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110 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

harry hole, thriller, australien, sydney, alkoholsucht

Der Fledermausmann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.07.2013
ISBN 9783548611723
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Fledermausmann" war mein erster Krimi des Autors Jo Nesbo. Protagonist ist der norwegische Ermittler Harry Hole. Im "Fledermausmann" reist er nach Australien, da dort eine junge Norwegerin, die eine Weile zuvor im norwegischen Fernsehen eine Sendung moderiert hatte, Opfer eines grausamen Verbrechens geworden war. Harry soll die Polizei in Australien bei der Aufklärung des Falles unterstützen.


Der Kriminalroman begann recht vielversprechend, plätscherte dann jedoch relativ viel vor sich hin. Für meinen Geschmack stand auch das Privatleben Holes etwas zu sehr im Vordergrund. Der eigentliche Fall schien eher "nebenbei" abgehandelt zu werden, oft schien der Autor seinen Fokus auf anderes zu legen, beispielsweise auf Holes Liebesaffäre mit Birgitta, einer ehemaligen Arbeitskollegin der ermordeten norwegischen Inger. Auch die Geschichte der Aborigines spielt in dem Buch eine Rolle, was grundsätzlich nicht schlecht ist, doch irgendwie war mir ein wenig zu viel in diese 400 Seiten gepackt, zumal man sich von einem Krimi ja doch auch erwartet und erhofft, dass die Aufklärung des Falles im Vordergrund steht. Dies war hier aber nicht der Fall.

Nesbos Schreibstil ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig; ich verlor teils ehrlich gesagt ein wenig den Faden, und empfand den Roman als manchmal ein wenig wirr und schwer lesbar. Gleichzeitig passte dies aber doch zur merkwürdigen, irgendwie traumähnlichen Grundstimmung des Buches und zu den Geschichten der australischen Ureinwohner, welche in dem Buch eine Rolle spielen.

Die Auflösung war mir persönlich irgendwie ein wenig zu krass und unrealistisch. Mich störte es auch, dass Hole gleich im ersten Band persönlich so sehr in den Fall "verstrickt" war.

Einem zweiten Buch des Autors Jo Nesbo würde ich auf jeden Fall noch eine Chance geben, insgesamt betrachtet fand ich den "Fledermausmann" aber leider nur mäßig spannend und streckenweise richtig mühsam. Ich vergebe 2,5 Sterne.

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(73)

156 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

thriller, spannung, haus, psychothriller, london

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einem Schicksalsschlag findet Jane Gefallen an einem hypermodernen Haus, geplant von dem berühmten, exzentrischen Architekten Edward Monkford. Wer in das karg eingerichtete Haus ziehen möchte, muss allerdings jede Menge Regeln befolgen und vorab einen äußerst ausführlichen Fragebogen ausfüllen, um überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. Jane schafft es, von Monkford zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden und bekommt schließlich das Okay für den Einzug. Doch dann findet sie heraus, dass die Vormieterin, eine junge Frau namens Emma, die ihr scheinbar nicht unähnlich war, in dem mit modernsten Technologien ausgestatteten Haus bei einem rätselhaften Unfall ums Leben kam...

"The Girl Before" ist ein recht solider, flüssig lesbarer Krimi. Als Psychothriller empfand ich das Werk jedoch nicht. Ich hatte mir eindeutig mehr Nervenkitzel und "Grusel" erwartet, gerade was dieses so besondere Haus betrifft, welches ja gewissermaßen das "Herzstück" des Buches ist. Dass letztlich eher wenig aus der Idee, ein solch karg eingerichtetes, aber mit modernsten Technologien ausgestattetes Haus zu bewohnen, gemacht worden ist, fand ich schon ein wenig schade.
Psychologisch betrachtet fand ich das Buch tatsächlich nicht schlecht - gerade die Erklärungen der im Buch vorkommenden Psychotherapeutin empfand ich beim Lesen meist als sehr interessant und glaubwürdig.
Das Buch liest sich zum Großteil durchaus spannend, als hochgradig fesselnd empfand ich es jedoch leider nicht.
Die Auflösung kam für mich zwar ein wenig überraschend - allerdings war es nun auch keine Auflösung, die ich als "genial" bezeichnen würde.

Ich vergebe 3,5 Sterne.

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290 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

psychothriller, weihnachten, tammy cohen, entführung, thriller

Während du stirbst

Tammy Cohen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102196
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach Tammy Cohens "Du stirbst nicht allein", wollte ich auch ihrem Erstlingswerk unbedingt eine Chance geben. "Während du stirbst" gefiel mir insgesamt in etwa gleich gut wie das zweite Buch der Autorin. Es ist ein recht spannender Krimi, der sich flüssig liest und und eine überraschende Wende nimmt.

Im ersten Teil des Buches wird die eher zurückhaltende, geheimnisvolle Jessica Gold, zu deren besonderen Kennzeichen eine Knopfphobie zählt, während ihrer Weihnachtseinkäufe von dem attraktiven Dominic angesprochen. Obwohl Jessica in einer Beziehung ist, geht sie auf Dominics Flirtversuche ein, doch das wird ihr zum Verhängnis, denn Dominic sperrt sich gemeinsam mit Jessica in seinem großzügigen Apartment ein und hält sie dort gefangen. Jessica soll zwölf Tage mit ihm verbringen - und jeden Tag überreicht Dominic ihr ein ganz persönliches, grauenerregendes Geschenk...

Im zweiten Teil des Romans nimmt die Geschichte dann eine für mich sehr unvorhersehbare und überraschende Wendung. Eine solche Wendung muss man mögen, meiner Ansicht nach hat sie allerdings sehr gut in das Buch gepasst. Schade finde ich jedoch, dass die darauffolgenden Ereignisse relativ rasch "heruntererzählt" werden. Der zweite Teil hätte ruhig noch etwas ausführlicher gestaltet werden können.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Jessica Gold als Protagonistin schildert ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive. Diese Perspektive macht den Großteil des Buches aus, was mir auch gut gefiel.
Die zweite Hauptperson, von der jedoch aus der Perspektive der dritten Person heraus erzählt wird, ist die Polizistin Kim. Die Passagen, in denen es um Kim geht, empfand ich persönlich jedoch als weniger spannend. Vor allem ihre Eheprobleme interessierten mich nicht sonderlich und störten für mich nur den Lesefluss. Besser fand ich da schon die Schilderungen über die Kims Ermittlungen im Falle der verschwundenen Jessica Gold.

Insgesamt betrachtet ist "Während du stirbst" ein solider, durchaus spannender Krimi. Ich vergebe 3,5 Sterne.

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40 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

autismus, minecraft, autist, berührend, familie

Tage mit Sam

Keith Stuart , Heike Reissig
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 31.10.2016
ISBN 9783442547807
Genre: Romane

Rezension:

"Tage mit Sam" von Keith Stuart ist ein sanfter Roman, ein Roman, der eher mit leisen Tönen zu bestechen und zu berühren vermag. Im Zentrum der Geschichte stehen der achtjährige Sam, welcher eine Form von Autismus hat und die Welt darum als bedrohlich, chaotisch und viel zu laut empfindet, sowie sein Vater Alex, der im Umgang mit seinem kleinen Sohn sehr unbeholfen ist und es nicht schafft, einen richtigen Zugang zu seinem Sprössling zu finden. Erst als Sam das
 XBox-Spiel "Minecraft" für sich entdeckt, gelingt es Alex, an den Jungen heranzukommen...

