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uwe alexi, thriller, niemand wird dich vermissen, opfer & täter, blut & rache

Blut und Rache

Uwe K. Alexi
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei UKA Verlag, 01.07.2017
ISBN 9783981767940
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu
»Blut & Rache«
von Uwe Alexi


Beschreibung:

„Der als Mörder verurteilte Luka Basler wird nach guter Führung frühzeitig aus der Justizvollzugsanstalt entlassen. Sein Bewährungshelfer vermittelt ihm für einen perfekten Neustart eine kleine Wohnung im noblen Bad Homburg. Er ist von der Läuterung seines Schützlings überzeugt. Außer der Vermieterin dürfte niemand etwas über Lukas Vergangenheit wissen und doch ist sie plötzlich in aller Munde. Als kurze Zeit später im Kurpark ein brutaler Mord verübt wird, eskaliert die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung in der sonst so ruhigen und beschaulichen Stadt. Es beginnt eine gnadenlose Hetzjagd. Armin Anders‘ zweiter Fall.“


Als ich zu lesen begann, irritierte mich zunächst der Schreibstil. Wie Uwe Alexi bestimmte Eindrücke und Begebenheiten verstärkte (betonte), störte mich zunächst beim Lesen und ich befürchtete, das mir dieses Buch, im Gegensatz zu seinen Thrillern zuvor, nicht wirklich Spaß und Spannung bringen würde.

Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an. Als ich weiter las, verlor ich mich in der Handlung, die grob in erst 2 Handlungssträngen geschrieben ist, die abwechselnd erzählt werden. Bad Homburg meets Afrika könnte man sagen, und das weckte Neugier in mir, da in beiden der jeweils eigene Spannungsbogen präsent ist und hält. Wie beides dann im Verlauf verbunden wird, ist absolut gelungen.

Zu diesem Buch muss man sagen, das es blutiger und bestialischer wird, als der erste Band dieser Reihe, und mir wurde es bei einer Szene schon ganz anders, aber zum Glück sind diese Momente keine Dauerszenen.

Die Haupthandlung liegt hier auf den Ereignissen die aus den Verbrechen hervorgehen, sprich Wirkung auf die Betroffenen und Ermittelnden (Nachforschenden) und der folgenden Konsequenzen. Und hier macht das Buch wirklich Spaß und ist spannend als auch mal amüsant.

Ich habe dieses Buch innerhalb von nur 2 Tagen gelesen, eine enorme Leistung, da ich sehr beschäftigt bin zur Zeit, soll bedeuten, es ist so rasant und fesselnd geschrieben, das ich jede freie Minute genutzt habe. Sprich, von Langeweile oder Langatmigkeit keine Spur.

Wichtig ist auch, dass der Journalist Armin Anders, ab diesen Band 2 der Reihe, der Hauptprotagonist ist, und wohl auch bleiben wird. Diese Idee gefällt mir, und ich finde die Person, als solche, sehr gut herausgearbeitet. Sehe da auch noch Potential, was das Wirkungsfeld angeht, in dem er, in Zukunft, operieren könnte. Besonders mit seinem Kumpel Manfred, dem »IT-Speziallisten«. Bin da noch sehr gespannt.

Insgesamt ist es ein Thriller, der harmonisch geschrieben ist. Die Verknüpfungen der Szenen sind stimmend, und wirken nicht künstlich oder krampfhaft konstruiert. Auch die spirituellen Szenen finde ich in Ordnung, da mit diesen nicht übertrieben wird. Solange niemand von den Toten aufersteht, und es zum Horror wird, darf es meiner Meinung nach in einem Thriller Thema sein.

Ich denke, so langsam sollten sich die großen Verlage mal mit Uwe Alexi beschäftigen, denn dieser Thriller ist besser, als so einiges, was ich schon, von namhaften Autoren, gelesen habe.

Trotz anfänglicher Bedenken bekommt dieser Thriller von mir 5 Sterne, denn er hat mir sehr gute und spannende Unterhaltung geliefert.

Mehr Infos zum Autor findet ihr hier: https://uwealexi.de

Leseprobe zum Buch: https://uwealexi.de/2017/07/27/leseprobe-aus-blut-rache/

Kauft euch das Buch wenn ihr Thriller mögt, es ist jeden Cent wert!

LG Euer Weltenwandler

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Tags: blut & rache, niemand wird dich vermissen, opfer & täter, thriller, uwe alexi   (5)
 

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51 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 39 Rezensionen

münchen, krimi, trauer, ex-kommissar, jakob franck

Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich im Jahr 2016 »Der namenlose Tag«, dem ersten Fall von Jakob Franck, gelesen hatte, welches das erste Buch von Friedrich Ani für mich war, war ich gespannt auf die Fortsetzung. Der Schreib- und Erzählstil von diesem außergewöhnlichen Autor hatte mich sehr beeindruckt.

Und auch hier wurde ich schon, nach nur wenigen Seiten, selig. Ani nahm mich sofort mit auf die Reise in Jakob Franck’s Welt. Fast zärtlich, rücksichtsvoll, als könnte der Leser selbst vom Geschehen betroffen sein, wird hier das Drama der Familie Grabbe erzählt, welcher Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Hier werden aber keine »Gaffer« befriedigt, die sich am Leid anderer ergötzen, Gewalt wird hier nicht verwendet um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern ist Ursache für pure Traurigkeit.

Dieser Roman stellt die Tragik dar, die uns alle widerfahren könnte, durch den gewaltsamen Verlust eines, uns nahestehenden, Menschen. Wie würden wir reagieren, welche Moralvorstellungen gelten dann noch in unseren Leben, wenn das unfassbare in unser Leben tritt, und ein Jakob Franck uns die Nachricht überbringt, dass unser Kind ermordet aufgefunden wurde.

Im Roman fällt Tanja Grabbe, die Mutter des ermordeten Lennard Grabbe in eine tiefe Depression, was die weiteren Geschehnisse auslöst oder stark beeinflusst. In diese düstere Atmosphäre werden wir Leser geführt, ohne ein Happy End erwarten zu dürfen. Alles was bleibt, ist die Hoffnung nach Gerechtigkeit und das dies dann dazu führt, dass die Familie einen Weg ins Leben zurückfindet.

Nun überschlagen sich aber in der Geschichte die Ereignisse, durch unerwartete Erkenntnisse und Ereignisse, welche eine Spannung erzeugen, die im Buch von Beginn an, bis zum Ende erhalten bleibt. Niemand der ein Herz in sich trägt, kann sich wirklich diesen Gefühlen entziehen.

Erleichtert war ich auch, dass das Privatleben von Jakob Franck auch seinen Platz in der Geschichte findet, doch nicht in den Vordergrund gerückt wurde, also nicht zu sehr ablenkte von den zentralen Ereignissen im Fall Lennard Grabbe. Friedrich Ani hat da die ideale Dosis gefunden.

