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12 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

japan, waisenkinder

Coin Locker Babys

Ryu Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Septime Verlag, 15.06.2015
ISBN 9783902711359
Genre: Romane

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311 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, träume, traumwelt, nele

Wenn die Nacht in Scherben fällt

Anika Beer
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei cbj, 13.05.2013
ISBN 9783570402023
Genre: Jugendbuch

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88 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

japan, haruki murakami, leben, freundschaft, ratte

Wenn der Wind singt / Pinball 1973

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 20.05.2015
ISBN 9783832197827
Genre: Romane

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(1.299)

2.001 Bibliotheken, 15 Leser, 8 Gruppen, 83 Rezensionen

liebe, alzheimer, nicholas sparks, liebesroman, tagebuch

Wie ein einziger Tag

Nicholas Sparks , Bettina Runge
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 15.08.2011
ISBN 9783453408708
Genre: Liebesromane

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

china, kultur, reise, chinesischer alltag, sachbuch

Darum nerven Chinesen

Heike Barai
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.02.2013
ISBN 9783492300698
Genre: Humor

Rezension:

Das Buch lehnt sich vom Titel, wie sich unschwer erkennen lässt, an Neumanns Werk über Japan an. Den Vorgänger fand ich inhaltlich zwar interessant, die Herangehensweise grenzte allerdings schon an Zumutung - es fehlte dem Buch an allen Ecken an Liebenswürdig- und Herzlichkeit. Das oft zitierte Augenzwinkern glich - für mich - eher dem Rundumschlag eines deutschen Ignoranten mit der Empathie eines Kieselsteins. Nun, das darf jeder für sich entscheiden. Ich selbst ging daher mit etwas gemischten Gefühlen an Heike Barais Pendant über China. Aber diese Vorsicht war letztlich vollkommen unbegründet. Denn der Autorin hier gelingt der Spagat, einerseits die befremdlichen Eigentümlichkeiten Chinas aufzuzeigen, andererseits aber auch, diese mit viel Liebe und Humor zu schildern, ohne im Ausland gleich ein zweites Deutschland errichten zu wollen. Sehr gelungen.

Der Inhalt gibt eher einen vagen, einführenden Überblick. Wer bereits einiges über das Land gelesen hat, wird hier nicht viel Neues finden - aber das Bekannte dafür aus einer etwas salopperen, humorvollen Sichtweise. Ich musste jedenfalls häufig grinsen und lachen beim Lesen; und es war keine diffamierende Schadenfreude. Ich selbst interessiere mich zwar schon seit mehreren Jahren stark für das Land, meine Eindrücke zu dem realen China beschränken sich jedoch bisher auf einen mehrwöchigen Urlaub. Somit wage ich nicht zu beurteilen, inwieweit das Geschriebene und Gelesene komplett der Realität entspricht oder inwieweit es teilweise selektiv wahrgenommen wurde. An einigen Punkten gibt es wahrscheinlich keinen, der Widersprüche wagen würde - wer auch nur einmal einen Blick in eine öffentliche Toilette in China geworfen hat, der wird das entsprechende Kapitel mit einem schmerzlichen Grinsen lesen. Von der oft geschilderten Kakerlakenflut bin ich dagegen, trotz recht billiger Unterkünfte, zum Glück verschont geblieben (mal hoffen, dass es nicht so ist wie mit der mir gerade nicht exakt bekannten Anzahl an Spinnen, die man durchschnittlich während des Schlafens unwissentlich in sich hineinstopft. Urgs, den Gedanken klammere ich mal lieber schnell aus ...)

Ich kann dieses Buch jedenfalls mit bestem Gewissen empfehlen. Wenn das meiste auch schon bekannt ist, so gelingt es der Autorin wunderbar, das Geschilderte sehr witzig, mit dem Blick eines Außenstehenden und trotzdem liebevoll zu transportieren. Ein gelungenes Buch!

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Welt der Toten: Thriller

Tom C. Winter
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 18.12.2014
ISBN 9783838759029
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Carsten ist Grundschullehrer - bzw. war es, als noch Ordnung herrschte. Er ist kein Superheld, nicht besonders stark, ein ganz normaler Mann. Doch nun ist sämtliche Normalität verschwunden, und er muss sich behaupten, um zu überleben. Die Menschen haben sich größtenteils infiziert; einmal betroffen, schalten sich langsam alle Hirntätigkeiten ab, in der Zeit dazwischen werden sie zu kannibalischen, instinktgeleiteten Bestien. Carsten selbst begibt sich auf eine verzweifelte Mission: Er versucht, die Schüler und Schülerinnen aus seiner Klasse zu finden ...

Ich habe seit mehreren Wochen nun eine Endzeit-Phase, was Literatur bzw. Lesefutter angeht. »Welt der Toten« fiel dabei etwas aus dem Raster – sowohl positiv als auch mit Einschränkungen. Sehr löblich ist einerseits die flüssige, aber sehr ansprechende Sprache des Buches, die mehr ist als ein blankes Transportmittel für die Handlung. Andererseits kann die Figurenzeichnung zu Großteilen überzeugen. Carsten ist eher der Durchschnittstyp, der sich plötzlich mit einer Umgebung konfrontiert sieht, die ihm neben mentaler eben auch physische Stärke und Kaltblütigkeit abverlangt. Die Handlung überschlägt sich nicht, es gibt durchaus Längen. Hier wird lang und ausführlich beschrieben, wie Carsten sich durch die Tage schlägt, wie er Utensilien zum Überleben sucht. Diese Stellen verleihen dem Buch aber auch eine sehr atmosphärische, authentische Seite. Dass Carsten eben nicht der Haudrauftyp ist, sondern durchaus sehr emotional, ggf. sentimental reagiert, empfand ich als nette Abwechslung zu bisherigen Genrevertretern.

