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53 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

reise, fantasy, vulkan, high fantasy, schlüssel

Schwertläufer

Jan Peter Andres
Fester Einband: 755 Seiten
Erschienen bei Verlag Heinz Späthling, 23.03.2017
ISBN 9783942668323
Genre: Fantasy

Rezension:

Als ich am Anfang von diesem Buch gelesen habe, dass so ähnlich wie "Herr der Ringe" sein sollte, dachte ich: Das muss ich auch haben. Es geht doch nichts über Herr der Ringe!
Und dann kam ich natürlich ins Zweifeln. Anfangs kam mir das Buch doch sehr ähnlich vor wie Herr der Ringe. Zu ähnlich.
Ein kleines Volk, den Hobbits ähnlich - ein böse Macht, die sie aufhalten möchte - ein Feuerberg, der bedrohlich über der ganzen Szenerie schwebt.
Aber Gott sei dank waren meine Zweifel unbegründet. Später geht das Buch einen ganz eigenen Weg. Fünf Gefährten, die sich gemeinsam dem Abenteuer ihres Lebens stellen - dabei kommt das Buch aber sehr gut auch ohne blutige Schlachten und dergleichen aus. Klar, an der einen oder anderen Stelle gibt es energiegeladene Scharmützel oder atemraubende Fluchten. Aber die große Spannung zieht das Buch aus einer ganz anderen Sache. Aus dem drohendem, fast langsam wirkendem, aber doch wirklich mitreißendem Kampf gegen das unabänderlich scheinende Schicksal, das der ganzen Welt des jungen Helden Robin droht.
Und doch stellt sich dieser mutig diesem Kampf, dem Kampf gegen die Natur, dem Kampf gegen böse Magie, dem Kampf übermächtig scheinende Gegner - um seine Heimat und seine Liebe zu retten.
An seiner Seite sind drei junge Freunde sowie der gewitzte und auch etwas magiebegabte Elm Boffo, ein kleiner und doch mächtiger Verbündeter.
(Oh, und Clothilde. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich bekennender Clothilde-Fan bin!)
Was den Gefährten auf ihrer Reise begegnet, schildert der Autor auf eine teilweise so mitreißende, realistische, authentische Art, dass man manchmal ganz verwundert ist, wenn man das Buch schließt und aus dem Fenster sieht und der Himmel strahlend blau ist anstatt von grauen Aschewolken verhangen.
Ein echter Tipp für Fantasyfans und Freunde längeren Lesegenusses - denn nach dem ersten bereits recht dickem Buch ist das Abenteuer noch nicht zu Ende, und wir alle warten gespannt auf den Folgeband!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

historischer roman, alexis georg nag

Wardaz

Alexis Georg Nagy
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 03.11.2016
ISBN 9783741272776
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Mit seinem Buch "Wardaz" hat Alexis Nagy eine ganz neue Art entdeckt, Mittelalter und Fantasy zu verschmelzen - anders als andere Fantasy - Autoren hat er nicht nur den Kampf mit Schwerten und das Fehlen moderner Elemente wie Elektrizität aus dem Mittelalter übernommen, sondern liefert dem Leser eine perfekt recherchierte, authentische, mittelalterliche Welt. Auch der Schreibstil passt gut dazu, ohne zu altertümlich zu wirken. An manchen Stellen ist er allerdings etwas langatmig, was für mich persönlich manchmal zu langweilig war, Fans von tolkienartigen Beschreibungen aber gefallen dürfte. Dem Autor gelingt es auch, auf angenehme Art und Weise, sein Wissen über das Mittelalter, den Schwertkampf und Pferde einzuweben.
Die Handlung beginnt mit einer Schöpfungsgeschichte, die aus der Wir - Perspektive der Wardaz geschrieben ist und den Leser so auf spannende Art und Weise in die mittelalterliche Welt einführt. Danach geht es weiter mit den beiden Hauptpersonen, den Wardaz Ingwio und Gefjun, die sich einer Gruppe Menschen als "Beschützer" und Anführer angenommen haben, und ihrem Widersacher Kuonrat; allerdings verliert hier die Handlung anfangs sehr schnell an Tempo. Am Ende wird's dann aber wieder richtig spannend!

Einen Stern Abzug gibt's nur wegen dem teilweise etwas langsamen Tempo und dem doch sehr offenem Ende. Das gute an letzterem allerdings: es lässt auf eine Fortsetzung hoffen!

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

kelten, druiden, historischer roman

Culm 27 v. Chr.

Marion Wiesler
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.02.2016
ISBN 9783739207841
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch "Culm 27 v. Chr." spielt, wie der Titel schon sagt, vor mehr als 2000 Jahren am Berg Kulm, wo der Leser einen keltischen Druiden durch eine turbulente, spannende Zeit begleiten wird.
Gair, ein ehemaliger Krieger und nun Druidenschüler, lernt die schöne Aislin kennen - doch dann sagt ein Omen über sie, dass nur sie Unheil von Kulm abwenden kann. Doch dazu muss die Frau des Fürsten Centigern von Ardudunum, Gairs Heimat, werden. Und Gair steht plötzlich vor der Frage, wem seine Loyalität gehört: Seiner Heimat Ardudunum, seinem Milchbruder und Fürsten Centigern, oder der Frau, die er liebt?

Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, aber der Schreibstil sticht auch nicht besonders heraus. Auch die Handlung ist zwar kurzweilig, aber eher eine Liebesgeschichte als besonders spannend. (Wer Liebesgeschichten mag, findet das wahrscheinlich sehr gut, ich bin eher ein Fan von Action.) Was an dem Buch wirklich hervorscheint, ist, wie gut recherchiert es ist. Wenn man es liest, lernt man zugleich auch auf recht spannende und unterhaltsame Weise viel vom Leben der Kelten.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen. Zum einen bin ich kein großer Fan von Liebesgeschichten, zum anderen gibt es nur sehr wenige Bücher die in der Keltenzeit spielen und dieses hier ist sogar besonders gut recherchiert. Vorerst bekommt es von mir 4 Sterne, kann aber sein, dass ich die Wertung später noch ändere.

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(80)

142 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

krimi, entführung, spanien, kriminalroman, monteperdido

Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen

Agustín Martínez , Lisa Grüneisen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2017
ISBN 9783596036585
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" überzeugt mit einem hervorragendem Schreibstil und einer sehr lebendig ausgearbeiteten Atmosphäre. Man hat gutes Kopfkino und sieht vor allem die wunderbar beschriebenen Berge zum Greifen nah vor sich.
Vor allem aber fiebert man vom Anfang bis zum Ende mit, bang um die verschwundene Lucia, blickt den Ermittlern Sara und Victor auf der Suche nach Hinweisen auf den Täter über die Schulter und begleitet Ana auf dem Weg in ein neues Leben.
Leider jedoch tat ich mich von Anfang an mit der Haupterson Sara sehr schwer. In meinen Augen war sie ein absolut unsympathischer Mensch, der die zu Verhörenden misshandelt, die Kollegen verächtlich als "kleine Provinzbullen" beschimpft, und vor allem eine etwas zu künstlich konstruierte tragische Person ist.
Den Ermittler Victor fand ich da schon spannender. Er war sehr viel glaubwürdiger gestaltet.
Die spannendste Person ist sicher Ana.
Wer sie kennen lernen will und sich nicht unbedingt mit einer Hauptperson anfreunden muss um ein Buch genießen zu können, sollte dieses hier auf jeden Fall mal in die Hand nehmen...

