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adult, historical fiction, fiction

To the Bright Edge of the World

Eowyn Ivey
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Tinder Press, 02.08.2016
ISBN 9781472208606
Genre: Romane

Rezension:

"The Snow Child", Eowyn Ivys Erstlingswerk, mochte ich sehr, sehr gerne und war darum äußerst gespannt auf "To to bright Edge of the World". Ivy verfügt auf jeden Fall über ein beachtliches schriftstellerisches Talent, wie sie auch in diesem Buch wieder aufs Neue bewiesen hat.

War "The Snow Child" hauptsächlich mysteriöses Wintermärchen, ist "To the bright Edge of the World" um einiges historischer, auch wenn der mythisch-mystische Aspekt nicht zu kurz kommt, diesmal allerdings in Verbindung mit den Ureinwohnern Alaskas und ihren Glaubensgrundsätzen und Überzeugungen.

Die Handlung des Buches beschreibt eine Expedition des noch zu nicht unerheblichen Teilen unerforschten Alaskas im Jahre 1885. Lieutenant Colonel Allan Forrester leitet die Expedition, begleitet wird er von zwei Männern. Jeder der Männer durchlebt auf dieser Reise jedoch auch eine ganz persönliche Entwicklung und hat mit eigenen "Geistern" zu kämpfen.

Ein weiterer Erzählstrang widmet sich Allans junger Frau Sophie, die, während ihr Mann auf der gefährlichen Erkundungstour ist, ebenfalls eine ganz persönliche Weiterentwicklung durchlebt. Zu viel soll hier nicht vorweggenommen werden, doch wer sich für die Anfänge der Fotografie interessiert, der wird vor allem die Passagen, welche von Sophie handeln, vermutlich lieben.


Das Buch besteht hauptsächlich aus Tagebucheinträgen sowohl Allens als auch Sophies. Auch Briefe, kleine Fotos und Dokumente werden in die Erzählung mit eingeflochten. Dies passt sehr gut zur Handlung des Buches und trägt sicherlich dazu bei, dass der Leser sich mit den Charakteren identifizieren kann - es ist letztlich aber Geschmackssache, ob man mit dieser Art der Erzählung etwas anfangen kann oder nicht. Ich empfand vor allem das erste Drittel zunächst als recht mühsam. Als die Geschichte dann an Fahrt aufnahm, war für mich auch diese besondere Aufmachung weniger mühsam als anfangs.


Gut gefiel mir persönlich auch ein weiterer Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und aus Briefen eines Nachkommens von Allan Forrester sowie einem jungen Museumskuratoren bestand.


Insgesamt betrachtet ein durchaus spannendes Buch, das gerade in der Winterzeit eine zur Jahreszeit wirklich gut passende Lektüre ist - ich vergebe 3,5 Sterne.


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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Schmerzenskind

Nina Ziegler , Andrea Micus
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404609192
Genre: Biografien

Rezension:

Nina Ziegler hatte eine furchtbare Kindheit, geprägt von Schlägen und Vernachlässigung. Nach der Trennung ihrer Eltern musste Nina bei ihrer kalten, lieblosen Mutter bleiben, die immer wieder neue Partner anschleppte, welche vor allem ihre älteste Tochter Nina auf grausame Weise misshandelten. Das Mädchen wurde ständig grün und blau geschlagen, auch mit einem Gürtel bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt. Sie litt fortwährend unter Schmerzen, musste zur Strafe für angebliches Fehlverhalten noch hungern und bekam von ihrer Mutter nur dann liebevolle Aufmerksamkeit, wenn jemand im Raum war, der ansonsten hätte merken können, dass in der Familie etwas ganz und gar nicht stimmte.
Erst nach einem jahrelangen Martyrium durfte Nina zu ihrem geliebten Vater ziehen. Doch das Glück währte nicht lange, denn Nina kam in diesem neuen Leben - verständlicherweise - nicht zurecht, fing an, sich mit den falschen Leuten herumzutreiben, rauchte, trank, kam in Berührung mit Drogen. Der verzweifelte, überforderte Vater musste schließlich kapitulieren, Nina kam in ein Heim. Doch aufwärts sollte es noch lange nicht gehen...

Als Erwachsene versucht Nina, ihre traumatische Kindheit zu verarbeiten. Sie macht Therapien, will beruflich vorankommen, träumt von einer glücklichen Familie. Doch immer wieder treffen sie herbe Rückschläge, sie erlebt Flashbacks und lernt dann auch noch einen Mann kennen, von dem sie gedemütigt und misshandelt wird - genauso wie in ihrer eigenen Kindheit. Die glückliche Kindheit, die sie sich so für ihre Kinder wünscht, kann sie ihnen nicht bieten, das Familienleben ist gekennzeichnet von Anspannung und Gewalt.

Ninas Weg in ein selbstbestimmtes Leben ist lang und beschwerlich. Sie leidet an einer komplexen posstraumatischen Belastungsstörung, die Flashbacks quälen sie. Doch nach und nach gelingt es ihr, sich und ihren Kindern endlich ein schönes Leben aufzubauen. Nicht zuletzt helfen ihr dabei ihr Terrier Binky und schließlich auch Max, ein Assistenzhund für Menschen mit posstraumatischer Belastungsstörung.

Schonungslos offen schildert Nina Ziegler die schlimmen Erlebnisse ihrer Kindheit und wieder einmal fragt man sich: Wie konnten diese Misshandlungen über Jahre hinweg stattfinden? Warum wurde das Jugendamt nicht schon früher aktiv, ließ sich so einfach abspeisen?

Gut finde ich, dass Nina Ziegler in ihrem Buch nicht nur ihre Kindheit aufarbeitet, sondern auch ihre schwierigen Jugend- und Erwachsenenjahre. Sie zeigt auf, wass es bedeutet, mit PTBS leben zu müssen, und wie sehr es den Alltag und ein normales, schönes Leben einschränkt. Dafür gebührt ihr allerhöchster Respekt!

Ein wenig schade fand ich nur, dass der PTBS-Hund, der schon in der Inhaltsangabe erwähnt wurde, fast nur am Rande erwähnt wurde. Ich hätte gerne mehr über die Tätigkeit dieser vierbeinigen Helfer erfahren und hatte dies nach dem Klappentext eigentlich auch erwartet.

Ein Buch, das betroffen macht und noch lange nachhallt.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

rückzug, trennung, vögel, trauer, akzeptanz

Die Mansarde

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.04.2005
ISBN 9783548605739
Genre: Romane

Rezension:

"Die Mansarde" reicht meiner Ansicht nach bei weitem nicht an Marlen Haushofers Erfolgsroman "Die Wand" heran. In vielerlei Hinsicht ähneln sich beide Romane, nur ist die Protagonistion in "Die Wand" nicht nur innerlich gefangen, sondern auch durch eine solide, unsichtbare Wand vom Rest der Welt getrennt. Die Protagonistin in "Die Mansarde" hingegen zieht sich freiwillig in ihre Mansarde auf dem Dachboden des Hauses zurück, um dort ungestört malen, zeichnen und ihren Gedanken nachhängen zu können. Nach außen hin führt sie eine normale, stabile Ehe und ein normales, solides Hausfrauendasein, doch in Wirklichkeit ist ihr Leben von einem Ereignis überschattet, das sie nun wieder einzuholen droht. Vor vielen Jahren verlor sie nämlich scheinbar aus dem Nichts heraus ihr Gehör und wurde aufs Land geschickt, wo sie im Haus eines - sehr unsympathisch anmutenden - Jägers lebte, um wieder zu Kräften zu finden. Im Wald begegnete sie einem rothaarigen, geheimnisvollen Mann, der fasziniert von ihrer Taubheit ist und sie um regelmäßige Treffen bietet, um sich in ihrer Gegenwart alles von der Seele reden zu können. Obwohl er sie abstößt, sie ihn gar für einen Mörder hält, geht die Protagonistin auf seine Bitte ein.