Ein weiterer Punkt, der mir gut gefallen hat, ist, dass Tom C. Winter die Zombies hier anders, etwas abweichend definiert. Es ist eine Krankheit; die Infizierten durchlaufen einen Krankheitsablauf, an deren Ende ihr Tod steht. Durch diese verschiedenen Krankheitsstadien sind sie aber wesentlich menschlicher, als man das sonst so vom 08/15-Zombie kennt. Nicht allzu schwer, sich vorzustellen, wie eben genau diese Gegebenheit sich mit Carstens eher weicher, vielleicht humanistischer Seite verträgt.

Fazit: Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden; ebenso hat sie einige Längen. Dafür bekommt man ein gut ausgearbeitetes Szenario, interessante Protagonisten, eine authentische Atmosphäre und ein - wie ich finde - sehr starkes Ende. Lohnt sich durchaus ...

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

muff potter, nagel, roman, reise, alternativ

Was kostet die Welt

Nagel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2012
ISBN 9783453676190
Genre: Romane

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141 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

dystopie, draufgänger, fantasyroman, postapokalypse, zwei

Die Zuflucht

Ann Aguirre , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 17.02.2014
ISBN 9783442268351
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit »Die Zuflucht« geht das Abenteuer der jungen Jäger Zwei und Bleich an der Oberfläche weiter. Mittlerweile zu viert: die beiden, dazu Pirscher und Tegan, die sie unter nicht ganz einfachen Bedingungen in den Ruinen aufgegabelt haben. Nach einem langen Marsch sind sie in einer kleinen befestigten Siedlung angekommen, wo sie Zuflucht finden. Hier muss das Quartett sich nicht nur neu - in die geltenden Regeln - einfinden, sondern auch anerkennen, dass es noch zu den Kindern gehört.
Da es Frauen untersagt ist zu kämpfen, nutzt Zwei ein Schlupfloch für sich: Sie schließt sich der Sommerpatrouille an, die die Pflanzer außerhalb der Stadtmauern beschützen soll. Doch schnell zeigt sich, dass der Routinejob nicht das ist, was er sein sollte: Die Freaks haben sich verändert; sie sind nicht länger animalisch und triebgesteuert, sondern agieren beängstigend taktisch und umsichtig.

Wer den ersten Teil der Trilogie mochte, der wird sich schnell in »Die Zuflucht« einlesen können - denn die Geschichte geht nahtlos weiter. Der Schreibstil ist unverändert flüssig (das Buch wurde auch von demselben Übersetzer ins Deutsche übertragen), die Story geht spannend weiter. Im zweiten Teil wird ein größeres Augenmerk auf die Gesellschaftsordnung innerhalb der Zuflucht und die Beziehungen untereinander gelegt, dennoch kommen auch die Kampfszenen keineswegs zu kurz: Eine gelungene Fortsetzung, die dem ersten Teil um nichts nachsteht.

Kritikpunkte? Wer dieses Buch liest, dürfte auch schon den ersten Teil gelesen haben. Die Autorin schreibt aber so, als müsste sie den ersten Teil während der Lektüre für Neuleser erklären - manchmal sind die Rückgriffe doch zu oft, zu ausführlich; teilweise werden ganze Seiten aus dem ersten Teil kopiert und in Kursivschrift als Erinnerungen ausgegeben. Diese Erläuterungen waren zwar etwas zu viel, störten aber nur am Rande. In »Die Enklave« wurden die Bewohner in »Jäger«, »Schaffer« und »Zeuger« eingeteilt. Hier im Buch taucht immer häufiger der Begriff »Züchter« auf, obwohl derselbe Übersetzer tätig war und anfangs immer noch von »Zeuger« die Rede war. Ich denke nicht, dass es sich hierbei um einen beabsichtigten Wortwechsel handelt, sondern eher um Ungenauigkeit, die schon eine andere Wirkung erzielt. Schade. Ansonsten aber bleibt ein zweiter Teil einer sehr spannenden, gut geschriebenen Trilogie.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

new york, dystopie, amerikanische literatur, ubah, science fiction

Die Enklave: Roman

Ann Aguirre
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 23.01.2012
ISBN 9783641080730
Genre: Sonstiges

Rezension:

An der Oberfläche, sagen sie, gibt es nichts mehr außer verbrannter Erde und einem Sonnenlicht, dem sich niemand aussetzen kann. In den U-Bahn-Tunneln einer einstigen Metropole leben die Menschen in kleinen Enklaven und kämpfen ums tägliche Überleben. Die Jägerin Zwei und ihr Partner Bleich leben in einer davon; in den lichtlosen Tunneln jagen sie Nahrung und kämpfen sie gegen die Freaks - mutierte, einstige Menschen. Doch dann wird Zwei an die Oberfläche verbannt und findet in Bleich einen treuen Begleiter. Anders als erwartet, finden sie dort keinen sofortigen Tod, sondern den Beginn eines großen Abenteuers ...

Der Roman »Die Enklave« bietet wirklich alles, was ich an derartigen Endzeit-Szenarien mag: Zwei interessante Protagonisten, die glaubwürdig sind und Empathie zulassen. Eine marode, endzeitliche Welt, bevölkert von fiesen Kreaturen. Eine Reise, alternative Gesellschaftsordnungen, Abenteuer, eine flüssige, gut zu lesende Sprache und eine fesselnde Geschichte.

Ich kann »Die Enklave« jedem ans Herz legen, der endzeitliche Young-Adult-Dystopien mag, in denen die Liebesgeschichte zwar präsent ist, sich aber nie in den Vordergrund drängt. Wer zu diesem Buch greift, sollte sich aber vorab klar sein, dass es sich um eine Trilogie handelt. »Die Enklave« endet für sich an einer gut gewählten Stelle, ohne das Lesen der weiteren Teile aber wahrscheinlich trotzdem sehr unbefriedigend. Teil zwei - »Die Zuflucht« - ist bereits auf Deutsch erhältlich, der abschließende dritte Teil liegt bisher nur auf Englisch vor: »The Horde«.

