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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

norwegen, krimi, missbrauch, serie, gebetshäuser

Das Mädchen, das schwieg

Trude Teige , Gabriele Haefs , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.07.2017
ISBN 9783746632919
Genre: Krimi und Thriller

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

krimi, steiermark, martin schult, kriminalroman, berlin

Dem Kroisleitner sein Vater

Martin Schult
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frassek, Polizeiobermeister in Berlin, hat mehr als nur eine Pechsträhne. Vor kurzem ist erst die Mutter gestorben, jetzt der Vater, die Frau hat ihn verlassen und seine pubertierende Tochter findet ihn ,,sowas von alt“. Die Beerdigung des Vaters schwänzt er einfach und fährt stattdessen weiter in die Berge, wo er in dem kleinen Dorf St. Margarethen in der Steiermark landet. Zurück in Berlin muss er sich um abzuschiebende Asylanten kümmern, die auf geheimnisvolle Weise jedes Mal vorgewarnt werden und rechtzeitig verschwinden. Als Frassek und sein Kollege Sprotz versuchen, den Täter, genannt der ,,Robin Hood vom Humboldthain“, durch eine List zu fassen, blamieren sie sich grandios. Und dann erfährt Frassek auch noch, dass er als Verdächtiger in einem Mordfall in St. Margarethen gesucht wird. Der 104-jährige Alois Kroisleitner wurde ermordet, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als sich Frassek dort aufhielt. Da hilft nur noch die Flucht nach vorn. Frassek begibt sich samt seiner Tochter ins idyllische St. Margarethen und ermittelt selbst. Dabei kommen nicht nur lange gehütete Dorf- und Familiengeheimnisse zutage, auch die Ereignisse im und nach dem 2. Weltkrieg spielen eine Rolle.

Die Gattung ,,Kriminalroman“ beschreibt den Charakter des Buches nur bedingt. Zwar gibt es Tote, Verdächtige und Mörder, die Spannung ergibt sich aber eher aus der Mischung von Regionalem, Historischem, allgemein Menschlichem und Witz. Klamauk ist durchaus vorhanden, wenn Berliner Schnauze auf Steiermark trifft. Doch hat das Buch weit mehr als so mancher humorige Regionalkrimi zu bieten. Wenn Frassek und der ,,junge“ Kroisleitner sich über das Sterben unterhalten, geht es schon fast ins Philosophische.

Die häufigen Orts- und Perspektivenwechsel fordern die Aufmerksamkeit des Lesers. So einiges muss man sich wie ein Puzzle zusammensuchen, auch in die Sprache der St. Margarethener muss man sich erst einfinden. Doch gerade das macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Mich hat das Buch gut unterhalten, gerade weil es sich eher um eine Mischung aller möglichen Gattungen und Stile als um einen Krimi im eigentlichen Sinne handelt.



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84 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

thriller, wölfe, schweden, wolf, drogen

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 05.08.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Getrieben und gejagt sind in diesem Roman nicht nur die Opfer, asiatische Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, oder die Täter, die von ihrem Hass und ihren Trieben gesteuert werden. Auch der junge Kommissar Zack Herry ist getrieben – von seiner Drogensucht, von der Vergangenheit und von den Erinnerungen, die ihn immer wieder einholen. Wie so manch andere skandinavische Ermittler ist auch Zack Herry eine sehr widersprüchliche und facettenreiche Figur. Jung, attraktiv, brillant als Polizist, aber auch aggressiv und unberechenbar, exzessiv und unkontrolliert. Sein bester und wohl auch sein einziger Freund ist Abdula, ein Drogendealer. Zack steht eigentlich ständig mit einem Bein über dem Abgrund. Damit wirkt er nicht unbedingt sympathisch, auf jeden Fall aber interessant.

 

Als in einer Stockholmer Wohnung vier thailändische Masseurinnen auf brutalste Weise hingerichtet werden, tappen Zack Herry und seine Kollegen zunächst im Dunkeln. Geht es um Rassismus und Frauenhass, oder gibt es eventuell einen Bandenkrieg im Frauenhandelmilieu? Als eine Zeugin schwer verletzt und noch weitere Frauen getötet werden, wird deutlich, dass der Täter äußerst brutal, grausam und menschenverachtend vorgeht.

