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79 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, high fantasy, magie, naris, ritual

Naris - Die Legenden von Mond und Sonne

Lucy Hounsom , Barbara Röhl
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.05.2015
ISBN 9783492703482
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover des Buches zeigt eine junge Rothaarige, die von einem von dunklen Wolken umgebenden Hügel auf ein von Sonnenlicht erhelltes Tal hinabblickt. Ob es die junge Kyndra ist, die von dort einen Blick auf ihre Zukunft erhascht?

Die Zeremonie, die die jungen Menschen des Dorfes in die Gemeinschaft aufnimmt, ist mehr als bloß eine alte Tradition. Ein Artefakt zeigt den jungen Menschen, was ihnen die Zukunft bringen wird. Als es an Kyndra ist, ihr Schicksal zu erfahren, zerbricht das Artefakt und Kyndras Welt liegt in Scherben. Gehasst von den Menschen, unter denen sie aufgewachsen ist, bleibt ihr nur eines: Die Flucht. Gerettet von zwei merkwürdigen Fremden begibt sie sich auf eine lange Reise um zu erfahren, was ihr das Schicksal bestimmt hat. Und mit dem, was sie zu sehen bekommt, hätte sie nie gerechnet.

Kyndra ist eine interessante Hauptperson. Sie ist nicht unbedingt jemand, den man mit der ersten Begegnung gern hat, dafür jemand, den man wirklich gut verstehen kann. Sie ist weder perfekt, noch die geborene Heldin, sondern einfach die uneheliche Tochter der Dorfwirtin, die mit den Ereignissen völlig überfordert ist – und entsprechend reagiert: Mit Trotz, Wut und regelmäßiger Unvernunft und Naivität. Eine Figur, die damit ziemlich authentisch ist.

Das, was man von den anfänglich Fremden weiß, ist nicht viel. Sie sind magisch begabt und geheimnisvoll. Warum sie Kyndra gerettet haben ist anfangs ebenso unklar wie ihr Ziel. Ein Ziel, das trotz der hohen Entfernung schnellstmöglich erreicht werden muss. Trotz der großen Strecke, die Kyndra dadurch an der Seite ihrer neuen Gefährten Bregenne und Nediah hinter sich bringt, erfährt man allerdings recht wenig über die Welt, die sie durchqueren. Die durchreisten Städte dienen hauptsächlich der Nahrungsbeschaffung und zum Vorantreiben des Plots und selbst die Luftschiffe, die den Luftraum der Welt durchkreuzen werden zwar genutzt, aber nicht wirklich detailliert beschrieben. Ich bin kein Freund langatmiger Beschreibungen, hier hätten mir ein paar Details mehr aber durchaus gefallen.

Der Hauptteil der Geschichte spielt an dem Ort, an den Bregenne und Nedia Kyndra bringen: Naris. Der Ort, an dem Menschen wie sie leben und lernen. Bregenne ist sich sicher, dass Kyndra ebenso wie sie dorthin gehört. Eine Meinung, mit der sie ziemlich allein dasteht und die Kyndra in Lebensgefahr bringt.

Beziehungen und Gefühle spielen in “Naris – Die Legende von Mond und Sonne” eine wichtige Rolle, sie sind die Motive, die die Menschen vorantreiben. Sei es nun Kyndra, ihre beiden Gefährten oder die Menschen, die in Naris ihren Intrigen und Ränken nachgehen. Gefühle, die ich zwischen den einzelnen Seiten nur begrenzt spüren konnte. Als Leser weiß man von ihnen, kann sie aber nicht mit fühlen. Einzig bei Bregenne und Nediah bekommt man im Verlauf des Buches einen leichten Hauch ihrer Gefühle zu spüren – und das vermutlich nur, weil diese den Leser eigentlich umreißen müssten.

Der Plot und die Handlungsstränge sind gut durchdacht. Als Leser bekommt man trotz Perspektivwechsel und Kyndras Visionen nur langsam hinter das Geschehen, das sich Teilchen für Teilchen zusammensetzt und zum Ende hin tatsächlich ganz auflöst. Die Geschichte ist damit noch nicht vorbei, das recht abgeschlossene Ende allerdings eine Wohltat unter den ganzen Cliffhangern und offenen Enden der meisten anderen Bücher.

Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht wirklich in ihren Bann ziehen, vermutlich fehlte es mir einfach an Tiefe. Der Plot ist interessant und schlüssig, die Handlungen der meisten Figuren nachvollziehbar. Dennoch sprang bei mir der Funke einfach nicht über, sind weder Welt noch Gefühle durch die Buchseiten zu mir durchgedrungen. Einen weiteren Band würde ich nur wegen Bregenne und Nediah lesen – wenn ich wüsste, dass sie in diesem noch eine wichtige Rolle spielen (ich befürchte allerdings, dass dies nicht der Fall sein wird).

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

monster, anthologie, kurzgeschichten, drachen, lustig

Missverstandene Monster

Pointecker , Mortimer M. Müller , Borrmann , Ulrik van Doorn
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei OHNEOHREN, 01.09.2014
ISBN 9783903006157
Genre: Humor

Rezension:

Ich muss gestehen, dass mich schon der Titel der Anthologie zum Schmunzeln gebracht hat – und das kleine Monsterchen auf dem Cover sieht tatsächlich eher bemitleidenswert als gruselig oder gar monsterlich aus: Winzig klein, mit der Leine eines zerstörten Luftballons in den Klauen, dazu der starre Blick aus dem roten und gelben Auge. Nicht gerade zum Knuddeln, aber auch ganz sicher nicht zum Davonlaufen, im Gegenteil: Es verleitet den Betrachter dazu, das Buch aufzuschlagen und mehr über dieses und die anderen missverstandenen Monster zu erfahren.

Dazu bekommt man auch sehr schnell die Gelegenheit, denn in ihrem “Protestbrief” an Herrn König (Ludwig der VII., König von Frankreich), nimmt die Drachin Tarasque kein Blatt vor dem Mund und zählt jedes der unlängst passierten “Missverständnisse” auf – bevor sie sehr desillusioniert das Land verlässt.

Danach geht es über kleine und niedliche Monsterchen (je nach Gemütsfassung), Todesfeen und berufliche Schreckgespenster bis hin zum “Großen Grausamen Tod”. Letzterer ist mit seinem Namen nicht wirklich glücklich, führt er doch dazu, dass er sich stets allein in den Ruinen schleunigst verlassener Städte herum treiben muss.

Und während einige Monster nur ein kleines, ruhiges, menschen- und vor allem kinderfreies Eckchen suchen und dafür sogar an Monstertherapien, einem Treffen der “Anonymen Pädophobiker” oder einem einfachen “Monster helfen Monster”-Workshop teilnehmen, hoffen andere wie “Willo, das Irrlicht” aus der Feder von Nina C. Egli, sehnlichst auf Besuch. Ein Ereignis, das trotz allen Einsatzes von Willo wohl nie eintreten wird. Ihn habe ich gegen Ende seiner Geschichte tatsächlich sehr bedauert – trotz der Folgen für die Menschen, die einen Besuch tatsächlich in Erwägung zogen.

Das Zusammentreffen mit Menschen ist in den wenigsten Fällen erfreulich zu nennen: Krux aus “Grässlich bleibt grässlich, da helfen keine Pillen” Zusammentreffen mit einem Menschen endet trotz eines guten Starts in einem Desaster – ihm hätte die nähere Betrachtung eines Pornos vermutlich weitaus mehr gebracht als die Filmromanze, die er zufällig mit anschauen konnte. Dem Leser bringt sein Versuch allerdings ein höchst vergnügliches Leseerlebnis. Und auch die “Arachne organophilia” würde die regelmäßigen Zusammenstöße mit der Putzfrau (und ihrem spinnenwebenzerstörenden Staubwedel) sicherlich nur zu gern vermeiden – und das, obwohl man diese Spinne im weitesten Sinne sogar als nützlich erachten muss.

