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28 nato staate, un-friedensmissionen, us-wirtschaftsembargo gegen kuba, syrien-krieg seit 2011, verbrechen der agressio

Illegale Kriege

Daniele Ganser
Flexibler Einband
Erschienen bei Orell Füssli, 14.10.2016
ISBN 9783280056318
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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212 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

okapi, westerwald, tod, dorf, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Den Roman habe ich sehr gerne gelesen und empfehle den auch wärmstens weiter. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Die Figuren waren so lebendig und zum Greifen nah, dass ich ihre Freuden und ihre Sorgen hautnah miterlebt habe. Die Figuren waren alle etwas Besonderes, manche schon etwas sehr aus der Reihe tanzend, aber alle sehr überzeugend, allen voran die Luise, die uns zum größten Teil die Geschichte erzählt. Eine sympathische junge Dame, deren Schicksal und die Geschehnisse um sie in ihrem westfällischen Dorf mich immer weiterlesen ließen.

Nach einem Drittel habe ich langsamer gelesen, damit ich von diesem tollen Roman etwas länger haben konnte.

So unglaublich toll geschrieben! So natürlich, so ungekünstelt, so verständlich und sympathisch. Sehr gekonnt und sehr talentiert.

Ich kann den Roman allen empfehlen, die über Leben und Tod, über die Liebe, Trauer, die Schicksalsschläge, die Hoffnung uvm. lesen. Ganz toll! Bitte mehr davon!

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

krimi, steiermark, martin schult, kriminalroman, berlin

Dem Kroisleitner sein Vater

Martin Schult
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Roman hat mir super gut gefallen, ich habe den in einem Rutsch gelesen und empfehle ihn sehr gerne weiter.

Die Leseprobe hat mich schon sehr beeindruckt und der Rest hat mich absolut überzeugt und restlos begeistert.

Das Leben im Dorf in der Steiermark wurde so authentisch beschreiben, die Figuren so lebendig und echt, auf eigene Art sympathisch, ihre Lebensgeschichten so spannend und mit einander verwoben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Da prallen zwei, gar drei Welten auf einander: Berliner, St. Margarethener in der Steiermark und die Wiener. Alle sprechen ihre Dialekte, was deutlich im Text erkennbar ist, und dem Ganzen Urigkeit und Authentizität verleiht. Auch diese Naturverbundenheit der Menschen im steierischen Dorf hat mich  beeindruckt. Wenn Berliner Frassek unter Stress zur Zigarette greift, geht der Einheimische Karl zu seiner Wiese und Josef sucht seine Bank im Wald auf.

Die zweite Zeitebene hat dem Roman noch viel mehr Tiefe verliehen, denn die Geschehnisse aus dem 2.ten Weltkrieg haben direkten Einfluss auf das heutige Leben. Die Briefe aus 1946 sind eine wahre Bereicherung, auch weil sie Antworten zu den Fragen liefern, die die Menschen im Heute zu beantworten suchen, aber nicht nur.

Auch Themen wie Sterbehilfe und Depressionen bei älteren Menschen, Suche nach eigener Identität, nach dem Glück im Leben, nach wahrer Liebe bei den Jüngeren sind sehr gut und passend in die Geschichte hineingewoben worden. Die Gesamtaussage des Romans, es gibt übrigens mehrere, ist schon stark.

Alle Rätsel werden am Schluss aufgelöst und die Fragen beantwortet.

Es ist vielleicht kein Krimi im klassischen Sinne, eher ein Familienroman mit Krimielementen, aber ein sehr gut gelungener. Spannend bleibt es bis zum Schluss, denn es gibt mehrere Erzählstränge, und jeder hat seinen eigenen Spanungsbogen, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat. Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig, hier und da leicht humorig. Die Geschichte an sich ist ganz toll erzählt, ich bin sehr vom Autor und seinem Können angetan. So einen tollen Roman habe ich schon länger nicht in den Händen gehalten.

Das Buch ist Hardcover in Grün mit Umschlagblatt, der Titel und Autor glänzend hervorgehoben. Perfekt als Geschenk.

Fazit: Spannend, atmosphärisch, authentisch, ganz toll geschrieben. Ein Wohlfühlbuch, das man kaum aus der Hand legen kann, wenn man gerne Romane voller Familiengeheimnisse mit viel Lokalkolorit und entsprechenden Verwicklungen liest. Urlaubsfeeling pur und Spannung zugleich! Bitte mehr davon!

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

kochbuch, rezepte, muskeln, ausdauersport, muskeltraining

Strongfood – Das Kochbuch

Ingo Froböse
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531271
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Leseprobe hat mich beeindruckt und ich wollte mehr wissen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Das theoretische Teil auf rund 43 Seiten verrät das Wesentliche. Die Aufteilung auf Ausdauer- und Kraftsportler ist einleuchtend, die entsprechend andere Ernährung ist logisch, die Ratschläge im Buch klar dargelegt und absolut nachvollziehbar.

Die Tabellen Energieverbrauch für Männer und separat für Frauen, nach Körpergewicht und Dauer der Aktivität aufgeteilt, finde ich sehr gut. So kann sich jeder seinen Tagesbedarf an Kalorien ausrechnen und gut abschätzen, was er bei diversen Sporttätigkeiten verbrennt. So kann man am besten planen und die Ernährung anpassen. Do’s and Don’ts für Sportler, was man ggf. gerne außer Acht lässt, z.B. Finger weg vom Brot, runden die Theorie ab.

Die Rezepte sind nach: Vor dem Training, Nach dem Training, Ernährung an trainingsfreien Tagen, schnelle Snacks für Zwischendurch usw. aufgeteilt. Sie sind gut machbar, dafür muss man kein Sternekoch sein. Die Zutaten sind in jedem Supermarkt zu finden. Kein großer Aufwand, die Gerichte schmecken auch gut. Jeder kann etwas nach seinem Geschmack finden: Es gibt Fisch/Meeresfrüchte-, Fleisch- und einige vegetarische Gerichte. Bei jedem Gericht gibt es Angaben zum Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydraten- und Kaloriengehalt, was die Sache mit den Tabellen nachvollziehbar macht. Schöne Food-Bilder sind auch dabei.

Ja, bei diesem Ansatz muss man Kalorien zählen. Eine Menge Disziplin ist erforderlich, aber! Diese Methode ist effektiv. Ich kenne aus dem Sportstudio Leute, die aus pummeligen Heranwachsenden, beim entsprechenden Kraft- und Ausdauertraining und dem richtigen Essen, zu ansehnlichen jungen Männern mit normal muskulösen, gut geformten Körpern geworden sind.

Ich glaube, auch weniger ambitionierte Sportbegeisterte können für sich paar nützliche Ernährungstipps in diesem Buch finden.

Fazit: Ein sehr guter Ratgeber, der die Ernährung beim Sport zugänglich macht und eine effektive Methode vorstellt. 5 Sterne.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

toskana, krimi, italien, todsünden, mord

Die Morde von Morcone

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548289243
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Den Anfang fand ich vielversprechend und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Es ist weniger ein Krimi geworden, denn diese Seite im Sinne von polizeilichen Ermittlungen kam mir doch eher spärlich vor. Vielmehr ist es ein Roman mit viel Toskana Urlaubsfeeling, einigen interessanten Informationen zur Geschichte und Kultur, bzw. Religion des Landes, und ferner ein Krimi mit zwei privaten Ermittlern, die eigentlich keine sein wollten.

