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Provenzalische Schuld

Sophie Bonnet
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.05.2018
ISBN 9783764506445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe bisher alle Romane aus dieser Reihe gelesen. Auch diesen fünften Fall für Pierre Durand, den sympathischen Ermittler aus dem fiktiven Ort Sainte-Valérie, habe ich mit Spannung erwartet.

Diesmal entführt die Autorin die Leser in die Region Alpes-de-Hautes-Provence, genauer in das Örtchen Sisteron. Es geht um die verschwundene Nanette Rozier, Gattin des Bürgermeisters von Sainte-Valérie. Eigentlich wollte Pierre mit seiner Freundin Charlotte in den Urlaub fahren. Aber als er hört, dass die Frau seines Vorgesetzten vermisst wird und dieser sogar verdächtigt wird, ihr etwas angetan zu haben, kann er nicht aus seiner Haut und nimmt sich des Falles an. Zumal kurz zuvor zwei Touristinnen brutal ermordet wurden und Pierre annehmen muss, dass auch Nanette dem Mörder in die Hände gefallen ist.

Pierre stochert zunächst ziemlich im Dunkeln. Ein vorausgegangener Streit mit seiner Freundin Charlotte lenkt ihn zudem ab. Er liebt sie von Herzen, will aber keine Nähe zulassen, da er mit einer ehemaligen Freundin schlechte Erfahrungen gemacht hat. Im Zuge der Ermittlungen erfährt der Leser nicht nur viel über Land, Leute und natürlich die Küche der Region. Sophie Bonnet greift auch ein brisantes Thema auf. Die Rückkehr der Wölfe in dieses Gebiet hat nicht nur Befürworter. Die Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Einige haben sogar schon Selbstmord begangen, weil sie vor dem Ruin standen.

Die Geschichte war für mich wieder sehr spannend. Das Thema Wölfe hat mich besonders interessiert, weil ich die Kehrseite der Medaille, nämlich die Auswirkungen auf die Schafzüchter, noch nie in dieser Form bedacht habe. Die Suche nach Nanette gestaltet sich äußerst spannend. Pierre verfolgt beharrlich diverse Spuren und lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen.

Fazit:
Auch der fünfte Fall der Reihe konnte mich wieder fesseln und hat mich ausgezeichnet unterhalten.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Träume aus Silber

Mina Baites
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 24.04.2018
ISBN 9782919800544
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bereits der erste Band dieser Saga um die jüdische Familie Blumenthal, „Die silberne Spieldose“, hatte mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich sehr gespannt, wie es mit der Familie nach dem Krieg weiterging. Lilian hatte ihren Vater und ihre Großmutter bereits am Ende des ersten Bandes wiedergefunden. Aber ihre Schwester Emma ist leider im Krieg verstorben. Deren Schicksal lässt ihr jedoch keine Ruhe. Sie will unbedingt erfahren, wie und wo ihre Schwester ums Leben kam und begibt sich auf Spurensuche. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Verlobten Sam und ihrem Vater.


Die Geschichte wird im Jahr 1963 fortgesetzt, wo der erste Band geendet hatte. Der Roman ist in drei Handlungsstränge unterteilt, die am Ende zusammenführen. Lilian, Sam und Peter begeben sich in London auf die Suche nach Spuren Emmas. Wie ein Puzzle setzen sich deren letzte Tage langsam zu einem Bild zusammen, das die Familie vor vollkommen neue Erkenntnisse stellt.


In Kapstadt führt Großmutter Lotte eine Begegnungsstätte für in Not geratene junge Frauen und ledige Mütter. Als sie sich einer Schwarzen annimmt und ihr Unterschlupf gewährt, gerät sie zwischen die Fronten der Apartheid und in große Gefahr.


In Dublin lebt die junge Ceara, die während der Bombenangriffe eine Kriegsverletzung erlitten hat. Sie hat die Geschehnisse verdrängt, träumt aber immer wieder einen seltsamen Traum. Sie begibt sich in psychologische Behandlung, um zu erfahren, woher sie eigentlich kommt.


Mina Baites hat es wieder einmal verstanden, die Geschichte sehr gefühlvoll und packend zu erzählen. In diesem zweiten Teil war Lotte meine Lieblingsfigur. Sie ist eine starke und mutige Frau, die ihren Weg geht. Die Parallelen der Apartheid zum Nationalsozialismus waren ihr stets bewusst. Und so gibt sie die Hilfe, die sie und ihre Familie damals erfahren haben, selbstlos an eine in Not geratene Schwarze weiter.


Auch Cearas Schicksal hat mich sehr bewegt. Ihre Erlebnisse im Krieg hat sie verdrängt. Sie ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, zu denen sie ein gutes Verhältnis hat. Ihr Ehemann Aidan kümmert sich rührend um sie. Wie sie nach und nach entdeckt, wer sie eigentlich ist, wird sehr einfühlsam beschrieben.


Lilian und Peter stehen bei ihrer Suche nach Emma immer wieder vor schier unlösbaren Rätseln. Gerade Peters Verzweiflung war für mich greifbar. Wie furchtbar muss es sein, das Schicksal des eigenen Kindes nicht nachvollziehen zu können? Aber er und Lilian geben nicht auf. Das habe ich an den beiden sehr bewundert.


Dank einiger Rückblenden kann man diesen zweiten Teil auch ohne Kenntnis des ersten lesen. Ich empfehle aber trotzdem die Lektüre des ersten Bandes, schon allein deswegen, weil es ein wunderbares Buch ist. Außerdem lernt man die Charaktere besser kennen, wenn man „Die silberne Spieldose“ zuvor gelesen hat.


Fazit:

Würdige und gefühlvolle Fortsetzung der Familiensaga um die Blumenthals.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Der Himmel über unseren Träumen

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2018
ISBN 9783426519387
Genre: Historische Romane

Rezension:

Heidi Rehn ist mir bereits durch viele andere ihrer Romane bekannt, die mir allesamt gut gefallen haben. Ich mag ihre Art zu schreiben sehr, weil sie oft außergewöhnliche Themen aufgreift und ihre Figuren sehr authentisch sind. In ihrem neusten Werk ist die Hauptfigur Vera eine junge Architektin in der deutschen Nachkriegszeit in München. Wie diese außergewöhnliche Frau ihren Weg geht, wie sich München nach dem Zweiten Weltkrieg verändert und wie die Rolle der Frau zu dieser Zeit ist, beschreibt Heidi Rehn in diesem Roman.


Vera ist acht Jahre alt, als ihre jüdische Familie 1938 aus München fliehen muss. Nach dem Krieg kehrt ihre Familie nach Deutschland zurück. Vera ist mittlerweile Architektin, es zieht sie wieder in ihre geliebte Heimatstadt München, wo sie in einem Architekturbüro eine Stelle findet. Als Frau stößt sie in den biederen 50er-Jahren immer wieder auf Vorurteile von Kunden und Kollegen. Als sie sich in den Architekten Arthur verliebt, der mit ihr in einem Büro arbeitet, stellt sie sich unweigerlich die Frage, was er während der Nazizeit getan hat. Kann sie ihm vertrauen, oder gehörte er im Dritten Reich zu den Tätern?


Heidi Rehn hat mit Vera eine sehr interessante Figur erschaffen. Obwohl es vor dem Krieg durchaus auch erfolgreiche Architektinnen gab, ist Vera in den 50er-Jahren eher eine Ausnahme. Im Krieg haben die Frauen oft alleine „ihren Mann stehen“ müssen, sodass viele wahrscheinlich froh waren, das Heimchen am Herde sein zu können. Vera dagegen ist sehr zielstrebig und will beweisen, dass sie als Frau genauso gut sein kann wie ihre männlichen Kollegen.


Sehr gut haben mir auch die Ausführungen über die Nachkriegsarchitektur gefallen. Die Ideen, die Vera und ihre Kollegen im Roman umsetzen, sind typisch für die Zeit des Wiederaufbaus. Es musste schnell neuer Wohnraum geschaffen werden, viele Häuser wurden im Krieg zerstört. Auch das Misstrauen gegenüber eventuellen alten Nazis konnte ich sehr gut nachvollziehen. Schließlich wusste man nie, was sein Gegenüber während des Dritten Reiches für eine Rolle gespielt hat. Gerade Arthur lässt seine Liebste lange im Ungewissen.


Mich konnte Veras Geschichte wieder begeistern, wenn auch nicht ganz so sehr wie einige Vorgänger aus Heidi Rehns Feder. Mir fehlte hier ein wenig die Spannung, stellenweise war die Handlung für mich zu vorhersehbar. Trotzdem vergebe ich noch gute vier Sterne für diesen Roman.


