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demiurgen, galakten, science fiction, ramieren, zerstörer

Menschen wie Götter

Sergej Snegow , Heinz Kübart
Flexibler Einband: 991 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.03.2010
ISBN 9783453525191
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ein interessantes Buch, das in meinen Augen zwei lesenswerte Aspekte miteinander vereint:

Zum einen liest es sich wie ein spannender Science-Fiction-Roman, eine interessante Zukunftsvision, deren Fokus mehr auf der Interaktion verschiedener Spezies und den daraus erwachsenden Konflikten liegt als auf bloßer Schilderung technischer und physikalischer Abläufe - eine sehr erfrischende Abwechslung, das vermisse ich in der Science-Fiction ein wenig.

Zum anderen bietet das Buch auch einen besonderen Einblick in die Gedankenwelt eines Autors mit sowjetisch-kommunistischem Hintergrund. Für mich haben viele Beschreibungen und Ideen einen wirklichen Aha-Effekt nach dem Motto "So stellt sich also jemand, der im Kommunismus aufgewachsen ist, die Zukunft vor" geboten. Völkerverständigung, gewaltiger technischer Fortschritt, Abschaffung "klassischer" Arbeit. Geld scheint es in diesem kommunistischem Utopia auch nicht mehr zu geben.

Genauso gibt es wiederum die Ideen, die mir beim Lesen einen kalten Schauder über den Rücken jagten. So sind in Snegows Zukunftsvision anscheinend alle Menschen an einen Computer angeschlossen, der permanent ihre Gedanken liest und z.B. für Abstimmungen genutzt wird. In Zeiten der NSA-Affäre eine wirklich beunruhigende Vorstellung.

Die Geschichte an sich hat sowohl positive als auch negative Aspekte.

Was mir gefallen hat: Das Buch ist in einem ziemlich optimistischen Tonfall gehalten. Dystopische Science-Fiction gibt es wie Sand am Meer, aber eine Zukunftsvision, in der die Menschheit gewaltige technische wie gesellschaftliche Fortschritte gemacht hat und mit ungebrochenem Forschergeist neue Welten erkundet und Probleme löst, findet man - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - leider nicht allzu oft.

Besonders schön fand ich auch den Fokus der Geschichte, weg von bloßen physikalischen Beschreibungen, hin zu einer in sich stimmigen und sehr fantastischen Zukunftsvision. Es werden auf interessante Weise interstellare Konflikte beschrieben, die die Hauptperson direkt mit gestaltet. Auch die Abfolge der Geschichte in den drei Romanen hat mir gut gefallen.

Es gibt in diesem Buch aber auch einige Dinge, die mir weniger gefallen haben: Zum einen ist da der Schreibstil. Snegow geht nur an wenigen Stellen wirklich auf die Gedanken und Emotionen der Protagonisten ein. Man hat nur selten das Gefühl, diese würden sich wirklich weiter entwickeln. Zum anderen verhalten sich die Hauptpersonen manchmal unverständlich.

[Vorsicht, hier kommt jetzt ein kleiner Spoiler]

Als z.B. einer der Protagonisten sein Kind verliert, macht er einfach so weiter wie bisher. Ohne dass Snegow sich größere Mühe machen würde, seine Emotionen zu beschreiben. Auch die Partnerschaften, die sich im Laufe des Buches bilden bleiben weitgehend emotions- und leidenschaftslos.

Dann sind da noch die außerirdischen Völker. Ich persönlich finde, sie bleiben bis auf eine Ausnahme ziemlich blass. Die meisten werden nur kurz am Anfang des Buches vorgestellt ohne auf ihre speziellen Eigenheiten einzugehen und dann nie wieder erwähnt. Eingehendere Beschreibungen hätten hier sehr interessant sein können.

Alles in allem hat mir das Buch aber gefallen. Die fantasievolle Zukunftsvision, in der die Technologie die Menschheit in einen quasi-götterähnlichen Status versetzt hat - so züchten sich die Menschen z.B. mittels Gentechnologie antike Fabelwesen wie Drachen und Pegasusse als Reittiere - macht die Kritikpunkte auf jeden Fall wieder wett. Die Möglichkeit, die Zukunftsvorstellungen eines im Kommunismus aufgewachsenen Menschen zu lesen, gibt dem Buch zusätzlich eine interessante Seite.

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