Der Roman liest sich sehr flüssig und ist einfach zauberhaft. Wer sich viel Action und fesselnde Spannung erwartet, wird "Tage mit Sam" vermutlich nicht mögen, denn im Vordergrund steht nun einmal das ungewöhnliche und doch ganz normale Leben einer Familie, deren Kind nicht der sogenannten "Norm" entspricht.

Keith Stuart hat selbst einen autistischen Sohn, und darum ist "Tage mit Sam" ein sehr glaubwürdig geschriebener Roman. Sam wirkt so lebendig, so zauberhaft, dass man ihn an mancher Stelle des Buches am liebsten fest in die Arme schließen würde.

Ich vergebe vier Sterne für diesen berührenden Roman.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Junge, der vom Frieden träumte

Michelle Cohen Corasanti , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783596521609
Genre: Romane

Rezension:

"Der Junge, der vom Frieden träumte" von Michelle Cohen Corasanti erinnerte mich ein wenig an "Während die Welt schlief" von Susan Abulhawa. In beiden Büchern ist das Schicksal der Protagonisten eng verwoben mit dem scheinbar unlösbaren Palästina-Israel-Konflikt. Wer sich für diese vielschichtige Thematik interessiert, sollte "Der Junge, der vom Frieden träumte" unbedingt eine Chance geben, denn Corasanti ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die politischen Gegebenheiten der letzten Jahrzehnte in Isreal bzw. Palästina in ihre Geschichte einzuflechten. 

Die Geschichte um den Protagonisten Ahmed hat mir insgesamt recht gut gefallen. Er ist noch ein Junge, als sein Vater aus politischen Gründen verhaftet wird, wobei Ahmed sich selbst die Schuld für die Festnahme des Familienoberhauptes gibt. Jahrelang ist er als ältester Sohn durch den fehlenden Vater der Hauptverdiener, die Schule kann er nicht mehr besuchen, obwohl er extrem intelligent ist. Doch dann lässt Ahmed sich dazu überreden, bei einem Mathematikwettbewerb mitzumachen, was sein Leben für immer verändert und ihm ganz neue Perspektiven eröffnet.  Doch Ahmed möchte auch seine von Schicksalsschlägen gebeutelte Familie nicht im Stich lassen...

Was mir im Laufe der Geschichte manchmal gefehlt hat, ist ein kontinuierlicher Spannungsbogen. Nach einem recht starken Einstieg fiel es mir dann eine Zeit lang schwer, mit Interesse weiterzulesen, es dauerte, bis ich wirklich in das Buch fand. Ein Problem war es für mich auch, dass es mir nicht so recht gelang, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Dies mag daran liegen, dass Ahmed männlich ist, meiner Ansicht nach hat es aber auch damit zu tun, dass die Autorin nicht immer wirklich auf Ahmeds Gefühle eingeht und somit stellenweise einfach die Emotion fehlt. Gerade seine Beziehungen zu Frauen waren mir ein wenig zu farblos beschrieben, und ich finde es schade, dass die Entwicklung gerade seiner Ehefrau Yasmine für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar dargestellt wird. Obwohl das Buch mir durchaus gefallen und einen Nachklang in mir hinterlassen hat, kann ich nicht behaupten, davon tief berührt gewesen zu sein.

Ich vergebe 3,5 Sterne. Insgesamt ein guter Roman der leisen Töne, mit ein paar Schwächen. Lesenswert finde ich "Der Junge, der vom Frieden träumte" aber allemal.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

behinderung, kinder, inklusion, schwangerschaft, erfahrung

Alles inklusive

Mareice Kaiser
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783596296064
Genre: Biografien

Rezension:

Die Geburt ihrer Tochter Greta hatte Mareice Kaiser sich anders vorgestellt. Denn Greta kam mit einem äußerst seltenen Chromosomenfehler zur Welt. Plötzlich war Mareice die Mutter eines schwer mehrfachbehinderten Kindes. Was dies für ihr Familienleben, ihr Muttersein und ihren Alltag bedeutete, beschreibt Mareice Kaiser sehr offen, ehrlich und eindringlich, ohne zu beschönigen, in ihrem Buch "Alles Inklusive". Dabei ist die Liebe zu ihrer Tochter stets spürbar und zieht sich durch das Buch wie der sprichwörtliche rote Faden.

An vielen Stellen macht das Buch betroffen, beispielsweise, wenn man von der wenig einfühlsamen Art mancher Ärzte und Krankenschwestern liest oder von der äußerst komplizierten Bürokratie-Maschinerie, wenn es darum geht, Dinge von der Krankenkassa bewilligt zu bekommen, die für das Wohlergehen, die Weiterentwicklung, ja teils für das Überleben des behinderten Kindes unverzichtbar sind! Dies macht wütend und fassungslos. Wie kann es sein, dass unseren fortschrittlichen Ländern behinderte Menschen und ihre Angehörige teils immer noch so wenig Unterstützung bekommen? Dass Mütter und Väter eines behinderten Kindes oftmals bittere Kämpfe mit den Behörden führen müssen, bevor man ihnen wirklich zuhört und Hilfe anbietet?

Betroffen macht dieses Buch auch, wenn man jene Passagen liest, in denen Mareice davon berichtet, wie manche Menschen auf ihre Tochter reagieren. Ablehnend, voller Vorurteile, abweisend. Frau Kaiser betreibt einen Internet-Blog und berichtet dort unter anderem über das Leben mit einem behinderten Kind. In ihrem Buch schreibt sie, schon öfters Hass-Mails bekommen zu haben. Hass-Mails, in denen ihre behinderte Tochter beleidigt wird, ja man ihr den Tod wünscht! Es ist erschreckend, davon zu lesen, dass behinderte Menschen für manche engstirnige und herzlose Individuen scheinbar wertlos sind, ja als "finanzielle Belastung" für den Steuerzahler betrachtet und bezeichnet werden.

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich so zu öffnen, wie Mareice Kaiser dies in ihrem Buch getan hat. Für mich war es sehr interessant, die Geschichte dieser Frau und ihrer kleinen Tochter zu lesen und das Buch hat mich wirklich berührt. Zudem finde ich es bewundernswert, dass Frau Kaiser sich so sehr für Inklusion und die Akzeptanz Behinderter in der Gesellschaft einsetzt und zugleich auch noch Fürsprecherin für andere benachteiligte Personengruppen ist, beispielsweise für Frauen.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einfach artgerecht

Anders Hallgren
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cadmos Verlag, 12.09.2014
ISBN 9783840420399
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich nahm "einfach artgerecht" von Anders Hallgren spontan aus der Bücherei mit, da mir der Untertitel des Buches "Ethik und Verhaltensforschung für ein glückliches Hundeleben" gefiel und ich mich auf ein Buch freute, das vielleicht mit der ein oder anderen neuen wissenschaftlichen Erkenntnis aufwartet.

