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213 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 67 Rezensionen

australien, anna romer, das rosenholzzimmer, vergangenheit, mord

Das Rosenholzzimmer

Anna Romer , Pociao null , Roberto de Hollanda , pociao
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 25.08.2014
ISBN 9783442313778
Genre: Romane

Rezension:

Die Fotografin Audrey verschlägt es mit ihrer naseweisen Tochter Bronwyn ins australische Queensland. Dort tritt sie auf Thornwood das Erbe ihres verstorbenen Freundes an. Während sie das Haus wieder auf Vordermann bringt, denkt sie viel über ihren Ex Tony nach, der sie verlassen hat und der wohl selbst ein düsteres Geheimnis hatte. Zeitgleich scheint dies mit Thornwood verbunden zu sein, denn dort ist vor vielen Jahren eine der Vorfahren ums Leben gekommen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn es war ein guter Mix aus Familiengeschichte, Romantik, Fernweh und Krimi. Allerdings fand ich Carol, die neue Frau an Tonys Seite ein wenig zu spitz dargestellt und auch die Bewohner des Outbacks waren teilweise ein wenig k.lischeehaft. Aber auf der anderen Seite war das Buch trotz einiger langatmiger Passagen gut durchdacht und man war als Leser immer gut nachvollziehbar im Geschehen. Alles in allem also ein Buch, das kurzweilige Unterhaltung geboten hat.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

integration, gastarbeiter, could have been better, roman, interkulturalität

Restaurant Dalmatia

Jagoda Marinic
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 11.09.2013
ISBN 9783455404579
Genre: Romane

Rezension:

Mia lebt in Kanada und arbeitet als Fotografin. Doch nach ihrer erfolgreichen ersten Ausstellung leidet sie unter einer Art Blockade, die sich auch negativ auf ihre Beziehung zu Freund Rafael auswirkt. Dieser fordert sie auf, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und so reist Mia nach Berlin und trifft dort auf ihre Familie und die Spuren der Vergangenheit. Somit erfährt Mia viel über die Ereignisse der Vergangenheit im ehemaligen Jugoslawien und die Ära Tito, die die Menschen und somit auch sie geformt haben.
Meine Meinung über das Buch ist sehr zwiespältig. Die Idee des Buches ist durchaus anssprechend und gelungen. Dennoch hapert es für mich als Leser an der Umsetzung. Es ist zum einen nicht überzeugend, dass einige Wochen in Berlin Mia mit der Vergangenheit und ihrer Identität versöhnen und sie gewissermaßen geheilt wieder nach Kanada zurück kehrt. Zum anderen sind viele Dialoge sehr in die Länge gezogen und das Erzählschema wird vorhersehbar. Rhetorische Fragen und Sätze, die sich um ein Wort oder eine Wortgruppe drehen, ziehen das Buch unnötig in die Länge. Des weiteren gibt es plötzliche Zeit- und Personensprünge, so dass man erst einmal überlegen muss, wo man sich als Leser nun befindet.
Auf der positiven Seite steht wiederrum, dass man einen Einblick in die Welt der Verwandten bekommt und erkennt, dass sie alle ihr Schicksal haben und sie dadurch verändert wurden und auch Mia dadurch zu der Person wurde, die sie nun ist. Somit ist der Schluss des Buches auch versöhnlich, denn MIa nimmt ihre Identität an und fliegt zurück nach Kanada, auch wenn die letzten Seiten ein wenig zu rasch erzählt werden und dadurch ein wenig an der Oberfläche bleiben. Mein Fazit: Es war interessant, dieses Buch zu lesen, aber weiter empfehlen kann ich es nicht unbedingt.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

militär, vaterschaft, afghanistan, bestechung, jack reacher

Never Go Back

Lee Child
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Bantam Press, 29.08.2013
ISBN 9780593065754
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jack Reacher reist per Anhalter durch die halbe USA um eine Frau auf seinem ehemaligen Stützpunkt zu treffen, nur weil er sie am Telefon sympatisch findet. Doch kaum ist er dort eingetroffen, findet er die entsprechende Person nicht mehr vor. Stattdessen wird sie illegaler Geldgeschäfte beschuldigt und auch Reacher soll vor 16 Jahren einen Mann so geprügelt haben, dass er an den Folgen gestorben ist. Zudem wartet noch eine angebliche Tochter auf ihn.
Da dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann, beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen. Es erfolgen eine abenteuerliche Flucht mit Turner aus dem Gefängnis, eine Spur, die nach Afghanistan zu zwei ermordeten Soldaten führt und eine Verfolgungsjagt durch viele Orte der USA. Und dann lauern noch im Hintergrund zwei mysteriöses Personen mit Namen Romeo und Julia, die die Strippenzieher zu sein scheinen.
Ich persönlich habe zuvor noch nichts aus der Reacher Reihe gelesen, der Einstieg in die Handlung war jedoch problemlos. Der Satzbau und auch der Sprachstil untermalen Reachers Charakter: schnörkellos, logisch und gradlinig. Dabei schimmert zwischendurch immer wieder ein Hauch von schwarzem Humor hindurch und auch die Affaire mit Turner entspricht Reachers Wesen: keine große Gefühlsduselei oder Romantik. Ein Abenteuer schließt sich an das nächste an, so dass der Spannungsbogen erhalten bleibt. Dabei überzeugen die beiden Protagonisten immer wieder durch ihre Fähigkeit, sich aus jeder Situation herauszukatapultieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. An einigen Stellen gerät dabei aber das Hauptziehl der beiden ein wenig aus den Augen und auch am Schluss löst sich das eine oder andere für meinen Geschmack ein wenig zu einfach in Wohlgefallen auf. Dennoch bleibt als Fazit ein Buch, dass gute Unterhaltung bietet und Einblicke in die Machenschaften des Militärs bietet.

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394 Bibliotheken, 13 Leser, 4 Gruppen, 87 Rezensionen

schriftsteller, mord, liebe, freundschaft, aurora

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker ,
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492056007
Genre: Romane

Rezension:

