WolfgangHaupt

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hoffnung: Eine Tragödie

Shalom Auslander , Eike Schönfeld
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 26.02.2013
ISBN 9783827010780
Genre: Romane

Rezension:

Ich habs mir am Bahnhof gekauft, lag bei den Mängelexemplaren, kann man nicht viel falsch machen. So habe ich gedacht, als ich reingelesen habe. Stimmt.
Shalom Auslander hat einen sehr eigenen Witz, etwas düster, in der Nacherzählung grandios, wie er an die Situationen herangeht. Sein Protagonist, Solomon Kugel, einer des Lebens müder Mensch, fragt sich darin ständig, wie er denn zugrunde gehen wird und in diesem Akt nach seinem letzten Satz. Schließlich soll sein Ableben würdevoll und fern jeglicher Trivialität stattfinden.
Das ist eine der Thematiken des Buches, sich den Tod beinahe herbeizuwünschen, weil einem das Leben derart zu schaffen macht. In diesem Sinn ist Solomon ein Gefangener, dessen Gedanken sich stets um ein und dasselbe Thema drehen, umso klarer wird seine Zuneigung zu einer Totgeglaubten.
Es ist gefüllt mit vielen Lebensweisheiten, malt ein zwielichtiges Bild der jüdischen Gemeinde, zumindest in den USA. Es wird gelitten, unter Zwang, sich profiliert, auch wenn man selbst gar nicht mehr an der Shoa beteiligt war. Ein Wahnwitz, den man nur zu gut von anderen Menschen extrapolieren kann, diese Tragik und Anpassung an die Opferrolle. Gut pointiert, wie ich finde, da hat der Klappentext nicht zu viel versprochen, jedoch auch eine Art Komik, die einem nur zu gern im Hals stecken bleibt. Alles in allem ein Buch, das ich gern gelesen habe, weil es die Menschen bis ins Innerste durchleuchtet. Auf der anderen Seite war der Humor teilweise nur schwer zu genießen, weil er diese Schwere mit sich bringt. Das mag an der Figur des Solomon Kugel oder der Dramaturgie liegen, vielleicht hat es mich auch einfach nicht erreicht. Möglicherweise versucht es zu sehr, skurril zu wirken.
Dennoch: Es hat mich amüsiert, es ist ein Buch für einen Nachmittag, einen lauen Sommerabend, eine Zugfahrt, das zu lesen ich nicht bereut habe. Aber für den Knall hat mir einfach zu viel gefehlt.
Deshalb: Gut gemeinte vier Sterne.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, los angeles, schnell, rassismus, gattis

In den Straßen die Wut

Ryan Gattis , ,
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.01.2016
ISBN 9783499270406
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Internationaler Durchbruch, blutige Recherche, absolut authentisch. Gut. Darauf wird schon im Deckel hingewiesen, was sich dazwischen verbirgt. Es hat mich schnell gefangen, in das L.A. des Jahres 1992 katapultiert, in dem die Cops den schwarzen Rodney King verprügelt haben. Wer die Geschichte des Rassismus in den USA verfolgt, weiß, dass soclh ein Thema nie an Aktualität verliert. Leider. Aber genau das ist der Kern des Buches, diese Bitterkeit der Realität, das Hinsehen, das einen schon in der Eröffnungsszene schaudern lässt. Da wird Ernesto zu Tode gebracht, weil er der Bruder einer jenen ist, die "drin ist". (Im Englischen lautet der Titel "All involved").
Die Szene ist grausam, zieht einen mit rein und setzt gleich mit der Schwester des Opfers fort, die nach allem sinnt, nur nicht nach Versöhnung. Das ist der Aufbau des Buches, es wird sich von Schnitzel zu Schnitzel gehangelt, der eine hinterlässts, der andere nimmts, wenn es auch nur eine Begegnung ist. man fibert mit mit den Charakteren, beinahe eine kleine Familie, die sich die Grütze aus dem schädel ballert. Mit den eigenen Leuten teilt man das Barbecue, die anderen werden gnadenlos gegrillt. Es ist ein einziger Rausch, dieses Buch, lässt einen nur wenig zur Ruhe kommen, meine Güte, Vietnam war wohl wirklich nur ein Krieg. (Und das hier die Hölle).
Ein Thriller? Wohl kaum, Es ist ein Staffellauf, bei dem der Läufer brennt.
Lesen? Auf jeden Fall.
Ein Stück Menschheit.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die ehrenwerte Gesellschaft

