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291 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, jenny han, familie, briefe

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lara Jean Song Covey war in ihrem Leben fünfmal verliebt. Und an jeden dieser Jungs hat sie einen Brief geschrieben, in dem sie sich all ihre Gefühle von der Seele schreibt. Natürlich wird sie diese niemals abschicken – bis es plötzlich jemand anders für sie tut…

Das Cover des Buches lässt auf einen typischen Teenie-Roman schließen, als welchen man die Geschichte auch ohne weiteres einstufen kann. Schön ist dabei, dass das Titelbild ein Mädchen asiatischer Herkunft zeigt, wie es auch die Protagonistin ist, sodass man das Gefühl bekommt, man sehe wirklich Lara Jean auf dem Umschlag. Das Braun des Buchrückens dagegen wirkt, besonders gegen das Bonbonrosa des englischsprachigen Originals, leider ziemlich langweilig und viel zu unauffällig.

Jenny Hans Schreibstil ist sehr locker flockig. Die Charaktere benutzen ab und an einige Verkürzungen, wie man sie aus dem alltäglichen Sprachgebrauch kennt, aber nicht so viele, dass es anstrengend zu lesen oder nicht mehr ernst zu nehmen wäre, sondern genau im richtigen Maß für ein Jugendbuch. Schreibtechnisch gesehen lässt sich der Roman daher in einem runter lesen.

Auch die Charaktere sind sehr interessant und größtenteils gut ausgearbeitet, sodass man sie sich sehr gut als reale Personen vorstellen kann.

Schade war dagegen, dass einige der Brief-Adressaten gar nicht richtig vorkommen oder aber nur ganz kurz auftauchen, sodass man gar nichts über sie erfährt.

Besonders gut gefallen haben mir dagegen das Verhältnis der Schwestern zueinander sowie die Zuspitzung der Ereignisse gegen Ende des Buches, da man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht! Schade nur, dass es in diesem Band dann tatsächlich nicht mehr so viel weitergeht, weil das Buch einfach an einer Stelle endet, an der eigentlich nichts richtig geklärt ist. Da ist es wirklich schade, dass es bis zum Erscheinen des zweiten Bandes auf Deutsch noch so lange hin ist.

Einen kleinen Extra-Punkt gibt es jedoch für die schöne Winter- und Weihnachtsstimmung, die in der zweiten Hälfte des Buches verbreitet wird und einem als Leser gleich auch wieder Lust auf die kalte Jahreszeit macht.

Insgesamt ist ‚To All The Boys I’ve Loved Before‘ von Jenny Han also eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch, die aufgrund des Settings allerdings besonders empfehlenswert für einen gemütlichen Abend mit Kakao und Keksen ist.

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32 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

shakespeare, judentum, the merchant of venice, jews, roman

Shylock is My Name

Howard Jacobson
Flexibler Einband
Erschienen bei The Hogarth Press Ltd, 04.02.2016
ISBN 9780701188993
Genre: Romane

Rezension:

Simon Strulovitch, Kunstsammler und seines Zeichens Jude, trifft auf einem Friedhof Shylock, der sich gerade mit seiner verstorbenen Frau unterhält und klagt diesem die Sorge um seine Tochter Beatrice, die sich seiner Meinung nach mit den falschen Leuten eingelassen hat. Ihren Liebhaber will er sogar zur Konvertierung zum Judentum überreden, was schlussendlich zu einer Wette um eine Beschneidungs-Operation führt.


Eine moderne Fassung von Shakespeares Kaufmann von Venedig soll das Buch sein – bis auf wenige Anspielungen ist davon jedoch kaum etwas wiederzuerkennen. Besonders die Tatsache, dass Shakespeare direkt erwähnt wird, wirkt äußerst befremdlich, die modernen Pendants einfach abgeschwächt.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber nicht zu anspruchsvoll und daher auch für fortgeschrittene Lerner der englischen Sprache noch gut verständlich. Dafür ist die Sprache leider sehr trocken gehalten und bereitet wenig Freude beim Lesen. Die Dialoge plätschern nur so dahin, ohne dass etwas Bedeutendes geschieht und auch die Charaktere beginnen einen sehr bald zu langweilen oder aber zu nerven: Es wirkt so, als können die Hauptcharaktere sich bloß über die Religion identifizieren – allein das Judentum in all seinen Facetten steht im Mittelpunkt des Buches, was in dieser Art der Darstellung leider völlig einschläfernd und außerdem stark überdosiert auf den Leser wirkt.

Viel mehr gibt es zu diesem Buch auch leider nicht zu sagen. Ich hatte hohe Erwartungen an diesen Roman und wurde bitter enttäuscht, als das Lesen zu einer einzigen Qual wurde, weshalb ich das Buch leider überhaupt nicht weiterempfehlen kann.

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(368)

887 Bibliotheken, 31 Leser, 4 Gruppen, 122 Rezensionen

bibliomantik, fantasy, bücher, kai meyer, furia

Die Seiten der Welt - Nachtland

Kai Meyer
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.06.2015
ISBN 9783841421661
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Furia Faerfax und ihre Begleiter haben beschlossen, das Sanktuarium, den heiligsten Ort der Bibliomantik, zu suchen, um sich gegen die Adamitische Akademie zu behaupten und die Welt der Bibliomantik vor dem drohenden Untergang zu retten. Allein die Suche nach der berüchtigten Sanktuariumskarte, die sie zu ihrem eigentlichen Ziel führen soll, entpuppt sich jedoch als fallenreich, vor allem, als ein alter Verbündeter Isis Nimmernis‘ auftaucht, der bereit ist, alles zu tun, um seine ehemalige Schülerin wieder auf seiner Seite zu haben. Währenddessen spitzt sich die Situation in Furias altem Herrenhaus, welches nun als Hauptquartier der Rebellen genutzt wird, für alle Exlibri weiter zu bis sogar ein Mord geschieht. Nun müssen die Freunde also auch noch nach einem Verräter Ausschau halten, und das, obwohl ihnen die Zeit sowieso schon davonläuft…


Das Cover beziehungsweise der gesamte Buchumschlag passen optisch perfekt zum Vorgängerband, was dem Buch von außen gleich die volle Punktzahl verleiht, da es sich so hübsch ins Regal einreiht.

Der Schreibstil ist wie von Kai Meyer gewohnt angenehm flüssig zu lesen mit einigen schönen Bildern darin.

Der Spannungsbogen dieses Bandes ist noch höher als im ersten Teil, vor allen Dingen dadurch, dass Isis Nimmernis‘ genaue Position wieder fraglich geworden ist, mehr und mehr Exlibris das Hauptquartier verlassen, während es einen Mord gibt und ein weiteres Mitglied der Widerstandsgruppe im Verlauf einer Mission dran glauben muss – die Gefahr ist also zu jeder Zeit deutlich spürbar, ja beinahe greifbar!

Für die nötige Portion Leichtigkeit in dieser prekären Lage sorgen wie bereits in Band Eins die belebte Leselampe und der sprechende Sessel, die sich am laufenden Band streiten und im Großen und Ganzen einfach ein sehr erheiterndes Bild abgeben, genau wie das Untier aus Kafkas Verwandlung (mein heimlicher Favorit!), das an einer dauernden Depression leidet.

Außerdem wird ein neuer Erzählstrang in die Geschichte eingeflochten, sodass wir Hintergrundinformationen über das Leben in den Herrscherfamilien der drei großen regierenden Häuser erhalten.

Auch über Cat und ihre familiären Hintergründe erfahren wir endlich mehr und diese Informationen sind für den Leser mehr als unerwartet. Dabei werden auch ihre Gefühle näher beleuchtet – ein gutes Beispiel dafür, dass auch das Innenleben der Charaktere nicht zu kurz kommt. Lediglich über Finnians Gefühlswelt wünscht man sich zuweilen ein wenig mehr Information. 

Schön ist dafür, dass Pyp ein wenig häufiger auftaucht und wir durch seine Interaktion mit ihnen einige der interessantesten Exlibri überhaupt näher kennenlernen. Wer weiß, ob dieser speziellen Verbindung nicht noch eine wichtige Rolle in Band Drei zukommt – alles in allem darf man jedenfalls sehr gespannt sein, vor allem, da zuguterletzt noch die angebliche Urmutter der Bibliomantik, Phaedra Herculanea, auf den Plan getreten ist.

Insgesamt ist Die Seiten der Welt – Nachtland eine spannende, rundum gelungene Fortsetzung, die jedem Bücherliebhaber sofort Lust auf Band Drei macht, während man die Serie andererseits noch gar nicht so bald beendet wissen möchte, um nicht aus ihrer bibliotastischen Welt auftauchen zu müssen!

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762 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 167 Rezensionen

liebe, verzeihen, vergebung, familie, versöhnung

Nur einen Horizont entfernt

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.05.2015
ISBN 9783810523952
Genre: Romane

Rezension:

TV-Moderatorin Hannah Farr erhält einen Entschuldigungsbrief von einer ehemaligen Klassenkameradin, in dem diese um Vergebung für ihr Jahre zurückliegendes Mobbing bittet. Wenn Hannah die Entschuldigung annimmt, soll sie ihr einen der beiden beigelegten Steine als Zeichen der Vergebung zurückschicken; den zweiten dieser sogenannten Versöhnungssteine soll sie selbst jemandem schicken, dessen Vergebung sie sich wünscht. Auf Drängen ihres Vorgesetzten setzt sich Hannah für ihre Sendung  weiter mit dem kultartigen Phänomen, zu dem die Steine bereits geworden sind, auseinander. Dabei zeigt sich jedoch, dass ehrlichen Entschuldigungen auch ein gewisses Zerstörungspotenzial innewohnt, was sie schmerzlich am eigenen Leib erfahren muss, als sie die Menschen um Vergebung bittet, deren Leben sie einst mit einer Lüge drastisch veränderte – darunter ihre eigene Mutter…

Das Cover von Nur einen Horizont entfernt ist sehr hübsch mit der großen, fragilen Pusteblume darauf, die die Silhouette einer Frau um das Vielfache überragt und damit verdeutlicht, dass kleine Dinge manchmal größer als ein einzelner Mensch sein können. Durch das Colour-Blocking von Lila und Gelb wirkt das Buch von außen auffällig, aber nicht überladen, wobei es optisch dem Prinzip von Morgen kommt ein neuer Himmel folgt, neben dem es sich hervorragend im Regal macht.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, da die Sprache wie aus dem Leben gegriffen wirkt, ohne dabei in Umgangssprache zu verfallen.

Mit der Protagonistin kann man sich häufig sehr gut identifizieren, da man ihre inneren Kämpfe miterlebt und sie genau im richtigen Maß ins Fettnäpfchen tritt. Wie sie sich immer wieder mit faulen Ausreden von ihrem Freund abspeisen lässt, kann man jedoch nicht so einfach nachvollziehen. Wirklich schwierig wird es allerdings, als man erfährt, was sie ihrem Stiefvater vor Jahren angehängt hat, selbst wenn es eine Kurzschlussreaktion war. Erst als eine weitere Person Zweifel an dessen Unschuld aufkommen lässt, kann man sich vorstellen, dass Hannah vorher vielleicht einiges unbewusst wahrgenommen hat, was sie letztendlich zu ihrer Reaktion geführt hat.

Hannahs Konkurrentin Claudia beim Fernsehen finde ich dagegen etwas flach geraten – zwar scheint sie zwischendurch die Seite zu wechseln, aber irgendwie ist genau das für mich eine typische 0-8-15-Nummer, bei der man der Protagonistin eigentlich nur zusieht, wie sie dieser Person in die Falle geht und damit ins eigene Verderben läuft.

Auch einige Nebenfiguren kommen ein wenig zu kurz, so wie Hannahs Mutter, der meiner Meinung nach ein wenig mehr Platz in der Geschichte eingeräumt werden sollte.

Interessant ist jedoch Hannahs alte und blinde Freundin Dorothy, die das Buch mit ihrer Lebenserfahrung und ihrer Weisheit um einiges bereichert. Gerade deshalb ist es jedoch auch beruhigend zu wissen, dass selbst ein Mensch wie sie mitunter schwerwiegende Fehler im Leben gemacht hat und dass niemand perfekt ist.

Besonders erfrischend sind auch die Szenen mit RJ, für den Hannah gleich ein wenig schwärmt, mit dem sich aber nur sehr langsam etwas entwickelt, dass sie nicht so recht beschreiben kann und dass sie dann auch noch verliert, als sie am wenigsten damit rechnet, da die Autorin noch eine Überraschung für den Charakter übrig hat.

