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16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

hunde, es würde knochen vom himmel regnen, intelligenz, führung ohne gewalt und zwang, beziehung

Es würde Knochen vom Himmel regnen

Suzanne Clothier , Clarissa von Reinhardt , Patricia Kober , Stefan Dinter
Fester Einband: 357 Seiten
Erschienen bei animal learn, 14.10.2004
ISBN 9783936188158
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich las die amerikanische Originalausgabe dieses Buches, "Bones would rain from the sky". Auch nach dem Lesen hallt dieses insgesamt wirklich schöne Buch noch in mir nach. Wie oft sind wir mit unseren Hunden zu ungeduldig, verlangen zu viel, vergleichen sie mit anderen oder ärgern uns über sie, obwohl wir selbst im Training schlampig waren oder ihnen einfach nicht genug Zeit gegeben haben! Es kennt wohl fast jeder Hundebesitzer, dass man ab und zu das Gefühl hat, seinen Hund nicht genug wertzuschätzen. Das war es, woran ich bei der Lektüre dieses Buches immer wieder denken musste, denn die Autorin führt einem doch sehr pointiert und feinfühlig vor Augen, wie wunderbar es doch ist, sein Leben mit einem Hund oder mehreren Hunden teilen zu können.

"Bones would rain from the sky" ist kein Erziehungs- oder Trainingsbuch; wer sich konkrete Ratschläge darüber erwartet, wie man dem Hund beibringt, perfekt an der Leine zu laufen oder zahlreiche Tricks auszuführen, ist mit diesem Buch falsch beraten. Es ist eher ein Buch über die Bindung zu unseren Hunden, ein Buch über die Beziehungsebene und über unser Dasein als Hundehalter und Hundemenschen.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, waren die Beispiele aus Clothiers eigenem langjährigen Zusammenleben und ihrer Trainingstätigkeit mit Hunden. Ich mag solche Fallbeispiele, da man doch oft einiges aus ihnen mitnimmt und sich oft ein wenig in dem vorgestellten Hund-Halter-Gespann wiedererkennt.

Gut finde ich auch, dass Clothier nicht vorgibt, perfekt zu sein: So beschreibt sie unter anderem eine Szene aus ihrem Zusammenleben mit Dodgner, einem nicht ganz einfachen Labrador-Chow-Mix, von dem sie eines Nachts ordentlich gereizt ist - müde und unausgeschlafen -, weil er nicht anstandslos in seine Box geht. Clothier beschreibt diese Episode ihrer Ungeduld und Achtlosigkeit den Bedürfnissen des Hundes gegenüber so ehrlich und aufrichtig, dass man als Hundehalter nicht umhin kann, an ähnliche Momente zu denken, an denen man seinem eigenen Hund gegenüber nicht genügend Verständnis, Geduld und Empathie gezeigt hat.

Das Buch führt dazu, dass man sich selbst hinterfragt, dass man reflektierter wird in seinem Dasein als Hundehalter, dass man öfters einmal innehält und sich einfach an seinem Hund und dem Zusammenleben mit ihm erfreut.

Einen Stern ziehe ich dafür ab, dass das Buch sich doch relativ oft wiederholt; so wichtig seine Kernbotschaften auch sind, das Buch hätte man wahrscheinlich auch um ein paar Dutzend Seiten kürzen können, ohne dass diese Botschaften verloren gehen.

Ich persönlich hätte mir zudem ein paar mehr "Fallbeispiele aus der Praxis" erhofft; gar nicht einmal, um zu erlernen, wie ich meinem Hund eine bestimmte Sache beibringe, sondern eher, weil es mir immer viel bringt, mich in jemand anderem oder der Schilderung einer Episode wiederzuerkennen und es mich oft zum Nachdenken anregt.

Insgesamt auf jeden Fall ein sehr schönes und lesenswertes Hundebuch! 

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

joy fielding, thriller, roman, psych, gewalt

Sag, dass du mich liebst

Joy Fielding ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.11.2015
ISBN 9783442483464
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Sag, dass du mich liebst" war mein erster Roman der bekannten Krimiautorin Joy Fielding und wird auch nicht der letzte gewesen sein.
Zur Handlung: Bailey Carpenter ist private Ermittlerin, doch ihr ganzes Leben nimmt eine dramatische Wendung, als sie während einer Beschattung von einem Fremden überfallen und brutal vergewaltigt wird. Die früher so lebenslustige und unerschrockene junge Frau zieht sich mehr und mehr zurück, verlässt ihr Apartment kaum noch, und hat bei jedem Mann, dem sie begegnet, die diffuse Angst, es könne sich bei diesem um ihren Vergewaltiger handeln. Bei dem Blick aus ihrer Wohnung durch ihr Fernglas fällt Bailey dann ein junger, aussehender Mann im Gebäude gegenüber auf, an dem ihr irgendetwas "verdächtig" vorkommt...

"Sag, dass du mich liebst" ist ein "Krimi der leisen Töne". Daran muss man sich zunächst einmal gewöhnen. Im Mittelpunkt steht hier das Opfer eines Verbrechens, nicht die Polizeiarbeit (obwohl diese durchaus auch eine wichtige Rolle im Buch spielt). Dies macht den Roman nicht unbedingt zu dem, was sich Fans des Genres möglicherweise erwarten. Lässt man sich aber darauf ein und findet man Zugang zu dem Buch, ist es doch ein flüssig zu lesender, spannender, mitunter sogar packender Kriminalroman. Allerdings braucht die Handlung recht lange, bis sie wirklich an Fahrt aufnimmt; hier ist also etwas Geduld gefragt.
Die Auflösung des Buches empfand ich als nur teilweise befriedigend. Zumindest einer der Handlungsstränge, der im Buch eine wesentliche Rolle spielt (die Beobachtung des Nachbarn), wurde für meinen Geschmack doch relativ unbefriedigend und "unlogisch" aufgelöst - mir persönlich war diese Auflösung einfach etwas zu weit hergeholt.
Nichtsdestotrotz ist "Sag, dass du mich liebst" ein ordentlicher, flüssig lesbarer, mitunter sehr fesselnder Kriminalroman. Ich würde 3,5 Sterne vergeben, wenn dies hier möglich wäre.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Small Great Things: 'To Kill a Mockingbird for the 21st Century'

Jodi Picoult
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Hodder & Stoughton, 22.11.2016
ISBN 9781444788006
Genre: Sonstiges

Rezension:

In ihrem neuesten Buch "Small Great Things" (Stand: Januar 2017) greift Jodi Picoult ein vor allem in den USA schwieriges Thema auf: Rassismus. Zentrale Figur des aus mehreren Perspektiven erzählten Gesellschaftsromans ist die schwarze Krankenschwester Ruth, die auf der Geburtsstation eines kleinen Krankenhauses arbeitet und hilft, Babys auf die Welt zu bringen. Doch dann wird sie mit der frischgebackenen Mutter Brittany und ihrem Ehemann Turk konfrontiert. Turk Bauer möchte nicht, dass sein neugeborener Sohn Davis von einer schwarzen Schwester auch nur angefasst wird, denn er ist Rassist, ein sogenannter "White Supremacist", der an die Überlegenheit der weißen Rasse glaubt. Als Davis Bauer kurz nach seiner Beschneidung im Krankenhaus verstirbt, steht plötzlich Ruth vor Gericht und wird für den Tod des kleinen Davis verantwortlich gemacht...

