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Darf's einer mehr sein?

Rolf C Franck , Madeleine Franck
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Cadmos Verlag, 28.02.2013
ISBN 9783840420221
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Autorenduo Rolf und Madeline Franck hat mit "Darf's einer mehr sein" ein Thema gewählt, welches unter Hundefreunden äußerst aktuell ist: Denn mehr und mehr Menschen entscheiden sich für das Zusammenleben mit mehreren Hunden und halten zumindest zwei Vierbeiner, wenn nicht sogar mehr. Die Mehrhundehaltung stellt aber sowohl an die Zweibeiner als auch an die Vierbeiner neue Anforderungen, es kann zu mitunter problematischen Situationen unter den Hunden kommen, oft ist man als Mensch zunächst unsicher, ob man eingreifen sollte und wie.

Selbst frischgebackene Mehrhundehalterin, wobei ich "nur" zwei Hunde besitze, erhoffte ich mir von diesem Buch praktische Ratschläge und Tipps für das Zusammenleben mit mehr als einem Hund.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir an sich sehr gut. Es gibt etliche schöne Fotografien, wobei diese oft eine ganze Seite einnehmen. Da das Buch mit etwa 130 Seiten ohnehin schon recht kurz ist, hätte man bei den Fotos meiner Ansicht nach durchaus etwas zurückschrauben und stattdessen mehr Text aufnehmen können. Das Buch ist übersichtlich gehalten und in mehrere Kapitel strukturiert.

Leider werden viele Themen relativ zügig abgehandelt, mir fehlte beim Lesen so manches Mal die Tiefe, insbesondere am Ende des Buches, als Konflikte und Konfliktmanagement angesprochen wurden. Da hätte man meiner Meinung nach durchaus detaillierter schreiben und eventuell auch konkrete Fallbeispiele bringen können.

Das Buch bietet gutes, solides Basiswissen für Mehrhundehalter - gibt es jedoch konkrete Probleme zwischen den Hunden, wird man mit diesem Buch allein nicht allzu "weit kommen".

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Alltagswege zur Freundschaft

Ulli Reichmann
Flexibler Einband: 204 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 07.11.2017
ISBN 9783744894166
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vorweg sei gesagt, dass mir die Philosophie von Hundetrainerin Ulli Reichmann durchaus gefällt! Auch ich bin jemand, der den positiven und gewaltfreien Umgang mit Hunden im Alltag ebenso wie in der Ausbildung schätzt, halte nichts von den veralteten Dominanz- und Rudelführer-Theorien und finde es wundervoll, einfach entspannt mit Hunden unterwegs zu sein. Vielleicht hätte ich zunächst das Vorgänger-Buch, "Wege zur Freundschaft" über das Zusammenleben mit jagdlich motivierten Hunden lesen sollen, doch da ich selbst zwei nicht übermäßig jagdlich ambitionierte Hunde zuhause habe, fehlte mir für die Lektüre einfach der gute Grund. Somit griff ich zu "Alltagswege zur Freundschaft".

Ja, es ist ein nettes Buch über das entspannte, gewaltfreie, von Verständnis und Akzeptanz geprägte Zusammenleben mit Hunden. Was mir jedoch nicht gefiel, war die Aufmachung des Buches. Es gibt kurze Kapitel, die auf wenigen (etwa zwei bis drei) Seiten verschiedene Themenbereiche abhandeln, zum Beispiel das Bellen oder Hundebegegnungen. Hier wirkte die Struktur auf mich bereits recht willkürlich gelegt, zumal die Texte durch ihre Kürze auch eher an der Oberfläche blieben. Mitten im Buch fanden sich dann noch diverse Gastbeiträge von Leuten, die mit unterschiedlichen Hunderassen wie z.B. dem Golden Retriever, dem Chihuahua, oder auch Herdenschutzhunden, zusammenleben. Die Idee ist ja ganz nett, aber man findet mittlerweile so viele Rasseporträts von Haltern im Internet, dass ich diesen "Exkurs" eher als Seitenfüller empfand.

Am Ende des Buches stellte Ulli Reichmann doch noch einige heimische Wildtiere vor, was ja an sich auch eine schöne Idee ist, die aber irgendwie nicht so recht zum Buch passte und mir ebenfalls eher wie ein Seitenfüller schien.

Der Schreibstil in dem Buch ist sehr einfach gehalten, es liest sich eigentlich eher wie eine Aneinanderreihung kurzer Blogartikel, dazu tragen auch die recht häufig verwendeten Smileys bei. Für ein ganzes Buch über Hunde war mir dieser Schreibstil fast ein wenig zu informell.

Ich schätze durchaus Hundebücher, in denen auch Anekdoten aus dem Leben mit den eigenen Vierbeinern erzählt werden, hier aber war mir einfach der "Nutzen" des Buches zu gering, zumal das Buch fachlich gesehen zwar korrekte Informationen aufweist, aber eben auch nichts, was man nicht anderswo schon des Öfteren gelesen hätte.

Von daher meiner Ansicht nach keine Pflichtlektüre zum Thema "Hundehaltung".

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The Widow

Fiona Barton
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bantam Press, 14.01.2016
ISBN 9780593076224
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich "The Child" von Fiona Barton als recht stark empfunden hatte, machte ich mich gleich darauf an die Lektüre ihres Erstlingswerks, "The Widow". Alles in allem würde ich dieses Buch auch nicht als Reinfall bezeichnen. Die Idee, die Geschichte eines Mannes, der eines schrecklichen Verbrechens bezichtigt wird, aus der Perspektive seiner loyalen Ehefrau zu erzählen, hatte durchaus Potenzial.

Leider waren die Charaktere meiner Ansicht nach recht eindimensional dargestellt. Jean Taylor, die Ehefrau, aus deren Sicht ein Großteil des Buches erzählt wird, blieb mir trotz der 400 Seiten starken Lektüre überwiegend fremd. Nur stellenweise konnte ich mich in sie hineinversetzen; oft hingegen blieb sie für mich blass und hölzern, ebenso wie ihr Ehemann. Für das Psychogramm einer Ehe fehlte mir da die Tiefe bei den Protagonistinnen.

Und wie liest sich das Buch, wenn man sich auf den Krimi-Aspekt konzentriert? Zunächst empfand ich die Ermittlungen aus der Sicht des zuständigen Detectives als durchaus spannend und erfrischend. Doch im Laufe der Lektüre flachte der Spannungsbogen leider ab, im Grunde wusste man schon recht früh, wie das Buch ausgehen würde, ein überraschender Plot Twist fehlte. Ich persönlich hatte sehr stark damit gerechnet, dass am Ende des Buches noch ein Plot Twist alles "aufwirbeln" würde, darum war ich auch enttäuscht, dass die Autorin sich tatsächlich keine originellere Auflösung hatte einfallen lassen.

Fazit: Als "Weglesebuch" für zwischendurch schwer in Ordnung, aber kein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

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The Child

Fiona Barton
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bantam Press, 29.06.2017
ISBN 9780593077726
Genre: Sonstiges

Rezension:

Fiona Barton gelang es mit "The Child", mich zu fesseln und zu überzeugen. Das Buch, welches man wohl am besten als Kombination aus Roman und Krimi bezeichnen kann, liest sich sehr kurzweilig und Plot wirkte auf mich clever und gut durchdacht, auch wenn es natürlich viele Bücher dieses Genres gibt, die einen ähnlichen Handlungsverlauf haben. Barton erzählt ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven, was die Spannung erhöht und Raum bietet, mit den einzelnen Protagonistinnen mitzufiebern. Der Schreibstil ist flott und teils eher knapp gehalten. Sprachlich ist das Buch zwar nicht herausragend, doch das macht der interessante Plot in diesem Fall durchaus wett.

