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donna tartt, der distelfink, gemälde, coming-of-age, new york

Der Distelfink

Donna Tartt , ,
Flexibler Einband: 1.024 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442473601
Genre: Romane

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

geheimnis, mutter-tochter-beziehung, drama, familiengeschichte, detroit

Als der Blues begann

Janice Deaner , Adelheid Zöfel
Flexibler Einband: 573 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.06.2007
ISBN 9783499244933
Genre: Romane

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Chikago

Theodora Bauer
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Picus Verlag, 28.08.2017
ISBN 9783711720528
Genre: Romane

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

insel, chuck palahniuk, verschwörung, kunst, psycho

Das letzte Protokoll

Chuck Palahniuk , Werner Schmitz
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 08.01.2007
ISBN 9783442542154
Genre: Romane

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Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
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Erschienen bei tacheles! / Roof Music, 27.07.2017
ISBN B07417SHZP
Genre: Sonstiges

Rezension:

Luises Großmutter Selma hat das zweite Gesicht: Immer, wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt jemand. Und weil alle um die Wahrhaftigkeit dieser Gabe wissen, versetzen diese Träume die ganze Westerwälder Dorfgemeinschaft in Aufruhr.

Ich frage mich, warum mir das Buch nicht gefallen hat. An der Sprache kann’s nicht liegen. Leky schreibt originell und humorvoll. Am Inhalt kann’s nicht liegen. Die Buchbeschreibung hat mich sofort für sich eingenommen. An den Personen? Alle sind skurril in diesem Buch, durch die Bank, oder haben skurrile Eigenschaften. Selma, die wie Rudi Carrell aussieht, der Vater, der durch die Welt gondelt, die Mutter mit ihrem Eismann, die abergläubische Elsbeth, die schlecht gelaunte Marlies, der Optiker, mit seinen Stimmen im Kopf und der nie eingestandenen Liebe zu Selma. (Überhaupt, dieses gebetsmühlenartige Wiederholen, der Optiker, der Optiker, der Optiker …) Die Ich-Erzählerin selber, die einen buddhistischen Mönch liebt, der im fernen Japan lebt und Briefe in den Westerwald schreibt. Obwohl für mich Figuren eines Buches nicht sympathisch sein müssen (sie sollen gut geschrieben sein, das reicht): Kaum einer wird mir lange in Erinnerung geblieben. Ihre Marotten überdecken alles. Alles ist krampfhaft originell. Und da begann es dann wahrscheinlich auch für mich zu kippen, konnte ich die Sprache nicht mehr so schätzen, wie man sie wahrscheinlich schätzen sollte: Wenn alle und alles außergewöhnlich ist, wird’s auch wieder beliebig.

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hörbuch

Die Vegetarierin

Han Kang
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Erschienen bei Finch&Zebra, 09.12.2016
ISBN B01MTXODC7
Genre: Sonstiges

Rezension:

An Yong-Hye ist alles durchschnittlich. Nicht hübsch, nicht hässlich. Ihr Ehemann hegte, als er sie kennenlernte, keine besondere Zuneigung für, aber auch keine Abneigung gegen sie, was sie in seinen Augen zur perfekten Heiratskandidatin machte. Sie bekocht ihren durchschnittlichen Ehemann und ist ihm eine durchschnittlich gute Frau, unauffällig und still, ohne mit ihrer Persönlichkeit groß in Erscheinung zu treten oder mit Eigenheiten für Unmut zu sorgen. Bis sie eines Tages aufhört, Fleisch zu essen. Diese eigentlich als persönliche Freiheit anzunehmende Entscheidung gerät selbst in einem Land, in dem Konformität über allem steht, nicht automatisch zu einem Skandal. Yong-Hyes Entscheidung ist allerdings nicht rein verstandes- und auch nicht rein gefühlsmäßig zu erklären. Yong-Hye driftet zunehmend in eine Parallelwelt ab. Sie meidet bald alles Fleischliche – konsequenterweise schließlich auch den Verkehr mit ihrem Ehemann. Als sie der dominante Vater bei einem gemeinsamen Essen dazu zwingen will, Fleisch zu essen, kippt die Situation vollends. Yong-Hye wird in ein Krankenhaus eingewiesen, in dem sie unangenehm auffällt, indem sie in der Öffentlichkeit ihren Oberkörper entblößt und der Sonne entgegenreckt – wie eine Pflanze, die Photosynthese zum Leben braucht. Yong-Hye will nicht nur kein Fleisch mehr zu sich nehmen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes am liebsten selbst eine Pflanze sein. Für ihren Mann ist sie bald untragbar, er lässt sich von ihr scheiden. Dafür entwickelt der Mann ihrer Schwester eine im Keim immer vorhanden gewesene, bis dato in ihrer Wucht aber nie geahnte sexuelle Obsession für seine Schwägerin. Als Video-Künstler auf eingetretenen Pfaden unterwegs, beginnt ihn ihm eine Vision zu entstehen, die darin gipfelt, Yong-Hyes Körper mit Blumenmotiven zu bemalen und sich mit ihr vor der Kamera zu vereinigen. Eine Art Folie à deux bricht sich Bahn – ohne die zumindest im Ansatz wahnhaften Anwandlungen des einen wären die des anderen nicht aus dem Ruder gelaufen.