Nach seinem ersten Erfolgsroman leidet der junge Marcus Goldman unter einer Schreibblockade. Daher flieht er aus New York in das kleine Neuenglandstädtchen Aurora zu seinem ehemaligen Professor und Freund Harry Quebert. Dieser ist durch den Liebesroman ,,Der Ursprung des Übels'' berühmt geworden. Doch schon kurz nach Marcus Ankunft findet man auf Harrys Grundstück die Leiche der seit über 30 Jahren vermissten Nola Kellergan.
Harry wird des Mordes verdächtigt, da er im Jahre 1975 eine Affaire mit der 15 jährigen hatte. Doch Marcus glaubt an die Unschuld seines Freundes und ermittelt auf eigene Faust. Dabei stößt er auf ein Gebäude aus Lügen und menschlichen Abgründen. War Nola wirklich der Teenager, der sämtlichen Männern den Kopf verdreht hat und warum ist die Familie damals aus Alabama weggezogen?
Aufhänger für die gesamte Handlung ist die Schreibblockade des Protagonisten Marcus. Doch daraus entwickeln sich diverse Handlungsstränge, die fast allesamt sehr detailiert und interessant dargestellt werden. Zum einen erhält der Leser Einblick in die schnelllebige Welt der Schriftstellerei und die Machenschaften unseriöser Verleger und Presseleute. Zum anderen steht hier neben dem Mordfall eine ungewöhnliche und grenzwertige Beziehung zur Diskussion. Kann und darf sich ein erwachsener Mann in einen Teenager verlieben?
Das Buch ist interessant aufgebaut, denn die Kapitel werden rückwärts gezählt. Wir erfahren viel über Harry und Marcus und die Welt der Blender, die es schaffen, mit wenig Aufwand zu Ruhm und Erfolg zu gelangen. Aber gleichzeitig stellen sich dem Leser auch Einblicke in die Menschlichen Abgründe da. Menschen, die Verbrechen begehen und ihr Leben lang mit der Schuld leben müssen, sind ebenso Thema wie die Suche  nach Liebe, Neid oder Einsamkeit. Dabei nimmt das Buch immer wieder spannende Wendungen, so dass der Leser pausenlos auf neue Verdächtige und Hinweise stößt . Dies hält die Spannung im Buch konstant.
Allerdings gibt es auch einige Schwachstellen im Buch. Die Beziehung Nola - Harry ist mir persönlich zu übertrieben romantisch und zuckersüß dargestellt. Sie wirkt nicht glaubhaft. Ebenso die Tatsache, dass Harry wirklich bereit war, für eine Teenager alles aufzugeben. Hier hätte er als Erwachsener Weitsicht beweisen müssen.
In den letzten Kapiteln nimmt das Buch noch einmal richtig Tempo auf. Aber hier ist es ein wenig zuviel des Guten. Der Leser wird mit vielen Ereignissen konfrontiert, die in dem Maße doch ein wenig übertrieben wirken. Ein paar Ereignisse weniger hätten dem Buch sicher besser zu Gesicht gestanden. Alles in allem aber erwartet den Leser ein sehr gut erzähltes und spannendes Buch, das nebenbei viel über den Menschen und sein Tun und Handeln aussagt.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

moral, malaria, parasiten, james meek, liebe

Liebe und andere Parasiten

James Meek , Karen Nölle , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei DVA, 19.08.2013
ISBN 9783421045867
Genre: Romane

Rezension:

Ritchie ist ein Rockstar, der die besten Jahre hinter sich hat. Er ist die Hauptfigur in einer Musikshow für Teenager und hat mit einer 15jährigen Kanditatin eine Affaire, die er vor seiner Frau und den beiden Kindern geheimhalten will. Doch er bewegt sich auf dünnem Eis. Gleichzeitig forscht Ritchies Schwester Bec an einem Heilmittel für die Malaria und nimmt auf Selbstversuche in Kauf. Sie verliebt sich in Alex Comrie, den ehemaligen Schlagzeuger aus Ritchies Band, dessen Ehe wiederum an Kinderlosigkeit scheitert.  Und dann ist da noch Val, Becs Ex-Freund, der aus purer Journalistengier bereit ist, Geheimnisse von Prominenten an die Öffentlichkeit zu bringen und er scheut nicht davor, auch im Privatleben der Protagonisten zu graben.

Zunächst konzentrieren sich die ersten Kapitel auf Ritchie und sein Leben. Dem Leser wird schnell deutlich, dass er ein selbstzufriedenes Leben führt, seine kleinen und großen Geheimnisse hat, aber ständig in der Angst lebt, dass seine Affaire ans Licht kommt, denn auf seine Familie und seinen Wohlstand möchte er natürlich nicht verzichten. James Meek zeichnet den Charakter teilweise herrlich übertrieben, so isst Ritchie gerne Schokopudding, hat sein eigenes 'Spielzimmer' und entspricht auch sonst in vielen Dingen dem Image, dass man von einem alternden Musiker hat.
Doch Ritchie und sein Leben sind hier nur der Auffhänger für weitere Handlungsstränge und moralische Fragen. Es geht um Verrat und Lügen, Vergebung und Egoismus. An Alex und Bec wird deutlich wie sehr der Kinderwunsch das Leben von Menschen verändern und bestimmen kann und welchen Preis manche Menschen für ein eigenes Kind auf sich nehmen. Dabei nehmen sie nicht immer Rücksicht auf andere Menschen. Besonders deutlich wird diese Entwicklung an Bec. Ist sie zunächst nur auf ihre Forschung und die Wissenschaft fixiert, so verändert sich ihr ganzes Handeln und Denken als sie Alex Comrie nach vielen Jahren wiedertrifft. Dieser wiederrum hat den Weg vom Musiker zum ernsthaften Wissenschaftler bereits hinter sich, verdrängt aber auch wichtige Kernfragen in seinem Leben. Somit gibt es in diesem Buch Gewinner und Verlierer, Menschen die aus den Ereignissen als Sieger hervorgehen und ihren eigenen Weg beschreiten. Zu diesen gehört mit Sicherheit Karin, Ritchies Frau. Sie löst sich langsam von ihrem Mann, beginnt endlich ihr eigenes Leben und tourt mit einer jungen Band durch England. Zu den Verlierern zählen sicherlich Ritchie, der bereit war für seinen Seelenfrieden seine Schwester zu verraten und der unglücklich verliebte Dougie, der von seiner Spielsucht nicht loskommt.
Dies alles wird sehr dicht und anschaulich erzählt, so dass man den Charakteren ihr Tun und Denken wirklich abkauft. Dabei erlebt man als Leser immer wieder eine Gratwanderung, denn auf der einen Seite kann man das Handeln nachvollziehen, aber unter dem moralischen Gesichtspunkt nicht immer akzeptieren.
Somit ist 'Liebe und andere Parasiten' ein absolut lesenswertes Buch, dass über den Werdegang eines Musikers hinaus geht und in die menschlichen Abgründe blickt.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Fuck You Kita

Anna Wiedemann , Daniel Wiedemann
Audio CD
Erschienen bei ABOD Verlag, 11.11.2013
ISBN 9783954711376
Genre: Sachbücher

Rezension:

Anna und Daniel haben Nachwuchs bekommen. Eigentlich wollte sich Anna noch nach der Geburt einige Zeit um den kleinen Gustav kümmern, bevor sie wieder ins Berufsleben einsteigt, aber nun erhält sie als Lehrerin eine neue Stelle und es bleiben nur noch wenige Wochen Zeit, eine passende Kita zu finden. Doch welche Art von Betreuung ist die richtige? Worauf soll man achten? Gibt es noch etwas anderes als Wartelisten? Doch auch dann als endlich ein Platz gefunden ist, kehrt keine Ruhe ein. Es gibt Diskussionen mit anderen Eltern, Probleme mit Öffnungszeiten usw.

Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Abenden durchgelesen und bin leider damit nicht so richtig warm geworden. Zunächst einmal ist der Titel leider etwas unpassend und erweckt den Eindruck, als wäre das Buch eine persönliche, negative Abrechnung mit sämtlichen Kindergarteneinrichtungen und Tagesmüttern. Das Buch ist zwar in einzelne kurze Kapitel aus der Sichtweise beider Elternteile gegliedert, aber dennoch bleibt der Schreibtil und Ton recht gleichmäßig und einheitlich. Aber es wird keine richtige Aussage herüber gebracht und oftmals erfahren wir mehr von den ganzen Veränderungen, die ein Kind mitsich bringt als von der Suche um einen Kita Platz. Hier hat man einfach den Eindruck, dass die beiden Autoren froh waren, sich mal den ganzen Kummer und Frust um durchwachte Nächte, Windelnwechseln und Einkaufsstress mit Kind von der Seele zu schreiben. Der Leser aber bleibt ein wenig ratlos zurück.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

wien, mord, thriller, morde, illuminaten

Macht

David G. L. Weiss
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 07.08.2013
ISBN 9783784433363
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Josephine Mahler arbeitet als Dozentin an der Uni in Frankfurt. Eines Tages erhält sie von ihrem ehemaligen Schulkameraden Gabriel eine Email mit einem Foto, das einen seltsamen Totenkopfring zeigt. Doch Josephine misst dem ganzen keine große Bedeutung zu. Doch dann stirbt ihr Freund unter seltsamen Umständen. Josi trennt sich von ihrem aktuellen Freund Moritz und reist zur Beerdigung nach Österreich. Dort trifft sie auf ihre ehemaligen Klassenkameraden. Weder Josi, noch ihre Schulfreunde Udo und Gernot glauben an Selbstmord und forschen weiter nach. Doch dies ist erst der Anfang in eine Welt von Geheimbünden, illegalen Machenschaften und Verschwörungstheorien. Bald geraten auch ihre Leben in Gefahr und sie wissen nicht mehr, wem sie vertrauen können.
Etwa 2/3 der 414 Seiten sind sehr spannend zu lesen und fesseln den Leser mit ihren ausführlichen Beschreibungen. Durch Rückblenden verdeutlicht der Autor, was die einzelnen Protagonisten miteinander verbindet und welchen Werdegang sie erfahren haben. Mit Kommissar Ernstl Wotruba weht ein Hauch österreichisches Flair und Lebensweise durch das Buch, der die Handlung mit seinem Humor immer wieder auflockert und auch zum Schmunzeln verführt. Durch die verschiedenen Handlungsstränge und Schilderungen aus der Vergangenheit bleibt der Handlungsbogen konstant erhalten, denn man fragt sich als Leser wie denn nun alles zusammenhängt. Durch Schilderungen einzelner Personen erfährt der Leser dann auch wie die Geheimbünde entstanden sind, welche Theorien es gibt, so dass sich damit auch ein Zusammenhang erschließt.  Zudem bleibt immer offnen, wem man denn nun trauen kann und wer der Verräter ist.
Allerdings schwirren im letzten Drittel des Buches sehr viele Handlungsorte und Ereignisse auf den Leser ein, so dass es schwierig wird, die Dinge auseinander zu halten und den roten Faden nicht zu verlieren und damit liegt meiner Meinung nach ein Schwachpunkt in diesem Buch. Es wird einfach zuviel an Theorien eingebaut und plötzlich entwickeln sich die Helden des Buches zu Experten mit Kenntnissen, die man ihnen so nicht abkauft. Des weiteren bleibt das Ende offnen, was auf eine Fortsetzung des Buches hindeutet und viel Spielraum lässt.
Mein Fazit: Das Buch ist spannend geschrieben, greift eine interessante Thematik auf und bietet gute Unterhaltung. Aber etwas weniger Inhalt hätte dem Buch sicher gut getan.

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

liebe, familie, ibiza, schwestern, vergangenheit

Wie Sonne und Mond

Nicole Walter
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.09.2013
ISBN 9783426511442
Genre: Romane

Rezension:

Das Cover deutet es bereits an: Es geht um Gegensätze. Und so sind auch die beiden Schwestern Birigt und Kira. Nach einem Ibiza Urlaub, den die beiden gemeinsam verbracht haben, kehrt Birigt zurück nach Deutschland. Heiratet Tom, die beiden bekommen Nachwuchs, besitzen ein Häuschen und Birgit kümmert sich nach dem Tod des Vaters um die demenzkranke Mutter, so lange es ihr möglich ist.
Kira hingegen steigt aus und lebt das Hippieleben auf Ibiza. Sie verkauft Schmuck, hat einen Liebhaber und lebt scheinbar sorglos in den Tag. Dennoch ist auch in ihrem Leben nicht alles pures Glück. Kiras Freund sitzt im Rollstuhl und immer deutlicher tritt ihr vor Augen wie unzufrieden und oberflächlich ihr Leben doch eigentlich ist und so beschließt sie nach Deutschland zurück zu kehren.

Zunächst habe ich die typische Herz-Schmerz Geschichte erwartet. Doch das Buch hat einen sehr nachdenklichen Touch. Man kann es sehr schnell und flüssig lesen, aber es wird sehr schnell deutlich, dass auch eine tiefer gehende Aussage dahinter steckt. Es geht um die eigenen Ideen und Wünsche, Träume und Hoffnungen und was daraus dann später wird. Die beiden Schwestern erscheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich zu sein, dennoch wird sehr schnell deutlich, dass die beiden doch mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie glauben und was dem Leser aus seiner Leseperspektive sehr schnell auffällt. Zudem wird hier ein sehr menschliches Thema angesprochen: man neidet den anderen immer genau dass, was man selbst nicht hat. Alles in allem ein sehr gutes Buch, das auch eine leise Botschaft vermittelt und das ich mir so im Laden aufgrund des Klappentextes vielleicht nicht gekauft hätte.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

irland, konflikt, kreis der toten, krimi

Der katholische Bulle

Adrian McKinty ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.06.2013
ISBN 9783518464502
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nordirland zu Beginn der 80er Jahre. Das Leben in Belfast wird bestimmt durch Anschläge, Unruhen und die ständige Angst vor dem nächsten Attentat. Mittendrin hat Detective Sean Duffy in seinem ersten Fall zu ermitteln. Doch für ihn ist es keine leichte Aufgabe, den er kann auf wenig Unterstützung hoffen, auch wenn die Spur ihn mitten in die Reihen der Aufständischen zu führen scheint.
Das Buch hat mich gleich von der ersten Seite an gefesselt. Hier erwartet einen keine leichte Kost. Duffy ist als Protagonist sehr sympatisch, hat seine Stärken und Schwächen, trinkt ein wenig zu viel und hat wenige Freunde. Gleichzeitig erfährt der Leser sehr viel über den damaligen politschen Zeitgeist und den Nordirlandkonflikt. Die Sprache spiegelt dabei sehr gut die Handlung und das Leben wieder. Sie ist rauh und ein wenig schnörkellos. Zudem führt man sich immer beim Lesen vor Augen, dass die Ermittlungsmethoden zu der damaligen Zeit noch ganz anders waren und man sich nicht auf die moderne Forensik verlassen konnte. Kleine Einschübe wie Nachrichten, beliebte Musik der Zeit, machen das ganze Buch zugleich zu einer kleinen Zeitreise und somit ist ,Der katholische Bulle' für mich ein sehr gelungener Krimi, der in sich sehr stimmig und zeitgemäß wirkt und bei dem man sich als Leser mehr als auf die Suche nach dem Mörder begibt.