Glücklicherweise gibt es ein hoffnungsvolles Ende mit mehr als einer aufrichtigen Versöhnung, auch wenn der Weg dahin hart und steinig ist.

Insgesamt ist Nur einen Horizont entfernt also ein sehr schönes Buch zu einem Thema, mit dem jeder Mensch etwas anfangen kann, da jeder irgendjemandem eine Entschuldigung schuldet, und mag sie auch noch so klein sein. Das Buch zeigt, welche weitreichenden und unvorhergesehenen Konsequenzen Worte und Taten haben können und auch wenn man diese nicht rückgängig machen kann, so macht es doch Mut, zumindest dazu zu stehen und ehrlich um Vergebung bei den Betroffenen zu bitten, genau wie man sie selbst gewähren sollte, wenn die Entschuldigung von Herzen kommt.

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460 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

fantasy, fee, liebe, feen, ethan

Plötzlich Prinz - Das Schicksal der Feen

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.11.2014
ISBN 9783453268678
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Ethan Chases Schwester Meghan, Herrscherin über das Feenreich Nimmernie, ihre Familie in der Menschenwelt besucht, ist Ethan sofort klar, dass etwas nicht stimmt: Sein Neffe Keirran ist spurlos verschwunden. Voller Sorge macht Ethan sich gemeinsam mit seiner Freundin Kenzie auf die Suche nach ihm und schon bald stellt sich heraus, dass Keirran für seine große Liebe Annwyl, eine vom Sommerhof verbannte Fee, nicht nur sich selbst, sondern das gesamte Feenreich in Gefahr gebracht hat…

Das Cover von Plötzlich Prinz – Das Schicksal der Feen ist ganz im Stil des Vorgängerbandes sowie der Plötzlich Fee – Reihe von Julie Kagawa gehalten, weshalb es mit diesen eine schöne Einheit im Regal bildet. Dass Artwork rund um das große Auge, welches den Mittelpunkt des Covers bildet, spricht einen außerdem sofort an, besonders in der Kombination mit dem Sonnenuntergangsorange, in dem der Umschlag daherkommt: Ein echter Eye-Catcher also.

Der Schreibstil von Julie Kagawa ist wie gewohnt einfach zu lesen, weshalb man das Buch gut innerhalb weniger Tage verschlingen kann, aber auch die Beschreibungen der Szenerie lassen nicht zu wünschen übrig, sodass eine dichte Atmosphäre geschaffen wird, in die der Leser eintauchen kann.

Neben den fantastischen Fantasyelementen und fulminanten Kämpfen ist jedoch auch Kenzies Krebserkrankung wieder ein Thema, welches von der Autorin mit sehr viel Feingefühl behandelt wird. So können vor allem junge Leser behutsam an dieses wichtige Thema herangeführt werden und sich damit in einer sicheren Umgebung auseinandersetzen. Zudem fungiert es gewissermaßen als Verankerung in der Realität in einer derart fantasiegeladenen Geschichte. Somit droht der Tod außerdem nicht nur in Form von Monstern und Kämpfen, was auch die ruhigeren Episoden der Story noch gefährlich wirken lässt. Daher ist es auch besonders schön zu sehen, wie Ethan nach einigen Fehlern im Umgang mit Kenzie endlich lernt, wie er sie richtig behandeln sollte und er ihr in seinen guten Absichten nicht immer wieder noch mehr Schmerz zufügt. Durch ihr selbstbestimmtes, starkes Auftreten nimmt Kenzie daher auch die Rolle einer Vorbildfigur ein.

Die verschiedenen Bedrohungen sowie die anfängliche Ungewissheit über Keirrans Verbleib und dessen bisweilen ungewöhnlich kühles Verhalten, von dem die Gruppe auf ihrer Suche Wind bekommt, sorgen dafür, dass über die gesamte Länge des Buches ein bestimmtes Spannungslevel aufrecht erhalten wird.

Für die nötige Portion Humor sorgt wie bereits im Vorgängerteil Keirrans „Haustier“ mit seinem teils unmöglichen, teils furchtbar putzigen Verhalten.

Das Beste (oder aber das Schlechteste, je nachdem wie man es nimmt) ist jedoch mit Abstand der gewaltige Cliffhanger am Ende des Buches, der mit einer krassen Entwicklung für einen der Hauptcharaktere einhergeht, wirklich schockiert und einen so gespannt auf den dritten Teil der Reihe warten lässt, dass es kaum auszuhalten ist!

Insgesamt ist Plötzlich Prinz – Das Schicksal der Feen also ein gelungener zweiter Band einer Saga, deren Ausgang mit Ende des Buches völlig ungewiss scheint und den Leser starr vor Spannung zurücklässt! Unbedingt lesen!

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, krimi, spannend, amerikanisc, usa

In der Stunde deines Todes

Mary Higgins Clark , Karl-Heinz Ebnet
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 29.09.2014
ISBN 9783453269347
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit ihr Mann Greg vor fünf Jahren auf einem Spielplatz vor den Augen des gemeinsamen Sohnes Timmy erschossen wurde, lebt Laurie Moran in ständiger Angst, denn der Täter hat nicht nur ihr, sondern auch Timmy das schaurige Versprechen hinterlassen, dass er wiederkommen und einen nach dem anderen töten wird. Als Laurie nun auch noch eine TV-Show über ungelöste Mordfälle produzieren will, scheint der perfekte Moment für den Killer gekommen zu sein, denn mehr Aufmerksamkeit könnte er für seine geplanten Verbrechen wohl kaum bekommen – ein Fakt, den Laurie schlichtweg unterschätzt hat und so befindet sie sich bald nicht nur in einem Haus mit sechs Mordverdächtigen bei einem zwanzig Jahre zurückliegenden Fall, sondern auch ganz in der Nähe desjenigen, den sie seit fünf Jahren fürchtet und verabscheut.

Der Schreibstil von Mary Higgins Clark ist so flüssig, dass man das Buch ohne ein einziges Stocken durchlesen kann.

Ihre Personenbeschreibungen sind dabei so detailliert, dass man die Akteure der Geschichte fast vor sich sehen kann; gleiches gilt für die Schauplätze des Geschehens.

Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet, und wirken daher sehr rund, besonders weil jeder Einzelne der Beteiligten im Laufe der Geschichte die verschiedensten seelischen Abgründe offenbart, die ihn nicht nur für den Leser, sondern sogar für sich selbst verdächtig erscheinen lassen. Dazu trägt auch die mit jedem Kapitel stetig wechselnde Erzählperspektive bei.

Auch ist es schön, dass nicht übermäßig viel auf der Beziehungsmöglichkeit, die sich im Laufe der Geschichte für die Protagonistin andeutet, herumgeritten wird, wie es in vielen Büchern der Fall ist. Stattdessen stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Vater und Tochter, Mutter und Sohn sowie zwischen vier Freundinnen, die sich zwanzig Jahre nicht gesehen haben, nachdem sie als Mordverdächtige gebrandmarkt wurden und die sich nun für Lauries TV-Show zum ersten Mal wiedersehen. Sogar für Nebenfiguren hat Mary Higgins Clark immer eine Hintergrundgeschichte und einige Details parat, die sie real wirken lassen.

Durch die verzwickte Lage und die Selbstzweifel vieler Charaktere, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen bald alle für den Täter oder zumindest den Hauptverdächtigen halten, wird der Leser zudem so in die Irre geführt, dass es trotz jeder Menge zusätzlicher Informationen immer schwieriger wird, den Mörder im Fall der vier Freundinnen zu ermitteln, bis dieser zeitgleich mit Lauries persönlicher Bedrohung noch einmal zuzuschlagen versucht und sich alles in einem rasanten Showdown aufklärt.

Besonders befriedigend ist dabei, dass jeder der Beteiligten am Ende auf gewisse Art und Weise seine gerechte Strafe erfährt, wenn auch teilweise nur durch die Verkettung bestimmter Umstände.

Insgesamt ist In der Stunde deines Todes also ein spannender Thriller, der perfekt in einem Zug durchgelesen werden kann!

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262 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

cecelia ahern, liebe, selbstfindung, freundschaft, gardening leave

Das Jahr, in dem ich dich traf

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 19.02.2015
ISBN 9783810501530
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eigentlich war Jasmine immer zufrieden mit ihrem Leben – sie geht voll und ganz in ihrem Job auf, ignoriert gekonnt ihre spießigen Nachbarn und ergötzt sich heimlich am Ehekrach des versoffenen Mannes, der ihr gegenüber wohnt, weil er es doch nicht besser verdient hat. Denkt sie jedenfalls, bis sie mit einem Mal ihren Job verliert und plötzlich völlig orientierungslos dasteht. Dank einer Sonderregelung steht ihr nun ein ganzes Jahr ohne Arbeit bevor und so ohne jegliche Beschäftigung beginnt sie ihre Umgebung völlig anders wahrzunehmen – auch ihren betrunkenen Nachbarn und den äußerst attraktiven Headhunter, der versucht, sie anzuwerben…
Das Cover lässt auf den ersten Blick einen typischen Frauen-Roman erwarten. Schade finde ich allerdings, dass dieser Band nicht in dem bisher so typischen Cecilia-Ahern-Design als Hardcover mit blauem Schutzumschlag vorliegt, das der Verlag ihren Werken bisher immer angedeihen ließ. Das Cover ist zwar durchaus nett anzusehen, aber optisch passt es leider nicht zu ihren übrigen Büchern ins Regal und hebt sich auch nicht gerade aus der Menge anderer Bücher des Genres heraus.
Der Schreibstil ist wie von der Autorin gewohnt locker-flockig zu lesen. Die Perspektive ist jedoch eine ungewöhnliche, da die ganze Erzählung aus Jasmines Sicht direkt an ihren Nachbarn Matt adressiert ist. Was dabei ein wenig irritierend ist, ist allerdings die Tatsache, dass sie ihn dabei die ganze Zeit über siezt, auch als die beiden sich bereits näher gekommen sind und sich eigentlich mit Vornamen anreden; dabei heißt der Roman doch „Das Jahr, in dem ich DICH traf“ (was sie so nur ein einziges Mal in einem Brief gegen Ende des Buches so schreibt) – für diese Eigenart ist jedoch vermutlich die Übersetzerin verantwortlich, da es im Englischen nun mal keinen Unterschied zwischen „du“ und „Sie“ gibt (auch wenn die Verwendung des Vornamens eigentlich einem Angebot des „du“ gleichkommt).
Die Protagonistin ist, seit sie ihr starres Tagewerk verloren hat, gewissermaßen eine sympathische Chaotin, mit der man sich sehr leicht identifizieren kann, und bringt den Leser mit ihrer Art häufig zum Lachen. Trotzdem schafft es Cecilia Ahern, ernsthafte Probleme und Fragen des Lebens so einzuarbeiten, dass sie nicht ins Lächerliche gezogen werden und zum Überdenken eigener Verhaltensweisen einladen.
Besonders schön dargestellt ist Jasmines Beziehung zu ihrer großen Schwester Heather, die am Down-Syndrom leidet und die sie deshalb vor allem und jedem zu beschützen versucht. Dass Heather sich aber durchaus ihrer Rolle als große Schwester bewusst ist, macht die Sache zwar ein wenig kompliziert, aber auch besonders schön, da beide Schwestern sich für die jeweils andere verantwortlich fühlen.
In einer missglückten Radiosendung zum Thema Down-Syndrom liegt auch Jasmines Hass auf ihren Nachbarn begründet, der als Moderator der fraglichen Show verantwortlich war. Als sie ihn näher kennenlernt, muss sie sich jedoch eingestehen, dass man sich in Menschen irren kann.
Toll war auch, dass man förmlich mit ansehen konnte, wie Jasmine gemeinsam mit dem Garten, den sie anlegt, in ihrer Persönlichkeit aufblüht und sich auf neues Terrain wagt – wie ihre Blumen reckt sie den Kopf über ihr bisher bekanntes Gebiet und wächst über sich selbst hinaus.
Erfrischend war außerdem, dass sich zur Abwechslung einmal keine Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten entspinnt, sondern eine ganz besondere Art der Freundschaft, was die Handlung deutlich weniger vorhersehbar macht. Insgesamt ist Das Jahr, in dem ich dich traf von Cecilia Ahern mit einem lockeren Schreibstil, facettenreichen Charakteren und einer guten Mischung aus Charme und Ernst des Lebens eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Frühjahr!

