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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nachts in meinem Haus

Sabine Thiesler
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453439122
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte mal wieder Lust auf einen guten, spannenden und beklemmenden Thriller. Das war der Grund, weshalb ich den Titel „Nachts in meinem Haus“ von Sabine Thiesler anfragte. Das Buch kam an und es lag auch gar nicht erst lange auf meinem SuB, sondern wurde schnell und innerhalb eines Tages ausgelesen. Der Roman hat sehr gemischte Kritiken bekommen – und welcher Seite ich mich anschließen werde, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.





Worum geht’s?

Tom ist ein anerkannter Kunstmaler, dazu reich und glücklich verheiratet. Alles läuft perfekt für ihn. Bis eines Nachts in seinem Haus etwas Schreckliches passiert. Unter Schock flieht er in ein toskanisches Bergdorf. Doch was ihm zunächst wie das Paradies erscheint, entpuppt sich schnell als Hölle. Tom hält das Alleinsein nicht aus, fühlt sich eingesperrt und verfolgt. Als er begreift, dass er niemandem mehr vertrauen kann, auch seinen Freunden nicht, ist es zu spät: Er trifft eine verhängnisvolle Entscheidung...





Gleich zu Beginn schafft es die Autorin, den Leser gut ins Geschehen zu integrieren. Man fühlt sich sofort in das Geschehen hineinversetzt und verfolgt gebannt den Handlungsverlauf. Mit den Figuren bin ich recht gut zurechtgekommen, sie verhielten sich überzeugend realistisch. Schade war lediglich, dass einige Personen dadurch, dass andere sehr im Rampenlicht standen, in den Hintergrund gerückt wurden und nicht näher beleuchtet.



Sehr positiv hervorzuheben ist die sachliche Erzählweise. Die Autorin schildert keine besondere Sympathie ihrerseits zu irgendwelchen Figuren, was ich lobenswert in dieser Art von Geschichte finde. Als Leser stellt man sich nämlich andauernd die Schuldfrage, da es in diesem Buch keinen richtigen Bösewicht gibt, sondern jeder einzelne sich auf spannende Art verhält, fernab von festgelegten Werten wie Gut und Böse.



Ist das jetzt richtig, wie sich diese Person verhält? Was würde man selbst tun? Mit welcher Figur kann ich mich am meisten identifizieren? Wem kann man trauen?



Dabei verhalten sich alle Protagonisten äußerst realistisch und glaubwürdig. Mal aus einer Laune heraus, mal lang geplant, mal aus purer Verzweiflung, mal aus purer Bösartigkeit, mal aus Liebe. Das ist es, was das Buch auch im Nachhinein so spannend macht. Zu beobachten, zu welchen Mitteln man greift, um seine eigene Haut zu retten.



Die Autorin verzichtet dabei auf rasante Spannung, sondern legt Wert auf eine ruhige und bedachte Erzählweise, die dem Buch sehr gut tut. Im Roman ändert sich häufig die Erzählperspektive, was den Lesefluss nicht im Geringsten gestört hat, sondern zu dem anzuerkennenden Effekt führt, dass man jede Figur auf ihre bestimmte Art und Weise nachvollziehen kann. Jeder Mensch wirkt dabei so realistisch unberechenbar.



Jedoch finde ich, dass das Buch etwas kürzer hätte sein können. Es kommt während dem Lesevorgang niemals Langeweile auf, beim nachträglichen Revuepassieren fiel mir jedoch auf, dass man allein auf die Handlung konzentriert die Geschichte viel schneller hätte erzählen und trotzdem die atmosphärische Dichte rund um die vielschichtigen Figuren beibehalten können.





Wie gut ist es?

„Nachts in meinem Haus“ ist ein äußerst lesenswerter Roman, der durch seine realistischen und nachvollziehbaren Charaktere lebt. Es bedarf also nicht immer einem Bösewicht, um eine spannende und erschreckende Geschichte zu erzählen. Große Leseempfehlung!

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92 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

cora, cassian, the cage, außerirdische, rolf

The Cage - Gejagt

Megan Shepherd , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453268944
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Innerhalb einer Trilogie hat es der zweite Band immer am schwersten, das ist allgemein bekannt. Er muss den undankbarsten Job erledigen, indem er den Auftakt, in welchem die neue Welt eingeführt wird und die Handlung an Fahrt aufnimmt, und das große Finale, in dem die Zustände nochmals zugespitzt werden und sich die Handlung ihrem Höhepunkt nähert, bevor sie endet, verbinden muss. Ob „The Cage – Gejagt“ dennoch lesenswert ist, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.





Worum geht's?

Cora und ihre Gefährten dachten eigentlich, sie hätten das Schlimmste überstanden. Doch sie haben ihren einstigen Käfig nur gegen einen Safaripark eingetauscht. Inmitten von Raubtieren müssen sie sich nun in einer gefährlichen Wildnis behaupten. Immer beobachtet von den geheimnisvollen Kindred. Und auch dem Pärchen Nok und Rolf geht es nicht besser: In einer Art von gigantischem Puppenhaus werden sie Tag und Nacht von ihren Entführern überwacht. Während Leon, der einzige, dem die Flucht gelungen ist, verzweifelt nach Verbündeten sucht, muss Cora sich entscheiden: Kann sie ihrem unwirklich schönen Wächter Cassian, der sie verraten hat, noch einmal trauen?



„Die Definition von stur ist zu wissen, was das Richtige ist, es aber trotzdem nicht zu tun, nur um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. […]“

Dieses aus dem vorliegenden Buch stammende Zitat beschreibt ziemlich genau die große Schwäche der Protagonistin Cora, aus deren Perspektive der überwiegende Teil erzählt wird. Mit ihr hatte ich an zahlreichen Stellen ernsthafte Probleme. Ich konnte nur den Kopf schütteln, weil sie in den unpassendsten Stellen dermaßen dämliche und nicht durchdachte Entscheidungen trifft und nicht einmal einsieht, wenn andere Figuren auf die Unüberlegtheit ihrerseits hinweisen, sondern auf ihrer Meinung beharren muss. Cora war mir von vorne bis hinten nicht sympathisch, auch weil sie sehr eingebildet rüberkommt, da sie meint, sie wäre allen überlegen, obwohl offensichtlich ist, dass dies nicht richtig ist.



Dass ich mit diesem Kritikpunkt die Rezension begonnen habe, hat einen Sinn, denn nun habe ich beinahe ausschließlich Positives zu dem Buch zu berichten. Um auf die Anfangsfrage zurückzugreifen, kann ich bereits zu Beginn aussagen, dass „The Cage – Gejagt“ seine Rolle als „Lückenfüller“ ausgezeichnet erfüllt, und das liegt an verschiedenen Punkten.



Das Buch macht sofort von der ersten Seite an eine Sache völlig richtig: Es führt die Handlung nicht nur weiter, sondern spannt einen eigenen Spannungsbogen, welcher innerhalb der über vierhundert Seiten abgeschlossen wird. Die Autorin verliert dabei die gesamte Grundhandlung jedoch nicht aus den Augen, sondern erzählt diese geschickt weiter. Das Buch hat also innerhalb der kompletten Geschichte eine eigene, die es spannend zu erzählen weiß.



Durch den packenden Schreibstil fühlte man sich sofort wieder ins Geschehen integriert. Die Autorin wiederholt geschickt wichtige Handlungsstücke aus dem ersten Band, die für den Fortschritt im zweiten wichtig sind, dass man augenblicklich in der Welt versinkt und das Buch nicht mehr loslassen möchte.



Das Szenario ist nach wie vor ziemlich spannend und teilweise sogar erschreckend. Es führt den Leser so weit, sich moralische Fragen über den Wert des Menschen gegenüber anderen Spezies zu stellen. Die Autorin schildert gelungen die Umstände des Ausgangsproblems, sodass man mit den bereits bekannten Figuren, die allesamt – außer der Protagonistin – sympathisch erscheinen, mitfiebern kann.



Es gibt einige unvorhergesehene Wendungen, die das Buch zusätzlich abwechslungsreich und spannend machen. Die Autorin schafft es geschickt, den Leser so mit Informationen zu füttern, dass man gar nicht mehr aufhören kann, das Buch zu lesen, sondern es innerhalb weniger Stunden beenden möchte.



Das Ende ist jedoch, und das ist ein zweiter, kleiner Kritikpunkt, sehr seltsam gesetzt. Man hätte an einer bestimmten Stelle das Buch gelungen enden können, um den Leser mit Erwartungshaltung dem dritten Band entgegen fiebern zu lassen, aber nein, man muss unbedingt einen neuen Handlungsstrang hinzufügen, der sich merkwürdig abgehackt und „gepfuscht“ anfühlt, und als Leser wird man an einer komplett irrelevanten Stelle aus dem Geschehen entlassen. Es wirkte tatsächlich so, als hätte die Autorin innerhalb eines Satzes keine Lust mehr gehabt, diesen Band weiterzuführen, und hätte es letztendlich auch gelassen – seltsam! Dennoch bin ich gespannt, wie der dritte Band ausfällt und ob er die spannende Handlung gelungen abschließen kann.





Wie gut ist es?

„The Cage – Gejagt“ hat mir fast besser gefallen als sein Vorgänger, ein äußerst gelungener Folgeband einer vielversprechenden Science-Fiction-Reihe! Einige Kritikpunkte verhindern eine ganz hohe Wertung, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um ein absolutes Lesehighlight handelt.

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257 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

claudia gray, constellation, science fiction, raumschiff, roboter

Constellation - Gegen alle Sterne

Claudia Gray , Christa Prummer-Lehmair , Heide Horn
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.11.2017
ISBN 9783570174395
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da ich vorliegendes Buch schon öfter auf Instagram gesehen habe und darüber nur Positives berichtet wurde, entschloss ich kurzerhand, ein Leseexemplar dazu auf dem Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zu bestellen. Da dieser Antrag bestätigt wurde, darf ich nun berichten, wie ich dieses Schriftstück erlebt habe – und ob die sehr guten Rezensionen meiner Meinung nach gerechtfertigt sind.


Science-Fiction ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre, deshalb befürchtete ich, ein langatmiges, viel zu technisches Buch vorliegen zu haben und schraubte meine Erwartungshaltung dementsprechend herunter – wie sich später herausstellen sollte, völlig zu Unrecht.

Gleich zu Beginn konnte mich die Autorin durch ihren flüssigen, lebendigen Schreibstil mitreißen und in ihren Bann ziehen. Man fühlt sich von der ersten Seite an als Leser gut in die Geschichte integriert und möchte sofort wissen, wie die kurzweilige Geschichte weitergeht.

Die Figurenkonstellation zwischen den beiden Protagonisten stellt sich, auch im Nachhinein betrachtet, als herausragend stark heraus. Die Chemie zwischen den beiden stimmt völlig und sie interagieren glaub- und liebenswürdig untereinander. Die Umstände sorgen dafür, dass die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren besonders ist und daher im Kopf bleibt.

Die Handlung stellt sich als überraschend vielschichtig und wendungsreich heraus, was mir als Leser große Freude bereitet hat. Die Autorin bietet uns in ihrem Werk ein abwechslungsreiches Abenteuer, welches den Leser nicht mehr loslässt. Dabei behält sie, trotz vieler abzweigender Geschichtsstränge, jederzeit den roten Faden im Auge. Man fühlt sich beim Lesen wie in einer Achterbahnfahrt, so überwältigt ist man von der großen Bandbreite an Wahrnehmungen.

Dabei spricht die Autorin, neben der rasanten Spannung, die den Leser bannt, auch ernste und wichtige Themen an, die auf solch herzerwärmende und interessante Art und Weise besprochen und dargestellt werden, dass auch dieser Aspekt beim nachträglichen Revuepassieren positiv im Kopf bleibt.

Vorliegendes Buch hat ein erschreckend realistisches Menschheitsbildnis aufzuweisen, sodass man sich als Leser wirklich die Frage zu stellen hat, ob sich unsereins wirklich so negativ weiterentwickeln könnte, mal ganz abgesehen von den fantastischen Elementen, die dieses Szenario begleiten.

Das Ende kommt mir dann letztendlich doch viel zu schnell, ich hätte die Figuren gerne noch über mehr Seiten hinweg bei ihrem Abenteuer begleitet. Die endgültige Entscheidung, die die beiden Protagonisten treffen, kam mir zu willkürlich getroffen vor, was mir am Ende etwas negativ aufgestoßen ist.


„constellation – Gegen alle Sterne“ ist ein wunderbares Buch! Ich kann es tatsächlich jedem weiterempfehlen, der Lust auf ein vielschichtiges Abenteuer hat, das aber auch ernste Töne anschlagen kann und herzerwärmend erzählt wird. 

