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26 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

ardy, unnützes wissen, taddl, youtube, wissen

What The Fact

Taddl & Ardy , Taddl&Ardy null
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.03.2015
ISBN 9783548375809
Genre: Humor

Rezension:

Zugegebenermaßen habe ich von diesem Buch nicht besonders viel erwartet. Ein von zwei jungen Youtubern zusammengesammelter Haufen an mehr oder weniger sinnvollen bzw. interessanten Fakten, naja, mehr als Klolektüre kann das ja sicher nicht sein. Glücklicherweise stellen die beiden an sich selbst und ihr Werk auch keine allzu hohen Ansprüche, ein wenig Selbstironie ist schon dabei, was auch schon der Titel beweist, in dem ja zweifelsohne direkt angesprochen wird, dass es sich um "völlig unnützes Wissen" handelt. Das ganze wird ausgeschmückt durch "lustige" gestellte Fotos der beiden sowie "lustige" Erlebnisse, die ebenfalls gelegentlich niedergeschrieben sind. Ein wenig Selbstdarstellung und Eigenwerbung für den Youtube-Kanal ist also auch dabei - und irgendwie müssen die 128 Seiten ja gefüllt werden. Die Idee ist nicht neu, sie ist auch nicht von "Taddl und Ardy", viele der angesprochenen kuriosen Fakten waren mir bereist vorher bekannt, einige noch nicht, und manche waren tatsächlich auch wirklich lustig. Alles in allem ist dieses Buch nun aber kein Meisterwerk, das man dringend gelesen haben muss. Mehr als ein "ganz nett" kann ich hier also nicht vergeben.

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Tags: fun facts   (1)
 

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732 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 185 Rezensionen

magersucht, schwestern, briefe, familie, lilly lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 19.02.2015
ISBN 9783733500931
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit der ersten Hälfte des Buches habe ich mich wirklich schwer getan. Alles ist in Briefform geschrieben und äußerst gewöhnungsbedürftig. Die Handlung dreht sich um die beiden Schwestern April und Phoebe, die ein inniges Verhältnis zueinander haben. Phoebe, der Jüngeren, ist der erste Abschnitt gewidmet. Sie schreibt Briefe an ihre Schwester April, die im Krankenhaus liegt und dabei ist, an ihrer Magersucht zu sterben. Ihre Eltern verbieten Phoebe, die große Schwester zu besuchen, April antwortet nie auf Phoebes Briefe. Das Schreiben der kleinen Schwester an die große fand ich äußerst anstrengend zu lesen. Einerseits hat die Autorin versucht, Themen einzubringen, die von einem Kind geschriebenen Briefe authentischer zu gestalten, dann gibt es aber auch viele Abschnitte und Passagen, die sehr konstruiert und erzwungen wirken, weil sie absolut nicht zu einem Kind passen wollen - auch nicht zu einem hochbegabten Kind. Die erste Hälfte des Buches hat wirklich Längen, und nach den ersten 30 Seiten fragt man sich, wann die Geschichte denn nun endlich mal losgeht. Los geht sie dann eigentlich auch erst dann, wenn April an der Reihe ist. April schreibt nämlich Briefe zurück, sie antwortet ihrer Schwester, doch ihre Briefe kommen im ganzen Verlauf des Buches niemals an und machen die Situation nur noch dramatischer. Jetzt bekommt auch man endlich mal einen Einblick in die Hintergründe von Aprils Erkrankung und in die Familiengeschichte, das Verhalten der Eltern. Diese Abschnitte sind wirklich sehr interessant und spannend geschrieben, weswegen ich das Buch am Ende dann doch in Ordnung fand. Den ersten Teil hätte man allerdings wirklich kürzen können. Für Interessierte vergebe ich eine Empfehlung unter Vorbehalt.

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Tags: familie, geschwister, liebe, magersucht   (4)
 

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78 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

kanada, demenz, krieg, reise, meer

Etta and Otto and Russell and James

Emma Hooper
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 29.01.2015
ISBN 9780241185865
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist wirklich außergewöhnlich. Das kann man eigentlich gar nicht anders sagen, ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen. Die verhältnismäßig kurze Geschichte dreht sich um die mittlerweile alt gewordene Dame Etta, ihren Mann Otto sowie den alten Freund Russell. Alle drei verbindet eine innige Freundschaft, eine gemeinsame Vergangenheit und eine außergewöhnliche Liebe. Etta, die im heißen und trockenen Saskatchewan (Kanada) lebt, hat noch nie in ihrem Leben den Ozean gesehen. Mit ihren 83 Jahren packt sie eines Tages ein Gewehr und etwas Proviant ein und zieht los - zu Fuß bis zum Meer. Mehr als 3.000 Kilometer Weg liegen vor ihr. Und 83 Jahre Leben liegen hinter ihr. Während dieser Reise erfährt der Leser nicht nur das, was ihr auf dem Weg so alles widerfährt, sondern insbesondere das, was in ihrer bewegten Vergangenheit liegt. Es ist anrührend, gefühlvoll, zauberhaft beschrieben und wirklich ein Erlebnis beim Leben. Natürlich geht es nicht nur um Etta, denn Otto und Russel spielen eine ganz besondere Rolle, und ihre Geschichte wird auch erzählt. Und auch sie ist wundervoll, weil sie aus einem Leben stammt, das einfach ist und von Entbehrungen erzählt, von Liebe, Tod und Glück. Diese kleine Geschichte, geschrieben in wirklich einfach verständlichem Englisch, kann ich wirklich jedem nur ans Herz legen. Lest selbst nach, ob Etta am Ende den Ozean erreicht und wer überhaupt dieser ominöse James ist, der mit im Titel steht. Es lohnt sich!

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Tags: alter, krieg, liebe, sehnsucht   (4)
 

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277 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

tod, mord, mörder, stille, gehör

Still - Chronik eines Mörders

Thomas Raab
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 14.01.2015
ISBN 9783426199565
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Roman war eine absolute Überraschung, und ich kann ihn gar nicht genug loben. Sowohl die sprachliche Ausgestaltung, die gesamte Handlung im Verlauf, Spannungsbogen und Umsetzung sind derart gut gelungen, dass ich den Thriller "Still" nicht nur jedem interessierten Leser wärmstens empfehle, sondern dieses Buch für mich selbst auch als ein literarisches Jahres-Highlight festhalten muss. Allein die Grundidee für die Handlung ist so innovativ, dass das Buch von Beginn an fesselt. Geschildert werden die Geburt und die ersten Jahre eines kleinen Jungen namens Karl Heidemann geschildert. Karl zeichnet sich durch ein unnatürlich gutes Gehör aus, was ihm gerade in seinen jungen Jahren aber vorallem erhebliche Nachteile bringt. Normale Geräusche, das Sprechen seiner Mutter, selbst das kleinste Flüstern sind für ihn unerträglich laut. Dieser Umstand führt dazu, dass Karl mehr oder weniger abgeschlossen von der Welt im Keller aufwächst - in der Stille. Darüber hinaus ist das Kind bereits noch bevor es richtig sitzen kann, derartig hochintelligent, dass es den Erwachsenen in der Umgebung gruselt. Der Autor schildert all diese Begebenheiten so lebensnah und auch literarisch so geschickt, dass der Leser sofort gefesselt ist und mitfiebert. Im Verlauf der Handlung wird ganz schlüssig deutlich, warum Karl zum Mörder wird, man fühlt sich in seine Weltsicht, man hat Verständnis für ihn, man leidet mit ihm. Diese ungewöhnliche Perspektive und die sprachliche Umsetzung machen den Roman zu einem absoluten Highlight in diesem Genre. Das gesamte Buch ist von vorn bis hinten nicht nur schlüssig, nachvollziehbar, trotz aller Abstrusität und Psychopathie sympathisch, sondern auch vollkommen rund. Sogar die Widmung ist in die Handlung eingearbeitet und ergibt ganz zum Schluss einen Sinn. Wenn ich könnte, würde ich diesem Buch 6 Sterne oder mehr geben. Ich wünsche mir mehr Thriller von dieser Tiefe, Qualität und Sinnhaftigkeit auf dem Markt. Ganz große Literatur!

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Tags: kindheit, mord, mörder, psychologie, serienmörder   (5)
 

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

thriller, kanada, tod, liebe, suche

Wilder Fluss

Cheryl Kaye Tardif , Ilona Stangl
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 11.12.2014
ISBN 9783958350069
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Leseprobe zu "Wilder Fluss" hat mir gut gefallen, die Thematik fand ich interessant, die Charaktere auch ganz ansprechend, man kann aber nicht behaupten, dass sie mich aus den Latschen gehauen hätte. Dennoch war ich sehr gespannt darauf, das Buch zu bekommen und auch zu lesen, schließlich mag ich Thriller und auch sehr gern solche, die einen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Das Buch wurde außerdem als "internationaler Bestseller" angepriesen, da kann es ja nicht so schlecht sein. Mein Fazit ist ambivalent. Streckenweise kam wirklich Spannung auf, man freundete sich mit den charakterlichen Besonderheiten der Personen an und konnte viele Dinge auch nachvollziehen. Die Thematik der Biotechnologie (alles rund um Nanobots und solche Dinge) finde ich sehr interessant, da fehlten mir allerdings die Fakten, das war alles ein wenig platt. Ungefähr ab der Mitte hatte ich dann das Gefühl, dass es immer abstruser und abgefahrener wird, wissenschaftliche Begründungen kamen nur selten, alles glitt so ein bisschen (vermutlich ungewollt) schon fast ins Fantasy-Genre ab, und das fand ich dann nicht wirklich passend. Der Effekt eines Thrillers, nämlich die durchweg gehaltene Spannung und die ständige Dynamik haben mir auch stellenweise gefehlt, das Buch hat durchaus seine Längen, obwohl es in Summe eigentlich recht kurz ist. Die Liebesgeschichte um die Protagonistin hat mich jetzt auch nicht wirklich vom Hocker gerissen, sie wirkte sehr konstruiert und einfach auch "zu schnell" und unproblematisch - alles ein bisschen zu perfekt. Auch wenn es selbstverständlich eine fiktive Geschichte ist, hätte ich mir gewünscht, dass sie realistischer wirkt. Das gilt nicht nur für die Rahmenhandlung, sondern auch die Art und Weise wie die Charaktere sich verhalten, stellenweise völlig überzogen, stellenweise schon Kapitel vorher komplett vorhersehbar, manchmal zu pathetisch, so dass es beinahe ins Lächerliche abdriftet. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch für die seichte Unterhaltung zwischendurch gut geeignet ist, es liest sich schnell und flüssig, hat aber weder an die Charaktere noch an die Handlung oder die wissenschaftliche Basis höhere Ansprüche. Von mir drei Sterne und ein "ganz nett".

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Tags: ewiges leben, genetik, krankheit, liebe, mord, thriller, tod, wissenschaft, zeitreise   (9)
 

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2.133 Bibliotheken, 94 Leser, 8 Gruppen, 236 Rezensionen

bücher, fantasy, bibliomantik, magie, libropolis

Die Seiten der Welt

Kai Meyer
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.09.2014
ISBN 9783841421654
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Für diese Rezension habe ich mir absichtlich etwas mehr Zeit gelassen, damit ich diesem Roman auch wirklich gerecht werden kann. Nachdem ich nicht nur eine Leseprobe verschlungen habe, sondern sogar eine Lesung des Autors selbst besuchte, stand bereits fest, dass ich dieses Buch unbedingt haben muss. Trotz allem mischte sich etwas Skepsis mit in die Vorfreude, da die Idee eines Buches über Bücher mir nicht neu vorkam, sondern die Befürchtung weckte, dass sich allzu viele Ähnlichkeiten mit einem Buch ergeben könnten, das ich schon kannte - nämlich "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walther Moers - welches ich im Übrigen wärmstens empfehlen kann.

