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221 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

agoraphobie, alkohol, beobachten, depression, medikamente, mord, nachbarn, new york, psychologie, psychologin, spannung, stalker, the woman in the window, thriller, trauma

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

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(18)

37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

die letzte stunde, england, historischer roman, minette walters, pest, pest (schwarzer tod), starke frau

Die letzte Stunde

Minette Walters , Sabine Lohmann , Peter Pfaffinger
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453271685
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:

Südengland, Juli 1348: An der Küste ist die Pest ins Land gekrochen. Binnen kürzester Zeit entvölkert sie ganze Landstriche, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Herrin von Develish, nimmt das Heft in die Hand. Sie bringt all ihre Schutzbefohlenen auf ihrem Anwesen in Sicherheit und lässt die Zugangsbrücke verbrennen. In ihrem kleinen Reich zählen nicht mehr gesellschaftliche Konvention und Rang, sondern Einsatz für die anderen. Als neuen Verwalter setzt Anne Thaddeus ein, den niedrigsten, aber klügsten ihrer Diener. Doch kann sich die Schicksalsgemeinschaft gegen die schreckliche Krankheit behaupten, die vor ihren Toren tobt? Gegen die Verzweifelten und Raffgierigen, die Develish angreifen? Werden die kargen Vorräte reichen? Dann geschieht ein grausamer Mord und droht Lady Annes Gemeinschaft endgültig zu zerreißen ...

Meinung:

Ich lese gerne mal zwischendurch historische Romane und dies war mein erster von Minette Walters. Den Schreibstil habe ich als anspruchsvoll empfunden, so hatte ich teilweise Mühe, mich durch die vielen Seiten zu lesen.

Die Charaktere waren mir nicht alle sympathisch und weder Lady Anne noch Thaddeus noch Eleanor konnten mich emotional erreichen. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, waren die Auswirkungen der Pest zur damaligen Zeit, vor allem die wirtschaftlichen Aspekte. Auch die Standesunterschiede und deren Auswirkungen waren sehr interessant.

Ausführlich und teilweise schonungslos wird über die Pest berichtet. Was und wen sie alles zerstört, vor allem aber, wie die Menschen damit umgehen und wie sich selbst und anderen versuchen, zu helfen.

Meine Enttäuschung war am Ende groß, als ich feststellen musste, dass die Geschichte hier nicht endet, sondern es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:

Leider konnte mich dieser historische Roman nicht erreichen.

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(34)

78 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

cold case, computer, femme fatale, japan, krimi, mord, mordserie, osaka, spannung, thriller, tropen verlag, unaufgeregt, unterschwellig spannend, verbrechen, zwielichtige geschäfte

Unter der Mitternachtssonne

Keigo Higashino , Ursula Gräfe
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Tropen, 10.03.2018
ISBN 9783608503487
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet aufgefunden. Es ist das Jahr 1973 in Osaka. Detektiv Sasagaki übernimmt den Fall, der ihn dann 20 Jahre lang beschäftigen soll.

Ryo, der Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Selbst als Sasagaki pensioniert wird, lässt ihn dieser Fall nicht los. Und so ermittelt und forscht er weiter, steigt tief in die soziopathischen und kriminellen Tiefen der Menschen hinab, um endlich den Mörder zu finden.

Keigo Higashino fügt in über 700 Seiten diese Geschichte zusammen. Anfangs werden ausführlich die einzelnen Charaktere beschrieben, die Handlung wird nach und nach aufgebaut. Man überlegt am Anfang, ob diese Informationen wirklich alle nötig sind, doch am Ende des Buches fügt sich alles perfekt zusammen und man ist froh darüber, selbst die kleinsten Details erfahren zu haben. Die Spannung wird stetig aufgebaut.

Der Schreibstil ist flüssig und man kann über die Seiten fliegen. Da ich persönlich keine Bücher mit über 700 Seiten mag, war ich angenehm überrascht, da hier keine unnötigen Längen oder langatmige und langweilige Handlungen vorkamen. Da die Spannung sich immer weiter steigerte, und der Autor es geschickt verstand, den Leser zu fesseln, sei es mit alltäglichen Erlebnissen oder kriminellen Handlungen war ich bis zum Ende, in dem sich alles perfekt zusammenfügte, als stille Ermittlerin begeistert dabei. Auch die japanische Kultur wurde immer wieder hervorgehoben und so konnte man auch diese in diesem fesselnden Krimi toll mit aufnehmen und kennenlernen.

Als einziges Manko möchte ich die vielen japanischen Namen anmerken, mit denen ich mich besonders am Anfang des Buches schwer getan habe.

Fazit:

Ein spannender und interessanter Krimi, mit toller Handlung und japanischer Kultur, der mich sehr begeistert und gefesselt hat. Absolute Leseempfehlung.

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(28)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

baby, forensik, haft, hilfe, hoffnung, hoffnungslosigkeit, kindermörderin, krankheit, krimi, mord, opfer, psychiatrie, täter, therapie, trauma

Der Augenblick

Irene Matt
Flexibler Einband: 249 Seiten
Erschienen bei Schardt, M, 01.12.2017
ISBN 9783961521241
Genre: Romane

Rezension:

Hauptkommissarin Alexandra Keller muss nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub gleich einen Fall übernehmen, der eine junge Familie ins Unglück stürzt. Ein Baby ist verschwunden und wird Tage später tot aufgefunden. Doch leider bleibt der Fall ungeklärt. Plötzlich stellt sich die Täterin selbst. Und damit beginnt die eigentliche Geschichte.

Dass dies kein normaler „Krimi“ ist, war im Vorfeld bekannt. Es geht um Schuld und Sühne. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie dies im Buch umgesetzt wird.

Die Täterin soll vor Verurteilung an einer Studiengruppe teilnehmen. In dieser wird nicht die Tat selbst, sondern das Warum und die Hintergründe der Tat in einer Gruppentherapie besprochen.

Interessant vor allem war, wie so eine Gruppentherapie funktioniert und der Einblick in das tiefenpsychologische Geschehen. Welche Auswirkungen verdrängte Erinnerungen und vieles andere verursachen können, wie man diese be- und verarbeitet, damit man am Ende nicht Täter einer schlimmen Straftat wird. Was sind die eigentlichen Gründe für eine Tat, was war der Auslöser?

In den Gesprächen wird vieles offenbart, man lernt die Charaktere und vor allem die Hauptkommissarin Alexandra Keller genauer kennen. Alle Charaktere sind realistisch dargestellt. Die Autorin vermittelt mir als Laien auf dem Gebiet der Psychologie einen fundierten und verständlichen Einblick, so dass ich als Leser alles gut verstehen und umsetzen konnte.

Besonders der Anfang des Buches mit dem Fall des kleinen Babys sowie das Ende waren sehr spannend kreiert. Alles weitere, was die Hintergründe einer Tat, die Gruppentherapie, die Umstände jedes Einzelnen betraf, waren überaus interessant und fesselnd dargestellt.