Teilweise hätte ich mir zwar etwas mehr "Tiefe" gewünscht, nichtsdestotrotz empfand ich "The Child" als spannende und recht kluge Krimi-Unterhaltung.

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abtreibung, erste liebe, feuer, freundschaft, geheimnis, geschwister, heile welt, künstlerin, leihmutter, mutter, schwangerschaft, usa, vater

Little Fires Everywhere

Celeste Ng
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Little, Brown, 07.09.2017
ISBN 9781408709726
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem Ngs Erstlingswerk, "Everything I Never Told You", mich ja leider nicht völlig überzeugen konnte, war ich nachdem ich einige positive Meldungen über "Little Fires Everywhere" wirklich gespannt auf den zweiten Roman der Autorin. Und die Lektüre hat sich auf jeden Fall gelohnt! "Little Fires Everywhere" ist eine flüssig und mitreißend erzählte Geschichte über Familien, gesellschaftliche Werte und Normen, den Einfluss, den unsere Vergangenheit auf uns hat, und behandelt große moralische Fragen, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Im Grunde genommen ist es ein Roman über zwei sehr unterschiedliche Familien, deren Leben sich immer stärker miteinander verweben, was viele Ereignisse ins Rollen bringt. Ng beweist mit "Little Fires Everywhere" großes schriftstellerisches Talent, denn sie nähert sich sehr sensiblen Themen behutsam und ungezwungen an und es gelingt ihr mit dem Buch, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Ein sehr kluger und stellenweise auch berührender Roman.

Schade fand ich dann doch das irgendwie sehr abrupt kommende Ende, das die Zukunft der Protagonisten völlig unklar ließ. Andererseits macht gerade dies im Hinblick auf die Handlung durchaus Sinn. Nichtsdestotrotz empfand ich das Ende als etwas unbefriedigend.

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The Tenderness of Wolves

Stef Penney
Flexibler Einband: 466 Seiten
Erschienen bei Quercus Publishing Plc, 04.08.2011
ISBN 9780857388797
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach "Under a Pole Star" von Stef Penney war ich auch sehr gespannt auf "The Tenderness of Wolves". Tatsächlich enttäuschte dieses Buch mich nicht. Es war sehr stimmungsvoll und atmosphärisch, und die meiste Zeit über auch spannend. Penney gelingt es, die unterschiedlichen Perspektiven der handelnden Personen und die einzelnen Erzählstränge auf sehr flüssige Weise miteinander zu verweben und Protagonisten zu schaffen, mit denen man oft mitleben kann. Nichtsdestrotrotz wurde das Potenzial der Geschichte meiner Ansicht nach nicht völlig ausgeschöpft. Gerade am Ende des Buches bleibt vieles offen, was ich ein wenig schade fand.

Ganz so mitreißend wie "Under A Pole Star" war "The Tenderness of Wovles" für mich trotz der durchaus interessanten Handlung nicht. Dennoch ist es ein empfehlenswerter Roman!

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20. jahrhundert, abenteuer, amerikanische literatur, belletristik, büffeljagd, colorado, desillusioniert, english books, enttäuschung, feuer, freiheit, gewalt, harvard university, jäger, natur

Butcher's Crossing (Vintage Classics) by Williams, John (2013) Paperback


Flexibler Einband
Erschienen bei null, 01.01.1009
ISBN B00OVN6XYY
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Stoner" ist das bekannteste Werk des bereits verstorbenen Schriftstellers. Ich las es und war begeistert! Das war auch der Grund, warum ich mich an "Butcher's Crossing" wagte, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich mich mit dem Themenkreis würde anfreunden können. Wie ich beim Lesen jedoch feststellen musste, könnte John Williams wohl über so ziemlich alles schreiben - und ich würde seine Bücher trotzdem mögen. "Butcher's Crossing" besticht wie schon "Stoner" durch den klaren, flüssig zu lesenden und dennoch poetischen Schreibstil Williams'. Unsentimental und nüchtern, präzise und mit einem Auge für das Zwischenmenschliche, lässt Williams' seinen jungen Protagonisten Andrews zu einer Büffeljagd aufbrechen, die ihm und seinen Begleitern am Ende beinahe zum tödlichen Verhängnis werden soll. Wer nun denkt, dieses Buch sei nur für Jagdbegeisterte und Abenteurer geeignet, der irrt jedoch. Im Grunde genommen ist "Butcher's Crossing" wie schon "Stoner" ein Buch über etwas viel Elementareres - über das Menschsein, unsere Sehnsüchte, Wünsche, Begierden und Ängste.

Klare Leseempfehlung meinerseits.

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schlaflose nächte

Everything I Never Told You

Celeste Ng
E-Buch Text: 305 Seiten
Erschienen bei Blackfriars, 14.08.2014
ISBN 9780349134291
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Everything I Never Told You" von Celeste Ng handelt von einer Familie, in der jeder zu kämpfen hat. Da ist James, der Vater, gebürtiger Amerikaner, dessen Eltern jedoch chinesische Einwanderer waren. James war stets ein Außenseiter, auch an der Universität, an der er unterrichtet, fühlt er sich nie wirklich heimisch. Seine Frau Marilyn träumte immer von einer Karriere als Ärztin. Ihre Schwangerschaft machte ihre Zukunftspläne jedoch zunichte. Die Lees haben drei Kinder: Nathan, den Ältesten, der von der Mutter meist ignoriert und vom Vater oftmals mit Kälte behandelt wird. In Wahrheit verhält sich James seinem Sohn gegenüber so abweisend, da ihn der Außenseiter Nathan zu schmerzhaft an sich selbst in seiner eigenen Kindheit und Jugend erinnert. Die Jüngste, Hannah, verfolgt die Geschehnisse im Haus still und wie ein Schatten. Lydia, die mittlere Tochter, ist diejenige, die die geplatzten Träume ihrer Mutter für diese verwirklichen soll. Die hohen Erwartungen, die letztlich beide Elternteile in sie setzen, sollen der Familie schließlich aber zu einem tragischen Verhängnis werden...

An und für sich ist der Roman wirklich nicht schlecht. Die Thematik ist interessant, allerdings empfand ich die Umsetzung stellenweise doch als nicht ganz gelungen. Es wird zwar von der Autorin versucht, ihre Protagonisten glaubhaft und "echt" erscheinen zu lassen, aber im Endeffekt bleiben sie leider relativ blass und konturlos für den Leser. Hinzu kommt, dass das Buch keine großartigen Überraschungen oder unerwartete Wendungen enthält. Im Grunde genommen weiß man beim Lesen schon sehr früh, was geschehen ist, und begleitet die Familie dann eben durch ihren Trauerprozess um Lydia.

Für mich hatte die Idee des Buches schon viel Potenzial, das von der Autorin aber leider einfach nicht voll ausgeschöpft wurde.

Dennoch ist Celeste Ng eine begabte Autorin, denn der Schreibstil ist sehr angenehm. Darum werde ich auch ihrem zweiten Werk, "Little Fires Everywhere", unbedingt eine Chance geben.

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anwal, beklemmung, berg, betrüge, dominator, familienidyll, frauenverführer, "friedliches familienleben", gleichgültigkeit, großmutter, großvate, hof, jahreszeiten, kindheit, klassiker

Wir töten Stella / Das fünfte Jahr

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.04.2003
ISBN 9783548603315
Genre: Romane

Rezension:

Bislang las ich von Marlen Haushofer "Die Wand", "Himmel, der nirgendwo endet" und "Die Mansarde". Von diesen drei Büchern war ich von "Die Wand" (fast) restlos begeistert - ein ganz großes Werk, meiner Ansicht nach. "Himmel, der nirgendwo endet" empfand ich als recht interessante Lektüre, aber wirklich umgehauen hat mich dieses Buch nicht. "Die Mansarde" empfand ich dann als eher schwach.