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158 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

seele, monste, soul seeker, alyson noël, kamp

Soul Seeker - Licht am Horizont

Alyson Noël ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 14.07.2014
ISBN 9783442204113
Genre: Fantasy

Rezension:

Sechs Monate nach der verhängnisvollen Schlacht am Rabbit Hole, bei der die gleichnamige Diskothek in Schutt und Asche zerlegt wurde, scheinen ihre bösartigen Besitzer plötzlich wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Zwar haben sich Seelensucherin Daire Santos und ihr geliebter Dace ununterbrochen darauf vorbereitet, doch sowohl ihnen als auch ihren Freunden fehlen der weise Rat und die Unterstützung Palomas, Daires verstorbener Großmutter. Daher fühlen sie sich trotz ihres harten Trainings machtlos, als der Feind zum ultimativen Schlag ausholt, denn Dace scheint mehr und mehr von der dunklen Macht überwältigt zu werden, die durch den Griff in das Innerste seines bösen Zwillingsbruders Cade in seiner eigenen Seele zurückgeblieben ist. Und dann ändert sich auch noch die Prophezeiung zu einer Botschaft, die unmissverständlich den Tod bedeutet.
Das Cover des Buches ist wie bei seinen Vorgängerbänden sehr schön gestaltet und schließt optisch nahtlos an diese an – also wieder ein echter Blickfang im Regal! Auch das Ausklappposter, das im Schutzumschlag versteckt ist, ist natürlich wieder dabei; einer Soul-Seeker-Cover-Posterwand steht also nichts mehr im Wege.
Der Schreibstil ist wie von Alyson Noel gewohnt flüssig, sehr anschaulich und das Buch daher sprachlich sehr leichte (aber leckere!) Kost – ein Schmöker, der zum Verschlingen einlädt also.
Besonders berührend war hier die Sterbeszene eines Charakters der guten Seite, die mich wirklich zum Weinen gebracht hat.
Im Vergleich zum dritten Band war dieser Teil allerdings leider nicht ganz so spannend und das, obwohl Dace langsam aber sicher immer mehr zum Monster wird und damit eigentlich auch immer gefährlicher werden sollte. Genau hierin liegt jedoch auch das Problem: Einerseits versucht die Autorin, ihn als ruchloses Untier darzustellen, doch gleichzeitig lässt sie ihn immer nur fast etwas wirklich Schreckliches tun. So bleibt er nämlich trotz allem immer noch viel zu gut, um Daire oder seine Mutter tatsächlich zu töten, was seiner Monsterform irgendwie doch allen Schrecken nimmt, den sie eigentlich verbreiten sollte.
Genauso wenig kann man verstehen, dass Dace und Daire wieder einmal glauben, eine Trennung sei die Lösung ihres Problems, denn bisher hat diese Methode in keinem der Soul Seeker-Bände zu irgendetwas geführt, außer dass beide todunglücklich waren und am Ende ungeachtet der Gefahr doch wieder zusammenkamen.
Das Ende schockiert dafür umso mehr: Da glaubt man, nun sei alles Friede, Freude, Eierkuchen und dann taucht plötzlich Marliz auf und lässt eine wirklich unglaubliche Bombe platzen, die einfach alles noch einmal herumreißt! 
Insgesamt ist Soul Seeker 4 – Licht am Horizont also ein Fantasy-Schmöker mit ein paar Schwächen, dafür aber mit einem äußerst erfrischenden Ende.

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

england, rosenkriege, historischer roman, bogenschütze, bauernaufstand;

Die Rosenkriege - Sturmvogel

Conn Iggulden , Christine Naegele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.08.2014
ISBN 9783453417960
Genre: Historische Romane

Rezension:

England, 1437: Henry VI, genannt „das Lamm“ übernimmt die Regierungsgeschäfte, ist aber aufgrund Krankheit unfähig, sein Land zu regieren.  Nach seiner Machtübernahme wachsen die Konflikte mit Frankreich erneut. Die eigentlichen Machthaber des Königs sind einige seiner engsten Vertrauten, darunter William de la Pole, der Duke of Sufford. Um das Verhältnis mit Frankreich zu verbessern, wird die Heirat Henrys mit der jungen französischen Adligen Margaret von Anjou arrangiert. Im Gegenzug sollen von England besetzte Gebiete an Frankreich zurückfallen. Das englische Volk reagiert mit Aufständen. Gleichzeitig versucht Richard, Duke of York, der aufgrund der englischen Erbfolge ebenfalls begründete Ansprüche auf den Thron hat, den Hass des Volkes gegen den König zu seinem Vorteil zu nutzen. Margaret unterstützt Ihren Gemahl in diesen schwierigen Zeiten mit Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen, kann aber die wachsende Unbeliebtheit des Königs und die daraus resultierenden Geschicke nicht aufhalten.

  
Conn Iggulden stellt den ersten Roman seiner Serie um die Rosenkriege mit dem Titel „Sturmvogel“ vor. Er beschreibt geschichtlich fundiert und gut recherchiert, den Beginn der Regierungszeit Henry VI. Der schwache Sohn eines starken Königs hat es schwer, seine Regierungsgeschäfte wahrzunehmen, widmet er sich doch bevorzugt dem Gebet. Eine willensstarke Frau soll hier Abhilfe schaffen, die man in der Französin Margaret von Anjou zu finden glaubt. Tatsächlich erweist sie sich als wirkliche Königin, indem Sie sich als Frau in die Regierungsgeschäfte einmischt und Entscheidungen des Königs beeinflusst. Der Autor legt den Schwerpunkt seines Romans jedoch nicht auf die recht zarte aber respektvolle Liebesgeschichte zwischen dem König und seiner ihm vorher unbekannten Gemahlin, sondern stellt die Intrigen am Königshof sowie die politischen Auswirkungen dieser Heirat in den Vordergrund.  

Der Leser kann sich entscheiden, wem er seine Sympathien schenken möchte: Auf der einen Seite der schwache König Henry VI, der fast schon Mitleid erregt und seine zu allem entschlossene Margaret, die ihrer Aufgabe als Königin durchaus gerecht wird. Auf der anderen Seite die mutigen Aufständischen, die alle Waffen und Kräfte mobilisieren, um ihr Land und ihre Existenz zu retten. Mittendrin der „Bösewicht“ Richard Plantagenet, Duke of York, der gemeinsam mit seiner Frau Intrigen schmiedet um sein Ziel zu erreichen: den englischen Thron

Die spannend beschriebenen Kämpfe zwischen königlichen Rittern und Bogenschützen erinnern an die Schlachten des Hundertjährigen Krieges zwischen Engländern und Franzosen, aus denen die Engländer siegreich hervorgingen. Iggulden versucht nicht, die Kämpfe und Hinrichtungen zu beschönigen sondern beschreibt diese schon sehr anschaulich. Der Leser sollte also nicht allzu empfindlich sein. 

Für den Leser, der sich nicht durch die oftmals verworrenen Familienverhältnisse in der Thronfolge Englands beirren lässt, ist „Sturmvogel“ ein spannender historischer Roman, der einem die Geschichte Englands im 15. Jahrhundert durchaus näher bringt. Durch die Ergänzung fiktiver Personen und Handlungen wirkt das Ganze nicht so vorhersehbar, so dass man auf die Fortsetzung gespannt sein kann.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

hospiz, harold fry, rachel joyce, liebe, queenie hennessy

The Love Song of Miss Queenie Hennessy

Rachel Joyce
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DOUBLEDAY, 09.10.2014
ISBN 9780857522450
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem die todkranke Queenie Hennessy einen Brief von ihrem früheren Arbeitskollegen Harold Fry erhalten hat, in dem dieser ihr mitteilt, dass er vom anderen Ende Englands zu Fuß auf den Weg zu ihr ist, beschließt sie, ihm einen ausführlichen Abschiedsbrief zu schreiben, in dem sie all ihre Geheimnisse offenbaren will. Denn vor knapp zwanzig Jahren verließ sie den Mann, den sie liebte, ohne dass dieser überhaupt davon wusste, ohne ein Wort des Abschieds, nachdem eine Tragödie ihrer beider Leben für immer verändert hatte…

Anfangs kommt die Geschichte ein wenig beschwerlich in Gang, doch nach dem ersten Drittel nimmt die Handlung allmählich Fahrt auf. So sind die Zeitsprünge in der Erzählung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so verwirrend für den Leser wie zu Anfang und man kann endlich richtig in das Geschehen einsteigen, da die einzelnen Kapitel nicht mehr so losgelöst voneinander scheinen.

Rachel Joyces Schreibstil dagegen ist von Anfang an fantastisch, denn sie versteht es, mit ihren Beschreibungen der Landschaft, eines Gartens oder von Naturphänomenen wie dem Sonnenaufgang immer eine ganz bestimmte Atmosphäre einzufangen. Außerdem sind die Beschreibungen dieser Teile so detailliert, dass man als Leser das Gefühl bekommt, man stünde mitten drin in diesem Moment, in dem die Autorin aus etwas Einfachem etwas Besonderes macht.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr schön ausgearbeitet. Jeder Mitbewohner des Hospizes sowie jede Schwester dort haben ihre ganz  bestimmten Eigenschaften und Macken und obwohl sie alle so völlig unterschiedlich sind, bilden sie doch ein unterhaltsames und letztlich auch freundschaftliches Grüppchen.

Besonders bewegend ist dabei, wie die Bewohner alle gemeinsam über ihren bevorstehenden Tod und die Wünsche für ihre Beerdigungen sprechen und dass sie selbst dabei noch etwas Lebendiges und Schönes entdecken. Genauso fantastisch  wirkt es, als plötzlich immer mehr Leute beschließen, auf Harold Fry zu warten und dieser mit einem Mal nicht mehr nur für Queenie läuft, sondern zum Hoffnungsträger einer ganzen Menge sterbender Menschen wird und ihnen damit zumindest kurzzeitig noch einmal Kraft und ein Ziel im Leben gibt.

Umso tragischer sind dann die Momente, in denen immer wieder Hospizbewohner vor Harolds Ankunft dahinscheiden, weshalb man die zweite Hälfte der Lektüre beinah bloß weinend verbringt; aber auch, weil einige letzte Szenen oder Worte einfach unglaublich schön sind, auch wenn die entsprechende Person danach gehen muss; einige sind sogar vielleicht gerade deshalb so herzergreifend.

Dadurch, dass Queenie zwischendurch immer wieder von starken Medikamenten halluziniert, ist jedoch manchmal nicht völlig klar, was nun real ist oder nicht bzw. was eben nur für sie real ist. Besonders das Ende scheint daher ein wenig verwirrend und macht Queenie zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Insgesamt ist The Love Song of Miss Queenie Hennessy aber ein äußerst empfehlenswertes Buch, das zu Tränen rührt, wenn man nur ein wenig Geduld hat.

