Zabou1964

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

wien, humor, polen, integration, auswandern

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Radek Knapp
E-Buch Text: 128 Seiten
Erschienen bei Deuticke Verlag, 20.02.2017
ISBN 9783552063440
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch eine Leseprobe bei Vorablesen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich ein Exemplar zum Rezensieren bekommen habe. Schon der Titel „Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“ hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Wie isst man Luft? Und warum macht man das? Diese Frage wird in der Erzählung übrigens beantwortet.

 

Walerian wächst bis zu seinem zwölften Lebensjahr in Polen auf. Seine Mutter hat ihn nach einem Beruhigungsmittel benannt und kurz nach der Geburt bei ihren Eltern abgegeben, um ihre eigene Jugend genießen zu können. Als sie zurückkehrt, wandert sie mit ihm nach Wien aus. Der Junge spricht weder die Sprache noch fühlt er sich willkommen in seiner neuen Umgebung. Er wird auf eine Schule geschickt, die eher einer Verwahranstalt gleicht. Seine berufliche Laufbahn ist dann auch eher dürftig. Hinter allem steht immer wieder die Frage: Wo ist meine Heimat?

 

Obwohl das Schicksal Walerians eher traurig ist, hat Radek Knapp seine Erzählung in einer humorvollen Sprache verfasst. Sein Sprachwitz ist mir schon in der Leseprobe sehr angenehm aufgefallen. Der Autor hat eine besondere Gabe, seine Umgebung und seine Mitmenschen mit sehr viel Ironie zu beschreiben. Den Ernst der Lage verliert er dabei dennoch nicht aus den Augen. Immer wieder wird seine Hauptfigur nachdenklich und fragt sich, wo er zuhause ist. Am Ende findet er auf sehr ungewöhnliche Art und Weise eine Antwort auf diese Frage.

 

Bisher hatte ich noch nichts von Radek Knapp gelesen. Sein Schreibstil gefällt mir aber so gut, dass ich mit Sicherheit nach weiteren Erzählungen von ihm Ausschau halten werde.

 

Fazit:

Eine Erzählung mit viel Sprachwitz, die trotzdem zum Nachdenken anregt.

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Tags: auswanderer, heimat, österreich, polen, wien   (5)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

weltausstellung, chicago, elektrizität, journalistin, 19. jahrhundert

Das Leuchten der Welt

Isabel Beto
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163792
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Autorin ist mir bereits unter anderem Namen und durch andere Werke bekannt. Ich mag ihre Bücher, die sich stets durch außergewöhnliche Themen und Handlungsorte auszeichnen, sehr gerne. Auch der vorliegende Roman „Das Leuchten der Welt“ spielt vor nicht alltäglicher Kulisse, nämlich auf der Weltausstellung in Chicago 1893.


Mit dem „Leuchten der Welt“ ist die Einführung des elektrischen Stroms und der Glühbirnen gemeint. Leider werden sowohl der Titel als auch das etwas kitschig anmutende rosarote Cover diesem Roman nicht gerecht. Isabel Beto ist eine spannende Geschichte gelungen, die mir Einblick in eine Zeit verschaffen konnte, mit der ich mich noch nie beschäftigt hatte. Neben den Erlebnissen der Protagonistin Bell, deren Traum es ist, wie ihr großes Vorbild Nellie Bly Journalistin zu werden, werden immer wieder Einblicke in den Kampf zwischen den Vertretern des Gleichstroms (Edison) und des Wechselstroms (Tesla) gewährt. Mit dieser Thematik hatte ich mich noch gar nicht befasst. Es war aufschlussreich zu lesen, wie ängstlich die Menschen damals auf diese technische Neuerung reagiert haben.


Die zweite Hauptfigur ist Solomon Jones, ein Tagelöhner und etwas dubioser Geselle, der Bell hilft, nachdem der Zug, mit dem sie reiste, überfallen wurde. Als Bell ihn bittet, sie nach Chicago zu begleiten, willigt er ein, weil er den Lohn gut gebrauchen kann. Denn er wird eines Verbrechens verdächtigt, das er meint, nicht begangen zu haben. Aber er hat eine Gedächtnislücke und hofft, dass der berühmte Nikola Tesla ihm helfen kann. Ob Solomon schuldig ist oder nicht, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Der Weg zur Lösung wird von Isabel Beto aber äußerst spannend und unterhaltsam geschildert.

Fazit:

Wer sich von dem kitschigen Cover und dem seltsamen Titel nicht abschrecken lässt, bekommt einen spannenden, unterhaltsamen und lehrreichen Roman über eine außergewöhnliche Frau zu lesen.

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Tags: chicago, elekrtizität, frau, journalistin, usa, weltausstellung   (6)
 

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hamburg, südafrika, juden, baites, holocaust

Die silberne Spieldose

Mina Baites
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.03.2017
ISBN 9781477820520
Genre: Sonstiges

Rezension:

Iris Klockmann zählt von ihrem ersten Roman an zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie hat bisher mit ihrem Schreibpartner Peter Hoeft unter dem Pseudonym Gerit Bertram und alleine unter dem Pseudonym Anna Levin diverse Romane veröffentlicht, die mir alle sehr gut gefallen haben. Nun schreibt sie für Tinte & Feder unter einem neuen Pseudonym: Mina Baites. Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte, die anhand einer Spieldose, die durch die Jahrzehnte immer wieder in einer Familie weitergegeben wird, erzählt wird.


Die Geschichte beginnt kurz vor dem ersten Weltkrieg. Der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal sieht es als seine Pflicht an, für Deutschland, sein Heimatland, in den Krieg zu ziehen. Bevor er geht, fertigt er für seinen Sohn Paul eine silberne Spieldose an. Als Paul erwachsen ist und selbst eine Familie gründet, kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Der Hass auf Juden wächst, das Juweliergeschäft wird zerstört. Paul flieht aus Hamburg. Mitte der Sechziger Jahre taucht die Spieldose in London wieder auf. Eine junge Frau erbt sie und begibt sich auf Spurensuche.


Der eigentliche Protagonist dieses Romans ist die Spieldose. Es hat mich fasziniert, wie sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde und ich anhand ihres Weges die Geschichte und das Schicksal der Familie Blumenthal verfolgen durfte. Mit Spannung und wachsendem Grauen habe ich die Gefahr durch die Nazis förmlich miterlebt. Besonders bewegend fand ich das Verhalten von ehemaligen Freunden und Nachbarn, die zum Teil noch zu den Blumenthals hielten und zum Teil plötzlich gegen sie waren.


Ein Teil der Familie war nach Südafrika ausgewandert. Auch diese Geschichte fand ich interessant, denn über das Schicksal der Juden in Südafrika war mir bisher gar nichts bekannt. Andere Mitglieder der Familie wollten oder konnten nicht fortgehen und mussten mitansehen, wie sie und ihre Glaubensgenossen gedemütigt und vernichtet wurden.


Mich hat noch keines der Bücher von Iris Klockmann so sehr bewegt und beschäftigt wie „Die silberne Spieldose“. Ich habe mit den Protagonisten geliebt, gelebt, gehofft, gebangt. Der Roman hat mich praktisch in die Familie Blumenthal gezogen. Ich liebe dieses Buch! In diesem Fall kann ich keine Leseempfehlung aussprechen, sondern einen Lesebefehl!


Fazit:

Ich weiß nicht, wann mich zum letzten Mal ein Roman so sehr bewegt hat. Mina Baites ist eine außergewöhnliche Geschichte gelungen, die zeigt, wozu Menschen in ihrem blinden Hass fähig sein können. Unbedingt lesen!


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Tags: erster weltkrieg, familiensaga, hamburg, holocaust, juden, lübeck, südafrika, zweiter weltkrieg   (8)
 

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madagaskar, tiere, 2017, levin, mord

Im Schatten des Flammenbaums

Anna Levin
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.02.2017
ISBN 9783734102615
Genre: Romane

Rezension:

Anna Levin ist das Pseudonym einer Autorin, die mich bereits unter anderen Namen und mit ihren beiden vorherigen Büchern „Das Korallenhaus“ und „Das Lied der Sturmvögel“ begeistern konnte. Nun liegt endlich ihr neuestes Werk vor. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Autorin mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können.