Das Buch ist - typisch Haushofer- sehr düster und melancholisch, es scheint wenig Hoffnung und Trost zu geben. Die Protagonistin versucht seit vielen Jahren erfolglos, einen Vogel zu zeichnen, der weiß, dass er "nicht der einzige Vogel auf der Welt" ist, scheitert an diesem Vorhaben jedoch immer wieder.

Während die Dunkelheit und Melancholie von "Die Wand" mich in ihren Bann zog, das Buch mich faszinierte und ich unbedingt weiterlesen wollte, schleppte sich "Die Mansarde" eher dahin. Sehr vieles wurde nur angedeutet und mehr oder weniger offen gelassen, sodass man als Leser mit dem Gefühl zurückbleibt, vor vielen losen Enden zu stehen. Ich persönlich konnte mit der sinnlosen Trostlosigkeit von "Die Mansarde" wenig anfangen. Darum kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.

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367 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

alien, mathematik, liebe, außerirdischer, menschheit

Ich und die Menschen

Matt Haig ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216043
Genre: Romane

Rezension:

"Ich und die Menschen" von Matt Haig ist im Grunde genommen eine Geschichte darüber, was das Menschsein eigentlich ausmacht. Diese Geschichte erzählt Haig mittels eines Protagonisten, der eigentlich gar kein Mensch ist - sondern ein Außerirdischer. Dieser wird von seinem Heimatplaneten auf die Erde geschickt, um zu verhindern, dass die Menschheit durch die Entdeckung des Beweises der Riemannschen Vermutung immense Fortschritte macht. Fortschritte, von denen zumindest die Vonnadorianer denken, dass die Menschen ihrer nicht würdig sind. Menschen, so hat es auch der außerirdische Protagonist des Romans immer gelernt, sind habgierig, zerstörerisch und selbstsüchtig.
Nun schlüpft der Außerirdische in den Körper eines britischen Mathematikprofessors, der den Beweis für die Riemannsche Vermutung herausgefunden hat. Er soll alle Spuren von diesem Beweis vernichten und das Universum somit vor einer Katastrophe bewahren.
Doch nach und nach muss der Außerirdische feststellen, dass die Menschen auch ihre guten Seiten haben - sie können lieben, sich umeinander kümmern, sie haben einen Sinn für Kunst, sie können sich weiterentwickeln und dazulernen. Und plötzlich wird dem Besucher aus dem All klar, dass er die Familie des Mathematikprofessors eigentlich gar nicht auslöschen möchte, wie es die Bewohner seines eigenen Planeten ihm aufgetragen haben...

"Ich und die Menschen" besticht durch eine herrlich schräge Rahmenhandlung und einen sympathischen außerirdischen Helden. Es ist kein Lobgesang auf die Menschheit, aber auch kein vernichtendes Urteil über diese, sondern ein Buch, das einfach nur aufzeigt, wie die Menschen wirklich sind und sein können - tapfer, aber auch feige, egoistisch, aber auch selbstlos, fürsorglich, aber auch zersterörisch. Das Buch ist humorvoll geschrieben, weckt aber durchaus Emotionen und ist auf gewisse Weise angenehm berührend. Es ist sicherlich kein literarisches Wunderwerk und hat auch ein paar kleinere Schwächen - insgesamt betrachtet hebt sich "Ich und die Menschen" aber deutlich von vielen anderen Romanen ab, da es einen wirklich originellen Plot hat und für einige Lacher und schöne Momente sorgt.

3,5 Sterne von mir.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

spaß, freundschaft, roadtrip

Umweg nach Hause

Jonathan Evison , Isabel Bogdan
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.07.2016
ISBN 9783734102660
Genre: Romane

Rezension:

"Umweg nach Hause" verspricht einen skurrilen Roadtrip durch die USA, unternommen vom schicksalsgebeutelten Pfleger Ben und seinem Schützling, den im Rollstuhl sitzenden Trevor. Ben erlitt in der Vergangenheit einen schlimmen Verlust und wurde eher aus der Not heraus Pfleger - irgendwie muss man ja Geld verdienen. Doch irgendetwas an dem pflegebedürftigen Jugendlichen Trevor berührt ihn und Mitgefühl hat er auch mit dem Vater des Jungen, der die Familie Jahre zuvor verließ und bislang erfolglos versucht, dafür Buße zu tun. Deshalb auch die Idee zum verrückten Roadtrip - denn nach einem Unfall kommen Ben und Trevor auf den Einfall, Trevors Vater zu besuchen, auch wenn das Vater-Sohn-Verhältnis bis dahin sehr angespannt ist...

Aus der Grundidee hätte man sehr viel machen können. Leider ist dem Autor dies nicht gelungen. Der Schreibstil bleibt stets flapsig und oberflächlich, die Protagonisten werden eher schemenhaft charakterisiert, ihnen wird kein Leben eingehaucht.
Der Roadtrip an sich lässt lange auf sich warten und wird eigentlich nur in einem eher kurzen Teil des Buches abgehandelt, was ich schade fand.

Für mich war dieses Buch daher leider ein Fehlkauf.

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Purity

Jonathan Franzen
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Fourth Estate, 01.09.2015
ISBN 9780007532797
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich Franzens "Freedom" und "The Corrections" als wahres Lesevergnügen empfunden hatte - wenngleich der Funke bei "The Corrections" erst nach dem zweiten Mal Lesen übersprang - war ich äußerst gespannt auf sein neuestes Werk, "Purity". Leider bin ich für mich zu dem Fazit gekommen, dass "Purity" hauptsächlich von dem wie gewohnt genialen Schreibstil des Autors lebt. Und ja, ich bin ein großer Fan von Franzens Schreibstil - aber das alleine reicht für einen Roman von mehreren hundert Seiten nun einmal nicht aus, um ein Buch zu einer grandiosen Lektüre zu machen.
Dabei begann "Purity" noch sehr fesselnd. Einige Passagen gerade auf den ersten hundert bis 150 Seiten fand ich richtiggehend brilliant. Umso enttäuschter war ich dann vom Rest der Geschichte, die leider sehr farb- und lieblos auf mich wirkte. Ja, es wird eine Geschichte erzählt, aber diese Geschichte ließ mich völlig kalt. Normalerweise gefällt es mir sehr gut, wie Franzen auf die unterschiedlichen Protagonisten in seinen Büchern eingeht; hier aber interessierte mich kein einziger der Protagonisten abgesehen von der jungen Purity Taylor, genannt Pip - und leider kam diese Protagonisten über mehrere hundert Seiten lang fast nur als Randfigur vor.
Als absolut nicht prüde Leserin hat mich an diesem Buch tatsächlich auch die "Versextheit" gestört: Ich habe nichts gegen Sex in einem Buch, nicht einmal gegen reichlich davon - aber es soll doch bitte irgendetwas zur Geschichte beitragen und nicht nur verwendet werden, um das Buch länger zu machen und einen "Schockeffekt" auszulösen. Und wie schon bei Franzens "Here I am" habe ich persönlich bei den meisten Büchern nicht das Gefühl, dass ständige Erwähnungen von männlichen Erektionen und Beschreibungen ihrer Masturbationspraktiken etwas Bedeutsames zum Plot beizutragen haben.