Ihre Novellen, "Wir töten Stella/Das fünfte Jahr" waren nun meine nächste Portion Marlen Haushofer. Wie immer zeichnen sich die Novellen aus durch Haushofers schlichten, ganz eigenen Schreibstil, den man wohl sowohl lieben als auch hassen kann. Bis auf "Die Wand" wurde ich mit diesem Schreibstil bislang nicht warm, und dies änderte sich auch bei Lektüre der beiden Novellen nicht.

"Wir töten Stella" konnte mich von der Handlung her nicht besonders fesseln; ja, an und für sich hatte die Grundidee Potenzial, aber die Umsetzung war mir persönlich ein wenig zu dürftig und auch oberflächlich. Zudem erinnerte die Beschreibung der Familie der Protagonistin mich sehr stark an "Die Mansarde"; und auch die deprimierende, trostlose Stimmung war in beiden Büchern fast dieselbe.

"Das fünfte Jahr" hingegen ist die Erzählung über ein kleines Mädchen, Marili, das bei seinen Großeltern in einem Bauernhaus aufwächst. Beschrieben wird quasi das fünfte Lebensjahr des Mädchens mit den kleinen Entdeckungen und "Abenteuern" sowie all den Überlegungen eines kleinen Kindes. Grundsätzlich ganz interessant, ich fand die Novelle nur leider relativ monoton und es fehlte für mich der Anreiz, weiterzulesen, da der Spannungsbogen gänzlich fehlte.

Marlen Haushofer ist als Schriftstellerin auf jeden Fall ein Kapitel für sich - die beiden Novellen konnten mich leider wieder nicht wirklich überzeugen.

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gewalt, journalismus, schweden, stockholm

Verletzlich

Liza Marklund , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.03.2016
ISBN 9783550080623
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Verletzlich" von Liza Marklund gehört zur Reihe der Kriminalromane rund um die Journalistin Annika Bengtzon. "Verletzlich" ist einer der neuesten (der neueste?) der Bände.

Es war mein drittes Buch der Autorin; zuvor las ich ihren ersten Annika-Bengtzon-Roman, "Studio 6", kurz darauf dann "Der rote Wolf", welcher etliche Jahre später spielt. Es ist sicherlich nicht verkehrt, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen; man kann ihnen aber auch folgen, wenn man nicht alle Bücher kennt. Zum Glück, denn auch, wenn ich finde, dass Liza Marklund recht spannend und kurzweilig schreibt, so bin ich doch kein so großer Fan der Reihe, dass ich Lust darauf hätte, alle der Romane zu lesen.

"Verletzlich" liest sich recht spannend und flüssig; es handelt sich um einen soliden Kriminalroman, der sich schnell weglesen lässt. Allerdings wird mir "Verletzlich" nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben.

Zudem fällt auf, dass die Autorin zumindest bei den drei von mir bislang gelesenen Bänden immer nach einem ähnlichen Schema zu verfahren scheint; am Ende entkommt Bengtzon jedes Mal quasi in letzter Sekunde, nachdem sie sich in einer scheinbar ausweglosen Situation wiederfindet. Dies empfand ich beim Lesen schon als recht hollywoodmäßig weit hergeholt und unrealistisch; so viel "übertriebenes Drama" auf den letzten Seiten hätten die Bücher wirklich nicht nötig.

Fazit: Für Krimifans sicherlich eine ganz gute Lektüre, aber nichts wirklich Besonderes.

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103 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

deutschland, eilbeck, erster weltkrieg, familiengeschichte, familiensaga, finkenau, frauen, hamburg, hebamme, hebammen, historischer roman, krieg, nationalsozialismus, trilogie, zweiter weltkrieg

Töchter einer neuen Zeit

Carmen Korn
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 21.09.2016
ISBN 9783463406824
Genre: Historische Romane

Rezension:

Carmen Korns Roman "Töchter einer neuen Zeit" beginnt im Jahr 1919. Bis in die Nachkriegsjahre des Zweiten Weltkriegs begleitet der Leser dann auf mehreren Hundert Seiten die vier Freundinnen Ida, Käthe, Lina und Henny, die im Hamburg des 20. Jahrhunderts ganz unterschiedliche Wege gehen - da ist Ida, die verwöhnte Tochter aus gutem Hause, die sich in eine Vernunftehe fügt, deren Herz aber eigentlich für den im Hamburger Chinesenviertel lebenden Tian schlägt, die politisch aktive Hebamme Käthe, die solide Henny, die jung heiratet und ihre große Liebe viel zu früh verliert, und Lina, die sich zu Frauen hingezogen fühlt.

Wer sich insbesondere für die Geschichte Hamburgs interessiert, wird dieses Buch sicherlich lieben. Ich persönlich habe keinen besonderen Bezug zu dieser Stadt, fand den Roman aber historisch betrachtet dennoch sehr interessant, da es Carmen Korn nicht nur gelingt, die Geschichte Hamburgs gut in ihr Werk einzubetten, sondern sie schafft es auch, das damalige gesellschaftliche und politische Klima in Deutschland sehr gut wiederzugeben.

Die Idee um die vier Freundinnen an sich, die so unterschiedlich voneinander sind, fand ich grundsätzlich gut. Leider jedoch empfand ich den Schreibstil als recht oberflächlich und abgehackt. Die Sätze waren kurz und zumeist einfach gehalten, das gab dem Roman aber auch etwas irgendwie Sprödes und Skizzenartiges. Mir mangelt es da an erzählerischem Tiefgang, die Charaktere blieben für mich blass und waren nicht wirklich für den Leser greifbar. Die sehr häufigen Perspektivenwechsel waren für mich eine weitere Schwachstelle des Buches. Ebenso waren mir persönlich die Zeitsprünge ein wenig zu viel des Guten, denn es werden in dem Buch wiederholt nicht nur Monate, sondern bis zu mehrere Jahre übersprungen.

Nichtsdestotrotz gab es auch sehr berührende Passagen. So sind mir beispielsweise ein paar Stellen, die zur Zeit, da die Nazis langsam an die Macht kamen, lebhaft im Gedächtnis geblieben.

Schade finde ich, dass das Buch mit einem klassischen Cliffhanger endet, sodass man eigentlich gezwungen ist, auch noch den zweiten Teil zu lesen. Ich hätte es besser gefunden, den Roman in sich abzuschließen, da er ja doch mehrere hundert Seiten lang ist und ja möglicherweise nicht jeder von dem Buch so angetan war, dass er gleich auch noch die Fortsetzung erwerben möchte.

Kurz gesagt: Gute Grundidee, für mich als jemand, der gerne Bücher liest, die im 20. Jahrhundert handeln, durchaus lesenswert, Schreibstil und Umsetzung lassen jedoch Luft nach oben.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drogen, eltern, familie, mutter, neubeginn, tod, trauer, trauerbewältigung

Wildblumen im Schnee

Cheryl Strayed , Reiner Pfleiderer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.09.2016
ISBN 9783442484553
Genre: Romane

Rezension:

"Wild", deutsch "Der große Trip", zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Darin berichtet die Autorin Cheryl Strayed von ihrer abenteuerlichen Reise zu sich selbst, als sie mit Anfang Zwanzig, nach dem Tod ihrer Mutter, beschloss, den anspruchsvollen Pacific Crest Trail, einen Fernwanderweg im Westen der USA, zu begehen.