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(41)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

paris, katzen, friedhof, montmartre, maler

Die Katzen von Montmartre

Tessa Korber
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

...sondern hier beginnen sie auch.
So begrüßt uns der rote Friedhofskater Bonnard, der stets da ist für die Besucher des Friedhofs, und all ihre Geschichten kennt. Seine Augen blicken bis auf den Grund der menschlichen Seele.
Doch dann geschieht ein Mord - mitten auf Bonnards Friedhof. Zugleich taucht ein schwarzer Junge auf, der nach einer Familie sucht. Und als ob das nicht genug wäre, verschwindet auch noch eine der Katzen von Montmartre.
Spätestens da wird Bonnard klar, dass die Menschen nicht nur Hilfe brauchen, sondern dass sich die Katzen auch allein um die Rettung ihrer verschwundenen Artgenossin Grisette kümmern müssen - denn sonst ist niemand da, der sie noch retten könnte.
Manche anderen Leser haben bemängelt, dass dieser Krimi nicht spannend genug sei. An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass man das Buch durchaus manchmal gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Die Spannung kommt zwar weniger von actionreichen Verfolgungsjagden oder atemberaubenden Kämpfen (obwohl letztere durchaus auch vorkommen), dafür aber von einer - ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll - tieferen Ebene. Von der Vergangenheit der Figuren und ihrer Verbindung zur Gegenwart. Von ungelösten Rätseln, die ans Licht kommen.
Was aber das besonders einzigartige an dem Buch ist, das besonders rührende und berührende, ist das Ende. Hier wird klar, dass jede Wortwahl und jede Szene, jede Figur und jede Handlung durchdacht war. Und vor allem ist dies eines der seltenen Bücher, in denen das Ende wirklich ein Ende ist. Alle Fragen finden hier eine Antwort, alle Geschichten finden hier zur Ruhe.
Worauf ich kurz hinweisen möchte: Bei mir bekommen auf Lovelybooks nur maximal fünf Bücher gleichzeitig 5 Sterne. Nur die fünf besten, die ich je bei Lovelybooks-Leserunden gelesen habe. Das hier ist eines davon.

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92 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

rom, thriller, serienmörder, mord, krebs

Schattenkiller

Mirko Zilahy , Katharina Schmidt , Barbara Neeb
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174201
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alles in allem muss ich eins vorweg nehmen: Dass das Buch großes Potenzial hat, und für jemanden, dem die Hauptperson sympathisch ist und der nicht ganz so sehr mit den Opfern mitfühlt wie ich, sicher ein fünf-Sterne-Buch sein kann.
Für mich war es leider nur Durchschnitt. Klar, es war sehr gut und atmosphärisch geschrieben, der Schauplatz Rom perfekt ausgenutzt. Und es war spannend.
Aber leider wurde diese Spannung immer wieder durch lange Passagen detailreichen Beschreibens unterbrochen, die ich zu langweilig fand, und leider führte die Spannung auch zu einem leider für mich etwas zu grausamen bzw trostlosem Ende.
Was aber für mich der größte Kritikpunkt ist:
Die Hauptperson ist unsympathisch. Enrico Mancini ist natürlich der intelligenteste von allen, ihnen allen überlegen, und eine tragische Figur noch dazu.
War etwas too much für mich.
Wegen des hervorragenden Schreibstils und der guten Ausnutzung des Schauplatzes Rom hätte man dem Buch auch drei Sterne geben können. Und wie gesagt, für andere kann dieses Buch vielleicht auch deutlich besser sein.
Nur eben nicht für mitfühlende Leute wie mich, die - wenngleich nicht auf ein glückliches, so doch auf ein irgendwie gerechtes oder wenn schon trauriges, dann doch sinnstiftendes Ende hoffen.

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23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

lamien, fantasy, drachen, flucht, vereigerung

Flucht in ein sicheres Leben

Anja Gust , Lila Lestrange , Anton Vogel , Tamara Schadt
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Wölfchen Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783943406610
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieser Sammelband ist eher ein Herzensprojekt als eines für den Profit, vom Wölfchenverlag zusammengestellt um durch die Einnahmen einem Flüchtlingsprojekt zu helfen.
Und eines sei vorneweg mal gesagt: Der Verlag hat das Buch wunderschön gestaltet, und unter den Kurzgeschichten sind viele, die einen wirklich berühren und zum Nachdenken bringen. Es sind wirklich die meisten Kurzgeschichten sehr sehr gute Werke.
Aber leider profitieren sie meiner Meinung nach nicht davon, zusammengesammelt zu werden. Denn dadurch wirken sie nach der zehnten oder fünfzehnten Kurzgeschichte irgendwie immer mehr alle gleich. Was sie natürlich eigentlich nicht sind - aber irgendwie hat man dann nach der fünfzehnten Geschichte oder so das Gefühl, man weiß schon was in der nächsten drankommt: die Flüchtlinge als die armen, hilflosen und niemals egoistische Gedanken hegenden Gestalten, die Regierung des Landes in das sie flüchten und die dortigen Bewohner als die geizigen, selbstsüchtigen und bösartigen Kreaturen, die alles Neue vertreiben.
Versteht mich nicht falsch - die Geschichten folgen keinesfalls alle diesem Muster. Die meisten sind wunderbar, berührend und kunstvoll geschrieben. Nur irgendwie hat man das Gefühl, oft ein solches oder ähnliches Muster dahinter zu haben.
Manche Geschichten muten leider auch in Wortwahl und Gestaltung sehr politisch an oder sollen an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern, zumindest kommt es manchmal so rüber.
Und noch ein Kritikpunkt: Leider ist das Buch nicht so gut korrekturgelesen worden - es finden sich oftmals Schreibfehler.

Bitte nicht falsch verstehen - es sind eigentlich wirklich schöne Kurzgeschichten. Es ist nur eben kein Sammelband, der sich schön lesen lässt. Wären die Geschichten nicht als Sammelband zusammengestellt, sondern eher alle einzeln hier und da zu finden anstatt dass sie alle auf einmal auf den Leser einstürmen, hätten sicher viele von ihnen 5 Sterne verdient!

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, elfen, drachen, wiedergänger, high fantasy

Die letzte Schlacht

David Falk
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2016
ISBN 9783492280730
Genre: Fantasy

Rezension:

"Die letzte Schlacht" ist der Nachfolger des Romans "Die letzte Bastion" und der abschließende Teil von David Falks Reihe um den Menschenkönig Athanor.

Und wo der letzte Teil schon mit mächtigen Kämpfen, gruseligen Untoten und riesigen Giganten aufwartete, setzt dieser Band nochmal einen drauf - ohne dass ich etwas verraten will. Aber eins sei mal gleich vorneweg gesagt: Dieses Buch wird der Leser sicher nicht gelangweilt zur Seite legen. Im Gegenteil - es fällt schwer, es überhaupt aus der Hand zu legen.

Den Kennern der Reihe sei nur so viel verraten: Die Königin der Dionier und die letzten Menschen sind noch immer auf der Flucht, während die Elfen verzweifelt nach einem anderen letzten Licht suchen. Die Drachen werden auch nochmal einen - wenngleich sehr kleinen -  Auftritt haben (neben Akkamas natürlich), und ebenso... die Zwerge!

Athanor selbst spielt in diesem Band - obwohl schon immer irgendwie die Hauptperson - eine nochmal wichtigere, sehr gut durchdachte Rolle. Bei diesem Band spielt die innere Welt der Figuren und die Charakterentwicklung eine sehr große Rolle, und als Leser kann man gar nicht anders, als mitzufühlen, mitzufiebern und mitzuhoffen. Aber auch mitzutrauern.

Die geradezu perfekte Ausarbeitung der Figuren in diesem Band ist dem Autor hervorragend gelungen. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber ich fand schon immer, dass die Figuren in einem Buch wichtiger sind als die Handlung. Und dieses Buch ist meiner Meinung nach sogar schon allein von den Figuren her und deren Entwicklung lesenswert. Ganz zu schweigen von der äußeren Handlung, die dieses Mal zum Teil an einen ganz neuen Schaupunkt stattfindet: Dem Reich des Todes. Mehr will ich dazu vorerst nicht verraten.

Nur eines noch: An Toten wird dieses Mal leider nicht gespart. Das Ende ist berührend und man wird es nicht so schnell vergessen!

Ich schwanke noch zwischen 4 und 5 Sternen. Kann also sein, dass ich noch einen Stern draufsetze ;)

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

indianer, sitting bull, lakota, usa, tatanka iyotake

Die Geschichte des Sitting Bull.

