Leserpreis 2018

alice14072013s Bibliothek

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Das Schicksal der Banshee

Alina Schüttler
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Tomfloor Verlag, 20.11.2018
ISBN 9783964640093
Genre: Fantasy

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Schulcafé Pustekuchen 2, Backe, backe, Hühnerkacke

Kati Naumann , Silvia Baroncelli
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 04.10.2018
ISBN 9783440156407
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Was ist eine Muffin-Rohrpost?
Warum möchten alle Schüler, dass ihre Lieblingslehrerin ordentlich ins Schwitzen gerät?
Ist es möglich, dass ein Schaf ein Auto fährt?

Und wieso heißen eigentlich alle Hühner Olga?

Auf diese und viele weitere verrückte Fragen bekommen kleine und große Leser, die Kati Naumanns "Schulcafé Pustekuchen - Backe, backe, Hühnerkacke" zur Hand nehmen,  sehr originelle und humorvolle Antworten. Ich habe selten ein Kinderbuch gelesen, dass den jungen Lesern mit so viel Herz und Humor die wichtigen Fragen des Lebens vermittelt und gleichzeitig Kinder so zu fesseln vermag. Die Geschichte lebt von ihren kreativen Ideen und ihrem feinen Wortwitz, der nicht nur meine Tochter, sondern auch mich immer wieder zum Staunen und Lachen gebracht hat. Ob es die spritzige "Moma" Mona Tingel ist, die sich zu jung fühlt um Oma genannt zu werden und in ihrem Herzen die Zeit des Flower Power bewahrt hat, oder ihre kreativen Rezeptideen für das Schulcafé, die zum Nachzaubern einladen.

" Sie fand, Großmutter klang nach falschen Zähnen, die man nachts in ein Wasserglas legen musste. Und sie war doch noch sehr flott mit ihren rot gefärbten Haaren, den großen Ohrringen und den bunten Flattergewändern." ( Zitat aus dem Buch )

Ob es ein mit viel Liebe von den Schülern organisiertes Schulfest ist, dem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, oder das große Geheimnis ihrer Lieblingslehrerin, dem sie unbedingt auf die Spur kommen wollen. Das Buch begeistert mit seiner fantasievoll erzählten Geschichte, die dennoch direkt aus dem Leben gegriffen ist und die Kinder gerade deswegen so sehr mitfiebern lässt.


Inhalt:

Das Beste an Tillis Schule ist das Schulcafé „Pustekuchen“. Hier backt Tillis Oma Moma ihre legendären Muffins und hilft bei Katastrophen aller Art.

Das Schulcafé „Pustekuchen“ ist etwas ganz Besonderes, findet Tilli und hilft ihrer Oma Moma, wo sie nur kann. Aber Moma ist unzufrieden: Sie hat keine Lust mehr auf die Supermarkt-Tomaten, die schon um die halbe Welt gereist sind. Ab sofort wird im „Pustekuchen“ nur noch mit Gemüse aus eigenem Anbau gekocht! Doch der streitsüchtigen Nachbarin Frau Wurstmayr ist Momas und Tillis giftfreier Garten ein Dorn im Auge. Und was wird sie erst sagen, wenn die beiden die Hühner vom kranken Bauern Knoll in Pflege nehmen? Am nächsten Morgen werden nicht nur Moma, Tilli und Jacob vom fröhlichen Krähen des Hahns aus dem Bett geworfen, sondern auch Frau Wurstmayr…

Meinung:

Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll, wenn ich all die wundervollen Attribute aufzählen möchte, die diese Geschichte ausmachen. Der zweite Band über das Schulcafé Pustekuchen ist eine bezaubernde Kindergeschichte über die turbulenten Vorbereitungen eines Klassenfestes mit Hindernissen, die nicht nur den kleinen Lesern das Herz erwärmt. Mit sehr viel Liebe zum Detail und genialem Humor erzählt Kati Naumann von engagierten Planungen durch liebeswerte Schüler, mürrischen Schulfestgegnern, die im Geheimen intrigieren, dem großen Geheimnis einer Lieblingslehrerin und den Tieren eines Biobauern, denen Asyl zu gewähren ist.

Die Autorin schreibt mit so viel Gefühl und Herzblut, dass sie uns unweigerlich mitnimmt auf ein lustiges und spannendes Abenteuer, in dem wir schnell mit ganzer Seele dabei sind. Sie erzählt in einer für Kinder klaren, verständlichen Sprache, die es ihnen erlaubt dem Geschehen leicht zu folgen. Dabei spielt sie auf so humorvolle Art mit Worten, Bezeichnungen und Bildern, dass nicht nur die kleinen Leser Spaß haben, sondern auch wir Erwachsenen uns dabei ertappen, schallend lachen zu müssen. Allein die Überschriften wie "Ein Rasenmäher mit Löckchen" sind schon einen zweiten Blick wert.

"Moma tuckerte mit einem alten VW-Bus durch die Gegend, den sie mit riesigen, bunten Blumen bemalt hatte. "Der fährt mit Flower-Power", sagte sie immer. ..... Das Auto hatte natürlich auch einen Namen. Es hieß Mörchen. Als Moma es gekauft hatte, wunderte sich Tillis Mama nämlich: "Was willst du denn mit dieser alten Möhre?" Und schon hatte das Möhrchen seinen Spitznamen weg." ( Zitat aus dem Buch )

Die kleinen und großen Protagonisten sind mit viel Liebe ausgearbeitet. Kinder schließen sie sofort in ihr Herz.
Die liebenswerte "Moma" Tingel, die immer positiv denkt, ein wenig verrückt ist und für alles eine kreative Lösung hat, steht den Kindern stets mit wertvollem Rat zur Seite und ist für jeden Spaß zu haben. Tilli, ihre Enkelin, steht ihrer Großmutter mit ihren fantasievollen Ideen in nichts nach. An ihr ist eine kleine Erfinderin verloren gegangen, die mit ihren tollen, lustigen Ideen auch unsere Kleinen wieder zu ihrem eigenen kindlichen Einfallsreichtum animiert. Ebenso finden wir die Lieblingslehrerin Frau Rosenblatt, die lieber den Unterricht mit Musik, Gesang und Zuneigung füllt, als den Kindern mit Strenge und trockenem Schulstoff zu begegnen. Gerade deswegen wird sie von den Schülern respektiert und unterstützt. Selbst dann, als sie langsam ihrem großen Geheimnis auf die Schliche kommen. Sogar die mürrischen "Gegenspieler" in der Geschichte machen Spaß, weil ihre verschrobenen Eigenheiten die Kinder eher zum Lachen bringen, als dass sie sie ängstigen. Und weil selbst die Schüler der 5a in der Lage sind, eine garstige Frau Wurstmayr aus der Fassung zu bringen oder die immer ernste und missgünstige Lehrerin Frau Habersack auszutricksen.

"Jetzt hielt es Frau Wurstmayr nicht mehr aus und kam aus ihrem Versteck. "Was ist das?", schnauzte sie die Jungs an. "Was baut ihr da im Garten?" "Nichts Besonderes", sagte Robo. "Bloß eine Raketenabschussrampe." (Zitat aus dem Buch )

Der Grundton der Geschichte ist fröhlich und positiv, die Handlung ein wenig verrückt, aber dennoch immer realitätsnah. Dadurch fällt es den Kindern sehr leicht sich mit den Charakteren und dem Geschehen zu identifizieren. Meine Tochter war durchweg begeistert bei der Sache, stellte Vergleiche zu ihrem Schulalltag, ihren Lehrern und ihrer Schulküche her. Hin und wieder beschwerte sie sich über das Mittagessen, verglich meine Art mit ihren Problemen umzugehen mit der lockeren Art von Moma  ( Ja, auch ich durfte meine erzieherischen Qualitäten reflektieren.. ) und sammelte fleißig Ideen für eigene Schulfeste. Daran zeigt sich, wie wunderbar spielerisch die Geschichte unsere Kinder mitfiebern lässt, ihren Einfallsreichtum fördert und sie nebenbei auch zum Nachdenken anregt, ohne dass sie sich bewusst mit den Problemen unserer Umwelt auseinandersetzen.

Die Bedeutung von Zusammenhalt, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Respekt wird hier sehr groß geschrieben. Gleichzeitig wird den Kindern mit einem Augenzwinkern gezeigt, wie leicht sie Probleme lösen können, ohne Anderen dabei zu schaden, wenn sie ihre kreativen Ideen im positiven Sinn nutzen. Selbst wenn eine streitsüchtige Nachbarin und eine Lehrerin, der jeglicher Spaß zuwider ist, ihnen einen Stein nach dem anderen in den Weg zu legen versuchen. Warum nicht mal ein liebebedürftiges Schaf als Rasenmäher benutzen, wenn man gerade keinen zur Hand hat und ihm dafür nachts Gesellschaft leisten? "Ja - oder Nein - Muffins" eigenen sich sehr gut zur Abstimmung, wenn man sich nicht einig ist. Dazu ist es auch noch ein besonders köstliches Orakel. Und bevor man sich mit der Stadt über den Standort eines Schulfestes auseinandersetzt, verlegt man es eben auf ein privates Grundstück, über das man frei entscheiden kann. So einfach ist das.

Umweltbewusstsein, biologischer Anbau und  gesunde Ernährung - die meisten jungen Leser würden mit den Augen rollen, wenn in einer Geschichte der Hinweis auf solche Themen erfolgt, weil dahinter meist der erhobene Zeigefinger steht. Aber wenn man von Sandwich - Dampfern, Tomaten - Käfern, Weintrauben - Raupen und Stachelbeerbrause liest, dann läuft einem zwangsläufig das Wasser im Mund zusammen. Plötzlich macht gesundes Essen Spaß und es klingt natürlich, dass man dafür keine Lebensmittel verwenden möchte, die um die halbe Welt gereist sind und jeglichen Geschmack auf dem Weg verloren haben. Und wenn man mit Wischmoppbezügen über den Schuhen wie eine Eiskunstläuferin über den Boden schlittert, dann gestaltet sich selbst das lästige Putzen zu einem spannenden Zeitvertreib. Alles eine Frage des Blickwinkels.

Das besondere Highlight dieses Buches sind die zahlreichen, wunderschönen farbigen Illustrationen. Sie untermalen die Geschichte großartig. So können sich die kleinen Leser ein Bild von ihren Lieblingen machen und sich beschriebene Szenen besser vor Augen führen.

Wer jetzt neugierig geworden ist und vielleicht erfahren möchte, warum meine Tochter und ich Tränen bei den Tierszenen gelacht haben, der sollte ganz schnell zum Buch greifen. Uns hat es begeistert.

Fazit:

"Schulcafé Pustekuchen - Backe, backe, Hühnerkacke" ist ein bezauberndes Kinderbuch, dass kleine und große Leser begeistert. Wir erleben eine Geschichte mit viel Liebe zum Detail, die durch ihre Situationskomik glänzt und sich mit ihren vielen wundervollen Szenen in das Herz von Kindern und Erwachsenen schleicht. Man spürt mit jeder Zeile, dass das Herz der Autorin für ihre eigene Geschichte schlägt.

