alice14072013s Bibliothek

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110 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied

Victoria Schwab , Bea Reiter
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785588635
Genre: Jugendbuch

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97 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Khyona (1). Im Bann des Silberfalken

Katja Brandis
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.07.2018
ISBN 9783401603667
Genre: Jugendbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das Dreizehnte Zeichen: Die Entscheidung (Die Saga der 13 Zeichen 4)

K. T. Meadows
E-Buch Text
Erschienen bei null, 13.06.2018
ISBN B07DMRJ9Z3
Genre: Fantasy

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20 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Höfe von Sonne und Mond

Michelle Natascha Weber
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 25.07.2018
ISBN 9783959911580
Genre: Jugendbuch

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Flammen von Enyador (Enyador-Saga 3)

Mira Valentin
E-Buch Text: 434 Seiten
Erschienen bei null, 06.08.2018
ISBN B07G8KYG2M
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Zeit der Wächter ist angebrochen.

Eine Prophezeiung scheint sich zu erfüllen.

Eine uralte Frage gewinnt plötzlich an Bedeutung.

Mit der Schattenarmee unter sich haben die Wächter Enyador scheinbar geeint und erste Bündnisse geschlossen. Doch werden sie dem zerrütteten Land tatsächlich den Frieden bringen? Oder wird der letzte Teil der Prophezeiung zur grausamen Wahrheit? Denn letztendlich sind es Liebe und Hass, die zerstörendsten Mächte der Welt, die über Krieg und Frieden, Zusammenhalt und Zerwürfnis, und schließlich auch darüber, ob ihre Mission erfolgreich sein wird oder scheitert, entscheiden. Mögen die Ziele noch so heroisch sein, die Verantwortung für die Völker noch so bewusst, die Macht der Gefühle ist gewaltig. Sie hat schon so manchem Helden Flügel verliehen oder ihn ins Bodenlose gestürzt. Und so wird die Frage um Liebe und Hass zur Kernfrage für das Schicksal der Wächter und dem Land, das so dringend nach Frieden dürstet, in diesem dritten Band.

„Liebe sollte anders sein. Sie sollte ein Schild sein, der dich schützt; ein Feuer, das dich wärmt. Kein Dolch, der dein Herz zerfetzt.“ (Zitat aus dem Buch)

Wie brüchig doch Bündnisse sein können, wie schnell Loyalität in Frage gestellt werden kann. Selbst die wasserdichtesten Pläne scheinen verborgene Lücken zu haben, wenn durch ein Ereignis Kettenreaktionen ausgelöst werden, die den fadenscheinigen Frieden ins Chaos stürzen lassen. Aber was bleibt dann am Ende noch übrig? Wie groß sind die Opfer, die jeder Einzelne bringen muss? Und wie viel von sich selbst werden sie dabei verlieren?

„Was für eine seltsame Kraft die Liebe doch war. Sie brachte Könige dazu, ihr Volk zu verraten, machte Helden zu Hofnarren und ließ selbst die klügsten Köpfe ihren eigenen Namen vergessen.“ (Zitat aus dem Buch)

Vier Wächter vereint im Blute der Wahrhaftigkeit

Ein Mensch, der für Freiheit und Gerechtigkeit kämpft, aber nach der Heilung seines größten Schmerzes dürstet, an dem er zu zerbrechen droht.
Ein Elb, liebend und loyal, mit wachem Verstand, der dennoch in seinem Bestreben in Frage gestellt wird und die Antworten auf die dunklen Flecken seiner Vergangenheit sucht.
Ein Dämon, der nach Anerkennung schreit und hofft seinen wahren Platz zu finden, der ihm Halt und Klarheit gibt.
Ein Drache mit starkem Willen und festen Zielen. Unerschütterlich an der Seite seines „Bruders“ und doch plötzlich vor die entscheidende Wahl gestellt...

Sie alle streben nach dem einen gemeinsamen Ziel und müssen sich doch ihren ganz eigenen Schicksalsschlägen und inneren Dämonen stellen, die sie letztendlich zu Entscheidungen zwingen und manch einen von ihnen für immer verändern.

„Es dauerte lange, bis er die richtigen Worte fand. Er sprach sie leise aus, beinahe flüsternd, dabei dominierte ein dunkler Schatten seine markanten Gesichtszüge. „Es zerreißt dein Fleisch und frisst sich durch deine Brust. Es bohrt sich in deine Kehle wie ein Angelhaken in den Rachen eines Fisches, schnürt dir die Luft ab und hindert dich am Schreien. Es ist der schlimmste Schmerz, den ich je verspürt habe.“ Er saß ganz ruhig da, den Blick auf die Flammen gerichtet, so als wären seine Worte nichts als flüchtige Rauchwölkchen, den Nüstern eines Drachen entwichen und Augenblicke später zu Nichts verpufft.“ ( Zitat aus dem Buch )

Freundschaft, Treue und tiefe Liebe im inneren Kampf gegen abgrundtiefen Hass, schmerzlichem Verlust, Verrat, Verwirrung und Trauer. Wohin werden all diese intensiven Gefühle sie führen? Und was steht am Ende dieses Kampfes, der vielleicht gefährlicher ist, als jede Schlacht, die sie noch führen müssen?

„Ehre gewinnt keinen Krieg.“ ( Zitat aus dem Buch )

Ich habe mich lange gefragt, ob die hervorragenden ersten beiden Bände der Enyador Saga noch gesteigert werden können. Im Nachhinein stelle ich mir jetzt allerdings die Frage, warum ich daran auch nur ansatzweise habe zweifeln können. Die Entwicklung, die die Geschichte jetzt eingeschlagen hat, war emotional das Gewaltigste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Eingebettet in ein Setting, das weit bedrohlicher und düsterer ist, als in seinen vorangehenden Bänden, weil es in die Abgründe der Seele blickt und tiefer in Schmerz, Trauer und Ängste dringt, als je zuvor. Es hat mich aus dem Nichts mit der Wucht eines Sprengsatzes getroffen und meine Welt aus den Angeln gehoben. Nicht einen Weg, der eingeschlagen wurde, habe ich vorausgesehen und noch nie waren meine Gefühle beim Lesen so intensiv, wie in diesem Buch. Es hat mich an Grenzen gebracht, innerlich zerrissen, unendlich viele Tränen gekostet und mein Herz in tausend Splitter gesprengt. Doch es war das mit Abstand Beste und Eindrücklichste, was ich seit langem gelesen habe.

Die Flammen von Enyador steht für Fluch und Segen zugleich. Dem Fluch, dass eine so begabte Autorin es schafft, mir ihre grandiose Geschichte und ihre Charaktere emotional so nah zu bringen, dass ich noch tagelang gegrübelt und gelitten habe. Dass ich immer wieder in das Geschehen eingreifen wollte, weil ich meinen Schmerz nicht ertragen konnte. Aber auch dem Segen, dass sie diese wahnsinnig ergreifende Reise in diese unglaubliche Welt erschaffen hat, die ich sicher niemals wieder vergessen werde, weil sie sich mittlerweile so real anfühlt, als wäre ich ein Teil davon.


Inhalt:

Ein Mann.
Ein Feind.
Eine uralte Frage.

***

Tristan hat sich verändert. Aus dem Waisenjungen von früher ist ein unerbittlicher Krieger geworden, der an der Last auf seinen Schultern zu scheitern droht. Doch ein verlockendes Angebot des Hexenmeisters Beltain verspricht ihm Erlösung. Zur selben Zeit erhebt sich im Norden eine dunkle Macht, die ganz Enyador bedroht. Nun liegt das Schicksal des Landes ein weiteres Mal in der Hand eines Prinzen von Dornstrang – und er allein bestimmt über Krieg oder Frieden.


Meinung:


„Sie werden es dich immer spüren lassen, mein Sohn“, flüsterte sie. „Aber ich vertraue darauf, dass Ithil dir die Kraft gibt, in dieser Welt zu bestehen. Du brauchst keine Gabe, um ein großer Mann zu werden. Eines Tages sehen wir uns wieder.“ ( Zitat aus dem Buch )

„Eines Tages sehen wir uns wieder....“. Ja, dieser Satz beschreibt so genau das Gefühl, das bei mir entsteht, wenn ich meine nun dritte Reise nach Enyador antrete. Eine Welt, die zugleich so wunderschön und doch so kaltblütig und grausam ist. Mit jedem weiteren Schritt, den ich gehe, entfaltet sie mehr ihrer unglaublichen Facetten, schafft neue Bilder in meinem Kopf, die mir zeigen, dass ich noch nicht einmal ansatzweise all ihre Landschaften, Orte und tiefen Geheimnisse ergründet habe und fühlt sich dennoch vertraut und so wahnsinnig real an. Es ist das Gefühl, nach Hause zu kommen, an den Ort zurückzukehren, den man lange vermisst hat. Doch jedes Mal, wenn man zurückkommt, zeigt sich eine neue Seite dieser gewaltigen Welt, die schier unerschöpflich scheint, selbst wenn man schon zwei lange Reisen nach Enyador angetreten hat. Es ist die ureigene Faszination, die Enyador dadurch ausstrahlt. Eine Welt, die vertraut ist und sich doch immer weiter entfaltet, mehr und mehr ihrer fast schon düsteren Schönheit zeigt und dabei regelrecht zu leben und zu atmen scheint. Denn die Orte, die wir bereisen und entdecken sind so bildgewaltig, dass wir das Gefühl haben tatsächlich dort zu sein. Wir kämpfen uns durch die eisige Kälte der Sturmberge, frierend, mit starren Gliedern, am Rande der absoluten Erschöpfung und doch entschlossen Antworten zu finden. Bis sich der wahre Schrecken von Beltains Reich vor unseren Augen offenbart...

„Sie erwartete einen Berg zu sehen. Eine weitere trostlose Anhäufung von Stein und Geröll, bedeckt von kniehohem Schnee. Doch stattdessen erblickte sie ihn. Den Eisriesen. Würdevoll und uralt kniete er auf einer Anhöhe, gehauen aus blankem Eis und bestimmt dreihundert Fuß hoch. Sein langer Bart bestand aus Eiskristallen und seine Muskeln waren überzogen mit einer hauchfeinen Schicht aus Schneeflocken. Das linke Bein hielt er angewinkelt, mit der rechten Hand drückte er einen Drachen zu Boden, zermalmte ihn, einzig durch die Kraft seiner Arme. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte Saphira, wo genau der Unterschlupf eigentlich war, in dem sie die Nacht verbracht hatte: im aufgerissenen Maul des sterbenden Drachen. „Was ist das?“, brachte sie hervor. „Ein Bildnis von Beltain?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete Tristan. „Aber die Botschaft ist klar: Niemand, der in sein Reich kommt, kann es mit ihm aufnehmen. Wen er zermalmen will, der wird zerbrechen.“ ( Zitat aus dem Buch )

Wir erleben den Verfall des einst so mächtigen Dornstrang und wandeln schon fast wehmütig durch die früher so unerschütterliche Burg, nicht ahnend, welch tiefes Geheimnis ihr innewohnt. Und wir ergründen die faszinierende Welt der Drachen mit ihren befremdlichen und doch wundervollen Riten, die uns ein Strahlen ins Gesicht zaubern und hoffen lassen, wir dürften ein wenig länger in dem friedlichen Dragonia verweilen. Auch die verborgene Welt der Feen tief unter der Quelle Reodril erschließt sich uns. Dort finden sich Antworten auf längst vergangene Vorgänge, die uns nicht nur in Erstaunen versetzen, sondern auch vor Schreck erstarren lassen. Sie bergen das Geheimnis eines Königs und auch den Hintergrund um eine Macht, der nicht einmal die Magie Eliyahs etwas entgegenzusetzen hat. Eine Macht, die in Enyador bisher nur zweimal zu finden ist, aber den Krieg für immer entscheiden könnte. Und schließlich kehren wir immer wieder in das stolze und wunderschöne Aelfstan der Elben zurück, unter dessen kaltherziger Schönheit jederzeit Verrat und Intrige lauern. Was auch immer wir finden, wir sind zu jeder Zeit mit allen Sinnen und dem ganzen Herzen dabei. Es ist eine Kunst, eine eigene Welt zu erschaffen, die so lebendig und wahrhaftig wirkt, zugleich vertraut und fremd ist mit all ihren verborgenen Geheimnissen und die sich stetig weiter entwickelt. Es gibt fast keine Worte, das auszudrücken, was man wirklich empfindet, wenn man sich dieser sagenhaften Welt stellt. Es ist eine Mischung aus Bewunderung, Furcht, Grauen und Bedrückung.
„Aber ich vertraue darauf, dass Ithil dir die Kraft gibt, in dieser Welt zu bestehen...“ Auch hierin liegt eine Wahrheit, die wir nicht vergessen sollten. Denn so faszinierend Enyador ist, so dunkel und grausam ist seine Schönheit. Nie ist unser Weg wirklich ruhig, nie können wir sicher sein. Überall lauern Gefahren, Intrigen und Fallen, die aus dem Nichts auf uns einstürzen und uns jegliche Kraft kosten, um nicht alles zu verlieren, was uns ausmacht. Nicht immer erwartet uns, was wir zu sehen glauben oder erhoffen. Es erfordert hinter die Fassade zu blicken und zwischen den Zeilen zu lesen, um vielleicht auf das vorbereitet zu sein, was kommen mag und nicht in Schockstarre zu verfallen. Aber eines ist gewiss. Enyador lässt niemanden aus seinen Fängen, der einmal dort war.

