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60 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

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Forgotten Girl

Eva-Maria Silber
E-Buch Text: 222 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 31.03.2018
ISBN 9783960873266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als am Karfreitag 1984 fünf Teenager am Totenmaar in der Eifel zelten, sind am nächsten Tag drei von ihnen tot. Die Ermittlungen gestalten sich zäh, da die beiden Überlebenden Katharina und Sebastian nichts wissen oder sich an nichts erinnern können. Der Fall bleibt ungeklärt, bis 30 Jahre später Janna Habena, die bereits 1984 als junge Polizistin an den Ermittlungen beteiligt war, den Fall wieder aufnimmt.


Der Krimi beruht auf einem wahren und ungelösten Fall. Allerdings wurden Ort, Zeitpunkt und teilweise die beteiligten Personen verändert. Dieser ,,true crime“ Hintergrund macht ,,Forgotten girl“ zunächst interessant.

Durch die Wiederaufnahme des Falls kommen die beiden Überlebenden Sebastian und Katharina nun, 30 Jahre später, wieder in Kontakt. Katharina, damals pummelige Pfarrerstochter und sehr streng und konservativ erzogen, war eigentlich nur als Alibi für die anderen beiden Mädchen mit zum Zelten eingeladen worden. Sie war damals unsterblich in Sebastian verliebt, der sie aber kaum wahrnahm. Nun hat sich Katharina zur attraktiven und erfolgreichen Rechtsanwältin gemausert. Sebastian wirbt massiv um sie und die beiden beginnen eine Liebesbeziehung. Katharina leidet allerdings noch immer unter dem Gedächtnisverlust, sowohl physisch als auch psychisch. Auch weiß sie nicht, ob sie Sebastian trauen kann.

Die Figuren wirken in meinen Augen ziemlich platt und klischeehaft. Katharina, das unattraktive Pummelchen, Sebastian, der Draufgänger und Schwarm aller Mädchen.....

Die Ich-Perspektive, in der Katharina erzählt, ist gerade an den interessanten Stellen, als sie sich stückchenweise erinnert und dabei zusammenbricht, unpassend und nicht schlüssig. Auch die Auflösung war mir zu vorhersehbar.

Leider konnte mich ,,Forgotten girl“ nicht überzeugen, auch wenn es sich flott lesen lässt.

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(60)

70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Die Tote im Wannsee

Lutz Wilhelm Kellerhoff
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.08.2018
ISBN 9783550050640
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 West-Berlin im Jahr 1968: der Alltag der Menschen ist durch die Teilung der Stadt und die Mauer geprägt. Es ist eine unruhige Zeit, zwischen alten Nazi-Seilschaften und der politischen Studentenrevolte auf der einen, Stasi und einem neuen, sozialistischen Gesellschaftsmodell auf der anderen Seite. Auch politisch uninteressierte Menschen wie  z.B. der junge Kommissar Wolf Keller können sich den Wirrnissen der Zeit nicht entziehen.

Als eine junge Frau tot im Wannsee gefunden wird, mit zahllosen Messerstichen übersät, will Max Heller eigentlich nur den Fall lösen und für Gerechtigkeit kämpfen. Doch bald bemerkt er, dass Kollegen Beweise am Tatort manipulieren und dass er selbst durch eine Beförderung ruhig gestellt werden soll. Doch Heller lässt sich nicht beirren und bringt sich damit in Gefahr. Allerdings ist nicht nur sein eigenes Leben bedroht. Seine Vermieterin Paula und deren zwei Kinder, für die Heller fast schon eine Art Vaterersatz ist, geraten auch ins Visier derer, die Heller ausbremsen wollen. Bald weiß Heller nicht mehr, wem er noch vertrauen kann.

Die Handlung wird mit den politischen Ereignissen der Zeit geschickt verwoben. Immer wieder werden ,,alte Bekannte“ wie Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, Axel Springer usw. erwähnt, was des Geschehen authentisch, fast schon dokumentarisch wirken lässt. Allerdings gerät dadurch die eigentliche Krimihandlung stellenweise zu sehr in den Hintergrund. Etwas blass bleiben die zahlreichen Figuren, die erwähnt werden. Sehr amüsant allerdings sind z.B. die Gespräche in der Kommune Wielandstraße, die in ihrer Phrasenhaftigkeit so manchen ,,Revolutionär“ der 68er entlarven.

Max Heller selbst ist zwar ein sympathischer und in seiner Zerrissenheit auch interessanter Ermittler, allerdings bleibt er einem doch noch etwas fremd. Er dürfte in einem möglichen zweiten Band dem Leser noch etwas vertrauter werden.

Eine klare Leseempfehlung für historisch interessierte Krimileser.

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(45)

53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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In Schönheit sterben

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290485
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der deutsche Rechtsanwalt Robert Lichtenwald, den man schon im 1. Band ,,Die Morde von Morcone“ als Privatermittler erleben durfte, hat sich nun endgültig in der Maremma niedergelassen. Hier in der südlichen Toskana hat er sich ein Rustico ganz nach seinen Wünschen und Vorstellungen eingerichtet. Der einzige Wermutstropfen ist, dass er diesen Traum nun nicht gemeinsam mit seiner Frau Stefanie leben kann, da diese ihn verlassen hat. Noch immer leidet Robert Lichtenberg unter dieser Trennung und hofft nach wie vor, dass er seine Frau zurückgewinnen kann. Aus seiner schwermütigen Zurückgezogenheit holen ihn endlich seine italienischen Freunde. Allen voran die quirlige Reporterin Giada Bianchi, die nun für eine Zeitung in Rom arbeitet und über einen Raubmord in der Kunstszene schreiben soll. Der schwerreiche und ziemlich exzentrische Sammler Annibale Colasanti wurde in seiner Wohnung überfallen und ermordet. Aus seiner exquisiten Sammlung fehlt aber nur ein einziges Kunstwerk: offenbar eine Statue, um die Colasanti aber ein großes Geheimnis gemacht hat. Giada Bianchi bittet Robert Lichtenwald um Unterstützung. Er soll für sie in der Grabräuberszene ermitteln. Lichtenwald und Bianchi kommen sich dabei auch persönlich etwas näher, allerdings bringen sie sich auch beide in Lebensgefahr.

Italienisches Lebensgefühl und natürliche so einige bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten Roms und der Toskana geben einen interessanten und authentischen Hintergrund für die Krimihandlung ab. Diese wirkt allerdings teilweise etwas zu konstruiert, vor allem das Ende scheint mir überspitzt. Dies gleichen die sympathischen Charaktere Giada Bianchi und Robert Lichtenwald allerdings wieder aus, so dass man gerne eine weitere spannende und unterhaltsame Fortsetzung mit dem Ermittlerduo lesen wird.