Zwischen den beiden Büchern gibt es gewisse Parallelen und Berührungspunkte, die aber glücklicherweise dann doch nicht dazu führten, dass Ideen doppelt verarbeitet wurden. Diese Zweifel wurden also auch recht schnell zerstreut. "Die Seiten der Welt" ist ein Sammelsurium von innovativen und sehr außergewöhnlichen Ideen, die mich häufig zum Schmunzeln gebracht und immer wieder überrascht haben. Die Geschichte dreht sich rund um das Mädchen mit den schwergängigen Namen Furia Salamandra Faerfax, bei dem man direkt eine Augenbraue hebt. Im Verlauf des Romans wird aber klar, dass Furia so heißt, weil ihre Eltern, beide Buchliebhaber, diesen Namen aus dem Lieblingsroman der Mutter übernommen haben, und er deshalb eine besondere Bedeutung hat. Zum Zeitpunkt, an dem das Buch spielt, gibt es allerdings nur noch Furias Vater und den kleinen Bruder Pip, beides sehr außergewöhnliche Gestalten. Der Vater ist ein Bibliomant, ein Magier, der seine Kraft aus einem besonderen Buch, seinem Seelenbuch, bezieht. Seine Tochter Furia zeigt die gleichen Tendenzen, ist aber noch nicht im Besitz ihres Seelenbuches und kann ihre magische Kraft also noch nicht kanalisieren und in vollem Umfang nutzen. Der Bruder ist an sich ein normaler, kleiner Junge, der panische Angst vor Clowns hat und, um sich vor ihnen zu tarnen, permanent mit einem aufgeschminkten Clownsgesicht herumläuft. Die Konstellation ist schon wirklich kurios, und auch im Anwesen der Faerfax gehen sehr merkwürdige Dinge vor sich, von denen ich allerdings nicht allzu viel verraten möchte. Das würde viel vom Zauber nehmen, der den gesamten Roman umgibt, und ihn wirklich einzigartig macht. Furia verschlägt es im Verlauf der Handlung in die geheime Stadt "Libropolis", die, wie der Name schon verrät, eine Stadt der Bücher und nur von ausgewählten Personen zu betreten ist. Hier trifft sie auf verschiedenste Personen, die ihr nur in Ausnahmefällen wohlgesonnen sind, viele sind zu Beginn undurchsichtig, und man traut sich gar nicht wirklich, Sympathien zu entwickeln, weil man jederzeit erwartet, dass einer der Charaktere plötzlich umschwenkt und eine ganz andere Seite von sich zeigt.

Auffällig ist, dass Kai Meyer seine Charaktere (die nicht immer Menschen sind) äußerst liebevoll und tiefgehend gestaltet hat. Jeder ist absolut einzigartig, jeder hat seine eigene, individuelle Geschichte, die nach und nach erzählt wird, und in sich schlüssig ist. Die Handlungen der Charaktere sind aufgrund der Vorgeschichten auch nachvollziehbar, nichts wirkt konstruiert oder kantig. Auch der Lesefluss und der Spannungsbogen bleiben bis zum Ende erhalten. Es gab keine Textstelle, die langatmig oder überflüssig gewesen wäre. Diesen Umstand schreibe ich der reichhaltigen Erfahrung des Autors zu, der ja schon über 50 Bücher veröffentlicht hat und hoffentlich so bald nicht damit aufhören wird. "Die Seiten der Welt" stellt in meinen Augen in der Bibliografie von Kai Meyer nochmal einen besonderen Meilenstein dar. Dieses Buch ist in seiner Gesamtheit einfach so grandios, sowohl in der Aufmachung und Gestaltung wie auch der Gliederung und dem Inhalt, dass ich eigentlich keinen Punkt zum Kritisieren finde. Ich sehe mich gezwungen, volle 5 Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung zu vergeben. Glückwunsch, Herr Meyer.

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Tags: bibliomantik, bücher, fantasy, jugendbuch, magie   (5)
 

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107 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

thriller, misshandlung, mörder, mord, häusliche gewalt

Kuckucksmörder

Raimon Weber
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.11.2014
ISBN 9783548285344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich sollte mit wirklich angewöhnen, an ein Buch keine allzu hohen Erwartungen mehr zu stellen, sondern völlig unvoreingenommen heranzugehen. Auf diese Weise wird man häufig positiv überrascht. Bei diesem Buch ging es mir genau so. "Kuckucksmörder" ist schon ein seltsam anmutender Titel, bei dem man sich zu Beginn nicht viel vorstellen kann, eigentlich erkennt man auch erst ganz am Ende des Buches, was mit dieser Überschrift überhaupt gemeint ist. Der Roman ist in zwei einfache und einigermaßen parallel verlaufende Handlungsstränge gegliedert, ganz am Anfang steht noch ein Abriss aus der Vergangenheit des einen Protagonisten. Insgesamt gibt es zwei Protagonisten, die bereits am Anfang aufeinander treffen. Die erste Hauptperson ist die Polizeibeamte Eva Flessner, deren beste Freundin Petra inklusive ihrer gesamten Familie mit Mann und zwei Kindern zu Beginn der Geschichte bestialisch ermordet aufgefunden wird. Eva leidet sehr darunter, ermittelt aber in diesem Fall nur inoffiziell, weil sie direkt involviert ist und die Sache nicht in ihre Zuständigkeit fällt. Die zweite Hauptperson ist Falk Stucke, ein freundlicher Kaufhausdetektiv mit einer sehr unerfreulichen Vergangenheit und einer massiven Persönlichkeitsstörung, die sich genau auf diese Vergangenheit gründet. Man erfährt schon relativ am Anfang des Buches, wer der Mörder ist, und das macht es erfreulicherweise nicht weniger spannend. Denn jetzt erhält der Leser exklusiven Einblick in die Gedankenwelt eines Psychopathen, sein verdrehtes Verständnis von Recht und Unrecht, man erkennt die erschreckenden Parallelen zum Erlebten in der Kindheit, man findet ihn sogar teilweise sympathisch. Stellenweise neigt man dazu, also zumindest ging es mir so, für den Täter tatsächlich auch Verständnis aufzubringen. Und dann stellt man sich automatisch schon die Frage - stimmt irgendwas mit mir nicht? Wenn ein Buch in einem Leser derartige Gefühle und Fragestellungen auslösen kann, dann ist es ein gutes Buch. Es ist gut verständlich, aber nicht zu simpel geschrieben, es liest sich flüssig, der Spannungsbogen bleibt im gesamten Verlauf der Handlung erhalten, und es wird an keiner Stelle langatmig. Der Roman ist relativ kurz und schnell durchzulesen. Für ein unterhaltsames Thrillervergnügen ist er voll und ganz zu empfehlen, auch wenn er es sicherlich nicht zur Weltliteratur schaffen wird.

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Tags: häusliche gewalt, kindesmissbrauch, mord, psychopath, thriller   (5)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

zweiter weltkrieg, norwegen, folter, kriegsverbrechen, tödlicher frost

Tödlicher Frost

Asbjørn Jaklin
E-Buch Text: 338 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 20.10.2014
ISBN 9783518734797
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diesem Roman habe ich mit großer Erwartung und Vorfreude entgegen gesehen. Die Leseprobe war sehr interessant und gut ausgewählt, und die Thematik fand ich auch sehr spannend. Nachdem ich "Tribunal" gelesen hatte, war ich mit einigen Aspekten des Bosnienkrieges bereits vertraut. In "Tödlicher Frost" werden diese Themen erneut aufgegriffen und mit Begebenheiten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vermischt. Die Geschichte startet recht unverblümt mit einem Mord in Norwegen, die Spur führt zu einem alten Friedhof, der im Zusammenhang mit einem norwegischen Vernichtungslager aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Das fand ich sehr interessant, denn mir war bis dato war nicht bewusst, dass es auch in Norwegen Vernichtungslager gegeben hat. Man kann also noch ein bisschen was dazulernen. Die Handlung des Kriminalromans wechselt immer wieder zwischen zwei Ebenen, einerseits spielt sie in der Vergangenheit. Man lernt hier einen hochrangigen SS-Offizier, seine Ansichten und Taten kennen. Die zweite Ebene spielt im Norwegen der Gegenwart und dreht sich um den Reporter Alex, der in den Ereignissen um den rätselhaften Mord recherchiert und dabei natürlich auf die Vergangenheit stößt. Das alles wäre ein hervorragendes Material für einen spannenden Krimi geworden, leider wurde dies dann aber überhaupt nicht umgesetzt, wie ich mir das erhofft hatte. Die Sprache des Autors ist leicht verständlich, zum Teil aber nicht nachvollziehbar bzw. der Zeit angemessen. Die Dialoge der Figuren sind platt, wirken sehr konstruiert und sind teilweise so schlecht strukturiert, dass man große Probleme dabei hat, nachzuvollziehen, wer überhaupt gerade spricht. Ich musste mehrfach von vorn lesen und zum Teil durchzählen, um zu verstehen, welche Person gerade was gesagt hat. Dazu kommt, dass die Charaktere sehr wenig Tiefe haben, eigentlich überhaupt keine, mit Ausnahme des Protagonisten, von dem man wenigstens erfährt, das er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, weil er im Einsatz in Afghanistan war. Die Vermischung des Bosnienkrieges mit dem Zweiten Weltkrieg hätte genial werden können, war aber einfach nur verwirrend und zum Teil nicht nachvollziehbar. Viele Situationen, die sich als interessant hätten herausstellen können, wurden begonnen und dann einfach nicht zuende geführt (z.B. die merkwürdige Beziehung des Protagonisten zur Fotografin Tora). Man hat das Gefühl, der Autor hatte eine Idee und hat sie dann einfach ad acta gelegt und nicht weitergeführt. Die Charaktere sind halt "einfach da", aber man hat nie das Gefühl, dass sie tatsächlich auch eine Rolle spielen. Dadurch kommt gar kein richtiger Lesefluss zustande, es gibt keinen Spannungsbogen, und auch das Ende und die Zwischenereignisse sind so abgehackt und platt, dass die letzten Seiten wirklich nur noch Quälerei waren. Leider kann ich für diesen Roman keine Leseempfehlung aussprechen und vergebe nur knappe zwei Sterne.