Der Roman ist in drei Teile geteilt, von denen jeder von einem anderen Ich-Erzähler erzählt wird: dem Ehemann, dem Schwager, der Schwester. Der Ehemann führt in die Geschichte ein, der Schwager gibt ihr eine entscheidende Wendung, die Schwester erzählt das dramatische Ende, unterfüttert mit Ausflügen in die gemeinsame Kindheit, die zumindest ahnen lassen, wie es in ihrer Schwester aussieht. In Südkorea erschienen diese drei Teile zunächst als separate Novellen. Yong-Hye, die Frau, um die sich alles dreht, an der sich alle reiben, die alle mehr oder weniger in ihre eigenen Abgründe stürzt, hat keine Stimme. Sie selbst kommt nur mit einer Handvoll Sätze zu Wort.

 „Die Vegetarierin“ (ein eher unglücklicher Titel, da zum einen ungenau, zum anderen in eine falsche Richtung deutend) kann im Ansatz als Gesellschaftssatire verstanden werden, sprengt diese Grenze aber sehr schnell.  So weist „Die Vegetarierin“ nicht nur skurrile, überspitzte, sondern auch durchaus verstörende Elemente auf. Yong-Hye ist weniger eine Individualistin als eine Getriebene. Der im Original bereits 2007 erschienene Roman der 1970 geborenen Autorin wurde mit dem internationalen Man Booker Prize ausgezeichnet.

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kunst, liebe, berlin, roman, künstler

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:

Ein junger Mann beugt sich über die Kloschüssel in einem ICE und kotzt sich die Seele aus dem Leib – eher gesagt, irgendetwas Gelbes. Kanarienvogelgelb und Silbern, eigentlich ganz hübsch.

So beginnt der Debütroman von Anna Reinecke.

Karl, ein aufstrebender Künstler, ist auf dem Weg in seinen Heimatort Leinsee. Entfremdet von seinen Eltern, dem berühmten Künstlerehepaar Ada und August Stiegenhauer, steht ihm nun nach Jahren ein Wiedersehen bevor, wie man es sich dramatischer kaum ausmalen könnte: August hat sich erhängt, weil er sich ein Leben ohne seine Frau nicht vorstellen konnte, und Ada – ein Wunder, an das kaum jemand geglaubt hat – überlebt die Operation eines komplizierten Hirntumors. Und meint fortan, in Karl ihren Mann zu erkennen.

Das könnte nun sehr, sehr kitschig werden. Kitschig und schräg. Schräg ist es auch. Kitschig nicht.

Karl nistet sich in der verwaisten Villa seiner Eltern ein, und das ist wörtlich zu nehmen. Er baut sich buchstäblich ein Nest, eine Schlafhöhle. Schon als Kind in ein Internat gegeben, hat er nie eine Beziehung zu seinen Eltern aufbauen können. Die waren sich eigentlich immer einander genug, haben niemanden in ihre Welt gelassen, auch ihren Sohn nicht. So ist aus Karl ein reichlich willfähriger Mensch geworden. Künstler, ja, aber so richtig ernst kann er das alles nicht nehmen. In der Beziehung mit der älteren Mara gibt sie den Ton an. Überhaupt, Frauen: Ab und an legt sich ihm eine ins Bett. So auch Alexandra, Krankenschwester, während Mara im fernen Berlin geblieben ist. Und dann ist da das Mädchen im Kirschbaum: Tanja, acht Jahre alt. Eigentlich kann Karl mit Kindern nichts anfangen. Die Schar, die sich in den Garten der Villa einschleicht, verjagt er kurzerhand mit einem Gewehrschuss in die Luft – was ihm den Besuch der örtlichen Polizei beschert. Aber eigentlich sind alle, auch die Polizisten, wie gelähmt vom Stiegenhauer-Nimbus. Nur Tanja nicht. Zunächst wortlos, beginnen die beiden miteinander zu kommunizieren, nähern sich an, entfernen sich voneinander, finden sich, nach Jahren, wieder.