Wenig monströs ist dahingegen Claire aus Sophia Bergs “Ein Katzenschwanz zum Verzweifeln”, tatsächlich ist sie wohl eher süß als monströs zu nennen – und so ist es kein Wunder, dass sie das Verständnis, das sie sucht, sehr zur Verzweiflung ihrer Eltern nicht unter den Monstern findet. Eine wirklich süße (vielleicht auch ein klein wenig kitschige) Geschichte.

Mein absolutes Lieblingsmonster ist allerdings das kleine Monsterchen aus Tanja Rasts “Das aus dem Keller”. Wenn man ihm nicht gerade im Dunkeln begegnet, oder nur sein Scharren und Schnaufen hört, muss man sich einfach in das Kleine verlieben – mein Herz hat es jedenfalls im Sturm erobert.

Und mit der letzten Seite haben zumindest ein paar der Monster ihr Image merklich aufpoliert. Mit dem Streikberater aus Helen B. Krafts Geschichte würde ich allerdings trotzdem nicht tauschen wollen – wer würde schon gerne an einem Monsterstreik teilnehmen, wenn einige der Monster noch von den schönen Zeiten mit den Dörflern und ihren Mistgabeln träumen? Diese Zeiten sind ebenso vorbei, wie das Image des klassischen Monsters passe` ist – spätestens nach der Lektüre dieser Anthologie. Und mit der letzten Seite wird jeder der Leser mit einem leichten Schmunzeln auch sein Monsterbild überdenken. Dafür ist es auch höchste Zeit!

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60 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

dunkellicht, fantasy, mystery, martin ulmer, dortmund

Dunkellicht

Martin Ulmer ,
Buch: 432 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 06.06.2014
ISBN 9783944544618
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover des Buches zeigt einen Mann, der zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß ist. Bewaffnet mit Pistole und Schwert springt er dem Betrachter entgegen. Im Hintergrund kann man die Silhouette einer Großstadt erkennen. Und interessantes Cover, das ebenso wie der Mann in Schwarz und Weiß gehalten ist – und irgendwie düster wirkt. Obwohl die Szene (und die Figur) im Buch so nicht vorkommt, ist sie ziemlich treffend – und hat zumindest mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Etwas, was man vom Klappentext nicht gerade behaupten kann: Der Zeitungsartikel zu dem Geschehen im Buch ist viel zu trocken, um meine Lust auf die Geschichte zu schüren – zum Glück habe ich vorher einen Blick ins Buch geworfen.

Schon seit Jahrhunderten kämpfen die Bruderschaften des Lichts und der Dunkelheit gegeneinander – doch nun droht beiden die Auslöschung: Auf beiden Seiten verschwinden immer mehr Ordensbrüder – einzig Johannes Sturm von der Bruderschaft des Lichts und Antoine Chevallier aus den Reihen des Ordens der Dunkelheit sind dem mysteriösen Gegner bisher entkommen. Unterstützt von der geheimnisvollen Ella und einem wissensdurstigen Magier versuchen die eigentlich verfeindeten Ordensbrüder, den Gegner zu enttarnen und aufzuhalten.

Trotz seiner fantastischen Elemente liest sich “Dunkellicht” wie ein Thriller: Zwei verfeindete uralte Bruderschaften, die plötzlich von einer dritten Macht aufgerieben wird, zwei Kämpfer der verfeindeten Seiten, die notgedrungen zusammenarbeiten müssen – und auf der Flucht vor schwer bewaffneten Feinden so manchen Kampf zu bestreiten haben ohne zu wissen, warum sie eigentlich gejagt werden. Damit gilt es nicht nur einfach zu überleben, sondern auch die Ursache für das Geschehen herauszufinden.

Als Leser ist man im Vorteil, da Martin Ulmer einige Kapitel aus der Sicht der dritten Partei beschreibt – des Rätsels Lösung ist man damit leider auch nicht viel näher als die zwei Ordensbrüder. Man kann sich allerdings ein deutlich besseres Bild von den Gegnern machen und frühzeitig erkennen, dass ihre Motive weit mehr als bloße Mordlust umfassen – tatsächlich scheinen sie einen größeren Plan zu verfolgen. Und die Mittel, die sie dafür aufbieten, können sich sehen lassen: Neben dem Einsatz von Söldnertruppen ist auch der Zugriff auf Bundeswehreigentum durchaus üblich. Damit kann man sich als Leser auf einige Feuergefechte und Explosionen gefasst machen.

Zum Glück sind auch die zwei Ordensbrüder nicht gerade unbedarft: Auch wenn Antoine Chevallier sich eher mit Forschung als mit Feldeinsätzen auskennt, hat er die gleichen Möglichkeiten wie jeder andere des Ordens. Johannes Sturm hingegen kann als Krieger des Lichts sowohl seine kämpferischen als auch seine mystischen Fähigkeiten einsetzen und ist damit allein mindestens ebenso gefährlich wie eine ganze Söldnertruppe. Und ihre Begleitungen scheinen durchaus auch an zwielichten Orten und mit zwielichtigen Gestalten zu verkehren – ihre Kontakte können sich jedenfalls sehen lassen und retten die Truppe damit einige Male vor ihren Verfolgern.

Die Beschaffung von Informationen läuft in dieser Geschichte allerdings anders als in den üblich Thrillern – neben alten Büchern kommen auch fantastische (beziehungsweise mystische) Mittel zum Einsatz: Die Beschwörung von Engeln oder Behütern (je nach Bruderschaft) oder von längst Verstorbenen (hier tritt der wissensdurstige Magier in Aktion). Sehr freigiebig mit Auskünften ist jedoch niemand – und jede Beschwörung hat ihren Preis; einige dieser Preise wollte niemand freiwillig zahlen.

Mit jeder dieser Informationen wird der Hintergrund klarer – und alt Bekanntes unsicher. Letztendlich sind die Motive aller Parteien ziemlich schlüssig – wenn auch einige recht überraschend. Und spätestens mit dem Ende ist alles klar – einschließlich dem, was zu tun ist. Wirklich gut geht es allerdings für die wenigsten der Protagonisten aus. Und mit dem letzten Kapitel wird klar, dass auch damit diese Geschichte längst nicht vorbei ist.

Trotz Titel und Cover hat “Dunkellicht” weit mehr zu bieten als Schwarz- und Weißtöne, allen voran einiges an Action und Geheimnisse – und beide Arten verstehen es, beim Leser Spannung zu erzeugen. Magie (wenn man es denn so nennen mag) spielt allerdings eine eher untergeordnete Rolle, sie ist – ebenso wie die Stadt Dortmund, in der die Geschichte spielt (und einige Leser vermutlich gerade deswegen einen Blick ins Buch werfen lässt) einfach nur eine kleine Facette der Geschichte. Für mich ist “Dunkellicht” damit eindeutig eher Thriller als Mystery oder Fantasy. Allerdings ein Thriller, der es versteht, den Leser in den Bann zu ziehen – und zu halten, zumindest wenn man auf Action, Spannung und Geheimnisse steht – und wer tut das nicht?

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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

legend, dystopie, day, prequel, june

Legend - Das Prequel

Marie Lu
E-Buch Text
Erschienen bei Loewe Verlag, 01.07.2014
ISBN 9783732001903
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Ebook um die Vorgeschichte zur “Legend”-Reihe von Marie Lu. Es enthält zwei Kurzgeschichten, eine für jede der zwei Hauptpersonen der Reihe.

Einzig die Hintergrundfarbe – schwarz – und der Titel unterscheiden das Cover von dem des ersten Bandes, “Legend – Fallender Himmel”: Es zeigt das goldgelbe Symbol der Republik.

Allein und auf sich gestellt versucht der zwölfjährige Day sich mit Diebstählen über Wasser zu halten. Bis er am Hafen die junge Charlie trifft.

Die überaus begabte zwölfjährige June hat ihren ersten Tag an der Drake-Universität, als jünge Studentin die jemals zugelassen wird. Eine Tatsache, die nicht allen ihrer Mitkommilitonen schmeckt – und sie gleich zu Anfang durch deutlich mehr auffallen lässt, als ihr Alter.

Die Geschichten sind relativ kurz gehalten, versorgen den Leser aber gleich zu Anfang mit allen nötigen Informationen, sodass man die Geschichten auch lesen kann, ohne eines der Bücher der Reihe gelesen zu haben. Für alle die es haben, ordnet die Autorin die Geschichten chronologisch ein und setzt sie in Bezug zu dem Rest der Reihe.