Ich fand es spannend, dass Jodi Picoult sich in ihrem neuen Buch dem Thema Rassismus widmet. Gleichzeitig hatte ich etwas Sorge, dass sie bloß auf einen Zug aufspringt, da in letzter Zeit ja doch einige Bücher das Thema "Rassismus" betreffend erschienen sind. Im Großen und Ganzen allerdings hat Jodi Picoult ein wirklich gutes Buch verfasst, das sich sehr flüssig und angenehm las und keine "Durststrecken" aufwies. Für mich persönlich war es nichtsdestotrotz ein wenig schwierig, einen richtigen Zugang zu diesem Buch zu finden, da es doch sehr stark auf die amerikanischen Verhältnisse gemünzt ist (womit ich als farbige Österreicherin keinesfalls behaupten möchte, dass das Problem Rassismus hierzulande nicht existiert). Schade fand ich allerdings, dass die Handlung des Buches doch ein wenig "überzeichnet wirkte; ich empfand die Charaktere teils als ein wenig blass und schablonenartig.
Zudem lässt Jodi Picoult dem Leser meiner Ansicht nach zu wenig Raum, sich eigene Gedanken zu machen; stattdessen wird der Leser viel zu häufig mit der Nase darauf gestoßen, dass Handlung X und Äußerung Y gerade rassistisch war, beispielsweise in der Szene, als Ruth mit ihrer Anwältin Kennedy shoppen geht und Kennedy dort feststellt, wie anders Ruth aufgrund ihrer Hautfarbe von den Angestellten behandelt wird. Anstatt die Beschreibung auf den Leser wirken zu lassen, analysiert Picoult solche Szenen oft quasi bis ins kleinste Detail. Dadurch diktiert sie dem Leser aber vor, was er auch durch eigene Überlegungen sehen und einordnen konnte. Gerade das Thema Alltagsrassismus wird meiner Meinung nach oft zu wenig subtil angegangen; und genau deshalb wird dieses durchaus gute Buch traurigerweise vermutlich weniger sensibilisierend wirken als es könnte. Möglicherweise hat Picoult es an diesen Stellen einfach etwas "zu gut" gemeint.

Diese Kritik an ein paar Punkten des Buches klingt möglicherweise sehr harsch, doch damit möchte ich mitnichten von der Lektüre abraten, denn insgesamt betrachtet ist "Small Great Things" eine durchaus sehr lesenswerte Lektüre! Die Handlung ist spannend, der Schreibstil sehr angenehm und das Buch enthält eine starke Botschaft. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, das Buch als "grandios" oder gar als "To Kill A Mockingbird des 21. Jahrhunderts" zu beschreiben.

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47 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

10 Jahre Freiheit

Natascha Kampusch , Heike Gronemeier
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351291
Genre: Biografien

Rezension:

"Ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben, denn Hoffnung ist eine der stärksten Triebfedern, die wir in uns haben."

Natascha Kampusch wurde 1998 im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Der eigenbrötlerische Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil sperrte sie in ein Kellerverlies und hielt Natascha 8 Jahre lang gefangen. Er misshandelte sie, ließ sie für sich schuften und wollte sie zu seinem Besitz machen. Doch Natascha Kampusch gab die Hoffnung, eines Tages lebend aus Priklopils Gefangenschaft zu entkommen, nie auf. 2006 nutzte sie einen Moment der Unaufmerksamkeit des Täters und entkam so aus dessem Garten.

Schon kurz nach ihrer Selbstbefreiung fingen wilde Spekulationen über Nataschas Zeit in Gefangenschaft an. Verschwörungstheorien verbreiteten sich, Nataschas Worte wurden angezweifelt, die Medien gingen oftmals äußerst respektlos mit ihr um, ihre Privatsphäre wurde nicht respektiert. Natascha war und ist ständiger Kritik, Ablehnung und sogar Hass ausgesetzt. Ein paar Jahre nach ihrer Selbstbefreiung veröffentlichte sie ihr Buch "3096 Tage", in welchem sie von ihrer Zeit in den grausamen Händen Priklopils erzählt. Dieses Buch beeindruckte und berührte mich zutiefst. Umso unbegreiflicher empfand ich es, wie Natascha vor allem in den Boulevardmedien häufig dargestellt wurde: Wie daran gezweifelt wurde, dass sie über ihre Zeit in Gefangenschaft die Warheit berichtet hat, wie ihre Privatsphäre immer wieder mit Füßen getreten wurde. Dass sie trotz all der öffentlichen Demütigungen, die sie über sich ergehen lassen musste, "10 Jahre Freiheit" schrieb und veröffentlichte, zeigt, dass sie eine wirklich bemerkenswerte junge Frau ist, die die Hoffnung tatsächlich niemals aufgegeben hat und hoffentlich auch niemals aufgeben wird. Sie berichtet von ihrer Zeit seit der Selbstbefreiung, thematisiert auch den Umgang der Medien und der Öffentlichkeit mit ihr und dem Fall. Es tut weh, lesen zu müssen, wie häufig sie angefeindet wird, wenn sie, beispielsweise, in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Als Österreicherin und Wienerin schäme ich mich sehr für jene Landsleute, die Natascha beschimpfen und nicht in Ruhe lassen, nur weil sie nicht das "typische Opfer" ist, nur weil sie einen anderen Weg gewählt hat, mit ihrer Geschichte umzugehen. Ich finde die Arbeit, die Natascha leistet, einfach unglaublich wichtig, denn die Reaktionen auf ihre Geschichte zeigen nur zu deutlich, dass noch Aufklärungsbedarf existiert, wenn es um Entführungsopfer und den Umgang mit Opfern von Greueltaten im Allgemeinen gibt.
Sie ist eine sehr weise und starke junge Frau, der ich für die Zukunft wirklich nur das Beste wünsche.

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176 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, entführung, krimi, usa, karin slaughter

Harter Schnitt

Karin Slaughter , Klaus Berr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.02.2015
ISBN 9783442378173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

- was nicht abwertend gemeint ist! Karen Slaughter schreibt solide, durchaus spannende Thriller und schont den Leser nicht, grausige Details sollte man also ertragen können, wenn man sich einen Slaughter-Thriller holt. In "Harter Schnitt" geht es um den Ermittler Will Trent, dessen berufliche Partnerin Faith plötzlich selbst Hilfe zu brauchen scheint, als sie ihre Tochter aus dem Haus ihrer Mutter abholen möchte und dort Schreckliches vorfindet...
Mehr sollte man nicht verraten, um nicht zu viel der Handlung vorwegzunehmen, es ist auf jeden Fall ein spannender Thriller, der sich flüssig liest und für Krimifreunde wirklich keine schlechte Wahl ist.
Nichtsdestotrotz schreibt Karen Slaughter meist nach einem bestimmten Schema, was nicht verwerflich ist, sondern völlig normal - sie hat eben ihren Stil. Trotzdem empfinde ich persönlich die Slaughter-Romane beim Lesen oft als relativ ähnlich und miteinander "austauschbar". Ebenso finde ich es manchmal etwas lästig, dass die persönlichen Probleme der Ermittler - insbesondere deren Beziehungs- und Bindungsschwierigkeiten - so oft im Mitelpunkt stehen. Zudem war mir das Ende von "Harter Schnitt" einfach zu hollywoodfilm-mäßig konstruiert.
Alles in allem ist der Thriller aber durchaus lesenswerte Lektüre für Krimifans.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

beziehung, struktur, erinnerung, familie, verschwinden

Vanishing Girls

Lauren Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HARPER COLLINS, 10.03.2015
ISBN 9781467600125
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In "Vanishing Girls" geht es um zwei Schwestern, die sich nach einem Unfall scheinbar völlig auseinandergelebt haben. Dann verschwindet die jüngere Schwester, Dara, und Nick, die Ältere, die immer die Rolle der vernünftigen großen Schwester übernahm, macht sich auf eine abenteuerliche Spurensuche...
Das Buch liest sich sehr kurzweilig und flüssig und bietet somit entspannte Lesestunden. Es ist durchaus spannend, konnte mich jedoch nicht immer völlig in seinen Bann ziehen.
Da Ende kam für mich sehr überraschend, allerdings bin ich persönlich kein großer Fan dieser Art von Ende, wie ich es auch in Lionel Shrivers "Big Brother" oder Jodi Picoults "Leaving Time" schon gelesen habe.
Nichtsdestotrotz ein durchaus lesenswertes Buch gerade für Jugendliche.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker

A Midsummer Night's Dream. Ein Sommernachtstraum, englische Ausgabe

William Shakespeare
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei HarperCollins UK, 20.03.2012
ISBN 9780007902378
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Eines der Bücher, die wir im Rahmen des Schulunterrichts lesen mussten, war "Macbeth" und ich erinnere mich noch daran, dass dieses Werk Shakespeares mich nicht wirklich berühren konnte und es mir schwer fiel, "warm" damit zu werden. Das verhielt sich bei " A Midsummer Night's Dream" (Unilektüre) glücklicherweise anders, denn tatsächlich war ich schon nach wenigen Seiten in das Buch eingetaucht, trotz des anspruchsvollen Sprachniveaus und meines bisherigen Widerstrebens, wann immer es um Shakespeare ging. "A Midsummer Night's Dream" gefiel mir gut, Interpretationen und schlaue Bemerkungen über das Stück gibt es ausreichend, da spare ich mir weitere Kommentare einfach und sage: Ja, mir hat es gefallen. Mal sehen, wie das nächste Werk Shakespeares' auf meiner Leseliste bei mir ankommen wird.