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Die Elternsprecherin

Laurie Gelman , Maike Müller
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783956498329
Genre: Humor

Rezension:

Jennifer Dixon wird von ihrer Freundin dazu überredet, in der Klasse ihres Fünfjährigen Sohns das Amt der Elternsprecherin zu übernehmen. Als dreifache Mutter ist sie schon etwas erfahrener und weiser als die meisten anderen Mütter der Vorschulklasse und deshalb, so ihre Freundin, prädestiniert für diesen undankbaren Job. Wie zu erwarten kommt es in diesem Schuljahr zu so manch lustiger und auch merkwürdiger Begebenheit.

Schon die erste Nachricht von Jennifer an die Eltern der Klasse zeigt: sie ist engagiert, hat aber einen ganz eigenen, eher sarkastischen Humor. Das ist für den Leser zunächst recht unterhaltsam. Die Reaktion der Eltern wiederum zeigt, dass nur die wenigsten mit dieser Art der Kommunikation etwas anfangen können. Und schon beim ersten Elternabend wird deutlich, warum. Da gibt es die hysterische Mutter, deren Sohn praktisch jede Form von Allergie hat und die auf nussfreien Snacks usw. besteht, die schönen und schicken Mütter, die zwei Lesben-Mütter, die gut aussehenden Väter....Tatsächlich findet sich auch Jennifers alter Schulschwarm Don darunter, mit dem sie einen heißen Flirt beginnt. Die sehr attraktive, aber auch sehr rätselhafte Lehrerin Miss Ward bietet Jennifer auch keine Unterstützung. Als eine übereifrige und überkorrekte Mutter allerdings Jennifer aus ihrem Amt drängt, holt diese zum Gegenschlag aus.

Das Buch liest sich flott und ist stellenweise auch ganz lustig. Allerdings störten mich die klischeehaften Personen und die oberflächlichen Dialoge zunehmend. Auch Jennifer selbst mit ihrem recht teenagerhaften Verhalten wird mit der Zeit anstrengend und nervig. Da sie den ganzen Tag neben ihrem Elternsprecherjob nichts anderes zu tun hat, als sich mit einem Privattrainer für einen Schlammlauf fit zu machen, bleibt ihr genügend Zeit für ihren sms-Flirt mit Don, diversen Caffè lattes mit anderen Müttern und entsprechenden Gesprächen. Der fünfjährige Sohn Max spielt eher eine Nebenrolle. Dafür wird Jens Leben in breiter Ausführlichkeit dargestellt, was, mit Ausnahme von ein paar lustigen Situationen, immer langweiliger wurde. Für mich war dieser Roman eher eine Enttäuschung.

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(94)

148 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 89 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:

Isabel Allende ist ein Garant für humorvolle, kluge und mitreißende Unterhaltung.

In ,,Ein unvergänglicher Sommer“ stellt sie drei Personen in den Mittelpunkt, deren Leben sich zufällig kreuzt und dadurch eine unvorhergesehen Wendung nimmt.

Die Handlung beginnt, ganz anders als es der Titel vermuten lässt, mitten im Winter, in Brooklyn während eines Schneesturms, der eigentlich alle zuhause bleiben lässt. Doch Richard Bowmaster, eigenbrötlerischer Professor an der New York University,  muss seinen vergifteten Kater zum Tierarzt fahren. Dabei rutscht er auf den eisglatten Straßen in ein anderes Fahrzeug. Dessen Fahrerin steht kurz darauf völlig aufgelöst vor seiner Tür, denn im Kofferraum des Fahrzeugs befindet sich eine Leiche. Die Fahrerin, Evelyn Ortega, ein guatemaltekisches Kindermädchen, traut sich aber nicht zur Polizei, da sie sich illegal in den USA aufhält. Außerdem hat sich panische Angst vor ihrem Arbeitgeber, der offenbar gewalttätig und sehr gefährlich ist. Richard, heillos überfordert mit der Situation, ruft seine chilenische Untermieterin Lucia zu Hilfe. Diese ist wie Richard Anfang 60, anders als er ist sie aber pragmatisch, zupackend und lebensfroh. Sie entscheidet, dass die Leiche und das Unfallauto verschwinden müssen. Mitten im Schneesturm machen sich die drei ungleichen Gefährten auf eine abenteuerliche Reise.

Die einzelnen Kapitel rücken zu Beginn je eine Figur in den Fokus. So erfährt man nach und nach nicht nur die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch das vergangene Leben der einzelnen Figuren. Isabel Allende verwebt dabei geschickt die Geschichte Guatemalas, Chiles, Brasiliens und der USA mit dem jeweiligen Schicksal ihrer Figuren. Auch wenn dabei viel Grausames und Trauriges zur Sprache kommt, schafft es die Autorin dennoch, Hoffnung, Lebensfreude und Herzenswärme zu vermitteln.

Ein berührender Roman für Leser, die ausschweifendes Erzählen lieben.

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(67)

80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

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Opfer

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Tropen, 02.09.2018
ISBN 9783608503708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigenwillig ist in diesem Krimi nicht nur das Opfer, Anne Forestier, die sich leider zur falschen Zeit am falschen Ort befindet. Bei einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft sieht sie zufällig die Täter, kurz bevor diese ihre Masken überstreifen. Da sie die Täter also identifizieren könnte, wird sie brutal zusammengeschlagen, doch sie überlebt.

Nun ist Anne Forestier zufällig die Freundin des Kommissars Camille Verhoeven, Chef der Pariser Mordkommission, allerdings weiß fast niemand von dieser Liaison. Er muss ohnmächtig auf den Bildern der Überwachungskameras mitansehen, wie Anne auf extreme Weise misshandelt wird. Er setzt nun alles daran, den Fall zu übernehmen, obwohl dies ja nun gar nicht in seinen Aufgabenbereich fällt. Dazu verstrickt er sich mehr und mehr in Halbwahrheiten und Lügen, um die Täter zu finden. Als klar wird, dass Anne Forestier auch im Krankenhaus, trotz Bewachung, nicht sicher ist, zieht Verhoeven alle Register.

Anne Forestiers Verhalten kann man zunächst schlecht einordnen, ihre Reaktionen und ihre Art, mit Camille umzugehen, sind oft nicht ganz nachvollziehbar. Ebenso eigenwillig ist Camille Verhoeven, nur 1,45 m groß, aber von einer ganz besonderen Autorität. Nach dem Mord an seiner Frau Irène hat ihn die Welt, und besonders die Frauenwelt, nicht mehr interessiert, bis er auf Anne getroffen ist.

