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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

indien, krimi, kalkutta, abir mukherjee, historischer krimi

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee , Jens Plassmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453421738
Genre: Krimi und Thriller

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(181)

440 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

pferde, liebe, familie, frankreich, jojo moyes

Im Schatten das Licht

Jojo Moyes , Silke Jellinghaus
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.01.2017
ISBN 9783499267352
Genre: Romane

Rezension:

Natasha und Mac leben in Scheidung und Sarah mit ihrem Großvater zusammen. Mac ist ein sexy Fotograf, Natasha eine angespannte, karrierebewusste Anwältin, Sarah ein eigenwilliger Teenager und der Großvater ein ehemaliges Mitglied der französischen Elite-Reitschule Cadre Noir, der nicht so viel Glück im Leben hatte. Sarah und ihr Großvater halten ein superduper Pferd in einem Londoner Hinterhofstall, der von schrulligen Gestalten frequentiert wird, die nicht alle nur Gutes im Schilde führen.


Als Sarahs Großvater im Krankenhaus landet, kreuzen sich Sarahs und Natashas Wege, und Sarah darf, weil Natasha eine rührselige Ader in sich entdeckt und Natasha und Mac wegen ihres Bezieungsstatus ein wenig flunkern, bei den beiden einziehen, weswegen Natasha und Mac nicht nur das Zusammenleben mit einem renitenten Teenager, sondern auch miteinander improvisieren müssen. Beide haben nämlich mittlerweile wieder andere Liebschaften, zu denen sie weder richtig stehen noch sich von ihnen trennen mögen.


Sarah erzählt Natasha und Mac nichts von ihrem Pferd und schwänzt immer wieder die Schule, um Zeit im Stall zu verbringen. Das gibt Stress mit dem Jugendamt und zu Hause. Zu allem Unglück gibt auch noch der wohlgesinnte und langjährige Stallbetreiber Cowboy John den Stall an einen dubiosen Malteser ab, der Sarah wegen der Boxenmiete auf den Leib rückt - im übertragenen wie im konkreten Sinne. Schließlich weiß Sarah sich nicht anders zu helfen, als mitsamt ihrem Pferd abzuhauen - filmreif mit einem ordentlichen Satz über ein fahrendes Auto und mit Ziel Frankreich, weil ihr Großvater behauptet hat, sie hätte das Zeug, Elevin im Cadre Noir zu werden.


 Unnötig zu erwähnen, dass sie es allen Widrigkeiten zum Trotz bis nach Frankreich schafft, sonst wäre das Buch ja schnell wieder vorbei. Natasha, Mac und Cowboy John verfolgen sie eine launige Autofahrt durch England und Frankreich lang, zwischenzeitlich stirbt der Großvater, Natasha und Mac fallen abgekämpft und betrunken übereinander her, und irgendwie trudeln alle dann mehr oder weniger ramponiert - Sarah und das Pferd blut- und matschverschmiert nach einem Sturz, Natasha mit verkrumpelter Bluse und verschmierter Maskara, die Menschen stecken halt unterschiedlich viel weg - beim Cadre Noir ein, um zuzuschauen, wie Sarah und ihr Hinterhof-Pony-goes-große-Reitschule einem großen Rittmeister was vorführen.


Obwohl nicht gänzlich talentfrei, darf sie nicht bleiben, bittet drum, ihr Pferd dalassen zu dürfen, damit es der böse Malteser nicht bekommt, lässt es dann doch nicht da - natürlich, sonst wär das Buch ja doof! -, reist mit Natasha und Mac zurück nach England, wo Sarah bei den beiden einziehen darf, die nun auch wieder richtig zusammenziehen - ach, welche Überraschung! - und neben Sarah nun auch noch ihr eigenes Kind großziehen - etwas, was vorher nie geklappt hat und was ein Teil des Ehestresses war, was in der abgekämpften, betrunkenen Nacht dann doch plötzlich geklappt hat. Eiei, wer hätte das gedacht!