Der Roman ließ sich angenehm lesen. Die Figuren in dem überschaubaren Dorf Morcone und ihre Lebensgeschichten hielten mich über mehrere Seiten hinweg gefangen. Die Hauptfiguren hätten unterschiedlicher nicht sein können, waren gut gewählt. Allerdings die Frau, Gia die Zornige, fand ich nicht so ganz authentisch. Robert Lichtenwald dagegen etwas blass.

Die Landschaftsbeschreibungen, die geschilderten Begebenheiten, wie das Leben in einem kleinen italienischen Dort in der Toskana aussieht, eine lebendige Beschreibung des Karnevalsumzuges, gutes Essen, Ausflug nach Florenz, uvm. trugen zum Urlaubsfeeling bei.

Der Plot kam mir aber eher konstruiert vor, einige Gespräche zwischen den Hauptfiguren zum Schluss weniger authentisch, da hpts. zur Infoversorgung der Leser da. Einige Details warfen Fragen auf.

Aber gut. Die Idee, die sieben Sünden vor Augen der Leser auszubreiten, ist schon gewagt, aber ganz gut umgesetzt worden.

Alles in allem ein ganz netter Roman aus der Toskana mit Krimielementen, den man locker am Feierabend lesen kann. Würde mich freuen, auch Fortsetzungen mit Robert und Gia zu lesen.

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

portugal, krimi, algarve, mord, autismus

Lost in Fuseta

Gil Ribeiro
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 31.03.2017
ISBN 9783462048872
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lost in Fuseta hat mir ganz gut gefallen, wobei ich gebraucht habe, bis ich reinkam, aber dann war es gut, manchmal spannend und interessant.

Die Figuren konnten größtenteils überzeugen. Beim Lost und Beschreibungen seiner Besonderheit war ich paarmal etwas stutzig geworden. Aber sonst war alles fast wie im wirklichen Leben.

Das Thema ist sehr gut gewählt und ist akut, nicht nur in Portugal, auch in allen anderen südlich gelegenen Ländern ist Wasserversorgung ein großes Thema. Wasserknappheit und was für ein Schindluder die findigen Konzerne damit treiben, wird uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen, nicht nur in einem Krimi. Das mit den Flüchtlingen am Rande, wie sie von den lokalen Kriminellen ausgenutzt werden, war auch ganz aktuell. So in etwa könnte es sich auch im realen Leben abspielen.

Nicht alles konnte ich ohne weiteres abnehmen. Aber im Großen und Ganzen gefiel mir der Krimi ganz gut. Er war gut aufgebaut und ließ sich angenehm lesen. Manche atmosphärische Beschreibungen oder der Zusammenprall der Kulturen hielten mich gefangen. In wenigen Stunden war ich damit durch.

Eine nette und sinnvolle Lektüre für einen Sonntagnachmittag. Beim nächsten Fall mit Lost in Fuseta bin ich gerne dabei.

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

russland, langweili, russischer ermittler, putin, unglaubwürdig

Allmacht

Marcus Richmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 02.08.2017
ISBN 9783839220436
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch habe ich geholt in der Hoffnung, eine spannende Lektüre fürs Wochenende zu haben.

Wie man sich doch täuschen kann.

Es gibt kaum einen Punkt, der mir so etwas wie Lesespaß bereitet hätte. Es ist eher ein sicheres Mittel zum Lesen-Abgewöhnen. Ein grässliches Ding.

So etwas wie Spannung ist kaum da, denn sie wird mit unzähligen Stoffwiederholungen im Keim erstickt. Da fühlte ich mich als Leser nicht für voll genommen.

Auch war auf einfachere Gemüter zugeschnittene Effekthascherei oft genug der Grund, weshalb ich das Buch stets in die hinterste Ecke befördern wollte.

Der Witz ist, kaum war ein endloser Tal voller öder Berichte überquert, zwei oder gar drei hintereinander geschaltet, um ganz sicher zu gehen, dass die Spannung nun komplett weg ist und die Handlung sich nicht einen Millimeter bewegt, da wurde die Perspektive gewechselt und das Ganze nochmals erzählt. So toll war der Stoff aber nicht, als dass ich ihn doppelt und dreifach haben müsste. So kann man die Seiten füllen.

Die Figuren riefen bei mir hpts. Glaubwürdigkeitsfragen und Kopfschütteln hervor. Bei den Russen sind alle böse, menschlicher Abschaum wohin das Auge reicht, ob Männer oder Frauen. Entweder sind Frauen Prostituierte und unlängst dem Knast entstiegen, wo sie missbraucht wurden (diese Einzelheiten der Vergewaltigungen mussten an mehreren Stellen unbedingt rein, Stichwort Effekthascherei), oder sind sie ehem. Drogenabhängige, gierige, egoistische wie berechnende Miststücke, usw. Bei den Männern verhält es sich ähnlich. Entweder ist es der Machgierige Mafioso selbst oder seine Handlanger, die von ihm längst korrumpiert wurden, und hampeln nach seinem Gusto.

Mit wem soll man da durch die Geschichte fiebern, blieb mir ein Rätsel. Der Hauptermittler Charkow, der an mehreren Stellen als intelligent oder gar sehr intelligent angepriesen wurde, konnte mich kaum überzeugen, geschweige denn für sich gewinnen.

Und als ob das schon damit nicht genug Ekel auf die Seiten geschmiert gewesen wäre, da kommen noch  die Schilderungen des lesbischen Geschlechtsverkehrs noch dazu. Bei einem Mal bleibt es nicht. Effekthascherei, volles Programm.

Statt vernünftig die Spannung aufzubauen, zumindest ihre Anfänge nicht killen, lieber billige Effekte reinklatschen. Schlichte Gemüter würden sich dann schon beeindruckt zeigen, so die Hoffnung.

Die Handlung erinnerte an billige Vorabendserien, war oft konstruiert, wartete mit Möchte-gerne-Zufällen an wichtigen Stellen auf. Vieles war schlicht hingebogen, und das nicht ein Mal, damit es zumindest oberflächlich passte. Ich war nicht müde, das Buch aus der Hand zu legen.

Ganz fies wurde es zum Schluss, als auch noch die Anspielung auf das vor paar Jahren über der Ukraine abgestürztes Flugzeug hinzukam. Die musste auch paar Mal weiderholt werden. Aber sorry. So ein Unglück in so einem trivialen Stück zu verarbeiten ist nicht nur stark daneben, es ist schlicht pietätslos. Man sieht, vor nichts wurde hier Abstand genommen. Effekthascherei um jeden Preis.

Des Rätsels Lösung zu den Geschehnissen im Uralgebirge 1959, die schon fast sci-fi-mäßig am Anfang, in der Leseprobe, in Szene gesetzt worden waren, entpuppte sich als so banal, dass ich mich wieder mal veräppelt fühlen durfte.

Das Ganze ist in einer eher dürftigen Sprache voller unnötiger Wortwiederholungen und zu regem Gebrauch von war und hatte verfasst worden, garniert mit grammatischen und orthographischen Fehlern.