„Thul schrie. Nie zuvor hatte er einen solchen Laut aus seinem Mund dringen hören, heftig wie ein Donnergrollen in den Sturmbergen und doch so leise, so nutzlos wie eine Träne, die in den Teufelssee tropfte. Worte! Er brauchte die richtigen Worte!“ ( Zitat aus dem Buch )

Gleiches gilt auch für den Verlauf der Handlung. Ich hatte mich so sehr im Vorfeld gewappnet. Habe kombiniert und gerätselt. Hatte düstere Vorahnungen und habe dennoch gehofft. Aber nichts konnte mich auf das vorbereiten, was tatsächlich passiert ist. Nicht eine Wendung habe ich vorausgesehen und tatsächlich hat es nicht lange gedauert, bis mir erstmalig der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Der Effekt war so brachial, dass ich fassungslos, mit einem dicken Kloß im Hals und tränennass, minutenlang regungslos dagesessen habe und einfach nur die Seiten meines Readers angestarrt habe, bis der zwangsläufige emotionale Ausbruch kam. Schrecken, Verzweiflung, Wut, Ohnmacht, Hass und tiefe Traurigkeit haben sich gleichzeitig Bahn gebrochen. Wart ihr schon einmal kreidebleich und zeitgleich zornesrot? Es ist möglich! Und nie, wirklich nie war ich so erfindungsreich im Ausstoßen von Verwünschungen für einen Autor, der mir das angetan hat, mein Herz unwiderruflich in tausend Einzelteile zu zerschlagen. Wer jetzt glaubt, das wäre mir nur einmal so ergangen, der irrt gewaltig. Die Geschichte offenbart Wendungen und Geschehnisse, die den Glauben des Lesers zutiefst erschüttern und ihn an Grenzen bringen, von denen er nicht einmal ansatzweise eine Ahnung hatte. Denn trotz aller Bemühungen und aller Schlachten, die geschlagen werden, sind am Ende alle Karten neu gemischt. Nach einem gewaltigen Showdown, der einen innerlich zerreißt, stellt man sich nur noch eine Frage: „Wie kommt man aus dieser Katastrophe wieder heraus?“ Es gibt tatsächlich Situationen, in denen man eine Hassliebe zu einem Autor entwickelt. Hass, weil man mit einem Gefühlschaos, das einen zur selben Zeit schockiert, so unglaublich leiden lässt und über alle Maßen wütend macht, überfordert ist. Aber auch Liebe, weil dem eine gewaltige, wahnsinnig komplexe, unvorhersehbare und stimmige Geschichte zugrunde liegt, die kaum noch zu übertreffen ist. Tristan selber hätte es nicht besser ausdrücken können:

„Sie schlang ihre Arme um seinen Hals, durchsuchte seine unergründliche Miene nach einem Rest der Hingebung, die er ihr in Schwalbenhain geschenkt hatte. Doch alles was sie fand, war Unnahbarkeit. (...)„Ich liebe dich“, hauchte er hinein. Dann drückte er sich gegen sie ( … ) mit ungewohnter Heftigkeit. „Und ich hasse dich.“ ( Zitat aus dem Buch )

Ich liebe diese Geschichte trotz allem und gerade aufgrund all dessen, was sie mit mir macht und in mir auslöst. Denn Emotionalität ist immer entscheidend dafür, ob eine Geschichte unvergesslich bleibt. Ich fiebere ihrem Finale entgegen, für das hier sehr eindrücklich der Grundstein gelegt wurde und habe gleichzeitig wahnsinnige Angst vor dem, was mich erwartet, denn ich habe nicht die geringste Ahnung, wohin es mich führt und ob ich mit den vielleicht kommenden Verlusten leben kann. Denn, dass wir nie wissen, wen es treffen kann und wir uns keinem liebgewonnenen Charakter wirklich sicher sein dürfen, hat Mira Valentin uns hier schmerzlich vor Augen geführt. Aber gerade das Spiel mit der Angst ist eine treibende Kraft beim Lesen. Und dieses Spiel beherrscht die Autorin in Perfektion. Und das nicht nur in atemberaubenden Schlachten, die uns zittern lassen.

„Ein Schluchzen stieg in ihrem Hals empor, brennend wie ein Feuerball. Sie hatten sich nie berührt, nie so angesehen wie jetzt, doch Jareds Nähe fühlte sich an wie nach Hause kommen. Nach Hause in die Ödnis der östlichen Drachenberge, wo das Leben wild und frei war. „Ich wünschte, es wäre unter anderen Umständen geschehen. Du hättest es mir sagen sollen, Jared.“ ( Zitat aus dem Buch )

Doch trotz all der Dramatik und dem Leid, das uns erwartet, finden wir gerade in den manchmal hoffnungslosen Situationen Momente der Zartheit und des Lichts. Sie lassen unser Herz höher schlagen, weil selbst im tiefsten Leid so viel Liebe aus ihnen spricht. Es sind die Momente, die mich dazu bewegen, die Hoffnung nie aufzugeben, es möge sich doch noch eine Lösung finden, die nicht nur den Wächtern, sondern auch dem gebeutelten Land den Frieden schenkt.  

„Du musst ihn nicht finden, er findet dich“, antwortete er, dabei blitzte erneut ein rötlicher Schein in seinen Augen. „Und besiegen kannst du ihn einzig und allein durch Kraft. Die notwendige Stärke dafür wurde dir in die Wiege gelegt, doch ich bin nicht sicher, ob du damit umzugehen weißt, Prinz des Südens!" ( Zitat aus dem Buch)

Nach dem triumphalen Einzug in Aelfstan und den ersten Bündnissen die geschlossen wurden, bricht für die Wächter und ihre Gefährten eine neue Zeit an. Für einige ist es die Zeit, Lösungen für ihren eigenen inneren Schmerz zu finden und eine noch unbekannte Bedrohung, die sich aus dem Norden ankündigt abzuwenden. Andere sind gezwungen sich im Verborgenen zu halten, weil ihr Versuch den Frieden und den Zusammenhalt zu schützen, falsch gedeutet wurden. Und für einige beginnt nach einer Unbedachtheit der Kampf ums nackte Überleben, während sich der  Menschenkönig, der sich des scheinbaren Friedens zu gewiss ist, plötzlich nur noch den Freuden seiner jungen Ehe hingibt und seine Weitsicht verloren zu haben scheint. Die unbezwingbare Einheit bröckelt. Sie macht Platz für Intrigen und Verrat, die im Verborgenen geschmiedet werden, während jeder mit seinem eigenen inneren Kampf beschäftigt zu sein scheint. Plötzlich taucht die Frage auf, wer tatsächlich Freund und Feind ist und wer noch für den Frieden aller Völker kämpft.

Das Motiv, das jeden einzelnen leitet ist immer dasselbe. Es ist die Liebe, die sie beschäftigt. Die Liebe, die einen Kampf zwischen den intensiven Gefühlen und den eigentlichen Zielen heraufbeschwört. Dennoch ist die Form der Liebe nie identisch. Sie unterscheidet sich auch in ihren Auswirkungen und Taten entscheidend. Mal ist es die tiefe und bedingungslose Liebe, die alles opfern würde, selbst das eigene Leben. Oder die Liebe, die einem das Gefühl von Zugehörigkeit und dem endlich gefundenen Platz im Leben vermittelt - für die man verraten würde, um sie zu schützen. Dann wiederum ist es der Verlust von Liebe, der einen verzweifeln und in Hass ersticken lässt. Blind für alles, für das man einst gekämpft hat. Mal ist es die besessene Liebe, die einen die eigenen Ziele vergessen lässt und angreifbar macht. Dann wiederum ist es die verfluchte Liebe, die einen nicht aus ihren Klauen entlässt und die man doch so sehr hasst, die die dunkelste Seite ans Licht bringt und alles zerstört, was einen einst ausgemacht hat. Oder es ist der verzweifelte Wunsch nach einer Liebe, die einen die drohenden Zeichen nicht sehen lassen will. Aber auch die Liebe für ein Volk, ein Land und die Freiheit, die die eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Vor allem aber ist es die Liebe, die sogar Kriege entfesselt. Die Macht der Liebe ist gewaltig. Sie zwingt jeden zu Entscheidungen und hat die Kraft, auch den gefestigten Charakter zu verändern. Und so greift sie mit all ihren Emotionen in die Geschichte ein und zwingt ihr eine neue Richtung auf, die erschüttert.

„Und er wollte jetzt wach sein, am besten für den Rest seines Lebens. Nur wer einen wachen Geist hatte, konnte Rache nehmen ( … ) Nein, er mutierte mit jeder Stunde, die verstrich, mehr zu einem Raubtier. Einem Wolf, der im Schatten lauerte und auf den richtigen Moment wartete, um seine Zähne in den Hals seines Opfers zu schlagen. ( .. ) „Ich sehe dich, Elb“, raunte er ihm zu. „Ich sehe dein Gesicht ganz genau. Es wird weniger schön sein, wenn ich dich auf einem Schlachtfeld treffe. Bete zu deinen Göttern, dass es nicht so weit kommt.“ ( Zitat aus dem Buch )

Doch was passiert, wenn man das eigentliche Ziel aus dem Auge verliert? Wenn man sich von Gefühlen leiten lässt ? Man schafft Platz für Misstrauen, Hass und Verrat. Man offenbart seine Schwachstellen und macht sich angreifbar. Oder man wird beflügelt und geht stark daraus hervor.

Mira Valentin liefert hier eine gewaltige Grundlage für Emotionen, die zutiefst erschüttern. Sie reißt uns in einen gewaltigen Strudel aus Fassungslosigkeit, Trauer und Hass, aber auch Liebe und dem Bedürfnis ihre Charaktere zu beschützen und all das Leid fortzuwischen, dem sie ausgesetzt sind. Die Gefühle ergreifen uns. Wir machen sie zu unseren eigenen und leben die Geschichte, als wären wir selbst betroffen. Es gibt keine Worte jegliche Gefühlsausbrüche zu beschreiben, die ich beim Lesen durchlaufen habe. Aber sie waren so gewaltig, dass sie mich selbst Tage nach Beenden des Buches noch nachhaltig beschäftigt haben. Ich wollte so gerne in das Geschehen eingreifen, ihm eine neue Richtung geben und ich denke immer noch darüber nach, wie es möglich sein könnte.

„ … reagierte weiterhin nicht, saß nur da, auf dem blanken Boden, die Hände um seine Knie geschlungen und schaukelte vor und zurück. Vor und zurück, wie er es schon seit über einem Tag tat. Nur so konnte er ertragen, dass Horiel ihm sein Herz herausgerissen hatte. Das stereotype Schaukeln seines Oberkörpers vermittelte ihm den Eindruck, in den Schlaf gewiegt zu werden. Er hatte das Gefühl, wenn er damit aufhörte, so würde er tief fallen, ins Bodenlose stürzen und hart aufschlagen.“ ( Zitat aus dem Buch)

Dieser ergreifenden Emotionalität sind wir ausgeliefert, weil uns die Autorin so tief in ihre einzelnen Charaktere blicken lässt, dass wir selbst das erfassen, was sie niemandem zeigen, weil es  in den Tiefen ihrer Seele schlummert. Wir erleben alle Facetten ihrer inneren Dämonen und ihrer ureigenen Gefühle, als wären wir an ihrer Stelle und müssten uns ihrem Kampf stellen. Es ist, als ob alles, was sie erleben und fühlen auf uns übergeht und wir einen Teil von ihnen mit uns nehmen. Ich habe selten eine derartige Transparenz erlebt und war so persönlich involviert wie in dieser Geschichte. Aber vor allem habe ich die Beweggründe der Protagonisten verstanden und selbst dann, wenn ich sie eigentlich hätte hassen sollen für ihre Taten, so konnte ich doch nicht anders, als mit ihnen zu fühlen und zu kämpfen. Ich habe immer noch Hoffnung, dass selbst diejenigen, die sich scheinbar verloren haben, ihren Weg zurück finden, weil sie sich erinnern.

