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394 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 90 Rezensionen

fantasy, magie, liebe, worte, amy harmon

Bird and Sword

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305489
Genre: Fantasy

Rezension:

*Eckdaten*


Titel: Bird and Sword
Autor: Amy Harmon
Verlag: LYX-Verlag (26. Oktober 2017)
Teil 1 der Bird-and-Sword-Reihe, Band 2 „The Queen and the Cure“

*Klapptext*


Ein Mädchen ohne Stimme. 
Ein König in Ketten. 
Ein Fluch, der sie vereint. 


Mit fünf Jahren musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wurde. Mit dem letzten Atemzug nahm sie ihrer Tochter die Stimme und die Macht der Worte. Denn Magie ist eine Todsünde in Jeru. Dreizehn Jahre später erscheint der junge König Tiras am Hof von Larks Vater, um diesen an seine Treuepflicht im Krieg zu erinnern. Er nimmt die stumme junge Frau als Geisel mit sich. Zunächst fürchtet Lark den König, doch sie merkt schnell, dass Tiras ebenso wenig frei ist wie sie und dass die Liebe womöglich die einzige Waffe ist, die ihrer beider Ketten sprengen kann - 


*Cover*


Das in sanften Gelb- und Goldtönen gehaltene Cover zeigt eine junge Frau, umgeben von fliegenden Federn. In Anbetracht der derzeitigen Fantasybranche kein ungewöhnliches Cover, zieren doch zuhauf Mädchen in schönen Kleidern die Vorderseite eines verheißungsvollen Romans. Bei „Bird and Sword“ kann man diesem Bild dennoch eine Bedeutung zukommen lassen; wer das Buch aufmerksam verfolgt, wird vielleicht bemerken, welche Szene hier dargestellt wird…


*Einschätzung*
Die sprachlich wunderbar gestaltete Leseprobe verspricht einen interessanten Fantasyroman, der magische Elemente der neuen Art mit kriegerischer Spannung vereint. Kann „Bird and Sword“ dieser Erwartung gerecht werden?


Mit der stummen Hauptprotagonistin Lark wird der Leser in das Geschehen eingeführt und lernt eine liebenswerte, junge Frau kennen, die ihre eigenen Prinzipien zugunsten der der anderen zurückstuft. Aufgewachsen wie ein Vogel in einem Käfig hat sie sich so eine gewisse Naivität bewahrt, die mit der eines unschuldigen Kindes zu vergleichen ist. 
Aus der Ich-Perspektive geschildert, vernehmen wir Larks Gedanken und Eindrücke, die ihre Stummheit zu keinem störenden Faktor machen. Neben Lark zählt auch König Tiras als wichtiger Charakter, wobei sich bei ihm die Geister scheiden. 
Einmal verständnisvoll und geduldig, wirkt er im nächsten Moment wie der typische, verstockte Steinzeitmann, der weder seine Gefühle nachvollziehen kann, noch ehrenhaft mit seinen Mitmenschen umgeht. 
Daher sind es die Nebencharaktere, welche der Geschichte ihren Reiz verleihen. Der Troll Boojohni oder auch Tiras‘ Gefolgsmann Kjell wecken das Interesse des Lesers und lassen einen wünschen, mehr über diese Gestalten zu erfahren. Leider bleiben beide schlichte Randgestalten und dienen nur der näheren Charakterisierung der Hauptprotagonisten, die dennoch nicht überzeugend wirkt.Wer gerade bei der kindlich dargestellten Lark eine charakterliche Entwicklung erwartet, wird enttäuscht werden. Auch von Tiefe kann bei diesen Protagonisten nicht gesprochen werden, denn trotz Ich-Perspektive erfährt man wenig über die wahre Gefühlswelt der jungen Frau.


Die Idee, welche hinter der Magie der Worte schlummert, ist eine faszinierende. Worte, welche die Macht haben, zu schaden oder zu heilen. Verschiedene Arten der Magie, die das Land Jeru bestimmen – und die dennoch im Geheimen ausgeübt werden müssen. Ein Krieg, der Tiras‘ Königreich zu vernichten droht. Vielversprechende Ansätze sind da. Die Umsetzung gelingt nicht immer.


Die Erwartung eines Fantasyepos à la Brooks oder Rothfuss ist an dieser Stelle nicht angebracht, führt sie doch nur zu Enttäuschung, wie es bei mir der Fall war. Anstatt eines spannend umgesetzten Kampfes um das Heimatland der Bewohner, bekommt der Leser eine Geschichte serviert, die sich hauptsächlich an zwei Charakteren orientiert. Von der näheren Beschreibung des geheimnisvollen Landes Jeru fehlt leider jede Spur, Handlungsstränge erscheinen vorhersehbar und plotholes führen zu irritierten Rückfragen, die nie aufgelöst werden. Immer wieder bekommt der Leser Informationen zugespielt, die er für wichtig hält; Anspielungen, die auf Kosten der Haupthandlung jedoch nie vollständig erläutert werden.


Dabei hätte „Bird and Sword“ so viel Potenzial! Der schöne Schreibstil Amy Harmons garantiert einen stetigen Lesefluss und bildreiche Vorstellungen. Es scheitert an der Planung einer unausgereiften Fantasywelt.Harmon, die sonst für ihre gefühlvollen Liebesromane bekannt ist, hat einen wenig überzeugenden Ausflug in die Welt der Fantasy gewagt. Keineswegs als schlecht abzustempeln, kann dieser Roman durchaus unterhalten – doch die Errichtung einer Fantasiewelt benötigt Zeit und überlegte Planung, die hier leider nicht zu spüren war…

Wer mit den richtigen Erwartungen an „Bird and Sword“ herangeht, wird durchaus unterhalten werden und eine kurzweilige Lesezeit vollbringen. Meine Erwartungen waren wohl die falschen, aber vielleicht schafft es Harmon, mich mit einem anderen Buch zu verzaubern... nur wird es bei mir nicht „Bird and Sword“ sein.

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Tags: fantasy, krieg, lark, liebe, schwert, tiras, vogel   (7)
 

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stasi, geheimdienst, schottland, thriller, eismeer

Der Zerberus-Schlüssel

Gerd Schilddorfer
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2017
ISBN 9783404175956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

winter, mord, parko, thrille, spannung ohne end

Der Engel des Bösen

Martin Krüger
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 17.10.2017
ISBN 9781542099769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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liebe, der goldene hof, richelle mead, adel, neue welt

The Promise - Der goldene Hof

Richelle Mead , Susann Friedrich
Fester Einband
Erschienen bei ONE, 29.09.2017
ISBN 9783846600504
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Titel: „The Promise – Der Goldene Hof“
Autor: Richelle Mead
Verlag: ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG (29. September 2017), 592 Seiten à 18,00 €
Erster Teil der Reihe „The Glittering Court“; Zweiter Band „The Midnight Jewel“

*Klapptext*

Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet.
Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an -

*Cover*

Auf den ersten Blick hat mich das märchenhaft gestaltete Cover überzeugt! Die schönen Blautöne des Hintergrunds werden durch ein goldenes Funkeln durchbrochen, welches perfekt zum Titel des Romans passt. Abgerundet wird dieses Design durch die Rückansicht einer jungen Frau, welche durch die Goldelemente etwas Magisches bekommt.