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Tags: balkankrieg, bosnienkrieg, krieg, kriminalgeschichte, kz, mord, norwegen, tod, tod durch erhängen, trauma, vergangenheit, vernichtungslager, zweiter weltkrieg   (13)
 

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323 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

fantasy, krieg, intrigen, anthony ryan, rabenschatten

Das Lied des Blutes

Anthony Ryan , Hannes Riffel , Sara Riffel
Fester Einband: 775 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 18.12.2015
ISBN 9783608939255
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor einer Weile habe ich mir die Leseprobe dieser Neuerscheinung gegönnt und war überrascht und begeistert von deren Inhalt. Wenn man Cover und Titel sieht, denkt man als versierter Fantasy-Literatur-Freund sofort an abgegriffene Standard-Fantastik - reißerischer Titel, Schwert auf dem Cover, irgendwie alles sehr typisch. Wenn ich den kurzen Textausschnitt nicht gelesen hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu kaufen, sondern in der Buchhandlung wohl mit gehobener Augenbraue daran vorbei gegangen und hätte es allerhöchstens mit einem gelangweilten "Naja..." kommentiert. Meine Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Vielleicht sollte man sich das mal angewöhnen, seine Erwartungen nicht allzu hoch zu schrauben, denn dann wird man viel häufiger positiv überrascht - wie auch in diesem Fall. Als ich den Roman dann real, also nicht nur URL, in den Händen hielt, war ich zuallererst begeistert von der aufwendigen und liebevollen Gestaltung. Das Buch ist richtig dick, richtig schwer und hat ein sehr edles, geprägtes Cover. In meinem mehr als übervollen Regal sieht es richtig gut aus und sticht ein wenig heraus. Bücher wie diese sind der Grund, warum ich mich nicht mit E-Books anfreunden kann. Doch wie das immer so ist - am Ende zählen die inneren Werte. Und dazu kommen wir jetzt.

Die Geschichte gliedert sich im Groben in zwei Handlungsstränge auf, die vom Protagonisten Vaelin Al Sorna geprägt sind. Ich merke an, dass ich diese Namenswahl wirklich gelungen finde - der Name "Vaelin" klingt zugleich fremd, ist aber sehr weich auszusprechen - das gefällt mir. Zunächst lernen wir Vaelin kennen, der als verurteilter Verbrecher zu einem Tribunal geführt wird, der Name "Hoffnungstöter" fällt mehrfach, es wird erwähnt, dass er den zukünftigen Kaiser, den Hoffnungsträger, ermordet haben soll. Während der Überführung zu seinem Tribunal - auf einem Schiff - trifft Vaelin auf den kaiserlichen Chronisten, also einen Schreiber, der die Historie des Reiches erfasst. Die Art wie die Überheblichkeit dieses Mannes sehr subtil geschildert wird, hat mir richtig gut gefallen, vorallem, da die selbstsichere, überlegene Fassade ziemlich schnell zu bröckeln beginnt. Aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem Schiff, kommt es zwangsläufig dazu, dass Vaelin und der Chronist, welcher dem "Hoffnungstöter" selbstredend feindselig gegenüber steht, ins Gespräch kommen. Am Ende siegen die Neugier und der Wissensdurst des Schreibers, und Vaelin erzählt ihm seine Geschichte. Diese Begebenheit bildet im Prinzip den äußeren Rahmen der Handlung und wird an einigen Stellen kurz und nicht störend wieder aufgegriffen.

Im zweiten Handlungsstrang, der Vergangenheit, geht es auch wieder um Vaelin Al Sorna. Aus an dieser Stelle noch unerfindlichen Gründen gibt Vaelins Vater seinen Sohn in ein Ordenshaus, als dieser noch ein kleiner Junge ist. Der Junge wird schon bald mit den rauen Sitten und der harten Ausbildung des Sechsten Ordens vertraut gemacht und mit Leid, Tod und menschlichen Abgründen konfrontiert. Der Leser erfährt viel über den Glauben in diesem fiktiven Reich, über die Beschaffenheit der Orden, deren Vorsteher, Sitten, Gebräuche und allerlei Wahn und Verblendung, die doch sehr stark an vergangene und aktuelle Zeiten der wirklichen Welt erinnern. Der junge Vaelin wird zum Krieger ausgebildet, genauer gesagt beinahe schon zu einer Kampfmaschine gedrillt, er wird zu einem der besten Schwertkämpfer des ganzen Reiches. Er kämpft mit Schmerz und Verlust, schließt Freund- und Feindschaften, wird erwachsen. Hinzu kommen politische Ränke und Intrigen, die auch und vorallem die geistliche Welt betreffen und vom König des Reiches ausgehen. Folter, Mord und Erpressung sind an der Tagesordnung. Das Ganze ist wirklich sehr ansprechend herausgearbeitet und wird gekrönt von einer verborgenen und, das muss ich an dieser Stelle erwähnen, recht innovativen Anwesenheit von Magie. Der Titel des Buches bezieht sich genau auf diese besondere Begabung und nicht, wie erwartet, auf das Kriegshandwerk. Die Schilderung dieses Liedes ist faszinierend - und um nicht alles vorweg zu nehmen, belasse ich es auch bei dieser kleinen Anspielung und führe es nicht weiter aus.

Insgesamt betrachtet handelt es sich hier um ein sehr solides und stellenweise auch innovatives Fantasy-Konzept, das man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Der Spannungsbogen wird im gesamten Handlungsverlauf gehalten, es ist immer interessant und unterhaltsam, weiterzulesen, und es wird auch nicht langweilig. Da es sich um eine mehrteilige Reihe handelt, freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzungsromane und hoffe, dass die Qualität des Schreibstils, der Atmosphäre und der Geschichte an sich auch in den kommenden Büchern erhalten bleibt. Ich werde sie auf jeden Fall lesen und spreche für den ersten Band, "Das Lied des Blutes" eine klare Leseempfehlung aus.

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Tags: fantasy, glaubenskrieg, intrigen, krieg, mord, religion, schlacht, tod, verblendung   (9)
 

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124 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

papst, borgia, rom, intrigen, familie

Der Palast der Borgia

Sarah Dunant , Peter Knecht
Flexibler Einband: 646 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.09.2014
ISBN 9783458360339
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rodrigo Borgia ist Schirmherr einer einflussreichen spanischen Adelsfamilie im 15. Jahrhundert. Der Name sollte eigentlich jedem, der einigermaßen historisch interessiert ist, ein Begriff sein. Die Familie Borgia besaß zu dieser Zeit ein umfangreiches Pensum an Macht und Einfluss und wurde später als Inbegriff des Nepotismus (Vetternwirtschaft) bekannt. Im Buch "Der Palast der Borgia" wird auch ziemlich schnell deutlich, warum. Der Roman beginnt in einer Zeit des Umbruchs - der Papst ist tot, und es findet gerade ein Konklave (Papstwahl) statt, um ein neues Kirchenoberhaupt zu bestimmen. Durch Intrigen und einige sehr geschickte Schachzüge, schafft es Rodrigo Borgia, aus einem Streit zweier Parteien als der glückliche Dritte hervorzugehen und die Wahl zum Papst zu gewinnen. Fortan nennt er sich selbst Alexander, der VI. und zögert keinen Augenblick, seine ohnehin schon weitreichenden Machtverhältnisse noch erheblich auszubauen. Hier geht es aber nicht nur um ihn selbst, sondern auch um seine Familie, denn der neue Papst hat mehrere uneheliche Kinder, aus denen er keinen Hehl macht. Ganz im Gegenteil - er holt sie und seine auffallend junge und schöne Geliebte Guilia zu sich nach Rom. Fortan beginnt ein beinahe verwirrendes Spiel um Kriege, Einfluss in den großen Städten Italiens und Frankreichs, Beziehungen zu Königshäusern und immer wieder arrangierten Hochzeiten, um sich an dieser und jener Stelle Freunde und Macht zu verschaffen. Das alles spielt in einer Zeit, in der gerade Amerika entdeckt wurde und kolonisiert werden soll und sich überdies auch noch eine neue, unheilbare Krankheit ausbreitet, die als Erstes in den Hafenstädten Frankreichs aufgetaucht ist und "Franzosenkrankheit" genannt wird, ihr ahnt es schon - es handelt sich um die Syphilis, für die bekanntermaßen ja erst in den 1930er Jahren ein Heilmittel gefunden wurde. Auch diese Erkrankung taucht im Roman immer wieder auf und spielt eine wichtige Rolle, da auch die Protagonisten, d.h. die Familie Borgia, von dieser Infektion nicht verschont bleiben. Das ganze historische Grundgerüst ist für Interessierte auch sehr spannend. Man erfährt viel über die damaligen Lebensverhältnisse und Ansichten, viel über Umstände, den Glauben oder Nicht-Glauben und darüber, dass Heuchelei und Bigotterie keine Erscheinung der Neuzeit sind. Die obersten Kirchenvertreter sind erwartungsgemäß von der Frömmigkeit ungefähr so weit entfernt wie der Stuhl Petri vom Mond. Dieses Leitmotiv taucht im Roman auch immer wieder auf, und Papst Alexander der VI. setzt dieser Situation mit seinen Intrigen und Machtspielen auch immer wieder die Krone auf. Beispielsweise entscheidet er völlig eigenmächtig über Scheidungen, Heiraten, Exkommunikationen oder Königskrönungen - wenn es mit dem kanonischen Gesetz nicht in Einklang zu bringen ist, nun dann wird alles eben so hingedreht, dass es passt. All das bietet wunderbaren Erzählstoff für einen Roman, aber leider wurde dieses Potenzial für "Der Palast der Borgia" nur unzureichend ausgeschöpft. Es entwickelt sich die ganze Zeit über kein wirklicher Spannungsbogen, viele Dinge sind vorhersehbar, und man hat eigentlich an keiner Stelle das Gefühl, dass man jetzt unbedingt weiterlesen muss, weil es so spannend war. Nach etwa 3/4 des Buches, das wirklich umfangreich ist, habe ich beschlossen, dass ich es jetzt erstmal weglege und eventuell später weiterlese. Es hat mich leider überhaupt nicht gefesselt. Für historisch Interessierte gibt es eine Leseempfehlung, wer kurzweilige Unterhaltung sucht, ist hier leider nicht so gut bedient. Für die gute Recherchearbeit und die Umsetzung des historischen Handlungsrahmens gibt es von mir allerdings trotzdem drei Sterne.

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Tags: 15. jahrhundert, adel, borgia, familie borgia, historischer roman, intrigen, katholische kirche, kirche, macht, nepotismus, papst, papst alexander vi., vatikan   (13)
 

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(59)

88 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

mexiko, drogen, drogenkartell, entführung, angst

Gebete für die Vermissten

Jennifer Clement , Nicolai von Schweder-Schreiner , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.09.2014
ISBN 9783518424520
Genre: Romane

Rezension:

Was die Autorin uns hier zu lesen gibt, ist wirklich keine leichte Kost. Die Handlung spielt überwiegend in einem kleinen Dorf in Mexiko. In diesem Dorf gibt es keine Männer (mehr). Sie sind alle vor der bitteren Armut geflohen, die hier herrscht. Frauen und Kinder sind zurückgeblieben, einige warten darauf, dass die Männer zurückkehren, man bekommt aber eigentlich von Anfang an schon das beklemmende Gefühl vermittelt, dass das niemals passieren wird. Der Roman vermittelt mehrere Grundthemen, die allesamt hochgradig gesellschaftskritisch sind. Es geht um die mexikanischen Drogenkartelle, um Entführungen und Menschenhandel, um Armut und Korruption, um Gerechtigkeit und vorallem Ungerechtigkeit, um Moral und Ethik. Man könnte denken, dass man mit einem weiteren moralinsauren Buch konfrontiert wird, das nur anprangert und Dinge zur Schau stellt. Das Ganze gestaltet sich dann aber doch anders. Die Protagonistin Ladydi ist zu Beginn des Buches ein kleines Mädchen, das in eben jenem Dorf wohnt. Hier gibt es Hitze, Sand, Hügel, den Dschungel und jede Menge Tiere, die einen umbringen können. Die Dorfbewohner sind an das alles gewöhnt, auch an die Angst. Denn das Dorf wird regelmäßig vom Drogenkartell besucht. Hübsche Mädchen werden entführt und verschleppt, und man sieht sie niemals wieder. Häufig gibt es wahllose Hinrichtungen, die niemals geahndet werden. Die Dorfbewohnerinnen haben sich so einige Strategien überlegt, um ihre Töchter zu schützen, sie verkleiden sie als Jungen, machen sie hässlich, verstecken sie beim kleinsten Anzeichen in Erdlöchern. Das Mädchen Ladydi beschreibt all diese Begebenheiten so lebendig und mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass das Ganze sehr bedrückend ist, man aber trotzdem das Buch nicht mehr zur Seite legen möchte. Es ist deutlich zu spüren, dass die Autorin sehr lange vor Ort recherchiert haben muss, um all die kleinen Details einzufangen, die das Ganze so eindrücklich machen. Diese Welt war mir vorher vollkommen fremd, und man fühlt sich nach Beenden des Buches auf eine gewisse Art und Weise bereichert. Nicht unbedingt im positiven Sinne bereichert, denn man kann nun wirklich nicht davon sprechen, dass diese Eindrücke positiv sind, aber man hat das Gefühl, viele Dinge nun mit anderen Augen oder wenigstens aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und die volle Punktezahl für dieses Buch.