Erik Lorenz , Claudia Lieb
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Palisander Verlag, 21.03.2016
ISBN 9783938305959
Genre: Romane

Rezension:

Tatanka Iyotake, besser bekannt als Sitting Bull, war ein großer Häuptling der Hunkpapa-Lakota, gefürchtet von seinen Feinden für seine Unbeugsamkeit und Gnadenlosigkeit im Kampf, respektiert und bewundert von seinen Freunden für seine überlegte Art, seine Großherzigkeit und seinen Mut.
Doch seine Karriere begann ganz unscheinbar - als Kind trug er den Spitznamen "Langsam" und wurde oft verspottet, weil er sich Zeit ließ für einen wohlüberlegten Schuss oder eine gut durchdachte Entscheidung. Noch ist sein Name "Springender Dachs", und obwohl sein Vater Häuptling und sein Onkel Kriegshäuptling und "Geheimnismann" ist, ist das noch kein Garant dafür, dass auch er einmal Häuptling werden wird.
Als er älter wird erlangt er jedoch Ruhm und Ehre, und sein Vater übergibt ihm den eigenen Namen, Tatanka Iyotake, "Der sitzende Büffelstier", oder in englisch: "Sitting Bull".
Auch die Geheimnisse eines Geheimnismannes erlernt der junge Indianer bald, und die Stimmen der Natur, vor allem aber die Vögel, sind seine Verbündeten.
Doch schon bald naht den Indianern das größte Unheil ihrer Geschichte: können ihm  seine Kräfte als weiser Geheimnismann und tapferer Krieger helfen, seinen Stamm zu beschützen - oder ist jede Bemühung gegenüber den übermächtigen Weißen ohnehin vergebens?

Erzählt wird diese Geschichte aus einer sehr interessanten Perspektive: Der junge David besucht seinen Großvater und erzählt ihm bedrückt, er werde von seinen Kameraden verspottet, weil er nicht so schnell laufen kann wie sie. Da erinnert sich der Großvater an die Geschichte eines anderen Jungens, der ebenfalls für seine Langsamkeit verspottet wurde - und er erzählt die Geschichte dieses verspotteten Jungens, der zu einem der bekanntesten Indianerhäuptlinge aller Zeiten heranwuchs, mit wunderschönen Bilder und Zeichnungen, die schon seine Vorväter aufbewahrten und zum Geschichtenerzählen verwendet haben.

Ähnlich verzaubernd nutzt auch das Buch wunderschöne Bilder, um die Geschichte zu erzählen. Nicht selten werden gerade besonders spannende Momente wie Jagd- oder Kampfszenen mit Worten eingeleitet, dann aber durch Bilder fertigerzählt - das habe ich so noch in keinem anderen Roman erlebt. Ich finde es einzigartig, sehr gelungen und wunderschön.

Das ganze Buch überzeugt mit einer wunderschönen Aufmachung - Hardcover, Schutzhülle und Lesebändchen, schöne Illustrationen und immer wieder am Textrand in Kästchen vermerkte Infokästchen,  Zitate aus damaliger Zeit -  auch eine Karte und ein Stammbaum bescheren dem Leser nicht nur kurzweiliges Lesevergnügen, sondern auch noch Wissen über die Indianerkriege.

Der aufmerksame Leser aber wird nicht die schöne Aufmachung oder gute Qualität des Buches bewundern, nicht die interessanten Fakten noch die tollen Illustrationen - sondern hoffentlich die Lehre, die darin für uns enthalten ist, und uns zeigt, wie leicht Hoffnung zerstört und Natur verwüstet, der Mut verloren und der richtige, wenngleich oft schwere Weg zu Leben aufgegeben ist.
Und uns zugleich daran erinnert, dass manchmal auch ein Kampf, der nicht gewonnen werden kann, gekämpft werden muss.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, oliver plaschka, wechselbälger, magie, magi

Das Licht hinter den Wolken

Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 687 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 19.03.2016
ISBN 9783608961386
Genre: Fantasy

Rezension:

Die junge April lebt mit ihrem grausamen Vater zusammen in einem kleinen Dorf, mehr oder weniger sich selbst überlassen, seit ihre Mutter gestorben ist. Ihr Leben erscheint ihr hoffnungslos, bis ihr eines Tages ein Magier erscheint - als einziger glaubt er ihr, dass sie ein Licht sieht, eine zweite Sonne, die sie suchen muss.
Und als ihre Chance gekommen ist, zögert sie nicht, diese Suche zu beginnen.

Auch Sarik Isikara Kisikiras (ja, ein Palindrom ;) ), einer der letzten Mächtigen - ein Zauberer - der noch auf dieser Welt ist, ist auf der Suche. Er ist auf der Suche nach seiner Erinnerung und seiner Zukunft. Und auch ihm erscheint seine Lage hoffnungslos. Denn die Magie hat diese Welt verlassen, und was ist schon ein Zauberer ohne Magie?

Cassiopeia Tial, die Tochter eines Senators, hat ihre gesamte Familie, ihr gesamtes Erbe an einen mysteriösen Mörder verloren. Nichts ist ihr geblieben, außer den Worten des Mörders: "Komm und such mich, wenn du kannst."

Und zuletzt beginnt auch die Geschichte des Söldners Janner mit einer Suche - er sucht seinen berüchtigten Vater, einen Helden, den er jedoch nie kennenlernen durfte, und er sucht Ruhm und Ehre.

Wohin die Wege diese vier Figuren führen werden, ist noch unbekannt. Und doch scheint es, als sei ihr Schicksal bereits vor langer Zeit bestimmt worden...

So viel zur Handlung.

Zu den Charakteren: In diesem Buch wird mehr Wert auf die Geschichte als auf die Charaktere gelegt, und manche der Charaktere machen auch erst im Laufe des Buches eine Entwicklung durch, die sie dem Leser so nahe bringt. Doch ich verspreche euch: Wenn man sich auf die Geschichte einlässt, wird jeder Leser mindesetens eine Figur finden, mit der er leiden und lachen kann.

Zum Schreibstil: Wow. Einfach nur wow. Ein Zitat von Christoph Hardebusch zu Oliver Plaschka lautet: "Der Magier unter den deutschen Fantasyautoren", und im Hinblick auf den Schreibstil könnte ich es nicht besser sagen, also belasse ich es einfach dabei ;)

Nur vor einem möchte ich euch warnen: Wenn ihr dieses Buch lest, wird es euch berühren (und es kann verdammt traurig sein!) und nicht mehr loslassen. Ich hatte mir die Hand verletzt und sollte sie schonen, habe aber trotzdem weiterlesen und weiter in der Leserunde schreiben müssen, ich konnte einfach nicht anders, auch wenns weh getan hat. Und was soll ich sagen: Meiner Meinung nach war's das wert!

Nur zwei Bücher, die ich je gelesen habe, haben 5 Sterne auf Lovelybooks verdient. Das hier ist eines davon.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

krimi, landshut, landshuter hochzeit, markus flexeder, regional

Böse sind die anderen

Markus Flexeder
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 28.04.2016
ISBN 9783869136332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Landshuter Hochzeit, ein weit über die Grenzen Landshuts hinaus bekanntes Mittelalterspektakel, erregt immer wieder die Aufmerksamkeit vieler Menschen. Doch was würde geschehen, wenn auf der Landshuter Hochzeit ein Mord passiert? Welche Probleme könnten bei solch "traditionellen" Festivitäten auftreten, wenn die Menschen nicht mehr klarkommen mit Zuwanderern und der Fremdenhass zunimmt?
Welche Abgründe kann ein Mensch betreten?

Diesen Fragen geht der Autor Markus Flexeder in seinem gut recherchierten, raffinierten und spannendem Roman "Böse sind die anderen" auf die Spur. Dabei beleuchtet er aktuelle Themen, kombiniert den Witz eines Regionalkrimis mit den spannenden psychischen Abgründen eines "fast-schon-Thrillers"  und der Spannung einer verwinkelten, ausgeklügelten Aufklärung eines Mordes.
Die Handlung hat zwar ganz am Anfang etwas Anlaufschwierigkeiten, weil sie noch zu verworren ist, als dass man gut mitkäme, später aber werden dann alle Verwirrungen gelöst und man erfährt noch die eine oder andere (wirklich unerwartete!) Überraschung.

Die Charaktere werden dabei sehr menschlich und authentisch gestaltet, ihre Sprechweise ist ebenso realistisch wie ihre Art, zu handeln. Wohlgemerkt schafft es der Autor irgendwie, die regionale Sprechweise selbst für den "hochdeutschesten" Mensch verständlich zu machen, ohne dass es den Reiz eines Regionalkrimis verlieren würde; ein bisschen mehr bayrischen Dialekt hätte ich mir allerdings schon fast gewunschen.

Nicht zuletzt ist auch die äußere Gestaltung des Buches zu erwähnen - das Cover zeigt den Zusammenprall zweier Ritter auf der Landshuter Hochzeit und gefällt mir persönlich sehr gut, noch schöner finde ich allerdings die roten Seitenränder, die das Buch zu einem wirklichen Schmuckstück im Bücherregal machen werden.