Die Grenzen von Gut und Schlecht werden aufgehoben und verschwimmen zu einer Grauzone, weil wir erkennen, dass selbst die falschen Entscheidungen manchmal aus Schmerz oder Hilflosigkeit getroffen werden. Macht es uns zu Verrätern, weil wir beschützen wollen, was uns Liebe und Halt gibt? Macht uns der Wunsch nach Erlösung oder die Rache für einen schweren Verlust zu schlechten Menschen? Können Entscheidungen, die wir aus einem plötzlich entdeckten tiefen Gefühl treffen, falsch sein? Wer einmal wahrhaftig geliebt und gefühlt hat, wird sich diese Fragen beantworten.

„Tristan hob sein Mondschwert nach oben, damit die ehemaligen Sklavenkrieger es sehen konnten. Über ihm tobte das Geschrei der Drachen. Noch immer erfüllte brennende Luft den Himmel. Den Schmerz, den der abgebrochene Pfeil in seiner Schulter verursachte, spürte er kaum mehr, nur noch den Drang, seiner Bestimmung zu folgen, das zu tun, wofür er geboren worden war. „Ich bin Tristan von Dornstrang, der Ungebrochene, der Unsterbliche, der Drachenreiter, Bezwinger der Harpyien, Erbe von Dornstrang und Tregandir und Wächter der Menschen!“, schrie er der führungslosen Armee entgegen. „Von diesem Tag an seid ihr nicht länger die Sklaven der Elben. Hört auf wie Hunde zu dienen sondern kämpft wie Wölfe an meiner Seite. Kämpft für die Rückkehr eures Königs nach Dornstrang. Für das selbstbestimmte Leben eurer Brüder und Söhne. Für die Freiheit aller Völker in Enyador!“ ( Zitat aus dem Buch )

 „Kays schauderhafter Traum von Dökk Valdur fiel ihm ein. Der Dämon aus dem Norden mit dem brennenden Schwert. In der Vision hatte er ihn, …, hinterrücks getötet. Genau so würde es nun passieren. Er würde sich töten lassen, weil er nicht sterben konnte. Aber zumindest würde er Frieden finden. Noch hielt er die gierig brennende Flamme in seinem Inneren in Schach. Noch brauchte er seine Sinne, um die nächsten Schritte zu gehen. Aber eines war gewiss: Dökk Valdur würde aus dem Norden kommen. Denn dort oben, in den Sturmbergen, würde er geboren werden“ ( Zitat aus dem Buch )

So leidvoll der Weg auch scheint, der in diesem dritten Band eingeschlagen wurde, so bleibt dennoch der Funken einer Hoffnung am Ende. Denn hier ziehen wir die Lehre aus den Fehlern, die unsere Gefühle in uns auslösen können.  Selbst dann, wenn du deinen Verführungen erlegen bist und dein Ziel aus den Augen verloren hast, weil der Schmerz zu stark war. „Lass nicht zu, dass sie dich brechen!“ Stehe wieder auf und kämpfe erneut gegen die Schatten, für das Licht und für die Freiheit! Auch wenn alles verloren scheint.

„Wissen sie, dass sie sterben werden?“, fragte Greta neben ihm. „Vermutlich.“ „Warum fliehen sie dann trotzdem?“„Weil selbst ein Wimpernschlag in Freiheit mehr zählt ist als hundert Jahre in Gefangenschaft“, murmelte Kay ( Zitat aus dem Buch )


Fazit:


Ich habe eigentlich keine Worte mehr. Die Flammen von Enyador ist mit Abstand der stärkste Band der Reihe. Ich habe in keinem anderen emotional so gelitten und gefühlt, bin so erstarrt und geschockt worden. Und das, was Mira Valentin hier aus ihrer magischen Feder hat fließen lassen ist so genial, unvorhersehbar und stimmig, dass sie meinen absoluten Respekt hat. Enyador ist auf dem Weg in meine ewigen Hallen zu ziehen und ich habe lange nichts Vergleichbares mehr gelesen! Auch wenn es mich wirklich zerstört und mein Herz in tausend Einzelteile gesprengt hat. Richtig, gesprengt! Mit einer bombastischen Sprengladung!

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188 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 82 Rezensionen

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Silberschwingen - Rebellin der Nacht

Emily Bold , Carolin Liepins
Fester Einband
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505789
Genre: Jugendbuch

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553 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 190 Rezensionen

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Silberschwingen - Erbin des Lichts

Emily Bold , Carolin Liepins
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.02.2018
ISBN 9783522505772
Genre: Jugendbuch

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Das Flüstern des Waldes

Kathrin Wandres , Mira Valentin
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604412
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Der erste Lichtstrahl ist der Schlimmste. Ich konzentriere mich auf meine Atmung, doch es hilft nichts. Erinnerungen lassen sich nicht wegatmen.
Mit verkrampften Händen öffne ich das Tor und blicke dem fremden Licht entgegen, das mich jedes Mal aufs Neue wie einen alten Feind begrüßt.“ (Zitat aus dem Buch )

Stelle dir vor, unsere Gefühle würden von einer fremden Welt abhängen, mit ihr erstrahlen oder verlöschen.
Dabei ist doch alles so natürlich. Wir sind glücklich, weil wir uns über Ereignisse freuen, die geschehen. Wir lieben, weil wir für jemanden etwas Besonderes empfinden. Weil jemand unser Herz berührt. Wir sind traurig über etwas, das wir verloren haben. Wir empfinden Wut über Ungerechtigkeiten und hassen, was uns schadet.

Aber ist das wirklich so einfach? Liegt es in der Natur des Menschen so zu fühlen?
Und wenn dem nicht so ist? Was würde geschehen, wenn unser Fühlen fremdbestimmt wäre, abhängig davon, was eine fremde Welt durch ihre Tore zu uns schickt?
Wieviel Gefühl könnten wir ertragen? Welche Intensität würde uns verändern? Und was würde mit uns geschehen, wenn nur bestimmte Gefühle zu uns vordringen und uns andere nie mehr erreichen?

Fragen, mit denen ich mich nie beschäftigt habe, weil meine Gefühle immer da waren. Sie gehörten zu mir, wie die Luft zum Atmen. Bis jetzt. Bis ich "Das Flüstern des Waldes" gelesen habe.
Seitdem sehe ich die Welt mit ihren Emotionen, ihren natürlichen Farben und unserem sozialen Miteinander mit anderen Augen. Es ist, als ob ich blind gewesen bin, nicht erkannt habe, welche Schönheiten darin verborgen sind und welche Bedrohungen auf uns zukommen. Und das alles, weil ein vorwitziges Einhorn durch eine Pforte entschlüpfte....

Ich hatte vor dem Lesen einige Erwartungen, aber ich habe zu keiner Zeit mit einer Geschichte gerechnet, die meine eigene Welt auf den Kopf stellen würde. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt ist einzigartig, die Zeilen voller magischer Worte und die Seiten enthalten Bilder die mit einer Explosion an Farben in meinem Kopf zum Leben erwachen, ohne auch nur eine einzige Illustration zugrunde zu legen.
Dieses Buch hatte mich von seiner ersten, düsteren Zeile, löste in mir eine Flut an teils konträren Empfindungen aus und fesselte mich bis zu seinem Ende, das mich sprachlos und nachdenklich zurückließ. Mit einem Berg an Gefühlen, mit denen ich jetzt zurechtkommen muss....

"Ich habe gegen Rimrocks gekämpft und die Schlucht der Verzweiflung durchquert, bin ... entkommen und auf Einhörnern geritten. Ich wurde in der Quelle der Inspiration gebadet und ich habe mein Herz verschenkt. Nun werde ich dafür sorgen, dass es nicht brechen muss. Meines nicht und kein weiteres Herz der Welt."
( Zitat aus dem Buch)

Inhalt:

"Die Macht des Einhorns"
Gleich neben der Welt von uns Normalsterblichen befindet sich ein verborgenes Reich voller magischer Geschöpfe und epischer Schicksale. Es ist lediglich ein verstecktes Tor von uns entfernt, das sich immer zur Dämmerung öffnet, um unserem farblosen Menschendasein ein wenig Fantasie, Liebe und Hoffnung beizumischen. So war es schon immer und so sollte es immer bleiben, bis sich an einem unglücklichen Abend ausgerechnet ein Einhorn, das magischste aller Wesen, durch das Tor und in die Menschenwelt verirrt. Ihm auf der Spur ist bald nicht nur der junge Torwächter Ciaran, sondern auch das Menschenmädchen Jessi. Doch es ist alles andere als leicht, ein Einhorn einzufangen, und der Versuch führt Jessi letztendlich direkt in die für sie verbotene Farbenwelt von Keloria.

Meinung:

"Einen dunklen Moment lang stockt mir der Atem, das Bild der Gegenwart verschwimmt vor meinen Augen und ich sehe sie, erkenne die tödliche Aussichtslosigkeit, spüre den frischen ungetrübten Schmerz in meinem Herzen. Doch dann hämmert mir das moderate Abendkonzert einiger Waldvögel die harte Wirklichkeit erbarmungslos ins Bewusstsein und der vertraute und zugleich fremde Waldgeruch dringt mir in die Nase. Es ist nicht meine Welt, die ich nun im Licht der flüchtenden Sonne abschätzig betrachte" ( Zitat aus dem Buch )

Es sind düstere, bedrückende Zeilen, die auf uns einstürzen, wenn wir diese Geschichte beginnen. Emotionen volle Wut, Traurigkeit, Zweifel, Dunkelheit und Selbsthass. Es sind die Empfindungen eines Hüters, der alles verloren hat und an den Schuldgefühlen, die ihn gefangen halten zu zerbrechen droht. Der seine Seele in tiefes Schwarz getaucht hat um alles auszublenden, was ihn je ausgemacht hat. Ein Schwarz, das die Welt um ihn herum verschluckt.

"Einen tiefen Atemzug lang schließe ich die Augen, frage mich, was schlimmer ist: die zerstörerische Welt der Menschen oder die zerstörte Realität in meiner eigenen." ( Zitat aus dem Buch )

"....bevor eine graue Wolke frischer Verzweiflung beginnt, mich einzuhüllen und die Welt um mich herum zu verschlucken. So wie sie damals in jener Nacht verschluckt wurde. Ich sehe ihre Farbe, ihre leuchtenden, pulsierenden Gefühle, wie sie von dem erbarmungslosen Rot ihres eigenen Blutes hinweggespült werden, bis nichts mehr übrig ist als totes Grau. Nie wieder werde ich ihre Farbe sehen. Die schönste Farbe, die Keloria je hervorgebracht hat. Nie. Nie. Nie." ( Zitat aus dem Buch )


Diese Stimmung lässt uns schon erahnen, dass uns eine Geschichte erwartet, die mit ihrer Tiefgründigkeit niemanden kalt zurücklässt. Der Schmerz ist spürbar und lässt uns schaudern. Und dennoch verändert sich dieses beklemmende Gefühl mit der plötzlichen Flucht eines Einhorns und präsentiert mit einem Mal eine Welt, die von Humor und Sarkasmus, von strahlenden Farben und dunklen Bedrohungen, von Glück und Zweifeln, von Liebe und Furcht zugleich geprägt ist. Eine Welt der Kontraste und Gegensätze, die uns zeigt, dass nicht nur Schwarz und Weiß existieren, sondern sehr viele Facetten dazwischen. Diese Welt führt uns vor Augen, dass nichts endgültig ist, nicht einmal ein selbstgewähltes Dasein und schon gar kein selbstauferlegtes Gefühl, solange wir noch die Möglichkeit zum Handeln haben.

"Durch die weit geöffnete Pforte von Keloria sehe ich noch das zierliche Hinterteil des Unglücks, das soeben in die Menschenwelt eingedrungen ist. Ein Unglück mit Namen Tarka. Ein Einhorn. Keine Ahnung, wo es so plötzlich hergekommen ist. Meine Gefühle der Vergangenheit haben mich die Gegenwart nicht sehen lassen. Und nun galoppiert es mit fröhlich erhobenem Schweif hinaus in den Menschenwald. Wie konnte mir das nur passieren?" ( Zitat aus dem Buch )

Wo fange ich an und wo ende ich, wenn ich all diese grandiosen Attribute schildern will, die diesem Buch zugrunde liegen? Wie sortiere ich all meine Emotionen, die beim Lesen auf mich einstürzten sinnvoll? Darüber habe ich lange nachgedacht und meine Eindrücke lassen sich beiweitem nicht in zwei Zeilen fassen. Diese Geschichte verdient mehr, weil ich bisher nichts Vergleichbares gelesen habe und immer noch in der Faszination schwelge, die sie in mir ausgelöst hat.