*Einschätzung*

Von Beginn an wird der Leser mit der taffen Adeligen Elizabeth konfrontiert, welche ihre eigenen Pläne schmiedet und nur ungern den Anweisungen ihrer Großmutter folgt. Dazu verdammt, einen unbekannten Cousin zu heiraten, entscheidet sich Elizabeth für die Flucht und versucht ihr Glück in einer vollkommen fremden Welt. Dabei muss sie nicht nur verbergen, wer sie wirklich ist, sondern auch mit der Rivalität am „Goldenen Hof“ zurechtkommen… und mit ihren unerwarteten Gefühlen, die alles zerstören könnten.
Unterstützung findet sie bei ihren Freundinnen Tamsin und Mira, die jedoch selbst mit einigen Problemen zu kämpfen haben und vor Geheimnissen nur so strotzen.

Dank Richelle Meads flüssigem Schreibstil und einer taffen Hauptprotagonistin findet man als Leser sehr schnell in die Geschichte. Die Seiten fliegen in rasantem Tempo vorbei, auch wenn die Handlung am Anfang eher dahinplätschert. Trotz ihres ehemals vorhandenen Reichtums wirkt die Adelige Elizabeth nicht überheblich und zeigt Verletzlichkeit, wenn es um ihre Lieben geht, die sie aufgrund der Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft hinter sich gelassen hat.
Die Idee des „Goldenen Hofes“ ist in der Tat nicht neu, doch gekonnt versetzt Mead den Leser in eine Welt des Aufbaus, in der Siedler mit bloßen Händen ihr Leben gestalten.

Am „Goldenen Hof“ angekommen, stürzt sich Elizabeth / Adelaide in ein Versteckspiel der riskanten Art und konkurriert mit den anderen Mädchen, welche ebenfalls eine gute Partie machen wollen. Zu diesen zählt vor allem Tamsin, eine Freundin Adelaides und voller Ehrgeiz. Während Tamsin im ersten Teil des Romans noch ein präsenter Charakter ist, so wird sie als Figur im weiteren Verlauf immer blasser. Dieses Phänomen lässt sich auch bei Mira beobachten, welche als mysteriöse Figur viel Potenzial bietet, das jedoch (aufgrund des zweiten Bandes) nicht ausgeschöpft wird.
Vielmehr sind es die Nebencharaktere, welche im Gedächtnis bleiben und zu Spekulationen anregen, obwohl hierbei immer wieder die Frage aufkommt, welche Rolle ebenjene Nebencharaktere einnehmen. Insgesamt bleiben die Figuren so eher unausgereift und weisen an manchen Stellen eine Naivität auf, die schon sehr verwundert.

Empfindet man das „Dahinplätschern“ der Handlung auf den ersten Seiten noch als angemessen, so fragt man sich spätestens nach dem Mittelteil, wo denn die Spannung bleibt. Mead schneidet viele, verschiedene Handlungsstränge an, die allerdings erst auf den letzten Seiten des Romans abgehandelt werden – und das in einer Zielstrebigkeit, die vermuten lässt, dass das Buch schnell beendet werden musste. Auch die bereits erwähnte Spannung baut sich erst auf den letzten Seiten auf, konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen und wird viel zu rasch abgehandelt. Für jedes Problem steht auf einmal eine Lösung vor der Tür, die im Gesamtkontext zwar glaubhaft wirkt, auf die Hauptprotagonistin aber ein eher schlechtes Licht wirft.
So gesehen mag die Handlung zwar schlüssig sein, wirkt in meinen Augen an manchen Stellen aber nicht rund und zu konstruiert.

Als Jugendbuch mag „The Promise“ einen guten Dienst ableisten, das kurzweiliges Lesevergnügen verspricht und durchaus unterhalten kann. Mit Elizabeth führt Mead eine Hauptprotagonistin ein, die sich erstaunlich wandelt und gegen Ende Sympathien gewinnen kann. Auch die Gestaltung der landschaftlichen Verhältnisse in Adoria versetzen einen in die Zeit der Siedler und malen einem wunderbare Bilder in den Kopf, was das setting realistisch macht.
Doch trotz dieser Pluspunkte wirkt es auf mich so, als wolle mit aller Macht ein glitzerndes Happy End herbeigezogen werden, damit im nächsten Band die Geschichte von Mira beginnen kann.

„The Promise“ ist in der Tat kein schlechter Roman und konnte mich teilweise gut unterhalten, aber er verschenkt doch viel Potenzial. Wer sich als Leser daran nicht stört, darf nur zu gerne in die Welt von Elizabeth eintauchen – und wer weiß, vielleicht fällt Band zwei ja stärker aus!

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Tags: abenteuer, der goldene hof, heirat, neue welt, richelle mead   (5)
 

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indien, unsterblich, stein der weisen, unsterblichkeit, luzifer verlag

IMMORTAL - DER UNSTERBLICHE: Roman

Krishna Udayasankar
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 11.07.2017
ISBN 9783958352667
Genre: Sonstiges

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: IMMORTAL – Der Unsterbliche
Autor: Krishna Udayasankar
Verlag: Luzifer-Verlag (31. Oktober 2017)
Preis: 2,99 € (eBook), 13,95 € (Taschenbuch) à 400 Seiten

*Inhalt*

Ein Professor, der nicht sterben kann, auf der Suche nach dem Stein der Weisen…

Als Krieger namens Asvattama geboren, verbüßt der heutige Professor Bharadvaj die Strafe des ewigen Lebens. Mit der Annahme verschiedener Identitäten verdingt er sich nun als Historiker, welcher es aufgegeben hat, das Geheimnis hinter seiner Unsterblichkeit lüften zu wollen.
Doch plötzlich steht die junge Maya Jervois vor seiner Tür, die ihn mit nichts anderem beauftragt, als nach dem Stein der Weisen zu suchen – dem Stein, der das Rätsel seines Daseins lösen könnte.
Eine Schatzjagd voller Gefahren beginnt, denn der Professor und Maya sind nicht die Einzigen, die das Geheimnis des „Varja“ lüften wollen…

*Cover*

Das in recht dunklen Tönen gehaltene Cover verspricht eine Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse. Durch die indisch angemuteten Ornamente und Gebäude im Hintergrund fühlt man sich sofort nach Indien versetzt. Ein schönes Cover voller Mystik!

*Einschätzung*

Ein zynischer Professor der nicht altert, skrupellose Gegner und eine Schatzjagd, die einen mit glänzenden Augen an Gold denken lässt…
Nicht zuletzt wegen besagter Schatzjagd und dem indischen Setting habe ich mich an „IMMORTAL“ gewagt, denn beides hat mich schon immer fasziniert.

