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bilderbuch, papa

Mein Papa ist der Größte

Stephen Michael King , Tress Sylvia , Stephen Michael King
Fester Einband
Erschienen bei Esslinger ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.01.2017
ISBN 9783480233458
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Ein witzig und liebevoll illustriertes Bilderbuch aus Australien ist hier anzuzeigen, das  Sylvia Tress ins Deutsche übertragen hat. Es lässt ein Kind erzählen von seinem Vater, ein Vater, den es über alles liebt und ihn bewundert. Zunächst erscheint es etwas seltsam, dass das Menschenkind seine Eltern als Giraffe (Vater) und als Zebra (Mutter) sich vorstellt. Doch diese Irritation löst sich am Ende des Buches auf und wird plausibel.

Das Kind beschreibt seinen Vater als jemand, der es bei allem unterstützt, Quatsch mit ihm macht und ganz besondere Dinge beherrscht. Fantasievolle Illustrationen zeigen auf eine witzige Weise die enorme Wertschätzung, die das Kind seinem Vater gegenüberbringt.
Es wird aber auch deutlich, dass diese Liebe und Bewunderung die Kehrseite jener Liebe ist, die der Vater seinem Kind gegenüber empfindet.

Ein schönes Bilderbuch über das Band zwischen einem Vater und seinem Kind.



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Der tägliche Stoiker

Ryan Holiday , Stephen Hanselman
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FinanzBuch Verlag, 20.03.2017
ISBN 9783959720458
Genre: Sachbücher

Rezension:



Die Stoiker Seneca, Epiktet und Marcus Aurelius haben mit ihren Werken und Gedanken Generationen von Menschen beeinflusst und ihnen mit ihrer Philosophie geholfen bis auf den heutigen Tag.

Das vorliegende Buch unternimmt den Versuch, die uralten Weisheiten der Stoiker zu sammeln und sie in 366 zeitlosen Lektionen dem heutigen Leser nahe zu bringen. Lektionen für jeden Tag des Jahres, die helfen sollen, in der zunehmenden Komplexität unserer Welt bestehen und überleben zu können.

Es geht um Weisheit, um Mut und um Gerechtigkeit. Und es geht vor allen Dingen immer wieder um die Kunst der Selbstbeherrschung und wie man sie im alltäglichen Leben, auch im Berufsleben, anwendet.

Jeder Tag steht unter einer Überschrift. Ein immer relativ kurzes Zitat einer der Stoiker wird zitiert und dann auf maximal einer Restseite ausgelegt. Oft besteht die Auslegung nur aus wenigen Sätzen, die es aber in sich haben und Stoff bieten für ein Nachdenken nicht nur an diesem Tag.

Empfehlenswert.

Man kann das Buch wie ein tägliches Losungsbuch nutzen, aber auch einfach, wenn man Lust und Zeit hat, einen Tag herausgreifen und sich von einem Gedanken inspirieren und ins Nachdenken bringen lassen.

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dorfpolizist bruno, mord, saint-denis, oldtimer-rallye, verschollener bugatti

Grand Prix

Martin Walker , Michael Windgassen
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257069914
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



In seinen bisherigen Büchern mit dem sympathischen Bruno Courreges, dem Chef de Police in dem kleinen Städtchen St. Denis im Perigord ist es dem Engländer Martin Walker jedes Mal sehr gut gelungen, ein aktuelles Thema in einem konkreten Kriminalfall zu verbinden mit sehr aufschlussreichen Rückblicken in die dunklen Kapitel der französischen Geschichte.

Auch im neunten Band einer Reihe, die an Unterhaltungsqualität nicht nachlässt, lässt Martin Walker seinen Bruno nicht nur wieder einer Menge Menschen begegnen ( man muss sich wirklich konzentrieren beim Lesen, dass man mit den vielen Namen nicht durcheinander kommt), sondern erfreut den Leser mit einer Menge an historischen Informationen, die er erneut hervorragend recherchiert hat.

Bei einer Oldtimer-Rallye, die Bruno im Auftrag seines Chefs, des Bürgermeisters organisiert hat, kommen nicht nur etliche Liebhaber alter Autos aus der Region zusammen, sondern auch zwei besessene Sammler. Wie sich langsam herausstellt, sind sie auf der Suche nach einem legendären Auto, dem Bugatti Type 57 SC Atlantic. Insgesamt vier von ihnen sind je gebaut worden und einer von ihnen scheint während des Zweiten Weltkriegs irgendwo im Perigord verloren gegangen zu sein.

Doch da die beiden Männer auch wegen anderer den Geheimdienst um den Brigadier und Brunos ehemaliger Geliebten Isabelle bei Eurojust interessierenden Delikten in Verdacht geraten sind, begegnet Bruno bei seinen Recherchen nicht nur Isabelle wieder. Sie hat im sechsten Band das gemeinsame Kind abtreiben lassen, was Bruno immer noch quält und auch in diesem Buch wieder erwähnt wird.  Doch Bruno, der insgeheim immer noch träumt von der Gründung einer ganz normalen Familie, verliebt sich in diesem Buch wieder in eine Frau, der ihre eigene Karriere über alles geht.

Neben den positiven Ermittlungen zu dem verschwundenen Bugatti nimmt Bruno als Vertretung an einem Rennen teil, vermittelt erfolgreich in Familienstreitigkeiten und führt zwei schwer erziehbare Jugendliche auf den Weg der Resozialisierung.

Was mir dieses Mal bei der sehr unterhaltsamen Lektüre besonders aufgefallen ist: Martin Walker beschreibt seinen Dorfpolizisten als einen durch und durch positiven Menschen, der kaum eine Schwäche hat, und außer den dunklen Gestalten, die bei verschiedenen Anlässen sein Dorf heimsuchen, auch keine Feinde.  Mir scheint, er ist so zufrieden mit seinem ausgefüllten Leben, dass er gar keine Familie mit Kind braucht.

Ich vermute jedenfalls, dass Martin Walker ihn in den folgenden Bänden noch in manche Affäre schicken, ihn  aber letztlich allein lassen wird.