Überraschenderweise sind beide Geschichten gleich spannend – und das, obwohl Day bereits damals tagtäglich ums Überleben kämpfen musste und June nur ein Tag an der Universität bevorsteht. Außerdem hängen beide zeitleich sehr eng aneinander.

Days Geschichte lässt ihn einen ersten Schritt in die Richtung gehen, die ihm zu den Helden und stärksten Gegner der Republik werden lässt. Sie gibt ihm einen Grund zu kämpfen, der über das tagtägliche Überleben hinausgeht – und erzählt, wie er zu seinem ersten Kuss kommt.

Junes erster Tag an der Universität beginnt mit einer Verspätung – warum, kann man Days Geschichte entnehmen – und endet mit einer Art Belobigung und einer Verwarnung. Schon der erste Tag lässt damit auf ihren restlichen Studienverlauf blicken.

Viel zu kurz ruft “Das Prequel” dem Leser die zwei Protagonisten noch einmal in Erinnerung und lässt sie einen noch tiefer ins Herz schließen. Wer die beiden noch nicht kennt bekommt eine kleine Ahnung davon, was ihn in Legend zu erwarten hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige (wie ich) danach Lust bekommen, gleich im Anschluss mit der Reihe weiterzumachen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Stadt im Schnee

Tanja Rast
Geheftet
Erschienen bei Arcanum Fantasy Verlag, 30.04.2010
ISBN 9783939139355
Genre: Fantasy

Rezension:  
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140 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

greatcoats, fantasy, könig, sebastien de castell, high fantasy

Greatcoats - Blutrecht

Sebastien de Castell , Andreas Decker
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.05.2014
ISBN 9783492703215
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover des Buches ist recht blutig, trotzdem ist es einen zweiten Blick wert. Es zeigt einen mit einem Schwert bewaffneten Mann in einem wehenden Mantel. Die komplette Figur ist in dunklen Rottönen gehalten. Die den Mann umgebenden Blutspritzer, die auch vor dem Titel des Buches keinen Halt machen, tun ihr übriges, dem Cover eine blutige Atmosphäre zu verleihen. Der Mantel des Mannes ist es, der den zweiten Blick auf sich zieht. Er zeigt ein kriegerisches Heer, dass noch einiges mehr an Blutvergießen verspricht. Sonderlich passend finde ich es nicht. Die Greatcoats tragen graue Mäntel, und die bevorzuge Waffe der Hauptperson Falcio val Mond ist das Rapier (auch wenn das Cover natürlich auch einen seiner Gefährten darstellen könnte). Und so blutig, wie das Cover es verspricht, ist die Geschichte beileibe nicht, auch wenn durchaus einige Menschen zu Tode kommen.

Falcio val Mond hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und ist zum Anführer der Greatcoats aufgestiegen. Ein Aufstieg, der sich mit dem Tod seines Königs in einen tiefen Fall verwandelt hat. Die Greatcoats werden verachtet, im besten Fall haben die Menschen für die ehemals geachteten Streitern für Gerechtigkeit nur verächtliche Blicke und Spott übrig, “Mörder” und “Verräter” ist noch das netteste, was sie zu hören bekommen. Unschuldig des Raubmordes verdächtigt versuchen Falcio und seine Gefährten dennoch weiter für Gerechtigkeit einzustehen und die letzte Mission, die ihnen ihr König gab, zu erfüllen.

Es ist Falcio val Monds Geschichte, die Sebastien Castell in “Blutrecht” erzählt, von Falcio erzählen lässt. Die Geschichte eines Jungen, der davon träumt, einer der fast schon vergessenen Greatcoats zu werden – und an der Seite eines weitsichtigen Königs die Greatcoats wieder ins Leben ruft. Zu Beginn des Buches ist dieser Traum im Schwinden, der König tot, seine Greatcoats in alle Winde verstreut. Nichts als Verachtung und Spott bleiben denen, die ihre Mäntel weiter offen tragen. Und dennoch steht Falcio noch immer für Recht und Gerechtigkeit ein, ist dem König über den Tod hinaus ergeben und versucht alles, um die letzte Mission seines Königs zu erfüllen. Damit ist er eine Figur, die tatsächlich all das repräsentiert, was einen Helden ausmacht – und dennoch so greifbar, wie es kein Held sonst sein könnte. Mein Herz hat er im Sturm erobert und mich so in jeder todgefährlichen Situation, in die er sich begibt, schrecklich um ihn bangen lassen. Und das, obwohl Falcio mit der Zunge ebenso geschickt umzugehen versteht wie mit seinen zwei Rapieren und damit zumindest jedem ehrlichen Zweikampf und jeder fairen Situation gewachsen sein sollte. Fair sind jedoch die wenigsten Situationen, in denen er sich befindet – ein Grund mehr, warum die Welt eigentlich mehr als einen Helden wie ihn gebrauchen könnte und die Greatcoats mehr den je braucht.

Mit den Ausflügen in seiner Vergangenheit bekommt der Leser ein Gefühl von der Motivation, die Falcio antreibt, aber auch von dem Schmerz, der ihn zu dem Mann macht, der er heute ist: Der oberste Kantor der Greatcoats. Und auch wenn der Orden in alle Winde verstreut ist, die Menschen nur noch Verachtung für die einstigen Streiter für Recht und Ordnung haben, steht er weiter für das ein, an das er glaubt: Gerechtigkeit – selbst dann, wenn es ihn das Leben kosten könnte. Und dieser Gedanke schwebte mir mehr als einmal im Kopf, wenn er sich wieder einmal für die Gerechtigkeit oder auch nur für das Überleben in einen weiteren aussichtlosen Kampf stürzt. Über einen Mangel an Spannung kann man sich damit wirklich nicht beklagen, mehr als einmal blieb mir fast das Herz stehen und weit mehr als nur einmal hat man Falcios Tod oder auch den seiner Gefährten vor Augen. Zum Glück beherrschen sie nicht nur die Gesetzte des Reiches, sondern auch die der Klingenkunst und Strategie weit besser als ihre Gegner – manchmal ist es aber dennoch nur pures Glück, Vertrauen oder auch Verzweiflung, die sie aus diesen ausweglosen Situationen entkommen lassen.

Auch wenn er dazu ausreichen würde ist es nicht allein Falcio, der die Geschichte in dem Kopf des Lesers zum Leben erweckt. Seine zwei Gefährten Kest und Brasti haben mir mehr als einmal ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert – und fast ebenso oft wie Falcio den Schweiß auf die Stirn getrieben. Der im Schwertkampf fast unbesiegbare Kest, dessen Humor tief in ihm begraben zu sein scheint und der lebenslustige Weiberheld und Meister des Bogens Brasti, der keinen Scherz auslässt und seine Klappe weniger oft hält als es gut für ihm ist. Vielleicht nicht ganz so moralisch wie Falcio, zumindest Brasti, sind die zwei ihm dennoch treu ergeben und nur ein ganz kleines bisschen weniger liebenswert als Falcio.

Und auch wenn es Falcio ist, der den Weg bestimmt, den sie gehen, hat man stets das Gefühl, dass es nicht er ist, der die Geschicke lenkt. Die Barone sind es, die die alte Welt zum Einsturz gebracht haben, ihre eigenen Pläne mit der Welt haben und fast durchweg die Gerechtigkeit mit Füßen treten. Ihre intriganten Ziele sind es, die es zu vereiteln gilt. Und auch wenn die Ziele im Dunkeln liegen sind die Greatcoats gut darin, diese zu stören. Es gibt allerdings jemanden auf ihrer Seite, der mehr weiß: Die geheimnisvolle Schneiderin, die Falcio und seine Gefährten an Orten treffen, die sie nie besuchen wollten. Die deutlich mehr weiß, als sie zugibt oder andeutet und fast immer zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird.

Der große Zusammenhang, den man anfangs nie vermutet hätte und der sich nur langsam offenbart, löst sich erst gegen Ende auf. Dann, wenn sich das Mosaik aus Kämpfen, Aufgaben und Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammen setzt, jede Figur ins rechte Licht gerückt wird und es umso wichtiger wird, für die Werte der Greatcoats einzustehen.