„Zu schön, um wahr zu sein. Zu bunt für eine schwarze Seele. Dunkelheit schmerzt umso mehr, je heller die Welt vor deinen Augen ist" ( Zitat aus dem Buch )

Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, ist einzigartig und hat mich sofort fasziniert. Vor uns Menschen verborgen existiert die Parallelwelt Keloria, eine Welt, geprägt von intensiv leuchtenden Farben, die für eine Vielzahl von Gefühlen stehen. Diese Welt öffnet zweimal am Tag ihre Pforten um ihre Farben, und damit alles was wir fühlen können,  in die Menschenwelt zu transportieren. Denn ohne Kelorias Farben wären wir nicht in der Lage zu empfinden, unsere Welt wäre grau und gefühllos. Doch die Menschen dürfen nie von Keloria erfahren, denn eine Reise dorthin würde für sie und Keloria eine Gefahr darstellen mit verheerender Wirkung. Daher ist Ciaran der junge Hüter der Pforte gezwungen, das geflohene Einhorn Tarka nach Keloria zurückzubringen, bevor es von den Menschen entdeckt wird. Doch ehe ihm dies gelingt, wird das Mädchen Jessi auf Tarka aufmerksam und Ciaran muss gezwungenermaßen ihre Hilfe annehmen. Es gehörte nie zu seinem Plan, dass Jessi ihm nach Keloria folgt. Denn schon einmal haben Menschen, die nach Keloria gelangten sein Leben zerstört und eine Bedrohung seiner Welt in Gang gesetzt, die Keloria in tiefstes Schwarz zu stürzen droht. Eine Wiederholung dieses Vorfalls und somit ein erneutes Versagen will er unbedingt verhindern. Und doch ist es geschehen. Tarkas Flucht öffnete die Tore für Menschen, die den Weg in seine Welt fanden. Eine verzweifelte Suche beginnt, in der Ciaran und Jessi gemeinsam nach einer Rettung für Keloria suchen und damit nicht nur gegen die Zeit antreten, sondern auch gegen einen übermächtigen Gegner, der Kelorias Farben für immer vernichten will, bis nur noch Hass, Gewalt herrschen. Niemand konnte ahnen, welche besondere Rolle gerade ein Menschenmädchen und ein vorwitziges Einhorn dabei einnehmen würde...

„Doch weil es der einzige Weg ist und weil Verzweiflung gemeinsam besser zu ertragen ist als alleine, nehme ich Jessis Hand und gehe entschlossen mit ihr voran.“ ( Zitat aus dem Buch )

Die besondere Problematik und die Bedrohung die nach Keloria greift sind schwerwiegender als es auf den ersten Blick scheint. Nicht umsonst ist Ciaran von Schwermut und Wut auf sich selber zerfressen. So sehr, dass er sich auch äußerlich in tiefstem Schwarz hüllt. Wie weitreichend die Gefahr ist, wird allerdings nur behutsam enthüllt. Sie dringt zunächst unterschwellig durch die trüben Gedanken Ciarans, während Jessi eine Explosion an Farben und faszinierenden Landschaften und Wesen erlebt, die sie immer wieder erstaunen. Erst nach und nach wird dem Leser bewusst, was wirklich auf dem Spiel steht, wenn Ciaran und Jessi scheitern. Gerade diese zunächst langsame Entwicklung baut nicht nur eine unterschwellige Spannung auf, sondern sie lässt auch viel Raum für die Entfaltung einer magischen Welt, die in ihrem Detailreichtum begeistert. Es ist kaum vorstellbar, woher die beiden Autorinnen all diese Ideen genommen haben, die uns beim Lesen überraschen und vor allem verzaubern.

„Ungläubig starre ich auf die Wände und Decken, die allesamt mit abertausenden von Zeichnungen bemalt sind. Ich habe schon früher Fresken und Wandmalereien gesehen - in Kirchen und in den alten Kunst-Bildbänden meiner Mutter. Aber keine davon war so klein, so detailliert und so farbenfroh gewesen wie diese hier. Sie zeigen Einhörner, Phönixe und Meerjungfrauen, bunte Kelorianer, mystische Landschaften und einen Himmel mit zwei Monden. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, jedes vermittelt ein Gefühl. Es ist, als würden all diese Farben um mich herum atmen, ja sogar leben. Fasziniert drehe ich mich zu Ciaran um - und erstarre: Vor mir steht ein komplett schwarzer Junge. Nicht nur schwarz gekleidet, sondern von totaler Finsternis erfüllt, genau so, wie er es vorhin angedeutet hat.“ ( Zitat aus dem Buch )

Durch Jessis Erleben erfahren wir die Wunder Kelorias. Eine Welt voller intensiver Farben und magischer Orte, bei denen die Namen der Landschaften Sinnbild für die Gefühle und Gemütszustände, aber auch die verdeckten Gefahren sind. Ich bin immer noch begeistert, mit welcher Intensität die Bilder geschildert werden. So intensiv, als würde man in seinem imaginären Kinosessel sitzen und einen Film betrachten in dem bizarre Landschaften mit ihren besonderen Pflanzen und Wesen, deren Farben weit strahlender sind als alles, was wir kennen, vor unseren Augen zum Leben erwachen. Sie lassen uns voller Staunen sprachlos und fasziniert zurück mit nur einem einzigen Wunsch: Dieses Land muss erhalten und geschützt werden!

"»Ach? Und was soll es sonst sein, wenn Wasser aus Wolken rausfällt?«
»Es sind Tränen. Tränen der Verzweiflung.«
Jessi hält sich nun fester an meiner Hand, sagt aber nichts dazu. Mit einem Blick zur Seite sehe ich, wie sie sich einen Tropfen von den Lippen leckt. »Schmeckt salzig«, bestätigt sie. »Und irgendwie hoffnungslos.«
»Man erzählt sich, dass alle Tränen, die in unserer und in allen anderen Welten je vergossen wurden, hier aufbewahrt werden.«" ( Zitat aus dem Buch )

Die Geschichte ist wundervoll erdacht und sehr stimmig. Ich bin immer noch begeistert, was hier an Landschaften, Pflanzen, Wesen und Ideen zutage gefördert wurde. Und es passt immer zur Stimmung und Entwicklung. Besonders die Namen der Landschaften verdeutlichen die Geschehnisse und die jeweilige Auswirkung auf die Empfindungen der Charaktere. Ob es die Schlucht der Verzweiflung, die Sümpfe der Verlockung, die Regenbogenseen, oder die Berge der Entsagung sind, die Namen passen wie Faust aufs Auge.

„Von den Dingen, die ich im Leben am meisten fürchte, ist Blindheit die schlimmste. Nicht sehen zu können, was um mich herum geschieht. Die Orientierung zu verlieren und jegliche Kontrolle noch dazu.“ ( Zitat aus dem Buch )

Die beiden Protagonisten sind anfangs so gegensätzlich, wie sie eigentlich nur sein können und weisen eine Gefühlstiefe auf, die sich sofort mit voller Wucht auf die Emotionen des Lesers überträgt, ungeschminkt und ohne Vorwarnung.
Jessi und Ciaran sind Figuren, die sich sofort in mein Herz gespielt haben. Jessi mit ihrem Optimismus, ihren manchmal schon sarkastischen Sprüchen, die immer wieder für ein helles Auflachen sorgen, ihrer neugierigen und unbedarften Art und ihrem starken Willen. Sie schafft es immer wieder Ciaran voranzutreiben und das Gute in ihm zum Vorschein zu bringen. Plötzlich erwacht in Ciaran ein Anderer, mehr als wir je ahnen würden.

"Mut entsteht beim Handeln, mein schwarzer Freund." ( Zitat aus dem Buch )

"Kein Mensch wünscht sich Verzweiflung, da hast du Recht. Aber ohne die dunklen Farben wären die hellen weniger hell. Ohne die düsteren Gefühle wären die fröhlichen weniger fröhlich und heiter...Trauer lässt die Freude umso mehr erstrahlen, lässt sie uns überhaupt erst als solche erkennen." ( Zitat aus dem Buch )

"Die normale Welt scheint bei euch nicht zu existieren. Es klingt alles eher wie ein Märchen. Ein sehr buntes Märchen ... Muss ich dir wirklich erklären, was ein Märchen ist?" ( Zitat aus dem Buch )

Ciaran, der ernste Hüter ganz in Schwarz, mit seiner Traurigkeit, seiner inneren Zerrissenheit, seinem ausgeprägten Beschützerinstinkt und seinem guten Herz. Seufz.... Ciaran ist der Charakter mit den meisten Facetten, den ich immer wieder schütteln und gleichzeitig in den Arm nehmen wollte. In seinen jungen Jahren hat er schon viele Verluste hinnehmen müssen, die ihn in Hoffnungslosigkeit, grenzenloser Wut und Verzweiflung zurückließen. Und doch schlummert tief verborgen darin ein ganz anderer Mann, der erst langsam lernen muss tiefe Gefühle zuzulassen und die Leere wieder zu füllen mit dem, was ihn einst ausmachte. Fröhlichkeit, Anmut, Freundschaft, Selbstbewusstsein  und innere Kraft. Wenn er nicht aus Wut auf sich selber verbal um sich schlägt. Er kann gar nicht anders, als im Verlauf immer mehr von sich preiszugeben und das stürzt ihn in Verzweiflung, wie es ihn über sich selbst hinauswachsen lässt.  Wie tief gerade er fühlen kann, hat mich gefesselt und mir gleichzeitig das Herz zerrissen.

„Dunkelheit.
Es ist nichts als reine, undurchdringbare Dunkelheit, die mich umgibt, und ich will auch nie wieder etwas Anderes sehen. (…) Ich weigere mich die Augen zu öffnen, presse sie noch fester zusammen, als könnten sich so die Wimpern ineinander verhaken und nie wieder Tageslicht in meine Seele lassen. Vielleicht verschwindet die Realität, wenn ich sie lange genug ignoriere“ ( Zitat aus dem Buch )



„Die ersten Wegbereiter des nahenden Lichts zaubern ein dezentes Funkeln auf ihre Haare und auch wenn ich sie am liebsten nur anstarren würde, reiße ich meinen Blick von ihr los....Dann sehe ich das, was die schlimmsten Bilder aus meinen Erinnerungen hervorkramt, jene Bilder, die ich so tief versucht hatte zu vergraben, weil ich sie nie wiedersehen wollte....Alles, was ich so verbissen versucht habe zu vergessen, bricht wieder über mich herein. Ich spüre, wie die Dunkelheit mich überwältigt und jedes Glimmen einer anderen Farbe in mir tötet. Alles außer schwarz.“ ( Zitat aus dem Buch )


Die aufkeimende Liebe, die ihn überrumpelt und gegen die er sich doch nicht wehren kann, hat mich verzaubert, denn sie ist so natürlich und ergreifend, dass man sich ihrer Wirkung nicht entziehen kann.
Jessi und Ciaran passen wie die Faust aufs Auge und sind ein perfekt unperfektes Team.

„Für diesen einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Kein Lüftchen wehte mehr, kein Atem ging und alle Herzen hielten inne, als könnte jeder weitere Schlag ein Leben zerstören. Vielleicht würde er das auch. Ich ließ Jessi nicht aus den Augen. Unsere Blicke verhakten sich ineinander, als könnten wir einander auf diese Weise festhalten - und unzertrennbar aneinanderbinden.“ ( Zitat aus dem Buch )

„Also tue ich das Einzige, das mich im Hier und Jetzt verankert: Ich blicke Jessi an. Denn sie ist es, die mein Cyan zurückbringt, die es zum Erstrahlen bringt als wende die Sonne sich endlich dem Mond zu. Durch sie kann ich das sein, wozu ich geschaffen bin und ich habe es nie deutlicher gespürt als in diesem Moment. Ein Moment, in dem wir noch immer in höchster Gefahr schweben.“ ( Zitat aus dem Buch )



Was ich absolut großartig finde, ist der Wechsel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Beim Lesen wirkt sich das ungefähr so aus: Vom Lachen zur Gänsehaut und zu Tränen in den Augen. Von der Betroffenheit zum verzückten Seufzen, wenn einmal wieder ein wunderschönes Zitat folgt, oder eine so schön erzählte Legende, wie die der zwei Monde.... Dieser häufige Stimmungswechsel ist einzigartig. Alleine in der Szene, in der die eigentliche Bedeutung Jessis zutage tritt - für Ciaran, für Keloria und vielleicht auch für die Menschenwelt - als wir die traurige Geschichte der Farbbewahrer und Ciarans erfahren und die Auswirkungen auf Keloria... Himmel, wie viele Gefühle da beim Lesen auf mich eingestürzt sind. Das Buch lebt von seinen tiefen und ehrlichen Emotionen, die stets greifbar sind und dem Leser alles abverlangen, weil sie ihn in den Strudel der intensiven Gefühlswelt Kelorias reißen und nicht wieder freigeben, bis die letzte Zeile gelesen ist.

