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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

ukraine, familiengeschichte, ddr, familiensuche, familie

Slawa und seine Frauen

Felix Stephan
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.09.2017
ISBN 9783426277164
Genre: Biografien

Rezension:

Klappentext:

1962 studierte meine Großmutter in Leningrad. Sie ging eine Beziehung mit einem ukrainischen Juden ein und wurde schwanger, mit meiner Mutter. Als die Eltern ihres Freundes erfuhren, dass ihr Sohn keine 17 Jahre nach dem Holocaust eine Deutsche geschwängert hatte, musste er die Stadt verlassen und nach Hause zurückkehren. Die beiden haben sich daraufhin nie wiedergesehen."

 

Die Geschichte wird aus Sicht von Slawas Enkel erzählt.

Dieser schweift immer wieder ab und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und so weiter und so weiter. Die halbe Geschichte ist er eher mit sich selbst beschäftigt. Die andere Hälfte ist mit Informationen über Orte oder Leute gefüllt, die ganz entfernt vielleicht einen Bezug zum Geschehen haben, aber mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Und da ist man auch schon am Knackpunkt der ganzen Sache - es gibt keine eigentliche Handlung. Dass, was man letztendlich über Slawa erfährt, ist weder spannend noch besonders unterhaltsam und könnte man auch auf zehn Seiten zusammenfassen.

Letztendlich ist das Buch wie ein Besuch bei unliebsamen Verwandten, die Geschichten erzählen, die einen eigentlich nicht interessieren.

 

Bis zur letzten Seite wartet man darauf, dass die eigentliche Geschichte beginnt - leider vergebens.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

trauer, raf, schuld, vergangenheit, liebesroman

In einem anderen Licht

Katrin Burseg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783471351406
Genre: Romane

Rezension:


Wie der Klappentext bereits sagt, geht es um eine "berührende Lebensgeschichte einer Frau vor dem historischen Hintergrund des RAF-Terrors".
Der Leser wird sofort abgeholt und während er die Hauptfigur Schritt für Schritt kennenlernt ist er auch schon mitten im Geschehen. Dabei ist die trauernde Miriam von Anfang an sympathisch. Immer wieder wird die eigentliche Handlung pausiert, um ihre innere Zerrissenheit zu beleuchten. Der Leser begleitet sie in ihrer Trauerbewältigung und erlebt, wie sich Miriam immer wieder aufrappelt, um dem Geheimnis der Stifterin auf den Grund zu gehen.
Auch die Gefühlswelt des trauernden Sohnes wird immer wieder in den Focus gerückt und dabei liebevoll umgesetzt.
Der Autorin gelingt es, den RAF-Terror absolut realistisch und glaubwürdig in das Geschehen einzubinden. Dabei bedarf es keiner genauen Vorkenntnisse, der Leser erhält genug Informationen um sich ein Bild zu machen bzw. um Interesse an dieser Thematik zu entwickeln, aber  ohne mit Fakten erschlagen zu werden.
Dabei geht die Autorin behutsam in kleinen Schritten vorwärts, sodass bis zum Ende kaum abzusehen ist, was die eigentlichen Hintergründe sind. So bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten.
 
Am Ende steht eine Gewissensfrage, bei der man selbst als Leser ins Grübeln gerät.
Fazit
Ein absolut lesenswertes Buch. Auch wenn es mal nicht um die eigentliche Handlung ging, sondern um die Gefühlwelt der Hauptfigur, konnte ich das Buch zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen.
       

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105 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, spanien, spionage, bürgerkrieg, franco

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:


Es ist das Jahr 1936.Mitten im spanischen Bürgerkrieg soll Lorenzo Falcó einen politischen Gefangenen aus dem Gefängnis befreien. Zu seinem Team vor Ort gehört auch die geheimnisvolle Eva. Doch sollte er ihr wirklich trauen?


Zu Beginn hat mich das Buch leider nicht so gefesselt, was vor allem daran lag, dass relative viele Personen eingeführt wurden, bei denen nicht klar ist, ob sie für die Handlung relevant sein werden. Auch wird der erste Teil sehr in die Länge gezogen.
Als der handelnde Personenkreis dann aber einigermaßen vorgestellt und  festgelegt war, konnte ich dem Geschehen besser folgen und die Handlung nahm an Fahrt auf.
  
Wer eine Romanze oder Liebesgeschichte erwartet, wird eher enttäuscht. Die Hauptfigur hat generell kein gefühlsintensives Verhältnis zu Frauen. Aber zumindest scheint die Beziehung zu Eva anders zu sein, als zu anderen Liebschaften.
Auch mit der Spannung ist das so eine Sache. Da es sich um einen Spionageroman handelt, passiert an Aktion relativ wenig. Vielmehr kommt es auf Feinheiten und Kleinigkeiten an.
  
Der Autor schreibt aus der Perspektive der Hauptfigur. Dabei gelingt es ihm,  den Charakter seiner Hauptfigur, durch immer wieder neue Situationen, stückchenweise offenzulegen. Falcó ist nicht direkt sympathisch, aber mit jedem Kapitel versteht man besser, was in ihm vorgeht.


Fazit
Der Anfang ist eventuell ein bisschen schwierig, aber am Ende ist es doch ein sehr gelungenes Buch.
       

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