Unterstützt wird Zack Herry von seiner Kollegin Deniz, einer Kurdin, die als Zwölfjährige mit ihrem kleinen Bruder aus ihrer Heimat geflohen ist. Sie wurde Polizistin, um gegen das Böse und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Interessant ist auch der blinde Kollege Rudolf Gräns, ein Verhörspezialist, da er häufig mehr wahrnimmt als seine sehenden Kollegen. Nach einem Dienstunfall ist die Kollegin Sirpa nur noch innendiensttauglich, dafür aber umso ausgefuchster, was PC-Fragen legaler und illegaler Art angeht. Eine etwas undurchsichtige Figur ist Douglas Juste, der glattgebügelte Chef der Truppe. In einzelnen Kapiteln wird das Geschehen aus der Perspektive dieser Figuren geschildert, was zwar nicht unbedingt die Handlung vorantreibt, aber die Menschen hinter den Polizisten erkennbar werden lässt und so das Besondere und Unverwechselbare dieses Krimis ausmacht.

Zack selbst mit seinen inneren und äußeren Konflikten jedoch ist der unbestrittene Held oder eher Antiheld dieses spannenden und temporeichen Krimis. Für mich ein absolut gelungener Auftakt einer neuen Reihe!

 



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51 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

cevennen, krimi, höhlen, hugenotten, südfrankreich

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

,,In tiefen Schluchten“ erzählt eine interessante Geschichte in einer interessanten Gegend. Die raue und wilde Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen bildet den Hintergrund für das Geschehen. Die ehemalige Anwältin Victoria Godon, genannt Tori, lebt in dem Dörfchen Belleville, wo sie mit ihrem Mann Carl ein Haus gekauft hat. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie allein im Maison Sarrasine und versucht, mit ihrer Trauer fertig zu werden. Ihre näheren Kontakte im Dorf beschränken sich auf andere Deutsche, die mehr oder weniger lang schon dort leben. So z.B. die nun 75-jährige Eva, die als Hippie in die Gegend kam, blieb und nun ihren Lebensunterhalt als Vermieterin von Ferienappartements verdient. Als einer ihrer Feriengäste, ein holländischer Höhlenforscher, verschwindet, macht sich Tori ein wenig Sorgen. Als dann auch noch der alte Didier Thibon tot aufgefunden wird, kurz nachdem er Tori von Schätzen und Schmuggel-Verstecken in den zahlreichen Höhlen der Gegend erzählt hat, ist Tori mehr als beunruhigt und macht sich auf die Suche. Unterstützt wird sie dabei von Nico, einem ehemaligen deutschen Polizisten. Wie Eva ist auch Nico eine sympathische, aber eher blass bleibende Figur, deren Vergangenheit und deren Gründe, sich im Vivarais anzusiedeln, nur knapp angedeutet werden. Hier würde man gerne mehr erfahren. Auch die Integration in den französischen Bevölkerungsteil des Dorfes ist sicher noch ausbaufähig.

Tori stößt bei ihren Recherchen auf die Spuren der Hugenotten, die im 18. Jahrhundert in der Gegend Zuflucht fanden. Auch die Résistance gegen die deutschen Besatzer im 2. Weltkrieg hat die Region und ihre Bewohner bis heute nachhaltig geprägt. Dieser historische Hintergrund wird recht ausführlich erklärt, dadurch wirkt die Handlung aber etwas zu überfrachtet und die Spannung leidet. 

Die Auflösung des Falls ist etwas unbefriedigend, da einige Fragen unbeantwortet bleiben. Vielleicht werden diese ja in einem Folgeband aufgegriffen? Auch die Figuren hätten das Potenzial für eine Fortsetzung.



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74 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

england, geheimnisse, dorf, krimi, geheimnisvoll

Eine von uns

Harriet Cummings , Walter Goidinger
Fester Einband
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.07.2017
ISBN 9783552063358
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem kleinen Dorf in der englischen Provinz, wo jeder jeden zu kennen glaubt, kommt es zu merkwürdigen Einbrüchen. Dabei wird aber meist nichts gestohlen, sondern nur kleine Spuren hinterlassen oder Dinge an einen anderen Platz gestellt. Doch die Betroffenen bemerken, dass jemand in ihrem Haus oder ihrem Schlafzimmer war. Der geheimnisvolle ,,Einbrecher“, bald der ,,Fox“ genannt, bringt die Dorfbewohner dazu, sich gegenseitig zu verdächtigen und zu misstrauen. Jeder verschließt Fenster und Türen, einige bewaffnen sich, und dennoch dringt der Fox in die Häuser ein. Eines Tages verschwindet Anna, die sich jahrelang um ihre Mutter gekümmert hat. Sie ist eine unscheinbare, freundliche junge Frau, die jeder kennt, aber niemand weiß etwas Genaueres über sie. Hat der Fox Anna entführt oder sogar getötet? Die Atmosphäre im Dorf spitzt sich zu, alte Geschichten und verborgen geglaubte Geheimnisse werden durch die zunehmend aggressiver werdenden gegenseitigen Verdächtigungen ans Licht gezerrt.