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110 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

zombies, zombie, the walking dead, apokalypse, tod

The Walking Dead 2 - Ein langer Weg

Robert Kirkman , Jay Bonansinga , Wally Anker
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.04.2013
ISBN 9783453529533
Genre: Fantasy

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mountain Home

Bracken MacLeod
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 13.11.2014
ISBN 9783865523457
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

horror, zombies, nathan, untoten, kadaver

Das Reich der Zombies

Iain McKinnon
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Deltus.de, 26.08.2014
ISBN 9783940626134
Genre: Science-Fiction

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278 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

zombie, zombies, the walking dead, horror, apokalypse

The Walking Dead

Robert Kirkman , Jay Bonansinga
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783641081904
Genre: Fantasy

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

liebe, jugend, südstaaten, amerika, truman capote

Die Grasharfe

Truman Capote , ,
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.11.1990
ISBN 9783518382967
Genre: Romane

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99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

new york, liebe, sommer, usa, amerika

Sommerdiebe

Truman Capote , ,
Fester Einband: 145 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.03.2006
ISBN 9783036951577
Genre: Romane

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226 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 15 Rezensionen

new york, truman capote, klassiker, liebe, usa

Frühstück bei Tiffany

Truman Capote , Heidi Zerning
Flexibler Einband: 125 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 11.05.2009
ISBN 9783442469048
Genre: Klassiker

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

shanghai, sex, liebe, china, großstadt

Panda Sex

Mian Mian , Martin Woesler ,
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.08.2009
ISBN 9783462041477
Genre: Romane

Rezension:

Die Bezeichnung Roman trägt »Panda Sex« meiner Meinung nach völlig zu Unrecht; vielmehr ist es vom Stil her eine Mischung aus Schauspiel und Drehbuch.
Allerdings handelt es sich hierbei um ein sehr, sehr wirres Drehbuch. Sollte ich jemandem wiedergeben, worum es geht, müsste ich gestehen, dass ich höchstens eine Ahnung vom Inhalt bekommen habe ...
»Irgendwelche ziellosen und beziehungsunfähigen Leute ohne Namen sprechen irgendwo in Schanghai (ich mag diese Schreibweise nicht; sie wird aber im Buch verwendet) sehr verworren und pseudo-philosophisch über Liebe und Sex« - soweit meine Inhaltsangabe.

Die Sprache ist recht ungewöhnlich: vollkommen eckige und leidenschaftslose, kurze und dennoch holprige Sätze reihen sich aneinander, ohne dass sich dem Leser eine Handlung erschließen würde. Das ist für einen Roman sehr unschön zu lesen, hat man sich allerdings an den Stil gewöhnt, schleicht sich langsam das Gefühl ein, man würde ein Schauspiel lesen. Gelingt es einem, sich das alles als Theaterstück vorzustellen, entfalten die stakkatoartigen Sätze teilweise doch eine recht eigentümliche Wirkung.
Gleichermaßen interessant wie verwirrend ist es, dass hin und wieder die gleichen Passagen in völlig unterschiedlichen Kontexten und an gänzlich anderen Stellen von verschiedenen Personen gesprochen und somit wiederholt werden.

Die Namensbezeichnungen der Akteure scheinen dabei sogar in expressionistischer Nähe zu stehen. So heißen sie ABC, K, Der Schauspieler oder Die Sponsorin. Selbst die vermeintlichen Namen Mei Mei und Jie Jie entpuppen sich, wenn man sie übersetzt, als reine Relationsbezeichnungen: Kleine und Große Schwester.

Da es sehr schwer ist, den Stil exakt zu beschreiben, hier zwei Auszüge; keine, die besonders aus dem Rahmen fallen würden, sondern gänzlich repräsentative:

ABC fährt, der Schauspieler sitzt neben ihr.
ABC: Schon nach elf? Wie schnell die Zeit vergeht! Die Straßenlampen sind schon aus.
ABC: Ich mag es, auf der oberen Fahrbahn zu fahren, wenn die Lichter aus sind. Jetzt erscheint Schanghai etwas leerer.
Schauspieler: Wie in den 1990ern. Ich liebe das Schanghai der Neunzigerjahre.
Was lachst du?
ABC: Weißt du, was ich an den Neunzigern am meisten mag? [...]

* * *

Jie Jie: Wenn wir Beziehungskisten doch bloß so neutral wie ein Essen behandeln würden!
Jie Jie: Die Liebe ist ein Gefühl, du liebst jenen Menschen, und jener Mensch bist du.
Mei Mei: Liebe sollte auch dann noch Liebe sein, wenn man zu Ende geliebt hat.

Mei Mei: Liebe ist so, wie wenn du dich im Spiegel selbst erblickst. Nur weil du selbst nicht in der Welt im Spiegel existierst, kannst du dich dort sehen.
Mei Mei starrt alleine vor sich hin.

(Die Namen plus Doppelpunkt stehen wirklich so im Buch - unentwegt -, auch wenn kein Wechsel der Sprecher kommt.)

Vielleicht verkenne ich das Buch irgendwie, zumal sich mir weder dessen Anliegen noch Sinn erschlossen hat, aber mehr als wohlwollende zwei Sterne sind für mich absolut nicht drin.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, michelangelo, statuen, funaro, bildhauerei

Vollendung

Gregory Funaro , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 16.06.2011
ISBN 9783442376803
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit »Vollendung« liegt Gregory Funaros Debüt nun als erstes seiner Bücher auf Deutsch vor. Leider konnte mich die Geschichte, wenngleich sie sich im Großen und Ganzen gut und flüssig lesen lässt, letztlich nicht wirklich überzeugen. Stattdessen bleibt ein Thriller, der - für mich - in der Masse vollkommen untergeht ...

