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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

susan, usa

So still in meinen Armen

Mary Higgins Clark , Alafair Burke , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453421875
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit ihrem TV-Format „Unter Verdacht“ wendet sich Laurie Moran erneut einem Fall zu, der eigentlich längst als Cold Case abgestempelt wurde und rollt diesen neu auf, indem sie Menschen aus dem Umfeld des Opfers vor die Kamera holt und interviewt. Deses Mal nimmt Laurie sich dem sogenannten Cinderella-Mord an, bei dem eine Studentin mit Schauspiel-Ambitionen tot aufgefunden wird. Das Auffällige daran: Sie trägt nur einen Schuh…

Einige Leser kennen Laurie Moran vielleicht schon aus der ersten Kollaboration von Mary Higgins Clark und Alafair Burke und obwohl es sich bei So still in meinen Armen um Band Zwei dieser Reihe handelt, kann dieser ohne weiteres auch ohne Kenntnis von Teil Eins gelesen werden.

Optisch gliedert sich das Buch sehr schön in die aktuelle Heyne-Hardcover-Reihe der Mary Higgins Clark Thriller ein, was im Regal sehr stimmig wirkt.

Auch der Schreibstil ist wie üblich sehr gut, da die Sprache flüssig gehalten ist und sich somit sehr leicht lesen lässt, ohne an Niveau einzubüßen. Da es sich hier um das Werk zweier Autorinnen handelt, ist meiner Meinung nach besonders erwähnenswert, dass es keinerlei Stilbrüche gibt, die erahnen lassen würden, welche Autorin welche Passagen formuliert hat.

Das Milieu, in dem die Geschichte angesiedelt ist, ist leider wie üblich bei Mary Higgins Clark, ein wenig stereotyp, da sie offenbar ein Faible für berühmte oder gut betuchte Akteure zu haben scheint, woran auch die Kollaboration mit Alafair Burke nichts ändert, doch als langjähriger Leser der Autorin erwartet man eine solche Umgebung mittlerweile eben auch mehr oder weniger und kann deshalb relativ gut darüber hinwegsehen.

Der Spannungsfaktor ist, wie gewohnt, hoch – glaubt man, den Täter entlarvt zu haben, wartet auf den nächsten Seiten garantiert ein Plot-Twist, der diesen bisherigen Verdacht mit Sicherheit nichtig macht.

Laurie Moran ist eine sehr sympathische Protagonistin, deren Handlungsmotive einem als Leser durch ihre Vorgeschichte sehr verständlich gemacht werden, weshalb es auch glaubhaft wirkt, dass sie ein zweites Mal durch ihre TV-Show in Gefahr gerät.

Insgesamt ist „So still in meinen Armen“ daher ein spannender Thriller mit leichten Schwächen, über die man als Leser jedoch gut und gerne hinwegsieht, da man alles in allem gut unterhalten wird.

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(102)

162 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

thriller, agoraphobie, mord, new york, the woman in the window

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit fast einem Jahr spielt sich Anna Fox‘ Leben nur noch in ihren eigenen vier Wänden ab – seit sie an Agoraphobie leidet, kann sie das haus nicht mehr verlassen, weshalb sie ihren Tag damit verbringt, die Nachbarn zu beobachten. Als eines Tages die Russels gegenüber einziehen beobachtet sie den Mord an Jane, der Mutter der kleinen Russel-Familie. Die Polizei glaubt ihr jedoch nicht und auch Alistair Russel, Janes Mann, behauptet steif und fest, Jane gehe es gut. Nur ihr Sohn Ethan lässt von Zeit zu Zeit durchblicken, dass im Hause Russel nicht alles mit rechten Dingen zugeht, weshalb Anna sich daran macht, die Wahrheit herauszufinden – doch diese sieht ganz anders aus, als erwartet...

Optisch erinnert das Buch mit seinem dunklen Umschlag und der roten und weißen Schrift bereits sehr an Gillian Flynns „Gone Girl“ und Paula Hawkins‘ „Girl on the Train“.

Inhaltlich erinnert die Ausgangssituation besonders an letzteres, da wir als Leser auch hier mit einer äußerst unzuverlässigen Erzählerin konfrontiert werden, die aufgrund psychischer Probleme und einem Hang zum Alkoholgenuss nicht genau sagen kann, was sie gesehen hat.

Was nun erstmal etwas zu ähnlich klingt, nimmt jedoch einige wirklich überraschende Wendungen. Zwar glaubt man ziemlich bald, den Fall bereits gelöst zu haben, doch kurz darauf erschüttert eine Enthüllung die Glaubwürdigkeit der Protagonistin erneut so sehr, dass man wieder zu zweifeln beginnt, bevor es am Ende einen völlig unerwarteten Twist gibt.

Der Personenstab der Geschichte beschränkt sich auf einige wenige Charaktere, von denen noch weniger detailliert ausgearbeitet werden – interessanterweise ist dies jedoch gar nicht schlimm, da man so immer auf einem Stand mit der Erzählerin ist, die das Geschehen ja selbst auch bloß betrachtet, ohne allzu aktiv mit den Akteuren ihrer Beobachtungen zu interagieren.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, lediglich die französischen Ausdrücke, die Anna aufgrund des Onlinesprachkurses, den sie belegt hat, häufig einstreut, irritieren manchmal ein bisschen.

Insgesamt wird jedoch eine schöne Spannungsatmosphäre erzeugt, insbesondere durch die vielen Hitchcock-Verweise, an denen Film-Noir-Freunde sicher ihre helle Freude haben werden.

Alles in allem ist „The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?“ ein sehr spannender Domestic-Thriller, der durch seine Erzählweise mit der Wahrnehmung des Lesers spielt und diesen daher mehr als einmal kalt erwischt. Für mich also eine klare Leseempfehlung!

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(3.462)

5.205 Bibliotheken, 68 Leser, 6 Gruppen, 281 Rezensionen

liebe, erotik, sex, ana, bdsm

Shades of Grey - Gefährliche Liebe

E. L. James , ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 05.09.2012
ISBN 9783442478965
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
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(1.034)

2.002 Bibliotheken, 64 Leser, 16 Gruppen, 82 Rezensionen

fantasy, westeros, krieg, das lied von eis und feuer, drachen

Der Thron der Sieben Königreiche

George R. R. Martin , Andreas Helweg , Sigrun Zühlke , Thomas Gießl
Flexibler Einband: 574 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.06.2011
ISBN 9783442268221
Genre: Fantasy

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(1.325)

2.416 Bibliotheken, 75 Leser, 18 Gruppen, 110 Rezensionen

fantasy, winterfell, game of thrones, krieg, westeros

Das Erbe von Winterfell

George R. R. Martin , Jörn Ingwersen , Sigrun Zühlke , Thomas Gießl
Flexibler Einband: 542 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2011
ISBN 9783442267811
Genre: Fantasy

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(3.638)

5.057 Bibliotheken, 160 Leser, 19 Gruppen, 172 Rezensionen

fantasy, game of thrones, winterfell, das lied von eis und feuer, intrigen

Die Herren von Winterfell

George R. R. Martin , Jörn Ingwersen , Sigrun Zühlke
Flexibler Einband: 571 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.12.2010
ISBN 9783442267743
Genre: Fantasy

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(14)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Die Rosenkriege - Das Bündnis

Conn Iggulden , Christine Naegele
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.08.2015
ISBN 9783453418615
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mitte des 15. Jahrhunderts ist das englische Reich gespalten. Der machthungrige Richard von York regiert als Statthalter anstelle des Königs Henry VI., der sich nach wie vor in einem Dämmerzustand befindet, unfähig sein Land zu regieren. Seine Frau Margaret von Anjou versucht währenddessen, die Macht des mithilfe der noch königstreuen Lords wieder zu festigen. Die Gegner des Königs mehren sich und York greift mit Hilfe der Earls von Salisbury und Warwick nach der Krone. Doch die plötzliche Genesung des Königs bringt eine Wende in die gesponnenen Intrigen und die Kämpfe der Rosenkriege beginnen.

Optisch passt Das Bündnis hervorragend zu seinem Vorgängerband – im Regal sehen die beiden Bücher nebeneinander daher fantastisch aus.

Der Inhalt dieses Bandes lässt jedoch im Großen und Ganzen einiges zu wünschen übrig: Conn Iggulden liefert mit dem zweiten Teil seiner geplanten Trilogie zwar einen geschichtlich gut recherchierten Roman, der viele Schlachten, dafür aber wenig unterhaltsame Handlung liefert. Wer blutrünstiges Schlachtengetümmel mag, ist hier gut aufgehoben. Ein Roman sollte – auch wenn er sich stark am historischen Hintergrund orientiert – dennoch dem Leser nicht nur Fakten sondern auch Unterhaltung bieten, ansonsten wäre ein Geschichtsbuch eventuell die bessere Wahl. Die verworrenen Verhältnisse der Adelshäuser untereinander – woran der Autor natürlich keine Schuld trägt – macht das Verständnis des Ganzen auch nicht gerade einfacher.

