es ein, zwei kleine Logikfehler. Milou stopft sich Wachs in die Ohren, um das Flüstern des Nebels nicht zu hören, spricht dann aber ganz normal mit einer Frau. Allerdings lässt sich darüber hinwegsehen, das wäre jetzt schon Meckern auf hohem Niveau.

Denn tatsächlich habe ich mich mit jeder Seite ein bisschen mehr in diesen Stil verliebt. Dazu muss man sagen, dass dieser durchaus speziell ist und ich mir auch vorstellen kann, dass es Leute gibt, die damit nicht klarkommen, aber da empfiehlt es sich wie immer, einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Der Schreibstil ist außergewöhnlich, erschafft schillernde Bilder, düstere Spiegelungen, auf eine äußerst bildliche und metaphorische Weise, dass ich am liebsten jedes Wort einzeln auf der Zunge ausgekostet hätte.
Damit erfasst der Stil die Scherbenwelt in ihrem Wesen, sodass der Leser sich gemeinsam mit Milou in dieser fremden Welt der Träume, Erinnerungen und Geschichten wiederfindet, die ebenso zauberhaft und wundersam wie düster und grausam sein kann, die in dunklen, schillernden Facetten schimmert, voll ist von Illusionen und Schein und doch für ihre Bewohner auf eine unwirkliche Weise wirklich ist. Diese ganze Atmosphäre wird mehr als gelungen vermittelt, als Leserin fiel ich gemeinsam mit Milou auf die Täuschungen rein, staunte über die Wunder, zuckte zusammen angesichts der Kälte des Bösen, spürte den bedrohlichen Hauch des Nebels auf mir und so viel mehr. Der Schreibstil spiegelt im Prinzip die Scherbenwelt wieder und erfasst sie so, lässt sie lebendig werden vor den Augen des Lesers.
Doch gleichzeitig fängt die Autorin auch die Magie des echten Venedigs ein, sodass ich die Bilder dieser geheimnisvollen Stadt mit ihren majestätischen, uralten Gebäuden, ihren verwinkelten Gassen, ihren Inseln und Gewässern vor mir sah.

Insgesamt wirkt das Buch oft wie eine Hommage an das Träumen, an Bücher, an Geschichten, deren Wert immer wieder betont und deren Macht demonstriert wird. Träume sind es, aus denen die Scherbenwelt besteht. Und gerade bei Milous Großmutter haben Geschichten und Bücher einen hohen Stellenrang.
Doch in der Scherbenwelt werden nicht nur die schönen Träume wahr - sondern auch die Albträume. Und so gibt es Szenen, die an Gruselgeschichten erinnern, Schauplätze mit verzerrtem Glück, einem geisterhaften Nachhall, das eine unheimliche Gefahr verbirgt - verlassene Häuser, Illusionen, Erinnerungen, die ein Eigenleben entwickelt haben.

Doch auch die Charaktere sind lebendig, von Anfang an werden die Beziehungen zwischen ihnen in aller Deutlichkeit offengelegt, ohne ihnen ihren Zauber zu nehmen. Oft sind sie herzzerreißend, so voller Liebe und Hingabe, dass sie mein Herz mehr als berührten. Das gilt schon für Milou, ihre Großmutter und den befreundeten Buchhändler Federico.
Gleichzeitig sind die Charaktere unheimlich vielschichtig und tiefgründig. Sie verbergen ebenso helle wie dunkle Seiten, auch oder vielleicht ganz besonders der Antagonist. Alle von ihnen haben eine Vergangenheit, Menschen, die ihnen nahestehen, Hoffnungen und Ängste, und genau das macht sie gerade so lebendig.