Mit einem recht brutalen Prolog landet der Leser direkt im Geschehen und lernt den Professor kennen, welcher sich aus einer brenzligen Situation befreit. Schon von Beginn an fallen die komplizierten Orts- und Götternamen ins Auge, die sich durch den gesamten Roman ziehen. Eine gute Gelegenheit, um mehr über Indiens Götterwelt zu recherchieren – doch mit der Zeit wird der Lesefluss dadurch gewaltig gehemmt.
Die Charaktere, neben dem Professor vor allem Maya Jervois und Manohar, konnten mich in ihrer Authentizität nicht überzeugen. Bharadvaj, der gerne über sein viertausend Jahre andauerndes Leben philosophiert und komplizierte Zusammenhänge in Sekunden herstellt, bekommt durch diese Charakterzüge nicht nur den Hauch eines amerikanisierten Bad Boys, sondern wirkt durch seine Überlegenheit auch sehr arrogant. Nur zu gerne lässt er seine Mitreisenden darüber rätseln, wo die nächsten Teile des „Varja“ zu finden sind. Und trotz seiner langen Lebensspanne sowie der daraus resultierenden Menschenkenntnis zweifelt er keine Sekunde an der Ehrlichkeit Maya Jervois‘.
Eben genannte konnte bei mir keine Sympathie erringen. Aufgrund ihres Berufs hatte ich mir eine toughe Frau erhofft, die sich selbst zu helfen weiß. Allerdings vermittelt Jervois eher den Eindruck einer angegriffenen Diva, die mit Manohar um die Gunst des Professors konkurriert und sich bissige Wortgefechte liefert…
Als Mitarbeiter/Freund von Bharadvaj konnte Manohar noch die meisten Sympathiepunkte erringen. Er versteht seinen Job und wirkt kompetent, bis er sich auf das Gunstgerangel mit Jervois einlässt.

Die Gesamthandlung weist durchweg einen roten Faden auf und ist dank des flüssigen Schreibstils mit einigen Spannungsmomenten gespickt. So war die Jagd nach dem Stein der Weisen durchaus interessant und auch das Setting der alten, indischen Tempel konnte positiv überraschen. Doch die schnellen Schlussfolgerungen des Professors, gefolgt von häufigen Rückblenden in seine Vergangenheit, lassen den Leser oft verwirrt zurück.

In der Tat sind die Grundansätze von „IMMORTAL – Der Unsterbliche“ nicht schlecht. Mit einer interessanten Idee und einem schönen Setting hat Krishna Udayasankar die richtigen Grundbausteine gelegt. Leider konnten mich weder Charaktere noch Umsetzung der Handlungsstränge wirklich überzeugen.
Ein teilweise unterhaltsamer Ausflug in die indische Götter- und Schatzwelt, daher von mir 2/5 Sternen.

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Tags: indien, professor, schatzjagd, spannung, stein der weisen, unsterblich, verbrecher   (7)
 

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

hugenotten, frankreich, krimi, cevennen, südfrankreich

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: In tiefen Schluchten
Autor: Anne Chaplet:
Verlag: KiWi-Taschenbuch (17. August 2017), à 320 Seiten
Preis: Taschenbuch für 9,99 €
Erster Teil der Reihe rund um Victoria „Tori“ Godon

*Klapptext*

In der wilden, elementaren Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen wohnen Rebellen und Eigenbrötler, Aussteiger und Propheten. Und seit einigen Jahren auch Tori Godon, ehemalige Anwältin, 42 Jahre alt, frisch verwitwet und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Als ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin einquartiert hat, verschwindet, ist Tori beunruhigt. Als der alte Didier Thibon, der ihr von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den Höhlen erzählte, tot aufgefunden wird, ist Tori alarmiert. Und als sie auf der Suche nach dem Holländer auf dem Karstplateau in eine Felsspalte stürzt, ist plötzlich auch ihr Leben in Gefahr. Wie hängen die Aktivitäten des Holländers mit den Hugenotten zusammen, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Und was hat das alles mit der Geschichte des Dorfes zu tun?

*Cover*

Ein Einblick in die ungestüme Landschaft des Vivarais, ein altes Dorf, welches sich an die Berghänge schmiegt und dunkle Wolken, die sich darüber aufbauschen…
Das landschaftlich schöne Cover lädt direkt dazu ein, nach Frankreich zu reisen und Tori bei ihren Recherchen zu begleiten. So gesehen passt es perfekt zur Handlung des Buches und ist definitiv ein Blickfang.

*Einschätzung*

Wer mit „In tiefen Schluchten“ von Anne Chaplet einen herkömmlichen Kriminalroman erwartet, wird überrascht werden – denn dieser Roman ist alles andere als gewöhnlich. Manch einer mag von dem Fehlen der typischen, kriminalistischen Elemente enttäuscht sein, dafür kann „In tiefen Schluchten“ mit einer ganz eigenen Spannung aufwarten.

Tori Godon, ehemals Patentanwältin und Zugezogene in Belleville, erforscht die hugenottischen Wurzeln ihres Ehemannes Carl und stößt bei der Dorfgemeinschaft auf misstrauische Vorsicht. Ihre Nachforschungen rühren nicht nur an der Skepsis der verschrobenen Dorfbewohner, sondern bringen auch einige Steine der Vergangenheit ins Rollen, die lieber liegen geblieben wären…

Für manch einen mag der Einstieg etwas schwer fallen, denn die bildlichen, landschaftlichen Beschreibungen der Autorin bringen die Handlung nur langsam voran. Sehr ausführlich wird Toris Leben in Belleville geschildert und man fühlt sich sofort in dieses malerische Dörfchen mit seinen eigenbrötlerischen Bewohnern versetzt. Dank des malerischen Schreibstils ist dieser Roman definitiv allen Frankreichfans zu empfehlen, die einen Einblick in die wilde Landschaft des Vivarais erhalten möchten.
Allerdings sind es diese ausholenden Ausführungen, welche nach einiger Zeit zur Langatmigkeit führen. Fast das komplette erste Drittel zieht sich dahin, ohne dass der erwartete Krimi eintritt.
Es ist nicht die übliche Kriminalistik, die man „In tiefen Schluchten“ erwarten darf. Hier liegt der Fokus definitiv auf der Geschichte des Dorfes und einer Familienfehde, die seit hunderten von Jahren schwelt. Zwar finden Ermittlungen statt, doch die französische Polizei bemüht sich, diese auf eine Bahn zu lenken, welche weiterhin Frieden in der Dorfgemeinschaft gewährleistet.

Etwas Spannung kommt erst etwa in der Mitte des Buches auf und steigert sich zum Schluss hin. Dabei sollte angemerkt werden, dass einige Handlungselemente zwar eingestreut, aber nie ganz aufgelöst werden (Funktion der Bärenskulptur, ihre „Visionen“, …). Wer sich an diesen offenen Fragen nicht stört, darf den Roman mit interessanten, historischen Fakten getrost weiterverfolgen und sich an den landschaftlichen Metaphern erfreuen.
Auch die Charaktere rund um Tori erscheinen sympathisch, obwohl man während des Lesens immer wieder vermutet, dass der ein oder andere Dorfbewohner Dreck am Stecken hat. Mit July hat die Hauptprotagonistin einen liebenswerten Hund zur Seite gestellt bekommen, welchen man sofort ins Herz schließt. Ebenso der lesende Metzger kann Sympathien wecken, während der plötzlich auf der Bildfläche erscheinende Jan eher blass bleibt.