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469 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 149 Rezensionen

vermont, liebe, true north, cider, sarina bowen

True North - Wo auch immer du bist

Sarina Bowen , Nina Restemeier , Wiebke Pilz
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.04.2017
ISBN 9783736305601
Genre: Liebesromane

Rezension:

An dieses Buch bin ich ohne jegliche Erwartungshaltung herangegangen. Ich hatte keine Ahnung, wo mich diese Reise hinführen würde. Im Vorfeld habe ich mich doch über das Buch informiert, so ist mir aber nur im Gedächtnis hängen geblieben, dass es von den meisten Menschen recht gut bewertet wurde. Ob ich mit diesem generellen Bewertungsdurchschnitt übereinstimme oder ob es in meiner Wertung Abweichungen vom Mittelwert gibt, das erfahrt ihr jetzt in der folgenden Rezension.





Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, mich in dem Buch und seinen Protagonisten zurechtzufinden. Ich konnte die Figuren nicht einschätzen und so benötigte es einige Zeit, mir diese näherzubringen, sodass ich sie nachvollziehen bzw. mich mit ihnen anfreunden konnte. Meiner Meinung nach sind die Motivationen der Personen viel zu einfach gestrickt, es düngt ihnen beiden stets nur nach lustvollem Geschlechtsverkehr und Erfolg im Beruf. Nie hatte man wirklich das Gefühl, in die Figuren „hineinschlüpfen“ zu können, was ich etwas schade fand.



Das Setting, in welchem sich beinahe die komplette Handlung abspielt, fand ich passend und die Umstände, die mit dieser Umgebung einhergehen, wurden verständlich und glaubwürdig erläutert. Auch wenn ich mit den Figuren teilweise nicht zurechtgekommen bin, so fühlte ich mich in diesem Terrain wohl und konnte mich v.a. mit den Nebenfiguren anfreunden, die fast spannender kennenzulernen waren als die tatsächlichen Hauptfiguren.



Die Handlung ist, um es kurz und schmerzlos zu sagen, von vornherein sehr vorhersehbar. Dennoch muss man dem Roman zugutehalten, dass er nicht versucht, mehr zu sein, als ein kurzweiliger Erotik-Liebes-Roman. Und das Ziel, den Leser zu unterhalten, erreicht das Buch in ordentlichem Ausmaße.



Wenn ich dieses Buch zu beschreiben habe, dann verstärkt sich der Eindruck, dass das Buch in all seinen Facetten ordentlich besteht, aber nirgendswo besonders hervorsticht. So lässt sich das auch auf den gesamten ersten Band dieser (bis jetzt) dreiteiligen Reihe übertragen. Er unterhält, beinhaltet aber nichts Spezielles, was ihn von anderen Geschichten unterscheidet.



Dennoch möchte ich herausstellen, dass der vorliegende Roman schon einige Stärken aufzuweisen hat, die ihm einige Sympathiepunkte bescheren. Zum Beispiel die besondere Umgebung, in welcher sich das Geschehen abspielt, konnte mich vollends überzeugen.



Es finden sich nicht viele Punkte, die sich zu diesem Buch nennen lassen. Ich glaube, die Zielgruppe für eine solche Reihe ist klar, und für diese spreche ich auch eine Leseempfehlung aus, für alle anderen kommt hier der Ratschlag, eher die Finger davon zu lassen.





Der erste Band der Vermont-Reihe, „True North – Wo auch immer du bist“, ist ein akzeptabler Auftakt, der allen Erotik-Fans unter euch Spaß machen konnte, für solche, die eine tiefgründige und berührende Geschichte erwarten, wird dieses Buch jedoch durch seine stumpfen Charaktere mit zu eindimensionalen Motivationen eine Enttäuschung sein.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

damaris liest

Piper Perish

Kayla Cagan , Maren Illinger
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 24.08.2017
ISBN 9783737354417
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses wunderschöne Cover lachte mir nun schon seit einigen Wochen aus meinem Bücherregal entgegen, deswegen dachte ich mir kurzerhand, dass es nun an der Zeit wäre, es auch zu lesen. Ich war ohnehin zu dieser Zeit in einer Phase, in der ich sehr gerne tiefgründige, kurzweilige und berührende Jugendgeschichten lesen mochte, und in diese Reihe mit „Playlist meiner miesen Entscheidungen“ über „Eine Woche voller Montage“ bis hin zu „Viel näher als zu nah“ reiht sich „Piper Perish“ nahtlos mit ein. Ob es aber auch die jeweilige Qualität der eben genannten Bücher erreichen kann (jeweils sehr gute vier Sterne und somit eine absolute Leseempfehlung), erfahrt ihr in der folgenden Rezension.





Gleich zu Beginn führt die Autorin den Leser kompromisslos in das Geschehen mit ein, und ist für eine kurze Zeit reizüberflutet durch all die Protagonisten, kleinen Handlungssträngen und Beziehungen untereinander, doch fängt man sich nach der anfänglichen Verwirrung schnell wieder und lebt sich gut in dem Umfeld ein, sodass man nach den vierhundert Seiten buchstäblich traurig ist, dass man es wieder verlassen muss.



Ebenfalls verwirrt hat mich zunächst der doch sehr lockere, an vielen Stellen fast schon umgangssprachliche Schreibstil. Ich hatte hier mehr mit einer poetischen, malerischen Erzählweise à la „Ich gebe dir die Sonne“ gerechnet, doch setzt die Autorin hierbei auf Lebendig- und Glaubhaftigkeit, was dem Buch nicht unbedingt schlecht tut, ich bei dieser Art von Geschichte und Thema aber anderes erwartet habe.



Die Protagonisten sind äußerst sympathisch und glaubwürdig beschrieben, sodass man sich gut mit ihnen identifizieren und ihre Handlungen nahezu jederzeit nachvollziehen kann. Jeder übernimmt eine imposante Rolle in diesem Roman und hat seine Daseinsberechtigung. Mit der Hauptfigur bin ich ebenfalls gut zurechtgekommen; nur hätte ich ihr an einigen Stellen mehr Durchsetzungsvermögen einer bestimmten Person gegenüber gewünscht. Ich weiß nicht, ob es einfach nur der große Unterschied zwischen ihrem Typus zu meinem ist, jedoch wirkt sie an einigen Stellen verwirrend schwach, was nicht zu ihrer sonstigen Persönlichkeit passt.



Die Geschichte verläuft sehr fließend und der Spannungsbogen wird klar gesetzt. Dieser weist meiner Meinung nach aber einige Schwächen auf, die das Lesevergnügen schmälern. Zunächst sind, so denke ich, zu viele Wendungen vorhanden, die das Buch an einigen, wenigen Stellen etwas langatmig wirken lassen. Es fühlt sich wie ein ewiges Hin-und-Her an, das nicht hätte sein müssen.



Zudem finde ich, dass das Ende sehr enttäuschend ausgefallen ist, da man die Figuren nun auf einer langen Reise begleitet hat, und es sehr offen ausfällt. Das Ziel, dem die Personen das ganze Buch über entgegenstreben, wird erreicht, dann aber sofort abrupt abgebrochen, was den Leser nicht wirklich zum Weiterdenken anregt, sondern man sich einfach hintergangen fühlt, so war es in meinem Fall.



Dennoch lässt sich natürlich auch genauso viel Gutes über das Buch sagen. Man nimmt der Figur die Leidenschaft zur Kunst ab, und auch nach einiger Zeit, die nun schon seit Beendigung des Buches bis zur Erstellung dieser Rezension verstrichen ist, ist dieser Eindruck hinter blieben. Mir gefällt zudem die humorvolle, lebendige und rasante Weise, mit der die Autorin ihre Figuren durch eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle schickt. Es war ein kurzweiliges Lesevergnügen.





Rundum lässt sich sagen, dass „Piper Perish“ ein wunderbar kurzweiliges, tiefsinniges Lesevergnügen ist, dass trotz einiger Schwächen im Gedächtnis bleibt und begeistert. 

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

karibik, guru, death in paradise, engländer, richard poole

Mord im Paradies

Robert Thorogood , Sabine Längsfeld
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272752
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei meiner Recherche, die ich meistens betreibe, bevor ich ein Buch beginne, zu lesen, fand ich heraus, dass diesem Kriminalroman eine britische Serie namens „Death In Paradise“ zugrunde liegt, die ich noch nicht gesehen habe und in naher Zukunft auch nicht sehen werde. Der Autor dieses Romans ist auch der Autor des Drehbuchs dieser Serie, in der es um den Inspektor Richard Poole geht. Anscheinend hat er den Spieß in der Zeit der zahlreichen Buchverfilmungen umgedreht und ein Buch zu einer Serie geschrieben, nicht umgekehrt. Ohne Vorwissen habe ich mich also an diesen Krimi herangeschlichen, und ob sich dieser gelohnt hat, oder ob man sich diese Zeit, die ich in das Lesen hinein investiert habe, sparen kann, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.





Gleich zu Beginn fühlte ich mich als Leser gut involviert in das Geschehen. Ich konnte beruhigt aufatmen; man kann dieses Buch also ohne Vorwissen über die Serie genießen. Und ja, hier ist die Wortwahl mit dem Verb „genießen“ absichtlich gewählt, ja, sie ist äußerst angemessen. Aber die Bewertung möchte ich noch nicht vorweggreifen.



Sobald der Inspektor und seine Kollegen am Tatort eintreffen und die Ermittlungen beginnen, war ich als Leser äußerst wachsam und verfolgte mit offenen Augen und Ohren das Geschehen, das sich in diesem Roman abspielte. Schnell lernte ich die Beamten des Polizeipräsidiums kennen und lieben. Mit ihnen konnte man sich gut identifizieren und man wurde schnell mit ihnen warm und begleitete sie gerne in diesem Kriminalfall. Leider kam der Autor in diesem Krimi nicht um Stereotypen herum – sagen wir mal so viel: Nach dem Klappentext ist Inspektor Poole der „ungewöhnlichste Ermittler unter der Sonne“; das habe ich so nicht miterleben können.



Nach einem gelungenen Start, der den Leser relativ schnell in das Szenario wirft, tat sich vom Spannungsbogen jedoch keine Lücke auf, wie man es hätte erwarten können, sondern der Autor schaffte es lobenswert, das Spannungsniveau konstant auf einem hohen Level zu halten. Dies klappte durch unvorhergesehene Wendungen, die den Krimi abwechslungsreich hielten.



Der Autor wählte in diesem Buch ein eher ungewöhnliches Setting, so wie der Name schon ungenau verrät („Mord im Paradies“), spielt die Handlung in einem noblen Wellnessresort auf einer karibischen Insel. Man kann das Urlaubsfeeling, das bei den Gästen aufkommt, fast spüren. Durch einen guten Schreibstil schafft Robert Thorogood, die Atmosphäre stimmig einzufangen.

Schön finde ich es, dass man als Leser in sämtliche Ermittlungen involviert ist und aus erster Hand erfahren kann, welche neuen Ergebnisse dort zutage gefördert werden. Umso mehr hat es mich verwirrt, dass am Schluss, um ein ehrwürdiges und eindrucksvolles Finale bieten zu können, der Leser davon einfach ausgeschlossen wird und der Kommissar auf den letzten Seiten so viele und gute Erkenntnisse hervorbringt, dass man sich fragt, ob man tatsächlich ihn die letzten dreihundertfünfzig Seiten begleitet hat, oder irgendeinen anderen Polizisten, der lange im Dunkeln tappt. Für mich als Leser ist es einfach unglaubwürdig, wenn man die ganze Zeit die innere Handlung des Inspektors auf einem Silbertablett serviert bekommt – und auf einmal enttarnt wird, dass er innerlich ein komplett anderes Muster verfolgt hat und zu ganz anderen Ergebnissen gelangt ist.



Die Nebencharaktere, die in diesem Buch auftauchen, werden durch den seltsamen Umstand, der den Mord begleitet, sehr lebendig beschrieben und kommen jederzeit glaubwürdig rüber. Die Motive, die sie alle verfolgen, sind realistisch. Das, was den Roman ebenfalls so spannend macht, ist der Umstand, unter dem der Mord passiert. So kann man bei den sechzehn Kapiteln nicht anders, als nach jeder Beendigung eines Teils zu denken: „Jetzt noch eins!“

Um am Ende dieses Textes wieder auf den Anfang zurückzugreifen: Meine Recherche hat auch ergeben, dass im Englischen schon drei Bände dieser Reihe erschienen sind. Mir hat dieser Auftakt so große Freude bereitet, dass ich mir wünsche, die nächsten Bände würden auch noch ins Deutsche übersetzt.



„Mord im Paradies“ ist ein äußerst unterhaltsamer und kurzweiliger Kriminalroman mit sympathischen Hauptfiguren, einem außergewöhnlichen Setting und einem spannenden Fall, die das Buch zu einem echten Lesevergnügen werden lassen.