Milou beschreibt sich selbst als pummelig, weil sie Bücher Sport vorzieht, ihr Leben ist erfüllt von Geschichten und in der rationalen Menschenwelt fühlt sie sich oft unverstanden. Sie ist entschlossen und mutig, selbst wenn sie oft an sich selbst verzweifelt, auch durch ihren Onkel, der ihre Träumerei immer wieder in Frage zieht.
Sie mag in gewisser Weise auch naiv sein, aber sie ist es auf eine so hoffende und unschuldige Art, dass es nicht nervig wirkt, sondern nur authentisch ist, für all die Gefahren, mit denen sie konfrontiert wird. Zumal ich ihr oft wenig misstrauisches Staunen gegenüber den Wundern und schillernden Bildern dieser magischen Welt nachvollziehen konnte.
Denn gleichzeitig ist sie offen und warmherzig, durchschaut andere manchmal sehr schnell und ist auf ihre offene, ehrliche und gleichzeitig entschlossene Art stark, gerade weil sie sich mit allen Mitteln für diejenigen einsetzt, die ihr nahestehen - und nicht nur.

Auch Nív ist ein vielschichtiger, lebendiger Charakter, den ich ins Herz schloss. Er ist zwar ein Fremder, ein Krieger mit dunklen Geheimnissen, und doch unterscheidet er sich grundsätzlich von Charakteren anderer Bücher in ähnlichen Stellungen dadurch, dass er Milou in gewisser Weise offen begegnet, sanft. Von Anfang an enthüllt er weiche Züge, verletzliche, ohne seine Stärke, seine dunkle Unerreichbarkeit direkt zu verlieren. Von Anfang an ist er lebendig, mit all seinen Facetten, seinen Sehnsüchten, seinen Wünschen, seinen Schwächen. Gerade dadurch, dass er einen gewissen Beschützerinstinkt besitzt, weiß sein Charakter auch das Herz des Lesers zu berühren.
Ich könnte an dieser Stelle noch andere Charaktere ebenso beschreiben, doch das würde den Rahmen sprengen, von daher denke ich, dass ihr sie einfach selbst kennenlernen solltet.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich im Übrigen langsam und nachvollziehbar, gleichzeitig herzerwärmend und berührend, und dabei wenig klischeehaft.
Das Buch entführte mich zwischen diese Welten, wie in einen Traum voller düsterer und strahlender Bilder, Täuschungen und Gefahren, kleinen Wundern und schillernden Farben. Der Einzelband ist an keiner Stelle langweilig, ich wurde in seinen Bann gerissen und auch der Abschluss passte.

Fazit: Ein außergewöhnlicher, bildgewaltiger Stil entführt in eine andere Welt der Träume, Geschichten und Erinnerungen, die sowohl düstere Gefahren und Täuschungen als auch schillernde Wunder und in den Bann reißende Magie enthält - eine Geschichte für Träumer und Geschichtenliebende mit äußerst lebendigen, vielschichtigen Charakteren, eine Geschichte, die berührt, mitreißt, die Bilder vor dem eigenen Auge weckt und für einige Stunden wirklich werden lässt!

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Tags: fantasy, jugendbuch, träume   (3)
 

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(160)

458 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, hexenjäger, magie, liebe

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

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Fesselnd war das Buch auf jeden Fall. Es zog mich in seinen Bann und entführte mich in das historisch angehauchte, wenn auch eigentlich mehr oder auch weniger fiktive Land Anglia, in die Welt der Hexen und Hexenmeister, der Magie und Intrigen. Auch Spannung ist definitiv vorhanden, vor allem durch den Kampf gegen Blackwell und die ständige Gefahr.
Es wird oft gesagt, die Fortsetzung sei schwächer als ihr Vorgänger, was ich so nicht bestätigen würde. Ich wurde bestens unterhalten, anfangs teils auch durch die oft humorvoll geprägten Interaktionen der Charaktere, aber auch durch die actionreichen Kämpfe.

Zu Beginn hatte ich kurz Schwierigkeiten, alles wieder einzuordnen und mir die Details wieder in den Kopf zu rufen, zumal kaum bis gar keine Informationen zusätzlich gegeben werden. Mit einem entspannten Einstieg hält sich die Autorin sowieso nicht auf, es geht sofort spannungsgeladen los.
Was ich von dem Ende halten soll, weiß ich noch nicht. Es passt, es ist gelungen, aber irgendwie fehlt mir der Funke, der es perfekt macht. Persönliches Problem.