Schwertkämpfe, Intrigen, ein Hauch von Magie (wenn auch nicht bei den Greatcoats), rechtschaffene Helden und ein fast nicht zu gewinnender Kampf: “Blutrecht” ist ein Buch das begeistert, eines, das zumindest mich von der ersten Seite an in den Bann geschlagen, an manchen Stellen das Herz stocken lassen und schon weit vor dem Ende völlig überzeugt hat. Ein Buch, das sich seinen Platz in meinem Leserherzen gesichert hat.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

maus, lindbergh, fliegen, bilderbuch, torben kuhlmann

Lindbergh

Torben Kuhlmann ,
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 20.01.2014
ISBN 9783314102103
Genre: Kinderbuch

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

jennifer benkau, romance, ane schönyan, andrea mertz, kurzgeschichten

Eine Feder für Wölfe

Swantje Berndt , Holger Stark , Ane Schönyan , Cairiel Ari
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Weltenschmiede, 01.04.2014
ISBN 9783944504117
Genre: Romane

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

steampunk, anthologie, kurzgeschichten, punk, mechanik

Eis und Dampf

Christian Vogt , Stefan Holzhauer , Judith Vogt , Eevie Demirtel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.12.2013
ISBN 9783867622004
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover des Buches ist ein echter Blickfang: Ein Rahmen aus Metallstreben umgibt den ebenfalls metallernen Titel, “Eis und Dampf”. Während das “Eis” im Titel von Raureif (oder auch Eis) überzogen ist, glüht das “Dampf” in feurigem Rot und wird von Dampfschwaden durchzogen. Hinter dem Rahmen kann man zwei Luftschiffe sowie den Eifelturm vor hellblauem (und eisigen) Hintergrund erkennen. Ein Cover, das von Eis durchzogenen Steampunk verspricht.

Und in “Eis und Dampf” wird es sowohl steampunkig als auch eisig, je nachdem, wo in der Welt von “Die zerbrochene Puppe” die einzelnen mehr oder weniger langen Geschichten spielen. Geschichten von dunklen Hinterhöfen, eisigen Wäldern, Luftschiffen und Luftpiraten, die den Leser bis in die entlegensten Winkel dieser Welt und sogar darüber hinaus führen – auch wenn die meisten Geschichten in Europa spielen.

Einige der Geschichten schaffen eine ziemlich düstere, fast gruselige Atmosphäre, die tatsächlich sogar das Ende der Geschichte überdauern könnte. Andere wiederum gehen fast schon glücklich aus – oder lassen den Leser zumindest mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Hauptperson zurück. Samanða aus “Das Auge des Sturmes” würde ich eine solche gönnen und am liebsten würde ich mich in einer weiteren Geschichte von Stefan Schweikert auch selbst davon überzeugen. Andere Protagonisten und Orte muss ich allerdings nicht unbedingt wiedertreffen, gerade die finsteren Winkel dieser Welt müssen für mich nicht weiter beleuchtet werden.

Mein Favorit der Sammlung führt den Leser nach Ägypten: “Das Ægyptische Axiom” ist eine wirklich gelungene Mischung aus althergebrachten Mumiengeschichten, Steampunkt und einem Hauch von Indiana Jones – und es hat tatsächlich ein Happy End. Am Anfang ist die Geschichte ein wenig zäh, dran bleiben lohnt sich hier aber in jedem Fall.

Ziemlich amüsiert haben mich vor allem “Der Gipfel” und “Honig mit Hindernissen”. Erstere wegen des amüsanten Schreibstils und dem inneren Dialog der Hauptperson, letztere wegen des ziemlich untypischen Helden: Ein dicker, süßkramliebender und auch wenig bewegungsfauler Luftpirat, der in dieser Geschichte tatsächlich eine Kaufmannstochter vor einem böswilligen Konkurrenten rettet.

Es sind allerdings nicht nur die Geschichten, die zu fesseln verstehen, sondern auch das Setting mit seinen vielen kleinen mechanischen Wunderwerken, wie das “Tourbillion” in der gleichnamigen Geschichte, der “Otori-Propeller” in “Japanische Stille” oder der kleine mechanische Vogel in seiner Nebenrolle in “Totenliebe”.

Mir hat die Anthologie trotz ihrer zum Teil doch sehr düsteren Geschichten wirklich fasziniert. Die vielen Facetten der Steampunk-Welt, die unterschiedlichen Figuren und Orte haben auch mein Interesse geweckt – und wüsste ich, dass “Die zerbrochene Puppe” glücklich endet, würde ich mich fast sofort ans Lesen machen – so denke ich zumindest darüber nach.

“Feuer und Dampf” ist damit eine gute Gelegenheit, in die Welt von “Die zerbrochene Puppe” hinein zu schnuppern, aber auch für Leser selbige sehr interessant, ihnen hat die Anthologie ein Wiedersehen mit alten Bekannten und sogar den ein oder anderen fehlenden Hintergrund zu bieten. Demnach also ein Buch für alle Steampunk-Fans und diejenigen, die es werden wollen.

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142 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

märchen, robben, meer, insel, magie

Seeherzen

Margo Lanagan , Mayela Gerhardt , ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2014
ISBN 9783499211607
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover des Buches könnte vermutlich zu vielen Geschichten passen, solange sie nur am Meer spielen: Es zeigt die Silhouette einer Frau, die auf steinigen Klippen aufs Meer hinaus schaut, während ihr Schal im Winde weht. Ein poetisches Cover, das gut zur Geschichte passt – auch wenn es den Leser vermutlich etwas anderes erwarten lässt als er dann zwischen den Buchdeckeln findet.

Miskaella ist anders. Eine Andersartigkeit, die schon das Kind zu spüren bekommt – umso stärker, als sich ihre merkwürdige Gabe zeigt. Sie kann die Robben rufen und beeinflussen. Einsam, ungeliebt und ausgenutzt lernt sie ihre Magie zu meistern und damit jene zu bestrafen, die ihr einst Unrecht taten: Die Männer und Frauen von Rollrock Island. Ihre Magie treibt Frauen und Männer auseinander, verändert das Schicksal so mancher Menschen und ist doch nicht mehr als das Abbild einer fast vergessenen Zeit.

Magie findet sich in dieser Geschichte nur am Rande, “Robbenliebe” wird sie genannt – und ist zumindest hier vermutlich der Grund für die Geschichten über Meerjungfrauen und Selkies. Eine alte Legende besagt, dass auch die Menschen von Rollrock unter ihren Ahnen welche finden werden – auch wenn dieses Wissen streng gehütet und nicht gern gesehen ist. Wirklich erinnern tun sich nur die wenigsten – und recht ungern, wenn man die Reaktion auf die Gabe der jungen Miskaella betrachtet. Letztendlich ist es weder Miskaellas Gabe, noch die Geschichte der Robbenfrauen und -männer, die Margo Lanagan in “Seeherzen” erzählt.

Schon der Klappentext bezeichnet “Seeherzen” als “mehr als allein eine Geschichte”. Das Buch erzählt nicht nur eine, sondern mehre Geschichten über Melancholie, Liebe, Hoffnung und Verzweiflung. Gefühle, die der Leser aus jeden Satz herauslesen, sogar mitfühlen kann. Jede der Figuren, die Margo Lanagan in ihrem Buch zu Wort kommen lässt gibt den Leser einen tiefen Eindruck in ihre Gefühlswelt – und stellt gleichzeitig ein kleinen Aspekt in der Geschichte der Insel dar.