„Worte sind zu schwach um mich zu erklären. Es gibt nur eine Art, wie ich ihm zeigen kann, was der wahre Grund für mein Zögern ist. Nicht mein Vater, nicht Keloria, nicht die Zukunft von uns allen. Also lege ich meine Hände an seine Wangen, stelle mich auf die Zehenspitzen und küsse ihn. Für einen winzigen Augenblick steht die Welt still, hören die Vögel auf zu singen und das Gras zu wachsen. Für diesen einen Moment ist alles gut. Es ist der Bruchteil einer Sekunde, in dem die Sonne Kelorias sich zu den erloschenen Monden umwendet und um Entschuldigung fleht. Der Wimpernschlag im Leben eines Steinwesens, der ein echtes Herz in seiner harten Brust zum Klopfen bringt. Der tiefe Atemzug eines Rimrocks, der all die verweste Haut auf seinem Körper wieder rosig erblühen lässt. Es ist der eine Moment, der nichts mit der Realität zu tun hat, sondern nur aus roséfarbenen Träumen und der hauchzarten Berührung unserer Lippen besteht. Alles ist gut. Für eine Sekunde.“ ( Zitat aus dem Buch )


Ebenso beeindruckend ist das Spiel mit den Gegensätzen innerhalb der Geschichte. Bunte Schönheit und absolute Dunkelheit. Aufkeimende Hoffnung und aus der Angst entstehende Hoffnungslosigkeit. Leichtigkeit und Schwere, Liebe und Hass... Es passt so hervorragend und es sorgt dafür, dass ich beim Lesen ständig mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dabei bin, weil ich nie weiß, wie es endet und welches Schicksal alle am Ende erwarten wird.

"Dabei steckt im Grunde so viel Schönheit in diesem Fürsten der Finsternis verborgen zwar, verschleiert von all der Dunkelheit, die ihn umgibt, aber dennoch klar vorhanden....Du hättest ganz anders sein können“, bringe ich hervor. „Einsam und besonders, aber nicht böse. Ein anderes Schwarz, so wie das von Ciaran.“ ( Zitat aus dem Buch )

Den beiden Autorinnen ist ein Meisterwerk gelungen, das mit seiner ständig steigenden Spannung fesselt und seinem subtilen Humor, der immer wieder Lichtpunkte setzt, begeistert. Die Handlung entwickelt einen Sog, der unaufhaltsam auf einen finalen Schlag zusteuert, den ich nie habe kommen sehen. Gegen Ende wurde dermaßen auf das Gaspedal gedrückt, dass ich vergessen habe zu atmen.
Von wasserdichten Plänen zur Rettung der Rimrocks, die dummerweise dennoch die eine entscheidende Lücke aufweisen, einem nur fast erleichterten Aufatmen, weil leben durfte, was verloren schien, nicht eingegangenen Wetten, tanzenden Schmetterlingen in meinem Bauch zum Freien Fall ins Bodenlose.... Das sollte es treffen!
Du sollst nicht fluchen, du sollst nicht fluchen, du sollst nicht fluchen.... Ich habe so gezittert, bis zum Schluss... Und jetzt? Ob ich meinen Scherbenhaufen, der einmal mein Herz war wieder einsammeln durfte, weil die Hoffnung zuletzt stirbt? Das lasse ich an dieser Stelle offen.

»Nein, nichts ist umsonst. Du hast unser Leben gerettet. Du hast begonnen Keloria zu retten. Und - das ist von entscheidender Wichtigkeit - du hast uns gezeigt, dass es eine Alternative zum Töten gibt.« ( Zitat aus dem Buch )

Und so bleibt mir nur noch, die wundervollen Aussagen dieser Geschichte zu unterstreichen. Was wären wir ohne Gefühle und was passiert mit uns, wenn wir auch nur einige von ihnen unterdrücken oder vernichten. Es lohnt sich immer für eine Welt zu kämpfen, in der die Liebe und nicht Trauer und  Hass herrschen.
Aber vor allem sollten wir an uns glauben. Ganz egal, was auf unserer Seele lastet und uns so annehmen wie wir sind. Mit all unseren Farben und Möglichkeiten. Jeder hat die Macht, unsere Welt ein wenig schöner und liebevoller zu machen.

„...Doch nun weiß ich, dass es etwas gibt, das stärker ist als die Angst, verspottet zu werden. Es ist der Mut, zu sich selbst zu stehen.“

"Wir haben die Wahl. Jeder von uns hat die Wahl, zu seiner Farbe zu stehen und das auszuleben, wozu wir geschaffen sind." ( Zitate aus dem Buch )



Fazit:

Ihr wollt eine ehrliche Meinung? Ich habe in den letzten Jahren massenweise Bücher gelesen und rezensiert. Zuletzt war ich in einer Leseflaute. Die Rezensionen wollten sich nicht schreiben lassen und ich habe manchmal über eine Woche eine Lesepause einlegen müssen, um wieder Lust zum Lesen zu haben.  Bis ich angefangen habe dieses Buch zu lesen. Es ist sensationell!!! Ich liebe diese Idee, die Farben mit den Gefühlen zu kombinieren und damit so treffende Aussagen und Wahrheiten über unsere eigene Welt so tiefgründig und dennoch spielerisch zu verpacken! Ich habe mich so oft wiedererkannt und habe so viel gefühlt beim Lesen, dass es mich wirklich ergriffen hat. Und dennoch war es in der Kombination mit dem großartigen Humor ein schönes Lesen, eine positive Grundstimmung, die mich angetrieben hat. Es hat einfach alles gepasst, die Stimmung, die magische schöne Welt, die vielen großartigen Ideen, die Charaktere und ihr tolles Zusammenspiel, die Logik, die Handlung und und und.
Dieses Buch ist mein persönliches Lesehighlight! ICH LIEBE DIESE GESCHICHTE und ich glaube fest daran, dass sie noch nicht zuende geschrieben ist

„Es ist die Vorfreude deiner Welt, auf das, was nun kommt. Dieser dunkle Wald dort draußen, er frohlockt bei dem Gedanken, unsere Gefühle zu spüren. Sie werden ihn ausfüllen und bis in die letzten Knospen seiner Zweige durchdringen. Für wenige Sekunden nur, doch bereits das bringt die Bäume zum Flüstern.“ ( Zitat aus dem Buch )


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Tigerstreifenhimmel

Ronja Delahaye
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.05.2018
ISBN B07DFPZXLV
Genre: Romane

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Das Feuer in mir

Christian Milkus
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 13.07.2018
ISBN 9783959912792
Genre: Jugendbuch

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KHAOS

Lin Rina
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 18.07.2018
ISBN 9783959914215
Genre: Science-Fiction

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Mondstaub und Sonnenstürme

Maja Köllinger
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 09.07.2018
ISBN 9783959911566
Genre: Fantasy

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Rubinsplitter

Julia Dessalles
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783959910484
Genre: Fantasy

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Der Sturm

Tom Jacuba
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404209118
Genre: Fantasy

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Palace of Glass - Die Wächterin

C. E. Bernard , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 19.03.2018
ISBN 9783764531959
Genre: Fantasy

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Grischa - Lodernde Schwingen

Leigh Bardugo , Henning Ahrens
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.08.2014
ISBN 9783551582973
Genre: Jugendbuch

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Throne of Glass – Die Sturmbezwingerin

Sarah J. Maas , Michaela Link
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423717892
Genre: Jugendbuch

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Unterweltpakt - König und Ritter

Sarah Lilian Waldherr
E-Buch Text
Erschienen bei Selfpublisher, 15.06.2018
ISBN B07D7HT84K
Genre: Fantasy

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Monsternanny - Ein unterirdisches Abenteuer

Tuutikki Tolonen , Anu Stohner , Pasi Pitkänen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 14.05.2018
ISBN 9783446259195
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Das wär's. Sie sind auf dem Weg nach Hause", sagte Papa. "Wo immer das auch sein mag."....Niemand widersprach ihm. Nur Alisa piepste: "Wo ist Maikki?". In der Tat. Wo war Maikki? Im Wald war es gespenstisch still... (Zitat aus dem Buch S. 8 )

Die Kinder haben es geschafft. Das Geheimnis ihrer geliebten Monsternanny ist entschlüsselt und gemeinsam haben sie einen Weg gefunden, der es den Monstern ermöglicht in ihre Heimat zurückzukehren. Niemandem fällt es leicht, nicht einmal Papa kann seine Traurigkeit verbergen. Doch die Jüngste, Maikki, spürt neben der Leere, die der Wald hinterlässt, die drängende Stimme ihres Bademantels:

"Lass uns gehen!", flüsterte der Bademantel wieder. ( Zitat aus dem Buch S. 9 )

Maikki hinterfragt nicht, sie spürt einfach die Richtigkeit der Worte und schlüpft hinter den Monstern her. Es beginnt ein spannendes Abenteuer in einer außergewöhnlichen, fremden Welt, dessen Sinn sich ihr schon bald erschließt.

So sehr der erste Band mit seiner feinsinnigen Suche der Kinder nach dem Geheimnis der Monster, seinem tieferen Sinn um Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen und seinem genialen Humor uns begeistert und berührt hat, umso mehr  fasziniert dieser Folgeband. Denn plötzlich finden wir uns in einer uns unbekannten Welt, wissen nicht was dahinter lauert und müssen ein Abenteuer bestehen, von dem wir nicht ahnen, wohin es uns führt. Sowohl meine Tochter ( 8 Jahre ) als auch ich hätten nicht mit dieser plötzlich ansteigenden und immerwährenden Spannung gerechnet, die uns durch das gesamte Buch begleitet hat. Ich kann jetzt schon versprechen, dass dieses unterirdische Abenteuer noch einmal eine deutliche Steigerung zum vorhergehenden Buch bedeutet und uns ohne Ausnahme an seine Seiten gebannt hat.

Inhalt:

Die Monster benötigen die Hilfe der Kinder, um den Weg zurück in ihre Welt zu finden. Und so beschließen die Geschwister Maikki und Hilla, Grah zu begleiten und ihren neuen Freund sicher nach Hause zu bringen. Unterstützt werden sie dabei von einem alten Türwächter und Maikkis sprechendem Bademantel. Während die beiden Mädchen unter der Erde so einige Abenteuer bestehen, kommt ihr Bruder Kaapo auf eine pfiffige Idee, wie er seinen Schwestern von zu Hause aus behilflich sein kann: Was auch immer er in die Tasche seines Bademantels steckt, taucht unter der Erde im sprechenden Bademantel wieder auf! Und so finden nicht nur Butterbrote ihren Weg in die fantastische Welt der Monster. ( Klappentext )

Meinung:

Es ist unglaublich, was die Autorin in dieser Geschichte plötzlich geschaffen hat. Wir  dürfen zwar  weiterhin unsere liebgewonnenen Charaktere begleiten, doch wir gewinnen so viel mehr dazu. Indem wir Maikki unter die Erde in die Heimat der Monster folgen, eröffnet sich uns plötzlich eine faszinierende Umgebung, die mit Ideenreichtum und wundervollen Bildern besticht. Hier wurde mit liebevoller Hand eine Welt geschaffen, die zwar düster und voller unerwarteter Gefahren ist, aber zugleich durch ihre besonderen unterirdischen Landschaften, ihre außergewöhnlichen Wesen und die intensiv geschilderten Farben in Staunen versetzt. Mal folgen wir dunklen Gängen und finden uns in gewaltigen, beängstigenden Höhlensystemen wieder, betrachten staunend lebende Lichter an den Wänden oder wundern uns über die Wärme unterirdischer Seen. Dann wiederum finden wir ganze Landschaften, die an unsere eigenen erinnern und fragen uns, wie das unter der Erde sein kann. Kann es einen unterirdischen Himmel geben? Eine Insel und Wälder? Woher kommt das Licht?

