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Das große Burgfest

Susanne Göhlich
Buch
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783280035610
Genre: Kinderbuch

Rezension:


 

Nach ihrem erfolgreichen Reimebuch über die zehn kleinen Burggespenster, das vor drei Jahren erschienen ist und weiteren  Büchern über die zehn lustigen Wesen, hat Susanne Göhlich nun, ganz ohne Worte unter dem Titel „Das grosse Burgfest“ ein Wimmelbuch mit den zehn kleinen Burggespenstern gezeichnet, das die Kinder einlädt, auf jeder Seite etwas zu suchen und zu finden.

 

Ein grosses Burgfest soll stattfinden und die zehn kleinen Burggespenster fangen gleich nach dem Aufstehen damit an ein großes Festessen vorzubereiten. In Küche und Backstube ist echt was los. Und der Burghof muss auch noch geschmückt werden.

 

Auf der vorderen Umschlagseite werden alle zehn Gesellen vorgestellt und auf der Hinterseite des Umschlags werden die Aufgaben beschrieben:

·        Auf jeder Seite sollen die 10 Burggespenster gefunden werden

·        Was macht das kleine Hündchen, das auf jeder Seite versteckt ist?

·        Und wo hat es seinen Lieblingsknochen schon wieder versteckt?

 

Ein toller Wimmelspaß.

 

 

 

 

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Glaubst du an Einhörner?

Bethanie Deeney Murguia
Buch
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783280035627
Genre: Kinderbuch

Rezension:


 

Dieses zuerst in England erschienene und von Seraina Maria Sievi ins Deutsche übersetzte Bilderbuch spielt mit der Wahrnehmung der Kinder und will sie schärfen. Viele Kinder kennen Einhörner als sagenhafte Wesen, haben eins vielleicht als Spielzeug zu Hause. Gesehen haben sie noch nie ein echtes, wissen vielleicht auch, dass es sie in der Realität nicht gibt.

 

Und doch: könnte das Pferd, das gleich auf der ersten Seite mit einem roten hohen Hut zu sehen ist, nicht ein Einhorn sein, das sein Horn versteckt? Und dann werden auf den weiteren Seiten alle möglichen Argumente aufgeführt, warum das Pferd ein Pferd ist und kein Einhorn.

 

Doch als das Pferd nach einer Zugreise vor einem Fluss, auf dessen anderer Seite ein sagenhaftes Schloss zu sehen ist, sich ohne Hut dorthin begibt, beginnen bei den nächsten Bildern die Zweifel. Ist da auf dem Kopf des Tieres nicht doch ein Einhorn zu sehen?

 

Ist es nun ein Einhorn? Schau genau hin. Es kommt ganz darauf an, was du siehst. Und: „vielleicht kannst du Einhörner nur sehen, wenn du an sie glaubst.“

 

Ein schön illustriertes Bilderbuchüber das genaue Hinschauen.

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Nur Mut, kleiner Frosch!

Richard Smythe
Buch
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783280035849
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Die Tiere, die in der Umgebung des Mondscheinweihers im Wald leben, haben eine lange Tradition. In der ersten Vollmondnacht im Winter, dann wenn der Mond besonders hell und groß und die Nacht besonders kalt und der Weiher zugefroren ist, treffen sie sich alle.
Sie treffen sich zum großen Mondscheintalentwettbewerb, für den sie alle schon lange trainiert und geübt haben, das ganze Jahr hindurch. Nur der Frosch, eines der kleinsten unter den versammelten Tieren, möchte dabei nicht mitmachen. Er glaubt kein Talent für so was zu haben. Und so versteckt er sich, dass ihn  niemand sieht: „Sie finden mich bestimmt blöd.“

So war das all die Jahre immer. Die Tiere führen ihre Kunststücke auf und der Frosch denkt in seinem Versteck traurig darüber nach, warum er das alles nicht kann. Als in diesem Jahr spät in der Nacht alle dran gewesen sind, und der Wettbewerb zu Ende ist, da ruft die kleine Schnecke: „Es sind noch nicht alle aufgetreten! Frosch hat noch kein Kunststück gezeigt!“
Als ihn jemand von der Jury fragt, was er denn könne, zappelt der Frosch aufgeregt auf dem Eis herum und verliert dabei das Gleichgewicht. Und was er dann an Bewegungen macht, rutschend, strampelnd, rudernd, hampelnd, stolpernd, wirbelnd, holpernd und zwirbelnd, beeindruckt die anderen Tiere sehr. Und als er, wieder auf dem Eis landend, noch ein Rad schlägt und der Jury vor die Füße fällt, da steht schnell fest, wer in diesem Jahr den Wettbewerb gewonnen hat.

Und dann bringt er den anderen Tieren das Eislaufen bei und hat auch eine Botschaft für sie und die das Buch betrachtenden Kinder:
„Du weißt nicht, ob du etwas kannst oder nicht, wenn du es nicht probierst!“

Ein schönes Mut machendes Bilderbuch für alle schüchternen, zögerlichen Kinder. Für alle, die glauben, nichts richtig zu können. Ein Buch für die stillen in der Gruppe, für die, die sich nie melden.


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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:



Das neue Buch von Delphine de Vigan hat mich tief beeindruckt und bewegt. Sie erzählt daran von Menschen, die allesamt eine Bürde mit sich herumtragen, die aber nicht offensichtlich werden darf. Ihr Leiden am Leben und ihrem Schicksal, ihre Scham, ihre Lügen anderen gegenüber und die Geschichten, die sie erzählen, um andere nicht zu verletzen, sie zu schützen und um selbst irgendwie zu überleben –all das sind „Loyaliäten“, denen sie sich unausgesprochen verpflichtet wissen und die sie an den Rand ihrer Kräfte bringen.

Die Hauptpersonen des kleinen Romans, dem es gelingt auf knappem Raum mehr zu erzählen als so mancher dicker Wälzer, sind der 12-jährige Theo, seine Lehrerin Helene, seine Mutter Cecile und sein Freund Mathis. Abwechselnd lässt de Vigan diese Personen in einer fortlaufenden, sich durchaus spannend zuspitzenden Handlung erzählen, wobei die beiden Erwachsenen in der Ich-Form berichten.

Helene, der Lehrerin, fällt der neue Schüler Theo Lubin bald auf. Sie spürt, dass mit dem Jungen irgendetwas nicht in Ordnung ist, und bemüht sich, in Gesprächen mit dem Schulleiter zu erklären, was sie spürt.  Auch einem befreundeten Kollegen namens Frederic öffnet sie sich, doch der, durchaus auch beunruhigt, hält ihren seelischen Zustand für „kurz vor dem Zerspringen“ und rät ihr, alles nicht so ernst zu nehmen.
Helene ist nicht überzeugt, zumal sie bei Theo die ganze Zeit der Handlung über immer mehr besorgniserregende Veränderungen feststellt. Doch sie scheint in den Loyalitäten ihrer Schulbürokratie gefangen und als sie endlich durchbricht, scheint es zu spät.

Auch mit den Eltern hat Helene gesprochen, aber die sind geschieden und scheinen nur mit sich selbst beschäftigt. Theo indes, ein ruhiger und guter Schüler, kümmert sich (Loyalitäten!) um die unglückliche Mutter und den vereinsamenden und verwahrlosenden Vater.

Theo ist mit allem überlastet und trinkt heimlich Alkohol. Der wärmt ihn und schützt ihn vor der ihm als unwirtlich erscheinenden Welt. Nur sein Freund Mathis weiß von Theos immer stärker werdendem Alkoholkonsum, schweigt aber. Theo weiß genau, was der Alkohol schlussendlich mit ihm machen wird, doch er ist hilflos. Er spürt, dass seine Lehrerin Helene ihm helfen möchte, aber er kann doch nicht seine Eltern verraten!
Auch Mathis würde gerne seiner Mutter von seiner Angst um Theo erzählen, doch er ist doch sein einziger Freund. Außerdem würde er dann seinen älteren Bruder bloßstellen, der den Alkohol für Theo und andere Minderjährige besorgt.