 

Fazit:

Ein überaus interessanter und auch mit Spannung versehener „Krimi“, der eigentlich kein Krimi ist. Aber mindestens genauso spannend und fesselnd. Die Hintergründe und das Warum einer Tat ist ebenso interessant, wie einen Täter zu jagen und bei den Ermittlungen der Kommissare dabei zu sein. Dieses Buch hat mich gerade wegen der tiefenpsychologischen Thematik so gefesselt und begeistert. Selten ein so lehrreiches und interessantes Buch gelesen, welches gleichzeitig so spannend und fesselnd war.

5 Sterne von mir und absolute Leseempfehlung.

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(156)

328 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

2. weltkrieg, adolf hitler, berge, berghof, charisma, der junge auf dem berg, deutschland, familie, frankreich, hitler, john boyne, jugendbuch, nationalsozialismus, verrat, zweiter weltkrieg

Der Junge auf dem Berg

John Boyne , Ilse Layer
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.08.2017
ISBN 9783737340625
Genre: Romane

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(14)

49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

amerikanische ureinwohner, ch: niveau 2016, geisterlieder, indianer, indianische tradition, jagdunfall, leben im reservat, literatursalon, reservat, schuld und vergebung, sühne, tradition

Ein Lied für die Geister

Louise Erdrich , Gesine Schröder
Fester Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 17.10.2016
ISBN 9783351036461
Genre: Romane

Rezension:

Landreaux und Emmaline Iron sind Nachbarn und Freunde von Peter Ravich und seiner Frau Nora. Nora ist die Halbschwester von Emmaline, doch die beiden stehen sich nicht sehr nahe. Landreaux und Emmaline haben 3 eigene Kinder, Snow, Josette, Chooky  und La Rose. Bei ihnen lebt auch Hollis, der Sohn von Romeo, der ihn selbst nicht erziehen kann, da er nur Gelegenheitsjobs und Probleme mit Drogen hat. Nora und Peter haben zwei Kinder, Maggie und Dusty.

Eines Tages erschießt Landreaux unbeabsichtigt Dusty bei der Jagd auf einen Hirsch. Unvorstellbar ist die Trauer, die Peter und Nora ertragen müssen. Auch Maggie leidet sehr unter dem Tod ihres Bruders, sie wird rebellisch und kommt mit ihrer Mutter nicht mehr zurecht, die sich in ihrer Trauer nicht mehr um sie kümmern kann.

Emmaline und Landreaux beschließen, ihren eigenen kleinsten Sohn, La Rose, zu opfern und ihn den Raviches als Ersatz für ihren toten Sohn zu übergeben. Dies ist eine uralte indianische Tradition.  La Rose  hilft Nora sehr bei ihrer Trauer, doch sie kämpft jeden Tag damit, sich nicht in der Scheune zu erhängen. Emmaline und Landreaux leiden wiederum sehr über den Verlust ihres eigenen Sohnes. Doch nach 3 Jahren beschließen sie, sich La Rose zu teilen und so lebt er eine Zeit bei den Raviches und eine Zeit bei seiner eigenen Familie. Eines Tages beschließt Emmaline, La Rose soll nicht mehr zu den Raviches, doch La Rose bringt das durcheinander, ist er es doch gewohnt, die letzten Jahre von einem zum anderen zu wandern. Er möchte weiterhin zu Nora und Peter und so geht die Vereinbarung weiter.

Emmaline und Landreaux sind aus dem Stamm der Ojibwe und sie leben sehr nach der indianischen Tradition. La Rose hießen bereits die Vorahnen von Emmaline, denen eine außergewöhnliche Gabe zugesprochen wird, nämlich dass sie die Geister ihrer Urahnen sehen können. La Rose soll alle wieder zusammenführen und er schafft dies auch, weil alle ihn einfach lieben und er etwas ganz Besonderes ist.

Louise Erdrich beschreibt das Drama des Todes von Dusty, die Trauer der Familie, die Schuldgefühle von Landreaux sowie Emmalines eigene Trauer über die Weggabe ihres geliebten Sohnes La Rose sehr einfühlsam und bewegend. Die Traditionen der Indianer sowie deren Alltag, die Erlebnisse der Kinder sind überaus interessant und liebevoll dargestellt. Der Schreibstil ist außergewöhnlich, mal mitreißend und berührend, dann wieder distanziert, je nach Situation und Gefühlszustand. Perfekt umgesetzt und bewegend erzählt, hat mich dieser Roman sehr eingenommen und zutiefst berührt.

Ein Roman über Verlust, Hass, Trauer und Liebe, darüber wie man wieder zueinander finden kann durch die Liebe, egal was vorher passiert ist.

Fazit:

Ein vom Schreib- und Erzählstil großartiger Roman, bewegend und einfühlsam, der mich tief berührt hat.

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(1)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Engel berühren meine Fingerspitzen

Lorna Byrne , Bettina Lemke
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Kailash, 02.10.2017
ISBN 9783424631401
Genre: Sachbücher

Rezension:

Lorna Byrne beschreibt in diesem Buch „Engel berühren meine Fingerspitzen“ sehr eingehend und sensibel, wie man die Engel in sein Leben mit einbeziehen kann, sie in sein Leben lassen kann, sich von ihnen helfen lassen kann und wie man Kontakt zu seinem Schutzengel aufnehmen kann.

Da dies mein erstes Buch von Lorna Byrne war, welches ich gelesen habe, war ich sehr beeindruckt. Zum einen, wie sie dem Leser dieses Thema nahebringt ohne aufdringlich zu wirken, sondern der Leser kann für sich selbst bestimmen, was er annehmen oder glauben möchte und was nicht. Auch die Übungen, wie man Zeichen der Engel wahrnehmen kann, sind leicht auszuüben  für den Leser, der diese Übungen machen möchte. Zum anderen von dem leichten und detailreichen Schreibstil.

Die Beschreibung der Kreuzigung von Jesus war nichts für zartbesaitete Gemüter. Es war sehr berührend.

 

Fazit:

Ein wunderschönes, informatives und berührendes Buch, welches ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich für das Thema Engel und Schutzengel interessiert.

 

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(26)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

aufbau verlag, biografie, biographie, erinnerungen, erziehung, familie, familienbiographie, feministische literatur, frankreich, frauen, generationen übergreifend, herkunft, lehrreich, mutter-tochter-beziehung, nadja spiegelman

Was nie geschehen ist

Nadja Spiegelman , Sabine Kray
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783351037055
Genre: Romane

Rezension:

Nadja Spiegelmann erzählt in diesem Roman ihre Familiengeschichte, die Geschichte dreier Frauen, ihre eigene, die ihrer Mutter Francoise und ihrer Großmutter Josette. Die männlichen Familienmitglieder werden eher am Rande erwähnt, obwohl ihr Vater, Art Spiegelmann, der bekannte Autor der berühmten Comic-Maus-Bücher ist. Ihre Mutter ist Art Direktorin beim New Yorker.  Es mutet für mich eher wie eine Familienbiographie an, als ein Roman.