Und zu allem Überfluss verließ mich im Laufe der gesamte Lektüre der Eindruck nicht, dass sich der werte Autor auf der in den Massenmedien der letzten Jahre wohl etablierter Welle des Antirussismus gemütlich eingerichtet hatte. Klar, es ist so bequem, sich ins gemachte Nest zu setzen und die Russen, ob in der Gegenwart oder in der Vergangenheit, als ein Haufen von Mafiosi,  Verbrechern und Killermaschinen darzustellen.

Fazit: Die Welt hat dieses Machwerk nicht gebraucht. Hier kann ich höchstens einen Stern vergeben.

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Tags: allmach, antirussische propagand, antirussismus, konstruiert, kurios, langweili, putin, russland, unglaubwürdig   (9)
 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

schottland, mord, london, april, psychothriller

Schmetterlingstränen

Karin Kehrer
E-Buch Text: 349 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 01.03.2016
ISBN 9783738060850
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Roman „Schmetterlingstränen“ von Karin Kehrer hat mich prima unterhalten. Ich habe mich zusammen mit der Protagonistin gegruselt, hier und dort Gänsehaut bekommen, dank der gelungenen Landschafts- und Wetterbeschreibungen mich wie im Urlaub im Schottland gefühlt und auch bei einem Ausflug nach London zu einigen Sehenswürdigkeiten gern dabei gewesen.

Die Figuren und ihre Geschichten fand ich spannend und interessant. Eine kleine Liebesgeschichte ist auch dabei: prima eingeflochten, die Sex-Szene auch sehr gut gelungen.

Die gut aufgebaute Spannung, angenehmer, leicht zu lesender Schreibstil und manchmal recht poetische Sprache samt Gedichten der englischen Romantiker haben mir einige angenehme Lesestunden geschenkt.

Bis zum Schluss konnte ich rätseln, wer für die Morde von vor zehn Jahren und heute verantwortlich war. Die Auflösung war schlüssig, spannend und sehr gut insgesamt.

Da kann ich nur sagen: weiter so und ich freue mich auf den nächsten Roman aus der Feder von Karin Kehrer.

Ich vergebe gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Tags: april, familie, freundschaft, gedich, liebe, london, mord, mörder, poesi, poetisch, romantiker, schmetterling, schottland, thriller, unterhaltun   (15)
 

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71 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

hemingway, biografie, f. scott fitzgerald, 1920er jahre, cote d'azur

Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

Emily Walton
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Braumüller Verlag, 01.03.2016
ISBN 9783992001521
Genre: Biografien

Rezension:  
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245 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

tschernobyl, heimat, alter, russland, familie

Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2015
ISBN 9783462048025
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: baba dunja, leben, lebenfreude, liebe, mutter/tochter, reaktorunfall, tod   (7)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

russland, sowjetunion, provinzalltag, drastische szenen, ekel

Das kalte Licht der fernen Sterne

Anna Galkina
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 15.02.2016
ISBN 9783627002244
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin von der Werbung auf das Buch aufmerksam geworden und habe es in
meiner Lieblingsbücherei geholt. Die Buchbeschreibung klang gut, es ist auch
das Thema, das mich interessiert, und ich mag gerne neue Autoren entdecken.

In freudiger Erwartung auf eine schöne Lektüre habe ich das Buch
aufgeschlagen, nochmals den Anfang gelesen, denn den gab es schon als LP, aber
ich wollte alles auf mich aufs Neue wirken lassen. Die Beschreibung der
Bibliothek auf S. 16 fand ich schön poetisch, einiges aus den Kurzgeschichten
Winter, Frühling, aber dann… Je weiter ich las, desto düsterer und ekliger wurde
es. Und zwar auf so eine abstoßende Art und Weise, dass ich nicht müde war, das
Buch aus der Hand zu legen. Und ich musste mich zwingen, es wieder
aufzuschlagen.

Kurz nach der LP geht es schon mal los: da liest man über einen
Nachbarsjungen, der sich voller Freude nach Hause beeilt, da er auf die Welpen
aufpassen will, die seine Hündin in der Nacht geboren hat. Doch muss man gleich
der grausamen Tötung der Kleinen beiwohnen: Die Mutter ertränkt sie vor Augen
ihres Sohnes in einem Topf, und buddelt sie anschließend im Garten ein. Die
Hündin findet die Kleinen und schleppt sie im Hof umher.

Auch musste ich mich sehr bald wundern, wie viel Raum dem Dreck, Müllhalden
und Sch… im wahren und übertragenen Sinne des Wortes beigemessen wird. Der
Plumpsklo wurde gefühlte Dutzend Mal auf den drauf folgenden 25 Seiten sehr
ausführlich beschrieben: wie sein Inhalt im Sommer aussieht und riecht, was man
da für Insekten antrifft, und was damit im Winter und Frühling passiert, was
man dann machen muss, um Überfüllung zu vermeiden, etc. Paar Seiten weiter,
kaum sich von diesem so wichtigen Thema entfernt, geht es wieder um den
Plumpsklo: diesmal vom anderen Blickwinkel her: da werden die Zeitungen unter
die Lupe genommen, die als Klopapier benutzt werden. Angeblich werden die Fotos
von Politbüromitgliedern vor dem Gebrauch entfernt. „Unvorstellbar, was
passieren könnte, wenn einer der führenden Kommunisten im Plumpsklo landet. Für
ein Verbrechen dieser Art drohen mehrere Jahre Gefängnis.“ S. 33. Das ist schon
mal Quatsch. Erstens, wer sucht die Fotos der Politbüromitglieder in solchen
Ortschaften? Wer kommt dahinter, ob die Fotos dort auch landen? Was hier
unterstellt wird, könnte höchstens zu Stalinszeiten und eine Zeit lang danach
noch infrage kommen. Hier werden, wie man aus anderen Kurzgeschichten sieht,
z.B. anhand der Lebensmittelknappheit, ehe das Ende der 80ger, Anfang der
90-ger geschildert. Da gab es ganz andere Probleme für die Machtinhaber, als
die Politbüromitglieder und ihre Fotos in Klos. Bald gab es kein Politbüro
mehr. Die Schlussfolgerung mit dem Gefängnis sieht reichlich übertrieben aus.
Überhaupt, dass man nicht so genau weiß, in welcher Zeit man sich in diesen
Kurzgeschichten befindet, erweist sich als sehr „praktisch“, denn hier werden
die Gegebenheiten kräftig durcheinander gebracht und übertrieben dargestellt,
um möglichst negatives Bild von der damaligen Zeit zu schinden, frei nach dem
Motto: Wer von den Lesern kennt sich da schon so genau aus? Hauptsache:
Aufmerksamkeit erregen, schockieren, sich interessant durch all diese
Schilderungen machen. An jeder Seite meines Exemplars klebt ein Zettel mit
Kommentaren wie Quatsch! Unsinn! Unglaubwürdig. An den Haaren vorbeigezogen!
Und ich habe meine guten Gründe dafür. Meine Meinung: Da will jemand einfach
Eindruck schinden und auf der Welle des heute in manchen Kreisen so populären
Anti-Russismus hinausreiten. Kleine Mädchen haben eine neue Spielwiese für sich
entdeckt. Dass es bis zum Himmel nach Nestbeschmutzung schreit, darüber lässt
sich für diesen „tollen“ Zweck ganz leicht hinwegsehen, wie es ausschaut.