Elizabeth ist eine starke Protagonistin, die nach dem Verlust ihres Stigmas ihre Fähigkeiten neu entwickeln muss, und somit alles andere als unfehlbar oder unbesiegbar ist. Dennoch opfert sie viel, um ihre Wünsche durchzusetzen.
Auch steht sie im stetigen Konflikt mit der Tatsache, dass ihre Vergangenheit, ihre Erinnerungen und ihre Fähigkeiten davon geprägt sind, dass sie einst die Feindin derjenigen war, die ihr heute am Herzen liegen.

Die Liebesgeschichte mit John ist vor allem anfangs ganz süß, allerdings zeigt sich bei ihm zunehmend der Einfluss des Stigmas, das ihn verändert.
Auch mit anderen gern gewonnen Charakteren wie Nicholas, Skyler und Fifer gibt es natürlich ein Wiedersehen, auch wenn alles unter dem Stern eines drohenden Krieges steht.

Fazit: Solider Abschluss mit viel Spannung, fesselndem Schreibstil und einer starken Protagonistin

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Tags: fantasy, hexen, hexenverfolgung, historisch, jugendbuch   (5)
 

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(155)

337 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 100 Rezensionen

dämonen, fantasy, rache, blut, kampf

Ein Käfig aus Rache und Blut

Laura Labas , Anja Uhren
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 20.08.2016
ISBN 9783959912914
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Nachdem Alison als Kind ansehen musste, wie ihre Eltern vor ihren Augen von Dämonen ermordet wurden, wird sie nur noch von dem brennenden Wunsch nach Rache angetrieben. In einer Welt, in der die Menschen von Dämonen beherrscht werden, wurde sie von ihrer Tante zur Jägerin ausgebildet und streift nun alleine umher, mit dem Ziel, so viele Dämonen wie möglich zu töten. Doch dann wird sie in einem unbedachten Moment von dem Dämonenkönig Dorian Ascia entführt, und beginnt an ihrem Weltbild zu zweifeln ...

Meine Meinung:

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit Alison warm wurde. Sie ist durchaus eine Kick Ass-Heldin, gerade durch den „Schlüssel“, den ihr ihre Tante vermachtet hat und der ihr besondere Fähigkeiten verleiht - also bessere Sinne und körperliche Stärke. Sie kann kämpfen - ich meine, in der zweiten Szene löscht sie mal eben locker einen Raum voll zweitklassiger Dämonen aus.
Somit ist zwar durchaus eine starke Protagonistin, zwischendurch gab es aber dennoch ein paar Szenen, in denen sie fast einfältig auf mich wirkte. Beispielsweise zeigt sie am Anfang eine stark ausgeprägte Tendenz dazu, sich zu betrinken, was in ihrer Welt und mit ihrem Metier mehr als leichtfertig ist und letztendlich auch zu der Entführung beiträgt. Auch will sie nicht, dass die Dämonen von ihrem „Schlüssel“ erfahren, streicht sich dann aber in ihrer Gegenwart über die Stelle, um sicherzugehen, dass er noch da ist

Ansonsten ist sie aber vor allem von dem Drang nach Rache erfüllt, der quasi ihre gesamte Existenz ausfüllt und den einzigen Sinn in ihrem Leben stellt. Platz für Entwicklung ist damit natürlich gegeben.
Außerdem prägnant für ihren Charakter ist auch ihr Trotz, mit dem sie ihren Entführern und besonders Gareth, Ascias Handlanger, begegnet, da sie sich nie unterkriegen lässt und jede Gelegenheit für einen Fluchtversuch nutzt. Allerdings ist sie aber auch ziemlich vorlaut; vor allem in Situationen, in denen es vielleicht besser gewesen wäre, die Klappe zu halten, reizt sie gerne weiter, da sie zudem auch sehr provozierend ist. Umgekehrt spiegelt sich in ihren Gedankengängen so auch Sarkasmus wieder.
Gerade ihre provozierende Art eckt vor allem bei ihrem Bewacher Gareth an, dem sie damit tierisch auf die Nerven geht - was zu einigen sehr unterhaltsamen Schlagabtauschen führt, da beide den anderen wirklich nicht ausstehen können, schon aus dem Grund, dass aus der Sicht des jeweils anderen er ein arroganter, mordender Dämon und sie ein schwacher Mensch ist.