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83 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

unheimlich, biologie, jeff vandermeer, mutationen, nebula award

Auslöschung #1 Southern-Reach-Trilogie

Jeff VanderMeer
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426518045
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was habe ich mich auf dieses Buch doch gefreut! Nachdem ich den Trailer zur gleichnamigen Buchverfilmung gesehen habe, die dieses Jahr ins Kino kommen sollte, war ich sofort interessiert an dieser Trilogie und habe kurzerhand beschlossen, diese beim Droemer-Knaur-Verlag anzufragen, der sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Dass der Film zu diesem Buch nun in Deutschland nicht über die Leinwände unserer Lichtspielhäuser flimmern wird, tat dem Interesse, das ich dem Inhalt des Werkes entgegenbrachte, nichts. Eher sogar freute ich mich, als die Tatsache verkündet wurde, der Film solle seine Premiere Mitte März auf dem Streaming-Portal Netflix, das heutzutage wohl jedem bekannt ist, feiern. Es geht hier jetzt aber gar nicht um die Debatte, ob diese Streaming-Anbieter das Kino aussterben lassen oder nicht, sondern, ob mich Jeff VanderMeers überzeugen konnte – oder nicht.





Ich hatte es zu Beginn des Buches nicht leicht, in die Geschichte einzusteigen. Obwohl mich der Gedanke an eine abenteuerliche Expedition in ein unerforschtes, gefährliches Gebiet reizte – oder gar faszinierte – , schaffte es der Autor auf den ersten gut vierzig, fünfzig Seiten nicht, mich zu packen, sodass es doch Überwindung kostete, wieder zu dem Buch zu greifen.



Nun begab es sich aber so, dass besagter Autor derjenigen Rezension, die ihr gerade lest, an einem verregneten und düsteren Montagmorgen krank und geschwächt in seinem Bett lag, nicht dazu fähig, dem normalen Alltag nachzugehen. Auf einmal, hell und deutlich, keimte in ihm die Idee auf, sein momentanes „Currently Reading“, also das Buch, welchem er momentan die meiste Aufmerksamkeit schenkte, um es zu lesen (ein weitverbreiteter Fachbegriff im Business der Bookstagrammer), fortzusetzen. Er sollte es nicht bereuen.



Nach einigen weiteren Seiten hatte ich, um die Erzählperspektive wieder zu wechseln, mich mit dem Schreibstil des Autors angefreundet und nun konnte ich das Buch tatsächlich nicht mehr loslassen. Ich war fasziniert von der Welt, die er in seinem Werk entfaltete, und ich spürte in mir das kindliche Verlangen, dieses Gebiet zu erkunden und jegliche Geheimnisse, die es barg, zu offenbaren.



Gebannt verfolgte ich das Geschehen auf den nur knapp zweihundertvierzig Seiten. Ich konnte und ich wollte diese packende Lektüre nicht aus den Händen legen. Dabei waren die Vorkommnisse auf keiner Weise vorhersehbar, sondern überraschend und unerwartet.



Begierig darauf, neue Informationen über diesen geheimnisvollen Ort zu erfahren, verschlang ich die letzten zweihundert Seiten. Da meiner Meinung nach viel zu wenig darüber aufgedeckt wurde, ist meine Neugierde für die letzten beiden Bände geweckt.



Die Figuren sind sehr kalt und distanziert beschrieben, aber das passt in das Szenario, die Umstände hinein. Es wird auch überzeugend erklärt, weshalb die Figuren in keiner emotionalen Verbindung zueinander stehen sollen, weshalb mich dieser Punkt nicht stört. Eher fügt sich diese Tatsache in den Schreibstil und die sonstige Atmosphäre mit ein.

Über die Protagonistin erfahren wir durch häufige Zeitrückblenden viel über ihre Vergangenheit und ihren Ehemann, der einer früheren Expedition gefolgt ist. Dennoch fühlt sich der Leser dieser Figur nicht nahe, sondern erlebt sie eher als eine sehr distanzierte und sachliche Erzählerin, die das Geschehen ziemlich nüchtern widergibt, ohne zu stark subjektive Eindrücke hinzuzudichten - eine echte Biologin eben. Dadurch wirkt sie für den Leser aber auch unberechenbar, sodass man einige Handlungsstränge, die von ihr ausgehen, nicht ganz nachvollziehen kann, jedenfalls ging es mir mit ihr so.



Auch das Ende konnte mich nicht vollends überzeugen. Es stellte sich dann doch stark „fantastisch“ heraus, wenn ihr versteht, was ich meine. Der Autor präsentierte uns über die ganze Lauflänge seines Buches konkrete Beschreibungen und biologisch nachweisbare Fakten über diesen Ort – und nun driftete das Szenario eher in das Genre der „Fantasy“ ab. Im Nachhinein stört diese Tatsache mich nicht stark an dem Buch, aber es stieß bei mir doch eine Art der Verwunderung hervor, sodass ich diesen Punkt erwähnen wollte.



Nun habe ich das Gefühl, dass meine Bewertung sehr negativ ausfällt. Das soll so aber nicht sein, denn ich habe den ersten Band der Southern-Reach-Trilogie sehr genossen. Es hat mir große Freude bereitet, sowohl diesen mysteriösen und spannenden Ort als auch die Vergangenheit der Protagonistin zu entdecken und auf Expedition zu gehen mit ihr. Auch bin ich neugierig, was die Folgebände betrifft, die schon in meinem Bücherregal auf mich warten.





„Auslöschung“ kann ich jedem Leser empfehlen, der, wie ich, Freude daran hat, mysteriöse Orte zu entdecken und auf spannende Expedition zu gehen. Es ist ein gelungener, abenteuerlicher Roman mit leichten Science-Fiction-Anteilen, der einen gelungenen Auftakt zur hochgelobten Southern-Reach-Trilogie darstellt.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Playlist meiner miesen Entscheidungen

Michael Rubens , Uwe-Michael Gutzschhahn
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423740227
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Da ich mal wieder Lust auf eine kurzweilige und amüsante Jugendgeschichte hatte, habe ich genauestens mein Bücherregal inspiziert. Meine Wahl fiel dann letztendlich auf Michael Rubens‘ Werk, „Playlist meiner miesen Entscheidungen“. Ob es mit dem modernen, simplen und überzeugenden Cover, das mich zu dieser Entscheidung bewegt hat, mithalten kann, das erfahrt ihr in der folgenden Rezension.


Was mir sofort gut gefallen hat, war, dass der Autor sehr lebendig schreibt. So wirkte das Geschehen immer wie aus dem Leben gegriffen. Michael Rubens spannt eben seinen Figuren- und Bekanntenkreis auf, den der Leser in diesem Buch kennenlernen darf, und innerhalb dieser Grenzen spinnt er eine wunderbar feinsinnige und gut erzählte Geschichte. Dabei stört es auch gar nicht, dass es keinen großen Handlungsbogen gibt, nein, das unterstreicht gelungen den Aspekt, dass der Autor einfach das Leben des Protagonisten erzählt.

Dabei entwickelt sich die Geschichte rasch fort und man fühlt sich als Leser schön involviert. Die Handlung war dabei nicht vorhersehbar, sondern verbarg viele Überraschungen, die man nicht hatte kommen sehen, und wirkt auch dadurch so spontan und überraschend wie das echte Leben. Innerhalb der Grenzen, die sich der Autor selbst in seinem Werk setzt, funktioniert die Geschichte rund um Austin erstaunlich gut.

Die Figuren, die wir in „Playlist meiner miesen Entscheidungen“ kennenlernen, sind allesamt rundum sympathisch. Man kann sich gut mit ihnen identifizieren und es macht Spaß, sie durch die gut dreihundertfünfzig Seiten zu begleiten. Schade dabei ist nur, dass einige Personen, die eigentlich eine große und wichtige Rolle im Leben des Erzählenden spielen, nicht näher ausgeleuchtet werden und dadurch ziemlich eindimensional wirken. Hier hätte man die Hintergründe und charakteristischen Merkmale deutlich besser hervorbringen können. Auch ist die geistige Entwicklung, – der Fortschritt – den einige Figuren in diesem Buch durchmachen, etwas zu stark, dass es fast an Unglaubwürdigkeit grenzt. Man merkt, dass der Autor mit einer ordentlichen Portion Zucker nachgeholfen hat, um die Beziehungen untereinander zu versüßen.

Das Ende nach dieser, ich mag schon fast sagen, „Reise“ kam mir dann doch etwas zu schnell – und das meine ich im positiven Sinne. Ich musste mich doch glatt beim Schreiben dieser Bewertung vergewissern, ob vorliegendes Buch tatsächlich ganze dreihundertfünfzig Seiten zählt, weil mir das dann schon etwas viel vorgekommen ist. Angefühlt hat es sich für den Leser nämlich, als würde man nur so durch die Seiten fliegen. Die Geschichte ist also so kurzweilig und unterhaltsam, dass man dieses Werk innerhalb kürzester Zeit mit einem guten Gefühl im Herzen zur Seite legen kann.

Auch schön finde ich, dass der Autor an einigen Stellen das doch sehr bahnbrechende und rasante Tempo drosselt, um sich tiefsinnigen und berührenden Situationen zu widmen, die die einfühlsame und sentimentale Seite des Protagonisten zeigen, was ihn auf jeden Fall sehr glaub- und liebenswürdig erscheinen lässt.


„Playlist meiner miesen Entscheidungen“ ist ein rundum sehr gelungenes Jugendbuch, das ich jedem ans Herz legen kann, der Lust auf eine kurzweilige, unterhaltsame und lebendige Geschichte hat.

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178 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

freundschaft, liebe, schule, jugendbuch, familie

Eine Woche voller Montage

Jessica Brody , Lara Tunnat
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850226
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses schöne Buch habe ich freundlicherweise vom Magellan-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, und nun schon vor einiger Zeit ausgelesen. Ein Buch zu bewerten, dessen Beendigung bereits einige Wochen zurückliegt, ist nicht die einfachste Aufgabe, die es auf der ganzen, weiten Welt zu bewältigen gilt. In diesem Beitrag soll es aber nicht um meine fehlende Sorgfalt als Blogger gehen, sondern ich möchte meine Eindrücke zu dem Buch „Eine Woche voller Montage“ festhalten.





Was ein Vorteil daran, dass ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen habe, ist, dass ich nun prägnant und konkret niederschreiben kann, wie mir das Werk gefallen hat, da ich nun einige Zeit hatte, es innerlich Revue passieren zu lassen, und mir im Klaren darüber zu werden, mit welchen Gefühlen ich auf das Buch zurückschauen kann.



Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass ich jedem Leser, der sich nach dem Klappentext angesprochen fühlt, das Buch ruhigen Gewissens empfehlen kann, weil es einen Blick wert ist.



Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen; er hat dafür gesorgt, dass ich mich innerhalb kürzester Zeit sehr wohl im Szenario gefühlt und das etwa 450-Seiten-starke Buch in Rekordzeit beendet habe. Mit den Figuren bin ich schnell warmgeworden, in dem Umfeld habe ich mich gut angefreundet. Die Autorin schafft es, alle vorkommenden Personen realistisch zu beschreiben, sodass jeder Handlungsstrang, der von ihnen ausgeht, jederzeit glaubhaft erscheint. Außerdem fragt man sich, wie man selbst in dieser außergewöhnlichen Situation reagieren würde.



Tatsächlich spielt die komplette Handlung des Buches an einem Tag, der sich in einer Art Dauerschleife wiederholt. Die Tatsache, dass die Protagonistin jeden Tag unterschiedliche Strategien verwendet, um ein eventuelles Desaster zu vermeiden, lässt die Geschichte abwechslungsreich werden, kann aber nicht über den Fakt hinwegkommen, dass es an einigen Stellen doch etwas langatmig wird, weil man die Situation gefühlt schon einige Male genauso miterlebt hat.



Auch finde ich das Ende etwas zu kitschig, jedoch musste es ja von Anfang an zu einer solchen Art von Ende kommen, sonst würde die Protagonistin ja nicht aus der Schleife befreit. Und da schwingt auch schon ein zweiter kleiner Kritikpunkt mit, der ebenfalls dafür sorgt, dass ich bei dieser Bewertung einen Stern abziehen werde (was aber nichts an der Tatsache ändert, dass wir hier ein kurzweiliges und empfehlenswertes Jugendbuch vorliegen haben):



Die Protagonistin handelt sehr eigenwillig und auf sich fokussiert. Natürlich, auf diese Verhaltensweise baut die Autorin ihre Geschichte auf, und diese Art wird durch ihren enormen Ehrgeiz erklärt, dennoch frage ich mich, welche Botschaft die Autorin ihren Lesern mit dieser Figur auf den Weg geben möchte, wenn die komplette Handlung aus Egoismus und Neid besteht, und man nur der Schleife entkommt, wenn man den Tag so beendet hat, dass man selbst nichts verliert und in und für sich keinen Schaden anrichtet.