Trotzdem: ich liebe diese Bücher mit ihrer Fülle von Beziehungen der Dörfer untereinander, ihrer Liebe zu gutem Essen und guten Wein. Dem Perigord jedenfalls haben sie in den letzten Jahren eine deutlich gestiegene Zahl an Touristen gebracht. Der Rezensent bedauert, es immer noch nicht dorthin geschafft zu haben.


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Das Leben lesen

Ulrich Bahnsen
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.03.2017
ISBN 9783426277119
Genre: Sachbücher

Rezension:




Das vorliegende neue Buch des bekannten Wissenschaftsjournalisten Ulrich Bahnsen entführt nach über fünfjähriger Recherchearbeit  zum Thema Blutdiagnostik seine Leser in die Welt der Forschung, wo sich derzeit atemberaubenden Entwicklungen abzeichnen. Denn dort wird mit hohem Einsatz an Mensch und Geld an neuen Bluttest gearbeitet, die genaue genetische Informationen liefern. Diese bisher verborgenen Informationen im Blut sollen lesbar gemacht werden. Damit würden mit einer sehr viel höheren Zuverlässigkeit sehr viel früher als bisher mögliche Erkrankungen angezeigt bei einer wesentlich geringeren Belastung und Risiko der Testpersonen. An den Beispielen der Krebsfrüherkennung, der vorgeburtlichen Diagnostik und der Forschung über die biologischen Prozesse des Alterns macht Bahnsen die neuen Erkenntnisse verstehbar.

Er diskutiert aber auch die Folgen, besonders die ethischen Fragen, die durch die neuen Erkenntnisse aufgeworfen werden.
Lebensführung: Wie werden wir mit diesem neuen Wissen umgehen?
Eigenverantwortung: Wie können wir entscheiden, was wir wissen wollen und was nicht?
Datensicherheit:  Was ist, wenn die neuen Informationen  in falsche Hände geraten?

Auf jeden Fall öffnen sich durch diese neuen Erkenntnisse nicht nur viele Perspektiven für den Einzelnen, mit denen er lernen muss umzugehen, sondern auch ein gigantischer Markt, in dem richtig viel Geld gemacht werden wird.
 




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Schluss mit der Angst - Deutschland schafft sich nicht ab!

Notker Wolf , Simon Biallowons
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 17.03.2017
ISBN 9783451376207
Genre: Sachbücher

Rezension:



Der optimistische Untertitel dieses Buches von Notker Wolf „Deutschland schafft sich nicht ab“ deutet an, gegen welche Geisteshaltung und Philosophie es sich richtet. Mit diesem Titel nämlich hatte Thilo Sarrazin vor Jahren den Untergang unseres Landes prophezeit und damit hohe Auflagen und viel auch unausgesprochene Zustimmung erreicht.

Und in den folgenden Jahren ist sie auch gewachsen, die Angst der Menschen vor Überfremdung, Angst vor einer angeblich drohenden Islamisierung unseres Landes. Dazu ist seither noch die Angst vor Terror und Anschlägen gekommen. Während die AfD und andere daraus Kapital schlagen wollen und auch die anderen Parteien eine ihrer einst hochgehaltenen Positionen nach der anderen schleifen, formuliert  der Abtprimas Notker Wolf in diesem Buch sein eigenes „Prinzip Hoffnung“.

Er verortet es im christlichen Glauben. Er, so Wolf, befähigt uns, der Angst entgegenzutreten, ihr ihre Diffusität zu nehmen und dahinter Aufgaben und Herausforderungen zu entdecken und sich ihnen zu stellen.

Wir müssen Verantwortung übernehmen, aus der Angst sozusagen heraustreten, wenn wir das Grundvertrauen ins Leben nicht verlieren wollen. Er sagt: „Deutschland ist eine Angstgesellschaft geworden. Es ist auch okay, Angst zu haben. Aber ich möchte den Menschen helfen, damit umzugehen, damit sie frei sind für das Wesentliche.“

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oldtimer, fliegende kiste, originel, vergangene zeite, kinderbuch

Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste

Peter Bently , Salah Naoura , David Roberts
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783868739206
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Vielleicht angeregt von dem Film „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ aus dem Jahr 1965 haben 2014 Peter Bently und David Roberts eine Bilderbuchgeschichte erzählt, die der Knesebeck Verlag nun in einer Übersetzung von Salah Naoura veröffentlicht.

Als eines Tages ein Flugzeug über die Weise der Schafe fliegt, lässt ihnen das keine Ruhe und sie folgen seinem Weg. Sie entdecken einen Flugplatz und dort ein leeres Flugzeug. Klar, dass sie einsteigen und dann auch losfliegen.

Sie kommen nach Frankreich, nach Spanien, zu den Pyramiden in Ägypten, zum Yeti in Tibet, nach Indien und Florida. Der zunächst ängstliche Herr Rammbock möchte immer weiter fliegen, doch die anderen wollen zurück:
„Wir vermissen den Berg, wir vermissen das Gras,
das Rumstehn und Kauen, es reich mit dem Spaß…
Verreisen ist fein, man kann sein wo man will.
Doch daheim ist es friedlich und angenehm still!“

Das, wie man sieht, in Reimen abgefasste Bilderbuch ist ein schöner Vorlesespaß mit beeindruckenden Illustrationen und eigenwilligen Textanordnungen.

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Liebster Papa Brumm

Mark Sperring , Sébastien Braun
Buch: 32 Seiten
Erschienen bei Orell Füssli, 07.04.2017
ISBN 9783280035399
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Papa Brumm und sein kleiner Sohn Klein-Pip sind ein wunderbares Team. Schon in dem Bilderbuch „Wann habe ich endlich Geburtstag?“, das im Frühjahr 2015 erschien, und dann 2016 in dem Buch „Wann ist endlich Weihnachten?“ hatte der englische Bilderbuchautor Mark Sperring die beiden vorgestellt und die unendliche Geduld eines liebevollen Vaters mit seinem kleinen Sohn beschrieben.