Fazit:

Einfühlsame Geschichte einer jüdischen Architektin im München der Nachkriegszeit.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

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Nackt über Berlin

Axel Ranisch
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 23.02.2018
ISBN 9783961010134
Genre: Romane

Rezension:

Mir war Axel Ranisch bisher als Schauspieler und Regisseur bekannt. Nun hat er seinen ersten Roman veröffentlicht. Die Leseprobe und das Cover, das drei Spiegeleier in einer Pfanne zeigt, haben mich sofort neugierig gemacht. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich das Buch von Vorablesen erhalten haben. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.


Protagonist ist der Teenager Jannik, der als Einzelkind mit seinen Eltern wohlbehütet in Berlin aufwächst. Er hat starkes Übergewicht und ist deshalb ein Außenseiter. Von seinen Mitschülern wird er Fetti genannt. Er liebt klassische Musik und seinen vietnamesischen Klassenkameraden Tai. Auch er ist ein Außenseiter. Tai filmt alles mit seinem Camcorder. Als er eines Abends den verhassten Schuldirektor Jens Lamprecht volltrunken auf der Straße findet, filmt er ihn nicht nur in dieser unwürdigen Situation. Gemeinsam mit Jannik entführt er ihn und sperrt ihn in seinem eigenen Hightech-Appartement ein. Die Situation spitzt sich immer weiter zu, bis Jannik nicht mehr wegschauen kann.


Dieser Roman hat mich über eine Achterbahn von Gefühlen geschickt. Zunächst war ich belustigt. Direkt die erste Szene beschreibt, wie Jannik sich mit Rachmaninoff als Begleitmusik und Gedanken an Tai selbst befriedigt. Axel Ranisch schildert das so witzig, dass ich laut auflachen musste. Doch schon bald offenbart sich die Tragik der Figur Jannik. Mit seinem Übergewicht und seiner unerfüllten Liebe zu Tai, vom Vater ständig unter Druck gesetzt, endlich abzunehmen, hat er mein Mitleid erweckt. Die Entführung Jens Lamprechts hat mich zunächst fasziniert und Schadenfreude aufkommen lassen. Aber je mehr Tai ihn gequält hat, desto mehr erfasste mich Grauen, wozu dieser Junge in der Lage ist.


Dieser Roman ist so vielschichtig, dass ich ihn kaum beschreiben kann. Er ist ein Jugendroman, eine Coming-Out-Geschichte, ein Thriller, ein humorvolles Buch, ein Liebesroman. Die Sprache des Autors, sein Wortwitz und seine genauen Beschreibungen von Janniks Gefühlen, insbesondere beim Hören von klassischer Musik, haben das Lesen für mich zum Genuss gemacht. Zum Ende hin habe ich immer langsamer gelesen, weil ich nicht wollte, dass das Buch schon bald beendet ist. Normalerweise lese ich Bücher nicht mehrfach. Bei diesem aber könnte ich es mir sehr gut vorstellen, weil ich glaube, dann noch mehr verstehen und entdecken zu können. Ich hoffe inständig, dass dies nicht Axel Ranischs einziger Roman bleiben wird.


Fazit:

Ein Wechselbad der Gefühle, nicht nur für den Protagonisten, sondern auch für mich als Leser.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Die ferne Hoffnung

Ellin Carsta
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 20.02.2018
ISBN 9781542047883
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich bin ein großer Fan der Autorin Petra Mattfeldt, die hier unter ihrem Pseudonym Ellin Carsta einen neuen historischen Roman veröffentlicht hat. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich die Gelegenheit bekam, dieses neue Werk vorab lesen zu dürfen, und bedanke mich beim Verlag ganz herzlich für das kostenlose Leseexemplar.


Die Geschichte beginnt in Hamburg im Jahr 1888. Peter Hansen und seine drei Söhne Georg, Robert und Karl leiten ein Kaffeekontor in der Hansestadt. Als Peter Hansen stirbt, müssen die Söhne erkennen, dass er ihnen einen Haufen Schulden hinterlassen hat. Auf einer Geschäftsreise nach Wien lernen sie einen Plantagenbesitzer kennen, der in Kamerun eine Kakaoplantage betreibt, diese aber verkaufen möchte. Die ungleichen Brüder ergreifen die Chance. Robert geht mit seiner Frau Elisabeth und seinen Töchtern Martha und Luise nach Kamerun, während Georg das Kontor in Hamburg wieder auf Vordermann bringen möchte und Karl in Wien ein neues Kontor gründet. Robert und Luise fühlen sich in Kamerun sofort heimisch. Roberts Ehefrau Elisabeth und die Tochter Martha mögen das deutsche Kolonialland allerdings gar nicht. Erste Konflikte entstehen, die aber noch lange nicht die Spitze des Eisberges sind.


Besonders begeistert haben mich an diesem spannenden Roman die Beschreibungen Kameruns und seiner Einwohner. In einer sehr bildhaften Sprache führt Ellin Carsta dem Leser vor Augen, wie faszinierend und fremdartig das Land und seine Bewohner sind. Aber auch die Geschehnisse in Hamburg und in Wien sind sehr spannend und ausdrucksstark beschrieben. Hier hat mich vor allem die Geschichte des jungen Karl fasziniert.


Ellin Carsta wechselt kapitelweise zwischen den drei Schauplätzen. Durch einige unerwartete Wendungen, die die Geschichte nimmt, bleibt der Roman konstant spannend. Das Ende kam leider viel zu früh. Ich kann es kaum erwarten, diese bewegende Familiensaga weiterzulesen. Mit der Hansen-Saga ist der Autorin neben der „Heimlichen Heilerin“ eine weitere Reihe gelungen, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Ich bin überzeugt, dass diese Saga viele LeserInnen finden und begeistern wird.


Fazit:

Auftakt zu einer spannenden und bildgewaltigen Familiensaga zwischen Hamburg, Wien und Kamerun.


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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Winterrosenzeit

Ricarda Martin
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2017
ISBN 9783426519790
Genre: Liebesromane

Rezension:

Aufmerksam geworden auf diesen Roman bin ich durch eine Aktion, als das Buch vorab als E-Book erschien. Der Klappentext klang für mich sehr vielversprechend, da mich die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Jugend langsam aufbegehrte und neue Wege beschreiten wollte, sehr interessiert. Zudem weiß ich, dass die Autorin sich in England sehr gut auskennt und ihre Romane sehr gut recherchiert sind.


Der junge Jurastudent Hans-Peter ist in einem kleinen Dorf in Süddeutschland aufgewachsen. Seine Mutter hat nach dem Krieg, aus dem Hans-Peters Vater nie zurückkehrte, erneut geheiratet. Zu seinem Stiefvater Kleinschmidt hat Hans-Peter ein sehr angespanntes Verhältnis. Dieser hat weder Verständnis für sein Studium noch für seine Vorliebe für die Beatles. Trotzdem reist Hans-Peter nach England, wo er die junge Ginny kennenlernt, Tochter eines Rosenzüchters und von adliger Herkunft. Die beiden jungen Leute passen augenscheinlich gar nicht zueinander, verlieben sich aber beide unsterblich ineinander. Kann das gutgehen, obwohl Hans-Peter Deutscher ist? Hat diese Liebe eine Zukunft?


Man sollte sich weder vom Cover noch vom Klappentext beeinflussen lassen. Beides macht den Eindruck, als handele es sich hier um eine schwülstige Liebesgeschichte. Natürlich geht es auch um Liebe. Aber darüber hinaus geht es um sehr viel mehr. Ricarda Martin hat die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in Bezug auf Kriegsverbrecher und alte Feindschaften, sehr gut analysiert und beschrieben. Mit Hans-Peter hat sie eine Figur erschaffen, die typisch ist für jene Tage in der Mitte der Sechzigerjahre. Die Jugend wollte ausbrechen, anders sein als ihre muffigen Altvorderen, moderne Musik hören und endlich frei sein. In England, insbesondere in London, war man zu der Zeit schon wesentlich freier. Die Szenen, die dort und auf dem Beatles-Konzert spielen, haben mir besonders gut gefallen.


Durch zahlreiche Wendungen, die die Story nimmt, bleibt der Roman spannend. Sowohl die Geschehnisse in Deutschland als auch in England halten einige Überraschungen bereit. Auch die Charaktere der Nebenfiguren hat Ricarda Martin gut ausgearbeitet. Hier hat mir besonders Hans-Peters gute Freundin Sanne gefallen, die ihre eigenen Gefühle in den Hintergrund stellt, um Hans-Peter eine Stütze zu sein.