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7 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Penguin Complete Sherlock Holmes by Conan Doyle, Arthur (2009) Paperback

Arthur Conan Doyle
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 01.01.1000
ISBN B00IIB8HEE
Genre: Sonstiges

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(14)

26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

alter, helfen, reise, versprechen, gefühl

The Unlikely Pilgrimage Of Harold Fry

Rachel Joyce
Flexibler Einband
Erschienen bei Transworld, 07.03.2012
ISBN 9780857520654
Genre: Romane

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(322)

522 Bibliotheken, 17 Leser, 3 Gruppen, 31 Rezensionen

fantasy, hobbit, mittelerde, zwerge, elben

Der Hobbit

J. R. R. Tolkien , Wolfgang Krege
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2012
ISBN 9783608938180
Genre: Fantasy

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(181)

438 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, fantasy, ewiglich, cole, jugendbuch

Ewiglich die Liebe

Brodi Ashton , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Kerstin Schürmann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.05.2014
ISBN 9783789130427
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Nikki ihre große Liebe Jack mit Hilfe von Cole, einem Ewiglichen, aus den Tunneln des Ewigseits befreit hat, muss sie feststellen, dass Cole sie hintergangen hat. Zwar hat sie nun Jack wieder an ihrer Seite, doch Cole hat Nikki wortwörtlich ihr Herz gestohlen, ohne dass sie nicht mehr lange wird überleben können. So hofft er, Nikki zum Mord an Adonia, der Königin der Unterwelt, bewegen zu können, da sie ihr Oberweltherz als Ewigliche nicht länger benötigt. Während diese Option für Nikki selbst überhaupt nicht in Frage kommt, versucht nun Jack sein Möglichstes, ihr das Leben zu retten. Dann wird jedoch Cole entführt und kann sich offenbar an nichts mehr erinnern, als er verletzt zurückkehrt. So stimmt er zu, Nikki und Jack auf ihrer Suche nach dem verschwundenen Herz zu unterstützen – die Frage ist nur: Hat der Ewigliche tatsächlich sein Gedächtnis verloren oder handelt es sich dabei wieder um einen seiner hinterhältigen Pläne? So oder so sind sie jedoch auf ihn angewiesen, denn die mysteriösen Markierungen, die auf Nikkis Handgelenken erscheinen, zeigen an, dass ihr Tod kurz bevorsteht...
Das Cover des Buches ist sowohl farblich als auch motivisch auf die beiden Vorgängerbände abgestimmt – optisch machen sich die Bücher daher wirklich gut im Regal, wenn auch dadurch durchaus ein wenig Verwechslungsgefahr zwischen den einzelnen Bänden besteht.
Der Schreibstil war zwar recht flüssig, aber dass für diesen Band ein anderes Übersetzerteam am Werk war als für Band 1 und 2 hat man doch gemerkt beim Lesen. Die Qualität der Geschichte ist im Vergleich mit den Vorgängern der Reihe leider ebenfalls entschieden gesunken.
Obwohl es nun wirklich um alles geht, bleibt der Spannungsbogen nicht durchgehend aufrecht erhalten, sondern wird zwischendurch immer wieder von ereignislosen Ruhephasen mit sich wiederholenden Diskussionen und Liebesschwüren unterbrochen, die das Tempo der Erzählung deutlich drosseln.
Dass Cole sich plötzlich so stark verändert haben soll, erscheint zudem etwas unglaubwürdig – entsprechend ist man sich als Leser eigentlich schon sicher, dass er irgendwann wieder zum Gegenschlag ausholen wird, was einen nicht mehr so richtig mitfiebern lässt – Cole hat sich einfach schon zu oft auf die böse Seite zurückgeschlagen, als dass man noch an das Gute in ihm glauben kann.
Super gemacht finde ich dagegen Ashe, der durch seine Hintergrundgeschichte und den doppelten Seitenwechsel Tiefe bekommt.
Jack dagegen wirkt in diesem Band ziemlich platt – außer Liebesschwüren und Wutausbrüchen bekommt man kaum etwas anderes von ihm zu hören und die Angst, unter der Erde zu sein, die er von den Erlebnissen in den Tunneln davongetragen hat, wird mir etwas zu schnell abgehandelt, um ihn wirklich runder erscheinen zu lassen, auch wenn der Ansatz dafür gut war.
Nikkis Verbindung zu Jules wird ebenfalls nur unzureichend wiederhergestellt, irgendwie bekommt man das Gefühl, dass Nikki nicht so viel in diese Freundschaft investiert, wie ihr Jules Unterstützung eigentlich wert sein sollte. Schön ist dagegen, dass sie wieder vorgibt, Drogenprobleme zu haben und damit eine recht unschöne Zukunft in der Entzugsklinik in Kauf nimmt, nur um ihre Familie zu retten. Wie diese Ausrede allerdings auf lange Sicht funktionieren soll, kann ich mir nicht vorstellen: Ein paar einfache Untersuchungen würden schließlich sofort aufdecken, dass sie niemals irgendetwas Illegales konsumiert hat.
Das Ende erschien mir generell ein wenig zu einfach und unglaubwürdig, da ich Cole seine „Ich liebe dich und deshalb sterbe ich jetzt für dich“-Nummer nach allem, was er ihr angetan hat, einfach nicht abkaufen konnte. Ein Epilog, der einige Monate später spielt, hat mir außerdem gefehlt, da man eigentlich nichts über die Zukunft der Charaktere erfährt, auf die ich sehr neugierig wäre.
Insgesamt ist das Buch zwar durchaus nett zu lesen, aber an seine Vorgänger reicht es leider nicht heran.

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(80)

212 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

dystopie, endzeit, wüste, liebe, saba

Dustlands - Der Herzstein

Moira Young ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.02.2014
ISBN 9783841421463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Saba mit Hilfe ihrer Freunde den Unterdrücker Vikar Pinch besiegt hat, ist sie nun gemeinsam mit ihren Geschwistern Lugh und Emmi sowie Tommo, der so gut wie zur Familie gehört, unterwegs nach Westen, um sich dort eine gesicherte Existenz aufzubauen - würde Saba bloß nicht ständig von Erscheinungen verfolgt! Unterwegs wollen sie auch Jack, Sabas große Liebe, treffen, doch dazu kommt es nicht mehr: Stattdessen muss Saba von Maev, der Anführerin einer Gruppe von Freiheitskämpfern, erfahren, dass Jack sich offenbar den mordenden und Land verwüstenden Tonton angeschlossen hat, die sich unter einem anderen Anführer neu gruppiert haben. Dieser nennt sich "Der Wegbereiter" und bald schon stellt sich heraus, dass Saba und er sich bereits mehrfach begegnet sind. Die Begegnung, die daraufhin folgt, erschüttert jedoch Sabas komplettes Weltbild und zu allem Überfluss brennt auch der Herzstein, den sie zurückbekommen hat, wie verrückt in der Gegenwart von DeMalo... Aber sie will doch Jack und der ist doch nicht wirklich auf die Seite des Feindes gewechselt - oder?

 

Bei Dustlands - Der Herzstein handelt es sich wieder einmal um ein Buch, das mich zu Beginn hat zweifeln lassen - nur um mich dann mit umso größerer Wucht von sich zu überzeugen.

 

Die Geschichte wird im Präsens (und bis auf den ersten und den letzten Abschnitt) aus der Ich-Perspektive von Saba erzählt, worauf auch der Schreibstil ausgerichtet wurde: Entsprechend werden viele Umgangsformen und Ellipsen verwendet, Wortendungen ausgelassen oder Buchstaben verschluckt, was die Situation zwar authentisch wirken lassen soll, aber furchtbar schwer zu lesen ist, da man an diese Auslassungen im Schriftbild nicht gewöhnt ist. Außerdem lässt es die Protagonistin zu Beginn leider manchmal wenig intelligent wirken, wie ich finde. Lernt man sie näher kennen, stellt sich dies allerdings schnell als Trugschluss heraus, was in mir die Frage aufwirft, warum man sie Dinge dann derartig beschreiben lässt. 

 

Nachdem ich die Lücken etwa die ersten hundert Seiten lang immer wieder im Kopf komplettiert hatte (was auch furchtbar war), konnte ich mich allerdings langsam mit dem Stil anfreunden und zum Glück kam ab diesem Punkt auch die Handlung richtig in Schwung.

 

Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, in denen DeMalo vorkam, da er nicht nur plötzlich als sexuell extrem begehrenswert erscheint, sondern man den Mensch hinter dem "Wegbereiter" und seine Motive kennenlernt, die größtenteils sogar nachvollziehbar erscheinen und ihn vom reinen "Bösen" in eine Grauzone hineinrücken. Dadurch erscheint sein Charakter plötzlich deutlich komplexer, genau wie der von Jack, der durch seine zwielichtigen Aktivitäten plötzlich in Verruf gerät, weil niemand die Hintergründe seiner Tat kennt. Auch scheint DeMalo tatsächlich eine weiche Seite zu haben und wirkt im direkten Kontakt mit Saba nicht im Mindesten wie ein Unmensch, da er scheinbar sogar in der Lage ist, so etwas wie Liebe zu empfinden und Sanftheit walten zu lassen - Dennoch ist er überzeugt davon, all diese schrecklichen Taten begehen zu müssen, um eine gesunde Welt zu erschaffen.

In den Wahnsinn getrieben hat mich dagegen Lugh: Zwar ist es ehrenwert, dass er seine Schwester beschützen möchte, aber die herrische Art, mit der er dem gerecht zu werden versucht, finde ich völlig unangebracht. Er scheint immer nur seine Meinung für die einzig korrekte zu halten und trampelt dabei rücksichtslos über Andere hinweg, unter anderem über Sabas und Emmis Bewunderung für ihren Vater oder über Auriel und ihre kundige Hilfe, damit Saba endlich von den Geistererscheinungen der Toten befreit wird. Außerdem gibt er grundsätzlich Jack oder Saba die Schuld an allem, obwohl Saba ihn ausdrücklich aus allen Angelegenheiten heraushalten wollte. Natürlich hat Lugh viel durchgemacht, bevor Saba ihn gefunden und befreit hat, aber als er ihr auch noch vorwirft, sie habe eben zu lange gebraucht, hatte er bei mir als Person leider verloren. Seine geschwisterliche Fürsorge in allen Ehren, aber ich glaube, er kann einfach nicht akzeptieren, dass er und Saba zwei unterschiedliche Personen mit eigenem Kopf sind und verhält sich deshalb derartig daneben. Nur seine Zuneigung zu Maev lässt ihn hin und wieder ein wenig menschlicher erscheinen.

Nicht zuletzt ist natürlich auch die emotionsgeladene Saba hochinteressant, wie sie mit den Geistern der Vergangenheit und ihrem Gewissen kämpft oder unbedingt an die Liebe glauben will, selbst wenn sie aus ihrem Gefühl heraus manchmal unbedacht handelt – unter Lughs Kontrolle sind die meisten ihrer Ausbrüche jedoch völlig nachvollziehbar.

Tommo dagegen kann einem wirklich leid tun, da er anscheinend vom Pech verfolgt wird und ich bin gespannt, wie er sich im letzten Band noch entwickeln wird, da das Ende von Der Herzstein auf nichts Gutes schließen lässt, enttäuscht und verraten wie er sich fühlt. Meiner Meinung nach ist es nämlich recht ungewöhnlich, ein Buch mit den Gedanken eines anderen als des Hauptcharakters abzuschließen, weshalb ich dahinter durchaus eine bestimmte Bedeutung vermute.

Am coolsten war jedoch mit Abstand Moses, das Kamel, das alle außer seinem Besitzer zur Weißglut getrieben hat, indem es sich einfach weigerte weiterzulaufen und in jeder noch so unmöglichen Situation gemütlich wiederkäute – dadurch wurde dem Buch genau die richtige Prise Humor hinzugefügt, um die Geschichte nicht zu ernst zu machen, aber auch nicht ins Lächerliche zu ziehen.

Insgesamt verbirgt sich zwischen den toll designten Buchdeckeln von Dustlands – Der Herzstein also eine Geschichte um Liebe, weltverändernde Träume und Charaktere, die weder schwarz noch weiß sind, gespickt mit wilden Verfolgungsjagden und spannenden Kämpfen – nur der Schreibstil ist zu Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig.