Sehr eigenwillig und gewöhnungsbedürftig ist auch der Stil des französischen Autors. Die Unverbundenheit vieler Sätze zwingt den Leser, selbst logische Schlüsse zu ziehen. Einzelne Szenen, die aus der Sicht des geheimnisvollen Täters in der Ich-Perspektive dargestellt sind, werden in einer teilweise vulgären und menschenverachtenden Sprache und sehr brutal bis ins letzte Detail beschrieben. Das charakterisiert zwar den Drahtzieher sehr gut, ist stellenweise aber schwer erträglich.

Eigenwillig und überraschend ist auch, wie sich die Handlung entwickelt, wie aus Täter Opfer werden und umgekehrt, und wie man als Leser immer stärker verunsichert wird.

,,Opfer“ ist keine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, sondern eher ein etwas sperriger, aber interessanter Krimi.

 

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(133)

202 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im australischen Giralang-Massiv brechen eine Männer- und eine Frauengruppe zu einer mehrtägigen Wandertour auf, ausgerüstet mit Zelt, Kompass und Wanderkarte. Die Wanderung wird als Teambildungsmaßnahme von ihrer Firma Bailey Tennants organisiert.

Während die Männer rechtzeitig und vollzählig von der Wanderung zurückkehren, verspätet sich die Frauengruppe um Stunden. Und statt der ursprünglich fünf kehren nur vier Frauen zurück. Über das Schicksal der verschwundenen Alice Russell wissen die anderen Frauen offenbar nichts.

Für Aaron Falk und seine Kollegin Carmen von der australischen Polizei ist Alice Russells Verschwinden ein größeres Problem. Russell ist ihre Undercover-Informantin in der Firma, gegen die sie seit Jahren wegen des Verdachts der Geldwäsche ermitteln. Hat ihr Verschwinden womöglich damit zu tun, dass sie enttarnt wurde? Immerhin befindet sich in der Frauengruppe neben einfachen Sekretärinnen auch die Vorstandschefin Jill Bailey.

Während sich normale Stadtmenschen an sich schon schwer im australischen Busch orientieren können, kommen in diesem Fall noch die Kälte und das schlechte Wetter, aber auch die Angst vor einem Serientäter, der früher in der Region sein Unwesen trieb, hinzu. Außerdem erfährt man nach und nach, welche Konflikte innerhalb der Gruppe schwelen, die in einer Notsituation zu wahrem Sprengstoff werden. Das Geschehen wird aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Beteiligten erzählt, was allmählich, Puzzlestück für Puzzlestück, zu einem Gesamtbild zusammenwächst. Die Spannung wird eher subtil gesteigert. Nicht Gewaltszenen oder allzu viel Action, sondern eher die geschickte Verflechtung der Perspektiven, die in immer kürzer werdenden Abständen wechseln, lassen das Buch zu einem Thriller werden. Zwar ahnt man durch den Satz im Klappentext ,,Grausamer als die Natur ist nur der Mensch“ schon, in welche Richtung es gehen wird. Dennoch ist ,,Ins Dunkel“ ein spannender Krimi mit überraschenden Wendungen.

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(42)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

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Eifersucht

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2018
ISBN 9783426654460
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

,,Eifersucht“ ist der zweite Fall für die Münchner Anwältin Rachel Eisenberg, den man aber auch sehr gut ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen und verstehen kann.

Eher zufällig, bei einem Besuch im Biergarten, kommt Rachel Eisenberg zu einer neuen Klientin: Judith Kellermann. Sie ist eine alte Bekannte, der Rachel aber wenn möglich aus dem Weg geht, da sie als Filmproduzentin das übliche Münchner Schickeria-Klischee bedient. Doch als Kellermann im Biergarten verhaftet werden soll, sieht sich Rachel Eisenberg in der Pflicht, ihr als Rechtsanwältin zur Seite zu stehen. Judith Kellermann soll ihren Lebensgefährten Eike Sandner in die Luft gesprengt haben. Als bei Kellermann zu Hause Reste von Sprengstoff gefunden werden, kommt sie in Untersuchungshaft und der Fall scheint für die Kripo klar zu sein. Kellermanns Erklärung um einen geheimnisvollen Ex-Soldaten, der als Söldner den Mord verübt haben soll, wirken wenig überzeugend und eher der Phantasie der Beschuldigten entsprungen. So muss Rachel Eisenberg selbst und zum Teil auf ungewöhnlichen Wegen ermitteln, um ihre Klientin zu verteidigen. Eisenberg wirkt dabei zwar durchsetzungsstark und kompetent, allerdings auch sehr kühl und distanziert. Kleinere Episoden aus ihrem Privatleben, z.B. mit einer sehr reifen Tochter, die teils vernünftiger wirkt als die Mutter selbst, lockern die Handlung um den Fall zwar auf, bringen Rachel Eisenberg dem Leser aber nicht unbedingt näher.

Viel Zeit wird im Krimi auf juristische Erklärungen verwendet, was mir nicht so sehr gefallen hat. Die Handlung ist dennoch spannend, verzwickt und weist einige überraschende Wendungen auf. Allerdings gibt es auch unrealistisch wirkende und weniger überzeugende Szenen. Insgesamt ist ,,Eifersucht“ aber ein spannender Krimi, der unterhaltsame Lesestunden verspricht.

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(68)

77 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

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Der englische Liebhaber

Federica de Cesco
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 29.06.2018
ISBN 9783958900806
Genre: Romane

Rezension:

Nach einer wahren Begebenheit in ihrer eigenen Familie erzählt Federica de Cesco eine schöne, unendlich tragische Liebesgeschichte.

Als die junge Deutsche Anna Henke kurz nach dem 2. Weltkrieg den britischen Besatzungsoffizier Jeremy Fraser kennenlernt, ahnt sie schon, dass er ihr Leben verändern wird. Trotz aller Widrigkeiten gehen die beiden eine Liebesbeziehung ein, die sogar soweit führt, dass Jeremy den Dienst quittieren und sich in Deutschland niederlassen will. Als Anna merkt, dass sie schwanger ist, verschwindet Jeremy spurlos und die englischen Behörden verweigern jede Auskunft. Ihre Briefe an Jeremy werden alle unbeantwortet zurückgesendet. Anna entscheidet sich entgegen jeder Vernunft für das Kind, das sie Charlotte, nach Jeremy Mutter nennt. Charlotte muss sich als uneheliches Kind einer allein erziehenden Mutter, die aufgrund ihrer Arbeit wenig Zeit für sie hat, sehr viel gefallen lassen und lernt, sich durchzuschlagen.

Jahrzehnte später findet Charlotte im Nachlass ihrer inzwischen verstorbenen Mutter Briefe und Tonbandaufnahmen, die von der großen Liebe zwischen Anna und Jeremy erzählen.

Der Roman berührt, gerade auch dadurch, dass eine wahre Geschichte erzählt wird. Die schicksalhafte Liebe zwischen zwei Menschen, die nicht zusammenkommen können, ist zutiefst traurig. Man erahnt, wie Menschen unter den Gegebenheiten ihrer Zeit leiden und welche Blessuren sie dadurch ein Leben lang ertragen müssen.