Ein seichter, vorhersehbarer Roman mit gänzlich unklarer Zielgruppe: Die Pferdestory ist so dominant und rührselig wie eigentlich nur in den schlimmsten Mädchen-rettet-Pony-vor-Schlachthof-Romanen, die man mit zwölf zu lesen aufhört. Dazu kommt eine aufgebauschte, vorhersehbare Beziehungskiste mit Erwachsenenproblemen, die pferdebegeisterte Mädchen wohl kaum interessiert. Wie man’s dreht und wendet - was die einen lesen möchten, interessiert die anderen nicht und umgekehrt. Die Autorin hat sich wohl sehr intensiv mit der klassischen Dressurreiterei auseinandergesetzt; jedem Kapitel steht ein Zitat aus Xenophons Werk “Über die Reitkunst” voran. Das ist auch in Reiterkreisen nur was für Hartgesottene und gibt dem ganzen nochmal einen extra bemühten Anschein bzw. denjenigen, die damit nichts anfangen können, in jedem Kapitel von neuem ein vages Gefühl der Ratlosigkeit. Obwohl man der Autorin eine gewisse Pferdekenntnis nicht absprechen kann, sind ihr doch einige grobe Schnitzer unterlaufen, z.B. wird erwähnt, das Pferd habe beim Vortanzen beim großen Rittmeister verbundene Knie. Man kann einem Pferd nicht die Knie verbinden. Die Knie sitzen oben an den Hinterbeinen. Wenn man die einbinden will, muss man das ganze Hinterteil einbinden.


Diese Szene beim großen Rittmeister ist unglaublich gestellt und aufgebauscht - alle haben sich unter Einsatz ihrer Karriere und ihres Lebens - oder wenigstens ihrer gebügelten Kleidung - bis hierher durchgekämpft; endlich darf Sarah zeigen, was sie kann; alle verfallen in ehrfurchtsvolles Schweigen angesichts der Leistung, die eine durchgenudelte Vierzehnjährige auf einem verletzten Pferd zeigt. Sie glaubt sich am Ziel des großen Traums, den ihr Großvater für sie hatte, um sie, sich selbst, ihr ganzes verpfuschtes Leben wieder ins Lot zu bringen. Und dann schmettert der Rittmeister ihren großen Traum mit einem einzigen “non” ab. Warum? Weil man Französin und mindestens 17 sein muss, um in der Reitschule mitmachen zu dürfen. So borniert sind die sicher nicht beim Cadre Noir, dass sie sich eine passable Leistung eines hoffnungsfrohen Teenagers anschauen und nichts als ein “non” dafür übrig haben. Das kann man ja gleich mal sagen, dass das Mädel zu jung ist, noch bevor sie anfängt. Aber ist natürlich gut für die Dramatik - steigern, steigern, steigern, bis Sarahs triumphaler Sieg unabwendbar, ja ein Naturgesetz zu sein schein, um dann alles in einem einzigen Wort abzuschmettern (um es dann später zu relativieren). Was für ein Käse!


Der Roman vermeidet es peinlichst, irgendwelche unpopulären Entscheidungen zu treffen. Zwar entwickeln sich alle möglichen Ereignisse teils überaus möchtegern-dramatisch, lösen sich dann aber doch immer (und nicht immer sehr wahrscheinlich) in Wohlgefallen auf. Bloß nichts geschehen lassen, was die Leserin nachhaltig vor den Kopf stoßen könnte. Sogar Natasha, die in ihrer Karriere als Anwältin wohl mal eine folgenschwere Fehlentscheidung getroffen hat, die sie sich immer wieder vorhält, wird im richtigen Moment erlöst: Wer hätte gedacht, dass es zwei Übeltäter mit demselben Namen gibt und der eine, dem Natasha geglaubt hat, gar nicht so übeltäterig ist und sie ihrer Menschenkenntnis nun also doch wieder trauen kann.


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Tags: pferd, rührselig, rührseliger kitsch hoch drei, schwer romantisch. sehr kitschig   (4)
 

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(794)

1.203 Bibliotheken, 22 Leser, 5 Gruppen, 102 Rezensionen

känguru, humor, berlin, satire, politik

Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe Kling
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2009
ISBN 9783548372570
Genre: Humor

Rezension:

Bei Marc-Uwe zieht ein Känguru ein. Ein kapitalismuskritisches Känguru, das angeblich beim Vietcong war, immer Hunger hat und nie was zahlt.

Das Buch liest sich recht gut weg, weil die einzelnen Kapitel kurz sind und man immer noch mal abends schnell eins lesen oder nach einem aufhören kann. Gute Bettlektüre. Ein paar der Ideen sind ganz witzig (der Flug von Schönefeld nach Tegel, weil das Frühbucher-Ticket 1 € billiger war als S-Bahn fahren ...), aber die Themen wiederholen sich schnell - die Gewaltbereitschaft des Kängurus, dass es Marc-Uwe immer auf allen Kosten sitzen lässt, seine Wortgewandheit etc. Ich habe ein paar Mal geschmunzelt, aber nie wirklich herzhaft gelacht. Lust, die weiteren Bände zu lesen, ist bei mir nicht aufgekommen.