Als Nadja klein ist, glaubt sie ihre Mutter sei eine Fee. Weil ein Zauber sie umgibt. Doch als sie älter wird, trifft sie immer öfter die Wut und Zurückweisung ihrer Mutter. Sie möchte wissen, woher das kommt und warum ihre Mutter ein schlechtes Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter hat. Sie beginnt, der Vergangenheit nachzuspüren und stößt auf unsagbaren Schmerz.

Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven und verschiedenen Sichtweisen der drei Hauptprotagonistinnen erzählt, was sehr verwirrend für mich war. Die Erinnerungen der einen widersprachen sich teilweise mit denen der anderen beiden Frauen. Unangekündigte Zeitenwechesel machten das Lesen dieses Romans nicht leichter. Ich empfand es als verwirrend und anstrengend, es war kein Buch klarer Linien oder eines klaren Konzepts. Es wurden interessante und auch sehr private Dinge erzählt, doch durch die verschiedenen Sichtweisen und Perspektiven kam bei mir alles eher verworren an, deshalb konnte meine Begeisterung für diesen Roman leider auch dadurch nicht geweckt werden. Es sollten Konflikte gelöst werden, blinde Flecken gefunden werden, doch es taten sich eher neue Konflikte auf. Es werden so private Dinge der Familie erzählt, dass man das Gefühl hat, es ist einem peinlich dies alles zu erfahren und dass es doch eigentlich nur für die Familie bestimmt ist.

Ich bin mit sehr großen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, doch leider konnten diese nicht erfüllt werden.

Fazit:

Ein Roman, der eher wie eine Familienbiographie erscheint, und mich beim Lesen durch ständig wechselnde Perspektiven, Zeiten- und Sichtweisen eher verwirrt als begeistert hat. Die Idee und der Ansatz überaus interessant, aber die Umsetzung für mich leider nicht gelungen.



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12 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

Auf immer verbunden

Domenico Starnone , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei DVA, 12.03.2018
ISBN 9783421048073
Genre: Romane

Rezension:

Vanda und Aldo sind viele Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. Die Ehe plätschert eher vor sich dahin, als dass große Gefühle noch eine Rolle spielen. Eines Tages verlässt Aldo Vanda für die jüngere Lidia. Nach Jahrzenten der Getrenntheit kehrt Aldo zu Vanda zurück. Nicht aber, weil er sie liebt oder vermisst hat, sondern eher aus dem Grund, weil Lidia sich von ihm getrennt hat.

Der Romanaufbau ist in 3 Teile gesplittet, in denen verschiedene Lebensphasen sowie nacheinander die Betroffenen Familienmitglieder zu Wort kommen.

Im ersten Teil erzählt Vanda, die, nachdem sich Aldo von ihr getrennt hat, und sie die Fehler bei sich sucht.

Dann wird aus der Sicht von Aldo erzählt, der Lidia immer noch zu lieben scheint und eigentlich mit ihr zusammen sein möchte, als mit seiner Frau Vanda.

Der letzte Teil, geschildert von den beiden Kindern, war für mich der einschneidenste. Die ganze Wut der Kinder kommt nun zum Ausdruck, die ihre Eltern dafür verachten, was sie mit ihrer Trennung bei ihnen ausgelöst haben. Sie verwüsten am Ende in ihrer ganzen Wut die Wohnung der Eltern.

In diesem Roman wird erzählt, wie Eheleute an ihrer Ehe krampfhaft festhalten, obwohl keine Liebe mehr vorhanden ist. Sie verletzen und kränken nicht nur sich gegenseitig, sondern auch ihre Kinder bekommen alles ab und mit. Dadurch bekommen sie einen regelrechten Hass auf ihre Eltern und verwüsten am Ende die ganze Wohnung.

Domenico Starnone’s Roman „Auf immer verbunden“ ist ein leises, aber eindringliches Werk mit tollem Schreibstil und einer fordernden und direkten Sprache, die einen durch dieses Buch zieht. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen, das Verständnis hat mir dennoch gefehlt, wie manche Menschen mit allem Zwang versuchen, ihre Ehe aufrecht zu erhalten, obwohl sie längst vorbei und am Ende ist. Und die Leidtragenden dabei sind wie so oft die Kinder, an die diese Eltern nicht gedacht haben.

Fazit:

Eine eindringliche Geschichte mit tollem Schreib-und Erzählstil. Für alle die Familiengeschichten mögen, sehr zu empfehlen.

 

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(53)

64 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

berg, bergbau, debüt, eigenwillige bewohner, ein dorf am berg, hoffnungsvoll, landflucht, marie gamillscheg, melancholisch, nostalgisch, österreich, roman, schöne sprache, strukturwandel, touristen

Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

In diesem Debütroman der Autorin geht es um ein kleines Dorf am Fuße eines großen Berges. Das Dorf lebte lange Zeit gut vom Erzabbau, doch nun ist das Erz versiegt und die Stollen stillgelegt. Tief im Berg tut sich etwas und die Natur bedroht die Menschen.

Es ist ein Museum entstanden. Es geht das Gerücht herum, dass der Berg einstürzen wird, welches ein Journalist noch schürt. Daraufhin bleiben die Besucher aus und die jungen Einheimischen verlassen den Ort. Die Alten bleiben.

Die Geschichte erzählt von denen, die aufgegeben haben und das Dorf verlassen und von denen, die geblieben sind, um zu sehen, was passieren wird. Von der einzigen Kneipe im Ort, dem einen oder anderen Dorfbewohner.

Die Autorin Marie Gamillscheg beschreibt die Stimmung in diesem Dorf sehr trostlos und schwermütig. Es werden Erlebnisse der einzelnen Bewohner geschildert, die eigentlich nicht wirklich aufregend  sind.

Der Schreibstil hat mir persönlich nicht zugesagt, melancholisch mit zum Teil aufgelisteten Tatsachenberichten, die mich emotional nicht erreichen konnten. Man hatte das Gefühl, nur einen Teil der Geschehnisse zu erfahren und sich den Rest selbst zusammenreimen  zu müssen.  Hinzu kamen viele Perspektiv- und Zeitenwechsel. Es war für mich kein Buch, welches man locker und einfach durchlesen kann.

 

Fazit:

Leider konnte mich dieser Roman nicht erreichen.

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(18)

30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

london, psychotherapeutin

Böser Samstag

Nicci French , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 09.10.2017
ISBN 9783328100447
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frieda Klein wollte nun etwas ausruhen und durchatmen, nach  aufregenden Ereignissen in der Vergangenheit, doch dazu soll es nicht kommen. Ein alter Freund fordert einen Gefallen ein. Frieda soll sich um den Fall von Hannah Docherty kümmern, die im Jahre 2001 ihre Familie ermordet haben soll. Seitdem sitzt sie in einer psychiatrischen Klinik, in der sie misshandelt und mit Medikamenten vollgestopft wird. Frieda spricht mit Hannah und ist von der Unschuld der Frau überzeugt. Mit ihrem Freund von der Polizei Karlsson und Yvette Long sowie noch weiteren Leuten versucht Frieda, die Unschuld von Hannah zu beweisen. Doch einigen Menschen scheint dies gar nicht zu gefallen und somit begeben sich Frieda und ihre Helfer in große Gefahr.