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Seine sensible Seite

Amalia Frey
E-Buch Text: 447 Seiten
Erschienen bei moments, 08.11.2018
ISBN 9783962320416
Genre: Sonstiges

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Bestias

Greg Walters , Marco Sven Reinbold
Audio CD
Erschienen bei Ronin-Hörverlag, ein Imprint von Omondi UG, 09.11.2018
ISBN 9783961541027
Genre: Fantasy

Rezension:

"Sie kamen über uns wie Heuschrecken. Allein in den ersten Stunden starben Tausende. Wehrlos, überrascht. Der Tod ereilte sie in ihren Betten, Küchen, Arbeitsstätten, Wirtshäusern, beim Lieben und beim Weinen." Bestien- Chroniken Tag 1,(Zitat aus dem Buch)

Beklemmung, eine Gänsehaut die sich ganz langsam von meinem Rücken über meinen gesamten Körper zog und Faszination. Das waren meine spontanen Gefühle, die sich bereits mit den ersten Zeilen in mir festgesetzt hatten. Eine Empfindung, die selten eine Geschichte schon von Beginn an in mir auslöst. Meine Nerven waren vom ersten Augenblick an gespannt, meine Wahrnehmung fokussiert und es gab nicht einen Moment, der mich von dieser Geschichte, die danach auf mich wartete hätte ablenken können. "Bestias - Die Bestienchroniken" hatte sein Netz nach mir ausgeworfen und ich war in seiner erschreckenden, aber auch auf verstörende Art anziehenden Welt gefangen. Bis zum nervenaufreibenden Ende.

In einer Welt, in der grausame Bestien den Tod über die Menschheit brachten, haben die Überlebenden Zuflucht in einer letzten Stadt gefunden. Kol, deren Name Hoffnung bedeutet, bietet den Menschen mit seiner magischen Kuppel Schutz vor den Übergriffen der Bestien. Doch unter der Kuppel schwelen Gefahren, die den Bestien in nichts nachstehen. Machtgier, Intrigen, Sklaverei und gnadenlose Gladiatorenkämpfe, die das freudlose Dasein der Bevölkerung erheitern. In diesen Sumpf geraten vier Außenseiter, die sich schon bald fragen müssen, wer die wahre Bestie ist...

"Atme, du musst atmen". Die Worte sind fast schon mein Mantra geworden. Ich kann nicht sagen, wann ich zuletzt einer Geschichte folgen durfte, deren Spannungsbogen sich durchgehend auf höchstem Niveau befunden hat und die gleichzeitig ihrem roten Faden so konsequent stimmig gefolgt ist. Aber das war bei weitem nicht alles, was Bestias für mich zu einem ergreifenden Erlebnis gemacht hat.

 Es ist unfassbar, welche Emotionen mich begleitet haben. Von schockiert, bestürzt, berührt, voller Abscheu bis angsterfüllt, bin ich fast die gesamte Palette meiner Gefühlsregungen durchgegangen. Und ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich gleichzeitig das Bedürfnis haben würde zu lachen, während mir ein Kloß im Hals steckte, weil die Situation so hoffnungslos und grausam war.  In Bestias gelingt es Greg Walters nicht nur auf sehr ergreifende Art das Erleben und Empfinden seiner Charaktere so lebendig und transparent zu schildern, dass  wir an ihrer Stelle fühlen, sondern er schafft es, uns durch seine antike Welt die Augen zu öffnen. Wir begegnen menschlichen Abgründen, die uns aufrütteln, weil sie gar nicht so weit weg von der Realität sind. So wenig wir es vielleicht wahrhaben wollen, wir können nicht wegsehen, wenn uns der Spiegel vorgehalten wird. Die Leichtigkeit mit der uns der Autor in ein düsteres Abenteuer schickt, dem wir uns nicht entziehen können, weil es zu einem spannenden Kampf um Leben und Tod wird und uns dabei unsere ureigenen Schwachstellen vor Augen führt, ist mehr als beeindruckend. So steht am Ende nur eine Frage: Vor welcher Bestie müssen wir uns wirklich schützen?

"Wer ist die größere Bestie? Die Monster, die uns überfallen haben, oder wir selbst in unserem gnadenlosen Überlebenskampf untereinander?" Die Bestien-Chroniken - Tag LXII  ( Zitat aus dem Buch)

Klappentext:

Fünf mörderische Bestien, die den Tod über die alte Welt gebracht haben
Vier Außenseiter, deren Leben urplötzlich auf den Kopf gestellt wird
Drei tödliche Spieltage im Amphitheater
Zwei Möglichkeiten: Siegen oder Sterben
Eine letzte Metropole und ihr schreckliches Geheimnis

Tödliche Bestien haben die Macht in der Welt übernommen. Nur in der ewigen Stadt Kol leistet die menschliche Zivilisation noch Widerstand. Geschützt von einer magischen Kuppel, trotzt sie den unnatürlichen Kreaturen. Doch auch innerhalb der Stadtmauern ist es alles andere als sicher, denn dort lauert das gefährlichste aller Wesen - der Mensch.

Meinung:

"Es gibt nicht nur eine Art von Bestien, sondern fünf. Der Nachtvogel kann fliegen und Feuer speien. Der Felsengram ist unglaublich stark, unbesiegbar gepanzert und zermalmt alles zwischen seinen Kiefern. Die Lacernae jagen im Rudel, sind schneller als der Wind und haben messerscharfe Zähne und Krallen. Das Acidum ist klein, rund und hat ein gelbweißes Fell. Die Bestie sieht niedlich aus, allerdings speit sie allen tödliche Säure ins Gesicht, die ihr zu nahe kommen. Unzählige Kinder sind Acidumschwärmen zum Opfer gefallen. Und die fünfte Bestienart ist die gefährlichste von allen und vielleicht nur ein Mythos. Die Menschen, denen wir begegnen, flüstern ängstlich ihren Namen: die weißen Schatten. Die Bestien-Chroniken - Tag D" ( Zitat aus dem Buch )

Dunkel, grausam und hoffnungslos ist die Welt, in die uns Greg Walters schickt. Eine Welt beherrscht von Wesen, die den Menschen über Nacht den Tod brachten. Sie hatten ihnen nichts entgegenzusetzen. Die Bestien zerstörten ihre Heimat, vernichteten ihre Familien, nahmen ihnen den Glauben und zwangen die wenigen Überlebenden zu einem Leben im Verborgenen, voller Angst. Bis einige wenige Menschen beginnen magische Fähigkeiten zu entwickeln, mit deren Hilfe sie fortan überleben können. Aber nicht alle Magier führen die Menschen weise. Doch es gibt eine Siedlung, die die Bestien meiden. Kol, die Stadt auf den sieben Hügeln, deren Name für  Hoffnung steht. Hier finden die Menschen Zuflucht unter einer magischen Kuppel, die die Bestien abhält. Doch das blühende Leben in der Pracht Kols  trügt. Finden die Menschen hier wirklich Sicherheit und Frieden? Oder birgt Kol einen ganz eigenen Fluch? Diese Frage enthüllt sich auf zwei verschiedenen Ebenen. Im aktuellen  Geschehen und in jedem Kapitel vorangestellten Auszügen aus den Bestien - Chroniken, in denen die Geschichte der Menschen niedergeschrieben wurde, seit die Bestien über sie kamen. Es entfaltet sich Schritt für Schritt eine Welt, deren wahrer Schrecken sich uns erst mit der Zeit in seinem vollen Ausmaß erschließt. Und dennoch hat sie eine beängstigende Faszination auf uns. Es ist wie ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann, weil man etwas Böses spürt, dem man auf den Grund gehen will, aber dennoch die Gewissheit fürchtet. Angst ist ein starker Magnet.

Welche Assoziation könnte Kol besser beschreiben, als das Rom der Antike. Die Parallelen sind hier nicht zufällig gewählt. Eine Stadt, erbaut auf sieben Hügeln, als Zentrum der Macht, wo die Herrscher und einflussreichen Bürger ein Dasein in Pomp und Verschwendung leben und gleichzeitig ihr eintöniges Leben durch eine zweifelhafte Art der Zerstreuung aufzuwerten suchen. Das Streben nach Herrschaft und Kontrolle ist immens. Sklaverei und Intrigen werden übertüncht durch das gewaltige Spektakel der Gladiatorenspiele in der Arena, in der der Kampf auf Leben und Tod die Menschen von dem Sumpf ablenkt, der in ihrer Stadt herrscht. Ein gewaltiges Mahnmal unter dem Vorwand der Belustigung, das sie daran erinnert, sich den Mächtigen nicht in den Weg zu stellen.

„Kol war wie eine Krankheit, die in die Menschen sickerte und immer stärker ausbrach, je länger sie sich hier aufhielten.“ ( Zitat aus dem Buch )

Nur Wenige haben das Privileg in die einflussreichen Familien geboren zu werden, oder an der Schule der Magi  Zauberei zu studieren, um nach bestandener Prüfung bei einer der sieben angesehenen Familien auf eine bedeutende Anstellung zu hoffen. Das Gefälle zwischen Armut und Reichtum ist gewaltig. Doch welches Leben ist erstrebenswerter? Das Leben unter der fadenscheinigen Sicherheit der Kuppel, das dennoch mehr einem großen Gefängnis ähnelt, in dem man gut daran tut, sich nicht gegen die Mächtigen zu erheben? Oder das freie Leben als Barbar im Weitläufigen Land? Frei, aber immer drohenden Angriffen der Bestien ausgesetzt und der Gefahr den Häschern Kols in die Hände zu fallen, die neues Futter für die Bestien in der Arena suchen.

Was für eine hoffnungslose, deprimierende Ausgangssituation, in der die eigentliche Geschichte ansetzt. Aber gleichzeitig so genial konstruiert und faszinierend. Das Setting, das an das römische Imperium erinnert, wird mit Fantasyelementen wie  Magie und den beängstigenden Bestien zu einer einzigartigen Welt verwoben, von der man sich wünscht, es möge einen nie dorthin verschlagen. Und dennoch möchte man dem Geheimnis um die Bestien und den Geschehnissen in Kol auf den Grund gehen. Man kann gar nicht anders.

Hier beginnt das Schicksal von vier Außenseitern, deren Weg wir zunächst an unterschiedlichen Orten folgen dürfen.
Tarl, der Waisenjunge, der auf den Straßen Kols bettelt und vor einer Bande von Straßenjungen fliehen muss. Seine Flucht führt ihn zu Mamercus, einem ehemaligen Gladiator, der sehr schnell die besondere Gabe des Jungen erkennt. Die Fähigkeit eines Fühlenden, der über Emotionen kommunizieren kann. Diese Gabe soll Tarl zum Verhängnis werden, denn der körperlich schwache und mitfühlende Junge wird dadurch für den Kampf in der Arena interessant.
Das Mädchen Ceres stammt aus einfachen Verhältnissen und wurde für die Schule der Magi ausgewählt. Ihr Stottern und ihre Unsicherheit machen ihr jegliche Hoffnung zunichte, auch nur die erste Prüfung zu bestehen. Durch einen fatalen Fehler entdeckt sie die wahre Macht, die in ihr schlummert, besiegelt aber dadurch ebenso ihr Todesurteil, das in der Arena vollstreckt werden soll. Durch Zufall begegnet sie dort Magnus, dem Schmied und Narren der Arena, der mehr in ihr sieht und fortan zu ihrem Freund und Anker wird.
Magnus ist ein kleinwüchsiger Schmied, der schon seit mehreren Saisons als Narr in der Arena auftritt. Ein lustiges Kerlchen, das immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat und sich durch seine Kleverness auszeichnet. Sein Mitgefühl und seine Hilfsbereitschaft machen ihn sofort sympathisch. Doch welches Schicksal verbirgt Magnus, das ihn dazu treibt, sich so viele Jahre der Gladiatorenschule zu verpflichten?
Balger ist ein junger Barbar aus dem Weitläufigen Land. Stark, mutig und klug. Auf der Flucht vor Legionären, beweist er seinen besonderen Wert für die Arenakämpfe gegen die Bestien. Balgers Überlebenswille ist groß und sein Handeln waghalsig. Aber seine Schwachstelle ist sein gutes Herz. Nur indem man es ihm bricht, gelingt es seinen brutalen Häschern ihn zu fangen.
So treffen sich ihre Wege schließlich in der Arena und vereinen sich zu einem Schicksal, dessen Bürde sie nur gemeinsam tragen können. Es ist der Beginn eines verzweifelten Überlebenskampfes, aber auch einem Kampf gegen ihre inneren Dämonen. Das Schicksal schweißt sie zusammen, doch wird ihre beginnende Freundschaft auch den Intrigen, die um sie gesponnen werden, den eigenen Gefühlen, Wünschen und dem Verrat trotzen? Vor allem aber stellt sich ihnen die Frage, gegen wen und für was sie wirklich kämpfen. Sind die Bestien wirklich die wahren Monster? ...