Dominique Manotti , DOA , Barbara Heber-Schärer , DOA
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Assoziation A, 01.08.2012
ISBN 9783862414192
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

spanner

Verfolgt in Paradise

Robert B. Parker , Bernd Gockel
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 18.02.2016
ISBN 9783865325259
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Drah' di ned um, schau schau, der Nachtfalke geht um, ohohoh. Eigentlich sollte man sich hüten, zumindest als Frau, sich in Paradise vor dem offenen Fenster umzuziehen. So fängt es an mit dem Spanner, der sich entwickelt, und aus dessen Perspektive immer wieder erzählt wird. Diese Ebene kostet das Buch einen Stern, weil es für mich nicht authentisch gewirkt hat. Möglicherweise liegt es an der Übersetzung, die die Wirkung teils verpuffen lässt, aber es nimmt mehr als es bringt. Der geplante Psychopath wirkt eher wie ein schludriger Typ, der auf jeden fall gefangen wird oder einfach vergisst, weiterzuspannen. Das ist mein Kritikpunkt, ebenso wie die Trennlinie zwischen 1A-Spannung und einem soliden Krimi.
Leider. Denn die Geschichte ist cool, beschäftigt sich mit der Prüderie in amerikanischen Kleinstädten, die heuchlerische Moralvorstellung der Kleinbürger, von denen einige ziemlich versaut daherkommen. Darum dreht sich ziemlich das ganze Buch, der Plot zieht mehr in diese Richtung, denn der Nachtfalke verkommt zur Nebengeschichte.
Da lässt sich der Autor sehr viel Zeit für die Soziologie des Schildbürgers, die moralische Distanz des Polizeichefs Jesse Stone, der typisch daherkommt. das stört wenig, von ihm lebt das Buch, genauso wie die Beziehungen zu seiner Ex-Frau und seinen möglichen Partnerinnen.
Es erzeugt einen Sog, wenn man einmal drin ist, kann man kaum aufhören, die Seiten fliegen gerade so dahin.
ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich es in die Hand genommen habe, weil es in sich überzeugt, auch wenn es nicht zu meinen Favoriten zählt.
Dennoch eine Lesempfehlung, weil: I siech kan Föhla.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

texas, krimi, wüste, thriller, sheriff

Regengötter

James Lee Burke , Daniel Müller
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Heyne, 20.10.2014
ISBN 9783453676817
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte Glut und Asche zuerst gelesen. Eine Sache, die ich nicht grundsätzlich empfehlen würde, da die Überlebenden aus Regengötter wiederkehren. Das hat meinen Elan etwas gemindert. Hat etwas von einem Fussballspiel, bei dem man den Ausgang schon kennt. Das kann aber trotzdem spannend sein.
Warum?
James Lee Burke erweckt die Landschaft und die Personen zum Leben wie es kaum ein anderer schafft. Seine Liebe zum Land, die tiefe Verbundenheit zur Natur findet sich in seinen Büchern wieder.  Das Ganze wird untermauert von seinem Gespür für Menschen, deren Seelenleben, die Sprache, die sie stilisiert.
Er lässt sich Zeit, es hat eine Spur Tarantino, auch bei den Dialogen, führt die Figuren zusammen und lässt es, wie soll es auch anders sein, grausam enden. Vom mir bislang Unbekannten (vor Glut und Asche) ist JLB zum Favoriten aufgestiegen.
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

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44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kalter krieg, john le carré, ddr, spionage, täuschung

Der Spion, der aus der Kälte kam

John Le Carré , Manfred von Conta , John LeCarré
Flexibler Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.09.2009
ISBN 9783548281513
Genre: Krimi und Thriller

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

thriller, maßregelvollzug, antonia fennek, unschuld, schuld

Geschwärzt

Antonia Fennek
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.01.2016
ISBN 9783802595349
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Vorsicht, Spoiler!

Krankenhaus, forensische Psychiatrie. Grundsätzlich ein spannender Schauplatz, der gut erklärt wird. Hätte ich das Nachwort nicht gelesen, hätte ich Mängel erkannt.