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228 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

hollywood, becky bloomwood, shopaholic, becky, shopping

Shopaholic in Hollywood

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.01.2015
ISBN 9783442479870
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vielleicht wäre es gut gewesen, Sophie Kinsella hätte ihre Reihe um die einkaufssüchtige, verpeilte Becky Brandon, geborene Bloomwood, mit "Mini Shopaholic" beendet. Schon damals reagierten viele treue Fans der Romanreihe eher enttäuscht auf Band 6, und "Shopaholic in Hollywood" schwächelt leider ganz merklich. Teilweise mag dies am Thema liegen, denn Hollywood gibt zwar natürlich unterhaltsame Geschichten her, ist aber doch schon ein wenig "abgelutscht". Eine wirklich originelle Handlung fehlt leider, hauptsächlich geht es darum, dass Becky eine Hollywood-Berühmtheit werden will, was in diesem Buch das zweite große Problem darstellt, denn so naiv, chaotisch und shoppingsüchtig Becky in den Vorgängerbänden auch war, sie blieb als Protagonistin doch immer eine Sympathieträgerin. Dies geht in "Shopaholic in Hollywood" leider zunehmend verloren, Becky verwandelt sich darin mehr und mehr in einen egoistischen, rücksichtslosen und von Ruhm und roten Teppichen besessenen Möchtegern-Promi. An und für sich ist es ja nicht schlimm, dass ein Protagonist auch mal ein eher unsympathischer Charakter ist, doch es passt einfach nicht zu den ersten Bänden der Reihe.

Ich gehe mit diesem Buch sicherlich auch deshalb hart ins Gericht, weil ich eigentlich echter "Schnäppchenjägerin"-Fan bin und hohe Erwartungen in diesen 7. Band setzte, wie ich fairerweise anmerken muss. Klar für mich ist nach wie vor, dass Sophie Kinsella Situationskomik wirklich meisterhaft beherrscht und obwohl die Handlung doch ein wenig zu Hollywood-lastig für meinen Geschmack war und Beckys Entwicklung mir nicht besonders "glaubwürdig" erschien, schaffte die Autorin es doch immer wieder, mich mit ihren lustigen Beschreibungen peinlicher Situationen zum Lachen zu bringen.

Ärgerlich fand ich jedoch den Cliffhanger am Ende. Somit ist klar: Band 8 kommt - und man kann nur hoffen, dass Sophie Kinsella dann wieder eine richtig spannende Story fernab des Hollywood-Rummels präsentiert. Denn dann könnte es durchaus sein, dass Band 8 mir noch richtig gut gefallen wird!

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die letzte Wahrheit

Kimberly McCreight , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442481996
Genre: Romane

Rezension:

Kimberly McCreight sollte man unbedingt im Auge behalten, denn mit ihrem ersten Roman "Die letzte Wahrheit" beweist sie großes schriftstellerisches Talent als Krimi-Autorin. Ich las dieses Buch in wenigen Tagen aus, da es wirklich spannend war, sich flüssig las und man immer wissen wollte, wie es weitergeht. Darüber hinaus machte ich mir in jeder Lesepause eigene Gedanken über den weiteren Verlauf der Ereignisse - das Buch nahm mich also mit, berührte mich, überzeugte mich.
Das Buch handelt von der alleinerziehenden, viel beschäftigten New Yorker Juristin Kate, die in einer großen Kanzlei arbeitet. Ihre Tochter Amelia, die gerade im Teenie-Alter ist, liebt Kate über alles und versucht, ihr trotz ihres hektischen Arbeitsalltags eine gute Mutter zu sein. Das Verhältnis zu Amelia ist innig, umso schockierter ist Kate, als sie erfährt, dass ihre Tochter Suizid begangen haben soll, indem sie vom Dach der exklusiven New Yorker Schule sprang, die sie besuchte.  Viel zu schnell will der am Fall arbeitende Dedective diesen schließen, doch Kate spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Als dafür konkrete Anhaltspunkte auftauchen, übernimmt ein anderer Detective den Fall und gemeinsam mit Lew möchte Kate herausfinden, was in den Wochen vor Amelias mysteriösem Tod im Leben ihrer Tochter geschah...
Ein wirklich fesselndes Romandebüt, auf weitere Werke der Autorin hoffe ich bereits gespannt.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

hunde, hundeverhalten, hundehalter, kommunikation

Die Geheimnisse der Hundesprache

Stanley Coren
Fester Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Kosmos (Franckh-Kosmos)
ISBN 9783440090985
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eher zufällig wurde ich auf Corens "Die Geheimnisse der Hundesprache" aufmerksam. Ich bin bei Hundebüchern mittlerweile immer recht skeptisch, da über Hunde leider noch zahlreiche falsche Vorstellungen existieren, die sich teils äußerst hartnäckig halten. Corens Name kam mir vage bekannt vor, zuordnen konnte ich ihn jedoch nicht. Ein ungutes Gefühl beschlich mich bereits auf Seite 16, als Coren zu einem Fall mit einem angeblich aggressiven Hund gerufen wurde. Hier schreibt er: "Ich hatte alle üblichen Hilfsmittel dabei, um einen aggressiven Hund zu bändigen, starke Leinen, Würgehalsband, [...]" - äh, Moment mal, Würgehalsband? Ein Würgehalsband hat an einem empfindlichen Hundehals absolut nichts verloren! Man "bändigt" einen aggressiven Hund doch nicht, indem man ihm die Luftzufuhr abschneidet. Ich hatte also schon eine Befürchtung, in welche Richtung das Buch weiter gehen würde, und im Großen und Ganzen erfüllten sich meine Erwartungen leider: Coren scheint ein doch recht typischer Anhänger der Dominanztheorie zu sein, so wie er mi dem Begriff der Dominanz in dem Buch um sich schmeißt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert er dabei, nicht einmal auf den Unterschied zwischen formaler und situativer Dominanz geht er ein. Sehr oft scheint er "Dominanz" fälschlicherweise auch mit "Aggressivität" gleichzusetzen.
Coren geht fälschlicherweise davon aus, dass es zwischen Hund und Mensch eine Art Rangordnung gibt, was faktisch nicht stimmt. Leider scheint er in dem Buch ziemlich überzeugt davon zu sein. Auch seine Behauptungen über Wölfe sind faktisch oft nicht richtig. Die Behauptung, Hunde seien Rudeltiere, wie Coren sie in dem Buch macht, stimmt ebenfalls nicht.
Seine Aussagen stammen teils wirklich aus der Mottenkiste, beispielsweise Behauptungen wie: "Hunde versuchen z.B: mit Hilfe des Anlehnens ihre Dominanz über Menschen zu zeigen" oder "Wenn der Mensch [aus dem Bett] weicht, gibt er seine dominante Stellung auf und der Hund wird es wahrscheinlich weiter versuchen. Hat er wieder ERfolg, könnte er noch mehr Möglichkeiten ausloten, z.B. den Gehorsam verweigern oder agressiv werden." Die typisch verquere Logik eines Dominanztheoretikers, der immer noch nicht gelernt hat, dass Hunde nicht permanent versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Im Kapitel "Sexuelle Signale" beschreibt Coren das Aufreiten als reines Dominanzverhalten. Was er jedoch verschweigt, da er es vermutlich gar nicht weiß, ist, dass Aufreiten auch andere Gründe haben kann. Es kann, beispielsweise, als Übersprungshandlung in stressigen Situationen dienen.