Der Schluss vom Buch ist auch unerwartet, er machte mir klar, das es Friedrich Ani hier wohl nicht darum geht, einen reinen, klassischen, Krimi zu schreiben. Er erzählt in der Hauptsache, wie Menschen funktionieren unter extremen Situation, wenn sie hart geprüft werden vom Leben. Mit ihren Schwächen und Stärken, auch wenn die Schwächen hier wohl in der Familie Grabbe überwiegen. Die Frage ist, möchte Ani erreichen, dass der Leser das Ganze reflektiert, und auf sein eigenes Leben bezieht. Sich vorbereitet auf Unerwartetes, das schließlich jeden treffen kann?
Wissen tut man es nicht, aber für mich macht es Sinn.

Dieses Buch hat mich wieder von Ani überzeugt, die Geschichte ist stimmig, sehr realistisch und wie bekannt fast poetisch und melancholisch erzählt. Ein Markenzeichen von Friedrich Ani. Für Liebhaber von Sprache immer ein Genuss, das nehme sogar ich wahr und lerne durch diesen Autor, die Schönheit des geschriebenen Wortes, zu schätzen.

Dank gilt dem Suhrkamp / Insel Verlag für dieses Rezensions-Exemplar

Mehr Informationen zum Buch findet ihr hier:

http://www.suhrkamp.de/buecher/ermordung_des_gluecks-friedrich_ani_42755.html

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Tags: ermordung des glücks, friedrich ani, krimi, kriminal roman, roma, suhrkamp   (6)
 

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225 Bibliotheken, 33 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

sklaverei, amerika, usa, flucht, underground railroad

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Rezension zu
»UNDERGROUND RAILROAD«
VON COLSON WHITEHEAD


Beschreibung:

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Quelle: Hanser-Literaturverlage


Erscheinungsdatum: 21.08.2017
352 Seiten
Hanser Verlag
Fester Einband
ISBN 978-3-446-25655-2
ePUB-Format
ISBN 978-3-446-25774-0

Zum Buch:

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn seit ich lesen kann interessiert mich das Thema Unterdrückung, Ausbeutung, Rassismus, Apartheid etc. sehr. Ich konnte und kann bis heute nicht verstehen wie wir Menschen miteinander, teilweise, umgehen.

Ich kenne die Geschichte der Sklaverei in den USA Südstaaten, doch Colson Whitehead zeigt mir hier in diesem Buch, mit dem Thema des Fluchtnetzwerkes »Underground Railroad«, einen neuen Teil der Geschichte. Dieses Netzwerk gab es tatsächlich, auch wenn es nicht wie im Buch beschrieben, sich eines unterirdischen Eisenbahnnetzes behalf. Sondern Metaphern des Eisenbahnzeitalters nutzte, wie zum Beispiel »Station« (Unterkunft), »Passenger« (Flüchtender).
Infos dazu findet ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Underground_Railroad

Mit dieser Geschichte wurde mir sehr bewusst, dass diese »Eisenbahnen« bis heute noch fahren und kein Ende abzusehen ist. Denn egal wohin im Buch Cora flüchtet, es gibt immer wieder Rückschläge nach der Hoffnung es endlich geschafft zu haben, und in Freiheit, gleichberechtigt leben zu dürfen.
Wenn wir in unsere heutige Welt schauen, gibt es reichlich Orte an denen Menschen nicht frei und würdig leben dürfen, benutzt, gequält, verfolgt, verletzt und umgebracht werden.
Aber es gibt eben auch weiterhin Menschen, die diese Eisenbahnlinien in Stand halten, und weiter aufbauen.

Colson Whitehead erzählt also nicht nur die Geschichte einer Flucht mit Hilfe der »Underground Railroad« von der Sklavin Cora, sondern spricht den Leser an, sich umzuschauen in unsere Umgebung, unserer Gesellschaft, unserer Welt!

Es zeigt sich in der Geschichte, wenn du einem Menschen Macht verleihst, zeigt sich sein wahrer Charakter. Ob positiv oder negativ, beides wird im Buch dargestellt in verschiedenen Protagonisten.
Das dieses Buch keine fröhliche Unterhaltung ist, brauche ich so nicht mehr weiter erwähnen denke ich.

Colson Whitehead schreibt in sehr verständlicher Sprache, und das ist sehr vorteilhaft, denn so erreicht er mehr Leser, aller Schichten, und nicht nur Literatur-Intellektuelle. Diese Botschaft an die Menschheit, erreicht zumindest alle die lesen können. Der Erzählstil ist typisch amerikanisch, soweit ich das beurteilen kann. Erinnerte mich an Harper Lee, vielleicht auch wegen der Thematik. Ich empfinde es genau richtig geschrieben, auf das Wesentliche konzentriert.

Den Pulitzerpreis für »Fiction« finde ich hochverdient, und finde, es sollte unbedingt für den Literaturnobelpreis in Betracht gezogen werden. Ein sehr guter Kandidat!

Es gab wieder, im Social Media, Stimmen die schrieben, es sei wieder ein Buch das »gehyped« wird.
Ich sage dazu, ja bitte hyped es ohne Ende, denn wir brauchen solche Bücher um über uns, als Menschen, nachzudenken.

Insgesamt finde ich dieses Buch, wie zu erahnen, großartig, auch wenn es komisch ist dieses Wort im Zusammenhang mit dem Leid, das im Buch beschrieben ist, zu verwenden. Doch ist die Geschichte ein Geschenk an jeden mitfühlenenden Menschen und Anstoß die Welt etwas besser zu machen. Beginnen kann jeder in seiner, kleiner, eigenen Umgebung. Auch wenn es abgedroschen klingt.

Wir sollten, wie die Fluchthelfer im Buch, ohne Erwartungen, etwas zurückzubekommen, unseren Mitmenschen helfen, Hoffnung in schweren Situationen zu haben und vielleicht wieder ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

Das ist, was ich mitnehme aus der Geschichte und gebe solch einem wertvollen Werk:
Natürlich:

5 Sterne

Kauft euch dieses Buch, es ist eine Bereicherung für euer Herz und wertvolle Erfahrung für unseren Geist.

Liebe Grüße

Euer Weltenwandler

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Tags: colson whitehead, fluchtnetzwerk, hanser literaturverlage, hanser verlag, historischer roman, sklaverei, südstaatenliteratur, underground railroad   (8)
 

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liebesroman, mirko bonné, roman, schöffling & co. verlag, dtsch.bpreis-longlist

Lichter als der Tag

Mirko Bonné
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 18.07.2017
ISBN 9783895614088
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: lichter als der tag, liebesroman, mirko bonné, schöffling & co. verlag   (4)
 

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white tears, liebeskindverlag, hari kunzru

White Tears

Hari Kunzru , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband
Erschienen bei Liebeskind, 26.06.2017
ISBN 9783954380787
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: hari kunzru, liebeskindverlag, white tears   (3)
 

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krimi, strukturalismus, französische literatur, semiotik, rote brigaden

Die siebte Sprachfunktion

Laurent Binet , Kristian Wachinger
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 16.12.2016
ISBN 9783498006761
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: die siebte sprachfunktion, krimi, laurent binet, rowohlt   (4)
 

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historischer krimi, edinburgh, schottland, historischer roman, englische autoren

Die Schatten von Edinburgh

Oscar Muriel , Peter Beyer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu » die Schatten von Edinburgh«
von Oscar de Muriel

Genre: Historischer Krimi
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 20.02.2017


Beschreibung:

Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche des Hausherren ...
Quelle: Goldmann Verlag

Auf meiner Rückreise von Schottland, als wir in Edinburgh halt machten, hatten wir endlich wieder Zugang zum Internet. Natürlich informierte ich mich den den sozialen Medien, was so in der Buchszene passiert. Und wie es der »Teufel« ;) so wollte, erschien mir auf Facebook ein Beitrag, von https://www.zwischen-den-zeilen.com, zu diesem Buch. Schon von der Beschreibung war ich sofort angefixt. Keine 2 Tage habe ich gebraucht um es zu lesen, habe jeden Moment an Freizeit genutzt, denn ich klebte, wegen der Spannung in der Handlung, an der Geschichte.