"Das Licht schwebte lange auf der Stelle und schien nur hin und wieder in ein leichtes Schaukeln zu geraten. Dann war es plötzlich, als machte es einen Sprung, und die Schatten wurden neu sortiert. "Komisch", murmelte Maikki. Sie lag neben Grah im dunkelblau schimmernden Moos und schaute in den Himmel. Aber war das nun ein Himmel oder eine Decke? Statt einer Sonne schwebten und schaukelten da oben sanft leuchtende Wolken,  als warteten sie auf eine passende Gelegenheit, blitzschnell die Plätze zu tauschen..."Das Wolkenlicht, sind das auch irgendwelche Tiere?"  (Zitat aus dem Buch S. 219)

Es ist wirklich unglaublich, wie stimmig hier eine ganz eigene Welt mit ihrer besonderen Hierarchie und ihren ganz eigenen Wesen und Phänomenen unter der eigentlichen Welt der Menschen zum Leben erweckt wird und nicht nur die Kinder beim Lesen erstaunt. Uns begegnen Landschaften und Kreaturen, die mal freundlich gesinnt sind, aber auch genauso beängstigen können. Ein uriger, haariger Türwächter der seine Hilfe anbietet und gleichzeitig durch seine manchmal eigene Unsicherheit zum Schmunzeln bringt. Niedliche Schmetterlinge mit fast menschenähnlichen Gesichtern, die in Hütten leben, bissige Leuchtechsen, bedrohliche Unterwasserwesen, ein ausgeklügeltes, lebendiges Postsystem und hinterlistige Uralthexen wissen zu faszinieren und die Kinder vor Spannung den Atem anhalten zu lassen. Dies alles wurde in wundervollen Worten, mit viel Liebe zum Detail geschaffen und man spürt schnell, dass hinter jeder Erscheinung und Entdeckung ein tieferer Sinn steckt, der für die Entwicklung der Handlung von Bedeutung ist. Alles fügt sich Schritt für Schritt und die Kinder sind gefordert die Augen und Ohren offen zu halten. Auch die lesenden Kinder. Und das macht Spaß, weckt den Forschergeist.

"Überhaupt nicht komisch. Wir gehen, und die richtige Tür wird uns schon finden. Sobald wir auf ihrer Höhe sind, öffnet sie sich. Wir wissen nicht, wann und wo, aber auf die Türen ist Verlass. Wir selbst müssen nur gehen." ( Zitat aus dem Buch S. 37)

Besonders schön ist es, dass in dieser Geschichte die Kinder diejenigen sind, die aktiv werden. Sie gehen unerschrocken ihren Weg, versuchen den Geheimnissen auf die Spur zu kommen und finden Lösungen. Das schafft eine besondere Nähe zum lesenden Kind. Die kleinen Leser identifizieren sich sofort mit den Charakteren und versuchen im Laufe der Handlung ihre eigenen Antworten und Lösungen zu suchen. So wird das Lesen zu einem aktiven, fiktiven Abenteuer, dass unsere Kinder an der Geschichte teilhaben lässt und sie fesselt. Dies habe ich unzählige Male bei meiner eigenen Tochter beobachtet.

"Deine Anweisungen lauten: Der Gast kommt durch die dunkle Tür und bringt sein eigenes Licht. - Such diese Tür und deinen Gast, bevor es ein anderer tut!.... Sie kommt dir entgegen, also halt die Augen auch im Dunkeln offen! Und nicht vergessen: Schön langsam! Renn nicht, dann ärgert sich auch niemand über dich! Aber vor allem... Verlasst diese Höhle! Sofort! Hier darf man nicht sein....Geht sofort und hinterlasst keine Spuren! Ihr habt noch zehn Minuten Zeit..." ( Zitat aus dem Buch S. 99 )

Mitfiebern und rätseln wird hier ganz groß geschrieben. So wird die gesamte Handlung über die Spannung konsequent hoch gehalten. Meine Tochter forderte das Lesen zu jeder freien Minute regelrecht ein, weil sie wissen wollte, was als nächstes passiert. Denn die Geschehnisse sind bei weitem nicht voraussehbar. Immer wieder wartet die Geschichte mit plötzlichen Überraschungen auf und unerwarteten Begegnungen. Lange war nicht abzusehen, wohin der Weg Maikki führen würde. Gegen Ende gar wartet noch eine besondere Überraschung auf uns und plötzlich bekommt alles einen dramatischen und schon fast ein wenig gefährlich, gruseligen Verlauf, der uns noch einmal gehörig zittern lässt. Doch hierzu möchte ich nichts weiter verraten. Aber vielleicht sollten Eltern überlegen, ab welchem Alter sie die Kinder mit der Geschichte konfrontieren. Für meine achtjährige Tochter war es kein Problem, doch deutlich jünger sollten die Kinder nicht sein. Dies gilt auch für den Umfang und das Verständnis der Geschichte.

"Ein Glück, dass man auch vergessen kann, was man alles vermisst." ( Zitat aus dem Buch S. 210 )

Besonders gut haben mir und meiner Tochter die vielen emotionalen Momente in diesem Buch gefallen. Ob es die tiefe und bedingungslose Freundschaft von Maikki und ihrer Monsternanny war, die uns gerührt hat, oder die manchmal zweifelnde aber etwas überhebliche Art des Türwächters, der doch immer mit seiner Hilfe an ihrer Seite steht. Ob es das Sehnen nach dem Zuhause und der Stolz auf die eigenen Entdeckungen war, die Ehrfurcht vor der Besonderheit der fremden Lebensform, oder der feste Zusammenhalt von Menschenkindern und den fremden Wesen, das alles hat uns in unserem Inneren berührt und mich als Erwachsenen so manches Mal schlucken lassen.
Es geht um Wiedersehen und Abschiede, um Freundschaft, die gepflegt werden muss, aber auch um das Loslassen. Weil jeder dorthin gehört, wo er zuhause ist. Vor allem geht es um das besondere Band, das uns mit geliebten Personen verbindet, das Vertrauen schafft und ein bedingungsloses füreinander Einstehen.  Vielleicht sollten wir uns in unserem Sozialverhalten einmal reflektieren und uns daran erinnern, wie viel man gemeinsam schaffen kann. Das wurde sehr gefühlvoll und deutlich herausgearbeitet und den Kindern vor Augen geführt. Gleichzeitig schafft wieder einmal der feine Humor, dem alles unterliegt, eine leichte Atmosphäre, der die Kinder zum Lachen bringt und die Ernsthaftigkeit nimmt.

"Die Monster waren schon viele Jahre vor mir hier, und solange ich unter ihnen lebe, habe ich noch keines von ihnen sterben und kein neues auf die Welt kommen sehen. Sie haben hier ihr Zuhause, und der Wald ernährt sie. Sie brauchen mich nicht. Wenn ich gehe, werde ich mich von ihnen wie von Freunden verabschieden, bei denen ich lange zu Besuch war." (Zitat aus dem Buch  S. 216)

Und nicht nur das. Die Kinder werden auch zum Nachdenken über ihre eigene Welt angeregt. Gibt es vielleicht mehr als das, was ich in meiner kleinen Welt erfahre? Vielleicht ist doch nicht alles so selbstverständlich, wie ich es immer erlebt habe.

Kinder können viel mehr erreichen, als sie manchmal glauben. Wer mutig ist und konsequent sein Ziel verfolgt, vermag es sogar "im Dunkeln" den Weg zu finden. Man muss nur genau hinschauen und auf die Hinweise hören. Die Türen zum Ziel befinden sich oft  an ganz unerwarteten Stellen.
Nicht immer ist das, wovor wir uns fürchten eine Gefahr. Selbst Monster können etwas Liebenswürdiges an sich haben und Hilfe benötigen und oft begegnen uns ganz unerwartete Freunde.
Wie ist es möglich, dass uns alltäglichen Dingen, wie einem Bademantel oder kleinen Insekten ganz andere Bedeutungen zukommen und sie plötzlich eine besondere Rolle in unserem Leben spielen?

All das lässt unsere Kinder ihr Leben mit anderen Augen sehen und begeistert sie dafür Rollenvorstellungen, ihr Umfeld und ihre Werte zu überdenken, ohne dass sie es zunächst bewusst wahrnehmen. Daher ist die Geschichte so wertvoll für unsere kleinen Helden.

" Dabei muss ich zugeben, dass mein Vorhaben nicht nur wissenschaftlicher Natur ist, sondern ebenso sehr eine Herzensangelegenheit: Seit ich dieses sehr besondere Wesen kennenlernen durfte, weiß ich, dass das Universum mit all seinen Lebensformen viel umfassender ist, als wir es uns gemeinhin vorstellen. Die Welt ist wunderbar und rätselhaft." ( Zitat aus dem Buch S. 103)

Fazit:

Die Monsternanny - Ein unterirdisches Abenteuer entführt kleine und große Leser in eine faszinierende und erstaunliche Welt voller Spannung. Die Geschichte besticht durch ihre berührenden, aber auch humorvollen Szenen, lässt uns unsere Werte neu überdenken und macht die Kinder zu kleinen Forschern, die ihre eigene Welt neu kennen und verstehen lernen. Ich möchte jedem dieses außergewöhnliche Leseabenteuer sehr gerne ans Herz legen. Wir gewinnen sehr viel dadurch.


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Herz aus Schatten

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551316929
Genre: Jugendbuch

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Ohne ein einziges Wort

Rosie Walsh , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.05.2018
ISBN 9783442487387
Genre: Liebesromane

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Mission Genesis

Carolin Heidtmann
E-Buch Text
Erschienen bei Independently published, 01.05.2018
ISBN B07BP83KZ9
Genre: Science-Fiction

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emotional, fantasy, triologie

Stein des Lichts

Gerti Dienel
Flexibler Einband
Erschienen bei MEDU VERLAG, 11.10.2017
ISBN 9783944948966
Genre: Fantasy

Rezension:

"Sie würde nie den Augenblick im Badezimmer vergessen... Niemals dieses Gesicht, welches sie anstarrte, fremd und emotionslos - nur um dann zu erkennen, dass es ihr eigenes war. Und Aidans Gesichtsausdruck. Von stummem Entsetzen gekennzeichnet und aller Hoffnung beraubt (...) Es hatte ihr das Herz zerrissen und das bisschen Kraft, das ihr geblieben war genommen....Waren diese beiden Gesichter im Spiegel alles, was noch übrig war?....Und würde sie sich bis an ihr Ende immer wieder die gleichen Fragen stellen? Fragen, die ihr niemand beantworten konnte.... (...) Bis auf ihre Gedankenwelt war nichts mehr übrig von der alten Katelyn. Es geschah schnell und ohne jeglichen Übergang. Und bevor es noch weiterging, musste sie handeln. Etwas tun, damit sie nicht kommentarlos und ohne Gegenwehr in eine andere Sphäre glitt, in der sie sich selbst nie mehr wiederfinden würde." ( Zitat aus dem Buch )

Das Dunkle hat Besitz von ihr ergriffen. Eine innere Kälte legt sich auf ihre Seele und breitet sich wie eine Decke über jegliches Gefühl, erstickt es im Keim. Und mit der inneren Kälte beginnt der körperliche Zerfall.
Was kannst du tun, wenn alle um dich herum vor Schmerz und Schrecken erstarrt sind, hilflos und machtlos? Wenn niemand Ursprung und Antworten kennt?
Welchen Weg wirst du gehen, wenn du demjenigen, den du mehr als dich selbst liebst den größten Schmerz zufügst und nichts dagegen tun kannst?
Wieviel bist du bereit zu riskieren, wenn mit deinem eigenen Zerfall auch deine Umgebung von der Dunkelheit befallen wird und das Gleichgewicht der Welten in Gefahr ist? Wenn deine einzige Hoffnung auf einer fragwürdigen Vision beruht? Wirst du ihr folgen?

"Sie wird springen, Maddyghan. Aber es wird nicht Slaine sein, in den sie eintaucht, um sich und ihr Baby zu retten." (Zitat aus dem Buch)

Was für eine Geschichte! Fast schon poetisch, tiefgründig und so absolut berührend. Ich sitze jetzt schon Stunden, nachdem ich das Buch beendet habe,  immer noch sprachlos und in meinen Gedanken versunken hier und versuche all meine Empfindungen in Worte zu fassen. Und nichts wäre ausreichend um das zu beschreiben, was beim Lesen mit mir geschehen ist. Gerti Dienel hat mit diesem Finale den perfekten Schlusspunkt für ihre Trilogie um die Anderswelt gesetzt. Sie hat mich ergriffen, innerlich zerrissen, mich wieder zusammengesetzt und sehr nachdenklich zurückgelassen. Dieses Buch wird immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Inhalt:

„Niemand weiß, dass ich hier bin, wo ich bin. Und niemand wird kommen, um mich zu retten …“

Die dunkle Macht, die von Katelyn Besitz ergriffen hat, breitet sich gnadenlos in ihr aus. Die eisige Kälte macht sie zunehmend handlungsunfähig und gefährdet ihr ungeborenes Kind. Ihr Umfeld muss hilflos dabei zusehen, selbst Aidan schafft es nicht mehr zu ihr durchzudringen.
Auch die Götter sind machtlos. Nur einer scheint mehr darüber zu wissen – der geheimnisvolle Seher Hiromin.
Katelyn muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die das starke Band der Gefährten auf eine harte Probe stellt. Mit angehaltenem Atem warten alle auf den drohenden Untergang von Annwn.