In seinem dritten hier vorliegenden Buch über die beiden erzählt Mark Sperring, wie der liebevolle und geduldige Papa Brumm mit seinem Sohn einen Tagesausflug unternimmt, bei dem sie viele lustige Dinge erleben. Sie machen ein Lagerfeuer, fahren mit dem Boot und sind guter Dinge.
Wieder einmal wird dem Kleinen klar: „Wie lieb ich dich habe, Papa Brumm!“
Und selbst als das nicht festgebundene Boot auf dem See entschwindet, weiß Papa Brumm einen Rat. Zum krönenden Abschluss eines wunderschönen Tages bauen sie gemeinsam ein Floß und kehren damit zurück.

Ein schönes Bilderbuch, von Sebastien Braun wunderbar illustriert.


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Das Rauschen in unseren Köpfen

Svenja Gräfen
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 12.05.2017
ISBN 9783843714938
Genre: Sonstiges

Rezension:



Lene, die uns in diesem mit kunstvoller Sprache verfassten Roman von Svenja Gräfen die Geschichte ihrer ersten großen Liebe erzählt, ist in einer guten, gebildeten Familie behütet aufgewachsen und hat zu dieser auch nach ihrem Wegzug nach Berlin ein gutes Verhältnis. Nun lebt sie mit ihrer besten Freundin in einer WG.
„Als ich Hendrik traf, vergaß ich für einen Moment, dass es je eine Zeit gegeben hatte, in der er noch keine Rolle spielte.“ So beginnt ihre Erzählung. Eine eigentümlich schöne Beschreibung dessen, was passiert, wenn ein Mensch sich verliebt. Sie stürzen regelrecht ineinander, nicht nur ihre Körper verschmelzen, sondern auch ihre Zukunft:
„Die Abende, die Nächte gehörten uns. Wir gingen nicht raus. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant; aber eben nicht so, wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie.“

Lene ist glücklich, und zunächst macht es ihr nichts aus, dass der eher stille Hendrik so wenig aus seinem Leben erzählt. Das war, wie sich sukzessive herausstellt, nicht leicht. Ob Hendrik im Laufe des Jahres, das in dem Roman beschrieben wird, alles selbst erzählt hat, oder ob die Autorin einen auktorialen Erzähler eingeschaltet hat, bleibt undeutlich.
Tatsächlich aber wird deutlich, dass sein manchmal äußerst merkwürdiges Verhalten, das auch Lenes große Liebe nicht mehr übersehen kann in einem Zusammenhang steht mit Hendriks Vergangenheit, seiner Herkunftsfamilie, aus der er floh, nachdem der mysteriöse Tod seines Vaters sie zerstört hatte. Und da ist zunehmend Hendriks Beziehung zu seiner früheren Partnerin Klara, seiner ersten großen Liebe die sich bei ihm meldet und sich in Erinnerung bringt

All das schleicht sich immer mehr in die vorher so lockere Beziehung zwischen Lene und Hendrik und nagt an ihr. Wie die Geschichte ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Doch der Hinweis sei gestattet, dass dieses Buch auch für den schon etwas älteren Leser eine Menge Erinnerungen wachruft an Zeiten, wo die Liebe über einen kam wie ein plötzlicher Sturm. Aber vielleicht auch an Beziehungen, die durch die Vergangenheit und das erlebte Schicksal des Partners schweren Belastungsproben ausgesetzt waren.






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Der Bruch

Gilles Kepel , Martin Weyerle
Flexibler Einband
Erschienen bei Kunstmann, A, 08.03.2017
ISBN 9783956141881
Genre: Sachbücher

Rezension:



Schon in dem in Frankreich schon 2015 erschienenen und 2016 bei Kunstmann verlegten Buch „Terror in Frankreich“ hat der bekannte Soziologe Gilles Kepel vor einer Spaltung der französischen Gesellschaft gewarnt. In einer nüchternen Analyse zeigte er, dass es das erklärte Ziel der Dschihadisten ist, die Gesellschaft zu spalten und die bisher noch loyale Mehrheit der Muslime zu radikalisieren. Dies führe dann dazu, dass auch Menschen, die bisher dem Islam wohlwollend bis gleichgültig gegenüber standen, zu Gegner bzw. Feinden dieser Religion werden, rechte Bewegungen wie den Front National in Frankreich oder die AfD in Deutschland immer stärker machen und so wiederum die Begründung für immer neue Attentate und Attentäter schaffen. Ein bürgerkriegsähnliches Szenario wurde da an die Wand gemalt, das mir schon im letzten Jahr große Angst machte.

In seinem neuen Buch, in dem er nach einem langen Prolog und einem Vorwort für die deutsche Ausgabe Radiointerviews dokumentiert, die er , jeweils vier oder fünf an der Zahl, in den Monaten von September 2015 bis Juli 2016 gegeben hat, verschärft er seine Analyse noch und beschreibt einen „identitären Bruch in der Gesellschaft“, ein Bruch zwischen denen die Wohlstand haben und denen, die draußen sind, den „Outsidern“. Die schlüsselt er auf:
"Es gibt zwei Typen dieser Outsider: Zum einen Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Banlieues der Großstädte, zum anderen das "weiße Frankreich" vom Land oder in den Kleinstädten. Die einen verfallen der Logik einer islamischen Parallelgesellschaft, die anderen den Rechtsextremen."

Seine Thesen in "Terror in Frankreich" noch radikaler formulierend,  führt Gilles Kepel aus, wie der dschihadistische Terror diese Spaltung gezielt vorantreibt. Der Aufstieg rechtsextremer islamfeindlicher Parteien gehört zum Kalkül dieses Terrors. Deren islamfeindliche Propaganda macht auch bisher unauffällige Muslime  empfänglich für islamistische Propaganda.