Fachlich ist an dem Buch nichts zu meckern - Anders Hallgren ist ein kompetenter Hundepsychologe, der zweifellos über ein sehr großes Wissen über unsere Fellnasen verfügt.
Allerdings steht in dem Buch nicht wirklich etwas "Neues" - jeder informierte Hundehalter, der bereits das ein oder andere Hundebuch fachlich qualifizierter Hundeexperten gelesen hat (z.B. Patricia B. McConnell oder Suzanne Clothier), wird in "einfach artgerecht" nur bereits Bekanntes lesen.
Gut finde ich das Buch für absolute Neulinge auf dem Gebiet Hund, die sich mit Hunden noch nie wirklich auseinandergesetzt haben. Hier vermag das Buch sicherlich, Aufklärung zu leisten und mit Vorurteilen aufzuräumen.

Gut fand ich, dass Hallgren in seinem Buch aufzeigt, warum man seinen Hund nicht ständig bestrafen, korrigieren und unterdrücken soll. Er räumt mit dem leiter noch weit verbreiteten Gerücht auf, dass der Mensch in der Hund-Mensch-Beziehung der "Rudelführer" sein muss und sich diese Position am besten dadurch verschafft, dass er seinem Hund keinerlei Freiheiten lässt und hart und streng mit ihm umgeht. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Anhänger des Hunde"flüsterers" Cesar Millan dieses Buch lesen und sich das darin Geschriebene zu Herzen nehmen.
Für mich war dies eigentlich die Kernbotschaft von Hallgrens Buch - es geht ihm darum, aufzuzeigen, dass man Hunde auch sanft und positiv erziehen kann und dies sogar tun sollte, weil es der ethisch richtige Weg ist und man für den Hund so einer verlässigen und vertrauenswürdigen Bezugsperson wird, die ihn sicher durchs Leben führt und manchmal auch einfach begleitet.
Diese Botschaft ist zweifelsohne wichtig, da sie noch lange nicht in allen Köpfen angekommen ist - hat man sich aber schon etwas eingehender mit Hunden befasst, weiß man dies natürlich bereits. Hallgren wiederholt seine zentrale Botschaft mehrmals in dem Buch, was ich zwar verständlich finde angesichts all der Rudelführer- und Rangordnungsmythen, die unter Hundebesitzern und -trainern noch kursieren - wenn man dies alles aber nun schon weiß, dann ist das Buch durch die ständigen Wiederholungen fast schon ein wenig ermüdend und liefert wenig neuen Input.

Hallgren schneidet viele Themen an und zumeist kann ich ihm auch zustimmen, allerdings bleibt er dadurch, dass er relativ viele Themenkreise anspricht, auch eher an der Oberfläche. Themen wie "Hundebegegnungen", der Aufbau eines Alternativverhaltens oder effektives Belohnen im Training werden kurz angerissen, Hallgren bleibt in seinen Aussagen aber recht vage und gibt wenig praktische Tipps, die für Hundehalter vielleicht nützlich sein konnten.

Interessant fand ich am Ende des Buches Hallgrens Worte zum Thema Kastration. Er behauptet, dass bei vielen Rassen jene Rüden auf Ausstellungen gut abschneiden, denen die Richter eine "gute sexuelle Ausstrahlung" attestieren. Dies führe oft zu Problemen und dazu, dass Hundebesitzer sich häufig zur Kastration entscheiden, weil ihr Rüde sich "übermäßig männlich" verhalte. Hallgren meint, die Züchter seien hier in der Verantwortung.
Ich weiß nicht ganz, was ich von dieser Theorie halten soll, da ich davor auch noch nie von ihr gehört habe. Für mich mutet die Erklärung ein wenig merkwürdig und wenig schlüssig an. Ich denke eher, Hundebesitzer entscheiden sich zur Kastration, weil diese immer noch "üblich" ist und von vielen Tierärzten empfohlen wird, oder auch aus Bequemlichkeit heraus, um es "leichter" zu haben, denn das Gerücht, kastrierte Hunden seien leichter führbar und angenehmer, hält sich ja hartnäckig.

Im Grunde genommen ist "einfach artgerecht" ein ganz gutes Hundebuch, es vermittelt aber eher nur grundlegendes Wissen, wer praktische Ratschläge zu Umgang mit oder Erziehung seines Hundes möchte oder sich ein Buch erhofft, in dem Studienergebnisse sehr umfangreich präsentiert werden, wird mit diesem Buch nicht zufrieden sein.

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(23)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kinder, angst, tod, pädophile, thriller

Du stirbst nicht allein

Tammy Cohen , Bernd Stratthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734104374
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Du stirbst nicht allein" war das erste Buch, welches ich von Tammy Cohen gelesen habe. Es hat mich durchaus davon überzeugt, dass es sich lohnt, weitere Bücher der Autorin zu lesen. Im Grunde genommen empfand ich es als einen relativ soliden Kriminalroman - Psychothriller war es für mich eher weniger - , der jedoch auch seine Schwächen hatte.
Mir fiel es zunächst relativ schwer, in das Buch "hineinzukommen". Dies besserte sich erst nach den ersten 100 bis 150 Seiten, dann las sich das Buch flüssiger und die Handlung nahm an Fahrt auf.
Ich denke, meine Startschwierigkeiten lagen unter anderem daran, dass in dem Buch relativ viele Charaktere auftreten, was anfangs fast schon ein wenig verwirrend sein konnte. Ich brauchte eine Weile, mir Namen und Charaktere wirklich einzuprägen. Leider fand ich die handelnden Personen nicht immer wirklich "überzeugend", es fehlte mir der Tiefgang und das Gefühl, dass jeder Protagonist mehr ist als nur eine oberflächliche "Schablone" für eine reale Person. Ich konnte mich mit niemandem wirklich identifizieren und gerade zu trauernden Eltern und Geschwistern der toten Mädchen konnte Cohen für mich als Leser keine "Brücke" bauen.
Dies macht das Buch nicht schlecht, ich denke nur, dass es für das Buch vorteilhafter gewesen wäre, wenn Cohen sich auf ein bis zwei Protagonisten konzentriert hätte.
Die Grundidee hinter des Plots fand ich persönlich sehr interessant - und auch, wenn der Titel vielleicht einen kleinen Hinweis darauf gibt, war die Auflösung des Falles für mich nicht vorhersehbar, sondern kam überraschend und war für mich auch recht überzeugend.

Ich vergebe 3,5 Sterne und plane, bald schon das erste Werk Cohens zu verschlingen. Potenzial hat die Autorin durchaus.

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186 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, multiplepersönlichkeiten, krimis

Krähenmädchen

Erik Axl Sund , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2018
ISBN 9783442484942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aufgrund der Empfehlung eines Familienmitglieds griff ich zu "Krähenmädchen", dem ersten Teil der Victoria-Bergmann-Trilogie des Autorenduos "Erik Axl Sund". Eigentlich hatte ich an das Buch keine allzu hohen Erwartungen - und wurde äußerst positiv überrascht! Es handelt sich bei der "Krähenmädchen"-Trilogie nicht um den typischen 08/15-Thriller, sondern um ein sehr komplexes, im Grunde genommen trauriges Werk über menschliche Abgründe. Es ist psychologisch recht ausgefeilt, man merkt, dass die Autoren sich intensiv mit der Materie befasst haben, die Umsetzung ist klug und ergreifend.
Der Schreibstil ist eher einfach und schlicht gehalten, was mich aber nicht weiter störte, da ein Thriller für mich kein literarisches Meisterstück sein muss. Dafür geht das "Krähenmädchen" wirklich unter die Haut, während viele andere Bücher des Genres schnell wieder vergessen sind, weiß ich, dass diese Trilogie in mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Das "Krähenmädchen" ist jedoch nichts für schwache Nerven, da es sich doch um ein düsteres, verstörendes Thema handelt, welches in dem Buch aufgegriffen wird.