Die Praktikantin Anabel, Tochter einer dort tätigen Psychiaterin, macht ein Praktikum, um sich ein Bild von dort zu machen. So weit, so gut. Sie darf sich ohne Aufsicht bewegen ... eher nicht. Jemand Fachfremden eine derartige Freiheit zu gönnen erscheint mir weder vernünftig noch gesetzeskonform. Auch dass sie dieselben Schlüssel bekommt wie die reguläre Pflegemannschaft erzeugte ein nicht zu stillendes Unwohlsein. Da erkennt man anfänglich ein Plotelement, das später zum Tragen kommen soll. Und da offenbart sich eine Schwäche des Buchs. Die Mechanik ist offensichtlich, ich habe nur gewartet, dass die Schlüssel zum Einsatz kommen. Ein ähnlicher Fall: Der Peilsender des sudanesischen Agenten. Das ist so klar, dass es Spannung wegnimmt. Hätte ihm Kashka einen anderen Grund genannt, zum Beispiel ihn als Agenten erkennbar zu machen, um ihn im Zweifelsfall orten zu können, hätte das eine andere Dynamik ins Spiel, wenngleich der erfahrene Leser das möglicherweise erkannt hätte. Zudem hätte Bräuning im Schmerz gestehen können. Er ist, was das betrifft, ein Laie, nie zuvor gefoltert worden, reagiert trotzdem kühl. Das bringt ihm Sympathie. Aber wer jemals einen gebrochenen Arm verdreht bekam, der weiß, dass klare Gedanken in dieser Situation schwer sind. Vor allem weil Bräuning zuvor als sensibler Mensch dargestellt wird. Da waren einige Stellen, die mir einfach zu offensichtlich waren. Zudem ein paar plakative Szenen, die Schmonzette zwischen ihm und Anabel, die sich subtil ankündigt und im Hollywoodstil beinahe ihr Ende findet.
Im Vergleich dazu gibt es wieder Dinge, die ich für intelligent
gelöst halte. Das Zusammenspiel von Kashka und Anabel bei Dahmer, obwohl ich es für riskant halte, arabisch zu sprechen, weil ein solches Kaliber an Makler das vielleicht selbst beherrscht.
Natürlich ist das jammern auf hohem Niveau, denn die Geschichte
passt, ist stimmig und schwer auseinanderzunehmen. Am stärksten
fand ich den Anfang und das Ende, in der Mitte hat es, wie so viele
Bücher dieser Länge einfach ein Loch. Das wird meist mit
Belanglosigkeiten wie Teekochen oder Kaffetrinken gefüllt. Da hätte
ich mir den Rotstift gewünscht, weil es lange auf der Stelle tritt. Dann
zieht es wieder an, da wollte ich nicht zu Lesen aufhören. Ein gutes
Finale, auch wenn man schon weiß, wie es endet.
Kein Überraschungsmoment. Nicht zuletzt, weil sich das Tempo
gegen Ende nur wenig ändert. Da steht man in einer Kanzlei, wo sich
die entführten Kinder und der aufhalten, wo es um Leib und Leben
geht, und man reißt Witze, kichert, grinst, etc.
Da fehlt mir die Ernsthaftigkeit der Sprache, beziehungsweise
schafft sie eine unnötige Distanz, das sie die Ereignisse relativiert.
Zu den Charakteren: So richtig mitgefiebert habe ich mit keinem,
dafür sind mir alle ein wenig zu glatt, zu vorhersehbar, auch wenn sie
eine Vorgeschichte haben, die man auch klar spürt. Das liegt aber
weniger an der Qualität des Buches als an meinen Vorlieben für
Zerrissene. Sie dümpeln alle ein wenig dahin, werden mehr von
Ereignissen gelenkt als von ihrer Motivation. Da hatte ich auch mit
Anabel und ihrer mutmaßlichen Schwärmerei für Peter meine
Probleme. Anfänglich ist sie idealistisch geprägt, das verliert sich
später in ihrem mädchenhaften Verhalten. Da kommt es kaum zu
Konflikten zwischen ihr und der Mutter, das wird im Nachhinein geklärt. Das wiederum hat mir Spannung herausgenommen. Ein bisschen zu viel Friede, Freude, Eierkuchen. Zumindest zwischen den "Guten". Deshalb habe ich auch nicht an Peters Unschuld gezweifelt. Weil die Grenze zwischen den Charakteren recht klar gezogen ist. Claudia zum Beispiel ist zutiefst unsympathisch, ein Charakter, der sich noch offenbart. Dass sie mit von der Partie ist, ist klar, da wird es dem Leser einfach gemacht, sie nicht zu mögen, beziehungsweise ihren kometenhaften Aufstieg zum Oberbösewicht nachzuvollziehen.
Dieselbe Hintertür gilt für Bräuning, wenn man seine fragliche Kinderschänderei außer Betracht lässt. Hätte er das nicht, gehörte er unverkennbar zu den "Guten". Das lässt die Charaktere wiederum farblos erscheinen, wenngleich sie so offensichtliche Sympathieträger sind. Ich habe eben lieber einen, der schwer zu mögen, aber interessant ist.
Retrospektiv ein solider Krimi, aber kein Toptitel, dafür habe ich zu wenig mitgefiebert.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Buchenwald-Report

David A. Hackett
Flexibler Einband
Erschienen bei C.H.Beck, 18.02.2010
ISBN 9783406603563
Genre: Sachbücher

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221 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

schreiben, stephen king, biographie, leben, biografie

Das Leben und das Schreiben

Stephen King , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435742
Genre: Romane