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(30)

57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

technik, steampunk, verrat, england, intrigen

Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes

Sharon Cameron , Bettina Arlt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 02.05.2014
ISBN 9783863960094
Genre: Romane

Rezension:

Katherine Tulman, eine 17-jährige Waise, lebt seit dem Tod ihrer Eltern als Buchhalterin im Haus ihrer geldgierigen Tante Alice. Als sie von ihr den Auftrag bekommt, das Anwesen ihres Onkels Tully zu besuchen, um ihn ins Irrenhaus einweisen zu lassen und damit das Erbe von Alices Sohn Robert zu retten, glaubt sie an eine Routineaufgabe, doch als sie auf Stranwyne Castle eintrifft, sieht sie sich schnell mit einer Bandbreite von Problemen konfrontiert: Das wenige Personal auf dem Anwesen versucht krampfhaft, jegliche Begegnung Katherines mit ihrem Onkel zu verhindern, von allen Seiten fühlt sich die junge Frau beobachtet und nachdem sie bereits in der ersten Nacht beinah den Verstand verliert, stellt sie fest, dass von Tullys Einweisung das Leben hunderter Menschen abhängt – in Wahrheit verschleudert ihr Onkel das Erbe ihres Cousins nämlich nicht, sondern hat es in die Erbauung eines Gaswerks investiert, das Menschen, die einst in Armenhäusern lebten, Arbeit und ein besseres Leben verschafft.
Das Cover des Buches ist wunderschön; es zeigt ein hübsches Mädchen in einem Gewand mit Rüschenbesatz, ist fast durchgehend in Violetttönen gehalten und mutet durch die gelbgoldenen Ornamente links oben und rechts unten historisch an.
Ebendieses Design als auch der Klappentext führen allerdings schnell zu dem Trugschluss, dass es sich hierbei um einen fantastisch angehauchten Historienroman handeln könnte – nach einigen Seiten bemerkt man jedoch, dass es sich um Steampunk handelt, was vor dem Lesebeginn etwas deutlicher hätte heraustreten können. Der Schreibstil trumpft mit einigen wirklich schönen, bildhaften Beschreibungen auf, wirkt bisweilen aber leider ein wenig steif, weshalb ein schnelles Durchkommen beim Lesen fast unmöglich scheint. Außerdem zieht sich die Handlung stark in die Länge – viele Seiten lang geschieht einfach gar nichts, bis endlich wieder eine Kleinigkeit eingestreut wird, die einen daran erinnert, wie seltsam es eigentlich auf Stranwyne zugeht. Leider wird davon in der ersten Hälfte des Buches und noch darüber hinaus rein gar nichts aufgeklärt, es gibt keine Hinweise auf potenzielle Erklärungen, sodass man als Leser leider gar nicht groß mitfiebern kann, da man keine Informationen erhält, die einen „Miträtselprozess“ in Gang setzen, was mich sehr enttäuscht hat. Auch die Liebesbeziehung zwischen Katherine und Onkel Tullys Assistenten Lane, die einem im Klappentext versprochen wird, beginnt sich erst furchtbar spät und quälend langsam zu entwickeln, genau wie man das Gefühl bekommt, dass die meisten Charaktere sehr prototypisch aufgebaut sind und sich eigentlich kaum entwickeln – die Protagonistin glücklicherweise ausgeschlossen, die die Dorfbewohner trotz des Hasses, der ihr Anfangs entgegenschlägt, zu mögen beginnt und feststellt, dass sie das Leben all dieser Menschen nicht zerstören möchte, nur um ihrer Tante zu gefallen, die sie so oder so nicht leiden kann.
Was gut gelungen ist, ist jedoch die Gruselatmosphäre, die durch seltsame Geräusche, kaputte Mechanik-Puppen und Alpträume sowie Erinnerungslücken bei Katherine ausgelöst wird. Insgesamt hat diese Geschichte meiner Meinung nach viel Potenzial, das von der Autorin leider nicht ausreichend genutzt wurde – für den Folgeband würde ich mir daher einer schnellere Entwicklung der Ereignisse und ein paar Hinweise wünschen, die den Spannungsbogen steiler verlaufen lassen.

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(1.544)

2.214 Bibliotheken, 27 Leser, 2 Gruppen, 266 Rezensionen

liebe, lebensziele, träume, tod, familie

Morgen kommt ein neuer Himmel

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 27.03.2014
ISBN 9783810513304
Genre: Liebesromane

Rezension:

Brett Bohlinger ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit dem perfekten Freund und perfekter Wohnung – denkt sie. Denn als ihre geliebte Mutter stirbt, muss sie nicht nur diesen Schicksalsschlag verkraften, sondern erhält von dieser auch noch eine Liste mit Lebenszielen, die es innerhalb eines Jahres abzuarbeiten gilt, um ihr Erbe zu erhalten, und die ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Da es sich dabei um eine Liste handelt, die Brett selbst mit 14 Jahren geschrieben hat, beginnt so eine Reise zu dem Mädchen, das sie einst war und zu der Frau, die sie einmal werden wollte…
Wer jetzt ein bisschen abgeschreckt vom Hauptkonzept des Buches ist, weil es ihn an zwei andere bekannte Romane erinnert, warte noch ein bisschen mit seinem Urteil: Es lohnt sich! Ja, auch in Die Wunschliste von Jill Smolinski versucht die Protagonistin, eine Liste mit Lebenszielen abzuhaken, aber dabei handelt es sich nicht um ihre eigene, wie es bei Brett der Fall ist. Und ja, auch in PS: Ich liebe dich von Cecilia Ahern erhält die Protagonistin Holly ein Jahr lang jeden Monat einen Brief mit einer Aufgabe von ihrem verstorbenen Mann – Brett erhält die Briefe ihrer Mutter aber erst zur Belohnung, wenn sie eine entsprechende Aufgabe gelöst und ihr Leben erfolgreich verbessert hat. Hier kommen wir allerdings auch schon zum Besonderen dieser Briefe: Dank des Anwalts Brad Midar, der Elizabeth Bohlinger versprechen musste, Brett jeden der Briefe laut vorzulesen, entsteht dadurch eine Art Zwiegespräch zwischen Mutter und Tochter, das zeigt, wie gut eine Mutter ihre Tochter doch kennt! Die Briefe dienen also eher dazu, die Konversationen mit einem Menschen nachzubilden, den wir als Leser nicht mehr kennenlernen durften, der für die Entwicklung von sowohl Hauptperson als auch Geschichte jedoch von größter Bedeutung ist!
Der Schreibstil ist in einem Wort einfach wunderbar – durch die Ich-Perspektive kann man sich problemlos in die Protagonistin hineinversetzen, ihren lebhaften Beschreibungen folgen, sich jedoch genauso gut an manchen Gedankengängen stoßen.
So wirkt es manchmal ein wenig naiv, in was Brett plötzlich alles Zeichen und Vorsehungen ihrer Mutter hineininterpretiert, obwohl sie doch schließlich selbst eine erwachsene Frau ist. Natürlich geben die Weisungen Elizabeths zu vielen wichtigen Dingen Anstoß, bloß übertreibt es Brett manchmal ein wenig damit, sich einzureden, dass sie jedes kleinste Detail für sie vorausgeplant hat.
Gefallen hat mir dagegen ihre Entwicklung vom reichen Mädchen zur verhältnismäßig anspruchslosen Frau, der Soziales plötzlich wichtiger ist als materieller Wohlstand. Besonders gefallen hat mir daher die Szene, in der sie die komplette Wohnung ihres Ex-Freundes leerräumen lässt, um ihr Mobiliar dem Frauenhaus zu spenden, in dem sie sich engagiert.
Nach mehreren Männerfehlgriffen fiebert man mit Brett mit, endlich den Richtigen zu finden, und entsprechend fühlt man bei jeder neuen Enttäuschung mit ihr, besonders, als es mit Brad nicht klappt, der mein persönlicher Favorit gewesen wäre. Umso mehr freut man sich allerdings, als sie tatsächlich das Kind ihrer Schülerin Sanquita bekommt, um damit Sanquitas letztem Wunsch gerecht zu werden und auch, dass sie so toll mit ihrer am Down-Syndrom erkrankten Schwester klarkommt.
Das Ende kommt meiner Meinung nach leider etwas abrupt – im einen Moment steht Garret Taylor vor ihrer Tür, im nächsten sind sie schon verheiratet, eine glückliche Familie und das Buch ist zu Ende, obwohl sich die Beziehung zwischen den beiden noch gar nicht so richtig angebahnt hat.
Insgesamt ist Morgen kommt ein neuer Himmel also ein schönes Buch, das daran erinnert, seine Träume und Wünsche zu verfolgen, sich nicht für andere zu verbiegen, sondern sich selbst zu verwirklichen. Außerdem betont es das Besondere einer Mutter-Tochter-Beziehung und erinnert an die Einzigartigkeit mancher Freundschaften. Der abrupte Schluss mindert den guten Gesamteindruck jedoch leider ein wenig ab.

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(39)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

elfen, abenteuerlich, party, wiederkehr, verrat

Magnolia Steel - Hexennebel

Sabine Städing
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Boje, 14.02.2014
ISBN 9783414823762
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In Rauschwald eröffnet ein neues Geschäft, nach dessen Parfüms bald alle völlig verrückt sind. Magnolia Steel, ihres Zeichens Jung-Hexe, kann ihr Glück kaum fassen, als sie dort einen Job ergattert, um sich ihr Taschengeld aufzubessern, doch schon bald kommt ihr der Verdacht, dass mit dem Inhaber, Meister Schnuck, irgendetwas nicht stimmt. Und was haben ihre Lehrerin Runa und der Gondelführer Milauro miteinander zu tun? Dass die drei sagenumwobenen Spinnerinnen, die Flachs zu Gold spinnen, bei Tante Linette gastieren, ist da schon nicht mehr das Aufregendste, als auch noch überraschend Magnolias Freund Leander aus Neuseeland zurückkehrt, den sie gegen ihren Willen in eine Falle locken muss…


Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass man bisweilen starke Zuneigung oder aber Abscheu ihnen gegenüber empfindet. Jeppe beispielsweise kann ich bei aller Liebe nicht leiden, da er die Leute bestiehlt und Magnolia mehrfach ins Gesicht lügt, obwohl er eigentlich zu den Guten gehört. Daran erkennt man bereits, dass die Personen mehrdimensional gestaltet sind, was der Geschichte trotz ihres zauberhaften Inhalts eine Prise Realität verleiht und sie dadurch glaubwürdiger macht.


Dank Runas und Milauros geheimniskrämerischem Verhalten sowie Meister Schnucks „Zuckungen“, weiß man nie so recht, woran man eigentlich ist, auch wenn man zumindest Schnucks Zustand aus dem Prolog erahnen kann.


Magnolias Zwickmühle, nicht das sagen zu können, was sie möchte, nachdem sie Schnucks Parfüm das erste Mal benutzt hat, verleiht der Geschichte zudem ein rasantes Tempo, was mir zwischenzeitlich, vor allem in den Szenen mit den Spinnerinnen, leider gefehlt hat. So wird es am Ende jedoch richtig spannend und als sie den wiedergekehrten, unsterblichen Graf Raptus in einen langen Schlaf verbannen, bekommen die Spinnerinnen sogar eine wichtige Funktion für den Verlauf der Geschichte. Zudem lässt das Ende noch die Möglichkeit auf eine Fortsetzung offen, auch wenn die Trilogie um Magnolia damit offiziell abgeschlossen ist.
Das Buch war durchgehend sehr gut zu lesen, da der Schreibstil flüssig ist und die Autorin mit schönen Beschreibungen der Umgebung und der Personen aufwartet. Einzig und allein die Räubersprache, in der sich die Schülergruppe der Jung-Magier häufig unterhält, hat den Lesefluss kurz unterbrochen, da man an die zusätzlichen Laute und Buchstaben einfach nicht gewöhnt ist – dieses Problem gibt sich aber mit der Zeit.


Was ich mir gewünscht hätte, wäre jedoch ein bisschen mehr Romantik zwischen Magnolia und Leander gewesen, immerhin ist sie in einem Alter, in dem sowohl sie selbst als auch andere ihn als ihren festen Freund bezeichnen. Natürlich handelt es sich um ein Kinderbuch, was berücksichtigt werden muss, aber dem nicht vorhandenen Kuss am Ende trauere ich immer noch hinterher – schließlich küsst der Prinz die Prinzessin am Ende des Märchens auch immer.

Zuguterletzt muss ich noch das wunderbar "hexische" Cover loben, das wirklich ein stimmungsvoller Eyecatcher ist und potisch fantastisch zu den Vorgängerbänden passt.


Insgesamt ist Magonlia Steel – Hexennebel also ein gelungenes Kinderbuch, das man auch als Erwachsener noch genießen kann, solange man nur bereit ist, sich auf die kindgerechten Namen einiger Orte und Personen einzulassen!

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(127)

333 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

zirkel, hexen, magie, fantasy, dämonen

Zirkel

Sara B. Elfgren , Mats Strandberg , Franziska Buchinger , Büro Süd GmbH
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.02.2014
ISBN 9783841502773
Genre: Jugendbuch

Rezension:

-----***ACHTUNG: Rezension enthält SPOILER!!!***-----

Engelsfors ist eine kleine, unscheinbare und heruntergewirtschaftete Stadt in Schweden, in der es vor allem eines ist: langweilig. Als jedoch sechs völlig unterschiedliche Mädchen kurz nach dem vermeintlichen Selbstmord ihres Mitschülers Elias mitten in der Nacht von einer geheimnisvollen Macht zu dem alten Vergnügungspark gelenkt werden, der am nächsten Tag von jeder Karte verschwunden ist, als hätte er nie existiert, geschieht das Unglaubliche – sie alle sollen auserwählt sein, das Böse zu besiegen, das sich in ihrem Städtchen eingeschlichen hat. Gemeinsam mit dem Hausmeister Nicolaus, der behauptet, ihr Gefährte zu sein, trainieren sie fortan ihre neu entdecken magischen Fähigkeiten und versuchen, Elias‘ Mörder ausfindig zu machen, der versucht, ein Mitglied des Zirkels nach dem anderen auszulöschen. Als dann auch Rebecka nach einem Gespräch mit der Schuldirektorin stirbt, scheint ihnen die Zeit davonzulaufen…


Das Cover zeigt die gezeichneten Köpfe von sechs Mädchen, die inmitten einiger Schnörkel den inneren und äußeren Kreis eines Zirkels umrahmen und ist farblich recht einfach gehalten mit roter Schrift und dem schwarzen Bild auf einem grauen Untergrund. Damit sieht das Buch optisch ein wenig erwachsener aus als die meisten Jugendbücher und hebt sich so angenehm von der Masse ab. (Unter dem Schutzumschlag finden sich etwas blasser ebenfalls die zirkelförmigen Schnörkel (nur ohne die Köpfe) und der rote „Hauptzirkel“ in der Mitte – ausnahmsweise wäre es also auch nicht tragisch, den Schutzumschlag zu verlieren oder zu beschädigen.)