SPOILER
Die Darstellung von Victoria Bergmanns Dissoziativer Identitätsstörung finde ich für ein fiktives Werk sehr gut gelungen und thematisiert. Die Autoren haben bei ihren Recherchen die nötige Sorgfalt walten lassen und besonders lobenswert finde ich persönlich, dass durch das Buch gezeigt wird, dass Personen mit dissoziativen Identitätsstörungen eben kaum je gemeingefährliche, kaltblütige Mörder sind, sondern eher dazu neigen, sich selbst zu verletzen und zu schädigen, während von ihnen meist keine erhöhte Gefahr für andere ausgeht.
Sich dem Thema der Dissoziativen Identitätsstörung in einem rein fiktiven Werk anzunehmen, ist mutig und gewagt, aber hier ist es den Autoren wirklich geglückt, das Störungsbild recht realistisch darzustellen.
SPOILER ENDE

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(43)

85 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

krimi & thriller, super spannendes buch, thriller, keine spannung, langweilig

Flieh, wenn Du kannst

Joy Fielding , Axel Merz
Flexibler Einband: 361 Seiten
Erschienen bei Axel Springer AG Verlagsgruppe Bild, 01.01.2011
ISBN 9783942656054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Flieh, wenn du kannst" war mein viertes Buch von Joy Fielding. Vom Hocker reißen konnte es mich, wie meine bisherigen Romane der Autorin, leider nicht. Als Reinfall habe ich das Buch jedoch auch nicht empfunden. Es ist meiner Ansicht nach in Ordnung und lohnt sich für Fans der Autorin vermutlich. Mir fehlte stellenweise die Spannung, teilweise plätscherte die Handlung eher vor sich hin und die Charaktere blieben für mich eher blass und eindimensional, insbesondere die Protagonistin, Bonnie.
Die Grundidee und die Auflösung des Buches fand ich nicht schlecht, ja recht originell, die Umsetzung hätte meiner Ansicht nach aber fesselnder sein können.

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(194)

460 Bibliotheken, 1 Leser, 10 Gruppen, 48 Rezensionen

thriller, schizophrenie, mord, miami, staatsanwältin

Vater unser

Jilliane Hoffman , , ,
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2008
ISBN 9783499244568
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Vater Unser" ist ein im Grunde genommen sehr solider Roman der Erfolgsautorin Jilliane Hoffmann. Protagonistin ist die junge Staatsanwältin Julia Valenciano, welche an einem Aufsehen erregenden Mordfall mitarbeiten darf. Eine ganze Familie - Mutter sowie drei kleine Kinder - wurde ausgelöscht, Hauptverdächtiger ist der Ehemann und Vater, David Marquette, seines Zeichens angesehener Star-Chirurg. Doch ist Marquette wirklich schuldig? Je mehr Einzelheiten über den Fall und den Hauptverdächtigen ans Licht kommen, desto weniger gelingt es Julia,  ihre eigene Vergangenheit zu verdrängen...

"Vater Unser" lässt sich flüssig lesen und ist die meiste Zeit über auch recht spannend. Mir fehlte allerdings der Nervenkitzel. Das Buch ist kein klassischer Thriller, eher ein Roman, in dem  die persönliche Geschichte der Protagonistin sehr stark im Vordergrund steht - für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu stark. Interessant ist das Buch durchaus, gerade, wenn man sich für Gerichtsromane und das amerikanische Rechtssystem interessiert. Eine sehr zentrale Rolle in dem Buch nimmt das Thema Schizophrenie ein, letztlich hängt es also auch von den eigenen Interessen ab, ob "Vater Unser" begeistern kann oder nicht. Meiner Ansicht nach ist das Buch insgesamt gut gelungen, Gänsehaut-Momente, wie man sie sich von einem wirklich herausragenden Thriller wünscht, fehlen jedoch.

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(63)

114 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

usa, armut, gesellschaftskritik, immigration, mexico

América

T. C. Boyle ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2006
ISBN 9783423209359
Genre: Romane

Rezension:

"América" war mein erster Roman von T.C. Boyle und es wird nicht meine letzte Lektüre von ihm bleiben! Das Buch hat mich voll überzeugt; ich fand es literarisch sehr ansprechend und darüber hinaus auch inhaltlich spannend und von trauriger Aktualität. Über den Inhalt möchte ich nicht allzu viel verraten; im Grunde genommen geht es um das Zusammenpraller zweier Welten; bei den Protagonisten handelt es sich einerseits um ein junges, illegal in die USA eingewandertes Paar aus Mexiko, andererseits um ein - scheinbar - liberales - amerikanisches Ehepaar. Das Buch beleuchtet auf sehr eindringliche und doch nie ins Kitschige abdriftende Weise das Leben und die Probleme illegaler Einwanderer und wirft Fragen auf, die auch den Leser auf die Probe stellen, denn - wie tolerant und weltoffen sind wir wirklich? Wo hört unsere Akzeptanz anderer auf? Wie gehen wir allgemein mit Einwanderern um?

Ein sehr kluges, literarisch anspruchsvolles und doch kurzweiliges Werk über ein brisantes aktuelles Thema. Klare Empfehlung!

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(2.004)

3.143 Bibliotheken, 51 Leser, 4 Gruppen, 243 Rezensionen

computerspiel, jugendbuch, thriller, erebos, sucht

Erebos

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 485 Seiten
Erschienen bei Loewe, 06.06.2011
ISBN 9783785573617
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jugendbücher mal zwischendurch zur Abwechslung zu lesen, finde ich persönlich immer ganz nett, dennoch hätte ich wahrscheinlich nicht zu "Erebos" gegriffen, wäre dieses Buch nicht in einer Art gemeinschaftlichen Leserunde als Lektüre ausgesucht worden. Aber ich bin durchaus offen gegenüber Büchern, die mir von anderer Stelle empfohlen werden oder für ein gemeinschaftliches Leseprojekt ausgewählt werden. So begann ich also ziemlich neugierig und gespannt, "Erebos" zu lesen.

Am Anfang fiel es mir schwer, in das Buch hineinzukommen. Ich empfand es als nicht sonderlich spannend, außerdem konnte ich mich mit der Schreibweise nicht so recht anfreunden. Dieser zweite Punkt  blieb bis zum Ende des Buches: Für meinen Geschmack war das Buch zu einfach geschrieben, gehalten im typisch flotten Jugendbuch-Stil, ohne besondere literarische Tiefe (was an und für sich ja nichts Schlechtes ist, sofern der Rest stimmt).