Als Handlungsort hat Anna Levin dieses Mal Madagaskar gewählt, ein Land, über das ich zugegebenermaßen bisher wenig bis gar nichts wusste. Die Protagonistin Louise Bernard ist nicht minder außergewöhnlich und interessant. Sie arbeitet im Jahr 1926 in einer Pariser Autowerkstatt als Mechanikerin, und zwar in keiner geringeren als der vom Autohersteller Citroën. Ihr Zwillingsbruder weilt in Madagaskar, wo er eine Tierauffangstation betreut. Als André Citroën ein Automobil an eine Missionsstation in Madagaskar stiften will, sucht er Freiwillige, die den Transport des Fahrzeugs begleiten. Louise meldet sich spontan und bekommt schließlich, trotz anfänglicher Skepsis des Firmeninhabers, diese Aufgabe zugeteilt. Sie ist überglücklich, ihren Bruder und dessen Frau endlich sehen zu können. Doch schon bald muss sie feststellen, dass die faszinierende Welt, in der ihr Bruder jetzt lebt, auch ihre Schattenseiten hat. Als sogar Morde geschehen, ist auch Louises Leben in Gefahr.


Anna Levin besitzt die Gabe, mit ihrer Sprache Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, die lebendiger kaum sein könnten. Gerade wenn ich über ein Land lese, das mir vorher nahezu unbekannt war, finde ich es immer interessant, mir nach der Lektüre im Internet nähere Details anzuschauen. Oft sehe ich dann Orte, die ähnlich sind, wie ich sie mir vorgestellt habe während des Lesens. Bei Anna Levin ist es so, dass meine Vorstellungen und die im Internet abgebildete Realität ziemlich deckungsgleich sind. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.


Sehr aufschlussreich fand ich auch die Arbeit in der Tierauffangstation, die von Louises Bruder geleistet wird. Mir war noch nie bewusst, dass auch Tiere im Urwald verletzt werden können und dann gepflegt und wieder ausgewildert werden müssen. Mit Ausnahme der Serie „Daktari“, die ich als Kind geschaut habe, und Besuchen im Zoo bin ich mit diesen exotischen Tieren noch nie in Berührung gekommen. Umso mehr konnte die Autorin mich mit ihren liebevollen Beschreibungen der Lemuren und anderer Tiere berühren und fesseln.


Louises Geschichte steht aber natürlich trotz aller Faszination über Flora und Fauna im Mittelpunkt des Geschehens. Ihren Mut und ihre Entschlossenheit – und das in den 1920er Jahren – habe ich sehr bewundert. Mit welcher enormen Willenskraft sie sich immer weiter an ihr Ziel herantastet, hat mich atemlos Seite um Seite umblättern lassen.

Fazit:

Anna Levin ist wieder ein faszinierender und fesselnder Roman in einer exotischen Umgebung gelungen.

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Tags: dschungel, frankreich, frau, madagaskar, tiere   (5)
 

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agenten, brd, spionage, ddr, deutschland

Stirb, Romeo!

Stefan Keller
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219799
Genre: Krimi und Thriller

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mord, berlin, selbstjustiz, thriller, notwehr

Die Kettenhunde

Claudius Crönert
E-Buch Text: 395 Seiten
Erschienen bei Fahrenheitbooks, 12.01.2017
ISBN 9783492983167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe schon einige Bücher von Claudius Crönert gelesen, sowohl historische Romane als auch Krimis. Alle Werke haben mir sehr gut gefallen. Ich mag seinen Schreibstil. Im Rahmen einer Leserunde konnte ich nun, vom Autor begleitet, sein neustes Werk kennenlernen. Auch dieser Thriller hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, durchgehend Spannung zu erzeugen und seine Figuren lebendig und authentisch zu beschreiben.

Larissa Rewald ist eine junge Polizistin, die gerade von der Sitte zum Drogendezernat gewechselt ist, weil sie mit den Schicksalen in der Abteilung nicht mehr klarkam. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Berlin. Ihr neuer Arbeitsplatz ist allerdings ganz anders, als sie ihn sich vorgestellt hat. Sie hat vier männliche Kollegen, die sie ausgrenzen und nicht in ihre Arbeit einbeziehen. Diese vier sind eine eingeschworene Gemeinschaft, nennen sich sogar „Die Kettenhunde“. Als bei der Verhaftung eines Drogenhändlers dieser erschossen wird, versuchen die Kollegen, die Tat Larissa in die Schuhe zu schieben. Doch anstatt sich in ihr Schicksal zu ergeben, ergreift sie die Flucht und versucht alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Ein spannendes Wettrennen beginnt.

Claudius Crönert deckt im Laufe der Geschichte immer mehr auf von den seltsamen Machenschaften der „Kettenhunde“. Dazwischen schildert er immer wieder auf extrem spannende Art und Weise die Jagd auf Larissa. Der Leser lernt aber auch die Figuren immer besser kennen. Insbesondere eine abgrundtief böse Figur fand ich grandios beschrieben. Larissas Leben und Werdegang ließen mich ihr Handeln, ihr anscheinend sinnloses Weglaufen, sehr gut nachvollziehen. Auf ihrer Flucht begegnen ihr immer wieder Menschen, die zum Teil nur eine Nebenrolle spielen, aber trotzdem sehr gut beschrieben waren. Hier hat mir besonders Reiner gefallen, ein Mann, der freiwillig auf der Straße lebt und Larissa unterstützt. Er war mein Held der Geschichte.

Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und mündet in einem furiosen Finale. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Larissa Rewald in weiteren Fällen in Berlin ermittelt. Auch eine Verfilmung des Stoffes fände ich sehr gut. Beim Lesen hat sich dieser Film auf jeden Fall schon in meinem Kopf abgespielt.

Fazit:

Claudius Crönert ist mit „Die Kettenhunde“ ein äußerst spannender Thriller gelungen, der nicht nach dem üblichen Muster gestrickt ist.

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Tags: berlin, drogen, mobbing, mord   (4)
 

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mops, magie, schweden, krimi, fantasy

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Lars Simon ist mir bereits durch seine humorvolle Reihe um Torsten Brettschneider bekannt. Ich habe diese Bücher sehr gerne gelesen. Nun ist der erste Teil einer neuen Reihe erschienen, die einige Fantasyelemente beinhaltet. Obwohl das Genre Fantasy normalerweise nicht zu meinen bevorzugten gehört, habe ich des Autors wegen doch zu diesem Roman gegriffen und es keine einzige Zeile lang bereut.


Lennart Malmkvist ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der zufrieden und mehr oder weniger glücklich in Göteborg lebt. Im Erdgeschoss des Hauses, in dem er lebt, befindet sich ein Laden für Zauber- und Scherzartikel. Dessen Inhaber Buri Bolmen kommt eines Tages auf seltsame Art und Weise ums Leben. Zudem widerfahren Lennart ab diesem Zeitpunkt merkwürdige Dinge. Ihm begegnet ein Leierkastenmann, den offensichtlich nur er sehen kann. Bei einem wichtigen Kundengespräch kann er auf einmal nicht mehr richtig reden. Als er dann noch erfährt, dass Buri Bolmen ihm seinen Laden mitsamt dem Mops Bölthorn vererbt hat, versteht Lennart die Welt nicht mehr. Aber es soll noch schlimmer kommen …


Lars Simon hat in seinem neuesten Werk Humor und Fantasy aufs Trefflichste vereint. Die Figuren und die Story sind zum Teil so skurril, dass ich beim Lesen laut lachen musste. Allen voran wäre da natürlich der seltsame Mops Bölthorn zu nennen, der sprechen kann und Lennart nach und nach mit der Magie vertraut macht. Aber auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll gezeichnet. Besonders hat mir Lennarts Nachbarin Maria gefallen, eine Italienerin, die Musik und Kochen über alles liebt. Außerdem gibt es noch Frederik, Lennarts Freund, der ein echter Nerd ist und Lennart unterstützt.