Der inhärente Witz der Ausgangslage - dass ein Mensch und ein Känguru in einer WG leben und WG-typische Probleme wälzen - ging bei mir irgendwie verloren. Ich habe Haustiere, denen ich ähnliche Eigenheiten und Schrulligkeiten andichte, aus denen sich ähnliche - fiktive - Dialoge ergeben. Wer selbst Haustiere hat, wird das verstehen. Ich führe ähnliche Diskussionen mit meiner Katze wie Marc-Uwe mit seinem Känguru. Allein deswegen fang ich noch nicht an zu lachen.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

krimi, winter, oslo, schnee, skandinavien

Schneemann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548290096
Genre: Krimi und Thriller

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

david foster wallace, amerikanische literatur, kreuzfahrt, reisen, verlag kiepenheuer & witsch

Schrecklich amüsant

David Foster Wallace
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 12.11.2015
ISBN 9783462048209
Genre: Humor

Rezension:

David Foster Wallace unternimmt im Auftrag einer amerikanischen Zeitschrift eine 7-tägige Karibik-Kreuzfahrt. Er soll darüber schreiben, was und wie genau, darüber ist sich sein Auftraggeber vielleicht selbst nicht so wirklich im klaren. Ob das, was Wallace dann abliefert, wohl den Vorstellungen entspricht? Das bleibt leider offen, aber in jedem Fall ist das Ergebnis ein grandioser Lesespaß: Zynisch, wortgewandt, kurzweilig, scharf beobachtet - genau das Richtige, um sich zu bestätigen, dass man wirklich nie im Leben eine Kreuzfahrt unternehmen will.

Besonders gefallen hat mir auch der Kunstgriff mit den Fußnoten. Man ist es ja gewohnt, dass Fußnoten immer eher langweilige Details enthalten, vielleicht auch nur Quellenangaben, jedenfalls Dinge, die man nicht wirklich wissen muss, um den Text folgen zu können. Hier aber enthalten die Fußnoten noch weitere bitterböse Beobachtungen, vielleicht sogar die böseren als der Text, mal eine kurze Anmerkung, die das im Haupttext gesagt noch witziger erscheinen lässt, oder auch mal nur ein Ausrufezeichen, das besser als andere zum Ausdruck bringt, wie unfassbar der Autor findet, was sich ihm da bietet.

Habe mich grandios amüsiert!

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, frauen, kinder, aktuell, familie

Die Muschelsucher

Rosamunde Pilcher , Jürgen Abel , AMMA Kommunikationsdesign
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.06.2014
ISBN 9783499268090
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe dieses Buch gelesen, weil es hieß, das sei ihr bestes. Ich wollte auch mal was von Rosamunde Pilcher lesen, um zu verstehen, was einen solchen Bestseller ausmacht.

Ich wurde schwer enttäuscht. Die Handlung ist zwar umfangreich, aber letztlich ohne wirklich raffinierte Wendungen. Alles ist so entsetzlich vorhersehbar. Die Personen sind mir nicht wirklich nahegegangen. Sie sind wenig differenziert - die guten total gut, dass sie langweilig sind, die "schlechten" werden ausgebootet. Wirklich interessiert hat mich keine dieser Personen.

Den Stil fand ich entsetzlich. Man kann auch > 500 Seiten schreiben, indem man jedes Handlungsdetail auflistet: so in der Art "sie setzte ihre Unterschrift unter den Brief, faltete ihn zusammen, steckte ihn in den Umschlag, klebte ihn zu, schrieb die Adresse drauf und klebte eine Briefmarke drauf. Dann brachte sie ihn zum Portier." Mit der Hälfte des Textes hätte sich derselbe Sachverhalt ebensogut auszudrücken lassen.

Mein erster und sicher mein letzter R. Pilcher-Roman.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bilderbuch, online

Die Enthüllung

Mario Vargas Llosa , Thomas Brovot
Flexibler Einband: 298 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518468043
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe noch nie etwas von Vargas Llosa gelesen. Ich habe das Hörbuch für eine lange Autofahrt gekauft, weil ich dachte, wenn er einen Nobelpreis bekommen hat, ist das was mit Niveau.

Weit gefehlt! Ich bin nicht zimperlich, aber so viel Sex in immer neuen Varianten mit so vielen Details muss echt nicht sein, und wieso jemand von Vargas Llosas Niveau das nötig haben soll, ist mir schleierhaft. Die Geschichte profitiert davon überhaupt nicht.