Dennoch bleibt die Insel so unnahbar, wie ihre Figuren greifbar sind. Rockroll könnte überall sein, die Geschichte der Menschen auf ihr zu jeder Zeit spielen. Und das Schicksal, dass die Menschen ereilt ist so grausam wie nachvollziehbar. Die Abneigung der Inselbewohner gegenüber der komischen Miskaella ist so nachvollziehbar, wie Miskaellas Reaktion – beides eben einfach menschlich. Aber was bleibt einem Menschen, dem Liebe und Zuneigung verwehrt bleiben? Was wird er verändert, wenn er Macht hat Veränderung zu bewirken – und wie wirken sich die Veränderungen auf die einzelnen Menschen in seiner Umgebung aus? Davon erzählen Margo Lanagans Figuren. Völlig authentisch beschrieben, kann man eine jede verstehen – und dass, obwohl die Autorin es versteht, die dunklen Seiten eines jeden ans Tagelicht zu bringen. Dunkle und düstere Gefühle überschatten damit die vom rauen Meer und Wind zerklüftete Insel. Liebe und Zuneigung sind hier seltener zu finden, als Traurigkeit und Verzweiflung. Und dennoch gibt es immer wieder Hoffnungsschimmer, Gefühle und Taten, die den Leser hoffen lassen – auch wenn sie öfter vergebens ist als sich bewahrheitet. Dennoch gibt es immer wieder Funken, die sie am Leben halten – und mit der Letzten Seite schwellt es wieder, das Feuer der Hoffnung.

Es ist eine bittersüße Geschichte, die Margo Lanagan erzählt. Eine Geschichte, die nur leicht fantastisch, eher märchenhaft zu nennen ist, die die Gedanken der Leser beschäftigt und mit der letzten Seite sehr nachdenklich zurück lässt. Wer weiß schon, ob sich die Geschichte so oder ähnlich nicht wiederholen wird oder schon wiederholt hat? Nichtsdestotrotz lässt die Geschichte den Leser trotz aller Melancholie auch mit Hoffnung im Herzen zurück. Dann, wenn sich mit der letzten Seite die ersten leichten Fäden eines Happy Ends erahnen lassen und sich zeigt, dass in jedem gut verborgen einige der guten Gefühle hausen.

“Seeherzen” ist keine einfache Geschichte, keine leichte Kost und definitiv keine typische Fantasy, eher ein poetisches Märchen, ein Buch zum Nachdenken, Grübeln und Fühlen. Aber auch eine Geschichte die mitreißt und selbst mit der letzten Seite noch nicht loslässt. “Seeherzen” ist eben mehr “als allein eine Geschichte”, ein Buch für das man sich Zeit nehmen muss, nur dann kann einem die Geschichte mitreißen in einen Strudel aus Gefühlen durchmischt von einem leichten Hauch Magie.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

caitlynn, vollstrecker, mord

Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord

Angelika Diem
E-Buch Text: 79 Seiten
Erschienen bei Machandel Verlag, 10.03.2013
ISBN B00BSH9596
Genre: Sonstiges

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Vollstrecker der Königin - Das grüne Tuch: Drei Erzählugen - Sammelband

Angelika Diem
E-Buch Text: 234 Seiten
Erschienen bei Machandel Verlag, 11.03.2014
ISBN B00IY2AG1O
Genre: Sonstiges

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133 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

elfen, fantasy, sabrina qunaj, elfenmeer, elvion

Elfenmeer

Sabrina Qunaj
Flexibler Einband: 501 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 10.03.2014
ISBN 9783746630199
Genre: Fantasy

Rezension:

“Elfenmeer” ist der dritte Band der Elfenreihe von Sabrina Qunaj.

Wie das Kleid der Frau auf dem Cover ist auch der übrige Teil in Rottönen gehalten. Vor dem hellroten Hintergrund kann man einen Wasserfall erkennen, vor dem einzelne Möwen ihre Kreise ziehen. Vor diesem Wasserfall steht eine junge Frau, die in eben jenen hineinblickt. Vielleicht ist der Wasserfall aber nicht das, was er zu sein scheint, vielleicht ist er auch eine undurchdringliche Wasserbarriere – die Barriere, die den Palast des Korallenfürsten vom Meer trennt? In jedem Fall ist es ein Cover, das sich gekonnt an die Cover der Vorgänger anschließt.

Als die Elfenkönigin Liadan sich weigert, auf die Forderungen des Korallenfürsten einzugehen, wird sie von ihm entführt. Der Korallenfürst kann sich einfach nicht vorstellen, dass Liadan wirklich ihre Augen vor dem Unrecht verschließen will, das die Elfen den Menschen antun. Liadan hat jedoch größeres im Sinn, etwas, das aus ihrer Sicht das Leid der Menschen wert ist. Und während der Korallenfürst noch versucht, Liadan von seinem Standpunkt zu überzeugen, machen sich die Silberritter auf den Weg, ihre Königin aus seinen Fängen zu befreien.

Auch in diesem Band der Reihe erzählt Sabrina Qunaj die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein jeder nachvollziehbar und schlüssig und dennoch absolut gegensätzlich. Einige der Figuren sind dem Leser der Vorgängerbande bekannt, Figuren wie Liadan, Vinae und Ardemir. Andere lernt man erst in diesem Band kennen – und jene sind es, die diese Geschichte antreiben: Die junge Ritteranwärterin Marinel, die bei ihrer Ritterprüfung einen Teil ihrer Hand verliert – und ihr Ziel damit in nahezu unerreichbare Ferne rückt; ihr Gefährte, der Silberritter Valuar, eine Figur, die alles andere als perfekt ist; der Korallenfürst, der sich dem Schicksal der Menschen verschrieben hat – und wo es möglich ist, Unrecht, das ihnen geschieht, zu verhindern versucht; die Menschenfrau Naya und ihr Geliebter Avree, der Feuerprinz – beides Kapitäne unter dem Kommando des Korallenfürsten. Die Fronten sind dem Leser schnell klar: Die der Königin und ihre Silberritter und die der Piraten und Menschen um den Korallenfürsten. Was jedoch nicht klar ist und bis über das Ende hinaus unklar bleibt, ist welche dieser Fronten im Recht ist. Gute Gründe haben beide, auch wenn manche besser zu verstehen sind als andere (aber als Leser ist man ja auch nur ein Mensch). Inmitten dieser Fronten versuchen die einzelnen Figuren ihren Weg zu finden – gerade ihre Wege sind es, die den Leser in den Bann schlagen, ihn zu Hoffnung, Angst, Liebe und Hass, manchmal sogar Bewunderung verleiten. Sabrina Qunaj versteht es einfach, ihre Figuren zum Leben zu erwecken und ihnen (bis auf wenige Ausnahmen) einen Platz in den Herzen der Leser zu sichern.

Das Schicksal jeder einzelnen Figur webt die Autorin schließlich zu einem Plot ohnegleichen zusammen. Ein Plot, der nichts Gutes verheißt, weder für Elvion (die Welt der Elfen), noch die miteinander verbundenen Figuren, die jetzt auf verschiedenen Seiten stehen. Schon der Prolog lässt anklingen, dass diese Geschichte unter keinem guten Stern steht und mit jeder Seite mehr wird aus der Vorahnung traurige Gewissheit: Denn so ergreifend manche Momente auch sind, nicht für jede der liebgewonnen Figuren gibt es ein gutes Ende. Mit der letzten Seite könnte man sogar befürchten, dass es für keinen der Charaktere gut ausgehen wird: Denn obwohl bereits jetzt große Opfer gebracht wurden, ist ein Ende des Zwists nicht in Sicht.

Ergreifend, fesselnd und – mit nur fünfhunderten Seiten – eindeutig zu kurz. Viel zu schnell ging die Geschichte vorüber, musste ich wieder Abschied von alten Bekannten und neuen, liebgewonnen Figuren nehmen. Zum Glück ist “Elfenmeer” entgegen der Aussage des Verlages nicht das Finale der Reihe, die Autorin wird die Geschichte weiterschreiben. Und damit bleibt auch mit dem Ende des Buches zumindest meine Hoffnung bestehen.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, elvion, kristalle, piraten, vorgeschichte

Elfenmeer - Der Korallenfürst

Sabrina Qunaj
E-Buch Text: 43 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 06.03.2014
ISBN 9783841206756
Genre: Fantasy

Rezension:

“Elfenmeer – Der Korallenfürst” ist die kostenlose Vorgeschichte zu “Elfenmeer”, dem dritten Teil der Elfenreihe von Sabrina Qunaj.