"Wildblumen im Schnee" ist zwar im Gegensatz zu "Wild" ein fiktives Werk, jedoch ist der Roman stark autobiographisch angehaucht. Das Buch handelt von den Woods, einer vierköpfigen, recht "alternativ" lebenden Familie, bestehend aus der ehrgeizigen und intelligenten Studentin Claire, ihrem noch die Schule besuchenden Bruder Joshua, der Mutter Teresa Rae Wood, die eine Träumerin, Kellnerin und Radiomoderatorin ist, sowie Bruce, Teresas Partner, für den Joshua und Claire quasi wie seine eigenen Kinder sind.

Alles verändert sich, als Teresa im Alter von nur achtunddreißig Jahren die Diagnose Krebs bekommt und erfährt, dass sie nicht mehr lange - höchstens ein Jahr - zu leben haben wird. Damit beginnt für die Woods eine schwere, leidgeprüfte Zeit. Nach Teresas Tod driftet die Familie zusehends auseinander - Bruce scheint zunächst gefangen in seiner Trauer, findet dann aber Trost bei einer Nachbarin, Joshua bricht die Schule ab und droht, auf die schiefe Bahn zu geraten, und Claire unterbricht ihr Studium und zieht eher ziellos umher.

Die Geschichte hat Potenzial und man erkennt durchaus, wie wichtig es für Strayed war, dieses Buch zu schreiben, um ihren Verlust schriftstellerisch zu verarbeiten. Mich persönlich konnte "Wildblumen im Schnee" jedoch leider nicht nachhaltig berühren. Das Buch liest sich zwar sehr flüssig, bleibt aber immer mehr oder weniger an der Oberfläche, seicht, die Protagonisten  empfand ich beim Lesen als eher flach und schablonenartig.

Das Buch las sich meiner Ansicht nach "typisch amerikanisch", leider wurden auch einige Klischees nicht ausgelassen:, darunter beispielsweise die doch im wahren Leben recht unwahrscheinliche Affäre Claires mit dem Angehörigen einer anderen sterbenskranken Frau, dem sie im Krankenhaus begegnet.

Das Buch ist kein Reinfall, aber auch absolut kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss. Ich vergebe 3 Sterne.

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

auswanderer, entbehrungen, geschichte, geschichte der usa, heimat, historie, immigranten, kindheit, kline, liebe, maine, schicksal, usa, waisen, waisenkinder

Der Zug der Waisen

Christina Baker Kline , Anne Fröhlich
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.12.2016
ISBN 9783442481613
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mir waren sie nicht bekannt, die "Waisenzüge", die arme, oft verwaiste Kinder im 20. Jahrhundert über Jahre hinweg unter anderem von den Straßen oder aus den Waisenhäusern New Yorks sammelten und in eine ungewisse Zukunft zu Pflegeeltern auf dem Lande - meist im mittleren Westen der USA - transportieren. Manche der Kinder hatten den Umständen entsprechend Glück und kamen in liebevollen Familien unter. Doch viele der Kinder, die dieses Schicksal erlebten, waren in den Pflegefamilien Misshandlungen, Vernachlässigung und Ausbeutung ausgesetzt. Die Mädchen mussten Hausarbeit verrichten, die Jungen schwere Arbeit auf den Feldern und Farmen verrichten.

Diesem interessanten und viel zu wenig bekanntem Kapitel amerikanischer Geschichte nahm sich Christina Baker Kline in ihrem Roman "Der Zug der Waisen" an. Darin geht es um die alte Vivian, die in einem herrschaftlichen Haus residiert und seit vielen Jahren mit niemandem mehr über ihre Vergangenheit gesprochen hat. Dies ändert sich erst, als Molly bei ihr Sozialstunden ableisten muss. Die Siebzehnjährige stammt aus schwierigen familiären Verhältnissen, lebt in einer Pflegefamilie, in der man sie vor allem sich selbst überlässt - oder permanent kritisiert - und ist nur knapp dem Jugendgefängnis entgangen. Zunächst soll Molly nur den Dachboden Vivians entrümpeln, doch dieser steckt voller Gegenstände aus Vivians Vergangenheit, von denen die alte Dame sich nicht zu trennen vermag. Langsam kommen Molly und sie sich näher und die Beziehung intensiviert sich noch, als Molly für ein Schulprojekt mit jemandem über dessen Vergangenheit und wichtige Eckpunkte darin sprechen soll.

So bricht Vivian ihr jahrzehntelanges Schweigen und erzählt Molly von der Kindheit in bitterer Armut in Irland. Die Familie reiste mit dem Schiff in die Staaten, wo sie sich eine bessere Zukunft erhofften. Doch die Alkoholabhängigkeit des Vaters und die Launen der Mutter lasten schon da schwer auf  Vivian, die damals noch Niamh heißt. Als Vivians Eltern bei einem schrecklichen Brand ums Leben kommen, landet das Mädchen in einem Waisenhaus und schließlich in einem der "Waisenzüge". Doch Vivian hat zunächst kein Glück, sie kommt zu einem Ehepaar, dass das Mädchen als kostenlose Arbeitskraft ausbeutet. Tag um Tag muss sie Kleider nähen, darf nicht einmal die Schule besuchen. Auch in ihrer nächsten Pflegefamilie ergeht es Vivian nicht viel besser, sie soll sich um die Kinder kümmern, doch die Familie lebt in bitterer Armut und der Familienvater wird ihr gegenüer auch noch zudringlich...

So erzählt Vivian Molly von ihrer schweren Kindheit und wie es ihr dennoch gelang, sich ein gutes Leben aufzubauen. Davon profitiert letztlich auch Molly, die endlich wieder eine Perspektive für ihre eigene Zukunft sieht.

Das Buch ist sehr berührend, lässt sich flüssig lesen und befasst sich mit einer interessanten Thematik. Meiner Ansicht nach hätte es ruhig noch 200 bis 300 Seiten länger sein können, dann wäre es vermutlich auch noch etwas stärker in die Tiefe gegangen, was die Charakterentwicklung der Protagonisten betrifft.

Gerade im letzten Drittel schwächelte das Buch leider, Vivians Jahre als junge Erwachsene wurden eher zackig abgehandelt, und es fehlte der Raum, sich wirklich mit ihr identifizieren zu können. Ein paar Wendungen am Ende sind schon haarscharf am Kitsch vorbei, ein wenig hatte ich das Gefühl, das Buch solle nur möglichst schnell zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Das ist schade, aus diesen letzten Seiten hätte man meiner Meinung nach durchaus noch mehr "hinausholen" können.

Insgesamt betrachtet aber ist "Der Zug der Waisen" ein lesenswerter Roman, der auch rührt und beschäftigt, nachdem man ihn zu Ende gelesen hat.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Mischling

Affinity Konar
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Atlantic Books, 06.07.2017
ISBN 9781786490872
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Mischling" von Affinity Konar ist zwar ein Roman, doch sie greift darin ein tatsächlich gewesenes Grauen auf: Ihr Buch handelt von den Zwillingsschwestern Stasha und Pearl, die in Auschwitz Josef Mengele in den Händen fielen, der dort medizinische Experimente - oftmals sehr schmerzhafte Prozeduren, die nicht selten zum Tod der Opfer führten - durchführte. Die Zwillingsforschung interessierte Mengele hierbei besonders. Stasha und Pearl sind also fiktive Figuren, doch all die Prozeduren und Grausamkeiten, die Konar beschreibt, sind tatsächlich geschehen.