Wer also einen wirklich raffinierten, keineswegs primitiven Krimi sucht, der durchaus etwas mit menschlicher Psyche spielt, den Leser nicht mehr so schnell loslassen wird - und noch dazu ein echtes Schmuckstück im Bücherregal stehen haben will, dem kann ich "Böse sind die anderen" von Markus Flexeder wirklich nur empfehlen!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

supergau, zeitreise, kernkraftwerk, buecherseele, akw

Emma Laurent - Zwei Welten

Thomas Gotthardt
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Ungeheuer + Ulmer, 02.12.2015
ISBN 9783946061014
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Emma Laurent und ihr Bruder Felix sind eigentlich zwei ganz normale Kinder - mal abgesehen davon, dass ihr Vater ein "Genie" ist, wie Emma meint, und die Familie daher alle paar Jahre in der Welt herumreist, damit er an einem neuen Forschungsprojekt arbeiten kann.
Momentan arbeitet er in Grimadan in Südfrankreich an ENFUR - einem Projekt über Kernenergie. Das ist es jedenfalls, was die Welt glaubt. In Wahrheit hingegen forscht Lukas Laurent an einer Zeitmaschine - und als ein schwerer "Unfall" im Atomkraftwerk droht, der tausende von Menschen das Leben kosten könnte, kommt diese Maschine früher als erwartet zum Einsatz: Emma und Felix werden von ihrem Vater nachts geweckt und er hat gerade noch die Zeit, seine beiden Kinder in die Vergangenheit zu schicken, damit sie vielleicht das Unglück verhindern können...

Zu der Handlung braucht man eigentlich nichts weiteres mehr sagen. Dass diese Handlung super spannend ist, ist wohl von alleine klar! Nur ein Kritikpunkt hier: Am Ende fand ich das ganze teilweise schon etwas unlogisch blutig.

Die Sprache fand ich persönlich sehr gelungen. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch nur so verschlingt - nur an einigen wenigen Stellen hat man das Gefühl, dass die Welt Emma und Felix stillsteht, wenn sie gerade in ihren Gesprächen versunken sind, was den Lesefluss etwas stört.
Alle Gespräche hingegen finde ich sehr realistisch. Emma redet wie ein Jugendlicher, ohne dass mit Jugendsprache um sich geworfen wird, und sie reagiert genau so, wie ich es an ihrer Stelle auch tun würde.

Gerade das macht die junge Heldin des Buches auch so sympathisch. Sie ist authentisch, glaubwürdig, realistisch - eben, weil sie nicht sofort eine Superheldin ist und alles im Griff hat, sondern nur ein 16-jähriges Mädchen, das ihren Bruder und ihre Familie beschützen will.
Und das setzt unglaubliche Kräfte in ihr frei: pfiffig, entschlossen und vor allem mutig versucht Emma, die Zukunft zu verändern.

Ob es ihr gelingen wird - das müsst ihr selbst herausfinden.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

dresden, elbenthal, ivo pala, elben, atlantis

Elbenthal-Chroniken - Sammelband

Ivo Pala , Maiko Kerner , Franziska Fröhlich , Ivo Pala
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei salomo publishing, 01.03.2016
ISBN 9783941757479
Genre: Fantasy

Rezension:

Bei diesem Büchlein handelt es sich um einen Kurzgeschichten-Sammelband, der einen Shared-World-Projekt mehrerer Autoren entsprungen ist (allerdings under der Leitung von Ivo Pala).
Die Hardcover - Aufmachung mit schönen Zeichnungen überzeugt, das Cover finde ich gelungen, aber nicht ganz der perfekte Eyecatcher.
Gewissermaßen ist es mit den Geschichten das gleiche: Solide, gelungene, gekonnte und gut konstruierte Kurzgeschichten, jedoch mit etwas blassen, zum Teil klischeehaften oder alleskönnerischen Charakteren und vorhersehbarer Handlung. Allerdings zeugt jede der Geschichten von einigem Können der Autoren - Stilistisch und formal gibt es da nix zu meckern. Mein Deutschlehrer wäre bestimmt begeistert gewesen.
Noch kurz zur Handlung der vier Geschichten:

1. Laurin – Weltenkrieger, Tochter der Drachen (Ivo Pala):
    Laurin, König der Dunkelelfen, reist ins Land der Feuerriesen - hier
    ist es für mich seine dahintersteckende Absicht, und dass er dieses
    Ziel erreichen wird leider von Anfang an klar - wo er einer
    verfolgten Feuerriesen das Leben rettet und  helfen soll,
    die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Der Akteur war mir etwas zu
    alleskönnerisch und das Geschehen - bis auf eine einzige, dafür
    sehr gut gemachte und sehr entscheidende Wendung - zu
    vorhersehbar.

2. Yrr – Wächterin Midgards, Monster in den Schatten (Maiko Kerner):
    Die Elbin Yrr, Wächterin Midgards, reist nach Madrid zu ihrer
    Elbenfreundin Yuna. Kurz darauf jedoch richten wildgewordene  
   Gargoyles großes Chaos in der Stadt an, und Yrr muss eingreifen,
   um die Menschen zu schützen. Diese Geschichte ist nicht schlecht,
   und hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Schöne Wendungen,
   interessante und sympathische Charaktere. Nur mit dem Setting im
   modernen Madrid, Fashionshows und Balettschulen, kam ich nicht
   so ganz zurecht.

3. Raik – Wanderer zwischen den Welten, Der Sturmbleiche
    (Franziska Fröhlich):
    Der Magier Raik landet ohne Erinnerung in einer fremden Welt,
    verfolgt vom Gott Odin, und kommt einer großen, verheimlichten
    Ungerechtigkeit auf die Spur.
    Ganz und gar nicht schlecht. Wieder eine sympathische Hauptfigur,
    aber ich mochte den sprechenden Stein und den Schreibstil der
    Autorin eher weniger. Dafür war die Geschichte aber sehr gut
    konstruiert; altisländische Verse am Beginn sorgten für eine
    stimmige Atmosphäre.

4.Lau’Ley – Göttin des Chaos, Nacht in Atlantis (Ivo Pala):
   Die Sirene Lau'Ley wird von einen seltsamen Wahnsinn befallen
   und muss bei Yrr in Elbenthal Hilfe suchen. Nur eine
   selbstmörderische Jagd nach einem vergessenen Artefakt in
   Atlantis kann sie noch retten.
   Hier glänzt Ivo Pala mit einem angenehmen Schreibstil und Figuren,
   mit denen man mitfiebern kann. An dieser Geschichte habe ich
   nichts auszusetzen - naja, außer den Untoten. Ich finde, mit   
   Untoten macht man es sich in Geschichten irgendwie zu leicht.

Fazit:
Für micht drei Sterne. Für Elbenthal-Fans möglicherweise vier Sterne.  Für Elbenthal-Fans, die gleichzeitig auf Kurzgeschichten stehen könnten das bestimmt auch fünf Sterne sein.

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(23)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

krimi, jäger, polize, jägerlatein, bettin

Waidmannsdank

Alexandra Bleyer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 17.03.2016
ISBN 9783954517923
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch fesselt mit österreichischem Charme und Berg-Flair, mit Jägersprache und Spannung pur!
Erst einmal zur Handlung:
Der unbeliebte und stets grantige Aufsichtsäger Sepp Flattacher baut sich einen geheimen Hochsitz, von dem eigentlich niemand wissen sollte - doch noch vor dem ersten Ansitz findet er dort einen anderen Jäger aus seinem Jagdverein, den Huber, tot vor.
Ihm stellt sich weniger die Frage, warum sein Jagdkamerad sterben musste, sondern viel mehr: Was hatte der auf seinem geheimen Jagdsitz zu suchen?
Als dann feststeht, dass der Hochsitz sabotiert wurde, kommt die Polizei ins Spiel, und mit ihr der junge Polizist Martin Schober - der schon gehofft hatte, den Ort Obervellach, in dem er seine Kindheit verbracht hatte, für immer hinter sich zu lassen - muss ermitteln. Als einziger setzt er sie für den eigenbrötlerischen Flattacher ein, dem das ganze Dorf am liebsten loswerden will.
Dann taucht auch noch Martins ehemalige Jugendliebe Bettina auf - und als der Flattacher auf seine ganz eigene, nicht ganz zimperliche Art ebenfalls den Mörder fassen will, ist das Chaos in dem sonst so idyllischem kärntner Ort perfekt!