Das Cover zeigt eine junge Frau, die auf einem Steg vor einer riesigen Welle steht, ihr direkt entgegenblickt und damit für den Betrachter nur von hinten zu sehen ist. In der Gischt der Wellen sieht man Vögel (vermutlich Möwen) fliegen und oberhalb von Gischt und Vögeln blickt einem der Titel des Buches entgegen. Zum Inhalt passt das Cover meines Erachtens nicht, Stil und Gestaltung passen allerdings zu den anderen Büchern der Reihe und es ist fast ebenso schön anzuschauen wie die anderen Cover.

Schon seit Jahren machen der Korallenfürst und seine Kapitäne die Meere von Elvion unsicher, überfallen Handelsschiffe und befreien versklavte Menschen. Einer dieser Menschen ist das Kind Nayla, ein Mädchen, das das Schicksal zumindest eines der Piraten nachhaltig verändern wird.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Korallenfürsten, dem Anführer der elfischen Piratenbande – eine wichtige Figur innerhalb von “Elfenmeer”, die dort selbst aber nicht zur Wort kommt. Aus seinen Augen kann man die erste Begegnung des Menschenmädchens Nayla und seinem Piratenkapitän Avreen, dem Feuerprinzen, beobachten. Eine Begegnung, die beide prägt – und die in “Elfenmeer” noch eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Autorin stellt in der kurzen Vorgeschichte allerdings nicht nur einen Teil der Figuren aus “Elfenmeer” und ihre Magie vor, sondern lässt den Leser auch einen Blick auf die Hintergründe erhaschen, die sich als Leser von “Elfenmeer” ohne die Vorgeschichte erst später erschließen würden: Denn es ist nicht nur die menschliche Fracht, die Koralle und seine Piraten erzürnt.

Mehr als ein Appetithappen ist “Elfenmeer – Der Korallenfürst” nicht, allerdings einer, der gekonnt den Hunger auf “Elfenmeer” schürt. Ich zumindest habe die Figuren schon nach den wenigen Seiten lieb gewonnen und mich darauf gefreut, sie in “Elfenmeer” wieder treffen zu können. Mir hat die Vorgeschichte damit wirklich gut gefallen und ich möchte sie jedem nahe legen, der “Elfenmeer” noch lesen will – und wer noch nicht geplant hat das Buch zu lesen, überlegt es sich nach dem Genuss der Vorgeschichte vielleicht auch noch anders.

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1.006 Bibliotheken, 8 Leser, 14 Gruppen, 171 Rezensionen

dystopie, neva, liebe, rebellion, zukunft

Neva

Sara Grant , Kerstin Winter
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426283486
Genre: Jugendbuch

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130 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

dystopie, draufgänger, fantasyroman, zwei, postapokalypse

Die Zuflucht

Ann Aguirre , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 17.02.2014
ISBN 9783442268351
Genre: Fantasy

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

dystopie, ender, science fiction

Enders Schatten

Orson Scott Card , Regina Winter
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.09.2013
ISBN 9783453314566
Genre: Jugendbuch

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

magie, übersinnliches, kult, geist, liebe

Soulbound

C. M. Singer
Flexibler Einband: 386 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 15.11.2013
ISBN 9783944729220
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit “Soulbound” führt C. M. Singer die in “Ghostbound” begonnene Geschichte um den verstorbenen Polizisten Daniel Mason und die Reporterin Elizabeth Parker fort.

Die Gestaltung des Covers ist an das von “Ghostbound” angelehnt: Auch diesmal ziert das Cover ein Scherenschnitt vor einem zehnzackigen Stern. Entgegen dem vom Vorgänger zeigt dieser Scherenschnitt jedoch einen Mann und keine Frau, der Stern ist ausgefüllt und die Hintergrundfarbe hat von lila zu grün gewechselt. Dass die zwei zusammengehören, erkennt man trotzdem auf den ersten Blick – und gemeinsam machen sich sich im Regal einfach doppelt gut.

Schweren Herzen hat sich Elizabeth entschieden, Daniel gehen zu lassen – nur um dann festzustellen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen hat: Der Ruf, den Daniel bei Sonnenaufgang verspürte, war keines natürlichen Ursprungs – und ganz sicher nicht von der anderen Seite. Ob Elizabeth Daniel rechtzeitig wiederfinden kann?

“Soulbound” beginnt genau da, wo “Ghostbound” aufhörte: An dem Moment, an dem Elizabeth Daniel hat gehen lassen. Sie selbst ist am Boden zerstört, Elizabeth und Dannys gemeinsame Freunde entsetzt oder sogar empört. Und als Leser sieht man sich einmal mehr einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, während man sich fragt, ob man mit Elizabeth trauern oder an Woods Seite seiner Empörung Luft machen soll. Die Freundschaften, die eigentlich von Danny zusammengehalten wurden, sind mit Elizabeths eigenmächtiger Entscheidung, Danny gehen zu lassen, jedenfalls erschreckend fragil geworden. Nun ist es einzig die Suche nach Dannys Mörder, die die Gruppe zusammenhält und Elizabeth vor der völligen Verzweiflung bewahrt.

Die Ermittlungen laufen, bis auf die auch für den Leser deutlich spürbar abgekühlten Beziehungen, ähnlich ab wie zuvor: Zeugen werden abgeklappert und mit geisterlicher Unterstützung (auch ohne Danny) vertieft. Richtig voran bringt sie allerdings nur ein Zufall (oder auch Glück). Die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden, läuten dann auch schon den Showdown ein. Denn nun gilt es, die Mörder vor der Vollendung ihres Plans aufzuhalten, denn Dannys Verschwinden war erst der Anfang.

Zum Ort des Geschehens zu kommen erweist sich dabei deutlich einfacher als dort auch eingreifen zu können. Auf dieser Lesestrecke stockt dem Leser mehr als einmal der Atem, zwischenzeitlich befürchtet man sogar, alle Hoffnungen fahren lassen zu müssen. Schlussendlich geht die Geschichte dann aber deutlich besser aus, als sowohl Leser als auch Danny und Elizabeth zu hoffen wagten.

Zu Ende ist Elizabeths und Dannys Geschichte damit aber noch lange nicht – und so schließen sich an “Soulbound” im letzen Drittel des Buches noch drei kurze Novellen an. In den ersten zwei bekommen es Danny und Elizabeth mit mehr oder wenigen echten Geistern zu tun. Zusammentreffen, die nicht nur Dank der zwei Hauptprotagonisten – und ihrer im Buch fast schon vermissten Dialoge – ziemlich lesenswert sind, und die beide (wie auch die Hauptgeschichte) sowohl Krimi- als auch paranormale Elemente aufweisen. Die Hauptperson der dritten Novelle ist der junge Riley, der diesmal keine für ihn typische übersinnliche, sondern sogar ziemlich normale Begegnung hat: Mit einem Mädchen. Ihr Problem ist allerdings mindestens so ungewöhnlich wie Rileys Gabe – und die Geschichte ebenso spannend und amüsant wie die anderen zwei.

Und auch wenn Danny und Elizabeths Dialoge in diesem Band etwas zu kurz kommen, an Spannung und Gefühlen – auch wenn diese stellenweise ziemlich düster sind – mangelt es “Soulbound” bei weitem nicht. Im Gegenteil, was aufgrund des Plots an Romantik im Hintergrund verschwindet, wird durch Spannung und Action ersetzt. Ganz so einfach kommen eben auch die Protagonisten eines Buches nicht an die wahre Liebe heran. “Soulbound” führt die Geschichte bis hin zu dem jeden Romantiker zufriedenstellenden Ende absolut gelungen fort. Ich zumindest bin froh darüber, beim Lesen nicht unterbrochen worden zu sein. Und wer wie ich dann noch nicht genug hat, kann sich mit den drei im Buch befindlichen Kurzgeschichten zumindest ein bisschen über Wasser halten, bis im Herbst 2014 der nächste Band Reihe, “Spellbound”, erscheint.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

tiere, grausam, natu, menschlichkeit

Whisper

Sandy Kien
E-Buch Text: 441 Seiten
Erschienen bei null, 29.12.2013
ISBN B00HL5F9E4
Genre: Jugendbuch

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suche, isolation, vampire, freundschaft, mord

Das Zeichen des Vampirs

Susan Hubbard
E-Buch Text: 414 Seiten
Erschienen bei cbj, 02.10.2009
ISBN 9783641031145
Genre: Sonstiges

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225 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

meer, liebe, selkie, seehund, fantasy

Sturmherz

Britta Strauß
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783931989774
Genre: Fantasy

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

anthologie

Die Krieger

Ann-Kathrin Karschnick , Torsten Exter , Sean O'Connell ,
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Low, Torsten, 13.06.2013
ISBN 9783940036216
Genre: Fantasy

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673 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

auftragskiller, fantasy, magie, elemental assassin, jennifer estep

Spinnenkuss

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.12.2013
ISBN 9783492269407
Genre: Fantasy

Rezension:

Spinnenkuss ist der erste Band der momentan mit zwölf Bänden geplanten “Elemental Assassin”-Reihe. Die Wahl des deutschen Titels hat mich allerdings schmunzeln lassen, wurde doch aus dem englischen Titel “Spider’s Bite” (zu deutsch: Spinnenbiss) “Spinnenkuss”. Was sich die Übersetzerin hier wohl gedacht hat?