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319 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

liebe, familie, geld, scheinehe, erotik

Playing with Fire - Verbotene Gefühle

Jennifer Probst , ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2013
ISBN 9783499222139
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Alexa kennt Nicholas schon aus Teenagertagen und er ist auch verantwortlich dafür, dass sie Männer doof findet. Doch nun ist sie auf der Suche nach einem Mann, der genügend Geld hat, um das Haus ihrer Eltern zu sanieren. Nick hingegen sucht einfach eine Frau für eine Zweckehe, damit er das Erbe der Firma antreten kann. So schließen die beiden sich zusammen, doch dann kommen echte Gefühle ins Spiel und die Sache wird kompliziert.
Das Buch ist recht kurzweilig, pendelt zwischen Humor und Erotik hin und her. Doch leider ist die Handlung recht vorhersehbar und ab etwa Mitte des Buches wird es langsam langweilig, dass sie beiden Protagonisten sich ernsthaft lieben, sich aber weiter hinter ihrem Vertrag und der Vergangenheit verschanzen. Da möchte man ihnen am liebsten zurufen: Nun verhaltet euch doch endlich mal erwachsen.
Auf der Plusseite steht hingegen, dass beide Charaktere sehr liebevoll beschrieben werden und ihre kleinen und großen Schwächen haben. Einige Personen wie zB Alexas Eltern bleiben allerdings ein wenig oberflächlich beschrieben, allein schon, weil das Buch sehr kurz ist. Alles in allem ein Buch, dass schnell zu lesen ist und amüsante und stellenweise prickelnde Unterhaltung bietet.

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

olympia, freundschaft, london, wettkampf, krankheit

Gold

Chris Cleave , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2013
ISBN 9783423249584
Genre: Romane

Rezension:

Zoe und Kate sind seid dem 19. Lebensjahr Rivalinen auf der Radrennbahn und aber durch ein gemeinsames Schicksal für immer miteinander verbunden und somit zugleich auch Freundinnen.
Beide sind so erfolgreich, dass sie der Weg zu den olympischen Spielen führt. Doch es kann nur eine gewinnen.
Chris Cleave schildert sehr glaubhaft den Kampf auf der Rennbahn, aber auch die inneren Konflikte, die die beiden Frauen mit sich und auch anderen austragen müssen.
Dann ist da noch der Trainer Tom Voss, der mit den Spätfolgen seiner Karriere kämpfen muss und körperlich am Ende ist und Kate's kleine Tochter Sophie, die an Leukämie erkrankt ist und um ihr Leben kämpft.
Sehr gelungen finde ich gerade die Schilderung dieser beiden Personen. Gerade wie sich die kleine Sophie in die Star Wars Welt flüchtet um mit ihrer Krankheit fertig zu werden, ist sehr ergreifend.
Allerdings gibt es zwei Dinge, die ich an der Handlung zu kritisieren habe: zum einen ist es die Tatsache, dass Kate einfach das Kind ihres Freundes quasi adoptiert und ihm den Fehltritt gewissermaßen einfach verzeit, obwohl sie durch Zoe immer daran erinnert wird. Zum anderen ist sie mir gerade in dem letzten Kapitel ein wenig zu 'engelsgleich' und widersteht allen Dingen heldenhaft. Das wirkt in meinen Augen ein wenig unglaubwürdig und zu überzogen geschrieben. Aber alles in allem ein sehr gutes Buch, das ich mir im Laden so vielleicht nicht gekauft hätte.

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

strömungsgeschwindigkeit, hochzeit, turbulenzen, satire

Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit

Maggie Shipstead , Karen Nölle
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2013
ISBN 9783423249676
Genre: Romane

Rezension:

Winn van Meter ist gut betucht und lebt an der Ostküste der USA. Nun wird seine hochschwangere Tochter Danny heiraten. Für die letzten Vorbereitungen hat er seine Frau und beiden Töchter bereits auf den Feriensitz Wakeke geschickt, er selbst will nachkommen. Doch die letzten Tage vor der Hochzeit verlaufen anders als geplant.

Mir hat das Buch von der ersten Seite an gut gefallen und ich finde den Handlungsverlauf sehr gelungen. Der eigentliche Focus liegt hier nicht auf der HOchzeit an sich, sondern in der Entwicklung der einzelnen Personen und ihren Befindlichkeiten. Durch Rückblenden deckt Maggie Shipstead ihre Stärken und Schwächen auf, wobei Winn immer im Mittelpunkt steht. Auf den ersten Seiten wirkt Winn noch sehr sympatisch, doch dann entwickelt er sich zum wahren Snop und Egomanen, der mitten in einer Midlife Crisis steckt und sich lächerlich macht, als er der Brautjungfer Agatha nachstellt. Seine Frau Biddy scheint er nur aus Berechnung geheiratet zu haben, die zweite Tochter Livia, die unter den Folgen einer unglücklichen Trennung und einem Schwangerschaftsabbruch leidet, hätte erst gar nicht geboren werden sollen. Während der Hochzeitsvorbereitungen deckt die Autorin schrittweise die Verhaltensweisen der Gäste auf, die glauben, alle zum erlauchten Kreis der amerikanischen Gesellschaft zu gehören und führt sie gnadenlos vor. Es geht aber auch um geplatzte Träume und die Suche nach dem Platz in der Gesellschaft. Für Winn dreht sich schließlich alles um die Aufnahme im erlauchten Golfclub und gipfelt darin, dass er berauscht von Tabletten auf den Neubau seines Erzrivalen klettert und mitsamt der Wetterfahne dann im Mulchhaufen landet. Livia wird ihr Männertrauma nicht los und landet scheinbar immer bei dem falschen Typ Mann. Aber schließlich finden alle doch noch zu einem versöhnlichen Kompromiss bei der Hochzeit.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn hier geht es nicht um das Leben durch die rosarote Brille, sondern hier werden die Menschen bleuchtet und auf sehr satirische Weise kritisiert, denn sie wollen alle etwas sein, was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Zugleich wirken die Schilderungen sehr authentisch und anschaulich und es weht ein Gefühl vom Lebensstil der US Ostküste mit herüber. Daher gibt es von mir für dieses Buch auch 5 Sterne und ich werde es eiter empfehlen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

Nimm's leicht

Maria Linke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.04.2013
ISBN 9783548284897
Genre: Romane

Rezension:

Die Freundinen Karin, Ariane, Nina und Dani kennen sich bereits seit vielen Jahren und kratzen hart an der 50er Marke. Jede von ihnen hat mit den großen und kleinen Problemen im Alltag zu kämpfen. Nina hat eine etwas schrullige Mutter, Karins Mann sucht Selbstbestätigung und Dani kämpft mit den typischen Beschwerden der Wechseljahre. Um Dani abzulenken, schenken die Freundinen Dani und sich selbst zwei Wochen Fastenwandern im Schwarzwald. Doch dieser Urlaub stellt sie auf eine harte Probe, denn sie treffen auf Männer, andere skurile Gestalten wie den seltsamen Dr.Müller und schließlich taucht auch noch Helene, Ninas Mutter, auf.