Die Geschichte wird immer rätselhafter und hält einige Überraschungen für den Leser parat. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die ich mit absoluter Sicherheit auch lesen werde.



Fazit:

Humorvolle Fantasy, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.

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potsdam, krimi, eifersucht, entführung, krankenschwester

Gestorben wird immer

Christine Anlauff
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei be.bra, 05.09.2016
ISBN 9783898095433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Christine Anlauff war mir bereits durch ihre Katzen-Krimi-Reihe an Herz gewachsen. Der vorliegende Roman „Gestorben wird immer“ ist der zweite Teil mit dem Protagonisten Just Verloren, einem Potsdamer Literaturkritiker, der nebenbei einen Blog betreibt. Auch diese Reihe gefällt mir ausgesprochen gut.

 

Just Verloren liegt nach einem Fahrradunfall im Krankenhaus. Er wird liebevoll von der Krankenschwester Renate umsorgt, die sich sogar Zeit nimmt, mit ihm Schach zu spielen und ihm selbstgemachte Filzpantoffeln von zuhause mitbringt. Am Tag als Just entlassen wird, erscheint Renate nicht zur Arbeit, meldet sich auch nicht krank. Just wittert, dass etwas nicht stimmt und sucht Kontakt zu ihrem Ehemann, der nach langem Zögern erzählt, dass er einen Erpresserbrief erhalten hat. Und prompt ist Just nicht mehr zu halten und übernimmt die Ermittlungen. Er arrangiert die Geldübergabe und schnüffelt im Umfeld von Renate herum. Die Polizei lässt er außen vor, ganz wie der Entführer es verlangt hat. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die Zeit läuft dem Hobbyermittler langsam davon.

 

Christine Anlauff hat es mal wieder geschafft, mich mit einer Vielzahl an Fährten gekonnt an der Nase herumzuführen. Immer wenn ich dachte, jetzt sei ich dem Täter endlich auf der Spur, hat sie meine „Ermittlungen“ wieder zerstört. Der Krimi blieb spannend bis zum Schluss.

 

Man merkt den Büchern der Autorin ihre Liebe zu Potsdam an. Wer Potsdam bereits kennt, wird vieles wiedererkennen in ihren Romanen. Wer es noch nicht kennt, wird mit Sicherheit bald Lust dazu verspüren, diese wunderbare Stadt einmal zu besuchen. Neben dem Lokalkolorit und der Spannung verfügt dieser Roman aber auch über eine gehörige Portion Wortwitz, was besonders zutage tritt, wenn Just Verloren zu Wort kommt. Sprachlich sind Frau Anlauffs Bücher ein Genuss.

 

Ich hoffe sehr, dass diese Reihe mit Just Verloren fortgesetzt wird, würde mich aber auch über einen weiteren Katzenkrimi aus der Feder der Autorin freuen. Was auch kommen mag, ich werde Christine Anlauff in jedem Fall treu bleiben.

 

Fazit:

Spannend erzählte Geschichte mit viel Wortwitz und einer Portion Lokalkolorit.

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Tags: blogger, entführung, literaturkritike, potsdam   (4)
 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

cornwall, seniorenresidenz, krimi, reihe, mord

Gestorben wird früher

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 06.09.2016
ISBN 9783940258632
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf diese Reihe bin ich durch eine Leserunde aufmerksam geworden. Obwohl „Gestorben wird früher“ bereits der sechste (und letzte) Band der Reihe um die Hobbyermittlerin Mabel Clarence ist, habe ich den Quereinstieg in die Serie gewagt und es keinen Moment bereut.


Die ehemalige Krankenschwester Mabel arbeitet als Haushaltshilfe für den Tierarzt Victor in Cornwall. Wie es der Zufall will, passieren in ihrem Umfeld ständig Verbrechen. In feinster Miss-Marple-Manier begibt sich Mabel auf Spurensuche, zeitweise unterstützt von ihrem Chef und Freund Victor. Die örtliche Polizei ist weniger glücklich über die resolute Dame, die ihnen immer eine Nasenlänge voraus zu sein scheint.


Im aktuellen Band bekommt Mabel Besuch von einer Frau, die meint, ihre Freundin Elisabeth Bennett sei in einem vornehmen Seniorenstift vom Leben zum Tode befördert worden. Offiziell soll sie an einem Herzleiden verstorben sein. Aber das glaubt ihre Freundin nicht. Mabel mietet sich kurzerhand in dem Seniorenstift ein, um der Sache auf die Spur zu kommen. Schon bald merkt sie, dass dort nicht alles so seriös zugeht, wie es nach außen hin erscheinen soll. Als ein weiterer Mord geschieht, sieht sie sich in ihrem Verdacht bestätigt. Doch die Polizei schenkt ihr nach wie vor keinen Glauben. Kann sie die Morde beweisen?


Die Autorin hat es meisterhaft verstanden, meinen Spürsinn anzuregen und mich prompt an der Nase herumgeführt. Die Landschaft Cornwalls wird, genau wie ihre Bewohner, wunderbar beschrieben. Miss Mabel war mir gleich ans Herz gewachsen. Ihre resolute und selbstsichere Art gefällt mir sehr.


Dass ich die ersten Teile dieser Reihe nicht gelesen hatte, war kein Problem. In kurzen Rückblenden erzählt Rebecca Michéle, was in den vorherigen Bänden Wichtiges passiert ist. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen. Leider ist die Geschichte von Mabel und Victor jetzt zu Ende erzählt. Aber wie ich erfahren durfte, wird es eine Fortsetzung mit einer anderen Protagonistin am selben Ort geben.

Fazit:

Spannende und humorvolle Reihe, die in diesem sechsten Band leider schon ihr Ende gefunden hat.

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Tags: cornwall, krimi, mord, reihe, seniorenstift   (5)
 

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ruhrgebiet, mord, kochen, ruhrpott

Rosensalz

Margit Kruse
Flexibler Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219249
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Reihe um Margareta Sommerfeld, die „Miss Marple aus dem Ruhrgebiet“, verfolge ich bereits ab dem ersten Band „Eisaugen“. Die Figur und ihr skurriles Umfeld sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass ich jeden neuen Band mit Spannung erwarte und sogar schon zu Lesungen nach Gelsenkirchen gefahren bin, um die Autorin live zu erleben.

 

„Rosensalz“ ist mittlerweile der vierte Fall für Margareta Sommerfeld, die eigentlich Verkäuferin in der Damenoberbekleidungsabteilung eines Kaufhauses in Gelsenkirchen ist. Aber sie kann es nicht lassen, sich in Mordermittlungen einzumischen. Und schon gar nicht, wenn eine Leiche direkt vor ihrer Haustüre liegt. Daran ändert auch ihr neuer Lebensgefährte, der Kommissar Stefan Kornblum, nichts.

Die Ermordete ist eine Dame aus der Nachbarschaft, die sich mit drei anderen Frauen regelmäßig zu Kochrunden im Stil von „Das perfekte Dinner“ trifft. Schon bald verschwindet die zweite Frau aus dieser Runde. Am Tatort lässt der Täter stets ein Gläschen Rosensalz zurück.

 

Zu allem Übel erscheint auch noch Margaretas Onkel Gernot auf der Bildfläche. An ihn hat sie gar keine guten Erinnerungen, hat er sie doch als Jugendliche unsittlich berührt und gilt in der ganzen Siedlung als Sittenstrolch. Ist er vielleicht auch der Rosensalzmörder? Oder war es vielleicht der unsympathische Witwer des Mordopfers? Oder der Freund der Entführten? Oder vielleicht doch jemand ganz anderes?

 

Obwohl ich schon recht früh geahnt habe, auf wessen Konto die Verbrechen gehen könnten, war es doch sehr spannend, Margaretas Ermittlungen zu verfolgen. Sie begibt sich mehr als einmal selbst in Gefahr, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Neben aller Spannung kommt aber auch der Humor in Margit Kruses Büchern nicht zu kurz. Selbst ein echtes Kind des Ruhrpotts, versteht sie es ausgezeichnet, die Menschen und ihre Eigenarten zu beschreiben. Einzelne Sätze im typischen Dialekt des Ruhrgebiets runden das amüsante Lesevergnügen ab.