Sehr interessant fand ich ja, dass Coren sich selbst anscheinend nicht als Anhänger der wissenschaftlich nicht haltbaren Dominanztheorie offenbar nicht als solcher sieht. Auf Seite 296 schreibt er: "Bis in die 20er-Jahre unseres Jahrhunderts zielte das Hundetraining drauf, den Willen des Tieres zu brechen. Bis in die 40er- und 50er-Jahre gab es Hundepeitschen und Leinen, die als Peitsche verwendet werden konnten. Nach entschiedenen öffentlichen Protesten gegen solche Grausamkeiten ersetzte man die Hundepeitsche durch Würgehalsband und Leinenruck." Kein Wort darüber, dass Würgehalsbänder und Leinenruck absolut keine adäquaten Erziehungsmethoden sind! Was soll an einem schmerzhaften Ruck am Halsband besser sein, als den Hund mit einer Peitsche zu schlagen? Es ist beides Gewalt!
Interessanterweise spricht Coren sich gegen Methoden wie Alphawurf und Nackenschütteln aus, macht aber gleichzeitig Aussagen wie: "Seinen Hund kann man nur durch eine Kombination aus zwei Faktoren kontrollieren: Er muss akzeptieren, dass der Mensch das Alphatier ist, und den Wunsch haben, dem Menschen zu dienen." Was für ein hanebüchener Unsinn! Ich kann gar nicht oft betonen, dass der Mensch seinem Hund kein "Alphatier" sein kann! Und ganz ehrlich, sklavische Ergebenheit findet man bei den wenigsten Hunden - und viele der Hunde, die sie zeigen, wurden mit sehr brutalen Methoden in die totale Unterwerfung gezwungen. Hunde lernen am effektivsten und nachhaltigsten über positive Verstärkung - ich bestätige positives Verhalten durch eine dem Hund und der Situation angepasste Belohnung. Verhalten, das so bestätigt wird, wird der Hund öfters zeigen. Natürlich klingt es romantischer, von "Hund soll Menschen dienen wollen" zu sprechen, aber so sind weder Hunde noch irgendwelche anderen Lebewesen gepolt. Unsere Wünsche sind für Hunde doch erst einmal völlig unlogisch, darum müssen wir ihnen ja auch geduldig beibringen, was wir von ihnen erwarten.
Nun ja, wenige Seiten später empfiehlt Coren den "Schnauzgriff", um einen Hund zu maßregeln. Mit der für Dominanztheoretiker so verlockenden Erklärung: "Macht die Wölfin ja auch". Ja, allerdings sind wölfische Maßregelungen, die körperlich auf die Jungtiere einwirken, höchst selten, außerdem sind wir als Menschen gar nicht dazu in der Lage, wölfische Verhaltensweisen 1:1 zu imitieren, sodass wir unseren Hund mit einem solchen Verhalten nur verwirren und ängstigen. Zudem machen Wölfe und Hunde jede Menge Sachen, die wir Menschen nie tun würden - oder begrüßt Coren Hunde auch, indem er ihnen am Po schnüffelt?

Über all das Gefasel von "Rudelführer" und "Rangordnung" kam das eigentliche Thema des Buches, auf das Coren eingehen wollte, viel zu kurz. Er wollte ja quasi beweisen, dass Hunde eine "Sprache" haben, wobei er da meiner Ansicht nach den Mund etwas zu voll nahm und nicht wirklich mit irgendwelchem neuen Wissen auftrumpfen konnte. Im mittleren Teil des Buches konzentrierte er sich stark auf die Körpersprache der Hunde, für absolute Anfänger mag es da die ein oder andere interessante Beschreibung geben, allerdings können Beschreibungen alleine (Abbildungen gab es nur wenige) oft auch trügerisch sein und nicht zuletzt muss man ja auch immer bedenken, dass man die Körpersprache eines Hundes im Ganzen und in einem spezifischen Kontext sehen muss. Die Idee, dass Hunde eine richtige Sprache haben, kam mir eher so vor wie ein möglichst spannender Aufhänger,  der den Erwartungen des neugierigen Lesers dann nicht gerecht werden konnte.

Für mich ist "Die Geheimnisse der Hundesprache" eines jener Hundebücher, die man nicht braucht.  Viel mehr lernt man, wenn man sich mit positivem, gewaltfreiem Hundetraining beschäftigt oder Bücher von Autoren wie McConnell und Bloch liest. 

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469 Bibliotheken, 29 Leser, 0 Gruppen, 144 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mehrere Jahre hat es gedauert, bis der fünfte Teil der Thrillerreihe rund um die FBI-Ermittlerin Smoky Barrett erschien. Wie alle anderen Fans von Cody McFadyen fieberte auch ich dem neuen Buch sehnsüchtig entgegen.
Und nun? Nun, "Die Stille vor dem Tod" reicht meiner Ansicht nach einfach nicht an die vorhergehenden Bücher heran. Das Buch liest sich nach wie vor zum Großteil spannend und man ist nach wie vor am Ausgang der Geschichte interessiert, doch es gibt so viele Kritikpunkte, die das Lesevergnügen schmälern.
Was mir an diesem Buch auffiel, ist McFadyens krampfhafte Bemühung, immer blutrünstigere und abartigere Mord- und Folterszenen zu beschreiben. Die Gräueltaten des neuen Falls reichen ihm hierbei nicht einmal aus, er lässt Smoky Barrett auch an vergangene Fälle zurückdenken und beschreibt in allen Einzelheiten äußerst grausame Details. Wer die Reihe um Smoky von Anfang an gelesen hat, wird verstehen, was ich meine, wenn ich sage, dass McFadyen in diesem Punkt inzwischen klar übertreibt, denn manchmal ist weniger mehr. Es erscheint einfach nicht sonderlich realistisch, dass die Fälle von Mal zu Mal brutaler werden.
SPOILER!!
Auch ansonsten hatte dieses Buch so seine Schwachstellen. Der Anfang begann fulminant und fesselnd, doch dann überstürzten sich die Ereignisse auf eine doch recht unglaubwürdige Art und Weise.
Was mich an dem Buch besonders gestört hat, ist die Tatsache, dass die Killer es wieder mal auf Mrs Barrett abgesehen haben. Das wird langsam zum "alten Hut", dass Smoky persönlich bedroht, entführt und und das Leben ihrer Liebsten gefährdet wird. Wieder mal wird einem der Ermittler im Team ein geliebtes Familienmitglied von einem der Täter genommen - und man denkt sich, unrealistischer geht es ja langsam nicht mehr.
Aber was mich ganz besonders an dem Buch gestört hat, ist der Teil der Auflösung, die einem am Ende vor den Latz geknallt wird. Ich dachte mir einfach nur: Das Buch hatte Potenzial, trotz aller Übetriebenheiten, und die Auflösung hat so ziemlich alles versaut. Smoky Barrett wurde bereits einmal von einem Vertrauten - ihrem Therapeuten Peter Hill - auf schlimmste Weise verraten, und nun reiht sich auch noch Dr Childs (und möglicherweise AD Jones, dies erfährt man aber erst im nächsten Teil mit Sicherheit) in die Reihen der Bösewichte ein? Also steckt das FBI in Wahrheit voller heimlicher Mörder und Psychopathen? Und warum wird überhaupt nicht auf den "Blutlinie"-Fall eingegangen, haben Peter Hill und Dr Childs völlig unabhängig voneinander agiert?
SPOILER ENDE
Nein, die Handlung des Buches ist leider wirklich nicht die stärkste, zudem stehen die Ermittlungsarbeiten hier überhaupt nicht im Fokus, was ich schade fand, denn genau das empfinde ich eigentlich immer als den fesselndsten Teil eines mitreißenden Thrillers. Das Buch war durchaus spannend und im McFadyen-typischen Stil gehalten, aber manchmal ist weniger mehr. Man hat das Gefühl, alles, was irgendwie möglich ist, wird Smoky Barrett und ihrem Team angetan, nur damit die Fälle möglicht schockierend und brutal bleiben.
Die Fortsetzung, die bestimmt folgen wird, werde ich auf jeden Fall wieder lesen, da ich Smoky Barrett doch ins Herz geschlossen habe und den Schreibstil des Autors schätze (wobei es im aktuellen Band teilweise arg pseudo-philiscosophh wurde). Nichtsdestotrotz bin ich  enttäuscht von "Die Stille vor dem Tod".

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Mein Hund hat eine Seele

Laurent Amann , Asim Aliloski
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Goldegg Verlag, 01.02.2015
ISBN 9783902991362
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Viel Wind um nichts", diese Worte kamen mir bei der Lektüre von "Mein Hund hat eine Seele" des Öfteren in den Sinn. Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Buch durchaus etliche positive Rezensionen erhielt.