Das Buch wird dominiert von der düsteren Atmosphäre einer alternativen Welt, die seit 2001 von Dämonen regiert wird, die vorher, nachdem sie durch ein Tor in unsere Dimension gelangt sind, ihren Krieg über Jahre hinweg auf die Erde verlagert haben. Auch wenn nun weitgehend Frieden herrscht, werden die Menschen von den Dämonen unterdrückt, teils versklavt und oft willkürlich ermordet.
Die Handlung wird weitgehend aus Alisons Sicht mit dem Ich-Erzähler wiedergegeben, zwischendurch werden kurze Passagen mit dem Er-Erzähler aus der Sicht anderer Charaktere wie Gareth, Evan, mit dem Alison bis vor kurzem noch zusammen war, oder auch Personen, die bisher mit dem Handlung kaum was zu tun hatten, erzählt.
Insgesamt deuten auch die Nebencharaktere meist Tiefgründigkeit an, die dann hoffentlich in den Fortsetzungen weiter ausgearbeitet wird.

Es existiert durchaus sowas wie eine Liebesgeschichte, die allerdings noch eher im Hintergrund steht und sich sehr langsam und dadurch auch durchaus nachvollziehbar entwickelt. Genaugenommen befindet sie sich am Ende dieses ersten Teiles maximal im Anfangsstadium, eigentlich noch nicht mal das, was eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Lieben auf den ersten Blick darstellt.
Action gibt es schon ziemlich viel, vor allem aufgrund der Kämpfe, das sind allerdings weitgehend eher unbedeutendere, kleine Kämpfe. Und auch wenn Spannung durchaus vorhanden ist, kam mir das Ganze doch eher wie ein Vorspann zu der eigentlichen Handlung vor. Ich wartete quasi das ganze Buch lang auf den Höhepunkt, aber auch das Ende konnte diese Erwartungen dann nicht wirklich erfüllen.
Natürlich werden Weichen gestellt, Entwicklungen angestoßen, erste Enthüllungen angedeutet, aber letztendlich war es eher ein Prolog, bevor es jetzt wirklich losgehen kann. Diese Entwicklungen plätschern lange eher vor sich hin. Dennoch wird auch eine faszinierende Hintergrundgeschichte angesprochen und das Konzept enthält viel Potenzial, das hoffentlich in den Fortsetzungen dann vermehrt genutzt wird.

Fazit: Eine trotzige, vorlaute und provozierende Kick Ass-Heldin in einer düsteren Welt, dennoch wirkt die potenzialreiche Geschichte noch eher wie ein Prolog zu der eigentlichen Handlung

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Tags: dämonen, fantasy, jugendbuch   (3)
 

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(89)

220 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

aliens, endzeit, science fiction, silencer, dystopie

Der letzte Stern

Rick Yancey , Thomas Bauer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.10.2016
ISBN 9783442313365
Genre: Science-Fiction

Rezension:

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Inhalt:

Während Evan plant, das Mutterschiff selbst zu sprengen, bricht Ben auf, um Ringer zu töten. Diese ist mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass sie Evan töten muss. Doch die Anderen setzen bereits zum finalen Schlag an: In vier Tagen sollen alle Städte dem Erdboden gleich gemacht werden ...