Und je weiter man liest, desto trockener wird der Stil und ungenießbarer der
Inhalt. Vielerorts gleicht er einer nüchternen Berichterstattung mit einem
weinerlich-ätzenden Unterton: sieht her, was ich so alles ertragen musste.
Wobei, ich glaube, es ist ein Sammelsurium von irgendwo, von irgendwelchen
Leuten aufgeschnappten Geschichten, die hier in diese Figur und ihre
„Erlebnisse“ gepackt worden sind. Die dazugehörigen Interpretationen des
Mädchens verleiteten mich zu der Schlussfolgerung: die Kleine ist krank im
Kopf, sie lässt einen genüsslich an ihren ekligen Hirngespinsten teilhaben,
z.B. s. 45.

Ich habe noch etwas aus der Mitte und etwas am Ende gelesen. Mich dazu
gezwungen, ehrlich gesagt. Es ist kein Roman im klassischen Sinne. Es ist eine
Ansammlung von Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Themen, die sich in
Schwarzmalerei überbieten: Kindermissbrauch in Vielfalt seiner Formen und
andere Perversitäten stehen da an der Tagesordnung. Egal, wo das Mädel hinschaut,
gibt es Dreck und Sch…, und sonst auch etwas zu bemängeln und zu beklagen.

Ich gewann leider den Eindruck, da hat jemand eine Projektionsfläche
gesucht, um den ganzen seelischen Müll abzuladen. Da rannten mir Gedanken durch
den Kopf: und wer braucht das bitte? Wozu soll es gut sein? Die dort
geschilderten Zeiten sind passé. Der Zug ist längst abgefahren. Auch das Haus,
wo das Unglücks-Mariechen wohnte, ist verbrannt, wie man gleich am Anfang
liest. Wozu dann all diese Schreckenszenarien? Vor allem, dass ich vielerorts
hinter Glaubwürdigkeit ein großes Fragezeichen stelle.

Ich sehe absolut keinen Grund, weshalb man sich dieses Buch antun muss. Da
will jemand Aufmerksamkeit. Um jeden Preis. Es wird schlicht versucht, die in
den Leitmedien heute tagein tagaus verbreitete anti russische Stimmung auch in
der Belletristik zu etablieren, und auch auf diese Weise auf die Menschen hier
einzuwirken.

Fazit: Für die Fans von Schwarzmalerei und deprimierenden Schriften voller Hirngespinste
ist es evtl. was. Dann viel Spaß bei der „spannenden“ Lektüre.

Für mich war das Buch ein absoluter Reinfall. Ungenießbar.

Es gibt bessere Bücher über Russland. Die auch literarisch viel mehr bieten,
als das hier.

 

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Tags: ekel, kindermissbrauch, postkommunismus, propaganda, provinzalltag, russland   (6)
 

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124 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

weingut, spanien, frauen, familie, mord

Die Frauen von La Principal

Lluís Llach , Petra Zickmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458176725
Genre: Romane

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132 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

kaffee, historischer roman, abenteuer, diebstahl, 17. jahrhundert

Der Kaffeedieb

Tom Hillenbrand
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.03.2016
ISBN 9783462048513
Genre: Historische Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schwarzer humor, gesellschaftskritik, gute absichten, schmunzeln, humor

Die Fabiansuppe

Uwe Janning
E-Buch Text: 270 Seiten
Erschienen bei null, 22.05.2015
ISBN B00X4MP5PG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Möchte-gern-Schreiberling lebt vom Krankenschwestergehalt seiner Freundin, die nebenbei kitschige Herzschmerzromane schreibt und auf dem Gebiet erfolgreicher ist als er. Fabian, der sich halbwegs ironisch, halbwegs ernst für genial hält, kämpft um Anerkennung,  bloß von seiner Begabung will keiner groß etwas wissen.

Ein ungewöhnlicher Held, der seine Marotten und die der anderen aufs Korn nimmt und alles um sich einer scharfen Analyse im Stile des zynischen Humors unterzieht.

Das Gute an dieser Geschichte ist, dass sie nicht nur etwas zum Lachen bietet, auch die Tiefe der Gedanken hat mich beeindruckt. Folgendes Zitat hat mich besonders erfreut: „Nichts ist so unerträglich für den Menschen, als sich in einer vollkommenen Ruhe zu befinden, ohne Leidenschaft, ohne Geschäfte, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er wird dann sein Nichts fühlen, seine Preisgegebenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unaufhörlich wird aus dem Grund seiner Seele der Ennui aufsteigen, die Schwärze, die Traurigkeit, der Kummer, der Verzicht, die Verzweiflung. (Blaise Pascale)“.

Besonders für die Möchte-gerne-Künstler, die ihren Brot-Job lieber gestern als heute hinschmeißen wollen, stellt diese Geschichte eine sehr lesenswerte Lektüre dar. Auch wer Humor und Satire zu diversen Themen der heutigen Gesellschaft mögen, sind hier gut bedient.

Ich habe „Die Fabiansuppe“ sehr gern gelesen. Ein Dauergrinsen und gelegentliches Auflachen haben mich durch die Geschichte begleitet, die leider zu schnell ausgelesen war.

5 Sterne gibt’s dafür von mir. Ich bin auf weitere Werke des Autors gespannt.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

russland, korruption, wirtschaft, verschwörung, politkrim

Der Tod des Patriarchen

Leif Davidsen , Anne-Bitt Gerecke
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423260633
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Den Anfang der Geschichte fand ich verlockend. Die Leseprobe war schnell ausgelesen und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Nicht unbedingt, wie es dem Schönling Adam bei seinen Recherchen über den Tod seines Zwillingsbruders in Moskau ergehen wird, sondern vielmehr, wie sich die Geschichte seiner Mutter entwickelt. Sie ist eine gebürtige Russin, die in den 70-ger Jahren als junge Frau das Land verlassen musste und den Rest ihres Lebens in Dänemark verbracht hat.

Also habe ich das Buch geholt, musste aber leider feststellen, dass kaum über die Länge der Leseprobe hinaus, ließ die Qualität prompt nach. In jeder Hinsicht. Die Story plätscherte vor sich her, endlose Erklärungen und Infoeinschübe ließen den Verlauf der Geschichte stellenweise gänzlich erlahmen, ein Klischee über Russland und seine Politik, damals wie heute, überdeutlich ins Negative gerückt, jagte den anderen, und insgesamt stieg Ekel bis zum Hals auf.

Ein Teil des Romans spielt in den 70-ger Jahren in Russland, als die Mutter von Adam noch eine junge Frau war, und erklärt, warum sie das Land damals verließ. Im Grunde ist dieser Teil eine Liebesgeschichte a lá Groschenroman vor politischem Hintergrund. Etwas vom anfangenden Ölgeschäft ist dazu auch beigemischt worden. Dabei outet sich der Autor als jemand, der eine unzureichende, eher erbärmliche Vorstellung vom Geschäftemachen hat. Was ich ebenso störend fand:  die Ereignisse wurden recht chaotisch dargestellt. Die Zeitsprünge: was später geschah, wird zuerst erzählt und umgekehrt, auch der Übergang von damals zu heute ist zu abrupt und eher verwirrend. All das und noch weitere Punkte ließen das Buch immer wieder aus der Hand legen.