Noch mehr als im vergangenen Jahr scheint der einst so besonnene Soziologe selbst zu spalten, wenn er eine "Verschleierung des Dschihadismus in Europa (konstatiert) unter dem Vorwand, Islamophobie sei das bedeutendere soziale Phänomen".  
Gilles Kepel steht mittlerweile selbst auf der Todesliste des IS. Das hat ihn meiner Meinung nach zu einem werden lassen, der nicht mehr nur wissenschaftlich analysiert sondern auch ungeduldig wird:
"Man wartet auf die politische Vision, die der Versuchung des Bruchs zu widerstehen vermag."  Doch er will sich von den Dschihadisten nicht den Mund verbieten lassen:

"Ich habe das Buch geschrieben, während die Attentate Frankreich erschütterten und ich selbst zum Tode verurteilt war. Für mich war das eine Art auf die Todesdrohung zu antworten. Weil man mich mit dem Tod bedroht, werde ich nicht schweigen. Im Gegenteil: Ich schreibe erst recht noch ein Buch."

Wenn man es liest, bekommt man zunehmend den Eindruck, dass unserem Nachbarland noch sehr schwierige Zeiten bevorstehen. Entwicklungen, die ganz Europa mit nach unten ziehen könnten.









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Opas geheimnisvoller Garten

Luc Foccroulle , Annick Masson
Buch
Erschienen bei Orell Füssli, 07.04.2017
ISBN 9783280035467
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Das vorliegende Bilderbuch aus Frankreich erzählt die schöne Geschichte eines Mädchens aus der Stadt, das in den Sommerferien seinen Opa auf dem Land besucht und dort eine Menge von ihm lernt über die Pflanzen seines Gartens und was man alles aus ihnen machen und kochen kann.

Das Mädchen heißt Lina. Bei ihrem Opa angekommen, befällt sie sofort eine große Langeweile und sie ist neidisch auf ihre Freundin Louise, die am Strand des Meeres liegen kann, während sie hier auf dem Land versauert.

Doch ihr Opa ist ein weiser Mann. Mit viel Geduld führt er seine Enkelin Lina in die Geheimnisse des Gartens ein und lässt sie selbst eine eigene Bohne pflanzen. Und weil sie sich jeden Tag darum kümmern muss und dann  bald auch will, interessiert sie sich bald für immer mehr Pflanzen des Gartens. Von Langeweile ist bald schon keine Rede mehr und das Essen nach der Ernte schmeckt besonders gut.

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Was macht die Königin von früh bis spät?

Catharina Westphal
Pappbuch
Erschienen bei Orell Füssli, 01.09.2016
ISBN 9783280035191
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Auf acht Wimmel-Seiten gibt es in diesem kleinen Bilderbuch für Kinder ab etwa zwei Jahren eine Menge zu entdecken. Was macht die Königin eigentlich von früh bis spät? Wo frühstückt sie, und wann geht sie schlafen? Was passiert, wenn sie unterwegs einmal ganz dringend muss? Und was treibt ihr Lieblingshund, wenn er sich langweilt?

Fragen, die nur ein königliches Wimmelbuch mit vielen abenteuerlichen Szenen beantworten kann. Und das alles ohne Worte, die die Kinder mit den ihnen vorlesenden Erwachsenen finden müssen.

Es macht Spaß, die immer wieder vorkommenden Personen zu identifizieren, ihnen vielleicht Namen zu geben  und eine Geschichte über sie zu erfinden.




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Die vielen Namen der Liebe

Kim Thúy , Andrea Alvermann , Brigitte Große
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 08.03.2017
ISBN 9783956141683
Genre: Romane

Rezension:



Schon in ihrem ersten Buch „Der Klang der Fremde“ (2010), mit dem die in Montreal lebende Schriftstellerin Kim Thuy autobiographisch ihre Kindheit in Saigon und die Flucht der Familie als „boat people“ schilderte, versuchte sie in zum Teil sehr kurzen fast epigrammatischen Texten sich an ihren Vergangenheit und ihre große Familie zu erinnern.

Auch in „Der Geschmack der Sehnsucht“ (2014) setzte diese Erinnerungsarbeit fort. So wie ihr neues , hier vorliegende Buch ist es ein bewegendes und eindrückliches literarisches Werk, durchzogen von einer tiefen Dankbarkeit an das Leben, das es bei allem Leid und allem erlebten Schrecklichen doch gut mit ihr gemeint hat.

„Die vielen Namen der Liebe“ reflektiert, wieder stark autobiographisch geprägt, die Bedeutung von Heimat und Fremde und fragt am Beispiel der Geschichte der Protagonistin Vi, wie etwas Vertrautes fremd wird und das ursprünglich Fremde vertraut.

In der Ich-Form erzählt Vi, wie sie als achtjähriges Mädchen mit der Mutter und den drei Brüdern aus Vietnam flieht, weil sie unter dem neuen kommunistischen Regime nicht mehr leben wollen.  Sie schildert das Leben in einem Flüchtlingslager in Malaysia und ihren Neuanfang in Kanada.

In Ausschnitten hat Kim Thuy in den beiden ersten Büchern diese eigene Geschichte schon erzählt. Sie wird nun noch plastischer, mehr Einzelheiten ihres langen Weges in die Freiheit der Fremde werden erzählt.

Vor allen Dingen aber berichtet sie dieses Mal davon, wie die erwachsene Vi nach Vietnam zurückkehrt und sich dort vollkommen fremd fühlt.

„Die vielen Namen der Liebe“ bildet mit den beiden ersten Büchern eine nicht nur biographische, sondern auch eine literarische Einheit.

Ein wunderbar poetisches Werk über die Kraft der Sehnsucht und der Liebe, und wie sie über ungeahnte Weiten und Hürden tragen kann, auch in einem neuen Leben in der Fremde.


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Helikoptermoral

Wolfgang Schmidbauer
Fester Einband
Erschienen bei Sven Murmann Verlagsgesellschaft, 07.03.2017
ISBN 9783946514565
Genre: Sachbücher

Rezension:



Das neue Buch von Wolfgang Schmidbauer, dem bekannten Psychotherapeuten ist ein gelungenes Beispiel einer selten gewordenen kritischen Sozialpsychologie.
Der Begriff der „Helikoptereltern“, die ihre Kinder nicht loslassen und unter permanenter Kontrolle haben müssen ist mittlerweile auch einem größeren Publikum durchaus geläufig. Wer ein Kind hat und es in der vergangene Jahren durch die Zeit des Kindergartens und der Schule begleitet hat, hat sie in großer Zahl kennengelernt und in sehr unangenehmer Erinnerung.