Letztendlich kann ich jedem Leser „Eine Woche voller Montage“ ans Herz legen, der mal wieder Lust auf ein kurzweiliges, amüsantes Jugendbuch hat, bei dem man nur so durch die Seiten fliegt.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

unfall, schuld, freundschaft, liebe, liebe; jugendbuch

Viel näher als zu nah

Angela Kirchner
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 25.09.2017
ISBN 9783791500577
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich kann mich all den vorangehenden positiven Rezensionen zu vorliegendem Buch nur anschließen. „Viel näher als zu nah“, welches als un- und außergewöhnliche Liebesgeschichte beworben wird, ist tatsächlich einen zweiten Hingucker wert. Was das Buch alles richtig und vielleicht auch falsch macht, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen. Ein leichter, flüssig zu lesender Schreibstil sorgte dafür, dass ich mich relativ schnell in dem Szenario wohlgefühlt habe und die Seiten nur so verflogen sind. Mit den Personen bin ich alles in allem gut klargekommen; manchmal handeln sie meiner Meinung nach dann doch etwas zu künstlich und nicht wirklich realistisch.
Das Buch ist allein von der äußeren Gestaltung her ein Hingucker. Würde mich das Frontcover in einer Buchhandlung belächeln, dann würde ich wegen der herausstechenden Optik in die Hand nehmen und mir zumindest den Klappentext durchlesen. Hier hat jemand, was das Thema „Covergestaltung“ betrifft, etwas goldrichtig gemacht.
Die Liebesgeschichte ist, na klar, das kennt man aus solcher Art von Jugendbuch, ziemlich vorhersehbar und teilweise etwas konstruiert. Dennoch gibt es eine Besonderheit, etwas Außergewöhnliches, dass dieses Buch von anderen seines Genres unterscheidet und einzigartig macht.
Sobald man die erste Seite des Buchs aufgeschlagen hat, kann man ein kurzweiliges und spaßiges Lesevergnügen gefasst machen, welches hier geboten wird. Es werden lebensbejahende Töne angeschlagen, aber auch etwas dunklere Gedanken, von Schuld erschwerte Gedanken, wie beispielsweise einem schlechten Gewissen, werden gut und glaubwürdig beschrieben.
Viel lässt sich zu dem Buch nicht sagen. Es ist ein Buch, welches man gerne liest und schnell beendet hat, und an welches man sich auch gerne erinnert, aber auch schnell wieder vergisst. Dennoch kann ich es jedem Menschen ans Herz legen, der mal wieder Lust auf eine besondere Liebesgeschichte hat, eine leichte Lektüre, oder sich einfach vom Klappentext angesprochen fühlt.

„Viel näher als zu nah“ ist ein sympathisches Jugendbuch, welches ich jedem unbesorgt ans Herz legen kann, der Interesse an einer solchen Art von Geschichte hegt. 

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68 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

cyberpunk, erfinder, zeitenkollision, zukunft, armand baltazar

Timeless - Retter der verlorenen Zeit

Armand Baltazar , Tanja Ohlsen , Armand Baltazar
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei cbj, 23.10.2017
ISBN 9783570174470
Genre: Comics

Rezension:

Was wünsche ich mir doch, wieder Kind zu sein, um verborgene und geheimnisvolle Welten entdecken zu können, immer auf der Spur nach neuem Wissen! Wunderschöne Kindheitserinnerungen tauchen wieder auf, wenn ich an mich zurückdenke, was für eine ungeheure Freude es mir damals bereitet hat, die wunderbare magische Zaubererwelt der „Harry Potter“-Reihe für mich zu entdecken, deren Liebe, welche ich ihr entgegenbringe, bis heute nicht im Geringsten erloschen ist. Ob vorliegendes Buch, „Timeless – Retter der verlorenen Zeit“ solch ein Lesevergnügen geworden ist, in dem man gerne schmökert und Neues entdeckt, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.



Ich möchte bereits im ersten Satz des Hauptteils dieses Textes betonen, wie stark mich Armand Baltazars Werk überraschen und begeistern konnte. Was war das für ein Glücksgefühl, das neue Lesejahr 2018 mit gleich einem solchen Highlight beginnen zu können!

Das Besondere an diesem Buch sind zweifelsohne die grandiosen Illustrationen des Autors, die diese Geschichte so einzigartig machen. Es sind farbenfrohe, detailverliebte und opulente Bilder, an denen man sich nicht satt sehen kann und auf einer jeden Zeichnung gibt es so viel zu entdecken, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Dabei übernehmen diese Illustrationen teilweise gar ganze Handlungsstränge. Der Autor schafft es gekonnt, Bild und Text miteinander zu verbinden, sodass man nicht aufhören möchte, diese ungewöhnliche und zugleich faszinierende Welt zu erkunden, die er in seinem über 600-Seiten-starken Kinderbuch entfaltet.

Mit den Figuren, die der Autor auf die Seiten spannt, bin ich sofort gut zurechtgekommen und ich konnte mich gut mit ihnen identifizieren. Sie handeln ihrem Alter nach angemessen, sodass sie jederzeit glaubwürdig und echt wirken. Jede einzelne Figur hatte etwas Unverwechselbares, Charismatisches an sich, sodass man sich jederzeit als Leser darüber freut, mit diesen wunderbaren Personen diese abenteuerliche, gefährliche Reise antreten zu dürfen.

Der Spannungsbogen in diesem Buch ist gut gewählt. Durch einen Vorfall sind Diego und seine Freunde dazu gezwungen, diese Reise anzutreten, die ziemlich unvorhersehbar und abwechslungsreich erscheint. Der Höhepunkt lässt diese epochale Geschichte würdig ausklingen.

Wenn man mich fragt, was ich an dem Buch gut finde, so ist diese Frage schnell geklärt: Alles. Mich konnte der Autor seit der ersten Seite in den Bann reißen und so habe ich die Seiten verschlungen, als gäbe es kein Morgen mehr. Man fühlt sich in seine Kindertage zurückversetzt, und die Neugier, die man dieser Geschichte entgegenbringt, findet kein Ende. Als Leser möchte man alles entdecken und fiebert mit den sympathischen Figuren mit. Es ist ein so tolles Kinder- bzw. Jugendbuch, welches ich einfach jedem, der sich auch nur im Ansatz nach dem Klappentext angesprochen fühlt, sofort ans Herz legen möchte. Ich hoffe sehr, dass der Autor die Geschichte nicht schon nach diesem Band beenden wird.



„Timeless – Retter der verlorenen Zeit“ ist ein wirklich perfekt gelungenes Buch, welches ich jedem empfehlen kann. Schon lang nicht mehr konnte mich ein Buch so begeistern, wie der Autor es mit seiner Geschichte und seinen Bildern geschafft hat.

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Gregs Tagebuch 12 - Und tschüss!

Jeff Kinney , Dietmar Schmidt
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Baumhaus , 14.11.2017
ISBN 9783833936562
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Diese Kinderbuchreihe zählt noch gar nicht so viele Jahre und hat enorme Erfolge aufzuweisen. Nun ist doch tatsächlich schon der zwölfte Band erschienen, und trotz dass Jeff Kinney den ersten Teil vor gar nicht allzu langer Zeit veröffentlicht hat, fühlt es sich an, als hätten Greg, Rupert & Co. meine komplette Kindheit begleitet. Ich fühle mich einfach total vertraut in diesem Terrain, in welches man sich immer wieder gerne für die kurze Zeit, die es braucht, diesen Comic-Roman auszulesen, besucht. Aus diesem Grund war mein Interesse groß, was denn nun aus Greg geworden ist und ob er sich nach dem achten Band, der der letzte war, den ich tatsächlich gelesen habe, weiterentwickelt bzw. verändert hat. Wie mir daher der zwölfte Teil der Reihe gefallen hat, der da den Namen „Und tschüss!“ trägt, erfahrt ihr in der folgenden Rezension. Falls diese euch gefällt, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr diese am Ende mit einem Herzen bewertet. Danke bereits im Voraus.



Wie gesagt, es handelt sich hierbei um einen Comic-Roman, den man nach gut einer Stunde ausgelesen hat, und wer die Vorgängerbände kennt, weiß, worauf man sich hier einlässt und was einen erwartet. Es ist ein kurzes und kurzweiliges Lesevergnügen, welches auch für Kinder geeignet ist, die sonst nicht so gerne lesen, da es tatsächlich sehr wenig Text beinhaltet. Deshalb sollte man die Erwartungen auf ein gewisses Maß herabschrauben, da hier kein grandioses Jugendbuch mit Tiefgang, Herz und Humor geboten wird. Das kann man dem Buch aber auch überhaupt nicht vorwerfen, denn das will es auch auf keiner Seite sein. Der neue Band der „Gregs Tagebuch“-Reihe ist eine lustige Lektüre zum Schnellweglesen – und dieses kleine Ziel, das sich der Autor in jedem Band vornimmt, kann das Buch auch gut erreichen.

Der Schreibstil ist der Zielaltersgruppe sehr angemessen, einfach und witzig zu lesen. Die Schriftart ist dabei, wer die Vorgänger nicht kennt, sehr außergewöhnlich, da der Text wie Handschrift auf Notizbuchlinien festgehalten worden ist. Die Zeichnungen dazu sind ebenfalls wie gewohnt amüsant anzusehen und fügen sich gut in das Szenario bzw. die Atmosphäre ein.

Die Figuren sind sehr markant und haben jede ihre eigene Eigenschaft, die sie besonders macht. Jedoch kann man vom allerersten Band bis zu dem zwölften, der eben jetzt erschienen ist, beinahe keinen geistigen und körperlichen Fortschritt der Figuren beobachten, v.a. nicht bei dem Protagonisten Gregory Heffley. Und in den Büchern vergeht wirklich so viel Zeit, als dass man davon ausgehen könnte, dass sich in und um die Jungs mal etwas ändern könnte.

Die Geschichte ist vorhersehbar. Dass, was das Buch dennoch nicht langweilig werden lässt, sind überraschende und meistens funktionierende Gags, die gerne zum Schmunzeln anregen.

Das Buch „Und tschüss!“ – und das muss man dem Autor zugutehalten für all seine bisherigen Werke dieser Reihe – nimmt sich nicht zu viel vor, und hält dadurch das ein, was sein Klappentext verspricht.



Der zwölfte Band der weltberühmten „Gregs Tagebuch“, „Und tschüss!“, ist eine gelungene und gewohnt amüsante Fortsetzung zu seinen Vorgängern. Er bietet nichts Neues, aber die, die Lust auf ein kurzes, im wahrsten Sinne des Wortes, Lesevergnügen haben, denen sei auch dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

angst, jugendbuch, spannung

Born Scared

Kevin Brooks , Uwe-Michael Gutzschhahn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423740296
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da ich schon einige Bücher von dem Autor Kevin Brooks gelesen – und diese ganz unterschiedlich bewertet habe, war ich neugierig, wie mich sein neuestes Werk, „Born Scared“, überzeugen kann. Aus dem Klappentext konnte ich lediglich herauslesen, dass es um einen Jungen handelt, der mit einer Krankheit zu kämpfen hat, die ihn ständig an unglaublichen Angstgefühlen leiden lässt. Diese Grundidee hat mich angesprochen, weswegen ich erwartungsvoll an den Roman herangegangen bin. Ob diese Erwartungshaltung gerechtfertigt war, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.





Die Geschichte lässt sich in einem Satz beschreiben, so dürftig fällt sie aus. Kein ausgefeilter Plot, kein besonders ungeahnter Twist, nein, eine ganz einfach gestrickte Kriminalgeschichte. Dieser fehlt es jedoch an plastischen Antagonisten, denn die Bösewichte werden hier eher als Mittel zum Zweck verwendet, spielen keine große Rolle für das, was das Buch aussagen möchte. Die Beweggründe, die zu diesem Kriminalakt führen, fallen ebenfalls sehr plump aus. Jedoch braucht es diese Tat, damit das Buch funktioniert. Und „Born Scared“ funktioniert tatsächlich. Aber woran liegt das?



Der Protagonist ist derjenige, durch den die Geschichte interessant wird. Er leidet an schlimmen Angstzuständen, rund um die Uhr, jederzeit. Es ist eine Krankheit, die ich keiner Person an den Hals wünschen würde. Der Autor schafft es grandios, diese Angst bildhaft und für den Leser verständlich auf die Seiten zu bannen, dass ich jeweilige Situation sowohl aus der Sicht des Protagonisten als auch der Außenstehenden nachvollziehen konnte. Die Wahrnehmung der Person wird dabei so stark verzerrt, dass jede auch so alltäglich erscheinende Aktion wie ein Marathon erscheint, den sie zu bewältigen hat. Dennoch muss das Buch dadurch kein bisschen an Glaubwürdigkeit einstecken.