 "Leinsee“ ist ein Entwicklungsroman, am Rande eine Satire auf den Kunstbetrieb, eine Liebesgeschichte fernab gängiger Klischees, mit Brüchen und Sprüngen, sprachlich gekonnt, innovativ, humorvoll, bildgewaltig, mal poetisch, mal derb.

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Tanzen auf Beton

Iris Hanika
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei btb, 10.03.2014
ISBN 9783442746644
Genre: Romane

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

geburtstagsgeschenk, gwynfaer, theater, roman, skurril

Gretchen

einzlkind
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.11.2014
ISBN 9783453438019
Genre: Romane

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Zu guter Letzt

Edward St. Aubyn ,
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 17.09.2013
ISBN 9783492303224
Genre: Romane

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humor, wg, hartmut, männer, bochum

Hartmut und ich

Oliver Uschmann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.06.2005
ISBN 9783596166152
Genre: Romane

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hörbuch

Das Leben des Vernon Subutex 1

Virginie Despentes
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Erschienen bei Der Audio Verlag, 15.11.2017
ISBN B077G84Q3H
Genre: Sonstiges

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

australien, chirurg, dschungel, hölle, 2. weltkrieg

Der schmale Pfad durchs Hinterland

Richard Flanagan ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492057080
Genre: Romane

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liebe ü40, sehr fein beobachtetes psychogramm, literarischer liebesroman

Das Glück, wie es hätte sein können

Véronique Olmi , Claudia Steinitz
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei btb, 14.12.2015
ISBN 9783442749799
Genre: Romane

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

die zweisamkeit der einzelgänger, joachim meyerhoff

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Joachim Meyerhoff
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.11.2017
ISBN 9783462049442
Genre: Romane

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

widerstand, biographie, deutschland, ns-zeit, drittes reich

Wer wir sind

Sabine Friedrich
Fester Einband: 2.032 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2012
ISBN 9783423280037
Genre: Romane

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hörbuch

H wie Habicht

Helen Macdonald
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Erschienen bei HörbucHHamburg HHV GmbH, 07.08.2015
ISBN B012W9DSCS
Genre: Sonstiges

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deportation, entkulakisierung, ergreifend, gewalt, 2015

Suleika öffnet die Augen

Gusel Jachina
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Erschienen bei Audible GmbH, 17.02.2017
ISBN B01MSBIINH
Genre: Sonstiges

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dystopie, hörbuch

Leere Herzen

Juli Zeh
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Erschienen bei Der Hörverlag, 13.11.2017
ISBN B0772T69K7
Genre: Sonstiges

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hörbuch

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman
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Erschienen bei Lübbe Audio, 24.04.2017
ISBN B06XYNSPZB
Genre: Sonstiges

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thriller, meer, wissenschaft, umwelt, meeresbiologie

Der Schwarm

Frank Schätzing
Flexibler Einband: 992 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.11.2005
ISBN 9783596164530
Genre: Krimi und Thriller

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literatur, deutschland

Exerzierplatz. Roman

Siegfried Lenz
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 01.01.1985
ISBN 9783455042139
Genre: Romane

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457 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

bar, usa, new york, kindheit, alkohol

Tender Bar

J. R. Moehringer , Brigitte Jakobeit (Übersetz.)
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 15.02.2007
ISBN 9783100496027
Genre: Romane

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hörbuch

Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
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Erschienen bei tacheles! / Roof Music, 20.08.2015
ISBN B0123WUP48
Genre: Sonstiges

Rezension:

Baba Dunja steht mit dem Vorsatz auf, dem Hahn von nebenan den Hals umzudrehen, weil der ihr den Schlaf raubt. Das muss sie dann nicht tun, aber Hühnersuppe gibt’s an dem Tag dennoch. Die teilt sie mit der – eigentlich untröstlichen – Nachbarin Marja und mit Petrov, der vor einiger Zeit schon zum Sterben gekommen ist und der – eigentlich – nicht nur auf Zucker, sondern auch auf Salz und Fett und sonstige ungesunde Nahrungsmittel verzichtet. Dunja, die ehemalige Melkerin Marja und Petrov, drei alte Herrschaften, leben mit einer Handvoll anderer Alter in einem verschlafenen Straßendorf mit dreißig Häusern, von denen nur gut die Hälfte bewohnt ist. Der Rest steht leer, von ihren ehemaligen Bewohnern verlassen mit allem, was darinnen war, mit Möbeln, Büchern, Fotos, Kleidung – kurz, mit sämtlichem Hab und Gut. Mitnehmen konnte damals niemand etwas davon. Aber zurückgekommen sind manche. Dunja, die einmal Hilfskrankenschwester war und deren Tochter Ärztin bei der Bundeswehr im fernen Deutschland ist, war die Erste. Die anderen folgten ihr nach. So leben sie in Tschernowo, im Dunstkreis des Reaktors nach dem GAU.


Dunjas Tschernowo ist zudem von Geistern der Vergangenheit bevölkert, die sich unter die Lebenden mischen, wie ihrem Mann Igor, der lange tot ist, so lange, dass es Dunja peinlich berührt, wenn er sie ansieht, ist sie doch schließlich unterdessen alt geworden, er aber nicht. Es könnte fast ein beschauliches Leben sein in Tschernowo. Es gibt Strom, aber kein fließendes Wasser. Ab und an kommt einer auf seltsame Ideen, wie die, dass Tschernowo ans Mobilfunknetz angeschlossen werden sollte. Aber die Handy-Strahlung …! Darüber hinaus lebt jeder mehr oder weniger für sich, pflegt seinen Garten, in dem Gemüse und Obst üppig gedeihen, sitzt auf der Bank vorm Haus oder schaukelt in der Hängematte und liest Gedichte. Wenn es unbedingt sein muss, z. B. um seine Post abzuholen, begibt man sich ein paar Kilometer außerhalb zur Haltestelle bei der ehemaligen Pralinenfabrik und fährt mit dem Bus in die Stadt Malyschi, wo die Menschen sich – außerhalb der Todeszone – in einem trügerischen Gefühl der Sicherheit wiegen.

 

Eines Tages erhält Dunja einen Brief von ihrer Enkelin Irina, den sie nicht lesen kann, und ein Mann mit einem kleinen Mädchen kommt nach Tschernowo. Und dann haben die Bewohner plötzlich ein gemeinsames Problem – eines, auf dem sich bald die Fliegen niederlassen …

 

„Babas Dunja letzte Liebe“ ist ein Beleg dafür, dass Endzeitromane nicht in einer fernen Zukunft spielen müssen – in Tschernowo ist „das Ende“ schon da. Alina Bronsky hat mit Baba Dunja eine wunderbare Ich-Erzählerin geschaffen, unerschrocken im verstrahlten Niemandsland, aber ohne die Augen zu verschließen, lakonisch, knochentrocken. Ausdrücklich keine komische Alte! Auch die anderen Bewohner sind psychologisch fein erdacht und erzählt. Herrlich auch das einzige Paar des Ortes. Da sitzt jeder Satz, jedes Wort. Es ist ein reines Vergnügen, diesen Roman zu lesen (ausdrücklich auch: zu hören) – man lacht, trotzdem das Lachen einem manchmal im Halse stecken bleiben müsste.

 

„Baba Dunja“ stand 2015 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Für mich war es einer der Romane, die neugierig aufs Gesamtwerk des  Autors machen. Von daher wird es nicht mein einziges Buch dieser Autorin bleiben.

 

Alina Bronsky wurde 1978 in der Sowjetunion geboren. Mit ihrer Familie siedelte sie in den 1990-er Jahren als Kontingentflüchtlinge nach Deutschland über.

 

Das gut viereinhalb Stunden dauernde Hörbuch wird meisterhaft (und preisgekrönt) gelesen von Sophie Rois.

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hörbuch

Glücklich die Glücklichen

Yasmina Reza
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Erschienen bei HörbucHHamburg HHV GmbH, 10.02.2014
ISBN B00HWBTBSW
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vorweg: Yasmina Reza ist eine französische Autorin, aus deren Feder u. a. das (auch verfilmte) Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ stammt.