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Tags: angst, armut, bedrohung, drogen, drogenkartell, elend, entführung, frauen, korruption, mädchenhandel, mexiko, mord, tod, verschleppung   (14)
 

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243 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 71 Rezensionen

thriller, jugendbuch, lost souls ltd., verlorene seelen, raix

Lost Souls Ltd.- Blue Blue Eyes

Alice Gabathuler , bürosüd° bürosüd° GmbH
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.07.2014
ISBN 9783522202046
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Roman startet ziemlich rasant direkt mit einem Schocker. Die Protagonistin Kata Benning, die man kaum kennenlernen kann, von der man nur weiß, dass sie große Zukunftspläne hat und kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag auf dem Weg zu ihren Adoptiveltern ist, wird direkt ins Geschehen geschubst. Nachdem sie von einer ominösen Person gewarnt worden ist, explodiert der Wagen mit ihren Zieheltern direkt vor ihren Augen und lässt sie schwer traumatisiert zurück. Doch damit beginnt erst eine Verkettung von Ereignissen, die eine ganze Lawine ins Rollen zu bringen scheinen und Menschen mit düsteren Vergangenheiten auf den Plan rufen. Die jungen Erwachsenen der Lost Souls Ltd. sind allesamt und jeder auf seine Weise traumatisiert. Sie sind von Zweifeln, von Reue und von Hass geplagt oder von Gedanken an Rache besessen. Und sie wollen Kata helfen, denn diese hat die Situation, in der sie steckt, nicht selbst verschuldet und steht deshalb unter dem Schutz der Organisation, die fortan alle Hebel in Bewegung setzt, um sie zu retten. Kata ahnt nicht, dass der Mensch, dem sie vertraut, mit dem Tod ihrer Adoptiveltern und ihrer Vergangenheit viel zu tun hat. Die Autorin belebt die Geschichte durch eine sehr dynamische Erzählweise, man kommt beim Lesen kaum zur Ruhe und erhält einen Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Trotz der teilweise sehr grausamen Vergangenheiten, die die Mitglieder der Lost Souls Ltd. miteinander verbinden, ist das Buch jugendfreundlich geschrieben, enthält keine ausschweifende Gewalt- oder Drogenexzesse, schildert alles aus einer distanzierten Perspektive und ist dabei dennoch eindringlich. Kleine Abzüge in der B-Note gibt es bei der Geschichte um die Personen "Moira und Henry", die eigentlich keine große Rolle spielen, in einem unerwarteten Plot Twist dann aber doch in Erscheinung treten - leider wirken diese Personen sehr konstruiert und unglaubwürdig. Das restliche Buch ist aber wirklich sehr schön gemacht, und auch die Fortsetzung würde ich lesen, nachdem ich auf den letzten Seiten bereits reinschnuppern konnte.

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Tags: hass, kindheit, liebe, mord, rache, thriller, tod, trauma, verbrechen, vergangenheit   (10)
 

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(121)

233 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

seelenwanderung, thriller, seele, markus heitz, seelen

Exkarnation - Krieg der Alten Seelen

Markus Heitz
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2014
ISBN 9783426516232
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin schon seit Längerem ein begeisterter Leser der Bücher von Markus Heitz, und natürlich wollte ich dieses Buch auch unbedingt lesen. "Exkarnation" scheint der Start einer neuen Reihe zu sein, in der sich alles im Ostdeutschland der Gegenwart bewegt, aber trotzdem sehr fantastisch ist. Alles beginnt mit dem Tod von Claire Riordan in Halle. Claire ist eine Café-Besitzerin mittleren Alters, eigentlich eine nicht besonders außergewöhnliche Person. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, liebt ihren Mann. Und dann wird sie ermordet - und ihr Mann ebenfalls. In typisch heitz'scher Thrillermanier geht alles Schlag auf Schlag. Die verschiedenen Erzählperspektiven, die man aus seinen anderen Büchern schon kennt, kommen auch hier wieder virtuos zum Einsatz. Claire, die eigentlich tot sein sollte, erwacht in einem fremden Körper. Ihre Seele ist gewandert - und hätte das eigentlich nicht tun sollen. Dieser Umstand ruft verschiedene Gruppierungen und sektenähnliche Gemeinschaften auf den Plan, die sich allesamt der Seelenwanderung und anderen übernatürlichen Phänomenen widmen. Der Autor beschreibt wie gewohnt sehr dynamisch die Geschehnisse um diese Gruppierungen und um Claire mittendrin, die eigentlich nur ihren Mann und ihre Familie zurückhaben will. Zwischen Intrigen, Verrat, Rache und Tod werden neue Verbindungen geknüpft, und Claire erweist sich schon bald als absolute Ausnahmeperson. Der Roman ist für Fantasy-Interessierte wirklich sehr unterhaltsam, und wer häufiger Heitz liest, wird sich über die vielen Cameo-Auftritte anderer Charaktere oder Orte freuen, die im Buch vorkommen. Ein wenig enttäuscht war ich vom Ende der Geschichte - es gab nämlich keines. Das Buch ist ein Fortsetzungsroman, der keinen eigenen Abschluss hat und allein darauf ausgelegt ist, dass man den nächsten Band kaufen muss. Trotzdem bin ich auf die Fortsetzung sehr gespannt und werde mir diese sicherlich auch zu Gemüte führen. Für das Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

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Tags: reinkarnation, seelenwanderung, thriller, tod, vampire, werwesen   (6)
 

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(66)

150 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

zwillinge, magersucht, liebe, kindheit, tod

Zertrennlich

Saskia Sarginson , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei script5, 21.07.2014
ISBN 9783839001523
Genre: Romane

Rezension:

Bei diesem Buch hatte mich schon die Leseprobe fasziniert und begeistert, und ich nehme bereits vorweg, dass mich auch das Gesamtwerk in keiner Weise enttäuscht hat. Die Autorin entführt den Leser in eine Romanwelt, die sehr realistisch ist - die Geschichte könnte sich exakt so zugetragen haben. Die Handlung verläuft auf mehreren Zeitebenen (Vergangenheit und Gegenwart) und wird in unregelmäßigem Wechsel von den beiden Zwillingsschwestern Viola und Isolte erzählt. Das hat den Effekt, dass man die gleiche Geschichte aus verschiedener Sicht erzählt bekommt und sehr viel Tiefe sowohl in die Charaktere als auch in die Handlung kommt. Alles dreht sich um das Geschwisterpärchen, das während der Hippie-Zeit aufwächst. Die Mutter hat erst mit den beiden Mädchen in einer Kommune gewohnt und ist später dann in einen kleinen Ort in ein kleines Haus mitten im Wald gezogen. Die Zwillinge sind echte Wildfänge und verbringen den größten Teil ihrer bis zu einem gewissen Punkt traumhaften Kindheit draußen - in den Wäldern. Sie kennen jeden Ort und erforschen jedes Geheimnis, und man fühlt sich direkt in die eigene Kindheit zurückversetzt, wenn man liest, wie sie ihre Umwelt wahrnehmen. Viele der sozialen Probleme (z.B. Geldnot der Mutter) bekommen die Zwillinge nur am Rande mit und nehmen sie mit dem kindlichen Optimismus auf, der ihnen zueigen ist. Da man bereits zu Anfang schon weiß, wie das Leben der erwachsenen Schwestern aussieht, stellt sich sofort die Frage, was passiert ist, dass es so weit kommen konnte. Denn im Erwachsenenalter liegt Viola nicht zum ersten Mal im Krankenhaus. Sie ist magersüchtig, und jeder außer sie selbst kämpft mit der Krankheit. Viola scheint sich mehr oder weniger aufgegeben zu haben, sie ist dabei sich zu Tode zu hungern. Ihre Schwester Isolte scheint einen Kampf gegen Windmühlen zu führen, denn obwohl die beiden Schwestern immernoch beieinander sind, sind sie sich nicht mehr so nah wie früher. Die Gründe dafür sind vielfältig, einleuchtend, überraschend und voller unerwarteter Wendungen. Das Buch ist nicht nur wahnsinnig unterhaltsam, sondern entführt den Leser auch in die düstersten Abgründe menschlicher Emotionen. Für dieses Werk gibt es von mir die Höchstbewertung und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Tags: essstörung, freundschaft, gegenwart, geschwister, kindheit, liebe, magersucht, selbstmord, tod, trauma   (10)
 

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

nebraska, nele löwenberg, roman, adoption, liebe

Sommer der Wahrheit

Nele Löwenberg
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2014
ISBN 9783548285610
Genre: Romane

Rezension:

Die Leseprobe des Buches "Sommer der Wahrheit" hat mich schon richtig begeistert. Als ich das Buch dann in kompletter Fassung in den Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten endlich loszulegen - und als ich dann mit dem Lesen einmal begonnen hatte, war es mehr als schwierig, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Geschichte dreht sich um die jugendliche Sheridan Grant, die auf einer Farm in der erzkonservativen Umgebung amerikanischer Farmer-Einöde lebt und dort aufwächst. Der Alltag ist geprägt von zum Teil schwerer körperlicher Arbeit, der Schulzeit und unendlicher Langeweile. Sheridan kann weder mit der allumfassenden (und selbstverständlich häufig geheuchelten) Religiösität etwas anfangen noch kann sie sich damit abfinden, dass dies ihr Leben gewesen sein soll. Das Buch beginnt einigermaßen dramatisch - aus der Sicht einer Jugendlichen - denn sie wird mit ihrer Clique beim unerlaubten "Abhängen" in einer verfallenen Mühle von der Polizei erwischt und nach einer wilden Verfolgungsjagd über die Dächer auch abgeführt. Das ist der Auslöser für eine familiäre Krise, die, wie sich herausstellt, eigentlich schon sehr viel früher begann. Sheridans Leben ist geprägt von den Boshaftigkeiten ihrer Adoptivmutter Rachel, von den vielen Arbeiten, die sie ihr aufbürdet, von den Anzüglichkeiten ihres "Bruders" und anderen Dingen, die das Teenagerleben belasten können. Obwohl es sich wirklich um eine Geschichte einer Teenagerin handelt (die zu Beginn der Geschichte 15 und am Ende 18 ist), kann man deren Probleme nicht einfach als Kleinigkeiten abwinken. Im Gegenteil - das Buch bewirkt, dass man die Gefühlslage der Protagonistin sehr ernst nimmt, ihr Probleme versteht, ihre Reaktionen versteht. Der Leser begleitet Sheridan Grant auf einer Reise durch einen wichtigen Abschnitt ihres Lebens, durch ihre ersten sexuellen Erfahrungen, ihre Träume, ihre Rebellion, Liebe und Grausamkeit - und ihre düstere, geheimnisvolle Familiengeschichte, von der man immer wieder nur ein Puzzle-Teilchen zugeworfen bekommt. Das Finale ist furios, mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Ich vergebe nur sehr selten die volle Fünf-Punkte-Wertung für ein Buch. Dieser Roman hat diese Wertung verdient, und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Danke für dieses Lesevergnügen.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

südafrika, familiengeschichte, familiendrama, inzest, missbrauch

Sie ging nie zurück. Die Geschichte eines Familiendramas

Emma Brockes , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2014
ISBN 9783423260169
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich von der Leseprobe des Buches vollkommen begeistert war, muss ich im Resumée leider feststellen, dass ich mir deutlich mehr erwartet hatte. Die wahre Geschichte von Emma Brocke, bzw. eigentlich die Geschichte ihrer Mutter Paula und der schwierigen Verhältnisse in deren Elternhaus, verspricht ein unglaubliches Potpourri an Emotionen, Erinnerungen, Erzählpotenzial. Und diese Biografie gibt das Ganze auch wirklich her, leider scheitert das ganze dann am Erzählstil, am Aufbau des Buches, am Gesamt-Ensemble an sich. Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Emmas Mutter Paula macht, noch während ihre Tochter klein ist, immer wieder Andeutungen über ihre Vergangenheit und ihre Familiengeschichte, sie wird aber niemals konkret - es bleibt weiterhin bei Andeutungen und den damit verbundenen Vermutungen. Alles, was Emma weiß, ist, dass es Probleme mit dem Vater gab, und dass dieser irgendwann einmal vor Gericht gestanden haben muss - seine eigene Familie auf der Seite der Kläger. Nach Paulas Tod begibt sich Emma nun auf die Suche nach dieser Vergangenheit, die sich in Südafrika zur Zeit der Apartheid abgespielt hat. Diese Grundvoraussetzung ist fast schon Stoff für einen Krimi, da es aber eine Biografie ist, finde ich es nicht schlimm, daraus auch eine solche zu machen. Alles andere hätte wohl überspitzt und unglaubwürdig gewirkt. Leider macht die Autorin nicht viel aus dieser erzählerisch sehr wertvollen Basis. Geschätzte drei Viertel des Buches drehen sich eigentlich nur darum, wie sie an verschiedene Orte reist und Personen trifft, wie sich diese Personen benehmen, wie sie aussehen und was sie alles verheimlichen wollen. An sich keine schlechte Sache, es wiederholt sich aber sehr, sehr oft und wird dadurch langatmig. Schwung erhält die Sache dann erst ganz am Ende, als sich herausstellt und konkret formuliert wird, was der Leser ohnehin schon die ganze Zeit wusste oder zumindest klar erahnt hat. Ich gebe dem Buch 3 Sterne, wobei einer davon eigentlich ein reiner Höflichkeitsstern ist - es handelt sich immerhin um eine Biografie, also eine wahre Geschichte. Ich finde es nur sehr schade, dass sie nicht so dramatisch rübergebracht wurde, wie sie tatsächlich war.

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Tags: biografie, familiendrama, familiengeschichte, gerichtsverhandlung, kindesmissbrauch, vergangenheit, vergewaltigung   (7)
 

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(54)

99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, freundinnen, belletristik, paris, frauen

Sommerfreundinnen

Åsa Hellberg , Sarah Houtermans
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.05.2014
ISBN 9783548612058
Genre: Romane

Rezension:

Von der Leseprobe des neuen Romans von Åsa Hellberg war ich ganz begeistert. Die Idee eines postmortalen Vermächtnisses einer Freundin an ihre drei besten Freundinnen hat mir so gut gefallen, dass ich mir gewünscht habe, das Buch zu gewinnen und mich wahnsinnig gefreut habe, als es tatsächlich bei mir ankam. Mit dementsprechend großen Erwartungen bin ich auch an das Buch rangegangen. Der Anfang las sich leicht und flüssig und machte Lust auf mehr, leider wurde es im Verlauf des Buches aber immer weniger. Die Charaktere, auf die man sich noch richtig gefreut hat, sind oberflächlich und platt beschrieben, ihre Handlungen unglaubwürdig, die Dialoge wirken steif und erzwungen. Die Alltagsprobleme, mit denen die Freundinnen so "zu kämpfen" haben, sind dermaßen belanglos, dass man sich fragt, warum man darüber ein Buch schreiben muss. Leider wird die ganze Geschichte zum Ende hin dann auch immer schlimmer. Die Begebenheiten, Zufälle und auch Dialoge sind so unrealistisch und unglaubwürdig, dass man eigentlich nur noch die Augen verdreht. Wenn man das erste Drittel des Buches gelesen hat, ist der ganze Rest auch komplett vorhersehbar, so dass man sich als Leser immer wieder denkt "Ach nee, wie überraschend."

Und dabei war die Idee so großartig, dass die drei Freundinnen Maggan, Susanne und Rebecka eine große Menge Geld erben und dafür einige Bedingungen der Verstorbenen erfüllen müssen. Man hätte so viel daraus machen können. Aber statt eines wirklichen Lebenswandels, der jedenfalls von der Autorin als solcher rübergebracht werden soll, leben die drei eigentlich fast genauso wie vorher - nur reich. Und die Geschichte um die drei Männer, die dann auch noch in ihr Leben treten und selbstverständlich ausgerechnet der Traum ihrer schlaflosen Nächte sind und selbstredend vollkommen verschossen in jeweils auch noch genau die Richtige der drei... naja, ich möchte eigentlich gar nichts mehr dazu sagen. Im Übrigen ist der Alkoholkonsum der Protagonistinnen besorgniserregend. Auch das war sicher nicht unbedingt geplant, aber mir ist es wirklich aufgefallen, dass die Freundinnen eigentlich auf jeder Seite, aber zumindest in jedem Kapitel, Wein, Champagner, Bier oder Cocktails konsumieren - und das irgendwie als gehobener Lebensstil bzw. Genuss dargestellt wird. Halte ich pädagogisch gesehen jetzt nicht unbedingt für verantwortungsvoll. Zusammenfassen kann ich meine Meinung folgendermaßen:

Das Buch ist eine kurzweilige, anspruchslose Unterhaltung für zwischendurch, wenn man sich gern berieseln lassen und nicht über irgendetwas nachdenken möchte. Von der Autorin war es sicher nicht unbedingt so gewollt, aber die Kernaussage dieses Buches ist für mich: "Richtig glücklich werden kann man nur, wenn man Unmengen Geld hat." Mit der Realität und den Problemen "echter" Menschen hat das nicht mehr viel zu tun. Mehr als zwei Sterne für die schöne Idee springen für diesen Roman leider nicht raus. Eine Leseempfehlung gibt es von mir nicht. Schade.

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

waisenhaus, seattle, suche, usa, große depression

Die chinesische Sängerin

Jamie Ford , Ulrike Thiesmeyer
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 31.03.2014
ISBN 9783827011848
Genre: Romane

Rezension:

Von Jamie Ford hatte ich bisher noch nie etwas gehört, geschweigedenn gelesen. Dieses Buch war dank der Leseprobe und des Gewinns zum Vorablesen eine Premiere. Schon in der kleinen Kostprobe fand ich den Roman sehr spannungsgeladen. Der ausgewählte Teil war von Anfang an fesselnd, und rekapitulierend kann ich sagen, dass sich dieser Spannungsbogen über den kompletten Verlauf des Buches gehalten hat. Der Roman hat zwei Protagonisten, aus deren Perspektive wechselnd erzählt wird. Die Geschichte dreht sich zunächst um den 12jährigen, chinesisch-stämmigen Waisenjungen William Eng, der seit 5 Jahren im Sacred Heart Waisenhaus lebt und dort von Ordensschwestern mit äußerst fragwürdigen Erziehungsmethoden betreut wird. Während der 1920er, 1930er Jahre waren diese Methoden (körperliche Züchtigung, Einsperren, Fixieren etc.) sehr geläufig und selbstverständlich, wodurch sie einem aufgeklärten Neuzeitmenschen der Moderne noch archaischer und barbarischer vorkommen. Der Autor beschreibt die Geschehnisse sehr realitätsnah, sie wirken nicht aus der Luft gegriffen, übertrieben oder erzwungen. William Eng weiß nichts über seine Vergangenheit, seine Familiengeschichte wird von den Nonnen geheimgehalten und nur zu seinem Gemeinschaftsgeburtstag (alle Waisenkinder im Haus haben der Einfachheit halber als gleichen Tag "Geburtstag") bruchstückhaft preisgegeben. Aber das Schicksal nimmt eine bedeutende Wende für ihn, und es geschieht, dass er bei seinem "Geburtstagsausflug" das Filmplakat einer chinesischen Sängerin sieht und darauf seine Mutter wiedererkennt. Dieser Umstand bringt einen Stein ins Rollen, der zu einer schicksalhaften Begegnung und zum Aufdecken der Familiengeschichte führt. Ein wichtiger Teil und die zweite Hauptperson in diesem Drama ist die bereits erwähnte Sängerin, der das Buch auch den eher unscheinbaren Titel zu verdanken hat. Der Leser erfährt nun, welche widrigen und grausamen Umstände dazu führten, dass Liu Song Eng (alias "Willow Frost") gezwungen war, ihren über alles geliebten Sohn ins Waisenhaus zu geben. Die Geschichte ist nicht nur auf der persönlich-individuellen oder emotionalen Ebene interessant, sondern entführt den Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, in der es keine Gleichberechtigung der Geschlechter gibt, in der gemischrassige Ehen verboten sind, Unterdrückung, Elend und Armut herrschen, das Ende der Goldenen Zwanziger, die Große Rezession. Der gesellschaftspolitische Exkurs ist nicht nur wahnsinnig interessant, sondern auch für den Handlungsverlauf des Romans von großer Bedeutung. Die historischen Bedingungen bilden den Rahmen für die gesamte Geschichte und sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird. Nichtsdestotrotz kann ich für das Buch keine vollen 5 Sterne vergeben, da viele Situationen und Geschehnisse in der Story doch sehr vorhersehbar waren und das Ende ruhig etwas dramatischer hätte sein können. Gute vier Sterne gibt es von mir und eine Leseempfehlung für alle, die gern Gesellschaftskritik in historisch verpackter Romanform lesen.