Schlussendlich hat Anne Chaplet mit „In tiefen Schluchten“ einen soliden Roman geschaffen, den ich allerdings eher als solchen bezeichnen möchte. Ein überragend malerischer Schreibstil und fesselnde, historische Fakten entführen den Leser nur zu schnell nach Frankreich!
Zwar mögen einige, kleinere Unstimmigkeiten ins Auge fallen und der Kriminal-Anteil eher vergeblich gesucht werden, doch wer sich daran nicht stört, kann bei diesem Buch getrost ins Regal greifen.
Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

  (4)
Tags: anne chaplet, familienfehde, geheimnisse, hugenotten, in tiefen schluchten, vergangenheit, zweiter weltkrie   (7)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

festtagsgäste, freundschaft, familie, weihnachten, anke schläger

Festtagsgäste

Anke Schläger
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.08.2017
ISBN 9783744870368
Genre: Romane

Rezension:

… über das Leben zweier Frauen, die liebevoll porträtiert zu ihrer Stärke finden und durch eine besondere Freundschaft gemeinsam ihre dunkelsten Momente überwinden.

Titel: „Festtagsgäste“
Autor: Anke Schläger
Verlag: Books on Demand Verlag, 1. August 2017; 346 Seiten

*Klapptext*

Fröhliche Weihnachten? Von wegen! Kurz vor dem Fest bricht Lisannes vermeintlich heile Welt entzwei. Sie erfährt, dass ihr Mann eine zweite Familie hat. Und die wird bald auf dem Biohof einziehen, der das Zuhause von Lisanne und ihren Kindern ist. Als der Hofladen in Flammen steht und Lisanne Hals über Kopf die Flucht ergreift, nimmt ihre Stammkundin Marlene spontan die Verfolgung auf. So beginnt eine Freundschaft zwischen zwei grundverschiedenen Frauen, die schon bald ihre größte Bewährungsprobe erlebt …
Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte über Umwege, die mit harten Brocken gepflastert sind – und doch zum Ziel führen.

*Cover*

Das Cover des Romans „Festtagsgäste“ versetzt mit seinen winterlichen Mistelzweigen und dem abgebildeten Engel sofort in Weihnachtsstimmung. Schlichtes Blau bildet den Hintergrund, was die Aufmerksamkeit vermehrt auf den Titel lenkt. Zwar passt die Gestaltung zur weihnachtlich vorherrschenden Zeit im Roman, doch mehr Bezug zur Haupthandlung lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen.

*Einschätzung*

Sie pflegen seit Jahren miteinander Umgang, doch eine richtige Freundschaft bildet sich erst, als ihre Probleme sie zu überwältigen drohen: Die beiden Hauptprotagonistinnen Lisanne und Marlene haben beide ein Päckchen zu tragen. Während die gebürtige Niederländerin vor dem Betrug ihres Mannes und dem Unglück flieht, hadert die oft zerstreute Marlene mit einer belastenden Vergangenheit.
Umso überraschender, dass Marlene es wagt, die Sicherheit ihres Alltags zu verlassen, um die verzweifelte Lisanne zu verfolgen! Ein Weg voller ernster Themen, wie Vertrauens- und Eheprobleme sowie Kinderlosigkeit, führt zu einer zart aufkeimenden Freundschaft, die nur allzu bald einer Zerreißprobe unterzogen wird…

Ein mitreißender Roman darüber, wie das Leben so spielen kann. Und dass auch in der dunkelsten Zeit eine Freundschaft erblühen kann, die Halt gibt, um weiterzumachen. Nicht nur ein Roman für ältere Leser, sondern auch für das Jungvolk (zu dem ich mich zähle), wenn man gewillt ist, sich mit ernsteren Themen zu befassen.

 

Angesiedelt in der Weihnachtszeit, startet Anke Schlägers Debütroman mit einer schockierenden Enthüllung, die Lisanne den Boden unter den Füßen entreißt. Fortgeführt mit einer amüsanten Verfolgungsjagd rund um die beiden Frauen, lernt der Leser auch diese besser kennen. Die gut eingestreuten Erzählungen über Marlene und Lisanne verleihen den beiden eine charakterliche Tiefe, wie ich sie selten so authentisch erlebt habe. Beide Frauen haben ihre Ecken und Kanten; dennoch wirken sie gerade durch diese sehr sympathisch, sodass man als Leser gar nicht anders kann, als ihre gemeinsame Geschichte weiter zu verfolgen.
Gerade durch die hervorragend entwickelten Charaktere lassen sich die Handlungen und Reaktionen gut nachvollziehen. Angemerkt sei hierbei, dass man sich manchmal als Leser etwas gedulden- und das Geschehen weiter verfolgen muss, bevor der Grund für eine gewisse Verhaltensweise aufgelöst wird.

Die Gesamthandlung erscheint schlüssig und plausibel, bis zum Ende lässt sich ein roter Faden erkennen. Auffällig sind hierbei die kleinen Details, welche im Roman auftauchen und gegen Ende erneut aufgegriffen werden. Sei es die „Kuchen-Metapher“ oder Lisannes Wandbild - Anke Schläger verwendet schöne Sinnbilder, um ihre Absichten auszudrücken und legt den Charakteren eine eigene Sprache in den Mund, die immer wieder auftaucht. Diese Detailgenauigkeit verleiht dem Roman seinen ganz eigenen Charme und macht das Lesen zu einem Vergnügen. Und wer genauer darüber nachdenkt, wird gegen Ende feststellen, dass der gewählte Titel passt „wie die Faust aufs Auge“ ;-)

So hat Anke Schläger einen unterhaltsamen Roman geschaffen, der nicht nur mit liebevollen Details aufwarten kann, sondern ebenso mit sympathischen Charakteren. Allerdings kommt auch der Ernst des Lebens nicht zu kurz und wer gerne über eine Lektüre nachdenkt, kann mit Griff ins Bücherregal getrost die „Festtagsgäste“ hervornehmen.

Ein weihnachtliches Lesevergnügen über charakterliche Stärke, den Halt einer Freundschaft und einen Funken Hoffnung, wenn man keinen Ausweg mehr sieht.

 

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Tags: anke schläger, familie, festtagsgäste, freundschaft, kinder, probleme, streit, weihnachten   (8)
 

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(30)

40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

spannung, thriller, die gaben des todes, mor, winter-und-parkov-thriller

Die Gaben des Todes

Martin Krüger
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 25.07.2017
ISBN 9781542096850
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: Die Gaben des Todes
Autor: Martin Krüger
Verlag: Edition M (18. Juli 2017)
Erster Band der Winter-und-Parkov Reihe (Band zwei "Der Engel des Bösen")

*Klapptext*

„Ein grausamer Killer hält die Frankfurter Polizei in Atem. Die kunstvoll inszenierte Leiche einer jungen Frau wird in einer Schaufensterauslage gefunden. Neben ihr hat der Mörder drei mit Blut geschriebene Worte hinterlassen: »Holt Daniel Parkov«.

Obwohl der »Dezembermann«, wie sich der Täter selbst nennt, Oberkommissarin Marie Winter und dem milliardenschweren, exzentrischen BKA-Hauptkommissar Daniel Parkov mysteriöse Nachrichten zukommen lässt, tappen die Ermittler im Dunkeln. Erst nach und nach erkennen sie, dass sie es mit einem psychopathischen Killer zu tun haben, der einen perfiden Plan verfolgt: das Ende des freien Willens.“

*Cover*

Das neu gestaltete Cover des Thrillers kann eine Schlichtheit bieten, die dennoch ansprechend wirkt und die Neugierde des Lesers weckt. Große, in Rot getauchte Buchstaben verkünden den Namen des Buches, während der Name des Autors auf einem vielleicht blutigen Zettel steht. Die Vignette rund um das Cover komplettiert den unheilverkündenden Eindruck, welcher durch den helleren Hintergrund etwas abgeschwächt wird.