Fazit:

Ricarda Martin ist ein Sittengemälde der deutschen und englischen Nachkriegszeit gelungen, das weit über einen Liebesroman hinausgeht.


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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Schneeflöckchen, Blutröckchen

Margit Kruse
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 11.10.2017
ISBN 9783839221372
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe bis jetzt alle Krimis um die Hobbydetektivin Margareta Sommerfeld sehr gerne gelesen. Deshalb war ich schon sehr darauf gespannt, was die „Miss Marple aus dem Pott“ in ihrem neuen Fall so treibt. Natürlich kann sie auch an Weihnachten nicht ruhig zuhause sitzen. Sie kann es einfach nicht lassen, ihre Nase in die Arbeit der Polizei zu stecken …


Kurz vor Weihnachten beobachtet Margareta, Verkäuferin in der Herrenabteilung eines Kaufhauses in Gelsenkirchen-Buer, vom Flurfenster aus, wie die Bank direkt gegenüber dem Kaufhaus offensichtlich überfallen wird. Neugierig wie sie ist, zieht sie sofort Erkundigungen auf dem Weihnachtsmarkt ein, was ihr prompt Ärger mit ihrem cholerischen Chef einbringt. Als Heiligabend endlich Feierabend ist, nimmt sie den Obdachlosen Felix, dem sie in den Tagen zuvor häufig auf dem Weihnachtsmarkt begegnet ist, kurzerhand mit zu sich nach Hause. Er hat von dem Überfall auf die Bank, bei dem ein junger Auszubildender erschossen wurde, mehr gesehen und kann die auffälligen Schuhe des Täters beschreiben. Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf die Suche nach dem Bankräuber, was Margareta natürlich wieder in unmögliche, und auch nicht gerade ungefährliche, Situationen bringt.


Höchst amüsant beschreibt Margit Kruse wieder das Leben im Ruhrgebiet, wo sie auch selbst lebt und aufgewachsen ist. Ihre Krimis spielen praktisch in ihrer Heimat, der sie sehr verbunden ist. Das merkt man sofort beim Lesen. Obwohl ich selbst am Niederrhein lebe, fühle ich mich mittlerweile fast schon in Gelsenkirchen heimisch, wenn ich Frau Kruses Krimis lese. Sie schaut ihren Figuren aufs Maul, wobei der Dialekt auch für Menschen, die nicht „im Pott“ leben, sehr gut verständlich ist. Dabei entsteht so manche komische Situation, wenn zum Beispiel Margaretas Mutter einen abgehalfterten Schlagersänger aus einem Kurort anschleppt, der sich bei ihr über Weihnachten einnistet. Oder wenn die häuslichen Umstände von „Mandel-Alfred“, der noch bei seinen Eltern lebt, beschrieben werden.


Bei allem Humor kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz. Forsch wie Margareta ist, denkt sie nicht lange nach, wenn sie ihre Ermittlungen vornimmt. Dadurch begibt sie sich oft in Gefahr. So natürlich auch in diesem Fall. Wer der Täter ist, wird in diesem Krimi relativ schnell klar. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch, denn er ist noch lange nicht überführt.


Obwohl dieser Krimi Teil einer Reihe ist, kann er auch gut einzeln gelesen werden. Die Zusammenhänge werden erklärt, sodass auch Quereinsteiger dem Geschehen gut folgen können. Und natürlich kann man den Roman auch nach Weihnachten noch lesen.

Fazit:

Auch Weihnachten kann die forsche Hobbydetektivin es nicht lassen – humorvoll und spannend begibt sie sich auf Spurensuche.

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87 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

19. jahrhundert, angst, ehe, emmagarnier, emma garnier, england, erwartungen, flitterwochen, geist, grusel, hotel, italien, mord, mystik, spannung

Grandhotel Angst

Emma Garnier
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.08.2017
ISBN 9783328100881
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin Emma Garnier ist mir bereits unter einem anderen Namen und ihrem realen Namen bekannt. Ich mag ihre Bücher sehr, was nahelegte, dass ich auch diesen Roman, den sie unter ihrem neuen Pseudonym geschrieben hat, lesen wollte. Das Grandhotel Angst gibt es tatsächlich. Auf einer Reise hat sie das verfallene Gebäude entdeckt und war sofort entschlossen, einen Roman zu schreiben, der die ehemalige Pracht dieses Hauses beschreibt. Und das ist ihr auf ganz wunderbare Weise gelungen; sie hat dem verfallenen Bau neues Leben eingehaucht.

Die Geschichte spielt im Jahr 1899 an der ligurischen Küste. Die beiden Engländer Nell und Oliver sind frisch verheiratet und befinden sich in den Flitterwochen. Der vermögende Oliver möchte seiner jungen Frau Italien und das luxuriöse Grandhotel Angst zeigen. Zunächst ist Nell fasziniert: von der Schönheit der Landschaft, der Pracht des Hotels und ihrem charmanten und weltgewandten Mann. Aber schon bald muss sie erkennen, dass nicht alles so ist, wie es erscheint. Im Hotel scheint es zu spuken, eine Angestellte erkennt in ihr eine Ähnlichkeit mit einer Verstorbenen und ihr Oliver ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Oder bildet sich Nell alles nur ein? Ist sie vielleicht selbst eine Mörderin?

Der Charakter Nell, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, hat mich zunächst ziemlich verwirrt. Sie wirkt so unschuldig und naiv. Erst nach und nach erfährt der Leser, wie sie so geworden ist, und warum sie den Charmeur Oliver geheiratet hat. Der stellt sich im Laufe der Handlung allerdings als weniger charmant heraus. Seine Vorgeschichte scheint eher dubios zu sein. Er ist Witwer und böse Zungen behaupten, dass er am Tod seiner Frau nicht unschuldig war. Als auch im Hotel ein Mord geschieht, zählt Nell gar zu den Verdächtigen.

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Im ersten berichtet Nell von ihrem Schicksal nach einem bestimmten Ereignis, von dem der Leser erst nach und nach erfährt, was es ist. Der zweite Strang beschreibt die jüngste Vergangenheit. In Rückblenden wird auch die frühe Vergangenheit von Nell erzählt.

Emma Garnier versteht es vorzüglich, den Glanz des Grandhotels wieder aufleben zu lassen. Ihre Beschreibungen haben sofort ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Sehr schön finde ich, dass im Klappumschlag des Buches sowohl ein altes Bild des Hotels als auch eines des Hauses im heutigen Zustand zu finden sind. Die Schönheit der italienischen Landschaften wird ebenso gut beschrieben.

Besonders begeistert hat mich, dass ich nie wusste, ob Nell sich alles nur einbildet oder es im Hotel wirklich spukt. Durch die Ich-Form konnte ich mich hervorragend in die Protagonistin hineinfühlen. Ich war unsicher wie sie, habe dieselben Ängste ausgestanden. Das hat das Buch so spannend gemacht, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Fazit:
Ein Roman, der mystisch und geheimnisvoll die Vergangenheit eines großen Hauses und das Schicksal einer jungen Frau beschreibt. Von mir gibt es fünf von fünf Sternen.

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Tags: aberglaube, hotel, italien, luxus, mord, mystik   (6)
 

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241 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

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Das Haus der schönen Dinge

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426519370
Genre: Historische Romane

Rezension:

Heidi Rehn gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich habe zwar nicht alle, aber doch die meisten ihrer Bücher gelesen. Und so habe ich auch das neuste Werk aus ihrer Feder, in dem es um eine jüdische Kaufhausdynastie geht, begeistert verschlungen.

Jacob und Thea Hirschvogl eröffnen 1897 in München am Rindermarkt ein Kaufhaus. Damit erfüllen sich die beiden einen langgehegten Traum. Besonders Thea hat ein Händchen dafür, mit ihrer gestalterischen Art und ihren kulturellen Vorlieben aus dem Kaufhaus etwas ganz Besonderes zu machen. Ihre Tochter Lily interessiert sich schon als junges Mädchen für alles, was mit dem Kaufhaus zu tun hat. Sie übernimmt in den 20er-Jahren die Leitung. Doch die Zeiten werden schlechter und die Schuld wird, wie so oft in der Geschichte, den Juden in die Schuhe geschoben. Als Hitler 1933 an die Macht kommt, ist nicht nur das Kaufhaus in Gefahr. Die Familie Hirschvogl muss um ihr Leben bangen.