Meiner Ansicht nach ist "Mein Hund hat eine Seele" nur etwas für eingefleischte Esoterik-Fans. Denn ganz ehrlich, wer sonst kann Absätze wie den folgenden ernst nehmen:
"Menschen mit einer Lebensmittelvergiftung fragen sich beispielsweise selten, ob hier mentale oder emotionale Blockaden im Spiel sind, sie geben dem schlechten Fisch die Schuld. Ist die Nahrung der Grund für diese Erkrankung? Physisch gesehen ja, spiritiuell jedoch nicht, da jede Krankheit geistige Ursachen hat, braucht es hier auch eine neue Einsicht. Es ist kein Zufall, dass genau Sie diesen schlechten Fisch erwischt haben. War er für Sie bestimmt? Er wollte Sie auf etwas aufmerksam machen. Spirituell müssten Sie sich fragen: Gibt es Menschen und Situationen in meinem Leben, die ich nicht verdaue? Hege und pflege ich vergiftete Gedanken im Alltag, die mich wehrlos und ohnmächtig machen? Diese versteckte Botschaft wird Ihnen durch den schlechten Fisch übermittelt. Spirituell gesehen gibt es keine Zufälle, nie."
Für mich ist das einfach nur leeres Esoterik-Geschwafel, mit dem sich heutzutage aber anscheinend recht gut Geld scheffeln lässt. Ich habe mich beim Lesen dieser Passage eher für die Autoren fremdgeschämt...

Ganz gut finde ich jedoch ihre Ansätze, mit Hunden umzugehen. Gewalt in der Hundeerziehung wird von ihnen abgelehnt und sie machen ganz gut auf die Bedürfnisse der Vierbeiner aufmerksam. Allerdings sind ihre Tipps nicht gerade weltbewegend oder brandneu, viele Themen, die Hundebesitzer interessieren würden, werden auch überhaupt nicht angesprochen. Die Ratschläge, die sie geben, bekommt man heutzutage in jedem anderen modernen Hundeerziehungs-Ratgeber auch, nur eben ohne die esoterischen Ausführungen.

Für mich hatte das Buch wenig Substanz. An den Stellen, an denen es z.B. um Wölfe ging, hatte ich zudem nicht wirklich das Gefühl, dass die Autoren sich mit der Thematik wirklich gründlich auseinandergesetzt haben. Das Buch bleibt irgendwie immer oberflächlich und seicht, versucht aber, zwanghaft tiefgründig und "spirituell" zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für viele Hundebesitzer brauchbare Tipps enthält und war einfach genervt von dem ständigen Geschwafel über Seelenbotschaften.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, mark billingham, kurzweilig, mord, überraschend

Die Lügen der Anderen

Mark Billingham ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2016
ISBN 9783453438330
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mark Billinghams "Die Lügen der anderen" handelt von drei britischen Paaren, die sich in einem Urlaubsresort im amerikanischen Florida kennenlernen. Zwar gibt es von Anfang an Spannungen zwischen ihnen, doch da man denselben kulturellen Hintergrund teilt, verbringt man trotz nicht völliger Sympathie recht viel Zeit zusammen. Kurz vor Ende des Urlaubs verschwindet dann ein geistig behindertes Mädchen  aus dem Resort, das mit seiner alleinerziehenden Mutter dort war. Ein einschneidendes Erlebnis, das insbesondere eine der Frauen, Angie, emotional berührt. Kurz darauf kehren die Paare nach England zurück und beschließen, sich gegenseitig zum Abendessen einzuladen. Doch es kommt zu immer größeren Spannungen zwischen den einzelnen Protagonisten und auch innerhalb der Paare, und sie werden einander auf gewisse Weise immer unheimlicher...

Mark Billingham hat hier einen klugen, kurzweiligen psychologischen Krimi geschaffen, der sehr flüssig lesbar und somit eine ideale Urlaubslektüre ist. Die drei Paare waren meiner Ansicht nach recht gut charakterisiert, wenngleich es meist etwas ungewöhnlich ist, wenn die Protagonisten in einem Buch eindeutig keine Sympathieträger sind. Ich empfand die Idee hinter dem Roman als ziemlich originell und betrachte auch die Umsetzung als ingesamt gut gelungen, wobei ich mir manchmal detailliertere Beschreibungen einzelner Erlebnisse gewünscht hätte. Gut gelungen ist es Billingham, die Spannung des Lesers über das Buch hinweg immer weiter zu erhöhen, da man sich natürlich fragt, welcher der Protagonisten etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben könnte.
Leider empfand ich die Auflösung dann als etwas enttäuschend, da gegen Ende des Buches doch schon recht klar ist, wie die Geschichte ausgehen wird. Zudem blieben mir für meinen Geschmack einfach zu viele Fragen und Handlungsstränge offen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Fein gemacht!

Sabine Winkler
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 07.08.2010
ISBN 9783440116265
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer mit seinem Hund trainieren möchte, sollte wissen, was er tut - und vor allem, wie er seinen Vierbeiner am besten belohnen kann und wie er damit umgeht, dass mal etwas nicht so gut klappt wie erhofft.

Sabine Winkler geht in diesem Buch auf die unterschiedlichen Formen der Belohnung ein und liefert somit einen wertvollen Leitfaden für all jene, die mittels positiver Verstärkung mit ihrem Hund trainieren. Sie spricht diverse Probleme an, die im Training auftreten können, welche z.B. auch anhand zweier anschaulicher Fallbeispiele geschildert werden.

Ich empfand dieses Buch als informativ und fundiert. Die Autorin ist auf dem neuesten Stand, was das Hundetraining betrifft, und Anfänger können bestimmt viel von ihr lernen. Zudem lohnt sich das Buch für all jene Menschen, die mit ihrem Vierbeiner gerne hundesportlich aktiv sein möchten.

Obwohl ich das Buch sehr gerne und aufmerksam gelesen habe, war für mich persönlich aber leider nicht viel Neues dabei. Ich hätte mir noch einige "konkretere" Belohnungs -bzw. Trainingstipps für Alltagssituationen gewünscht. Die Beschreibungen sind zwar anschaulich und nachvollziehbar, aber meist auch sehr allgemein gehalten, sodass man nicht immer ganz genau weiß, wie man daraus jetzt in einer ganz bestimmten Alltagssituation profitieren kann.

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Büchlein aber sehr zufrieden und empfehle es auch gerne weiter.

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

englisch, wildniss, überleben, dystopie, liebe

Pandemonium

Lauren Oliver
Flexibler Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Hodder & Stoughton, 01.03.2012
ISBN 9781444722932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich begann "Pandemonium" ohne das Wissen, dass es sich hierbei um die Fortsetzung des ersten Teils einer Trilogie handelt. Wahrscheinlich hätte ich das Buch gar nicht gelesen, wenn mich Lauren Olivers Jugendbuch "Before I fall" vor ein paar Jahren nicht von der Autorin überzeugt hätte.

Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte hineinzukommen und ich ware ein paar Mal kurz davor, abzubrechen. Dies lag aber hauptsächlich daran, dass ich aufgrund des nicht gelesenen ersten Teils des Buches nicht so recht wusste, worum es in dem Buch eigentlich gehen sollte. Nach den ersten paar Dutzend Seiten war ich dann aber bereits irgendwie in die Geschichte "eingetaucht" und wollte sehr gerne wissen, wie es mit der Protagonistin Lena weitergehen wird.

Die Idee des Buches fand ich ziemlich originell. Ja, ich finde, da hat sich Lauren Oliver wirklich ein spannendes Szenario ausgedacht. Von Umsetzung und Schreibstil her erinnerte mich das Buch teils stark an die "Hunger Games", doch es hatte dennoch seinen ganz eigenen Charme zu bieten.

Brilliant fand ich den Schreibstil nicht, eher "typisch Jugendbuch". Das Buch liest sich flüssig und relativ temporeich, aber mich wirklich ganz und gar auf Lena einlassen - nein, das gelang mir leider nicht, dafür wurde mir zu wenig auf ihr Gefühlsleben eingegangen. Trotzdem wollte ich jedoch wissen, wie die Geschichte ausgeht!