Wird Katelyn es schaffen, die Quelle dieser dunklen Macht zu ergründen und das Gleichgewicht beider Welten wieder herzustellen?

Meinung:

"Nur die, die stark sind, werden vom Schicksal mit Ballast belegt, den andere niemals tragen könnten." Sie suchte seinen Blick. Nachdem er den Inhalt seines Glases halb geleert hatte, hob er den Kopf und sah Maddy mit matten Augen an. "Viele sind an dieser Last zerbrochen." (Zitat aus dem Buch )

Bedrohlich, düster und ohne jede Hoffnung beginnt der finale Band der Secrets of Annwn Trilogie. Der Schutz, der auf dem einst so sicheren Anwesen Soul Manour lag scheint Risse bekommen zu haben. Das Dunkle, das von Katelyn Besitz ergriffen hat, hat sich auch der Heimat der McGoohans bemächtigt. Die Kälte greift im gleichen Sinne um sich, wie die innere Kälte Katelyns voranschreitet. Und mit ihr geht die Machtlosigkeit, der Schmerz und die Verzweiflung seiner Bewohner einher. Nicht einmal die Götter der Túatha Dé Danann finden den Ursprung von Katelyns Zustand und können helfen. Doch sie spüren, dass gleichzeitig mit dem Zerfall Katelyns und dem Dunklen noch weitere Veränderungen einhergehen, die sich auch auf Annwn und das Gleichgewicht der Welten auswirken. Der Stein des Lichts wurde gestohlen, Katelyns Freundin Deirdre entführt. Die Bruderschaft von Cumhaill, eine Gruppe fanatischer Alchimisten greift nach göttlicher Macht, während die Macht der Götter an ihre Grenzen stößt und etwas bedient sich der Macht von Tipra Slaine, der Quelle des Lebens.
Während Menschen und Götter fieberhaft nach Antworten suchen, weiß Katelyn instinktiv, dass sie sich allein auf einen gefährlichen Weg machen muss, auch wenn es denjenigen verletzt, den sie über alles liebt.

"Du darfst nicht zweifeln, erinnerst du dich...? Ich liebe dich, mein Gefährte..." Er hörte ihre Stimme noch in den Ohren. Immer wieder fand das Echo ihrer Worte einen Weg in seinen Kopf. Und er wusste nicht, was mehr schmerzte: Die Gewissheit, dass sie sie ausgesprochen und in diesem Moment bereits gewusst hatte, dass sie ihn verlassen würde - oder die Tatsache, dass er gezweifelt und es deswegen nicht schon vorher erkannt hatte. ( Zitat aus dem Buch )

Schon in den ersten Zeilen der Handlung wird der Leser in Alarmbereitschaft gesetzt. Es geschehen Dinge, die bedrohlich und nicht greifbar sind. Gestützt durch die bedrückende Stimmmung, die Angst und den Schmerz der Charaktere begeben wir uns voll böser Vorahnung auf eine Suche, die uns kaum zu Atem kommen lässt. Es geschieht vieles an verschiedenen Orten, von dem wir spüren, dass es in einem Zusammenhang steht, den wir nicht begreifen. Die Fragen überschlagen sich mit jeder neuen Entdeckung und jedem Ereignis. Und doch tappen wir im gleichen Maße im Dunkeln, wie die Charaktere. Denn gleich einer Schnitzeljagd erfahren wir nie mehr als die handelnden Personen, deren Weg wir gerade begleiten. Genau wie sie drängen wir auf Antworten, denn eines ist gewiss, die Zeit drängt, die Bedrohung der Welten ist nicht mehr fern.

Es ist wahnsinnig spannend, sich in dieser sehr komplex aufgebauten Handlung Stück für Stück voran zu arbeiten, Rätsel zu entschlüsseln und Zusammenhänge, die zunächst gar nicht deutlich sind herauszufinden. Immer wieder finden wir Puzzleteile und kombinieren, während die Zeit unaufhaltsam läuft. Die Spannung bleibt so bis zum Schluss konsequent auf einem extrem hohen Niveau, steigt sogar bis zum alles entscheidenden Finale an, bei dem alle Fäden auf wunderbar stimmige Weise zusammenführen. Es ist kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Dennoch habe ich mich gerade dazu gezwungen, weil die Geschichte neben ihrer fantastischen Handlung um den walisischen Mythos der Anderswelt Annwn und die Götter der sagenumwobenen  Túatha Dé Danann  noch so viel mehr zu bieten hat.

Ich habe selten ein Buch erlebt, das seinen Fokus so sehr auf das emotionale Erleben seiner Charaktere legt und sich dabei nicht nur auf die Protagonisten Katelyn und Aidan konzentriert, sondern auch tief in die Gefühle ihrer Familie, ihrer Freunde und sogar der Antagonisten eintaucht. Jede Empfindung, ob es Zweifel, Angst, Schmerz, Hass oder Glück sind, wird uns auf sehr eindrückliche Weise und teilweise sehr schonungslos näher gebracht. Es gibt keine Möglichkeit, sich dem zu entziehen. Die Gefühle überfluten uns beim Lesen und bringen uns jede einzelne Figur auf ihre ganz eigene Art sehr nahe. Auch wenn wir es bei manchen eigentlich gar nicht wollen, deren Fanatismus und Machtgier mehr als erschreckend ist.

Es hat mir das Herz gebrochen und mich innerlich zerrissen zu sehen, wie der stolze Weltenläufer Aidan an dem Verlust seiner Gefährtin, an seinen Zweifeln und an den Schuldgefühlen zerbricht. Seine Verzweiflung und seine von Angst getriebene Suche bis an den Rand der Erschöpfung  haben mir die Tränen in die Augen getrieben, so sehr hat es mich berührt. Und es gab Momente, in denen ich das Buch beiseite legen musste, weil mich der Schmerz mit voller Wucht getroffen hat, den er durchlebte.

"Sein Gesicht war schmerzerfüllt und er schrie laut ihren Namen. Mit beiden Fäusten schlug er mit gewaltiger Kraft gegen den unsichtbaren Schild... Immer wieder und wieder, seine Lippen zu einem einzigen flehenden Wort geformt: Ihrem Namen...." ( Zitat aus dem Buch )

Auch Katelyn, die tapfer gegen ihr Schicksal ankämpft und gleichzeitig mit ihrem Gewissen hadert, ihren Gefährten allein zurückgelassen zu haben, hat mich sehr berührt. Die Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg durch Annwn macht, verändern ihre Denkweise und lassen sie vieles in einem neuen Licht sehen. Für mich gewinnt sie von allen am meisten an innerer Stärke und Einfühlungsvermögen und die Art, wie sie lernt das Wesen der Menschen, Götter und auch der Unclaimed mit all ihren Qualen oder liebevollen Seiten tatsächlich wahrzunehmen ist sehr ergreifend. Katelyn sieht in die Seele, akzeptiert, respektiert und versteht, trotz ihrer eigenen Probleme. Das macht sie zu einer Protagonistin mit der wir uns identifizieren können.

"Entschuldige dich nicht für deine Gefühle, Aidan. Das sollten wir niemals tun." ( Zitat aus dem Buch )

Neben den schmerzvollen und traurigen Emotionen, begegnen uns aber auch die helleren romantischen Momente, in denen Menschen und Götter die Liebe finden, wo sie sie am wenigsten vermuten würden, oder sich ihre Einsamkeit eingestehen und zu ihrer Liebe zurückfinden. Auch diese Szenen sind wundervoll geschrieben. Lassen uns die Zeit einmal zu schmunzeln, oder in dem Wunder des zärtlichen Zueinanderfindens schwelgen. Denn immer wo Dunkelheit ist, scheint auch irgendwo ein Licht und zeigt uns den Weg.

Wenn man in dieses Buch eintaucht, hat man das Gefühl, es lebt und atmet. Denn es ist so detailliert, voller magischer Bilder und voller Gefühl geschrieben. Nicht nur seine Charaktere erwachen zum Leben, sondern auch die wundervolle Umgebung von Wales und die Parallelwelt Annwn. Selbst das alte Anwesen Soul Manour wirkt lebendig und scheint eine Persönlichkeit zu besitzen.

"Der Winter war eindeutig eingekehrt. Schon belegte er die Natur mit einer weißen Schicht aus klirrender Kälte. Fraß sich Stück für Stück bis an die riesigen Fenster des Herrenhauses und hinterließ bizarre Muster aus eisigen Linien auf dem kalten Glas. Die Wächter - mysteriöse Tierfiguren, die hoch über den Säulen vor dem Eingangsbereich und an den Seiten des alten Gemäuers thronten - schienen ihre steinernen Körper trotz aller Widrigkeiten stumm und kraftvoll dem Schneegestöber entgegenzustellen. Stark und unversehrt. Und doch konnten auch sie nicht verhindern, dass das "Dunkle" alle noch so kleinen Ritzen im Mauerwerk fand und es durchdrang. Lange schon wand es seine unsichtbaren Fangarme um alles und jeden, das seinen Weg kreuzte, benetzte es mit einer Kälte, in der der Schnee vor dem Haus seinen Meister fand und sich grollend zurückzuziehen schien..." ( Zitat aus dem Buch )

Es ist nicht leicht zu beschreiben, mit welch wunderbarer Feder Gerti Dienel schreibt, die eine solche Empfindung beim Lesen hervorruft. Ihr Stil konzentriert sich sehr gekonnt auf die Stimmung und die Gefühle, die sie beim Leser erzeugen will. Mal ist es die besondere Wahrnehmung der Landschaft und des Umfeldes und mal sind es die Emotionen und Gedankengänge ihrer Charaktere, die etwas bei uns bewirken. Dies erfolgt auf fast schon poetische und sehr feinfühlige Art. Nichts entbehrt unserer geistigen Vorstellung. Es läuft fast schon wie ein Film vor unseren Augen, bei dem wir jede Regung im Gesicht seiner Protagonisten erkennen können und die Orte des Geschehens direkt vor uns sehen.  All diese Bilder, die uns auf geistig visueller Ebene erreichen treffen uns unmittelbar und schonungslos auf emotionaler Ebene. Sie lassen uns fühlen, erzeugen Schaudern, Grauen, Hilflosigkeit und Schmerz, aber auch das zarte Gefühl von Wärme und Zusammenhalt. Es ist einfach grandios, wie die Autorin mit ihren Worten Empfindungen in uns auslöst und  manifestiert. Und immer wieder erstaunt es mich, wie sicher und gut recherchiert sie sich in der Welt der  Túatha Dé Danann  mit ihren Göttern, Mythen und ihrer altkeltischen Sprache bewegt. Es fühlt sich sehr real an. Als wäre all das genau so geschehen....

"Du bist der Spiegel dessen, was wir als gegeben betrachten und durch unsere eigene Unachtsamkeit verloren haben. Aber keiner von uns hat es gemerkt. Niemand konnte es erkennen, bis du es uns vor Augen geführt hast: unser Versagen..." ( Zitat aus dem Buch )

Was mich allerdings am meisten beeindruckt hat, ist die deutliche Aussage der Geschichte, die die Autorin nicht nur glaubhaft für die Welt Annwns vertritt, sondern auch gleich einem Spiegel auf uns und unser Verhalten transportiert. Wir erkennen uns wieder, ob wir wollen oder nicht. Denn es geht um das Sehen mit anderen Augen. Um das wirkliche Erkennen verborgener Werten, innerer Schönheit und das Aufheben von Vorurteilen. Es geht um Respekt und die Macht der Liebe und Zuneigung, die alles bezwingen kann, wenn man reinen Herzens für das kämpft, was man liebt und beschützen will. Wenn man sich öffnet und lernt zu verzeihen, anderen und sich selbst. Die Liebe ist das stärkste Band. Sie kann diejenigen besiegen, die nach Macht streben, um sie für eigene Zwecke zu nutzen und sie erstaunt selbst diejenigen, die ihre vorhandenen Gaben zu überheblich genutzt haben und an ihre Grenzen stoßen. Sie sollte der Grundstein für jeden Neubeginn sein, um eine Welt zu schaffen, in der wir in Frieden leben können.