Allerdings weist die Geschichte auch einige Längen auf und die Dialoge wirken stellenweise auf mich etwas zu gestelzt und künstlich.

Dennoch ist ,,Der englische Liebhaber“ ein sehr interessantes und lesenwertes Buch.

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(125)

175 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Jan Grall ist ein besonderer Fallanalytiker beim LKA. Er leidet an Hypersensibilität, was ihn im Alltag des öfteren verzweifeln lässt, ihm bei schwierigen Fällen dafür aber besonders zugute kommt.

Als er mit seiner Kollegin, der Schweizerin Rabea Wyler, zu einem Fall in seine alte Heimat im Westerwald gerufen wird, muss er sich notgedrungen seiner Vergangenheit stellen. Seit Jahren verdrängt er die Schuld, die er am Tod seines Bruders trägt. Doch erfährt man nach und nach, dass der Bruder, der für Jan früher ein großes Vorbild war, in üble Machenschaften verwickelt war, was Jan bis heute nicht verarbeitet hat.

Der Fall, zu dem Jan und Rabea gerufen werden, ist spektakulär. In einem Wildgehege wird ein Mann mit zertrümmertem Schädel gefunden, in seine Brust wurde ein großes A eintätowiert. Bald folgen die Opfer B und C und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Und Jan Grall ahnt bald, dass der Täter es eigentlich auf ihn abgesehen hat.

Grall und seine Kollegen geben ein interessantes Ermittlerteam mit charakterstarken Typen ab. Durch die erbarmungslose Aufeinanderfolge der Buchstaben und die Perspektive einer gefangen gehaltenen Frau wird die Spannung hochgetrieben.

Allerdings finde ich die Auflösung am Ende zu konstruiert und etwas enttäuschend. Etwas schade, da man Jan Grall mehr zutrauen würde.

Vielleicht darf er ja in einem nächsten Band  besser ermitteln.

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(19)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Hopfenkiller

Andreas Schröfl
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 11.04.2018
ISBN 9783839222188
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Als der Amerikaner Garreth Vane seine erste Craftbier-Brauerei in München eröffnet, schlägt das hohe Wellen in der Brauer-Szene. Die alteingesessenen Brauer fürchten um das Reinheitsgebot, die anderen Craftbier-Brauer fürchten die Konkurrenz. Und die Herzen der Frauen schlagen höher, denn Garreth Vane ist äußerst attraktiv, ähnelt er doch dem berühmten Geiger mit dem zerwuschelten Zopf. Als kurz darauf ein Brauereibesitzer tot in der Isar aufgefunden, ein weiterer erschlagen im Hof seiner Brauerei entdeckt wird und dann auch noch Phosphorsäure und Keime im Bier der Konkurrenz gefunden werden, wird klar, dass mit mehr als unlauteren Mitteln gekämpft wird. Da die Polizei rund um Kommissar Bichlmaier schnell an ihre Grenzen kommt, wird Alfred Sanktjohanser, genannt der Sanktus, zu Hilfe gerufen. Er als kleiner Brauer mit zahllosen Kontakten und viel Insiderwissen soll sozusagen privat ermitteln. Dabei bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr.

Auch wenn die Sprache sehr gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Geschmack ist (z.B. ,,Jetzt Blitzeinschlag, weil was war er denn für ein riesen Depp?“), passt sie bestens zu den Figuren, München und der Brauer-Szene.

Die Krimihandlung ist spannend, verzwickt und überrascht am Ende doch noch durch die eine oder andere Wendung. Manche Figuren wirken etwas überzogen und klischeehaft, wie z.B. Drengler mit seinem Porsche Cayenne oder Kriminalassistent Demuth aus dem Fränkischen, der nun so gar nicht mit dem Sanktus kann. Andererseits kann man sich dabei herrlich amüsieren und in Schadenfreude schwelgen.

Diesen 4. Band um den Sanktus kann man gut ohne Vorkenntnisse lesen und verstehen. Allerdings wird man nach der Lektüre von ,,Hopfenkiller“ wahrscheinlich auch die Vorgängerbände lesen wollen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Ende der Hoffnung

Hendrik Falkenberg
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Edition M, 19.06.2018
ISBN 9782919802340
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hannes Niehaus ist Sportpolizist. Das heißt, er ist teilweise freigestellt, um für Olympia zu trainieren. Allerdings beanspruchen ihn in diesem Fall die Ermittlungen so, dass er kaum zu seinem normalen Training kommt.

Auf der Ostsee wird eine junge Frau tot in einem kleinen Boot aufgefunden. Sie liegt, in einem weißen Kleid und mit einem Blumenstrauß zwischen den Händen aufgebahrt in dem Boot. Wollte der Täter damit der Toten eine letzte Ehrerbietung erweisen? Oder tat ihm sein Opfer am Ende Leid?

Hannes Niehaus muss für die Ermittlungen sogar ins benachbarte Schweden reisen. Auch dort sind Frauen verschwunden, die alle ein gemeinsames Merkmal haben: rotes Haar. Niehaus muss dadurch nicht nur seinen Trainingsplan vernachlässigen. Er hat auch für seine Freundin Anna keine Zeit, die im Moment mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat. Als auch sie verschwindet, offenbar zusammen mit einem dubiosen jungen Mann, hat Hannes Niehaus alle Hände voll zu tun.

Der Krimi liest sich locker weg. Allerdings stört etwas die Fülle an Personen, die teilweise nur eine Randrolle einnehmen, wie z.B. Ben und Elke. Vermutlich können Leser, die die Vorgängerbände kennen, diese besser einordnen. Auch die jungen Frauen werden teils sehr ausführlich vorgestellt, mit ihren Lebensplänen, Wünschen, beruflichen Veränderungen, nur um dann kurz darauf zu verschwinden. Manche Figuren fallen meiner Ansicht nach auch zu klischeemäßig aus, wie z.B. der Sonderling Rasmus Holm. ,,Das Ende der Hoffnung“ ist ordentliche Krimiunterhaltung für zwischendurch, hinterlässt aber leider keinen nachhaltigen Eindruck.

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(86)

117 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 84 Rezensionen

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Sommernachtstod

Anders de la Motte , Marie-Sophie Kasten
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426306246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Als der vierjährige Billy Nilsson aus dem elterlichen Garten spurlos verschwindet und auch die Polizei trotz mehrtägiger Suche keine Spur von ihm findet, zerbricht die Familie an dem Verlust. Die Mutter nimmt sich später das Leben, die älteren Geschwister Vera und Mattias haben nur noch wenig Kontakt. Vera ist inzwischen Therapeutin und kehrt nach Jahren in den kleinen schwedischen Ort zurück. Ein Patient hat ihr eine merkwürdige Geschichte erzählt und sie vermutet, dass Billy vielleicht noch lebt. Doch im Dorf stößt sie auf hartnäckiges Schweigen, selbst ihr Vater und ihr Bruder Mattias, die immer noch im Ort leben, wollen nichts von dieser Sache wissen. Je mehr Vera in der Vergangenheit stöbert, desto mehr merkwürdige Dinge passieren und ihr Leben ist in Gefahr.