Ich mag historische Romane sehr gerne, besonders solche, in den Geschichten über mehrere Generationen erzählt werden. Heidi Rehn hat es geschafft, dass ich mit der Familie Hirschvogl gefühlt habe. Die einzelnen Mitglieder der Familie und deren Freunde sind mir immer mehr ans Herz gewachsen, sodass ich am Ende traurig war, von ihnen Abschied nehmen zu müssen. Die Geschehnisse rund um die Judenverfolgung und das Aufkommen des Nationalsozialismus hat die Autorin zum Glück nicht zu detailliert geschildert. Hier hat sie das Augenmerk mehr auf die zwischenmenschlichen Belange gelegt, was für einige Überraschungen und Enttäuschungen gesorgt hat. Denn so mancher „Freund“ hat sich sehr schnell als falsch herausgestellt.

Die wunderbar bildhaften Beschreibungen des Kaufhauses und seiner Kunden haben mich sehr begeistert. Ich mag diese alten Tempel des Kommerzes sehr. Wenn ich in einer fremden Stadt bin, schaue ich mir immer solche Gebäude an. Das Hirschvogl, das im Übrigen ein fiktives Kaufhaus ist, ist sofort vor meinem inneren Auge entstanden. Die Familie Hirschvogl steht exemplarisch für viele jüdische Kaufleute, denen es damals ähnlich gegangen ist.

Fazit:
Heidi Rehn ist eine anschauliche Reise in die deutsche Vergangenheit gelungen, die mich sehr bewegt hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

bergisches land, erinnerungen, gelsenkirchen, gelsenkirchen-ueckendorf, hobbyermittlerin, kindesmissbrauch, kirche, pfarre, ruhrgebiet

Opferstock

Margit Kruse
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 02.08.2017
ISBN 9783839221365
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich begleite die Hobbyermittlerin Margareta Sommerfeld seit ihrem ersten Fall „Eisaugen“. Das vorliegende Buch „Opferstock“ ist bereits ihr fünfter Fall. Unerschrocken und vorlaut wie eh und je begibt sich die Miss Marple aus Gelsenkirchen, die eigentlich Verkäuferin in einem Kaufhaus für Damenoberbekleidung ist, wieder auf Spurensuche.


Diesmal geht es um einen erschlagenen Pfarrer, der in einer Kirche gefunden wird. Schon bald wird klar, dass er eine Menge Dreck am Stecken und einige Feinde hatte. In den 80er-Jahren hat er auf einer Jugendfreizeit einen seiner Schützlinge missbraucht. Er hat sich mit einigen Mitgliedern der Gemeinde angelegt, seine Angestellten schlecht behandelt. Eigentlich hat fast jeder ein Motiv. Margareta bekommt Unterstützung vom engelsgleichen Lehrer Jens, in den sie sich prompt verliebt. Auch er war damals bei der Jugendfreizeit im Bergischen Land dabei und sucht nach Spuren zum Mord.


Margit Kruse ist es wieder hervorragend gelungen, die Menschen im Ruhrgebiet zu beschreiben. Sie ist eben selbst eine echte Ruhrpottpflanze und weiß, worüber sie schreibt. Unnachahmlich schaut sie den Menschen aufs Maul und würzt ihre spannenden Krimis mit Lokalkolorit. Ich habe sehr oft schmunzeln müssen.


Bis zum Schluss hatte ich keinen blassen Schimmer, wer den Pfarrer auf dem Gewissen hatte. Immer wenn ich dachte, den Mörder entlarvt zu haben, kam wieder eine neue Fährte. Auch die Liebesgeschichte mit Jens bleibt spannend. Margareta, die sonst fast jeden Mann haben kann, stößt im Fall von Jens an ihre Grenzen. Ob es ihr gelingt, den frommen Lehrer zu verführen, und wie sie den Mörder überführt, sollte aber jeder selbst lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall wieder.

Fazit:

Spannender Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin und jeder Menge Lokalkolorit.

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Tags: bergisches land, gelsenkirchen, hobbyermittlerin, kindesmissbrauch, kirche, pfarre, ruhrgebiet   (7)
 

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2016, charakter, familie, geheimnisse, krimi, mord, regiona, sohn, spannen, stuttgart, tiefgreifend

Der achte Rabe

Marion Henneberg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Lauinger Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783765088148
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin war mir bisher durch ihre historischen Romane bekannt, die ich sehr gerne gelesen habe. „Der achte Rabe“ ist ihr erster Kriminalroman. Ich durfte ihn im Rahmen einer Leserunde mit der Autorin lesen und bin sehr begeistert.


Alexandra lebt mit ihrem Mann in Stuttgart. Vor fünf Jahren ist ihr Sohn Falko von einem auf den anderen Tag von zuhause weggegangen. Hinterlassen hat er nur einen Zettel mit der Aufforderung, nicht nach ihm zu suchen. Seither hat Alexandra nichts mehr von ihm gehört und gesehen. Als eines Tages die Polizei vor der Türe steht und ihr mitteilt, dass Falko erschlagen aufgefunden wurde, bricht eine Welt für sie zusammen. Aber schon bald beginnt sie, auf eigene Faust nach dem Mörder zu suchen. Weder ihr Mann noch ihre Tochter verstehen sie. Einzig bei ihrer Freundin Judith findet sie Halt und Unterstützung. Nach und nach wird ihr klar, was tatsächlich geschehen ist.


Marion Henneberg versteht es ausgezeichnet, den Leser in die Psyche ihrer Protagonisten blicken zu lassen. Dabei legt sie immer wieder falsche Fährten, sodass der Krimi durchgehend spannend bleibt. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr über die Mitglieder der Familie, aber auch über Freunde und Feinde. Erst nach und nach wird entschlüsselt, was damals und heute wirklich geschehen ist. Dabei sind alle Figuren authentisch beschrieben, niemand ist nur gut oder nur schlecht.


Sehr gut haben mir auch die beiden Kommissare Körschner und Beate Friesing gefallen. Sie bilden ein perfektes Team und sind beide sehr menschlich dargestellt. Von ihnen würde ich gerne noch mehr lesen.


Der Roman spielt in Stuttgart, ist aber nicht von zu viel Lokalkolorit belastet. Einige Örtlichkeiten werden beschrieben, was für Leser aus dem Raum Stuttgart sicherlich interessant ist. Ich selbst bin vom Niederrhein und fand die Schilderungen interessant, obwohl ich noch nie in Stuttgart war.


Fazit:

Marion Henneberg ist ein sehr spannender, psychologisch gut durchdachter Kriminalroman gelungen, der Lust auf mehr macht.

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ahnenforschung, entführung, erbe, geheimnisvoll, liebe, rasputin, revolution, russland, russ. revolution, sankt petersburg, spannend, st. petersburg, tereza vanek, zar, zarenreich

Das vergessene Erbe

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 482 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 11.04.2017
ISBN 9789963535934
Genre: Historische Romane

Rezension:

Tereza Vanek gehört seit ihrem allerersten Roman „Schwarze Seide“ zu meinen Lieblingsautorinnen, von der ich alle Bücher gelesen habe. Aus diesem Grund habe ich direkt am Erscheinungstag ihr neuestes Werk „Das vergessene Erbe“ auf meinen eBook-Reader geladen. Wer die gedruckte Version bevorzugt, bekommt den Roman übrigens mittlerweile auch als Taschenbuch. Die Geschichte hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Zeile gefesselt. Tereza Vaneks Bücher zeichnen sich immer durch außergewöhnliche Handlungsorte und liebevoll beschriebene Protagonisten aus. Im vorliegenden Buch begleitet der Leser eine deutsche Gouvernante ins Russland der Zarenzeit.


Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart findet die junge Sarah Walter auf dem Dachboden ihrer Großtante eine Kiste mit dem Nachlass einer Vorfahrin. Ihre Ururgroßmutter Antonia Walter ging als junge Frau nach Russland, um dort bei einer adeligen Familie als Gouvernante zu arbeiten. Noch ist der Zar an der Macht. Aber die Zeiten ändern sich, das Zarenreich ist im Umbruch. Antonia hat Kontakt zu Menschen, die Gerechtigkeit für die Leibeigenen wollen. Sie lernt einen Mann kennen. Doch die Liebe zu ihm ist verboten, denn er ist verheiratet. Ihre Ururenkelin Sarah begibt sich auf Spurensuche in St. Petersburg und begegnet dort ihrer Jugendliebe wieder.


Besonders Antonias Geschichte, die am Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, konnte mich fesseln. Als sie in Russland ankommt, ist sie eine junge Frau, die ihren Weg noch finden muss. Ihre Stellung bei einer adeligen Familie bringt sie in Kontakt mit anderen Adeligen. Aber wirklich fasziniert ist sie von den Menschen, die etwas im Land verändern wollen. Sie begegnet bekannten Persönlichkeiten, z. B. Grigori Rasputin, später auch Stalin. Dieser Teil des Romans hat mir einen interessanten Einblick in die russische Geschichte verschafft.