Die Geschichte, die der Autor um seine vier "Helden" gesponnen hat ist atemberaubend, sehr komplex und vereint viele herausragende Attribute, die sie zu einem Gesamtkunstwerk machen, das begeistert. Wir folgen grausamen Kämpfen in der Arena, gegen scheinbar übermächtige Bestien. Wir erleben den Kampf um die Freiheit, sowie die Hoffnungslosigkeit und die Tragik des Geschehens unter dem Netz aus Hass, Lüge und Verrat, das um die vier Protagonisten gewoben wird und sitzen am Ende fassungslos da, wenn uns die gesamte Tragweite all dessen bewusst wird, in das sie unwissend gestoßen wurden. Aber immer wieder dürfen wir auch die berührenden Momente von Freundschaft, Mitgefühl und dem füreinander Einstehen in ausweglosen Situationen erleben. Es sind die Momente, die ein Licht in die düstere Welt setzen und darauf hoffen lassen, dass es doch noch Menschlichkeit gibt, die Veränderung bewirken könnte.

" Die Scheibe wurde langsamer. Die Zahlen, die man eben nur verschwommen wahrnehmen konnte, waren jetzt klar zu erkennen. Balger holte jedes Mal schwer Luft, wenn die Eins den knatternden Metallstreifen passierte. Wieder begann die Runde von vorn. Man konnte jetzt erkennen, dass die Scheibe kaum noch eine volle Umdrehung schaffen würde. Plötzlich spürte Balger eine kleine feuchte Hand in seiner. Er brauchte gar nicht hinzuschauen. Tarl, die Nummer Sieben hatte sie genommen. Balger ließ sie nicht los. In diesem Moment waren sie durch das Schicksal der Zahlen vereint...." ( Zitat aus dem Buch )

Die Handlung folgt einem hohen Tempo, das uns permanent den Atem anhalten lässt. Die Geschehnisse um die Protagonisten sind nervenaufreibend, oft unerwartet und brutal. Sie lassen uns um unsere jungen "Helden" zittern und berühren uns auf sehr eindrückliche Art.
Trotz des hohen Erzähltempos lebt die Handlung von ihren detaillierten Beschreibungen und die Bilder stürzen sehr eindringlich auf uns ein. Bilder von Bestien, die einem eine Gänsehaut entstehen lassen. Bilder einer geifernden Meute von Zuschauern in der Arena, die nur darauf warten Blut zu sehen. Bilder von Zerstörung und Tod. Man ist dabei, lebt die Geschichte, sieht und fühlt. Es ist beeindruckend, wie sehr.
Gemeinsam mit den Bildern überfluten uns  die Emotionen. Angst, Verzweiflung, Wut, Abscheu, Hass, aber auch Mut, Hoffnung, Mitgefühl, Rührung und Liebe. Die Palette der Gefühle war bei mir sehr umfangreich. Es war so leicht mich in die vier jungen Menschen zu versetzen, deren komplettes Leben auf den Kopf gestellt wird. Man erlebt ihre Gedanken, Ängste und auch Hoffnungen bis ins Detail. Sie öffnen uns in wechselnder Perspektive ihr Innerstes und lassen uns an all dem teilhaben, was sie beschäftigt. Ich konnte mich mit jedem von ihnen auf seine Art identifizieren. Ich habe ihre Verzweiflung, ihre inneren und äußeren Kämpfe geteilt, habe mit ihnen gelitten und gezittert. Tarl, Balger, Ceres und Magnus sind in dieser Geschichte lebendig geworden. Sie sind mir zu Freunden geworden, die ich nicht wieder gehen lassen möchte. Greg Walters hat sie mit ihren Handlungen, beschriebenen Gedanken und inneren Zwiegesprächen zu realen Menschen gemacht, die trotz ihrer guten Absichten Fehler machen und Schwächen haben dürfen und das hat sie mir sehr nahe gebracht. Mein heimlicher Liebling wird wahrscheinlich immer der leicht wortkarge, verschlossene Balger sein, der ein so weiches Herz hat. Es hat mich sehr beeindruckt, wie leicht er die Bürger Kohls durchschaut. Wie eindrücklich er beweist, dass ein Barbar ihnen in mancher Hinsicht doch weit überlegen ist.

">>Barbaren<<, rief Balger plötzlich. >>Ihr seid alle Barbaren.<< >>Er hält uns für einen von seinesgleichen, weil wir so sehr an ihn glauben<<, schrie eine Frau mit hoher Stimme.  Alle im Stadion applaudierten freudig. > Idioten, ihr seid alle Idioten, hätte ich rufen sollen.<" ( Zitat aus dem Buch )

" Alles in Balger sträubte sich gegen das, was nun folgte, aber Decimus hatte ihm unmissverständlich klargemacht, dass er sterben würde, wenn er sich weigerte mitzuspielen. Er ging mit vor Aufregung und Zorn klopfendem Herzen in die Mitte der Arena und hob die Arme in die Höhe. Mit fester Stimme brüllte er in die Stille: >> Audaces fortuna adiuvat.<< Das Publikium stöhnte erstaunt auf. >>Den Tapferen hilft das Glück <<, schob er sogleich die Übersetzung hinterher und verbeugte sich.  Jetzt gab es kein Halten mehr. Begeisterter Applaus brandete auf. Balger verbeugte sich einmal im Kreis, damit alle auch sehen konnten, wie sehr er sich ihnen unterordnete. >> Barbarus hic ergo sum, quia nemo me intellegit <<, flüsterte er. >Ein Barbar bin ich hier, da niemand mich versteht<, das stammte von einem der großen alten Denker. Balger hatte seinen Namen vergessen, aber nie passte dieser Spruch besser, als in seiner aktuellen Situation. Damit war sein Auftritt beendet. bevor er sich aber wieder einreihte, raunte er dem Spielleiter noch ins Ohr: >> Ich weiß es.<< " ( Zitat aus dem Buch )

Was bleibt mir noch zu sagen. Es ist Greg Walters auf begeisternde Art gelungen ein sehr aktuelles Thema in einer bewegenden fantastische Geschichte aufzugreifen, das uns alle sehr nachdenklich stimmen sollte. Er zeigt uns, zu was uns unsere Angst vor einem Feindbild treiben kann, wenn wir unsere eigenen Schwächen aus den Augen verlieren. Wir werden panisch, folgen unbedacht den fadenscheinigen Wahrheiten, die uns falsche Vorbilder und selbsternannte Retter vorgaukeln. Dabei übersehen wir, dass wir dadurch in Abhängigkeiten geraten und uns einer weit schlimmeren Gefahr aussetzen. Es lohnt sich immer die Augen zu öffnen und Dinge zu hinterfragen. Wenn wir zusammenhalten, statt uns gegenseitig zu bekämpfen, sind wir weniger angreifbar. Ein mit dem Herzen sehen und aus Mitgefühl handeln, kann manchmal weit mehr bewegen, als wir ahnen. Selbst wenn man in der Minderheit ist. Freundschaft ist ein starkes Band und gibt einem das Gefühl nicht mehr allein zu sein. Auch, wenn alles zerbricht.

Wahre Stärke entsteht aus dem Mut, mit dem Herzen zu sehen.

Eine besondere Empfehlung möchte ich für das Hörbuch dieser Geschichte aussprechen. Es ist gigantisch. Marco Sven Reinbold liest mit einer Vielfalt in seiner Stimme, die ich so noch nicht erlebt habe. Jede Figur hat eine eigene Klangfarbe und ist damit unverkennbar. Der Sprecher lebt die Geschichte. Er transportiert Stimmungen, Emotionen und die Dramatik auf den Punkt. Ich habe selten ein Hörbuch erlebt, das durchweg so fesseln konnte und so absolut glaubwürdig war. Mir fehlen schon fast die Worte, meine Begeisterung zu beschreiben. Chapeau, eine bessere Inszenierung hätte ich mir nicht wünschen können.

Fazit:

Wenn das Böse unter der Kuppel der Hoffnung lauert...
Ich habe alles zu der Faszination gesagt, die "Bestias - Die Bestien Chroniken I" auf mich ausgeübt hat. Greg Walters hat hier eine überragend geniale Welt erschaffen, die mit ihrer Emotionalität bewegt, die fesselt und trotz ihres düsteren Themas und all dem Grauen ein Licht in meine Lesewelt gezaubert hat. So sehr ich den Autor für die Schockmomente und meine Beklemmung in vielen Situationen verflucht habe, ich kann nicht anders, als diese Geschichte zu lieben, die mich so sehr berührt. Ich warte schon jetzt sehnsüchtig auf die Fortsetzung.


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Cinder & Ella

Kelly Oram , Fabienne Pfeiffer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ONE, 28.09.2018
ISBN 9783846600702
Genre: Jugendbuch

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Wütender Sturm

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 12.10.2018
ISBN 9783551583819
Genre: Jugendbuch

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The Crown's Game

Evelyn Skye , Friederike Levin
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 15.08.2018
ISBN 9783407749482
Genre: Jugendbuch

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Die Weltportale (Band 1)

B. E. Pfeiffer
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 27.07.2018
ISBN 9783906829920
Genre: Fantasy

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101 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Morgen wirst du bleiben

Nica Stevens
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551317537
Genre: Jugendbuch

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Spiel der Macht

Marie Rutkoski , Barbara Imgrund
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551583888
Genre: Jugendbuch

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Das Heer des Weißen Drachen

Anthony Ryan , Sara Riffel , Maria Pfaffinger
Fester Einband: 699 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 22.09.2018
ISBN 9783608949759
Genre: Fantasy

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246 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Fire & Frost - Vom Feuer geküsst

Elly Blake , Yvonne Hergane
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.09.2018
ISBN 9783473401659
Genre: Jugendbuch

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508 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 171 Rezensionen

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

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Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied

Victoria Schwab , Bea Reiter
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785588635
Genre: Jugendbuch

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Khyona - Im Bann des Silberfalken

Katja Brandis
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.07.2018
ISBN 9783401603667
Genre: Jugendbuch

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das Dreizehnte Zeichen: Die Entscheidung (Die Saga der 13 Zeichen 4)

K. T. Meadows
E-Buch Text
Erschienen bei null, 13.06.2018
ISBN B07DMRJ9Z3
Genre: Fantasy

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Die Höfe von Sonne und Mond

Michelle Natascha Weber
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 25.07.2018
ISBN 9783959911580
Genre: Jugendbuch

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331 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Die tausend Teile meines Herzens

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.10.2018
ISBN 9783423740418
Genre: Jugendbuch

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Flammen von Enyador (Enyador-Saga 3)

Mira Valentin
E-Buch Text: 434 Seiten
Erschienen bei null, 06.08.2018
ISBN B07G8KYG2M
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Zeit der Wächter ist angebrochen.