Ein bisschen schwer tat ich mich am Anfang. Zwar passiert zwar da gleich ein Mord - aber dann länger erst mal gar nichts. Da zog sich die Handlung etwas, und das Lesen gestaltete sich eher etwas langweilig.
Dann aber nimmt die Handlung richtig Fahrt auf - die letzten 5 oder 6 Kapitel musste ich in einem Rutsch durchlesen, so spannend war es!
Ganz besonders hervorheben muss man auch den überaus gelungenen Schluss - endlich mal ein Buch, bei dem alle Handlungsstränge am Ende aufgelöst, alle Fragen beantwortet, alle Töpfe einen Deckel finden. Der Schluss eines Buches ist ja oft krititsch, aber hier gibts nix zu meckern - ganz im Gegenteil! Hier sollte sich so mancher andere Krimiautor mal ein Beispiel nehmen.

Zum Schreibstil:
Einmalig! Authentisch bring die Autorin ihre Figuren rüber, indem sie auch hier und da das Geschehen mit originalem Kärntner Dialekt würzt. Doch keine Angst -  für Piefkes findet sich am Ende ein Glossar mit den Übersetzungen. Ich hätte mir gewünscht, dass auch direkt in den Gesprächen der Figuren etwas mehr Dialekt verwendet wird, nicht nur bei der Handlung, und dass eine der Hauptfiguren, Martin Schober, noch etwas "lebendiger" und aktiver wird - ich fand ihn zwar durchaus sympathisch, aber etwas "blass" und nicht so lesernah. Besonders gut gefallen hat mir dafür die absolut authentische Darstellung des anderen Hauptcharakters, Sepp Flattacher - ich weiß gar nicht, wie ich das Beschreiben soll, aber hier findet man ein wunderschönes Beispiel für einen gelungenen Hauptcharakter.

Fazit: Eine Mörderjagd der ganz anderen Art - und nicht nur wegen des schönen Covers wert, im Regal eines Krimi- oder Jagdliebhabers zu landen. Ein Buch, dass so manches Schmunzeln entlockt und einen wunderbaren österreichischen Humor besitzt, und das man schließlich am Ende mit einem zufriedenem Gefühl aus der Hand legen wird.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, schwarzer humor, hessen, lustig, die eisheilige

Die Eisheilige

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783833310515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Frau Sophie lebt unter der "Herrschaft" ihres Mannes Rudolf - ein passionierter Jäger - ein einfaches Hausfrauenleben. Ihre Tage verbringt sie mit Aufräumen und Abstauben, und jeden Tag zählt sie die Stunden bis ihr Mann nach Hause kommt - mehr kann sie kaum tun, denn sie ist Analphabetin, und lebt nicht nur in ständiger Angst vor ihrem Mann, der sie zwar nicht körperlich, aber psychisch terrorisiert, sondern auch in ständiger Angst davor, dass man entdecken könnte, dass sie nicht lesen kann. Sie traut sich selbst nichts zu und meidet andere Menschen.
Dabei ist sie durchaus handwerklich talentiert - sie ist eine hervorragende Tierpräparatorin und Schneiderin.
Eine Kette seltsamer Ereignisse nimmt seinen Lauf, als eine Nachbarin ihr Talent bemerkt und sich ein Kleid von ihr schneidern lässt - und Sophie dann bei der Anprobe in Gegenwart der tratschsüchtigen Nachbarin einen Arbeiter verwünscht, der prompt von einem Gerüst stürzt und stirbt.
Von da an trauen die Nachbarn Sophie übernatürliche Kräfte zu, angeblich kann sie mit dem "bösen Blick" töten - und bald bekommt sie erste "Aufträge" von Nachbarinnen, die unliebsame Mitmenschen loswerden wollen.
Als die Todesfälle in dem Ort sich häufen, wird auch der junge Rechtsanwalt Axel, der Sophie schützen will, in die Sache hineingezogen - und bald steht auch er vor der Frage:
Kann eine Verwünschung töten?

Schreibstil

Der Schreibstil des Buches überzeugt und passt sich immer den verschiedenen Figuren an. Schreibfehler habe ich keine gefunden; manchmal fand ich die Fülle an unwichtigen Details und Ausschmückungen etwas überwältigend, aber im Großen und Ganzen ließ es sich flüssig lesen.

Personen

Die Hauptperson, Sophie, ist für den größten Teil des Buches glaubwürdig dargestellt -ganz am Ende, sozusagen auf der letzten Seite, habe ich vielleicht etwas die Stirn gerunzelt.
Alle Personen sorgen allein schon durch ihre Konflikte für einige Spannung; aber manchmal hätte ich mir gewunschen, dass es außer Axel vielleicht noch zumindest eine andere normale Person gibt. Wenn jede Figur große menschliche Abgründe und Ungewöhnlichkeiten aufweist, sind diese irgendwann gar nicht mehr so ungewöhnlich, sondern unglaubwürdig oder nervig.

Handlung

Definitiv mal eine ganz neue Herangehensweise an Krimis: Gibt es überhaupt das typische Schema von Mörder und Ermittler?
Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, was zumindest dafür spricht, dass es fesselnd war. Allerdings hatte ich am Ende das Gefühl, die Autorin wollte nur noch fertig werden - die letzten Kapitel waren alle deutlich kürzer als die vorherigen - und die Handlung war irgendwie nicht aufgeklärt am Schluss. Mir fehlte ein richtiges Ende.

Fazit

Definitiv mal was Neues, und definitiv ein kurzweiliger Lesespaß. Allerdings an manchen Stellen zu viel des guten für meinen Geschmack...
Aber auf jeden Fall für alle Fans der Jagd und evtl auch für Fans von Psycho-Thrillern zu empfehlen!

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137 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

fantasy, magie, kalypto, krieg, magier

KALYPTO - Die Magierin der Tausend Inseln

Tom Jacuba
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.01.2016
ISBN 9783404208067
Genre: Fantasy

Rezension:

Im zweiten Band von "Kalypto" geht es genau da weiter, wo der erste Band aufgehört hat. Auch ich finde, dass man nicht nur deswegen den ersten Teil gelesen haben sollte, um den zweiten zu verstehen.

Der Schreibstil

ist richtig professionell - wechseln die Figuren, ändert sich auch der Schreibstil. Am krassesten bemerkt man das, sobald aus der Sicht von Lasnic, dem Jäger aus den Waldlanden, geschrieben wird.
Ja, ein paar wenige Fehler finden sich, z.B. das Reiter erst auf Mustangs, dann auf Steinböcken unterwegs sind, oder dass einmal die Anführungsstriche fehlen würden. Allerdings habe ich mich nicht von irgendwelchen Schreibfehlern etc gestört gefühlt, die waren doch sehr rar gesät...

Die Welt

ist eine eigens erschaffene Fantasywelt mit verschiedenen Völkern, Tieren, Sprachen (und Dialekten - hier ein großes Danke für einige witzige Momente, die man mit Lord Frix, einem der Charaktere, verbringen durfte!), und Landschaften. Eine Karte ist beim Buch dabei, und sie hilft schon ganz gut bei der Veranschaulichung, aber man könnte das Buch auch ohne sie lesen. Allerdings: Ich liebe Bücher mit Karten :D
Hier zeigt der Autor großes Können bei der Entwicklung verschiedener Kulturen - und er denkt mit, welche Probleme es geben könnte, wenn diese Kulturen aufeinandertreffen. Sehr gut und bis ins Detail hinterfragt präsentieren sich dem Leser fremdartige wie bekannt vorkommende Kulturen, und neugierig kann man beobachten, welche Schwierigkeiten diese miteinander haben.
Einzigartig finde ich die Kultur Garonas - von Frauen regiert, aber nicht das typische "Amazonen - Naturvolk" oder "Hohepriesterinnen - Land". Wieder etwas, wo ich nur der Idee anerkennend zunicken kann. Da kann man sich natürlich vorstellen, dass es Probleme geben kann, wenn ein Mann aus einer männerdominierten Kultur eine Frau aus Garona liebt - doch wie so etwas ausgeht? Ein weiterer Konflikt des Buches, den man mit Spannung verfolgt.
Die Waldlande, in denen ein guter Teil dieses Buches spielt, sind ebenso liebevoll herausgearbeitet. Da taucht man nur ungern wieder aus dem Buch auf!