Zwar ich hatte zuvor auch schon von Mengeles kaltblütiger Forschung an Lagerinsassen gehört, doch es war sehr bedrückend, Näheres darüber zu lesen, wie die Menschen entwürdigt und gequält wurden und wie grauenvoll ihre Lebensumstände waren, als sie von Namen zu Nummern wurden, deren Identität ihre Peiniger nicht oder nur bis zu einem gewissen Punkt (arisch oder nicht...) interessierte. Gerade im ersten Drittel des Buches musste ich tatsächlich gelegentlich innehalten, um mich von dem beschriebenen Grauen zu erholen, obwohl Konar die fürchterlichen Versuche nicht bis ins kleinste Detail beschreibt. Was ich las, reichte auch schon, um bei mir Übelkeit und Abscheu auszulösen. Doch es ist wichtig, sich zu erinnern!

So bedeutend und wichtig ich die Geschichte hinter "Mischling" auch finde, so muss ich doch ehrlich zugeben, dass ich mit Konars Schreibstil leider bis zum Schluss nicht ganz warm werden konnte. Sie schrieb mir ein wenig zu verschnörkelt, zu bemüht poetisch, manche Passagen wirkten für mich als Leser fast zu überfrachtet mit Bedeutung und Symbolen. Leider erschwerte mir dieser Erzählstil auch die Identifikation mit den beiden jungen Protagonistinnen. Nichtsdestotrotz sollte dieses Buch gelesen werden, damit nie wieder Kinder ein solches Grauen erleben müssen wie Stasha und Pearl in Konars beklemmendem Werk.

Ich vergebe 3,5 Sterne.

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englisch

The Little Friend

Donna Tartt
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury Publishing Plc, 16.06.2005
ISBN 9780747573647
Genre: Romane

Rezension:

"The Little Friend" war eigentlich Donna Tartts erster Roman, ich hatte zuvor jedoch schon "The Secret History" und "The Goldfinch" gelesen. Beide Bücher hatten mir insgesamt betrachtet sehr gut gefallen, sodass meine Erwartungshaltung recht hoch war. Doch auch von "The Little Friend" wurde ich nicht enttäuscht: Wie immer ist Donna Tartts Schreibstil in meinen Augen brillant: Scharfsinnig, klug und sehr lebendig erzählt sie die Geschichte der zwölfjährigen Harriet, die in einem langen, äußerst atmosphärisch beschriebenen Südstaatensommer beschließt, das Rätsel um ihren höchstwahrscheinlich ermordeten Bruder Robin, zu dessen Todeszeitpunkt sie noch ein Baby war, zu lösen.

Sehr gelungen fand ich in dem Buch vor allem die Charakterbeschreibungen der handelnden Personen. Vor allem Harriets bester Freund Healy sowie Harriets patente Großmutter Edie und die drei Großtanten sind Donna Tartt wirklich gleungen und fühlten sich für mich beim Lesen unglaublich "echt" an, als handle es sich um tatsächlich existierende Personen, nicht nur um Figuren aus einem Roman.

Stellenweise erinnerte mich "The Little Friend" ein wenig an mein absolutes Lieblingsbuch - "The Way the Crow flies", wenngleich es für mich nicht ganz an dieses herankam. Gerade im letzten Drittel schwächelte "The Little Friend" dann meiner Meinung nach gelegentlich ein wenig; so interessant die Beschreibungen der Südstaaten-Unterwelt und der kriminellen Ratliff-Familie, die Harriet verdächtigt, etwas mit dem Tod ihres Bruders zu tun haben, auch sein mögen, so waren diese Passagen für mich persönlich manchmal doch ein wenig zu langatmig gehalten und ich hätte die Geschichte lieber weiterhin mit ganz klarem Fokus auf Harriets Sichtweise gelesen.

Das Ende des Buches passte grundsätzlich zwar gut zur Geschichte, als Leser hätte ich mir aber doch eine etwas abgeschlossenere Handlung gewünscht. Viele Fragen - darunter auch die zentrale Frage nach dem Mörder Robins - werden offengelassen, obwohl man als Leser eigentlich die ganze Zeit über das Gefühl hat, dass dieses Rätsel noch gelöst werden wird. Aber auch Harriets Zukunft und die weitere Geschichte ihrer Familie bleiben recht ungewiss, was ich schon etwas schade fand.

Nichstdestotrotz ist "The Little Friend" ein lesenswerter Roman einer Schriftstellerin, die wirklich etwas von ihrem Handwerk versteht!

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History of Wolves

Emily Fridlund
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei W&N, 23.02.2017
ISBN 9781474602952
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die vierzehnjährige Madeline, genannt Linda, lebt mit ihren Eltern in den Wäldern im Norden Minnesotas. Madeline ist eine Außenseiterin, früher lebten in der Hütte, die sie nun mit den Eltern - Ex-Hippies - bewohnt, mehrere Erwachsene und auch andere Kinder in einer Art von Kommune, doch alle anderen zogen schon vor Jahren wieder fort. Madeline und ihre Eltern sind die Übriggebliebenen.

Schließlich ziehen neue Nachbarn in das Häuschen auf der anderen Seite des Sees und es kommt zur ersten Begegnung: Patra ist sechsundzwanzig Jahre alt und verheiratet, da ihr Mann aber beruflich unterwegs ist, ist sie zunächst alleine mit dem vierjährigen Sohn, Paul. Madeline spürt, dass etwas an dieser Familie "anders" ist, besonders, fühlt sich gleichzeitig aber sehr stark von ihnen angezogen, insbesondere von Patra ist sie fasziniert. So kommt es, dass Madeline zu Pauls Babysitterin wird und immer mehr Zeit bei den neuen Nachbarn verbringt. Und so kommt es, dass Madeline schließlich Zeugin einer Katastrophe wird...

Emily Fridlund schreibt poetisch und trotzdem klar, die Geschichte geht unter die Haut, man spürt das sich anbahnende Grauen und möchte nichts lieber, als es aufzuhalten, obwohl man weiß, dass diese Hoffnung vergeblich ist, dass etwas Schreckliches passieren wird... Atmosphärisch und bedrückend liest sich dieses dünne, aber intensive Buch.

Neben dem Hauptstrang der Handlung gibt es noch einen Nebenstrang, der einen Lehrer bzw. schließlich ehemaligen Lehrers betrifft sowie ein Mädchen aus Madelines Klasse, welches behauptet, von diesem "geküsst" worden zu sein.

Und schließlich ist da die erwachsene Madeline, die zurückblickt auf das, was damals geschehen ist, und Ereignisse aus ihrem Leben als Erwachsene werden ebenfalls erzählt.

Während der Hauptstrang der Handlung mich ganz und gar fesselte und emotional berührte, fiel es mir schwerer, den Nebenstrang der Handlung mit ebensolchem Interesse zu lesen. Auch die Passagen, in denen Madeline aus ihrem Leben als erwachsene Frau erzählt, kamen für mich nicht an den Hauptstrang der Handlung heran. Teils wirkten diese Teile des Buches für mich etwas künstlich und überambitioniert seitens der Autorin.

3,5 Sterne.

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Before the Storm

Diane Chamberlain
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Mira Books, 21.05.2010
ISBN 9780778303381
Genre: Sonstiges

Rezension:

Von Diane Chamberlain stehen bereits "Breaking the Silence" und "Necessary Lies" in meinem Regal und somit war ich sehr gespannt auf "Before the Storm". Insgesamt betrachtet war auch dieses Buch ein sehr solider Familienroman der bekannten Autorin, konnte meiner Meinung nach aber nicht ganz mit den beiden von mir bisher gelesenen Romanen Chamberlains mithalten.