Meine Meinung:

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und meine ich damit nicht nur, dass die konstant sehr hohe Spannung, erzeugt durch die drohende Katastrophe, die ständige Lebensgefahr und die Frage nach der nicht vorhersehbaren Lösung des Ganzen sowie der ständigen Action, mich an die Seiten fesselte - was durchaus der Fall war.
Aber ich meine auch, dass allein die Gedankengänge der Charaktere ungemein unterhaltsam waren, und das besonders zu Beginn - na ja, nach den ersten paar Seiten aus der Sicht eines neuen Nebencharakters. Es ist eine Meisterleistung, dass ein Buch mit einer äußerst düsteren Atmosphäre und einem postapokalyptischen Setting es schafft, mich wiederholt zum Kichern zu bringen.
Das lag an dem trockenen Sarkasmus der Charaktere, der oft enttarnend wirkt und manchmal auch selbstironisch ist, wenn sie ihre eigenen Gedankengänge reflektieren. An der Spitze steht da immer noch deutlich Cassie, deren Sarkasmus ich bereits im ersten Band geliebt habe. Auch hier stellt ihr Erzählstrang vor allem zu Beginn einen Tagebucheintrag dar - später verläuft sich das, was mich nicht weiter störte, da die anderen ja auch unabhängig davon erzählen. Aber gerade wenn es einen Tagebucheintrag darstellt, trieft dieser quasi vor Sarkasmus. Und auch Ben und Ringer gelang es, mich wiederholt zum Grinsen und auch zum Lachen zu bringen.

Nichtsdestotrotz geht die düstere Atmosphäre aber nicht verloren, im Gegenteil. Und das macht das Buch so gut: Es kann beides.
Was diese Trilogie in meinen Augen noch von anderen postapokalyptischen Büchern abhebt, ist die ständige Thematisierung der Frage, wie die Menschen mit der Situation umgehen, was ihre Schwachstelle ist, was sie zerstört und wie es den Anderen gelingt, sie zu besiegen. Die Bücher entlarven teilweise das menschliche Wesen und geben ein sehr realistisches Bild von der Reaktion der Menschen.
Generell kam die Atmosphäre absolut bei mir an. Die Tatsache, dass nur noch wenige Menschen am Leben waren, das Ende der Zivilisation, der Welt, wie wir sie kannten - all das macht der Autor greifbar, in gewisser Weise real.

Durch die Manipulation wird das Bild der Guten und Bösen auf den Kopf gestellt. Denn letztendlich kämpfen so Menschen gegen Menschen, und bringen sich so selbst um. Umgekehrt stellt dies die Charaktere vor moralische Konflikte, gerade auch in Bezug auf Voschs Soldaten, die zwar Kinder sind, aber einer Gehirnwäsche unterzogen wurden.
Was im Übrigen die Liebesgeschichten angeht, so spielen die zwar für die Charaktere durchaus eine Rolle, bleiben aber im Hintergrund, der Fokus liegt klar auf der Handlung.

Es wird deutlich, dass sich auch die Charaktere verändert haben, und besonders die Veränderung von Sam brach mir das Herz. Dem Autor gelingt es, allein an ihm die Brutalität zu verdeutlichen, da Sam zum Soldaten erzogen wurde und zunehmend das vergisst, was sein Leben vorher ausgemacht hat, weil er seine Kindheit verloren hat.
Das wird gerade dadurch klar, dass er selbst kurze Sequenzen erzählt. Hauptsächlich wechseln die Erzählperspektiven zwischen Cassie, Ben und Ringer, was mich im Gegensatz zu den Vorgängern überhaupt nicht mehr gestört hat, da ich es sehr ausgeglichen fand, und mittlerweile alle drei liebgewonnen habe. Alle drei, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Eigenarten und ihrem trockenen, ironischen Erzählstil.

Fazit: Brillante Unterhaltung, der das Meisterwerk gelingt, trotz sehr spürbarer düsterer, postapokalyptischer Atmosphäre und hoher, fesselnder Spannung mich auch durch trockenen Sarkasmus und Selbstironie der starken Charaktere zum Lachen zu bringen - ein mehr als gelungener Abschluss einer tollen Trilogie!