Dieser zweite Band bringt also nichts aufregend Neues und plätschert so vor sich hin – ein Phänomen, welches mir allerdings bei den mittleren Bänden vieler Trilogien aufgefallen ist. Bleibt nun abzuwarten, ob der dritte Band wieder an Spannung zulegt und in einer angemessenen Rahmenhandlung zum Abschluss gebracht wird.

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(213)

413 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 116 Rezensionen

familie, tod, trauer, liebe, hoffnung

Und nebenan warten die Sterne

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 29.09.2016
ISBN 9783810524713
Genre: Romane

Rezension:

Als erfolgreiche Immobilienmaklerin kommt bei Erika immer die Arbeit zuerst. Als ihre Tochter Kirsten jedoch bei einem Zugunglück stirbt, weil sie einen Termin vorzog, statt Kirsten wie versprochen mit dem Auto zur Uni zu fahren, kann sie es kaum fassen. Als sie bei Kirstens Sachen ein Sprüchebuch findet, das allerlei Kommentare über Erika enthält, beschließt sie, sich zu verändern, in der Hoffnung, ihre Tochter habe überlebt und käme zu ihr zurück, sofern sie fortan bloß die richtigen Prioritäten setze. Dass sie ihre Adoptivtochter Annie dabei völlig vor den Kopf stößt, scheint ihr gar nicht aufzufallen, bis diese nach Paris geht, um Kirsten zu suchen, da auch sie nicht glaubt, dass ihre Schwester wirklich tot ist; erst recht nicht, seit sie von einigen Dingen erfahren hat, die diese offenbar verheimlichte. Während Annie als Au-Pair in Frankreich unterkommt und ihrer Mutter den Kontakt verweigert, muss sich Erika auf der Insel ihrer Kindheit plötzlich mit ihrer eigenen komplizierten Vergangenheit auseinandersetzen – und dem Absender anonymer Emails mit dem Titel „Wunder gesucht“, der ihr mit seinen kryptischen Botschaften zu helfen versucht. Und ein Wunder könnte sie auf jeden Fall gebrauchen…


Optisch passt das Buch wieder einmal perfekt zu den beiden bisher von Lori Nelson Spielman in Deutschland erschienenen Büchern, was sich super im Regal macht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Erika und Annie erzählt, wobei Erikas Teil aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, während der Leser über Annies Entwicklung in der 3. Person auf dem Laufenden gehalten wird.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass man leicht in die Geschichte hineinfinden kann.

Vor allem das Thema Realitätsverdrängung wird in diesem Buch sehr stark thematisiert – als Leser kann man regelrecht beobachten, wie Annie und Erika sich jede auf ihre eigene Weise der Tatsache, dass Kristen tot ist, verweigern und manchmal sogar gegenseitig ihre Hoffnungen und Illusionen beflügeln. Dadurch schwankt man als Beobachter zwischen Mitgefühl und Wut darüber, dass keiner der beiden die Realität wahrhaben will und sie sich immer wieder neue Theorien zur Flucht vor dem Unausweichlichen erdenken: dass ihre Tochter und Schwester nicht wiederkommen wird.

Erikas Verwandlung von der toughen Business-Frau zurück zu ihrem ‚wahren‘ Selbst sollte einem die Figur im Laufe der Zeit vermutlich immer sympathischer machen – leider gelingt das jedoch nur bedingt: Gerade ihr kontrollierendes Verhalten Annie gegenüber bis zum Schluss des Romans macht für mich jeden Schritt, den diese Figur in die richtige Richtung gemacht hat, wieder zunichte. Annie bittet sie um eine einzige Sache – ihr Kontaktverbot hinzunehmen und damit klarzukommen, dass sie einmal nicht weiß, was Annie wann und wo genau tut, und sie hintergeht sie, wo sie nur kann, indem sie einen mehr als engen Kontakt zu Annies Au-Pair-Vater Tom Barrett aufbaut, in den Annie sich verliebt hat. Bei einem derartigen Vertrauensbruch, nach allem, was passiert ist, wirkt Annies Verhalten im letzten Kapitel mehr als unglaubwürdig.

Annie an sich kommt ansonsten jedoch wahnsinnig sympathisch rüber, besonders im Umgang mit Tom Barretts Tochter, der kleinen Olive, welche viel zu früh ihre Mutter verloren hat. Auch hat sie einige Macken, die sie als Charakter greifbar machen und aufgrund derer man sich prima mit ihr identifizieren kann.

Insgesamt ist Und nebenan warten die Sterne von Lori Nelson Spielman also ein gelungener, schnell zu lesender Roman über das Loslassen und das Wiederzusammenfinden, bei dem lediglich ein bestimmter Charakterzug einer Hauptperson etwas zu wünschen übriglässt.

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(261)

573 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, briefe, familie, jenny han

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lara Jean Song Covey war in ihrem Leben fünfmal verliebt. Und an jeden dieser Jungs hat sie einen Brief geschrieben, in dem sie sich all ihre Gefühle von der Seele schreibt. Natürlich wird sie diese niemals abschicken – bis es plötzlich jemand anders für sie tut…

Das Cover des Buches lässt auf einen typischen Teenie-Roman schließen, als welchen man die Geschichte auch ohne weiteres einstufen kann. Schön ist dabei, dass das Titelbild ein Mädchen asiatischer Herkunft zeigt, wie es auch die Protagonistin ist, sodass man das Gefühl bekommt, man sehe wirklich Lara Jean auf dem Umschlag. Das Braun des Buchrückens dagegen wirkt, besonders gegen das Bonbonrosa des englischsprachigen Originals, leider ziemlich langweilig und viel zu unauffällig.

Jenny Hans Schreibstil ist sehr locker flockig. Die Charaktere benutzen ab und an einige Verkürzungen, wie man sie aus dem alltäglichen Sprachgebrauch kennt, aber nicht so viele, dass es anstrengend zu lesen oder nicht mehr ernst zu nehmen wäre, sondern genau im richtigen Maß für ein Jugendbuch. Schreibtechnisch gesehen lässt sich der Roman daher in einem runter lesen.

Auch die Charaktere sind sehr interessant und größtenteils gut ausgearbeitet, sodass man sie sich sehr gut als reale Personen vorstellen kann.

Schade war dagegen, dass einige der Brief-Adressaten gar nicht richtig vorkommen oder aber nur ganz kurz auftauchen, sodass man gar nichts über sie erfährt.

Besonders gut gefallen haben mir dagegen das Verhältnis der Schwestern zueinander sowie die Zuspitzung der Ereignisse gegen Ende des Buches, da man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht! Schade nur, dass es in diesem Band dann tatsächlich nicht mehr so viel weitergeht, weil das Buch einfach an einer Stelle endet, an der eigentlich nichts richtig geklärt ist. Da ist es wirklich schade, dass es bis zum Erscheinen des zweiten Bandes auf Deutsch noch so lange hin ist.

Einen kleinen Extra-Punkt gibt es jedoch für die schöne Winter- und Weihnachtsstimmung, die in der zweiten Hälfte des Buches verbreitet wird und einem als Leser gleich auch wieder Lust auf die kalte Jahreszeit macht.

Insgesamt ist ‚To All The Boys I’ve Loved Before‘ von Jenny Han also eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch, die aufgrund des Settings allerdings besonders empfehlenswert für einen gemütlichen Abend mit Kakao und Keksen ist.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

shakespeare, judentum, the merchant of venice, jews, roman

Shylock is My Name

Howard Jacobson
Flexibler Einband
Erschienen bei The Hogarth Press Ltd, 04.02.2016
ISBN 9780701188993
Genre: Romane

Rezension:

Simon Strulovitch, Kunstsammler und seines Zeichens Jude, trifft auf einem Friedhof Shylock, der sich gerade mit seiner verstorbenen Frau unterhält und klagt diesem die Sorge um seine Tochter Beatrice, die sich seiner Meinung nach mit den falschen Leuten eingelassen hat. Ihren Liebhaber will er sogar zur Konvertierung zum Judentum überreden, was schlussendlich zu einer Wette um eine Beschneidungs-Operation führt.


Eine moderne Fassung von Shakespeares Kaufmann von Venedig soll das Buch sein – bis auf wenige Anspielungen ist davon jedoch kaum etwas wiederzuerkennen. Besonders die Tatsache, dass Shakespeare direkt erwähnt wird, wirkt äußerst befremdlich, die modernen Pendants einfach abgeschwächt.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber nicht zu anspruchsvoll und daher auch für fortgeschrittene Lerner der englischen Sprache noch gut verständlich. Dafür ist die Sprache leider sehr trocken gehalten und bereitet wenig Freude beim Lesen. Die Dialoge plätschern nur so dahin, ohne dass etwas Bedeutendes geschieht und auch die Charaktere beginnen einen sehr bald zu langweilen oder aber zu nerven: Es wirkt so, als können die Hauptcharaktere sich bloß über die Religion identifizieren – allein das Judentum in all seinen Facetten steht im Mittelpunkt des Buches, was in dieser Art der Darstellung leider völlig einschläfernd und außerdem stark überdosiert auf den Leser wirkt.