Die Sprache strotzte auf der ganzen Länge vor tollpatschigen, platten Formulierungen, Wortwiederholungen, regem Gebrauch der Hilfsverben, etc. Ein verunglückter Aufsatz eines Mittelstufenschülers.

Unglaubwürdigkeit und blanker Blödsinn vielerorts gesellten sich dazu und blieben die treuen Begleiter bis zum Schluss. Bestimmt über dutzend Merkzettel kleben an etlichen Seiten, die lauten: „Was für ein Schwachsinn!“, „Wieder ein Klischee“, „Unglaubwürdig!“, „Blödsinn!“, „Primitive Schreibe!“, „Untere Schublade“, „Was für ein Mist!“, etc.

Auch zu der russischen Politik der Gegenwart äußert sich der Autor - in einer stark anti-russischen Manier. Schlicht widerwärtig sind einige Bemerkungen des Autors.

Besonders den Teil 3 und den Schluss fand ich schwachsinnig, schlecht konstruiert, vorausschaubar und unglaubwürdig. Ganz zum Schluss wird alles wieder und mit einer ordentlichen Portion Antirussismus nochmals zusammenfassend nacherzählt. Dies zeigt sehr deutlich, wofür der werte Autor seine Leser hält: für einen Haufen hirnamputierter Idioten, denen man jeden Müll verkaufen kann, indem man den Inhalt samt Gesinnung fertigbreiartig mundgerecht verabreicht.

Da tauchte die Frage auf: warum meinen manche ehemalige Journalisten, dass sie Romane über Russland schreiben können, in dem sie genug Klischees zusammengetragen, diese mit ihrem unverhohlenen Antirussismus, ihren ekligen Ergüssen zur heutigen russischen Politik vermischen und in den Rahmen einer drittklassigen Lovestory, wie einigen begleitenden Affärchen mit Bettszenen dazu hineinpressen? Gleich nebenbei werden die arglosen Leser, die lediglich etwas zum Thema Russland lesen wollen, auch entsprechend geimpft. Perfekt: Unfug angerichtet. Und der Mist wird auch noch übersetzt und von einem bekannten Verlag herausgegeben! Unfassbar.

Fazit: Vergessen Sie es. Nicht Ihrer Zeit und des Geldes wert. Habe das Ding in Papiermüll getan, wo es hingehört. Vllt. wird es dort zu etwas Nutz.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wir sind die Guten

Mathias Bröckers , Paul Schreyer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.01.2016
ISBN 9783492308007
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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91 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

innsbruck, krimi, tirol, alpenkrimi, humor

Veilchens Feuer

Joe Fischler
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.12.2015
ISBN 9783709978320
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist eine gut durchdachte, gekonnt geschriebene Geschichte, bei der man bis zum Schluss den Täter nicht erkennt, die zu einem großen Teil in den 70-ger im Musikermilieu spielt, als drugs, sex & rock ‘n roll noch das Leben der jungen Leute bestimmten. Veilchen soll einen Rockmusiker Wolf Rock schützen, auf den ein Anschlag während seines Abschiedstournees per Drohbrief angekündigt wurde.

Alle Figuren sind eindrucksvoll, stehen einem lebendig vor Augen, agieren gemäß ihrem Charakter und der Rolle in der Geschichte. Die wilden 70-ger erlebt man gleich mit. Spannend fand ich den Kontrast zwischen damals und heute. Der ehem. Impressario von Wolf Rock war damals auch ein Wilder, heute ist er ein Familienmensch, dem im Garten hinter eigenem Haus die Enkel auf die Knie krabbeln und der die Sachertorte seiner nicht mehr so jungen Frau zu schätzen weiß.

Ings. war es ein nettes Wiedersehen mit den Figuren, die man bereits im Veilchens Winter kennengelernt hat. Der Ermittler-Kollege Stolwerk wirkt hier schon fast verliebt. Veilchen aber hat ganz andere Prioritäten. Sie ist eine Ermittlerin durch und durch, fürs Privatleben bleibt kaum Zeit. In der Hinsicht und noch in einigen anderen Punkten ist Veilchen dem Wolf Rock nicht unähnlich. Vllt. deshalb findet sie so viel Verständnis und letztendlich Hingabe bei der Aufklärung des Falls und in den Szenen zum Schluss. Das Familienthema kam schon deutlich in der Geschichte durch, auch die der Freundschaft, des Zusammenhalts ohne wenn und aber. Etwas von Romantik, Humor und Ironie ist auch dabei.

Die Namen sind schon ein Gedicht: passen prima zu den Figuren, ihnen haftet oft ein Hauch von Ironie an.

Der Autor hat einen schönen, klaren, aussagestarken Schreibstil. Sehr erfreulich, dass er nicht alles zu erklären versucht, sondern schafft es, die Bilder vor Augen der Leser gekonnt zu zeichnen und lässt genug Raum für den Leser zum Mitmachen.

Es sind eigentlich zwei Geschichten: die „Kleinere“, die mal hier mal dort kurz auftaucht, wird parallel zur Hauptgeschichte der Ermittlung erzählt. Die kleine Story fließt zum Schluss in das Hauptthema und hat mit der Klärung der Frage nach dem Täter direkt zu tun. Tolle Idee, gekonnt und spannend umgesetzt.

Was zum Sterneabzug geführt hat: In dieser Folge war mir etwas weniger an Dingen, die mich in Veilchens Winter so beeindruckt haben. Ich musste nicht so oft schmunzeln, die Skurrilität der Figuren war doch etwas gedämpfter, die Souffleuse auf Veilchens Schulter meldete sich nicht so oft zu Wort. Oder spielt hier ein Gewöhnungsfaktor? An paar Stellen war mir mehr als nötig erklärt: Wenn aus der Darstellung schon klar hervorgeht, wie die Figur ist, da muss man nicht noch explizit sagen, der George wie Clooney Knoblauch war selbstverliebt. Aber es ist schon Meckern auf dem hohen Niveau.

Fazit: Ein sehr guter Regiokrimi, der einiges zum Nachdenken und zum Schmunzeln liefert. Ich habe ihn gerne gelesen und kann ihn gut weiterempfehlen. So ganz zu 5 Sternen hat es diesmal nicht gereicht, aber dafür gibt es die besonders hell leuchtenden vier Sterne und eine Leseempfehlung nicht nur für Krimifans. Ich bin auf die Fortsetzung sehr gespannt.

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Tags: familie, freundschaft, humor, innsbruck, ironie, krimi, veilche, zusammenhalt   (8)
 

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zeitgeschehen, naher osten, nahost, islamischer staat;, arabischer frühling

Der Fluch der bösen Tat - Das Scheitern des Westens im Orient

Peter Scholl-Latour
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.11.2015
ISBN 9783548376226
Genre: Sachbücher

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

rußland, moderne geschichte

Rußland im Zangengriff

Peter Scholl-Latour
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.10.2007
ISBN 9783548369792
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

ukraine, russland, konflikt, politik, europa

Russland verstehen

Gabriele Krone-Schmalz
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.09.2016
ISBN 9783406675256
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mich lange von dem negativen Image, das einem Russlandversteher anhaftet, verleiten lassen und mich von dem Buch ferngehalten. Aber irgendwann, als ich das tägliche Russland-Bashing in den offiziellen Medien endgültig satt hatte, habe ich dieses Werk als Hörbuch geholt und bin sehr zufrieden, sowohl mit dem Inhalt als auch mit der Ausführung: Frau Krone-Schmalz hat wunderbar klar und sachlich geschrieben und gelesen.