Leider ist auch vieles andere sehr unbefriedigend geblieben. Die Figuren haben keinerlei Tiefgang, und die ganze Geschichte mit der Klatschzeitung hätte sicher überzeugender und fesselnder beschrieben werden können. Nichts von all dem ging mir nahe, und der ewige Sex ging mir ziemlich bald auf die Nerven. Fast bleibt das Gefühl, als sei der vorgebliche "Politthriller" eine Ausrede, um mal was richtig Deftiges schreiben zu können.

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871 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 124 Rezensionen

liebe, freundschaft, uni, rachel, manchester

Wir in drei Worten

Mhairi McFarlane , Karin Dufner , Ulrike Laszlo
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783426514535
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wer Liebesromane über beste Freunde seit College-Zeiten, die irgendwann doch noch ein Paar werden, lesen möchte, sollte "Zwei an einem Tag" lesen. Wer dann noch mal so einen Roman lesen möchte, sollte "Zwei an einem Tag" noch mal lesen. Und wieder und wieder, wenn's gewünscht ist.

"Wir in drei Worten" ist nur ein Abklatsch mit ein paar "Bridget Jones"-Allüren. Dass für die deutsche Übersetzung der Titel "Wir in drei Worten" gewählt wurde, zeugt nur umso mehr davon, dass der Verlag hofft, ein Stück vom "Zwei an einem Tag"-Kuchen abzukriegen. Der Titel ist vollkommen arbiträr.

Ich habe in Rezensionen oft gelesen, dass der Roman keine 08/15-Liebesgeschichte sei, doch genau das ist er: In jeder Hinsicht vorhersehbar. Die langen, umständlichen Dialoge zwischen den Protagonisten gegen Schluss zu sollen wohl dazu dienen, die Leserin noch mal ein wenig auf die Folter zu spannen, ob sich die beiden vielleicht doch nicht kriegen sollten. Natürlich kriegen sie sich - man hätte sich das langatmige Gelaber auch sparen können. Gelegentlich versucht die Autorin sich auch noch an schnoddrigen Passagen im "Bridget Jones"-Stil, was sie besser hätte sein lassen sollen ...

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

2. weltkrieg, online texte, literatursalo, 2017, japaner

Der japanische Liebhaber

Isabel Allende , Svenja Becker
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2016
ISBN 9783518467305
Genre: Romane

Rezension:


Ich habe fast alle der früheren Bücher von Isabelle Allende gelesen, die mich durchweg begeistert haben. Sie war für mich eine der Schriftstellerinnen, von denen man immer mal was mitnehmen kann, wenn man nicht weiss, was sonst kaufen. So geschah es dann auch mit dem "japanischen Liebhaber" - ich stand am Bahnhof, suchte was zu lesen, wollte keinen Fehlgriff tun und kaufte Allende.


Ich werde keine Inhaltsangabe hier geben, das tun die meisten der anderen Rezensenten schon, und ich muss das nicht wiederholen. Ich fand das Buch sehr enttäuschend. Ich hatte beim Lesen irgendwie das Gefühl, einem Vortrag zu lauschen, der mich über gewisse Sachverhalte in Kenntnis setzt, die so sind, aber es kam keine Leidenschaft, kein Mitfiebern, keine Sympathie für die Figuren bei mir auf. Die Geschichte wird einfach so runtererzählt, und das gar nicht mal so schlecht. Schreiben kann sie ja schon, die Allende. Aber die Figuren sind für mich nicht zum Leben erwacht. Die Hauptperson, die alte Dame Alma, wird als eine Ehrfurcht gebietende, inspirierende Persönlichkeit beschrieben, aber ich fand sie ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Sie kommt zwar ursprünglich aus "schwierigen Verhältnissen" (als Kind ist sie dem Krieg in Europa entkommen, indem sie von ihren jüdischen Eltern zu reichen Verwandten in den USA geschickt wurde), aber dann wuchs sie mit dem Geld ihres Onkels und ihrer Tante auf und musste ihr ganzes Leben lang keinen Finger krumm machen. Sie hat eine geheime Affäre mit dem titelgebenden japanischen Liebhaber, und offenbar liebt sie ihn ihr ganzes Leben hindurch leidenschaftlich. Davon habe ich als Leserin aber nichts gespürt. Letztlich ist Alma doch sehr konventionell und bequem und bringt es nicht über sich, ihr Leben und seine Annehmlichkeiten für diese unmögliche Liebe über den Haufen zu werfen. Als Leserin wird mir erzählt, dass Alma irgendwie ganz toll ist, aber mich hat sie kalt gelassen. Dem japanischen Liebhaber begegnet man so gut wie gar nicht, nur in ein paar Briefen und kurzen Rückblenden. Er bleibt sehr vage; noch nicht mal für den konnte es mir leidtun.