Die Handlung konnte mich dann zur Mitte des Buches hin doch noch ein wenig fesseln, denn gerade aufgrund des simplen Schreibstils las sich "Erebos" auch sehr flüssig und so wollte zumindest ich dann doch sehr gerne wissen, wie alles ausgehen wird.

Das Ende hingegen empfand ich als eher unbefriedigend. Die Idee, die der Handlung des Buches zugrunde liegt, ist zweifellos ziemlich originell, aber mir war die Logik dann alles in allem doch etwas zu löchrig. Meiner Ansicht nach hätte man aus der im Grunde genialen Grundidee viel mehr machen können! Aber - Vorsicht, SPOILER - leider scheiterte die Autorin in meinen Augen daran, das Spiel "Erebos" so verlockend darstellen zu können, dass es so viele Schüler in seinen Bann ziehen und regelrecht süchtig machen konnte. Es wäre psychologisch sehr interessant gewesen, über ein Spiel zu lesen, dass es mittels raffinierter Tricks schafft, junge Menschen dermaßen heftig zu beeinflussen, dass sie sogar Straftaten begehen, um Levels zu gewinnen. Stattdessen wurde die Spielwelt von "Erebos" meiner Ansicht nach eher langweilig beschrieben, man fragte sich dauernd, was genau den Reiz an diesem Spiel ausübt, die Szenarien innerhalb des Spiels hatten etwas Ermüdendes. Es ist schade, dass das Buch in diesem Punkt nicht überzeugen konnte, denn so fehlte ein wirklich stabiles Fundament für die weitere Handlung der Lektüre. SPOILER ENDE

Insgesamt betrachtet ist "Erebos" ein für Jugendliche meiner Ansicht nach durchaus lesenswertes Buch, ich selbst fand es nur stellenweise spannend und finde es schade, dass die Umsetzung der Idee doch recht schwächelnd daherkam.

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119 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, joy fielding, psychothriller, krimi, koma

Im Koma

Joy Fielding , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.02.2011
ISBN 9783442473496
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Im Koma" war mein dritter Roman der Bestsellerautorin Joy Fielding. Ich fand die Idee ziemlich originell, da steckt viel Potential drin - ich bin jedoch der Meinung, dass das Potential der Geschichte nicht vollständig ausgeschöpft wurde.

Grundsätzlich finde ich nach drei Joy-Fielding-Romanen leider, dass die Charaktere oft recht eindimensional und flach dargestellt werden. Sie wirken eher schablonenartig als real, sodass ich auch bei "Im Koma" trotz spannendem Plot nicht wirklich mitfiebern konnte. Natürlich ist die Protagonistin wohlhabend und äußerst attraktiv und hat von ihren verstorbenen Eltern jede Menge Geld geerbt. Es gibt sogar wie in "Sag dass du mich liebst" ein verantwortungsloses Geschwisterkind (diesmal eine Schwester, im anderen Buch war es ein Bruder), das gern Party macht und sehr egoistisch sein kann, das Herz aber natürlich am rechten Fleck hat. Irgendwie habe ich das Gefühl, man kennt so ziemlich alle von der Autorin erfundenen Charaktere, wenn man eine Handvoll Bücher von ihr gelesen hat.

Die Idee an sich fand ich wirklich interessant, die Umsetzung war aber nicht so packend wie erhofft. Für meinen Geschmack erfuhr man zudem viel zu früh, wer der "Übeltäter" in dem Buch ist, sodass schon sehr viel Spannung raus war. Der Showdown war sehr hollywoodmäßig-dramatisch hingeklatscht; ich fand das Szenario sehr unrealistisch.

Irgendwie hat die Autorin es auch nicht ganz geschafft, wirklich rüberzubringen, wie es sich anfühlen muss, die Kontrolle über den eigenen Körper verloren zu haben und völlig hilflos anderen ausgeliefert zu sein, während der eigene Verstand aber noch tadellos funktioniert. Ihre Schilderung dieses Zustands empfand ich doch als etwas oberflächlich und einfach nicht beklemmend genug.

Insgesamt betrachtet ist das Buch durchaus in Ordnung - aber ich finde es nun auch nicht herausragend.

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(25)

54 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

usa, familie, 20. jahrhundert, rassismus, 50er jahre

Gehe hin, stelle einen Wächter

Harper Lee , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 12.09.2016
ISBN 9783328100188
Genre: Romane

Rezension:

Für mich reicht "Gehe hin, stelle einen Wächter" überhaupt nicht an Harper Lees erfolgreichen Roman "Wer die Nachtigall stört" heran. Das Buch liest sich trotz seiner Kürze leider insgesamt sehr langatmig, man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas Spannendes oder Bedeutsames passiert, doch lezttlich plätschert die Handlung nur so vor sich hin. Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Scout, also Jean Louise Finch, und ihrem Vater Atticus, die auf eine schwere Belastungsprobe gestellt wird, da Atticus sich plötzlich auf eine Weise verhält, die Scout nie für möglich gehalten hätte. Das Thema hätte durchaus fesselnd sein können, leider blieb das Buch jedoch die ganze Zeit nur an der Oberfläche und wurde durch Schilderungen aus Scouts Kindheit und Jugend, die keine Relevanz für die Geschichte hatten, sowie ellenlange und sehr konstruiert wirkende Dialoge noch in die Länge gezogen.
Gelegentlich blitzte etwas von Harper Lees schriftstellerischem Genie durch - aber leider immer nur sehr kurz.
Nein, ich empfand "Gehe hin, stelle einen Wächter" als einen sehr unbefriedigenden Roman, den man nicht unbedingt hätte veröffentlichen müssen.

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(35)

112 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

joy fielding, thriller, entführung, familie, scheidung

Sag Mami Goodbye

Joy Fielding , Günter Panske
Flexibler Einband: 373 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.08.2009
ISBN 9783442471973
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach "Sag, dass du mich liebst" las ich nun auch "Sag Mami Good-Bye" der berühmten Bestsellerautorin Joy Fielding. Leider konnte mich das Buch nicht sonderlich fesseln. Es geht darin um Donna, eine junge Frau, die einen gut aussehenden, wohlhabenden Mann heiratet, wobei anhand der Schilderungen über ihn für den Leser von Anfang an feststeht, dass diese Ehe in einer Katastrophe münden wird. Sehr lange und ausführlich werden dann Szenen aus der Ehe von Donna und ihrem rechthaberischen, psychoterror-betreibenden Ehemann beschrieben. Diese Stellen sind zwar sehr realistisch und haben etwas ungemein Authentisch-Beklemmendes, aber erwartet hatte ich doch ein Buch, das mehr in die Richtung eines Kriminalromanes geht als die Analyse einer dysfunktionalen Beziehung.
Leider wird auch durch den Klappentext bereits sehr viel Spannung vorweggenommen - denn dass Donnas Exmann die Kinder entführt, nachdem seiner Exfrau diese gerichtlich zugesprochen wurden, ereignet sich erst relativ spät im Buch, sodass man die meiste Zeit über bereits weiß, was geschehen wird. Ich erwartete nun noch ein fesselndes Finale, eine aufregende Spurensuche - wurde aber enttäuscht, denn das Ende wirkte eher "dahingeklatscht" und irgendwie fehlten die Emotionen völlig: Exmann entführt Kinder, Donna dreht durch, Donna weigert sich, ihre Kinder aufzugeben - SPOILER - und am Ende sind natürlich alle glücklich wiedervereint. SPOILER ENDE
Man hätte das Thema meiner Ansicht nach besser literarisch verwerten können, als Joy Fielding es in ihrem Roman getan hat. Darum vergebe ich nur 2,5 Sterne.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

hunde, es würde knochen vom himmel regnen, intelligenz, führung ohne gewalt und zwang, beziehung