Dies ist der 6. Band dieser Reihe. Ich habe die vorherigen Bände leider nicht gelesen. Frieda Klein hat mir sehr gut gefallen, dickköpfig ohnegleichen setzt sie ihre Ideen und Vorhaben durch, was überaus sympathisch rüberkommt. Auch die anderen Charaktere waren authentisch dargestellt, es gab verschiedene Handlungsstränge und viele Dialoge, die mich manchmal aus dem Lesefluss herausbrachten, aber als ich mich daran gewöhnt hatte, flog ich nur so über die Seiten. Der Schreibstil hat mir ansonsten sehr gut gefallen und auch die falschen Fährten, die gelegt wurden, waren perfekt und machten dieses Buch umso spannender. Auch die privaten Details der verschiedenen Charaktere waren gut dosiert eingebunden und man konnte sich so von jedem ein gutes Gesamtbild machen, was für mich in einem Krimi oder Thriller immer sehr im Vordergrund steht. Die Auflösung des Falles fand ich leider nicht ganz gelungen, da bei mir einige Fragen unbeantwortet blieben.

Fazit:

Ein spannender Thriller mit interessanter Handlung und tollen Charakteren. Aufgrund des zu Anfang bestehenden stockenden Leseflusses und dem für mich nicht ganz gelungenen Ende vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

krimi, mord, mördersuche, mysteriös, mystisch, nordfriesland, nordsee, rächer, regionalkrimi, spannend, spannung, sympathischer ermittler, theo krumme, ungesühnter mord, vergangenheit

Schwarzes Watt

Hendrik Berg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2018
ISBN 9783442487288
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Kölnerin Ina macht mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern Urlaub an der Nordsee. Eines Tages macht sie auf dem Rückweg vom Strand eine Entdeckung, die ihr fast den Atem raubt. Sie erkennt den Mörder ihrer Schwester Nelly.

Vor knapp 20 Jahren waren Ina und ihre Schwester auf einem Fest in Hamburg. Ina wollte es etwas zu trinken holen, vergaß die Zeit, weil sie sich mit einem netten jungen Mann unterhielt und erschrak, als plötzlich ein heftiges Gewitter kam. Schnell rannte sie zu ihrer Schwester, doch die lag erschlagen mit einem Stein am Elbstrand da, ein Mann war über sie gebeugt. Als er wegrannte und ein Blitz die Nacht erhellte, konnte Ina das Gesicht des Mannes sehen. Dieses Gesicht hat sie nie vergessen können. Und nun war sie sich sicher, dass es dieser Mann war, den sie gerade erblickt hatte.

Krumme und seine Kollegin Pat gehen der Sache nach, sie können sogar feststellen, wer dieser Mann ist, den Ina gesehen und beschuldigt hat. Er ist ein angesehener Pastor aus einer Nachbargemeinde, Jonas Hartung, und alle halten große Stücke auf ihn, sogar Krummes Chef. Es steht ein DNA-Test aus, denn damals konnte von dem Stein trotz des Gewitters eine DNA-Probe genommen werden. Alle warten gespannt auf das Ergebnis. Ina’s Ehemann macht sich große Sorgen um seine Frau, da dies nicht der erste Mann ist, den Ina als Mörder ihrer Schwester beschuldigt. Er hat Angst, dass Ina wieder in ein tiefes Loch fallen wird, so wie bei den anderen Beschuldigten sich immer herausstellte, das sie nicht als Mörder in Frage kamen.

Ich bin immer wieder von Hendrik Berg’s Schreib- und Erzählstil begeistert. Klar und flüssig erzählt er die Geschichte um Ina. Spannend beschreibt er die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester Nelly, obwohl der Fall bereits 20 Jahre zurückliegt. Spannend und interessant der Verlauf bis zum Ende. Auch die privaten Ereignisse um Krumme und Marianne, seiner Vermieterin sind toll und gut dosiert mit eingefügt, ebenso private Erwähnungen von Pat, seiner Kollegin. Auch die Urlaubstage und Unternehmungen von  Ina und ihre Familie sowie Ina’s Gemütszustand werden bildhaft und emotional beschrieben. Bei Krummes’s Erlebnissen mit Watson, seinem Pflegehund, kann man herzlich lachen und hat diese Szenen bildhaft vor Augen.

Fazit:

Ein rundum toller und spannender Krimi, mit super Schreib- und Erzählstil, der mich, wie die vorherigen 3 Bände bereits,  wieder gefesselt und begeistert hat.

Herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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(65)

96 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 61 Rezensionen

60er jahre, briefe, enttäuschung, hoffnung, hongkong, leben, liebe, liebesroman, mutter-tochter-beziehung, mutter-tochter-verhältnis, roman, tod, trauer, traurigkeit, vergangenheit

Eine Liebe, in Gedanken

Kristine Bilkau
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 12.03.2018
ISBN 9783630875187
Genre: Romane

Rezension:

Im Jahr 1964 in Hamburg sind Antonia und Edgar ein Paar. Sie lieben sich und wollen heiraten. Dann bekommt Edgar die Chance, in Hongkong ein Büro für seine Firma zu eröffnen und er reist dorthin. Antonia soll nachkommen, sobald er dort alles geregelt hat. Doch nach einer gewissen Zeit kann Edgar sich ein Leben mit Antonia in Hongkong nicht mehr vorstellen und so lässt er sie am langen Arm verhungern, nein, er lässt ihre Beziehung sozusagen auslaufen. Antonia wartet auf ein Flugticket von Edgar, damit sie ihm endlich nachreisen kann. Doch es kommt keines. Irgendwann hat sie die Warterei satt und entscheidet sich für ein anderes Leben, als das zuvor geplante mit Edgar. Sie findet eine neue Liebe und bekommt eine Tochter. Doch Edgar kann sie ihr Leben lang nicht vergessen.

Nach Antonias Tod macht sich ihre Tochter auf die Suche nach Edgar. Sie will ihm begegnen, nur einmal, um zu verstehen, warum ihre Mutter diesen Mann so geliebt hat und warum er sie ihr ganzes Leben lang nicht losgelassen hat. Die Briefe, die die tiefe Liebe zwischen Antonia und Edgar deutlich macht, überraschen auch ihre Tochter. Die Sehnsüchte,  Wünsche und Träume ihrer Mutter zur damaligen Zeit macht die Situation der Frauen in der Nachkriegszeit sehr deutlich, was ich sehr interessant fand und nachdenklich machte.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war anfangs kühl, ohne große Emotionen, die mir als Leser diese große Liebe etwas distanziert erscheinen ließ. Doch später im Buch ändert sich dies und die Emotionen erreichten dann auch mich. Die Form der Ich-Erzählung hat mir auch sehr gut gefallen.

Fazit:

Ein toller Roman, der zeigt, dass man auch ein anderes Leben führen kann, als das anfangs gedachte.