Das Buch hat seine brillianten Passagen - aber leider auch seine Längen. Und als ich es zuklappte, war mir bereits bewusst, dass dies kein Buch sein wird, zu dem ich schnell wieder greifen werde. Abgesehen von Franzens gekonntem Erzählstil hat mir dieses Buch leider nicht gefallen.

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104 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

einsamkeit, österreich, wand, hund, überleben

Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548288123
Genre: Romane

Rezension:

Die namenlose Protagonistin, aus deren Sicht das Buch erzählt wird, findet sich hinter einer unsichtbaren, undurchdringlichen Wand wieder, Gesellschaft leisten ihr nur ein paar Tiere. Auf der anderen Seite der Wand scheinen sowohl Tiere als auch Menschen einfach erstarrt zu sein. Da die Protagonistin Urlaub auf dem Land machte, ist sie nun völlig auf sich alleine gestellt und muss sich in der Natur zurechtfinden. Das Forsthaus, in dem sie eigentlich nur einige Tage verbringen wollte, wird so zu ihrem Zuhause, die Tiere werden zu Gefährten, denen sie Namen gibt und zu denen sie eine enge emotionale Bindung aufbaut. Sie baut Kartoffeln an, hackt Holz, geht jagen. Ihr emotionaler Zustand schwankt im Laufe des Buches immer wieder stark, mal ist sie in ihrer Situation sehr zufrieden, mal sehnt sie sich nach anderen Menschen.

Ich hatte zunächst Bedenken, das Buch könne sich langweilig lesen. Tatsächlich las ich das Buch innerhalb nur weniger Tage aus, da ich von der ersten Sekunde an völlig gefesselt war - sowohl von der Handlung als auch von Haushofers Schreibstil, der einerseits sehr klar, andererseits aber doch sehr poetisch und melancholisch ist. Das Buch ist einfach etwas ganz Besonderes, es bleibt im Gedächtnis, lässt nicht los, macht betroffen und hoffnungsvoll, stimmt mal zuversichtlich, mal traurig.
Es gelingt Haushofer unglaublich gut, die schwankenden Gemütszustände ihrer Protagonistin für den Leser anschaulich und berührend zu beschreiben. Ebenso eindrucksvoll und ergreifend liest sich die Beziehung der namenlosen Protagonisten zu ihren Tieren, insbesondere zu dem treuen Hund Luchs, der sie stets begleitet.

Wer Bücher mit einem traurigen und/oder ungewissen Ende nicht mag, dem wird "Die Wand" nicht gefallen. Am Ende kam es zu einem für mich derartig traurigem Vorfall, der im Laufe des Buches bereits immer wieder angekündigt wird - nichtsdestotrotz hoffte ich bis zum letzten Moment wider besseres Wissen, die Katastrophe könne noch abgewendet werden. Haushofer schildert den Verlust, den ihre Protagonistin erlebt, so hautnah und greifbar, dass mir selbst danach wirklich zum Weinen zumute war.

Letztlich werden sich an "Die Wand" wohl die Geister scheiden. Ich finde es genial, aber man muss wohl in der richtigen Stimmung sein und auch sehr düsteren, nachdenklichen Büchern etwas abgewinnen können, um es in sein Herz lassen zu können. Für mich bleibt "Die Wand" eine unvergessliche Lektüre.

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

judentum, israel, familie, krieg, juden

Here I Am

Jonathan Safran Foer
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 06.09.2016
ISBN 9780241146187
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte mir von diesem Buch mehr versprochen und werde, nachdem mich auch "Extrem laut und unglaublich nah" nicht gerade restlos begeistern konnte, in Zukunft sehr genau überlegen, bevor ich mir einen Roman von J.S. Foer zulege.

Was hat mich an diesem Buch gestört? Nun, vor allem, dass es so gewollt wirkte, so angestrengt, dass ich beim Lesen fast die ganze Zeit über das Gefühl hatte, der Autor habe unbedingt ein Werk von großer Bedeutung schaffen wollen. Mir mangelte es an "Echtheit", ich empfand das Buch als nicht wirklich authentisch, die Dialoge erschienen mir oft gekünstelt (und übertrieben in die Länge gezogen), die Beschreibungen so, als habe der Autor vor allem noch mehr Seiten herausschinden wollen - muss ich wirklich eine etwa dreiseitige Ausführung über die Masturbationstechniken eines Dreizehnjährigen lesen?
Die Handlung konnte mich nicht mitreißen, die Protagonisten, bestehend aus einem jüdischen Ehepaar und dessen drei Kindern, blieben flach und platt, ihr Schicksal war mir gelinge gesagt gleichgültig. Ich fand die Kinder, die wohl eher frühreif und klug wirken sollten, sehr unrealistisch dargestellt und  stellenweise richtig nervtötend. 
Interessanterweise las ich vor einigen Jahren Jonathan Franzens "The Corrections" und war davon eher wenig angetan. Kürzlich lass ich es erneut und war begeistert. Wenn ich nun "Here I am" mit Franzens "Corrections" vergleiche, dann besteht da ein himmelweiter Unterschied zwischen diesen beiden Büchern über dysfunktonale Familien, verknüpft mit Ausführungen und Überlegungen zu Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Was bei Franzen authentisch wirkt und fesselt, langweilt bei Foer eher. Sein Herumphilosophieren kam mir auch sehr "gewollt" und konstruiert  vor. Für mich war dieses Buch Foers sehr enttäuschend.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kindheit, landleben, kindliche wahrnehmung, mutter-tochter-konflikt, österreich

Himmel, der nirgendwo endet

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.04.2005
ISBN 9783548605722
Genre: Romane

Rezension:

"Himmel, der nirgendwo endet" ist im Grunde genommen eine autobiographische Schilderung von Marlen Haushofers Kindheit. Diese österreichische Autorin schrieb unter anderem "Die Wand", einen Roman, der vor einigen Jahren verfilmt wurde. Leider habe ich es bislang verpasst, Bücher der Schriftstellerin zu lesen. Und das bereute ich bei Lektüre von "Himmel, der nirgendwo endet" schon ein wenig, denn möglicherweise wäre es mir leichter gefallen, mich voll und ganz auf das Buch einzulassen, wenn bereits eine gewisse Vertrautheit mit Haushofers Werk vorhanden gewesen wäre.

Die Schilderungen von Haushofers Kindheit sind authentisch, durchaus berührend und noch dazu interessant, wuchs sie doch in einem völlig anderen Umfeld - in einem Forsthaus zwischen den beiden Weltkriegen - auf, als die meisten Menschen es heutzutage gewöhnt sind. Die Beschreibungen der Landschaft fand ich ganz gelungen, "vom Hocker gehauen" haben sie mich aber nicht. Auf jeden Fall aber scheint Haushofer ein Talent dafür zu haben, zwischenmenschliche Beziehungen wiederzugeben und dabei genau hinzuhören und hinzusehen - das merkt man auch diesem Buch über ihre Kindheit deutlich an.

So flüssig und berührend sich das Buch auch las, völlig "hineingekommen" bin ich leider bis zum Schluss nicht. Darum vergebe ich drei Sterne. Ich habe mir aber vorgenommen, zukünftig noch weitere Bücher der Autorin zu lesen, da mich "Himmel, der nirgendwo endet" doch neugierig auf andere Werke Haushofers gemacht hat.