 

Da es in diesem Krimi ums Kochen geht, befinden sich im Anhang noch einige typische Ruhrpott-Rezepte, die im Buch Erwähnung finden. Die Gerichte sind nicht allzu kompliziert, sodass man sie leicht nachkochen kann.

 

Das einzige Manko an Margit Kruses Büchern ist, dass ich sie immer viel zu schnell verschlungen habe und dann wieder auf Nachschub warten muss, der hoffentlich bald erscheint.


Fazit:

Spannende und witzige Unterhaltung, die mich immer wieder begeistert.

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Tags: kochen, mord, ruhrgebiet, ruhrpott   (4)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

worms, johanne, gefahr, erzbischof, medizin

Die heimliche Heilerin und der Medicus

Ellin Carsta
E-Buch Text: 380 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 19.07.2016
ISBN 9781503994362
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem ich bereits die ersten beiden Bücher, die Petra Mattfeldt unter ihrem Pseudonym Ellin Carsta veröffentlicht hat, gelesen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung von „Die heimliche Heilerin“ lesen. Auch dieser Roman konnte mich wieder fesseln, wenn ich ihn auch etwas schwächer fand als den ersten Teil.

 

Seit Madlens Unschuld bewiesen wurde, sind sieben Jahre vergangen. Sie hat Johannes geheiratet, mit ihm zwei Kinder bekommen und lebt mit ihm in Köln. Von ihrer heimlichen Leidenschaft, dem Heilen, hat sie seit damals die Finger gelassen. Sie geht voll in ihrer Aufgabe als Ehefrau und Mutter auf. Als die Familie erfährt, dass Johannes' Vater schwer erkrankt ist, reisen sie nach Worms. Die Situation, die sie dort vorfinden, ist leider sehr viel schlimmer als angenommen. Doch Johannes muss schon bald zurück nach Köln, wo er im Auftrag seines Arbeitgebers, dem Bischof, einen Mord aufklären soll. Derweil lernt Madlen in Worms einen Medicus kennen, der ihr berichtet, dass in Salerno auch Frauen Medizin studieren dürfen. Er bietet ihr an, ihn nach Heidelberg zu begleiten, um an seinen Lesungen an der dortigen Universität teilzunehmen. Dies stößt allerdings nicht nur bei den ausschließlich männlichen Kommilitonen auf Unverständnis.

 

Madlen hat sich zu einer selbstbewussten und liebevollen Frau und Mutter entwickelt. Sie wird in allem von ihrem Mann Johannes unterstützt. Doch dieser gerät in diesem zweiten Band der Reihe selbst in Gefahr, als er Morde in Köln aufklären soll. Durch die räumliche Trennung der beiden bekommt er zunächst nicht mit, dass seine Frau an Vorlesungen teilnimmt. Als er es erfährt, ist seine Reaktion eher etwas übertrieben, wie ich finde.

 

Was mir an diesem Roman nicht ganz so gut gefallen hat, war der Wechsel zwischen den beiden Handelssträngen. Johannes‘ Mordermittlungen haben mich weniger interessiert als Madlens Schicksal in Heidelberg. Obwohl auch dieser Teil der Geschichte spannend erzählt war, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin weniger über die Geschehnisse in Köln schreibt.

 

Wie ich mittlerweile erfahren habe, wird es auch noch einen dritten Teil um die Heilerin Madlen geben. Auf diesen bin ich bereits sehr gespannt.

Fazit:

Spannende Fortsetzung der Madlen-Reihe, in der die heimliche Heilerin zur selbstbewussten Frau wird.

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Tags: frau, heidelberg, köln, medizin, worms   (5)
 

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104 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

israel, liebe, palästina, new york, nahostkonflikt

Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bereits die Leseprobe auf Vorablesen.de konnte mich überzeugen. Der Einstieg in Liats und Chilmis Geschichte war so bewegend und in einer sehr poetischen Sprache geschildert, dass ich den Roman unbedingt lesen wollte. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, ein kostenloses Leseexemplar vom Verlag zu bekommen.


Die Israelin Liat hat ein Stipendium in den USA und lebt in New York. In einem Café lernt sie den Künstler Chilmi kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Leider gibt es ein Problem: Chilmi ist Palästinenser. Eine Liebe zwischen ihnen ist eigentlich unmöglich. Zu Anfang will Liat schnell die Affäre beenden. Doch es gelingt ihr nicht. So wird aus der Affäre schnell eine ausweglose Liebe. Denn Liat hat bereits ihr Rückflugticket nach Israel in der Tasche. Die Tage der Liebe sind gezählt.


In diesem Roman werden nicht nur die schönen Momente der Liebe beschrieben. Auch die Konflikte der Protagonisten finden immer wieder Erwähnung. Hier konnte ich Liat manchmal nicht verstehen. Sie verletzt Chilmi regelmäßig, indem sie ihn verleugnet. Ich hatte durchaus Verständnis dafür, dass sie nicht wollte, dass ihre Eltern von dieser Verbindung erfahren. Aber in ihrer Wortwahl ist sie oft sehr grob. Das führte dazu, dass mir diese Figur im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde. Chilmi geht dagegen offener mit seiner Liebe um. Seinen Eltern erzählt er nichts, aber seinen Bruder lernt Liat durchaus kennen.


Immer wieder finden auch die politischen Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern in Form von Diskussionen Erwähnung. Hier wiederholt sich die Autorin leider öfters, sodass das Buch einige Längen hatte. Dafür muss ich leider einen Stern abziehen. Ansonsten konnte mich der Roman aber vor allem mit seiner poetischen Sprache fesseln und hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Sehr bezeichnend finde ich, dass das Werk in Israel von der Lektüreliste der Oberstufe gestrichen wurde. Das ist eigentlich noch ein Grund mehr, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Ich glaube, die Erziehungsministerin hat mit ihrer Aktion genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie eigentlich wollte.

Fazit:

Sehr bewegend erzählte Geschichte einer Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

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Tags: israel, juden, liebe, new york, palästinenser, usa   (6)
 

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

historischer roman, münchen, goldene zwanziger, geschichte, berlin

Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 22-jährige Ella Wittkamp fährt nach dem Tod ihrer Mutter von Berlin nach München zu einer Adresse, die sie im Nachlass ihrer Mutter gefunden hat. Dort trifft sie auf Professor Constantin Lutz, der sie anderen als seine Nichte vorstellt. Bei ihm lernt sie den jungen Jobst von Kirchenreuth kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Nur wenig später heiratet Ella ihn und damit auch seine Familie. Die von Kirchenreuths sind eine Industriellenfamilie, die sich selbst zur besseren Gesellschaft zählt. Neben Jobsts Eltern lebt noch sein Bruder Falk nebst Gattin Viktoria und den Zwillingen Klara und Charlotte im Haus. Besonders Viktoria scheint die Frau ihres Schwagers nicht zu gefallen. Sie macht ihr schon bald das Leben schwer und will ihr nachweisen, dass sie nur eine Hochstaplerin ist. Doch der Professor, der mittlerweile verstorben ist, hat für diesen Fall vorgesorgt und Ella eine Mappe mit brisanten Unterlagen überlassen.


Wie schon in ihrem vorherigen Werk „Tanz des Vergessens“ hat Heidi Rehn auch diesen Roman zwischen den beiden Weltkriegen angesiedelt. Hier beginnt die Geschichte 1927. Die Nazis sind im Kommen und werden von der besseren Gesellschaft Münchens unterstützt. Auch ein Mitglied von Ellas neuer Familie sympathisiert mit der neuen Partei. Ella ist zunächst sehr glücklich mit Jobst, stellt aber schon bald fest, dass sie mehr oder weniger im goldenen Käfig lebt. Ihre Schwägerin Viktoria versucht, etwas über Ellas Vergangenheit herauszufinden. Da Ella selbst nicht allzu viel über ihre Eltern weiß, begibt sie sich selbst auf Spurensuche.

Sehr gut hat mir gefallen, dass Heidi Rehn wieder Figuren aus ihren vorherigen Romanen in die Handlung eingeflochten hat. Ich freue mich immer sehr, wenn ich auf diese Weise „alten Bekannten“ wiederbegegne.