Das ein geborener Mexikaner, einen so grandiosen, klassischen und typisch englischen Krimi schreibt (die Handlung spielt um 1888), hätte ich nie erwartet.

Es macht Spaß, die »Feindschaft« die Engländer und Schotten, die der Londoner Inspector Frey und der schottische Ermittler McGray zelebrieren. Das erinnerte mich als Kölner natürlich sofort an unsere » Freundschaft« mit der »verbotenen Stadt« deren Name ich nicht ausspreche (-schreibe) ;).
Also auf deutsch gesagt, die Handlung enthält auch einen guten Teil an Humor.

Da es der zweite schottische Krimi/ Thriller ist, den ich aufgrund meiner Schottland-Reise lese, stelle ich fest, das die Schottland einen starken Hang zur Tradition haben, das zeigt sich in der Art und Weise, wie sie ihre Opfer Töten, ich denke hier an die Hinrichtungsmethoden die auch dem schottischen Nationalheld William Wallace zuteil wurde am 23. August im Jahr 1305. Oder auch Gift ist immer noch beliebt 1888. Also, selbst wenn man Unschuldige tötet, Tradition bleibt Tradition! ;)
Für mich persönlich war es natürlich auch erfreulich, das einige Orte, die ich kürzlich erst besuchte, in dem Buch eine Rolle spielen, besonders der Pub »Ensign Ewart« auf der Royal Mile in Edinburgh, der schon seit dem Jahr 1680 seine Gäste bewirtet. Haggis habe ich übrigens auch sein gelassen ;).

Die Geschichte schreibt Oscar de Muriel wie gesagt im sehr klassisch englischen Stil. Und er kann das, ein absolut gelungenes Werk. Er bezieht die damals typische englische Gesellschaft sehr gut mit ein, ohne es zu übertreiben. Jack de Ripper mordet zu gleicher Zeit, spielt hier aber nur eine Nebenrolle. Als Frey dann in Edinburgh ankommt und mit McGray die Ermittlungen aufnimmt, wird es zum Teil auch mystisch und düster, Gänsehaut und unter die Decke kriechen sind hier auch garantiert.

Oscar de Muriel übertreibt es aber nie, auch wenn es zunächst an einigen Stellen so wirken wird. Toll ist auch zu welchen Mitteln die beiden Ermittler manchmal greifen, um voranzukommen, damit sie die Steine umgehen können, die Ihnen in den Weg gelegt werden.

Der Autor bleibt, obwohl auch von beiden Ermittlern die familiären Umstände eine Rolle spielen, immer sehr nah an der Haupthandlung. Sein Schreibstil ist sehr gut verständlich und sorgt für Tempo. Die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum Finale.

Die einzelnen Protagonisten werden ausreichend dargestellt so das ich kein Defizit, in dem Bereich, feststellen konnte.

Der Verlauf der Morde, die Zusammenhänge und die Auflösung des Ganzen sind absolut logisch und nachvollziehbar aber nicht vorhersehbar. Nur in der Höhlen-Szene war mir klar, für wen der vierte Haken gedacht war. Nur ist zu dem Zeitpunkt der Mörder schon enttarnt und müsste nur noch dingfest gemacht werden. Ob es gelingen wird, ist natürlich noch eine andere Frage.

Ein sehr kreativer historischer Krimi, der keine Langeweile aufkommen lässt.
Dieser Krimi ist perfekt für den Urlaub, und sollte in keinem Krimi-Regal fehlen.

Perfekt bedeutet bei mir 5+ Sterne

Danke noch einmal Maurice Feiel vom Blog https://www.zwischen-den-zeilen.com
Ohne dessen Beitrag ich so schnell wohl nicht auf das Buch aufmerksam geworden wäre.

Ich danke dem Goldmann Verlag für das Rezensions-Exemplar

LG Euer Weltenwandler

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Tags: edinburgh, krimi, oscar de muriel   (3)
 

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

krimi, tabor süden, münchen, friedrich ani, knaur

Die Erfindung des Abschieds

Friedrich Ani
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 13.07.2011
ISBN 9783426511749
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu »Erfindung des Abschieds«
von Friedrich Ani
( Tabor Süden Roman Reihe Teil 1)


Genre: Krimi/ Thriller
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: 13.07.2011

Beschreibung:

Nach dem Tod seines geliebten Großvaters ist der neunjährige Raphael Vogel spurlos verschwunden. Die zerstrittenen Eltern – und bald auch die Öffentlichkeit und Medien – sind in höchstem Alarmzustand.
Quelle: Verlag Droemer Knaur

Auch ein Buch, das ich mir schon länger vorgenommen habe, nachdem ich »Der namenlose Tag« von Friedrich Ani, schon vor einiger Zeit, gelesen hatte.
Mich interessierte diese Reihe, da ich wissen wollte, ob der Autor auch hier so toll mit Sprache umgeht, und wurde nicht enttäuscht. Also war mein Schottland Urlaub die richtige Gelegenheit, und ich habe dieses Buch an einem Tag in den Highlands, in Kenmore am Loch Tay, durchgelesen.

Zu Beginn ist man natürlich gespannt auf den Fall und aber auch auf den Haupt-Protagonisten. Nur da kam erst mal nichts Eindeutiges von Tabor Süden (dachte ich), und ich fragte mich, ob ich das richtige Buch gekauft hatte ;).

Aber Ani ist ein Fuchs, er lies erst mal den Leser im Dunklem, und erzeugte damit schon Spannung. Der Fall des verschwundenen Raphael wird sehr tragisch und dramatisch dargestellt und Mitgefühl stellt sich beim Leser ein, da Ani mit seiner Art zu Schreiben dieses sehr stark erzeugt.