Aber auch Sarahs Geschichte konnte mich fesseln. Ihre Nachforschungen waren spannend zu lesen. In Sankt Petersburg begegnet sie nicht nur ihrer Jugendliebe wieder, sondern lernt auch dessen neuen „Freunde“, neureiche Russen, kennen. Wie die zu ihrem Reichtum gekommen sind, findet sie bald heraus und begibt sich damit in große Gefahr.

Fazit:

Tereza Vanek ist es wieder gelungen, einen fesselnden historischen Roman zu verfassen, der mich in einen Teil der Geschichte geführt hat, mit dem ich mich noch nie näher befasst hatte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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auswandern, heimat, heizungsableser, humor, immer aktuell, immigration, integration, kin, kindheit, kleinbürgerliche welt, krise, leben, neuanfang, polen, wien

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Radek Knapp
E-Buch Text: 128 Seiten
Erschienen bei Deuticke Verlag, 20.02.2017
ISBN 9783552063440
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch eine Leseprobe bei Vorablesen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich ein Exemplar zum Rezensieren bekommen habe. Schon der Titel „Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“ hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Wie isst man Luft? Und warum macht man das? Diese Frage wird in der Erzählung übrigens beantwortet.

 

Walerian wächst bis zu seinem zwölften Lebensjahr in Polen auf. Seine Mutter hat ihn nach einem Beruhigungsmittel benannt und kurz nach der Geburt bei ihren Eltern abgegeben, um ihre eigene Jugend genießen zu können. Als sie zurückkehrt, wandert sie mit ihm nach Wien aus. Der Junge spricht weder die Sprache noch fühlt er sich willkommen in seiner neuen Umgebung. Er wird auf eine Schule geschickt, die eher einer Verwahranstalt gleicht. Seine berufliche Laufbahn ist dann auch eher dürftig. Hinter allem steht immer wieder die Frage: Wo ist meine Heimat?

 

Obwohl das Schicksal Walerians eher traurig ist, hat Radek Knapp seine Erzählung in einer humorvollen Sprache verfasst. Sein Sprachwitz ist mir schon in der Leseprobe sehr angenehm aufgefallen. Der Autor hat eine besondere Gabe, seine Umgebung und seine Mitmenschen mit sehr viel Ironie zu beschreiben. Den Ernst der Lage verliert er dabei dennoch nicht aus den Augen. Immer wieder wird seine Hauptfigur nachdenklich und fragt sich, wo er zuhause ist. Am Ende findet er auf sehr ungewöhnliche Art und Weise eine Antwort auf diese Frage.

 

Bisher hatte ich noch nichts von Radek Knapp gelesen. Sein Schreibstil gefällt mir aber so gut, dass ich mit Sicherheit nach weiteren Erzählungen von ihm Ausschau halten werde.

 

Fazit:

Eine Erzählung mit viel Sprachwitz, die trotzdem zum Nachdenken anregt.

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Tags: auswanderer, heimat, österreich, polen, wien   (5)
 

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19. jahrhundert, 2016, beto, chicago, elekrtizität, elektrizität, frau, journalistin, reporterin, strom, usa, weltausstellung, weltausstellung chicago

Das Leuchten der Welt

Isabel Beto
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163792
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Autorin ist mir bereits unter anderem Namen und durch andere Werke bekannt. Ich mag ihre Bücher, die sich stets durch außergewöhnliche Themen und Handlungsorte auszeichnen, sehr gerne. Auch der vorliegende Roman „Das Leuchten der Welt“ spielt vor nicht alltäglicher Kulisse, nämlich auf der Weltausstellung in Chicago 1893.


Mit dem „Leuchten der Welt“ ist die Einführung des elektrischen Stroms und der Glühbirnen gemeint. Leider werden sowohl der Titel als auch das etwas kitschig anmutende rosarote Cover diesem Roman nicht gerecht. Isabel Beto ist eine spannende Geschichte gelungen, die mir Einblick in eine Zeit verschaffen konnte, mit der ich mich noch nie beschäftigt hatte. Neben den Erlebnissen der Protagonistin Bell, deren Traum es ist, wie ihr großes Vorbild Nellie Bly Journalistin zu werden, werden immer wieder Einblicke in den Kampf zwischen den Vertretern des Gleichstroms (Edison) und des Wechselstroms (Tesla) gewährt. Mit dieser Thematik hatte ich mich noch gar nicht befasst. Es war aufschlussreich zu lesen, wie ängstlich die Menschen damals auf diese technische Neuerung reagiert haben.


Die zweite Hauptfigur ist Solomon Jones, ein Tagelöhner und etwas dubioser Geselle, der Bell hilft, nachdem der Zug, mit dem sie reiste, überfallen wurde. Als Bell ihn bittet, sie nach Chicago zu begleiten, willigt er ein, weil er den Lohn gut gebrauchen kann. Denn er wird eines Verbrechens verdächtigt, das er meint, nicht begangen zu haben. Aber er hat eine Gedächtnislücke und hofft, dass der berühmte Nikola Tesla ihm helfen kann. Ob Solomon schuldig ist oder nicht, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Der Weg zur Lösung wird von Isabel Beto aber äußerst spannend und unterhaltsam geschildert.

Fazit:

Wer sich von dem kitschigen Cover und dem seltsamen Titel nicht abschrecken lässt, bekommt einen spannenden, unterhaltsamen und lehrreichen Roman über eine außergewöhnliche Frau zu lesen.

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enteignung der jude, erster weltkrie, erster weltkrieg, familiengeschichte, familiensaga, flucht aus nazideutschland, generationengeschichte, hamburg, hamburg 1914, historischer roman, holocaust, juden, judenverfolgung, judenvernichtung, zweiter weltkrieg

Die silberne Spieldose

Mina Baites
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.03.2017
ISBN 9781477820520
Genre: Historische Romane

Rezension:

Iris Klockmann zählt von ihrem ersten Roman an zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie hat bisher mit ihrem Schreibpartner Peter Hoeft unter dem Pseudonym Gerit Bertram und alleine unter dem Pseudonym Anna Levin diverse Romane veröffentlicht, die mir alle sehr gut gefallen haben. Nun schreibt sie für Tinte & Feder unter einem neuen Pseudonym: Mina Baites. Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte, die anhand einer Spieldose, die durch die Jahrzehnte immer wieder in einer Familie weitergegeben wird, erzählt wird.


Die Geschichte beginnt kurz vor dem ersten Weltkrieg. Der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal sieht es als seine Pflicht an, für Deutschland, sein Heimatland, in den Krieg zu ziehen. Bevor er geht, fertigt er für seinen Sohn Paul eine silberne Spieldose an. Als Paul erwachsen ist und selbst eine Familie gründet, kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Der Hass auf Juden wächst, das Juweliergeschäft wird zerstört. Paul flieht aus Hamburg. Mitte der Sechziger Jahre taucht die Spieldose in London wieder auf. Eine junge Frau erbt sie und begibt sich auf Spurensuche.


Der eigentliche Protagonist dieses Romans ist die Spieldose. Es hat mich fasziniert, wie sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde und ich anhand ihres Weges die Geschichte und das Schicksal der Familie Blumenthal verfolgen durfte. Mit Spannung und wachsendem Grauen habe ich die Gefahr durch die Nazis förmlich miterlebt. Besonders bewegend fand ich das Verhalten von ehemaligen Freunden und Nachbarn, die zum Teil noch zu den Blumenthals hielten und zum Teil plötzlich gegen sie waren.


Ein Teil der Familie war nach Südafrika ausgewandert. Auch diese Geschichte fand ich interessant, denn über das Schicksal der Juden in Südafrika war mir bisher gar nichts bekannt. Andere Mitglieder der Familie wollten oder konnten nicht fortgehen und mussten mitansehen, wie sie und ihre Glaubensgenossen gedemütigt und vernichtet wurden.


Mich hat noch keines der Bücher von Iris Klockmann so sehr bewegt und beschäftigt wie „Die silberne Spieldose“. Ich habe mit den Protagonisten geliebt, gelebt, gehofft, gebangt. Der Roman hat mich praktisch in die Familie Blumenthal gezogen. Ich liebe dieses Buch! In diesem Fall kann ich keine Leseempfehlung aussprechen, sondern einen Lesebefehl!


Fazit:

Ich weiß nicht, wann mich zum letzten Mal ein Roman so sehr bewegt hat. Mina Baites ist eine außergewöhnliche Geschichte gelungen, die zeigt, wozu Menschen in ihrem blinden Hass fähig sein können. Unbedingt lesen!