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

glasgow, detektiv, highlander, knochenbrecher, 1953

Lennox

Craig Russell
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.06.2010
ISBN 9783404164486
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mr. Lennox wehrt sich. So ziemlich gegen alles und jeden. Wenn nicht mit den Fäusten, dann zumindest mit seinem Zynismus. Er ist eine coole Sau, so richtig, einer, der versucht, alles im Griff zu behalten. In dem ersten der Teile scheint ihm jedoch alles zu entgleiten. Und nichts ist, wie es scheint. Eine Beschattung wächst sich zu einem Riesending aus, die Glasgower Unterwelt tritt auf den Welt, irgendwie befällt ihn das Gefühl, dass alles zusammenhängt. Allein das Wie will sich Mr. Lennox nicht erschließen. Er weiß nur, dass ein falscher Schritt sein Ende bedeuten. Der Schutz von Twinkletoes und/oder diversen anderen Schlägern erweist sich ab und an als Damokles, die Gefahr ist spürbar. Das ist eine der Stärken von Lennox. Der Charme oder Anticharme der Unterwelt. Es geht ums Geschäft, dabei gibt es Tote, um Macht, dabei gibt es mehr Tote und um Sex. Okay, dabei gibt es auch Tote. Das Ganze wird garniert mit dem Charme der 50er Jahre, einer Gesellschaft, die sich selbst finden muss, aber nicht so recht dazu imstande ist. 
In diesem Dilemma bewegt sich Lennox zwischen den Stühlen, und hofft, nicht ohne Sessel zu enden.
Mich hat es unterhalten, auch wenn es passagenweise etwas mühsam ist. Warum? Es ist verstrickt, die Szenen nicht linear, man muss dabei bleiben, um folgen zu können. 
Kein Nachteil, es bleibt logisch, ob der Komplexität, ich hatte das Gefühle, dass der Autor die Kontrolle behalten hat.
Was noch? Die Sprache. Ganz im Stil dieser Zeit, erste Person Vergangenheit, gibt dem Leser viel Einblick in Lennox wirres Gefühlsleben. Und uns teilhaben an seinem äußerst zynischen Wesen. 
Sollte man gelesen haben.

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262 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

donna tartt, der distelfink, roman, gemälde, new york

Der Distelfink

Donna Tartt , ,
Flexibler Einband: 1.024 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442473601
Genre: Romane

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138 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

entführung, krimi, mord, sommer, fehlurteil

Ein dunkler Sommer

Thomas Nommensen , , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.06.2014
ISBN 9783499234422
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Junge. Der Mann. Jens Brückner. Olaf Koog. Arne Larsen. Gregor Harms. In diesen Ebenen wird erzählt, 
Es fängt kryptisch an, das lassen die Ebenen bereits vermuten. Auch dass der gerade aus der Haft entlassene Jens Brückner nicht das ist, was er scheint. Ein Mörder nämlich. Zehn Jahre zuvor ist ein Mädchen verschwunden, ertrunken in einem Schacht auf einem aufgelassenen Militärgelände. Seine Entlassung wirbelt Staub auf, bringt alte Kräfte zum Aufflammen. 
Bald stirbt einer, der Alleskönner, nur wer hat ihn ermordet? 
Der junge Ermittler Arne Larsen, am Buchrücken als sensibel und außergewöhnlich beschrieben, wird tätig. Ich fand ihn normal, eher einer, der über seine Handlungen reflektiert, ein Gespür für sein Gegenüber entwickelt. Ob das als sensibel gilt, keine Ahnung. Er funktioniert als Figur, ihm folgt man gerne, seine Sicht der Dinge ist spannend. Und doch bleibt er ein wenig im Verborgenen. Vielleicht hab ich es auch überlesen, aber Privates erfährt man erst auf Seite 300irgendwas. Macht auch nichts, in seiner Funktion als Ermittler ausreichend.  Er besticht eher durch analytisches Denken.
Da kommt auch schon die Stärke des Buches. Die Innensicht der Charaktere. Nicht dialoglastig, jeder grübelt für sich, ist in seiner Welt, seinen Träumen, trägt ein Puzzleteil bei.
Es ist ein Buch, das zum Rätseln anregt, bis zum Schluss, da jagt ein Aha-Erlebnis das nächste, bleibt auch logisch, gut durchdacht. Da taucht nicht einfach der Gärtner auf, sondern werden Menschen präsentiert, die man nicht zum Täterkreis gezählt hätte. 
Für mich ein grundsolider Krimi, einer der mich zum Lesen gezwungen hat, ein bisschen wie Tetris, ich habe nur darauf gewartet, dass sich die Reihe endlich auflöst. Am Ende bleibt ein wenig Verwirrung, ein Gedanke, ob es das jetzt tatsächlich war, dann der Jens Brückner, der ein wenig farblos zurückbleibt. 
Schon klar, er weiß mehr als er zugibt, das zu verraten würde Spannung herausnehmen, aber so bleibt er eben ein Klecks, der den Weg ins normale Leben sucht. 
Was mir noch gefallen hat: Die bildhafte Sprache. Gute Beschreibungen, Erklärungen, es ist nicht plakativ, behauptet nicht ständig, ist gefährlich durch seine Bilder. Es lässt den Leser nicht im Stich, man fragt sich selten, wer jetzt was macht, und warum. 
Die Figuren haben Motivationen, handeln nach ihrem Inneren. Kein einziger Augenverdreher. Keine Übermenschen. Endlich normale Leute, die auch scheitern dürfen.
Ein Fünf-Sterne-Krimi war es nicht. Für mich. Weil mir der Knall gefehlt hat, der mir den Schweiß auf die Handflächen treibt.
Schade, das Potential ist sicherlich da, ein Titel, den ich gern gelesen habe. Vielleicht liegt es auch an der Erzählweise. Oft hatte ich das Gefühl, dass man tighter erzählen hätte können, der Text nicht straff genug war. Das macht ihn stellenweise langatmig, nimmt die Spannung. Das Erzähltempo variiert eher wenig, auch während der Action kaum, das schafft Distanz. 
Genug der Meckerei, ein tolles Debüt, ein Autor, den man sich merken kann. Einer, der aus wenig viel macht. 
Lesen? Ja, klar. Ich jammere auf hohem Niveau. Vier Sterne plus.