Die Charaktere

sind das Juwel dieses Buches. Nirgends ein Klischee das ausgefüllt wird, nirgends eine Schwarz-Weiß-Malung mit "den Guten" und "den Bösen",  stattdessen menschliche, sich weiterentwickelnde oder zurückfallende, triumphierende oder leidende Figuren, mit denen man mitfühlt, die man hasst oder um die man trauert, die aber allesamt einzigartig sind. Man hat nur ein bisschen das Gefühl, den Autor manchmal dann rauszuspüren, wenn er seinen Lieblingscharakter hat, und dann findet man stellenweise die Handlungen von diesem nicht mehr natürlich, sondern "gelenkt". Ist allerdings nur mein persönliches Empfinden, kann ja sein, dass ich mich irre und der Autor einen ganz anderen Lieblingscharakter hatte, als ich dachte... Trotzdem: Mit den Charakteren fiebert man dauernd mit. Allein die Entwicklung der Charaktere macht das Buch schon spannend, doch dann ist da ja auch noch die

Handlung

die genau da weitergeht, wo sie im Vorgänger geendet hat. Das Grundkonzept - ich möchte nur so viel verraten, wie der Klappentext auch hergibt, nämlich dass Magier versuchen, die anderen Völker  gegeneinander aufzuhetzen, um dann das stärkste zu versklaven und zum Errichten einer eigenen neuen Dynastie zu verwenden - ist ziemlich raffiniert, die Ausführung mit Schlachten, Hinterhälten, Verrat, Folter, Flucht und Liebe usw gut, aber nicht einzigartig oder neu. Sehr spannend allerdings schon - ich habe das Buch regelrecht verschlungen, und als es zu Ende war, fehlte mir etwas... Nämlich der Lesegenuss von "Kalypto". Man vermisst das Buch, wenn man es fertig gelesen hat!

Fazit:

Ein guter, spannender Fantasyroman, der vor allem durch seine überaus menschlichen Charaktere besticht. Wenn man einmal drin ist, legt man es nur ungern wieder aus der Hand. Auf jeden Fall empfehlenswert!

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

historischer roman, astrid fritz, freiburg, begine serafina, lepra

Das Siechenhaus

Astrid Fritz , , ,
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.02.2016
ISBN 9783499269455
Genre: Historische Romane

Rezension:

Detektivromane oder Historienromane kennt ja jeder. Aber ein Buch das beides verbindet? Das ist schon mal was Neues - das ist die Reihe um Beginenschwester Serafina von Astrid Fritz.
Und in "Das Siechenhaus" wird das ganze nochmal getoppt - denn hier wird nicht in einem "langweiligem Mordfall" ermittelt, nein, es berührt den Leser ein ganz neues, bisher nur selten behandeltes Thema - Lepra.
Hier beweist die Autorin enormes Wissen über die Verhältnisse und das Leben damals, nach der Lektüre dieses Romans hat der Leser nicht nur einige amüsante, witzreiche, spannende Stunden genießen dürfen, sondern auch ein lehrreiches Werk.
Serafina ist dabei eine einzigartige Protagonistin - inzwischen arme Beginenschwester, hat sie sich dennoch ihren scharfen Verstand und ja, manchmal auch ihren Dickkopf erhalten. Clever und hartnäckig versucht sie, herauszufinden, was es auf sich hat mit dem armen Bäckermeister Kannegießer, der als Aussätziger ins "Gutleuthaus", das Siechenhaus tausend Schritte vor der Stadt, verbannt wird, selbst aber behauptet, gesund zu sein.
Dabei ist das Buch sicherlich gut zu verstehen auch für alle jene, die Serafina noch nicht kennen. Allerdings wird man sich dann wahrscheinlich trotzdem die Vorgängerbände kaufen, denn wer Serafina einmal kennt, den hat sie bereits in ihre Welt gezogen.
Falls sich jemand fragt, warum ich dann nur 4 Sterne gebe - nun ja, 5 Sterne sind für mich nun mal den besten der besten Bücher vorenthalten, denjenigen, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde und bei denen ich todtraurig bin, wenn sie enden; die mich so sehr mitreißen, dass ich nächtelang durchlesen muss.
Auszusetzen gibt es jedoch an diesem Buch jedoch rein gar nichts. Sprache und Schreibstil sind ebenso passend wie kurzweilig, das Abenteuer ebenso spannend wie stellenweise amüsant oder gruselig, die Protagonistin ebenso authentisch wie sympathisch.
Also, für alle Fans von Historienromanen, Detektivromanen oder sogar Krimis: Zugreifen!

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238 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

irland, historischer roman, krieg, kiera brennan, 12. jahrhundert

Die Herren der Grünen Insel

Kiera Brennan
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783764505592
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eins mal gleich vorneweg: Ich weiß, dass 2 Sterne von vielen als "schlechte" Bewertung angesehen werden. So ist das hier nicht gemeint. Wenn ein Buch mit 5 Sternen bewertet wird, hat es mich 100%-ig überzeugt, und ich fand es zu 100% perfekt. Bei 2 Sternen fand ich immer noch 20% des Buches sehr gut. Das ist nicht schlecht, aber mich hat es einfach nicht überzeugt.
Die Gründe?
Zum einen - meiner Meinung nach das größte Manko - waren die personen für mich nicht glaubwürdig. Ein Beispiel hierfür ist, dass der große Krieger Ascall von Toora trotz seiner Grausamkeiten als guter Mensch dargestellt wird, hingegen sein Bruder als der Böse bezeichnet wird - alles Handeln der beiden (mit einer Ausnahme) lässt aber das ganze genau umgekehrt vermuten.
Die Figuren handeln auch oft nicht ganz logisch. Wenn Probleme vor ihnen liegen, handeln sie so, dass sich die Handlung möglichst spannend weiterentwickelt - allerdings nicht so, wie ein echter Mensch in dieser Lage handeln würde.
Ein anderes großes Manko ist auch, dass sich immer wieder Schreibfehler und Unstimmigkeiten im Buch finden. Also nicht alle paar Seiten, aber doch immer wieder mal. Da sollte nochmal Kontrollgelesen werden.
Was für mich ein weiteres Problem war, war, dass einfach kein Kopfkino aufkommen wollte, weil ich mir das Verhalten der Figuren oft nicht bildlich vorstellen konnte. Wenn Personen einander drohen, "zerschneiden sie mit ihren Schwertern die Luft" - aber nicht nur ein unerfahrener Jungspund, sondern jeder Krieger im Buch macht das. Ascall von Toora geht jedem Fremden zur Begrüßung erst mal an die Kehle, packt ihn am Hals oder würgt ihn. Und diese Person kann dann meistens trotzdem problemlos sprechen. Mit diesem Schreibstil kam ich einfach nicht zurecht.
Auch bei der Handlung hätte ich mir mehr - naja - Handlung eben gewünscht! Die meisten Figuren nämlich haben selbst nicht wirklich gehandelt, sondern sich eher vom Lauf der Dinge mitnehmen lassen. Am Ende fehlte mir dann auch irgendwie der rote Faden, das Abenteuer, der Plot. Klar, realistisch ist es eigentlich nicht, dass jede Figur ein Abenteuer erlebt und nicht so dahinlebt oder einfach nur überlebt, aber als Buch würde ich trotzdem lieber eine Geschichte mit einem oder wenigen mehr oder weniger erkennbaren Höhepunkten und Handlungssträngen lesen.
Versteht mich nicht falsch, es kann sein, dass vielen dieses Buch 5 Sterne wert ist, und das verstehe ich auch. Nur mir persönlich gefällt eben dieses Buch aus den obigen Gründen - die zugegebenermaßen alle sehr subjektiv sind - nicht so.
Stärken hat das Buch durchaus auch - mit seinem Hardcover mit Umschlag, Karte, Lesebändchen und Dramatis Personae zum Beispiel macht es einen sehr hochwertigen Eindruck, und ich habe auch nicht (was manche Leser bemängelt haben) den Überblick über die Personen verloren.
Außerdem ist es auch sehr gut recherchiert, die Autorin hat viel Wissen über das Leben im mittelalter eingebracht.
Für manche ist es also sicherlich ein Juwel im Bücherregal. Nur für mich eben leider nicht.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

wales, irland, historischer roman, sabrina qunaj, mittelalter

Der Ritter der Könige

Sabrina Qunaj
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.02.2016
ISBN 9783442483723
Genre: Historische Romane