Immer mehr spitzt sich die Lage zu, keiner wagt wirklich einzugreifen, zu viele Loyalitäten stehen dagegen. Und als Mathis` Bruder ein Spiel im schneebedeckten Park vorschlägt, ist Theo bereit, seinen eigenen Tod in Kauf zu nehmen und zu suchen.

Das Spiel läuft aus dem Ruder und als die endlich von Mathis informierte Helene im Park ankommt, und zwei Mal zu dem leblosen Theo sagt: „Ich bin da“, weiß man nicht, ob es nicht schon längst zu spät ist.

Delphine de Vigans Roman dieselt wie auch ihrer früheren Bücher sehr lange im Leser nach. Er geht ihm unter die Haut. Man kann das Buch und vor allen Dingen die Personen lange nicht vergessen. Wie viele Theos und Mathisse sitzen da in unseren Klassenzimmern und wie viele Lehrer nehmen überhaupt noch wahr, was mit ihnen los ist?

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Mira

Sabine Lemire , Franziska Gehm , Rasmus Bregnhøi
Fester Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Klett Kinderbuch, 31.08.2018
ISBN 9783954701896
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Franziska Gehm, selbst bekannt durch zahlreiche witzige Bilderbücher hat diesen Comic für alle neugierigen Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren aus dem Dänischen übersetzt. Dort erschien das Buch 2017, in dem Sabine Lemire und Rasmus Bregnhoi von Mira erzählen, einem Mädchen etwa im zehnten Lebensjahr. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die als Werbetexterin arbeitet. Ihren Vater kennt sie nicht, weil er schon vor ihrer Geburt ihre Mama verlassen hat. Sie würde ihn aber gerne einmal kennenlernen.
Mehr als das aber quält sie derzeit etwas anderes. Miras beste Freundin Jette hat mit Beate, einem Mädchen, das gerade neu in die Klasse gekommen ist, einen Club der Verliebten gegründet und Mira dabei ausgeschlossen. Sie darf deshalb nicht mitmachen, weil sie angeblich noch nie verliebt war. Mira würde gerne verliebt sein, und hofft, dass es mit ihrem Schulfreund Louis geschieht, wenn sie sich beide entsprechend anstrengen.

Und sie fragt sich, warum sich ihre Mutter im Verlauf eines Jahres (der Comic umfasst diesen Zeitraum) mehrmals verliebt, und es bei ihr selbst so gar nicht klappen will.

Auf eine witzige und für Mädchen in diesem Alter wohl sehr nachvollziehbare Weise erzählt Mira vom Aufwachsen in Zeiten von Instagram und Twitter. Ein Buch, das handelt von Freundschaft und Eifersucht, den ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, dem eigenen Körper und einem Gefühl, das schon früh zu Beziehungen dazuzugehören scheint: der Eifersucht.

Und davon, wie es ist, wenn man eine coole Mutter hat, die einem aber manches Mal peinlich ist.
Die Comicform wird helfen, das Buch für viele Mädchen, die sonst nicht so gerne das Handy weglegen und ein Buch lesen, nutzbar zu machen.
Es ist witzig getextet und gezeichnet.





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Sehen, hören, fühlen ...

Ferri Giuliano
Pappbuch: 22 Seiten
Erschienen bei Michael Neugebauer Edition, 12.03.2018
ISBN 9783865662927
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Guiliano Ferri ist ein begnadeter italienischer Bilderbuchautor, dem es mit seinen oft Tiere darstellenden Illustrationen und seinen in der Regel knappen Texten gelingt, schon kleine Kinder in ihren Gefühlen und Sinnen anzusprechen.
In seinem neuen hier vorliegenden Buch geht es um die Wahrnehmung, das Funktionieren und die Bedeutung der fünf Sinne.
Die Blumen, die man riechen kann, die Augen, mit denen man Mond und Sterne am Himmel sehen, die Ohren, mit den man hören kann, wie die Vögel singen, die Zunge und der Mund, mit denen man köstliche Früchte schmecken kann und die Hände, die die warmen Hände der Mutter fühlen können. Und das Fuchskind, das auch auf dem Umschlag mit seiner Mama abgebildet sagt am Ende zu ihr, wie sich all seine Sinne auf sie richten und was das für es bedeutet:
„Mit meine fünf Sinnen kann ich deine Augen sehen, deine Gutenachtgeschichten hören, deinen Duft riechen, dein gutes Essen schmecken, deine Umarmungen fühlen – und ich weiß, dass du mich lieb hast.

Ein zauberhaft schönes kleines Bilderbuch, mit mehreren Klappen zum Entdecken und mit einem kleinen Fuchsfell zum Streicheln und Fühlen.
Für kleine Kinder, für die dieses Buch gedacht ist, sind die Sinne zunächst ausschließlich auf seine Mutter gerichtet. Später entdeckt es mit ihnen die Welt, aber die ersten Wahrnehmungen bleiben. Bindung und Liebe. Darum geht es.

Die Bücher Ferris kann man ausnahmslos empfehlen.

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Namibia

Michael Poliza
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei teNeues Media, 14.08.2018
ISBN 9783961711284
Genre: Sonstiges

Rezension:


180 Länder hat er nach eigenen Angaben mittlerweile bereist, der international bekannte und erfolgreiche Fotograf Michael Poliza. Auf allen Kontinenten ist er gewesen und dabei ist Afrika nach wie vor sein Favorit. Und auf dem afrikanischen Kontinent selbst bleibt Namibia einer seiner Favoriten.

Schon in dem schwergewichtigen Fotoband „Eyes over Africa“ hatte er seine persönliche Liebeserklärung an einen Kontinent, seine Natur und seine Menschen dokumentiert. Eine große Mehrzahl der Bilder war aus der Luft aufgenommen, was ihren besonderen Reiz ausmachte und eine ganz ungewöhnliche Perspektive warf auf eine Natur voller Gegensätze und Extreme.

Auch der hier vorliegende Band „Namibia“ ist ein absolutes Schmuckstück und ein Beispiel dafür, wie ein Fotograf mit seinen Bildern dem Betrachter viel mehr vermitteln kann  als ein bloßes Abbild dessen, was er durch sein Objektiv gesehen hat.
Atemberaubende Landschaften und natürliche Denkmäler wie die höchsten Sterndünen der Welt um das Sossusvlei, das NamibRand-Naturreservat, die Kalahari-Wüste und die Spitzkoppe, um nur einige zu nennen, reihen sich hier aneinander . Spektakuläre Aufnahmen aus der Luft und vom Boden präsentieren die namibische Natur- und Tierwelt, ergänzt durch Porträts der Ureinwohner, die dort ein traditionelles Leben als Viehzüchter und Kleinbauern führen. Dass auch die Wüste lebt, wird hier eindrucksvoll vor Augen geführt: Insbesondere nach den selten auftretenden Regenfällen. Oryxantilopen, Schakale und Erdmännchen, Strauße und Springböcke sind da, wo die Pflanzen dann sprießen und locken wiederum ihre Feinde an. Die im Jägerjargon betitelten Big Five Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel und Nashörner sind in diesem Gebiet ebenfalls heimisch und teilen sich das Wenige, was vorhanden ist, stets im ökologischen Gleichgewicht.

Dieses wertvolle Buch, das seinen teuren Preis aber wert ist, eignet sich als repräsentatives Geschenk für Freude der Fotografie einerseits und für Liebhaber des afrikanischen Kontinents andererseits.