Es würde Knochen vom Himmel regnen

Suzanne Clothier , Clarissa von Reinhardt , Patricia Kober , Stefan Dinter
Fester Einband: 357 Seiten
Erschienen bei animal learn, 14.10.2004
ISBN 9783936188158
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich las die amerikanische Originalausgabe dieses Buches, "Bones would rain from the sky". Auch nach dem Lesen hallt dieses insgesamt wirklich schöne Buch noch in mir nach. Wie oft sind wir mit unseren Hunden zu ungeduldig, verlangen zu viel, vergleichen sie mit anderen oder ärgern uns über sie, obwohl wir selbst im Training schlampig waren oder ihnen einfach nicht genug Zeit gegeben haben! Es kennt wohl fast jeder Hundebesitzer, dass man ab und zu das Gefühl hat, seinen Hund nicht genug wertzuschätzen. Das war es, woran ich bei der Lektüre dieses Buches immer wieder denken musste, denn die Autorin führt einem doch sehr pointiert und feinfühlig vor Augen, wie wunderbar es doch ist, sein Leben mit einem Hund oder mehreren Hunden teilen zu können.

"Bones would rain from the sky" ist kein Erziehungs- oder Trainingsbuch; wer sich konkrete Ratschläge darüber erwartet, wie man dem Hund beibringt, perfekt an der Leine zu laufen oder zahlreiche Tricks auszuführen, ist mit diesem Buch falsch beraten. Es ist eher ein Buch über die Bindung zu unseren Hunden, ein Buch über die Beziehungsebene und über unser Dasein als Hundehalter und Hundemenschen.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, waren die Beispiele aus Clothiers eigenem langjährigen Zusammenleben und ihrer Trainingstätigkeit mit Hunden. Ich mag solche Fallbeispiele, da man doch oft einiges aus ihnen mitnimmt und sich oft ein wenig in dem vorgestellten Hund-Halter-Gespann wiedererkennt.

Gut finde ich auch, dass Clothier nicht vorgibt, perfekt zu sein: So beschreibt sie unter anderem eine Szene aus ihrem Zusammenleben mit Dodgner, einem nicht ganz einfachen Labrador-Chow-Mix, von dem sie eines Nachts ordentlich gereizt ist - müde und unausgeschlafen -, weil er nicht anstandslos in seine Box geht. Clothier beschreibt diese Episode ihrer Ungeduld und Achtlosigkeit den Bedürfnissen des Hundes gegenüber so ehrlich und aufrichtig, dass man als Hundehalter nicht umhin kann, an ähnliche Momente zu denken, an denen man seinem eigenen Hund gegenüber nicht genügend Verständnis, Geduld und Empathie gezeigt hat.

Das Buch führt dazu, dass man sich selbst hinterfragt, dass man reflektierter wird in seinem Dasein als Hundehalter, dass man öfters einmal innehält und sich einfach an seinem Hund und dem Zusammenleben mit ihm erfreut.

Einen Stern ziehe ich dafür ab, dass das Buch sich doch relativ oft wiederholt; so wichtig seine Kernbotschaften auch sind, das Buch hätte man wahrscheinlich auch um ein paar Dutzend Seiten kürzen können, ohne dass diese Botschaften verloren gehen.

Ich persönlich hätte mir zudem ein paar mehr "Fallbeispiele aus der Praxis" erhofft; gar nicht einmal, um zu erlernen, wie ich meinem Hund eine bestimmte Sache beibringe, sondern eher, weil es mir immer viel bringt, mich in jemand anderem oder der Schilderung einer Episode wiederzuerkennen und es mich oft zum Nachdenken anregt.

Insgesamt auf jeden Fall ein sehr schönes und lesenswertes Hundebuch! 

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143 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

joy fielding, thriller, roman, vergewaltigung, psych

Sag, dass du mich liebst

Joy Fielding ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.11.2015
ISBN 9783442483464
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Sag, dass du mich liebst" war mein erster Roman der bekannten Krimiautorin Joy Fielding und wird auch nicht der letzte gewesen sein.
Zur Handlung: Bailey Carpenter ist private Ermittlerin, doch ihr ganzes Leben nimmt eine dramatische Wendung, als sie während einer Beschattung von einem Fremden überfallen und brutal vergewaltigt wird. Die früher so lebenslustige und unerschrockene junge Frau zieht sich mehr und mehr zurück, verlässt ihr Apartment kaum noch, und hat bei jedem Mann, dem sie begegnet, die diffuse Angst, es könne sich bei diesem um ihren Vergewaltiger handeln. Bei dem Blick aus ihrer Wohnung durch ihr Fernglas fällt Bailey dann ein junger, aussehender Mann im Gebäude gegenüber auf, an dem ihr irgendetwas "verdächtig" vorkommt...

"Sag, dass du mich liebst" ist ein "Krimi der leisen Töne". Daran muss man sich zunächst einmal gewöhnen. Im Mittelpunkt steht hier das Opfer eines Verbrechens, nicht die Polizeiarbeit (obwohl diese durchaus auch eine wichtige Rolle im Buch spielt). Dies macht den Roman nicht unbedingt zu dem, was sich Fans des Genres möglicherweise erwarten. Lässt man sich aber darauf ein und findet man Zugang zu dem Buch, ist es doch ein flüssig zu lesender, spannender, mitunter sogar packender Kriminalroman. Allerdings braucht die Handlung recht lange, bis sie wirklich an Fahrt aufnimmt; hier ist also etwas Geduld gefragt.
Die Auflösung des Buches empfand ich als nur teilweise befriedigend. Zumindest einer der Handlungsstränge, der im Buch eine wesentliche Rolle spielt (die Beobachtung des Nachbarn), wurde für meinen Geschmack doch relativ unbefriedigend und "unlogisch" aufgelöst - mir persönlich war diese Auflösung einfach etwas zu weit hergeholt.
Nichtsdestotrotz ist "Sag, dass du mich liebst" ein ordentlicher, flüssig lesbarer, mitunter sehr fesselnder Kriminalroman. Ich würde 3,5 Sterne vergeben, wenn dies hier möglich wäre.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Small Great Things: 'To Kill a Mockingbird for the 21st Century'

Jodi Picoult
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Hodder & Stoughton, 22.11.2016
ISBN 9781444788006
Genre: Sonstiges

Rezension:

In ihrem neuesten Buch "Small Great Things" (Stand: Januar 2017) greift Jodi Picoult ein vor allem in den USA schwieriges Thema auf: Rassismus. Zentrale Figur des aus mehreren Perspektiven erzählten Gesellschaftsromans ist die schwarze Krankenschwester Ruth, die auf der Geburtsstation eines kleinen Krankenhauses arbeitet und hilft, Babys auf die Welt zu bringen. Doch dann wird sie mit der frischgebackenen Mutter Brittany und ihrem Ehemann Turk konfrontiert. Turk Bauer möchte nicht, dass sein neugeborener Sohn Davis von einer schwarzen Schwester auch nur angefasst wird, denn er ist Rassist, ein sogenannter "White Supremacist", der an die Überlegenheit der weißen Rasse glaubt. Als Davis Bauer kurz nach seiner Beschneidung im Krankenhaus verstirbt, steht plötzlich Ruth vor Gericht und wird für den Tod des kleinen Davis verantwortlich gemacht...