"Der Schnee wird schmelzen und mit ihm die Last des Vergangenen. Übrig bleibt der Keim eines neuen Halmes, der alles wieder frisch erblühen lassen wird." ( Zitat aus dem Buch )

Fazit:

"Secrets of Annwn - Der Stein des Lichts" ist ein wundervolles,ergreifendes und emotionales Werk voller Poesie, das uns seine Wahrheiten auf schmerzvolle Art vor Augen führt. Ich kann nur jedem ans Herz legen sich darauf einzulassen und zu fühlen.


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A Court of Frost and Starlight (A Court of Thorns and Roses)

Sarah J. Maas
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury YA, 01.05.2018
ISBN 9781408890325
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Monsternanny - Eine ungeheuerliche Überraschung

Tuutikki Tolonen , Anu Stohner , Pasi Pitkänen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 14.05.2018
ISBN 9783446258808
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Stell dir vor, du bekommst plötzlich ein Kindermädchen, das ein großer haariger und Staubklumpen verlierender Waldtroll ist, weil deine Mama einen Wellnessurlaub gewonnen  hat.... Was tun? Wo soll dieses Monster überhaupt untergebracht werden? Und warum eigentlich ausgerechnet ein Monster? Die gibt es doch gar nicht, oder?
Manche Ideen sind so schräg, dass sie schon wieder gut sind. Ich wusste auf den ersten Blick, dass dieses Kinderbuch genau die richtige Lektüre für kleine und große Abenteurer und Träumer ist. Besonders als dann noch die Schlagworte "sprechender Bademantel" , "Monsterlexikon" und "Geheimnis" fielen.

Ich kann jetzt schon sagen, ich war regelrecht verzaubert von dieser liebevoll und sehr detailliert gestrickten Geschichte, die mit viel feinem Humor, Einfallsreichtum und Rätseln begeistern kann und darüberhinaus noch reich an tieferem Sinn und Werten ist, die wir manchmal im Alltag einfach vergessen. Vielleicht sollten wir Erwachsenen uns viel öfter unsere Kinder als Vorbild nehmen, die nicht selten so viel mehr wahrnehmen als wir und ihren Träumen und Vorstellungen noch instinktiv folgen.

"An dieser Stelle ist es vielleicht angebracht, kurz den Blick auf uns selbst, die Gattung Mensch mit ihren Bedürfnissen und Eigenschaften, zu richten. Wären wir selbst denn zu einem dauernden Miteinander mit Monstern fähig, und zwar zu einem, das von Friedfertigkeit und gegenseitigem Respekt getragen ist? Oder wären wir nicht immer versucht, in diesen sanften, starken  Wesen diejenigen zu sehen, die uns ungeliebte Arbeiten, um nicht zu sagen die Drecksarbeiten abnehmen? Bedauerlich oft sind wir Menschen alles andere als human, obwohl dieses schöne Wort doch nichts anderes bedeutet als menschlich." (Zitat aus dem Buch S. 110)

Inhalt:

Hilla, Kaapo und Maikki werden von einem Kindermädchen beaufsichtigt, während ihre Eltern außer Haus sind. Das einzige Problem: Ihr Kindermädchen ist ein Monster! Grah ist haarig, staubig, äußerst liebenswert und spricht nicht. Als die Geschwister herausfinden, dass die Nachbarskinder ebenfalls von Monstern gehütet werden, überlegen sie, woher all die Monster plötzlich kommen. Und warum sie manchmal so unglücklich scheinen. Gemeinsam mit Maikkis sprechendem Bademantel und einem äußert hilfreichen Monster-Lexikon versuchen sie, dem Geheimnis ihrer neuen Freunde auf die Spur zu kommen. Ein ungewöhnliches Abenteuer voll bizarrem Witz und Fantasie

Meinung:

Gleich zu Beginn geraten wir in eine temporeiche und leicht skurrile Situation in der Geschichte, die unwillkürlich die volle Aufmerksamkeit nach sich zieht. Die leicht überlastete und überfürsorgliche Mutter darf in einen verdienten Wellnessurlaub gehen und hat dabei so einige organisatorische Schwierigkeiten. Wird der von seinen Kindern heimlich "die Unsichtbare Stimme" genannte Vater den Haushalt managen, oder schafft er es erst  gar nicht rechtzeitig aufzutauchen? (Denn er befindet sich in der Regel mehr auf beruflichen Auslandsreisen, als zuhause.) Oder ist es gar eine Erleichterung, dass der Familie eine Haushaltshilfe zur Verfügung gestellt wird, die besonders auf die Betreuung der Kinder spezialisiert ist? Doch oh Schreck, die vermeintlich "langweilige Nanny" entpuppt sich als riesiger, haariger Waldtroll mit wild rollenden Augen, der nur brummt und auch noch ständig große Staubklumpen aus seinem zotteligen Fell verliert. Kann eine Mutter da beruhigt den wohlverdienten Urlaub antreten und die drei aufgeweckten Kinder allein zuhause lassen? Vor allem, wenn die Kinder in ihren Eigenarten genauso ungewöhnlich sind, wie das Monster, das sie betreuen soll? Während die Älteste Hilla am liebsten Fußball spielt, beschäftigt sich der Mittlere Kaapo mit anspruchsvollen Büchern und die Jüngste Maikki führt Gespräche mit ihrem (nur für sie) sprechenden Bademantel... Ja, sie kann, wenn auch nicht sehr beruhigt, und für die Kinder beginnt ein großes Abenteuer, bei dem es gilt, auf sich allein gestellt den vielen Geheimnissen um ihr außergewöhnliches Kindermädchen auf die Spur zu kommen, deren gesamte Tragweite ihnen erst mit der Zeit klar wird.

Sowohl meine achjährige Tochter als auch mich hat die fantastische und sehr neuartige Idee, die hinter der Geschichte steckt wirklich sehr begeistert und ich will da gar nicht so viel vorweg nehmen, damit jeder für sich dem Geheimnis der Monsternanny auf die Spur kommen kann. Aber uns haben die vielen kleinen Details fasziniert, die die Geschichte zu einem sehr stimmigen Ganzen machen. Ob es das Heranziehen eines Monsterlexikons ist, das plötzlich eine wahre Schlüsselfunktion einnimmt, monsterrettende Zeltcamps, oder die Rolle eines sprechenden Bademantels, der mehr weiß, als wir zu Beginn ahnen mögen. Für sehr viel kindliche Begeisterung konnte auch eine froschgesichtige, wütende Plageelfe sorgen und vor allem die sehr menschlichen Sehnsüchte und Handlungen der eigentlichen Monster. Gerade diese plumpen aber so liebenswüdigen Wesen rühren uns zu Tränen, oder sorgen für einige Schmunzler und stehlen sich damit sofort in das Herz des kleinen und großen Lesers.

"Tatsächlich quollen der Armen jetzt riesig große, schmutzig graue Tränen durch die Finger, rollten ihr an den Armen herunter und tropften wahrscheinlich irgendwo ins Fell.....Es stimmte: Direkt neben Maikkis Matratze, auf deren Rand die Monsternanny saß, war eine Pfütze entstanden, die zusehends größer wurde..."Holt Handtücher, schnell!" ( Zitat aus dem Buch )

Die junge Autorin macht in ihrer Geschichte sehr viel richtig. Sie hat einen sehr schönen Schreibstil, der es den Kindern durch seine sehr bildhafte Beschreibung leicht macht, sich wirklich alles sehr genau vorzustellen. Unterstützt wird dies durch die vielen sehr niedlichen Illustrationen. So erwacht für die Kinder die Monsternanny zum Leben und das Abenteuer der drei Geschwister wird hautnah miterlebt. Mir persönlich hat der subtile und oftmals etwas schräge Humor, mit dem die Geschichte unterlegt ist besonders gefallen. Auch wenn Kindern manche Begriffe und Vergleiche nicht immer sofort ersichtlich sind und eine Erklärung erfordern, so macht die Geschichte beim Vorlesen gerade dadurch auch uns Erwachsenen sehr viel Spaß und wird erheblich aufgelockert.

"Liebe Mama, wir warten immer noch auf die Unsichtbare Stimme. Die Monsternanny ist wunderbar! Sie mag Umarmungen. Und letzte Nacht waren wir mit ihr draußen. In der Wohnung räumt niemand auf, und die Monsternanny hat ein halbes Schwimmbad auf den Wohnzimmerfußboden geheult, aber das haben wir gleich weggewischt......"Das können wir nicht schreiben...", sagte Kaapo.....Wir haben schön aufgeräumt und gesundes Essen genau zu den richtigen Essenszeiten bekommen: Brokkoli, Roggenbrot und Buttermilch. Hoffentlich ist es schön dort, wo du bist! Papa ist noch nicht da, aber er kommt bestimmt heute noch. Schreib uns bald wieder!" ( Zitat aus dem Buch )

So temporeich die Geschichte auch beginnt, im späteren Verlauf wird ihr sehr viel Raum gegeben, sich stimmig zu entwickeln. Ungeduldigen Lesern mag das vielleicht eher langatmig erscheinen, aber ich fand das Maß, in dem die Kinder mit ihren Möglichkeiten die Geheimnisse Schritt für Schritt entschlüsseln dürfen und schließlich die Lösung für das Problem ihrer Monster entdecken, sehr stimmig und angemessen für die kleinen Forscher. Es erfordert vielleicht ein wenig Durchhaltevermögen, aber man wird mit einer zauberhaften Handlung belohnt, deren Spannung über einen sehr langen Zeitraum aufrecht erhalten wird. Kinder erfahren hier sehr viel über die Wichtigkeit von Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen. Sie lernen, dass sich so einige Vorurteile sehr einfach widerlegen lassen, wenn man einen Blick hinter die Fassade wagt und dass es möglich ist, über sich selbst hinauszuwachsen, wenn man ein festes Ziel konsequent verfolgt. Und manchmal erfahren sie auch Dinge über sich selbst, die ihnen vorher vielleicht gar nicht bewusst waren.

Dies wird ihnen auf versteckte und spielerische Art durch die sehr lebendigen Charaktere der drei Hellemaa - Kindern nähergebracht, die einfach bezaubernd dargestellt werden mit ihren besonderen Stärken, Vorlieben und Charaktereigenschaften. So unterschiedlich diese drei Kinder auch sind, so wichtig sind die verschiedenen Charaktereigenschaften, um als Team zusammenzuwachsen und durch die Verbindung ihrer Stärken jeweils die entscheidenden, wichtigen eigenen Beiträge zur Rettung der Monster beizusteuern. Nur gemeinsam sind wir stark. Dieser Satz wird ganz groß geschrieben und schafft einen wichtigen Rahmen für Kinder, sich in ihrer Welt zurechtzufinden.

Der erwachsene Leser macht eine für manche Eltern "schmerzliche" Erfahrung. Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, unsere Kinder brauchen Freiheiten. Nur so können sie sich entfalten und ihre eigenen Problemlösungen entwickeln.

Dieses Buch macht nicht nur Spaß, sondern es gibt den Kindern bedeutende Botschaften mit auf den Weg. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, sondern es ist wichtig, Dinge zu hinterfragen und sich ein eigenes Bild zu machen, um die Wahrheit zu erkennen. Dabei kann man viel mehr erreichen, wenn man zusammenhält und seine Stärken zu einer Einheit verbindet. Aber vor allem sollten wir alle mit unserem Herzen, statt mit den Augen sehen und lernen auf unser Herz zu hören, damit es möglich ist, offen für andere zu sein und die Welt ein bisschen freundlicher, fantasievoller zu machen.

Fazit:

Die Geschichte der Monsternanny ist ein wundervolles, sehr berührendes Abenteuer, dem  viel Fantasie und ein teilweise sehr feiner Humor zugrunde liegt. Jüngere Kinder sollten allerdings von Erwachsenen beim Lesen begleitet werden, damit sie Spaß an der Geschichte haben. Nicht nur unsere Kinder, sondern auch wir Erwachsenen, die die Handlung durch die Augen der Kinder verfolgen, gewinnen hier wertvolle Erkenntnisse über das soziale Miteinander , die manchmal schon zu sehr in Vergessenheit geraten sind. Und vielleich regt uns das alle zum Nachdenken über uns selber an. Ich wünsche diesem wirklich tollen Kinderbuch viele begeisterte Leser, die erkennen, wie man diese Welt ein wenig freundlicher machen kann.


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