Vielleicht ist es aber auch für den Betrachter Anlass einmal über einen Urlaubsaufenthalt in diesem touristisch gut erschlossenen Land nachzudenken.


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GUINNESS WORLD RECORDS GAMER'S EDITION 2008


Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Guinness World Records Limited, 08.02.2008
ISBN 9781904994206
Genre: Sonstiges

Rezension:



Mit diesem Buch einer neuen Reihe des Ravensburger Verlags können Gamer aller Sparten sich stundenlang verweilen. Denn mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren ist die Gamer’s Edition das ultimative Jahrbuch für jeden Gamer! Randvoll mit herausragenden Rekorden, fantastischen Statistiken und verblüffenden Fun Facts zu den beliebtesten Spielen, bietet die neue Ausgabe mehr Spannung und Action als jede andere vor ihr. Diesmal ist natürlich alles über den Smash-Hit POKÉMON GO dabei, außerdem die erfolgreichsten Pro-Gamer und die größten YouTube-Stars, dazu fantastische Bilder und exklusive Interviews. Egal ob Super Mario, Skylanders oder Spider-Man, die GWR Gamer’s Edition hat sie alle!

Auch die Edition 2019, nun von Hoffmann und Campe zu Ravensburger gewandert, präsentiert faszinierende Leistungen, tolle Rekorde, Wissenswertes und Witziges rund um die beliebtesten, coolsten und viralsten Computerspiele des Jahres und stellt die Menschen vor, die sie spielen.





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Zerrissene Leben

Konrad Jarausch , Thomas Bertram
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237870
Genre: Sachbücher

Rezension:



Mit diesem Buch legt der Historiker Konrad Jarausch nach „Aus der Asche. Eine neue Geschichte Europas im 20.Jahrhundert“  eine deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts vor unter dem Titel „Zerrissene Leben. Das Jahrhundert unserer Mütter und Väter“.

Er hat dazu die Lebensgeschichten und Autobiographien von über 80 Zeitzeugen ausgewertet und in ihrem Spiegel versucht, die Generation der Mütter und Väter der heutigen Leser zu verstehen. Alle diese Menschen, darunter sehr bekannte wie Joachim Fest, Fritz Stern, Dorothee Sölle und Ruth Klüger sind während der Weimarer Republik geboren. Diese Generation hat die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg erlebt, aber auch die Nachkriegszeit in der BRD oder der DDR bis hin zur Wiedervereinigung.

Ganz verschiedene Lebensläufe hat Jarausch zusammengetragen, ihre Spannweite geht von glühenden Nazis bis zu jüdischen Holocaust-Opfern, von politischen Wendehälsen bis zu unpolitischen Zeitgenossen. Es sind meist gebrochene Biographien aus denen der Autor in vielen Mosaiksteinen eine Art kollektive Biographie des 20. Jahrhunderts entstehen lässt. Wie haben diese »ganz normalen Deutschen« das 20. Jahrhundert erlebt, erlitten und verarbeitet?
Die Mosaiksteine sind gebildet aus praktisch allen Bevölkerungsgruppen. Männer, Frauen, Arbeiter, Bürger, Arme und Reiche. Es finden sich Katholiken, Protestanten und Juden. Täter, Opfer und Mitläufer während der NS-Zeit, Bürger der BRD und Bürger der DDR.

Es ist diese Mischung, die das Buch von Konrad Jarausch zu einem faszinierenden und sehr gut lesbaren Geschichtsbuch macht. Ein Buch, das den einen oder anderen seine Vorfahren, Eltern und Großeltern näher bringen kann, weil es verstehen will und nicht verurteilen.


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Das ganze Leben in einem Tag

Andreas Salcher
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Ecowin, 17.09.2018
ISBN 9783711001641
Genre: Sachbücher

Rezension:


Andreas Salcher ist mit seinen Büchern zu einem leidenschaftlichen Anwalt für mehr Achtsamkeit im Umgang der Menschen miteinander und mit sich selbst geworden. Seine im Salzburger Ecowin-Verlag erschienenen Werke sind auch einem deutschen Publikum seit einigen Jahren ein Begriff geworden.

In seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ schrieb er etwa an gegen eine massenhafte Talentvernichtung an unseren Schulen. Auch „Der verletzte Mensch“ und „Meine letzte Stunde“ waren Bücher von hoher Intensität, in denen sich Salcher ausführlich und bis in Tiefen seiner eigenen Seele und Persönlichkeit mit seinen Themen befasste. „Meine letzte Stunde“ etwa war ein flammendes und lebendiges Plädoyer dafür, die Unachtsamkeit gegenüber unserem eigenen Leben aufzugeben, es endlich wertzuschätzen und sich dann eben auch mit seinem Ende auseinanderzusetzen. "Machen Sie sich die letzte Stunde zum Freund, anstatt ihr unvorbereitet als Fremder zu begegnen."

Sein letztes 2012 erschienenes Buch richtete sich an seinen Enkel, dem er am Ende folgende Worte mitgab:
„Am Ende des Tages bleibt von uns nur der Tropfen im Ozean. Dieser Tropfen muss keine Träne sein. Du hast Deine Geschichte, für die Du verantwortlich bist. Dein Leben kann gelingen. Wer will nicht Teil von etwas Bedeutendem sein. Wer will nicht auf der richtigen Seite gestanden sein. Wie gut wäre das Gefühl, wenn Du eines Tages auf die Frage nach Deiner Verantwortung antworten kannst: Ich habe es gesehen, ich habe getan, was ich konnte, und das Schöne war, ich bin nicht allein geblieben.“

Nun widmet er „allen neugierigen und lernenden Menschen“ ein neues Buch, dem er den Titel gab“ Das ganze Leben in einem Tag“. Getreu der Devise von Marcel Proust „Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu sehen“, ermöglicht er es seinen Lesern aller Altersstufen mit in 24 Stunden beschriebenen Lebensthemen wie ein Forscher auf ihr eigenes Leben zu schauen. Er empfiehlt seinen Lesern zunächst sich mit der Stunden zu beschäftigen und dem Lebensalter, in dem sie sich im Augenblick befinden, bevor sie zu den anderen Tagen gehen.
Immer geht es darum, die ungeahnte Möglichkeiten dieser Methode zu nutzen: denn man kann jeden Tag neu entscheiden, wohin man sich selbst weiter entwickeln will.

Salcher beschreibt immer wieder den erkennenden Menschen, der seinen Verstand zu nutzen weiß. Über den suchenden Menschen, der über seine eigene Existenz hinausdenkt, den verzeihenden Menschen, der mit sich und anderen im reinen ist, den neugierigen Menschen, der nie aufhört zu lernen und den verletzbaren Menschen, der zu Liebe und Mitgefühl fähig ist.

Wer die bisherigen Bücher von Andreas Salcher kennt, die er im 1-2 Jahresrhythmus geschrieben hat, wird vieles in diesem neuen Buch wiedererkennen.  Es liest sich wie eine Art Zusammenfassung seiner Philosophie, wie ein persönliches Vermächtnis.





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Guinness World Records Wilde Tiere

Guinness World Records Ltd. , Karin Ehrhardt , Susanne Schmidt-Wussow
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 06.09.2018
ISBN 9783473554621
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Mit diesem Buch einer neuen Reihe des Ravensburger Verlags können junge Tierfreunde bekannte und weniger bekannte Wildtiere ganz neu erleben.
Gleich ob es die größten oder die kleinsten, die schnellsten oder langsamsten, die tödlichsten oder die merkwürdigsten Tiere sind – dieses Buch von Guinness World Records präsentiert die coolsten Kreaturen der Welt.
Interessant und abwechslungsreich aufgebaut können junge Leser diese Kreaturen mit ihren Höchstleistungen, Eigenheiten und besonderen Kräften bestaunen.
Von sanften Ozeanriesen zu Killerkäfern, von mächtigen Räubern zu listigen Beutetieren, von Wildtieren im eigenen Garten bis zu Exoten aus fernen Ländern - GUINNESS WORLDS RECORDS Wilde Tiere  ist ein faszinierendes Handbuch all dieser Stars der Tierwelt.