*Einschätzung*

Marie Winter, alleinerziehende Mutter und Oberkommissarin, wird mit einem Mord konfrontiert, der ihre ganze Welt auf den Kopf stellt. Grauenhaft genug, dass „Der Dezembermann“ seine Morde geschickt inszeniert, ohne dabei je Spuren zu hinterlassen; zudem ergötzt er sich daran, in die Köpfe seiner Jäger einzudringen und sie mit ihren eigenen Erinnerungen zu knebeln.
Zum Glück erhält Marie alsbald Hilfe von Daniel Parkov, einem ehemaligen BKA-Ermittler, der den „Dezembermann“ besser zu kennen scheint als jeder andere.
Gemeinsam begeben sie sich in die Abgründe einer gefährlichen Jagd, kämpfen sich durch ein Dickicht von Lügen und geraten letztendlich in größte Gefahr…

Klingt nach einer spannenden Lektüre, die einen kaum zu Atem kommen lässt? Unbedingt! Wer gerne dem Rausch des Nervenkitzels erliegt und ausgefuchste Charaktere liebt, wird schnell dem Charme des Ermittlerduos Winter-Parkov verfallen. Allerdings erfordert dieser Thriller einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit, denn die Handlungsstränge bieten viel Komplexität.

Bemerkenswert ist ebenso die Gestaltung der Charaktere, welche durch ihre Macken sehr authentisch wirken. Marie sieht sich in einem Spagat zwischen todkranker Tochter und der Ergreifung eines Serienkillers, Parkov wirkt leicht verschroben und hat mit seinen ganz persönlichen Schatten zu kämpfen.
Kapitel für Kapitel wird die Handlung weiter aufgefächert, mehr Hinweise treten ans Tageslicht, aber ein klares Bild lässt sich nicht erahnen. Durch die vielen, vereinzelten Fakten wird der Leser dazu angeregt, sich seine eigenen Gedanken zum Fall zu bilden, eventuell das Motiv des „Dezembermannes“ zu entlarven, doch am Ende liegt man vollkommen daneben.
Oft werden die gewonnenen Erkenntnisse in einem kurzen Kapitel zusammengefasst, das etwa ein Team-Meeting enthält; ob diese Kapitel unbedingt notwendig sind, darüber lässt sich streiten, aber so bilden sie einen guten Puffer zwischen den Ermittlungen.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse noch einmal, überraschende Wendungen treten auf und die Spannung wird auf die Spitze getrieben. Wer ganz kleinlich ist, könnte hier anmerken, dass die Ereignisse etwas zu schnell aufgelöst werden; doch hierzu sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Die Gesamthandlung ist in ihrem gesamten Kontext nachvollziehbar, auch wenn die Aufklärung des Motivs hinter den Morden einiges an Hirnschmalz erfordert. Rückblickend erscheint die Zusammenstellung logisch, allerdings könnte der Kritiker an dieser Stelle wieder einwerfen, dass das Ganze zu konstruiert sei.
Auch die Protagonisten handeln ihrem Charakter entsprechend. Persönlich kam an der ein oder anderen Stelle eine Frage auf, warum diese oder jene Spur nicht weiter verfolgt wurde, doch verliert sich diese schnell mit dem Voranschreiten der Handlung.

Sprachlich liest sich der Thriller recht angenehm und flüssig. Nur vereinzelte, ungewöhnliche Satzformulierungen lassen einen kurz innehalten, was sich aber schnell gibt.
Zu anfangs werden viele Namen und Dienststellen eingebracht, die beim Leser für Verwirrungen sorgen könnten; wer am Ball bleibt, wird auch die einzelnen Ermittler und Behörden bald auseinanderhalten können.

Letztendlich hat Martin Krüger mit „Die Gaben des Todes“ einen spannenden Thriller geschaffen, der einem mit reichlich Spannung jegliche Puste raubt. Ein charismatisches Ermittlerduo und ein gerissener Serienkiller fesseln die komplette Aufmerksamkeit und laden dazu ein, offenen Fragen in Band zwei nachzugehen.
Für Thrillerfans, die gerne komplexe Handlungsstränge verfolgen, eine klare Empfehlung!

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Tags: die gaben des todes, martin krüger, serienkiller, spannung, winter-und-parkov-thriller   (5)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mittelalter, liebe, ritter, intrigen, kämpfe

Schwarze Ritter küsst man nicht (Historischer Roman, Liebe, Humor)

Susanne Keil
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 19.06.2017
ISBN 9783960872061
Genre: Sonstiges

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: Schwarze Ritter küsst man nicht (ehemals „Wie der Teufel und das Weihwasser“)
Autor: Susanne Keil
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS; Auflage: 1 (19. Juni 2017) à 294 Seiten
Preis: eBook für 3,99 €
Erster Teil der Schwarze-Ritter-Reihe!

*Klapptext*

Die Champagne im Jahr 1104:
Unversehens rutscht Hadelinde in eine Männerrolle hinein, als Knappe des berüchtigten ‚schwarzen‘ Ritters Jérôme de Montdragon. Eine verzwickte Situation. Einerseits wäre es ihr lieber, dieser Mann, der ihr Herz im Sturm erobert, würde eine Frau in ihr sehen. Andererseits kann sie nur an seiner Seite bleiben, solange er sie für einen netten, ahnungslosen Jungen hält, den er dringend vor der Hinterlist der Frauen schützen muss. Hadelinde weiß, dass Jérômes schlechte Meinung über die Frauen und sein Vorsatz, sich nie wieder zu verlieben, nicht von ungefähr kommen: Geneviève de Beaufort, seine ehemalige Verlobte, hat mit einer Intrige seinen Ruf zerstört und trachtet ihm auch weiterhin nach dem Leben. Was Hadelinde jedoch nicht weiß, ist, wie sie Jérôme die Wahrheit über sich beibringen soll, als sie verwundet wird …

*Cover*

Das in hellen Rosétönen gehaltene Cover kann nicht nur mit einer jungen Frau aufwarten, sondern -passend zum Titel - auch mit einem Ritter, der seiner Liebsten entgegenreitet. Passend zum Genre Historik lässt sich zudem eine Burg erahnen, die wohl in einer hügeligen Landschaft angesiedelt ist.
Somit spiegelt das Cover sowohl den historischen Anteil als auch jenen einer Liebesgeschichte wieder; je nach Geschmack mit etwas zu viel rosa.

*Einschätzung*

Begleitet von dem ständigen Druck, als Frau entlarvt zu werden, stellt sich Hadelinde alias Kitt als Knappe in die Dienste von Jérôme de Montdragon. Der distanzierte Ritter, welcher vom Volk als „böse“ angesehen wird, hat währenddessen mit den Machtspielchen seiner ehemaligen Verlobten zu kämpfen. Mit Kitt an seiner Seite bestritt er weiterhin sein einsames Ritterdasein, hält Predigten über die Verderbtheit der Frauenwelt und ahnt dabei nicht, dass er ständig ein Wesen dieser Gattung an seiner Seite hat…
Natürlich kann dieses Versteckspiel die Zeit nicht überdauern und es wird sich zeigen, ob der zwielichtige Kämpfer den Mut besitzt, sich seinen Ängsten zu stellen.