Die Geschichte wird durchgehend im Präsens erzählt und obwohl sie in der dritten Person geschrieben ist, wechselt die Perspektive regelmäßig zwischen den einzelnen Hauptakteurinnen, weshalb man sich als Leser sehr gut in sie hineinversetzen kann.

Der Schreibstil wirkt zu Anfang etwas ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Die Charaktere wirken auf den ersten Blick ziemlich stereotyp (was sie aber keinesfalls sind; im Gegenteil!), jeder der Repräsentant einer bestimmten sozialen Gruppe oder eines bestimmten Klischees – Minoo, die Streberin, Ida, die Oberzicke, Anna-Karin, das Mobbingopfer, Vanessa, die Schulschlampe, Rebecka, die allseits Beliebte und immer Nette, sowie Linnéa und Elias, die Außenseiter mit Gothic-Touch. Gerade dadurch wird es aber erst richtig interessant, denn so ist die Zusammenarbeit nicht nur für die Protagonisten eine Herausforderung, sondern jede Art von Leser findet mit Sicherheit jemanden, mit dem er sich identifizieren kann.

So lernt man die Vorurteile eines jeden gegenüber den anderen kennen und verstehen und entdeckt so auch die verletzlichen Seiten an jeder Person.

Besonders Anna-Karin kann man nachempfinden, dass sie ihre Kräfte einsetzt, um vom ewigen Bauerntrampel zur Prinzessin der Schule aufzusteigen und ihre Mutter aus der jahrelangen Depression zu befreien. Und trotzdem hofft man, dass sie wieder aufhört damit, als sie damit alle um sich herum in Gefahr bringt, so sehr man ihr auch gönnt, dass sie sich endlich zur Wehr setzen kann.

Auch Vanessas Familienstreitereien kann man verstehen, da ihre Mutter versucht, sie vor ihren eigenen Fehlern zu bewahren, indem sie ihr andauernd etwas vorschreiben will und außerdem geflissentlich übersieht, dass ihr neuer Freund es geradezu darauf anlegt, Vanessa zu provozieren. Schnell stellt sich auch heraus, dass sie nicht die hohle Blondine ist, als die sie eingeführt wird – das war es also schon mit dem Stereotyp, der eher vom Rest ihrer Clique erfüllt wird, in die sie bei näherem Hinschauen gar nicht hineinpasst.

Daher berührt das Band, dass sie zur augenscheinlich so unantastbaren Linnéa aufbaut auch sehr, da die beiden nach einiger Zeit viel mehr als eine oberflächliche Freundschaft verbindet.

Schön war es auch zu sehen, dass sogar die scheinbar perfekte Rebecka genau wie jeder andere Mensch mit Selbstzweifeln gekämpft hat, auch wenn man gleichzeitig gehofft hat, dass sie ihre Essstörung in den Griff kriegen würde.

Zu Ida gibt es nicht viel zu sagen, da sie die meiste Zeit eine Eiskönigin bleibt, aber vielleicht taut sie ja im Laufe des zweiten Bandes noch etwas auf, Andeutungen gab es ja schon vor dem entscheidenden Kampf am Ende.

Am sympathischsten war mir jedoch Minoo, die, obwohl aus reichem Elternhaus stammend, in der sozialen Hierarchie der Schule nicht allzu weit oben steht, wie es in den meisten Geschichten der Fall ist. Stattdessen kämpft sie mit dem Teenagerproblem Akne und schämt sich für ihren ansonsten eigentlich hübschen Körper, was einigen Lesern nicht unbekannt sein dürfte. Ihre heimliche Liebe zu Max, ihrem Lehrer, hat mich jedoch am meisten berührt. Die Szenen, in denen die beiden sich vorsichtig näherkommen, sind so wunderschön geschrieben, dass man einfach mit Minoo mitfühlen und hoffen muss, dass sie zusammenkommen, selbst wenn es verboten ist.

Umso schockierender ist es dann allerdings, dass gerade er sich als Bösewicht entpuppt und ich bin sehr gespannt, wie Minoo in der Fortsetzung mit diesem Schlag umgehen wird.

Die Spannung wird das ganze Buch über aufrecht erhalten, immer gibt es neue Hinweise und Rätsel und immer wieder macht sich jemand verdächtig, indem er scheinbar unmögliche Dinge tut, wie beispielsweise zur selben Zeit an zwei verschiedenen Orten zu sein.

Jedes Mal, wenn von neuem jemand angegriffen wird, zittert man mit um das Leben dieser Person und spürt die Gefahr – ein nervenaufreibender Gruselthriller mit wirklich authentischen Charakteren also, den ich nur jedem empfehlen kann!

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(80)

176 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

magie, engelsfors, schweden, thriller, mystery

Feuer

Sara B. Elfgren , Mats Strandberg ,
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.01.2013
ISBN 9783791528557
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem die Auserwählten am Ende von Zirkel den dämonenbesessenen Lehrer Max zur Strecke gebracht haben, ereignen sich bald wieder mysteriöse Dinge im unscheinbaren Engelsfors. So beginnt nach den Sommerferien eine sektenähnliche Bewegung, ihr Unwesen zu treiben, mit den Stockholmern, die kürzlich eine alte Villa bezogen haben, scheint etwas faul zu sein und auch der Rat hat sich auf den Weg zum Zirkel gemacht, um Anna-Karin für ihren Magiemissbrauch zu bestrafen. Zu allem Überfluss erhält ihr Gefährte Nicolaus da endlich seine Erinnerungen wieder – und verlässt die Mädchen daraufhin prompt, sodass diese auf sich allein gestellt sind, in einer Zeit, in der sogar das Buch der Muster schweigt, obwohl die Apokalypse beständig näher rückt.


Die Covergestaltung schließt sehr gut an den ersten Band an, die beiden Teile sehen im Regal perfekt nebeneinander aus und wirken durch ihre Simplizität deutlich erwachsener als manch andere Jugendbücher.
Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um wieder in die Handlung hineinzufinden, da meiner Meinung nach zu Beginn erst einmal nicht viel geschehen ist (oder zumindest wirkt es zuerst einmal so, im Nachhinein ist es natürlich doch wichtig, dass Minoo und Gustaf beispielsweise die neuen Nachbarn treffen). Es kommt mir vor, als hätte auch der Zirkel dank der Ferien gerade Sommerpause und die Geschehnisse aus Band 1 liegen bereist ein paar Monate zurück, in denen sich offenbar nichts Besonderes mehr ereignet hat.


Stattdessen wird erst einmal stärker auf die persönlichen Geschichten der Hauptcharaktere eingegangen, bei denen sich privat wieder einige Probleme ergeben haben: Minoos Eltern streiten sich nur noch, Anna-Karins Mutter rutscht immer tiefer in ihre Depression, Vanessa findet heraus, dass Polizist Nicke ihre Mutter betrügt und Linnéa weiß nicht, ob sie wirklich glauben kann, dass ihr Vater angeblich trocken ist. Auch zwischen den einzelnen Mitgliedern des Zirkels gibt es einige Konflikte – immer noch traut sich fast niemand in Linnéas Nähe, seit sie den anderen offenbart hat, dass sie Gedanken lesen kann und Ida macht wie üblich keinen Hehl daraus, dass sie mit all dem am Liebsten gar nichts zu tun haben würde.


Minoo muss außerdem immer noch ihre fehlgeleitete Liebe zu Max verarbeiten und obwohl es einen natürlich nicht freut, dass sie auf Grund der Alpträume, die er ihr beschert, hart daran zu knabbern hat, lässt es sie doch sehr menschlich wirken und sorgt für eine Menge Sympathie ihr gegenüber von Seiten des Lesers.


Besonders interessant fand ich auch die Darstellung der Beziehung zwischen Vanessa und Linnéa, bei der der Leser von beginn an mehrfach dazu verführt wurde, mehr als nur eine Freundschaft zwischen den beiden zu vermuten, vor allem, nachdem Vanessas Beziehung mit Wille zerbrochen ist, ganz wie Mona Mondschein es prophezeit hatte.


Ab dem Zeitpunkt, an dem Linnéa dank des Familiaris Nicolaus Grab entdeckt, wird es jedoch mit einem Schlag wieder spannend und die „Sommerpause“ ist vorbei, denn endlich erfährt man, was es mit ihm und der Prophezeiung auf sich hat. Die Bedrohungen, die sich an den verschiedensten Fronten in Engelsfors zu materialisieren scheinen, halten die Spannung außerdem aufrecht, genau wie der Schreibstil im Präsens den Leser dem Geschehen unmittelbar beiwohnen lässt.


Trotz aller Konflikte müssen sich die Mitglieder des Zirkels also wieder verbünden, um diesmal mit vereinten Kräften mehr als nur einen Feind zu schlagen – daher ist Feuer insgesamt eine spannende Fortsetzung mit tollem Schreibstil, jeder Menge Gänsehaut-Feeling und so komplexen, realistischen Charakteren, dass sie vor den Augen des Lesers wirklich zum Leben erwachen!

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(1.388)

2.105 Bibliotheken, 27 Leser, 6 Gruppen, 220 Rezensionen

liebe, selection, dystopie, kiera cass, jugendbuch

Selection - Die Elite

Kiera Cass , Susann Friedrich
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 20.02.2014
ISBN 9783737362429
Genre: Jugendbuch

Rezension:

America Singer hat es geschafft: Sie gehört zur Elite des Castings, bei dem die zukünftige Prinzessin und Ehefrau von Prinz Maxon von Illéa ausgewählt wird. Langsam beginnt sie tatsächlich an eine gemeinsame Zukunft mit Maxon zu glauben, doch jedes Mal, wenn sie sich ihrer Gefühle sicher zu sein scheint, geschieht etwas, das ihre Entscheidung ins erneut ins Wanken bringt, vor allem, als sich nach dem Halloween-Ball eine Tragödie ereignet. Daraufhin zieht sie sich von Maxon zurück, nur um kurz darauf festzustellen, dass dieser plötzlich ernsthaftes Interesse an ihrer Konkurrentin Kriss entwickelt hat und ihm auch Celeste keinesfalls zuwider ist. Überdies wird der Palast immer häufiger sowohl von Nord- als auch Südrebellen attackiert, die eine Spur der Verwüstung hinterlassen und seltsamerweise Bücher stehlen, wenn sie niemanden töten. Und dann ist da natürlich noch Aspen, der versucht, America zurückzugewinnen und in den entscheidenden Momenten an ihrer Seite ist – immer noch, ohne dass Maxon weiß, wer er ist…
Das Cover ist wie bereits bei Band Eins wunderschön und wurde (bis auf die hübsche Tiara, die im Deutschen leider fehlt) vom Original übernommen, weshalb es sich im Regal stilistisch perfekt neben seinem Vorgänger macht.
Zum Inhalt muss ich erst einmal sagen, dass mir der zweite Band wesentlich besser gefallen hat als der erste, weil viel mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen wurde, was vermutlich zu einem Großteil an der verkleinerten Gruppe von Auserwählten liegt. Durch detailliertere Beschreibungen und Gespräche kann der Leser die Personen so besser kennen lernen und sich ein eindeutigeres Bild von ihnen machen, da er viel über ihre Stärken, Schwächen, Ansichten, aber auch ihre familiären Hintergründe erfährt.
Besonders schön fand ich, dass Maxon hier weiterer Tiefgang verliehen wird, indem man das komplizierte und brutale Verhältnis zu seinem Vater kennenlernt und erfährt, wie sehr er sich eigentlich zum Wohle des Volkes engagiert, sofern er nur die Chance dazu bekommt. Seine Reaktion auf Marlees und Officer Woodkworks „Vergehen“ zeigt besonders gut, dass er viel mehr als der kalte, unnahbare Prinz aus dem Fernsehen ist.
Auch Amercia hat sich als Charakter weiterentwickelt – ihr Vortrag im Bericht aus dem Capitol beweist, wie mutig sie geworden ist und zeigt deutlich, dass sie sich ein wichtiges Ziel gesteckt hat und sich die Abschaffung des Kastensystems zur Aufgabe gemacht hat, egal, was dieser Kampf sie auch kosten mag. Die  Tatsache, dass sie sich nach dem Zwischenfall mit Marlee immer noch weiter heimlich mit Aspen trifft, hat mich allerdings ein wenig an ihr zweifeln lassen – auf der einen Seite ist sie reifer und erwachsener geworden, vernünftiger anscheinend nicht, da die Treffen sie nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Chance, eine Veränderung zum Guten zu bewirken, kosten könnten.
Dafür gefällt mir sehr gut, dass auch auf die Zofen, ihre Geschichten, Wünsche und Hoffnungen näher eingegangen wird und sie mehr noch als im Vorgänger zu Americas Freundinnen aufsteigen.
Einzig und allein Celeste scheint sich nicht groß verändert zu haben – sie ist so bösartig und gemein wie zuvor und meiner Meinung nach besteht bei ihr auch keine große Hoffnung mehr auf eine Besserung: So ist und bleibt sie das Klischee einer Zicke.
Ein großes Rätsel geben dagegen die Rebellen auf, die sich zum Teil als Bücherdiebe entpuppen und es bleibt abzuwarten, ob America Recht hat mit ihrer Vermutung, sie könnten auf der Suche nach der wahren Geschichte Illéas sein.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls sehr gespannt auf den letzten Band, denn dieser Teil hat jede Menge spannende Fragen aufgeworfen:  Was wollen die Rebellen wirklich? Wird Maxon sich gegen den König zur Wehr setzen? Was geschieht mit dem Kasten-System? Wird es eine bessere Zukunft für Americas Zofen, die Familien der Auserwählten und den Rest der unteren Schichten geben? Und am wichtigsten natürlich: Wie werden sich sowohl America als auch Maxon entscheiden?
Insgesamt kann ich Selection – Die Elite jedem Fan der Serie nur wärmstens ans Herz legen, aber auch all jenen, denen er erste Band ein wenig zu oberflächlich war – die Handlung ist spannender, die Charaktere sind tiefgründiger und die Dramatik nimmt deutlich zu! Eine rundum gelungene Fortsetzung also!