Die innere Handlung der Figur ist dabei interessant zu verfolgen, da es Kevin Brooks gelingt, die schlimmen Zustände und Gefühle, die sie ertragen muss, mit geglückten metaphorischen Ausdrücken zu umschreiben, sodass man sich jederzeit in sie hineinversetzen kann. Auch die schizophrene Denkweise, die an den Tag gelegt wird, macht Sinn und gibt dem Leser einen gelungenen Einblick hinter die Fassade des Menschen.



Zudem kommt man als Leser recht schnell in das Geschehen hinein und der gekonnt flüssige und packende Schreibstil haben in meinem Fall dafür gesorgt, dass ich das Buch innerhalb eines Tages ausgelesen hatte, so in den Bann ziehen konnte es mich.



Die Geschichte ist über weite Strecken sehr vorhersehbar und sie birgt keine großen Überraschungen, aber derer bedarf sie auch nicht. Das, was „Born Scared“ so besonders und lesenswert und besonders lesenswert macht, ist das Beleuchten der Innenleben aller Personen, die in dem Buch auftauchen. Das atmosphärisch stimmige und spannende Darstellen der schrecklichen Angstzustände und Panikattacken, die den Protagonisten plagen. Dass das Buch das Herz am rechten Fleck hat. Dass das Buch trotz eines sehr kleinen Handlungsverlaufes nie langweilig wird und dass es durch eben die Figuren so abwechslungsreich ist.





„Born Scared“ ist ein äußerst gelungenes Buch, das ich jedem ans Herz legen kann, der sich nach dem Klappentext auch nur ansatzweise angesprochen gefühlt hat.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

schweden, verlag dressler, 2017, dresser, jugendroman

Weißzeit

Christoffer Carlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Dressler, 25.09.2017
ISBN 9783791500591
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Kälte ausstrahlende Cover und der dazu passende Titel haben mich in der frostigen Jahreszeit, in welcher wir uns derzeit befinden, dazu verleitet, das Jugendbuchdebüt „Winterzeit“ des schwedischen Autoren Christoffer Carlsson zu lesen. Der Klappentext des Buches versprach ein kurzweiliges, aber fesselndes Lesevergnügen. Mit diesen Ansprüchen bin ich an vorliegendes Werk herangegangen und in der folgenden Rezension könnt ihr erfahren, wie es mir gefallen hat.





Gleich zu Beginn positiv aufgefallen ist der leicht zu lesende Schreibstil. Durch diesen findet man sich sehr schnell in diesem neuen Szenario zurecht. Auch die kurze Kapitellänge sorgt dafür, dass man wortwörtlich durch die Seiten „fliegt“. Alles in Allem kommt man nicht nur gut in das Geschehen hinein, sondern ist auch dementsprechend schnell mit dem Buch fertig.

Der Frage, ob sich diese doch sehr kurze Buchlänge negativ auf den Tiefgang und die Handlung auswirkt, fühlte ich mich gegenübergestellt – und obwohl es jetzt schon mehrere Tage her ist, dass ich das Buch beendet habe, kann ich keine eindeutige Antwort darauf geben.



Während des Lesens ist mir die düstere, kalte Atmosphäre, die der Autor an den Tag legt, spürbar geworden. Das frostige Klima, das über dem Ort schwebt, in dem der Roman spielt, die bedrückende und bedrückte Stimmung, die von den Einwohnern ausgeht, und den fast schon depressiven Gemütszustand, in welchem sich die Protagonistin ausschließlich befindet, konnte der Autor glaubhaft dem Leser auf den knapp zweihundert Seiten übermitteln. Von daher, konnte ich alle Figuren in den kaltherzigen und grausamen Entscheidungen, die sie teilweise getroffen haben, nachvollziehen, weil es total in die Umgebung gepasst hat und sie verständlicherweise vom Umfeld so stark geprägt worden sind.



Andererseits konnte ich beobachten, dass mir das Buch nicht länger nach Beendigung im Gedächtnis geblieben ist. Es hat weder eine besondere Message, was es uns mit auf den Weg geben möchte, noch einen einprägsamen Twist. Das bedeutet, dass „Weißzeit“ zwar atmosphärisches und kurzweiliges Lesevergnügen bereiten kann, aber man als Leser dieses relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis bannen kann.



Die wenigen Figuren, die in diesem Buch auftauchen, sind, wie oben bereits kurz erwähnt, glaubwürdig und realistisch dargestellt und man merkt, wie stark sie von dem trostlosen Umfeld, in welchem sie sich tagtäglich bewegen, geprägt sind. Dennoch kann man auch die seltsame Bindung, die die Einwohner an ihre Heimat bindet, verstehen und nachvollziehen, da sie selbst oftmals über eine Flucht nachdenken.



Die Handlung fällt mehr als dürftig aus. Es ist eine sehr einfach gestrickte Mordgeschichte, in welcher die Figuren in so ziemlich allem richtig liegen, was sie vermuten. Der Twist, der am Ende sichtbar wird, ist nicht wirklich stark überraschend. Tatsächlich ist es auch nicht der Handlungsverlauf, der das Buch besonders macht, sondern die erschreckend düstere Atmosphäre, welche ich obig schon mehrfach erwähnt habe. Dabei lässt man als Leser bei der Aufdeckung des Mörders selbst jegliches Gerechtigkeitsgefühl links liegen, da auch diese Tat kurioserweise nachvollziehbar erscheint und man diesen Täter nachträglich nicht als einen „bösen Menschen“ erachtet, da jeder aus der Umgebung solchen morbiden und kalten Gedankengängen nachhängt.





„Kaltzeit“ ist ein kurzweiliger Jugendroman, der durch seine besondere, düstere und kalte Atmosphäre besticht. Er unterhält den Leser in seiner kurzen Länge gut, bleibt aber nachträglich nicht im Gedächtnis hängen. Hier hat jeder selbst zu entscheiden, ob er sich die 15€ dafür lohnen. Jedem, der sich nach dem Klappentext angesprochen fühlt, kann ich aber ruhigen Gewissens empfehlen, einen Blick auf diesen Jugendroman zu werfen.

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebesroman, rachel cohn, winter, romantik, weihnachten

Dash & Lily

Rachel Cohn , David Levithan , Bernadette Ott
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.10.2017
ISBN 9783570311585
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alle Jahre wieder gibt es die Weihnachtszeit. Weg vom hektischen, stressigen Alltag hin zur Besinnlichkeit, zum familiären Zusammensein und zum Feiern eines gemütlichen Festes. Um mich schon ein wenig in Weihnachtsstimmung bringen, um nicht nach einer letzten anstrengenden Schulwoche unvorbereitet und prompt in die Festtage entlassen zu werden, habe ich zum zweiten Band der „Dash & Lily“-Reihe in meinem Bücherregal gegriffen, dass mir freundlicherweise der cbt-Verlag zur Verfügung gestellt hat, „Neuer Winter, neues Glück“. Das Einsteigerbuch habe ich nicht gelesen, doch sei allen Interessierten versichert, dass man diese Fortsetzung sorgenlos, auch ohne das vorherige Buch gelesen zu haben, lesen kann. Meine Hoffnung war, dass mich in dieser Lektüre eine leicht zu lesende, spaßige und leichte Liebesgeschichte erwartet, die mich durch den winter- und weihnachtlichen Erzählzeitpunkt in entsprechende Stimmung und Vorfreude versetzen kann. Ob sie das geschafft hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.



Vorliegende Lektüre ist in zwei verschiedenen Erzählperspektiven erzählt, die wiederum von zwei verschiedenen Autoren verfasst wurden, und glücklicherweise unterscheiden sich die beiden Schreibstile nicht insofern voneinander, als dass kein flüssiges Leseerlebnis gewährleistet werden könnte. Auch wenn ich als Leser eine kurze Eingewöhnungsphase nötig hatte, so habe ich mich dann doch schnell in das Szenario eingefunden und mich dort wohlgefühlt. Alle Figuren wurden lebendig und glaubhaft dargestellt, sie wuchsen mir relativ schnell ans Herz und ich konnte mich mit ihnen anfreunden – bis auf eine.



Wenn eine der beiden Hauptfiguren eine anstrengende Person ist, die dem Leser fast ausschließlich auf den Geist geht, wirkt sich das stark auf den Gesamteindruck vorliegenden Buches aus. Dabei nehme ich jetzt auch kein Blatt vor den Mund, indem ich sage, dass mir die Protagonistin Lily total unsympathisch war. Sie streckt mittendrin in einer Gefühlskrise, in welcher sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchmachen muss – alles schön und gut, das ist verständlich; das hat jeder von uns schon einmal erlebt. Jedoch, und das ist der große Haken an der ganzen Sache, ist sie nicht geeignet, eine „perfekte romantische Komödie“ auf den Schultern zu tragen, wie ein Auszug aus der Buchkritik der Zeitschrift „Publishers Weekly“ verspricht. Hier artet die Geschichte oft in ein Gefühlsdrama aus, das sich nicht einmal lebensecht anfühlt. Lily tut so, als wäre sie ein Engel, der den Menschen erschienen ist, und jetzt hat sie auch mal das Recht, sich schlecht zu benehmen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und der ganzen Welt zu zeigen, dass sie nicht nur die stille, brave Lily ist. Dabei erwartet sie von jedem einzelnen Menschen um sie herum, dass der- oder diejenige nachvollziehen muss, wie sie sich fühlt, und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um ihr aus dieser Krise zu helfen. Dabei nehmen ihre Mitmenschen allerlei in die Hand, um Lily zu helfen – doch bald macht es schon den Anschein, als räkele sie sich in ihrer Position, in welcher sie die anderen in der Hand hat, da diese alles machen, was sie sich wünscht. Das klingt jetzt alles sehr theoretisch für jedermann, der das Buch noch nicht gelesen hat.



Der Punkt ist, dass Lily vor allem ihrem Freund Dash, der sich ebenfalls rund um die Uhr darum bemüht, die Beziehung zwischen beiden aufrecht zu erhalten, da auch er nicht verstehen kann, warum Lily so tickt, wie sie tickt, aber die Liebe zu ihr auch nicht aufgeben möchte. Entschuldigung, aber hört sich das für irgendjemanden, der den Klappentext des Buches kennt, nach einer „perfekten romantischen Komödie“ an? Für mich jedenfalls nicht.



Dem entgegen wirken können einige sehr sympathische Figuren, die mir sehr ans Herz wachsen konnten, und die ich gerne durch das Buch begleitet habe. Dabei konnte mich auch der Protagonist Dash sehr überzeugen, der mit einer leicht zurückhaltenden, aber zuvorkommenden und liebenswürdigen Art angenehm überrascht hat. Auch die Familienmitglieder der beiden Liebenden wirken sehr plastisch und fügen sich ohne weiteres in das Szenario mit ein. Beziehungen untereinander werden realistisch und nachvollziehbar dargestellt.



Der Geschichtsverlauf fällt sehr dürftig aus, dafür wird viel Wert auf die innere Hin- und Hergerissenheit von Lily gelegt, was an einigen Stellen in Ordnung, aber auf Dauer in einer weihnachtlichen Liebesgeschichte doch nervig ist. Hingegen überzeugen konnten mich die humorvollen Gespräche untereinander, die von großer Menschlichkeit zeugen und den Tiefgang einzelner Person nochmals verdeutlichen.



Ein zweiter und letzter großer Kritikpunkt ist, dass an keiner Stelle auch nur im Ansatz Weihnachtsstimmung erzeugt werden konnte, was ich für ein Buch, welches sich als weihnachtliche Liebesgeschichte ausgibt, fatal finde. Schade drum.




„Dash & Lily: Neuer Winter, neues Glück“ ist ein Buch, auf welches ich nur zwiegespalten zurückschauen kann. Sympathische Personen und ein guter Schreibstil stehen einer anstrengenden Protagonistin und keiner aufkommenden Weihnachtstimmung gegenüber. Es ist kein schlechtes Buch, aber eines, das ich sicherlich sehr bald vergessen haben werde.

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160 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

geister, london, lockwood & co, agenten, geisterjäger

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.11.2017
ISBN 9783570174623
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Mit einem lachenden, weil ich gerne an das tolle Team rund um die Agentur "Lockwood & Co." denke, welche ich bereits durch vier grandiose Bücher begleiten durfte, und einem weinenden Auge, als ich hörte, dass dieser Band tatsächlich der Letzte der Reihe sein wird. Wenn alle Vorgänger schon absolut großartig waren, dann hat man selbstverständlich einen gewissen Anspruch an das Finale einer meiner Lieblingsbuchreihen. Ob Jonathan Stroud meine hohen Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.