Die Figuren waren durchweg gut gezeichnet. Neben Ella haben mir besonders deren Freundin Rieke und Jobsts Freund Wolf sehr gut gefallen. Viktoria, die scheinbar eher eine bösartige Frau ist, hat mich auf besondere Art gefesselt. Im Laufe der Geschichte konnte ich ihr Handeln immer besser nachvollziehen.


Ein Glossar und ein Nachwort der Autorin am Ende des Buches sind sehr hilfreich. Ich freue mich schon auf weitere spannende Werke aus der Feder der Autorin, die ich mit Sicherheit auch wieder lesen werde.

Fazit:

Spannender Einblick in das Leben der besseren Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen.

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Tags: berlin, gesellschaft, münchen, weltkriege   (4)
 

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Die Heidentochter

Tereza Vanek
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2015
ISBN 9783959730020
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich bin ein großer Fan der Autorin, habe jedes ihrer Bücher gelesen. Ihre Werke zeichnen sich immer durch außergewöhnliche Themen und sehr gute Recherchearbeit aus. So auch im vorliegenden neusten Roman „Die Heidentochter“. Neben der Geschichte, die im Braunschweig des 12. Jahrhunderts spielt, erfährt der Leser einiges über die Geschichte der Wenden und deren Religion. Dieses Volk war mir bisher vollkommen unbekannt und ich habe mit sehr großem Interesse etwas über dessen Geschichte gelesen.


Die beiden Schwestern Neslin und Appolonia sind Waisen. Um ihr Überleben zu sichern, heiratet Neslin den angesehenen Goldschmied Oswald. Sie liebt diesen Mann nicht, hat aber ihrem Vater versprochen, die Ehe mit ihm einzugehen. Schon bald muss sie entdecken, dass Oswald ein Geheimnis verbirgt, das sie alle in große Gefahr bringen könnte. Appolonia dagegen möchte ins Kloster gehen. Dieser Wunsch wird ihr auch erfüllt. Dort muss sie jedoch feststellen, dass sie sich das Leben als Nonne wohl etwas zu romantisch und einfach vorgestellt hat. Als ihr der Heidenpriester Rjurik begegnet, beginnt sie an ihrer Entscheidung zu zweifeln.


Neben dem Schicksal der beiden Schwestern widmet Tereza Vanek auch einen großen Teil der Geschichte den Wenden. Heinrich der Löwe hat im 12. Jahrhundert mehrere Kreuzzüge gegen die im heutigen Mecklenburg-Vorpommern angesiedelten sogenannten Obodriten unternommen. Sinn und Zweck der Kreuzzüge war zum einen die Bekehrung des Volkes zum christlichen Glauben. Zum anderen wollte der Sachsenherzog sich aber natürlich auch deren Land aneignen. Hier fand ich es besonders spannend, über das Schicksal der einzelnen Figuren zu lesen.


Mit Neslin und Appolonia hat die Autorin wieder authentische Figuren erschaffen. Brida, die Heidentochter, hat mir aber noch besser gefallen als die beiden. Ihr Drang, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden und ihr Mut, den sie bei diesem Unterfangen entwickelt, haben mir sehr imponiert. Neslins Mann Oswald hat mir mit seiner ruhigen und besonnenen Art ausnehmend gut gefallen. Auch Rjurik, der Priester der Wenden, und Philipp, ein Freund Bridas, sind sehr gelungene Figuren.


Obwohl der Roman über stattliche 624 Seiten verfügt, ist mir an keiner Stelle langweilig geworden. Häufige Szenenwechsel und einige unerwartete Wendungen haben mich förmlich an das Buch gefesselt. Am Ende gibt es noch eine Zeittafel und ein kurzes Nachwort der Autorin.


Fazit:

Auch mit „Die Heidentochter“ konnte mich Tereza Vanek wieder vollends begeistern. Ihre Romane sind ein Garant für gute Recherche und spannende Unterhaltung auf hohem Niveau.

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Tags: braunschweig, kreuzzug, obodriten, wenden   (4)
 

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49 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

heidelberg, die heimliche heilerin, www.die-rezensentin.de, historischer roman, worms

Die heimliche Heilerin

Ellin Carsta
E-Buch Text: 482 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 09.06.2015
ISBN 9781503911253
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Autorin habe ich bereits durch Romane unter ihrem Pseudonym Caren Bendikt und ihren echten Namen Petra Mattfeldt kennengelernt. Auch ihr Werk „Die unbeugsame Händlerstochter“ hat mir ausnehmend gut gefallen. Ihr flüssiger Schreibstil, gepaart mit authentischen Figuren und spannender Handlung, machen ihre Bücher zu echten Lesevergnügen.


Mit Madlen hat die Autorin eine Figur erschaffen, die mir auf Anhieb sympathisch war. Sie lebt Ende des 14. Jahrhunderts in Heidelberg mit ihrem Bruder und ihrem Vater. Ihre Mutter ist bei ihrer Geburt verstorben. Bei einer Wehmutter, also einer Hebamme, erlernt sie die Grundkenntnisse der Heilkunst. Sie geht in ihrer Berufung auf. Doch als sie zur Frau eines reichen Herrn gerufen wird, die ganz offensichtlich von diesem misshandelt wurde, und deren Kind nur noch tot zur Welt bringen kann, wird sie beschuldigt, das Ungeborene im Mutterleib verhext und getötet zu haben. Ihre Flucht treibt sie nach Worms zu ihrer Tante. Als sie dort heimlich als Heilerin tätig wird, muss sie sich erneut verstecken. Den Menschen ist eine Frau, die heilen kann, einfach nicht geheuer …


Dies ist der erste von zunächst zwei Teilen der Geschichte um die Heilerin Madlen. Ich bin von der Geschichte förmlich mitgerissen worden. Zu Beginn ist Madlen noch ein schüchternes und verängstigtes Mädchen. Im Laufe des Romans wird sie aber immer selbstbewusster. Dies ist nicht zuletzt dem Einfluss ihrer Tante Agathe geschuldet, die meine absolute Lieblingsfigur war. Aber auch die Nebenfiguren, wie z. B. Andreas von Balge, der junge Student der Rechtswissenschaften, der Madlen hilft, oder die Magd ihrer Tante, sind authentisch und haben mir gut gefallen.


Das Ende der Geschichte ist absehbar, aber der Weg dorthin sehr spannend beschrieben. Immer wieder gab es überraschende Wendungen, die es mir oft unmöglich machten, das Buch aus der Hand zu legen. In der Zwischenzeit gibt es bereits den zweiten Band „Die heimliche Heilerin und der Medicus“, den ich gerade lese.

Fazit:

Spannende Geschichte um eine mutige Frau, die trotz vieler Widrigkeiten ihren Weg geht.

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Tags: frau, hebamme, heidelberg, heilerin, mittelalter, worms   (6)
 

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

indien, schweden, serie, identitätskrise, wortgewandt

Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

Mikael Bergstrand , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei btb, 25.04.2016
ISBN 9783442754502
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch die Leseprobe bei Vorablesen.de. Ich hatte auch das Glück, das Buch zum Lesen und Rezensieren zu bekommen. Hierfür ein großes Dankeschön an den Verlag und an Vorablesen. Ich fand die Leseprobe schon witzig geschrieben. Der komplette Roman toppt diese jedoch noch um Längen. Ich habe mich köstlich amüsiert.