Viel mehr gibt es zu diesem Buch auch leider nicht zu sagen. Ich hatte hohe Erwartungen an diesen Roman und wurde bitter enttäuscht, als das Lesen zu einer einzigen Qual wurde, weshalb ich das Buch leider überhaupt nicht weiterempfehlen kann.

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(453)

1.065 Bibliotheken, 25 Leser, 7 Gruppen, 133 Rezensionen

bibliomantik, bücher, fantasy, kai meyer, furia

Die Seiten der Welt - Nachtland

Kai Meyer
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.06.2015
ISBN 9783841421661
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Furia Faerfax und ihre Begleiter haben beschlossen, das Sanktuarium, den heiligsten Ort der Bibliomantik, zu suchen, um sich gegen die Adamitische Akademie zu behaupten und die Welt der Bibliomantik vor dem drohenden Untergang zu retten. Allein die Suche nach der berüchtigten Sanktuariumskarte, die sie zu ihrem eigentlichen Ziel führen soll, entpuppt sich jedoch als fallenreich, vor allem, als ein alter Verbündeter Isis Nimmernis‘ auftaucht, der bereit ist, alles zu tun, um seine ehemalige Schülerin wieder auf seiner Seite zu haben. Währenddessen spitzt sich die Situation in Furias altem Herrenhaus, welches nun als Hauptquartier der Rebellen genutzt wird, für alle Exlibri weiter zu bis sogar ein Mord geschieht. Nun müssen die Freunde also auch noch nach einem Verräter Ausschau halten, und das, obwohl ihnen die Zeit sowieso schon davonläuft…


Das Cover beziehungsweise der gesamte Buchumschlag passen optisch perfekt zum Vorgängerband, was dem Buch von außen gleich die volle Punktzahl verleiht, da es sich so hübsch ins Regal einreiht.

Der Schreibstil ist wie von Kai Meyer gewohnt angenehm flüssig zu lesen mit einigen schönen Bildern darin.

Der Spannungsbogen dieses Bandes ist noch höher als im ersten Teil, vor allen Dingen dadurch, dass Isis Nimmernis‘ genaue Position wieder fraglich geworden ist, mehr und mehr Exlibris das Hauptquartier verlassen, während es einen Mord gibt und ein weiteres Mitglied der Widerstandsgruppe im Verlauf einer Mission dran glauben muss – die Gefahr ist also zu jeder Zeit deutlich spürbar, ja beinahe greifbar!

Für die nötige Portion Leichtigkeit in dieser prekären Lage sorgen wie bereits in Band Eins die belebte Leselampe und der sprechende Sessel, die sich am laufenden Band streiten und im Großen und Ganzen einfach ein sehr erheiterndes Bild abgeben, genau wie das Untier aus Kafkas Verwandlung (mein heimlicher Favorit!), das an einer dauernden Depression leidet.

Außerdem wird ein neuer Erzählstrang in die Geschichte eingeflochten, sodass wir Hintergrundinformationen über das Leben in den Herrscherfamilien der drei großen regierenden Häuser erhalten.

Auch über Cat und ihre familiären Hintergründe erfahren wir endlich mehr und diese Informationen sind für den Leser mehr als unerwartet. Dabei werden auch ihre Gefühle näher beleuchtet – ein gutes Beispiel dafür, dass auch das Innenleben der Charaktere nicht zu kurz kommt. Lediglich über Finnians Gefühlswelt wünscht man sich zuweilen ein wenig mehr Information. 

Schön ist dafür, dass Pyp ein wenig häufiger auftaucht und wir durch seine Interaktion mit ihnen einige der interessantesten Exlibri überhaupt näher kennenlernen. Wer weiß, ob dieser speziellen Verbindung nicht noch eine wichtige Rolle in Band Drei zukommt – alles in allem darf man jedenfalls sehr gespannt sein, vor allem, da zuguterletzt noch die angebliche Urmutter der Bibliomantik, Phaedra Herculanea, auf den Plan getreten ist.

Insgesamt ist Die Seiten der Welt – Nachtland eine spannende, rundum gelungene Fortsetzung, die jedem Bücherliebhaber sofort Lust auf Band Drei macht, während man die Serie andererseits noch gar nicht so bald beendet wissen möchte, um nicht aus ihrer bibliotastischen Welt auftauchen zu müssen!

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(417)

742 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 168 Rezensionen

liebe, verzeihen, vergebung, familie, versöhnung

Nur einen Horizont entfernt

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.05.2015
ISBN 9783810523952
Genre: Romane

Rezension:

TV-Moderatorin Hannah Farr erhält einen Entschuldigungsbrief von einer ehemaligen Klassenkameradin, in dem diese um Vergebung für ihr Jahre zurückliegendes Mobbing bittet. Wenn Hannah die Entschuldigung annimmt, soll sie ihr einen der beiden beigelegten Steine als Zeichen der Vergebung zurückschicken; den zweiten dieser sogenannten Versöhnungssteine soll sie selbst jemandem schicken, dessen Vergebung sie sich wünscht. Auf Drängen ihres Vorgesetzten setzt sich Hannah für ihre Sendung  weiter mit dem kultartigen Phänomen, zu dem die Steine bereits geworden sind, auseinander. Dabei zeigt sich jedoch, dass ehrlichen Entschuldigungen auch ein gewisses Zerstörungspotenzial innewohnt, was sie schmerzlich am eigenen Leib erfahren muss, als sie die Menschen um Vergebung bittet, deren Leben sie einst mit einer Lüge drastisch veränderte – darunter ihre eigene Mutter…

Das Cover von Nur einen Horizont entfernt ist sehr hübsch mit der großen, fragilen Pusteblume darauf, die die Silhouette einer Frau um das Vielfache überragt und damit verdeutlicht, dass kleine Dinge manchmal größer als ein einzelner Mensch sein können. Durch das Colour-Blocking von Lila und Gelb wirkt das Buch von außen auffällig, aber nicht überladen, wobei es optisch dem Prinzip von Morgen kommt ein neuer Himmel folgt, neben dem es sich hervorragend im Regal macht.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, da die Sprache wie aus dem Leben gegriffen wirkt, ohne dabei in Umgangssprache zu verfallen.

Mit der Protagonistin kann man sich häufig sehr gut identifizieren, da man ihre inneren Kämpfe miterlebt und sie genau im richtigen Maß ins Fettnäpfchen tritt. Wie sie sich immer wieder mit faulen Ausreden von ihrem Freund abspeisen lässt, kann man jedoch nicht so einfach nachvollziehen. Wirklich schwierig wird es allerdings, als man erfährt, was sie ihrem Stiefvater vor Jahren angehängt hat, selbst wenn es eine Kurzschlussreaktion war. Erst als eine weitere Person Zweifel an dessen Unschuld aufkommen lässt, kann man sich vorstellen, dass Hannah vorher vielleicht einiges unbewusst wahrgenommen hat, was sie letztendlich zu ihrer Reaktion geführt hat.

Hannahs Konkurrentin Claudia beim Fernsehen finde ich dagegen etwas flach geraten – zwar scheint sie zwischendurch die Seite zu wechseln, aber irgendwie ist genau das für mich eine typische 0-8-15-Nummer, bei der man der Protagonistin eigentlich nur zusieht, wie sie dieser Person in die Falle geht und damit ins eigene Verderben läuft.

Auch einige Nebenfiguren kommen ein wenig zu kurz, so wie Hannahs Mutter, der meiner Meinung nach ein wenig mehr Platz in der Geschichte eingeräumt werden sollte.

Interessant ist jedoch Hannahs alte und blinde Freundin Dorothy, die das Buch mit ihrer Lebenserfahrung und ihrer Weisheit um einiges bereichert. Gerade deshalb ist es jedoch auch beruhigend zu wissen, dass selbst ein Mensch wie sie mitunter schwerwiegende Fehler im Leben gemacht hat und dass niemand perfekt ist.

Besonders erfrischend sind auch die Szenen mit RJ, für den Hannah gleich ein wenig schwärmt, mit dem sich aber nur sehr langsam etwas entwickelt, dass sie nicht so recht beschreiben kann und dass sie dann auch noch verliert, als sie am wenigsten damit rechnet, da die Autorin noch eine Überraschung für den Charakter übrig hat.

Glücklicherweise gibt es ein hoffnungsvolles Ende mit mehr als einer aufrichtigen Versöhnung, auch wenn der Weg dahin hart und steinig ist.