Die andere Hauptperson ist die traumatisierte Altenpflegerin Irina, deren Grauen erregende Vergangenheit letztlich doch sehr lapidar abgehandelt wird. Das Thema kommt mal hoch und wird dann doch irgendwie sehr stiefmütterlich behandelt. Dem ganzen die Krone aufsetzen tut Seth, der Enkel (oder Grossneffe?) von Alma, der jahrelang in Irina verliebt ist, und als sie ihm ihr - wirklich fürchterliches - Kindheitstrauma erzählt, das der Grund dafür ist, wieso sie ihn nicht lieben kann, sagt er an irgendeiner Stelle "jetzt hör auf zu heulen" - so ziemlich das Dämlichste und Unsensibelste, was man auf so ein Geständnis sagen kann.


Der japanische Liebhaber vereint zu viele Themen, und viele davon von komplexer und dramatischer Natur, ohne irgendeines mit dem richtigen Fingerspitzengefühl zu behandeln. Auch nur eine kleine Auswahl der Themen - der Krieg, Kindsmissbrauch, Konzentrationslager für Asiaten, Rassendiskriminierung, Homosexualität, Aids - hätte gereicht, um mit sorgfältig gezeichneten Charakteren einen bewegenden Roman zu schreiben. Statt dessen folgt Thema auf Thema, Problem auf Problem, aber was das für Auswirkungen auf die Figuren, ihren Charakter und ihr Verhalten hat, bleibt schemenhaft. Es war dargelegt - so und so ist es -, und das muss ich als Leser dann hinnehmen. Um was Neues zu lernen, dazu sind zu wenig faktische Informationen enthalten. Und um die Dramen zu erleben und mit den Figuren mitzufühlen, dazu bleiben diese zu uninteressant.


Ich habe es eigentlich nur zu Ende gelesen, weil ich gar nicht glauben mochte, dass Isabelle Allende nichts Besseres zustande kriegt. Ich hätte schon im ersten Drittel aufhören sollen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

dexter, zeit, schicksal, emma & dex, liebe

One Day[ ONE DAY ] By Nicholls, David ( Author )Jun-15-2010 Paperback

David Nicholls
Flexibler Einband
Erschienen bei Vintage Books USA, 15.06.2010
ISBN 8601421646086
Genre: Sonstiges

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229 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, japan, freundschaft, selbstmord, haruki murakami

Naokos Lächeln

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2012
ISBN 9783442744947
Genre: Liebesromane

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, kinder, john irving, vaterliebe, helen

The World According to Garp

John Irving
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Random House, 17.01.2012
ISBN 034536676X
Genre: Romane

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384 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

familie, chile, liebe, diktatur, familiensaga

Das Geisterhaus

Isabel Allende ,
Fester Einband: 883 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 31.07.2012
ISBN 9783518463857
Genre: Romane

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kolumbien, familie, dschungel, literaturnobelpreis

Hundert Jahre Einsamkeit

Gabriel García Márquez , Dagmar Ploetz
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.06.2017
ISBN 9783462050219
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Great Gatsby. Der große Gatsby, englische Ausgabe

F. S. Fitzgerald
Fester Einband
Erschienen bei Macmillan Collector's Library
ISBN 9781509826360
Genre: Sonstiges

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Asche zu Asche, Sterne zu Staub

Wiebke Schmidt-Reyer
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei epubli, 20.06.2017
ISBN 9783745073584
Genre: Romane

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275 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

freundschaft, neapel, italien, roman, studium

Die Geschichte eines neuen Namens

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 623 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.01.2017
ISBN 9783518425749
Genre: Romane

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(278)

529 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 119 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, armut, bildung

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

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(3)

8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Immer ist alles schön

Julia Weber
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Limmat, 15.02.2017
ISBN 9783857918230
Genre: Romane

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146 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

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(82)

137 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

new york, salinger, literaturagentur, literatur, 90er jahre

Lieber Mr. Salinger

Joanna Rakoff , Sabine Schwenk
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaus, 23.02.2015
ISBN 9783813505153
Genre: Romane

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