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Was ein Mann ist

David Szalay , Henning Ahrens
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 19.02.2018
ISBN 9783446258242
Genre: Romane

Rezension:



In seinem in England nach seinem Erscheinen 2016  hochgelobten Buch „Was ein Mann ist“ begibt sich der Schriftsteller David Szalay auf die Suche nach dem, was männlich ist.
Dabei porträtiert er mit entsprechenden unterschiedlich langen Geschichten insgesamt neun Männer im Alter von siebzehn  bis siebzig Jahren. Von April bis Dezember stellt er jeden Monat einen von ihnen vor. Sie leben irgendwo in Europa, und jeder ist jeweils einige Jahre älter als der vorherige. Sie und ihre Lebensgeschichten haben nichts miteinander zu tun und doch ähneln sie sich.

Alle verbindet, und wer kennte das nicht als Mann, dass sie permanent denken, sich beweisen zu müssen, entweder mit oder vor Frauen oder mit anderen Dingen, an denen sie hängen oder denen sie verfallen sind. Alle eint, und auch das kennt jeder Mann, dass sie gerne stark sein würden, vor und für sich selbst, hauptsächlich aber um andere zu beeindrucken. Stärke als Identitätselixier, als Selbstbestätigungsdroge, von der sie nicht lassen können. Aber die meisten der Männer sind feige. Sie stolpern unbeholfen durch ihr Leben, sind eitel, manche sogar regelrecht widerwärtig und abstoßend.

Und doch habe ich bei fast allen neun porträtierten Männern aller Altersstufen so etwas gespürt wie Mitleid, ich fühlte mich ihnen in manchen Dingen nah in ihrer reumütigen Zerbrechlichkeit.

Bei etlichen Männern, die Szalay beschreibt, hat man den Eindruck, er kennt sie aus irgendeiner Phase seines eigenen Lebens sehr genau.  Es sind übrigens genau die, bei denen bei mir immer wieder eine Lampe der Erinnerung aufblitzte, ich eine Art verfremdetes Deja-Vu erlebte. Anderen Charakteren indes, die von seiner eigenen Lebenswirklichkeit und  Biographie weit weg sind, nähert Szalay sich mit einer bewundernswerten Virtuosität und Einfühlsamkeit.

Es sind zärtliche und warmherzige Porträts durchweg einsamer Männer. Sie kämpfen um Liebe, hadern mit ihrer Vergänglichkeit, verachten  ihre Schwächen und lassen sich immer wieder verführen von ihrer eigenen Eitelkeit.

Man könnte sagen, für Szalays Protagonisten findet sich ihr Mannsein in ihren Krisen und ihrem Umgang damit. Männer geraten in Krisen, wenn sie es nicht schaffen, mit den Veränderungen, mit denen sie das Leben konfrontiert, Schritt zu halten.  Manchmal kommen sie, sich selbst neu erfindend, wieder heraus, andere zumindest dämmert die Erkenntnis, dass sie genau das „eigentlich“ tun müssten.
Szalays Porträts sind Geschichten, die quasi im Schnelldurchgang sich an einer Psychoanalyse des modernen Mannes versuchen. In diesem Buch können Männer, so wie der Rezensent es für sich beschrieben hat,  sich wiedererkennen. Und Frauen, falls sie das Buch lesen, können Männer besser kennenlernen.



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Die Schwalbe, die den Winter sehen wollte

Philip Giordano , Ingrid Ickler
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 20.09.2018
ISBN 9783957281807
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Aus dem Französischen von Ingrid Ickler feinfühlig übersetzt handelt das vorliegende Bilderbuch von Philip Giordano von einer kleinen Schwalbe namens Iris, die nach einem herrlichen Frühling und einem strahlenden Sommer eines Abends kurz vor dem gewohnten Abflug in den Süden zu ihren anderen Vogelfreunden sagt: „Was geschieht eigentlich im Wald, wenn wir nicht da sind?“

Niemand weiß die Antwort, außer dass nach dem Herbst der Winter kommt. Iris ist neugierig und beschließt in diesem Jahr zu bleiben. Sie lässt sich auch von Bedenken der älteren und erfahrenen Schwalben nicht abbringen. Eine alte Schwalbe schenkt ihr eine Eichel als Anhänger.

Und dann sind sie alle weg und Iris erlebt die sich verändernde Natur, was Philip Giordano in prächtigen Farben gezeichnet hat. Und als dann die Blätter fallen und kaum noch Insekten in der Luft sind, die sie satt machen könnten, hat die kleine Schwalbe zum ersten Mal in ihrem Leben „das Gefühl, ganz allein auf der Welt zu sein.“

Als viel Schnee gefallen ist und Iris begeistert im Schnee gespielt hat, den sie zum ersten Mal sieht, landet sie kurze Zeit später erschöpft unter einem Baum und schläft im Schnee ein. Sie wird beobachtet von Sam, dem Eichhörnchen, das auf Nahrungssuche sofort die Eichel in Iris` Federkleid bemerkt hat. Er rettet sie aus dem Schnee und bringt sie in seine Höhle. Dort erzählt Sam ihr von der Härte des Winters. Und sie freunden sich an. Gemeinsam machen sie sich jeden Tag auf die Suche nach den Eicheln, die Sam im Herbst versteckt hat.

Sie verbringen den ganzen Winter zusammen und auch als im Frühling die anderen Schwalben wieder aus dem Süden zurückkommen, sehen sie sich oft. Iris indes wird mit den anderen dieses Mal wieder in den Süden fliegen. Aber im nächsten Frühjahr wartet Sam schon auf sie.

Ein zauberhaft und farbenprächtig  illustriertes Bilderbuch über die Jahreszeiten und die Gesetze der Natur. Und ein schönes Beispiel einer ungewöhnlichen Freundschaft.




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Die Kackwurstfabrik

Marja Baseler , Annemarie van den Brink , Meike Blatnik , Tjarko van der Pol
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Klett Kinderbuch, 31.08.2018
ISBN 9783954701889
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Aus dem Niederländischen von Meike Blatnik übersetzt, hat der Klett Kinderbuch Verlag mit „Die Kackwurstfabrik“ ein Sachbilderbuch in sein Programm genommen, das wunderbar in das bisherige, seit etlichen Jahren immer bekannter werdende Profil des Verlages passt.

Es ist ein Buch über den Weg der Nahrung durch unseren Körper bis zur Ausscheidung als Kackwurst. Ein Thema, das schon kleine Kinder fasziniert.

Zusammen mit den beiden Kindern Pim und Polly können sich die das Buch betrachtenden und lesenden Kinder ab etwa sieben Jahren auf den Weg durch jene faszinierende Kackwurstfabrik namens Körper machen.

Vom Kontrollraum ganz oben über das Säurebad des Magens bis hin zu der Achterbahnfahrt durch den Darm und den Enddarm geht die Reise.

Doch die beiden Autorinnen haben auch Spannung eingebaut. Denn die Kackwurstfabrik droht wegen Überlastung und Verstopfung zu kollabieren. Doch die beiden Kinder sind davon überzeugt, dass sie sie retten können und machen sich an die Arbeit.

Sehr witzig mit einer guten Rahmengeschichte, mit der sich Kinder identifizieren können, wird der menschliche Verdauungsapparat mit dem Bild einer Fabrik mit unterschiedlichen Abteilungen und Maschinen dargestellt. Viele lustige Wimmelbilder laden zum Entdecken ein und  Schaubilder und Infokästen bieten wichtige Sachinformationen.