Den Plot an sich fand ich ganz gut, allerdings mit einigen deutlichen Schwächen. Viel zu oft - unrealistisch oft - hat die Protagonistin einfach nur Riesenglück und man fragt sich, ob diese ständigen "Rettung in letzter Sekunde"-Szenarien, in die sie gerät, nicht etwas übertrieben sind. Darüber konnte ich letztlich aber hinwegsehen. Obwohl spannend, machten diese unrealistischen Szenarien das Buch natürlich gleichzeitig weniger glaubwürdig. Für ein Jugendbuch empfand ich die Handlung jedoch als völlig in Ordnung.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger. Dieser ist durchaus vielversprechend und erweckte in mir auch die Neugierde, wie es wohl im nächsten Buch Olivers weitergehen wird. Aber leider hatte ich den Cliffhanger bereits vorausgeahnt. Wirklich überraschend kam die plötzliche Plot-Wendung für mich also nicht.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hunde sind anders

Jean Donaldson
Fester Einband: 294 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 15.01.2009
ISBN 9783440111598
Genre: Sachbücher

Rezension:

Jean Donaldsons "Hunde sind anders" sollte genau wie Patricia McConnells "Das andere Ende der Leine" Pflichtlektüre für jeden Hundehalter sein. In ihrem Buch räumt Donaldson nämlich äußerst direkt und noch dazu nachvollziehbar erklärt mit dem Vorurteil auf, ein Hund müsse sich dem Menschen um jeden Preis unterordnen und man müsse einfach nur die Rolle des Alphatieres übernehmen - wenn nötig, dann auch mit Gewalt. Donaldson zeigt auf, welch schlimme Formen des Hundetrainings diese Einstellung schon hervorgebracht hat und wie verrückt es ist, den besten Freund des Menschen mit Methoden wie Würge- oder Stachelhalsbändern zu traktieren. Ihr Buch ist ein Plädoyer für positive Verstärkung und faires, gewaltfreies Hundetraining, das die Bedürfnisse des Vierbeiners ernst nimmt und achtet.
Das Buch ist wissenschaftlich fundiert, da Donaldson sich darin auch mit lerntheoretischen Erketnnissen auseinandersetzt und plausibel aufzeigt, warum ein belohnungsorientiertes Training besser ist als ständiges Strafen und Unterdrücken des Hundes. Mit ihrem Buch hat Donaldson dazu beigetragen, die positive Verstärkung als Prinzip der Hundeerziehung einem großen Publikum bekannt zu machen und Hundehalter davon zu überzeugen, dass sie keine "Erziehungshalsbänder" brauchen, damit ihr Hund auf ihre Signale hört.

Das Buch liest sich allerdings sehr amerikanisch, was für mich ein kleiner Nachteil ist. So teile ich nicht die Boxenversessenheit der Amerikaner, die das Boxentraining als "Crating" bezeichnen. Natürlich kann eine positiv aufgebaute Box für den Hund ein wunderbarer Ruheort sein, aber dass man zwingend eine Box braucht, um dem Hund Stubenreinheit beizubringen, und ihn ständig räumlich begrenzen soll, bis er die Stubenreinheit und alle Hausregeln gelernt hat, finde ich problematisch. Nichtsdestotrotz ist der praktische Teil des Buches, der sich der Grunderziehung mittels positiver Verstärkung widmet, sicherlich gerade für Hundeneulinge teilweise ganz hilfreich.


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Winter Horses

Philip Kerr
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Walker Books Ltd., 02.10.2014
ISBN 9781406359831
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"The Winter Horses" erzählt die Geschichte der jungen jüdischen Ukrainerin Kalinka, deren Familie von den Nazis ermordet wurde. Kalinka gelang es, den Nazis zu entfliehen, doch nun ist sie ganz auf sich alleine gestellt schon seit Monaten unterwegs. Dies ändert sich, als sie in einem großen Naturreservat ankommt und dort Freundschaft mit den normalerweise sehr scheuen und Menschen gegenüber misstrauischen Przewalski-Pferden schließt. Doch die Nazis haben es auf die Wildpferde abgesehen und machen erbarmungslos Jagd auf die Tiere, welche sie für "minderwertig" halten. Da die Leitstute verwundet wurde, nimmt Kalinka sie und ihren männlichen Partner mit zu dem Häuschen von Max, welcher mit seinem treuen Hund Taras schon seit vielen Jahren auf das Reservat und seine tierischen Bewohner aufpasst. Max versorgt die Wunde der Stute und kümmert sich auch um das Mädchen, doch leider kann Kalinka nicht bei ihm bleiben. Max stattet sie mit allem aus, was nötig ist, um eine beschwerliche Reise aus der Gefahrenzone antreten zu können. Dabei übernimmt Kalinka jedoch auch eine besondere Ausgabe: Sie muss die beiden Przewalski-Pferde Temüjin und Börte, die sich ihr angeschlossen haben, ebenfalls mit in die Freiheit führen, da die seltenen Pferde vom Aussterben bedroht sind und Temüjin und Börte möglicherweise sogar das letzte Paar, mit dem man weiterzüchten könnte.

Das Buch ist ein Roman der leisen Töne und erinnerte mich ein wenig an "The Snow Child" und "The Girl with Glass Feet". Allerdings ist "The Winter Horses" insbesondere für ein jüngeres Publikum gemacht, wie man am schlichten Schreibstil unschwer erkennt. Die Geschichte ist liebevoll und durchaus spannend erzählt, doch der historische Aspekt spielte eine für meinen Geschmack nur recht untergeordnete Rolle. Außerdem ist die Geschichte alles in allem betrachtet doch nicht immer ganz realistisch, insbesondere da den beiden Pferden fast menschliche Eigenschaften zugeschrieben werden und sie scheinbar jedes Wort verstehen können, das Kalinka zu ihnen sagt. Ich bevorzuge Bücher, in denen Tiere sich auch wie Tiere verhalten.
Ganz wunderbar beschrieben wurde vom Autor jedoch der alte Max mit seinem Hund Taras; tatsächlich empfand ich die ersten Seiten des Buches, in denen es hauptsächlich um die beiden ging, als die besten Seiten der Lektüre. Irgendwie war Max für mich der wahre Sympathieträger des Buches, während die Geschichte um Kalinka mich nur stellenweise berührten konnte.

Insgesamt betrachtet ist der Roman vor allem für jüngere Leser geeignet, die seit ein paar Jahren Englisch lernen oder ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Wissen Hunde, dass sie Hunde sind?

Kate Kitchenham
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 03.04.2014
ISBN 9783440139516
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kate Kitchenham, Journalistin und Hundeexpertin, geht in diesem Buch spannenden Fragen rund um unsere vierbeinigen Hausgenossen auf auf den Grund. Meist geht es dabei um so interessante und komplexe Fragestellungen wie: Wie erleben Hunde eigentlich die Welt? Was wissen sie über uns, über sich selbst? Haben Hunde Gefühle? Welche Emotionen kennen sie, welche sind ihnen eher fremd?
Präsentiert werden Forschungsergebnisse und Theorien im Rahmen von Interviews mit renommierten Größen in der "Hundewelt", beispielsweise den Verhaltensforschern Günther Bloch, Dorit Feddersen-Petersen und Udo Gansloßer. Gesprochen wird also mit Menschen, die zweifelsohne äußerst kompetent auf dem Gebiet der Kanidenforschung sind.
Dabei sind die Interviews jedoch in einem für Laien verständlichen Stil gehalten. Zwischendurch werden immer wieder die Ergebnisse aus Forschungsstudien mit manchmal verblüffenden Ergebnissen präsentiert.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Aufmachung des Buches mit wunderschönen Fotos und angenehmer Schriftgröße.
Meiner Ansicht nach hätten die Interviews aber ruhig noch ausführlicher sein und die Forschungsergebnisse genauer präsentiert werden können; wer versucht, auf dem neuesten Stand der Kanidenforschung zu bleiben und sich regelmäßig zu diesem Thema beliest, weiß bereits einiges von dem, was die interviewten Forschungsgrößen in "Wissen Hunde, dass sie Hunde sind?" erklären. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch insgesamt betrachtet eine Bereicherung im Regal eines jeden Hundefreundes.

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hun, tagesablauf, wölfe, hundeerziehung, bloch

Wölfisch für Hundehalter

Elli H Radinger , Günther Bloch
Fester Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 01.04.2010
ISBN 9783440122648
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Wölfisch für Hundehalter" wird unter Hundefreunden gerne einmal empfohlen und gilt oft auch als "Lektüre rund um den Hund, die man gelesen haben muss". Tatsächlich ist das Werk von Günther Bloch und Elli Radinger durchaus lehrreich und informativ. Insbesondere, wer mehr über das Sozialverhalten freilebender  Wölfe erfahren möchte, bekommt hier einiges an Input.

Hinzu kommt, dass das Buch versucht, mit einigen "alten Zöpfen" aufzuräumen, die in der Hundeerziehung in gewissen Kreise nach wie vor als Wahrheiten verkauft werden. Dazu zählen so unsinnige Behauptungen wie: "Ein Hund will seinen Halter ständig dominieren, weshalb man ihm unbedingt zeigen muss, dass der Mensch der Ranghöchste ist!"