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(18)

34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

bauarbeiter, berlin, dorf, dorfleben, eltern, familie, freundschaft, fussball, großstadt, heimat, hoffnung, kaff, kleinstadt, rückkehr, sehnsucht

Das Kaff

Jan Böttcher
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783351037161
Genre: Romane

Rezension:

Michael Schürtz ist Architekt und für die Karriere in die Großstadt gegangen. In Berlin fühlt er sich wohl. Er bekommt einen Bauleiterjob in seinem ehemaligen Heimatdorf  in der norddeutschen Tiefebene angeboten, den er widerwillig annimmt, und sich sagt, es sei nur für eine kurze Zeit. Denn das Kaff und die Menschen dort will er nicht, er will das taffe Großstadtleben, da sind die Leute cool, nicht hier im Dorf. Deshalb ist er damals, als junger Mann auch von dort geflüchtet und deshalb hatte es ihn auch in die Großstadt gezogen. Und eigentlich wollte er nie wieder zurück in das Dorf.

Doch je länger er im Dorf ist, kommen ihm die Menschen dort  näher, als ihm lieb ist. Es gibt ein Treffen mit seinen Geschwistern, plötzlich soll er Fußballtrainer der Jugendmannschaft werden, und eine Affäre ist auch noch dabei. Nach all seiner herablassenden Art den Dörflern  vorher gegenüber, muss er sich eingestehen, dass er sich plötzlich sehr wohl in diesem vorher so für ihn schrecklichen Kaff fühlt.

Jan Böttcher erzählt mit leisem Witz und Sarkasmus Alltäglichkeiten, Banalitäten, die Michael in seinem Dorf erlebt. Doch gerade diese sind es, die jeder nachvollziehen kann, und somit ertappt man sich selbst dabei, wie man lächelnd schadenfroh nickt und denkt: Jetzt ist er doch wieder mittendrin im Dorfleben, integriert und gemocht und fühlt sich plötzlich pudelwohl in dem von ihm vorher verhassten Kaff. Das Überhebliche, das er vorher hatte, legt sich nach und nach und das Miteinander und die Gemeinschaft des Dorfes tritt in den Vordergrund.

Es ist sehr schön zu lesen, wie sich die Meinung eines eingebildeten Großstädters den Dörflern gegenüber ändern kann. Und das nicht immer die Großstädter die tollen und taffen Menschen sind, sondern dass es diese ebenso in einem Dorf gibt.

Der Schreibstil von Jan Böttcher hat mir sehr gut gefallen, besonders der leise Witz und der Sarkasmus. Michael Schürtz ist authentisch dargestellt. Die alltäglichen Ereignisse sind interessant und witzig erzählt, so dass man sich ein gutes Bild vom Leben im Dorf mit seinen verschiedenen Einwohnern und Charakteren machen kann.

Fazit:

Ein interessanter Roman mit leisem Witz und Sarkasmus, über die nicht nur kulturellen Unterschiede der Großstadt und eines Dorfes, und wie man plötzlich seine Meinung ändern kann. Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen.

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(91)

138 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

band 4, flüchtlinge, hunde, illegale einwanderer, krimi, kriminalroman, kriminalromanr, krimi-reihe, london, max wolfe, menschenhandel, mord, reihe, schleuser, tony parsons

In eisiger Nacht

Tony Parsons , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In London in Chinatown wird ein Kühllaster mit 11 toten Frauen gefunden. Max Wolfe findet eine Frau, die noch lebt. Hanah. Sofort wird sie ins Krankenhaus gebracht, überlebt ihre schweren Verletzungen aufgrund der Erfrierungen jedoch nicht. Ihr jüngerer Bruder wird aus Serbien nach London zur Identifizierung geholt, doch kurz darauf verschwindet er. Detective Max Wolfe und seine Kollegen sind entsetzt. Im Fahrerhaus werden jedoch 13 Pässe gefunden. Die Hoffnung ist groß, dass eine Frau überlebt hat. Schnell wird klar, dass es in diesem Krimi um illegale Einwanderung und gewissenlose Schleuser geht.

Durch den Bruder von Hanah bekommen sie einen Hinweis auf den Fahrer, der den Kühllaster mit den Frauen gefahren hatte. Wolfe ermittelt in alle Richtungen und es wird nicht ungefährlich für ihn und sein Ermittlerteam.

Dies war mein erster Krimi von Tony Parsons, die vorherigen Fälle kannte ich leider nicht, was aber keinen Abbruch tat, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, das aktuelle Thema illegaler Einwanderung und skrupelloser Schleuser war perfekt umgesetzt. Die Protagonisten waren authentisch dargestellt und kamen überwiegend sympathisch rüber. Für meinen Geschmack hätte es allerdings mehr Spannung geben können, die erst zum Schluss hin anstieg.

 

Fazit:

Interessanter Krimi mit tollem Schreibstil und aktuellem Thema, der mir sehr gut gefallen hat.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

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Ein schönes Paar

Gert Loschütz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 06.02.2018
ISBN 9783895611568
Genre: Romane

Rezension:

Herta und Georg lernen sich kennen, verlieben sich und heiraten. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Herta möchte weg aus Plothow, einem Dorf in der damaligen DDR und überredet Georg so lange, bis er zu einem Freund in den Westen fährt, wo er mit Herta und dem gemeinsamen Sohn Philipp leben will. Doch es kommt alles andere und so verbleiben sie noch einige Zeit in Plothow.

Nach einschneidenden Ereignissen verschwindet Herta aus dem Leben von Georg und Philipp. Sie schreibt Ansichtskarten an ihren Sohn, aber ohne jemals einen Absender zu schreiben. Georg und Philipp sind sich selbst überlassen und machen das Beste daraus.

Als erst Georg, kurz danach Herta sterben, begibt sich Philipp als erwachsener Mann auf Spurensuche seiner Eltern. Er findet eine alte Kamera bei den Hinterlassenschaften seines Vaters und die Mutter hat zeitlebens ihre Reisenähmaschine begleitet. Beide Utensilien ziehen sich wie ein roter Faden auch durch den Roman.

Philipp besucht die Orte, an denen sie gewohnt haben, und versucht manches von damals zu rekonstruieren, wahrscheinlich um zu verstehen, was er damals als Junge nicht verstehen konnte.

Zwischen den Dreien herrschte eine unbenannte Stille, ja Wortlosigkeit, es wurde nicht geredet, nicht über Gefühle, nicht über wichtige Ereignisse oder Geschehenes, der Junge lief eigentlich immer nur nebenher, er war nie der ausgesprochene Mittelpunkt der Familie. Aber auch er stellt keine Fragen, kennt er es doch nicht anders seit seiner frühestens Kindheit, Dinge unausgesprochen zu lassen.

Dies war das erste Buch, welches ich von Gert Loschütz gelesen habe. Ich war anfangs irritiert, von dem Erzählstil dieses überaus begabten Autors, distanziert und völlig emotionslos. Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der derart gefühllos geschrieben war und mich dennoch tief berührt hat.

Gert Loschütz hat es mit seinem wunderbaren und anspruchsvollen Erzählstil geschafft, alle vorhandenen Emotionen zwischen den Zeilen entstehen zu lassen. Mitfühlend und erschreckend teilweise, durch die augenscheinlich fehlende Liebe ihrem Sohn Philipp gegenüber, der sich dennoch tief verbunden mit seinem Vater Georg fühlte.