Ich fand es spannend, dass Jodi Picoult sich in ihrem neuen Buch dem Thema Rassismus widmet. Gleichzeitig hatte ich etwas Sorge, dass sie bloß auf einen Zug aufspringt, da in letzter Zeit ja doch einige Bücher das Thema "Rassismus" betreffend erschienen sind. Im Großen und Ganzen allerdings hat Jodi Picoult ein wirklich gutes Buch verfasst, das sich sehr flüssig und angenehm las und keine "Durststrecken" aufwies. Für mich persönlich war es nichtsdestotrotz ein wenig schwierig, einen richtigen Zugang zu diesem Buch zu finden, da es doch sehr stark auf die amerikanischen Verhältnisse gemünzt ist (womit ich als farbige Österreicherin keinesfalls behaupten möchte, dass das Problem Rassismus hierzulande nicht existiert). Schade fand ich allerdings, dass die Handlung des Buches doch ein wenig "überzeichnet wirkte; ich empfand die Charaktere teils als ein wenig blass und schablonenartig.
Zudem lässt Jodi Picoult dem Leser meiner Ansicht nach zu wenig Raum, sich eigene Gedanken zu machen; stattdessen wird der Leser viel zu häufig mit der Nase darauf gestoßen, dass Handlung X und Äußerung Y gerade rassistisch war, beispielsweise in der Szene, als Ruth mit ihrer Anwältin Kennedy shoppen geht und Kennedy dort feststellt, wie anders Ruth aufgrund ihrer Hautfarbe von den Angestellten behandelt wird. Anstatt die Beschreibung auf den Leser wirken zu lassen, analysiert Picoult solche Szenen oft quasi bis ins kleinste Detail. Dadurch diktiert sie dem Leser aber vor, was er auch durch eigene Überlegungen sehen und einordnen konnte. Gerade das Thema Alltagsrassismus wird meiner Meinung nach oft zu wenig subtil angegangen; und genau deshalb wird dieses durchaus gute Buch traurigerweise vermutlich weniger sensibilisierend wirken als es könnte. Möglicherweise hat Picoult es an diesen Stellen einfach etwas "zu gut" gemeint.

Diese Kritik an ein paar Punkten des Buches klingt möglicherweise sehr harsch, doch damit möchte ich mitnichten von der Lektüre abraten, denn insgesamt betrachtet ist "Small Great Things" eine durchaus sehr lesenswerte Lektüre! Die Handlung ist spannend, der Schreibstil sehr angenehm und das Buch enthält eine starke Botschaft. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, das Buch als "grandios" oder gar als "To Kill A Mockingbird des 21. Jahrhunderts" zu beschreiben.

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

10 Jahre Freiheit

Natascha Kampusch , Heike Gronemeier
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351291
Genre: Biografien

Rezension:

"Ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben, denn Hoffnung ist eine der stärksten Triebfedern, die wir in uns haben."

Natascha Kampusch wurde 1998 im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Der eigenbrötlerische Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil sperrte sie in ein Kellerverlies und hielt Natascha 8 Jahre lang gefangen. Er misshandelte sie, ließ sie für sich schuften und wollte sie zu seinem Besitz machen. Doch Natascha Kampusch gab die Hoffnung, eines Tages lebend aus Priklopils Gefangenschaft zu entkommen, nie auf. 2006 nutzte sie einen Moment der Unaufmerksamkeit des Täters und entkam so aus dessem Garten.

Schon kurz nach ihrer Selbstbefreiung fingen wilde Spekulationen über Nataschas Zeit in Gefangenschaft an. Verschwörungstheorien verbreiteten sich, Nataschas Worte wurden angezweifelt, die Medien gingen oftmals äußerst respektlos mit ihr um, ihre Privatsphäre wurde nicht respektiert. Natascha war und ist ständiger Kritik, Ablehnung und sogar Hass ausgesetzt. Ein paar Jahre nach ihrer Selbstbefreiung veröffentlichte sie ihr Buch "3096 Tage", in welchem sie von ihrer Zeit in den grausamen Händen Priklopils erzählt. Dieses Buch beeindruckte und berührte mich zutiefst. Umso unbegreiflicher empfand ich es, wie Natascha vor allem in den Boulevardmedien häufig dargestellt wurde: Wie daran gezweifelt wurde, dass sie über ihre Zeit in Gefangenschaft die Warheit berichtet hat, wie ihre Privatsphäre immer wieder mit Füßen getreten wurde. Dass sie trotz all der öffentlichen Demütigungen, die sie über sich ergehen lassen musste, "10 Jahre Freiheit" schrieb und veröffentlichte, zeigt, dass sie eine wirklich bemerkenswerte junge Frau ist, die die Hoffnung tatsächlich niemals aufgegeben hat und hoffentlich auch niemals aufgeben wird. Sie berichtet von ihrer Zeit seit der Selbstbefreiung, thematisiert auch den Umgang der Medien und der Öffentlichkeit mit ihr und dem Fall. Es tut weh, lesen zu müssen, wie häufig sie angefeindet wird, wenn sie, beispielsweise, in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Als Österreicherin und Wienerin schäme ich mich sehr für jene Landsleute, die Natascha beschimpfen und nicht in Ruhe lassen, nur weil sie nicht das "typische Opfer" ist, nur weil sie einen anderen Weg gewählt hat, mit ihrer Geschichte umzugehen. Ich finde die Arbeit, die Natascha leistet, einfach unglaublich wichtig, denn die Reaktionen auf ihre Geschichte zeigen nur zu deutlich, dass noch Aufklärungsbedarf existiert, wenn es um Entführungsopfer und den Umgang mit Opfern von Greueltaten im Allgemeinen gibt.
Sie ist eine sehr weise und starke junge Frau, der ich für die Zukunft wirklich nur das Beste wünsche.