 

Der Titel des Romans leitet sich ab von einem Zitat von Jorge Luis Borges, das dem Roman vorangestellt ist: „Glücklich die Geliebten und die Liebenden und die auf die Liebe verzichten können. Glücklich die Glücklichen.“

 

Damit ist schon gesagt, wovon der Roman handelt: von den Beziehungen von Menschen untereinander, dem Jagen nach dem Glück, dem Scheitern, von Sackgassen, Sehnsüchten, Neuanfängen, Unmöglichkeiten. Einen Handlungsabriss zu erstellen, wie man ihn sonst üblicherweise an dieser Stelle findet, fällt mir schwer. Der Grund ist die Struktur des Romans.

 

21 Kapitel sind jeweils mit dem Namen einer handelnden Person überschrieben. 18 der handelnden Personen kommen in diesen Kapiteln als Ich-Erzähler zu Wort. 21 Monologe. Selbstgespräche? Oder an ein Publikum gewandt? Wenn ja, an welches? An eine andere Romanfigur? An den Leser? Ich weiß es nicht. Erst nach und nach wird deutlich, in welcher Beziehung die Figuren miteinander stehen. Dies verlangt jedoch – besonders, wenn man das Hörbuch hört (in dem die einzelnen Figuren von jeweils anderen Sprechern gelesen werden) – ein gutes Namensgedächtnis. 18 Personen – 18 selbst erzählende Personen; daneben gibt es weitere, *über* die nur gesprochen wird – ich finde das nicht ganz so trivial. Da gibt es Ehepaare, Seitensprünge, Verhältnisse, Eltern und andere Verwandte, Freunde. Fast wünscht man sich ein Schema: Robert ist der Ehemann von Odile, Schwiegersohn von Ernest und Jeanette, Freund von Luc und Lionel … Dass es das nicht gibt, wird seinen Grund haben: Man soll die Beziehungen untereinander erst mit Fortschreiten des Romans ergründen – oder man will’s den Lesern bloß nur nicht allzu leicht machen.

 

Die Handlung, ja. Das ist schwierig, weil es etliche Kapitel gibt, in denen keine klassische Handlung stattfindet. Stattdessen wird man Zeuge von alltäglichen (und besonderen) separaten Geschehnissen, auch erinnerten. Robert und Odile kriegen sich in einem Supermarkt über die Wahl eines Käses in die Haare – vorgeblich. Szenen wie diese sind von absurdem Humor und einer unterschwelligen Boshaftigkeit, zugespitzt, sicher, aber dennoch möglicherweise dem Leser doch nicht ganz unbekannt. Da gibt es ein befreundetes Paar, dessen Sohn sich für Celine Dion hält. Den Sohn, der seine Mutter in die onkologische Ambulanz begleitet und sich vor ihrem Mundwerk fürchtet. Das sind kleine Scharmützel, angetrieben von unerfüllten Sehnsüchten, Selbstbetrug, Bitterkeit; etliche Personen muten irgendwie narzisstisch an, wie sie um sich selbst kreisen, sich selbst bespiegeln. Das war mir zugegeben teils etwas viel. Aber: Einmal nicht aufgepasst, schon hat man vielleicht was Entscheidendes verpasst, eine Verbindung, die von Bedeutung ist, ein Ereignis, das das Vorhergehende in anderem Licht erscheinen lässt.

 

Erst gegen Ende treffen mehrere der Personen bei einem Ereignis zusammen. Erst die beiden vorletzten Kapitel haben – abgesehen von Einzelheiten, die, eingestreut in die anderen Kapitel ebenfalls einen Fortgang der Handlung beschreiben – eine Handlung, wie man sie von einem „herkömmlichen“ Roman erwartet. Das Ende? Ja …

 

Meine Meinung zu diesem Roman ist nicht eindeutig. Interessant war er zweifellos, in der Struktur, die mir so noch nicht untergekommen ist. Ich glaube, um den Roman wirklich beurteilen zu können, muss ich ihn mir ein zweites Mal zu Gemüte führen. Was ich bei anderen Romanen schon aus Vergnügen getan habe, wäre hier aber eher der Neugier geschuldet: Was mag mir alles entgangen sein …? Und warum stehe ich beim Ende so auf der Leitung.

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