Insgesamt ist Nur einen Horizont entfernt also ein sehr schönes Buch zu einem Thema, mit dem jeder Mensch etwas anfangen kann, da jeder irgendjemandem eine Entschuldigung schuldet, und mag sie auch noch so klein sein. Das Buch zeigt, welche weitreichenden und unvorhergesehenen Konsequenzen Worte und Taten haben können und auch wenn man diese nicht rückgängig machen kann, so macht es doch Mut, zumindest dazu zu stehen und ehrlich um Vergebung bei den Betroffenen zu bitten, genau wie man sie selbst gewähren sollte, wenn die Entschuldigung von Herzen kommt.

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(236)

548 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

feen, fantasy, liebe, ethan, fee

Plötzlich Prinz - Das Schicksal der Feen

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.11.2014
ISBN 9783453268678
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Ethan Chases Schwester Meghan, Herrscherin über das Feenreich Nimmernie, ihre Familie in der Menschenwelt besucht, ist Ethan sofort klar, dass etwas nicht stimmt: Sein Neffe Keirran ist spurlos verschwunden. Voller Sorge macht Ethan sich gemeinsam mit seiner Freundin Kenzie auf die Suche nach ihm und schon bald stellt sich heraus, dass Keirran für seine große Liebe Annwyl, eine vom Sommerhof verbannte Fee, nicht nur sich selbst, sondern das gesamte Feenreich in Gefahr gebracht hat…

Das Cover von Plötzlich Prinz – Das Schicksal der Feen ist ganz im Stil des Vorgängerbandes sowie der Plötzlich Fee – Reihe von Julie Kagawa gehalten, weshalb es mit diesen eine schöne Einheit im Regal bildet. Dass Artwork rund um das große Auge, welches den Mittelpunkt des Covers bildet, spricht einen außerdem sofort an, besonders in der Kombination mit dem Sonnenuntergangsorange, in dem der Umschlag daherkommt: Ein echter Eye-Catcher also.

Der Schreibstil von Julie Kagawa ist wie gewohnt einfach zu lesen, weshalb man das Buch gut innerhalb weniger Tage verschlingen kann, aber auch die Beschreibungen der Szenerie lassen nicht zu wünschen übrig, sodass eine dichte Atmosphäre geschaffen wird, in die der Leser eintauchen kann.

Neben den fantastischen Fantasyelementen und fulminanten Kämpfen ist jedoch auch Kenzies Krebserkrankung wieder ein Thema, welches von der Autorin mit sehr viel Feingefühl behandelt wird. So können vor allem junge Leser behutsam an dieses wichtige Thema herangeführt werden und sich damit in einer sicheren Umgebung auseinandersetzen. Zudem fungiert es gewissermaßen als Verankerung in der Realität in einer derart fantasiegeladenen Geschichte. Somit droht der Tod außerdem nicht nur in Form von Monstern und Kämpfen, was auch die ruhigeren Episoden der Story noch gefährlich wirken lässt. Daher ist es auch besonders schön zu sehen, wie Ethan nach einigen Fehlern im Umgang mit Kenzie endlich lernt, wie er sie richtig behandeln sollte und er ihr in seinen guten Absichten nicht immer wieder noch mehr Schmerz zufügt. Durch ihr selbstbestimmtes, starkes Auftreten nimmt Kenzie daher auch die Rolle einer Vorbildfigur ein.

Die verschiedenen Bedrohungen sowie die anfängliche Ungewissheit über Keirrans Verbleib und dessen bisweilen ungewöhnlich kühles Verhalten, von dem die Gruppe auf ihrer Suche Wind bekommt, sorgen dafür, dass über die gesamte Länge des Buches ein bestimmtes Spannungslevel aufrecht erhalten wird.

Für die nötige Portion Humor sorgt wie bereits im Vorgängerteil Keirrans „Haustier“ mit seinem teils unmöglichen, teils furchtbar putzigen Verhalten.

Das Beste (oder aber das Schlechteste, je nachdem wie man es nimmt) ist jedoch mit Abstand der gewaltige Cliffhanger am Ende des Buches, der mit einer krassen Entwicklung für einen der Hauptcharaktere einhergeht, wirklich schockiert und einen so gespannt auf den dritten Teil der Reihe warten lässt, dass es kaum auszuhalten ist!

Insgesamt ist Plötzlich Prinz – Das Schicksal der Feen also ein gelungener zweiter Band einer Saga, deren Ausgang mit Ende des Buches völlig ungewiss scheint und den Leser starr vor Spannung zurücklässt! Unbedingt lesen!

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(25)

43 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, krimi, spannend, amerikanisc, usa

In der Stunde deines Todes

Mary Higgins Clark , Karl-Heinz Ebnet
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 29.09.2014
ISBN 9783453269347
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit ihr Mann Greg vor fünf Jahren auf einem Spielplatz vor den Augen des gemeinsamen Sohnes Timmy erschossen wurde, lebt Laurie Moran in ständiger Angst, denn der Täter hat nicht nur ihr, sondern auch Timmy das schaurige Versprechen hinterlassen, dass er wiederkommen und einen nach dem anderen töten wird. Als Laurie nun auch noch eine TV-Show über ungelöste Mordfälle produzieren will, scheint der perfekte Moment für den Killer gekommen zu sein, denn mehr Aufmerksamkeit könnte er für seine geplanten Verbrechen wohl kaum bekommen – ein Fakt, den Laurie schlichtweg unterschätzt hat und so befindet sie sich bald nicht nur in einem Haus mit sechs Mordverdächtigen bei einem zwanzig Jahre zurückliegenden Fall, sondern auch ganz in der Nähe desjenigen, den sie seit fünf Jahren fürchtet und verabscheut.

Der Schreibstil von Mary Higgins Clark ist so flüssig, dass man das Buch ohne ein einziges Stocken durchlesen kann.

Ihre Personenbeschreibungen sind dabei so detailliert, dass man die Akteure der Geschichte fast vor sich sehen kann; gleiches gilt für die Schauplätze des Geschehens.

Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet, und wirken daher sehr rund, besonders weil jeder Einzelne der Beteiligten im Laufe der Geschichte die verschiedensten seelischen Abgründe offenbart, die ihn nicht nur für den Leser, sondern sogar für sich selbst verdächtig erscheinen lassen. Dazu trägt auch die mit jedem Kapitel stetig wechselnde Erzählperspektive bei.

Auch ist es schön, dass nicht übermäßig viel auf der Beziehungsmöglichkeit, die sich im Laufe der Geschichte für die Protagonistin andeutet, herumgeritten wird, wie es in vielen Büchern der Fall ist. Stattdessen stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Vater und Tochter, Mutter und Sohn sowie zwischen vier Freundinnen, die sich zwanzig Jahre nicht gesehen haben, nachdem sie als Mordverdächtige gebrandmarkt wurden und die sich nun für Lauries TV-Show zum ersten Mal wiedersehen. Sogar für Nebenfiguren hat Mary Higgins Clark immer eine Hintergrundgeschichte und einige Details parat, die sie real wirken lassen.

Durch die verzwickte Lage und die Selbstzweifel vieler Charaktere, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen bald alle für den Täter oder zumindest den Hauptverdächtigen halten, wird der Leser zudem so in die Irre geführt, dass es trotz jeder Menge zusätzlicher Informationen immer schwieriger wird, den Mörder im Fall der vier Freundinnen zu ermitteln, bis dieser zeitgleich mit Lauries persönlicher Bedrohung noch einmal zuzuschlagen versucht und sich alles in einem rasanten Showdown aufklärt.

Besonders befriedigend ist dabei, dass jeder der Beteiligten am Ende auf gewisse Art und Weise seine gerechte Strafe erfährt, wenn auch teilweise nur durch die Verkettung bestimmter Umstände.

Insgesamt ist In der Stunde deines Todes also ein spannender Thriller, der perfekt in einem Zug durchgelesen werden kann!