Das Cover des Buches finde ich im Gegensatz zum Titel allerdings ziemlich stimmig. Mir gefällt vor allem die deutlich hervorstechende orange Rune, das Symbol der weiblichen Hauptperson: Die Spinne. Das dahinter befindliche Frauengesicht soll vermutlich selbige darstellen, zumindest wirkt die Frau auf dem Bild ähnlich kalt und hart wie die Spinne während ihrer Aufträge.

Die Spinne ist eine kaltblütige Killerin, jemand, der für Geld über Leichen geht. Fünf Millionen soll der nächste Auftrag bringen, der sich bald als gefährliche Falle entpuppt. Eine Falle, aus der ihr keine andere Möglichkeit als die Flucht bleibt – und die Gewissheit, dass die Person, die hinter dem Ganzen steckt, nicht ungeschorenen bleiben wird. Ein Ziel, für das die Spinne sogar bereit ist, mit der Polizei zusammen zu arbeiten.

Die Welt in der Gin Blanco, auch bekannt als die Spinne, lebt, unterscheidet sich in einigen wesentlichen Aspekten von unserer eigenen: Ein wichtiger Unterschied ist die Magie, die weit verbreitet ist. Vampire und Elementare (wie Gin) bevölkern die Erde neben den Menschen, aber auch die die Schere zwischen Arm und Reich klafft deutlich stärker auseinander als in unserer Welt. Korruption und Bestechung sind an der Tagesordnung, ebenso wie Gewalt und Tod. Gins Arbeit bringt letzteres, allerdings ist sie eine “gute” Attentäterin. Ihre Aufträge sind sorgfältig gewählt und keines ihrer Opfer ist unschuldig. Eine Tatsache, die sie dem Leser ebenso schnell sympathisch macht wie ihre sarkastische Art, die Welt um sich herum zu betrachten.

Als die Falle, die man ihr stellt, jemanden das Leben kostet dem sie nahe steht, will Gin nur noch eines: Rache. Und so webt sie langsam ein Netz, das die Hintermänner in die Falle locken soll. Ein Netz, das ebenso wie Korruption und Gier bis in die Reihe der Polizei reicht. Die Zusammenarbeit mit selbiger gestaltet sich allerdings anders als man es auf den ersten Gedanken vermutet. Es ist nicht die Polizei, die mit Gin zusammenarbeit, sondern ein einzelner Cop, Donovan Caine. Jemand, der tatsächlich die Gerichtigkeit im Blick hat, nicht den eigenen Geldbeutel. Und jemand, der Gin schon längst für den Mord an seinen Partner belangen möchte. Etwas, das er zurücksteckt, um das aktuelle Verbrechen aufzuklären – und sich bei Gin zu revanchieren. Diese hat mit dem Cop jedoch weit mehr vor als nur eng mit ihm zusammen zu arbeiten. Seine Sturrheit, mit der er sie verfolgt, hat sie schon lange beeindruckt und auch sonst ist der gutaussehende Cop weit mehr als nur einen kurzen Blick oder Gedanken wert. Wenn die Situation es zulässt, sprühen daher in manchen Szenen mehr als nur leichte Funken.

Der kriminalistische Anteil der Geschichte hält sich hingegen im Rahmen. Zwar ist es die Suche nach den Hintermännern, die den Plot vorantreibt, sie gestaltet sich allerdings nicht übermäßig schwierig. Gins Kontakte in die Unterwelt – Heiler, Huren & Banker – erweisen sich hier als überaus hilfreich. Donovan Caine ist damit eigentlich nicht viel mehr als eine gutausehende und sexy Nebenfigur. Richtig zur Sache geht es mit ihm (und Gin) eigentlich nur bei einem. Für Kämpfe und magischen Einsatz sind allein Gins Geschick und ihre (elementaren) Kräfte gefragt. Und mit jeder Seite werden die Kämpfe schwieriger, bis es mit dem letzten Abschnitt zum finalen Show-Down kommt, zum rohen Einsatz von Elementarmagie.

Mit den letzten Seiten sind dann nicht nur die “wahren” Bösewicht besiegt, sondern auch der Gin angehängte Mord samt Hintergründe aufgeklärt. Damit bringt Jennifer Estep den Hauptplot der Geschichte zu einem Ende, es sind allerdings längst nicht alle Fäden entwirrt. Die Fronten zwischen Gin und Donovan sind vermutlich nur vorläufig geklärt, als nahezu allwissender Leser kann man sich durchaus ein Wiedersehen vorstellen. Einige der im Laufe der Geschichte eingefügten Hinweise zu Gins Vergangenheit verdichten sich mit dem Ende zu einem Netz, dass noch einige weitere Bände füllen könnte. Weitere Ziele, die Gin anstreben könnte, gibt es mit dem Ende reichlich. Und auch die Geschichte der ein oder anderen Nebenfigur könnte den Leser in den Folgebänden sicherlich ebenso gut unterhalten.

Mich hat Jennifer Estep mit der Mischung aus Erotik und Fantasy, versehen mit einer leichten Prise Krimi, überzeugen können und meine Neugier auf Gins weiteren Lebensweg erfolgreich geschürt. Einen Blick in die im April erscheinende Fortsetzung, “Spinnentanz”, werde ich daher ganz sicher werfen.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Klingenfieber

Tobias O. Meißner
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2013
ISBN 9783492703116
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover von “Klingenfieber” zeigt die in blutroten und schwarzen Tönen dargestellte Silhouette einer Schwertkämpferin, umgeben von weißem Rauch. Ich finde das Cover ziemlich gut getroffen, bringt die Kriegerin dieser Geschichte doch nichts als Blut und Tod – und ist dabei fast so unangreifbar wie weißer Rauch.

Mit dem ersten Blick, den der junge Stenrei auf die Schwerttänzerin Erenis wirft, ist er ihr verfallen. An seiner Seite betritt sie sein Heimatdorf und als sie geht, liegt einer der Dorfbewohner blutend im Staub. Von Dorf zu Dorf führt sie ihre Reise und nicht selten ist das Dorf nach ihrer Abreise um einen Mann ärmer. Wohin sie ihre Reise führen wird, ist für Stenrei allerdings ebenso ungewiss wie für Erenis selbst.

In “Klingenfieber” sind es zunächst die Augen eines anderen, die den Leser die “Heldin” der Geschichte erblicken lassen. Der junge Stenrei beobachtet die Schwertkämpferin bei ihrem Bad in einem Bach. Nur sein junges Alter rettet ihn vor dem unweigerlichen Tod. Diesen bringt er durch sie dann in sein Dorf, um dann nicht jedoch zu verzweifeln, sondern ihr zu folgen. Sowohl ihre Schwertkunst als auch ihr Körper haben den Jungen in ihren Bann geschlagen.