Somit verspricht dieser historische Roman von Susanne Keil nicht nur eine amüsante Verwechslungsgeschichte, sondern auch den Anklang romantischer Elemente, wie sie in einem Ritterabenteuer wünschenswert sind.

 

Für eine junge Frau, die in der Blüte des Mittelalters aufgewachsen ist, entpuppt sich Hadelinde in ihrem Denken und Handeln als recht fortschrittlich. Denn sie trägt nicht nur verpönte Männerkleidung und wagt es, den Heiratswünschen ihres Vaters zu widersprechen, sondern lebt ihr Leben mit einer ungezwungenen Einstellung, die sie nur zu oft in Konfliktsituationen bringt. Dafür verliert Hadelinde nie ihren einzigartigen Charakter und bleibt, wie sie ist.
Jérôme hingegen flüchtet sich in seine Rolle des finsteren Ritters, der den üblen Nachruf seines Vaters geerbt hat. Er sieht sich selbst so sehr als distanzierten Menschen an, der Mitmenschen gegenüber keine Gefühle zulässt, dass er gar nicht erkennt, wie ehrenhaft er in Wirklichkeit ist. Viel lieber gibt er sich dem Genuss des Weines hin und trinkt auf sein Selbstmitleid, bis Hadelinde ihn aus diesem Sumpf zieht.
Neben diesen beiden Hauptprotagonisten erhalten auch die Pferde Puk, Hektor und Achilles ihren ganz eigenen Charme, was der Geschichte lustige Momente beschert. Und natürlich dürfen auch die intriganten Machthaber nicht fehlen, die durch Jérômes ehemalige Verlobte Genevieve und ihren Ehemann vertreten sind.

Auch wenn die Idee einer jungen Frau, die sich als Knappe verkleidet, fortschrittlich sein mag, so fügt sich dieser Handlungsstrang doch gut in die Zeit des Mittelalters ein. Dank angelehnter Sprache, an die man sich nach einiger Zeit gewöhnt, bekommen auch die Charaktere die richtigen Worte in den Mund gelegt; und flüssige Beschreibungen der Umgebung vervollkommnen das Bild einer mittelalterlichen Ansiedlung.

Durch die gute, charakterliche Darstellung der Protagonisten lassen sich deren Verhaltensweisen meistens nachvollziehen. Oft kommt hierbei ein Schmunzeln auf, denn auch wenn Hadelinde als Knappe verkleidet ist, bleibt sie dennoch ein Frauenzimmer, das sich nach idealisierter Liebe sehnt (was Jérôme, der Frauen verabscheut, natürlich gar nicht gefällt).
Dadurch, dass die Charaktere einer gewissen Komik ausgesetzt sind, könnte man an ihrer Authentizität zweifeln, doch keiner der Charakterzüge wirkt aufgesetzt.

Leider muss angemerkt werden, dass es sich bei diesem Roman um den ersten Teil der Schwarze-Ritter-Reihe handelt. Fortgeführt wird die Geschichte mit dem zweiten Teil „Schwarze Ritter küsst man doch“. Somit entwickelt sich die Beziehung zwischen Hadelinde und Jérôme sehr langsam und lässt etwas an Romantik missen, die ich persönlich erwartet hatte.

Trotz dieses kleinen Mankos hat Susanne Keil mit „Schwarze Ritter küsst man nicht“ eine amüsante Historienlektüre geschaffen, die einen mit Leichtigkeit zum Schmunzeln bringt und einem mit kleinen Nebendarstellern den Tag versüßt.
Wer einen leichtlebigen Roman sucht, ist hiermit gut bedient, weshalb ich vier von fünf Sternen vergebe.

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Tags: hadelinde, intrigen, jerome, knappe, mittelalter, schwarze ritter küsst man nicht, versteckspiel   (7)
 

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mallorca, liebe, sommer, finca, rentner

Meeresblau & Mandelblüte

Elke Becker
E-Buch Text: 236 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.07.2017
ISBN 9783732539376
Genre: Liebesromane

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: Meeresblau & Mandelblüte
Autorin: Elke Becker
Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment; Auflage: 1. Aufl. 2017. (1. Juli 2017)
Kindle Edition für 6,99€ à 278 Seiten

*Klapptext*

>Leonie ist erfolgreich in ihrem Job: Sie saniert marode Firmen. Ein Privatleben hat sie nicht, denn Gefühle stehen ihrer Karriere nur im Weg. Völlig überraschend erbt sie von ihrer Tante eine Agrotourismus-Finca auf Mallorca. Das Problem: Dort wohnen vier rüstige Senioren. Sie managen das kleine Hotel zusammen mit dem attraktiven Niklas und haben lebenslanges Wohnrecht. Das passt Leonie so gar nicht, denn sie will aus der Finca ein Nobelhotel machen und es gewinnbringend verkaufen. Sie muss die Senioren loswerden - doch die Alten sind nicht so alt und wehrlos, wie Leonie denkt. Zu allem Überfluss lässt Niklas das Herz der taffen Karrierefrau höher schlagen, als ihr lieb ist.<

*Cover*

Die hellen Blautöne des Covers, vermischt mit dezentem pink und weiß, versprühen eine sommerliche Atmosphäre und passen somit perfekt zum Inhalt des Buches. Auch der Titel, „Meeresblau und Mandelblüte“, wird im Roman selbst aufgegriffen.

*Beurteilung*

Leonie Maler, eine toughe Businessfrau, die in ihrem Leben stets alles unter Kontrolle zu haben scheint, trifft auf einen chaotischen Trupp von Rentnern, die ihre Renovierungspläne gründlich durchkreuzen wollen. Konflikte? Vorprogrammiert!

In Elke Beckers „Meeresblau & Mandelblüte“ erfährt Leonie nicht nur, was es heißt, ein Leben außerhalb der Arbeit zu führen, sondern lernt auch, sich selbst zu hinterfragen und sich auf ihre Mitmenschen einzulassen. Dass sich dies die versnobte, stets distanzierte junge Frau am Anfang nicht eingesteht, ist klar. Dass sie damit auf Unverständnis und Ablehnung trifft, ebenfalls.

Allerdings ist Leonie niemand, der schnell aufgibt. Und trotz einiger Hindernisse, Pannen und Sticheleien findet sie in dem attraktiven Niklas eine unerwartete Unterstützung. Wird Leonie letztendlich doch noch dem Zauber Mallorcas und dem Charme der Rentner-WG verfallen? Oder siegt ihre kühle Fassade und sie boxt ihre Pläne durch?

Wer dieser Frage nachgehen möchte, findet in „Meeresblau &  Mandelblüte“ einen erfrischenden Sommerroman im schönen Mallorca, der neben Witz und tollen Beschreibungen auch Momente zum Nachdenken liefert.



In Elke Beckers Roman lassen sich keine Logikfehler finden, die der Gesamthandlung widersprechen. Die Handlungsstränge ziehen sich konsequent durch den gesamten Roman und werden am Ende würdig aufgelöst. Einziges Manko ist die recht kurze Abhandlung und Auflösung der Geschehnisse, da man die liebgewonnenen Charaktere nur ungern so schnell ziehen lassen will!