Der Krimi baut zunächst langsam Spannung auf. Man lernt Vera, die sich inzwischen Veronica nennt, bei ihrem Job als Therapeutin kennen und merkt, dass sie nach einem Zusammenbruch erst allmählich wieder auf die Beine kommt. Dazu muss sie sich auch bei ihrem Kollegen beweisen und sein Vertrauen erkämpfen, was ihr aber nur schwer gelingt. So hat man auch als Leser bald den Eindruck, dass mit Vera etwas nicht stimmt und man ihrer Sichtweise nicht unbedingt vertrauen darf. Die Spannung steigt, als Vera in ihr Heimatdorf zurückkehrt und sich zeigt, dass kaum jemand das ist, wofür er sich ausgibt.

Ein teils gruseliges Lesevergnügen mit einigen überraschenden Wendungen.

 

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(75)

80 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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Der einsame Bote

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783471351505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um diesen dritten Band um den norwegischen Kommissar Tommy Bergmann richtig erfassen zu können, sollte man unbedingt den Vorgänger ,,Teufelskälte“ gelesen haben. Ansonsten tut man sich schwer, Tommy Bergmanns Verhalten, seine Alleingänge, aber auch seine Erinnerungen einzuordnen.

Schon in den vorherigen Bänden war Tommy Bergmann bei seinen Kollegen nicht gerade beliebt. Außer seiner Kollegin Susanne Bech kam niemand mit ihm und seiner düsteren Stimmung zurecht. Seit Monaten sucht Bergmann die 13-jährige Amanda, von der es bis heute keine Spur gibt. Der Mörder wurde angeblich beerdigt und der Fall für abgeschlossen erklärt. Doch Tommy Bergmann zweifelt daran, dass der wahre Täter gefasst wurde. Er verbeißt sich weiter in den alten Fall und ihm droht sogar die Suspendierung. Als er auf Postkarten mit geheimnisvollen Nachrichten aus Litauen stößt, lässt er sich krank schreiben und ermittelt auf eigene Faust. Dabei stößt er auf eine merkwürdige Sekte, die glaubt, dass ein Mörder erlöst werden kann, wenn ein junges Mädchen geboren im Sternzeichen des Widders verstümmelt wird.

Düstere Spannung ist garantiert, allerdings ist der Fall komplex und Tommy Bergmann auch für den Leser nicht unbedingt ein Sympathieträger. Man würde ihm zwar etwas mehr Lebensfreude und Kontakte gönnen, allerdings weist das Ende nicht gerade auf eine positive Fortsetzung hin. Lesenwert, aber nur für Kenner der Reihe.

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(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Listige Brut

Tom Bale
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Edition M, 22.05.2018
ISBN 9781503934344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die Familie Turner beim sommerlichen Barbecue von einem schwachen Hilferuf unterbrochen wird, entdeckt sie hinter ihrem Gartenzaun einen Mann mit schlimmsten, folterähnlichen Verletzungen, der zusammengebrochen ist. Auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt der Mann und die Familie ist zutiefst verstört. Der Vater, Rob Turner, vermutet, dass der Fremde nicht durch Zufall zu ihnen gekommen ist. Rob selbst scheint einiges zu verschweigen, was er nicht einmal seiner Frau verrät. Kurz darauf bestätigt ein anonymer Brief, dass Rob mit seinem Verdacht richtig liegt. Doch wer versucht, die Familie so zu verunsichern und zu bedrohen, und vor allem: warum? Robs Vergangenheit könnte ein Grund dafür sein, doch auch einer der Söhne hat sich durch Drogengeschäfte offenbar gefährliche Feinde gemacht. Die Familiengeschichte der adoptierten Tochter birgt zusätzlichen Konfliktstoff.

Diese Fülle an Konflikten, die erst nach und nach zu Tage treten, überfrachtet den Krimi allerdings. Jeder in der Familie scheint ein ziemliches Päckchen zu tragen, zwischen Rob und seiner Ehefrau Wendy liegt auch so einiges im Argen. Dazu kommen zahlreiche weitere Personen, die auf die eine oder andere Weise in die Geschichte verstrickt sind. Meiner Meinung nach wäre hier weniger mehr gewesen, um die Spannung zu erhalten.

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(175)

209 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 127 Rezensionen

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Zu nah

Olivia Kiernan , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel , Carla Felgentreff
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.04.2018
ISBN 9783959671835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Frankie Sheehan ist noch sehr gezeichnet von ihrem letzten Fall, bei dem sie einen Mörder auf frischer Tat ertappt hatte und selbst schwer verletzt wurde. Nach wie vor hat sie unter Flashbacks und Panikattacken zu leiden, dennoch will sie unbedingt in den Polizeidienst im Dubliner Police Department zurückkehren.

Als die angesehene Wissenschaftlerin Eleanor Costello erhängt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden wird, weist zwar einiges auf Selbstmord hin. Doch Frankie glaubt nicht daran und findet Hinweise, dass jemand bei Eleanor Costello war, als sie starb. Schon bald gibt es Hinweise, dass Costello häufig im Darknet unterwegs war und spezielle Vorlieben hatte.

Zu Beginn ist man als Leser etwas irritiert, da Frankie Sheehans Vorgeschichte so stark thematisiert wird, dass man glaubt, es müsse einen Vorgängerband geben. Den gibt es aber nicht! Und so versucht man, Frankies Verhalten, aber auch die Reaktion ihrer Kollegen nachvollziehen zu können, was allerdings der Konzentration auf den eigentlichen Fall, und leider auch der Spannung, abträglich ist. Frankie Sheehan bleibt einem eher fremd. Trotz der Ich-Perspektive und der dadurch unmittelbaren Darstellung ihrer Gedanken und Gefühle bleibt sie distanziert. Das Ende bietet zwar Dynamik und Spannung. Merkwürdig finde ich aber, dass sie, trotz ihrer Erfahrung, in solch eine Falle tappt.

Der Fall spielt zwar in Irland, allerdings wird dies außer durch trübes Wetter und häufige Pub-Besuche der Kollegen kaum spürbar. Schade, dass hier nicht mehr Landestypisches erkennbar wird. Für mich ist ,,Zu nah“ ein Thriller, den man lesen kann, aber nicht muss.