Hauptmerkmal in diesen Büchern ist und bleibt ein unbeschreiblich charismatisches und liebenswürdiges Team, welches wir mit Freude in den spannendsten Abenteuern begleiten.
Dieses ist bestehend aus dem geheimnisvollen, eleganten Anthony Lockwood, Gründer und gleichzeitig Namensgeber der Agentur "Lockwood & Co.", welche sich auch in diesem Buch nicht nur Bedrohungen in Form von Geistern und kriechendem Grauen gegenübergestellt sehen muss, sondern auch im stetigen Machtkampf unter den verschiedenen Geisteragenturen ein gutes Image behalten und sich nicht von den überragen zu scheinenden Konkurrenten herunterkriegen. Über die Hintergründe dieser Figur erfährt man als Leser nur häppchenweise, große Teile bleiben dabei im Schatten, aber genau das ist es, was ihn so genial und authentisch wirken lässt. Im letzten Band werden größere Teile über seine Familiengeschichte aufgedeckt und trotz etlicher Auszüge, in denen er von seiner schwachen und verletzlichen Seite gezeigt wird, behält er sein jederzeit perfekt gestyltes Aussehen, den Hauch von Geheimnissen, der ihn jederzeit umgibt, und seine Professionalität bei.
An seiner Seite ist die sympathische Lucy Carlyle, welche die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei ist sie ein ebenfalls sehr liebens- und glaubwürdiges Mitglied der Agentur, welche sich gut einfügt und sich trotz der Erzählperspektive angenehmerweise nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Besonders gut gefallen hat mir die Beziehung zu dem Schädel, einem Geist vom Typ Drei, mit welchem sie kommunizieren kann. Dabei nimmt man den Schädel schon fast, aber nur fast, als Mitglied der Truppe war, weil er trotz seiner sarkastischen Art Lucy und ihren Kollegen weiterhilft und mit zum Brüllen komischen Kommentaren zur Seite steht.
Etwas mehr Tiefgang als in den Vorgängerbänden bekam diesmal die Figur rund um George, einem unerbittlichen Rechercheur, welcher sich mit Leib und Seele in sämtliche Londoner Bibliotheken einliest, wenn es notwendige Informationen zum nächsten Fall herauszufiltern gilt. Auch er ist ein rundum gelungener Charakter, welcher mir im Laufe der Reihe sehr ans Herz gewachsen ist.
Erst etwas später zur Truppe gestoßen sind Holly und Quill Kipps - es lässt sich darüber streiten, ob er ein tatsächliches Mitglied der Agentur ist, aber ich spreche mich stark dafür aus. Auch sie ergänzen das Team wunderbar mit ihren unverwechselbaren Eigenschaften.
Es ist wunderbar, anzusehen, wie sich diese komplett unterschiedlichen Charakter zusammenschließen zu einer solch großartigen Einheit, dass man sich selbst als Leser so fühlt, Teil dieser Gruppe zu sein. Man fiebert mit den Figuren auf jeder Seite mit und spürt die Freundschaft und Einigkeit, die untereinander herrscht.

Das Universum, das Jonathan Stroud innerhalb fünf Bücher erschaffen hat, konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und begeistern. Er schafft es mit einem grandiosen Schreibstil, Grauen, dass einem die Haare zu Berge stehen, Spannung, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, und einen wunderbar sarkastischen Humor auf die Seiten zu bannen. Dabei konnte ich mich selbst als Leser mehrfach dabei ertappen, dass ich bei atmosphärisch dichten, gruseligen Stellen schweißige Hände bekommen habe, und bei den unzähligen, gut gesetzten Gags schmunzeln bis sogar laut auflachen musste.

So schafft der letzte Band, ein überzeugendes Finale zu erzählen, das einen zufrieden zurücklässt. Uns wird noch ein großer Showdown geboten, der es in sich hat. Dennoch bin ich nach diesem Buch trübselig, dass diese Reihe nach diesem Buch beendet ist, weil ich jedes Jahr aufs Neue gespannt auf eine Fortsetzung warten durfte. Es ist wirklich schwierig, mit "Lockwood & Co." abzuschließen, weil es mich nun einige Jahre mitreißen konnte und mir die Figuren unbeschreiblich ans Herz gewachsen sind.

Natürlich muss man sagen, dass die Handlung in den Büchern in weitaus weniger Büchern - oder mehr - erzählt hätte werden können, da sich das Szenario in beliebig viele Folgebände dehnen lässt. Dennoch finde ich es schön, im Nachhinein beobachten zu können, dass eine Grundhandlung alle Bücher durchzieht, trotz dessen jedes Buch ein eigenes, unverwechselbares und schauriges Abenteuer zu erzählen hat.

Was "Lockwood & Co." ebenfalls von anderen Jugendbuchreihen unterscheidet, ist die große Bandbreite an Genres, an denen sich der Autor bedient. Dadurch ist jedes Buch sehr abwechslungsreich, da man Elemente von "Thriller", "Fantasy", "Krimi", "Horror" und "Freundschaftsgeschichte" auffinden kann.

Ebenfalls sehr spannend finde ich es, den Ursprüngen des Problems auf den Grund zu gehen. Die Auflösung, wenn man sie so nennen kann, finde ich weitestgehend plausibel und überzeugend. Der Antagonist, der sich nun entpuppt und den es auch als Endgegner zu besiegen gilt, ist dabei jedoch manchmal etwas zu substanzlos und die Motive etwas zu Klischee-bedient. Jedoch überwiegt dieser winzig kleine Kritikpunkt nicht so sehr, als dass er den einwandfreien Eindruck des gesamten Buches trüben könnte.


"Lockwood & Co. - Das grauenvolle Grab" ist die grandiose Fortsetzung, auf die ich mich gefreut habe und die alle Fans der Reihe verdient haben. Das Buch bringt das zu Ende, was es angefangen hat, und lässt den Leser traurig zurück, dass die Reihe nun schon vorbei ist. Hut ab! 

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362 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

internat, england, liebe, freundschaft, organspende

Alles, was wir geben mussten

Kazuo Ishiguro ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 06.11.2006
ISBN 9783442736102
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch hat mich schon eher gefesselt, als ich es angefangen habe zu lesen. Das liegt daran, dass ich Teilnehmer eines Philosophie-Enrichment-Kurses war, in welchem wir auch mehrere Filme nach Moral und Ethik und sonstigen philosophischen Werten analysiert haben. „Alles, was wir geben mussten“ war einer dieser Filme. Diesen Streifen habe ich jedoch nur zur Hälfte gesehen, welche mich aber sehr begeistern konnte, und als ich gesehen habe, dass im Heyne-Verlag eine Neuauflage zu diesem Buch erscheinen würde, habe ich mir natürlich ein Rezensionsexemplar gesichert, um endlich diese Geschichte zu Ende verfolgen zu können. Ob das Buch dem Film gerecht wird und wie es mich überzeugen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Was mich vollständig überzeugen kann – sowohl in Buch als auch Film, logischerweise – ist das packende und erschreckend realistische Szenario. Es wirkt jederzeit glaubhaft und man fragt sich tatsächlich die ganze Zeit, ob und wenn ja, wann die Menschheit diesen nächsten schrecklichen Schritt tun wird. Dabei wird das Szenario aus der Sicht der Probanden erzählt, die die Umstände nicht hinterfragen oder sich dagegen wehren, weil sie nach diesem Schema erzogen wurden. Dem muss man sich bewusst sein, denn eine Rebellion, wie es den heutigen Buchtrends entsprechen würde, findet hier in keiner Weise statt.

Daher wirkt das Buch zwar kraftvoll, aber auch hoffnungs- und ausweglos. Hier hätte man die Hintergrundgedanken sämtlicher Figuren stärker beleuchten müssen. Das liegt an dem Schreibstil, der mir leider an der Romanvorlage nicht gefallen hat. Er wirkt sehr distanziert, auch indem er die Leser in Höflichkeitsrede ab und an direkt anspricht. Es ist, als würde in einer Metaebene über das Geschehen berichtet werden und man beobachtet alles von oben. Daher bekommt man keinen lebendigen Einblick in die Figuren, was meiner Meinung nach nötig gewesen wäre. Das hat mir am Film, der die Figuren nah und lebensecht darstellt, wesentlich besser gefallen.

In diesem Buch ist die große Handlung die Entwicklung der Dreiecksbeziehung zwischen den Protagonisten Kathy, Ruth und Tommy, und natürlich erwartet man keine spannungsgeladenen und unvorhergesehenen Wendungen. Dies bekommt man auch nicht. Man bekommt eine Lebensgeschichte dreier Personen, deren Leben von bestimmten Umständen geprägt ist. Schade dabei ist, dass man sich nicht in die Figuren hineinversetzen kann, sondern auch beim nachträglichen Revuepassieren wie in der Vogelperspektive das Geschehen vor Augen hat. Manch ein Leser wird diesen distanzierten Schreibstil begrüßen, aber mich hat er hier sehr gestört. Dennoch lässt sich sagen, dass die Figuren mir im Laufe des Buches ans Herz gewachsen sind und sie eine unglaubliche, aber glaubhafte Charakterentwicklung durchmachen.


„Alles, was wir geben mussten“ ist ein sehr nachdenklich stimmendes Buch mit einem großartigen Szenario und guten Figuren, das jedoch unter einem zu distanzierten Schreibstil zu leiden hat und dem Leser dadurch emotionale Verbundenheit mit den Protagonisten verwehrt bleibt, was ich sehr schade finde. Dennoch kann ich jedem, der sich nach dem Klappentext angesprochen fühlt, eine Leseempfehlung aussprechen. 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

drogen, bahnhof, hamburg, freundschaft, jugendbuch

Echt

Christoph Scheuring
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Magellan, 19.09.2014
ISBN 9783734850011
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Es wird eine Reise in die verborgene Welt des Bahnhofs. Voller Glück. Voller Verzweiflung. Und intensiver als jeder Abschied.“ Eine solche emotionale Achterbahnfahrt verspricht der Klappentext zu Christoph Scheurings neuem Werk „echt“. Dankbarerweise hat mir der Magellan-Verlag hierzu ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ob das Buch letztendlich das halten kann, als was es sich ausgibt, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.


Leider muss ich sofort zu Beginn sagen, dass mich das Buch nicht mitreißen konnte. Auch wenn seine plakative Covergestaltung Interesse in mir geweckt hat, so konnte mich das Innere umso weniger überzeugen.
Mit dem Schreibstil des Autors bin ich leider nicht wirklich zurechtgekommen. Es war ein „Pseudo-Jugendsprache“-Stil, der in jeglicher Hinsicht aufgesetzt und nicht authentisch gewirkt hat. Durch diese Sprache war es für mich als Leser äußerst schwierig, an die Figuren heranzukommen und emotional mit ihnen mitfühlen zu können, wodurch sie für mich bis zum Schluss recht eindimensional erschienen sind.
Die Geschichte ist nicht erwähnenswert. Es gibt keinen Spannungsbogen, man hat oft das Gefühl, der Autor hätte seinen roten Faden verloren. Und obwohl das Buch mit seinen zweihundertsechsundfünfzig Seiten recht dünn ist, fühlt es sich so an, als wäre es mindestens hundert Seiten zu lang.
Den Protagonisten mochte ich leider auch nicht. An vielen Stellen verhält er sich unsäglich naiv, aber genau auf diese spontane Lebensweise, dass man erst macht und dann denkt, ist das ganze Buch aufgebaut, so habe ich das Gefühl. Im nachträglichen Revuepassieren fiel mir zudem auf, dass hinter ihm wenig Substanz gesteckt hat, als dass er mir im Gedächtnis bleiben könnte. Seine Merkmale und Charaktereigenschaften waren ebenfalls nicht ausgeprägt genug, als dass man sich in ihn hineinversetzen kann.
Nach Beendigung des Buches verstehe ich einfach nicht, was mir der Autor sagen will. Er bringt viele gute Aspekte zum Vorschein, die allenfalls Redebedarf haben, bringt sie aber nicht präzise auf den Punkt, um uns etwas mit auf den Weg zu geben. Die Grundhandlung, so habe ich das Gefühl, hat man schon etliche Male in leicht variierter Version erlebt und es gibt einfach meiner Meinung nach nichts Herausstechendes an diesem Buch.
Das Ende des Romans ist keineswegs zufriedenstellend, sondern zeugt nach dem durchschnittlichen Einheitsbrei der ersten zweihundert Seiten einen klaren Tiefpunkt.

Schade, dass ich mich den durchweg positiven Resonanzen, die das Buch erhalten hat, nicht anschließen kann, aber mit seinem Buch „echt“ konnte mich der Autor Christoph Scheuring nicht begeistern.

Genrewertung: 5/10 Punkte
Gesamtwertung: 4/10 Punkte

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

peer martin, was kann einer schon tun, flüchtlinge, rassismus, zukunft

Was kann einer schon tun?