Eine Prophezeiung scheint sich zu erfüllen.

Eine uralte Frage gewinnt plötzlich an Bedeutung.

Mit der Schattenarmee unter sich haben die Wächter Enyador scheinbar geeint und erste Bündnisse geschlossen. Doch werden sie dem zerrütteten Land tatsächlich den Frieden bringen? Oder wird der letzte Teil der Prophezeiung zur grausamen Wahrheit? Denn letztendlich sind es Liebe und Hass, die zerstörendsten Mächte der Welt, die über Krieg und Frieden, Zusammenhalt und Zerwürfnis, und schließlich auch darüber, ob ihre Mission erfolgreich sein wird oder scheitert, entscheiden. Mögen die Ziele noch so heroisch sein, die Verantwortung für die Völker noch so bewusst, die Macht der Gefühle ist gewaltig. Sie hat schon so manchem Helden Flügel verliehen oder ihn ins Bodenlose gestürzt. Und so wird die Frage um Liebe und Hass zur Kernfrage für das Schicksal der Wächter und dem Land, das so dringend nach Frieden dürstet, in diesem dritten Band.

„Liebe sollte anders sein. Sie sollte ein Schild sein, der dich schützt; ein Feuer, das dich wärmt. Kein Dolch, der dein Herz zerfetzt.“ (Zitat aus dem Buch)

Wie brüchig doch Bündnisse sein können, wie schnell Loyalität in Frage gestellt werden kann. Selbst die wasserdichtesten Pläne scheinen verborgene Lücken zu haben, wenn durch ein Ereignis Kettenreaktionen ausgelöst werden, die den fadenscheinigen Frieden ins Chaos stürzen lassen. Aber was bleibt dann am Ende noch übrig? Wie groß sind die Opfer, die jeder Einzelne bringen muss? Und wie viel von sich selbst werden sie dabei verlieren?

„Was für eine seltsame Kraft die Liebe doch war. Sie brachte Könige dazu, ihr Volk zu verraten, machte Helden zu Hofnarren und ließ selbst die klügsten Köpfe ihren eigenen Namen vergessen.“ (Zitat aus dem Buch)

Vier Wächter vereint im Blute der Wahrhaftigkeit

Ein Mensch, der für Freiheit und Gerechtigkeit kämpft, aber nach der Heilung seines größten Schmerzes dürstet, an dem er zu zerbrechen droht.
Ein Elb, liebend und loyal, mit wachem Verstand, der dennoch in seinem Bestreben in Frage gestellt wird und die Antworten auf die dunklen Flecken seiner Vergangenheit sucht.
Ein Dämon, der nach Anerkennung schreit und hofft seinen wahren Platz zu finden, der ihm Halt und Klarheit gibt.
Ein Drache mit starkem Willen und festen Zielen. Unerschütterlich an der Seite seines „Bruders“ und doch plötzlich vor die entscheidende Wahl gestellt...

Sie alle streben nach dem einen gemeinsamen Ziel und müssen sich doch ihren ganz eigenen Schicksalsschlägen und inneren Dämonen stellen, die sie letztendlich zu Entscheidungen zwingen und manch einen von ihnen für immer verändern.

„Es dauerte lange, bis er die richtigen Worte fand. Er sprach sie leise aus, beinahe flüsternd, dabei dominierte ein dunkler Schatten seine markanten Gesichtszüge. „Es zerreißt dein Fleisch und frisst sich durch deine Brust. Es bohrt sich in deine Kehle wie ein Angelhaken in den Rachen eines Fisches, schnürt dir die Luft ab und hindert dich am Schreien. Es ist der schlimmste Schmerz, den ich je verspürt habe.“ Er saß ganz ruhig da, den Blick auf die Flammen gerichtet, so als wären seine Worte nichts als flüchtige Rauchwölkchen, den Nüstern eines Drachen entwichen und Augenblicke später zu Nichts verpufft.“ ( Zitat aus dem Buch )

Freundschaft, Treue und tiefe Liebe im inneren Kampf gegen abgrundtiefen Hass, schmerzlichem Verlust, Verrat, Verwirrung und Trauer. Wohin werden all diese intensiven Gefühle sie führen? Und was steht am Ende dieses Kampfes, der vielleicht gefährlicher ist, als jede Schlacht, die sie noch führen müssen?

„Ehre gewinnt keinen Krieg.“ ( Zitat aus dem Buch )

Ich habe mich lange gefragt, ob die hervorragenden ersten beiden Bände der Enyador Saga noch gesteigert werden können. Im Nachhinein stelle ich mir jetzt allerdings die Frage, warum ich daran auch nur ansatzweise habe zweifeln können. Die Entwicklung, die die Geschichte jetzt eingeschlagen hat, war emotional das Gewaltigste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Eingebettet in ein Setting, das weit bedrohlicher und düsterer ist, als in seinen vorangehenden Bänden, weil es in die Abgründe der Seele blickt und tiefer in Schmerz, Trauer und Ängste dringt, als je zuvor. Es hat mich aus dem Nichts mit der Wucht eines Sprengsatzes getroffen und meine Welt aus den Angeln gehoben. Nicht einen Weg, der eingeschlagen wurde, habe ich vorausgesehen und noch nie waren meine Gefühle beim Lesen so intensiv, wie in diesem Buch. Es hat mich an Grenzen gebracht, innerlich zerrissen, unendlich viele Tränen gekostet und mein Herz in tausend Splitter gesprengt. Doch es war das mit Abstand Beste und Eindrücklichste, was ich seit langem gelesen habe.

Die Flammen von Enyador steht für Fluch und Segen zugleich. Dem Fluch, dass eine so begabte Autorin es schafft, mir ihre grandiose Geschichte und ihre Charaktere emotional so nah zu bringen, dass ich noch tagelang gegrübelt und gelitten habe. Dass ich immer wieder in das Geschehen eingreifen wollte, weil ich meinen Schmerz nicht ertragen konnte. Aber auch dem Segen, dass sie diese wahnsinnig ergreifende Reise in diese unglaubliche Welt erschaffen hat, die ich sicher niemals wieder vergessen werde, weil sie sich mittlerweile so real anfühlt, als wäre ich ein Teil davon.


Inhalt:

Ein Mann.
Ein Feind.
Eine uralte Frage.

***

Tristan hat sich verändert. Aus dem Waisenjungen von früher ist ein unerbittlicher Krieger geworden, der an der Last auf seinen Schultern zu scheitern droht. Doch ein verlockendes Angebot des Hexenmeisters Beltain verspricht ihm Erlösung. Zur selben Zeit erhebt sich im Norden eine dunkle Macht, die ganz Enyador bedroht. Nun liegt das Schicksal des Landes ein weiteres Mal in der Hand eines Prinzen von Dornstrang – und er allein bestimmt über Krieg oder Frieden.


Meinung:


„Sie werden es dich immer spüren lassen, mein Sohn“, flüsterte sie. „Aber ich vertraue darauf, dass Ithil dir die Kraft gibt, in dieser Welt zu bestehen. Du brauchst keine Gabe, um ein großer Mann zu werden. Eines Tages sehen wir uns wieder.“ ( Zitat aus dem Buch )

„Eines Tages sehen wir uns wieder....“. Ja, dieser Satz beschreibt so genau das Gefühl, das bei mir entsteht, wenn ich meine nun dritte Reise nach Enyador antrete. Eine Welt, die zugleich so wunderschön und doch so kaltblütig und grausam ist. Mit jedem weiteren Schritt, den ich gehe, entfaltet sie mehr ihrer unglaublichen Facetten, schafft neue Bilder in meinem Kopf, die mir zeigen, dass ich noch nicht einmal ansatzweise all ihre Landschaften, Orte und tiefen Geheimnisse ergründet habe und fühlt sich dennoch vertraut und so wahnsinnig real an. Es ist das Gefühl, nach Hause zu kommen, an den Ort zurückzukehren, den man lange vermisst hat. Doch jedes Mal, wenn man zurückkommt, zeigt sich eine neue Seite dieser gewaltigen Welt, die schier unerschöpflich scheint, selbst wenn man schon zwei lange Reisen nach Enyador angetreten hat. Es ist die ureigene Faszination, die Enyador dadurch ausstrahlt. Eine Welt, die vertraut ist und sich doch immer weiter entfaltet, mehr und mehr ihrer fast schon düsteren Schönheit zeigt und dabei regelrecht zu leben und zu atmen scheint. Denn die Orte, die wir bereisen und entdecken sind so bildgewaltig, dass wir das Gefühl haben tatsächlich dort zu sein. Wir kämpfen uns durch die eisige Kälte der Sturmberge, frierend, mit starren Gliedern, am Rande der absoluten Erschöpfung und doch entschlossen Antworten zu finden. Bis sich der wahre Schrecken von Beltains Reich vor unseren Augen offenbart...

„Sie erwartete einen Berg zu sehen. Eine weitere trostlose Anhäufung von Stein und Geröll, bedeckt von kniehohem Schnee. Doch stattdessen erblickte sie ihn. Den Eisriesen. Würdevoll und uralt kniete er auf einer Anhöhe, gehauen aus blankem Eis und bestimmt dreihundert Fuß hoch. Sein langer Bart bestand aus Eiskristallen und seine Muskeln waren überzogen mit einer hauchfeinen Schicht aus Schneeflocken. Das linke Bein hielt er angewinkelt, mit der rechten Hand drückte er einen Drachen zu Boden, zermalmte ihn, einzig durch die Kraft seiner Arme. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte Saphira, wo genau der Unterschlupf eigentlich war, in dem sie die Nacht verbracht hatte: im aufgerissenen Maul des sterbenden Drachen. „Was ist das?“, brachte sie hervor. „Ein Bildnis von Beltain?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete Tristan. „Aber die Botschaft ist klar: Niemand, der in sein Reich kommt, kann es mit ihm aufnehmen. Wen er zermalmen will, der wird zerbrechen.“ ( Zitat aus dem Buch )

Wir erleben den Verfall des einst so mächtigen Dornstrang und wandeln schon fast wehmütig durch die früher so unerschütterliche Burg, nicht ahnend, welch tiefes Geheimnis ihr innewohnt. Und wir ergründen die faszinierende Welt der Drachen mit ihren befremdlichen und doch wundervollen Riten, die uns ein Strahlen ins Gesicht zaubern und hoffen lassen, wir dürften ein wenig länger in dem friedlichen Dragonia verweilen. Auch die verborgene Welt der Feen tief unter der Quelle Reodril erschließt sich uns. Dort finden sich Antworten auf längst vergangene Vorgänge, die uns nicht nur in Erstaunen versetzen, sondern auch vor Schreck erstarren lassen. Sie bergen das Geheimnis eines Königs und auch den Hintergrund um eine Macht, der nicht einmal die Magie Eliyahs etwas entgegenzusetzen hat. Eine Macht, die in Enyador bisher nur zweimal zu finden ist, aber den Krieg für immer entscheiden könnte. Und schließlich kehren wir immer wieder in das stolze und wunderschöne Aelfstan der Elben zurück, unter dessen kaltherziger Schönheit jederzeit Verrat und Intrige lauern. Was auch immer wir finden, wir sind zu jeder Zeit mit allen Sinnen und dem ganzen Herzen dabei. Es ist eine Kunst, eine eigene Welt zu erschaffen, die so lebendig und wahrhaftig wirkt, zugleich vertraut und fremd ist mit all ihren verborgenen Geheimnissen und die sich stetig weiter entwickelt. Es gibt fast keine Worte, das auszudrücken, was man wirklich empfindet, wenn man sich dieser sagenhaften Welt stellt. Es ist eine Mischung aus Bewunderung, Furcht, Grauen und Bedrückung.
„Aber ich vertraue darauf, dass Ithil dir die Kraft gibt, in dieser Welt zu bestehen...“ Auch hierin liegt eine Wahrheit, die wir nicht vergessen sollten. Denn so faszinierend Enyador ist, so dunkel und grausam ist seine Schönheit. Nie ist unser Weg wirklich ruhig, nie können wir sicher sein. Überall lauern Gefahren, Intrigen und Fallen, die aus dem Nichts auf uns einstürzen und uns jegliche Kraft kosten, um nicht alles zu verlieren, was uns ausmacht. Nicht immer erwartet uns, was wir zu sehen glauben oder erhoffen. Es erfordert hinter die Fassade zu blicken und zwischen den Zeilen zu lesen, um vielleicht auf das vorbereitet zu sein, was kommen mag und nicht in Schockstarre zu verfallen. Aber eines ist gewiss. Enyador lässt niemanden aus seinen Fängen, der einmal dort war.