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(131)

259 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

cecelia ahern, liebe, selbstfindung, irland, freundschaft

Das Jahr, in dem ich dich traf

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 19.02.2015
ISBN 9783810501530
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eigentlich war Jasmine immer zufrieden mit ihrem Leben – sie geht voll und ganz in ihrem Job auf, ignoriert gekonnt ihre spießigen Nachbarn und ergötzt sich heimlich am Ehekrach des versoffenen Mannes, der ihr gegenüber wohnt, weil er es doch nicht besser verdient hat. Denkt sie jedenfalls, bis sie mit einem Mal ihren Job verliert und plötzlich völlig orientierungslos dasteht. Dank einer Sonderregelung steht ihr nun ein ganzes Jahr ohne Arbeit bevor und so ohne jegliche Beschäftigung beginnt sie ihre Umgebung völlig anders wahrzunehmen – auch ihren betrunkenen Nachbarn und den äußerst attraktiven Headhunter, der versucht, sie anzuwerben…
Das Cover lässt auf den ersten Blick einen typischen Frauen-Roman erwarten. Schade finde ich allerdings, dass dieser Band nicht in dem bisher so typischen Cecilia-Ahern-Design als Hardcover mit blauem Schutzumschlag vorliegt, das der Verlag ihren Werken bisher immer angedeihen ließ. Das Cover ist zwar durchaus nett anzusehen, aber optisch passt es leider nicht zu ihren übrigen Büchern ins Regal und hebt sich auch nicht gerade aus der Menge anderer Bücher des Genres heraus.
Der Schreibstil ist wie von der Autorin gewohnt locker-flockig zu lesen. Die Perspektive ist jedoch eine ungewöhnliche, da die ganze Erzählung aus Jasmines Sicht direkt an ihren Nachbarn Matt adressiert ist. Was dabei ein wenig irritierend ist, ist allerdings die Tatsache, dass sie ihn dabei die ganze Zeit über siezt, auch als die beiden sich bereits näher gekommen sind und sich eigentlich mit Vornamen anreden; dabei heißt der Roman doch „Das Jahr, in dem ich DICH traf“ (was sie so nur ein einziges Mal in einem Brief gegen Ende des Buches so schreibt) – für diese Eigenart ist jedoch vermutlich die Übersetzerin verantwortlich, da es im Englischen nun mal keinen Unterschied zwischen „du“ und „Sie“ gibt (auch wenn die Verwendung des Vornamens eigentlich einem Angebot des „du“ gleichkommt).
Die Protagonistin ist, seit sie ihr starres Tagewerk verloren hat, gewissermaßen eine sympathische Chaotin, mit der man sich sehr leicht identifizieren kann, und bringt den Leser mit ihrer Art häufig zum Lachen. Trotzdem schafft es Cecilia Ahern, ernsthafte Probleme und Fragen des Lebens so einzuarbeiten, dass sie nicht ins Lächerliche gezogen werden und zum Überdenken eigener Verhaltensweisen einladen.
Besonders schön dargestellt ist Jasmines Beziehung zu ihrer großen Schwester Heather, die am Down-Syndrom leidet und die sie deshalb vor allem und jedem zu beschützen versucht. Dass Heather sich aber durchaus ihrer Rolle als große Schwester bewusst ist, macht die Sache zwar ein wenig kompliziert, aber auch besonders schön, da beide Schwestern sich für die jeweils andere verantwortlich fühlen.
In einer missglückten Radiosendung zum Thema Down-Syndrom liegt auch Jasmines Hass auf ihren Nachbarn begründet, der als Moderator der fraglichen Show verantwortlich war. Als sie ihn näher kennenlernt, muss sie sich jedoch eingestehen, dass man sich in Menschen irren kann.
Toll war auch, dass man förmlich mit ansehen konnte, wie Jasmine gemeinsam mit dem Garten, den sie anlegt, in ihrer Persönlichkeit aufblüht und sich auf neues Terrain wagt – wie ihre Blumen reckt sie den Kopf über ihr bisher bekanntes Gebiet und wächst über sich selbst hinaus.
Erfrischend war außerdem, dass sich zur Abwechslung einmal keine Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten entspinnt, sondern eine ganz besondere Art der Freundschaft, was die Handlung deutlich weniger vorhersehbar macht. Insgesamt ist Das Jahr, in dem ich dich traf von Cecilia Ahern mit einem lockeren Schreibstil, facettenreichen Charakteren und einer guten Mischung aus Charme und Ernst des Lebens eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Frühjahr!

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154 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

seele, monste, soul seeker, alyson noël, kamp

Soul Seeker - Licht am Horizont

Alyson Noël ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 14.07.2014
ISBN 9783442204113
Genre: Fantasy

Rezension:

Sechs Monate nach der verhängnisvollen Schlacht am Rabbit Hole, bei der die gleichnamige Diskothek in Schutt und Asche zerlegt wurde, scheinen ihre bösartigen Besitzer plötzlich wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Zwar haben sich Seelensucherin Daire Santos und ihr geliebter Dace ununterbrochen darauf vorbereitet, doch sowohl ihnen als auch ihren Freunden fehlen der weise Rat und die Unterstützung Palomas, Daires verstorbener Großmutter. Daher fühlen sie sich trotz ihres harten Trainings machtlos, als der Feind zum ultimativen Schlag ausholt, denn Dace scheint mehr und mehr von der dunklen Macht überwältigt zu werden, die durch den Griff in das Innerste seines bösen Zwillingsbruders Cade in seiner eigenen Seele zurückgeblieben ist. Und dann ändert sich auch noch die Prophezeiung zu einer Botschaft, die unmissverständlich den Tod bedeutet.
Das Cover des Buches ist wie bei seinen Vorgängerbänden sehr schön gestaltet und schließt optisch nahtlos an diese an – also wieder ein echter Blickfang im Regal! Auch das Ausklappposter, das im Schutzumschlag versteckt ist, ist natürlich wieder dabei; einer Soul-Seeker-Cover-Posterwand steht also nichts mehr im Wege.
Der Schreibstil ist wie von Alyson Noel gewohnt flüssig, sehr anschaulich und das Buch daher sprachlich sehr leichte (aber leckere!) Kost – ein Schmöker, der zum Verschlingen einlädt also.
Besonders berührend war hier die Sterbeszene eines Charakters der guten Seite, die mich wirklich zum Weinen gebracht hat.
Im Vergleich zum dritten Band war dieser Teil allerdings leider nicht ganz so spannend und das, obwohl Dace langsam aber sicher immer mehr zum Monster wird und damit eigentlich auch immer gefährlicher werden sollte. Genau hierin liegt jedoch auch das Problem: Einerseits versucht die Autorin, ihn als ruchloses Untier darzustellen, doch gleichzeitig lässt sie ihn immer nur fast etwas wirklich Schreckliches tun. So bleibt er nämlich trotz allem immer noch viel zu gut, um Daire oder seine Mutter tatsächlich zu töten, was seiner Monsterform irgendwie doch allen Schrecken nimmt, den sie eigentlich verbreiten sollte.
Genauso wenig kann man verstehen, dass Dace und Daire wieder einmal glauben, eine Trennung sei die Lösung ihres Problems, denn bisher hat diese Methode in keinem der Soul Seeker-Bände zu irgendetwas geführt, außer dass beide todunglücklich waren und am Ende ungeachtet der Gefahr doch wieder zusammenkamen.
Das Ende schockiert dafür umso mehr: Da glaubt man, nun sei alles Friede, Freude, Eierkuchen und dann taucht plötzlich Marliz auf und lässt eine wirklich unglaubliche Bombe platzen, die einfach alles noch einmal herumreißt! 
Insgesamt ist Soul Seeker 4 – Licht am Horizont also ein Fantasy-Schmöker mit ein paar Schwächen, dafür aber mit einem äußerst erfrischenden Ende.

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145 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

england, rosenkriege, historischer roman, bogenschütze, frankreich

Die Rosenkriege - Sturmvogel

Conn Iggulden , Christine Naegele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.08.2014
ISBN 9783453417960
Genre: Historische Romane

Rezension:

England, 1437: Henry VI, genannt „das Lamm“ übernimmt die Regierungsgeschäfte, ist aber aufgrund Krankheit unfähig, sein Land zu regieren.  Nach seiner Machtübernahme wachsen die Konflikte mit Frankreich erneut. Die eigentlichen Machthaber des Königs sind einige seiner engsten Vertrauten, darunter William de la Pole, der Duke of Sufford. Um das Verhältnis mit Frankreich zu verbessern, wird die Heirat Henrys mit der jungen französischen Adligen Margaret von Anjou arrangiert. Im Gegenzug sollen von England besetzte Gebiete an Frankreich zurückfallen. Das englische Volk reagiert mit Aufständen. Gleichzeitig versucht Richard, Duke of York, der aufgrund der englischen Erbfolge ebenfalls begründete Ansprüche auf den Thron hat, den Hass des Volkes gegen den König zu seinem Vorteil zu nutzen. Margaret unterstützt Ihren Gemahl in diesen schwierigen Zeiten mit Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen, kann aber die wachsende Unbeliebtheit des Königs und die daraus resultierenden Geschicke nicht aufhalten.

  
Conn Iggulden stellt den ersten Roman seiner Serie um die Rosenkriege mit dem Titel „Sturmvogel“ vor. Er beschreibt geschichtlich fundiert und gut recherchiert, den Beginn der Regierungszeit Henry VI. Der schwache Sohn eines starken Königs hat es schwer, seine Regierungsgeschäfte wahrzunehmen, widmet er sich doch bevorzugt dem Gebet. Eine willensstarke Frau soll hier Abhilfe schaffen, die man in der Französin Margaret von Anjou zu finden glaubt. Tatsächlich erweist sie sich als wirkliche Königin, indem Sie sich als Frau in die Regierungsgeschäfte einmischt und Entscheidungen des Königs beeinflusst. Der Autor legt den Schwerpunkt seines Romans jedoch nicht auf die recht zarte aber respektvolle Liebesgeschichte zwischen dem König und seiner ihm vorher unbekannten Gemahlin, sondern stellt die Intrigen am Königshof sowie die politischen Auswirkungen dieser Heirat in den Vordergrund.  