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Tags: aliens, fantasy, jugendbuch, science fiction   (4)
 

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(153)

407 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

schneekugel, winter, schneekugeln, liebe, jugendbuch

So kalt wie Eis, so klar wie Glas

Oliver Schlick
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 19.08.2015
ISBN 9783764170431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter taucht auf einmal Coras tot geglaubter Großvater auf, der sich dann auch noch als berühmter Schneekugelmacher und Nachfahr des ersten Schneekugelmachers herausstellt. Kurzerhand zieht Cora zu ihm in den abgelegenen Ort Rockenfeld. Schnell wird auch sie von der Faszination der Schneekugeln ergriffen, doch gleichzeitig stößt sie auf Geheimnisse. Wer ist der Fremde, der eines Tages in der Werkstatt ihres Großvaters auftaucht? Und wieso behauptet er, Cora sei in Gefahr?

Meine Meinung:

So richtig zu fesseln vermochte mich das Buch nicht. Das mag daran liegen, dass die Elemente zu Beginn, mit denen Spannung aufgebaut wurde, nicht direkt neu sind - der Tod der alleinerziehenden Mutter, Umzug in ein abgelegenes Dorf mit Geheimnissen, ein verschwundenes Mädchen vor einigen Jahren, ein belauschtes Gespräch mit noch mehr Geheimnissen ... Wobei man Cora zugutehalten muss, dass sie zumindest nicht wie sonst mit Trotz und Stursinn reagiert, sondern offen eingestellt ist.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich das Buch teilweise nicht ernst nehmen konnte. Zum Beispiel, wenn Cora urplötzlich das brennende Verlangen verspürt, auch eine Schneekugelmacherin zu werden und ihr Großvater dann pathetisch verkündet, die Kugeln hätten sie „auserwählt“.

Dabei ist es nicht so, dass die Idee nicht sogar ziemlich cool wäre: Mythen werden verwoben mit der Kunst der Schneekugeln und der winterlichen Atmosphäre. Die Idee selbst ist somit sogar durchaus ungewöhnlich.
Die Geschichte des Einzelbandes lässt sich auch flüssig durchlesen, erzählt aus der Ich-Perspektive von Cora im Präsens mit einem lockeren, leicht humorvollen Schreibstil.

Was ich vollkommen verpasst habe, ist die Entwicklung der Liebesgeschichte. Zwischen „Wer ist er?“ und „Ich bin unsterblich verliebt“ kam irgendwie nichts, dementsprechend konnte ich die Gefühle auch nicht nachempfinden. Eigentlich schade, denn hier war unheimlich viel Potenzial enthalten.
Außerdem blieb der Love Interest eher blass, was bei den anderen Charakteren überhaupt nicht der Fall ist. Viele sind vielschichtig, die meisten exzentrisch und ausgefallen. Sei es die tollpatschige, aber liebenswürdige Elsa mit ihrer leicht burschikosen Art, der betont schwule, ironische und aufgedrehte Moritz oder eine andere Schneekugelmacherin im Dorf, Marlene, deren Kugeln morbide, oft brutale Szenen darstellen. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.
Unterhaltung bot das Buch generell auf jeden Fall, gerade durch die Charaktere, aber auch durch Coras Sarkasmus. Im Allgemeinen war Cora eine angenehme Protagonistin - selbstbewusst, entschlossen zu handeln, tatkräftig.

Fazit: Unterhaltsames Wintermärchen mit einer faszinierenden Idee und exzentrischen Charakteren, leider aber auch einer überhaupt nicht nachvollziehbaren Liebesgeschichte, das mich nicht wirklich fesseln konnte

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626 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

fantasy, sabaa tahir, liebe, jugendbuch, elias und laia

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783846600382
Genre: Jugendbuch

Rezension:

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Die Handlung setzt nahtlos dort an, wo sie im Vorgänger aufgehört hat. Das sorgt dafür, dass von Anfang an Spannung und Action vorhanden sind und ich an die Seiten gefesselt wurde.