„Thul schrie. Nie zuvor hatte er einen solchen Laut aus seinem Mund dringen hören, heftig wie ein Donnergrollen in den Sturmbergen und doch so leise, so nutzlos wie eine Träne, die in den Teufelssee tropfte. Worte! Er brauchte die richtigen Worte!“ ( Zitat aus dem Buch )

Gleiches gilt auch für den Verlauf der Handlung. Ich hatte mich so sehr im Vorfeld gewappnet. Habe kombiniert und gerätselt. Hatte düstere Vorahnungen und habe dennoch gehofft. Aber nichts konnte mich auf das vorbereiten, was tatsächlich passiert ist. Nicht eine Wendung habe ich vorausgesehen und tatsächlich hat es nicht lange gedauert, bis mir erstmalig der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Der Effekt war so brachial, dass ich fassungslos, mit einem dicken Kloß im Hals und tränennass, minutenlang regungslos dagesessen habe und einfach nur die Seiten meines Readers angestarrt habe, bis der zwangsläufige emotionale Ausbruch kam. Schrecken, Verzweiflung, Wut, Ohnmacht, Hass und tiefe Traurigkeit haben sich gleichzeitig Bahn gebrochen. Wart ihr schon einmal kreidebleich und zeitgleich zornesrot? Es ist möglich! Und nie, wirklich nie war ich so erfindungsreich im Ausstoßen von Verwünschungen für einen Autor, der mir das angetan hat, mein Herz unwiderruflich in tausend Einzelteile zu zerschlagen. Wer jetzt glaubt, das wäre mir nur einmal so ergangen, der irrt gewaltig. Die Geschichte offenbart Wendungen und Geschehnisse, die den Glauben des Lesers zutiefst erschüttern und ihn an Grenzen bringen, von denen er nicht einmal ansatzweise eine Ahnung hatte. Denn trotz aller Bemühungen und aller Schlachten, die geschlagen werden, sind am Ende alle Karten neu gemischt. Nach einem gewaltigen Showdown, der einen innerlich zerreißt, stellt man sich nur noch eine Frage: „Wie kommt man aus dieser Katastrophe wieder heraus?“ Es gibt tatsächlich Situationen, in denen man eine Hassliebe zu einem Autor entwickelt. Hass, weil man mit einem Gefühlschaos, das einen zur selben Zeit schockiert, so unglaublich leiden lässt und über alle Maßen wütend macht, überfordert ist. Aber auch Liebe, weil dem eine gewaltige, wahnsinnig komplexe, unvorhersehbare und stimmige Geschichte zugrunde liegt, die kaum noch zu übertreffen ist. Tristan selber hätte es nicht besser ausdrücken können:

„Sie schlang ihre Arme um seinen Hals, durchsuchte seine unergründliche Miene nach einem Rest der Hingebung, die er ihr in Schwalbenhain geschenkt hatte. Doch alles was sie fand, war Unnahbarkeit. (...)„Ich liebe dich“, hauchte er hinein. Dann drückte er sich gegen sie ( … ) mit ungewohnter Heftigkeit. „Und ich hasse dich.“ ( Zitat aus dem Buch )

Ich liebe diese Geschichte trotz allem und gerade aufgrund all dessen, was sie mit mir macht und in mir auslöst. Denn Emotionalität ist immer entscheidend dafür, ob eine Geschichte unvergesslich bleibt. Ich fiebere ihrem Finale entgegen, für das hier sehr eindrücklich der Grundstein gelegt wurde und habe gleichzeitig wahnsinnige Angst vor dem, was mich erwartet, denn ich habe nicht die geringste Ahnung, wohin es mich führt und ob ich mit den vielleicht kommenden Verlusten leben kann. Denn, dass wir nie wissen, wen es treffen kann und wir uns keinem liebgewonnenen Charakter wirklich sicher sein dürfen, hat Mira Valentin uns hier schmerzlich vor Augen geführt. Aber gerade das Spiel mit der Angst ist eine treibende Kraft beim Lesen. Und dieses Spiel beherrscht die Autorin in Perfektion. Und das nicht nur in atemberaubenden Schlachten, die uns zittern lassen.

„Ein Schluchzen stieg in ihrem Hals empor, brennend wie ein Feuerball. Sie hatten sich nie berührt, nie so angesehen wie jetzt, doch Jareds Nähe fühlte sich an wie nach Hause kommen. Nach Hause in die Ödnis der östlichen Drachenberge, wo das Leben wild und frei war. „Ich wünschte, es wäre unter anderen Umständen geschehen. Du hättest es mir sagen sollen, Jared.“ ( Zitat aus dem Buch )

Doch trotz all der Dramatik und dem Leid, das uns erwartet, finden wir gerade in den manchmal hoffnungslosen Situationen Momente der Zartheit und des Lichts. Sie lassen unser Herz höher schlagen, weil selbst im tiefsten Leid so viel Liebe aus ihnen spricht. Es sind die Momente, die mich dazu bewegen, die Hoffnung nie aufzugeben, es möge sich doch noch eine Lösung finden, die nicht nur den Wächtern, sondern auch dem gebeutelten Land den Frieden schenkt.  

„Du musst ihn nicht finden, er findet dich“, antwortete er, dabei blitzte erneut ein rötlicher Schein in seinen Augen. „Und besiegen kannst du ihn einzig und allein durch Kraft. Die notwendige Stärke dafür wurde dir in die Wiege gelegt, doch ich bin nicht sicher, ob du damit umzugehen weißt, Prinz des Südens!" ( Zitat aus dem Buch)

Nach dem triumphalen Einzug in Aelfstan und den ersten Bündnissen die geschlossen wurden, bricht für die Wächter und ihre Gefährten eine neue Zeit an. Für einige ist es die Zeit, Lösungen für ihren eigenen inneren Schmerz zu finden und eine noch unbekannte Bedrohung, die sich aus dem Norden ankündigt abzuwenden. Andere sind gezwungen sich im Verborgenen zu halten, weil ihr Versuch den Frieden und den Zusammenhalt zu schützen, falsch gedeutet wurden. Und für einige beginnt nach einer Unbedachtheit der Kampf ums nackte Überleben, während sich der  Menschenkönig, der sich des scheinbaren Friedens zu gewiss ist, plötzlich nur noch den Freuden seiner jungen Ehe hingibt und seine Weitsicht verloren zu haben scheint. Die unbezwingbare Einheit bröckelt. Sie macht Platz für Intrigen und Verrat, die im Verborgenen geschmiedet werden, während jeder mit seinem eigenen inneren Kampf beschäftigt zu sein scheint. Plötzlich taucht die Frage auf, wer tatsächlich Freund und Feind ist und wer noch für den Frieden aller Völker kämpft.

Das Motiv, das jeden einzelnen leitet ist immer dasselbe. Es ist die Liebe, die sie beschäftigt. Die Liebe, die einen Kampf zwischen den intensiven Gefühlen und den eigentlichen Zielen heraufbeschwört. Dennoch ist die Form der Liebe nie identisch. Sie unterscheidet sich auch in ihren Auswirkungen und Taten entscheidend. Mal ist es die tiefe und bedingungslose Liebe, die alles opfern würde, selbst das eigene Leben. Oder die Liebe, die einem das Gefühl von Zugehörigkeit und dem endlich gefundenen Platz im Leben vermittelt - für die man verraten würde, um sie zu schützen. Dann wiederum ist es der Verlust von Liebe, der einen verzweifeln und in Hass ersticken lässt. Blind für alles, für das man einst gekämpft hat. Mal ist es die besessene Liebe, die einen die eigenen Ziele vergessen lässt und angreifbar macht. Dann wiederum ist es die verfluchte Liebe, die einen nicht aus ihren Klauen entlässt und die man doch so sehr hasst, die die dunkelste Seite ans Licht bringt und alles zerstört, was einen einst ausgemacht hat. Oder es ist der verzweifelte Wunsch nach einer Liebe, die einen die drohenden Zeichen nicht sehen lassen will. Aber auch die Liebe für ein Volk, ein Land und die Freiheit, die die eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Vor allem aber ist es die Liebe, die sogar Kriege entfesselt. Die Macht der Liebe ist gewaltig. Sie zwingt jeden zu Entscheidungen und hat die Kraft, auch den gefestigten Charakter zu verändern. Und so greift sie mit all ihren Emotionen in die Geschichte ein und zwingt ihr eine neue Richtung auf, die erschüttert.

„Und er wollte jetzt wach sein, am besten für den Rest seines Lebens. Nur wer einen wachen Geist hatte, konnte Rache nehmen ( … ) Nein, er mutierte mit jeder Stunde, die verstrich, mehr zu einem Raubtier. Einem Wolf, der im Schatten lauerte und auf den richtigen Moment wartete, um seine Zähne in den Hals seines Opfers zu schlagen. ( .. ) „Ich sehe dich, Elb“, raunte er ihm zu. „Ich sehe dein Gesicht ganz genau. Es wird weniger schön sein, wenn ich dich auf einem Schlachtfeld treffe. Bete zu deinen Göttern, dass es nicht so weit kommt.“ ( Zitat aus dem Buch )

Doch was passiert, wenn man das eigentliche Ziel aus dem Auge verliert? Wenn man sich von Gefühlen leiten lässt ? Man schafft Platz für Misstrauen, Hass und Verrat. Man offenbart seine Schwachstellen und macht sich angreifbar. Oder man wird beflügelt und geht stark daraus hervor.

Mira Valentin liefert hier eine gewaltige Grundlage für Emotionen, die zutiefst erschüttern. Sie reißt uns in einen gewaltigen Strudel aus Fassungslosigkeit, Trauer und Hass, aber auch Liebe und dem Bedürfnis ihre Charaktere zu beschützen und all das Leid fortzuwischen, dem sie ausgesetzt sind. Die Gefühle ergreifen uns. Wir machen sie zu unseren eigenen und leben die Geschichte, als wären wir selbst betroffen. Es gibt keine Worte jegliche Gefühlsausbrüche zu beschreiben, die ich beim Lesen durchlaufen habe. Aber sie waren so gewaltig, dass sie mich selbst Tage nach Beenden des Buches noch nachhaltig beschäftigt haben. Ich wollte so gerne in das Geschehen eingreifen, ihm eine neue Richtung geben und ich denke immer noch darüber nach, wie es möglich sein könnte.