Dr. Catherine »Cathy« Hildebrant ist Expertin für Michelangelos Werk. Als eine aus Menschen- und Tierteilen errichtete Replik von Michelangelos Bacchus-Statue inmitten eines privaten Gartens aufgefunden wird, wird das FBI auf den Fall angesetzt. Und schon bald wird klar, dass ein perfider Serienmörder - von den Medien zuerst als »der Michelangelo-Mörder« bezeichnet - am Werk ist. Nur ... warum hinterlässt er auf seiner Statue die Widmung »Für Catherine Hildebrant«?
Zusammen mit dem Profiler Samuel Markham versucht Cathy, die mittlerweile als Beraterin des FBIs hinzugezogen wurde, den Täter aufzuspüren.

Woran es dem Thriller meiner Meinung nach mangelt, ist Spannung. Denn eigentlich passiert nicht besonders viel. Mithilfe des Buches, das Cathy über Michelangelos Werk geschrieben hat, werden dessen Statuen ausführlich und detailliert beschrieben und analysiert. Im regelmäßigen Wechsel wird die Geschichte auch aus der Sicht des Täters geschildert, aber selbst das liest sich ein wenig träge, da der Plot damit kaum vorangetrieben wird. Neben der Spannung wird auch auf übermäßige Brutalität verzichtet; wenngleich hin und wieder das Zimperliche etwas in den Hintergrund rückt. Dass das gesamte Setting (Serienmörder - FBI - Beraterin) dazu sehr herkömmlich ist, lässt das Buch sehr vertraut, aber wenig neu daherkommen.

Die Protagonisten (Sam und Cathy) werden dagegen angenehm lebendig geschildert, auch ihr Background und die obligatorische Liebesgeschichte werden glaubhaft ausgeschmückt - obwohl sich einige der Schilderungen gefährlich nahe an üblichen Klischees entlanghangeln. Dass das Buch sehr gesprächslastig ist, verleiht den Figuren weiterhin Leben, dem Spannungsbogen dagegen nicht. Der Täter konnte mich allerdings im Ganzen nur wenig überzeugen; so wirkte er auf mich etwas unbeholfen, wenig Angst einflößend, wenngleich böse und konsequent.

Der Sprachstil ist solide - lässt sich gut und flüssig lesen, weist darüber hinaus aber keine besondere Eigenständigkeit auf. Lediglich das Faible des Autors, nicht selten lange und erklärende Einschübe in Gedankenstrichen zu liefern, fiel auf.

Letztendlich bleibt ein Thriller mit gut lesbarer Sprache und schön ausgeschmückten Figuren. Das sind lobenswerte Aspekte; beim Lesen eines Thrillers kommt es für mich aber in erster Linie auf Spannung und die Plotentwicklung an. Hierbei kann »Vollendung« nicht punkten. Aus der Masse der Thriller sticht dieser wahrscheinlich lediglich für jene heraus, die sich ausführlicher mit dem Werk Michelangelos beschäftigen wollen, ohne ein Sachbuch zur Hand zu nehmen ...

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

japan, tokio, teufelskind, erbittert, das böse

Teufelskind

Natsuo Kirino , Frank Rövekamp
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.10.2010
ISBN 9783442473915
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aiko Matsushima (der Name Aiko bedeutet übersetzt übrigens »Kind der Liebe«, was hier fast schon bizarr ist) wächst in einem Bordell auf, ohne Vater oder Mutter zu kennen. Dort arbeitet sie allerdings nicht als Prostituierte, wie der Klappentext womöglich suggeriert, sondern verbringt ihre Tage vielmehr zwischen dem Inneren des Wandschranks und den Schikanen der dort Arbeitenden. Während ihrer Jugend lebt sie in einem Heim.
Als erwachsene Frau, die nie Liebe, Wärme und Gutherzigkeit kennengelernt hat, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter - und hinterlässt eine (mehr oder weniger) blutige Spur der Rache ...

Natsuo Kirinos erster auf Deutsch vorliegender Roman »Die Umarmung des Todes« war ein wirklich starkes Buch, das irgendwo zwischen Spannung, Makabrem und authentischen Einblicken in die japanische Gesellschaft lag. Ungeachtet der hier überwiegend negativen Rezensionen wollte ich mir daher selbst einen Eindruck von »Teufelskind« verschaffen. Aber auch wenn ich mich als wohl gesonnenen Leser betrachten würde, der selbst weniger gelungenen Büchern einiges abgewinnen kann, so konnte mich dieser Roman absolut nicht überzeugen.

Die Sprache des Buches ist zwar nicht auffallend gelungen, aber doch recht solide: weder sehr kurze noch sehr lange und verschachtelte Sätze, dazu im Präteritum aus der dritten Person geschrieben. Häufig mischen sich darunter allerdings auch unvermittelt Passagen in der Ich-Form, die Gedanken widerspiegeln, ohne durch Zusätze als solche gekennzeichnet zu sein.
Außer dem Stil empfand ich jedoch nahezu alles andere als misslungen.

Das Buch ist in zwölf etwa zwanzigseitige Kapitel eingeteilt. Pro Kapitel werden meistens neue Figuren und Handlungsorte eingeführt, die sich auf unterschiedliche Weise mit Aikos Weg kreuzen. Leider sind die Figuren nicht besonders interessant oder liebevoll ausgearbeitet; die einzelnen Erzählstränge sind häufig etwas beliebig und hängen nur zusammen, weil die Autorin hier einiges an Konstruktionsaufwand betrieben hat, was am Ende dann gänzlich über den Leser hereinbricht. Es wird bereits sehr früh deutlich, dass die Figuren die jeweiligen Kapitel - besonders am Anfang - häufig nicht überleben. Das nimmt einem als Leser schon bald die Lust, sie überhaupt kennenzulernen; die Autorin gibt sich dazu kaum Mühe, sie interessant zu machen.
Aikos Motivationen sind allesamt etwas platt und alibimäßig. Zu einem Psychogramm, wie es der Klappentext verspricht, reicht ihre Figur jedenfalls nicht, dafür bleibt sie viel zu blass.
Blutig - ebenfalls auf dem Buchrücken zu finden - ist »Teufelskind« ebenso wenig. Wer einmal einen Laymon oder Ketchum gelesen hat, wird wirklich gewalttätige Stellen hier vergeblich suchen. Aber selbst wenn man die Gewaltmaßstäbe niedriger ansetzt oder die Abgründe flacher (obwohl sie ein wichtiges Element der Thematik bilden), dann geht »Teufelskind« kaum über einen Sonntagabendkrimi hinaus.