Als Leserin hatte ich schnell den Eindruck, dieser Roman sei eine Biographie des Autors selbst. Dies alles wären seine Erlebnisse und Kindheitserfahrungen.

Im Vordergrund stehend ist in diesem Roman die Liebe und die Vergänglichkeit, vor dem Hintergrund der deutschen Teilung, ebenso wie die Teilung des Dorfes, bei der Herta auf der einen Seite und Georg auf der anderen Seite leben.

Fazit:

Ein wundervoller Roman, der durch den einzigartigen Erzählstil des Autors mich begeistert hat. Mit distanziertem und emotionslosem Schreibstil hat der Autor es geschafft, mich tief im Innern zu berühren und gleichzeitig zu begeistern.

Ein nicht nur inhaltlich wertvolles und anspruchsvolles Buch, sondern ebenso äußerlich edel und liebevoll gestaltet

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Das Lied der toten Mädchen

Linus Geschke
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jan Römer und seine Kollegin Stefanie Schmitz, genannt Mütze sind Journalisten und haben sich auf ungelöste Kriminalfälle spezialisiert.

Als sie den Tod einer jungen Frau von vor 20 Jahren bearbeiten und recherchieren, geschieht ein weiterer Mord. Neben der Leiche wird, genau wie damals, eine Spieluhr gefunden. Jan und Mütze stürzen sich nun vollends in den Fall.

Der Schreibstil war flüssig und hat mir sehr gut gefallen. Da dies nicht der erste Fall des Ermittlerduos war, hat es mir trotzdem keine Schwierigkeiten bereitet, hineinzukommen.  Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir Informationen aus früherer Zeit der beiden fehlen würden.

Die beiden Protagonisten waren mir sofort sympathisch und auch ihr Privatleben war gut dosiert und passend in den Krimi eingefügt. Der Spannungsbogen wurde permanent hoch gehalten, es wurden immer wieder falsche Fährten gelegt, so dass ich bis kurz vor Ende nicht wusste, wer der Täter ist.

Auch die Landschaftsbeschreibungen waren vom Autor sehr schön und bildhaft beschrieben, so dass ich keine Schwierigkeiten hatte, mir das Umfeld der Taten und des Geschehens vorzustellen.

Fazit:

Ein solider und spannender Krimi, mit sympathischen Ermittlern, der mir sehr gut gefallen hat.


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Ein mögliches Leben

Hannes Köhler
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 23.02.2018
ISBN 9783550081859
Genre: Romane

Rezension:

Martin kennt seinen Großvater eigentlich nur von den Geschichten, die seine Mutter ihm erzählte. Doch dann hat er plötzlich mit seinem Großvater Franz Email-Kontakt.  Als dieser ihm erzählt, er war ja in Kriegsgefangenschaft in Amerika und er würde gerne noch einmal alles dort sehen, sagt Martin spontan: Dann lass uns dorthin fliegen. Was er kurz darauf bereit, denn der Alte, wie Martin seinen Großvater meistens nennt, sagt sofort zu.

So machen sich die beiden auf nach Amerika. Martin reist mit Franz an die Orte in Texas, die er seit seiner Kriegsgefangenschaft 1944 nicht mehr gesehen hat. Viele alte Erinnerungen kommen in Franz hoch, Dinge die er glaubte, vergessen zu haben. Er teilt diese Erinnerungen nun mit Martin, der seinem vor kurzem noch so fremden Großvater dadurch immer näher kommt. Franz findet nun endlich Worte für das, was ihm damals zugestoßen ist und wie ihn das alles verändert hat. Martin versteht plötzlich, warum sein Großvater so war wie er war, und welche Auswirkungen dies alles auf die ganze Familie hatte. Umso schöner ist, dass durch diese gemeinsame Reise Franz und Martin sich immer besser kennenlernen und sich endlich nahe kommen.

Hannes Köhler hat mit poetischer Sprache wunderschön die Geschichte vom fast 90-jährigen Franz und seinem Enkel Martin erzählt, die auf Wunsch des Großvaters an die Orte in Texas reisen, an denen Franz 1944 in Kriegsgefangenschaft gewesen war. Es gab zwei Seiten im Lager, die die fest an den Sieg glaubten und die, die nur nach Hause wollte. Sie hatten zwar Essen, mussten aber auf den Feldern arbeiten.

Nicht nur äußerst interessant war die Reise nach Texas, sondern auch die Reise, die Franz und Martin aufeinander zumachten. Durch die früheren Ereignisse, die Erinnerungen von Franz und dadurch, dass er endlich über alles reden konnte, kamen sich Enkel und Großvater endlich näher. Es entstand ein tiefes Verständnis von Martin dafür, wie Franz gewesen war, auch seiner Familie gegenüber, wobei tiefe Gräben entstanden waren. Doch durch diese Reise versteht Martin seinen Großvater, er erfährt so viel über ihn und dadurch öffnen sich seine Augen für viele Dinge, für die er vorher nur Unverständnis hatte. Und nun versteht er auch, warum sein Großvater so ein schlechtes Verhältnis zu seiner Tochter, Martins Mutter, hatte.

Ich selbst habe durch dieses Buch noch sehr viele Informationen, was den Krieg betrifft bekommen, die ich nicht einmal erahnt hätte. Ich wusste z.B. nicht, dass tausende deutsche Kriegsgefangene mit großen Frachtschiffen nach Amerika gebracht wurden, und noch vieles mehr. Somit war dieser Roman nicht nur von der Geschichte und dem Verlauf besonders, sondern auch noch sehr lehrreich.

Fazit:

Ein wunderschön geschriebener Roman über die Vergangenheit, Spuren des Krieges und was dieser den Menschen und Familien angetan hat und wie durch Erinnerungen und vom Erzählen des Erlebten aus dieser Zeit vieles erklärt werden kann, und sich Familien wieder näher kommen.

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Was bleibt, sind wir

Jill Santopolo , Carola Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453422155
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lucy und Gabe begegnen sich mit Anfang 20 in einem Uni-Seminar. Es ist der 11. September 2001. Dieser Tag soll ihnen immer in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen der Angriffe auf die Twin-Towers. Sie scheinen Seelenverwandt zu sein und doch trennen sich ihre Wege wieder. Gabe wird Fotograf und reist in der Welt umher, Lucy macht Karriere in New York. Dann lernt sie einen anderen Mann kennen. Und doch kann sie Gabe nie vergessen, sie muss immer an ihn denken.

Sie begegnen sich 13 Jahre später wieder und erleben eine aufregende Liebesgeschichte, die man so nicht erwartet hätte.

Auffallend ist sofort, dass diese Geschichte von Lucy geschildert wird, in der Vergangenheitsform und an Gabe gerichtet. So geht man bereits schnell davon aus, dass es keine einfache Liebesbeziehung sein wird zwischen den beiden und fragt sich, ob es überhaupt ein Happy End geben wird.