Hauptkritikpunkt meinerseits an dem ersten Band war Laia, die mir einfach zu schwach war. Und auch wenn sie jetzt auch nicht die stärkste Protagonistin ist, entwickelt sie sich doch schon mal in diese Richtung, sodass ich in diesem Band weitgehend mit ihr klar kam. Sie handelt entschlossen, entwickelt Pläne und lässt sich nicht mehr so leicht unterkriegen, auch wenn immer noch genug Luft nach oben ist. Im Mittelteil hat sie dann wieder eine kleine, aber auch begründete Tiefphase und alles in allem bin ich gespannt auf ihre weitere Entwicklung in den Fortsetzungen, zumal sie neue Aspekte enthüllt.
Elias ist wie im Vorgänger ein starker Charakter, der zu Beginn ein wenig unter Komplexen leidet, die ihm zwar Tiefgründigkeit verliehen, mir aber Seufzer entlockt haben. Ansonsten zieht er aber gelassen Schlussfolgerungen und sieht nötige Handlungen, sodass er mir sehr sympathisch war.

Insgesamt wird diese Band nun nicht nur aus Laias und Elias‘, sondern auch aus Helenas Sicht erzählt, sodass man als Leser immer auch einen Überblick darüber hat, was bei dem frischen Imperator Marcus und Co. abgeht.
Helena ist ein starker Charakter. Obwohl sie sich in einem ständigen Konflikt zwischen ihrem Pflichtbewusstsein und ihrer Zuneigung zu Elias befindet und auch den Entscheidungen des Imperators und der Kommandantin zunehmend abgeneigt ist, tut sie doch, was getan werden muss und erfüllt ihre Pflicht, auch wenn sie in weitere Zwiespälte gerät und vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt wird.

Liebesgeschichtstechnisch entwickelt sich gar nicht mal so viel zwischen Elias und Laia, die befinden sich weitgehend noch in ihrer Gefühlsverleugnungsphase. Hier kämen wir dann auch zu meinem Hauptkritikpunkt an diesem Band: Das Liebesquadrat - oder wie man das nennen will. Zwischen Elias und Laia sprühen definitiv Funken, dann ist Helena aber auch in Elias verliebt, Elias irgendwie auch nicht so abgeneigt und Kinan ist auf Laias Seite auch noch nicht aus dem Rennen. Ehrlich, musste das sein? Mich hat das nur genervt.

Dabei ist es ja nicht so, dass nicht genug Drama und Spannung da wären. Zahlreiche Damoklesschwerter schweben über den Häuptern unserer Protagonisten. Helena, die ihren ehemaligen Freund töten soll, nicht weiß, ob sie dazu in der Lage ist, aber dazu im Prinzip gezwungen ist. Sie, die Soldaten, Masken und die Kommandantin, die die Verfolgung von Laia und Elias aufnehmen. Und dann noch einige andere Verwicklungen, die sich noch ergeben.
Spannung ist also immer da, gerade das letzte Drittel zeigt sich als sehr fesselnd und lässt am Ende einige Fragen für die Fortsetzungen offen, da auch neue Stränge aufgeworfen werden.
Wie schon der Vorgänger ist auch dieser Band nichts für Zartbesaitete. Gewalt ist quasi an der Tagesordnung und im Verlauf der Handlung wird gerne auch mal das ein oder andere Blutbad angerichtet, bevorzugt natürlich an den Kundigen durch die Hand der Kommandantin.

Aufgefallen ist mir aber auch die Vielschichtigkeit der Charaktere, einschließlich der Antagonisten. Selbst die Gegenspieler haben Gefühle, etwas, das sie bedauern, Momente der Schwäche. Sei es die Kommandantin, die Elias gezielt bei dem Stamm abgab, weil sie in einem Moment doch fast so etwas wie Zuneigung empfand, oder Marcus, der trotz seiner Grausamkeit den Mord an seinem Zwillingsbruder bedauert. Dadurch werden die Charaktere tiefgründig und lebensecht.

Fazit: Spannende, teils sehr brutale Fortsetzung mit starken Protagonisten und vielschichtigen Charakteren, leider aber auch einem doppelten Liebesdreieck

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71 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

Die Feenjägerin – Das verbotene Königreich

Elizabeth May , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317369
Genre: Fantasy

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127 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

partials, krieg, dystopie, krankheit, liebe

Partials - Ruinen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.04.2015
ISBN 9783492702843
Genre: Jugendbuch

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