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(69)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

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Die Affäre Carambol

Stefan Lehnberg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Tropen, 10.03.2018
ISBN 9783608503548
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auch wenn die Handlung frei erfunden ist: neben der Dichtung gibt es auch ein Fünkchen Wahrheit, und wenn es nur der historische Rahmen rund um ,,Franckfurth“ oder das Verhältnis der beiden Dichterfürsten zueinander wäre.

Sehr unterhaltsam, in 39 kurzen Kapiteln, wird aus der Sicht Schillers eine wirklich abenteuerliche Räuberpistole geschildert, in die er mit seinem Freund Goethe verwickelt wird, als sie die ,,Frau Mama“, Goethes Mutter in Frankfurt zum Tee beehren.

Geheime Depeschen an Napoleon Bonaparte schüren bei einigen Stadträten die Angst, dass es eine Verschwörung und einen möglichen neuen Krieg mit Frankreich geben wird. Und da die Stadträte in ihren eigenen Reihen niemandem vertrauen, beauftragen sie Goethe und Schiller, der Sache nachzugehen. Schillers vorsichtige und eher bescheidene Art hebt sich deutlich von Goethes Abenteuerlust und Draufgängertum ab. Aus Schillers Sicht werden auch Goethes Hang zur Selbstdarstellung und seine amourösen Abenteuer auf sehr unterhaltsame Weise geschildert.

Nicht nur Cover und Einband, auch Orthographie und Stil vermitteln einen antiquarischen Eindruck, was das Buch zu etwas Besonderem macht und nicht nur für Kenner der deutschen Literatur zu einem feinen Leseerlebnis werden lässt.

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(210)

300 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 182 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem Jahrmarktsbesuch muss der 12-jährige Eddie mitansehen, wie ein bildhübsches Mädchen durch ein herumfliegendes Karussellteil schwer verletzt wird. Mr. Halloran, ein Albino, der an Eddies Schule unterrichtet, rettet mit Hilfe von Eddie das Mädchen vor dem Verbluten. Doch einige Zeit später wird das Mädchen zerstückelt im Wald gefunden, allerdings fehlt ihr Kopf. Ausgerechnet Eddie und seine Freunde waren durch Kreidezeichen, ihre gemeinsame Geheimsprache, zu den Leichenteilen im Wald gelockt worden. Doch keiner von ihnen hatte offenbar die Kreidemännchen gemalt. Mr. Halloran, der ,,Bleiche Mann“, der sich nach dem Unfall sehr um das verunglückte Mädchen gekümmert hat, gerät in Verdacht. Hat er sie zerstückelt? Ist er der Kreidemann? In einer Kleinstadt kommt solch ein Verdacht einem Todesurteil gleich.

Dreißig Jahre später lebt Eddie wieder in seinem Elternhaus. Nun ist er ein einsamer, etwas schrulliger Lehrer geworden, der außer zu ein paar seiner alten Kumpels kaum soziale Kontakte pflegt. Für seine etwas bizarre Untermieterin Chloe hegt Eddie Gefühle, da sie aber deutlich jünger ist als er, zeigt er ihr dies nicht. Als Eddie einen Brief erhält, der die Zeichnung eines Kreidemännchens und ein Stück Kreide enthält, kehrt die Vergangenheit zurück und Eddie muss sich schmerzhaften und rätselhaften Erinnerungen stellen.

,,Der Kreidemann“ ist kein Thriller im eigentlichen Sinne. Relativ unblutig, bis auf den Beginn, mit vielen erzählenden Passagen, baut sich die Spannung allmählich und eher subtil auf. Erst nach und nach wird einem als Leser bewusst, dass Eddie ein überaus unzuverlässiger Erzähler ist, der nur einen Teil der Geschichte preisgibt. Auch alle anderen Beteiligten sind für den Leser schwer einzuschätzen, da man alles aus Eddies Perspektive erfährt und sich, wie er, von ihnen täuschen lässt.

Der Wechsel zwischen den Zeitebenen mit dem jungen und dem erwachsenen Eddie steigern die Spannung stetig, bis zum überraschenden und etwas gruseligen Ende.

Ein äußerst lesenwerter Roman, wenn man keinen reißerischen Thriller erwartet.

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(34)

47 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

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Blanca

Mercedes Lauenstein
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783351037017
Genre: Romane

Rezension:

Blanca lebt nicht so, wie andere, ,,normale“ Kinder. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter ist nur 16 Jahre älter als sie und ständig auf dem Sprung. Sie ziehen von Stadt zu Stadt, bleiben mal ein paar Wochen oder Monate, ziehen bei einem Freund der Mutter oder in einer WG ein. Doch niemals schlagen sie Wurzeln, immer zieht es die Mutter plötzlich weiter. Blanca besucht hin und wieder eine Schule, schließt sogar hin und wieder vorsichtig Freundschaften. Dennoch bleibt sie immer Außenseiterin, durch ihre unangepasste Mutter, aber auch die finanzielle Misere immer ausgeschlossen von den anderen. Als sie 15 ist, gerät ein Streit mit ihrer Mutter so außer Kontrolle, dass Blanca alles, was sie besitzt, zusammenrafft und sich auf den Weg nach Italien macht. Dort hat sie vor vielen Jahren ein paar glückliche Monate zusammen mit ihrer Mutter bei Karl und Toni auf einer kleinen Insel verbracht. Für Blanca sind diese beiden Menschen die einzigen, die ihr eine Art Heimat geboten haben. Als blinder Passagier fährt sie mit dem Zug nach Rom, lebt auf der Straße, stiehlt Essen von Café-Tischchen. Sie lernt Menschen kennen, die ihr helfen, die sie ausnutzen, die sie betrügen. Schonungslos erzählt Blanca von ihrem Weg, ihren Erfahrungen, den schönen und auch den vielen weniger schönen Situationen. Doch nach jedem Schlag rafft sie sich wieder auf, um ihr Ziel zu erreichen.

Die Geschichte ist keine leichte Kost. Dennoch berühren einen der Mut und der Wille des Mädchens, einen Weg ins eigene, selbstbestimmte Leben zu finden.