Sehr schön zu erleben ist auch der Wandel der Charaktere. Gerade Leonie ist am Anfang kein sympathischer Mensch, doch je mehr sie sich auf das Leben in Mallorca einlässt, desto tiefer darf der Leser hinter ihre Fassade blicken. Dieser Wandel ist es, der vor allem Leonie als Hauptperson authentisch macht; aus verzweifelter Kontrolle wird Lebenslust und der Wunsch, ihre Zeit zu genießen!
Dieses „Carpe Diem“ haben die vier Mitglieder der Rentner-WG perfektioniert. Sie stehen somit im Gegensatz zu Leonie und verkörpern eine lebensfrohe Gemeinschaft, die ihre letzten Tage in vollen Zügen auskosten. Durch witzige Erzählungen schließt man die Vier recht schnell ins Herz, auch wenn man zu anfangs anmerken könnte, dass ihre Vorurteile gegenüber Leonie unangebracht sind.
Die beiden Männer im Roman, Niklas und Samuel, erscheinen neben diesen starken Charakteren etwas blasser. Zwar machen auch sie einen sympathischen Eindruck, aber in Bezug auf ihr Leben bleibt es lediglich bei geheimnisvollen Andeutungen.

Ein großer Pluspunkt ist vor allem Elke Beckers lebendiger Schreibstil, der einem Mallorca direkt vor Augen zaubert. Kein Wunder, lebt die Autorin doch selbst auf diesem schönen Fleckchen Erde und kann dem Leser somit die Orte malerisch schildern. Hat man dann auch noch die Möglichkeit, diesen Roman an einem schönen Sommertag zu verschlingen, so ist das nur zu empfehlen!

Somit hat Elke Becker einen malerisch-mallorquinischen Lesespaß geschaffen, der den Leser mit Witz und nachdenklichen Momenten auf die „Insel der Deutschen“ entführt. Ein gelungenes Werk, das von mir 4 ½ Sterne erhält.
Danken möchte ich zudem der lesejury für das zur Verfügung gestellte eBook und Elke Becker für die tolle Leserunde!

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Tags: konflikte, mallorca, mandelblüte, meeresblau, rentner, sommer, vergangenheit   (7)
 

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münchen, dublin, patsy logan, krimi, mord

Harte Landung

Ellen Dunne
Flexibler Einband: 441 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.08.2017
ISBN 9783458362883
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*Eckdaten*

Titel: Harte Landung
Autor: Ellen Dunne
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (7. August 2017)
Seitenzahl: 441 Seiten
Preis Taschenbuch: 10,95 €

*Klapptext*

"Carolin Höller, Top-Managerin bei der erfolgreichen Online-Tauschbörse Skiller, hat alles: Musterkarriere. Musterehe. Musterkinder. Bis man sie unterhalb ihres Bürofensters tot auffindet. Schnell ist klar: Sie ist nicht freiwillig gesprungen. Immer tiefer gräbt sich Patsy in Carolins Leben und die Strukturen von Skiller, stößt auf Lügengebäude und hohle Fassaden. Erst recht, als man sie ins Skiller-Hauptquartier nach Dublin schickt. Ausgerechnet in die Stadt, um die sie seit dem Selbstmord ihres Vaters einen großen Bogen macht. Kein gutes Omen. Und prompt überschlagen sich die Dinge …

Harte Landung ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe um Hauptkommissarin Patsy Logan. Schlagfertig und eigensinnig liefert die »Frau der Stunde« Ergebnisse – mit klarem Verstand, trockenem Humor und einem Instinkt, der niemandem unheimlicher ist als ihr selbst."

*Cover*

Das ernste Cover des Kriminalromans mit den goldenen Lettern „Harte Landung“ ist nicht nur auf den ersten Blick schön anzusehen, sondern hat im Nachhinein mehr mit dem Inhalt gemein, als man ahnt. Nicht nur, dass sich der abgebildete Brunnen in München befindet, nein, gleichzeitig wird der Spruch „außen hui und innen pfui“ sehr gut verbildlicht. Was das bedeuten soll? Lest selbst!


Patsy Logan, deutsch-irische Hauptkommissarin beim Münchner LKA, wird nicht nur mit einem Fall konfrontiert, der neben knallharter Ermittlungstaktik auch Fingerspitzengefühl erfordert, sondern hat auch mit einem turbulenten Privatleben zu kämpfen.
Der Fall „Carolin Höller“ erweckt internationale Aufmerksamkeit, droht er doch den bevorstehenden Börsengang des Online-Unternehmens Skiller in eine Pleite zu verwandeln; und gleichzeitig fühlt sich Patsy von diesem Fall seltsam berührt. Mitten in einem Kampf um die Wahrheit droht ihr ihre Unfähigkeit, ein Kind zu empfangen, die Kontrolle zu entreißen. Der Druck ihres Ehemannes Stefan, die Lügenkonstrukte rund um Skiller und die unangenehme Rückkehr nach Dublin stellen die Ermittlerin vor mehr Herausforderungen, als eine taffe Frau ertragen kann – könnte man meinen.
Denn Patsy wäre nicht Patsy, würde sie sich nicht mit ihrem einzigartigen Humor und ihrer Schlagfertigkeit durch eine von Männern dominierte Branche kämpfen, um an die Wahrheit zu gelangen.

Die Haupthandlung beinhaltet parallel mehrere Stränge. Vordergründig natürlich der Fall Carolin Höller, doch auch Patsys Eheprobleme werden ebenso behandelt wie ihre schwierige Kindheit. Diese Kindheit wird im zweiten Handlungsort Dublin aufgerollt, der neben München ein entscheidender Schauplatz für die polizeilichen Ermittlungen ist. Dort trifft Patsy auf den charismatischen Iren Ben Ferguson, der sie bei ihren Ermittlungen unterstützen soll.

Begleitet man Patsy bei ihren Ermittlungen bis zum bitteren Ende, so fällt auf, dass keinerlei Widersprüche innerhalb der Handlung erkennbar sind. Die Charaktere wirken in ihrer Handlung absolut authentisch, was gerade durch kleine Details verdeutlicht wird, die immer mal wieder im Geschehen auftauchen.
So haucht Ellen Dunne mit viel Geschick ihren Protagonisten Leben ein und gibt ihnen gleichzeitig einige Schwächen mit auf den Weg, die das Identifikationsgefühl des Lesers verstärken.
Darüber hinaus wird dem Leser am Ende ein gewisser Spielraum zugestanden, der ihm erlaubt, selbst über Motiv und Absicht des Täters nachzudenken.

Aber nicht nur die rasante Handlung lässt einen das Buch kaum mehr aus der Hand legen, sondern auch der fesselnde Schreibstil, welcher durch strukturierte Klarheit besticht. Gekonnt wird Spannung aufgebaut, bildliche Vergleiche regen die Vorstellungskraft an und spritzige Dialoge bringen einen zum Schmunzeln (dabei bleibt Patsy natürlich die „Frau der Stunde!).

 

Ellen Dunne hat mit „Harte Landung“ einen spannenden Kriminalroman mit authentischen Charakteren geschaffen, die nicht nur der Gerechtigkeit wegen kämpfen, sondern auch um sich selbst. Das Ermittlerteam rund um Patsy Logan lässt auf weitere, abenteuerreiche Nachfolgebände hoffen, die nicht nur das Herz des Krimi-Liebhabers höher schlagen lassen; sie bringen auch den Menschen dazu, nachzudenken.