Man fühlt sich zunächst in einer sehr realen Welt, denn Friedrich Ani betreibt keine Effekt-Hascherei, man hat fast das Gefühl die Geschichte beruht auf wahren Tatsachen.
Doch dann kommt Tabor Süden in das Spiel , und es wird auch spirituell. Denn dieser wird nicht umsonst von der Presse »Seher« genannt, da seine Methoden nicht immer der klassischen Polizei-Arbeit gleichen. Das seine Mitmenschen, oft, damit nicht zurechtkommen, wundert mich nicht, denn gerade die deutsche Gesellschaft ist nicht sehr offen, was es angeht, andere Wege zu gehen, als die der üblichen Vorgaben und Regeln. Aber hier muss man auch keine Bedenken haben, denn es wird mit der Spiritualität nicht übertrieben, es hat mehr was von Philosophie des Lebens zu tun, Erfahrungen und Weiterentwicklung unseres Geistes. Was Ängste in uns auslösen und der Vorstellung und Erwartungen vom Glück. Und da sind wir Menschen halt alle verschieden, so wir Friedrich Ani es hier so überzeugend darstellt.

Die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und erfreut mit der Wort- und Satzwahl. Nie war es mir langweilig, obwohl es nicht so vor Spannung im Sinne von Thrill protzt. Die Spannung erzeugt der Autor durch die Entwicklung der einzelnen Protagonisten und deren Reaktionen auf Ereignisse. Und an einigen Stellen kann man sich selbst auch gut mal fragen, was hätte ich an seiner/ihrer Stelle getan oder gedacht. Tabor Süden funktioniert nicht nur als Ermittler sehr gut, sondern auch als Lehrer für das Leben.

Fazit: Friedrich Ani ist einzigartig unter den deutschsprachigen Autoren. Er regt zum Nachdenken an, und verwöhnt mit seinem feinen Schreib- und Erzählstil. Er verwendet seine Krimis nicht nur für Spannung, sondern gibt uns viel mehr. Anstöße uns selbst zu reflektieren.

Bei mir ist es angekommen, und es wird nicht mein letzter Tabor Süden sein.

Gerne 5 Sterne für diesen weiteren Genuss

LG Euer Weltenwandler

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Tags: friedrich ani, krimi, tabor süden   (3)
 

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154 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 99 Rezensionen

krimi, max broll, totengräber, bernhard aichner, österreich

Interview mit einem Mörder

Bernhard Aichner
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 13.09.2016
ISBN 9783709971338
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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thriller, james oswald, schottland, edinburgh, krimi

Das Mädchenopfer

James Oswald ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.07.2014
ISBN 9783442480302
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu " Das Mädchenopfer " von James Oswald ( Inspector McLean-Reihe 1 ) Genre: Thriller Verlag: Goldmann Erscheinungsdatum: 21.07.2014 Beschreibung: In Edinburgh werden im Kellerraum eines alten Hauses die entsetzlich zugerichteten Gebeine eines jungen Mädchens entdeckt. Ringsum befinden sich sechs Wandnischen – darin sechs Schmuckstücke und die konservierten Organe des Opfers. Die Polizei misst dem Fall keine besondere Bedeutung bei, geschah der Mord doch vor mehr als 60 Jahren. Nur Detective Inspector Anthony McLean lässt das schreckliche Schicksal des Mädchens keine Ruhe. Bald stößt er auf eine Verbindung zu einer blutigen Mordserie, die seit Kurzem die Stadt erschüttert, und kommt auf die Spur einer unvorstellbar bösen Wahrheit ... Quelle: Goldmann Verlag Vor meiner Schottland-Reise suchte ich natürlich auch Bücher von schottischen Autoren. Auf dieser Suche begegnete mir James Oswald mit dieser Reihe. Ich bin begeistert von diesem ersten Buch der Reihe. Der Autor lässt sogar die zuerst getrennten Fälle sehr fliessend und glaubhaft zusammenfliessen, mit einer leicht verständlichen Sprache. Die Schilderung der Polizeiarbeit wirkt sehr realistisch, und nicht überzogen. Die einzelnen Protagonisten haben alle ihre einzigartigen, interessanten Charakterzüge die sich weiterentwickeln im Buch, und auch für den nötigen Leseschwung sorgen. Auch die zeitlich gut gesetzten wichtigen Ereignisse, lassen nie Langeweile aufkommen. Sprich, der Spannungsbogen hängt an keiner Stelle durch, also ein Buch welches man locker an einen freien Tag durchlesen kann. Ich empfehle dazu einen "Glengoyne Single-Malt" :) Dieser Thriller, auch für reine Krimi-Freumde zu empfehlen, hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe. Mich wundert es, das ich bisher noch nie etwas von diesem Autor gelesen habe. 5 Sterne für diesen Auftakt der Reihe

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Tags: edinburgh, james oswald, krimi, schottland, thriller   (5)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

maurizio de giovanni, krimi, inspektor lojacono

Die Gauner von Pizzofalcone

Maurizio de Giovanni , Susanne Van Volxem
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.08.2016
ISBN 9783499268397
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu "Die Gauner von Pizza Falcone" von Maurizio de Giovanni Lojacono ermittelt in Neapel 2. Band der Reihe

Genre: Krimi
Verlag: Kindler
Erscheinungstermin: 28.08.2015

Beschreibung:
Sie sind Polizisten. Sie wurden ausgewählt, weil man sicher war, sie würden scheitern ... Maurizio de Giovanni, Shootingstar der italienischen Krimiszene, legt den zweiten Band der neapolitanischen Serie um Inspektor Lojacono vor. Im besten Viertel Neapels wird eine Notarsgattin tot aufgefunden. Die Dame sammelte leidenschaftlich Schneekugeln, und ausgerechnet eins ihrer Sammlerstücke musste als Tatwaffe herhalten. Nichts deutet auf ein gewaltsames Eindringen ins Haus. War der Mörder ein Bekannter der Frau? Inspektor Lojacono wurde gerade mit ein paar anderen Polizisten in ein neues Kommissariat, Pizzofalcone, versetzt: Sie müssen den Großteil der alten Besetzung ablösen, die in ein skandalöses Drogendelikt verwickelt war. Mit diesem schlechten Ruf schlagen sich die neuen Beamten nun herum, weshalb sie spaßeshalber nur «die Gauner von Pizzofalcone» genannt werden. Doch während der Regen durch Neapels Straßen peitscht, will bei Inspektor Lojacono so gar keine heitere Stimmung aufkommen …

Wieder einmal ein toller Krimi aus der Hand von Maurizio de Giovanni. Lojacono ermittelt jetzt zusammen mit völlig unterschiedlichen Charakteren, die an einem Strang ziehen. Das Bild vom Einzelgänger wird gelöscht und macht die Handlung noch vielseitiger. Gut so!

Auch lässt Giovanni das Kommissariat realer wirken. Er erzählt auch parallel zum Hauptgeschehen über weitere Einsätze von Teilen des Teams und nimmt diese als Gelegenheit, uns Lesern, die Ermittler selbst weiter vorzustellen. Sicher werden diese auch noch ausserhalb der Arbeit erklärt, aber kurz und knackig.
Einer dieser Fälle könnte schon die Einführung zu einem weiteren Buch sein, ob dies so ist, werden wir ja noch erleben, denn er endet hier mit einem raffinierten "Cliffhänger".