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1.749 Bibliotheken, 43 Leser, 1 Gruppe, 161 Rezensionen

kreuzfahrt, thriller, sebastian fitzek, selbstmord, mord

Passagier 23

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 29.10.2015
ISBN 9783426510179
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Passagier 23" war quasi meine zweite Chance für Sebastian Fitzek, nachdem mir "Der Seelenbrecher" wirklich nicht gut gefallen hatte und ich lange Zeit Bücher des Autors gemieden hatte.

Von "Passagier 23" war ich anfangs noch recht angetan. Das Buch begann gleich sehr temporeich und feselnd, ließ sich flüssig lesen und die Idee, das Thema "Auf Kreuzfahrten Verschwundene" aufzugreifen, schien mir durchaus originell.

Leider ließ meine Begeisterung für das Buch jedoch nach, je weiter ich kam. Zunächst einmal störte mich teils die Sprache. Ich habe wirklich nichts gegen ein Buch, in dem auch Schimpfwörter und Fäkalausdrücke vorkommen und in denen ein eher derber Umgangston der Charaktere miteinander herrscht - aber dann muss es sich auch echt und authentisch anfühlen, was es hier einfach nicht tat. Es wirkte vielmehr so, als wolle Fitzek bewusst provozieren und in dieser Häufigkeit kam es mir doch übertrieben vor.

Es traten in dem Buch zudem sehr viele verschiedene Charaktere auf. Vielleicht hat Fitzek sich hier schlicht übernommen. Denn die meisten Charaktere blieben leider eher eindimensional und farblos. Man hatte einfach nie das Gefühl, es mit echten, fühlenden Menschen zu tun zu haben, sondern vielmehr mit Schablonen. All ihre Geschichten zu erzählen und dabei jedem eine eigene Stimme zu verleihen hat Fitzek leider nicht geschafft. Hier wäre weniger meiner Ansicht nach mehr gewesen.

Neben der Sprache hatte ich tatsächlich auch ein Problem mit der geschilderten Brutalität, obwohl ich eigentlich nichts gegen Krimis und Thriller habe, in denen es recht blutrünstig oder grausam zugeht. Aber es kommt immer auf die Umsetzung an und bei "Passagier 23" hatte ich auch in der Hinsicht eher das Gefühl, der Autor will absichtlich möglichst schockierende Beschreibungen liefern.

Die Idee für die Geschichte an sich finde ich nach wie vor gut. Das Buch las sich meist auch sehr spannend und flüssig! Aber letztlich wurde viel zu viel in das Buch hineingepackt. Das zeigte sich für mich insbesondere durch die ewig lange Aufklärung der Geschehnisse. Diese zog sich gefühlt über die letzten 100 Seiten hin und irgendwann wollte man es nur noch hinter sich haben. Ich empfand die Auflösung auch als recht verworren und teils unbefriedigend. Manches wirkte schon arg konstruiert.

"Passagier 23" war für mich eine deutlich spannendere Lektüre als "Der Seelenbrecher" - dennoch werde ich wohl kein Fitzek-Fan mehr.

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 7 Rezensionen

schweden, stockholm, krimi, kommunismus, annika bengtzon

Der Rote Wolf

Liza Marklund , Paul Berf (Übers.)
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.2006
ISBN 9783499232978
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach "Studio 6" griff ich zu "Der rote Wolf", einem weiteren Fall der Journalistin Annika Bengtzon, der gut ein Jahrzehnt nach meinem ersten Roman der Autorin spielt. Insgesamt betrachtet las sich das Buch durchaus wieder flüssig und spannend - ich empfand es als angenehme Unterhaltungslektüre.

Ich fand aber, dass "Der rote Wolf" vom Schema her sehr ähnlich zu "Studio 6" aufgebaut war. Natürlich ist es dieselbe Buchautorin, darum ist der Schreibstil logischerweise auch ganz ähnlich, aber mir war es schon ein wenig zu sehr dasselbe Schema.

Wieder mal recherchiert Annika Bengtzon mehr oder weniger auf eigener Faust, stößt dabei auf wenig bekannte, brisante Tatsachen und wird in größere Ereignisse mit hineingezogen. Am Ende befindet sie sich natürlich in großer Gefahr und es kommt zum dramatischen Show-Down. So, wie ich das verstanden habe, verlaufen auch weitere Annika-Bengtzon-Fälle nach diesem Muster. Das ist ja nichts Schlechtes, vor allem, da sich die Bucher gut "weglesen" lassen, nachhaltig in Erinnerung wird mir "Der rote Wolf" aber nicht bleiben.

Ich vergebe 3 Sterne.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

tourette, krankheit, autobiographie, autobiografisch, tourette syndrom

Ficken sag ich selten

Olaf Blumberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.10.2013
ISBN 9783550080128
Genre: Biografien

Rezension:

Komische Angewohnheiten hat doch eigentlich jeder, oder? Auch Olaf Blomberg hatte immer schon ein paar merkwürdige Angewohnheiten, auf die er manchmal sogar angesprochen wurde. Doch als Olaf Anfang zwanzig ist und mitten im Lehramtsstudium steckt, fängt er an, sehr heftig zu "ticcen". Plötzlich hat er den Drang, ständig laut zu schimpfen und Leute zu beleidigen. Gegen den heftigen Zwang kann Olaf nichts tun, wenn es ihm gelingt, sich einen Tic ein paar Sekunden lang zu verkneifen, wird dieser dafür danach oft umso heftiger. So erhält Olaf dann die Diagnose Tourette. Plötzlich ist sein ganzes Leben von dieser mysteriösen Krankheit geprägt. Kann er sein Studium überhaupt fortsetzen? Wie reagieren fremde Leute, wenn er sie auf der Straße beschimpft? Wird er je eine glückliche Beziehung führen können?

Aufrichtig und unsentimental berichtet Olaf Blumberg in seinem Buch von seinem Leben mit dem Tourette-Syndrom. Dabei konzentriert er sich vor allem auf den sozialen Aspekt - denn Tourette fällt nun einmal auf und nicht jeder kann damit umgehen - sowie auf das Studium, das ihm so viel bedeutet - aufgrund seines Tourettes kann er sein Lehramtsstudium nicht fortsetzen und entscheidet sich stattdessen für ein Studium sozialer Arbeit. Das Buch zeigt sehr gut, mit welchen Herausforderungen und Problemen gerade junge Menschen mit Tourette im Alltag konfrontiert sind. Darum ist es auf jeden Fall lesenswert.
Ein kleiner Minuspunkt war für mich an manchen Stellen der betont locker-flockige Schreibstil. Mir persönlich gefiel dieser weniger gut, aber Geschmäcker sind natürlich verschieden und der Inhalt des Buches - so mutig und ehrlich - lohnt die Lektüre.

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24 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

darwin, biologie, entwicklung, entstehung, kreationismus

Die Schöpfungslüge

Richard Dawkins , Sebastian Vogel
Fester Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 13.10.2010
ISBN 9783550087653
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nachdem mir Dawkins' "Der Gotteswahn" auch nach zweimaligem Lesen sehr gut gefiel, beschloss ich, mir ein weiteres Buch von ihm zuzulegen. Meine Wahl fiel auf die "Schöpfungslüge". Leider finde ich den Titel der deutschen Ausgabe etwas unglücklich gewählt, denn er klingt doch etwas polemisch und wird dem Inhalt meiner Ansicht nach nicht wirklich gerecht. Der Originaltitel, "The Greatest Show on Earth", ist viel passender, da er zeigt, worum es dem Autor geht: um die wunderbare, beeindruckende, bezaubernde und manchmal furchteinflößende Natur und das vielseitige Leben an sich. In seinem Buch erklärt Dawkins mit viel Leidenschaft und äußerst informativ die Evolutionstheorie und führt auf, warum diese alles andere als abwegig ist und dass es zahlreiche Belege dafür gibt, wie das Leben auf Erden sich entwickelt hat. Trotz der wissenschaftlichen Ausführungen ist das Buch auch für Laien flüssig lesbar und man lernt sehr viel Neues. Als langweilig empfand ich das Buch nie, obwohl es natürlich Kapitel gibt, die man interessanter findet als andere. Meiner Ansicht nach ein äußerst gelungenes Buch über die Evolution - die "Schöpfungslüge" wird sicher nicht mein letztes Buch von Dawkins bleiben!