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(69)

103 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Auf zerbrochenem Glas

Alexander Hartung
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Edition M, 24.04.2018
ISBN 9781503901155
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Nik Pohl ist kein netter, sympathischer Ermittler. Etwas verwahrlost, ruppig bis aggressiv gegenüber seinen Kollegen und seinen Vorgesetzten bewegt er sich immer am Rande des Abgrunds. Ausgerechnet er wird nun von einem Unbekannten erpresst, das Verschwinden einer Frau aufzuklären. Dieser Fall gilt eigentlich schon als abgeschlossen. Während Nik sich notgedrungen der Sache annimmt, wird er immer wieder in Fallen gelockt, um am Ende dann aber doch wieder zu entkommen. Dabei geht es oft brutal und blutig zu. So abgebrüht und erfahren Nik Pohl auch dargestellt wird, oder sich gerne selbst sieht, erstaunt es doch, dass er in jede, und auch wirklich jede Falle tappt. Umso unrealistischer wirkt dann sein Entkommen. Jon, sein Erpresser, der sich als technisch äußerst versierter und finanziell unabhängiger Auftraggeber entpuppt, wird ziemlich schnell zu einer Art Vertrautem oder sogar Freund für Nik. Dies ist zwar sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass Nik sowieso kaum Freunde hat. Diese Entwicklung geht aber viel zu schnell und für den Leser nicht so recht nachvollziehbar. Auch der Grund der Erpressung, das Schicksal einer Bekannten und deren Sohn, wird nur kurz zu Beginn der Handlung erwähnt und bietet zu wenig Grundlage, um Niks lebensgefährliche Einsätze zu rechtfertigen.

Manche Figuren wie z.B. der Pathologe Balthasar, der auch gezwungenermaßen zu Niks Team gehört, sind interessant und witzig. Auch sind manche Szenen wirklich urkomisch und unterhaltsam geschildert. Niks Persönlichkeit ist etwas rätselhaft, man fragt sich, wodurch er zu diesem Typ geworden ist und einige Andeutungen legen nahe, das dies in einem Folgeband eventuell erklärt wird. Diese Konstellation bietet durchaus Potential, das durch die allzu oft fehlende zwischenmenschliche Handlung leider nicht ausgeschöpft wird.

Für mich ist ,,Auf zerbrochenem Glas“ ein Krimi, der einige gute Passagen enthält, dessen Gesamtkonzept aber leider zu wenig stimmig ist.

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(82)

147 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

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Die Morde von Pye Hall

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2018
ISBN 9783458177388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Als die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript zum letzten Band der Atticus Pünd-Reihe des Autors Alan Conway zu lesen beginnt, erwartet sie gewohnt gute Unterhaltung und Spannung. Atticus Pünd ist eine klassische Detektivfigur, von ähnlichem Format wie Hercule Poirot oder Sherlock Holmes. Auch die Fälle, die er stets elegant und unaufgeregt löst, sind ähnlich gelagert. In dem Manuskript dieses letzten Falls ,,Morde von Pye Hall“ stürzt die Haushälterin beim Staubsaugen die Treppe hinunter und wird vom Gärtner tot aufgefunden. Nur kurz darauf wird der Hausherr Sir Magnus Pye durch ein Schwert enthauptet. Durch diesen Mord gerät auch der Tod der Haushälterin in ein anderes Licht. Ist der Sohn der Haushälterin der Täter, da er noch kurz zuvor einen bösen Streit mit seiner Mutter öffentlich austrug? Oder war es die Frau von Sir Magnus, die sich schon lange mit einem Liebhaber vergnügt? Doch gerade in dem Moment, als der Detektiv Atticus Pünd den Täter verkündet, bricht das Manuskript ab und die restlichen Kapitel bleiben unauffindbar, zur großen Enttäuschung von Susan Ryeland. Da ihr dies keine Ruhe lässt, beginnt sie zu ,,ermitteln“. Als kurz darauf der Autor Alan Conway von seiner Dachterrasse in den Tod stürzt, zweifelt die Lektorin Ryeland trotz eines handgeschriebenen Abschiedsbriefs daran, dass Conway Selbstmord verübt hat. Zu viele Personen profitieren vom Tod des sehr erfolgreichen, aber äußerst unbeliebten Autors. Im Zuge ihrer Ermittlungen ergeben sich immer mehr Parallelen zwischen den fiktiven ,,Morden von Pye Hall“ und dem Geschehen um Alan Conway. Offenbar hat der Autor Conway einige Personen seines Umfelds als Vorbilder für seine Romanfiguren verwendet, was diesen nicht immer gefällt. Die beiden Fälle werden so geschickt ineinander verwoben. Als Leser erlebt man das Geschehen aus Sicht der Lektorin Susan Ryeland und teilt dadurch deren Verdachtsmomente, Zweifel, Irrungen und Wirrungen, was das Ganze wirklich verzwickt und spannend macht. Bis kurz vor dem Ende bleibt man recht ahnungslos, bis zur überraschenden Auflösung der beiden Fälle. Ein wirkliches, doppeltes Krimi -Lesevergnügen.

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(72)

80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Das Grab unter Zedern

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289076
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist der 4. Fall um Dr. Leon Ritter, Rechtsmediziner aus Deutschland, der seine zweite Heimat im beschaulichen Städtchen Le Lavandou im Süden Frankreichs gefunden hat. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Capitaine Isabelle Morell von der Gendarmerie Nationale, ermittelt Leon Ritter mit teils unkonventionellen Methoden.

Als ein vermeintlicher Kindermörder vorzeitig aus der Haft entlassen wird, sind die rechtschaffenen Bürger Le Lavandous in Aufruhr. Die meisten glauben, Paul Simon habe seine damals zehnjährige Tochter Amélie getötet. Doch die Leiche von Amélie wurde nie gefunden. Und Paul Simon wurde nun vom Berufungsgericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Doch Simon kann seine Freiheit in Le Lavandou nicht genießen. Eine Art Bürgerwehr belagert sein Haus und einige Männer drangsalieren ihn sogar. Doch Simon ist auf der Suche nach dem wahren Täter. Als kurz darauf ein Toter am Strand gefunden wird, glaubt Leon Ritter nicht an einen Unfall. Seine Nachforschungen führen ihn nach Porquerolles, was zu sehr interessanten Schilderungen der Inselbewohner und der besonderen Atmosphäre auf der (fast) autofreien Insel führt. Allerdings hat Dr. Leon Ritter nicht nur an seinem eigenen Arbeitsplatz mit einem missgünstigen Chef und einem neuen Kollegen, der ihn womöglich verdrängen will, zu kämpfen. Auch die Polizei, allen voran Commandant Zerna, aber auch die strenge Kommissarin Lapierre aus Toulon, nehmen Leon Ritters Ermittlungen nicht gerade begeistert auf. Immerhin pfuscht er ihnen damit ziemlich ins Handwerk.

Dr. Leon Ritter, der zu Beginn der Reihe noch allzu brav und stets bedächtig und sympathisch war, darf nun etwas mehr Charakter und auch mal schlechte Laune zeigen. Allerdings ist auch hier nur Dr. Ritter, mit Hilfe seiner Partnerin Isabelle Morell, in der Lage, den Fall zu lösen, was etwas übertrieben wirkt.

Zum Ende gibt es eine erstaunliche Wendung, die die Spannung deutlich hochtreibt. Die Auflösung erfolgt dann aber leider recht schnell und wirkt etwas zu konstruiert.