Jemand, der diese Legenden bereits kennt und weiß, dass sie nicht zutreffen, erfährt in diesem Buch nicht allzu viel Neues über den Umgang mit seinem Vierbeiner. Hartnäckige Verfechter der Dominanztheorie hingegen können durch die Lektüre von "Wölfisch für Hundehalter" durchaus etwas dazulernen.

Leider fand ich die Gliederung des Buches nicht allzu ansprechend. Das ganze Buch besteht immer aus einer populären, aber falschen Behauptung über Wölfe bzw. Hunde, dann eine kurze Erklärung unter dem Titel "Fakt ist..." und eine Erläuterung namens "Bedeutung für den Hundehalter". Oft bleiben die Erklärungen und Erläuterungen jedoch recht oberflächlich, auf vieles wird nicht näher eingegangen. Wer sich darum schon einigermaßen gut mit Hunden auskennt, wartet hier vergeblich auf wirklich neues Wissen.

Zudem verursachten mir persönlich ein paar der Erziehungstipps doch leichtes Unbehagen. Bloch und Radinger haben eindeutig Ahnung von Hunden und viele ihrer Ratschläge sind für Anfänger durchaus gut zu wissen, da ja auch mit etlichen Mythen und Märchen rund um unsere Fellnasen aufgeräumt wird. Nichtsdestotrotz werden einige fragwürdige Tipps gegeben, beispielsweise jener, in manchen Situationen einen "Schnauzgriff" anzuwenden, der unter Wölfen gelegentlich ebenfalls als Disziplinierungsmaßnahme genutzt wird. Allerdings sind wir Menschen nun mal keine Wölfe oder Hunde und können den Schnauzgriff sicherlich nicht 1:1 imitieren. Letztlich verunsichert man durch solche Korrekturen den Hund in den meisten Fällen nur. Außerdem wird in dem Buch unter anderem auch beschrieben, dass Wölfe Mitglieder ihrer sozialen Gruppe gelegentlich disziplinieren, indem sie diese auf den Boden drücken (was nicht mit dem Alphawurf gleichzusetzen ist, von dem explizit abgeraten wird). Dennoch wird nicht empfohlen, dasselbe zu tun. Von daher finde ich die Erklärung, warum so ein Schnauzgriff legitim sein soll, eher dürftig und recht widersprüchlich.

An anderer Stelle(Seite 156)  wird der Tipp gegeben, einen jungen, jagdfreudigen Hund mit einer Doppelleine an einem älteren, gut erzogenen Artgenossen zu befestigen und dann den alten Hund zu rufen, damit der junge Hund lernt, so ebenfalls zurückzukommen. Diese Methode halte ich in kaum einen Fall für gerechtfertigt, da erhebliche Verletzungsgefahr besteht!

Die meisten Erziehungstipps sind zwar gut, doch ich finde es schade, dass Bloch und Radinger sich nicht verstärkt auf das Wolfsverhalten und dessen Analyse konzentriert haben. Schließlich gibt es bereits Dutzende Erziehungsratgeber, in denen vieles auch ganz genau erläutert wird.

Nicht zuletzt finde ich es irgendwie "problematisch", von dem Verhalten frei lebender Wölfe auf den richtigen Umgang mit unseren Vierbeinern zu schließen. In gewissen Aspekten macht dies gewiss Sinn, dies möchte ich dem Buch keinesfalls absprechen; zudem wird von den Autoren immer wieder betont, dass es zwischen Hund und Mensch keine Rangordnung gibt. Da aber quasi direkt von der Erklärung zu wölfischen Verhaltensweisen dazu übergegangen wird, zu erlären, was dies für das Hundehalterdasein bedeutet, finde ich dies nicht zu 100 Prozent schlüssig.

Am interessantesten war es für mich, die Schilderungen über die Wölfe zu lesen, die Bloch und Radinger beobachtet haben bzw. immer noch beobachten. Davon hätte ich mir eigentlich noch mehr gewünscht.

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190 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

schafe, krimi, mord, irland, schäfer

Glennkill

Leonie Swann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.04.2012
ISBN 9783442478088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schäfer George Glenn liegt tot auf der Weide, ein Spaten ragt aus seinem Körper. Die Schafe sind diejenigen, die ihn zuerst entdecken, und sie sind zutiefst verunsichert. Wer kümmert sich nun um sie? Nach und nach erwacht unter den Schafen jedoch nicht nur ein Interesse an solch praktischen Fragen, sondern auch an dem Rätsel, wer George umgebracht hat, denn: Spaten bringen nicht wie von Zauberhand Menschen um. Zum Glück sind Georges Schafe mit einigen Talenten gesegnet, wie man sie unter Durchschnittsschafen sicherlich nicht so schnell findet: Da ist zum Beispiel Gedächtnisschaf Mopple, der sich wichtige Informationen für immer einprägen kann, die kluge Schafslady Miss Maple, deren dedektivischer Spürsinn immer wieder zu neuen Erkenntnissen führt, und der schwarze Othello, der auch das Leben jenseits der Weide kennengelernt hat...

Ein Krimi aus der Perspektive einer Schafsherde zu schreiben ist auf jeden Fall eine originelle Idee, die Leonie Swann auch mit viel Charme umgesetzt hat. Allerdings ist es doch etwas eigenwillig, ein ganzes Buch fast ausschließlich aus der Sicht wolliger Wiederkäuer zu lesen, zumal die Schafe in Swanns Roman doch eine oftmals recht verdrehte Denkweise haben, was von Zeit zu Zeit den Lesefluss erschwerte.

Hinzu kommt, dass die Schafe selbst in dem Buch eine viel zentralere Rolle einnehmen als die Ermittlungen rund um den Mord; wer also einen "richtigen" Krimi erwartet, ist mit "Glennkill" nicht unbedingt gut beraten.

Allerdings ist es auch erfrischend, einmal etwas völlig anderes zu lesen und das Buch hat durchaus einige sehr berührende, spannende oder auch schlicht lustige Momente zu bieten. Darum vergebe ich drei Sterne.

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126 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

jesus, jesus liebt mich, david safier, humor, lusti

Jesus liebt mich

David Safier , Ulf K. , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2014
ISBN 9783499268281
Genre: Romane

Rezension:

Marie aus Malente ist eigentlich eine ganz normale, durchscnittliche junge Frau mit dem Talent, sich immer ausgerechnet in die falschen Männer zu verlieben. Dies führt auch dazu, dass sie mit Krankenpfleger Sven vor den Traualtar tritt - und erst im letzten Moment wird ihr klar, dass sie nicht den Rest ihres Lebens mit diesem Mann verbringen möchte, sodass sie die Hochzeit abbläst. Doch lange kann Marie nicht über ihr kompliziertes Liebesleben nachdenken, denn in ihrem Elternhaus, in dem sie bei ihrem Vater und dessen junger Freundin aus Weissrussland lebt, taucht plötzlich der gutaussehende, faszinierende Zimmermann Joshua auf, der dort eigentlich den Dachstuhl reparieren soll. Doch irgendetwas an ihm zieht Marie unwiderstehlich zu ihm hin und sie findet sich bei einem äußerst schrägen Date wieder, in dessem Verlauf Joshua ihr gesteht, der Messias zu sein. Zunächst ist Marie mehr als skeptisch und glaubt, es mit einem Verrückten zu tun zu haben - doch nach einer Weile kann sie nicht mehr leugnen, dass Joshua vielleicht in Wirklichkeit Jesus ist - und wo der sich rumtreibt, kann Satan natürlich nicht weit sein...