Ein schönes Buch für Klugscheißer ab sieben Jahren. Auch Erwachsene können an diesem Buch ihren Spaß haben und noch einiges lernen, davon bin ich überzeugt.

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg , Bibiana Beglau
Audio CD
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257803952
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Dennis Lehane, irischer Abstammung und 1965 in Dorchester, Massachusetts geborener Autor, zählt zu den ganz großen Krimiautoren der Gegenwart. Viele seiner Bücher sind mittlerweile verfilmt, und auch das neue hier vorliegende Buch „Der Abgrund in dir“, mit dem er erneut seine Kunst unter Beweis stellt, eignet sich hervorragend für eine Verfilmung.
Das Buch erzählt von Rachel Childs, zunächst in einer längeren Vorgeschichte. Sie berichtet davon, wie Rachel bei ihrer Mutter aufwächst. Diese hat mit Eheratgebern ein Vermögen gemacht, obwohl sie selbst kaum Erfahrung mit Beziehungen hat. Das Verhältnis zur Mutter ist schwierig, dennoch fehlt Rachel ein Vater kaum. Aber sie will wissen, wer ihr Erzeuger ist. Ihre Mutter, obwohl sie ihr versprochen hat, die Wahrheit zu sagen, schiebt das solange hinaus, bis sie bei einem Unfall ums Leben kommt.
Rachel macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und engagiert den Privatdetektiv Brian Delacroix. Der rät ihr ab. Warum, wird sich viel später herausstellen, als Rachel nach vielen Jahren Brian wiederbegegnet und sich in ihn verliebt.

Doch zunächst begleitet Dennis Lehane Rachel Childs bei der Suche nach ihrem Vater und der steilen Karriere, die Rachel als Journalistin macht. Ihre Heirat mit dem ebenfalls erfolgreichen Journalisten Sebastian scheint Rachel endlich privat zur Ruhe finden zu lassen. Doch es kommt anders. Nach einem verheerenden Erdbeben wird sie nach Haiti geschickt und erlebt während einer TV-Liveschaltung aus dem Katastrophengebiet einen totalen Nervenzusammenbruch, der ihre Karriere sofort beendet. Ihre Ehe mit Sebastian wird geschieden und es geht ihr sehr schlecht. Fürchterliche Panikattacken fesseln sie tatenlos ans Haus.

Die verzweifelte Suche nach ihrem Vater hat sie nicht aufgegeben, als sie nach vielen Jahren wieder auf Brian trifft, sich in ihn verliebt und ihn bald heiratet. Brian gelingt es auf liebevolle Weise, über eine lange Zeit Rachel in ihrer Panik beizustehen und sie langsam an ein normales Leben heranzuführen. Da er auch beruflich erfolgreich ist, scheint er der Mann ihres Lebens zu sein. Doch bald schon beschleichen sie seltsame Gefühle des Misstrauens und bald stellt sich Stück für Stück heraus, dass Brian offenbar nicht der Mann ist, den sie glaubt geheiratet zu haben.

Es ist genau diese Stelle, etwa in der Mitte des Buches, als die Handlung eine Wendung nimmt. Gerade noch hatte man gedacht, Rachels Panikattacken kommen wieder ins Lot, der Kampf mit ihrer sie lähmenden Vergangenheit sei entschieden, verwandelt Lehane sein zunächst eher gemächlich daherkommendes Buch in einen echten Psychothriller, der in immer neuen Wendungen und einem hohen Tempo bis zum überraschenden Ende den Leser in Atem hält.

Sehr gut und durchdacht konstruiert, lässt Lehane, seine therapeutischen Erfahrungen einfließen lassend, die einzelnen Teile des Buches ineinandergreifen, was dem Leser zunächst verborgen bleibt und manchmal für eine leise Verwirrung und Verunsicherung sorgt. Es ist immer wieder Rachel und ihre Psyche das Thema, wie sie sich sozusagen selbst aus dem Elend ihrer Vergangenheit zieht.

„Der Abgrund in dir“ (im Original“ Since we fell“) ist ein psychologischer Thriller, der nach langsamem Beginn immer mehr Fahrt aufnimmt. Der Roman ist das Porträt einer mutigen Frau, die sich trotz aller Niederlagen in ihrem Leben nicht den Mut nehmen lässt.

Auf die sicher kommende Verfilmung darf man gespannt sein. Vieler seiner Szene zeigen, dass Lehane den zum Buch passenden Film beim Schreiben schon vor Augen hatte.

Die hier vorliegende Hörbuchfassung hat die Schauspielerin Bibiana Beglau auf eine sehr überzeugende Weise eingelesen. Sie fühlt sich insbesondere in die Hautfigur Rachel so ein, dass deutlich wird, dass ihre psychische Entwicklung, ihre Reifung und Gesundung ein zentraler Strang in Lehanes Buch ist.

Wer wird wohl in dem zukünftigen Film Rachels Rolle interpretieren?




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Eine Prise Sterne

Carsten Sebastian Henn
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2018
ISBN 9783492314022
Genre: Romane

Rezension:



Marc Heller, die männliche Hauptperson in Carsten Sebastian Henns neuem Roman ist ein passionierter Astronom, der schon sein ganzes Leben lang von den Sternen und der Raumfahrt träumt. Nun hat er sein großes Ziel erreicht. Das Paranal-Observatorium in Chile hat ihm eine leitende Stelle angeboten.
Als er dieses Ereignis mit seinen Freunden in Köln feiert, trifft er Anne Päffgen wieder, seine Jugendliebe, die er nie wirklich vergessen hat. Anne arbeitet sehr erfolgreich als Sommeliere im Sternerestaurant "Champagne Supernova".

Diese Einordnung erlaubt es dem Autor über lange Strecken des Buches nicht nur sein ausführliches Wissen über Champagner an den Mann bzw. den Leser zu bringen, sondern auch seine Kenntnisse der gehobenen Küche unter Beweis zu stellen.

Anne ist nicht in der Stimmung zu feiern, denn sie wurde gerade von einem Mann verlassen. Wieder einmal wurde ihre Sehnsucht nach einer Liebe für immer enttäuscht.

Seine wahren Gefühle, die er immer noch für Anne hegt nicht wahrnehmend, will Marc seine große Jugendliebe doch glücklich wissen und entwirft einen Plan, dessen Ziel es ist, für Anne den perfekten Mann zu finden. Es soll aussehen, als ob es Schicksal wäre, sozusagen in den Sternen stehend, denn das ist eine Sache, die Anne schon immer fasziniert hat. Anne soll nie erfahren, wer hinter diesem Plan gesteckt hat, wenn sie dereinst mit ihrem passenden Mann glücklich ist.
Marc entwirft einen Fragebogen, der zunächst wenig weiterhilft und deshalb von ihm dauernd verbessert wird.  Aufgrund reiner Logik, Gesetzmäßigkeiten und deren Schlussfolgerungen glaubt er, den für Anne optimalen Partner zu finden.

Mehrere Versuche scheitern. Liebe scheint doch unberechenbar zu  sein. Oder spielen die Sterne wirkliche eine Rolle?

„Eine Prise Sterne“ ist ein unterhaltsamer Liebesroman mit Ausflügen in die Welt der Astronomie und – bei Henn nicht ungewöhnlich- in die gehobene Küche und die Welt teurer Getränke, von denen ich noch nie gehört habe, und die sich kein Leser dieses Buches jemals wird leisten können.  Warmherzig und mit viel Humor erzählt, geht es in diesem Buch um Träume, die wirklich wahr werden.