„ … reagierte weiterhin nicht, saß nur da, auf dem blanken Boden, die Hände um seine Knie geschlungen und schaukelte vor und zurück. Vor und zurück, wie er es schon seit über einem Tag tat. Nur so konnte er ertragen, dass Horiel ihm sein Herz herausgerissen hatte. Das stereotype Schaukeln seines Oberkörpers vermittelte ihm den Eindruck, in den Schlaf gewiegt zu werden. Er hatte das Gefühl, wenn er damit aufhörte, so würde er tief fallen, ins Bodenlose stürzen und hart aufschlagen.“ ( Zitat aus dem Buch)

Dieser ergreifenden Emotionalität sind wir ausgeliefert, weil uns die Autorin so tief in ihre einzelnen Charaktere blicken lässt, dass wir selbst das erfassen, was sie niemandem zeigen, weil es  in den Tiefen ihrer Seele schlummert. Wir erleben alle Facetten ihrer inneren Dämonen und ihrer ureigenen Gefühle, als wären wir an ihrer Stelle und müssten uns ihrem Kampf stellen. Es ist, als ob alles, was sie erleben und fühlen auf uns übergeht und wir einen Teil von ihnen mit uns nehmen. Ich habe selten eine derartige Transparenz erlebt und war so persönlich involviert wie in dieser Geschichte. Aber vor allem habe ich die Beweggründe der Protagonisten verstanden und selbst dann, wenn ich sie eigentlich hätte hassen sollen für ihre Taten, so konnte ich doch nicht anders, als mit ihnen zu fühlen und zu kämpfen. Ich habe immer noch Hoffnung, dass selbst diejenigen, die sich scheinbar verloren haben, ihren Weg zurück finden, weil sie sich erinnern.

Die Grenzen von Gut und Schlecht werden aufgehoben und verschwimmen zu einer Grauzone, weil wir erkennen, dass selbst die falschen Entscheidungen manchmal aus Schmerz oder Hilflosigkeit getroffen werden. Macht es uns zu Verrätern, weil wir beschützen wollen, was uns Liebe und Halt gibt? Macht uns der Wunsch nach Erlösung oder die Rache für einen schweren Verlust zu schlechten Menschen? Können Entscheidungen, die wir aus einem plötzlich entdeckten tiefen Gefühl treffen, falsch sein? Wer einmal wahrhaftig geliebt und gefühlt hat, wird sich diese Fragen beantworten.

„Tristan hob sein Mondschwert nach oben, damit die ehemaligen Sklavenkrieger es sehen konnten. Über ihm tobte das Geschrei der Drachen. Noch immer erfüllte brennende Luft den Himmel. Den Schmerz, den der abgebrochene Pfeil in seiner Schulter verursachte, spürte er kaum mehr, nur noch den Drang, seiner Bestimmung zu folgen, das zu tun, wofür er geboren worden war. „Ich bin Tristan von Dornstrang, der Ungebrochene, der Unsterbliche, der Drachenreiter, Bezwinger der Harpyien, Erbe von Dornstrang und Tregandir und Wächter der Menschen!“, schrie er der führungslosen Armee entgegen. „Von diesem Tag an seid ihr nicht länger die Sklaven der Elben. Hört auf wie Hunde zu dienen sondern kämpft wie Wölfe an meiner Seite. Kämpft für die Rückkehr eures Königs nach Dornstrang. Für das selbstbestimmte Leben eurer Brüder und Söhne. Für die Freiheit aller Völker in Enyador!“ ( Zitat aus dem Buch )

 „Kays schauderhafter Traum von Dökk Valdur fiel ihm ein. Der Dämon aus dem Norden mit dem brennenden Schwert. In der Vision hatte er ihn, …, hinterrücks getötet. Genau so würde es nun passieren. Er würde sich töten lassen, weil er nicht sterben konnte. Aber zumindest würde er Frieden finden. Noch hielt er die gierig brennende Flamme in seinem Inneren in Schach. Noch brauchte er seine Sinne, um die nächsten Schritte zu gehen. Aber eines war gewiss: Dökk Valdur würde aus dem Norden kommen. Denn dort oben, in den Sturmbergen, würde er geboren werden“ ( Zitat aus dem Buch )

So leidvoll der Weg auch scheint, der in diesem dritten Band eingeschlagen wurde, so bleibt dennoch der Funken einer Hoffnung am Ende. Denn hier ziehen wir die Lehre aus den Fehlern, die unsere Gefühle in uns auslösen können.  Selbst dann, wenn du deinen Verführungen erlegen bist und dein Ziel aus den Augen verloren hast, weil der Schmerz zu stark war. „Lass nicht zu, dass sie dich brechen!“ Stehe wieder auf und kämpfe erneut gegen die Schatten, für das Licht und für die Freiheit! Auch wenn alles verloren scheint.

„Wissen sie, dass sie sterben werden?“, fragte Greta neben ihm. „Vermutlich.“ „Warum fliehen sie dann trotzdem?“„Weil selbst ein Wimpernschlag in Freiheit mehr zählt ist als hundert Jahre in Gefangenschaft“, murmelte Kay ( Zitat aus dem Buch )


Fazit:


Ich habe eigentlich keine Worte mehr. Die Flammen von Enyador ist mit Abstand der stärkste Band der Reihe. Ich habe in keinem anderen emotional so gelitten und gefühlt, bin so erstarrt und geschockt worden. Und das, was Mira Valentin hier aus ihrer magischen Feder hat fließen lassen ist so genial, unvorhersehbar und stimmig, dass sie meinen absoluten Respekt hat. Enyador ist auf dem Weg in meine ewigen Hallen zu ziehen und ich habe lange nichts Vergleichbares mehr gelesen! Auch wenn es mich wirklich zerstört und mein Herz in tausend Einzelteile gesprengt hat. Richtig, gesprengt! Mit einer bombastischen Sprengladung!

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Undying – Das Vermächtnis

Meagan Spooner , Amie Kaufman , Karin Will
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.07.2018
ISBN 9783737356008
Genre: Jugendbuch

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Silberschwingen - Rebellin der Nacht

Emily Bold , Carolin Liepins
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505789
Genre: Jugendbuch

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Silberschwingen - Erbin des Lichts

Emily Bold , Carolin Liepins
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.02.2018
ISBN 9783522505772
Genre: Jugendbuch

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Das Flüstern des Waldes

Mira Valentin , Kathrin Wandres
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604412
Genre: Fantasy

Rezension:

„Der erste Lichtstrahl ist der Schlimmste. Ich konzentriere mich auf meine Atmung, doch es hilft nichts. Erinnerungen lassen sich nicht wegatmen.
Mit verkrampften Händen öffne ich das Tor und blicke dem fremden Licht entgegen, das mich jedes Mal aufs Neue wie einen alten Feind begrüßt.“ (Zitat aus dem Buch )

Stelle dir vor, unsere Gefühle würden von einer fremden Welt abhängen, mit ihr erstrahlen oder verlöschen.
Dabei ist doch alles so natürlich. Wir sind glücklich, weil wir uns über Ereignisse freuen, die geschehen. Wir lieben, weil wir für jemanden etwas Besonderes empfinden. Weil jemand unser Herz berührt. Wir sind traurig über etwas, das wir verloren haben. Wir empfinden Wut über Ungerechtigkeiten und hassen, was uns schadet.

Aber ist das wirklich so einfach? Liegt es in der Natur des Menschen so zu fühlen?
Und wenn dem nicht so ist? Was würde geschehen, wenn unser Fühlen fremdbestimmt wäre, abhängig davon, was eine fremde Welt durch ihre Tore zu uns schickt?
Wieviel Gefühl könnten wir ertragen? Welche Intensität würde uns verändern? Und was würde mit uns geschehen, wenn nur bestimmte Gefühle zu uns vordringen und uns andere nie mehr erreichen?

Fragen, mit denen ich mich nie beschäftigt habe, weil meine Gefühle immer da waren. Sie gehörten zu mir, wie die Luft zum Atmen. Bis jetzt. Bis ich "Das Flüstern des Waldes" gelesen habe.
Seitdem sehe ich die Welt mit ihren Emotionen, ihren natürlichen Farben und unserem sozialen Miteinander mit anderen Augen. Es ist, als ob ich blind gewesen bin, nicht erkannt habe, welche Schönheiten darin verborgen sind und welche Bedrohungen auf uns zukommen. Und das alles, weil ein vorwitziges Einhorn durch eine Pforte entschlüpfte....

Ich hatte vor dem Lesen einige Erwartungen, aber ich habe zu keiner Zeit mit einer Geschichte gerechnet, die meine eigene Welt auf den Kopf stellen würde. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt ist einzigartig, die Zeilen voller magischer Worte und die Seiten enthalten Bilder die mit einer Explosion an Farben in meinem Kopf zum Leben erwachen, ohne auch nur eine einzige Illustration zugrunde zu legen.
Dieses Buch hatte mich von seiner ersten, düsteren Zeile, löste in mir eine Flut an teils konträren Empfindungen aus und fesselte mich bis zu seinem Ende, das mich sprachlos und nachdenklich zurückließ. Mit einem Berg an Gefühlen, mit denen ich jetzt zurechtkommen muss....

"Ich habe gegen Rimrocks gekämpft und die Schlucht der Verzweiflung durchquert, bin ... entkommen und auf Einhörnern geritten. Ich wurde in der Quelle der Inspiration gebadet und ich habe mein Herz verschenkt. Nun werde ich dafür sorgen, dass es nicht brechen muss. Meines nicht und kein weiteres Herz der Welt."
( Zitat aus dem Buch)

Inhalt:

"Die Macht des Einhorns"
Gleich neben der Welt von uns Normalsterblichen befindet sich ein verborgenes Reich voller magischer Geschöpfe und epischer Schicksale. Es ist lediglich ein verstecktes Tor von uns entfernt, das sich immer zur Dämmerung öffnet, um unserem farblosen Menschendasein ein wenig Fantasie, Liebe und Hoffnung beizumischen. So war es schon immer und so sollte es immer bleiben, bis sich an einem unglücklichen Abend ausgerechnet ein Einhorn, das magischste aller Wesen, durch das Tor und in die Menschenwelt verirrt. Ihm auf der Spur ist bald nicht nur der junge Torwächter Ciaran, sondern auch das Menschenmädchen Jessi. Doch es ist alles andere als leicht, ein Einhorn einzufangen, und der Versuch führt Jessi letztendlich direkt in die für sie verbotene Farbenwelt von Keloria.

Meinung:

"Einen dunklen Moment lang stockt mir der Atem, das Bild der Gegenwart verschwimmt vor meinen Augen und ich sehe sie, erkenne die tödliche Aussichtslosigkeit, spüre den frischen ungetrübten Schmerz in meinem Herzen. Doch dann hämmert mir das moderate Abendkonzert einiger Waldvögel die harte Wirklichkeit erbarmungslos ins Bewusstsein und der vertraute und zugleich fremde Waldgeruch dringt mir in die Nase. Es ist nicht meine Welt, die ich nun im Licht der flüchtenden Sonne abschätzig betrachte" ( Zitat aus dem Buch )

Es sind düstere, bedrückende Zeilen, die auf uns einstürzen, wenn wir diese Geschichte beginnen. Emotionen volle Wut, Traurigkeit, Zweifel, Dunkelheit und Selbsthass. Es sind die Empfindungen eines Hüters, der alles verloren hat und an den Schuldgefühlen, die ihn gefangen halten zu zerbrechen droht. Der seine Seele in tiefes Schwarz getaucht hat um alles auszublenden, was ihn je ausgemacht hat. Ein Schwarz, das die Welt um ihn herum verschluckt.