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Tags: erster weltkrieg, familiensaga, hamburg, holocaust, juden, lübeck, südafrika, zweiter weltkrieg   (8)
 

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1920er jahre, 2017, abenteuer, dschungel, expedition, frankreich, frau, lemuren, levin, madagaskar, mord, regenwald, rituale und gebräuche, tierauffangstation, tiere

Im Schatten des Flammenbaums

Anna Levin
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.02.2017
ISBN 9783734102615
Genre: Romane

Rezension:

Anna Levin ist das Pseudonym einer Autorin, die mich bereits unter anderen Namen und mit ihren beiden vorherigen Büchern „Das Korallenhaus“ und „Das Lied der Sturmvögel“ begeistern konnte. Nun liegt endlich ihr neuestes Werk vor. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Autorin mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können.


Als Handlungsort hat Anna Levin dieses Mal Madagaskar gewählt, ein Land, über das ich zugegebenermaßen bisher wenig bis gar nichts wusste. Die Protagonistin Louise Bernard ist nicht minder außergewöhnlich und interessant. Sie arbeitet im Jahr 1926 in einer Pariser Autowerkstatt als Mechanikerin, und zwar in keiner geringeren als der vom Autohersteller Citroën. Ihr Zwillingsbruder weilt in Madagaskar, wo er eine Tierauffangstation betreut. Als André Citroën ein Automobil an eine Missionsstation in Madagaskar stiften will, sucht er Freiwillige, die den Transport des Fahrzeugs begleiten. Louise meldet sich spontan und bekommt schließlich, trotz anfänglicher Skepsis des Firmeninhabers, diese Aufgabe zugeteilt. Sie ist überglücklich, ihren Bruder und dessen Frau endlich sehen zu können. Doch schon bald muss sie feststellen, dass die faszinierende Welt, in der ihr Bruder jetzt lebt, auch ihre Schattenseiten hat. Als sogar Morde geschehen, ist auch Louises Leben in Gefahr.


Anna Levin besitzt die Gabe, mit ihrer Sprache Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, die lebendiger kaum sein könnten. Gerade wenn ich über ein Land lese, das mir vorher nahezu unbekannt war, finde ich es immer interessant, mir nach der Lektüre im Internet nähere Details anzuschauen. Oft sehe ich dann Orte, die ähnlich sind, wie ich sie mir vorgestellt habe während des Lesens. Bei Anna Levin ist es so, dass meine Vorstellungen und die im Internet abgebildete Realität ziemlich deckungsgleich sind. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.


Sehr aufschlussreich fand ich auch die Arbeit in der Tierauffangstation, die von Louises Bruder geleistet wird. Mir war noch nie bewusst, dass auch Tiere im Urwald verletzt werden können und dann gepflegt und wieder ausgewildert werden müssen. Mit Ausnahme der Serie „Daktari“, die ich als Kind geschaut habe, und Besuchen im Zoo bin ich mit diesen exotischen Tieren noch nie in Berührung gekommen. Umso mehr konnte die Autorin mich mit ihren liebevollen Beschreibungen der Lemuren und anderer Tiere berühren und fesseln.


Louises Geschichte steht aber natürlich trotz aller Faszination über Flora und Fauna im Mittelpunkt des Geschehens. Ihren Mut und ihre Entschlossenheit – und das in den 1920er Jahren – habe ich sehr bewundert. Mit welcher enormen Willenskraft sie sich immer weiter an ihr Ziel herantastet, hat mich atemlos Seite um Seite umblättern lassen.

Fazit:

Anna Levin ist wieder ein faszinierender und fesselnder Roman in einer exotischen Umgebung gelungen.

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Tags: dschungel, frankreich, frau, madagaskar, tiere   (5)
 

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agenten, brd, ddr, deutschland, spionage, thriller

Stirb, Romeo!

Stefan Keller
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219799
Genre: Krimi und Thriller

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action, berlin, corpsgeist, deutschland, drogendealer, flucht, frauenverachtend, gewalt, kettenhunde, mobbing, mord, notwehr, selbstjustiz, thriller, verfolgungsjagd

Die Kettenhunde

Claudius Crönert
E-Buch Text: 395 Seiten
Erschienen bei Fahrenheitbooks, 12.01.2017
ISBN 9783492983167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe schon einige Bücher von Claudius Crönert gelesen, sowohl historische Romane als auch Krimis. Alle Werke haben mir sehr gut gefallen. Ich mag seinen Schreibstil. Im Rahmen einer Leserunde konnte ich nun, vom Autor begleitet, sein neustes Werk kennenlernen. Auch dieser Thriller hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, durchgehend Spannung zu erzeugen und seine Figuren lebendig und authentisch zu beschreiben.

Larissa Rewald ist eine junge Polizistin, die gerade von der Sitte zum Drogendezernat gewechselt ist, weil sie mit den Schicksalen in der Abteilung nicht mehr klarkam. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Berlin. Ihr neuer Arbeitsplatz ist allerdings ganz anders, als sie ihn sich vorgestellt hat. Sie hat vier männliche Kollegen, die sie ausgrenzen und nicht in ihre Arbeit einbeziehen. Diese vier sind eine eingeschworene Gemeinschaft, nennen sich sogar „Die Kettenhunde“. Als bei der Verhaftung eines Drogenhändlers dieser erschossen wird, versuchen die Kollegen, die Tat Larissa in die Schuhe zu schieben. Doch anstatt sich in ihr Schicksal zu ergeben, ergreift sie die Flucht und versucht alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Ein spannendes Wettrennen beginnt.

Claudius Crönert deckt im Laufe der Geschichte immer mehr auf von den seltsamen Machenschaften der „Kettenhunde“. Dazwischen schildert er immer wieder auf extrem spannende Art und Weise die Jagd auf Larissa. Der Leser lernt aber auch die Figuren immer besser kennen. Insbesondere eine abgrundtief böse Figur fand ich grandios beschrieben. Larissas Leben und Werdegang ließen mich ihr Handeln, ihr anscheinend sinnloses Weglaufen, sehr gut nachvollziehen. Auf ihrer Flucht begegnen ihr immer wieder Menschen, die zum Teil nur eine Nebenrolle spielen, aber trotzdem sehr gut beschrieben waren. Hier hat mir besonders Reiner gefallen, ein Mann, der freiwillig auf der Straße lebt und Larissa unterstützt. Er war mein Held der Geschichte.

Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und mündet in einem furiosen Finale. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Larissa Rewald in weiteren Fällen in Berlin ermittelt. Auch eine Verfilmung des Stoffes fände ich sehr gut. Beim Lesen hat sich dieser Film auf jeden Fall schon in meinem Kopf abgespielt.

Fazit:

Claudius Crönert ist mit „Die Kettenhunde“ ein äußerst spannender Thriller gelungen, der nicht nach dem üblichen Muster gestrickt ist.

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Tags: berlin, drogen, mobbing, mord   (4)
 

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Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Lars Simon ist mir bereits durch seine humorvolle Reihe um Torsten Brettschneider bekannt. Ich habe diese Bücher sehr gerne gelesen. Nun ist der erste Teil einer neuen Reihe erschienen, die einige Fantasyelemente beinhaltet. Obwohl das Genre Fantasy normalerweise nicht zu meinen bevorzugten gehört, habe ich des Autors wegen doch zu diesem Roman gegriffen und es keine einzige Zeile lang bereut.


Lennart Malmkvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der zufrieden und mehr oder weniger glücklich in Göteborg lebt. Im Erdgeschoss des Hauses, in dem er lebt, befindet sich ein Laden für Zauber- und Scherzartikel. Dessen Inhaber Buri Bolmen kommt eines Tages auf seltsame Art und Weise ums Leben. Zudem widerfahren Lennart ab diesem Zeitpunkt merkwürdige Dinge. Ihm begegnet ein Leierkastenmann, den offensichtlich nur er sehen kann. Bei einem wichtigen Kundengespräch kann er auf einmal nicht mehr richtig reden. Als er dann noch erfährt, dass Buri Bolmen ihm seinen Laden mitsamt dem Mops Bölthorn vererbt hat, versteht Lennart die Welt nicht mehr. Aber es soll noch schlimmer kommen …


Lars Simon hat in seinem neuesten Werk Humor und Fantasy aufs Trefflichste vereint. Die Figuren und die Story sind zum Teil so skurril, dass ich beim Lesen laut lachen musste. Allen voran wäre da natürlich der seltsame Mops Bölthorn zu nennen, der sprechen kann und Lennart nach und nach mit der Magie vertraut macht. Aber auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll gezeichnet. Besonders hat mir Lennarts Nachbarin Maria gefallen, eine Italienerin, die Musik und Kochen über alles liebt. Außerdem gibt es noch Frederik, Lennarts Freund, der ein echter Nerd ist und Lennart unterstützt.