Löblicherweise befindet sich im Anhang noch ein sechsseitiges Nachwort über die Autorin. Dieses ist recht interessant und liefert knappe Einblicke in deren Werk (das um einiges größer ist als das auf Deutsch vorliegende) und Infos über ihr Anliegen sowie die von ihr stark kritisierte männlich dominierte japanische Gesellschaft.

Wer Masako Togawas Romane kennt, darf sie vom Aufbau her ein wenig als Vergleichswert nehmen. Togawas Bücher sind in meinen Augen allerdings größtenteils gelungen - vor allem dadurch, dass sie eine starke Atmosphäre und Stimmung erzeugen, die »Teufelskind« leider fehlt.

Fazit: »Teufelskind« ist weder erschütternd noch berührend; aufgrund flacher Charaktere kein Psychogramm und auch kein Entwicklungsroman; besitzt einen konstruierten und teilweise beliebigen Plot und ist somit - insbesondere im Vergleich zu ihrem vorangehenden Roman - nicht wirklich lesenswert. Hier stimmt nahezu überhaupt nichts. Schade.

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(51)

104 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

erpressung, thriller, europa, mord, ecsb

Operation Blackmail

Jenk Saborowski
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2011
ISBN 9783492264396
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Paris wird eine junge Bankangestellte mitten auf der Straße erschossen - von einem Scharfschützen, der unerkannt entkommt. Dann geht bei der betroffenen Bank eine E-Mail ein: es werden 500.000.000 Millionen Euro gefordert, ansonsten werden weitere Angestellte überall in Europa sterben.
Die im Geheimen agierende, grenzüberschreitende und paneuropäische Eliteeinheit ECSB wird auf den Fall angesetzt; mit allen Rechten und Mitteln ausgestattet. Deren Agentin Solveigh Lang übernimmt die Ermittlungen, die sie quer über den Kontinent führen.

Ein europäischer Wirtschaftsthriller - nicht ganz mein übliches Interessengebiet; bekam das Buch als Geschenk, konnte mich aber recht schnell einfinden in die Geschichte, die letztendlich gelungen ist, aber doch noch die eine oder andere Schwäche aufweist.

Wirklich gut gelungen ist das Tempo des Romans. »Operation Blackmail« steht in überaus knappen, meistens um die vierseitigen Kapiteln. Zwischen den einzelnen Kapiteln wechseln nicht nur die Figuren und Erzählperspektiven (geschrieben ist alles im Präteritum aus der dritten Person), sondern auch die Handlungsorte, sodass man sich mal in Paris, dann in Russland und nur eine Seite später in Italien oder Deutschland befindet. So kommt die Spannungskurve recht rasant daher und nimmt einen doch ausreichend mit.
Der Schreibstil unterstützt den rasanten Plot. Schnörkel- und kunstlose Sätze, die sich flüssig lesen lassen, aber an keiner Stelle literarische Überraschungen oder Schätze in Form genialer Beschreibungen mit sich bringen. Eine funktionale Sprache also, die dem Buch sehr gut steht.

Hin und wieder wirkte das Beschriebene aber doch ein wenig unfreiwillig komisch, was auch mein größter Kritikpunkt ist. Wenn spezielles Werkzeug oder verschiedene Geräte vorgestellt werden oder wenn erklärt wird, warum und überhaupt derjenige das nun macht - dann wirkte es zumindest auf mich häufig aufgesetzt und nicht besonders professionell. Schriftsteller sind keine Agenten, müssen sie auch nicht sein. Aber hier merkt man das dem Werk ganz ordentlich an. Nicht, weil das Beschriebene unlogisch wäre, sondern einfach an der Art, wie es in den Textfluss eingearbeitet wird (zwischendurch las es sich ein wenig, als seien die Infos aus Wikipedia abgeschrieben - zufällig wird Wikipedia dann auch in der Danksagung erwähnt).
Wie gesagt, der Plot mit seinem Tempo gehört ganz eindeutig zu den Stärken des Buches. Aber vereinzelt bin ich doch über kleine Logiklöcher gestolpert. Nicht wirklich störend, nur eben auffallend.
Ein weiteres kleines Manko sind die Handelnden. Solange sie ihrer Tätigkeit als Agent nachgehen, können sie - mit Ausnahme der bereits genannten Punkte - auch überzeugen. Wenn es aber zwischenmenschlich wird, sich bspw. eine kleine Romanze anbahnt, dann wird nicht nur eine ordentliche Portion Klischee eingebaut, sondern die Figuren kommen hierbei auch recht hölzern, teils unbeholfen (nicht im Sinne gewollter Charakteristika) daher.

Somit bleibt ein rasanter, spannender Thriller, dessen Plot fesselt und überzeugt. Die Sprache ist funktional, die Figuren überzeugen innerhalb der Ermittlung, im Zwischenmenschlichen gleichen sie aber unbeholfenen Schablonen. Für alle, die sich rasant unterhalten lassen wollen, gibt es jedoch eine klare Leseempfehlung.

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164 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

familie, homosexualität, freundschaft, england, gewalt in der ehe

Als Gott ein Kaninchen war

Sarah Winman , Carolin Müller
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.08.2013
ISBN 9783442377626
Genre: Romane

Rezension:

Das hier ist Ellys Geschichte. Vom Aufwachsen im England der späten 60er, Seite an Seite mit ihrem Bruder, ihren Eltern, mit ihrem Nachbarn, mit ihrer wirren Freundin Jenny Penny und ihrem Kaninchen namens Gott. Und eine Geschichte vom Aufgewachsensein (1995+), von kleinen Freuden, einer kleinen Pension, Verlust und Liebe, Traurigkeit und Desorientiertheit, den unterschiedlichsten Erfahrungen und Lebenswegen, Entgleisungen, Tragödien, vom Altern, von Momenten voller Hoffnung und Schönheit ... eine wunderbare und -volle, kleine Geschichte, die anziehend und überzeugend ist, ohne dabei besonders aufwändig gestrickt zu sein. Vielmehr kommt und geht sie fast ein bisschen beiläufig, erzählt große Teile eines Lebens und hinterlässt dabei so einiges ...