Schon den Anfang fand ich gut: „Wie ist es um die politischen Kultur eines Landes bestellt, in der ein Begriff „Russlandversteher“ zur Stigmatisierung und Ausgrenzung taugt? Muss man nicht erst einmal etwas verstehen, bevor man es beurteilen kann? Verstehen heißt doch nicht automatisch für gut befinden. Wer etwas versteht, begreift Zusammenhänge, kennt Hintergründe und hat auf dieser Basis die Chance zu erklären, was vorgeht und warum.“

Im Buch erfährt man vieles über die Politik zwischen Ost und West seit dem Ende der Sowjetunion, über die Rolle von IWF bei der Bildung der Oligarchen in Russland, über die Rolle Gorbatschows und der USA in der Wiedervereinigung Deutschlands uvm. Auch die NATO Osterweiterung und seine Gefahren für Russland wird in diesem Zusammenhang klar und weshalb sie ein Punkt ist, um den es heute noch politisch und anderswie gekämpft wird.

Auch über den Konflikt in der Ukraine und seine Ursachen hat Frau Krone-Schmalz klar und sachlich berichtet. Die Frage, ob Krimannexion auch eine ist, hat sie von mehreren Seiten beleuchtet. Die Rolle und das Interesse der USA auch in der Ukrainefrage kommen nicht zu kurz, weshalb vieles klar wird, was die Tagepresse für gewöhnlich nicht in die Öffentlichkeit trägt. „Da wirkt das bereits beschriebene Angstpotenzial. Mit dem stigmatisierenden Begriff Russlandversteher belegt zu werden ist schon schlimm genug.“, sagt die Autorin.

Was ich u.a. lobenswert finde: Bei jedem Thema geht Fr. Krone-Schmalz stets in die Tiefe, nennt die Zusammenhänge, deckt die Ursachen der Konflikte auf, liefert Hintergründe und Infos, die man nicht aus den offiziellen Medien bekommt. So macht sie, den Lesern deutlich, weshalb die politische Lage zwischen dem Westen und Russland heute so ist, wie sie ist.

Die Darstellungen der Autorin fand ich sachlich, differenziert, adäquat, die Sachverhalte sind klar, logisch und leicht verständlich erklärt. Auch die feine Ironie kommt hier und dort gut durch.

Fazit: Ein tolles Buch, eine sehr gute Adresse für alle, die die heutige Politik im Paradigma USA, EU – Russland nachvollziehen wollen. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung

 

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Tags: annexion, eu, konflikt, krieg, krim, krimannexio, politik, russlan, ukraine, usa   (10)
 

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

macht, russland, putin, krim, krieg

Putin

Hubert Seipel
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 02.10.2015
ISBN 9783455503036
Genre: Biografien

Rezension:

Putin. Innenansichten der Macht von H. Seipel ist ein kluges, sehr gut geschriebenes, hochinformatives Werk, das ich äußerst gern gelesen habe. Ich kann es uneingeschränkt allen weiterempfehlen, die zum o.g. Thema mehr wissen möchten, vor allem den Lesern, die das seit paar Jahren an der Tagesordnung stehende Russland-Bashing satthaben und ideologiefreie, wie klare Einsichten zum Thema Putins Macht gewinnen wollen.

Das Buch las sich dank der unverschnörkelten, ausdrucksstarken Sprache so leicht und aufgrund der gelieferten Fakten und Einsichten, die man sonst nirgends vorher gelesen haben konnte, so spannend, dass es nur ein paar Leseabende gebraucht hat, bis die letzte Seite umgeblättert wurde. Vom Spannungsfaktor habe ich dieses Buch höher einstufen können, als all die Krimis und Thriller, die mir in den letzten Monaten in die Hände kamen. Und das bei der Tatsache, dass ich zu den Themen schon von früher einiges aus der Tagespresse wusste.

Kaum war ein Kapitel zu Ende, da tauchte prompt die Frage auf- und wie geht es bei dem nächsten Thema weiter? Und schon flogen die Seiten wieder dahin. Es steht eindeutig fest: Herr Seipel beherrscht sein Handwerk meisterhaft. Wenn man ein Buch, das man dem oft trockenen Bereich Politik zuordnet, so schreiben kann wie er es getan hat, darin besteht kein Zweifel. Tolle Arbeit, Hut ab.

Herr Seipel kennt Wladimir Putin schon länger. Um dieses Buch zu schreiben, traf er den russischen Präsidenten mehrmals, wie der Autor in seinem Interview zur Erscheinung des Werkes erklärt.

Was mir besonders gut gefallen hat: die Darstellung von H. Seipel ist sachlich und recht entspannt. Man gewinnt den Eindruck vom Putin als einem pragmatischen Politiker, der seine Sicht der Dinge hat und diese zu verteidigen weiß. Man lernt Herrn Putin auch auf der menschlichen Ebene kennen. Man erfährt z.B. was er selbst über seine Eltern und zu seiner Jugend sagt, welche Interessen er hatte und welche Ziele ihm erstrebenswert erschienen. Auch zu den Aufgaben in seiner Zeit in Dresden erfährt man aus erster Hand. Im Kapitel zum Verhältnis von Kirche und Staat kam eine Seite Putins ans Licht, die mir bisher unbekannt war: er kennt sich bestens in der Geschichte Russlands aus und hat ein unmittelbares Verhältnis zum Glauben. Je weiter man im Buch fortstreitet, desto deutlicher wird ein ganz anderes Bild, als das, was einem die offiziellen Medien tagein tagaus einzubläuen versuchen: das eines Menschen, der sein Land liebt und ihm dient. Man lernt ihn als einen Menschen kennen, der sich nicht von Eitelkeit, wie seinerzeit Gorbatschow mit verheerenden Folgen für das Land, und nicht von anderen Dingen verleiten ließ und nun im Westen fleißig seit Jahren verklärt wird.

In H. Seipels Darstellung wird das Bestreben Putins sichtbar, noch in späten 90-gern, Anfang der Nullerjahre mit dem Westen eng zusammenzuarbeiten. Wie daraus nichts wurde, erfährt man im Kapitel 14 Die Ausweitung der Kampfzone. „Die Dämonisierung …Putins hat spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren Anfang genommen.“ S. 159.  In weiteren Kapiteln wird auch die Motivation der USA in vielen aktuellen Fragen klar genannt. Es ist auch vom Weltmachtanspruch der USA die Rede, der aber stets PR-wirksam Russland und Putin angekreidet wird. Auch die Rolle von J. M. Barroso in 2009 bei der Aufheizung der in den Medien verbreiteten Hysterie, Putin wolle die alte Sowjetunion wieder aufbauen und habe die ehem. Republiken im Visier, wird klar, was aus den Medien damals nicht der Fall war. Auch der Konflikt in der Ukraine, die so genannten Gaskriege und die Krimfrage wurden einleuchtend beschreiben und dabei einiges ans Licht gebracht, was sonst unter den Tisch fällt und kaum die an die Öffentlichkeit getragen wird. Und viele andern Dinge mehr.