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, boston, mord, krimi, amerika

Mystic River

Dennis Lehane , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.10.2004
ISBN 9783548261430
Genre: Krimi und Thriller

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

politiker, brutal, südafrika, zulus, verbrecher

Staubige Hölle

Roger Smith , Peter Torberg , Jürgen Bürger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.11.2012
ISBN 9783453436374
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mazibuko. Zondi. Dell. Goodbread. Sunday.
Jede Menge Leichen. Fast schon splatterhaft.
Da kommt auch schon der einzige Kritikpunkt. Okay, einer kommt noch. Später.
Es fängt stark an, mit der Ermordung eines hohen Tieres und der Verfolgung seiner Geliebten. Leider die Frau des Protagonisten.
Deshalb stirbt auch der beinahe.
Südafrika ist ein raues Pflaster. Ich war nie da. Hab sowieso Flugangst. Soll trotzdem schön sein. Wenn man nicht von einem Zulukrieger erledigt wird.
Das ist eine der Stärken von Staubige Hölle. Das Setting, das Lokalkolorit, der Nomen-est-omen-Titel.
Das kann der Autor richtig gut. Die Sprache, die Beschreibungen, kurz und knackig, hart, dreckig. Ein stumpfes Messer, das in den Eingeweiden stochert.
Ich mochte es von der ersten Seite an. Das ist auch das, was mir an einem Buch das Wichtigste ist: die Sprache vulgo der Stil.
Was mir daran nicht gefiel, waren die subjektlosen Sätze. Ja, daran habe ich mich gestört, weil der Autor es sehr inflationär benutzt.
Hier wäre weniger mehr gewesen. Läuft wohl unter Geschmackssache. Möglicherweise ist die Wirkung durch die Übersetzung verpufft.
Weiters positiv: die Figuren. Jede mit einer Geschichte, keine wirkt überzeichnet, wenn dann gezeichnet vom Leben. Leicht hatte es keiner, sieht man schon am Zwischenspiel von Vater und Sohn, die sich nicht richtig leiden können, sich aber dem gemeinsamen Feind hingeben.
Inja: genauso dumm wie gefährlich. Ein Zulukrieger, der seine AIDS-Erkrankung mit einer Jungfrau heilen will, die gerade mal dem Kindergarten entronnen ist.
Perfide aufgesetzt, einige Szenen sind zum Schlechtwerden, wenn es in der Realität nur annähernd so abläuft: Habe die Ehre.
Eine Stärke des Buches, die Faszination des Grauens, der plastisch dargestellte Ekel, der sich wie ein schleimiger Faden durchs Buch zieht.
Grundsätzlich linear aufgebaut, immer wieder unterbrochen durch nette Twists, aber das Ende ist am Anfang klar.
Es muss grausig enden.
Das tut es auch.
Welch Konsequenz.
Lesen: Unbedingt. Was für ein Erzähler.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geheimdienste, korruption, schmitts hölle, terrorristen, berlin-krimi

Schmitts Hölle - Verrat.

Joachim Widmann
E-Buch Text: 275 Seiten
Erschienen bei null, 06.07.2015
ISBN B0114IS3U0
Genre: Sonstiges

Rezension:

Schmitt Sibel, junge Kommissarin, LKA, harte Sau, Deutsch-Türkin, rotlichterprobt. Kaut Bienen, wenn sie Honig will. Drückt bei den Liegestütz die Erde nach unten. Schmitt ist hart, verroht, benutzt selten den Vornamen. Steht ihr auch nicht. Eine Lebensgeschichte, die gut wirkt.
Gute Protagonistin. Generell war ich sehr positiv überrascht. Interessante Leseprobe, cooler Stil, der gut zum Milieu passt. Kurze Sätze, viel zwischen den Zeilen, Dialoge, die sich gut einprägen.
Ohne lahme Sätze, Kaffekränzchensprache, knapp am Leben.
Das Buch hat mich sofort hineingezogen, das kann es nämlich, wenn man sich darauf einlässt. Der Plot ist nicht komplex, man ahnt relativ schnell, worum es sich dreht, Richtung Tatort. Guter Tatort.
Ab der Hälfte etwa wird es voraussehbar. Hat mich nicht groß gestört, es lebt von der Schnelligkeit, dem Stil, der Stimmung, die mir sehr gut gefallen hat. Warum? Weil es anders ist. Hier wurde alles Unnötige gekürzt, damit ein tighter Text entsteht. Gelungen.
Harte Sprache, gute Charaktere, ein paar Twists und Turns, die mich überrascht, aber nicht von den Socken gehaut haben.
Allerdings habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn ich weiterlesen konnte.
Leseempfehlung: Für Leute, die es anders wollen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss und kann. 4,5 Sterne, 2,99 Oiros. Preis-Leistung stimmt absolut.
Btw.: Top Szene mit dem Tacker. Heb nie ab vom Acker ohne deinen ...

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Fette Ernte

Ross Thomas , Jochen Stremmel , Jochen Stremmel
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Alexander, 01.03.2014
ISBN 9783895813177
Genre: Krimi und Thriller

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116 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

dystopie, klassiker, kommunismus, eines meiner lieblingsbücher!, totalitäres system

1984

George Orwell
Flexibler Einband
Erschienen bei Ullstein, 01.01.1998
ISBN B007R2TFYG
Genre: Sonstiges

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(17)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

dresden, krimi, mord, kriegsverbrechen, richter

Duell im Schatten

Romy Fölck
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei Kahl Verlag, 01.02.2012
ISBN 9783938916186
Genre: Krimi und Thriller

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1.164 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 193 Rezensionen

zug, thriller, alkohol, london, mord

Girl on the Train

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.06.2015
ISBN 9783764505226
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tja, was soll ich sagen ... 350 Seiten sind einfach meine Länge für ein Buch, mehr brauche ich nicht, eher weniger ... Es fängt an mit einer Geschichte, die Potential hat, keine Frage ... dann tritt es zweihundert Seiten auf der Stelle und führt die Charaktere ein ... mit ein paar winzigen Schockern, damit das Licht nicht erlischt.
Und dann bin ich eigentlich am Ende der Meckerei.
Naja, fast.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet, Rachel, eine dicke, psychotische Trinkerin, die ihre Schönheit an den Alkohol verloren hat, Megan, eine notorische Fremdgängerin, wechseln sich in der Ich-Perspektive ab. Da kommt die nächste, aber doch letzte Meckerei: Die Perspektiven sind kaum voneinander zu unterscheiden, die Sprache ist dermaßen ähnlich, dass ich oftmals nachsehen musste, wer jetzt gerade monologisiert. Das ist Stärke wie Schwäche, der ewige Innenblick in das Herz der jammernden Protas, okay, noch ein Punkt, dann wars das, weil dadurch eine Vertrautheit entsteht, aber gleichermaßen Montonie.
Deshalb tritt auch die Handlung auf der Stelle.
Dann ziehts es an, ab Seite 220, der Plot tritt auf den Plan, die Verstrickung der Personen, und da muss ich sagen, das halte ich für sehr intelligent gelöst, gut erzählt, und will am Ende nicht unverzeihlich sein.
Denn die letzten 220 Seiten habe ich in einem Satz durchgelesen, auf Kaffee und Zigaretten vergessen, bin nur zum Klogehen aufgestanden. So muss ein Thriller sein, die ständige Frage, wer der Übeltäter war, ein konstantes Unwissen, ein Schweben im Dunkel.
Da trennen sich endlich die Figuren, man weiß, wer wer ist, warum und wann sie etwas machen.
Ein wenig farblos bleiben die Herren, ein bisschen eindimensional, eher Befruchter und Aggressoren, die eigentlich Schuldigen.
Im Nachhinein, okay, ich habe schon wieder gemeckert, stößt mir das ein wenig auf, weil alle einfach nur Betrüger sind und nichts über ihren Hintergrund klar wird, bzw. nicht im Gedächtnis bleibt.
Und dann der Anflug der Political Correctness, zumindest habe ich das als solchen interpretiert.
Schade an dieser Stelle.
Nichts, was meinen Eindruck der zweiten Hälfte wirklich trübt, es ist wirklich gut erzählt, die Hinweise gut platziert, das Ende top.
Kaufempfehlung: Klar, wenn man einen gaaaanz sanften Einstieg mag. Deswegen vier Sterne, weil eben.
Wäre alles so wie die zweite Hälfte, ein Hit. Aber so ist es. Für mich.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

ira, nordirland, historischer krimi, trouble, adrian mckint

Die Sirenen von Belfast

Adrian McKinty , Peter Torberg
Flexibler Einband: 387 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.03.2015
ISBN 9783518466124
Genre: Sonstiges