Göran Borg ist ein schwedischer Mittfünfziger, der in Malmö lebt. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Indien versucht er, wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Doch das will ihm nicht so recht gelingen. Eigentlich geht es ihm gut, aber er ist unzufrieden mit seiner Arbeit, seinen Freunden, praktisch mit seiner ganzen Lebenssituation. Schließlich bricht er wieder nach Indien auf, um seinen Freund Yogi zu treffen. Dieser wollte eigentlich heiraten, aber die Hochzeit wurde verschoben. Also beginnen Göran und Yogi, die Voraussetzungen für die Heirat zu schaffen. Dabei geht leider alles nicht so glatt, wie die Freunde es sich vorgestellt hatten …


Zu Beginn fand ich Göran mit seinem ewigen Gejammer eher nervig. Erst als er wieder in Indien ist, blüht er nach und nach auf. Dort trifft er seinen Freund Yogi, der sich sehr schnell zu meiner Lieblingsfigur in diesem Roman entwickelte. Der Autor hat mit dieser Figur sämtliche Klischees, die man normalerweise mit Indern verbindet, erfüllt. Überhaupt sind fast alle Figuren in dem Roman überzeichnet. Yogis Mutter zum Beispiel ist eine dominante Nörglerin, die über alles bestimmen will. Ich fand das ausgesprochen amüsant und musste bei der Lektüre des öfteren laut lachen. Eigentlich ist die Handlung auch total vorhersehbar. Mir war sofort klar, wie die Geschichte enden würde. Überraschend war allein der Weg, wie die Freunde Göran und Yogi ihr Ziel erreichen.


Obwohl dies bereits der zweite Teil der Trilogie um Göran Borg ist, habe ich mich gut in der Geschichte zurechtgefunden. Den ersten Teil werde ich mit Sicherheit auch noch lesen, bevor der dritte Teil erscheint.

Fazit:

Extrem witziger Männerroman voller Klischees, der mich köstlich amüsiert hat.


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Tags: darjeeling, inder, indien, männerroman, schweden, tee   (6)
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

provence, lavendel, seife, frankreich, krimi

Provenzalische Intrige

Sophie Bonnet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2016
ISBN 9783764505554
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mir bereits die ersten beiden Fällen für Pierre Durand sehr gut gefallen hatten, war ich gespannt auf den dritten Teil dieser Reihe. Auch dieser konnte mich wieder fesseln und überzeugen. Sophie Bonnet versteht es, ihren Lesern das Gefühl zu geben, sie seien mitten im Geschehen in der Provence. Für mich ist es wie ein Nachhausekommen zu alten Bekannten.


Nachdem Pierre im zweiten Teil einen alten Bauernhof gekauft und restauriert hatte, muss er nun leider feststellen, dass dieser auch ziemlich hohe Kosten verursacht. Aus diesem Grund bewirbt er sich auf eine besser bezahlte Stelle als Commissaire im nahen Cavaillon. Während der Entscheidungsphase zwischen ihm und einem anderen Bewerber kann er sich direkt beweisen. Die Chefin einer Seifenfabrik wird tot in einem der Seifenkessel gefunden. Die Tote war eigentlich eine sehr beliebte und geachtete Geschäftsfrau. Dennoch findet Pierre bald heraus, dass sie Schwierigkeiten mit anderen Seifenherstellern, dem Chef einer Supermarktkette und ihrem Exmann hatte. Aber ist wirklich einer von denen der Mörder? Oder war es sogar ihr eigener Sohn, der plötzlich verschwindet?


Auf unnachahmliche Weise hat Sophie Bonnet das Flair der Provence zu Papier gebracht. Die Beschreibungen der Landschaften, Menschen und des Essens erzeugen immer wieder Fernweh in mir. Obwohl ich noch nie diese Landschaft Frankreichs besucht habe, fühle ich mich mittlerweile dort fast wie zuhause. Neben dem Kriminalfall beschreibt die Autorin auch das Privatleben der Menschen, die mir inzwischen alle ans Herz gewachsen sind. Ich wusste lange nicht, wer als Täter in Betracht kommen könnte. Die Auflösung des Falls war eine Überraschung für mich.


Neben einem Glossar befinden sich am Ende des Buches wieder einige Rezepte zum Nachkochen der im Roman erwähnten Speisen. Ich finde die Idee sehr schön. Auch ein Besuch auf der Website der Autorin ist sehr lohnenswert. Hier erfährt man noch viel mehr über die Reihe um den sympathischen Pierre Durand.


Ich hoffe sehr, dass es noch weitere Fälle für Pierre Durand geben wird. Ich werde ihn auf seinen Ermittlungen mit Sicherheit weiterhin begleiten.

Fazit:

Spannender Krimi mit viel Atmosphäre.

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Tags: frankreich, krimireihe, provence, seife   (4)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

templer, zeitreise, schottland, geheimnis, 14. jahrhundert

Das Schicksal der Templer

Martina André
Fester Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2015
ISBN 9783352006739
Genre: Historische Romane

Rezension:

Martina André ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Deshalb freue ich mich über jedes neue Werk von ihr. Neben zahlreichen Einzeltiteln hat sie die Templer-Reihe veröffentlicht, aus der nun mit „Das Schicksal der Templer“ der vierte Band vorliegt. Da ich bereits die ersten drei Teile sehr gerne gelesen habe, war der vierte Teil natürlich Pflichtprogramm.


Die Geschichte um den Tempelritter Gero und seine Frau Hannah, die aus der Gegenwart stammt, wird im Jahr 1315 fortgesetzt. Die beiden leben auf der Burg von Geros Eltern. Hannah erwartet ein Kind, Gero soll der Nachfolger seiner Tante Margaretha, einer Gräfin, werden. Es könnte also endlich Frieden einkehren für das Paar. Doch die Inquisition ist noch nicht beendet und ein alter Feind Geros hat die Suche nach ihm und seinen überlebenden Kameraden wieder aufgenommen. Gero und Hannah müssen fliehen. Auf ihrer Flucht begegnen sie Sir Walter of Clifton, der Gero bittet, ihm bei der Rettung des Schatzes der Templer zu begleiten. Ein spannendes Abenteuer führt die Templer unter anderem nach Schottland. Ihre Verfolger sind ihnen dabei immer dicht auf den Fersen.


Neben Gero und Hannah tauchen in diesem Teil der Reihe wieder einige alte Bekannte auf, was mich sehr gefreut hat. Durch regelmäßige Rückblicke, die geschickt in die Geschichte eingeflochten sind, war mir die Handlung der vorherigen Bände schnell wieder präsent. Durch zahlreiche überraschende Wendungen verliert die Geschichte trotz der 848 Seiten nie an Spannung. Die Zusammenhänge sind allerdings teilweise recht kompliziert, sodass man schon konzentriert lesen muss. Ein Buch für Nebenher zum Abschalten ist dieses Werk mit Sicherheit nicht.


Martina Andrés Romane zeichnen sich nicht nur durch Spannung, sondern auch durch eine hervorragende Recherchearbeit aus. Auch in diesem Werk vermischt sie wieder Reales mit Fiktion. Einige Figuren sind historisch belegt, was im Personenverzeichnis im Anhang erklärt wird. Dazu kommt in der Templer-Reihe der Faktor Zeitreise. Mich faszinieren Geschichten dieser Art. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, Historisches, Mystisches und Spannung zu verknüpfen.


Das Ende der Geschichte lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die ich mit Sicherheit auch wieder lesen werde. Martina Andrés Bücher sind Garanten für intelligentes und spannendes Lesevergnügen.


Fazit:

Auch in der vierten Runde hat die Geschichte der Templer nicht an Spannung verloren.

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Tags: eifel, schottland, templer, zeitreise   (4)
 

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640 Bibliotheken, 12 Leser, 6 Gruppen, 72 Rezensionen

england, mord, krimi, thriller, charlotte link

Die Betrogene

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 02.09.2015
ISBN 9783734100857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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mexiko, liebe, indios, dschungel, maya

Das sprechende Kreuz

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 12.11.2015
ISBN 9783956690402
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Autorin Tereza Vanek hat sich bereits vor vielen Jahren mit „Schwarze Seide“ einen Platz auf der Liste meiner Lieblingsautorinnen gesichert. Seither habe ich jedes Buch von ihr gelesen, weil ich sowohl ihren Schreibstil liebe als auch ihre außergewöhnlichen Themen und Handlungsorte schätze. Zudem zeichnen sich ihre Werke durch eine gründliche Recherche aus, sodass ich nebenher immer noch historische Fakten kennenlerne, von denen ich zum Teil noch nie gehört hatte. Im vorliegenden neuen Werk der Autorin „Das sprechende Kreuz“ geht es um den Aufstand der Indios in Mexiko Mitte des 19. Jahrhunderts. Um die historischen Ereignisse hat Tereza Vanek eine spannende Geschichte gestrickt, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.