Das Buch liest sich sehr leicht und locker und bedient sich vieler Klischees. Dani leidet unter Übergewicht und Hitzewallungen, sowie Stimmungsschwankungen. Doch sie ist hier nur der rote Faden für das Buch, denn eigentlich stehen hier alle Frauen im Mittelpunkt und wir erfahren gleich in den ersten Kapiteln ihre Geschichte. Daher ist es zunächst ein wenig verwirrrend, die einzelnen Charaktere zu unterscheiden. Die Personen werden sehr sympatisch und warmherzig beschrieben und man mag sie einfach. Dennoch bleiben die Personen sehr blass und oberflächlich, es fehlt ein wenig an Tiefgang. Dies wird wieder wett gemacht, durch die humorvollen Schilderungen und die Ereignisse. Allerdings erfährt man sehr wenig über das Fastenwandern an sich, hier wird einfach zu schnell erzählt. Ein wenig übertrieben fand ich persönlich auch den großen Showdown um den Hotelarzt. Hier wäre etwas weniger sicher mehr gewesen. Aber alles in allem ist das Buch doch sehr gelungen, wenn man leichte Unterhaltung fürs Wochenende sucht. Das die zweiwöchige Kur mehr zur einer Reise zu sich selbst wird und die Frauen mit neuen Einsichten abreisen, stimmt jedoch versöhnlich.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

steuerhinterziehung, mord, hamburg, jugendbuch, erpressung

Dangerous Deal

Andreas Schlüter
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kosmos (Franckh-Kosmos), 07.02.2013
ISBN 9783440129302
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Würde man die Wahrheit sagen und den korrekten Weg gehen, wenn einem auf der anderen Seite eine Million Euro winken um illegale Machenschaften zu vertuschen? Genau in diese Lage geraten Christoph und seine Freunde Ben, Lukas und Laura.
Der Tod des Hausbewohners entpuppt sich als Mord und Christoph gelangt an ein Erbe, dass er so gar nicht haben möchte. Auf dem Laptop befinden sich verschlüsselte Dateien, die über Geldgeschäfte und Machenschaften berichten, in die bekannte Persönlichkeiten namentlich verstrickt sind und somit beginnt ein Wettlauf zwischen Wahrheit, Versuchung und Überleben. Dabei kann Christoph auf die Unterstützung seiner Freunde und die Liebe seiner neuen Freundin Laura zählen.
Das Cover sagt schon viel über den Inhalt des Buches aus und auch das Erzähltempo ist recht flott. Die Thematik ist genau auf jugendliche Leser zugeschnitten,es geht gewissermaßen um einen modernen Krimi. So warten dann auch Laptops, facebook und iphones auf den Leser und kommen hier zum Einsatz. Für den Erwachsenen bleiben einige Sachen ein wenig zu oberflächlich und die Charaktere für meinen Geschmack hier und da ein wenig zu farblos, aber man muss bedenken, dass hier der Leserkreis jünger ist. Und somit winkt als Fazit ein durchaus gelungener Krimi, der bis zum Schluss mit Spannung aufwartet und zu einem unerwarteten, aber realistischen Ende kommt.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

wirtschaftswunder, 60er jahre, erste liebe, brd, verdrängung

Klack

Klaus Modick
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.02.2013
ISBN 9783462045154
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ein Gewitter seinen Dachboden verwüstet hat, stößt Markus auf alte Fotos, die er damals mit seiner ersten Kamera gemacht hat. Dies ist für ihn der Anlass zu einer Reise in die Vergangenheit.
Anfang der 60er Jahre gewinnt der 15jährige Markus mit einem Los auf dem Osterfest eine Agfa Klack. Die Schnappschüsse, die er damit macht, sind mit vielen Erinnerungen und kleinen Geschichten verbunden. Es ist die Zeit des Mauerbaus, den Sonntagen mit Rouladen und dem guten Service, aber auch die Zeit der Pubertät und des Erwachsenwerdens. Während die Eltern versuchen, die Nazi Zeit zu ignorieren und sich im Wirtschaftswunder sonnen, beginnt für den Jungen eine andere Zeit. Er findet die Musik von Elivs Presley und Buddy Holly toll, sieht die Raupe auf der Kirmes als ein großes, fantasiegeladenes Abenteuer an und träumt während der Tanzstunde vom ersten Kuss. Doch dann zieht in das heruntergekommene Haus gegenüber eine italienische Familie ein und er verliebt sich in deren Tochter Clarissa.
Das Buch besticht durch seinen ruhigen und gleichmäßigen Erzählstil und zwischen den Zeilen weht für mich ein Hauch von Nostalgie herüber. Auf der einen Seite wird sehr gut deutlich wie die Menschen die Vergangenheit unter den Teppich kehren. So wird zB ignoriert, dass der Opa als Richter im Nazi Deutschland arbeitete und die Oma bezeichnet die Polizei fast noch als Gestapo. Gleichzeitig sitzt der Leser aber auch mit in der Wohnung des Erzählers und findet sich zwischen Tütenlampen und Nierentischen wieder und wird mit ihm gewissermaßen auch ein Stück erwachsen. Betrachtet man die Handlung und aus der Sicht unser heutigen Zeit, so wirkt diese Epoche doch sehr unschuldig und unaufgeregt im Gegensatz zur Jugend heute. Gleichzeitig wartet der Autor mit einer guten Portion Humor auf, die den Handlungsstrang immer wieder auflockert, so zB als während des Beerdigungsschmauses jemand meint, dass niemand vor hat eine Mauer zu bauen. Somit ist Klack ein sehr lesenswertes Buch, dass einen mit auf eine gelungene Zeitreise nimmt durch den Kommentar zu den einzelnen Fotos und den dazu gehörenden Geschichten sehr gut konzepiert ist.

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(23)

29 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

wirtschaftswunder, deutschland, liebe, familie, klack

Klack

Klaus Modick
E-Buch Text
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Verlag, 14.02.2013
ISBN 9783462306835
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ein Gewitter seinen Dachboden verwüstet hat, stößt Markus auf alte Fotos, die er damals mit seiner ersten Kamera gemacht hat. Dies ist für ihn der Anlass zu einer Reise in die Vergangenheit.
Anfang der 60er Jahre gewinnt der 15jährige Markus mit einem Los auf dem Osterfest eine Agfa Klack. Die Schnappschüsse, die er damit macht, sind mit vielen Erinnerungen und kleinen Geschichten verbunden. Es ist die Zeit des Mauerbaus, den Sonntagen mit Rouladen und dem guten Service, aber auch die Zeit der Pubertät und des Erwachsenwerdens. Während die Eltern versuchen, die Nazi Zeit zu ignorieren und sich im Wirtschaftswunder sonnen, beginnt für den Jungen eine andere Zeit. Er findet die Musik von Elivs Presley und Buddy Holly toll, sieht die Raupe auf der Kirmes als ein großes, fantasiegeladenes Abenteuer an und träumt während der Tanzstunde vom ersten Kuss. Doch dann zieht in das heruntergekommene Haus gegenüber eine italienische Familie ein und er verliebt sich in deren Tochter Clarissa.
Das Buch besticht durch seinen ruhigen und gleichmäßigen Erzählstil und zwischen den Zeilen weht für mich ein Hauch von Nostalgie herüber. Auf der einen Seite wird sehr gut deutlich wie die Menschen die Vergangenheit unter den Teppich kehren. So wird zB ignoriert, dass der Opa als Richter im Nazi Deutschland arbeitete und die Oma bezeichnet die Polizei fast noch als Gestapo. Gleichzeitig sitzt der Leser aber auch mit in der Wohnung des Erzählers und findet sich zwischen Tütenlampen und Nierentischen wieder und wird mit ihm gewissermaßen auch ein Stück erwachsen. Betrachtet man die Handlung und aus der Sicht unser heutigen Zeit, so wirkt diese Epoche doch sehr unschuldig und unaufgeregt im Gegensatz zur Jugend heute. Gleichzeitig wartet der Autor mit einer guten Portion Humor auf, die den Handlungsstrang immer wieder auflockert, so zB als während des Beerdigungsschmauses jemand meint, dass niemand vor hat eine Mauer zu bauen. Somit ist Klack ein sehr lesenswertes Buch, dass einen mit auf eine gelungene Zeitreise nimmt durch den Kommentar zu den einzelnen Fotos und den dazu gehörenden Geschichten sehr gut konzepiert ist.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