Ähnlich wie diese Eltern von chronischen Ängsten geplagt sind, ihre Kinder könnten  in einer immer härter werdenden Gesellschaft scheitern (und damit natürlich auch ihr Projekt, als das sie ihre Kinder verstehen),  befindet sich unsere ganze Gesellschaft in eine Zustand der Angst.
Schmidbauer spricht nun in seinem Buch analog zu diesem Phänomen von einer „Helikoptermoral“, ein Produkt der durch massive Ängste verursachten Hyperaktivität, sei es des Übereifers, sei es der unverhältnismäßigen, verschwenderischen Reaktion auf konstruierte Gefahren.

Er versteht darunter eine Mischung aus „ängstlicher Aufmerksamkeit und hastigen Bewertungen ohne Empathie und ohne Blick auf Zusammenhänge“.  Die Fähigkeit für ein eigenes selbstkritisches Urteil geht verloren, „weil die Urteile so zwischen Überschätzung und Entwertung polarisiert sind, dass das Augenmaß verloren geht. Fantasien von Erlösung und Befreiung gewinnen eine Macht, die am Ende in Katastrophen führen muss“.
Es geht ihm überhaupt nicht darum etwa Moral und moralische Urteile zu kritisieren. „Es geht um ihren Missbrauch, um den Übereifer, die Grenzüberschreitung im Dienst narzisstischer Bedürfnisse der Eiferer.“

Ethik und Moral werden so aus dem Kontext gerissen und ihrer wichtigen Bedeutung für menschliche Gesellschaften beraubt. Das ist für diese eine große Gefahr. Schmidbauer sieht keine perfekte Lösung:
„Dem Angstkranken kann durch Einfühlung und Zuwendung geholfen werden. Wer aber wie der Fanatiker Ängste manisch abwehrt, ist unzugänglich. Er plant, eine neue Welkt zu schaffen, in der er keine Angst mehr haben muss, weil dann die Menschheit entweder belehrt oder tot ist. Erst wenn es gelingt, ihn  zu stoppen, und sich die Aussichtslosigkeit seiner Größenfantasie erweist, wird er sich der Einsicht wieder öffnen.“

Schlechte Aussichten für die nächste Zeit, findet ein von dem Buch beeindruckter, aber auch ernüchterter Rezensent.


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K(l)eine Bewegung, Dieb!

Horst Klein
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Klett Kinderbuch, 10.03.2017
ISBN 9783954701629
Genre: Kinderbuch

Rezension:



So kann man auch das ABC lernen. Und mit viel mehr Spaß! In Horst Kleins witzigem und frechem Bilderbuch für Kinder ab sechs Jahren taucht nun schon zum zweiten Mal (das erste Buch 2016 hieß „Haltet den Dieb!“) immer wieder ein Buchstabendieb auf.  Auch dieses Mal stiehlt er bei bestimmten Wörtern einen Buchstaben und verändert dadurch nicht nur das Wort und seine Bedeutung, sondern auch die dazugehörige Illustration auf der rechten Buchseite.
Die jungen Leser des Buches sind eingeladen, dabei mitzuhelfen. Sie können mitreimen (alle Texte sind in Reimen gefasst), miträtseln und vor allen Dingen – immer wieder mitlachen.

So wie in diesem Buch wird das Erlernen des ABC nicht nur eine reine Technik, sondern es vermittelt vom ersten Buchstaben an die Freude am Reichtum der Sprache und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.

Sehr zu empfehlen für alle, die in diesem Jahr die Schule beginnen werden.

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schalk, außenseiter

Kirio

Anne Weber
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.02.2017
ISBN 9783103972696
Genre: Romane

Rezension:



Nachdem es in ihrem 2010 erschienenen Roman  „Luft und Liebe“  um eine schmerzhafte Suche nach einer verlorenen Liebe ging und auch der Roman „Tal der Herrlichkeiten“ (2012), ein wunderbares und berührendes literarisches  Zeugnis von der großen Macht der Liebe , die über den Tod hinausreicht, ja sogar stärker ist als er, von wahrscheinlich persönlichen Erfahrungen der Autorin geprägt war, ist Anne Webers neuer Roman „Kirio“, der für den Leipziger Buchpreis 2017 nominiert war eher ein  literarisches Experiment.  Sandra Kegels Rezension in der FAZ verdanken wir den Hinweis, dass der Name der Hauptfigur sich auf das griechische "Kyrios" - das Göttliche - und das französische "Qui rit" - der, der lacht bezieht.

Der allwissende, permanent mit seiner Identität spielende Erzähler und Schöpfer von Kirio gibt dem erstaunten und von dieser modernen Heiligenlegende faszinierten Rezensenten ebenso viel Rätsel auf, wie seine von ihm geschaffene Figur.

Dessen Geschichte wird nicht nur vom unbekannt-rätselhaften, gottähnlichen Erzähler beschrieben, sondern auch von verschiedenen Personen, die Kirio auf seinem Weg von Südfrankreich ins Hanau der Brüder Grimm begegnet sind.

Mancher mag vielleicht beim  Lesen des Rätselns nach dem Charakter der Erzählinstanz müde werden. Doch ich hatte an diesem literarischen Spiel bis zum Ende meine Freude



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Die Getriebenen

Robin Alexander
E-Buch Text: 260 Seiten
Erschienen bei Siedler Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641208103
Genre: Sachbücher

Rezension:


In einer in solcher Qualität lange nicht erlebten journalistischen Recherche zeichnet der Hauptstadtkorrespondent der WELT, Robin Alexander, in dem vorliegenden Buch ein Gesamtbild dessen, was zwischen dem September 2015 und dem März 2016 unter deutschem Regierungshandeln geschehen ist. Ein dramatisches Kapitel deutscher Geschichte wird hier mit zahlreichen der Öffentlichkeit bisher nicht bekannten Details erzählt, das erst mit der von anderen Ländern durchgesetzten Schließung der Balkanroute vorerst beendet wurde.