Johanna und Kornelia Schneider sind mit ihren Eltern aus Österreich nach Mexiko gekommen. Die Mutter ist mittlerweile verstorben. Sie leben gemeinsam mit ihrem Vater und dessen zweiter Frau in Valladolid, wo sie einen Laden für Erzeugnisse aus Europa führen. Während Johanna sich gut in dem Land eingelebt hat, sehnt sich Kornelia zurück nach Österreich, oder zumindest an einen anderen Ort. Johanna lernt bei einem eher unerfreulichen Zwischenfall den jungen Carlos Mendez kennen, dessen Vater ein wohlhabender Plantagenbesitzer ist. Die beiden verlieben sich, obwohl ihre Verbindung vollkommen undenkbar ist. Carlos dürfte niemals ein Mädchen heiraten, das „nur“ die Tochter eines Ladenbesitzers ist. Doch das Blatt wendet sich, denn Carlos erfährt von seinem Vater etwas Ungeheuerliches, was ihn dazu bewegt, zu den Indios in Yucatán zu fliehen. Als Johanna ihn gemeinsam mit ihrem Dienstmädchen Maruch sucht, beginnt ein Abenteuer, das mich an das Buch gefesselt hat.


Alle Charaktere dieses Romans waren gut gezeichnet und konnten mich begeistern. Besonders hervorheben möchte ich hier Johannas Schwester Kornelia, die im Laufe der Geschichte eine Wandlung von einem unselbständigen, selbstgefälligen Mädchen voller Selbstzweifel zu einer starken und mutigen jungen Frau vollzieht. Sie wächst förmlich an ihren Aufgaben. Meine absolute Lieblingsfigur war jedoch Henrietta, die Schwester eines Freundes von Carlos. Sie ist ein stilles Mädchen, das Bücher liebt und mit Männern nichts zu tun haben will. Von ihrem Bruder und ihrem Vater wird sie unterdrückt und soll mit Carlos verheiratet werden. Ihre Entwicklung hat mich sehr überrascht und tief bewegt.


Der Titel des Romans „Das sprechende Kreuz“ bezieht sich auf ein Ritual, bei dem ein Kreuz von einer Priesterin bzw. einem Priester befragt wird. Das Kreuz „gibt Anweisungen“, was zu tun ist. In einem ausführlichen Nachwort erklärt die Autorin näher, was es damit auf sich hat.


Fazit:

Tereza Vanek ist es erneut gelungen, ein außergewöhnliches historisches Thema in eine spannende Geschichte zu verpacken.


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Tags: aufstand, einwanderung, indios, maja   (4)
 

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frankfurt, regensburg, juden, arzt, ärzt

Die Tochter des Medicus

Gerit Bertram
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.06.2015
ISBN 9783764504403
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seit seinem ersten Roman verfolge ich bereits mit wachsender Begeisterung das Schaffen des Autorenpaares Gerit Bertram. Mit großer Spannung und hohen Erwartungen habe ich das Erscheinen ihres neuesten Werkes „Die Tochter des Medicus“ herbeigesehnt. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, die Autoren haben sie sogar übertroffen. Die Geschichte um Alisah Friedmann hat mich bewegt, gerührt und neugierig gemacht auf das Leben der Juden und die Arbeit der Mediziner im späten Mittelalter.


Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart erbt Gideon Morgenstern, ein jüdischer Buchhalter, der in Italien lebt, von seinem Großvater einen Koffer, den Koffer „wider das Vergessen“, in dem seit Generationen Erinnerungsstücke aus dem Leben der Familienmitglieder gesammelt und weitergegeben werden. In diesem findet Gideon unter anderem das Tagebuch seiner Vorfahrin Alisah Friedmann, Tochter eines Medicus, die im Jahr 1519 Waise und mit allen anderen Juden aus Regensburg vertrieben wird. Ihr größter Wunsch ist es, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und Medica zu werden. Doch Anfang des 16. Jahrhunderts ist dieser Beruf Männern vorbehalten. Aber Alisah geht ihren Weg, entgegen allen Widerständen.


Besonders interessant fand ich die Schilderung der Arbeit der Mediziner zu dieser Zeit. Wobei ich sehr froh war, dass die Autoren bei der Beschreibung einiger Operationen nicht zu sehr ins Detail gegangen sind. Aber auch das Leben der Juden, deren Verfolgung und die Ausübung der Religion fand ich spannend und packend erzählt. Man merkt dem Roman eine gründliche Recherchearbeit an. Trotzdem wirken die Erklärungen niemals belehrend, sondern sind unterhaltsam in die Geschichte eingeflochten.


In der Gegenwart lernt Gideon Morgenstern durch die Lektüre des Tagebuchs seiner Vorfahrin auch die Religion seiner Familie, die er bis dato immer abgelehnt hatte, besser kennen. Er beginnt, seinen Großvater, von dem er sich im Streit getrennt hat, besser zu verstehen und hinterfragt seine eigene Lebensweise. Dieser Teil der Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen, wenn auch das Leben von Alisah mich mehr bewegt hat.


Im Anhang gibt es einige Erklärungen der Autoren sowie ein Glossar, das die jüdischen Begriffe und medizinischen Fachausdrücke sehr gut erklärt.


Fazit:

Packende Geschichte, die authentisch das Leben einer jungen Jüdin mit ungewöhnlichem Berufswunsch im frühen 16. Jahrhundert erzählt.

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Tags: ärzt, ärzti, frankfurt, juden, medizin, regensburg   (6)
 

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216 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

friedhof, krimi, familie, spannung, mord

Kaninchenherz

Annette Wieners
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2015
ISBN 9783548612584
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte das Glück, diesen Krimi bei Vorablesen zu gewinnen und lesen zu dürfen. Weder das Cover noch der nichtssagende Titel hätten mich sonst wohl dazu animiert, das Buch in einer Buchhandlung in die Hand zu nehmen. Und das wäre ein großer Verlust für mich gewesen, denn das Krimidebüt der Autorin, das außerdem der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, konnte mich durchaus überzeugen.

Gesine Cordes ist Friedhofsgärtnerin, lebt in einem Wohnwagen auf dem Grundstück eines Bauern und hat keinerlei Kontakte zu ihrer Familie. Das hat seinen Grund, denn vor zehn Jahren ist ihr zweijähriger Sohn an einer Giftpflanze gestorben. Gesine und ihre Schwester Mareike haben sich damals gegenseitig die Schuld am Tod des Kindes gegeben. Die junge Mutter war bei der Kriminalpolizei, konnte nach dem Schicksalsschlag aber weder ihren Beruf ausüben noch ihre Ehe retten. Als sie eines Tages die Kränze für eine Beerdigung in die Friedhofskapelle räumt, entdeckt sie, dass ihre Schwester Mareike die Tote ist. Sofort kommen alte Erinnerungen in ihr hoch. Eine Konfrontation mit ihrer Familie ist unausweichlich. Auch alten Kollegen begegnet sie, denn Mareikes Tod ist ungeklärt. Gesine gerät selbst unter Mordverdacht.

Die Geschichte wird aus Gesines Sicht erzählt. Durch Rückblenden erfährt der Leser nach und nach, was damals geschah. Unerwartete Wendungen brachten mich immer wieder auf andere Tatverdächtige. Die Autorin beschreibt vor allem Gesines psychische Verfassung sehr einfühlsam. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, ihre Hilflosigkeit und Angst spüren. Bis zum Schluss wird die Spannung auf sehr hohem Niveau gehalten. Als kleine Atempausen hat Annette Wieners einige Beschreibungen von Giftpflanzen eingefügt, die Gesine in einem Notizheft sammelt. In ihrem neuen Beruf als Friedhofsgärtnerin geht sie vollkommen auf, genießt es förmlich, auf dem Friedhof alleine vor sich hinarbeiten zu können. Ich freue mich schon sehr auf ein „Wiederlesen“ mit der sympathischen Gärtnerin.

Fazit:

Sehr spannendes Krimidebüt und Auftakt einer neuen Reihe, die ich mit Sicherheit weiterlesen werde.