Der Autor schreibt hier sehr kompakt und ein Ereignis folgt dem nächsten, das lässt die Geschwindigkeit, beim Lesen, steigen. Sehr schnell meint man die Lösung auf dem silbernen Tablet serviert bekommen zu haben und wird dann dann sehr überrascht.

Maurizio de Giovanni schreibt sehr verständlich, und verknotet die Handlung nicht in komplizierte Stränge, man verliert den Faden nicht, wem das bei ihm passiert, sollte mehr schlafen oder weniger Wein beim Lesen trinken ;) .

" Die Gauner von Pizza Falcone" ist als zweiter Teil der Reihe sehr gut gelungen, da sich sehr viele Dinge um Inspektor Lojacono verändern, und nicht nur einfach ein weiterer Fall, an feste Begebenheiten des ersten Buches, angehängt werden.
Ich habe diesen Krimi wieder sehr genossen,

Maurizio de Giovanni macht dem Genre Krimi alle Ehre. Man fühlt seine Leidenschaft und Kreativität.

Ich kann dieses Buch ( Reihe ) sehr empfehlen. Umd mich wundert es nicht, das Maurizio de Giovanni als Superstar der italienischen Krimiszene gehandelt wird.

Absolute Kaufempfehlung

Ich gebe hier 5 Sterne

LG Euer Weltenwandler

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Tags: inspektor lojacono, krimi, maurizio de giovanni   (3)
 

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30 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

jamaika, man booker prize, buch, bob marley, roman

Eine kurze Geschichte von sieben Morden

Marlon James , Guntrud Argo , Robert Brack , Michael Kellner
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453270879
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: buch, marlon james, roman   (3)
 

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neapel, freundschaft, italien, armut, bildung

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch habe ich für meine Freundin gelesen, die sich dafür interessiert. Die Familie meiner Freundin stammt aus Neapel, und das macht dann sehr neugierig. Insbesondere da es auch sehr gut rezensiert wurde.

Die Geschichte hat mich gut unterhalten, denn Elena Ferrante schafft mit Ihren Worten fast ein visuelles Bild von dem Milieu, dem Stadtteil, in dem die beiden Hauptprotagonisten aufwachsen und Ihre Freundschaft entsteht. Es ist das Italien, wie ich es mir auch vorstelle, mit Wäscheleinen die über Straßen hängen, Mamas die in den Fenstern das Treiben der Nachbarn beobachten.

Jetzt denken bestimmt einige Männer, dies sei ein reines Frauenbuch, ist es aber definitiv nicht, das Geschlecht der Hauptprotagonisten spielt für das Lesevergnügen keine Rolle, außer natürlich bei wenigen Details. Man hätte diese Geschichte auch mit männlichen Freunden schreiben können, und sie wäre sicher nicht schlechter geworden.

Der Erzählstil lies mich entspannt in eine andere Welt tauchen, die ich gerne gespannt beobachtete. Das Buch ist in einer sehr einfachen Sprache verfasst und lies mich in keinen Moment das Gefühl haben, es würde langatmig werden.

Nur habe ich mich jetzt gefragt, ob ich die Fortsetzungen lesen werde, von diesem ersten Teil, der wohl 4 teiligen Saga, und denke nicht. Das liegt nicht an der Qualität des Buches, sondern viel mehr daran, dass mir die Entwicklung bis zur Hochzeit Lila’s genügt. Außerdem bin ich kein wirklicher Leser von Buchreihen, dazu müsste mich wirklich eine Sucht packen, die hier aber nicht zustande gekommen ist.

Insgesamt hat das Buch mir gefallen, weshalb ich auch gerne 4 Sterne gebe.


Euer Weltenwandler

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

serie, österreich, krimi, max broll, bernhard aichner

Leichenspiele

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2016
ISBN 9783442713684
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rezension zu

»Leichenspiele«

Von Bernhard Aichner



Erschienen: 13.06.2016

Verlag: btb


Beschreibung: Die Dorfidylle trügt: Totengräber Max Broll und sein bester Freund, der ehemalige Fußballstar Johann Baroni erhalten ein unmoralisches Angebot. Man bietet den beiden viel Geld – wenn sie dafür eine Leiche vom Friedhof verschwinden lassen. Da Baroni vor dem finanziellen Ruin steht, lassen sie sich darauf ein. Die beiden geraten auf immer dunklere Abwege, als wenig später zwei weitere Leichen vor Baronis Tür liegen. Nicht nur die beiden Freunde, sondern auch die Polizei fragen sich, woher die unbekannten Toten kommen und warum ihnen mehrere Organe fehlen.


Max Broll und sein Kumpel Baroni bringen wieder einmal das Dorf zum Leben, mit ihren Sauforgien und schrägen Ideen. Besonders die Handlungen, die aus diesen Exessen entstehen, führen zu katastrophalen Situationen. Schräger und durchgeknallter als die beiden kann man kaum seinn, wenn man erpresst wird. Da wird Gunther von Hagen und dessen Ausstellungen, zum Vorbild für die beiden, nur das sie ihre »Kunst« im Supermarkt zelebrieren und nicht im Museum. Da stellt sich eine Kuh ihnen in den Weg, und zeigt den beiden, wie beschissen sie die Idee findet, sich von den beiden wegschieben zu lassen. Und modisch haben die beiden auch ihre ganz eigenen Ansichten.


Dabei kommt die Spannung nie zu kurz, gerade weil man sich beim Lesen fragt, in welchen Mist sich die beiden wieder bringen und wie sie mit ihrer einzigartigen Art und Weise, den Fall lösen.


Ihr dürft euch auf einen hoch amüsanten Krimi freuen, den Bernhard Aichner da wieder fabriziert hat. Vielleicht sollte man Bernhard manchmal auch die Schnapsrationen kürzen, denn so ein Krimi schreibt man doch nur im Vollrausch, daher wohl auch seine Handschrift. 


Zum Schreibstil muss ich nicht viel schreiben, der ist typisch Bernhard Aichner, und oft beschrieben in meinen anderen Rezensionen zu Bernhard Aichner’s Büchern.


Bernhard Aichner schafft es immer wieder, mich zu unterhalten, und ich freue mich schon auf das nächste Buch der Broll-Reihe, welches hier in meinem neuen Lesezimmer, bereit liegt.