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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

thriller, den haag, tribunal, kriegsverbrechen, krieg

Tribunal

André Georgi
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.03.2014
ISBN 9783518465158
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jasna Brandiç ist Ermittlerin. Ihr aktueller Fall und gleichzeitig auch der, der sie seit Jahren beschäftigt, sitzt in Untersuchungshaft vor den Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Marco Kovaç heißt er und ist des Mordes an fast 4.000 Menschen angeklagt - doch die Beweislage ist dünn, denn dieser Mann hat Macht. Kovaç' engste Vertraute, seine "Wölfe" sind immernoch auf freiem Fuß und arbeiten auch noch während der Haft für ihn weiter. Das Buch beginnt hoffnungsvoll. Die Ermittler sind sicher, dass sie Kovaç mit der Aussage eines Kronzeugen nun drankriegen können. Oreskoviç ist einer der "Wölfe", mitschuldig an unzähligen Kriegsverbrechen - und hat sich gestellt, um seine Aussage gegen Kovaç zu machen. Doch es kommt anders, denn der Kronzeuge und auch die Ermittlerin Jasna werden Opfer eines Anschlags, den der Zeuge nicht überlebt. Jasna Brandiç ist nun wieder fast am Anfang ihrer jahrelangen Ermittlungen. Und an dieser Stelle geht das Buch eigentlich erst richtig los.

André Georgi stellt mit der Sprache erstaunliches an. Wirkt es zu Beginn doch noch sehr befremdlich, dass er dem Leser die Szenen um die Protagonistin in abgehackter, teilweise ordinärer Sprache regelrecht vor die Füße wirft, so wird im Verlauf des Thrillers deutlich, dass sich der Erzählstil und sogar die Zeitform von Szene zu Szene ändern und dem Erzählten anpassend. Zu Beginn empfand ich es wirklich als störend, doch später wurde mir klar, dass dieses Vorgehen dem Ausdruck erstrecht einen individuellen Schliff verleiht und die Figuren lebendig werden lässt. Und diese Lebendigkeit ist manchmal mehr als erschreckend, wenn deutlich wird wie abgeklärt einige der "Wölfe" mit ihren Verbrechen umgehen, wie sie über ihre Gräueltaten denken, wie groß der Hass sein muss, den sie empfinden und empfanden und wie groß der Zusammenhalt mit ihrem "Führer" Kovaç, dem sie bedingungslos zu dienen scheinen.

Dieses Buch ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch Aufklärung und ein großer Anstoß, um sich über die historischen Hintergründe zu informieren. Mir jedenfalls ging es so. "Tribunal" spielt vor der Kulisse des Bosnienkrieges zwischen 1992 und 1995, viele Namen, die auch im Buch erwähnt werden, kennt man aus Geschichtsbüchern und Nachrichten, Namen wie Mladiç oder Miloseviç sind bekannt. Was aber in vielen Köpfen sicher schon wieder verdrängt worden ist, sind die mit dem Bosnienkrieg in enger Verbindung stehenden Begriffe der ethnischen Säuberungen, der Massenvergewaltigungen (gerade in Srebrenica), Folterungen, Völkermorde. "Tribunal" thematisiert genau diese Verbrechen und bringt sie in vielen Szenen mehr als deutlich zur Sprache. Diese direkte Ausdrucksform fand ich an dieser Stelle nicht nur äußerst stimmig in Verbindung mit dem Plot, sondern auch in aufklärerischem Sinne wichtig für das historische Bewusstsein der Leser. Der Bosnienkrieg war mir zur Zeit, in dem er geschah, nicht bewusst und auch jetzt habe ich mit den Begriffen dieser Zeit nicht sehr viel verbinden können. Doch "Tribunal" hat mein Interesse am historischen Hintergrund des Buches geweckt - und allein dafür hat es einen Extra-Stern verdient.

Die Geschichte selbst kann man nicht losgelöst vom historischen Hintergrund betrachten, denn sie lebt davon und wurde so geschickt in diese Zeit und die Zeit danach platziert, dass sie mehr als glaubwürdig wirkt. Die Charaktere in der Erzählung sind äußerst vielschichtig, viele wirken durch ihre Arbeit und die Dinge, die sie gesehen haben, gebrochen oder in einer anderen Weise "verwundet". Jeder hat so sein Päckchen zu tragen, und man erfährt im Laufe des Buches dann auch was und warum - zumindest meistens. Der Autor hat die geschichte nicht nur mit dem historischen Verlauf der Bosnienkriege verknüpft, sondern auch an ein anderes Buch und einen besonderen Ort angelehnt, "Die Brücke über die Drina", das ich selbst nicht kenne, das aber immer wieder erwähnt wird. Diese Brücke in Višegrad nimmt einen besonderen Stellenwert in der Handlung ein, denn dies ist der Ort, an dem Kovaç und die "Wölfe" die meisten ihrer verbrechen begingen. Großartig ist nicht nur die Beschreibung der Handlung an sich, sondern auch die Darstellung der menschlichen Abgründe und all der Dinge, die Krieg und Fanatismus aus einem Menschen machen können. Die Beschreibungen sind prägnant und nichts für schwache Nerven. Im Fazit kann ich nur sagen - für Freunde des gepflegten Thrillers und historisch Interessierte ist das Buch dringend zu empfehlen. Höchstwertung von mir.

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Tags: bosnien, bosnienkrieg, ethnische säuberung, folter, krieg, kriegsverbrecher, massenmord, massenvergewaltigung, mord, thriller, tod, un-kriegsverbrechertribunal, vergewaltigung, völkermord   (14)
 

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353 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

humor, känguru, pinguin, kleinkünstler, berlin

Die Känguru-Offenbarung

Marc-Uwe Kling
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783548375137
Genre: Humor

Rezension:

Marc-Uwe Kling und sein Känguru kenne ich schon von den Hörspielen, gelesen hatte ich ihn bisher noch nicht. Die Geschichte um seinen WG-Kumpel, der ein kommunistischen, antikapitalistischen Schnorrer-Känguru ist, geht mit der "Känguru-Offenbarung" nun schon in die dritte Runde. Die beiden vorherigen Teilen haben mich begeistert und zum Teil sogar vor Lachen in Tränen ausbrechen lassen. Leider ist der dritte Teil, wie das mit Fortsetzungsteilen so häufig vorkommt, etwas schwächer als das, was man bisher gewohnt war. Sicherlich liegt das auch an den hohen Erwartungen, die an den Autor und an seine Kreativität gesetzt werden. Das Känguru, das im letzten Teil abgeschoben worden ist, taucht aus dem Untergrund wieder auf und zettelt eine Verfolgungsjagd auf "den Pinguin" an, der offensichtlich tatsächlich ein Pinguin ist - nicht bloß ein Pseudonym. Dieser Pinguin ist das erklärte kapitalistische Feindbild des Kängurus. Marc-Uwe Kling und das Känguru jagen den Pinguin um den halben Globus und werden dabei in allerlei furiose Situationen verstrickt.

Was ich sehr mag, ist das wiederkehrende Motiv des Asozialen Netzwerks, das vom Känguru auf der ganzen Welt geknüpft wurde und an Stellen auftaucht, die kurios und witzig sind. Viele Szenen und Situationen sind wirklich urkomisch und treffen völlig meinen Humor. Einiges stellt man sich dann auch bildlich vor und muss erstrecht darüber lachen.

Trotzdem ist zu spüren, dass die Kreativität des Herrn Kling langsam nachläasst, möglicherweise hat er das Buch auch unter Zeitdruck verfasst. Viele Dinge, die passieren, sind so irrational, dass man beim Lesen teilweise wirklich die Augen verdreht, weil es einfach ZU realitätsfern ist. Einige Passagen wirken erzwungen und lesen sich dann auch nicht mehr flüssig. Zum Teil denkt man sich - na, jetzt ist ihm aber wirklich nichts Blöderes mehr eingefallen.

Nichtsdestotrotz war "Die Känguru-Offenbarung" ein kurzweiliger Lesespaß, und ich denke, man kann ihn getrost weiterempfehlen, wenn man an sich und den Leser keine übermäßigen Anforderungen an die Qualität der Literatur stellt. Witzig ist es allemal, gesellschaftskritisch auch, manches regt zum Nachdenken an, manches ist einfach nur blöd. Der Mix ist gelungen, auch wenn man von den vorherigen Werken Besseres gewohnt ist.

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(225)

411 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

tod, fantasy, thriller, fluch, todesschläfer

Oneiros - Tödlicher Fluch

Markus Heitz
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2012
ISBN 9783426505908
Genre: Fantasy

Rezension:  
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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

horror, märchen, schneewittchen, märche, endzeit

The End 2 - Der lange Weg

G. Michael Hopf , Andreas Schiffmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 26.06.2014
ISBN 9783943408263
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss mich leider der eher negativen Meinungen anschließen, ich hatte von diesem Buch wesentlich mehr erwartet. Die düstere und mysteriöse Stimmung im Schneewittchen-Stil kommt zwar ganz gut rüber, der Schreibstil ist aber leider völlig uneinheitlich und wirr. Mal bedient sich die Autorin einer affektiven und übertrieben höfischen Sprachweise, um dann gleich ins beinahe Vulgäre abzudriften. Das habe ich als sehr unpassend und störend empfunden. Die Charaktere wirken zeitweise sehr platt, einer der "Hauptcharaktere" (Ginivier) wird im ganzen Buch überhaupt nicht charakterisiert, sie ist einfach nur da, ist schüchtern, sagt nie was, ist irgendwann tot. Sehr schade, da hätte man wirklich was draus machen können. Das Buch ist zwar im Genre "Horror" angesiedelt, ich bin aber der Meinung, dass es da nicht wirklich reinpasst. "Horror" impliziert für mich etwas Gruseliges, Unheimliches, Spannendes. Das Buch hatte beinahe keinen Spannungsbogen und nichts, wovor man sich hätte gruseln können. Die Geschichte war einigermaßen vorhersehbar, und das Ganze eigentlich nur durch ein paar ausformulierte Splatterszenen gespickt, die wahrscheinlich den "Horror" darin ausmachen sollte. Von mir nur 3 Sterne für dieses Buch. Gelesen haben muss man es nicht unbedingt.

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Tags: gore, horror, liebe, märchen, mord, splatter, tod   (7)
 

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(15)

28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

horror, hamburg, schottland, kaltgeschminkt, mystery

Kaltgeschminkt

Rona Walter
E-Buch Text: 193 Seiten
Erschienen bei LUZIFER-Verlag Steffen Janssen, 01.03.2012
ISBN 9783943408058
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(222)

360 Bibliotheken, 16 Leser, 4 Gruppen, 14 Rezensionen

dystopie, liebe, rebellion, katniss everdeen, the hunger games

The Hunger Games Trilogy, 3 Vols.

Suzanne Collins
Flexibler Einband: 1.392 Seiten
Erschienen bei Scholastic UK, 07.02.2012
ISBN 9781407130293
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein paar Worte vorwegDie meisten werden, bedingt durch den nun erscheinden zweiten Hollywood-Blockbuster, zumindest schon davon gehört haben: The Hunger Games (zu deutsch: "DIe Hunger-Spiele"). Ich habe mir vor nicht ganz zwei Wochen die Buch-Trilogie, auf der die Verfilmungen basieren, zugelegt und möchte nun darüber berichten. Ich habe einen Spoiler-Alarm eingebaut, damit denjenigen, die das Buch oder den Film noch nicht kennen, nicht allzu viel verraten wird. Zur Autorin werde ich auch nichts sagen, denn, das muss ich an dieser Stelle sagen, es interessiert mich wirklich null wo und wann sie aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Es ist vermutlich auch für das Buch nicht wichtig.
Anschaffung und Preis

Ich habe mir die "The Hunger Games" Trilogie in Originalsprache (englisch) bei Amazon bestellt und dafür etwa 13,00 EUR bezahlt. Diesen Preis finde ich geradezu lächerlich für drei Bücher.