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Tags: friedhof, gärtnerin   (2)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

politik, krimi, erpressung, geld, neubrandenburg

Siegeszeichen

Claudius Crönert
Flexibler Einband: 441 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 01.07.2015
ISBN 9783839217696
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch eine Leserunde. Von diesem Autor hatte ich bisher noch nichts gelesen, was sich jetzt aber auf jeden Fall ändern wird. Sein mitreißender Schreibstil und ein intelligent durchdachter Plot haben mich überzeugt.

Nathan Fleming ist Bereitschaftspolizist, bis er nach einem Einsatz tödliche Schüsse auf einen Jugendlichen abgibt. Dieses Ereignis wirft ihn völlig aus der Bahn, sodass er seinen Dienst quittiert und zunächst depressiv zuhause sitzt. Erst als seine Frau ihn aus der Wohnung wirft, wird er wach und sucht sich einen neuen Job. Die gemeinsame Tochter Kati ist an Leukämie erkrankt. Von einer Behandlung in Hongkong verspricht sich Nathan die Heilung Katis. Doch diese Behandlung kostet viel Geld, das er als Personenschützer des rechtspopulistischen Politikers Schulte-Loh verdienen will. Aber die Skrupellosigkeit des Mannes bringt Nathan in ernste Gefahr.

Claudius Crönert ist mit diesem Krimi ein echtes Meisterstück gelungen. Er beschreibt nicht nur die Machenschaften der rechten Partei „Bündnis der Freunde Deutschlands“, sondern schildert auch plausibel die Beweggründe aller Beteiligten. Nathans Verzweiflung war förmlich greifbar, die Angst um seine kranke Tochter treibt ihn immer weiter. Schulte-Loh wird von einem fast schon krankhaften Geltungsdrang getrieben. Andere Figuren werden durch ihre DDR-Vergangenheit in ihrem Handels beeinflusst. Crönert ist es gelungen, mir jede Figur näher zu bringen und ihr Handeln mehr oder weniger nachvollziehbar zu machen. Obwohl die Zusammenhänge relativ schnell ersichtlich sind, bleibt die Geschichte spannend. Am Ende hält der Autor einen Showdown bereit, der mich atemlos die Seiten umblättern ließ.

Fazit:

Intelligent durchdachter Krimi mit interessanten Figuren.

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Tags: ddr, politik, rechtspopulist   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

psychose, familie, obdachloser, köln, kunst

Kölner Wahn

Stefan Keller
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 01.07.2015
ISBN 9783839217498
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In seinem nunmehr fünften Fall hat der Privatdetektiv Marius Sandmann es mit der Obdachlosen-Szene zu tun. Er beobachtet, dass ein Obdachloser in seinem Hof übernachtet, mitten im Winter. Weil ihm der Mann leid tut, bietet er ihm an, im Keller des Miethauses zu schlafen, in dem Sandmann wohnt. Als ein Feuer ausbricht, stirbt der Mann in den Flammen. Die Polizei legt den Fall schnell zu den Akten, hält den Tod für einen tragischen Unfall. Doch Marius glaubt nicht daran. Er denkt, dass der Obdachlose ermordet wurde und begibt sich auf dessen Spuren.


Interessant an dem Toten ist, dass er gemalt hat. Marius entdeckt im Hof wirre Zeichnungen, auf denen er selbst abgebildet ist. Der Mann trug immer eine Rolle mit sich, die nach dessen Tod verschwunden ist. Die Nachforschungen des Privatdetektivs stellen sich als äußerst schwierig heraus. In der Szene stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Bis er einer Frau begegnet, die den Toten kannte. Nebenher ermittelt Marius in einem Fall von Kunstraub und auch seine Exfreundin, die Journalistin Verena Talbot, spielt in diesem Fall wieder eine Rolle. Die Polizistin Paula Wagner ist einem Verbrechen auf der Spur, an dem Marius beteiligt war.


Sandmann wird in diesem Fall viel abverlangt. Der durchtrainierte Asket stößt das ein oder andere Mal an seine physischen Grenzen. Obwohl dieser Krimi sehr actionreich ist, gibt es auch leise Momente, die mich nachdenklich gemacht haben. Wie alle Bücher von Stefan Keller ist dieses auch wieder sehr gut durchdacht und erfordert die Aufmerksamkeit des Lesers. Viele überraschende Wendungen machen die Geschichte spannend. Der Autor legt verschiedene Fährten, sodass ich einige Male mit meinen Vermutungen falsch lag. Die Auflösung des Falls war überraschend, aber schlüssig. Am Ende des Romans gibt es eine Wendung, die ich überhaupt nicht erwartet hatte. Ich bin sehr gespannt, ob und wie es weitergehen wird mit dem Kölner Privatdetektiv, der mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist.


Dieser fünfte Fall ist sehr eng mit dem vierten verknüpft. Ich denke, man kann der Geschichte dank der zahlreichen Rückblenden trotzdem folgen, empfehle aber trotzdem, zumindest den Vorgänger „Kölner Grätsche“ zu lesen. Am besten liest man natürlich alle Fälle der Marius-Sandmann-Reihe, denn sie sind alle spannend und außergewöhnlich.


Fazit:

Spannender Fall im Obdachlosenmilieu, der eine tragische Familiengeschichte als Hintergrund hat.


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Tags: familie, köln, kunst, kunstraub, obdachloser, psychose   (6)
 

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

bulgarien, flucht, kommunismus, münchen, politischer mord

Und der Duft nach Weiß

Stefanie Gregg
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Forever, 08.06.2015
ISBN 9783958180451
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam wurde ich durch eine Leseprobe bei „Vorablesen.de“. Da der Roman in Bulgarien spielt, war mein Interesse sofort geweckt. Ich war schon mehrfach in Bulgarien, sowohl vor als auch nach der Wende, und habe auch eine bulgarische Freundin.


Erzählt wird die fiktive Geschichte von Anelija, die in einem Dorf aufwächst und von ihren Babas (Großmüttern) aufgezogen wird. Als sie fünf Jahre alt ist, flieht ihre Mutter nach Deutschland und lässt ihre kleine Tochter zurück. Selten schreibt die Mutter. Ihre Briefe sind auf blütenweißem Papier – daher der Titel des Buches. Das Weiß weckt eine Sehnsucht in Anelija, die außergewöhnlich intelligent und strebsam ist. In ihrer Umgebung ist alles grau und ärmlich. Trotzdem verlebt sie eine glückliche Kindheit, bis sie als junges Mädchen von 17 Jahren selbst nach Deutschland flieht.


Parallel wird die Geschichte Georgi Markows erzählt, eines bulgarischen Schriftstellers, der 1969 aus Bulgarien emigrierte und in London kritische Radiosendungen über den Sozialismus in seiner Heimat machte. 1978 wurde er durch das sogenannte „Regenschirmattentat“ ermordet.


Durch häufige Szenenwechsel erfährt der Leser erst nach und nach die Zusammenhänge. Anelija reist 1995 mit ihrem Freund Enno in ihre Heimat. Auf dieser Reise erzählt sie ihm ihre Geschichte. Der Leser erfährt nicht nur, wie das Leben im Sozialismus war, er lernt auch Anelijas Sorgen und Ängste kennen. Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen, obwohl ich in einer ganz anderen Gesellschaft und Staatsform aufgewachsen bin.


Die Beschreibungen Stefanie Greggs ließen das Dorf, die Gerüche und Menschen vor meinem inneren Auge entstehen. Eine gründliche Recherche merkt man dem Roman an. In einem Nachwort erklärt die Autorin die wahren Zusammenhänge und erläutert ihre Beweggründe, diese Geschichte zu erzählen.


Bis jetzt gibt es den Roman leider nur als E-Book. Ich denke, diese Geschichte sollte aber nicht nur Besitzern eines E-Book-Readers angeboten werden, sondern allen Lesern.

Fazit:

Bewegende Geschichte mit einem wahren Hintergrund, packend und ergreifend erzählt.

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Tags: bulgarien, flucht, kommunismus, mädchen, münchen, regenschirmattentat, schicksal   (7)
 
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