In dem Buch geht es um den fünfzehnjährigen Andy, der aufgrund von Foetal Alcohol Spectrum Disorder in vielerlei Hinsicht noch sehr kindlich wirkt und der vor allem in sozialen Situationen oft sehr unbeholfen und für die Umwelt sonderbar agiert. Bei einer Kirchenveranstaltung für die lokalen Teenager kommt es dann zu einem dramatischen Brand. Andy gelingt es, in dieser Situation wahren Heldenmut zu beweisen, doch nach und nach gerät er selbst in Verdacht, das Feuer gelegt zu haben...

Die Handlung des Romans ist sehr spannend, auch als Leser möchte man natürlich wissen, was sich in der Nacht des Feuers tatsächlich ereignet hat und ob Andy wirklich unschuldig ist.

Ein weiterer Teil der Geschichte spielt in der Vergangenheit und wird aus der Perspektive von Andys Mutter, Lauren, erzählt, einer trockenen Alkoholikerin. Auch wenn ich es interessant fand, einen Einblick in Laurens Vergangenheit zu bekommen, fand ich es manchmal ein wenig anstrengend, dass ein doch nicht unbeträchtlicher Teil der Geschichte in der Vergangenheit spielt.

Weitere Sichtweisen in dem Buch sind die von Marcus, Andys Onkel, sowie Maggie, Andys älterer Schwester. Sie alle lieben Andy sehr, tragen aber wie Andys Mutter Lauren düstere Geheimnisse und quälende Sorgen mit sich herum. Nach und nach fügen sich die einzelnen Geschichten der Protagonisten dann zu einem großen Ganzen zusammen.

Das Buch liest sich flüssig, nur stellenweise fand ich es aufgrund der Perspektivwechsel und Rückblenden ein klein wenig langatmig. Nichtsdestrotrotz möchte man wissen, wie die Geschichte ausgeht, und Chamberlain hat wieder einmal eine sehr interessante Thematik gewählt.


3,5 Sterne von mir.

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einsamkeit, kameradschaft, leben, liebe, schmerz, tod

Julius Winsome

Gerard Donovan
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Faber And Faber, 07.02.2008
ISBN 9780571235377
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Julius Winsome" von Gerard Donovan ist ein eher kurzer Roman, der es aber in sich hat. Die Atmosphäre des Buches ist eher düster, bedrückend, verstörend - dem Autor gelingt es voll und ganz, dem Leser das Gefühl zu geben, auch dabei zu sein in dem klirrend kalten Wald in Maine zur Winterzeit.

Der Protagonist, Julius Winsome, lebt mit seinem Hund Hobbes alleine in einer Hütte in den Wäldern Maines. Die Behausung ist voller Bücher, die einst Julius' verstorbenem Vater gehörten und in denen Julius liest, um sich so die eintönigen, langen, melancholischen Wintertrage zu vertreiben.

Doch die Eintönigkeit und Vorhersehbarkeit von Julius' Tagen ändert sich schlagartig, als sein vierbeiniger Begleiter Hobbes im Wald erschossen wird. Der Tod des Hundes löst in Julius etwas aus - und er begibt sich auf eine blutige Jagd in die Wälder, um die abscheuliche Tat zu rächen, wobei er immer mehr in einen Strudel der Gewalt hineingezogen wird, dem er sich nicht zu entziehen vermag.

"Julius Winsome" ist eines jener Bücher, die im Gedächtnis bleiben. Mir gefiel die klare und doch poetische Sprache, die Schlichtheit der Erzählung, und nicht zuletzt, dass der Autor dem Leser sehr oft die Gelegenheit gibt, sich selbst Gedanken zu machen; bis zum Schluss werden nicht alle Fragen beantwortet und Julius' Handlungen bleiben teilweise ein Rätsel - doch genauso ist es ja auch im Leben, nicht jede Reaktion, nicht jede Handlung ist immer rational und perfekt nachvollziehbar.

Vier Sterne für dieses ungewöhnliche, unter die Haut gehende Buch.

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adult, fiction, historical fiction

To the Bright Edge of the World

Eowyn Ivey
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Tinder Press, 02.08.2016
ISBN 9781472208606
Genre: Romane

Rezension:

"The Snow Child", Eowyn Ivys Erstlingswerk, mochte ich sehr, sehr gerne und war darum äußerst gespannt auf "To to bright Edge of the World". Ivy verfügt auf jeden Fall über ein beachtliches schriftstellerisches Talent, wie sie auch in diesem Buch wieder aufs Neue bewiesen hat.

War "The Snow Child" hauptsächlich mysteriöses Wintermärchen, ist "To the bright Edge of the World" um einiges historischer, auch wenn der mythisch-mystische Aspekt nicht zu kurz kommt, diesmal allerdings in Verbindung mit den Ureinwohnern Alaskas und ihren Glaubensgrundsätzen und Überzeugungen.

Die Handlung des Buches beschreibt eine Expedition des noch zu nicht unerheblichen Teilen unerforschten Alaskas im Jahre 1885. Lieutenant Colonel Allan Forrester leitet die Expedition, begleitet wird er von zwei Männern. Jeder der Männer durchlebt auf dieser Reise jedoch auch eine ganz persönliche Entwicklung und hat mit eigenen "Geistern" zu kämpfen.

Ein weiterer Erzählstrang widmet sich Allans junger Frau Sophie, die, während ihr Mann auf der gefährlichen Erkundungstour ist, ebenfalls eine ganz persönliche Weiterentwicklung durchlebt. Zu viel soll hier nicht vorweggenommen werden, doch wer sich für die Anfänge der Fotografie interessiert, der wird vor allem die Passagen, welche von Sophie handeln, vermutlich lieben.


Das Buch besteht hauptsächlich aus Tagebucheinträgen sowohl Allens als auch Sophies. Auch Briefe, kleine Fotos und Dokumente werden in die Erzählung mit eingeflochten. Dies passt sehr gut zur Handlung des Buches und trägt sicherlich dazu bei, dass der Leser sich mit den Charakteren identifizieren kann - es ist letztlich aber Geschmackssache, ob man mit dieser Art der Erzählung etwas anfangen kann oder nicht. Ich empfand vor allem das erste Drittel zunächst als recht mühsam. Als die Geschichte dann an Fahrt aufnahm, war für mich auch diese besondere Aufmachung weniger mühsam als anfangs.


Gut gefiel mir persönlich auch ein weiterer Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und aus Briefen eines Nachkommens von Allan Forrester sowie einem jungen Museumskuratoren bestand.


Insgesamt betrachtet ein durchaus spannendes Buch, das gerade in der Winterzeit eine zur Jahreszeit wirklich gut passende Lektüre ist - ich vergebe 3,5 Sterne.


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Schmerzenskind

Nina Ziegler , Andrea Micus
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404609192
Genre: Biografien

Rezension:

Nina Ziegler hatte eine furchtbare Kindheit, geprägt von Schlägen und Vernachlässigung. Nach der Trennung ihrer Eltern musste Nina bei ihrer kalten, lieblosen Mutter bleiben, die immer wieder neue Partner anschleppte, welche vor allem ihre älteste Tochter Nina auf grausame Weise misshandelten. Das Mädchen wurde ständig grün und blau geschlagen, auch mit einem Gürtel bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt. Sie litt fortwährend unter Schmerzen, musste zur Strafe für angebliches Fehlverhalten noch hungern und bekam von ihrer Mutter nur dann liebevolle Aufmerksamkeit, wenn jemand im Raum war, der ansonsten hätte merken können, dass in der Familie etwas ganz und gar nicht stimmte.
Erst nach einem jahrelangen Martyrium durfte Nina zu ihrem geliebten Vater ziehen. Doch das Glück währte nicht lange, denn Nina kam in diesem neuen Leben - verständlicherweise - nicht zurecht, fing an, sich mit den falschen Leuten herumzutreiben, rauchte, trank, kam in Berührung mit Drogen. Der verzweifelte, überforderte Vater musste schließlich kapitulieren, Nina kam in ein Heim. Doch aufwärts sollte es noch lange nicht gehen...