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Was zu dir gehört

Garth Greenwell , Daniel Schreiber
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 29.01.2018
ISBN 9783446258525
Genre: Romane

Rezension:



Ein von seinem amerikanischen Arbeitgeber für einige Zeit zur bulgarischen Filiale entsandter Mann in mittleren Jahren erzählt in diesem Buch von Garth Greenwell von seinen Erfahrungen, die er als Homosexueller in Sofia gemacht hat.
Der namenlose Erzähler ist Lehrer. Eines Tages - es ist Hebst und ungewöhnlich warm-  betritt er auf der Suche nach Sex die öffentlichen Toiletten des Kulturpalastes in Sofia. Dort trifft er auf Mitko, einen jungen Mann, der auf den Lehrer sofort einen großen Eindruck macht. Das Charisma aus Begehren und Gefahr zieht ihn unwiderstehlich an.

Der Amerikaner gibt Mitko Geld für seine Dienste, auch in den nächsten Wochen, als er ihn immer wieder trifft. Wahnsinnig angezogen von diesem widersprüchlichen jungen Mann, fühlt er sich zunehmend gefangen in seinem Begehren und in einer so noch nie erlebten Beziehung, in der das Bedürfnis nach Zärtlichkeit immer wieder gewalttätige Züge annimmt.

In vielen historischen Rückblenden lässt Garth Greenwell seinen Protagonisten sich seiner durchaus komplizierten Vergangenheit stellen. Immer wieder versucht er, sich von dem jungen Mann zu lösen, doch nicht nur das sexuelle Begehren, sondern auch Gefühle für ihn, die er bald schon hat, verhindern das. Auch seine viele Privilegien als Ausländer stehen wie eine Mauer zwischen den beiden Männern.
Garth Greenwell baut auf eine ehrliche, schonungslose und trotzdem poetische Weise eine  spannungsvolle Atmosphäre auf, in der Scham, Begehren, Lust und unterschwellige Aggression ein widersprüchliches Gemisch bilden.

Der namenlose Ich-Erzähler übt sich vergeblich in einer permanenten Selbstreflexion, die ihn aber nicht aus seinem Dilemma heraushelfen kann.

Obwohl mir selbst als heterosexueller Leser die Thematik völlig fremd blieb, kann ich den Roman würdigen, der sich mit einer alle Menschen berührenden Thematik beschäftigt: wie bin ich eigentlich zu dem geworden, der ich bin?

Dennoch bleibt „Was zu dir gehört“ in seiner Hoffnungslosigkeit ein sehr trauriges Buch.




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Raubkind

Dorothee Schmitz-Köster
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 20.08.2018
ISBN 9783451383809
Genre: Sachbücher

Rezension:



Dies ist die Geschichte von Klaus B., der 1943 in Polen von der SS seinen Eltern weggenommen und  nach Deutschland gebracht wurde. Die Autorin Dorothee Schmitz-Köster, die seit langem Bücher zur deutschen Zeitgeschichte schreibt und sich auf die NS-Geschichte und den „Lebensborn“ spezialisiert hat, stößt im Rahmen ihrer Forschungen auf seinen Fall und nimmt mit Klaus B. Kontakt auf, der mittlerweile Mitte siebzig ist.

Von ihr (im weiteren Fortgang des Buches wird sie nur „die Journalistin“ genannt) erfährt er, dass er als Kind das Opfer eines Verbrechens wurde. Dass er 1943 vermutlich von der SS seiner Familie geraubt wurde. Sein Name und seine Herkunft wurden mit Hilfe des »Lebensborn« gefälscht, der ihn dann bei linientreuen deutschen Pflegeeltern unterbrachte.


Nach längerem Zögen willigt er ein, sich zusammen mit der Journalistin auf die Suche zu machen. Beide finden heraus, dass Zehntausende Kinder in Polen und anderen Teilen Osteuropas Klaus B.`s Schicksal teilen. Sie wurden von nationalsozialistischen »Rassenspezialisten« ausgewählt, ihren Familien entrissen und zur »Germanisierung« nach Deutschland verschleppt. Viele dieser „Raubkinder“ wissen bis heute nichts von ihrer Vergangenheit.

Mit Hilfe der Journalistin macht sich Klaus B. auf eine bewegende Suche nach seinen Wurzeln. Er findet tatsächlich seine Ursprungsfamilie, die ihn auch nach sieben Jahrzehnten nicht vergessen hat.

In einer gelungenen Mischung aus historischem Sachbuch und einer bewegenden und berührenden Schilderung eines persönlichen Schicksals gelingt es Dorothee Schmitz-Köster Licht in das Dunkel der Herkunft jener „Raubkinder“ zu bringen, denen eine gerichtliche Anerkennung ihres erfahrenen Unrechts bis heute verwehrt geblieben ist.
Die Geschichte von Klaus B. steht stellvertretend und exemplarisch für die Geschichte aller Raubkinder. Und dennoch hat jedes dieser Mädchen und Jungen ein ganz eigenes Schicksal.



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Bäume

Piotr Socha , Wojciech Grajkowski , Thomas Weiler
Fester Einband
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 25.06.2018
ISBN 9783836956543
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Der preisgekrönte polnische Illustrator hat mit seinem neuen Buch „Bäume“ ein erstaunliches Werk geschaffen, das als Sachbilderbuch nicht nur für Kinder ab der Grundschule von großem Interesse ist, sondern auch für Erwachsenen eine Fülle neuer Erkenntnisse und so zuvor nicht bewusster Zusammenhänge bietet.

Mit einer Vielzahl von Variationen und Perspektiven wir in diesem Buch die Vielfalt der Bäume gezeigt, ob im Regenwald, in der Savanne oder bei uns in Wirtschaftswäldern.

Es geht um viele biologische Details und vor allem um die vielfältige Nutzung der Bäume durch den Menschen durch die Verwendung von Holz und was man alles daraus machen kann. Auch kulturgeschichtliche Bedeutungen von Bäume (wie etwa den Bam im Paradies) kommen vor.

Aber vor allen Dingen wird immer wieder betont: Bäume sind für unser Ökosystem unverzichtbar. Der Geschichte  von Menschen und Bäumen wird mit diesem schönen und großen Buch ein farbenprächtiges Denkmal gesetzt.




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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das Meer

Wolfram Fleischhauer
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.03.2018
ISBN 9783426198551
Genre: Romane

Rezension:



Wieder einmal gelingt es Wolfram Fleischhauer ein aktuelles brisantes Thema zu verknüpfen mit einer Handlung, die den Leser in atemlose Spannung versetzt.  Es geht in „Das Meer“ um die aktuelle Praxis der Fischerei auf den Weltmeeren, wie diese skrupellose Ausbeutung der Meere von der Politik unterstützt wird, und es geht um Menschen, die versuchen, sich dagegen mit verschiedenen Mitteln zur Wehr zu setzen.
Wolfram Fleischhauer antwortet in einem Interview auf die Frage, wie realistisch sein Roman sei:
„Ich schreibe Faction, also eine Mischung aus Fact und Fiction. Ich gehe in die Welt bzw. ins Archiv, finde meine Inspiration und bin selbstverständlich bemüht, keine sachlichen Fehler zu machen. Aber ein Roman ist kein Sachbuch. Die zentrale Frage ist nicht, ob irgendein Detail real oder plausibel erfunden ist, sondern immer nur der Werte-Konflikt zwischen den handelnden Figuren.“

Das Buch erzählt von der Portugiesin Teresa. Die EU in Brüssel hat sie als Fischerei-Beobachterin auf ein modernes Fischfangschiff auf hoher See entsandt. Als sie eines Tages verschwindet, kann ihr Liebhaber John, der sie einst bei der EU ausgebildet hat, nicht glauben, dass Teresas Tod ein Unfall war. Er ist davon überzeugt, dass hier die Fischereimafia ihre Hände im Spiel hat und versucht herauszufinden, was geschehen ist.