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293 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

thriller, insomnia, jilliane hoffman, bobby dees, florida

Insomnia

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz , Stefanie Kremer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 27.12.2016
ISBN 9783805250719
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Bücher von Jilliane Hoffman lese ich sehr gerne, da sie flüssig schreibt und ihre Thriller meist auch einen guten Spannungsbogen mitbringen.
"Insomnia" gefiel mir insgesamt betrachtet  zwar recht gut, hatte aber auch einige Schwächen.
SPOILER
Recht originell fand ich Hoffmanns Idee, die Protagonistin behaupten zu lassen, sie sei vom "Hammermann" entführt worden, obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht. Dies verleiht der Geschichte eine zusätzliche Würze, da die Protagonistin später natürlich als wenig glaubwürdig erscheint, nachdem sie tatsächlich zu einem Entführungsopfer des "Hammermannes" wurde, ihm aber entkommen konnte. Das war eigentlich das Interessanteste an der Geschichte.
Weniger gut gefiel mir die Tatsache, dass Mallory dem "Hammermann" schlussendlich gleich zwei Mal entkommen konnte. Das war für mich schon recht dick aufgetragen, wenn der Täter so viele Frauen entführt, gefoltert und ermordet hat, kann er, auch wenn er im Team arbeitete, nicht so blöd sein, Mallory einmal aus seinem Folterkeller entkommen zu lassen und dann in ihre Wohnung einzudringen, wo er sich von ihr totschlagen lässt...
Die Idee, dass am Ende zwei Mörder dahintersteckten, war ganz nett, aber für mich auch keine Riesenüberraschung. Gut fand ich aber, dass ich Denny wirklich nicht im Verdacht gehabt hatte, der "Hammermann" bzw. einer der beiden Bösewichte zu sein. Da ging meine Vermutung eher Richtung Colton. Tatsächlich war Denny zumindest für mich so "unauffällig" von Hoffmann am Rnade der Handlung platziert worden, dass ich, als ich dann las, ein Denny sei der Hammermann gewesen, erst mal zurückblättern und nachlesen musste, wer das ist.
Die Protagonistin erinnerte mich  ein wenig an C.J. Townsende. Schließlich hat Townsend auch  Schlimmes durchgemacht, und dann wurde sie zur Staatsanwältin. Ähnlich verhält es sich bei Mallory/Callie auch.
Der Showdown las sich für mich leider "typisch amerikanisch" und erinnerte mich recht stark an "Mädchenfänger". Ich fand es doch etwas ermüdend, dass man eigentlich von Anfang an wusste, dass alles gut ausgehen und Mallory nicht sterben wird und Bobby Dees auch nicht.
SPOILER ENDE

Das waren nun doch einige Kritikpunkte, nichtsdestotrotz ist "Insomnia" ein durchaus solider, flüssig wegzulesender, zum Großteil auch recht spannender Thriller. Allerdings hoffe ich doch, dass ihr nächstes Buch sich doch etwas stärker von den bisherigen Werken der Autorin unterscheiden wird, denn auf Dauer wird es doch ein wenig langweilig, immer wieder ähnliche Geschichten zu lesen, auch wenn sie gut erzählt sind.

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113 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 3 Rezensionen

schweden, krimi, annika bengtzon, stockholm, journalismus

Studio 6

Liza Marklund , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.11.2004
ISBN 9783499228759
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Journalistin Annika Bengtzon bekommt die Möglichkeit, fürs "Stockholmer Abendblatt" zu schreiben. Kurz nach ihrem Eintritt bei der Zeitung wird eine ermordete Frauenleiche auf dem jüdischen Friedhof entdeckt. Annika soll gemeinsam mit Kollegen über den Fall der jungen Frau berichten und findet dabei unter anderem heraus, dass es sich bei dem Opfer um eine Striptease-Tänzerin handelte. Aufgrund ihrer für eine Journalistin ungewöhnlichen Vorgangsweise erntet Annika jedoch auch viel negative Kritik. Doch irgendetwas an dem Fall lässt sie nicht los, und schließlich stößt sie auf äußerst beunruhigende Tatsachen...

Für mich las sich mein erster Liza-Marklund-Roman großteils spannend, frisch und flüssig. Die Geschichte fand ich an sich sehr interessant. Ein paar Wendungen kamen mir allerdings auch ein wenig unrealistisch vor. Nichtsdestotrotz spannende Unterhaltungsliteratur aus dem Krimi-Genre, für die ich 3,5 Sterne vergebe.

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230 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

freundschaft, übergewicht, blind, mut, supermarkt

Tage wie Salz und Zucker

Shari Shattuck , Nicole Seifert , ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783499268670
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ellen Holmes ist eine einsame junge Frau. In ihrer Kindheit erlebte sie viel Gewalt und Lieblosigkeit, weshalb sie nun sehr zurückgezogen lebt. Sie arbeitet nachts als Putzhilfe in einem Supermarkt und stopft sich aufgrund ihrer Einsamkeit und emotionalen Probleme mit ungesundem Essen voll, weshalb sie stark übergewichtig ist. Von anderen Menschen wird Ellen trotz ihrer Leibesfülle aufgrund ihrer unscheinbaren Art kaum je richtig wahrgenommen, weshalb sie der Meinung ist, unsichtbar zu sein. Ihr einzig wirklicher Kontakt zur Außenwelt neben der Arbeit besteht darin, ihre Nachbarn aus dem Fenster zu beobachten.
Im Bus begegnet Ellen eines Tages der blinden Temerity und fühlt sich seltsam fasziniert von der lebenslustigen, aufgeweckten jungen Frau. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft und gemeinsam erleben sie so manch Abenteuer...

Ich fand die Grundidee süß und originell. Ellens einsames, trostloses Leben ist sehr gut beschrieben und man fühlt auch mit ihr mit. Die Freundschaft, die zwischen den beiden ungleichen jungen Frauen entsteht, fand ich doch recht berührend. Allerdings ist die Geschichte teils schon einfach sehr, sehr schräg - das muss man mögen. Ellen und Temerity sind ein tolles Team, ja, aber es ist doch recht unwahrscheinlich, dass die beiden es schaffen, gemeinsam so viel Böses zu verhindern und sich stets moralisch auf die richtige Seite zu schlagen. Zudem hat es etwas beunruhigend Stalker-mäßiges, wie die beiden gemeinsam Ellens Nachbarn ausspionieren und sich in deren Leben einmischen - natürlich stets nur zum Besten der Menschen.
Natürlich liest sich das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam, etwas realistischer hätte es für meinen Geschmack aber schon sein können, gerade weil Ellen anfangs so realistisch und eindrucksvoll porträtiert wird. Dass sie ihre sozialen und emotionalen Probleme aber dank der Freundschaft zu Temerity in kürzester Zeit überwinden kann, halte ich für relativ unwahrscheinlich. Das Ende war natürlich herzerwärmend, aber auch etwas kitschig.
Probleme hatte ich zudem mit der Person der Temerity - für mich war sie etwas sehr eindimensional geschildert - quasi die blinde Heldin, die sich trotz ihres Handicaps nie unterkriegen lässt und der immer die Sonne aus dem Hintern scheint. Für meinen Geschmack war Temeritys Charakter zu eindimensional und flach.