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive (Elly) im Präteritum; vereinzelt werden dazu Briefe eingebunden.

Was man »Als Gott ein Kaninchen war« ankreiden könnte, ist - wie bereits geschrieben -, dass der Roman keinen konkreten Plot aufweist, also auch eher weniger so etwas wie einen wirklichen Höhepunkt. Außerdem greift die Autorin gerade im letzten Drittel zu Rahmen für die Geschichte und Handlung, die etwas pathetisch sind. Das war es dann aber auch schon an Kritik.

Die löbliche Seite ließe sich weitaus länger und ausgiebiger schildern. Hier nur die Kurzfassung. Optisch ist der Roman sehr schick aufgemacht: ein schickes Cover und ein ebenso schickes Schriftbild. Und inhaltlich ... gibt es eine sympathische Protagonistin und einen riesigen Haufen an allerlei anderen ebenso sympathischen - teils etwas wirren - und gut ausgearbeiteten Figuren. Angemerkt: die Autorin greift zwar dann und wann zu Klischee-Versatzstücken, schafft daraus aber ganz eigene Figuren; Figuren mit Charme und Substanz, von denen ich sehr gerne las. Dazu gibt es wunderbar ausgewählte Momentaufnahmen; berührende Szenen. Das alles ist schon recht hübsch zu lesen, ist dazu aber noch in eine sehr, sehr schöne, verspielte, aber nicht gekünstelte Sprache gehüllt. Leicht und angenehm zu lesen, aber häufig mit Raum zum Entdecken kleiner Sprachperlen. Von Traurigkeit über Witz zu Hach-wie-schön-Momenten.
Über dem ganzen Buch liegt irgendwie eine sehr starke Atmosphäre, die ich nicht beschreiben und gut in Worte fassen kann, die auf mich aber wirkte wie ein sepiafarbener Film.

Fazit: ein Buch, das inhaltlich zwar die eine oder andere kleine Länge aufweist, da nicht wirklich wahnsinnig viel passiert; aber auch ein Buch, das diese Längen problemlos durch seine Figuren, Atmosphäre und Sprache ausgleichen kann.

Für Liebhaber langsamerer Bücher eine absolute Empfehlung!

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83 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

literatur, geschichte, klassiker, lesen, weltliteratur

Literatur!

Katharina Mahrenholtz , Dawn Parisi
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2012
ISBN 9783455381160
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schon der Titel »Literatur! Eine Reise durch die Welt der Bücher« macht deutlich, womit man es hier zu tun hat: mit etwas sehr, sehr Schönem! Literatur eben. Und dann auch noch mit Ausrufezeichen, bähm! Worauf der Titel weniger vorbereitet, ist die Herangehensweise der Autorin plus Illustratorin. Hier wird nicht vor etablierten Literaten und deren Werken niedergekniet, stattdessen werden sie voller Elan vom hohen Ross getreten oder aus dem Elfenbeinturm gestürzt - voller Sympathie in einem saloppen, spaßigen und mitunter respektlosen Stil, dem die Illustrationen und Autorenportraits in nichts nachstehen ...

Das mag nicht jedermanns Geschmack sein (dann und wann warnt die Autorin sogar davor, ihre Ausdrucksweise in ernsteren Kreisen zu wählen), aber es untermauert das im Vorwort geäußerte Anliegen des Buches: Literatur ist schön und das Lesen soll nicht nur Anstrengung sein, sondern eben auch Spaß machen. Warum also nicht auch eine lockere Abhandlung, wenn es auch auf diesem Wege möglich ist, leicht fundiertes Wissen zu vermitteln? Zugegeben, immer würde ich diese Art nicht mögen, aber hier empfand ich sie als sehr gelungen und musste das eine oder andere Mal wirklich lachen.

Das Buch weist fast durchgängig einen stringenten Aufbau auf. Viele Werke bekommen eine einzelne Seite; diese wird untergliedert in »Inhalt« (saloppe Inhaltswiedergabe, teilweise rotzig-frech kommentiert), »Das muss man noch wissen«, »Smalltalk-Info« (Anekdoten), »Für Einsteiger« (bei schwer zu lesenden Texten gibt es teilweise Empfehlungen für Comic-Veröffentlichungen), »Same, same but different« (vergleichbare Werke werden angeführt), »Zitate« (bekannte Textzitate) und »Autor« (knappe Vita). Oft schließt sich an eine solche Seite eine weitere zur Vita des/der Schriftstellers/-in an - in diesen Fällen fällt der Punkt auf der vorangehenden Seite weg. Regelmäßig werden komplexere Plots durch ein Comic-Storyboard dargestellt - und etwas auf die Schippe genommen. Dann wieder gibt es Seiten mit dem Titel »Kurz, wichtig - Literatur im Schnelldurchlauf«, wo mehrere Werke inhaltlich skizziert dargestellt werden. Eher selten: grafische Darstellungen, bspw. über Verkaufszahlen verschiedener Werke oder die angeblich letzten Worte vorm Ableben einiger Schriftsteller ...
Immer: eine Zeitleiste am unteren Seitenrand, auf der verschiedene historische Ereignisse und Erfindungen ins zeitliche Umfeld des besprochenen Werkes eingeordnet werden.