kindesentführung, entführung, gesellschaftskritik, gesellschaftskritisch, gesellschaft

Die Leute, die sie vorübergehen sahen

Scott Bradfield
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Residenz, 29.01.2013
ISBN 9783701716036
Genre: Romane

Rezension:

Salome Erin Jensen ist drei Jahre alt, als sie von ihrem Daddy entführt wird und eine Odysee für sie beginnt. Schon nach kurzer Zeit verlässt der Vater sie und Sal landet bei einer seltsamen Frau in der Nachbarschaft und schließlich streift sie durch die Gegend. Ein wichtiger Anlaufpunkt werden Waschsalons, Keller und Kartons. Sie gerät in die Mühlen einer seltsamen Gruppe, an Kinderschänder und in die Mühlen der Fürsorge, wandert durch die Wüste um in einem zerfallenen Haus als Orakel für Geld und Gaben verschachert zu werden. Ein Zufall bringt sie jedoch wieder in die Hände iher ursprünglichen Familie zurück.
Lässt man diese unglaubliche Geschichte als Rahmenhandlung stehen und sich einfach von den Worten und der Sicht der kleinen Sal treiben, so erwartet den Leser ein sehr schönes und dichtes Buch. Sal beschreibt die Ereignisse aus der Sicht eines Kindes, ist aber gleichzeitig unheimlich Weise und Klug, unvoreingenommen und selbstbewusst. Auf ihrer Reise und durch ihre Beschreibungen deckt sie gleichzeitig die Fehler und Schwächen der Menschen auf, die ihr begegnen, so zB der Bewährungshelfer, der eigentlich keiner sein möchte oder der Mann im Waschsalon, der keine Auskünfte gibt. Die Schwächen der Menschen werden besonders deutlich in der sogenannten Führsorge, aber Sal besitzt so etwas wie innere Weitsicht und so gibt sie ihren Namen und ihre Geschichte nicht preis. Schon bald wird sich ergeben, dass die Menschen dort es mit Kindern nicht ehrlich meinen und von Misbrauch die Rede ist. Ein weiteres Beispiel zeigt der Fall in der Wüste auf. Als Sal dort ankommt und der Mann sich ihrer annimmt, eilt schnell der Ruf vorraus, das Sal eine Art Orakel ist und so pilgern Esotheriker zu dem halberfallenen Haus. Der Besitzer sieht seine Chance kommen und aus dem verwahrlosten Mann wird Dank der vielen Gaben und Dollarscheine ein Mann, der wieder feste Schuhe trägt und Fenster einbauen kann. Alles in allem nimmt Scott Bratfield den Leser mit auf eine philosophische Reise und regt den Leser zum Nachdenken über den Menschen und sein Innerstes an.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

england, frankreich, historischer roman, 17. jahrhundert, sonnenkönig

Adieu, Sir Merivel

Rose Tremain , Christel Dormagen
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 21.01.2013
ISBN 9783458175636
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sir Robert Merivel lebt auf Bidnor Manor, zusammen mit seiner Tochter Magaret. Früher besaß er die Gunst des Köngis Charles II. Er hat ihn unterhalten und war sein Medicus. Doch nun scheint er den 57 jährigen Merivel vergessen zu haben. Als auch Tochter Magaret das Haus verlassen wird, hält es Merivel nicht mehr daheim aus und begibt sich mit seinem alten Diener Will an den Hof des französischen Königs. Doch auch dort ignoriert man ihn völlig und Merivel haust in einem armseligen Dienerquartier. Sein Leben bekommt erst wieder Sinn, als er sich in Louise de Flamanville verliebt. Doch die Liason fliegt auf und Merivel muss Frankreich wieder verlassen, zumal er auch erfährt, dass seine Tochter dringend Hilfe benötigt, denn sie ist schwer erkrankt.
Das Buch und seine Handlung führt den Leser in das ausgehende 17. Jahrhundert und damit in eine andere Epoche und Zeit. Man erlangt einen Einblick in das Leben bei Hofe und die Welt der armen und reichen Leute. Merivel ist ein Vertreter seiner Zeit, nicht arm, aber auch nicht finanziell sehr begütert. Er versteht es aber zu Leben und will trotz seiner 57 Jahre nicht auf Liebe und Genuss verzichten. An manchen Stellen wirkt mir sein Charakter aber zu oberflächlich und sein Verhalten hat auch nichts damit zutun, dass er ein Lebemann ist. Nur seine Tochter scheint er wirklich aufrichtig und bedingungslos zu lieben. An einigen Stellen fand ich den Erzählstrang ein wenig zu langatmig und auch ein wenig unglaubwürdig, so zB die ganze Zeit am französischen Hof und die Entwicklung seiner Liebe zu Louise. Auch das Ende wartet mit einer Entwicklung auf, die man als Leser sicher nicht so erwartet, die ich aber hier an dieser Stelle nicht verraten möchte. Alles in allem ist Adieu Sir Merivel somit ein solider Roman, der den Leser gut unterhält und ihn in eine andere Welt und Zeit versetzt.

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271 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

liebe, freundschaft, tod, verlust, familie

Wie Blüten im Wind

Kristin Hannah , Marie Rahn
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.01.2013
ISBN 9783548284774
Genre: Romane

Rezension:

Alexa, gennant Lexi, wird wie ein Wanderpokal durch Heime und Pflegefamilien gereicht, bis sie schließlich bei ihrer Tante in einem Trailer Park landet. Dort findet sie zum ersten Mal so etwas wie Ruhe und eine konstante Lebensweise, doch Lexi ist unsicher, bleibt eine Außenseiterin. Dennoch freundet sie sich mit dem Zwillingspärchen Zach und Mia an. Mia wird ihre beste Freundin und Zach ihr Freund. Doch dann kommt es zu einem tragischen Unfall und Mia stirbt. Für alle ändert sich das Leben in diesem Moment und sie müssen ihr Leben völlig neu strukturieren. Der Einband verrät schon, dass es sich um ein Buch um Teenager und das Erwachsenwerden handelt. Zunächst fand ich die Konstellation armes Mädchen freundet sich mit Sunnyboy und gelangweiltem Teenager an, ein wenig klischeehaft. Aber schon nach wenigen Seiten zieht das Buch einen in seinen Bann. Auch wenn sprachlich nicht alles ausgereift ist, so lässt sich doch für den Leser sehr gut nachvollziehen wie Lexi sich fühlt und die Kindheit ihr Leben für immer prägt. Ebenso gut wird ihr innerer Zwiespalt aufgezeigt, was passiert, wenn man sich in den Bruder der besten Freundin verliebt. Auf der einen Seite das schlechte Gewissen und dann wieder die Schmetterlinge im Bauch, wenn sie sich mit Zach trifft. Das Buch ist gut in zwei Sinnabschnitte unterteilt: die Zeit vor und nach dem Unfall. So wird deutlich wie sehr sich alle verändern. Die Frage der Schuld, Anklage, aber auch die stummen Vorwürfe der Verwandten und Freunde. Es findet sich auch die typische amerikanische Lebensweise in vielen kleinen Details wieder zB dem Schullalltag, typische Teenagerdinge usw. Einzig Jude, die Mutter der Zwillinge ist mir ein wenig unsympatisch geblieben. Sie wirkt auf mich zu bestimmend und planend und ich hatte keinen wirlichen Zugang zu ihrer Person. Wieoft heißt es , meine Mia' oder ,mein Sohn Zach'. Sie betrachtet die Kinder mehr als ihr Eigentum als als selbständige Persönlichkeiten. Hier und da wirkt das Buch ein wenig kitschig, spiegelt aber gut die Gedankenwelt und Sehnsüchte der Teenager und jungen Erwachsenen wieder. Alles in allem ein gutes Buch, das man als Schmöker in einem Rutsch lesen kann und das gut unterhält. weiterlesen

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

berlin, café, ?, humor, humor / biografie

Für hier oder zum Mitnehmen?

Ansgar Oberholz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 12.11.2012
ISBN 9783864930096
Genre: Humor

Rezension:

Ein junger Mann ist auf den Straßen Berlins auf dem Weg zum Zahnarzt als er Schutz vor dem Regen sucht. Dabei fällt sein Blick auf ein altes Gebäude, dass er aus dem Werk 'Berlin Alexanderplatz' wiederzuerkennen glaubt und so keimt in ihm der Gedanke auf, dieses Gebäude wieder zum Leben zu erwecken. Doch er hat es nicht immer leicht, denn er muss sich mit Konzessionen und Kontrolleuren herumplagen und ein gepflegtes Publikum ansprechen. Da ist noch ein gewisser Hausgeist in den alten Gewölben und so wird das Medium Aurinia zu Rate gezogen.

Die Idee des Buches ist sehr originell und auch der gesamte Roman ist recht locker und ansprechend geschrieben, aber dennoch will der Funke bei mir nicht so recht überspringen. Vieles verläuft zu sehr an der Oberfläche und den Charakteren fehlt es an Tiefgang, so dass ihre Sorgen und Ideen einfach nur heruntergeschrieben werden. Ebenso ist die Sache mit dem Spuk und dem Medium ein Handlungsfaden, den man weiter hätte ausspinnen können. Daher mein Fazit: Für Hier oder zum Mitnehmen ist ein recht kurzweiliges Buch, dass aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

berlin, slang versus biest, prag, spannung pur, thriller

Biest

Jenk Saborowski
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Piper (com), 20.12.2012
ISBN 9783492959018
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die russische Oligarchie überlegt sich wie man weiterhin an Geld kommen kann und andere Länder von sich abhängig macht, damit der Rubel rollt. Da bedarf es moderner Kriminalität und im Zeitalter des Internets und moderner Technik bieten sich da viele Möglichkeiten. Aber es gibt noch Solveigh Lang, eine international aktive Agentin und Ermittlerin, die mit ihrem Team in ganz Europa und auch weltweit solche Täter dingfest machen.
Nach der Leseprobe war ich zunächst ein wenig skeptisch, ob hier in diesem Buch nicht einfach moderne Verbrechermethoden einfach heruntergespult werden, aber es war doch ein sehr gut gelungener Thriller. Das Erzähltempo ist durchweg hoch, die Orte wechselen und die Ideen sind sehr gelungen und wirken auch überzeugend. Dabei geht man als Leser mit Solveigh Lang und ihrem Team gewissermaßen selbst auf die Suche nach dem Biest. Fazit: mit diesem Buch erwartet den Leser einfach gute, überzeugende Lesekost.

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198 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 47 Rezensionen

fantasy, druide, götter, hexen, kelten

Die Chronik des Eisernen Druiden - Die Hetzjagd

Kevin Hearne , Alexander Wagner
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 21.02.2013
ISBN 9783608939316
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Chronik des eisernen Druiden 1
Der Druide Atticus ist bereits 2100 Jahre alt, sieht aber noch sehr jugendlich aus, auch Dank seiner Tätowierungen. Er lebt als 21 jähriger, flachsiger Student in Arizona. Zusätzlich betreibt er einen Buchladen mitsamt okkulter Ecke und ist Besitzer eines sprechenden und logisch denkendem irischen Wolfshundes namens Oberon.
Doch das Leben als Druide ist im modernen Amerika nicht einfach. Atticus ist Besitzer eines magischen Schwertes und wird mit regelmäßiger Häufigkeit von Elfen, Hexen und anderen mythologischen Zauberwesen besucht und heimgesucht, die ihm nach dem Leben trachten.
Die Idee des Buches ist gelungen und witzig, aber mit der Umsetzung bin ich einfach nicht warm geworden. Atticus stelle ich mir wirklich als den flachisgen jungen Mann vor, den auch das Cover zeigt, aber nach ca. 100 Seiten geht mir seine Erzähl- und Denkweise doch sehr auf die Nerven und somit wird das Buch dann doch langweilig. Die Ideen wirken dann abgenutz und man weiß bereits, dass Atticus jedes neue Feenwesen oder Elfe erst einmal unter die Lupe nimmt, ob sie auch attraktiv ist. Des weiteren gibt es auch Passagen, die so hahnebüchen wirken, dass sie trotz Fantasy Genre sehr übertrieben wirken. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass sich Atticus niederkniet und sich dank Erdennergie wie ein Akku wieder auflädt. Allerdings hat das Buch auf der positiven Seite auch wieder witzige, überraschende Wendungen parrat, die man so als Leser nicht erwartet wie z.B. die Smoothie liebende Elfe, die er in seiner Küche vorfindet. Alles in allem sicher ein Buch, dass Fantasy Fans mögen werden, ich persönlich aber mir nicht freiwillig ins Bücherregal stellen würde, denn nach der LP hatte ich mir doch etwas mehr vom Buch versprochen.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

new york, theater, schauspieler, tod, liebe

So it goes

Michael Tucker , Sigrid Ruschmeier
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 09.11.2012
ISBN 9783862200290
Genre: Romane

Rezension:

Herbie Aaron geht abends oft in Bars um seinen Kummer zu ertränken, denn seine Frau Annie liegt unweit entfernt im Krankenhaus und wartet auf den Tod. An einem dieser Abende lernt Herbie Olive kennen, eine junge Frau, die bereits in Musicals gesungen hat, aber nun als Kellnerin arbeitet. Schauspieler Herbie nimmt Olive mit ins Krankenhaus und schon bald freunden sich Olive, Annie und ihre Tochter Candy an. Man erinnert sich an die erfolgreichen Zeiten als Schauspieler, die großen und kleinen Rollen und die wilden Zeiten mit Liebe zu Dritt und Drogen. Doch Annie bleibt nicht viel Zeit und schon bald darauf erliegt sie ihrem Krebsleiden. Nun ist es an Herbie wieder ins Leben zurück zu finden. Doch daheim erinnert ihn alles an Annie und so packt er seine Golfschläger und flieht. Doch während er fließig Kontakt zu Olive hält, treten auch andere Frauen in sein Leben und es bleibt offen wie alle ihr Schicksal meistern.