"Einen tiefen Atemzug lang schließe ich die Augen, frage mich, was schlimmer ist: die zerstörerische Welt der Menschen oder die zerstörte Realität in meiner eigenen." ( Zitat aus dem Buch )

"....bevor eine graue Wolke frischer Verzweiflung beginnt, mich einzuhüllen und die Welt um mich herum zu verschlucken. So wie sie damals in jener Nacht verschluckt wurde. Ich sehe ihre Farbe, ihre leuchtenden, pulsierenden Gefühle, wie sie von dem erbarmungslosen Rot ihres eigenen Blutes hinweggespült werden, bis nichts mehr übrig ist als totes Grau. Nie wieder werde ich ihre Farbe sehen. Die schönste Farbe, die Keloria je hervorgebracht hat. Nie. Nie. Nie." ( Zitat aus dem Buch )


Diese Stimmung lässt uns schon erahnen, dass uns eine Geschichte erwartet, die mit ihrer Tiefgründigkeit niemanden kalt zurücklässt. Der Schmerz ist spürbar und lässt uns schaudern. Und dennoch verändert sich dieses beklemmende Gefühl mit der plötzlichen Flucht eines Einhorns und präsentiert mit einem Mal eine Welt, die von Humor und Sarkasmus, von strahlenden Farben und dunklen Bedrohungen, von Glück und Zweifeln, von Liebe und Furcht zugleich geprägt ist. Eine Welt der Kontraste und Gegensätze, die uns zeigt, dass nicht nur Schwarz und Weiß existieren, sondern sehr viele Facetten dazwischen. Diese Welt führt uns vor Augen, dass nichts endgültig ist, nicht einmal ein selbstgewähltes Dasein und schon gar kein selbstauferlegtes Gefühl, solange wir noch die Möglichkeit zum Handeln haben.

"Durch die weit geöffnete Pforte von Keloria sehe ich noch das zierliche Hinterteil des Unglücks, das soeben in die Menschenwelt eingedrungen ist. Ein Unglück mit Namen Tarka. Ein Einhorn. Keine Ahnung, wo es so plötzlich hergekommen ist. Meine Gefühle der Vergangenheit haben mich die Gegenwart nicht sehen lassen. Und nun galoppiert es mit fröhlich erhobenem Schweif hinaus in den Menschenwald. Wie konnte mir das nur passieren?" ( Zitat aus dem Buch )

Wo fange ich an und wo ende ich, wenn ich all diese grandiosen Attribute schildern will, die diesem Buch zugrunde liegen? Wie sortiere ich all meine Emotionen, die beim Lesen auf mich einstürzten sinnvoll? Darüber habe ich lange nachgedacht und meine Eindrücke lassen sich beiweitem nicht in zwei Zeilen fassen. Diese Geschichte verdient mehr, weil ich bisher nichts Vergleichbares gelesen habe und immer noch in der Faszination schwelge, die sie in mir ausgelöst hat.

„Zu schön, um wahr zu sein. Zu bunt für eine schwarze Seele. Dunkelheit schmerzt umso mehr, je heller die Welt vor deinen Augen ist" ( Zitat aus dem Buch )

Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, ist einzigartig und hat mich sofort fasziniert. Vor uns Menschen verborgen existiert die Parallelwelt Keloria, eine Welt, geprägt von intensiv leuchtenden Farben, die für eine Vielzahl von Gefühlen stehen. Diese Welt öffnet zweimal am Tag ihre Pforten um ihre Farben, und damit alles was wir fühlen können,  in die Menschenwelt zu transportieren. Denn ohne Kelorias Farben wären wir nicht in der Lage zu empfinden, unsere Welt wäre grau und gefühllos. Doch die Menschen dürfen nie von Keloria erfahren, denn eine Reise dorthin würde für sie und Keloria eine Gefahr darstellen mit verheerender Wirkung. Daher ist Ciaran der junge Hüter der Pforte gezwungen, das geflohene Einhorn Tarka nach Keloria zurückzubringen, bevor es von den Menschen entdeckt wird. Doch ehe ihm dies gelingt, wird das Mädchen Jessi auf Tarka aufmerksam und Ciaran muss gezwungenermaßen ihre Hilfe annehmen. Es gehörte nie zu seinem Plan, dass Jessi ihm nach Keloria folgt. Denn schon einmal haben Menschen, die nach Keloria gelangten sein Leben zerstört und eine Bedrohung seiner Welt in Gang gesetzt, die Keloria in tiefstes Schwarz zu stürzen droht. Eine Wiederholung dieses Vorfalls und somit ein erneutes Versagen will er unbedingt verhindern. Und doch ist es geschehen. Tarkas Flucht öffnete die Tore für Menschen, die den Weg in seine Welt fanden. Eine verzweifelte Suche beginnt, in der Ciaran und Jessi gemeinsam nach einer Rettung für Keloria suchen und damit nicht nur gegen die Zeit antreten, sondern auch gegen einen übermächtigen Gegner, der Kelorias Farben für immer vernichten will, bis nur noch Hass, Gewalt herrschen. Niemand konnte ahnen, welche besondere Rolle gerade ein Menschenmädchen und ein vorwitziges Einhorn dabei einnehmen würde...

„Doch weil es der einzige Weg ist und weil Verzweiflung gemeinsam besser zu ertragen ist als alleine, nehme ich Jessis Hand und gehe entschlossen mit ihr voran.“ ( Zitat aus dem Buch )

Die besondere Problematik und die Bedrohung die nach Keloria greift sind schwerwiegender als es auf den ersten Blick scheint. Nicht umsonst ist Ciaran von Schwermut und Wut auf sich selber zerfressen. So sehr, dass er sich auch äußerlich in tiefstem Schwarz hüllt. Wie weitreichend die Gefahr ist, wird allerdings nur behutsam enthüllt. Sie dringt zunächst unterschwellig durch die trüben Gedanken Ciarans, während Jessi eine Explosion an Farben und faszinierenden Landschaften und Wesen erlebt, die sie immer wieder erstaunen. Erst nach und nach wird dem Leser bewusst, was wirklich auf dem Spiel steht, wenn Ciaran und Jessi scheitern. Gerade diese zunächst langsame Entwicklung baut nicht nur eine unterschwellige Spannung auf, sondern sie lässt auch viel Raum für die Entfaltung einer magischen Welt, die in ihrem Detailreichtum begeistert. Es ist kaum vorstellbar, woher die beiden Autorinnen all diese Ideen genommen haben, die uns beim Lesen überraschen und vor allem verzaubern.

„Ungläubig starre ich auf die Wände und Decken, die allesamt mit abertausenden von Zeichnungen bemalt sind. Ich habe schon früher Fresken und Wandmalereien gesehen - in Kirchen und in den alten Kunst-Bildbänden meiner Mutter. Aber keine davon war so klein, so detailliert und so farbenfroh gewesen wie diese hier. Sie zeigen Einhörner, Phönixe und Meerjungfrauen, bunte Kelorianer, mystische Landschaften und einen Himmel mit zwei Monden. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, jedes vermittelt ein Gefühl. Es ist, als würden all diese Farben um mich herum atmen, ja sogar leben. Fasziniert drehe ich mich zu Ciaran um - und erstarre: Vor mir steht ein komplett schwarzer Junge. Nicht nur schwarz gekleidet, sondern von totaler Finsternis erfüllt, genau so, wie er es vorhin angedeutet hat.“ ( Zitat aus dem Buch )

Durch Jessis Erleben erfahren wir die Wunder Kelorias. Eine Welt voller intensiver Farben und magischer Orte, bei denen die Namen der Landschaften Sinnbild für die Gefühle und Gemütszustände, aber auch die verdeckten Gefahren sind. Ich bin immer noch begeistert, mit welcher Intensität die Bilder geschildert werden. So intensiv, als würde man in seinem imaginären Kinosessel sitzen und einen Film betrachten in dem bizarre Landschaften mit ihren besonderen Pflanzen und Wesen, deren Farben weit strahlender sind als alles, was wir kennen, vor unseren Augen zum Leben erwachen. Sie lassen uns voller Staunen sprachlos und fasziniert zurück mit nur einem einzigen Wunsch: Dieses Land muss erhalten und geschützt werden!

"»Ach? Und was soll es sonst sein, wenn Wasser aus Wolken rausfällt?«
»Es sind Tränen. Tränen der Verzweiflung.«
Jessi hält sich nun fester an meiner Hand, sagt aber nichts dazu. Mit einem Blick zur Seite sehe ich, wie sie sich einen Tropfen von den Lippen leckt. »Schmeckt salzig«, bestätigt sie. »Und irgendwie hoffnungslos.«
»Man erzählt sich, dass alle Tränen, die in unserer und in allen anderen Welten je vergossen wurden, hier aufbewahrt werden.«" ( Zitat aus dem Buch )

Die Geschichte ist wundervoll erdacht und sehr stimmig. Ich bin immer noch begeistert, was hier an Landschaften, Pflanzen, Wesen und Ideen zutage gefördert wurde. Und es passt immer zur Stimmung und Entwicklung. Besonders die Namen der Landschaften verdeutlichen die Geschehnisse und die jeweilige Auswirkung auf die Empfindungen der Charaktere. Ob es die Schlucht der Verzweiflung, die Sümpfe der Verlockung, die Regenbogenseen, oder die Berge der Entsagung sind, die Namen passen wie Faust aufs Auge.

„Von den Dingen, die ich im Leben am meisten fürchte, ist Blindheit die schlimmste. Nicht sehen zu können, was um mich herum geschieht. Die Orientierung zu verlieren und jegliche Kontrolle noch dazu.“ ( Zitat aus dem Buch )

Die beiden Protagonisten sind anfangs so gegensätzlich, wie sie eigentlich nur sein können und weisen eine Gefühlstiefe auf, die sich sofort mit voller Wucht auf die Emotionen des Lesers überträgt, ungeschminkt und ohne Vorwarnung.
Jessi und Ciaran sind Figuren, die sich sofort in mein Herz gespielt haben. Jessi mit ihrem Optimismus, ihren manchmal schon sarkastischen Sprüchen, die immer wieder für ein helles Auflachen sorgen, ihrer neugierigen und unbedarften Art und ihrem starken Willen. Sie schafft es immer wieder Ciaran voranzutreiben und das Gute in ihm zum Vorschein zu bringen. Plötzlich erwacht in Ciaran ein Anderer, mehr als wir je ahnen würden.