Die Auswahl der behandelten Werke und Autoren beruht wahrscheinlich auf einer Mischung aus persönlicher Vorliebe der Autorin, dem Kanon sowie aktueller Verkaufszahlen (ja, auch zeitgenössische Literatur findet ihren Platz - auch wenn der Begriff der Literatur hierbei teilweise von der engen zur weiten Definition ausgeweitet werden muss). Zu Großteilen ist sie nachvollziehbar, wenngleich Schiller bspw. nur auf einer »Kurz, wichtig«-Seite Erwähnung findet und Eichendorff (exemplarisch) gar nicht vorkommt. Aber eine lückenlose Abhandlung würde wohl schwerlich mit 180 Seiten auskommen ...

Von mir jedenfalls gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Interessierten, die sich dem Thema einmal etwas weniger konform nähern möchten. Neulinge werden schnell und unterhaltsam an wichtige, knappe Informationen kommen und bestenfalls neugierig auf einige der Texte werden. Literaturliebhaber werden sich wahrscheinlich über die Darstellungsweise befeiern können (denn: Ja, wenn man einen Plot so zusammenfasst, wie die Autorin es hier teilweise macht, dann merkt man erst, wie absurd die Handlung manchmal klingt ...) oder einfach ein paar nützliche oder einfach nur spaßige Anekdoten mitnehmen ...

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237 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, japan, freundschaft, selbstmord, haruki murakami

Naokos Lächeln

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2012
ISBN 9783442744947
Genre: Liebesromane

Rezension:

Tokyo Ende der Sechzigerjahre, Zeit der Studentenproteste: Toru, ein etwas wortkarger und eher durchschnittlicher Student der Literaturwissenschaften, ist noch nicht über den plötzlichen Selbstmord seines besten Freundes Kizuki hinweg. Als er zufällig dessen ehemalige Freundin Naoko - noch zurückhaltender und stiller als Toru - wieder trifft, beginnt zwischen den beiden langsam eine Freundschaft, errichtet auf dem gemeinsamen Ereignis von Kizukis Tod. Ihre Sonntage verbringen sie zweisam mit endlosen Spaziergängen, bei denen sie Zugang zueinander suchen. Doch zunehmend wird Toru klar, dass Naoko immer mehr die Kontrolle über ihr Leben und ihre Gefühle verliert ...
Neben der schüchternen, stillen Naoko trifft Toru auf die verrückte, lebenslustige Midori - das komplette Gegenteil von Naoko.
Auf dem Klappentext ist zu lesen, dass sich Toru für eines der beiden Mädchen entscheiden müsse. Aber bereits sehr früh im Buch wird deutlich, dass die eigentliche Frage eine ganz andere ist ...

Wie sich aus der Inhaltsangabe erkennen lässt, ist »Naokos Lächeln« (das ursprünglich den Titel des Beatles-Liedes »Norwegian wood« trägt) eine in ihrem Aufbau sehr einfache, lineare Geschichte zu den Themen Verlust und Erwachsenwerden. Eine »boy meets girl(s)«- und »coming of age«-Geschichte also.
Aber obwohl der Plot sehr einfach getrickt ist, ist »Naokos Lächeln« - seit ich es vor etwa acht Jahren zum ersten Mal gelesen habe - eins meiner zwei absoluten Lieblingsbücher. Woran liegt das?

In erster Linie an der unglaublich starken Atmosphäre, in die der Leser eintaucht. Schon auf den ersten Seiten wird man von einer ungewöhnlich intensiven Melancholie ergriffen, die einen die ganze Geschichte über nicht mehr loslässt. Man nimmt Anteil an dieser sehr stillen, sehr emotionalen Geschichte, in der jede der Figuren eine düstere, aber sehr reale Last trägt.
Dazu kommen die starken, lebendigen Protagonisten. Mit dem introvertierten Toru wird sich mit Sicherheit nicht jeder sofort identifizieren können, ein Hineinversetzen wird aber sehr wahrscheinlich leicht möglich sein. Naoko und Midori bilden zwar auf den ersten Blick ein gegensätzliches Paar wie Tag und Nacht, trotzdem sind sie beide sehr vielschichtig. Den Schwarz-Weiß-Status, den man jetzt vielleicht vermuten könnte, lassen sie jedenfalls mit Leichtigkeit hinter sich.
Besonders Midori hat mich überzeugt. Auf der einen Seite unglaublich heiter, lebenslustig und obszön (überhaupt wird im Buch nicht mit expliziten, teilweise schon vulgären Sexschilderungen gegeizt), bleibt sie auf der anderen doch das verletzliche, zerbrechliche Mädchen. Einige mögen darüber den Kopf schütteln, aber: Für mich bleibt sie - egal wie viele Bücher ich auch lese - eine der stärksten Romanfiguren, die ich kenne.

Wer also stimmige, melancholische und atmosphärische Romane über das Erwachsenwerden mag, in dem es von tollen und ein wenig verrückten Protagonisten sowie gut eigebundenen Zitaten aus Literatur und Musik nur so wimmelt, der wird an »Naokos Lächeln« nicht vorbeikommen ...

Falls ich einmal gerade kein geeignetes neues Buch finden sollte, werde ich dieses hier mit Sicherheit auch ein drittes Mal lesen.

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

japan, bibliothek, haruki murakami, fantasy, düster

Die unheimliche Bibliothek

Haruki Murakami , Ursula Gräfe , Kat Menschik
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 05.11.2014
ISBN 9783832162931
Genre: Romane

Rezension:

Mit »Die unheimliche Bibliothek« (2005) liegt erneut eine Kurzgeschichte Murakamis vor, die mit Illustrationen von Kat Menschik passend untermalt wurde - und es so insgesamt, wie die Vorgänger, auf 64 (tatsächlich: 39 Seiten Text) nicht übermäßig beschriebene Seiten schafft. Der Preis ist dafür natürlich nicht gerade gering; und Murakami ist der einzige Autor, für den ich selbst für eine Kurzgeschichte einen derartigen Preis zahle. Wenn man das verständlicherweise nicht möchte, so dient diese Veröffentlichung zumindest wunderbar als Geschenk. Nun aber zur eigentlichen Geschichte ...