Da die Grundidee recht originell ist und das Buch trotz aller Unwahrscheinlichkeiten und schrägen Einfälle unterhaltsam und stellenweise berührend ist, vergebe ich drei Punkte.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Allzu viel ist ungesund

Yvonne Adler , Gudrun Braun , Udo Gansloßer
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Müller Rüschlikon, 27.04.2017
ISBN 9783275020928
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Erwartungen hat das Buch von Adler, Gansloßer und Braun leider nicht wirklich erfüllt. Beim Titel "Allzu viel ist ungesund" denkt man ja eher, dass es ein Buch wider des ständigen Drucks ist, seinen Hund ständig "sinnvoll beschäftigen" zu müssen. Ich hatte wirklich gedacht, der Fokus des Buches liege ganz klar auf "Weniger ist mehr". Stattdessen ist es im Grunde genommen ein recht typisches Hunde-Beschäftigungsbuch, in dem zahlreiche "Enrichtment"-Vorschläge gemacht werden. Verkaufen sich Hundebücher heutzutage nur noch, wenn in quasi jedem zweiten Buch vorgeschlagen wird, dem Hund mit Schnüffelteppichen oder Leckerlisuchspielen eine Freude zu machen? Ich habe absolut n ichts gegen solche Formen der Beschäftigung, die dem Hund ja auch Abwechslung bieten - aber all diese Beschäftigungsideen findet man bereits in so vielen Hunderatgebern, dass man nicht ständig neue Bücher mit den immer selben Vorschlägen und Tipps auf den Markt werfen muss.

Ich fand den Buchtitel wirklich nicht gut gewählt, ja sogar leicht irreführend. Natürlich wird immer wieder betont, dass Ruhephasen wichtig sind und man den Hund nicht überfordern sowie die Beschäftigung "individuell" auf seine Persönlichkeit abstimmen soll (wobei leider immer nur ansatzweise in ein bis zwei Sätzen kurz umrissen wird, wie genau man denn dafür sorgt, dass eine bestimmte Beschäftigungsform tatsächlich gut für den individuellen Hund geeignet ist...) - genau diese Tipps finden sich aber ebenfalls in jedem zweiten einigermaßen vernünftigem Hunderatgeber.

Für Besitzer sehr aktiver, zur Hibbeligkeit neigenden Hunde hätte sich vielleicht auch ein Kapitel darüber angeboten, wie man für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit im Alltag sorgt. Das hätte meiner Ansicht nach auch ganz gut zum Buchtitel und dem eigentlichen Hauptthema des Buches gepasst. Aber Tipps z.B. zur konditionierten Entspannung gab es nur am Rande, wurden nur in ein bis zwei Sätzen kurz erklärt.

Ich finde ehrlich gesagt auch nichts an Vorschlägen wie "Erstellen Sie einen Wochen-Aktivitätsplan für die Beschäftigung mit Ihrem Hund." Ernsthaft? Gleichzeitig wird betont, man solle die Spontaneität natürlich nicht aus dem Auge verlieren... Ich glaube, gerade dazu führen aber solche "Wochen-Beschäftigungspläne". Und genau dadurch setzen sich Hundehalter heutzutage selbst unter Druck bzw. fühlen sich unter Druck gesetzt.

Fachlich gesehen bietet das Buch ein paar neue Informationen, schneidet z.B. Forschungsergebnisse aus der Canidenforschung an. Das Hauptthema des Buches fand ich aber eher verfehlt.

Vielleicht ein nettes Buch für Hundeeinsteiger, da es ja auch ein paar gute Tipps zum entspannten Zusammenleben mit Hund zu bieten hat, aber sonst lohnt der Kauf nicht wirklich.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Eine sehr kleine Frau

Peter Henisch
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2010
ISBN 9783423138666
Genre: Romane

Rezension:

Es fällt mir sehr schwer, Peter Henisch's Roman "Eine sehr kleine Frau" zu rezensieren. Zum einen liegt dies daran, dass das Buch natürlich im Grunde mehr autobiographisch ist als Roman; und wie soll man schon die Erlebnisse und Empfindungen eines realen Menschen bewerten? Doch dieses Problem hat man natürlich mit jedem Erfahrungsbericht oder stark autobiographisch geprägtem Roman.
Zum anderen ist das Buch im Grunde genommen wirklich, wirklich gut. Ich kann jeden Rezensenten, der ihm 5 Sterne gibt, gut verstehen. Es ist ein sprachlich sehr schönes, gewissermaßen melodiöses Buch, ja man kann den Schreibstil durchaus als kunstvoll bezeichnen. Zudem lässt sich "Eine sehr kleine Frau" flüssig lesen, ohne leichte Wegleselektüre zu sein.
Als Wienerin gefiel es mir, endlich einmal ein Buch zu lesen, das in Wien spielt und in dem Wien eine so zentrale Rolle spielt. Eigentlich hätte es mir diese Tatsache leicht machen müssen, in das Buch hineinzufinden, doch leider gelang mir gerade das aus irgendeinem Grund nicht wirklich. Nicht so, dass ich behaupten könne, das Buch habe mich zutiefst berührt oder nachhaltig beeindruckt. Ich habe es gerne gelesen, ja. Die Großmutter des Autors dürfte eine wahrlich bemerkenswerte Frau gewesen sein. Man spürt, wie viel sie ihm stets bedeutete. Und doch konnte mich "Eine sehr kleine Frau" nicht so bewegen, wie ich mir das zu Beginn des Buches noch vorgestellt hatte. Ich finde dafür keine Begründung; es ist einfach so.
Darum vergebe ich 3,5 Sterne.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Why Be Happy When You Could Be Normal

Jeanette Winterson
Flexibler Einband
Erschienen bei Random House UK, 26.03.2012
ISBN 9780099556091
Genre: Romane

Rezension:

"Why Be Happy When You Could Be Normal" war mein erstes Buch von Jeanette Winterson. Es handelt sich um ein autobiographisches Werk, in dem Winterson vor allem ihre schwierige Kindheit thematisiert - und dies auf beeindruckend ehrliche, äußerst intensive und wortgewandte Weise.
Winterson wird von einem kinderlosen Ehepaar, welches streng religiös war, adoptiert. Sie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, die Adoptivmutter ist  lieblos, Winterson bekommt keine emotionale Wärme. Als Jugendliche dann die ersten sexuellen Erfahrungen - mit anderen Mädchen. Für die Adoptiveltern, insbesondere die Mutter, ein Schock. Von da an ist Winterson völlig auf sich gestellt, auf elterliche Unterstützung kann sie nicht zählen, eine ganze Weile wohnt sie in ihrem Auto, da sie ansonsten kein Dach über dem Kopf hätte. Doch sie gibt nicht auf, lässt sich niemals unterkriegen. Ein wichtiger Rettungsanker für Winterson sind von ihren Kindheitsjahren an die Bücher - sie ist eine unermüdliche Leserin, neugierig auf das Leben, und die Literatur bietet ihr so viel mehr als ihr karges Umfeld. Ihre Liebe zum geschriebenen Wort beschreibt Winterson in dem Buch sehr eindringlich und poetisch.
Ein zentrales Thema in dem Buch ist Wintersons Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Diese ist sehr emotional geschildert, ohne kitschig oder übertrieben zu wirken; man lebt mit Winterson mit, hofft und bangt mit ihr.