Der Leser kann sich entscheiden, wem er seine Sympathien schenken möchte: Auf der einen Seite der schwache König Henry VI, der fast schon Mitleid erregt und seine zu allem entschlossene Margaret, die ihrer Aufgabe als Königin durchaus gerecht wird. Auf der anderen Seite die mutigen Aufständischen, die alle Waffen und Kräfte mobilisieren, um ihr Land und ihre Existenz zu retten. Mittendrin der „Bösewicht“ Richard Plantagenet, Duke of York, der gemeinsam mit seiner Frau Intrigen schmiedet um sein Ziel zu erreichen: den englischen Thron

Die spannend beschriebenen Kämpfe zwischen königlichen Rittern und Bogenschützen erinnern an die Schlachten des Hundertjährigen Krieges zwischen Engländern und Franzosen, aus denen die Engländer siegreich hervorgingen. Iggulden versucht nicht, die Kämpfe und Hinrichtungen zu beschönigen sondern beschreibt diese schon sehr anschaulich. Der Leser sollte also nicht allzu empfindlich sein. 

Für den Leser, der sich nicht durch die oftmals verworrenen Familienverhältnisse in der Thronfolge Englands beirren lässt, ist „Sturmvogel“ ein spannender historischer Roman, der einem die Geschichte Englands im 15. Jahrhundert durchaus näher bringt. Durch die Ergänzung fiktiver Personen und Handlungen wirkt das Ganze nicht so vorhersehbar, so dass man auf die Fortsetzung gespannt sein kann.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

hospiz, harold fry, rachel joyce, liebe, queenie hennessy

The Love Song of Miss Queenie Hennessy

Rachel Joyce
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DOUBLEDAY, 09.10.2014
ISBN 9780857522450
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem die todkranke Queenie Hennessy einen Brief von ihrem früheren Arbeitskollegen Harold Fry erhalten hat, in dem dieser ihr mitteilt, dass er vom anderen Ende Englands zu Fuß auf den Weg zu ihr ist, beschließt sie, ihm einen ausführlichen Abschiedsbrief zu schreiben, in dem sie all ihre Geheimnisse offenbaren will. Denn vor knapp zwanzig Jahren verließ sie den Mann, den sie liebte, ohne dass dieser überhaupt davon wusste, ohne ein Wort des Abschieds, nachdem eine Tragödie ihrer beider Leben für immer verändert hatte…

Anfangs kommt die Geschichte ein wenig beschwerlich in Gang, doch nach dem ersten Drittel nimmt die Handlung allmählich Fahrt auf. So sind die Zeitsprünge in der Erzählung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so verwirrend für den Leser wie zu Anfang und man kann endlich richtig in das Geschehen einsteigen, da die einzelnen Kapitel nicht mehr so losgelöst voneinander scheinen.

Rachel Joyces Schreibstil dagegen ist von Anfang an fantastisch, denn sie versteht es, mit ihren Beschreibungen der Landschaft, eines Gartens oder von Naturphänomenen wie dem Sonnenaufgang immer eine ganz bestimmte Atmosphäre einzufangen. Außerdem sind die Beschreibungen dieser Teile so detailliert, dass man als Leser das Gefühl bekommt, man stünde mitten drin in diesem Moment, in dem die Autorin aus etwas Einfachem etwas Besonderes macht.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr schön ausgearbeitet. Jeder Mitbewohner des Hospizes sowie jede Schwester dort haben ihre ganz  bestimmten Eigenschaften und Macken und obwohl sie alle so völlig unterschiedlich sind, bilden sie doch ein unterhaltsames und letztlich auch freundschaftliches Grüppchen.

Besonders bewegend ist dabei, wie die Bewohner alle gemeinsam über ihren bevorstehenden Tod und die Wünsche für ihre Beerdigungen sprechen und dass sie selbst dabei noch etwas Lebendiges und Schönes entdecken. Genauso fantastisch  wirkt es, als plötzlich immer mehr Leute beschließen, auf Harold Fry zu warten und dieser mit einem Mal nicht mehr nur für Queenie läuft, sondern zum Hoffnungsträger einer ganzen Menge sterbender Menschen wird und ihnen damit zumindest kurzzeitig noch einmal Kraft und ein Ziel im Leben gibt.

Umso tragischer sind dann die Momente, in denen immer wieder Hospizbewohner vor Harolds Ankunft dahinscheiden, weshalb man die zweite Hälfte der Lektüre beinah bloß weinend verbringt; aber auch, weil einige letzte Szenen oder Worte einfach unglaublich schön sind, auch wenn die entsprechende Person danach gehen muss; einige sind sogar vielleicht gerade deshalb so herzergreifend.

Dadurch, dass Queenie zwischendurch immer wieder von starken Medikamenten halluziniert, ist jedoch manchmal nicht völlig klar, was nun real ist oder nicht bzw. was eben nur für sie real ist. Besonders das Ende scheint daher ein wenig verwirrend und macht Queenie zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Insgesamt ist The Love Song of Miss Queenie Hennessy aber ein äußerst empfehlenswertes Buch, das zu Tränen rührt, wenn man nur ein wenig Geduld hat.

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Penguin Complete Sherlock Holmes by Conan Doyle, Arthur (2009) Paperback

Arthur Conan Doyle
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 01.01.1000
ISBN B00IIB8HEE
Genre: Sonstiges

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

alter, england, gefühl, helfen, pilgern

The Unlikely Pilgrimage Of Harold Fry

Rachel Joyce
Flexibler Einband
Erschienen bei Transworld, 07.03.2012
ISBN 9780857520654
Genre: Romane

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519 Bibliotheken, 17 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

fantasy, mittelerde, hobbit, der hobbit, elben

Der Hobbit

J. R. R. Tolkien , Wolfgang Krege
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2012
ISBN 9783608938180
Genre: Klassiker

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444 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, fantasy, ewiglich, cole, ewigseits

Ewiglich die Liebe

Brodi Ashton , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Kerstin Schürmann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.05.2014
ISBN 9783789130427
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Nikki ihre große Liebe Jack mit Hilfe von Cole, einem Ewiglichen, aus den Tunneln des Ewigseits befreit hat, muss sie feststellen, dass Cole sie hintergangen hat. Zwar hat sie nun Jack wieder an ihrer Seite, doch Cole hat Nikki wortwörtlich ihr Herz gestohlen, ohne dass sie nicht mehr lange wird überleben können. So hofft er, Nikki zum Mord an Adonia, der Königin der Unterwelt, bewegen zu können, da sie ihr Oberweltherz als Ewigliche nicht länger benötigt. Während diese Option für Nikki selbst überhaupt nicht in Frage kommt, versucht nun Jack sein Möglichstes, ihr das Leben zu retten. Dann wird jedoch Cole entführt und kann sich offenbar an nichts mehr erinnern, als er verletzt zurückkehrt. So stimmt er zu, Nikki und Jack auf ihrer Suche nach dem verschwundenen Herz zu unterstützen – die Frage ist nur: Hat der Ewigliche tatsächlich sein Gedächtnis verloren oder handelt es sich dabei wieder um einen seiner hinterhältigen Pläne? So oder so sind sie jedoch auf ihn angewiesen, denn die mysteriösen Markierungen, die auf Nikkis Handgelenken erscheinen, zeigen an, dass ihr Tod kurz bevorsteht...
Das Cover des Buches ist sowohl farblich als auch motivisch auf die beiden Vorgängerbände abgestimmt – optisch machen sich die Bücher daher wirklich gut im Regal, wenn auch dadurch durchaus ein wenig Verwechslungsgefahr zwischen den einzelnen Bänden besteht.
Der Schreibstil war zwar recht flüssig, aber dass für diesen Band ein anderes Übersetzerteam am Werk war als für Band 1 und 2 hat man doch gemerkt beim Lesen. Die Qualität der Geschichte ist im Vergleich mit den Vorgängern der Reihe leider ebenfalls entschieden gesunken.
Obwohl es nun wirklich um alles geht, bleibt der Spannungsbogen nicht durchgehend aufrecht erhalten, sondern wird zwischendurch immer wieder von ereignislosen Ruhephasen mit sich wiederholenden Diskussionen und Liebesschwüren unterbrochen, die das Tempo der Erzählung deutlich drosseln.
Dass Cole sich plötzlich so stark verändert haben soll, erscheint zudem etwas unglaubwürdig – entsprechend ist man sich als Leser eigentlich schon sicher, dass er irgendwann wieder zum Gegenschlag ausholen wird, was einen nicht mehr so richtig mitfiebern lässt – Cole hat sich einfach schon zu oft auf die böse Seite zurückgeschlagen, als dass man noch an das Gute in ihm glauben kann.
Super gemacht finde ich dagegen Ashe, der durch seine Hintergrundgeschichte und den doppelten Seitenwechsel Tiefe bekommt.
Jack dagegen wirkt in diesem Band ziemlich platt – außer Liebesschwüren und Wutausbrüchen bekommt man kaum etwas anderes von ihm zu hören und die Angst, unter der Erde zu sein, die er von den Erlebnissen in den Tunneln davongetragen hat, wird mir etwas zu schnell abgehandelt, um ihn wirklich runder erscheinen zu lassen, auch wenn der Ansatz dafür gut war.
Nikkis Verbindung zu Jules wird ebenfalls nur unzureichend wiederhergestellt, irgendwie bekommt man das Gefühl, dass Nikki nicht so viel in diese Freundschaft investiert, wie ihr Jules Unterstützung eigentlich wert sein sollte. Schön ist dagegen, dass sie wieder vorgibt, Drogenprobleme zu haben und damit eine recht unschöne Zukunft in der Entzugsklinik in Kauf nimmt, nur um ihre Familie zu retten. Wie diese Ausrede allerdings auf lange Sicht funktionieren soll, kann ich mir nicht vorstellen: Ein paar einfache Untersuchungen würden schließlich sofort aufdecken, dass sie niemals irgendetwas Illegales konsumiert hat.
Das Ende erschien mir generell ein wenig zu einfach und unglaubwürdig, da ich Cole seine „Ich liebe dich und deshalb sterbe ich jetzt für dich“-Nummer nach allem, was er ihr angetan hat, einfach nicht abkaufen konnte. Ein Epilog, der einige Monate später spielt, hat mir außerdem gefehlt, da man eigentlich nichts über die Zukunft der Charaktere erfährt, auf die ich sehr neugierig wäre.
Insgesamt ist das Buch zwar durchaus nett zu lesen, aber an seine Vorgänger reicht es leider nicht heran.