Das Buch hat mich direkt von Anfang an sehr berührt und angesprochen. Man geht die Wege mit den Charakteren mit und kann sich sehr gut in alle hineinversetzen. Annie hat die Dinge geregelt und spendet den anderen noch Mut und aus den Erinnerungen spricht die große Liebe zwischen Herbie und Annie. Dabei wirkt der Roman an keiner Stelle kitschig oder drückt bewusst auf die Tränendrüse. Man kann Herbies Kummer gut nachvollziehen, aber auch verstehen, dass er auch den Weg in ein Leben nach Annie sucht. Ebenso authentisch wirken Candy mit ihrer unglücklichen Beziehung zu Maurice und Olive, die gerne Erfolg haben möchte. Dabei umweht das Buch ein Hauch von Amerika, der nicht nach Fastfood oder Hollywood Allüren riecht. Ein sehr berührendes und leises Buch, dass sehr lesenswert ist und einen an die große Liebe glauben lässt, aber auch Mut und Hoffnung gibt.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, hamburg, suizid, selbstmord, beziehung

Wenn die Nacht am stillsten ist

Arezu Weitholz
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 05.09.2012
ISBN 9783888977756
Genre: Romane

Rezension:

Anna sitzt am Bett ihres Ex Freundes Ludwig, der ihr am Tag zuvor den Laufpass gegeben hat. Ludwig hat eine Überdosis Schlaftabletten genommen. Doch anstatt den Notarzt zu rufen, lässt Anna ihren Gedanken freien Lauf und die Beziehung zu Ludwig und Teile ihres Lebens revue passieren. Im zweiten Teil erfährt der Leser aus Annas Sicht, was sich am Tag zuvor ereignet hat und wie Annas bisheriges Leben ausgesehen hat. Der Vater hat Selbstmord begangen, die Mutter lebt schwer depressiv in einem Pflegeheim. Anna hat ein schlechtes Gewissen, dass ihre Mutter dort nicht ausreichend versorgt wird und sie zu wenig Zeit für die Mutter aufbringt. Annas Leben ist geprägt von Selbstzweifeln, die Ludwig noch verstärkt, Drogenexzessen in ihrer Afrikazeit und dem Wunsch, anderen zu gefallen.

Zunächst wird der Leser im ersten Kapitel mit Annas Gedankenströmen förmlich überflutet und es ist unmöglich, all ihre Gefühle und Wünsche im Gedächtnis zu behalten. Doch man bekommt ein sehr gutes Gesamtbild von Anna. Ihr wird als Gegenpol Ludwig hinzugefügt. Er ist das genaue Gegenteil, zynisch, manipulierent und egoistisch. Ludwig ist der moderne Karrieremensch, der nur auf Erfolg und Oberflächlichkeiten getrimmt ist. So fragt man sich, was Anna an diesem Mann anziehend findet. Letztendlich scheitert Ludwig an seinen eigenen Ansprüchen und zeigt nur einmal menschliche Züge, als er Anna vor sich und einer möglichen Beziehung warnt. Auch das zweite Kapitel, das berichtet wie es zu dem möglichen Suizidversuch gekommen ist, lebt von der außergewöhnlichen Sprache und Erzählweise der Autorin. Es gibt viele Vergleiche, Ideen und Wünsche werden passend im Konjunktiv verfasst und in vielen Sätzen stecken kleine Weisheiten, die sich der Leser am liebsten gerne notieren möchte. Auch zwischen den Zeilen fühlt man mit Anna und die Schilderung des Lebens im Heim und deren Menschen lässt den Leser ebenso nachdenklich zurück. Wenn die Nacht am stillsten ist ist sicher kein Buch, das man einfach so zur Unterhaltung liest und sich auf den ersten Blick erschließt, aber absolut lesenswert ist.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

new york, familienunternehmen, tochter, china, familie

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Nora Bossong
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 27.08.2012
ISBN 9783446239753
Genre: Romane

Rezension:

Die Firma Tietjen ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich im Frottee-Geschäft tätig. Durch Glück und Geschick gelingt der Firma durch den 1. Weltkrieg der Aufstieg und Justus Tietjen baut sein Geschäft immer weiter aus. Die Söhne Karl und Kurt sollen die Firma übernehmen, doch Karl bleibt in den USA und stirbt dort durch einen Reitunfall. So führen Justus und Kurt die Geschäfte weiter, doch Justus erkennt den Wandel der Zeit nicht und so geht es langsam mit der Firma bergab. Und auch Kurt beschließt eines Tages, der Firma den Rücken zu kehren und den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen. Nur seine 27 jährige Tochter Luise fühlt sich verpflichtet, die Firma wieder auf Vordermann zu bringen und so besucht sie ihren Vater in New York, bis dieser tot in einer heruntergekommenen Wohnung aufgefunden wird.

Der Roman ist sehr sachlich und nüchtern gehalten und es werden keine großen Emotionen beschrieben. Dennoch teilt sich dem Leser der Werdegang der Familie Tietjen sehr gut mit und verdeutlicht, in welchem Konstrukt aus Erwartung und Pflicht die einzelnen Personen gefangen sind, denn im Grunde genommen leben alle in einem Käfig, in dem kein Platz für Individualität oder Gefühle ist. Somit ist auch Kurts 'Ausstieg' seine Art von Protest, denn alle Welt hat in ihm nur den erfolgreichen Geschäftsmann gesehen. Bewusst steigt er in den schäbigsten Gegenden New Yorks ab und ignoriert seine Firma. Es interessiert ihn nur wie weit sie den Bach herunter geht. Zu diesem Zweck ruft er seine Tochter Luise hin und wieder zu sich nach New York. Obwohl Luise unter der Gefühlskälte des Vaters leidet, fühlt sie sich der Familie und Firma verpflichtet und springt ins kalte Wasser um die Firma zu retten. Dabei wird auch hier sehr schön deutlich wie die Mitarbeiter und Kollegen falsch spielen und ihr Steine in den Weg legen. Nora Bossong beschreibt das Leben ihrer Protagonisten in einem sehr eigenwilligen Sprachstil, der aber sehr ausgereift ist, von vielen Vergleichen lebt und den Leser anspricht, wenn er sich darauf einlässt. Somit erwartet den Leser ein sehr guter Blick hinter die Kulissen der Welt einer Firma und deren Familie. Daher habe ich mich sehr gefreut, das Buch am Fragefreitag gewonnen zu haben.

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