Klar ist, dass Winterson eine äußerst begabte Geschichtenerzählerin ist. Nach "Why Be Happy When You Could Be Normal" steht für mich fest, auch "Oranges Are Not The Only Fruit" unbedingt auf meine Leseliste zu setzen. Ihr autobiographisches Werk ist äußerst intensiv und authentisch. Es berührt, hallt nach. Schwierig war für mich persönlich der ungewohnte, nicht-lineare Schreibstil. Er passte aber zu diesem Buch und zu Wintersons Form der Vergangenheitsbewältigung. Denn Winterson ist nicht nur eine begabte Geschichtenerzählerin, sondern auch eine Überlebende. Und so traurig die Geschichte ihrer Kindheit auch oftmals ist, so viel Mut auf ein besseres Morgen macht dieses Büchlein dennoch. Weil Winterson trotz aller Schwierigkeiten und Enttäuschungen nie aufgab.

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151 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, harry hole, australien, jo nesbo, sydney

Der Fledermausmann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.07.2013
ISBN 9783548611723
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Fledermausmann" war mein erster Krimi des Autors Jo Nesbo. Protagonist ist der norwegische Ermittler Harry Hole. Im "Fledermausmann" reist er nach Australien, da dort eine junge Norwegerin, die eine Weile zuvor im norwegischen Fernsehen eine Sendung moderiert hatte, Opfer eines grausamen Verbrechens geworden war. Harry soll die Polizei in Australien bei der Aufklärung des Falles unterstützen.


Der Kriminalroman begann recht vielversprechend, plätscherte dann jedoch relativ viel vor sich hin. Für meinen Geschmack stand auch das Privatleben Holes etwas zu sehr im Vordergrund. Der eigentliche Fall schien eher "nebenbei" abgehandelt zu werden, oft schien der Autor seinen Fokus auf anderes zu legen, beispielsweise auf Holes Liebesaffäre mit Birgitta, einer ehemaligen Arbeitskollegin der ermordeten norwegischen Inger. Auch die Geschichte der Aborigines spielt in dem Buch eine Rolle, was grundsätzlich nicht schlecht ist, doch irgendwie war mir ein wenig zu viel in diese 400 Seiten gepackt, zumal man sich von einem Krimi ja doch auch erwartet und erhofft, dass die Aufklärung des Falles im Vordergrund steht. Dies war hier aber nicht der Fall.

Nesbos Schreibstil ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig; ich verlor teils ehrlich gesagt ein wenig den Faden, und empfand den Roman als manchmal ein wenig wirr und schwer lesbar. Gleichzeitig passte dies aber doch zur merkwürdigen, irgendwie traumähnlichen Grundstimmung des Buches und zu den Geschichten der australischen Ureinwohner, welche in dem Buch eine Rolle spielen.

Die Auflösung war mir persönlich irgendwie ein wenig zu krass und unrealistisch. Mich störte es auch, dass Hole gleich im ersten Band persönlich so sehr in den Fall "verstrickt" war.

Einem zweiten Buch des Autors Jo Nesbo würde ich auf jeden Fall noch eine Chance geben, insgesamt betrachtet fand ich den "Fledermausmann" aber leider nur mäßig spannend und streckenweise richtig mühsam. Ich vergebe 2,5 Sterne.

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(180)

288 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

thriller, haus, psychothriller, spannung, the girl before

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einem Schicksalsschlag findet Jane Gefallen an einem hypermodernen Haus, geplant von dem berühmten, exzentrischen Architekten Edward Monkford. Wer in das karg eingerichtete Haus ziehen möchte, muss allerdings jede Menge Regeln befolgen und vorab einen äußerst ausführlichen Fragebogen ausfüllen, um überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. Jane schafft es, von Monkford zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden und bekommt schließlich das Okay für den Einzug. Doch dann findet sie heraus, dass die Vormieterin, eine junge Frau namens Emma, die ihr scheinbar nicht unähnlich war, in dem mit modernsten Technologien ausgestatteten Haus bei einem rätselhaften Unfall ums Leben kam...

"The Girl Before" ist ein recht solider, flüssig lesbarer Krimi. Als Psychothriller empfand ich das Werk jedoch nicht. Ich hatte mir eindeutig mehr Nervenkitzel und "Grusel" erwartet, gerade was dieses so besondere Haus betrifft, welches ja gewissermaßen das "Herzstück" des Buches ist. Dass letztlich eher wenig aus der Idee, ein solch karg eingerichtetes, aber mit modernsten Technologien ausgestattetes Haus zu bewohnen, gemacht worden ist, fand ich schon ein wenig schade.
Psychologisch betrachtet fand ich das Buch tatsächlich nicht schlecht - gerade die Erklärungen der im Buch vorkommenden Psychotherapeutin empfand ich beim Lesen meist als sehr interessant und glaubwürdig.
Das Buch liest sich zum Großteil durchaus spannend, als hochgradig fesselnd empfand ich es jedoch leider nicht.
Die Auflösung kam für mich zwar ein wenig überraschend - allerdings war es nun auch keine Auflösung, die ich als "genial" bezeichnen würde.

Ich vergebe 3,5 Sterne.

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305 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

psychothriller, weihnachten, tammy cohen, entführung, thriller

Während du stirbst

Tammy Cohen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102196
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach Tammy Cohens "Du stirbst nicht allein", wollte ich auch ihrem Erstlingswerk unbedingt eine Chance geben. "Während du stirbst" gefiel mir insgesamt in etwa gleich gut wie das zweite Buch der Autorin. Es ist ein recht spannender Krimi, der sich flüssig liest und und eine überraschende Wende nimmt.

Im ersten Teil des Buches wird die eher zurückhaltende, geheimnisvolle Jessica Gold, zu deren besonderen Kennzeichen eine Knopfphobie zählt, während ihrer Weihnachtseinkäufe von dem attraktiven Dominic angesprochen. Obwohl Jessica in einer Beziehung ist, geht sie auf Dominics Flirtversuche ein, doch das wird ihr zum Verhängnis, denn Dominic sperrt sich gemeinsam mit Jessica in seinem großzügigen Apartment ein und hält sie dort gefangen. Jessica soll zwölf Tage mit ihm verbringen - und jeden Tag überreicht Dominic ihr ein ganz persönliches, grauenerregendes Geschenk...

Im zweiten Teil des Romans nimmt die Geschichte dann eine für mich sehr unvorhersehbare und überraschende Wendung. Eine solche Wendung muss man mögen, meiner Ansicht nach hat sie allerdings sehr gut in das Buch gepasst. Schade finde ich jedoch, dass die darauffolgenden Ereignisse relativ rasch "heruntererzählt" werden. Der zweite Teil hätte ruhig noch etwas ausführlicher gestaltet werden können.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Jessica Gold als Protagonistin schildert ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive. Diese Perspektive macht den Großteil des Buches aus, was mir auch gut gefiel.
Die zweite Hauptperson, von der jedoch aus der Perspektive der dritten Person heraus erzählt wird, ist die Polizistin Kim. Die Passagen, in denen es um Kim geht, empfand ich persönlich jedoch als weniger spannend. Vor allem ihre Eheprobleme interessierten mich nicht sonderlich und störten für mich nur den Lesefluss. Besser fand ich da schon die Schilderungen über die Kims Ermittlungen im Falle der verschwundenen Jessica Gold.