Ich weiss es klingt langweilig aber es ist nun mal so:


5 verdiente Sterne 


Liebe Grüße


Euer Weltenwandler


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Tags: bernhard aichner, krimi, maxbroll, verlag btb   (4)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

daniel woodrell, usa

Tomatenrot

Daniel Woodrell , Peter Torberg
Fester Einband
Erschienen bei Liebeskind, 25.01.2016
ISBN 9783954380602
Genre: Romane

Rezension:

Rezension zu


»Tomatenrot«
von Daniel Woodrell


Erscheinungsdatum: 25.01.2016
Verlag: liebeskind

Beschreibung:

Sammy Barlach ist ein Verlierer, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Eigentlich will er nur irgendwo dazugehören – und stolpert so zielsicher ins Verderben. Bei einem Einbruch in eine Villa trifft er auf zwei andere, ebenso planlose Wohlstandsplünderer: die neunzehnjährige Jamalee mit ihren kurzen, tomatenroten Haaren und ihren bildschönen jüngeren Bruder Jason. Endlich hat Sammy, was er immer gesucht hat: Familienanschluss – und ein bisschen mehr. Mit der Mutter der beiden, Bev, die sich ihren Unterhalt als Escortdame und gelegentlich als Polizeispitzel verdient, beginnt er eine Affäre, aber auch von Jamalee kann er die Augen nicht lassen. Doch die hat andere Pläne und will hoch hinaus, zumindest raus aus dem Sumpf von Venus Holler. Aus der Tatsache, dass die Hälfte aller Frauen der Stadt hinter Jason her ist, will sie Profit schlagen. Doch dann wird eines Morgens Jasons Leiche gefunden, und erst jetzt offenbart sich, wie tief dieser Sumpf wirklich ist.
Quelle: liebeskind Verlag

Wer jetzt einen klassischen Krimi erwartet hat, mit klaren Ermittler, Opfer und Täter, wird eine Überraschung erleben. Daniel Woodrell macht diesen Krimi zu einem Spiegel der heutigen Gesellschaftsschichten. In der Geschichte sah ich alles das, was ich sonst auch im wahren Leben wahrnehme, wie es um uns steht. Er schreibt, wie es ist, dass man schnell abrutschen kann, schwer aufsteigen, aber wir alle immer unsere Träume und Hoffnungen nie verlieren, ob wir es zugeben oder nicht. Der Autor übertreibt an keiner Stelle, alles wirkt realistisch und könnte so jeden Tag passieren.

Woodrell’s Umgang mit der Sprache und seine Erzählweise haben mich sehr beeindruckt und ich habe es sehr genossen. Er ist sehr kreativ in der Wort-und Satzfindung für Szenen. Hier schreibt er Vergleiche, um Ereignisse zu beschreiben, die an Originalität seines Gleichen suchen, die mir so bei anderen Autoren sonst nie aufgefallen sind (Was nicht bedeutet, dass es diese nicht gab!). Da rast ein Zug mit einer solchen Geschwindigkeit, wie ein Erdrutsch auf dem Weg zum Rendezvous mit der Flut, klasse!

Auch sonst war das Buch sehr gut zu lesen, da Daniel Woodrell auf komplizierte Satzstellung oder Fremdwörter verzichtet, er fesselt uns Leser mit seinem Stil.

Doch eines hat mir nicht gefallen, und das ist die Geschichte selbst, da muss ich dem Autor leider Punkte abziehen, denn diese wirkte auf mich nicht wirklich sehr spannend, was ich auch bei einem Roman erwarte, gerade von einem Meister des »Crime-Noir«.

Also wenn ihr in toller Sprache erzählte Geschichten mögt, dann kauft es euch, erwartet ihr aber Spannung hoch drei, dann lasst die Finger davon.

Ich gebe hier gerne 4 Sterne

Euer Weltenwandler

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139 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

frankreich, bibliothek, literatur, david foenkinos, roman

Das geheime Leben des Monsieur Pick

David Foenkinos , Christian Kolb
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 13.03.2017
ISBN 9783421047601
Genre: Romane

Rezension:

Autor: David Foenkinos
Verlag: DVA
Erscheinungsdatum: 13.03.2017

Klappentext auf der Coverrückseite:

Ein windumtostest Dorf in der Bretagne, in dem alles so ist, wie es schon immer war. Bis eines Tages eine junge Frau in der Gemeindebücherei ein Manuskript entdeckt, das selbst im fernen Paris für Aufregung sorgt und das Leben vieler Menschen verändert. Ein alter Bibliothekar und seine große Liebe, eine Dessousladenbesitzerin, die vom Glück überrascht wird, und ein misstrauischer Kritiker - all ihre Geschichten verweben sich durch den rätselhaften Roman eines Monsieur Pick...

Das Buch begann stark mit sehr gutem Humor, ich war begeistert, es schien meine Erwartungen, zu übertreffen. Leider ging es dann Berg ab, denn nach dem Fund des Manuskriptes, verliert sich die Handlung fast nur noch in Beziehungsdramen, die aus der Entdeckung resultieren. Da hätte David Foenkinos kreativer sein können. Doch als ich mich über den Autor informierte, den ich zuvor nie gelesen hatte, wurde mir einiges klar. Liebesromane etc, scheinen halt sein Ding zu sein. Nur weckte der Klappentext auf dem Buch ganz andere Vorstellungen in mir.

Dazu kommt, das diese Beziehungsgeschichten dann auch noch sehr eintönig und klischeehaft wirken. Als hätte der Autor sich von Blättchen wie »Die Bunte« oder »Gala« etc inspirieren lassen. In dem einen Drama geht es um Geld, im nächsten um die Wiederentdeckung der Jugend in sich und Abenteuer oder als drittes im Bunde, um Probleme wegen der Karriereziele eines Paares. Dafür hätte es die Entdeckung des Buches des Monsieur Pick, nicht unbedingt gebraucht.

Störend empfand ich auch, die billige, Beschreibungen der Szenen, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt, ich empfand das nicht als erotisch, sondern nur ekelig, und ich bin sicher kein Mensch, der ein Problem mit dem Thema hat. Nur die Worte, die verwendet werden, sind hier nicht gut gewählt. Die Szenen waren schlicht überflüssig.

Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und David Foenkinos kann sehr lustig sein, leider war es in diesem Buch nur eine richtig gute Passage. Dieser Stil war dann letztendlich der Grund, warum ich das Buch überhaupt beendet habe, denn nach dem Anfang, wurde es mir zu langweilig. Der Spannungsbogen war so dünn wie ein Spinnenfaden.

Am Schluss geht der Autor dann doch noch mal näher auf die Ereignisse ein, die direkt mit dem ominösen Buch zu tun haben, aber das hat es leider nicht mehr gerettet.
Fazit: Dieses Buch hat mich enttäuscht, was nicht bedeutet, dass es für bestimmte Leser kein Genuss sein könnte. Es ist eben eine sehr leichte Lektüre, wenn man nicht viel denken will. Vielleicht ist es auch mehr ein Frauenbuch und ich als Mann kann damit einfach nichts anfangen.

Eine klare Kaufempfehlung kann ich guten Gewissens nicht aussprechen.
Für das Cover und für den Humor den Foenkinos zustande bringt gibt es:

2 Sterne

Aber das war es dann auch schon.
Sehr schade.

Liebe Grüße


Euer Weltenwandler

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369 Bibliotheken, 36 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, roman, hanya yanagihara

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

Rezension:



Autor: Hanya Yanagihara
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum:10.03.2017


Dieses Buch, wurde mir von einer Mitarbeiterin meiner Buchhandlung empfohlen und fand sofort mein Interesse.

Nur das mir eine solch intensive Leseerfahrung bevorstand, hatte ich wirklich nicht erwartet.