Als Erwachsene versucht Nina, ihre traumatische Kindheit zu verarbeiten. Sie macht Therapien, will beruflich vorankommen, träumt von einer glücklichen Familie. Doch immer wieder treffen sie herbe Rückschläge, sie erlebt Flashbacks und lernt dann auch noch einen Mann kennen, von dem sie gedemütigt und misshandelt wird - genauso wie in ihrer eigenen Kindheit. Die glückliche Kindheit, die sie sich so für ihre Kinder wünscht, kann sie ihnen nicht bieten, das Familienleben ist gekennzeichnet von Anspannung und Gewalt.

Ninas Weg in ein selbstbestimmtes Leben ist lang und beschwerlich. Sie leidet an einer komplexen posstraumatischen Belastungsstörung, die Flashbacks quälen sie. Doch nach und nach gelingt es ihr, sich und ihren Kindern endlich ein schönes Leben aufzubauen. Nicht zuletzt helfen ihr dabei ihr Terrier Binky und schließlich auch Max, ein Assistenzhund für Menschen mit posstraumatischer Belastungsstörung.

Schonungslos offen schildert Nina Ziegler die schlimmen Erlebnisse ihrer Kindheit und wieder einmal fragt man sich: Wie konnten diese Misshandlungen über Jahre hinweg stattfinden? Warum wurde das Jugendamt nicht schon früher aktiv, ließ sich so einfach abspeisen?

Gut finde ich, dass Nina Ziegler in ihrem Buch nicht nur ihre Kindheit aufarbeitet, sondern auch ihre schwierigen Jugend- und Erwachsenenjahre. Sie zeigt auf, wass es bedeutet, mit PTBS leben zu müssen, und wie sehr es den Alltag und ein normales, schönes Leben einschränkt. Dafür gebührt ihr allerhöchster Respekt!

Ein wenig schade fand ich nur, dass der PTBS-Hund, der schon in der Inhaltsangabe erwähnt wurde, fast nur am Rande erwähnt wurde. Ich hätte gerne mehr über die Tätigkeit dieser vierbeinigen Helfer erfahren und hatte dies nach dem Klappentext eigentlich auch erwartet.

Ein Buch, das betroffen macht und noch lange nachhallt.

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distanz, einsamkeit, endlichkeit, fragilität, fremdheit, insekten, loslassen, malerei, psychose, resignation, rückzug, taubheit, trauer, trennung, verlassenheit

Die Mansarde

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.04.2005
ISBN 9783548605739
Genre: Romane

Rezension:

"Die Mansarde" reicht meiner Ansicht nach bei weitem nicht an Marlen Haushofers Erfolgsroman "Die Wand" heran. In vielerlei Hinsicht ähneln sich beide Romane, nur ist die Protagonistion in "Die Wand" nicht nur innerlich gefangen, sondern auch durch eine solide, unsichtbare Wand vom Rest der Welt getrennt. Die Protagonistin in "Die Mansarde" hingegen zieht sich freiwillig in ihre Mansarde auf dem Dachboden des Hauses zurück, um dort ungestört malen, zeichnen und ihren Gedanken nachhängen zu können. Nach außen hin führt sie eine normale, stabile Ehe und ein normales, solides Hausfrauendasein, doch in Wirklichkeit ist ihr Leben von einem Ereignis überschattet, das sie nun wieder einzuholen droht. Vor vielen Jahren verlor sie nämlich scheinbar aus dem Nichts heraus ihr Gehör und wurde aufs Land geschickt, wo sie im Haus eines - sehr unsympathisch anmutenden - Jägers lebte, um wieder zu Kräften zu finden. Im Wald begegnete sie einem rothaarigen, geheimnisvollen Mann, der fasziniert von ihrer Taubheit ist und sie um regelmäßige Treffen bietet, um sich in ihrer Gegenwart alles von der Seele reden zu können. Obwohl er sie abstößt, sie ihn gar für einen Mörder hält, geht die Protagonistin auf seine Bitte ein.

Das Buch ist - typisch Haushofer- sehr düster und melancholisch, es scheint wenig Hoffnung und Trost zu geben. Die Protagonistin versucht seit vielen Jahren erfolglos, einen Vogel zu zeichnen, der weiß, dass er "nicht der einzige Vogel auf der Welt" ist, scheitert an diesem Vorhaben jedoch immer wieder.

Während die Dunkelheit und Melancholie von "Die Wand" mich in ihren Bann zog, das Buch mich faszinierte und ich unbedingt weiterlesen wollte, schleppte sich "Die Mansarde" eher dahin. Sehr vieles wurde nur angedeutet und mehr oder weniger offen gelassen, sodass man als Leser mit dem Gefühl zurückbleibt, vor vielen losen Enden zu stehen. Ich persönlich konnte mit der sinnlosen Trostlosigkeit von "Die Mansarde" wenig anfangen. Darum kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.

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alien, außerirdische, außerirdischer, cambridge, england, familie, intelligenz, leben, liebe, mathematik, matt haig, menschen, menschheit, roman, sinn des lebens

Ich und die Menschen

Matt Haig ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216043
Genre: Romane

Rezension:

"Ich und die Menschen" von Matt Haig ist im Grunde genommen eine Geschichte darüber, was das Menschsein eigentlich ausmacht. Diese Geschichte erzählt Haig mittels eines Protagonisten, der eigentlich gar kein Mensch ist - sondern ein Außerirdischer. Dieser wird von seinem Heimatplaneten auf die Erde geschickt, um zu verhindern, dass die Menschheit durch die Entdeckung des Beweises der Riemannschen Vermutung immense Fortschritte macht. Fortschritte, von denen zumindest die Vonnadorianer denken, dass die Menschen ihrer nicht würdig sind. Menschen, so hat es auch der außerirdische Protagonist des Romans immer gelernt, sind habgierig, zerstörerisch und selbstsüchtig.
Nun schlüpft der Außerirdische in den Körper eines britischen Mathematikprofessors, der den Beweis für die Riemannsche Vermutung herausgefunden hat. Er soll alle Spuren von diesem Beweis vernichten und das Universum somit vor einer Katastrophe bewahren.
Doch nach und nach muss der Außerirdische feststellen, dass die Menschen auch ihre guten Seiten haben - sie können lieben, sich umeinander kümmern, sie haben einen Sinn für Kunst, sie können sich weiterentwickeln und dazulernen. Und plötzlich wird dem Besucher aus dem All klar, dass er die Familie des Mathematikprofessors eigentlich gar nicht auslöschen möchte, wie es die Bewohner seines eigenen Planeten ihm aufgetragen haben...

"Ich und die Menschen" besticht durch eine herrlich schräge Rahmenhandlung und einen sympathischen außerirdischen Helden. Es ist kein Lobgesang auf die Menschheit, aber auch kein vernichtendes Urteil über diese, sondern ein Buch, das einfach nur aufzeigt, wie die Menschen wirklich sind und sein können - tapfer, aber auch feige, egoistisch, aber auch selbstlos, fürsorglich, aber auch zersterörisch. Das Buch ist humorvoll geschrieben, weckt aber durchaus Emotionen und ist auf gewisse Weise angenehm berührend. Es ist sicherlich kein literarisches Wunderwerk und hat auch ein paar kleinere Schwächen - insgesamt betrachtet hebt sich "Ich und die Menschen" aber deutlich von vielen anderen Romanen ab, da es einen wirklich originellen Plot hat und für einige Lacher und schöne Momente sorgt.