Eigentlich wollte er nur ein Buch zurückbringen, wird vom Empfang aber in den Keller verwiesen - wo er gefangen und dazu gezwungen wird, drei Bücher auswendig zu lernen; schon bald trifft er auf einen alten Bekannten: den Schafsmann, der Essen serviert. Aber auch auf ein stummes Mädchen, dessen Stimmbänder vor langer Zeit zerstört wurden, sodass sie nicht in direkter Rede, sondern eben in Kursivschrift spricht. Spätestens, wenn man als Leser bemerkt, dass man sich darüber gar nicht wirklich wundert, sondern es als vollkommen normal hinnimmt, ist klar, dass man erneut auf einem Kurztrip ins wundersame Murakami-Universum ist.

Die Stimmung der Geschichte ist dabei sehr ambivalent. Einerseits düster, morbid, kafkaesk. Andererseits musste ich das eine oder andere Mal über den Protagonisten grinsen, der gefügig alles mit einer solch stoischen Gelassenheit hinnimmt, dass es einfach nur skurril und fast schon heiter ist. Die Illustrationen - größtenteils in blau, grau und weiß gehalten - passen durchgängig sehr gut zum Gelesenen.

Anders als bei den vorangehenden illustrierten Veröffentlichungen ist bei »Die unheimliche Bibliothek« jedoch keine Postkarte dabei - ein schickes Lesebändchen gibt es aber.

Letztendlich wage ich nicht mal im Ansatz, die Geschichte zu deuten oder zu interpretieren - was mich aber nicht stört. Ich habe die bizarr-düstere Atmosphäre wirklich genossen, und war froh, mit dem (oder einem?) Schafsmann auf einen alten Bekannten zu stoßen.

Für absolute Anhänger des Autors oder als Geschenk zu empfehlen ...

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155 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

männer, frauen, haruki murakami, einsamkeit, liebe

Von Männern, die keine Frauen haben

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 04.10.2014
ISBN 9783832197810
Genre: Romane

Rezension:

Ich freue mich immer wie ein kleines Kind zu Weihnachten, wenn ein neuer Murakami erscheint. Nachdem »1Q84« mich in letzter Konsequenz enttäuscht hat, »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« aber sehr gelungen war, so liegt nun nach längerer Zeit wieder ein kleiner Band mit Erzählungen vor. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die sieben neuen Erzählungen gehören für mich mit zu den besten des Autors. Alle vereinen in sich, was Murakami ausmacht, dazu ist jeder einzelnen dieser - für mich - kaum greifbare Zauber eigen, den ich so schwer in Worte fassen kann. Hin und wieder verliert sich Murakami in Allgemeinplätzen und Geschwafel - das war ja aber schon immer so; und er gleicht es an anderen Stellen bestens aus.


Der Titel der Sammlung gibt den Inhalt bis zu einem gewissen Grad vor - aber nicht immer geht es um Männer, denen vorrangig die Frauen fehlen; zumindest nicht in erster Linie. Manchmal fehlt den Protagonisten auch einfach etwas ganz anderes, selbst wenn das teilweise mit Frauen in Zusammenhang steht. Der Großteil der Geschichten ist realistisch-bodenständig, vereinzelt wird es aber auch wieder schön surreal. Dem Großteil der Erzählungen ist gemein, dass sie sehr ausschnittsartig sind und sich in einem Szenario bewegen, bei dem nicht alle Einzelheiten geklärt werden. Dennoch hinterließ keine bei mir das Gefühl, um die Aufklärung betrogen worden zu sein. Im Gegenteil.


Wer etwas detaillierter wissen will, was ihn erwartet - hier eine knappe Übersicht über die Handlungen ...

Drive My Car: Ein typischer Murakami-Mann stellt unter gewissen Bedingungen eine private Chaffeurin ein und gelangt mit ihr in einen Austausch über eine Episode aus seiner Vergangenheit. Klassische, sehr gut gewählte Binnen- und Rahmenhandlung.

Yesterday: Erinnerte mich von der Stimmung an »Ein modernes Volksmärchen für meine Generation« aus »Blinde Weide, Schlafende Frau«. Eine sehr melancholische Uni-Geschichte über Freundschaft und Liebe.

Das eigenständige Organ: Ein Schönheitschirurg, der in mittleren Jahren zum ersten Mal der Liebe verfällt ...

Scheherazade: Eine in ein sehr skizziertes, rätselhaftes und unreales Setting eingebundene Geschichte über einen Mann, der aus welchen Gründen auch immer nicht aus seiner Wohnung kann, dort aber regelmäßig Besuch einer wundersamen Frau erhält.

Kinos Bar: Hat mich von der Stimmung sehr an den Roman »Südlich der Grenze, westlich der Sonne« erinnert. Eine sehr jazzige, melancholische Kneipenstimmung; über einen Bartender, dem - tja, die Frau fehlt.

Samsa in Love: Wunderbar, wenn auch im Laufe der Geschichte mit kleinen logischen Lücken, was das Handeln des Protagonisten angeht. Kafkas »Verwandlung« einmal umgekehrt ... ein Käfer wird zu einem Menschen, nämlich zu Samsa.

Von Männern, die keine Frauen haben: Mit der titelgebenden Geschichte schließt das Buch sehr melancholisch ab. Teilweise trägt die Geschichte sogar leicht resignierende, bittere Züge. Vielleicht nicht die beste Wahl, sie ans Ende des Buches zu stellen, trotzdem eine tolle Geschichte.


Insgesamt kann ich nichts Schlechtes über die neue Sammlung aus Erzählungen sagen. Zusammen mit »Nach dem Beben« für mich die besten Erzählungen/Kurzgeschichten des Autors. Melancholische Storys, die zwischen Alltäglichkeit und Surrealem pendeln, die in einem knappen Szenario angesiedelt sind, aber keine unangenehmen Leerstellen hinterlassen. Wunderbar!


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