Rezension:

...und wer sie liest, wird das Buch nicht mehr so schnell zur Seite legen wollen.
Es ist die Geschichte von Maurice de Prendergast, und das Buch begleitet ihn durch einen großen Teil seines Lebens: vom Anfang, als er noch ein Knappe in Wales im Dienst des strengen Constable of Pembroke ist über seine Zeit als treuer Ritter im Dienst des Earl of Pembroke bis hin zu seinen ganz eigenen Kämpfen in und um Irland.
Maurice ist ein Ritter, für den Ehre und vor allem Freundschaft mehr bedeuten als Geld und Macht. Er ist meist sanftmütig und ritterlich, aber auch er kennt Zorn. Er ist einfach durch und durch sympathisch. Man leidet mit ihm, freut sich mit ihm, hofft mit ihm. Hier zeigt sich eine der großen Stärken des Buches: Man meint die Figuren tatsächlich selbst zu kennen. Sie sind authentisch, und es gibt - für mich immer sehr wichtig - keine Schwarz-Weiß-Charaktere, sondern jeder ist menschlich, nicht ein Held gegen alle Bösewichte.
Das heißt nicht, dass Maurice nicht genügend Gegner hätte. Er ist Flame - das heißt, weder die Waliser noch die Normannen sehen ihn vollkommen als einen der ihren an, und erst Recht nicht die Iren, doch Maurice schafft es immer wieder, sich durch sein ritterliches Verhalten, sich Respekt zu verschaffen.
Allerdings auch Feinde: Es gibt viele, die ihm seine Erfolge nicht gönnen, zum Beispiel den Sohn des Constable, Griffin, der Maurice immer wieder Steine in den Weg legen wird.
Auch seine eigene Ehefrau, der er schon vor ihrer Geburt versprochen wurde, begegnet ihm anfangs eher feindselig. Ohne ihn zu kennen, hegt sie Vorurteile gegen ihn, und verhält sich anfangs - nun ja, wie das Kind, das sie eben auch ist.
Doch zum Glück hat Maurice auch Freunde - allen voran der spätere Earl of Pembroke, Richard de Clare, ein Ritter, der Maurice im Geiste sehr ähnlich ist, außerdem Meilyr, ein Sohn der Adelsfamilie der Geraldines, den Maurice schon seit Kindestagen kennt.
Gemeinsam, doch manchmal auch auf gegnerischen Seiten, bestreiten sie Kämpfe für und gegen den König, später auch für und gegen Irland - Maurice jedoch wurde schon früh geweissagt, er stehe auf Seiten der Gerechtigkeit - jedoch nicht auf Seiten seines besten Freundes Richard de Clare
Dies sagte ihm eine junge, geheimnisvolle Frau mit dem Namen Niah voraus, die früh aus seinem Leben gerissen, jedoch nie vergessen wurde.
Und so geht Maurice seinen eigenen Weg: Er versucht, immer das zu tun, was richtig ist - wird ihm dies gelingen? Wird er gegen den hasserfüllten Griffin, der stets danach trachtet, ihm zu schaden, bestehen? Wird er tatsächlich gegen de Clare kämpfen müssen, um für die Gerechtigkeit zu streiten? Wird er Niah wiederfinden? Und vor allem: Was wird ihn im geheimnisvollen, wilden Land der Iren erwarten?
Wenn ihr das herausfinden wollt, müsst ihr das Buch selbst lesen. Dabei aber werdet ihr noch viel mehr herausfinden: Über Liebe, Verrat, Mut, Ehre - und vor allem, über Freundschaft.

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

mops, mode, hamster, hund, pudel

Hund Couture: Episode 1-4

Hasso Longnose
E-Buch Text: 264 Seiten
Erschienen bei Thomas Chiandusso, 15.01.2016
ISBN B018PJ5WIM
Genre: Humor

Rezension:

...und zwar am besten von Hasso Longnose. Denn der ist - darf ich vorstellen? - Modezar und Liebhaber, Tierrretter und Einbruchskünstler, Ausbruchskünstler und bester Kumpel in einem.
Das ist natürlich nicht immer ganz leicht, vor allem, wenn man ein Mops ist und sich ausgerechnet in die reinrassige, also praktisch adelige, Pudeldame "Victoria von der Tann" verliebt hat, gleichzeitig aber eine einzigartige Modeshow inszenieren und sich endlich einen Namen in der Modewelt machen will.
Wenn dann auch noch ein Deutsche-Doggen-Macho, ein krimineller Hundebesitzer, die eine oder andere Giftschlange, ein verrückter Tierarzt, ein gutaussehnder Königspudel und eine verschlossene Türe zwischen Hasso Longnose und diesenn beiden Zielen stehen, wird das Chaos perfekt, und der Retromops (deshalb Longnose, er ist weniger überzüchtet und hat mehr Schnauze) stellt bald die ganze Stadt auf dem Kopf.
Dazu bedient er sich aber natürlich gerne der Hilfe zweier Freunde: Der clevere, aber homosexuelle Hamster Turing (mit dem ich persönlich nicht so ganz warm werden konnte) und die kleptomanische Elster Sunny (für die ich mir gern eine stärkere Rolle gewünscht hätte, wo sie doch schon im Klappentext erwähnt wird) stehen im dabei schon von Anfang an zur Seite.
Mit seinem Charme gelingt es Hasso aber nicht nur sein betagtes Frauchen Eleonore und den Leser um die Pfote zu wickeln, sondern auch die italienische, gefährliche Cosima, die hochintelligenten Hühner Ms White und Ms Brown, den/die selbsbewusste(n) Kater/Katze Choupette (der/die selber nicht genau weiß, was er/sie jetzt eigentlich sein will - Männchen oder Weibchen...?) und nicht zuletzt die Straßenhund-Punkerin Pogo.
Dabei überzeugt der Autor durch viele geistreiche Pointen (die aber manchem Leser durchaus zu viel werden könnten!), unerwartete Wendungen, einen raffinierten Humor und immer wieder eingestreute gesellschaftskritische Bemerkungen, die einen wirklich zum nachdenken anregen und ehrlich gesagt auch super in dieses eigentlich so witzige und humorvolle Buch passen. Denn so zeigt Hasso uns Menschen sozusagen den Vogel (was er aber aus Rücksicht auf seine Elterfreundin Sunny eigentlich vermeidet), wenn wir mal wieder Atomkraftwerke bauen, ohne zu wissen, wohin mit dem Müll oder Magermodels unterstützen.
Deshalb können wir alle von dem zuküftigen Modezar Hasso Longnose lernen.
Alles in allem kann ich dieses Buch also für ein breites Publikum empfehlen - Tierfreunde ebenso wie Modefans, Menschen, die gerne mal wieder etwas witziges Lesen würden ebenso wie Leute, die gerne mal die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten würden (nämlich dem eines Mopses).
Mich selber hat das Buch immer wieder positiv überrascht, zum lachen oder nachdenken gebracht.
Dafür kann ich nur sagen: Danke, Hasso Longnose!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