"Mut entsteht beim Handeln, mein schwarzer Freund." ( Zitat aus dem Buch )

"Kein Mensch wünscht sich Verzweiflung, da hast du Recht. Aber ohne die dunklen Farben wären die hellen weniger hell. Ohne die düsteren Gefühle wären die fröhlichen weniger fröhlich und heiter...Trauer lässt die Freude umso mehr erstrahlen, lässt sie uns überhaupt erst als solche erkennen." ( Zitat aus dem Buch )

"Die normale Welt scheint bei euch nicht zu existieren. Es klingt alles eher wie ein Märchen. Ein sehr buntes Märchen ... Muss ich dir wirklich erklären, was ein Märchen ist?" ( Zitat aus dem Buch )

Ciaran, der ernste Hüter ganz in Schwarz, mit seiner Traurigkeit, seiner inneren Zerrissenheit, seinem ausgeprägten Beschützerinstinkt und seinem guten Herz. Seufz.... Ciaran ist der Charakter mit den meisten Facetten, den ich immer wieder schütteln und gleichzeitig in den Arm nehmen wollte. In seinen jungen Jahren hat er schon viele Verluste hinnehmen müssen, die ihn in Hoffnungslosigkeit, grenzenloser Wut und Verzweiflung zurückließen. Und doch schlummert tief verborgen darin ein ganz anderer Mann, der erst langsam lernen muss tiefe Gefühle zuzulassen und die Leere wieder zu füllen mit dem, was ihn einst ausmachte. Fröhlichkeit, Anmut, Freundschaft, Selbstbewusstsein  und innere Kraft. Wenn er nicht aus Wut auf sich selber verbal um sich schlägt. Er kann gar nicht anders, als im Verlauf immer mehr von sich preiszugeben und das stürzt ihn in Verzweiflung, wie es ihn über sich selbst hinauswachsen lässt.  Wie tief gerade er fühlen kann, hat mich gefesselt und mir gleichzeitig das Herz zerrissen.

„Dunkelheit.
Es ist nichts als reine, undurchdringbare Dunkelheit, die mich umgibt, und ich will auch nie wieder etwas Anderes sehen. (…) Ich weigere mich die Augen zu öffnen, presse sie noch fester zusammen, als könnten sich so die Wimpern ineinander verhaken und nie wieder Tageslicht in meine Seele lassen. Vielleicht verschwindet die Realität, wenn ich sie lange genug ignoriere“ ( Zitat aus dem Buch )



„Die ersten Wegbereiter des nahenden Lichts zaubern ein dezentes Funkeln auf ihre Haare und auch wenn ich sie am liebsten nur anstarren würde, reiße ich meinen Blick von ihr los....Dann sehe ich das, was die schlimmsten Bilder aus meinen Erinnerungen hervorkramt, jene Bilder, die ich so tief versucht hatte zu vergraben, weil ich sie nie wiedersehen wollte....Alles, was ich so verbissen versucht habe zu vergessen, bricht wieder über mich herein. Ich spüre, wie die Dunkelheit mich überwältigt und jedes Glimmen einer anderen Farbe in mir tötet. Alles außer schwarz.“ ( Zitat aus dem Buch )


Die aufkeimende Liebe, die ihn überrumpelt und gegen die er sich doch nicht wehren kann, hat mich verzaubert, denn sie ist so natürlich und ergreifend, dass man sich ihrer Wirkung nicht entziehen kann.
Jessi und Ciaran passen wie die Faust aufs Auge und sind ein perfekt unperfektes Team.

„Für diesen einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Kein Lüftchen wehte mehr, kein Atem ging und alle Herzen hielten inne, als könnte jeder weitere Schlag ein Leben zerstören. Vielleicht würde er das auch. Ich ließ Jessi nicht aus den Augen. Unsere Blicke verhakten sich ineinander, als könnten wir einander auf diese Weise festhalten - und unzertrennbar aneinanderbinden.“ ( Zitat aus dem Buch )

„Also tue ich das Einzige, das mich im Hier und Jetzt verankert: Ich blicke Jessi an. Denn sie ist es, die mein Cyan zurückbringt, die es zum Erstrahlen bringt als wende die Sonne sich endlich dem Mond zu. Durch sie kann ich das sein, wozu ich geschaffen bin und ich habe es nie deutlicher gespürt als in diesem Moment. Ein Moment, in dem wir noch immer in höchster Gefahr schweben.“ ( Zitat aus dem Buch )



Was ich absolut großartig finde, ist der Wechsel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Beim Lesen wirkt sich das ungefähr so aus: Vom Lachen zur Gänsehaut und zu Tränen in den Augen. Von der Betroffenheit zum verzückten Seufzen, wenn einmal wieder ein wunderschönes Zitat folgt, oder eine so schön erzählte Legende, wie die der zwei Monde.... Dieser häufige Stimmungswechsel ist einzigartig. Alleine in der Szene, in der die eigentliche Bedeutung Jessis zutage tritt - für Ciaran, für Keloria und vielleicht auch für die Menschenwelt - als wir die traurige Geschichte der Farbbewahrer und Ciarans erfahren und die Auswirkungen auf Keloria... Himmel, wie viele Gefühle da beim Lesen auf mich eingestürzt sind. Das Buch lebt von seinen tiefen und ehrlichen Emotionen, die stets greifbar sind und dem Leser alles abverlangen, weil sie ihn in den Strudel der intensiven Gefühlswelt Kelorias reißen und nicht wieder freigeben, bis die letzte Zeile gelesen ist.

„Worte sind zu schwach um mich zu erklären. Es gibt nur eine Art, wie ich ihm zeigen kann, was der wahre Grund für mein Zögern ist. Nicht mein Vater, nicht Keloria, nicht die Zukunft von uns allen. Also lege ich meine Hände an seine Wangen, stelle mich auf die Zehenspitzen und küsse ihn. Für einen winzigen Augenblick steht die Welt still, hören die Vögel auf zu singen und das Gras zu wachsen. Für diesen einen Moment ist alles gut. Es ist der Bruchteil einer Sekunde, in dem die Sonne Kelorias sich zu den erloschenen Monden umwendet und um Entschuldigung fleht. Der Wimpernschlag im Leben eines Steinwesens, der ein echtes Herz in seiner harten Brust zum Klopfen bringt. Der tiefe Atemzug eines Rimrocks, der all die verweste Haut auf seinem Körper wieder rosig erblühen lässt. Es ist der eine Moment, der nichts mit der Realität zu tun hat, sondern nur aus roséfarbenen Träumen und der hauchzarten Berührung unserer Lippen besteht. Alles ist gut. Für eine Sekunde.“ ( Zitat aus dem Buch )


Ebenso beeindruckend ist das Spiel mit den Gegensätzen innerhalb der Geschichte. Bunte Schönheit und absolute Dunkelheit. Aufkeimende Hoffnung und aus der Angst entstehende Hoffnungslosigkeit. Leichtigkeit und Schwere, Liebe und Hass... Es passt so hervorragend und es sorgt dafür, dass ich beim Lesen ständig mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dabei bin, weil ich nie weiß, wie es endet und welches Schicksal alle am Ende erwarten wird.

"Dabei steckt im Grunde so viel Schönheit in diesem Fürsten der Finsternis verborgen zwar, verschleiert von all der Dunkelheit, die ihn umgibt, aber dennoch klar vorhanden....Du hättest ganz anders sein können“, bringe ich hervor. „Einsam und besonders, aber nicht böse. Ein anderes Schwarz, so wie das von Ciaran.“ ( Zitat aus dem Buch )

Den beiden Autorinnen ist ein Meisterwerk gelungen, das mit seiner ständig steigenden Spannung fesselt und seinem subtilen Humor, der immer wieder Lichtpunkte setzt, begeistert. Die Handlung entwickelt einen Sog, der unaufhaltsam auf einen finalen Schlag zusteuert, den ich nie habe kommen sehen. Gegen Ende wurde dermaßen auf das Gaspedal gedrückt, dass ich vergessen habe zu atmen.
Von wasserdichten Plänen zur Rettung der Rimrocks, die dummerweise dennoch die eine entscheidende Lücke aufweisen, einem nur fast erleichterten Aufatmen, weil leben durfte, was verloren schien, nicht eingegangenen Wetten, tanzenden Schmetterlingen in meinem Bauch zum Freien Fall ins Bodenlose.... Das sollte es treffen!
Du sollst nicht fluchen, du sollst nicht fluchen, du sollst nicht fluchen.... Ich habe so gezittert, bis zum Schluss... Und jetzt? Ob ich meinen Scherbenhaufen, der einmal mein Herz war wieder einsammeln durfte, weil die Hoffnung zuletzt stirbt? Das lasse ich an dieser Stelle offen.

»Nein, nichts ist umsonst. Du hast unser Leben gerettet. Du hast begonnen Keloria zu retten. Und - das ist von entscheidender Wichtigkeit - du hast uns gezeigt, dass es eine Alternative zum Töten gibt.« ( Zitat aus dem Buch )

Und so bleibt mir nur noch, die wundervollen Aussagen dieser Geschichte zu unterstreichen. Was wären wir ohne Gefühle und was passiert mit uns, wenn wir auch nur einige von ihnen unterdrücken oder vernichten. Es lohnt sich immer für eine Welt zu kämpfen, in der die Liebe und nicht Trauer und  Hass herrschen.
Aber vor allem sollten wir an uns glauben. Ganz egal, was auf unserer Seele lastet und uns so annehmen wie wir sind. Mit all unseren Farben und Möglichkeiten. Jeder hat die Macht, unsere Welt ein wenig schöner und liebevoller zu machen.

„...Doch nun weiß ich, dass es etwas gibt, das stärker ist als die Angst, verspottet zu werden. Es ist der Mut, zu sich selbst zu stehen.“

"Wir haben die Wahl. Jeder von uns hat die Wahl, zu seiner Farbe zu stehen und das auszuleben, wozu wir geschaffen sind." ( Zitate aus dem Buch )



Fazit:

Ihr wollt eine ehrliche Meinung? Ich habe in den letzten Jahren massenweise Bücher gelesen und rezensiert. Zuletzt war ich in einer Leseflaute. Die Rezensionen wollten sich nicht schreiben lassen und ich habe manchmal über eine Woche eine Lesepause einlegen müssen, um wieder Lust zum Lesen zu haben.  Bis ich angefangen habe dieses Buch zu lesen. Es ist sensationell!!! Ich liebe diese Idee, die Farben mit den Gefühlen zu kombinieren und damit so treffende Aussagen und Wahrheiten über unsere eigene Welt so tiefgründig und dennoch spielerisch zu verpacken! Ich habe mich so oft wiedererkannt und habe so viel gefühlt beim Lesen, dass es mich wirklich ergriffen hat. Und dennoch war es in der Kombination mit dem großartigen Humor ein schönes Lesen, eine positive Grundstimmung, die mich angetrieben hat. Es hat einfach alles gepasst, die Stimmung, die magische schöne Welt, die vielen großartigen Ideen, die Charaktere und ihr tolles Zusammenspiel, die Logik, die Handlung und und und.
Dieses Buch ist mein persönliches Lesehighlight! ICH LIEBE DIESE GESCHICHTE und ich glaube fest daran, dass sie noch nicht zuende geschrieben ist

„Es ist die Vorfreude deiner Welt, auf das, was nun kommt. Dieser dunkle Wald dort draußen, er frohlockt bei dem Gedanken, unsere Gefühle zu spüren. Sie werden ihn ausfüllen und bis in die letzten Knospen seiner Zweige durchdringen. Für wenige Sekunden nur, doch bereits das bringt die Bäume zum Flüstern.“ ( Zitat aus dem Buch )


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Tigerstreifenhimmel

Ronja Delahaye
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.05.2018
ISBN B07DFPZXLV
Genre: Liebesromane

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Das Feuer in mir

Christian Milkus
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 13.07.2018
ISBN 9783959912792
Genre: Jugendbuch

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