Es wird Klartext geredet: Die komplizierten Vorgänge, einfach und zugänglich dargestellt, für jeden nachvollziehbar. In jedem Kapitel erhält man spannende Einsichten in bisher wenig bekannte Dinge. Es ist kein Zeitungswissen: Auch diejenigen, die sich für das Thema in den letzten Jahren interessiert haben, bringt das Buch die eine oder andere neue Seite Putins und nicht nur seiner Politik ans Licht.

Die Zitate und Quellenangaben tragen enorm zur Glaubwürdigkeit bei. Die Quellen sind aktuell: Der letzte Zugriff auf die online Quellen ist hpts. von Ende Juli bis Ende August 2015.

Die Ausgestaltung des Buches trägt ebenfalls zum Lesegenuss bei. Das Buch ist recht leicht, kann also gut mitgenommen werden. Eine leserfreundliche Aufteilung der Kapitel nach Themen geordnet, die Unterkapitel sind recht kurz, sodass man sie zwischen zwei-drei U-Bahn Stationen locker durchlesen kann. Dabei spielen natürlich die schöne, klare Sprache und die gekonnte Art der Darbietung eine Rolle.

Fazit: Das Buch von H. Seipel liefert ein anderes, adäquateres, da differenzierteres Bild Putins und Russlands, als das, was man aus den Massenmedien und manchen Neuerscheinungen im Buchbereich kennt.

Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Über dieses Werk kann man es laut sagen. Daher vergebe ich gerne 5 hochverdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung. Lesen Sie es. Sie werden dann eindeutig besser und adäquater Wladimir Putin und seine Politik nachvollziehen können.

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Tags: krieg, krim, macht, moska, politi, putin, russland, ukrain   (8)
 

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(22)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

krimi, vigata, italien, livia, sizilien

Die Tage des Zweifels

Andrea Camilleri , Rita Seuß , Walter Kögler
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.03.2013
ISBN 9783785724668
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach der letzten Folge, i.e. "Das Ritual der Rache", die ich ziemlich enttäuschend fand, ist diese wieder ein voller Erfolg.

Montalbano beweist sich und dem Leser, dass er sowohl geistig als auch körperlich top fit ist und kann mit den Verbrechern locker aufnehmen.

Eine Liebesgeschichte gibt es auch, diesmal ganz dezent und gut ins das Geschehen eingeflochten, eine unterhaltsamere Alternative zu der seit einigen Folgen nicht mehr so spannenden Beziehung zu seiner Dauerverlobten Livia.

Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Gut geschrieben, spannend. Auch weiter lässt die Geschichte kaum nach.

Durch einige humorvolle Situationen wird es dem Leser klar, dass der alte Meister durchaus noch Spaß beim Schreiben und noch einiges zu bieten hat.

Auch das Finale ist gut, realistisch und schlüssig. Ich bin gespannt, was und wie der gute Montalba in der nächsten Folge so treiben wird.

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Tags: dauerverlobte, livia, montalbano, mord, sizilien, vigata   (6)
 

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

krieg, fantasy, frieden, schwert, christian von aster

Das eherne Buch - Eine Geschichte vom Ende allen Krieges

Christian von Aster
Flexibler Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 22.08.2015
ISBN 9783608939347
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Beschreibung hat mich neugierig gemacht. Die Idee mit dem Schwert, das viele Geschichten in sich birgt, fand ich so spannend. Ich wollte mich von dem ehernen Buch verzaubern lassen so, dass man alles drum herum vergisst und nur noch in der Geschichte lebt. Leider konnte es so weit gar nicht kommen.

Es gibt mehrere kleinere Stories, besonders die drei Legenden sind gut geworden: haben starke Themen und Botschaften. Sie sind gut erzählt und werten das Gesamtergebnis deutlich auf. Den Rest fand ich weniger gelungen. Ich konnte mich auf die Geschichte nicht voll und ganz einlassen, eine Kluft blieb immer da und hinderte am Weiterkommen.

 Die Figuren konnten mich nicht wirklich überzeugen. Es gibt zwar einige Interessante, wie der Knochenkönig, die Eisenmutter, der Narbige, der der eigentliche Held dieser Geschichte ist: Er hat ein Ziel und treibt das Geschehen auf der gesamten Länge voran. Aber sich mit ihm zu identifizieren und mit ihm durch die Geschichte zu fiebern fiel mir schwer. Auch andere taugen als Identifikationsfiguren kaum. Der erklärte Held Jaarn bleibt bis zum Ende ein Werkzeug in Händen anderer und tut, was ihm gesagt wird.

Den Stil/Ausdruck finde ich stark suboptimal: voller umständlicher Schachtelsätze, hat er mich alle paar Seiten aus dem Lesefluss katapultiert. Dieses Aufgebläht – Hochgestochene, begleitet von Wort- und hier und dort von Stoffwiederholungen, hat der Geschichte nicht gut getan. Ich musste deshalb öfters Pausen einlegen und etwas anderes lesen. Auch die Art, wie die Geschichte erzählt worden ist, wie der Stoff vor Augen der Leser ausgebreitet wurde, ließ nach meinen Begriffen einiges zu wünschen übrig. Zu viel erklärt und behauptet. Dem Ganzen konnte ich oft kein Glauben schenken.

Von Spannung, besonders im zweiten Teil, war keine Spur. Auch, dass die Probleme sich gewissenmaßen in der Luft auflösen und aus den schlimmsten Feinden sofort die besten Freunde werden, hat an Spannung einiges weggenommen. Manchmal gibt es überraschende Wendungen, die aber sich schnell wieder in der Luft auflösen.

Der Plot haut auch nicht gerade vom Hocker. Eine Gruppe macht eine Reise, da der Narbige sein Ziel erreichen will, und erlebt einige Abenteuer unterwegs, trifft mach skurriles Völkchen oder eine dunkle Erscheinung, die den Helden an der Erfüllung seiner Pläne hindern will. Das Ende wirkte auf mich auch nicht gerade optimistisch (von wegen „Das Ende allen Krieges“), oder überraschend – ähnliches gab es schon woanders, und ich fragte mich, warum ich das alles gelesen habe.

Insgesamt herrscht eine düstere, von Hoffnungslosigkeit und Elend gezeichnete Stimmung. Man ist überwiegend in der Gesellschaft von Halunken, Mördern und Dieben. Mir fehlten, offen gesagt, die hellen Bilder als Kontrastprogramm. Mag sein, dass diese Tristesse zu der Geschichte passt, in die Welt, die vom Krieg beherrscht wird und scheinbar ein fester Bestandteil des Lebens ist, aber mir war das alles zu schwarz und eindimendional.

Jedenfalls, die vielen guten Ideen und Gedanken zum Thema Krieg und Frieden, wie der Krieg als Vater aller Dinge, die vielversprechende Idee mit dem Schwert, das Geschichten in sich verbirgt, manche philosophisch anmutende Sätze, die Dinge beim Namen nennen, manche tief schürfende Gedanken konnten das Gesamtergebnis leider nicht herausreißen, da die Umsetzung insgesamt auf einigen wichtigen Bereichen deutlich Luft nach oben hat.