David Safiers "Jesus lieb mich" ist nette, schräge Unterhaltungslektüre für zwischendurch. Das Buch eignet sich für den Urlaub und hat bei mir hie und da auch für einen kleinen Lacher oder etwas Schmunzeln gesorgt. Allerdings wurde das volle Potenzial der Geschichte meiner Ansicht nach nicht ausgeschöpft. Tränen gelacht habe ich beim Lesen leider nicht. Nichtsdestotrotz eine nette und kreative Story. 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

austauschschüler, jugendliche, wien, das austauschkind, erziehung

Das Austauschkind

Christine Nöstlinger , Eva Schöffmann-Davidov , Max Bartholl
Flexibler Einband: 154 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 04.02.2008
ISBN 9783407789846
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ewalds Eltern wollen immer nur das Beste für ihren Sohn. Seine Mutter hat einen richtigen "Notenfetisch", Ewald soll immer nur die besten Schulnoten nach Hause bringen. Da er im Unterrichtsgegenstand Englisch jedoch Probleme hat, muss ein Austauschkind aus England her, durch dessen Anwesenheit Ewald seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern soll. So sieht jedenfalls der Plan seiner Eltern aus. Am Flughafen taucht dann jedoch nicht der wohlerzogene, höfliche Austauschjunge auf, sondern dessen Bruder dicklicher rotblonder Halbbruder Jaspar, den gute Manieren nicht sonderlich zu kümmern scheinen und der Ewalds Eltern schon bald in den Wahnsinn treibt...

Auf charmante, lockere und doch berührende Art beschreibt Autorin Christine Nöstlinger in "Das Austauschkind" einen Austauschschüler, dessen merkwürdiges Benehmen eigentlich nur Schutzschild vor weiteren Enttäuschungen ist. Zwischen Ewald und Jaspar entsteht schließlich sogar eine ungewöhnliche Freundschaft. 


Fazit: Eine sehr erfrischende "Weglese-Lektüre", geeignet sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene. 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ich heiße Berit und habe eine Borderline-Störung

Berit Anders
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Patmos Verlag, 31.05.2011
ISBN 9783843600620
Genre: Sachbücher

Rezension:

Berit Anders weiß lange nicht, dass sie an einer Borderline-Störung leidet. In ihrem Buch beschreibt sie den langen Weg in ein besseres Leben, wobei ein Therapeut ihr besonders unterstützend zur Seite steht. Doch während ihres Selbstfindungsprozesses muss Berit sich auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit auseinandersetzen, denn in ihrer Kindheit und Jugend wurde sie körperlich misshandelt und sexuell missbraucht.

Berit Anders entschied sich für einen Schreibstil, der sich stark von dem anderer Tatsachenberichte unterscheidet: Das Buch wirkt fragmentarisch, manchmal fast zusammenhangslos, doch genau dies spiegelt wieder, wie es in Berits Innerem ausgesehen haben muss, wie verwirrt und verzweifelt sie gewesen sein muss, weil sie immer wieder zu scheitern schien.

Das Buch ist ein sehr persönlicher Bericht, was einerseits zu einer äußerst berührenden Lektüre macht, andererseits aber scheint es für Betroffene selbst genau dadurch nur bedingt geeignet.

Das Buch ist eher für Menschen geeignet, die ein grundsätzliches Interesse an Persönlichkeitsstörungen und Heilungsprozessen haben als für Angehörige oder Borderliner selbst. Dies wurde für mich auch im Nachtrag deutlich, denn der Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr, der diesen verfasste, schreibt darin sinngemäß, dass eigentlich immer die Mutter verantwortlich für die Entstehung einer Borderline-Störung ist, was meiner Ansicht nach eine sehr einseitige und sicherlich faktisch falsche Darstellung ist. Allerdings ist hier hervorzuheben, dass das Buch bereits vor einigen Jahren erschien, als man möglicherweise noch so dachte - genauso, wie man früher Müttern die Schuld daran gab, wenn ihre Kinder autistisch waren.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

hass, aggression, svv, selbstverletzung, familie

Schnittstellen

Anja Abens , Meike Abens
Flexibler Einband: 237 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.08.2010
ISBN 9783404616701
Genre: Biografien

Rezension:

Meike und Anja Abens verfassten dieses Buch gemeinsam, um eine sehr schwierige Zeit ihres Familienlebens verarbeiten zu können, denn Meike, das jüngste Kind von Anja Abens, entwickelte im Laufe ihrer Jugend psychische Probleme. Zu diesen zählten Perfektionismus, Selbsthass, eine Essstörung und schließlich auch selbstverletzendes Verhalten in Form von Ritzen. Abwechselnd berichten Mutter und Tochter auf sehr authentische Weise, wie es ihnen damals ging und wie sie die Geschehnisse erlebten. Dabei beschreiben sie die Situationen genau so, wie sie sie damals empfunden und erlebt haben, ohne auf erst später entwickeltes Wissen oder Einsichten zurückzugreifen. Gerade dies macht ihre Geschichte sehr mitreißend und lebendig für den Leser.

Was ich jedoch schade finde, ist der Fokus auf das Kranksein, wohingegen kaum Seiten darauf verwendet werden, den Prozess der Heilung zu beschreiben. Man hat das Gefühl, Meike erkenne ganz plötzlich, was ihr Ziel sei (nämlich ein Studium beginnen zu können) und dadurch wäre plötzlich alles gut. Ich hätte es interessant gefunden, mehr darüber zu erfahren, wie die Dinge sich für die Familie wieder zum Positiven entwickeln konnten, insbesondere nachdem Meike ihrer Mutter gegenüber oftmals äußerst angriffslustig gewesen war. Das muss doch Spuren hinterlassen und die Beziehung der beiden stark geprägt haben, worauf jedoch kaum eingegangen wird.

Ich denke, dass das Buch sich jedoch gut für Menschen eignet, die sich für das Thema der Selbstverletzung interessieren, sowie auch für Angehörige psychisch kranker Menschen, die deren Gedankengänge durch die Beschreibungen Meikes möglicherweise besser nachvollziehen können. Weniger geeignet erscheint mir das Buch durch die potenziell triggernde Wirkung für die Betroffenen, die im Endeffekt auch nicht wirklich Lösungsansätze vorgeschlagen bekämen. Dafür bietet das Buch einen meinen Erfahrungen zufolge sehr realistischen Einblick in das Zusammenleben mit einem psychisch kranken Familienmitglied.

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256 Bibliotheken, 17 Leser, 6 Gruppen, 11 Rezensionen

ken follett, ddr, kalter krieg, jahrhunderttrilogie, kinder der freiheit

Kinder der Freiheit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.216 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.03.2016
ISBN 9783404173204
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit großer Begeisterung las ich Folletts Erstlingsroman der Jahrhundert-Trilogie, "Sturz der Titanen". Der Nachfolger "Winter der Welt" gefiel mir insgesamt immer noch sehr gut, wobei mir immer schon klar war, dass Follett kein Tolstoi ist. Doch "Kinder der Freiheit" kann ich leider nicht mehr als 3 Sterne geben.
Historisch betrachtet fand ich das Buch absolut interessant. Man erfuhr sehr viel über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Ländern und auf zwei verschiedenen Kontinenten - Amerika und Europa - ,und gerade, wer sich für die Politik des 20. Jahrhunderts interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.
Trotzdem ist der Roman nicht ausgezeichnet. Grund dafür sind die meist recht blassen, farblosen Charaktere, die Follett hier entworfen hat. Es handelt sich bei den Protagonisten zumeist um Nachfahren jener Protagonisten der ersten beiden Bände, und es stellt sich ob ihrer Schablonenhaftigkeit nicht wirklich ein Gefühl der Zuneigung für diese Charaktere ein. Mir jedenfalls war ihr Schicksal ziemlich egal, zumal sie sowieso nur zwei Dinge zu tun zu haben schienen: beruflich erfolgreich zu sein und mit anderen Leuten ins Bett zu gehen. Mehr war da einfach nicht - keinerlei Tiefgang, keine authentischen Gefühle.
Da hätte Follett die ohnehin im Übermaß vorhandenen Beschreibungen sexueller Begegnungen lieber streichen und sich stattdessen ganz auf historische Ereignisse konzentrieren sollen - oder er hätte sich bei der Charakterisierung der Hauptprsonen mehr Mühe geben müssen.
Was mir in dem Buch auch sehr stark fehlte, war die Sichtweise des "kleinen Mannes", denn alle in dem Buch sind auf irgendeine Weise Überflieger und meist sehr stark ins aktuelle Weltgeschehen verwickelt, beispielsweise als Berater des sowjetischen Politbüros oder TASS-Journalistin, die heimlich regimekritische Aktivitäten betreibt. Alles sehr interessant, aber was ist mit den "einfachen Leuten"? Es ermüdet auf Dauer, dass all diese Personen bis auf Überlegungen, mit wem sie ins Bett gehen sollen, anscheinend einfach nur wahnsinnig erfolgreich sind und jedes historisch bedeutende Ereignis aus nächster Nähe mitbekommen.

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