Und während Stenrei Erenis Spuren folgt, webt der Autor den Leser immer dichter in sein Erzählgespinnst. Von keiner Kapiteltrennung oder Überschrift gebremst verliert sich der Leser langsam aber sicher in Eneris Geschichte. Und während sie sich langsam an den anfangs noch lästigen Jungen gewöhnt und Vertrauen fasst, bekommen er und der Leser einen Einblick in die Vergangenheit der Klingentänzerin und dem, was sie zu der Frau machte, die sie heute ist. Und auch wenn dem Leser ebenso wie Stenrei Zweifel ob der Rechtmäßigkeit ihres Handelns kommen, kann man sich wie auch Stenrei ihrem Bann nicht entziehen.

Allein diese zwei Protagonisten und ihr Zusammenspiel würden ausreichen, die Seiten des Buches zu füllen und die Aufmerksamkeit des Lesers zu halten. Mit der steigenden Anzahl toter Männer kommt jedoch eine weitere Figur ins Spiel: Der Rittrichter Vardrenken. Emsig verfolgt er die Spur der Klingentänzerin – es ist jedoch nicht die Suche nach Gerechtigkeit, die ihn antreibt. Und auch, wenn es die Klingentänzerin ist, die Blut und Tod Über die Dörfer bringt, ist es der Rittrichter, den man in dieser Geschichte als Bösewicht erkennt.

Emsig folgt Vardrenken Eneris und Stenrei erst durch die Dörfer, dann auf den Spuren von Eneris Vergangenheit. Denn auch wenn der Beginn anderes vermuten lässt, ist ihre Vergangenheit längst nicht abgeschlossen. Für sie bleibt mehr als nur der tödliche Kampf Frau gegen Mann, auch wenn der Tod ihr unmittelbar folgt.

Das Ende ist ebenso vorhersehbar wie ungewöhnlich. Mit dem letzten Tod wird ein Neuanfang eingeläutet – nicht nur für Eneris. Und spätestens mit dem Prolog, der die Geschichte beendet und dabei gleichzeitig den Bogen zum Anfang schließt, ist die Geschichte der Klingentänzerin Eneris beendet. Mir hat sie gefallen.

“Klingenfieber” ist vor allem eine ungewöhnliche Geschichte, auch wenn sie auf den ersten Blick (und nur dann) an die in der Widmung erwähnten “alten” Heldinnen wie die Rote Sonja oder gar an Conan den Barbar erinnert. Schon mit den ersten Seiten wird man eines besseren belehrt, Tobias O. Meißner hat eine neue Geschichte geschrieben, die allerdings auch Leser der “alten Schule” überzeugen dürfte: Spannende (und blutige) Duelle und eine Queste, die sich erst im Laufe der Geschichte offenbart, dürften so manchen Leser in den Bann schlagen. Und spätestens mit dem Ende, das die Geschichte gekonnt abrundet ohne ihr das Geringste von ihrem Charme zu nehmen, sollte jeder Leser von ihr überzeugt sein. Ich jedenfalls bin es.

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dor

Dorn

Thilo Corzilius
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 10.12.2013
ISBN 9783492962957
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Gestaltung des Titels ist nicht übermäßig passend, auch wenn vermutlich jeder beim Titel “Dorn” eindeutige, zur Covergestaltung passende Assoziationen hat. In diesem Fall ist Dorn jedoch der Name des Landes, in dem die Geschichte spielt – und der elbische Begriff für Traum. Die Landschaft, die man auf dem Cover erkennen kann, könnte durchaus zum Land Dorn gehören, auch wenn der dargestellte Ritter eher nicht zur Geschichte passt. Aber auch, wenn es nicht ganz so passend ist, es versteht den Blick des Betrachters auf sich zu ziehen – und nach dem ersten Reinstöbern ist die Covergestaltung dann absolut nebensächlich.

Mit drei unerwarteten Besuchen beginnt die Geschichte, die der geheimnisvolle Fremde dem Wirtsjungen Hinck erzählt: Ein Bote, der vom Tod des Königs erzählt und den Marktgrafen von Falkenberg zum Konzil in die Hauptstadt einberuft; eine junge Elbin, die den Markgrafen um Schutz bittet und ein düsterer Fremder, der den Grafen mit gezückter Klinge des Nachts in seinem Gemach aufsucht. Eine Geschichte, die vom Geschick des Markgrafen und dem des ganzen Reiches erzählt.

Schon mit den ersten Sätzen des Präludium (lateinisch: Vorspiel) – “Worauf es sich zu warten lohnt” – hat mich Thilo Corzilius in den Bann der Geschichte geschlagen. Fast philosophisch kommen seine Gedanken um die Hoffnung und das Warten daher – bis sie von den Gedanken eines Jungen, der im hintersten Winkel des Reiches lebt, fortgeführt werden. Ein Junge, der die Abwechslung und den Hauch von Abenteuer, den der Gast des Wirthauses mit sich führt, genießen will. Und auch wenn der Gast dem Abenteuer überdrüssig ist, erzählt er dem Jungen seine Geschichte – für die Zeit, die er im Ort verweilen wird. Denn er weiß, worauf es sich zu warten lohnt – und so wartet er und erzählt: Von der Grafschaft Falkenberg und der Last des Grafentums. Von den Getreuen des Grafen und den Ereignissen, die Dorn die Wende brachten: Der Tod des Königs, die Bitte einer jungen Elbin und die dunklen Gedanken, die Dorn zu überziehen drohen. Er erzählt von “alter Magie” in längst vergessener Form, von Freundschaft, Verrat, Mut und Tod.

Die Hauptperson der Geschichte ist der junge Graf von Falkenberg, ein Adliger von geringer Bedeutung für seinesgleichen, aber von hoher für seine Grafschaft und seine Untertanen. Ein gerechter Herrscher, dem das Grafentum eher Last als Freude ist. Jemand, für den Gerechtigkeit mehr als ein Wort ist – und der jederzeit bereit ist, für andere einzustehen. Ein durch und durch rechtschaffener Held, aber auch jemand, der Freunde braucht, um an seinem Schicksal nicht zu zerbrechen.

Um das Land vor einem Bürgerkrieg zu bewahren, die Bürger seiner Grafschaft zu schützen und wieder in eben jene zurück zu kehren muss er eine weite Reise unternehmen. Und um sie zu einem guten Ende zu bringen, muss er sein ganzes Schwertgeschick und das Wissen der jungen Elbin Lia einsetzen. Es gilt zu beschaffen, was ein rachsüchtiger Gegner Menschen, Elben und Riesen gestohlen hat. Den Krieg unter ebenen jenen zu verhindern und die junge Elbin bei ihrer Mission vor einem dunklen Schergen zu bewahren. Es ist nicht der Graf allein, der sich dieser Aufgabe stellt – auch wenn er der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, sind ihm und dem Leser stets der Wert seiner Freunde und Gefährten bewusst.

Anders als die meisten Helden strebt er nicht nach Abenteuern und Ruhm, sondern schlicht und ergreifend danach, wieder in die friedliche Heimat zu gelangen. Eine Tatsache, die bis zum Ende in der ganzen Geschichte mitschwingt. Das Ende ist ein gutes, auch wenn sich einige schwere Opfer nicht vermeiden ließen. Mit dem Abschluss der Geschichte ist sicherlich jedem klar, warum die friedliche Langeweile dem Abenteuer vorzuziehen ist. Ich glaube, dass zumindest Hinck es begriffen hat. Und mit den letzten Seiten erfahren Leser (wie auch Hinck), auf welches Ereignis es sich für den Fremden zu hoffen und zu warten gelohnt hat: Auf ein Ende, dass der Geschichte absolut würdig ist.

“Dorn” hat mich tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite völlig überzeugt. Einmal aufgeschlagen konnte ich mich der Geschichte des Grafen nicht mehr entziehen – und konnte mich ihrer, anders als Hinck, daher an einem Stück erfreuen. “Dorn” ist eine fantastische Geschichte, in einer fast greifbar wirkenden Welt mit einem Helden, dem schon mit den ersten Seiten die Herzen der Leser zufliegen werden. Durchgehend spannend, aber auch emotional. Und während das Ende der eigentlichen Geschichte von einer fast episch zu nennenden Schlacht mit leicht tragischem Ausgang gekrönt wird, wird das Ende der Rahmenhandlung jeden Romantiker überzeugen. “Dorn” ist damit eine Geschichte, die ich bedenkenlos jedem Fantasyleser empfehlen kann.

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