Am 12.9. 2015 gab es eine Vereinbarung der Spitzen der Großen Koalition, die besagte, dass man vom nächsten Tag an die deutsche Grenze für Flüchtlinge schließen wollte, und Menschenmassen nach Österreich zurückzuschicken. In seltener Einigkeit hielten Merkel, de Maizière, Altmaier, Gabriel, Steinmeier und Seehofer das für geboten. Doch wohl aus Angst vor der öffentlichen Meinung  und vor Gerichtsentscheidungen wurde dieser Plan nie umgesetzt. Niemand wollte zu diesem Zeitpunkt dafür die politische Verantwortung übernehmen.

Das Buch von Robin Alexander schildert minutiös, was damals geschah, reflektiert das Handeln der Akteure und beleuchtet im zweiten Teil das Verhältnis von Angela Merkel zur Türkei und zu Erdogan, das in diesen Tagen wieder brandaktuell geworden ist. Immer wieder geht es um die Konkurrenz zweier Lösungsansätze: EU-Türkei-Abkommen einerseits und Grenzschließung andererseits.

Er sitzt sozusagen zwischen den Stühlen mit seiner Darstellung: „Die Anhänger beider Sichtweisen werden von diesem Buch enttäuscht sein. Es erzählt weder eine Heiligengeschichte noch ein Schurkenstück.“

Das Buch ist spannend zu lesen, weil es bei aller Differenziertheit nicht mit Kritik an Angela Merkel spart. Und eines ist sicher: nicht nur wegen des fragilen Verhältnisses zur Türkei nach dem Referenden und den ihm vorangehenden Unverschämtheiten, sondern auch wegen der immer größer werdenden Zahl von Flüchtlingen, die zu Tausenden jeden Tag über das Mittelmeer kommen und von denen keiner in Italien bleiben will.

Es gibt noch keine Lösung, und der angestrengte Versuch, dieses Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten, wird scheitern.

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Seit du bei mir bist

Nicholas Sparks , Astrid Finke , Alexander Wussow
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 27.03.2017
ISBN 9783837137767
Genre: Romane

Rezension:



Ich kann mich noch deutlich daran erinnern, wie ich vor etwa zwei Jahrzehnten die ersten Romane des damals noch jungen Autors Nicholas Sparks mit Vergnügen und großer innerer Anteilnahme gelesen habe.

Dann, ich kann nicht mehr recht nachvollziehen warum, habe ich ihn aus den Augen verloren und seine weiteren Romane nicht mehr zur Kenntnis genommen. Erst jetzt, mit seinem zwanzigsten Buch habe ich einen Autor sozusagen wiederentdeckt, der reifer geworden ist und hier in seinem neuen Buch nicht nur die romantische Liebe feiert, sondern der spricht von Scheitern, von Krankheit, Sterben und Tod als Manifestationen des Lebens.

Der Roman, viel länger als die ersten Bücher, die ich vor längerer Zeit las, erzählt von dem 34- jährigen Russell. Er glaubt, in seinem Leben bisher alles erreicht zu haben, von was er geträumt hat. Beruflich ist er sehr erfolgreich, hat mit Vivian seine Traumfrau geheiratet und mit der kleinen London eine Tochter, die er vergöttert.

Doch schon auf den ersten paar Dutzend Seiten beschleicht den Leser ein seltsames Gefühl, das ihn  auch im weiteren Verlauf nicht loslässt. Was lässt dieser durchaus sympathische Mann, der da seine Geschichte erzählt, von dieser Frau da mit sich machen?  So wie viele Männer glaubt er, wenn Vivian Freitagsabends an ihrem „romantischen Abend“ mit ihm schläft, alles sei wieder gut, was auch ihn vorher immer mehr zweifeln ließ.

Russell stammt aus einer sehr sympathischen Familie, die ihm in seiner sich über ein  Jahr hinziehenden Transformation viel Kraft gibt. Besonders seine Schwester Marge und deren Partnerin Liz spüren seinen Kummer und unterstützen ihn. Doch Russell selbst zeigt eine auch für ihn selbst überraschende Stärke, nicht nur in seiner eigenen beruflichen und privaten Krise, sondern auch, als ihm das Wichtigste im Leben genommen werden soll.

Und da ist noch Emily, eine Frau, mit der er vor langer Zeit befreundet und glücklich war, die er aber betrog. Ihr Sohn Bodhi geht mit seiner Tochter London in die gleichen Kunst-und Sportstunden und sie kommen sich, zunächst freundschaftlich, näher.

„Seit du bei mir bist“ (im Original viel besser „Two by two“) ist ein unterhaltsamer Roman, voller Lebensfreude und voll Lebensschmerz. Russel hätte seine Geschichte sicher auch auf 400 statt auf 570 Seiten erzählen können. Dennoch ist mir die Lektüre nie langweilig geworden.

Die hier vorliegende gekürzte Lesung von Alexander Wussow hat den Vorzug, dass es die oben beschriebenen Längen ausbügelt und den Roman kompakter, ja man kann sagen, spannender macht.






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kinderbuch, übertreibung, tiere, bilderbücher, lehrreic

Habt ihr schon vom Wolf gehört?

Quentin Gréban
Buch: 32 Seiten
Erschienen bei Orell Füssli, 07.04.2017
ISBN 9783280035382
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Dieses schon 2009 auf Französisch in Namur in Belgien erschienene Bilderbuch von Quentin Greban thematisiert auf eine lustige und nachdenkliche Weise das Phänomen, wie Gerüchte entstehen, die durch Übertreibung immer übler werden und schon bald mit der Realität nichts mehr zu tun haben.

Eine Wölfin trifft auf ein kleines Lamm, das seine Herde verloren hat, und lächelt es freundlich an. Das verängstigte Lämmchen aber sieht nur gebleckte Zähne und flüchtet zu den Schweinen.
Diesen berichtet es, dass es von einem bösen Wolf angeknurrt wurde. Die Schweine sind empört und erzählen die Geschichte der Gans und auch sie übertreiben ein wenig. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht und jedes Tier schmückt die Geschichte noch etwas weiter aus, macht den Wolf noch größer, noch gefährlicher und noch schrecklicher. Als schließlich die Wölfin hört, wie sich zwei Meisen über ein gefährliches Monster unterhalten, bekommt sie es mit der Angst zu tun. Ahnungslos, dass sie selber damit gemeint ist, flüchtet sie mit ihren Jungen.