Rezension:

Aye, da muss man fast eine Rezension schreiben. Es fängt in Nordirland im Jahre 1983 an, eine Zeit, in der man besser woanders gelebt hätte. Die IRA gegen die RUC, die englische Armee, die gerade Richtung Falkland unterwegs sind. Inspector Duffy ahnt es, die Zeiten werden härter. Das ist der Hintergrund des Buchs. Einer, der mich echt an das Buch gebunden hat. Unverbraucht, toll erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Polemik. Es reicht, wenn man es zeigt. Niemand gefällt die Situation, es war ja nicht nur die Gewalt dort ein Problem. Die Politik spielt groß mit, die Wirtschaft stagniert, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein möglicher Attentäter. 
Angetan hat es mir der Protagonist, eine coole Socke, einer mit Orden, der ihm aber sichtlich egal ist. Bringt ihm ja sowieso nichts. Wer da ist, muss helfen, gegen die aufbegehrenden Katholiken mitmarschieren. Umso problematischer, wenn man selbst einer ist. Ein Mann zwischen den Fronten, der sein Bestes gibt, wenn er mag. Alkohol ist Thema, wer je in Irland war, weiß es ganz genau, da geht oder ging es den Nordiren sicher nicht besser. 
Mittendrin ein Mord, der sich schwierig gestaltet, weil natürlich mehr dahinter steckt, als man anfangs glaubt. 
Es transportiert viel Lokalkolorit, den Geist der Zeit, und bleibt es am Ende doch ein Krimi. Es hat mich an Ken Bruen erinnert, ein wenig an Ross Thomas, und doch bleibt es eigenständig. 
Es zieht hinein, lässt einen teilhaben am vergangenen Terror, dem Leid, das solche Konflikte mit sich bringen. 
Sean Duffy gibt sich die volle Dröhnung, sprich die Nachrichten, die von den täglichen Gewalttaten der IRA berichten. 
Polizeireviere, die Bunkern gleichen, vollgepanzerte Fahrzeuge, Beamte, die vor dem Fahrtantritt den Unterboden nach Quecksilberzündern prüfen. 
Ein Leben in abgestumpfter Angst, der Gewohnheit an das Unausweichliche, kann es doch jeden erwischen. 
Es rührt auf, lässt einen nachdenklich zurück. 
Ach ja, der Krimi: Gut angelegt, ein paar Twists und Turns, die einem zwar nicht die flache Hand auf die Stirn treiben, aber doch vom Standard abweichen. So möchte ich ein Buch lesen. Eines, auf das ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn ich wieder Zeit zum Lesen hatte. 
Deswegen: Kaufempfehlung. Aye!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

piemont, italien, geheimnis, krimi, stille

Der Steingänger

Davide Longo , Suse Vetterlein
Fester Einband: 169 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 27.02.2007
ISBN 9783803132086
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben im Gebirge ist hart und dauert meist nicht lange. So ergeht es gleich Fausto, einem Schleuser, der Menschen von Italien nach Frankreich bringt. Cesare, der ihn findet, ahnt nichts Gutes, so entwickelt sich die Geschichte auch. Das Besondere: Kaum ein Wort verlässt die Lippen der dort Ansässigen, die Stimmung ist gedrückt, jeder hat etwas zu verbergen. Es zieht sofort hinein, diese düstere kalte Stimmung, als Bewohner der Alpenrepublik hat man schnell Verständnis und ist gleichermaßen froh, dass man in der Stadt geboren ist. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, jeder versucht sein Auskommen zu finden, die Schleuserei ist da ein einträgliches, wenngleich gefährliches Geschäft. Die Freizeit gestaltet sich einsam, Cesares einziger Freund ist seine Hündin, die ihn stets begleitet, manchmal Sergio, kein richtiger Freund, eher ein im Schicksal Verbundener, dann zumeist in Begleitung Flüchtiger.
Dialoge muss man suchen, es lebt von der Beschreibung der Umgebung, dem Leben, den Figuren, auch wenn sie wortkarg interagieren. So fällt auch meine Rezension aus.
Mir hats gefallen, ein Autor, den man sich merken kann.
Warum? Weil er anders ist, weil die Sprache eine Besondere ist.
Spannungsmäßig hätte man eine Prise addieren können, allerdings schwierig, weil wahrscheinlich das Gedrückte und das Lokale untergegangen wären. 
Fazit: Für Menschen, die etwas anderes suchen.
Leseempfehlung? Klar.