3,5 Sterne von mir.

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freundschaft, roadtrip, spaß, verfilmt

Umweg nach Hause

Jonathan Evison , Isabel Bogdan
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.07.2016
ISBN 9783734102660
Genre: Romane

Rezension:

"Umweg nach Hause" verspricht einen skurrilen Roadtrip durch die USA, unternommen vom schicksalsgebeutelten Pfleger Ben und seinem Schützling, den im Rollstuhl sitzenden Trevor. Ben erlitt in der Vergangenheit einen schlimmen Verlust und wurde eher aus der Not heraus Pfleger - irgendwie muss man ja Geld verdienen. Doch irgendetwas an dem pflegebedürftigen Jugendlichen Trevor berührt ihn und Mitgefühl hat er auch mit dem Vater des Jungen, der die Familie Jahre zuvor verließ und bislang erfolglos versucht, dafür Buße zu tun. Deshalb auch die Idee zum verrückten Roadtrip - denn nach einem Unfall kommen Ben und Trevor auf den Einfall, Trevors Vater zu besuchen, auch wenn das Vater-Sohn-Verhältnis bis dahin sehr angespannt ist...

Aus der Grundidee hätte man sehr viel machen können. Leider ist dem Autor dies nicht gelungen. Der Schreibstil bleibt stets flapsig und oberflächlich, die Protagonisten werden eher schemenhaft charakterisiert, ihnen wird kein Leben eingehaucht.
Der Roadtrip an sich lässt lange auf sich warten und wird eigentlich nur in einem eher kurzen Teil des Buches abgehandelt, was ich schade fand.

Für mich war dieses Buch daher leider ein Fehlkauf.

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Purity

Jonathan Franzen
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Fourth Estate, 01.09.2015
ISBN 9780007532797
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich Franzens "Freedom" und "The Corrections" als wahres Lesevergnügen empfunden hatte - wenngleich der Funke bei "The Corrections" erst nach dem zweiten Mal Lesen übersprang - war ich äußerst gespannt auf sein neuestes Werk, "Purity". Leider bin ich für mich zu dem Fazit gekommen, dass "Purity" hauptsächlich von dem wie gewohnt genialen Schreibstil des Autors lebt. Und ja, ich bin ein großer Fan von Franzens Schreibstil - aber das alleine reicht für einen Roman von mehreren hundert Seiten nun einmal nicht aus, um ein Buch zu einer grandiosen Lektüre zu machen.
Dabei begann "Purity" noch sehr fesselnd. Einige Passagen gerade auf den ersten hundert bis 150 Seiten fand ich richtiggehend brilliant. Umso enttäuschter war ich dann vom Rest der Geschichte, die leider sehr farb- und lieblos auf mich wirkte. Ja, es wird eine Geschichte erzählt, aber diese Geschichte ließ mich völlig kalt. Normalerweise gefällt es mir sehr gut, wie Franzen auf die unterschiedlichen Protagonisten in seinen Büchern eingeht; hier aber interessierte mich kein einziger der Protagonisten abgesehen von der jungen Purity Taylor, genannt Pip - und leider kam diese Protagonisten über mehrere hundert Seiten lang fast nur als Randfigur vor.
Als absolut nicht prüde Leserin hat mich an diesem Buch tatsächlich auch die "Versextheit" gestört: Ich habe nichts gegen Sex in einem Buch, nicht einmal gegen reichlich davon - aber es soll doch bitte irgendetwas zur Geschichte beitragen und nicht nur verwendet werden, um das Buch länger zu machen und einen "Schockeffekt" auszulösen. Und wie schon bei Franzens "Here I am" habe ich persönlich bei den meisten Büchern nicht das Gefühl, dass ständige Erwähnungen von männlichen Erektionen und Beschreibungen ihrer Masturbationspraktiken etwas Bedeutsames zum Plot beizutragen haben.

Das Buch hat seine brillianten Passagen - aber leider auch seine Längen. Und als ich es zuklappte, war mir bereits bewusst, dass dies kein Buch sein wird, zu dem ich schnell wieder greifen werde. Abgesehen von Franzens gekonntem Erzählstil hat mir dieses Buch leider nicht gefallen.

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allein, berge, einsamkeit, hund, isolation, jagdhütte, katze, kuh, marlen haushofer, melancolie, natur, österreich, poesie, überleben, wand

Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548288123
Genre: Romane

Rezension:

Die namenlose Protagonistin, aus deren Sicht das Buch erzählt wird, findet sich hinter einer unsichtbaren, undurchdringlichen Wand wieder, Gesellschaft leisten ihr nur ein paar Tiere. Auf der anderen Seite der Wand scheinen sowohl Tiere als auch Menschen einfach erstarrt zu sein. Da die Protagonistin Urlaub auf dem Land machte, ist sie nun völlig auf sich alleine gestellt und muss sich in der Natur zurechtfinden. Das Forsthaus, in dem sie eigentlich nur einige Tage verbringen wollte, wird so zu ihrem Zuhause, die Tiere werden zu Gefährten, denen sie Namen gibt und zu denen sie eine enge emotionale Bindung aufbaut. Sie baut Kartoffeln an, hackt Holz, geht jagen. Ihr emotionaler Zustand schwankt im Laufe des Buches immer wieder stark, mal ist sie in ihrer Situation sehr zufrieden, mal sehnt sie sich nach anderen Menschen.

Ich hatte zunächst Bedenken, das Buch könne sich langweilig lesen. Tatsächlich las ich das Buch innerhalb nur weniger Tage aus, da ich von der ersten Sekunde an völlig gefesselt war - sowohl von der Handlung als auch von Haushofers Schreibstil, der einerseits sehr klar, andererseits aber doch sehr poetisch und melancholisch ist. Das Buch ist einfach etwas ganz Besonderes, es bleibt im Gedächtnis, lässt nicht los, macht betroffen und hoffnungsvoll, stimmt mal zuversichtlich, mal traurig.
Es gelingt Haushofer unglaublich gut, die schwankenden Gemütszustände ihrer Protagonistin für den Leser anschaulich und berührend zu beschreiben. Ebenso eindrucksvoll und ergreifend liest sich die Beziehung der namenlosen Protagonisten zu ihren Tieren, insbesondere zu dem treuen Hund Luchs, der sie stets begleitet.

Wer Bücher mit einem traurigen und/oder ungewissen Ende nicht mag, dem wird "Die Wand" nicht gefallen. Am Ende kam es zu einem für mich derartig traurigem Vorfall, der im Laufe des Buches bereits immer wieder angekündigt wird - nichtsdestotrotz hoffte ich bis zum letzten Moment wider besseres Wissen, die Katastrophe könne noch abgewendet werden. Haushofer schildert den Verlust, den ihre Protagonistin erlebt, so hautnah und greifbar, dass mir selbst danach wirklich zum Weinen zumute war.

Letztlich werden sich an "Die Wand" wohl die Geister scheiden. Ich finde es genial, aber man muss wohl in der richtigen Stimmung sein und auch sehr düsteren, nachdenklichen Büchern etwas abgewinnen können, um es in sein Herz lassen zu können. Für mich bleibt "Die Wand" eine unvergessliche Lektüre.

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