Die Geschichte wird immer rätselhafter und hält einige Überraschungen für den Leser parat. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die ich mit absoluter Sicherheit auch lesen werde.



Fazit:

Humorvolle Fantasy, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

eifersucht, entführung, erpressung, humor, just verloren, krankenhaus, krankenschwester, krimi, literaturkritik, literaturkritike, lösegeldforderung, mord, potsda, potsdam, spannend

Gestorben wird immer

Christine Anlauff
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei bebra verlag, 05.09.2016
ISBN 9783898095433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Christine Anlauff war mir bereits durch ihre Katzen-Krimi-Reihe an Herz gewachsen. Der vorliegende Roman „Gestorben wird immer“ ist der zweite Teil mit dem Protagonisten Just Verloren, einem Potsdamer Literaturkritiker, der nebenbei einen Blog betreibt. Auch diese Reihe gefällt mir ausgesprochen gut.

 

Just Verloren liegt nach einem Fahrradunfall im Krankenhaus. Er wird liebevoll von der Krankenschwester Renate umsorgt, die sich sogar Zeit nimmt, mit ihm Schach zu spielen und ihm selbstgemachte Filzpantoffeln von zuhause mitbringt. Am Tag als Just entlassen wird, erscheint Renate nicht zur Arbeit, meldet sich auch nicht krank. Just wittert, dass etwas nicht stimmt und sucht Kontakt zu ihrem Ehemann, der nach langem Zögern erzählt, dass er einen Erpresserbrief erhalten hat. Und prompt ist Just nicht mehr zu halten und übernimmt die Ermittlungen. Er arrangiert die Geldübergabe und schnüffelt im Umfeld von Renate herum. Die Polizei lässt er außen vor, ganz wie der Entführer es verlangt hat. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die Zeit läuft dem Hobbyermittler langsam davon.

 

Christine Anlauff hat es mal wieder geschafft, mich mit einer Vielzahl an Fährten gekonnt an der Nase herumzuführen. Immer wenn ich dachte, jetzt sei ich dem Täter endlich auf der Spur, hat sie meine „Ermittlungen“ wieder zerstört. Der Krimi blieb spannend bis zum Schluss.

 

Man merkt den Büchern der Autorin ihre Liebe zu Potsdam an. Wer Potsdam bereits kennt, wird vieles wiedererkennen in ihren Romanen. Wer es noch nicht kennt, wird mit Sicherheit bald Lust dazu verspüren, diese wunderbare Stadt einmal zu besuchen. Neben dem Lokalkolorit und der Spannung verfügt dieser Roman aber auch über eine gehörige Portion Wortwitz, was besonders zutage tritt, wenn Just Verloren zu Wort kommt. Sprachlich sind Frau Anlauffs Bücher ein Genuss.

 

Ich hoffe sehr, dass diese Reihe mit Just Verloren fortgesetzt wird, würde mich aber auch über einen weiteren Katzenkrimi aus der Feder der Autorin freuen. Was auch kommen mag, ich werde Christine Anlauff in jedem Fall treu bleiben.

 

Fazit:

Spannend erzählte Geschichte mit viel Wortwitz und einer Portion Lokalkolorit.

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Tags: blogger, entführung, literaturkritike, potsdam   (4)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

britisch, cornwall, hobbyermittleri, hobbyermittlerin, krimi, kriminalisieren, krimireihe, mord, reihe, riesen erfolg, seniorenresidenz, seniorenstift, verdacht, verlag dryas, verschwörung

Gestorben wird früher

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 06.09.2016
ISBN 9783940258632
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf diese Reihe bin ich durch eine Leserunde aufmerksam geworden. Obwohl „Gestorben wird früher“ bereits der sechste (und letzte) Band der Reihe um die Hobbyermittlerin Mabel Clarence ist, habe ich den Quereinstieg in die Serie gewagt und es keinen Moment bereut.


Die ehemalige Krankenschwester Mabel arbeitet als Haushaltshilfe für den Tierarzt Victor in Cornwall. Wie es der Zufall will, passieren in ihrem Umfeld ständig Verbrechen. In feinster Miss-Marple-Manier begibt sich Mabel auf Spurensuche, zeitweise unterstützt von ihrem Chef und Freund Victor. Die örtliche Polizei ist weniger glücklich über die resolute Dame, die ihnen immer eine Nasenlänge voraus zu sein scheint.


Im aktuellen Band bekommt Mabel Besuch von einer Frau, die meint, ihre Freundin Elisabeth Bennett sei in einem vornehmen Seniorenstift vom Leben zum Tode befördert worden. Offiziell soll sie an einem Herzleiden verstorben sein. Aber das glaubt ihre Freundin nicht. Mabel mietet sich kurzerhand in dem Seniorenstift ein, um der Sache auf die Spur zu kommen. Schon bald merkt sie, dass dort nicht alles so seriös zugeht, wie es nach außen hin erscheinen soll. Als ein weiterer Mord geschieht, sieht sie sich in ihrem Verdacht bestätigt. Doch die Polizei schenkt ihr nach wie vor keinen Glauben. Kann sie die Morde beweisen?


Die Autorin hat es meisterhaft verstanden, meinen Spürsinn anzuregen und mich prompt an der Nase herumgeführt. Die Landschaft Cornwalls wird, genau wie ihre Bewohner, wunderbar beschrieben. Miss Mabel war mir gleich ans Herz gewachsen. Ihre resolute und selbstsichere Art gefällt mir sehr.


Dass ich die ersten Teile dieser Reihe nicht gelesen hatte, war kein Problem. In kurzen Rückblenden erzählt Rebecca Michéle, was in den vorherigen Bänden Wichtiges passiert ist. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen. Leider ist die Geschichte von Mabel und Victor jetzt zu Ende erzählt. Aber wie ich erfahren durfte, wird es eine Fortsetzung mit einer anderen Protagonistin am selben Ort geben.

Fazit:

Spannende und humorvolle Reihe, die in diesem sechsten Band leider schon ihr Ende gefunden hat.

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Tags: cornwall, krimi, mord, reihe, seniorenstift   (5)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kochen, mord, ruhrgebiet, ruhrpott

Rosensalz

Margit Kruse
Flexibler Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219249
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Reihe um Margareta Sommerfeld, die „Miss Marple aus dem Ruhrgebiet“, verfolge ich bereits ab dem ersten Band „Eisaugen“. Die Figur und ihr skurriles Umfeld sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass ich jeden neuen Band mit Spannung erwarte und sogar schon zu Lesungen nach Gelsenkirchen gefahren bin, um die Autorin live zu erleben.

 

„Rosensalz“ ist mittlerweile der vierte Fall für Margareta Sommerfeld, die eigentlich Verkäuferin in der Damenoberbekleidungsabteilung eines Kaufhauses in Gelsenkirchen ist. Aber sie kann es nicht lassen, sich in Mordermittlungen einzumischen. Und schon gar nicht, wenn eine Leiche direkt vor ihrer Haustüre liegt. Daran ändert auch ihr neuer Lebensgefährte, der Kommissar Stefan Kornblum, nichts.

Die Ermordete ist eine Dame aus der Nachbarschaft, die sich mit drei anderen Frauen regelmäßig zu Kochrunden im Stil von „Das perfekte Dinner“ trifft. Schon bald verschwindet die zweite Frau aus dieser Runde. Am Tatort lässt der Täter stets ein Gläschen Rosensalz zurück.

 

Zu allem Übel erscheint auch noch Margaretas Onkel Gernot auf der Bildfläche. An ihn hat sie gar keine guten Erinnerungen, hat er sie doch als Jugendliche unsittlich berührt und gilt in der ganzen Siedlung als Sittenstrolch. Ist er vielleicht auch der Rosensalzmörder? Oder war es vielleicht der unsympathische Witwer des Mordopfers? Oder der Freund der Entführten? Oder vielleicht doch jemand ganz anderes?

 

Obwohl ich schon recht früh geahnt habe, auf wessen Konto die Verbrechen gehen könnten, war es doch sehr spannend, Margaretas Ermittlungen zu verfolgen. Sie begibt sich mehr als einmal selbst in Gefahr, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Neben aller Spannung kommt aber auch der Humor in Margit Kruses Büchern nicht zu kurz. Selbst ein echtes Kind des Ruhrpotts, versteht sie es ausgezeichnet, die Menschen und ihre Eigenarten zu beschreiben. Einzelne Sätze im typischen Dialekt des Ruhrgebiets runden das amüsante Lesevergnügen ab.