Ein hintersinniges Bilderbuch.

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kinderalltag, schnuller, bilderbuch

Schnulleralarm

Maria Jönsson , Ruth Nikolay
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 13.03.2017
ISBN 9783446255388
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Das Entwöhnen von kleinen Kindern von ihrem Schnuller ist eine für manche Eltern leidige und nervige Aufgabe, die gerne schon mal an die Schnullerfee oder ähnliche Geistwesen delegiert wird.

Der Vater des kleinen Wolfes Valdemar im vorliegenden Bilderbuch der Schwedin Maria Jönsson ist da radikaler. Er schneidet den Schnuller seines Sohnes einfach entzwei:“ Schnuller sind nur etwas für kleine Wölfe!“

Doch Valdemar hat schon so etwas geahnt und holt  sich einen Schnuller nach dem anderen aus seinen verschiedenen verstecken. Doch der Vater entsorgt sie wieder – bis er aufgibt.

Als Valdemar nach dem Abendessen auf seine kleine Schwester Linn aufpassen soll, macht er eine interessante Erfahrung mit Kindern, die ihren Schnuller suchen. Und er gibt seiner Schwester den eigenen.

Nach einer furchtbaren und entbehrungsreichen Nacht kommt Valdemar am nächsten Morgen ohne Schnuller zum Frühstück und der überraschte Vater sagt: „Bist du jetzt ein großer Wolf?“

Und Valdemar beschließt, dass große Wölfe selbst bestimmen, wann sie keinen Schnuller mehr brauchen.

Ein etwas anderes Schnullerbuch. Frech und herrlich komisch.


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Und wie macht die Giraffe?

Susanne Weber , Tina Schulte
Buch
Erschienen bei Orell Füssli, 10.03.2017
ISBN 9783280035306
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Mit schönen Reimen von Susanne Weber und lustigen Illustrationen von Tina Schulte („Mein kleiner roter Flitzer“)  werden Kinder ab etwa zwei Jahren in diesem kleinen Bilderbuch eingeladen, Stimmen von Tieren nachzumachen, die im Urwald leben. Der Löwe, der Elefant, der Papagei – der Affe kennt sie alle.
„Tier für Tier läuft schnell herbei.
‚Ich kenn von jedem das Geschrei,
doch‘, fragt sich er Affe,
‚ wie macht denn die Giraffe?“

Und das können die Kinder hinter einer versteckten Klappe erfahren.

Auf in den Urwald im Kinderzimmer!

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Hans und Hase

Isabel Pin , Isabel Pin
Fester Einband
Erschienen bei Annette Betz ein Imprint von Ueberreuter Verlag, 17.02.2017
ISBN 9783219117103
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Hans ist ein kleiner Junge, der schon vieles selbständig machen kann. Seine Eltern lieben ihn sehr, und nennen ihn deshalb immer „Hase“. Als er ihnen eines Tages beim Abendessen mitteilt, er sei kein Hase, fühlt er sich nicht wirklich ernst genommen. Am nächsten Morgen packt er seinen Rucksack und geht zur Hintertür hinaus in die weite Welt, genaugenommen in den Garten. Dort macht er allerlei Entdeckungen und begegnet schließlich einem Hasen, mit dem er sich anfreundet und der dann im Haus der Eltern alles auf den Kopf stellt und diesen zeigt, dass es Hasen faustdick hinter den Löffeln haben.

„Seit diesem Tag ist es anders bei Hans zu Hause. Alle nennen ihn nur ‚Hans‘.“
Und wenn sie manchmal „Haase!“ rufen, dann meinen sie nicht Hans, sondern seinen Freund im Garten.

Ein schönes Bilderbuch über Selbständigkeit und Freundschaft.

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Wir können noch viel zusammen machen

F. K. Waechter , F K Waechter
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2016
ISBN 9783257011104
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Das hier vorliegende, von Diogenes neu aufgelegte Bilderbuch des viel zu früh verstorbenen Friedrich Karl Waechter (1937-2005) erschien zuerst 1973 und erhielt 1975  den Deutschen Jugendbuchpreis.  Es ist  ein Werk seiner Zeit: das Versponnen-Anarchische, das Eintreten für Eigensinn und Eigenrecht von Kindern, und das Bemühen, die passive Haltung des Lesers in Richtung eigener Produktivität zu überschreiten. Und weil all das nach wie aktuell ist, kann man die Wiederauflage nur begrüßen.

Waechters sorgfältig angelegte und kolorierte Zeichnungen schaffen eine Welt, in der sich Kinder zuhause fühlen können. Die weiten Möglichkeitshorizonte, auf die Waechter hinweisen möchte, sind in einer Welt verankert, die ersichtlich mit Liebe und Genauigkeit dargestellt wird. Auch kleine Kinder merken, wann sie als Leser ernstgenommen werden.

Harald, Inge und Philip sind Tierkinder, die gerne mit anderen Kindern spielen wollen. Doch ihre Eltern sind skeptisch. Vor allem ist ihnen unverständlich, worin der Wert von gemeinsamen Kinderspielen liegen soll. Ihre Phantasie ist beschränkt. Als die Kinder aber dennoch aufeinandertreffen und einander kennen lernen, werden die vermeintlichen Grenzen schnell überwunden.

„Wir können noch viel zusammen machen“  ist aber nicht nur etwas für diejenigen, die ihrer eigenen Kindheit nachspüren. Waechters Stil ist zeitlos, und die heutigen unter Terminstress stehenden Kinder haben seine Bücher vielleicht nötiger denn je.

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liebe, familie, nicholas sparks, scheidung, alleinerziehender vater

Seit du bei mir bist

Nicholas Sparks , Astrid Finke
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.03.2017
ISBN 9783453268777
Genre: Romane

Rezension:



Ich kann mich noch deutlich daran erinnern, wie ich vor etwa zwei Jahrzehnten die ersten Romane des damals noch jungen Autors Nicholas Sparks mit Vergnügen und großer innerer Anteilnahme gelesen habe.