Zur gleichen Zeit versucht der dieser Mafia nahestehende Schweizer Lobbyist Alessandro di Melo seine Tochter Ragna zu finden. Ragna ist mit Teresa befreundet und Teil einer radikalen, auch Gewalt nicht ablehnenden Gruppe von Ökoaktivisten. Als Alessandro von diesen Aktivitäten seiner Tochter erfährt, die seine Interessen und seinen Ruf bedrohen, reist er selbst nach Südostasien, wo er seine Tochter vermutet und beauftragt zudem den nichtsahnenden Adrian mit der Suche nach ihr. Adrian arbeitet als Konferenzdolmetscher häufig für die EU und war Ragnas Jugendliebe.

Nun beginnt in wechselnden Blickwinkeln aus der Sicht der jeweiligen Figuren eine spannende und verzweifelte Suche von drei Männern nach zwei Frauen in Todesgefahr. Dazwischen immer wieder der Einfluss der globalen Fischereimafia, eine gleichgültige Öffentlichkeit und eine handlungsunfähige Politik.

Wolfram Fleischhauers Buch ist ein erschreckend realistisches Katastrophenszenario und erzählt zugleich von den Grenzen der Liebe und unserer Sehnsucht nach einem neuen Umgang mit der Natur. Spannend harte Kost für jeden Leser, der gerne Fisch isst.








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134 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Dennis Lehane, irischer Abstammung und 1965 in Dorchester, Massachusetts geborener Autor, zählt zu den ganz großen Krimiautoren der Gegenwart. Viele seiner Bücher sind mittlerweile verfilmt, und auch das neue hier vorliegende Buch „Der Abgrund in dir“, mit dem er erneut seine Kunst unter Beweis stellt, eignet sich hervorragend für eine Verfilmung.
Das Buch erzählt von Rachel Childs, zunächst in einer längeren Vorgeschichte. Sie berichtet davon, wie Rachel bei ihrer Mutter aufwächst. Diese hat mit Eheratgebern ein Vermögen gemacht, obwohl sie selbst kaum Erfahrung mit Beziehungen hat. Das Verhältnis zur Mutter ist schwierig, dennoch fehlt Rachel ein Vater kaum. Aber sie will wissen, wer ihr Erzeuger ist. Ihre Mutter, obwohl sie ihr versprochen hat, die Wahrheit zu sagen, schiebt das solange hinaus, bis sie bei einem Unfall ums Leben kommt.
Rachel macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und engagiert den Privatdetektiv Brian Delacroix. Der rät ihr ab. Warum, wird sich viel später herausstellen, als Rachel nach vielen Jahren Brian wiederbegegnet und sich in ihn verliebt.

Doch zunächst begleitet Dennis Lehane Rachel Childs bei der Suche nach ihrem Vater und der steilen Karriere, die Rachel als Journalistin macht. Ihre Heirat mit dem ebenfalls erfolgreichen Journalisten Sebastian scheint Rachel endlich privat zur Ruhe finden zu lassen. Doch es kommt anders. Nach einem verheerenden Erdbeben wird sie nach Haiti geschickt und erlebt während einer TV-Liveschaltung aus dem Katastrophengebiet einen totalen Nervenzusammenbruch, der ihre Karriere sofort beendet. Ihre Ehe mit Sebastian wird geschieden und es geht ihr sehr schlecht. Fürchterliche Panikattacken fesseln sie tatenlos ans Haus.

Die verzweifelte Suche nach ihrem Vater hat sie nicht aufgegeben, als sie nach vielen Jahren wieder auf Brian trifft, sich in ihn verliebt und ihn bald heiratet. Brian gelingt es auf liebevolle Weise, über eine lange Zeit Rachel in ihrer Panik beizustehen und sie langsam an ein normales Leben heranzuführen. Da er auch beruflich erfolgreich ist, scheint er der Mann ihres Lebens zu sein. Doch bald schon beschleichen sie seltsame Gefühle des Misstrauens und bald stellt sich Stück für Stück heraus, dass Brian offenbar nicht der Mann ist, den sie glaubt geheiratet zu haben.

Es ist genau diese Stelle, etwa in der Mitte des Buches, als die Handlung eine Wendung nimmt. Gerade noch hatte man gedacht, Rachels Panikattacken kommen wieder ins Lot, der Kampf mit ihrer sie lähmenden Vergangenheit sei entschieden, verwandelt Lehane sein zunächst eher gemächlich daherkommendes Buch in einen echten Psychothriller, der in immer neuen Wendungen und einem hohen Tempo bis zum überraschenden Ende den Leser in Atem hält.

Sehr gut und durchdacht konstruiert, lässt Lehane, seine therapeutischen Erfahrungen einfließen lassend, die einzelnen Teile des Buches ineinandergreifen, was dem Leser zunächst verborgen bleibt und manchmal für eine leise Verwirrung und Verunsicherung sorgt. Es ist immer wieder Rachel und ihre Psyche das Thema, wie sie sich sozusagen selbst aus dem Elend ihrer Vergangenheit zieht.

„Der Abgrund in dir“ (im Original“ Since we fell“) ist ein psychologischer Thriller, der nach langsamem Beginn immer mehr Fahrt aufnimmt. Der Roman ist das Porträt einer mutigen Frau, die sich trotz aller Niederlagen in ihrem Leben nicht den Mut nehmen lässt.

Auf die sicher kommende Verfilmung darf man gespannt sein. Vieler seiner Szene zeigen, dass Lehane den zum Buch passenden Film beim Schreiben schon vor Augen hatte.



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69 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Peter Stamm
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.02.2018
ISBN 9783103972597
Genre: Romane

Rezension:



Wer hat schon nicht einmal darüber nachgedacht, wie es wäre, das eigene Leben oder zumindest Phasen daraus noch einmal zu erleben? Wie wäre es, genau dasselbe noch einmal zu fühlen, zu denken, zu tun?

In seinem neuen Buch „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ erzählt Peter Stamm von einem Mann namens Christoph. Er ist Schriftsteller und ihm begegnet Seltsames, das ihn fast zur Verzweiflung bringt.

Christoph hält sich in Stockholm auf und verabredet sich dort zu einem Spaziergang mit der viel jüngeren Lena. Sie beginnen ihren langen Weg bezeichnenderweise auf einem Friedhof.  Christoph erzählt Lena, er habe vor über zwanzig Jahren eine Frau geliebt, Magdalena, die nicht nur im Aussehen, sondern auch im Wesen, ihr, Lena, gleich gewesen sei.
Nach einer dreijährigen Beziehung habe sie ihn damals vor zwanzig Jahren in Stockholm verlassen. Oder war es genau umgekehrt, weil sie nicht so ein Leben führen wollte wie er? Als Lena ihm erzählt, ihr Mann sei Schriftsteller und schreibe gerade an seinem ersten Buch, weiß Christoph schon Bescheid. Er kennt ihr Leben, und weiß genau, was ihr bevorsteht.

So beginnen ein langer Spaziergang und ein wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart. Und immer wieder stellt sich zwischen den Zeilen die Frage, ob wir Menschen unserem Schicksal entgehen können, oder müssen wir uns abfinden mit der „sanften Gleichgültigkeit der Welt“?
Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt auf kleinstem Raum eine andere Geschichte der unerklärlichen Nähe, die einen von dem trennt, der man früher war. Der Glaube an die Einmaligkeit der eigenen Biographie verschwimmt. Der Leser ist ähnlich irritiert wie der Protagonist und sieht sich existentiellen Fragen ausgesetzt. Es geht um  Liebe, Vergänglichkeit, Schmerz, Verlust, Trennung, Erzählen und Schreiben und Einsamkeit.