 

Da es in diesem Krimi ums Kochen geht, befinden sich im Anhang noch einige typische Ruhrpott-Rezepte, die im Buch Erwähnung finden. Die Gerichte sind nicht allzu kompliziert, sodass man sie leicht nachkochen kann.

 

Das einzige Manko an Margit Kruses Büchern ist, dass ich sie immer viel zu schnell verschlungen habe und dann wieder auf Nachschub warten muss, der hoffentlich bald erscheint.


Fazit:

Spannende und witzige Unterhaltung, die mich immer wieder begeistert.

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Tags: kochen, mord, ruhrgebiet, ruhrpott   (4)
 

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

ellin carsta, gefahr, heidelberg, heiler, heilerin, johanne, kinde, köln, lesunge, madle, medicus, medizin, mord, morde, worms

Die heimliche Heilerin und der Medicus

Ellin Carsta
E-Buch Text: 380 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 19.07.2016
ISBN 9781503994362
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem ich bereits die ersten beiden Bücher, die Petra Mattfeldt unter ihrem Pseudonym Ellin Carsta veröffentlicht hat, gelesen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung von „Die heimliche Heilerin“ lesen. Auch dieser Roman konnte mich wieder fesseln, wenn ich ihn auch etwas schwächer fand als den ersten Teil.

 

Seit Madlens Unschuld bewiesen wurde, sind sieben Jahre vergangen. Sie hat Johannes geheiratet, mit ihm zwei Kinder bekommen und lebt mit ihm in Köln. Von ihrer heimlichen Leidenschaft, dem Heilen, hat sie seit damals die Finger gelassen. Sie geht voll in ihrer Aufgabe als Ehefrau und Mutter auf. Als die Familie erfährt, dass Johannes' Vater schwer erkrankt ist, reisen sie nach Worms. Die Situation, die sie dort vorfinden, ist leider sehr viel schlimmer als angenommen. Doch Johannes muss schon bald zurück nach Köln, wo er im Auftrag seines Arbeitgebers, dem Bischof, einen Mord aufklären soll. Derweil lernt Madlen in Worms einen Medicus kennen, der ihr berichtet, dass in Salerno auch Frauen Medizin studieren dürfen. Er bietet ihr an, ihn nach Heidelberg zu begleiten, um an seinen Lesungen an der dortigen Universität teilzunehmen. Dies stößt allerdings nicht nur bei den ausschließlich männlichen Kommilitonen auf Unverständnis.

 

Madlen hat sich zu einer selbstbewussten und liebevollen Frau und Mutter entwickelt. Sie wird in allem von ihrem Mann Johannes unterstützt. Doch dieser gerät in diesem zweiten Band der Reihe selbst in Gefahr, als er Morde in Köln aufklären soll. Durch die räumliche Trennung der beiden bekommt er zunächst nicht mit, dass seine Frau an Vorlesungen teilnimmt. Als er es erfährt, ist seine Reaktion eher etwas übertrieben, wie ich finde.

 

Was mir an diesem Roman nicht ganz so gut gefallen hat, war der Wechsel zwischen den beiden Handelssträngen. Johannes‘ Mordermittlungen haben mich weniger interessiert als Madlens Schicksal in Heidelberg. Obwohl auch dieser Teil der Geschichte spannend erzählt war, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin weniger über die Geschehnisse in Köln schreibt.

 

Wie ich mittlerweile erfahren habe, wird es auch noch einen dritten Teil um die Heilerin Madlen geben. Auf diesen bin ich bereits sehr gespannt.

Fazit:

Spannende Fortsetzung der Madlen-Reihe, in der die heimliche Heilerin zur selbstbewussten Frau wird.

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Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bereits die Leseprobe auf Vorablesen.de konnte mich überzeugen. Der Einstieg in Liats und Chilmis Geschichte war so bewegend und in einer sehr poetischen Sprache geschildert, dass ich den Roman unbedingt lesen wollte. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, ein kostenloses Leseexemplar vom Verlag zu bekommen.


Die Israelin Liat hat ein Stipendium in den USA und lebt in New York. In einem Café lernt sie den Künstler Chilmi kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Leider gibt es ein Problem: Chilmi ist Palästinenser. Eine Liebe zwischen ihnen ist eigentlich unmöglich. Zu Anfang will Liat schnell die Affäre beenden. Doch es gelingt ihr nicht. So wird aus der Affäre schnell eine ausweglose Liebe. Denn Liat hat bereits ihr Rückflugticket nach Israel in der Tasche. Die Tage der Liebe sind gezählt.


In diesem Roman werden nicht nur die schönen Momente der Liebe beschrieben. Auch die Konflikte der Protagonisten finden immer wieder Erwähnung. Hier konnte ich Liat manchmal nicht verstehen. Sie verletzt Chilmi regelmäßig, indem sie ihn verleugnet. Ich hatte durchaus Verständnis dafür, dass sie nicht wollte, dass ihre Eltern von dieser Verbindung erfahren. Aber in ihrer Wortwahl ist sie oft sehr grob. Das führte dazu, dass mir diese Figur im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde. Chilmi geht dagegen offener mit seiner Liebe um. Seinen Eltern erzählt er nichts, aber seinen Bruder lernt Liat durchaus kennen.


Immer wieder finden auch die politischen Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern in Form von Diskussionen Erwähnung. Hier wiederholt sich die Autorin leider öfters, sodass das Buch einige Längen hatte. Dafür muss ich leider einen Stern abziehen. Ansonsten konnte mich der Roman aber vor allem mit seiner poetischen Sprache fesseln und hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Sehr bezeichnend finde ich, dass das Werk in Israel von der Lektüreliste der Oberstufe gestrichen wurde. Das ist eigentlich noch ein Grund mehr, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Ich glaube, die Erziehungsministerin hat mit ihrer Aktion genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie eigentlich wollte.

Fazit:

Sehr bewegend erzählte Geschichte einer Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

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Tags: israel, juden, liebe, new york, palästinenser, usa   (6)
 

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Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 22-jährige Ella Wittkamp fährt nach dem Tod ihrer Mutter von Berlin nach München zu einer Adresse, die sie im Nachlass ihrer Mutter gefunden hat. Dort trifft sie auf Professor Constantin Lutz, der sie anderen als seine Nichte vorstellt. Bei ihm lernt sie den jungen Jobst von Kirchenreuth kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Nur wenig später heiratet Ella ihn und damit auch seine Familie. Die von Kirchenreuths sind eine Industriellenfamilie, die sich selbst zur besseren Gesellschaft zählt. Neben Jobsts Eltern lebt noch sein Bruder Falk nebst Gattin Viktoria und den Zwillingen Klara und Charlotte im Haus. Besonders Viktoria scheint die Frau ihres Schwagers nicht zu gefallen. Sie macht ihr schon bald das Leben schwer und will ihr nachweisen, dass sie nur eine Hochstaplerin ist. Doch der Professor, der mittlerweile verstorben ist, hat für diesen Fall vorgesorgt und Ella eine Mappe mit brisanten Unterlagen überlassen.


Wie schon in ihrem vorherigen Werk „Tanz des Vergessens“ hat Heidi Rehn auch diesen Roman zwischen den beiden Weltkriegen angesiedelt. Hier beginnt die Geschichte 1927. Die Nazis sind im Kommen und werden von der besseren Gesellschaft Münchens unterstützt. Auch ein Mitglied von Ellas neuer Familie sympathisiert mit der neuen Partei. Ella ist zunächst sehr glücklich mit Jobst, stellt aber schon bald fest, dass sie mehr oder weniger im goldenen Käfig lebt. Ihre Schwägerin Viktoria versucht, etwas über Ellas Vergangenheit herauszufinden. Da Ella selbst nicht allzu viel über ihre Eltern weiß, begibt sie sich selbst auf Spurensuche.

Sehr gut hat mir gefallen, dass Heidi Rehn wieder Figuren aus ihren vorherigen Romanen in die Handlung eingeflochten hat. Ich freue mich immer sehr, wenn ich auf diese Weise „alten Bekannten“ wiederbegegne.


Die Figuren waren durchweg gut gezeichnet. Neben Ella haben mir besonders deren Freundin Rieke und Jobsts Freund Wolf sehr gut gefallen. Viktoria, die scheinbar eher eine bösartige Frau ist, hat mich auf besondere Art gefesselt. Im Laufe der Geschichte konnte ich ihr Handeln immer besser nachvollziehen.


Ein Glossar und ein Nachwort der Autorin am Ende des Buches sind sehr hilfreich. Ich freue mich schon auf weitere spannende Werke aus der Feder der Autorin, die ich mit Sicherheit auch wieder lesen werde.

Fazit:

Spannender Einblick in das Leben der besseren Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen.

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