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213 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

dystopie, liebe, endzeit, wüste, action

Dustlands - Der Herzstein

Moira Young ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.02.2014
ISBN 9783841421463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Saba mit Hilfe ihrer Freunde den Unterdrücker Vikar Pinch besiegt hat, ist sie nun gemeinsam mit ihren Geschwistern Lugh und Emmi sowie Tommo, der so gut wie zur Familie gehört, unterwegs nach Westen, um sich dort eine gesicherte Existenz aufzubauen - würde Saba bloß nicht ständig von Erscheinungen verfolgt! Unterwegs wollen sie auch Jack, Sabas große Liebe, treffen, doch dazu kommt es nicht mehr: Stattdessen muss Saba von Maev, der Anführerin einer Gruppe von Freiheitskämpfern, erfahren, dass Jack sich offenbar den mordenden und Land verwüstenden Tonton angeschlossen hat, die sich unter einem anderen Anführer neu gruppiert haben. Dieser nennt sich "Der Wegbereiter" und bald schon stellt sich heraus, dass Saba und er sich bereits mehrfach begegnet sind. Die Begegnung, die daraufhin folgt, erschüttert jedoch Sabas komplettes Weltbild und zu allem Überfluss brennt auch der Herzstein, den sie zurückbekommen hat, wie verrückt in der Gegenwart von DeMalo... Aber sie will doch Jack und der ist doch nicht wirklich auf die Seite des Feindes gewechselt - oder?

 

Bei Dustlands - Der Herzstein handelt es sich wieder einmal um ein Buch, das mich zu Beginn hat zweifeln lassen - nur um mich dann mit umso größerer Wucht von sich zu überzeugen.

 

Die Geschichte wird im Präsens (und bis auf den ersten und den letzten Abschnitt) aus der Ich-Perspektive von Saba erzählt, worauf auch der Schreibstil ausgerichtet wurde: Entsprechend werden viele Umgangsformen und Ellipsen verwendet, Wortendungen ausgelassen oder Buchstaben verschluckt, was die Situation zwar authentisch wirken lassen soll, aber furchtbar schwer zu lesen ist, da man an diese Auslassungen im Schriftbild nicht gewöhnt ist. Außerdem lässt es die Protagonistin zu Beginn leider manchmal wenig intelligent wirken, wie ich finde. Lernt man sie näher kennen, stellt sich dies allerdings schnell als Trugschluss heraus, was in mir die Frage aufwirft, warum man sie Dinge dann derartig beschreiben lässt. 

 

Nachdem ich die Lücken etwa die ersten hundert Seiten lang immer wieder im Kopf komplettiert hatte (was auch furchtbar war), konnte ich mich allerdings langsam mit dem Stil anfreunden und zum Glück kam ab diesem Punkt auch die Handlung richtig in Schwung.

 

Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, in denen DeMalo vorkam, da er nicht nur plötzlich als sexuell extrem begehrenswert erscheint, sondern man den Mensch hinter dem "Wegbereiter" und seine Motive kennenlernt, die größtenteils sogar nachvollziehbar erscheinen und ihn vom reinen "Bösen" in eine Grauzone hineinrücken. Dadurch erscheint sein Charakter plötzlich deutlich komplexer, genau wie der von Jack, der durch seine zwielichtigen Aktivitäten plötzlich in Verruf gerät, weil niemand die Hintergründe seiner Tat kennt. Auch scheint DeMalo tatsächlich eine weiche Seite zu haben und wirkt im direkten Kontakt mit Saba nicht im Mindesten wie ein Unmensch, da er scheinbar sogar in der Lage ist, so etwas wie Liebe zu empfinden und Sanftheit walten zu lassen - Dennoch ist er überzeugt davon, all diese schrecklichen Taten begehen zu müssen, um eine gesunde Welt zu erschaffen.

In den Wahnsinn getrieben hat mich dagegen Lugh: Zwar ist es ehrenwert, dass er seine Schwester beschützen möchte, aber die herrische Art, mit der er dem gerecht zu werden versucht, finde ich völlig unangebracht. Er scheint immer nur seine Meinung für die einzig korrekte zu halten und trampelt dabei rücksichtslos über Andere hinweg, unter anderem über Sabas und Emmis Bewunderung für ihren Vater oder über Auriel und ihre kundige Hilfe, damit Saba endlich von den Geistererscheinungen der Toten befreit wird. Außerdem gibt er grundsätzlich Jack oder Saba die Schuld an allem, obwohl Saba ihn ausdrücklich aus allen Angelegenheiten heraushalten wollte. Natürlich hat Lugh viel durchgemacht, bevor Saba ihn gefunden und befreit hat, aber als er ihr auch noch vorwirft, sie habe eben zu lange gebraucht, hatte er bei mir als Person leider verloren. Seine geschwisterliche Fürsorge in allen Ehren, aber ich glaube, er kann einfach nicht akzeptieren, dass er und Saba zwei unterschiedliche Personen mit eigenem Kopf sind und verhält sich deshalb derartig daneben. Nur seine Zuneigung zu Maev lässt ihn hin und wieder ein wenig menschlicher erscheinen.

Nicht zuletzt ist natürlich auch die emotionsgeladene Saba hochinteressant, wie sie mit den Geistern der Vergangenheit und ihrem Gewissen kämpft oder unbedingt an die Liebe glauben will, selbst wenn sie aus ihrem Gefühl heraus manchmal unbedacht handelt – unter Lughs Kontrolle sind die meisten ihrer Ausbrüche jedoch völlig nachvollziehbar.

Tommo dagegen kann einem wirklich leid tun, da er anscheinend vom Pech verfolgt wird und ich bin gespannt, wie er sich im letzten Band noch entwickeln wird, da das Ende von Der Herzstein auf nichts Gutes schließen lässt, enttäuscht und verraten wie er sich fühlt. Meiner Meinung nach ist es nämlich recht ungewöhnlich, ein Buch mit den Gedanken eines anderen als des Hauptcharakters abzuschließen, weshalb ich dahinter durchaus eine bestimmte Bedeutung vermute.

Am coolsten war jedoch mit Abstand Moses, das Kamel, das alle außer seinem Besitzer zur Weißglut getrieben hat, indem es sich einfach weigerte weiterzulaufen und in jeder noch so unmöglichen Situation gemütlich wiederkäute – dadurch wurde dem Buch genau die richtige Prise Humor hinzugefügt, um die Geschichte nicht zu ernst zu machen, aber auch nicht ins Lächerliche zu ziehen.