Dies ist eine Liebesgeschichte, die intensiver nicht sein könnte. Da ich eigentlich kein Fan von Liebesromanen bin, war ich anfangs sehr skeptisch, ob mir dieses Buch überhaupt zusagen würde.

Doch schnell war ich in der Geschichte, trotz des außergewöhnlichen und ungewöhnlichen Schreib- und Erzählstils. Diese Liebesgeschichte hat mit dann total in ihren Bann gezogen und ich konnte gar nicht mehr aufhören, weiterzulesen. Durch die unvorhergesehenen Handlungen der beiden Protagonisten war zunehmend auch eine Spannung spürbar, die neugierig machte darauf, was als nächstes kommen und wie die Geschichte enden würde.

Fazit:

Toller, fesselnder und spannender Liebesroman, der mich gefesselt und begeistert hat.

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argentinien, argentinische militärdiktatur, biografischer roman, biographie, biographischer roman, freundschaft, juan salvador pingüino, lebensgeschichte, magellan-pinguin, pinguin, südamerika, tier, tom michell, wohlfühlbuch

Der Pinguin meines Lebens

Tom Michell , Lisa Kögeböhn
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.06.2016
ISBN 9783596036028
Genre: Biografien

Rezension:

Tom Michell geht mit 21 Jahren nach Südamerika, um dort als Lehrer in einem College zu arbeiten. Er ist ein großer Abenteurer, der viel von dem Land sehen und dort erleben möchte. Am Ende eines Kurztrips nach Uruguay findet er am Strand hunderte ölverschmierte und verstorbene Pinguine. Bei genauerem Hinsehen entdeckt er einen, der sich plötzlich bewegt. Ohne lange darüber nachzudenken, nimmt er den Pinguin und säubert ihn in langsamen Schritten im Appartement in der Badewanne, bis er das ganze Öl aus dem Gefieder des Pinguins entfernt hat. Am nächsten Morgen, der Tag seiner Abreise, will er den Pinguin wieder ins Meer entlassen, doch dieser bleibt hartnäckig an seinen Fersen. So entscheidet sich Tom Michell schließlich, den Pinguin mit nach Buenos Aires zu nehmen und damit ändert sich nicht nur das Leben des Pinguins, sondern auch seines.


Liebevoll beschreibt Tom Michell das Leben mit Juan Salvado, wie er ihn nennt, den Alltag im College, die Hilfe der dortigen Angestellten, vor allem aber seiner Schüler, die sich hingebungsvoll und veranwortungsbewusst um Juan Salvado kümmern, seine Terrasse säubern, ihn füttern und sich mit ihm unterhalten. Egal, welcher Mensch Juan Salvado kennenlernte, er berührte deren Leben und gab ihnen so viel Geborgenheit und innere Ruhe.


Einziger Kritikpunkt an diesem Buch ist, dass für mich zu viele Dinge erwähnt wurden, wie z.B. die Politik in Südamerika, Währung, Inflation, der Ausflug mit den Gauchos, was direkt nichts mit Juan Salvado zu tun hatte und mir etwas deplatziert erschien. Sicherlich erschien es dem Autor wichtig dies zu seiner Zeit in Südamerika oder seinen Erinnerungen an diese Zeit mit einzufügen, doch für die wesentliche Geschichte des Pinguins passte es meines Erachtens nicht dazu.


Auch, was Tom Michell auf Seite 236 schreibt: "Werden die Ozeane der Welt den Schaden überleben, den wir verursachen, aber uns weigern zu sehen?"

Natürlich hat er recht, was die Umweltverschmutzung angeht, welche wir Menschen verursachen. Und er weist darauf hin, wie viele Tiere dadurch getötet werden. Dies regt einen natürlich sehr zum Nachdenken an.


Fazit:

Eine wunderschöne Geschichte über einen außergewöhnlichen Pinguin, der die Herzen der Menschen berührte. Zum Ende des Buches habe ich einige Tränen vergossen, da der Pinguin auch mich sehr berührt hat.

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Angstmörder

Lorenz Stassen
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.10.2017
ISBN 9783453438798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nicholas Meller ist ein nicht so erfolgreicher Anwalt. Als sich die Referendarin Nina in seiner Kanzlei vorstellt, ist er überrascht. Er fragt sie, warum sie sich gerade in seiner Kanzlei bewirbt. Und er ist erstaunt über ihre Ehrlichkeit. Nina ist attraktiv, doch ihr fehlt ein Arm, was Nicholas Meller anfangs irritiert. Doch schnell werden die beiden ein eingespieltes Team. Denn Nicholas hat Arbeit bekommen. Einer seiner alten Mandanten wird beschuldigt, seine Ehefrau umgebracht zu haben. Schon vorher gab es bei ihnen eheliche Gewalt und daher geht die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft sofort davon aus, dass der Mann der Täter ist.


Doch Nicholas Meller sucht nach einem Ausweg für seinen Mandanten und kommt auf die Idee eines Alternativtäters. Nina sucht Fälle heraus, die ähnlich zu ihrem Fall sind und so kommen sie langsam immer weiter voran. Doch dabei begeben sie sich selbst in Gefahr, was sie beide viel zu spät realisieren.


Der Schreibstil von Lorenz Stassen hat mir sehr gut gefallen, klar und fließend, ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen. Die Charaktere von Nicholas Meller und Nina waren sympathisch und realistisch dargestellt, auch Herr Sokolow, ein zwielichtiger russischer Mandant von Meller hat mir sehr gut gefallen, er passte toll in das Geschehen hinein. Dr. Franka Naumann die Staatsanwältin sowie Kommissar Rongen waren ebenso gut wie sympathisch beschrieben. Auch romantische Gefühle sowie entstehende und bestehende Freundschaften waren gut dosiert eingefügt. Die Geschichte war sehr gut aufgebaut und mit vielen spannenden Abschnitten. Nur leider hat mir insgesamt die Spannung etwas gefehlt, für einen Thriller hätte es mehr sein dürfen.

 

Fazit:

Insgesamt hat mir „Angstmörder“ sehr gut gefallen. Tolle Charaktere, klasse Geschichte mit vielen interessanten Abläufen und spannenden Abschnitten. Und ein Ende, welches keine Fragen offen ließ.

 

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Mein Freund Pax

Sara Pennypacker , Birgitt Kollmann , Jonathan Klassen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737352307
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Peter rettet, als er selbst ein 7-jähriger Junge ist, einen Fuchswelpen vor dem sicheren Tod. Er nennt ihn Pax und die beiden werden unzertrennlich. Ohne den anderen geht gar nichts. Als Peter 12 Jahre alt ist, will ihn sein Vater zum Großvater in eine andere Stadt, 300 km entfernt, für mindestens ein halbes Jahr bringen, da er sich für den Krieg gemeldet hat. Pax kann Peter nicht begleiten, so setzt der Vater ihn, in Begleitung vom unglücklichen und weinenden Peter, im Wald aus. Nach einem Tag bei seinem Großvater hält Peter es nicht mehr aus und macht sich alleine und zu Fuß auf den Weg, um seinen Fuchs zu retten und ihn wieder zu sich zu holen. Schlimm nur, dass Peter sich bereits am ersten Tag seiner Wanderung den Fuß bricht. Zu Hilfe kommt ihm Vola, eine einsam im Wald lebende Frau, die ihm hilft, wieder auf die Füße zu kommen.