Dann, ich kann nicht mehr recht nachvollziehen warum, habe ich ihn aus den Augen verloren und seine weiteren Romane nicht mehr zur Kenntnis genommen. Erst jetzt, mit seinem zwanzigsten Buch habe ich einen Autor sozusagen wiederentdeckt, der reifer geworden ist und hier in seinem neuen Buch nicht nur die romantische Liebe feiert, sondern der spricht von Scheitern, von Krankheit, Sterben und Tod als Manifestationen des Lebens.

Der Roman, viel länger als die ersten Bücher, die ich vor längerer Zeit las, erzählt von dem 34- jährigen Russell. Er glaubt, in seinem Leben bisher alles erreicht zu haben, von was er geträumt hat. Beruflich ist er sehr erfolgreich, hat mit Vivian seine Traumfrau geheiratet und mit der kleinen London eine Tochter, die er vergöttert.

Doch schon auf den ersten paar Dutzend Seiten beschleicht den Leser ein seltsames Gefühl, das ihn  auch im weiteren Verlauf nicht loslässt. Was lässt dieser durchaus sympathische Mann, der da seine Geschichte erzählt, von dieser Frau da mit sich machen?  So wie viele Männer glaubt er, wenn Vivian Freitagsabends an ihrem „romantischen Abend“ mit ihm schläft, alles sei wieder gut, was auch ihn vorher immer mehr zweifeln ließ.

Russell stammt aus einer sehr sympathischen Familie, die ihm in seiner sich über ein  Jahr hinziehenden Transformation viel Kraft gibt. Besonders seine Schwester Marge und deren Partnerin Liz spüren seinen Kummer und unterstützen ihn. Doch Russell selbst zeigt eine auch für ihn selbst überraschende Stärke, nicht nur in seiner eigenen beruflichen und privaten Krise, sondern auch, als ihm das Wichtigste im Leben genommen werden soll.

Und da ist noch Emily, eine Frau, mit der er vor langer Zeit befreundet und glücklich war, die er aber betrog. Ihr Sohn Bodhi geht mit seiner Tochter London in die gleichen Kunst-und Sportstunden und sie kommen sich, zunächst freundschaftlich, näher.

„Seit du bei mir bist“ (im Original viel besser „Two by two“) ist ein unterhaltsamer Roman, voller Lebensfreude und voll Lebensschmerz. Russel hätte seine Geschichte sicher auch auf 400 statt auf 570 Seiten erzählen können. Dennoch ist mir die Lektüre nie langweilig geworden.





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Spektakuläre Häuser

Bettina Hintze
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 06.03.2017
ISBN 9783421040480
Genre: Sachbücher

Rezension:




Die in diesem Buch von Bettina Hintze vorgestellten 30 außergewöhnlichen architektonischen Beispiele stammen alle aus dem Architekturwettbewerb "HÄUSER-AWARD 2017".  Seit 2004 zeichnet dieses Magazin jährlich die besten Einfamilienhäuser aus. Immer mehr Architekten aus ganz Europa beteiligen sich an diesem Wettbewerb, dessen Preis mittlerweile als der bedeutendste Architekturpreis gilt.



Auch in diesem Wettbewerb zeigte sich wieder eine enorme Vielfalt an Variationen und Erscheinungsbildern, in denen Bauherren und ihre sie beratenden Architekten ihr individuelles Wohnen gestaltet haben. Sie können dabei heutzutage zurückgreifen auf eine Vielzahl technischer Möglichkeiten und auf Materialien, die bis vor kurzem unbekannt waren. Mit ihnen haben sie hochwertige und vor allen Dingen energieeffiziente Häuser entwickelt, in denen sie nachhaltiges mit bequemem und absolut individuellem Wohnen verbinden können.

Was mich sehr beeindruckt hat, ist das langfristige Denken vieler Architekten, die der Tatsache, dass die Bewohner der Häuser auch älter werden, durch entsprechenden Grundrissgestaltung und Einrichtungsmöglichkeiten Rechnung getragen haben.

Viele verschiedene Typen von Einfamilienhäusern werden hier abgebildet, beschrieben und im Grundriss dokumentiert, die ganze Bandbreite der auch finanziellen Möglichkeiten der Bauherren ist abgedeckt. Von der luxuriösen Villa, einem sehr flexibel nutzbaren Stadthaus, einem kleinen und bescheidenen Feriensitz bis hin zu wirklich kostengünstigen Familienhäuser wird in diesem schönen Buch ein breit gestreutes Spektrum von Möglichkeiten aufgezeigt, die allesamt weit in die Zukunft weisen.

Für den wirklich kleinen Durchschnittsverdiener allerdings werden solche Häuser immer nur ein Traum bleiben

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Unheilige Bilder

Diverse , Wolfgang Kleinert , Dieter Schwalm
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Lappan, 24.03.2017
ISBN 9783830334637
Genre: Comics

Rezension:


Die Kritik an Erscheinungsformen von Religionen und am Verhalten ihrer Vertreter und Amtspersonen hat in den letzten Jahren heftige Reaktionen hervorgerufen, insbesondere wenn man an die Folgen der sogenannten Mohammedkarikaturen denkt.  Sie und andere (Bsp. Charlie Hebdo) haben eine Debatte darüber ausgelöst, welche Grenzen eine solche karikaturistische Kritik der Schwächen von Religionen haben muss.

In unseren Gesellschaften wurde aber immer wieder deutlich gemacht, dass es geradezu  Aufgabe und Chance von Cartoons ist, auf solche Weise Religionskritik zu betreiben. In dem vorliegenden Band „Unheilige Bilder“ aus dem Lappan Verlag, ist es den über 50 Künstlern sehr gut gelungen, hier ein positives Beispiel zu geben. 500 Jahre nach der Reformation bildet dieses Thema so etwas wie einen Schwerpunkt.

Nicht nur der Witz und der Humor ist an diesem Buch bemerkenswert, sondern auch die zeichnerische Qualität der Bilder.





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