Hanya Yanagihara hat sehr ausführlich und detailreich Einblick in das Leben und die Sicht der 4 Freunde gegeben. Das führte dazu das ich mich umso intensiver in die Protagonisten hineinversetzen konnte.Dies führte dazu, besonders bei Jude der Hauptperson, meine Gefühle extrem strapaziert wurden. Es waren Grenzen des erträglichen erreicht, und nicht nur an einer Stelle kamen mir die Tränen und ich musste das Buch erst mal zur Seite legen. Ich denke wegen der zwischenzeitlichen Höhen, wirkten die Tiefen noch stärker. Wegen der Thematik Jude betreffend und dem Verlauf seiner Geschichte im Buch, bin ich fast geneigt zu sagen, das dies Buch eine Altersbeschränkung braucht. Man sollte geistig gefestigt sein für diese Leseerfahrung, sonst kann die Geschichte einen emotional fertig machen. Als ich fertig mit dem Buch war, dauerte es Tage bis ich es einigermaßen verarbeitet hatte.

Dies alles bedeutet, dieses Buch ist einer meiner besten Leseerfahrungen, die je gemacht habe.

Hanya Yanagihara ist eine sehr gute Autorin, die sich Zeit für diese Geschichte genommen hat als wäre sie dem Leser schuldig, gerade bei diesem sensiblen Thema des Buches,ihn das Ausmaß von Judes Erfahrungen spürbar zu machen.

Wer dieses Buch als langatmig empfindet, versteht meiner Meinung den Sinn nicht, der hinter einen gut ausgearbeiteten Geschichte nicht, oder ist vielleicht nur Mainstream Bücher gewöhnt.

Den Schreib- und Erzählstil von Hanya Yanagihara finde ich persönlich grossartig, und ich finde es schade, das sie jetzt erst mal wieder auf ihre journalistische Arbeit konzentriert. Ein weiteres Buch von ihr würde ich blind kaufen. Die leichte Sprache, die ohne viel Fremdwörtern auskommt, und nicht versucht hochintellektuell zu beeindrucken, schafft es trotzdem zu fesseln und den Leser sehr intensiv zu berühren.

Ich gebe den Buch 5 Sterne, und eine klare Kaufempfehlung

Liebe Grüße

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

italien, atemberaubend, maurizio de giovanni, krimi, das krokodil

Das Krokodil

Maurizio de Giovanni , Susanne van Volxem , ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.04.2015
ISBN 9783499247354
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn ihr jetzt denkt, es würde nur einen Mord geben in dem Buch, dann täuscht ihr euch. Der Killer macht weiter und Lojacono gerät unter Zeitdruck, um dem Killer die Möglichkeit zur nächsten Tat zu nehmen.

Dieser Krimi zeichnet sich durch absolute Konzentration auf das Wesentliche aus. Der Leser wird nah an den Fall gebracht und auch an die Sicht von Ermittlern, Opfer und Täter. Das Private Leben der Ermittler wird hier zwar auch angeschnitten, überlagert aber nicht das Hauptgeschehen. Das ist mir persönlich halt immer wichtig.

Maurizio de Giovanni schreibt sehr klar und einfach. Mir gefällt sehr gut, dass er seinen Protagonisten keine »Superkräfte« gibt und auch ohne »special Effects« auskommt, im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, die das selten gut hinbekommen.

Neapel’s Atmosphäre und die dort lebenden Menschen werden so beschrieben, das der Leser es sich sehr gut vorstellen kann, man kann es sogar fühlen. Die Zeichnung der Protagonisten ist ausführlich genug, um der Handlung zu genügen, aber auch nicht zu lang, der Krimi läuft nicht Gefahr langatmig zu werden.

Der Verlauf des Falles ist absolut nachvollziehbar und wirkt nicht krampfartig konstruiert. Sehr interessant ist auch, wie die Worte des Täters dargestellt werden, wenn er mit seinem »Liebes« kommuniziert (hier will ich aber nicht zuviel verraten).
Die Motive aller Protagonisten sind absolut menschlich, man kann es verstehen, auch wenn die daraus folgenden Taten natürlich nicht immer richtig sind.

Auch wenn der Autor ohne viel Blut auskommt, ist es im Gesamten doch grausam und schockierend, was der Killer da in Neapel anstellt, Maurizio de Giovanni weiss wie er Leser an den Gefühlen packt und schockiert zurücklässt nach diesem, auch düsteren mit Melancholie behafteten, Krimi.

Diesen Krimi empfehle ich natürlich als erstes allen Krimi-Fans, da er ein Paradestück für dieses Genre darstellt, meiner Meinung nach. Mich hat er so überzeugt, das ich diese Woche noch in der Buchhandlung meines Vertrauens, den zweiten Fall dieser noch recht jungen Reihe kaufen werde.

Die Bewertung dieses Krimi’s fällt mir nicht schwer, nach so viel Lesespaß:

5 satte Sterne

Wünsche euch das ihr dieses Buch auch lesen werdet.

Liebe Grüße


Euer Weltenwandler

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Tags: das krokodil, krimi, maurizio de giovanni   (3)
 

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

betrug, marokk, geld, bank, rowohlt

Mogador

Martin Mosebach
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 19.08.2016
ISBN 9783498042905
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: martin mosebach, mogador, roman, rowohlt   (4)
 

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139 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

thriller, hamburg, mord, bernhard aichner, totenrausch

Totenrausch

Bernhard Aichner
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442756377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: Totenrausch
Autor: Bernhard Aichner
Erscheinungsdatum: Januar 2017

Lange musste ich warten bis ich den 3. Teil der Blum-Trilogie endlich in den Händen halten durfte. Und als ich das Buch dann endlich erhielt, war es auch zu schnell ausgelesen.

In diesem letzten Teil der Trilogie ist Blum mit ihren Kindern auf der Flucht wegen der der von ihr begangenen Morde. Sie möchte vor allem für ihren Kindern ein sicheres Zuhause finden. Ihr erstes Ziel die norwegischen Lofoten entpuppen sich schnell als keine gute Wahl, weshalb sich Blum dazu entschließt mit den Kindern nach Hamburg zu reisen, um dort ihr Glück zu finden.

Aufgrund ihrer beschränkten Geldmittel kein leichtes Unterfangen. In Hamburg kommt sie dann in Kontakt mit dem Rotlichtmilieu, durch welches sie hofft, neue gefälschte Papiere zu erhalten. Dabei gerät sie an den Zuhälter Schiele, dem sie aus Verzweiflung anbietet, für diesen jemanden zu töten wenn dieser Papiere für Blum und die Kinder organisiert. Damit gerät sie in die in einen Strudel von Konflikten mit sich selbst und den Zuhälter Schiele.

Um aus dieser ganzen Situation wieder heraus zu kommen, muss Blum all ihre Kreativität aufbringen, denn mit Schiele ist nicht zu spaßen, er ist zu mächtig als einer der Großen auf dem Kiez. Ob das alles zu einem Happy End kommt, müsst ihr selber herausfinden.


Zu Bernhard Aichner’s Sprach- und Schreibstil muss ich nichts mehr schreiben, dass habe ich wiederholt in den Rezensionen der ersten beiden Bücher getan.
Er ist wie immer rasant, dramatisch und konsequent was das betrifft.