Peer Martin
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 21.08.2017
ISBN 9783789108679
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Buch, das aufrüttelt und bewegt – vom Jugendliteraturpreisträger 2016! Dies verpsricht uns der Klappentext des kleinen Büchleins „Was kann einer schon tun?“ von Peer Martin. Eine nette Umschreibung im zweiten Teil des zitierten Satzes, sodass man auf den ersten Blick denkt, das Buch hätte den Jugendliteraturpreis gewonnen. Aber kann das Buch tatsächlich aufrütteln und bewegen, auf wichtige Themen aufmerksam machen, motivieren, eine Stimme zu erheben, sich für die Welt einzusetzen? Diese wichtigen Fragen stelle ich mir in der folgenden Rezension.

Ja, in diesem Buch werden viele wichtige Themen mit Redebedarf angesprochen, bei denen es wert ist, sich einzusetzen und Position zu beziehen. Dabei findet der Autor auch einige gute Gedanken, die dem Leser einen kurzen Denkanstoß bieten.
Dabei fangen leider auch schon die Probleme bei diesem Buch an: Da in diesen vier Gesprächen, aus denen das Buch besteht, kein persönlicher Bezug aufgebaut werden kann, wirken die Konversationen merkwürdig leb- und substanzlos.
Daraus folgt, dass das Buch leider sehr kraftlos wirkt, als hätte es seine Energie verloren. Der Autor verwendet meiner Meinung nach an zu vielen Stellen zu viel Konjunktiv, durch welchen der Leser keinen persönlichen Bezug zu den Problemen aufbauen kann. Ich für meine Stelle habe dort keinen Bezug gesehen.
Der Autor listet hier eine große Aneinanderreihung von Problemen auf, die zweifelsohne existieren und über die geredet werden muss, ist aber dadurch, dass der Autor mit keinen konkreten Vorstellungen aufwarten kann, sondern immer nur darauf plädiert: „Es muss sich etwas ändern.“, ziemlich negativ und nicht, wie es meiner Meinung nach sein sollte, motivierend und bewegend.

Nach dieser kurzen Rezension, proportional zu dem kurzen Büchlein, konnte ich für mich feststellen, dass ich mich den fast ausschließlich positiven Rezensionen meiner Vorgänger nicht anschließen kann, da es meiner Meinung nach zu negativ und leblos wirkte. Dennoch kratzt der Autor einige gute Themen an, mit mehr Tiefgang, konkreten Vorschlägen und einer lebendigeren Erzählweise hätte mir das Buch gefallen können. Jetzt kann ich aber leider keine Leseempfehlung aussprechen.

Genrewertung: 5/10 Punkte
Gesamtwertung: 4/10 Punkte

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

eifersucht, verrat, see, mobbing, freunde

Schrei

Eric Berg
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 26.08.2016
ISBN 9783841504425
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Von dem Autor, aus dessen Feder das Buch stammt, welches ich heute rezensieren möchte, habe ich bereits ein Schriftstück rezensiert und es, vor allem durch seine Kurzweile, für gut befunden. Ob sich dieser Eindruck auch auf sein Buch „Schrei“ übertragen lässt, seht ihr in der folgenden Rezension.

Was mich sofort wieder begeistern konnte, war der einladende und flotte Schreibstil, durch welchen man sehr schnell ins Geschehen „reinkommt“, um es bildlich auszudrücken. Man findet sich gut und schnell in vorgegebenem Szenario zurecht, was bei der knappen Buchlänge hilfreich ist.
„Schrei“ steht seinem Vorgänger „Kalt“ in punkto Kurzweile in nichts nach. Es ist zu keiner Zeit langatmig, sondern kann mit raschem Tempo, das es an den Tag legt, punkten.
Demgegenüber stehen einige Punkte, die das Lesevergnügen getrübt haben. Zuerst nennen möchte ich die Protagonisten. Vor allem den Hauptcharakter prägen klischeehafte, unsympathische Züge, bei denen man merkt, dass der Autor unglücklich die „Jugend von heute“ einfangen wollte, die ihm aber nicht geglückt ist, da es fast schon krampfhaft auf „normal“ getriftet und genau dadurch so unnormal und unglaubwürdig ist. Dabei trimmt der Autor die Jugendlichen oftmals spezialisiert auf Oberflächlichkeit. Zudem weist der Thriller große Parallelen zu „Night School“ auf, kann dessen Qualität aber nicht erreichen.
Die unterschiedlichen Schreibperspektiven haben mir hingegen wirklich gut gefallen, da sie Abwechslungsreichtum in das Geschehen tragen und der Autor eine geschickte Lösung gewählt hat, Geheimnisse zu offenbaren.
Das Geschehen spitzt sich im Laufe des Buches zu, wird aber zu keiner Zeit tatsächlich bedrohlich, weswegen ich die Bezeichnung Thriller fast schon zu viel des Guten finde. Die Auflösung kam unvorhergesehen, das muss ich zugeben, ist beim nachträglichen Revuepassieren jedoch unglaubwürdig. Das liegt daran, dass die Hintergründe der Person nicht stark genug beleuchtet werden und das Szenario im Nachhinein merkwürdig starr und nicht lebendig wirkt. Man kann die Beweggründe nicht nachvollziehen, weswegen oder zuzüglich dessen für mich einige Logiklöcher aufgefallen sind. Das Rundherum fehlt. Man bekommt keine Hintergrundinformationen, man ist nicht gut genug vertraut mit dem Terrain, auf dem man sich bewegt. Der Autor muss neue Informationen nachträglich noch erklären, die eigentlich klar sein müssten, wenn man sich in dem Umfeld auskennt. Das ist die Schwierigkeit mit einer solchen Buchlänge. Bei „Kalt“ mag es noch gut funktioniert haben, so wiegt es sich bei diesem Buch eher stark ins Negative aus.
Die Protagonistin ist fast zu jeder Zeit nervig aufdringlich, stur und eigensinnig, weswegen sie dem Leser mehrfach wirklich auf die Nerven geht, da sie Entscheidungen trifft, bei denen die Offensichtlichkeit, dass diese falsch sind, doch auch von ihr eingesehen werden müsste – aber Hauptsache wieder nach dem Motto, vor dem es mir immer graut: „Ich habe Recht und ich werde es allen anderen beweisen, auch wenn ich schon tief in der Patsche sitze.“
Die Auflösung entpuppt sich als – und das muss ich dem Buch zugutehalten – unerwartet und überraschend, lässt sich erst auf den letzten Seiten erahnen, gefällt mir jedoch jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, weniger. Das liegt daran, dass auf den Menschen, der hinter den Morden, mysteriösen Vorfällen und Bedrohungen kein Fokus gelegt wurde, sodass man die Motive nicht ganz nachvollziehen kann. Die Figur macht eine enorme Emotionsentwicklung durch, da hätte ein bisschen mehr Tiefe sicherlich nicht geschadet, um die Person auch von ihrer anderen Seite zu beleuchten.
Es ist jedes Mal aufs Neue schwer, solche Art von Büchern zu bewerten, wie man zweifelsohne an vorangegangenem Absatz erkennen konnte.

Letztendlich lässt sich an „Schrei“ seine anerkennenswerte Kurzweile hervorheben, die das Buch zu einem flotten Leseerlebnis gemacht hat. Jedoch gibt es einige Aspekte, die das Buch schwächt und wegen denen es innerhalb seines Genres dann leider auch nur unterdurchschnittlich ist.

Genrewertung: 5/10 Punkte
Gesamtwertung: 4,5/10 Punkte

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199 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, geheimbund, geheimdienst

Oxen - Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Ein Thriller, dem ausschließlich gute Rezensionen voraneilen. Ein Thriller, der mit einem ansprechenden Klappentext und packendem Buchtrailer aufwarten kann. Ein Thriller, der dazu noch in Dänemark spielt, wo meine Familie immer zu Urlauben willkommen ist. Aufgrund dieser und noch vieler mehr Argumente bin ich freudig und mit relativ hohen Erwartungen an den ersten Teil der geplanten Thriller-Trilogie herangegangen. Ob das Buch diese einhalten kann, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Leider brauchte ich zunächst einige Eingewöhnungszeit, um mit den Protagonisten und dem Setting „warm zu werden“. Ich konnte mich noch nicht von Beginn an auf die Geschichte einlassen, da ich nicht wusste, worauf das hinauslaufen würde.
Nach dieser Zeit, die ich brauchte, um mich zurechtzufinden, kam ich ganz gut mit den Figuren zurecht. Niels Oxen und Margarethe Franck sind ein ausgesprochen cleveres und authentisches Team, welches fähig ist, den Leser über die Seiten hinweg zu begleiten. Jedoch gefällt mir die sture, verschlossene und uneinsichtige Seite der namensgebenden Hauptfigur nicht, welche für einige nicht nachvollziehbare Aktionen ihrerseits geführt hat, die mir als Leser nicht schlüssig wurden.
Das Tempo, das der Autor hier an den Tag legt, ist für meinen Geschmack zu unregelmäßig. So wirken die Geschehnisse über einige Seiten hinweg rasant, so ziehen sich einige Szenarien unnötig in die Länge. Das wirkt sich leider darauf aus, dass der Autor mich nicht über die ganze Spanne des Buches fesseln konnte, sondern es immer wieder Stellen gab, an denen ich geistig fast aussetzen wollte, weil vieles von meiner Seite aus für die große Handlung nicht wirklich relevant ist. Hier trifft das altbekannte Sprichwort „In der Kürze liegt die Würze“ vollkommen zu. Einhundert Seiten weniger hätten dem Buch sicherlich nicht geschadet.
Obwohl die Handlung v.a. in den ersten beiden Dritteln, um das metaphorisch auszudrücken, „dahin zu dümpeln“ scheint, konnte mich das Ende umso mehr überzeugen, da hier einige unvorhersehbare Wendungen zutage gefördert wurden, die ich so nicht hatte kommen sehen und mich daher positiv überrascht haben.
Die Frage, ob ich mir die Nachfolgebände anlegen werde, kann ich nicht eindeutig beantworten, würde aber zu „ja“ tendieren, weil mich interessiert, wie die Handlung fortgeführt bzw. zu Ende erzählt wird.

Wem ich das Buch empfehlen würde? Ich denke, die Leute, die auch einmal die Zähne zusammenbeißen können, wenn in einem Thriller nicht jede Seite voll packender Spannung trieft, die Leute, die eine wirtschaftliche Note in einem Thriller, die sich um Machtverhältnisse dreht, nicht abschreckt und die Leute, die einen ordentlichen, jedoch meiner Meinung nach nicht überragenden Thriller lesen möchten, seien mit „OXEN – Das erste Opfer“ gut beraten.

Genrewertung: 6 / 10 Punkte
Gesamtwertung: 5,5 / 10 Punkte

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191 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

sarah morgan, manhattan, liebe, freundschaft, schlaflos in manhattan

Schlaflos in Manhattan

Sarah Morgan , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch ein Imprint von HarperCollins Germany GmbH, 06.02.2017
ISBN 9783956496073
Genre: Liebesromane

Rezension:

Spätestens nach dem Film „La La Land“ wurde mir persönlich klar, dass ich gerne auch einmal Liebesgeschichten lausche. Obig genannter Film entpuppte sich als großartiges Meisterwerk – einer meiner Lieblingsfilme – und ich wollte für mich selbst entdecken, ob sich diese Magie auch auf dem Papier übertragen lässt, da ‚Liebesroman‘ für mich vorher tatsächlich ein vollkommen unbekanntes Buchgenre war. „Schlaflos in Manhattan“ ist also quasi ‚Proband‘ dieses persönlichen Experiments und ob es geglückt ist und ich weiterhin gerne mal in romantischen Büchern schmökere und dahinschwelge, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Hauptmerkmal an diesem Buch ist, meiner Meinung nach, die Personenplastizität, die die Autorin meisterhaft auf die Seiten zu zaubern weiß. Die Protagonisten, die uns hier geboten werden, waren mir tatsächlich von Beginn an äußerst sympathisch. Sie wirken glaubhaft, nicht aufgesetzt, sondern vollauf liebenswürdig – sie hatten eben all das, was gute Charakterbildung in einem Buch ausmacht. Bereits auf den ersten Seiten wusste ich, dass es mir großen Spaß bereiten wird, diese Figuren auf ihrem Weg zu begleiten. Was bin ich froh, dass nach diesem Buch noch zwei weitere folgen werden.
Die Atmosphäre in diesem Buch ist wirklich großartig und glaubwürdig authentisch. Das liegt einfach an dem mit der Zeit vertrauten und beinah wage ich mich zu sagen familiären Setting, in dem wir uns bewegen.
Der namensgebende Titel des Buches, „Schlaflos in Manhattan“, kann zweideutig aufgefasst werden. So dreht es sich bei diesem Roman nicht ausschließlich um einen Liebesroman, so finde ich, denn dieser Anteil beginnt erst wirklich etwa ab der Hälfte des Buches. Und dabei handelt es sich auch nicht um tatsächliche und wahrhaftige Liebe, so wie ich sie verstehen würde, sondern um sexuelle Anziehung zwischen zwei Personen. Dabei wirkt der Anteil an Sexszenen nicht überdrüssig, sodass es nicht in einer Aneinanderreihung pornographischer Szenen handelt, sondern nur gespickt ist von solchen, die aber ausschließlich nachvollziehbar und äußerst lebendig beschrieben werden.
Ich konnte mich selbst mehrfach dabei ertappen, wie ich mit den Protagonisten mitgefiebert habe und ihnen von Herzen alles Gute gewünscht habe. Es ist erstaunlich, wie schnell ich eine emotionale Verbindung zu diesen Figuren aufbauen konnte. Eine Freude wird es mir bereiten, sie in den nächsten Bänden weiterhin zu verfolgen.
Es handelt sich bei diesem Buch zweifelsohne um kein literarisches Meisterwerk, ein wenig zu optimistisch, um realistisch zu sein, aber es ist genau das, was der Klappentext verspricht – wenn nicht sogar ein wenig mehr. Es war romantisch, lustig, ehrlich, schön. Nach Beendigung des Buches – dessen Ende jedoch ein wenig zu kitschig ausgefallen ist – hatte ich sofort das Bedürfnis, den nächsten Band zu verschlingen so wie ich diesen verschlungen habe.