AufmachungDie Bücher sind im Taschenbuchformat verlegt und haben kein Hardcover. Die Box kann man eigentlich kaum als solche bezeichnen, weil sie nur aus einem Papierumschlag besteht. Vom Design der Bücher bin ich sehr angetan, sie sind schlicht und aussagekräftig, und sie passen zum Inhalt der Buchreihe. Der Einband ist bei allen Büchern in schwarz gehalten und mit einem Siegel versehen. Beim ersten Band "The Hunger Games" ist das Siegel gelb, beim zweiten Band "Catching Fire" ist es rot und beim dritten Band "Mockingjay" ist es blau. Jedes der Siegel zeigt den "Mockingjay" - einen Vogel, der im Buch noch erklärt wird und eine wichtige, symbolträchtige Rolle spielt. Aber dazu später.
Wie gehe ich vor?

Ich werde euch jetzt nach und nach alle drei Bücher vorstellen, die in der Box enthalten sind. Dabei geht es um den Inhalt und meine Rezension. Zwischendurch gibt es den Spoiler-Alarm. Wer die Bücher noch nicht kennt, überspringt diesen Teil dann einfach. Ich habe ihn in zwei Linien eingeschlossen, damit er zu erkennen ist. Alles klar? Dann kann's ja losgehen...

Band I ~ The Hunger Games Das Land Panem und die Geschichte der Hunger-Spiele

Die Hintergrundgeschichte der Hunger-Spiele ist wahnsinnig interessant und Grundlage der gesamten Buchreihe. Daher machen wir nun einen kleinen Exkurs in die Historik des Landes Panem. Entgegen der ursprünglichen Erwartungen handelt es sich nicht bloß um irgendein ausgedachtes Land, sondern um den postapokalyptischen Nachfolger Amerikas. Was genau mit Amerika passiert ist und wie Panem entstand, wird nie wirklich erwähnt und bleibt mehr oder weniger der Fantasie des Lesers überlassen. Was aber beschrieben wird, ist das Land Panem selbst. Es besteht aus dem Capitol, welches der Sitz des Präsidenten Snow ist und überdies die Heimat der Schönen und Privilegierten. Rund um das Capitol erstrecken sich 12 Districte, alle unterschiedlich groß und strikt voneinander getrennt. In jedem dieser Districte werden ganz bestimmte Dinge hergestellt und produziert, die hauptsächlich dem Capitol zugute kommen und die privilegierte Schicht versorgen. Die Geschichte beginnt in District 12, der für den Abbau von Kohle verantwortlich ist - dazu aber später. In den allermeisten der 12 Districte (einige weniger werden bevorzugt behandelt) herrscht überwiegend bitterste Armut. Die Produktion aller Güter in den Districten wird vom Capitol strengstens überwacht, man kann es mit einer modernen Massen-Sklavenhaltung vergleichen. Während in den Districten beinahe jeder täglich um sein Überleben kämpfen muss, und nicht selten Menschen verhungern oder an Unfällen und Krankheiten sterben, lebt das Capitol in einem fast schon lächerlichen Überfluss an allem.

Inmitten dieser Szenerie entspann sich, 74 Jahre vor dem Zeitpunkt, in welchem die Geschichte nun anfängt, eine Revolte gegen das Capitol. Diese Revolte ging vom District 13 aus, in welchem (offiziell) Graphit abgebaut wurde. Dieser Aufstand wurde vom Capitol blutig niedergeschlagen. District 13 wurde vollkommen ausgelöscht, was erklärt, dass es nun nur noch 12 davon gibt. Für diese Rebellion werden seitdem sämtliche verbliebenen Districte jedes Jahr auf's Neue bestraft. Das Capitol wählt jährlich jeweils einen Jungen und ein Mädchen zwischen 12-18 Jahren aus jedem District aus und schicken diese als Tribute ihres Districts in eine Arena, in der sie sich bis zum Tod bekämpfen müssen (daher auch der deutsche Name "Die Tribute von Panem"). Nur einer kann als Sieger/in aus diesen Kämpfen hervorgehen. Der Sieger bekommt in seinem District das Privileg, dass er für den Rest seines Lebens immer gut versorgt wird und seine Familie vor der Auslosung geschützt ist. Aber warum genau heißt diese Sache "The Hunger Games" ? Die Not der Menschen, die jeden Tag um ihre nackte Existenz kämpfen, macht sich das Capitol zunutze. Ab dem Alter von 12 Jahren können sich die Mädchen und Jungen für "tesserae" eintragen lassen. Das bedeutet, dass sie eine kleine Menge Korn und Öl erhalten und dafür ihr Name einmal mehr in den Topf für die Auslosung wandert. Je nachdem wieviele Lebensmittel die Person also erhält, erhöht sich die Chance, dass sie für den Kampf in der Arena ausgewählt wird. Dieses System ist umso grausamer, wenn man bedenkt wie stark die ohnehin schon Unterprivilegierten noch mehr unter Druck gesetzt werden. Man hat also die Wahl zwischen dem Verhungern oder der Wahl zum Tribut, die mit einem sehr wahrscheinlichen Tod in der Arena verbunden ist.

Die Geschichte beginnt

Die Geschichte um die Protagonistin Katniss Everdeen beginnt einen Tag vor dem "Ernten" ("reaping"), so wird die Auslosung der Tribute für die Hunger-Spiele genannt. Katniss stammt aus dem District 12, wo sie mit ihrer 12-jährigen Schwester Primrose (kurz "Prim") und ihrer Mutter lebt. Ihren Vater hat sie bei einem Minenunglück verloren und sorgt seitdem für das Überleben ihrer Familie. Infolgedessen hat sie für ihre Familie schon sehr oft die Zusatzversorgung in Anspruch genommen, und ihr Name ist nun schon etwa 20mal in der Auslosung. Ihr bester Freund Gale ist ähnlich vom Schicksal getroffen, bei ihm ist es sogar noch schlimmer. Seine Familie besteht aus ihm, seiner Mutter und drei Geschwistern, die er allein versorgt. Sein Name ist bereits über 40mal in der Auslosung. Somit stehen die Chancen für Beide, dass sie als Tribute für die 74sten Hunger-Spiele gewählt werden ziemlich gut. Den letzten Tag vor der "Ernte" verbringen die beiden im Wald, in dem sie regelmäßig durch illegale Jagden das Überleben ihrer Familien sichern. Beide sind geschickte Jäger und geübt im Umgang mit dem Bogen. In diesem Teil der Geschichte wird schon deutlich, auf welch dünnem Eis sich beide bewegen. Der Besitz von Waffen ist für die Normalbevölkerung in den Districten verboten, und durch ihre illegale Jagd gehen Katniss und Gale ein sehr hohes Wagnis ein.

Die Ernte

Die Auslosung findet am nächsten Tag statt. Und zu Katniss' Schrecken wird der Name ihrer Schwester Primrose gezogen, die zum ersten Mal teilnimmt und deren Name nur ein einziges Mal vorkommt. Katniss hat keinen Gedanken daran verschwendet, dass es ihre Schwester treffen könnte. Und bevor Prim als Tribut auf die Bühne treten kann, meldet sich Katniss ohne Nachzudenken zweiwillig, um deren Platz in der Arena einzunehmen. Mit ihr wird ein junger Mann namens Peeta gezogen, den Katniss nur durch ein Schlüsselereignis in frühester Kindheit kennt, und der für sie maximal ein Bekannter ist. Sie begeben sich auf den Weg in die Arena, in der die Kameras ihre ständigen Begleiter sein werden - in der Gewissheit, dass maximal einer von ihnen, höchstwahrscheinlich aber keiner - diese jemals wieder lebendig verlassen wird.


Der „Mockingjay“

Von einem Mädchen, das für Katniss eher eine gute Bekannte als eine Freundin ist, erhält sie einen goldenen Anstecker in Form eines „Mockingjay“. Das Mädchen Madge schenkt ihn ihr als Glücksbringer. Doch dieser Vogel, der aus einer Spottdrossel und einer mutierten Form eines Eichelhähers entstanden ist, wird später zum Symbol etwas noch sehr viel Größerem.
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Spoiler-Alarm
Hier bitte nicht mehr weiterlesen, wenn du das Buch/ den Film noch nicht kennst und beides noch genießen möchtest!

Die Arena

Der Einzug in die Arena ist mit etlichen Vorbereitungen verbunden, die einem als Leser vollkommen abstrus erscheinen. Die Tribute werden in Kostüme gesteckt, geschminkt, vorgeführt, interviewt und vom Capitol bejubelt. Die Menschen im Capitol halten die ganze Veranstaltung für eine reine Unterhaltungsshow, deren Ausgang ihnen aber sehr wohl bewusst ist. Es geht in der Arena nicht nur um Leben und Tod, sondern auch um die Sympathien der Zuschauer, denn diese können die Show sponsern und für horrende Preise nützliche Geschenke an die Tribute senden, während diese in der Arena eingeschlossen sind. Die Arena ist keine kleine Arena im eigentlich Sinne, sondern ein weitläufiges abgeschlossenes Gebiet. In diesem Jahr eine Mischung aus Feldern und Wäldern. Um den Spaßfaktor für die Zuschauer zu erhöhen, können die "Gamemaker" jederzeit Fallen auslösen und so zum Beispiel die Tribute dazu bringen, aufeinander zuzulaufen. Das Publikum will schließlich Blut sehen, und traditionell gibt es dieses bereits zu Beginn der Spiele. Alle Tribute startet nämlich völlig unausgestattet an einem Goldenen Füllhorn, das mit Waffen und Survival-Gegenständen gefüllt ist, und das erste Gemetzel findet dann schon ganz am Anfang statt.