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155 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

thriller, serienmörder, federn, berlin, mord

Federspiel

Oliver Ménard
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2015
ISBN 9783426516560
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie so oft hätte man mit weniger Seiten mehr erreicht. Denn die haben alles andere als Lust auf das Buch gemacht. Da wird herumgedoktert, warum Christine die Sache überhaupt angehen soll. Da wird gebogen, polemisiert, plakativiert, mit Klischees herumgeworfen, dass es gerade so kracht. Vor allem aber wird die entführte Sarah Wagner mal so, mal so beschrieben. Mal die harte Professionelle, mal die holprige, die den Moderatorenjob nur wegen der Eltern bekommen hat. Dann der Chef von Christine, ein Typ mit Zigarre, hartgesotten bis auf die Knochen, und der arme Ekel Albert, der Christine zu Kreuze kriecht. 
Einzig und allein spannend sind hier die Szenen zwischen dem Entführer und Sarah. Bei der Tautologie auf Seite 101 wollte ich das Buch dann auch endgültig weglegen. Nein, ich habs getan, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass das Lektorat einfach nicht wollte. Es ist ein Debut, da braucht der Autor vielleicht mehr Unterstützung. Es wird sehr viel erklärt, damits der Leser auch versteht, das mag manche nicht stören, ich bin mittlerweile komplett allergisch auf diesen Stil. Wenn man ihn so nennen kann. 
Dabei muss sich die Geschichte keineswegs verstecken, die Idee ist nämlich durchaus zu gebrauchen, weil sie in dem abgedroschenen Serienmörderbrei mal einen politischen Hintergrund zeigt, den ich durchaus interessant finde. 
Das ist schade, das kommt erst recht spät, dann zieht die Geschichte an, so irgendwo zwischen 130 und 150, und dann wird es ein richtiges Buch. Abgesehen von den stilistischen Schwächen, die sich durchs ganze Buch ziehen. Das mag natürlich auch Geschmackssache sein. 
Ab diesem Zeitpunkt schwenkt Christine, wird ein normaler Mensch, verhält sich, wie man sich als nichtprofessionelle Ermittlern verhalten würde. Obwohl in der einen oder anderen Situation die Charaktere einfach nur dumm handeln. Natürlich gehts um Spannung, aber den Charakter verbrät es vollends. Dann entledigt man sich seiner, weil eben deswegen. Hätten sie die Polizei hinzugezogen, es wäre nett geworden und der dritte Teil hätte auch noch Zugkraft gehabt. 
Denn der Showdown ist gelungen, aber eben hundert Seiten zu früh. Der letzte Teil, ich wills nicht spoilern, ist halt ein Ok, aha, der war auch dabei. Das hätte man besser anlegen sollen. Natürlich, ein Debut, klar, da hätte der Verlag mehr tun können, indem man den Autor von solchen Fehlern abhält. Hätte man das getan, wäre nämlich ein toller Roman daraus geworden. So bleibt es halt ein Ärgernis. Weil hier ein guter Erzähler zwischen den Buchrücken zu finden ist, der ein wenig überfordert mit der Komplexität scheint.
Fazit: Nicht uneingeschränkt zu empfehlen, aber wenn es unterhält, dann ordentlich.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Totenstille

Manfred Koch
Buch
Erschienen bei Edition Atelier, 20.10.2008
ISBN 9783902498236
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Messingdeal

Thomas Ross , Wilm Elwenspoek , Jana Frey , Jochen Stremmel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Alexander, 01.04.2015
ISBN 9783895813504
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Philip St. Ives, ein Mittelsmann aus New York, bekommt einen neuen Auftrag, den wohl nur er erledigen kann. Einen gestohlenen Messingschild für ein Museum wiederbeschaffen, indem er das Lösegeld an die Diebe übergibt. Sichtlich eine gängige Praxis.
Wer Ross Thomas kennt, der weiß, dass es niemals so einfach sein kann, weil alle mit gezinkten Karten spielen und viel mehr dahintersteckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde. 
Das Ganze ist geschickt aufgezogen, der Protagonist ist eben ein echter, der zwar mühselige Eckdaten hat, aber gut funktioniert. 
Ich hätte ihn auch engagiert, er ist ein vorsichtiger (nein, kein feiger) Mann, der ganz oben mitspielt. Vor allem, wenn die Sache funktionieren soll. 
Sprachlich top, was soll ich dazu sagen, er hat es einfach gekonnt, hatte die Hintergründe, wusste, wie die Menschen ticken. 
Dabei führt er den Leser gekonnt an der Nase herum, am Ende löst sich das natürlich auf, so gemein ist er nicht, und beendet es mit einem Aber oder Oho. Das war bis jetzt bei allen Werken so, darin kann man sich einfach verlieren, in den Figuren, dem Stil, dem Hintergrund, den Twists.
Es ist immer politisch, das sollte man mögen.
Warum vier Sterne? Zugegeben, die Latte liegt hoch, eben nicht so fesselnd wie der achte Zwerg oder der Yellow-Dog-Contract. Und weil es keine 4,5 gibt.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

Er & Sie - Anatomie einer Liebe

Anna Herzig
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Forever, 10.07.2015
ISBN 9783958180512
Genre: Liebesromane

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