An dieser Stelle vielen Dank an den Insel-Verlag für das zur Verfügung gestellte Buch und an Ellen Dunne, die eine tolle Autorenbegleitung war! :-)

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Tags: carolin höller, dublin, kriminalroman, münchen, patsy logan, spannung   (6)
 

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kloster, mittelalter, liebe, klerus, kirche

Die Sehnsucht der Nonne

Susan Hastings
E-Buch Text: 512 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 04.07.2017
ISBN 9783958249479
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eckdaten
Autor: Susan Hastings
Titel: Die Sehnsucht der Nonne (ehemals „Die Schwester der Nonne“)
Verlag: dotbooks Verlag (4. Juli 2017), eBook mit 512 Seiten
Preis: 5,99 € als Kindle Edition

Klapptext

Leipzig im 15. Jahrhundert: Um den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Mutter zu erfüllen, tritt Maria ins Kloster ein. Zwischen kalten Mauern und strengen Regeln fühlt sich die junge Frau gefangen. Erst die Begegnung mit einem geheimnisvollen Fremden bringt wieder Licht in ihr Leben – doch eine Nonne darf nicht lieben. Ihre Zwillingsschwester Katharina wird indes einem alten Mann als Frau versprochen, dabei schlägt ihr Herz für einen anderen.
Für Freiheit und Liebe widersetzen sich die Schwestern ihrem Vater und der Kirche. Doch dann bringt Katharinas Flucht das Leben ihrer Zwillingsschwester in höchste Gefahr …

Cover

Wie für einen historischen Roman typisch, beinhaltet das Cover überwiegend Rot- und Brauntöne. Im Hintergrund wird ein mittelalterliches Stadtbild gezeigt (eventuell eine Darstellung von Leipzig?) und im Vordergrund können wir eine junge Frau im recht modernen Nonnengewand erkennen. Für ein Werk dieses Genres ein passendes, wenn auch nicht übermäßig ausgefallenes Cover.

Einleitung (kann eventuell Spoiler beinhalten)

Zu Beginn des Romans wird der Leser in ein kunterbuntes Marktgeschehen eingeführt, das er sich durch die bildliche Beschreibung gut vorstellen kann. Als erster Charakter tritt Hieronymus Preller auf den Plan, ein Kaufmann, der später Vater der Zwillinge Katharina und Maria werden wird. Dies kann anfangs zu Verwirrungen führen, da der Roman nicht mit den beiden Hauptprotagonistinnen startet, sondern erst vom Werdegang des Vaters erzählt.
In den folgenden Kapiteln  plätschert die Handlung etwas vor sich hin, die Zwillinge werden in mehreren Zeitsprüngen recht schnell erwachsen und es fällt bald auf, wie sehr sie sich charakterlich unterscheiden.
Natürlich beginnt Katharina, die frechere der Zwillinge, Interesse an der Männerwelt zu entwickeln und legt sich einen Liebhaber zu, der sie nicht nur zu fleischlicher Sünde verführt, sondern mitunter der Beginn aller Probleme darstellt. Auch die katholische Kirche nimmt im Verlauf der Handlung eine beträchtliche Rolle ein, stellt sie doch die Übeltäter in Form des Propstes und seines hinterhältigen Mönches Tobias, die immer wieder das Glück der Hauptprotagonistinnen zerstören.

Somit beginnt die Spannung der Handlung erst etwa im Mittelteil und dieser Teil ist es auch, der den Ereignissen im Klapptext entspricht. Die Zwillinge müssen jeweils getrennt um Liebe und Leben kämpfen, erfahren unglaubliche Ungerechtigkeiten und finden doch meistens eine Zuflucht, bevor die Fänge der Kirche sie erneut erreichen…

Wer an dieser Stelle einen Historischen Roman à la Gablé erwartet, wird enttäuscht werden. Es handelt sich um einen soliden Roman, der jedoch mehr Unterhaltungspotenzial in Form einer Liebesgeschichte hat, als im Darstellen historischer Kontexte, die ab und zu miteinfließen. Gut eignet sich „Die Sehnsucht der Nonne“ also für eine lockere Zwischenlektüre, wenn man als Leser gewillt ist, über vereinzelte Ungereimtheiten hinwegzusehen.
Allerdings ist positiv anzumerken, dass sich das Statement des Romans, für die Liebe zu kämpfen, bis zum Ende durchzieht.

Hauptteil

„Die Sehnsucht der Nonne“ beinhaltet neben der schwierigen Thematik Liebe auch einige Absonderlichkeiten der Kirche. Da der Klapptext den Zwilling Maria in den Mittelpunkt stellt und die Gesamthandlung somit rund um das Kloster spielen müsste, können im Vergleich zur wirklichen Handlung im Buch einige Abweichungen festgestellt werden.
Zum einen wird abwechselnd aus dem Leben beider Schwestern erzählt, zum anderen spielen nur wenige Szenen des Romans im Kloster; und diese sind hauptsächlich im Mittelteil angesiedelt. So gesehen stimmt in meinen Augen die Gesamthandlung des Klapptextes nicht unbedingt mit dem des Buches überein.
Zwar wird die Idee vom Leidensweg der Zwillinge konsequent bis zum Ende umgesetzt, aber auch hier lassen sich einige Dinge finden, die nicht unbedingt Glaubwürdigkeit versprechen. Auffällig ist die Naivität der beiden Hauptprotagonistinnen Katharina und Maria, die sich innerhalb weniger Begegnungen unsterblich verlieben und den Mann ihres Lebens finden. Ebenso die „bösen“ Vertreter der Kirche: Sie wirken in ihrer Abscheulichkeit leicht überspitzt und erhalten dadurch eine wahrscheinlich eher unfreiwillige Komik, die sie selten authentisch wirken lässt.
Die Handlungen der Charaktere erscheinen nicht immer nachvollziehbar und wer das Ende liest, wird von glücklichen Fügungen und Zufällen beinahe überrollt, die im wirklichen Mittelalter so niemals anzutreffen wären.

Was die etwas fragwürdigen Charaktere auflockert, ist der lebendige Schreibstil der Autorin. Durch die bildhafte Sprache im Roman kann man sich das Geschehen leicht vor Augen führen lassen. Nebenbei werden interessante, historische Fakten eingeführt, die man in dieser Art sicherlich noch nicht kannte. Teilweise können diese ausführlichen Beschreibungen zu leichter Langatmigkeit führen, aber die Sprache passt auf jeden Fall in den historischen Kontext des Romans.

Schlusswort

Trotz einiger, fragwürdiger Handlungsstränge und einer übereilten Entscheidungsfreudigkeit der Charaktere bietet die „Sehnsucht der Nonne“ im Mittelteil ein spannendes Erlebnis, das einen packt und bis zum Ende bei der Handlung hält. Obwohl die ersten Kapitel teilweise langatmig erscheinen, sollten diese nicht von einem Weiterlesen abschrecken, denn der lebendige Schreibstil lässt bald Spannung aufkommen!

Wer also an einem soliden „historischen“ Roman Interesse hat, der neben der Historik mehr eine Liebesgeschichte mit Dramatik in den Vordergrund stellt, ist mit „Die Sehnsucht der Nonne“ richtig bedient. Daher von mir 3,5 (hier 3) von 5 Sterne.

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Tags: historischer roman, kirche, kloster, liebe, mittelalter, nonne, sehnsucht   (7)
 
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