Insgesamt verbirgt sich zwischen den toll designten Buchdeckeln von Dustlands – Der Herzstein also eine Geschichte um Liebe, weltverändernde Träume und Charaktere, die weder schwarz noch weiß sind, gespickt mit wilden Verfolgungsjagden und spannenden Kämpfen – nur der Schreibstil ist zu Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

technik, verrat, england, steampunk, ade

Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes

Sharon Cameron , Bettina Arlt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 02.05.2014
ISBN 9783863960094
Genre: Romane

Rezension:

Katherine Tulman, eine 17-jährige Waise, lebt seit dem Tod ihrer Eltern als Buchhalterin im Haus ihrer geldgierigen Tante Alice. Als sie von ihr den Auftrag bekommt, das Anwesen ihres Onkels Tully zu besuchen, um ihn ins Irrenhaus einweisen zu lassen und damit das Erbe von Alices Sohn Robert zu retten, glaubt sie an eine Routineaufgabe, doch als sie auf Stranwyne Castle eintrifft, sieht sie sich schnell mit einer Bandbreite von Problemen konfrontiert: Das wenige Personal auf dem Anwesen versucht krampfhaft, jegliche Begegnung Katherines mit ihrem Onkel zu verhindern, von allen Seiten fühlt sich die junge Frau beobachtet und nachdem sie bereits in der ersten Nacht beinah den Verstand verliert, stellt sie fest, dass von Tullys Einweisung das Leben hunderter Menschen abhängt – in Wahrheit verschleudert ihr Onkel das Erbe ihres Cousins nämlich nicht, sondern hat es in die Erbauung eines Gaswerks investiert, das Menschen, die einst in Armenhäusern lebten, Arbeit und ein besseres Leben verschafft.
Das Cover des Buches ist wunderschön; es zeigt ein hübsches Mädchen in einem Gewand mit Rüschenbesatz, ist fast durchgehend in Violetttönen gehalten und mutet durch die gelbgoldenen Ornamente links oben und rechts unten historisch an.
Ebendieses Design als auch der Klappentext führen allerdings schnell zu dem Trugschluss, dass es sich hierbei um einen fantastisch angehauchten Historienroman handeln könnte – nach einigen Seiten bemerkt man jedoch, dass es sich um Steampunk handelt, was vor dem Lesebeginn etwas deutlicher hätte heraustreten können. Der Schreibstil trumpft mit einigen wirklich schönen, bildhaften Beschreibungen auf, wirkt bisweilen aber leider ein wenig steif, weshalb ein schnelles Durchkommen beim Lesen fast unmöglich scheint. Außerdem zieht sich die Handlung stark in die Länge – viele Seiten lang geschieht einfach gar nichts, bis endlich wieder eine Kleinigkeit eingestreut wird, die einen daran erinnert, wie seltsam es eigentlich auf Stranwyne zugeht. Leider wird davon in der ersten Hälfte des Buches und noch darüber hinaus rein gar nichts aufgeklärt, es gibt keine Hinweise auf potenzielle Erklärungen, sodass man als Leser leider gar nicht groß mitfiebern kann, da man keine Informationen erhält, die einen „Miträtselprozess“ in Gang setzen, was mich sehr enttäuscht hat. Auch die Liebesbeziehung zwischen Katherine und Onkel Tullys Assistenten Lane, die einem im Klappentext versprochen wird, beginnt sich erst furchtbar spät und quälend langsam zu entwickeln, genau wie man das Gefühl bekommt, dass die meisten Charaktere sehr prototypisch aufgebaut sind und sich eigentlich kaum entwickeln – die Protagonistin glücklicherweise ausgeschlossen, die die Dorfbewohner trotz des Hasses, der ihr Anfangs entgegenschlägt, zu mögen beginnt und feststellt, dass sie das Leben all dieser Menschen nicht zerstören möchte, nur um ihrer Tante zu gefallen, die sie so oder so nicht leiden kann.
Was gut gelungen ist, ist jedoch die Gruselatmosphäre, die durch seltsame Geräusche, kaputte Mechanik-Puppen und Alpträume sowie Erinnerungslücken bei Katherine ausgelöst wird. Insgesamt hat diese Geschichte meiner Meinung nach viel Potenzial, das von der Autorin leider nicht ausreichend genutzt wurde – für den Folgeband würde ich mir daher einer schnellere Entwicklung der Ereignisse und ein paar Hinweise wünschen, die den Spannungsbogen steiler verlaufen lassen.

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2.183 Bibliotheken, 25 Leser, 2 Gruppen, 266 Rezensionen

liebe, lebensziele, träume, tod, familie

Morgen kommt ein neuer Himmel

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 27.03.2014
ISBN 9783810513304
Genre: Liebesromane

Rezension:

Brett Bohlinger ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit dem perfekten Freund und perfekter Wohnung – denkt sie. Denn als ihre geliebte Mutter stirbt, muss sie nicht nur diesen Schicksalsschlag verkraften, sondern erhält von dieser auch noch eine Liste mit Lebenszielen, die es innerhalb eines Jahres abzuarbeiten gilt, um ihr Erbe zu erhalten, und die ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Da es sich dabei um eine Liste handelt, die Brett selbst mit 14 Jahren geschrieben hat, beginnt so eine Reise zu dem Mädchen, das sie einst war und zu der Frau, die sie einmal werden wollte…
Wer jetzt ein bisschen abgeschreckt vom Hauptkonzept des Buches ist, weil es ihn an zwei andere bekannte Romane erinnert, warte noch ein bisschen mit seinem Urteil: Es lohnt sich! Ja, auch in Die Wunschliste von Jill Smolinski versucht die Protagonistin, eine Liste mit Lebenszielen abzuhaken, aber dabei handelt es sich nicht um ihre eigene, wie es bei Brett der Fall ist. Und ja, auch in PS: Ich liebe dich von Cecilia Ahern erhält die Protagonistin Holly ein Jahr lang jeden Monat einen Brief mit einer Aufgabe von ihrem verstorbenen Mann – Brett erhält die Briefe ihrer Mutter aber erst zur Belohnung, wenn sie eine entsprechende Aufgabe gelöst und ihr Leben erfolgreich verbessert hat. Hier kommen wir allerdings auch schon zum Besonderen dieser Briefe: Dank des Anwalts Brad Midar, der Elizabeth Bohlinger versprechen musste, Brett jeden der Briefe laut vorzulesen, entsteht dadurch eine Art Zwiegespräch zwischen Mutter und Tochter, das zeigt, wie gut eine Mutter ihre Tochter doch kennt! Die Briefe dienen also eher dazu, die Konversationen mit einem Menschen nachzubilden, den wir als Leser nicht mehr kennenlernen durften, der für die Entwicklung von sowohl Hauptperson als auch Geschichte jedoch von größter Bedeutung ist!
Der Schreibstil ist in einem Wort einfach wunderbar – durch die Ich-Perspektive kann man sich problemlos in die Protagonistin hineinversetzen, ihren lebhaften Beschreibungen folgen, sich jedoch genauso gut an manchen Gedankengängen stoßen.
So wirkt es manchmal ein wenig naiv, in was Brett plötzlich alles Zeichen und Vorsehungen ihrer Mutter hineininterpretiert, obwohl sie doch schließlich selbst eine erwachsene Frau ist. Natürlich geben die Weisungen Elizabeths zu vielen wichtigen Dingen Anstoß, bloß übertreibt es Brett manchmal ein wenig damit, sich einzureden, dass sie jedes kleinste Detail für sie vorausgeplant hat.
Gefallen hat mir dagegen ihre Entwicklung vom reichen Mädchen zur verhältnismäßig anspruchslosen Frau, der Soziales plötzlich wichtiger ist als materieller Wohlstand. Besonders gefallen hat mir daher die Szene, in der sie die komplette Wohnung ihres Ex-Freundes leerräumen lässt, um ihr Mobiliar dem Frauenhaus zu spenden, in dem sie sich engagiert.
Nach mehreren Männerfehlgriffen fiebert man mit Brett mit, endlich den Richtigen zu finden, und entsprechend fühlt man bei jeder neuen Enttäuschung mit ihr, besonders, als es mit Brad nicht klappt, der mein persönlicher Favorit gewesen wäre. Umso mehr freut man sich allerdings, als sie tatsächlich das Kind ihrer Schülerin Sanquita bekommt, um damit Sanquitas letztem Wunsch gerecht zu werden und auch, dass sie so toll mit ihrer am Down-Syndrom erkrankten Schwester klarkommt.
Das Ende kommt meiner Meinung nach leider etwas abrupt – im einen Moment steht Garret Taylor vor ihrer Tür, im nächsten sind sie schon verheiratet, eine glückliche Familie und das Buch ist zu Ende, obwohl sich die Beziehung zwischen den beiden noch gar nicht so richtig angebahnt hat.
Insgesamt ist Morgen kommt ein neuer Himmel also ein schönes Buch, das daran erinnert, seine Träume und Wünsche zu verfolgen, sich nicht für andere zu verbiegen, sondern sich selbst zu verwirklichen. Außerdem betont es das Besondere einer Mutter-Tochter-Beziehung und erinnert an die Einzigartigkeit mancher Freundschaften. Der abrupte Schluss mindert den guten Gesamteindruck jedoch leider ein wenig ab.

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