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soul seeker, fantasy, liebe, im namen des sehers, tod

Soul Seeker - Im Namen des Sehers

Alyson Noël ,
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 11.11.2013
ISBN 9783442204090
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem Daire Santos, ihres Zeichens die letzte „Soul Seeker“, in dem Versuch, die Prophezeiung abzuwenden, die das Leben ihres Geliebten Dace bedroht, gestorben ist, erwacht sie in der Oberwelt in der Obhut von Axel, der sie scheinbar wiederbelebt hat. Da ihr der Ausgang des Kampfes zwischen Dace und seinem bösen Zwillingsbruder Cade jedoch keine Ruhe lässt, flieht sie bald darauf, um zurück in die Mittelwelt zu gelangen. Zwar gelingt es ihr mit Hilfe ihrer Freunde und ihrer Großmutter Paloma, den schwer verwundeten Dace ausfindig zu machen und wiederherzustellen, doch in Enchantment sind weiterhin böse Mächte am Werk. So versucht der verrückte Weltuntergangsprediger und selbsternannte Dämonenjäger Suriel Youngblood mit Hilfe seiner Tochter Phyre, Daces Ex-Freundin, Cades und Daces Seele zu zerstören – und da der Tod des Einen den Tod des Anderen bedeutet, müssen Daire und Dace bald ihren ärgsten Feind beschützen, der von alldem nichts ahnt.

Das Cover und der Umschlag sind wie bei den beiden Vorgänger-Bänden fantastisch! Sie reihen sich farblich und stilistisch perfekt in die Reihe ein und auch ein Ausklappposter verbirgt sich wieder im Umschlag.


Der Schreibstil ist wie von Alison Noel nicht anders zu erwarten äußerst angenehm zu lesen. Der Perspektivwechsel, der in Band 2 eingeführt wurde, wird hier noch intensiviert, indem fast jedes Kapitel von einer anderen Person erzählt wird (diese wird jedoch auch vor Beginn des entsprechenden Abschnitts immer namentlich genannt – man muss also nicht selbst herausfinden, wer gerade was erlebt, auch wenn man manchmal zu Anfang kurz vergisst, dass ja jetzt Dace (o.ä.) erzählt). Besonders hervorzuheben sind allerdings auch die Beschreibungen der Oberwelt, die geradezu ätherisch wirken und Axel beispielsweise einem Engel anlehnen.


Was mich gewundert hat, war allerdings die Tatsache, dass jeder in Enchantment wusste, wer Suriel war, und dass er sogar eine eigene Kirche hat; Lita wurde in ihren Albträumen von ihm verfolgt und auch Dace erwähnt, dass er früher allen Angst eingeflößt hat – wie kommt es dann, dass er vorher nie von irgendjemandem erwähnt wurde, obwohl er doch scheinbar zeitweise die „Hauptattraktion“ der Stadt war? Diesen Aspekt kann ich mir nur damit erklären, dass der Charakter wohl nicht von Anfang an eingeplant war.


Obwohl sowohl Dace als auch Daire am liebsten jegliche Aufgabe allein meistern würden, lassen sie sich in diesem Band zum ersten Mal wirklich als Team aufeinander ein und sind außerdem bereit, auch die Hilfe ihrer Freunde anzunehmen, da sie erkennen, dass sie nicht alles alleine schaffen können. So kann man als Leser hautnah miterleben, wie die Charaktere reifer und erwachsener werden.


Dasselbe gilt für Daces und Daires Beziehung, da sie (zugegeben, gezwungenermaßen) viel über Phyre und somit über Dace vergangene Liebesbeziehung sprechen.


Überhaupt ist Phyre ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter. Zwar ist sie an der Oberfläche berechnend und kalt, doch wenn man die psychologisch äußerst fragwürdigen Umstände, unter denen sie aufgewachsen ist, bedenkt, und den Druck, den sie ertragen musste, kann man sie einfach nicht richtig hassen, trotz allem, was sie getan hat. Deshalb ist ihr Ende zwar tragisch, aber auch passend, da sie irgendwie von der Bildfläche verschwinden muss.


Der größte Schock allerdings war natürlich Palomas Tod, auch wenn die Situation ohne diesen Zwischenfall vielleicht schon zu sehr nach Happy End ausgesehen hätte. Hat sie Daire doch immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, kann man sehr gut nachempfinden, wie allein gelassen sich Daire nun fühlt und ich bin sehr gespannt, wie sie diesen Schicksalsschlag meistern wird.


Daces ansatzweise Verwandlung schürt natürlich die Neugier beim Leser auf das, was wohl aus ihm werden wird.


Außerdem hoffe ich, dass im nächsten Teil noch gelüftet wird, wer Daire eigentlich in der Oberwelt erkannt hat – vielleicht wird sie ja noch einmal dort hin zurückkehren?


Insgesamt kann ich Soul Seeker 3 – Im Namen des Sehers also nur jedem empfehlen, da es sowohl mit einem tollen Schreibstil, Charakteren mit Tiefgang als auch mit einem auch nach drei Teilen noch immer spannenden Kampf zwischen Gut und Böse aufwartet, die hier näher zusammenliegen, als man denkt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was die Autorin für das große Finale in petto hat!

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liebe, cynthia j. omololu, drew, akhet, fantasy

Für immer die Liebe

Cynthia J. Omololu ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.01.2014
ISBN 9783791515076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16-jährige Cole ist eine Akhet – ein Mensch, der sich an seine früheren Leben erinnern kann. Nach einigen gefährlichen Turbulenzen in Für immer die Seele hat sie sich langsam an diesen Gedanken gewöhnt und in Griffon, seines Zeichens ebenfalls Akhet, ihre große Liebe gefunden. Doch dann taucht plötzlich Drew auf, eigentlich nur ein Bekannter, und behauptet, Cole und er seien füreinander bestimmt. Ist er etwa Connor, Coles Ehemann aus ihrem früheren Leben in England? Und wenn ja, kann sie ihn nur auf Grund dieser Vorgeschichte auch im Hier und Jetzt lieben? Als Griffon erfährt, dass Drew sie bedrängt, macht dieser völlig überraschend den Platz für Drew frei – doch Cole liebt doch ihn! Zu allem Überfluss taucht da auch noch Veronique auf, die bereits einmal versucht hat, Griffon und Cole auseinander zu bringen, indem sie versuchte, Griffon zu töten – diesmal glaubt sie, in Coles Freundin Rayne ihre lang vermisste Geliebte wiederzuerkennen. Da erkrankt Rayne plötzlich an etwas, auf dass sich kein Arzt einen Reim machen kann und für Cole beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit…
Für immer die Liebe schließt mehr oder weniger sofort an seinen Vorgänger Für immer die Seele an. Die Bücher lassen sich daher wunderbar hintereinander weglesen – für Neueinsteiger könnte es dabei allerdings etwas schwierig werden, da die Personen nicht nochmal neu eingeführt und die vorangegangenen Ereignisse nicht explizit zusammengefasst werden, wie es bei den meisten Folgebänden von Serien der Fall ist.
Der Schreibstil ist wie vom ersten Band gewohnt schön flüssig, angenehm zu lesen und lässt einen schnell in die Handlung einsteigen.
Die Charaktere warten durchaus mit einigen Überraschungen im Laufe der Handlung auf, was ziemlich erfrischend ist und ihnen etwas Reales und Unvorhersehbares gibt.
Häufig weiß man nicht ganz genau, über wen man sich jetzt am meisten aufregt, denn Grund dazu bieten viele: Mit ihrer läppischen Entschuldigung a la „Es ist doch keinem was passiert, also vergessen wir doch einfach, dass ich deinen Freund töten wollte“ bringt Veronique einen als Leser auf die Palme, aber auch über Griffons kindisches Verhalten regt sich nicht nur Cole selbst auf. Zwar redet er davon, er wolle Cole die freie Wahl zwischen ihm und Drew gestatten, lässt sie aber nicht einmal zu Wort kommen, als sie wiederholt erklären will, dass sie ihn nicht verlassen möchte. Drew dagegen hat bereits Coles ganzes Leben an seiner Seite durchgeplant – dauernd protzt er mit teuren Geschenken, redet von den Reisen, die er ihr bieten kann und über ihre ersten Kinder, die er ebenfalls schon fest eingeplant hat.  Regelmäßig überfährt er Cole ohne Vorwarnung mit seinen Erwartungen und ignoriert meist komplett, dass sie gegen das Meiste gern Einwände vorbringen würde. Nachdem  Veronique Rayne mit einem im Labor entwickelten Auslöser für eine längst besiegte Krankheit infiziert hat, um bei ihr den Übergang zum Akhet-Sein auszulösen, versteht man außerdem, dass es ihr nicht mehr um Rache geht, sondern dass sie Alessandra, die sie in Rayne vermutet, um alles auf der Welt zu sich zurückholen möchte. Trotz ihrer Übeltaten liebt sie also über die Zeit hinweg, was zumindest für ein wenig Verständnis sorgt für das, was sie tut. Ihr Tod ist daher auch ein richtiger Schock, obwohl es sich bei ihr um den „Bösewicht“ handelte. Am überraschendsten ist jedoch die Enttarnung Zanders am Ende, der sich statt als ewig nörgelnder Cello-Schüler als Drahtzieher hinter Veroniques Ermordung entpuppt.
Damit wären wir allerdings auch schon bei meinem einzigen, dafür aber leider ziemlich großen, Kritikpunkt angelangt: Für mich ist die Geschichte nicht abgeschlossen.
So toll sie geschrieben ist, so schön und spannend sie auch sein mag – ich finde es einfach furchtbar, diesen Band als letzten der Reihe präsentiert zu bekommen, wenn sich am Schluss erst der wahre Bösewicht zu erkennen gibt und man nun weiß, dass man nie erfahren wird, wie die Geschichte ausgeht. Dabei wirkt es, als würde der entscheidende Kampf nun gerade erst beginnen!
Insgesamt ist Für immer die Liebe also ein gelungener, spannender zweiter Band, aber leider kein würdiger Abschluss für die ursprünglich als Trilogie geplante Reihe.