Insgesamt betrachtet ist "Während du stirbst" ein solider, durchaus spannender Krimi. Ich vergebe 3,5 Sterne.

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

autismus, minecraft, autist, berührend, familie

Tage mit Sam

Keith Stuart , Heike Reissig
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 31.10.2016
ISBN 9783442547807
Genre: Romane

Rezension:

"Tage mit Sam" von Keith Stuart ist ein sanfter Roman, ein Roman, der eher mit leisen Tönen zu bestechen und zu berühren vermag. Im Zentrum der Geschichte stehen der achtjährige Sam, welcher eine Form von Autismus hat und die Welt darum als bedrohlich, chaotisch und viel zu laut empfindet, sowie sein Vater Alex, der im Umgang mit seinem kleinen Sohn sehr unbeholfen ist und es nicht schafft, einen richtigen Zugang zu seinem Sprössling zu finden. Erst als Sam das
 XBox-Spiel "Minecraft" für sich entdeckt, gelingt es Alex, an den Jungen heranzukommen...

Der Roman liest sich sehr flüssig und ist einfach zauberhaft. Wer sich viel Action und fesselnde Spannung erwartet, wird "Tage mit Sam" vermutlich nicht mögen, denn im Vordergrund steht nun einmal das ungewöhnliche und doch ganz normale Leben einer Familie, deren Kind nicht der sogenannten "Norm" entspricht.

Keith Stuart hat selbst einen autistischen Sohn, und darum ist "Tage mit Sam" ein sehr glaubwürdig geschriebener Roman. Sam wirkt so lebendig, so zauberhaft, dass man ihn an mancher Stelle des Buches am liebsten fest in die Arme schließen würde.

Ich vergebe vier Sterne für diesen berührenden Roman.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, nahostkonflikt, mathematik, begabung, unterdrückung

Der Junge, der vom Frieden träumte

Michelle Cohen Corasanti , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783596521609
Genre: Romane

Rezension:

"Der Junge, der vom Frieden träumte" von Michelle Cohen Corasanti erinnerte mich ein wenig an "Während die Welt schlief" von Susan Abulhawa. In beiden Büchern ist das Schicksal der Protagonisten eng verwoben mit dem scheinbar unlösbaren Palästina-Israel-Konflikt. Wer sich für diese vielschichtige Thematik interessiert, sollte "Der Junge, der vom Frieden träumte" unbedingt eine Chance geben, denn Corasanti ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die politischen Gegebenheiten der letzten Jahrzehnte in Isreal bzw. Palästina in ihre Geschichte einzuflechten. 

Die Geschichte um den Protagonisten Ahmed hat mir insgesamt recht gut gefallen. Er ist noch ein Junge, als sein Vater aus politischen Gründen verhaftet wird, wobei Ahmed sich selbst die Schuld für die Festnahme des Familienoberhauptes gibt. Jahrelang ist er als ältester Sohn durch den fehlenden Vater der Hauptverdiener, die Schule kann er nicht mehr besuchen, obwohl er extrem intelligent ist. Doch dann lässt Ahmed sich dazu überreden, bei einem Mathematikwettbewerb mitzumachen, was sein Leben für immer verändert und ihm ganz neue Perspektiven eröffnet.  Doch Ahmed möchte auch seine von Schicksalsschlägen gebeutelte Familie nicht im Stich lassen...

Was mir im Laufe der Geschichte manchmal gefehlt hat, ist ein kontinuierlicher Spannungsbogen. Nach einem recht starken Einstieg fiel es mir dann eine Zeit lang schwer, mit Interesse weiterzulesen, es dauerte, bis ich wirklich in das Buch fand. Ein Problem war es für mich auch, dass es mir nicht so recht gelang, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Dies mag daran liegen, dass Ahmed männlich ist, meiner Ansicht nach hat es aber auch damit zu tun, dass die Autorin nicht immer wirklich auf Ahmeds Gefühle eingeht und somit stellenweise einfach die Emotion fehlt. Gerade seine Beziehungen zu Frauen waren mir ein wenig zu farblos beschrieben, und ich finde es schade, dass die Entwicklung gerade seiner Ehefrau Yasmine für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar dargestellt wird. Obwohl das Buch mir durchaus gefallen und einen Nachklang in mir hinterlassen hat, kann ich nicht behaupten, davon tief berührt gewesen zu sein.

Ich vergebe 3,5 Sterne. Insgesamt ein guter Roman der leisen Töne, mit ein paar Schwächen. Lesenswert finde ich "Der Junge, der vom Frieden träumte" aber allemal.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

behinderung, kinder, inklusion, schwangerschaft, erfahrung

Alles inklusive

Mareice Kaiser
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783596296064
Genre: Biografien

Rezension:

Die Geburt ihrer Tochter Greta hatte Mareice Kaiser sich anders vorgestellt. Denn Greta kam mit einem äußerst seltenen Chromosomenfehler zur Welt. Plötzlich war Mareice die Mutter eines schwer mehrfachbehinderten Kindes. Was dies für ihr Familienleben, ihr Muttersein und ihren Alltag bedeutete, beschreibt Mareice Kaiser sehr offen, ehrlich und eindringlich, ohne zu beschönigen, in ihrem Buch "Alles Inklusive". Dabei ist die Liebe zu ihrer Tochter stets spürbar und zieht sich durch das Buch wie der sprichwörtliche rote Faden.

An vielen Stellen macht das Buch betroffen, beispielsweise, wenn man von der wenig einfühlsamen Art mancher Ärzte und Krankenschwestern liest oder von der äußerst komplizierten Bürokratie-Maschinerie, wenn es darum geht, Dinge von der Krankenkassa bewilligt zu bekommen, die für das Wohlergehen, die Weiterentwicklung, ja teils für das Überleben des behinderten Kindes unverzichtbar sind! Dies macht wütend und fassungslos. Wie kann es sein, dass unseren fortschrittlichen Ländern behinderte Menschen und ihre Angehörige teils immer noch so wenig Unterstützung bekommen? Dass Mütter und Väter eines behinderten Kindes oftmals bittere Kämpfe mit den Behörden führen müssen, bevor man ihnen wirklich zuhört und Hilfe anbietet?

Betroffen macht dieses Buch auch, wenn man jene Passagen liest, in denen Mareice davon berichtet, wie manche Menschen auf ihre Tochter reagieren. Ablehnend, voller Vorurteile, abweisend. Frau Kaiser betreibt einen Internet-Blog und berichtet dort unter anderem über das Leben mit einem behinderten Kind. In ihrem Buch schreibt sie, schon öfters Hass-Mails bekommen zu haben. Hass-Mails, in denen ihre behinderte Tochter beleidigt wird, ja man ihr den Tod wünscht! Es ist erschreckend, davon zu lesen, dass behinderte Menschen für manche engstirnige und herzlose Individuen scheinbar wertlos sind, ja als "finanzielle Belastung" für den Steuerzahler betrachtet und bezeichnet werden.

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich so zu öffnen, wie Mareice Kaiser dies in ihrem Buch getan hat. Für mich war es sehr interessant, die Geschichte dieser Frau und ihrer kleinen Tochter zu lesen und das Buch hat mich wirklich berührt. Zudem finde ich es bewundernswert, dass Frau Kaiser sich so sehr für Inklusion und die Akzeptanz Behinderter in der Gesellschaft einsetzt und zugleich auch noch Fürsprecherin für andere benachteiligte Personengruppen ist, beispielsweise für Frauen.

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