„Schlaflos in Manhattan“ ist ein toller Liebesroman mit äußerst sympathischen und authentischen Figuren, lebendigem Schreibstil und einer Magie, die voll und ganz auf mich überspringen konnte.

Genrewertung: 9,5 / 10 Punkte
Gesamtwertung: 8,5 / 10 Punkte

Die originale Rezension finden Sie hier: http://hellomybook.wixsite.com/hellomybook/single-post/2017/10/09/Schlaflos-in-Manhattan. 
Falls Ihnen die Rezension gefallen hat, würde ich mich über eine positive Bewertung Ihrerseits freuen. 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

frauen, familie, eifersucht, schule, neid

Tausend kleine Lügen

Liane Moriarty , Sylvia Strasser , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783785753675
Genre: Romane

Rezension:

Besonderheit mancher Bücher ist die Vielfältigkeit an Figuren, an deren Kontrasten und Unterschiedlichkeiten viele Autoren ergötzen. Sie nutzen dieses Grundgerüst, um Verbindungen, Geheimnisse und Intrigen untereinander zu spinnen, welche nach und nach auf einen bestimmten Auslöser folgend aufgedeckt werden.
Das Schema ist oftmals flächengleich, muss durch die Originalität und Plastizität der Protagonisten ausgeglichen werden, um einen abwechslungsreichen Lesefluss gewährleisten zu können.

Eine solche Art von Buch ist auch „Tausend kleine Lügen“ von Liane Moriarty, welches ich im Folgenden rezensieren möchte.

Gleich zu Beginn möchte ich kundtun, dass ich glaube, Bücher nach oben beschriebenem Muster eignen sich nur bedingt für eine Lesung. Dieser Eindruck machte sich jedenfalls bei mir breit, als ich in das Szenario von „Tausend kleine Lügen“ eingeführt worden war.
Die Geschichte ist wie ein Fluss, ein lebendiger zwar, bietet aber keine großen Höhepunkte, wodurch mich das Hörbuch nicht packen konnte, sondern es allenfalls angenehm fürs Hintergrundhören gewesen ist. Man wusste, dass man jederzeit abschalten konnte, ohne etwas von der Handlung zu verpassen, oder einfach einige Tracks überspringen – und das ist doch eigentlich das Schlimmste, was einem Buch passieren kann.
Ganz so dramatisch, wie man nach obigem Absatz vielleicht glauben mag, entpuppte sich das Hörbuch aber zum Glück nicht.

Der wichtigste Faktor bei diesem Genre sind die Figuren. Diese glänzen mit ihrer Vielschichtigkeit und oftmaligen Glaubwürdigkeit, verhalten sich aber mindestens genauso oft unglaublich nervig, stupide und spießig. Die Bewohner der Stadt sind dermaßen auf Oberflächlichkeiten fokussiert, dass man sie eindeutig als „geistig beschränkt“ einstufen dürfte. Außerdem etablieren sie sich zu Liebhabern von überzogener Hysterie, sodass dem Sprichwort „aus einer Mücke einen Elefanten macht“ ganz neue Grenzen gesetzt werden. Hier häufen sich die Klischees von aggressiven Rabenmüttern. Außerdem ziehen sie alle die gleiche scheinheilige Masche ab, indem sie sich und ihren Mitmenschen einreden, dass sie zu so etwas Schrecklichem, was sich in der Stadt abspielt, nie fähig wären. Die Einstufung ‚Schrecklich‘ liegt hier eindeutig im Auge des Betrachters.
Das Hörbuch ist nicht wirklich langweilig, aber innerlich musste ich mich dann leider noch mehrfach dabei ertappen, dass ich mir das Ende herbeigewünscht habe. Zudem wird die Geschichte v.a. zum Ende hin unnötig in die Länge gezogen, sodass sich der Eindruck stark macht, dass die Autorin nicht auf den Punkt kommt.
Die schillernde Vielfalt der Figuren jedoch wird durch das gekonnte Sprachspiel der Sprecherin untermalt, die es schafft, jeder Person mit einer eigenen Stimmlage und Redensweise Leben einzuhauchen.
Außerdem spricht das Buch einige tatsächlich wichtige Themen mit Redebedarf an und gibt diesen wirkliche Tiefe, da emotionale Verbundenheit zu den Figuren, die mit den Themen zu tun haben, aufgebaut werden kann und somit eine langfristige und richtige Botschaft zu übermitteln möglich war (um einige Beispiele zu nennen "häusliche Gewalt", "Mobbing").

„Tausend kleine Lügen“ ist ein Buch, gespickt mit vielschichtigen, aber unsympathisch hysterischen und oberflächlichen Figuren und einer Geschichte, die mit der Zeit in eintönigen Brei zerläuft. Es ist wahrlich kein schlechtes Buch, in der Konkurrenz zu anderen Vertretern jedoch versagt es.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

sagentiere, harry potter, phantastische tierwesen, tierwesen, magie

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Klaus Fritz , Timmo Niesner
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 13.06.2017
ISBN 9783844527490
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was bin ich vor Freude in die Luft gesprungen, als ich als waschechter Potterhead erfahren habe, dass fünf neue Filme zu dem Ergänzungsbuch zum Harry-Potter-Universum, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, geplant sind.
Und dann kam der erste Film – und ich habe mich sofort in ihn verliebt.

Neuer Anfang.
Ich habe mir eines gemütlichen Nachmittages das Programm von Random House, genauer gesagt dem Hörverlag, angesehen und mir die wichtigsten Neuerscheinungen herausgeschrieben. Dabei fiel mein Blick auf die Ankündigung, zur Neuauflage von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ würde parallel einige Monate später ein Hörbuch erscheinen. Da man im Bloggerportal genau einen Monat vor Erscheinungsdatum die Exemplare anfragen kann, ist die Frage nur unschwer zu beantworten, aus welchem Grund ich meinen Laptop an diesem Tag angeschaltet habe.
Und dann kam die Antwort auf meine Anfrage – und ich fiel aus allen Wolken. „Anfrage bestätigt“, grün leuchtender Button.

Im Folgenden möchte ich das Hörbuch zu „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ rezensieren und wünsche dabei, bei Merlins Barte, viel Vergnügen!

Sofort konnte mich die wunderschöne Aufmachung begeistern, die mich erwartete, als ich an jenem besagten Tage das eingetroffene Paket von Random House öffnete. Diese kann mit einem Cover in Echsenhautoptik und golden glänzenden CDs aufwarten.

Dennoch finde ich, dass das angekündigte Booklet gut und gerne etwas ausführlicher und textreicher hätte ausfallen können.
Besagtes Hörspiel stellte sich als ausgesprochen kurzweilig heraus, das immer in die Gefahr läuft, eintönig zu werden. Genannte Befürchtungen erwiesen sich als nichtig, da uns sowohl vorliegendes Hörspiel als auch die Buchvorlage von Joanne K. Rowling abwechslungsreiche Tierwesen bietet, die es Spaß bereitet, zu erkunden, und die sofort mein Interesse wecken konnten.
Diesen Effekt verstärken der geeignete Sprecher, – Timmo Niesner, der Synchronsprecher von Newt Scamander im Auftakt der filmischen Reihe von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ – der geschickt die Schüchternheit, Tierliebe sowie die Intelligenz gleichnamigen Charakters widerspiegelt, sowie die genialen Soundeffekte, die die Lexikonartikel im Hörspiel um einiges lebendiger machen.
Der Schreibstil von Newt Scamander – besser gesagt: Joanne K. Rowling – ist gewohnt brillant und sie ergänzt die Artikel mit stimmigen textlichen Einlagen, die einen gelungenen Kopfkino-Effekt hervorrufen und sich mit dem gelungenen und aufwendigen Sounddesign erst richtig entfalten können.


Das Hörspiel zu „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist ein kurzweiliges Vergnügen für alle Fans von Harry Potter – wie ich einer bin.

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449 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

rassismus, angie thomas, the hate u give, jugendbuch, ghetto

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Viele Jugendbücher heutzutage behandeln komplexe und politische Themen. Sie führen die jungen Leser in die Materie ein und wollen das Interesse für aktuelle und für die Gesellschaft wichtige Thematiken wecken. Manche können mit nur einer seichten und vereinfachten Wiedergabe aufwarten, die bloß das Nötigste beinhaltet, und manche machen wirklich den Mund auf und beziehen Stellung zu ebendiesen Themen. ‚The Hate U Give‘ handelt von Protesten gegen die Polizei in den Vereinigten Staaten, da ein Cop einen scheinbar unschuldigen Teenager im Affekt getötet hat. Menschen gehen auf die Straße, demonstrieren, machen ihre Stimme laut. Und um welche Art von politisch angehauchtem Jugendbuch es sich hierbei handelt und ob sich die investierte Zeit lohnt, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Bereits zu Beginn des Buches erfreute ich mich an der sympathischen und glaubhaften Protagonistin. Die Stellungsnahmen von ihr sind glaubwürdig, die Entwicklung ihrer Gefühle äußerst realistisch. Außerdem scheint die Rolle, die sie in diesem Buch auszufüllen hat, in jeglicher Hinsicht wie aus dem echten Leben gegriffen; da sie nicht, wie es die Klischeerolle von ihr verlangen würde, freiwillig die Rolle der Anführerin übernimmt.

Auch von den übrigen Figuren lässt sich hier nur Positives berichten. Ich konnte beobachten, wie sie mir im Laufe des Buches ans Herz gewachsen sind und wie ich mit ihnen mitgefiebert habe. Dadurch verleiht die Autorin gekonnt dem komplexen Thema eine emotionsverbundene, tiefere Verbindung, die den Leser zudem tiefer ins Szenario eintauchen lässt.

Von der interessanten Thematik bin ich, wie sich aus obigen Worten nur unschwer erkennen lässt, sehr angetan. Dabei gibt die Autorin dem Leser eine tiefgehende, moralische Botschaft, mit der ich vollkommen übereinstimme. Das Szenario konnte mich so gut in den Bann schlagen, dass ich mich selbst dabei ertappt habe, selbst eine Stimme dazu erheben zu wollen, da die Ungerechtigkeit beinahe  greifbar erscheint.

Die Handlung unterstreicht die Autorin gekonnt mit einer stimmigen Atmosphäre, derer sie aufzubauen fähig ist, und einen wunderbaren Schreibstil. Dabei ist der Tonfall ziemlich Jugendslang-lastig, was aber passend ist. Dazu werden uns lebensnahe und natürlich wirkende Dialoge auf dem Silberteller serviert. Zudem finden sich in vorliegendem Werk unglaublich starke Formulierungen oder gar ganze Auszüge, die beim Leser Gänsehaut verursachen können, wie sie es bei mir jedenfalls geschafft haben. Dadurch wird die stattfindende Revolutionsbewegung derart plastisch dargestellt, dass man mitgerissen wird und sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Der extrem starke Höhepunkt verstärkt diesen Eindruck ungemein. Was würde man selbst in dieser Situation tun? Würde man selbst den Mut aufbringen können, die eigene Stimme zu erheben? Um an dieser Stelle aus vorliegendem Werk zu zitieren: „Mutig sein bedeutet nicht, dass du keine Angst hast […]. Es bedeutet, dass du was tust, obwohl du Angst hast.“


‚The Hate U Give‘ ist ein faszinierendes Buch. Es hat unglaublich liebenswerte Charaktere, emotionale Tiefe, eine gute Botschaft und eine äußerst interessante Grundthematik zu bieten, welches das Buch zu einer flüssigen, aber anspruchsvollen Lektüre macht.

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