hund, pferd, pony, wanderung, wanderun

Der Prinz und sein Schimmel

Pia Walch-Liu
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 30.10.2015
ISBN 9783738631173
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch handelt von der Wanderung der Autorin mit einem Pony und einen Hund einmal quer durch ganz Deutschland - ist also eine wahre Geschichte, was es meiner Meinung nach besonders berührend macht.
Ja, dieses Buch geht einem wirklich zu Herzen - es ist auch, anders, als der Titel vielleicht vermuten lässt, kein Kinderbuch, sondern ein Buch für Erwachsene - und zwar nicht nur Tierfreunde, sondern auch für Menschen, die vielleicht noch nach etwas auf der Suche sind - so wie die Autorin im Buch.
Ob sie gefunden hat, was sie suchte? Nun, um das zu beantworten, müsst ihr eigentlich schon selbst reinschauen ins Buch ;)
Und "reinschauen" lohnt sich hier wirklich, denn der Text ist durch viele sehr schöne Bilder aufgelockert, und das Buch bietet durch Steckbriefe, Karten und Packlisten auch mehr als bloßen Text.
Dieser Text kann sich allerdings manchmal auch als etwas schwierig oder schwer lesbar gestalten - der Schreibstil ist sehr amüsant und wirklich authentisch geschrieben, kann jedoch auf Dauer etwas schwierig werden. Er ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache - man muss reinlesen und schauen, ob man damit klarkommt. Deshalb würde ich das Buch auch nicht für jüngere Kinder empfehlen.
Wenn man allerdings damit klarkommt, ist dieses Buch wirklich eine wertvolle Bereicherung im Bücherregal. Denn es ist nicht irgendeine ausgedachte Geschichte, sondern etwas, das wirklich passiert ist, und gerade deshalb, weil es nicht von Heldengestalten und atemberaubenden Kämpfen wimmelt, sondern etwas beschreibt, was jeder von uns machen könnte, wenn er nur den Mut und den Willen dazu hätte, um so spannender. Und es ist auch lehrreich - genau so, wie die Autorin und ihre Begleiter bei der Wanderung viel gelernt haben.
Diese Beiden Begleiter - Hund Prinz und Pony Pengpeng - kommen übrigens im Buch auch immer wieder zu Wort. Was auf manche kindisch wirken mag, finde ich sehr interessant, und auch oft sehr amüsant. Alles in allem sind alle Teilnehmer der Wanderung oft wirklich sympathisch, auch die Autorin selbst, die nicht als  "entfernter Beobachter", sondern als ganz normaler Mensch von Leid und Freud der Wanderung berichtet, was sie dem Leser besonders nahe bringt!
Lustig sind auch die vielen wirklich tollen und raffinierten Wortspiele im Buch.
Das Buch ist aber nicht nur lustig, sondern zeigt oft auch den Ernst des Lebens - manchmal ist es traurig, und weil man weiß, dass das Traurige wirklich passiert ist, ist es um so berührender. Sicherlich ein Buch also, dass man nicht so leicht wieder vergisst!
Mein Fazit: Das ist ein Buch, das wirklich nicht für jeden ist - vor allem der eigenwillige Schreibstil macht es sicherlich für so manchen ungeeignet. Wer sich aber darauf einlässt, hat ein wirklich einmaliges Buch gefunden, und zwar ein Buch, von dem man fürs Leben lernen kann und das einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

bayern, 2015, weihnachten, krampus

Wehe, wenn der Krampus kommt: 12 bayerische Weihnachtskrimis

Werner Gerl
E-Buch Text: 128 Seiten
Erschienen bei Allitera Verlag, 26.10.2015
ISBN 9783869068046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

...kann man, wenn man sich einfach eine Tasse heiße Schokolade schnappt und es sich mit diesem Buch irgendwo gemütlich macht. Ein Buch, das in mehreren, teils raffinierten, teils aber auch ganz klassischen Kurzkrimis bayerisches Flair und Weihnachtsatmosphäre zugleich direkt zum Leser bringt. Ich gebe zu, es sind auch ein oder zwei Geschichten dabei, die wirklich nichts besonderes sind, und die man in ganz ähnlicher Weise sicher schon kennt, aber andererseits sind auch einige wirklich neue Ideen dabei. Bei ein oder zwei Geschichten fehlt auch die weihnachtliche, bei anderen die bayerische Stimmung, aber im großen und ganzen ein angenehmer Zeitvertreib für die Adventszeit, vor allem, durch den großen Einfallreichtum und Rafinesse, die manche der Autoren mit einmaligen, berührenden oder zum Loslachen komischen Geschichten bewiesen haben.
Sicherlich ein tolles Geschenk für Krimifans zu Weihnachten!

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

fantasy, drachen, untote, elfen, band 3

Die letzte Bastion

David Falk
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.08.2015
ISBN 9783492280174
Genre: Fantasy

Rezension:

in Mensch, ein Drache, und ein Troll stellen sich einer nie zuvor gekannten Gefahr entgegen - um das Leben aller zu retten.
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Es kombiniert ein episches Abenteuer mit faszinierenden Charakteren, und was dabei herauskommt, sind schlaflose Nächte für den Leser, denn man kann es nur schwer aus der Hand legen ;)
Der Kampf, von dem das Buch erzählt, ist dabei ganz besonders gewaltig - denn Athanor, Herrscher über die letzten Überlebenen des Menschenvolkes, muss sich einem ganz neuen Feind entgegenstellen: Untoten. Nicht, dass er die nicht bereits gekannt hätte, denn dieses Mal werden die Untoten vermutlich von einer weit größeren Kraft im Hintergrund gelenkt, und sie sind letzten Endes auch selbst von einer ganz anderen Größenordnung als Athanors bisherige Gegner...
Gut, dass er einen mächtigen Verbündeten an seiner Seite hat: Akkamas, Sohn des Großen Drachen, kämpft an seiner Seite - was angesichts der Vorgeschichte zwischen Menschen und Drachen durchaus ungewöhnlich ist. Aber gegen diesen Feind muss sich alles Leben verbünden, wenn nicht das "Nichts" die ganze Welt verschlingen soll.
Dies hat auch der Troll Orkzahn, der am Anfang fast am anderen Ende der Welt ist, erkannt - und geht einen Weg, der für sein Volk sehr ungewöhnlich ist: er sucht die Elfen auf. Orkzahns Perspektive finde ich ganz besonders spannend: Noch nie habe ich ein Buch gelesen, dass ein Abenteuer aus der Sicht eines Trolles vermittelt, und dieser Troll ist ganz besonders sympathisch - eben weil er NICHT menschlich ist, aber doch Herz hat. Er brät sich zwar weiterhin Orks am Spieß, wie es für einen Troll so üblich ist, und lässt sich keine Schwäche vorwerfen - aber er macht sich auch Gedanken, und frisst immerhin keine Menschen mehr, seit er den Krieger Athanor kennengelernt hat. Nun ist er wieder auf der Suche nach diesem alten Freund, denn auch die Gebiete der Trolle werden von Untoten heimgesucht...
Den letzten Menschen indes steht eine ganz besonders schwierige Reise bevor - geleitet werden sie von Nemera, der der junge Magier Laurion beratend zur Seite steht, ebenso wie der Elf Mahanael und ein kleines Mädchen namens Rhea, die ganz besondere Fähigkeiten hat.
All diese unglaublich vielschichtigen und lebendigen Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, und zugleich ist man von der wirklich epischen Geschichte gefesselt - dieses Buch ist wirklich ein Juwel für jeden Fantasyleser!

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161 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

fantasy, anthony ryan, vaelin al sorna, rabenschatten, kletta-cotta

Der Herr des Turms

Anthony Ryan , ,
Fester Einband: 859 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 13.01.2017
ISBN 9783608960181
Genre: Fantasy

Rezension:

...und zwar als Herr des Turmes. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass er vor Krieg sicher ist, auch wenn er eigentlich nicht mehr zum Schwert greifen will.
Doch in diesem Buch wird nicht nur Vaelins Geschichte fortgeführt - es werden auch ganz neue Geschichten erzählt. In diesem Buch ist der Autor gewissermaßen gewachsen, denn er entwickelt seine Charaktere dermaßen gut, dass man ihnen am liebsten wirklich begegnen würde (nun ja, manchen von ihnen - anderen nicht mal in seinen Albträumen...)
In dieser Hinsicht ist dieses Buch ganz anders als der Vorgänger - es geht nicht mehr nur um Vaelin, die Geschichte spielt auch an neuen Orten, und das Dunkle gewinnt immer mehr an Bedeutung. Man kann das Buch kaum mehr aus der Hand legen, denn obwohl mir die Handlung von "Das Lied des Blutes" (Rabenschatten 1) besser gefiel, möchte man sich hier nicht von den Personen trennen - man will ihnen zusehen, wie sich an ihren Aufgaben wachsen, und manchmal auch daran verzweifeln - und ich garantiere, wenn sie verzweifeln, verzweifelt man mit ihnen.
Vor einer Sache muss ich allerdings warnen: Wer dieses Buch liest, wird auch das nächste lesen wollen...

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Der Herr des Turmes

Anthony Ryan , Hannes Riffel , Birgit Maria Pfaffinger , Detlef Bierstedt
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 28.09.2015
ISBN 9783837132328
Genre: Fantasy

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