Während ihrer Zeit in der Arena schlägt sich Katniss zuerst selbst durch. Unter den Tributen bilden sich Allianzen, bei denen aber jedem bewusst ist, dass diese immer nur vorübergehend sein können. Schließlich kann nur einer die Hunger-Spiele überleben und am Ende der Sieger sein. Durch verschiedene Begebenheiten, die ich aber nicht näher beschreiben möchte (da nehme ich wirklich zuviel vorweg), passiert es dann aber am Ende, dass Katniss und Peeta beide die Spiele gewinnen - und sich damit in den höheren Rängen des Capitol so einige Feinde machen.
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LeseprobeAn dieser Stelle gibt es eine Leseprobe aus dem ersten Teil "The Hunger Games". Die Szene fand ich wunderschön, und möchte sie deshalb hier niederschreiben. Katniss geht in der Arena eine Allianz mit der 12-jährigen Rue ein, die sie an ihre kleine Schwester erinnert. Sie verdrängt den Gedanken daran, dass nur einer der Tribute die Arena lebendig verlassen kann und möchte das Mädchen beschützen. Rue wird allerdings von einem anderen Tribut in der Arena getötet. Hier sie Szene in Originalsprache:

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Band II ~ Catching FireKatniss und Peeta haben die Hunger-Spiele überlebt. Doch dieser Umstand bringt sie in Gefahr, denn durch ihr Verhalten haben sie die Allmacht des Capitols in Frage gestellt, und es gehen Gerüchte um, dass einige der Districte bereits revoltieren und Aufstände drohen. Katniss gerät dadurch stark unter Druck, denn eigentlich hat sie nicht beabsichtigt, eine Rebellion auszulösen. Die Unterdrückung der Districte durch das Kapitol ist ihr zwar bewusst, der Schutz ihrer Lieben geht ihr aber über alles. Und so lebt sie zurückhaltend und überwiegend gesetzeskonform. In ihrem neuen Leben als Siegerin der Hunger-Spiele und somit einer Privilegierten in ihrem District, muss sie sich erst wieder neu zurechtfinden. Außerdem plagen sie emotionale Schwierigkeiten, die einerseits durch die öffentliche Liebeserklärung Peetas vor den Kameras der Hunger-Spiele und dem merkwürdigen Verhältnis zu ihrem besten Freund Gale, ausgelöst werden. Inmitten dieser Wirren rückt die Zeit der nächsten „Ernte“ näher. Katniss ist nun zwar nicht mehr unmittelbar betroffen und weiß ihre Verwandtschaft in Sicherheit, aber nun muss sie als Mentorin an den Spielen teilnehmen und fungiert als außenstehende Helferin der Tribute aus ihrem District. Dazu kommt, dass es sich bei diesen Spielen um ein Jubiläum handelt, ein so genanntes „Quarter Quill“, das nur alle 25 Jahre gefeiert wird und mit noch übleren „Regeln“ verbunden ist. Das 50. Jubiläum wurde z.B. damit gefeiert, dass die doppelte Anzahl der Tribute aus den Districten gewählt wurde. Was Katniss diesmal erwartet, ist ungleich schlimmer.
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Spoiler-Alarm
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Die Bedrohung aus dem Capitol

Katniss wird für das Capitol langsam zu einer allgegenwärtigen Bedrohung. Die verzweifelten Menschen in den unterdrückten Districten betrachten sie als Rebellin und eine Art Leitstern für eine Revolution. Gerüchte gehen um, dass einige Districte bereits revoltieren und damit für Versorgungsengpässe im Capitol sorgen. Und mitten in diese Geschehnisse platzt die Verkündung der besonderen Regeln für die 75-Jahr-Feier der Hungerspiele. Der Präsident des Capitols verkündet, dass in diesem Jahr die Namen der Tribute aus allen Gewinnern der vergangenen Hunger-Spiele ausgelost werden. Somit werden je ein Junge/ Mann und ein Mädchen/ Frau aus jedem District ausgewählt, die nun erneut in der Arena gegeneinander antreten müssen. Im zwölften District hat es bisher nur zwei männliche und einen weiblichen Sieger gegeben - was für Katniss bedeutet, dass sie wieder in die Arena muss.

Die Geburt des „Mockingjay“

Katniss ist vollkommen bewusst, dass diese Sonderregel beschlossen wurde, um sie loszuwerden. Da das Capitol es sich nicht leisten kann, den Auslöser der Revolten einfach zu töten, musste ein anderer Weg gefunden werden, die von der Obrigkeit ungeliebte und vom Volk innig verehrte Siegerin loszuwerden. Katniss erleidet einen mentalen Zusammenbruch als sie von dieser Entscheidung erfährt und sich an die Schrecken der Arena erinnert, die sie durchlebt hat. Dazu kommt, dass sie nun sogar ganz persönlich vom Präsidenten des Capitols bedroht wird, der sie dazu zwingt, ihr Möglichstes zu tun, um die Revolten zu beruhigen. Dies soll über gestellte Fernsehauftritte geschehen, und Katniss gibt sich redlich Mühe damit, um sich selbst und ihre Familie zu schützen. Leider löst sie aber noch viel mehr Unruhen aus, obwohl sie dies gar nicht beabsichtigt. Und dann beginnt ihre Stimmung umzuschlagen. Hoffnung wird zu blanker Resignation, die Rebellion manifestiert sich in ihr selbst, und auch wenn es ihr noch gar nicht bewusst ist, wird das Mädchen im Laufe des Buches zur Verkörperung der Revolution in den Districten, symbolisiert durch den Anstecker, den sie seit ihrer ersten Hunger-Spiele trägt. Der „Mockingjay“…
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Leseprobe

Selbstverständlich bekommt ihr auch jetzt wieder eine Leseprobe. Die Szene passiert nach der Vorbewertung („private session“) der Tribute. Jeder Tribut wurde von einer Jury bewertet und erhält eine bestimmte Punktzahl. Die Punktzahl ist umso höher, je besser seine Vorführung vor der Jury ist. Im letzten Jahr erhielt Katniss für den Umgang mit dem Bogen eine Beinahe-Höchstbewertung, doch dieses Jahr ist alles anders:

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Band III ~ Mockingjay

Katniss’ Flucht aus der Arena und das Übersiedeln in den District 13 ist nicht unbemerkt geblieben. Nach und nach revoltieren alle Districte, und es tobt eine mehr oder weniger offene Schlacht zwischen dem Capitol und den Districten. Infolgedessen wurde District 12, die Heimat von Katniss, komplett zerstört. Das Mädchen selbst droht mittlerweile in völliger Verzweiflung zu versinken. Die Zerstörung ihres Heimatortes hat sie stark mitgenommen, die Tatsache, dass Peeta in den Händen des Capitols ist und dort vermutlich gefoltert wird, macht es nicht besser. Und nun wird sie auch noch von der Präsidentin des 13. Districtes und dessen Bewohnern, die jahrezehntelang im Verborgenen gelebt haben, unter Druck gesetzt. Katniss soll nun vollends die Rolle des „Mockingjay“ einnehmen, sie soll die Revolution verkörpern, der geistige Führer sein, die Ikone für den Freiheitskampf. Dieser Aufgabe fühlt sie sich nicht gewachsen, und sie versucht immer mehr in sich selbst zu fliehen.
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Spoiler-Alarm
Hier bitte nicht mehr weiterlesen, wenn du das Buch/ den Film noch nicht kennst und beides noch genießen möchtest!‘‘‘Eine übermächtige Bedrohung‘‘‘

Katniss steht in ihrer Anfangszeit im District 13 kurz vor einem mentalen Total-Zusammenbruch. Sie wird mit Drogen betäubt und ruhig gehalten bis sie wieder einigermaßen zu klaren Gedanken in der Lage ist. Der District 13, eine riesige unterirdische Anlage mit unzähligen Bunkern, unterscheidet sich stark von allem, was sie kennt. Alles ist hier straff durchorganisiert, jeder hat terminierte Tagespläne, das Essen wird exakt rationiert. Zu Beginn sträubt sich Katniss gegen das starre System, doch schon bald sieht sie ein, dass es für das Überleben der Menschen in diesem District überlebensnotwendig ist. Obwohl sie es eigentlich nicht will, entschließt sie sich letztendlich doch, ihre Rolle als „Mockingjay“ zu übernehmen und die damit verbundene Verantwortung. Nicht zuletzt die Sorge um Peeta treibt sie zu diesem Entschluss. Nachdem die Idee eines gestellten Propaganda-Videos ziemlich schnell verworfen wurde, begleitet ein Kamerateam Katniss nun auf ihren Einsätzen, filmt Bombardierungen und Zerstörung durch das Capitol hautnah mit, hackt die Sicherheitssysteme und strahlt dieses Videomaterial in allen Districten aus. Die Antwort kommt prompt, denn Peeta befindet sich immernoch in den Händen des Präsidenten und leidet nun für das, was Katniss tut.

Um Peeta aus den Händen des Capitols zu befreien, geht der District ein hohes Risiko ein und organisiert ein komplexes Ablenkungsmanöver. Der Plan gelingt, und Peeta kann befreit und in den 13. District gebracht werden. Doch als Katniss dort eintrifft und ihn endlich wiedersieht, erlebt sie eine böse Überraschung…
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Leseprobe

Die nächste Leseprobe begleitet Katniss und Gale auf eine ihrer Touren durch den zerstörten District 12. Sie werden von einem Kamerateam begleitet, das Propaganda-Material aufzeichnet, um es in allen Districten und im Capitol selbst auszustrahlen und die Revolution anzuheizen.

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Rezension

Suzanne Collins hat mit dieser Roman-Trilogie ein Meisterwerk geschaffen, das einem in Erinnerung bleibt. Ihre Charaktere sind vielschichtig, ausgefeilt und äußerst abwechslungsreich gestaltet. Ihre bildhafte Sprache entführt den Leser direkt in die postapokalyptische Welt von Panem. Die Zustände, die dort herrschen, sind nachvollziehbar und schlüssig beschrieben, so dass es einem nicht schwer fällt, der Geschichte emotional zu folgen und die Angst und Verzweiflung nachzufühlen, die die Charaktere durchleben. Es gibt viele überraschende Wendungen, und die Erzählung verliert an keinem Punkt an Spannung. Die englische Originalsprache ist eindrucksvoll geschrieben und hat ihren besonderen Reiz darin, dass man viele Wortspielereien gar nicht übersetzen kann. Collins‘ Englisch ist leicht zu lesen und zu verstehen. Die Wahl des simple present und der Ego-Perspektive erleichtern das Verständnis, auch wenn ich sagen muss, dass es mich einige Überwindung gekostet hat, mich an diese Erzählperspektive zu gewöhnen. Die Ich-Form ist schon arg ungewöhnlich, und die Gegenwartszeitform macht es nicht besser. Man muss ihr aber lassen, dass diese Form für die Geschichte nachvollziehbar ist. Die Handlung spinnt sich die ganze Zeit um den Charakter der Katniss Everdeen, alles wird aus ihrer Perspektive beschrieben, und es ist sicherlich eine Herausforderung für die Autorin gewesen, all diese komplexen Rahmenhandlungen in das Geschehen einzubinden, ohne einmal die Erzählperspektive zu wechseln.

FazitEigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Die Roman-Trilogie “The Hunger Games ist ein sensationell guter Lesestoff, und ich empfehle dringend, die Bücher in englischer Originalfassung zu lesen. Es lohnt sich wirklich, und der Preis ist ohne Frage unschlagbar. Das einzig Negative an der Reihe ist, dass sie irgendwann zuende ist. Volle 5 Sterne für diese Buchbox, und wenn ich könnte, würde ich mehr vergeben.

Ich werde mir jetzt übrigens auch die dazu passenden Filme zu Gemüte führen.

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Tags: elend, kampf, liebe, mord, postapokalyptische welt, the hunger games, tod, verzweiflung   (8)
 

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beziehungen, alice im wunderland, teenager, wunderland, liebe

Alice vs. Wunderland

Christian von Aster
Fester Einband: 106 Seiten
Erschienen bei Uni-Edition, 08.03.2013
ISBN 9783942171953
Genre: Fantasy

Rezension:

Wer eine spektakuläre Story erwartet hat, ist an dieser Stelle leider falsch. Alice vs. Wunderland ist eine äußerst klischeebehaftete und dennoch sehr realistische Geschichte über Teenagerliebe und was in den wirren Schädeln von Halbwüchsigen vor sich geht. Das Ganze wurde in den Handlungsrahmen von "Alice im Wunderland" transferiert und ist in Zeiten moderner Kommunikationsformen mehr als aktuell. Das Büchlein ist klein und kompakt, witzig geschrieben und schnell durchgeschmökert. Keine hohe Literatur, aber unterhaltsam.

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