Wofür der Autor wohl nichts kann, was ich aber sehr störend finde, sind die teils falsch geschriebenen französischen Wörter und Wendungen. Entweder richtig oder gleich weglassen!

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(38)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Das korsische Begräbnis

Vitu Falconi
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521700
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Noch ein deutscher Autor, der unter Pseudonym einen Krimi schreibt, der in Frankreich spielt? Immerhin ist der Handlungsort nicht die überbeanspruchte Provence, sondern Korsika. Die wilde, raue Landschaft und ihre wenig zugänglichen Menschen bieten eine neue, interessante Kulisse für eine spannende Geschichte.

Eric Marchand, Autor von Kriminalromanen, befindet sich in einer Schaffenskrise. Nicht nur, dass sein Verlag andere Pläne für seinen Serienhelden hat als der Schriftsteller selbst; auch sein Privatleben, insbesondere seine zahlreichen Beziehungen, machen Marchand zu schaffen. Und so verlässt er kurzerhand das französische Festland und begibt sich nach Korsika. Immerhin stammen seine Vorfahren von der Insel. Um selbst zur Ruhe zu kommen, aber auch, um in seiner Familiengeschichte zu recherchieren, mietet Marchand sich in einem kleinen Dorf bei Madame Borghetti ein, die ihren Gast zunächst sehr herzlich aufnimmt, ist sie doch ein großer Fan seiner Bücher. Durch seine Neugier, aber auch durch seinen Leichtsinn und sein unbeherrschtes Verhalten gerät er jedoch bald ins Visier des Santini-Clans – und damit in Lebensgefahr. Bald muss Marchand erkennen, dass seine Familiengeschichte auf unheilvolle Weise mit den Santinis verbunden ist.

,,Das korsische Begräbnis“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und gefällt vor allem dadurch, dass Eric Marchand nicht von Beginn an sympathisch wirkt, sondern den Leser erst nach und nach für sich einnehmen kann. Ob die Darstellung Korsikas als archaische Insel mit geheimnisvollen Mythen und jahrhundertealten Blutfehden tatsächlich der Realität entspricht, mag dahingestellt bleiben. Dass die Insel mit ihrer wechselvollen Geschichte aber einen besonderen Charakter hat, ist sicherlich unbestreitbar. Und damit hebt sich der Krimi wohltuend von der derzeit üblichen deutsch-französischen Krimikost ab.

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(156)

195 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 124 Rezensionen

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Kluftinger

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 27.04.2018
ISBN 9783550081798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wem Kluftinger ein Begriff ist, der weiß, was ihn als Leser erwartet: spannende Unterhaltung mit viel Regional- und Lokalkolorit, Einblicke in die tiefste Allgäuer Seele und sehr viel zu lachen, ohne zu sehr ins Klamaukhafte abzudriften.

Doch dieser Fall geht Kluftinger besonders an die Nieren, denn es geht um ihn höchstpersönlich! Trifft er doch an Allerheiligen auf dem Friedhof auf eine Menschenmenge um ein frisches Grab. Auf dem provisorischen Holzkreuz steht sein Name! Nicht nur, dass er sich nun mit schrägen Blicken der Gemeinde und saublöden Sprüchen seiner Kollegen herumärgern muss. Ihn trifft die Geschichte dann doch mehr, als er sich anmerken lassen will. Als dann auch noch eine Todesanzeige in der Zeitung mit seinem Namen auftaucht, muss Kluftinger sich seiner Vergangenheit stellen. Und da gibt es, man traut es ihm ja kaum zu, doch die eine oder andere nicht ganz hasenreine Geschichte. Tiefe Einblicke in Kluftingers Jugendzeit, aber auch seine ersten Schritte bei der Polizei, begleitet von seinem wohlmeinenden und immer alles besser wissenden Vater vermitteln dem Leser eine neue Seite des grantigen Kommissars. Dabei behalten die Autoren geschickt die Balance zwischen Spannung und Komik.

Doch auch innerhalb des Kommissariats gibt es Probleme. Wie immer menschelt es zwischen den Kollegen, es erhärtet sich aber auch der Verdacht, dass es einen Maulwurf in den eigenen Reihen gibt, der die Ermittlungen erschwert.

Für Kluftinger-Fans ein Muss: Der Kommissar als Opa mit seinem geliebten Butzele, Langhammers neueste Errungenschaft: der Hund Wittgenstein, der Kluftinger ein besserer Weggefährte wird als sein Herrchen, Maier beim Undercover-Einsatz auf dem Traktor mit Bschütt-Fass.... den Autoren gehen die skurrilen Einfälle hoffentlich noch nicht so bald aus.

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(51)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Riskante Manöver

Birand Bingül
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mats Holm ist der Meister der Krisen. Seine Aufgabe – und seine Berufung besteht darin, Prominente vor einem Skandal, Minister aus dem Kreuzfeuer der Medien oder, wie hier, einen Pharmakonzern vor einem Aktiencrash zu schützen. Mit seiner Mitarbeiterin Laura May betreibt er dieses einträgliche Geschäft in Berlin. Mats Holm, der ,,Master of desaster“, liebt seinen Beruf besonders dann, wenn es am heißesten wird. Das ist auch der Fall, als er von Wenner Pharma angeheuert wird. Mehrere Kinder sind nach der Einnahme des Schmerzmittels Validolor schwer erkrankt, ein Mädchen stirbt sogar. Holm und seine Mitarbeiterin sollen den Pharmariesen vor dem Schlimmsten bewahren. Das einzige, was Holm fordert, ist ,,Die Wahrheit, zu jedem Zeitpunkt“. Dass er diese allerdings nicht oder nur scheibchenweise von den Konzernchefs, aber auch von den Mitarbeitern bekommt, wird Holm sehr schnell klar. Als dann auch noch eine Mitarbeiterin verschwindet und ein weiterer Wenner-Angestellter tot aufgefunden wird, ermittelt Holm teilweise auch ohne Wissen des Konzerns.

Mats Holm und Laura May sind an sich sympathische Charaktere, die durch ihr Metier allerdings in die Nähe der unsauberen Machenschaften des Pharmakonzern rücken. Immerhin verdienen sie ihr Geld ja damit, PR-Schaden von Wenner abzuwenden, obwohl diese die Krise ja offensichtlich selbst verschuldet haben.

Etwas Einblick bekommt man in Holms Privatleben, allerdings eher in kleinen Häppchen und Andeutungen. Offenbar hält er es privat mit der Wahrheit auch nicht so hundertprozentig genau. Seiner Tochter verschweigt er seit Jahren die Hintergründe, die zum Tod ihrer Mutter geführt haben. Hier lässt der Autor offensichtlich noch Raum für einen Folgeband.

Die Handlung ist spannend, aus einer interessanten und originellen Sichtweise erzählt. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen. Besonders das Ende hat es nochmals in sich.

 

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