Unterdessen hat Pax es schwer, zu begreifen, was passiert ist. Er war noch nie in seinem Leben einen Tag ohne Peter gewesen, und er kennt nur sein Gehege und das Haus von Peter und seinem Vater, sein Zuhause. Er konnte weder jagen, noch kennt er die Gefahren draußen im Wald. Er bekommt Unterstützung von anderen Füchsen, Gray der alte graue Fuchs, Bristle, die zickige Füchsin und ihrem kleinen Bruder Runt, der Pax sofort ins Herz schließt.

Die Autorin hat mich als Erwachsene mit diesem Kinderbuch begeistert. Als großer Tierliebhaber habe ich stark mitgelitten, als bereits am Anfang der Geschichte der Fuchs Pax ausgesetzt wird. Mitfühlend und berührend erzählt sie die Geschichte von Peter dem Jungen und seinem Fuchs Pax, den er aufgezogen hat und wie innig die beiden miteinander verbunden sind. Auch Vola, die ein paar schöne Weisheiten miteinbringt, passt toll in diese Geschichte hinein. Der Krieg, der jähzornige Vater von Peter, alle Charaktere runden diese Geschichte wunderbar ab.

Man bangt um Pax und leidet mit Peter, der sich nur auf die Suche nach seinem Fuchs machen will und viele Hindernisse überwinden muss.

Fazit:

Wundervolles Buch. Mitfühlende und berührende Geschichte über einen Jungen und seinen Fuchs, die getrennt werden und beide alles dafür tun, um wieder bei dem anderen sein zu können.

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33 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

natur, sachbuch, tiere, wolf

Die Weisheit der Wölfe

Elli H. Radinger
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ludwig, 30.10.2017
ISBN 9783453280939
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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amerika, armut, außenseitertum, autobigrafie, autobiografie, bestseller, biografie, biographie / autobiographie, buchverfilmung, buch zum film, diana verlag, familie, kindheit, obdachlosigkeit, schloss aus glas

Schloss aus Glas (Filmausgabe)

Jeannette Walls , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 21.08.2017
ISBN 9783453359680
Genre: Romane

Rezension:

Die Journalistin Jeannette Walls erzählt hier ihre eigene Geschichte. Wie sie mit ihren Eltern und ihren 3 Geschwistern ein Vagabundenleben geführt haben. Es wird von einem Ort zum nächsten gefahren, der Vater nicht nur Alkoholiker sondern auch ein sogenannter Träumer, der seinen Kindern Geschichten erzählt und ihnen eines Tages ein Schloss aus Glas verspricht. Die Mutter ist Künstlerin, lebt überwiegend in ihrer eigenen Welt. Die Kinder sind anfangs glücklich, kennen sie ja nichts anderes, doch als sie älter werden, wollen sie diesem Leben in Armut und Hunger entfliehen.


Jeanette Walls erzählt realistisch und berührend die Geschichte ihrer Kindheit, das Alltagsleben mit ihren Eltern und Geschwistern, welches alles andere als einfach ist. Die Eltern sind freiheitsliebend, haben kaum finanzielle Mittel um ihre 4 Kinder zu ernähren. Doch trotz aller Widrigkeiten von außen hält die Familie fest zusammen. Die Kinder versuchen, das jeweilige Zuhause, welches meistens Bruchbuden sind, zu verschönern und sich um Nahrung zu kümmern. Die Eltern geben ihren Kindern Zuspruch und liebevolle Gesten der Wiedergutmachung. Man kann ihre Beweggründe etwas nachvollziehen und ihnen deshalb ihr Handeln nicht übel nehmen, doch befürworten kann man es auch nicht.


Der Schreibstil der Autorin ist klar und flüssig, man taucht schnell in diese wahre Geschichte ein, die einen zum Teil entsetzt und zum anderen Teil mitfühlend zurücklässt. Es wird sichtbar, wie Kinder in jungen Jahren ihre Umwelt wahrnehmen und trotz Armut und Hunger glücklich sein können. Wie sie, wenn sie heranwachsen und ihr Blickwinkel sich ändert, alles versuchen, um aus diesem Elend herauszukommen, um ein besseres Leben zu führen. Es zeigt, dass man auch unter widrigsten Lebensbedingungen immer einen Weg finden kann, um sein Leben zu ändern.


Fazit:

Ein sehr bewegendes und mitfühlendes Buch, das mich nachdenklich zurückgelassen hat. Unbedingte Leseempfehlung.

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Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan , Andrea O´Brien
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2017
ISBN 9783462048841
Genre: Romane

Rezension:

Als 1940 die Musikprofessorin Primrose Trent aus London nach Chilbury kommt, schlägt sie die Gründung eines reinen Frauenchors vor, nachdem der Pfarrer beschlossen hat, den Chor der Gemeinde aufzulösen. Sie ist der Überzeugung, dass Musik gerade in diesen schlimmen Zeiten wichtig ist und hilft.

Immer mehr Männer sind nach London gegangen oder eingezogen worden. Die Frauen von Chilbury waren zutiefst enttäuscht, nachdem der Chor aufgelöst wurde und standen der Idee von Primrose anfangs skeptisch gegenüber, einen reinen Frauenchor zu gründen. Doch dann finden sie in diesem Chor durch ihre Stimmen ihr Selbstvertrauen wieder und er richtet sie wieder auf.

Fünf der Frauen aus dem Chor berichten von ihrem Leben im Dorf, dadurch bekommt man einen tollen Einblick in das Leben des Dorfes während des Krieges. Die Frauen vereint der Wunsch nach Ablenkung im tristen Alltagsleben, der Trauer und der Angst, die sie haben. Ängste um ihre Ehemänner und Söhne, die an der Front sind, und der Wunsch der jungen Frauen nach Liebe und Geborgenheit.

Durch Briefe und Tagebucheintragungen ist dieser Roman entstanden. Man erhält einen tollen Einblick in die Gefühle der Frauen des Dorfes, welche der Chor zusammenschweißt. Sogar zu einem Wettbewerb sind sie plötzlich angemeldet. Man konnte die Musik und den Chor regelrecht hören, so schön und klar war alles beschrieben.

Jennifer Ryan schreibt offen und direkt über die grausamen Begebenheiten des Krieges, nichts wird verblümt oder verschönert. Ihr Schreibstil ist flüssig und klar, man ist ganz in der Geschichte gefangen, durchlebt mit den Frauen alle verschiedenen Gefühle und hofft und bangt mit allem mit. Die Charaktere der Protagonisten sind authentisch und so verschieden, dass man sich ein tolles Bild nicht nur vom kleinen Dorf in England, sondern auch von den Problemen und Wünschen der Frauen machen kann.

Fazit:

Ein wundervoller Roman mit einnehmendem tollem Schreibstil, authentisch und mitreißend. Mich hat dieser Roman gefesselt und sehr berührt. Klare Leseempfehlung und 5 Sterne von mir.

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