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212 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, entführung, karin slaughter, will trent, folter

Harter Schnitt

Karin Slaughter , Klaus Berr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.02.2015
ISBN 9783442378173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

- was nicht abwertend gemeint ist! Karen Slaughter schreibt solide, durchaus spannende Thriller und schont den Leser nicht, grausige Details sollte man also ertragen können, wenn man sich einen Slaughter-Thriller holt. In "Harter Schnitt" geht es um den Ermittler Will Trent, dessen berufliche Partnerin Faith plötzlich selbst Hilfe zu brauchen scheint, als sie ihre Tochter aus dem Haus ihrer Mutter abholen möchte und dort Schreckliches vorfindet...
Mehr sollte man nicht verraten, um nicht zu viel der Handlung vorwegzunehmen, es ist auf jeden Fall ein spannender Thriller, der sich flüssig liest und für Krimifreunde wirklich keine schlechte Wahl ist.
Nichtsdestotrotz schreibt Karen Slaughter meist nach einem bestimmten Schema, was nicht verwerflich ist, sondern völlig normal - sie hat eben ihren Stil. Trotzdem empfinde ich persönlich die Slaughter-Romane beim Lesen oft als relativ ähnlich und miteinander "austauschbar". Ebenso finde ich es manchmal etwas lästig, dass die persönlichen Probleme der Ermittler - insbesondere deren Beziehungs- und Bindungsschwierigkeiten - so oft im Mitelpunkt stehen. Zudem war mir das Ende von "Harter Schnitt" einfach zu hollywoodfilm-mäßig konstruiert.
Alles in allem ist der Thriller aber durchaus lesenswerte Lektüre für Krimifans.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

beziehung, struktur, erinnerung, familie, verschwinden

Vanishing Girls

Lauren Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HARPER COLLINS, 10.03.2015
ISBN 9781467600125
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In "Vanishing Girls" geht es um zwei Schwestern, die sich nach einem Unfall scheinbar völlig auseinandergelebt haben. Dann verschwindet die jüngere Schwester, Dara, und Nick, die Ältere, die immer die Rolle der vernünftigen großen Schwester übernahm, macht sich auf eine abenteuerliche Spurensuche...
Das Buch liest sich sehr kurzweilig und flüssig und bietet somit entspannte Lesestunden. Es ist durchaus spannend, konnte mich jedoch nicht immer völlig in seinen Bann ziehen.
Da Ende kam für mich sehr überraschend, allerdings bin ich persönlich kein großer Fan dieser Art von Ende, wie ich es auch in Lionel Shrivers "Big Brother" oder Jodi Picoults "Leaving Time" schon gelesen habe.
Nichtsdestotrotz ein durchaus lesenswertes Buch gerade für Jugendliche.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker

A Midsummer Night's Dream. Ein Sommernachtstraum, englische Ausgabe

William Shakespeare
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei HarperCollins UK, 20.03.2012
ISBN 9780007902378
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Eines der Bücher, die wir im Rahmen des Schulunterrichts lesen mussten, war "Macbeth" und ich erinnere mich noch daran, dass dieses Werk Shakespeares mich nicht wirklich berühren konnte und es mir schwer fiel, "warm" damit zu werden. Das verhielt sich bei " A Midsummer Night's Dream" (Unilektüre) glücklicherweise anders, denn tatsächlich war ich schon nach wenigen Seiten in das Buch eingetaucht, trotz des anspruchsvollen Sprachniveaus und meines bisherigen Widerstrebens, wann immer es um Shakespeare ging. "A Midsummer Night's Dream" gefiel mir gut, Interpretationen und schlaue Bemerkungen über das Stück gibt es ausreichend, da spare ich mir weitere Kommentare einfach und sage: Ja, mir hat es gefallen. Mal sehen, wie das nächste Werk Shakespeares' auf meiner Leseliste bei mir ankommen wird.

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237 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

hollywood, becky bloomwood, shopaholic, becky, shopping

Shopaholic in Hollywood

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.01.2015
ISBN 9783442479870
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vielleicht wäre es gut gewesen, Sophie Kinsella hätte ihre Reihe um die einkaufssüchtige, verpeilte Becky Brandon, geborene Bloomwood, mit "Mini Shopaholic" beendet. Schon damals reagierten viele treue Fans der Romanreihe eher enttäuscht auf Band 6, und "Shopaholic in Hollywood" schwächelt leider ganz merklich. Teilweise mag dies am Thema liegen, denn Hollywood gibt zwar natürlich unterhaltsame Geschichten her, ist aber doch schon ein wenig "abgelutscht". Eine wirklich originelle Handlung fehlt leider, hauptsächlich geht es darum, dass Becky eine Hollywood-Berühmtheit werden will, was in diesem Buch das zweite große Problem darstellt, denn so naiv, chaotisch und shoppingsüchtig Becky in den Vorgängerbänden auch war, sie blieb als Protagonistin doch immer eine Sympathieträgerin. Dies geht in "Shopaholic in Hollywood" leider zunehmend verloren, Becky verwandelt sich darin mehr und mehr in einen egoistischen, rücksichtslosen und von Ruhm und roten Teppichen besessenen Möchtegern-Promi. An und für sich ist es ja nicht schlimm, dass ein Protagonist auch mal ein eher unsympathischer Charakter ist, doch es passt einfach nicht zu den ersten Bänden der Reihe.

Ich gehe mit diesem Buch sicherlich auch deshalb hart ins Gericht, weil ich eigentlich echter "Schnäppchenjägerin"-Fan bin und hohe Erwartungen in diesen 7. Band setzte, wie ich fairerweise anmerken muss. Klar für mich ist nach wie vor, dass Sophie Kinsella Situationskomik wirklich meisterhaft beherrscht und obwohl die Handlung doch ein wenig zu Hollywood-lastig für meinen Geschmack war und Beckys Entwicklung mir nicht besonders "glaubwürdig" erschien, schaffte die Autorin es doch immer wieder, mich mit ihren lustigen Beschreibungen peinlicher Situationen zum Lachen zu bringen.

Ärgerlich fand ich jedoch den Cliffhanger am Ende. Somit ist klar: Band 8 kommt - und man kann nur hoffen, dass Sophie Kinsella dann wieder eine richtig spannende Story fernab des Hollywood-Rummels präsentiert. Denn dann könnte es durchaus sein, dass Band 8 mir noch richtig gut gefallen wird!

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die letzte Wahrheit

Kimberly McCreight , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442481996
Genre: Romane

Rezension:

Kimberly McCreight sollte man unbedingt im Auge behalten, denn mit ihrem ersten Roman "Die letzte Wahrheit" beweist sie großes schriftstellerisches Talent als Krimi-Autorin. Ich las dieses Buch in wenigen Tagen aus, da es wirklich spannend war, sich flüssig las und man immer wissen wollte, wie es weitergeht. Darüber hinaus machte ich mir in jeder Lesepause eigene Gedanken über den weiteren Verlauf der Ereignisse - das Buch nahm mich also mit, berührte mich, überzeugte mich.
Das Buch handelt von der alleinerziehenden, viel beschäftigten New Yorker Juristin Kate, die in einer großen Kanzlei arbeitet. Ihre Tochter Amelia, die gerade im Teenie-Alter ist, liebt Kate über alles und versucht, ihr trotz ihres hektischen Arbeitsalltags eine gute Mutter zu sein. Das Verhältnis zu Amelia ist innig, umso schockierter ist Kate, als sie erfährt, dass ihre Tochter Suizid begangen haben soll, indem sie vom Dach der exklusiven New Yorker Schule sprang, die sie besuchte.  Viel zu schnell will der am Fall arbeitende Dedective diesen schließen, doch Kate spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Als dafür konkrete Anhaltspunkte auftauchen, übernimmt ein anderer Detective den Fall und gemeinsam mit Lew möchte Kate herausfinden, was in den Wochen vor Amelias mysteriösem Tod im Leben ihrer Tochter geschah...
Ein wirklich fesselndes Romandebüt, auf weitere Werke der Autorin hoffe ich bereits gespannt.

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