Gut möglich, dass die hard core fans des Fantasy-Genres, die düstere Geschichten mögen, Gefallen daran finden können. Ich konnte mich dafür nicht begeistern.

Mehr als 2 Sterne kann ich hier nicht vergeben.

 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

sizilien, mord, montalban, vitaga

Der ehrliche Dieb

Andrea Camilleri , Bodo Wolf
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.09.2015
ISBN 9783785751619
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hörbuch, gekürzte Ausgabe von 4 Stunden 2 Minuten, gelesen von Bodo Wolf, Lübbe Audio Verlag.

Das besagte Hörbuch hat 5 Krimigeschichten mit Montalbano in der Hauptrolle: Das Zimmer Nr. 2; Tod auf dem offenen Meer; Die gütliche Einigung; Die Aprikose; Der ehrliche Dieb. Diese Sammlung hat mich an das erste Band „Das Paradies der kleinen Sünder: Commissario Montalbano kommt ins Stolpern. Montalbano-Erzählband“ von 2002 erinnert. Dort wie auch in dieser kleinen Geschichtensammlung ist Montalbano jung, hat Interesse an und Mitgefühl gegenüber den Menschen, die er bei den Ermittlungen trifft. Er begibt sich keineswegs den Schwärmereien sexueller Natur, wie es in manchen letzten Folgen der Romanreihe der Fall ist, und kommt ganz gut mit Livia aus, die ihn hin und wieder besucht, wie in der Story Nr. 1. Er ist der Mann, der das Leben zu begreifen versucht, die richtigen Fragen stellt und sich die Köstlichkeiten der sizilianischen Küche schmecken lässt.

Die letzte Geschichte, die dem Band auch den Titel gibt, ist so ziemlich typisch für die früheren Montalbano Heldentaten, bei denen er öfter mal die sozialen Ungerechtigkeiten auf die er während seinen Ermittlungen stößt, mal kurzerhand durch den eigenen Einsatz ausgleicht, in dem er z.B. seine Beziehungen spielen lässt und die Situation der Menschen, die ungewollt auf die schiefe Bahn geraten sind, nachhaltig zum Besseren verändert.

In der Story Nr. 2, die erst als ein Mordunfall anfängt, spielt dann Mafia eine Rolle, wie auch in der drauf folgenden Story. Da hört man wieder von den Kufaros und Sinagras. Da taucht kurz der Vater von Montalbano auf, auch vom Papst Johannis Paul II und dem Attentat auf ihn ist die Rede und der Konflikt zwischen der Haushälterin Adelina und der Dauerverlobten Livia bilden den Rahmen der Handlung.

Dieses Wiedersehen mit dem jungen Montalbano hat auf mich erfrischend gewirkt und ich wünschte, es wären noch mehr Stories dabei. Es war doch toll, diese manchmal skurrilen Geschichten des Altmeisters zu lesen, als Montalbano nicht mit den Folgen des Älterwerdens gekämpft hat: weder ist er von Torschlusspanik befallen und benimmt sich wie ein 16-Jähriger Jüngling indem er schönen jungen Frauen nachstellt, noch ist er Altersdepressionen verfallen und redet freudig vom in die Rente gehen. Es war toll, den jungen Montalbano wieder zu erleben.  

Bodo Wolf hat sehr gut gelesen. Ich konnte alle Figuren heraushören. Es hat Spaß gemacht.

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Tags: montalban, mord, sizilien, vitaga   (4)
 

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krimi, hörbuch, raub, sizilien, italien

Das Lächeln der Signorina

Andrea Camilleri , Rita Seuss , Walter Kögler , Bodo Wolf
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.09.2015
ISBN 9783785751435
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hörbuch 4 Stunden 50 Minuten, gekürzte Ausgabe, gelesen von Bodo Wolf, Lübbe Audio Verlag

Diese Folge wartet mit allen Zutaten auf, die man aus früheren Romanen kennt:

-          Catarella ist in seiner Bestform, was die Wörter- und Namenverunstaltungen angeht. In dieser Folge tritt er schon recht oft auf und sorgt für rauen Humor. Er gibt Montalbano unwillkürlich den entscheidenden Tipp zum Schluss.

-          Dr. Tomaseo fährt immer noch gegen alle möglichen Gegenstände.

-          Pathologoanatom liegt nach wie vor mit Montalbano im Clinch.

-          Fazio braucht eigentlich keine Befehle und erledigt vieles von selbst. Er durchschaut auch den Montalbanos Treiben. Fazio spielt quasi Mimi Augelos Rolle, also die der rechten Hand. Mimi tritt dagegen selten auf.

-          Montalbano genießt die gute sizilianische Küche und lässt sich sowohl von Enzo in seiner Trattoria verwöhnen als auch in Restaurants der Umgebung und erst recht von Adelina zu Hause. Whiskey wird in rauen Mengen verzehrt.

-          Livia ist auch mal in Vigata und schnell wieder weg, glaubt Montalbano in einer wichtigen Frage nicht, es gibt wieder mal also Missverständnisse.

-          Und last but not least: eine schöne junge Frau, die Montalbano den Verstand raubt und ihm den Kopf ordentlich verdreht. Der Gute fühlt sich wieder wie ein 16-Jähriger.

Vordergründig geht es um eine Einbruchserie, bei der der Kopf der Bande mit Montalbano spielt und sein Urteilsvermögen herausfordert. Also wieder mal nicht wirklich etwas Neues.

Insgesamt klingt die Geschichte schon recht stark nach „schon mal in früheren Folgen gelesen“. Montalbanos problembeladenes Älterwerden, seine Jünglingsallüren, wobei hier dankenswerterweise nicht mehr in allen Einzelheiten ausgeführt, das Gerede von in die Rente gehen inklusive, wird auch in dem Fall fortgesetzt.

Welche Rolle die junge Frau spielt, ist vom Anfang an so ziemlich klar und man wartet mehr oder weniger, dass auch der gute, von Liebe geblendete 58-Jährige Held dahinter kommt. Zum Schluss, wie auch in früheren Folgen, siegt dann doch der Verstand und der Fall wird überraschend rasch zu Ende gebracht.

Gerade im direkten Vergleich mit dem Hörbuch „Der ehrliche Dieb“, wo Montalbano noch jung und voller Elan, wo er ein ungewöhnlich gut gebildeter Mann in Sachen ital. Literatur und Sprache ist, der das Leben zu verstehen sucht und hin und wieder die eine oder andere Ungerechtigkeit ausmerzt, wird sichtbar, wie er sich entwickelt hat. Seine Haltung, wie die Atmosphäre der Romane, hat sich deutlich, nicht unbedingt zum  Besten, verändert. Er wirkt müde und abgekämpft. Und seine Fälle erscheinen eher trivial und einfallslos.

Für die eingefleischten Fans ist es evtl. ein nettes Wiedersehen mit all den Figuren und dem Altmeister Andrea Camilieri. Aber der Fall an sich blieb für mich spannungslos und ohne ein „aha“ Erlebnis. Wie ein Lieblingsgericht von vor paar Jahren, das zwar aus all den richtigen Zutaten gekocht wurde, einen aber nicht mehr begeistern konnte.

Bodo Wolf hat wieder wunderbar gelesen. Eine Top Leistung.

 

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