Es war wieder mal durchweg spannend und finde die Geschichte als Abschluss der
Trilogie sehr gelungen.Hier kommen alle Facetten von Blum, wie wir sie kennen, zum Vorschein, von gefühlvoll bis eiskalt. Und man erfährt, zu was eine liebende Mutter fähig sein kann, um ihre Kinder zu schützen. Ich konnte es sehr gut nachempfinden. Auch den Hass auf so Typen wie den Zuhälter Schiele oder seiner Untergebenen, konnte ich in mir fühlen. Es ist schon verrückt, was man bei einem Buch empfinden kann, wenn es gut geschrieben ist, da hat man Sympathie mit einer Mörderin, auch wenn ihre Motive in der Vergangenheit fast ehrbar waren, ist es doch schließlich ein Verbrechen. Das ist wohl der Helden-Effekt, den man in so manchen Filmen hat, wenn dieser »schlechte« Menschen killt.

Diese Trilogie im Gesamten kann ich sehr empfehlen, gerade wenn man auf das Gefühlsleben von Protagonisten und aber auch Thrill steht. Rundrum beste
Unterhaltung, ohne schwer zu wirken.

Totenrausch bekommt selbstverständlich 5 Sterne

Denn Ende gut, alles gut! :)


PS: Freue mich schon auf den nächsten Titel von Bernhard Aichner. Es wird sein erster Einzeltitel, ein Thriller wieder ;)

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

baseball, amerika, wirtschaftskrise, provinz, maurer

1933 war ein schlimmes Jahr

John Fante , Alex Capus , Alex Capus
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 14.11.2016
ISBN 9783351050313
Genre: Romane

Rezension:  
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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kunst, trauer, gemeinsamkeit, tod, uk

Beides sein

Ali Smith , Silvia Morawetz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.03.2016
ISBN 9783630874951
Genre: Romane

Rezension:

Autor: Ali Smith
Titel: Beides sein
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Luchterhand

Beschreibung:»Beides sein« ist ein Roman über die Gegensätze von Mann und Frau, von Leben und Tod, von Vergangenheit und Gegenwart und über die Sehnsucht, diese Gegensätze zu vereinen, da sie erst vereint ein Ganzes bilden.

»Beides sein«, das sind zwei Geschichten, die ein Ganzes bilden: Da ist die Geschichte von George, einem Mädchen von heute, das um seine ganz plötzlich verstorbene Mutter trauert. George hält ihre Erinnerungen fest, vor allem die Reise nach Italien, als sie mit ihrer Mutter und ihrem kleineren Bruder Henry den Palazzo Schifanoia in Ferrara besuchten, der mit Fresken ausgemalt ist.

Der Künstler der schönsten Fresken in diesem »Palast gegen die Langeweile« aus dem 15. Jahrhundert war Francescho del Cossa. Diese Erinnerungen, die Entdeckung des Sehens und Beobachtens und eine Freundschaft bringen George langsam wieder ins Leben zurück.

Und dann ist da das Leben von Francescho del Cossa, dem Renaissancekünstler, dessen Werdegang zum Hofmaler bei Borsa d’Este alles andere als einfach war und dessen ungewöhnliche Geschichte auf verblüffende, höchst vergnügliche Weise auf die des Mädchens George trifft …
Quelle: www.randomhouse.de

Diese Klappentext des Buches, beschreibt die Handlung so gut, dass ich dem wirklich nichts hinzuzufügen habe. Schließlich möchte ich nicht Spoilern.

Sprache und Erzählstil sind hier wirklich erfrischend neu. Ich habe so es noch in keinem Buch vorher erlebt, das ein Autor so mit Sprache spielt und so extrem Zeiten und Stile fast schon provozierend, dem Leser um die Ohren haut :). Anfangs war ich verwirrt und ehrlich gesagt ein wenig genervt, das gewisse Vorkommnisse oft wiederholt wurden, doch dann verstand ich erst, was Ali Smith da eigentlich tat. Sobald man es versteht, entsteht Spannung nicht nur durch die Handlung der Geschichte, sondern manifestiert sich auch in den verschiedenen Varianten der Verwendung Sprache und Stilmittel. „Wie weit geht sie? Was kommt da noch?“

Das Buch ist eigentlich in 2 Hälften geteilt. In der ersten Hälfte erfährt der Leser die Geschichte von George, einer 16 jährigen die noch in Trauer um ihre Mutter lebt. Im zweiten Teil geht es um Francesco del Cossa, einen Renaissancekünstler und dessen Lebensweg. Ali Smith schafft es tatsächlich ohne kitschig zu werden, eine feine Verbindung zwischen deren beider Leben zu schaffen.

Beide Geschichten für sich alleine sind schon eines Buches wert. Humor kommt hier nie zu kurz, verbunden mit lehrreichen und weisen Worten. Auch regt die Geschichte zur Selbstreflexion an, hier eine Passage die mir zum Beispiel sehr gefiel:

„Ist Wert dasselbe wie Geld? Ist das ein und dasselbe? Ist Geld das, was wir sind? Wie viel Geld wir machen, bestimmt das darüber, wer wir sind? Was bedeutet das Wort machen? Sind wir, was wir machen?“

Die beiden einzelnen Geschichten sind gut nachzuvollziehen und in sich logisch und realistisch dargestellt. Die Verbindung der beiden, vielleicht nicht so, aber wen kümmert es? Es ist schließlich ein Roman, und damit Fiktion, ich finde das toll!

Ich liebe dieses Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Trotz meiner starken Schmerzen nach einer Zahnoperation habe ich es in meinen freien Minuten verschlungen. Es ist ein einzigartiges Buch, und macht es zur Pflichtlektüre für alle neugierigen Leser. Man muss kein Kunstliebhaber sein um es zu verstehen, aber es kann Lust auf Kunst machen. Da es einen kleinen Einblick gibt, worauf es in der Kunst ankommt, ob als Schaffender oder Betrachter eines Gemäldes oder von Fresken.

Ich kann jedem empfehlen dieses Buch zu lesen, es ist ein Erlebnis.
Wer dieses Buch verpasst, verpasst ein Goldstück!

Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Sterne!

Ich danke dem Luchterhand Verlag für dieses Rezensionsexemplar sehr.

Liebe Grüße und viel Spaß mit diesem Buch,

Der Weltenwandler

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78 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

thriller, afrika, jean-christophe grangé, frankreich, mord

Purpurne Rache

Jean-Christophe Grangé , Ulrike Werner-Richter
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 11.11.2016
ISBN 9783431039641
Genre: Krimi und Thriller

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

orient, schreiben, syrien, paris, kompass

Kompass

Mathias Enard , Holger Fock , Sabine Müller
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 22.08.2016
ISBN 9783446253155
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

marseille, 1973, mord, daquin, reederei

Schwarzes Gold

Dominique Manotti , Iris Konopik
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 22.08.2016
ISBN 9783867542135
Genre: Krimi und Thriller

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