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rezension, erbe, vampire, der, nacht

Silver - Erbe der Nacht

Asia Greenhorn , Bettina Müller Renzoni
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 22.11.2013
ISBN 9783833902482
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem die 17-jährige Winter, halb Mensch, halb Vampir, ihrer großen Liebe Rhys Llewelyn ihr Blut geschenkt und ihn damit unsterblich gemacht hat, laufen die Dinge im verschlafenen Örtchen Cae Mefus langsam aus dem Ruder. Rhys droht von der MACHT aufgezehrt zu werden, die Oberhäupter der Menschenfamilien und des Vampirordens schmieden gefährliche Pläne und auch Winters vampirische Seite kommt mehr und mehr zum Vorschein. Während sich die Angriffe auf Zivilisten häufen, wird Winter auf eine einsame Insel gebracht, um mehr über ihre Fähigkeiten zu lernen. Da ihnen der Kontakt zu Winter untersagt ist, beginnen ihre Freunde Gareth und Madison auf eigene Faust zu ermitteln und begegnen schon bald Anhängern der Vampirgruppe, die sich um ihren früheren Lehrer Darran Vaughan zusammenschart. Dieser hat jedoch nach wie vor nur eines im Sinn – Winters Blut, denn er weiß noch nicht, dass sie denjenigen töten muss, den sie unsterblich gemacht hat, wenn es ihr nicht gelingt, das Band mit Rhys zu durchtrennen. Und dass sie dabei selbst ebenfalls sterben muss…


Zu diesem Buch kann ich nur eines sagen: Lest es! Und zwar unbedingt!


Bereits vom Vorgänger Winter begeistert, waren meine Erwartungen entsprechend hoch, doch ich wurde nicht enttäuscht.


Der Schreibstil ist weiterhin wunderbar flüssig und wirkt dennoch sehr literarisch – zwar handelt es sich um ein Jugendbuch, doch die Jugendsprache, in der viele Bücher mittlerweile geschrieben sind, beschränkt sich hier auf die direkte Rede – so wirkt das Verhalten der Charaktere in ihrem Alter authentisch, ohne dass man ständig Handlungs- und Umgebungsbeschreibungen in Umgangssprache lesen muss. Ein derartiger Schreibstil ist meiner Meinung nach mittlerweile leider sehr selten geworden, weshalb ich mich umso mehr darüber freue.


Wie schon im ersten Band tragen bereits die außergewöhnlichen Namen stark zu Individualität der Charaktere bei, da man die meisten davon mit Sicherheit noch in keinem anderen Buch gelesen hat und deshalb auch noch keine Assoziationen zu ihnen mitbringt. Einzig und allein Rowena hätte ich einen anderen Vornamen gegeben, da die Suche nach „Rowenas Diadem“, das die Verbindung zwischen Winter und Rhys lösen kann, für mich einfach zu sehr nach Harry Potter klingt – schließlich wird dort nach Rowena Ravenclaws Diadem gesucht.


Die Hauptcharaktere sind alle sehr rund, haben ihre Ecken und Kanten und wirken deshalb sehr echt. Besonders Rhys Veränderung zum gierigen Mörder finde ich sehr gelungen, sodass man gut nachvollziehen kann, warum Winter sich von ihm abwendet. Auch finde ich die zarte Romanze, die sich zwischen Gareth und Madison anbahnt, sehr schön, weil sie verdeutlicht, dass auch Gareth sich weiterentwickelt und nicht einfach hoffnungslos an Winter hängen bleibt. Außerdem ist es toll, wie Jungpolizist Danny Roberts nach seiner Zwangsversetzung aus Cae Mefus versucht, seinen Verdacht über die Existenz von Vampiren zu bestätigen, anstatt sich mit fadenscheinigen Erklärungen abzufinden und mit Gareth und Madison loszieht, um Winter zu retten, als diese das Band zwischen  Rhys und ihr lösen will. Die Tatsache, dass Winter ihrem totgeglaubten Vater nicht sofort vertraut, als dieser nach so vielen Jahren plötzlich einfach so wieder auftaucht, wirkt außerdem sehr realistisch und auch die Tatsache, dass sie Dougall gegenüber zu Beginn sehr misstrauisch ist, zeigt, dass sie aus ihren Erfahrungen mit Darran Vaughan im ersten Teil gelernt hat, und einen Großteil ihrer Naivität abgelegt hat. Nur Eleri und Winters Großmutter sind mir in diesem Band ein wenig zu kurz gekommen.


Für ein besonderes Prickeln sorgen meiner Meinung nach Darran Vaughans Annäherungsversuche Winter gegenüber – immerhin war er einmal ihr Lehrer und scheint etwa im Alter ihres Vaters zu sein. Zwar lässt er keinen Zweifel daran, dass er Winters Blut begehrt, aber er versucht ihr doch tatsächlich ernsthaft den Hof zu machen!


Überdies ist die Story jedoch auch äußerst spannend, da es nicht nur für Winter um Leben und Tod geht, sondern zeitweise jeder gegen jeden zu plotten scheint, was durch die häufigen Perspektivwechsel (allerdings immer in der 3. Person erzählt) unterstützt wird. Für Neueinsteiger stelle ich mir dies zwar anfangs ein wenig verwirrend vor, doch diese Undurchsichtigkeit macht auch einen Teil der Spannung aus, da man nie genau sagen kann, wer wem gegenüber nun was ernst meint und was er tatsächlich im Schilde führt.


Insgesamt also ein Buch mit tollen Charakteren (mit jeder Menge außergewöhnlicher Namen!), einem genialen Schreibstil und einer spannenden Handlung – eine klare Leseempfehlung also!

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Tags: der, erbe, finsternis, nacht, rezension, silver, sweetscentstories, winter, yuina   (9)
 

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dystopie, jugendbuch, teri terry, zersplittert, trilogie

Zersplittert

Teri Terry , Petra Knese , Marion Hertle
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.01.2014
ISBN 9783649611844
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Kyla in einer Welt, die von den sogenannten Lordern regiert wird, für ein ihr unbekanntes Verbrechen geslatet wurde, sollte sie sich eigentlich an nichts mehr erinnern können.
Nachts wird sie jedoch von Albträumen heimgesucht, die derart real scheinen, dass es sich dabei nur um Erinnerungsstücke handeln kann, die eigentlich längst verschwunden sein müssten. Plötzlich ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie Links- oder Rechtshänderin ist, doch sie versucht jede Veränderung krampfhaft zu verbergen, denn sonst droht ihr die endgültige Auslöschung.
Ihr Bio-Lehrer John Hatten beobachtet sie allerdings genau und stellt sich ihr bald als Nico, Anführer der Terroristengruppe Free UK vor, deren überzeugtes Mitglied sie offenbar in der Vergangenheit war. Wieso sonst sollte ihr Nico so bekannt vorkommen? Und auch, dass sie bei seiner Truppe Rain hieß, weiß sie ganz sicher. Nur wie kommt es dann, dass das Foto auf einer illegalen Vermissten-Website sie als Lucy Connor identifiziert, die im Alter von 10 Jahren verschwunden ist?
Seit ihr Freund Ben von den Lordern geholt wurde, hat sie jedoch keine Vertrauensperson mehr, also setzt sie all ihre Hoffnung in Nico.
Bald schon erkennt sie allerdings, dass ein schreckliches Ereignis ihre Persönlichkeit in zwei Teile gespalten haben muss, damit zumindest eine Hälfte das Resetten ihres Gehirns überstehen konnte. Doch kann sie Nico oder dem neuen Nachbarsjungen wirklich vertrauen? Und was hat der Turm damit zu tun, der sie jedes Mal in mysteriöse Aufregung versetzt, sobald sie Schach spielt? Irgendetwas daran scheint wichtig zu sein...


Der Titel "Zersplittert" passt hervorragend zum Buch, da er den psychischen Zustand der Protagonistin in einem Wort wiedergibt - Kyla ist nicht nur ein seelisches Wrack, seit Ben geholt und vermutlich getötet wurde und sie sich von ihren Pflegeeltern, den Lordern, Ärzten und Free UK in die Mangel genommen fühlt, sie ist auch wortwörtlich in mehrere Teile gesprungen: Lucy, Rain und Kyla.


Das Buch war sehr flüssig geschrieben und daher angenehm zu lesen. Aufgrund der detaillierten Beschreibungen, was mit Ben geschehen ist, bot es zudem auch für neue Leser der Serie einen guten Einstieg - trotz Auslassung des ersten Bandes bekommt man also nicht das Gefühl, dass man etwas verpasst hätte oder ein Teil zum Verständnis fehlt.


Die Charaktere sind sehr facettenreich, da fast jeder von ihnen eine Seite besitzt, von der man zu Anfang nichts ahnt, weshalb man als Leser durch einen solchen Twist mehr als einmal angenehm oder auch unangenehm überrascht wird, was mit zu dem hohen Spannungsbogen beiträgt.

Nico beispielsweise ist einem von Anfang an nicht wirklich geheuer, denn die Angst, die Kyla vor ihm und seinen Bestrafungen hat, steht im absoluten Gegensatz zu der sanften und fürsorglichen Seite, die er ein andermal an den Tag legt, weshalb diese nicht immer aufrichtig wirkt. Außerdem ist seine Opferbereitschaft an eigenen Leuten meiner Meinung nach ein wenig zu hoch, was ihn oft kalt und unmenschlich erscheinen lässt. Auch habe ich mich genau wie Kyla oft gefragt, wie er solch grenzenloses Vertrauen in sie setzen kann, obwohl sie als Befreiungskämpferin völlig ungeeignet ist - auf der anderen Seite allerdings auch, warum die sonst grundlegend misstrauische Kyla sich so naiv von ihm einwickeln lässt. In jedem Fall stehen die beiden in einem sehr interessanten Abhängigkeitsverhältnis zueinander, das gleichermaßen für Faszination und Abscheu sorgt, genau wie natürlich für viele Fragen.

 Interessant ist jedoch auch Kylas Mutter, die wegen ihres von den Lordern genommenen Sohnes zumindest in Betracht zieht, sich dem Widerstand anzuschließen, obwohl sie die Tochter des Gründers der Lorder ist und bei einer Jubiläumsrede das Risiko auf sich nimmt, als Staatsfeindin abgestempelt zu werden.

 Der neue Nachbar Cam wirkt dagegen schon fast zu perfekt. Er interessiert sich für Kylas Probleme, unternimmt Spaziergänge und Radtouren mit ihr, bringt ihr Kuchen mit und lässt sich sogar für sie von den Lordern verprügeln - tatsächlich schon zu schön, um wirklich wahr zu sein.


Besonderes Augenmerk liegt in diesem Buch sowohl auf den physischen als auch auf den psychischen Manipulationstricks, die von den verschiedenen Lagern angewendet werden und fortan das weitere Leben ihrer Opfer bestimmen, was zwar bisweilen etwas gruselig, aber auch sehr interessant ist. So hat mir beispielsweise das häufige Wiederkehren des Turms (der Schachfigur) sehr gut gefallen, da er wie einige andere Gegenstände einen psychischen Prozess bei der Protagonistin in Gang gesetzt hat, der zusammen mit bestimmten Ereignissen zur Widerkehr bestimmter Erinnerungen führt.


Das einzige Manko war Kylas manchmal etwas übertriebene Naivität gegenüber Nico, obwohl sie doch andererseits solche Angst vor ihm hatte. Meiner Meinung nach hätte sie seine Absichten aus dieser Angst heraus ein wenig öfter hinterfragen müssen, aber wenigstens wundert sie sich manchmal selbst darüber, dass sie eben das nicht tut. Als ihre komplette Erinnerung zurückkehrt, reagiert sie meiner Meinung nach allerdings sofort richtig und der Bann, den er um sie gewoben hatte, wird gebrochen, weil sie plötzlich alles klar sieht.

Insgesamt ist "Zersplittert" also eine sehr gelungene Jugend-Dystopie, die sich neben den üblichen Themen mit der physichen und psychischen Manipulation des Gehirns beschäftigt, was ihr im Gegensatz zu vielen gängigen Dystopien etwas Neues verpasst, sodass man nicht das Gefühl bekommt, man kenne die ganze Story schon.
Ich kann das Buch nur empfehlen und werde sicherlich bald die Lektüre von Band 1, "Gelöscht", nachholen!

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Tags: cam, dystopie, gelöscht, jugendbuch, kyla, lorder, lucy, rain, spannung, sweetscentstories, teri terry, yuina, zersplittert   (13)
 
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