Peter Stamms novellenartiges Buch bietet ein spannendes  Verwirrspiel um die Identitäten seiner Figuren. Sehr feinfühlig, mit einer poetischen Sprache geht es mit sanfter Melancholie um die großen Sinnfragen des Lebens, ein Leben, das sich nicht wirklich fassen lässt und stetig in Frage steht.  Es vergeht zwischen Vergeblichkeit und Vorbestimmung.

Wunderbare Prosa vom Feinsten.



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222 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 140 Rezensionen

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Für immer ist die längste Zeit

Abby Fabiaschi , Barbara Christ
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.03.2018
ISBN 9783810524799
Genre: Romane

Rezension:



Mit dem vorliegenden Roman „Für immer ist die längste Zeit“ (im Original „I liked my life“) hat die Amerikanerin Abby Fabiaschi ein ganz erstaunliches Debüt vorgelegt. Es ist ein Buch voller Gefühle, voller Freude und Trauer, ein Roman, der den Leser zum Lachen und zum Weinen gleichzeitig bringen kann.
Madeleine ist die Stütze ihrer Familie, Hausfrau und Mutter aus Leidenschaft, perfekte Gastgeberin toller Partys und für ihre Familie und viele Freunde die Quelle vieler hilfreicher Ratschläge und Inspirationen.
Bis zu dem Tag, als sie für alle unerklärlich vom Dach der Bibliothek stürzt und ihren Ehemann Brady und ihre pubertierende Tochter Eve völlig verzweifelt und mit gebrochenem Herzen zurücklässt.  Schon in kleinen Alltagsdingen scheinen die beiden völlig überfordert und die quälende Frage nach dem Warum droht sie zu zerstören.
Warum ist Madeleine scheinbar ohne Grund aus ihrem Leben verschwunden? Und wie können sie ohne Madeleine weiter machen? Auf der Suche nach Antworten sind Brady und Eve gezwungen, sich mit beunruhigen Wahrheiten auseinanderzusetzen.

Madeleine ihrerseits ist noch lange nicht bereit, sich für immer zu verabschieden. Und so beginnt das Buch mit dem Satz: „Ich habe genau die richtige Frau für meinen Mann gefunden.“ Aus dem Jenseits hat sie ein Auge auf ihre Familie, auf Brady und Eve, die abwechselnd mit Madeleine jeweils ich-erzählend die Handlung vorantreiben.

In Rory, einer hübschen und fürsorglichen Grundschullehrerin, glaubt sie einen Ersatz für sich gefunden zu haben. Doch auch diese Frau trägt an einer schweren Last.

Abby Fabiaschi gelingt es hervorragend, auf ernste und dennoch humorvolle Weise zu beschreiben, wie ein Vater und eine Tochter auf unterschiedliche Weise auf das plötzliche und vollkommen unerklärliche Ableben der Ehefrau und Mutter reagieren. Die Darstellung ihrer Gefühle, ihrer Ohnmacht und Wut und ihrer tiefen Trauer, ihrer Verzweiflung und ihrer Schuldgefühle angesichts der Möglichkeit, dass der Tod von Madeleine ein selbst gewählter gewesen sein könnte, ist ihr meisterhaft gelungen. Man spürt, dass die Autorin hier auf viele eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit Trauer und Verlust zurückgreift.

Dennoch ist „Für immer ist die längste Zeit“ ein kurzweiliger Roman. Eine emotionale  Geschichte, in die man sich als Leser schnell hineinversetzt, eine Geschichte, die berührt. Denn der Verlust eines geliebten Menschen ist eine Erfahrung, die viele schon gemacht haben und vor denen andere sich fürchten. Trotz allem aber ist die Geschichte nicht schwermütig erzählt, sondern immer zeigt sich wie ein roter Faden Hoffnung auf neues Leben.

Einen zweiten Roman dieser Autorin würde ich sofort lesen.



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Die Wahrheit muss heraus

Stefan Knischek
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg, 21.08.2018
ISBN 9783737411059
Genre: Sonstiges

Rezension:



In ihrem ebenfalls in diesem Herbst bei Marix erschienenen Buch „Denken um zu leben“ zeigten Marit Rullmann und Werner Schlegel, dass es in jedem beliebigen Zeitalter Frauen gegeben hat, die Philosophie betrieben. Sie waren, obwohl heute wenigen bekannt, Vordenkerinnen ihrer jeweiligen Epochen und bewirkten nicht unerhebliche Veränderungen. Zeitgleich und in enger Beziehung stehend erscheint, herausgegeben von Stefan Knischek, der vorliegende Band „Die Wahrheit muss heraus“, in dem Worte und Aussprüche, Weisheiten und Wahrheiten von Denkerinnen und Philosophinnen versammelt sind, die mit ihren Denkansprüchen, ihrer Leidenschaft und Courage seit der Antike ganze Generationen geprägt haben.  

Lange und nicht selten vergeblich mussten sie in der akademischen Welt um Anerkennung kämpfen. Dennoch haben diese Frauen aus vielen Jahrhunderten, die in diesem Buch zu Wort kommen, Bedeutung gehabt für das Handeln, Fühlen und Denken vieler Menschen.

Zu allen wesentlichen philosophischen Themen hat der Hobbyphilosoph Stefan Knischek Weisheiten und Lebensweisheiten gesammelt: Sein, Freiheit, politisches Leben, Moral und Religion, Arbeit, Geld und Besitz, Bildung, Seele und Gefühle, Vernunft, Wahrheit, Glück und Tod. Es sind Gedanken, die  nie an Bedeutung verlieren werden und wertvolle Ratschläge für unser Handeln zu geben vermögen.

Eine Schatzkammer von Weisheiten.

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Klär mich weiter auf

Katharina von der Gathen , Anke Kuhl
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Klett Kinderbuch, 31.08.2018
ISBN 9783954701919
Genre: Kinderbuch

Rezension:




Es kommt daher wie ein Kalender, dieses schöne von Anke Kuhl in ihrer unnachahmlichen Art frech illustrierte zweite Aufklärungsbuch der Sexualpädagogin Katharina von der Gathen.

In einem anonymen Briefkasten hat sie im Rahmen eines Projektes Grundschulkinder Fragen stellen lassen und hat sie gesammelt. Neugierige Fragen sind das, die zeigen, wie sich schon ältere Grundschulkinder mit Fragen der Sexualität beschäftigen und wie konkret und praktisch ihre Anliegen sind. Ob der herkömmliche Sexualkundeunterricht in der 4. Klasse dem gerecht wird, wage ich erst recht nach der Lektüre dieses Kalenders nicht zu beurteilen.

Nach dem ersten Buch, das 2014 erschien, hat sich, wie sie im Vorwort berichtet, ihre anonyme Fragenbox weiter gefüllt, sodass sie nun „noch mehr echte Kinderfragen zu einem aufregenden Thema“ vorlegt und sie  wieder verständlich und sehr einfühlsam beantwortet. Dabei verzichtet sie auf alles Technische und sprengt ab und zu auch einmal eine Prise Humor hinein, von Anke Kuhls Zeichnungen  dabei prächtig unterstützt.
 Immer kindgerecht beantwortet sie Fragen, die sich auch viele Erwachsene schon gestellt haben, wie zum Beispiel: „Wie machen Rollstuhlfahrer Sex?“. Jede Frage, die Kinder interessiert, wird angesprochen und dabei gibt es keine Tabus.

Kindern wird hier vermittelt, dass es beim Thema Sexualität keine Frage gibt, die nicht gestellt werden darf und dass es für alles eine Antwort gibt.

Obwohl der Kalender bestückt ist mit Fragen von Grundschulkindern, halte ich ihn durchaus auch für geeignet für den Sexualkundeunterricht in der 6. Klasse.




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