Die einzelnen Kapitel mit teils so merkwürdigen Titeln wie ,,Foto“, ,,Handschuh“ oder ,,Hautcreme“, die jeweils einen Gegenstand von Bedeutung in den Fokus stellen, werden aus der Sicht verschiedener Beteiligter erzählt. Da gibt es Deloris, die jung verheiratete und zunehmend frustrierte Ehefrau, oder Brian, der sympathische Dorfpolizist, der sich um seinen behinderten Bruder kümmert, Jim, der neue Seelsorger des Dorfes, der mit einer dunklen Vergangenheit zu kämpfen hat oder Stan, der mit Anna ein sehr privates Geheimnis geteilt hat. Diese Geschichten sind interessant, allerdings hält sich die Spannung doch eher in Grenzen, da alle Figuren sehr passiv und unentschlossen wirken. Die Spannung steigt etwas gegen Ende des Romans, als man auf Spuren von Anna stößt und sich die Schlinge um den Fox allmählich enger zieht. Die Schilderung der tiefen Abgründe der Dorfidylle ist durchaus lesenswert, allerdings sollte man keine Hitchcock-Spannung erwarten, wie im Klappentext angekündigt.



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65 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

oliver pötzsch, historischer roman, serie, band 7, reihe

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548288376
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahre 1672 reist der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl mit seiner Familie nach München. Endlich wurde er zum Rat der Zwölf eingeladen – ein Ehre, auf die er schon lange gewartet hat. Mit auf den Weg machen sich seine Töchter Barbara und Magdalena mit deren Ehemann Simon Fronwieser, dem Stadtmedicus. Auch er hat große Erwartungen in die Reise nach München, hofft er doch, dort bei einem bekannten Arzt vorsprechen und sein medizinisches Traktat über ihn veröffentlichen zu können. Für die 18-jährige, noch ledige Tochter Barbara, will Jakob Kuisl unter den Ratsmitgliedern endlich einen Ehemann finden. Doch die ansonsten lebenslustige Barbara ist ungewollt schwanger. In ihrer Verzweiflung vertraut sie sich nur ihrer Schwester Magdalena an, nicht aber ihrem Vater. Ein uneheliches Kind ist eine zu große Schande, nicht nur für Barbara, sondern für die ganze Familie Kuisl.

Gleich am Tag ihrer Ankunft zieht Jakob Kuisl ein totes Mädchen aus dem Bach. Sie wurde offenbar ertränkt. Der Spürsinn des Schongauer Henkers erwacht, als noch mehr junge Frauen ermordet aufgefunden werden. Bei allen wird ein kleines Medaillon gefunden, und alle Morde tragen die Handschrift eines Henkers. Ist der Mörder einer aus dem Rat der Zwölf? Doch nicht nur Jakob Kuisl ,,ermittelt“ auch seine Tochter Magdalena begibt sich auf die Suche und gerät dabei in tödliche Gefahr.

Der historische Roman verknüpft sehr anschaulich und spannend historisches Wissen mit der Suche nach einem Serienmörder. Die Schilderung der aggressiven Stimmung in den rauch- und biergeschwängerten Wirthausstuben wirkt genauso lebendig wie die pompösen Szenen am Hof. Das Schicksal aller Mitglieder der Kuisl-Familie erlebt und erleidet man hautnah mit. Besonders die Situationen, in denen die Familie als Henkersleute erkannt und als Ehrlose behandelt wird, stimmen nachdenklich und betroffen.

Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich zunehmend spannend und rasant und endet sehr überraschend. Einzig der Schluss ist vielleicht etwas zu versöhnlich gestaltet.

Auch wenn dies der 7. Band um die Henkersfamilie ist, kann man den Roman getrost ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesen.



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105 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

krimi, norwegen, oslo, serienmor, brutal

Teufelskälte

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783471351499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tommy Bergmann, Kommissar in Oslo, wird in diesem Band mit der Vergangenheit und abgrundtiefer Gewalt konfrontiert. Bergmann wirkt eigentlich sympathisch, hat aber wenig soziale Kontakte und eine sehr dunkle Seite. Seine Freundin Hege hat ihn verlassen und wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Tatsächlich neigt Bergmann zu Gewaltausbrüchen, in denen er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat. Da er in eine Therapie eingewilligt hat, hat Hege die Anzeige zurückgezogen. Dennoch ist Bergmann nur bedingt bereit, sich den Gründen für seine Aggressionen zu stellen, da er dazu tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen muss, die er bisher offenbar erfolgreich verdrängt hat.

Der Roman beginnt mit einem Rückblick auf den Winter 1988, als der junge Polizist Tommy Bergmann zu einem grausigen Leichenfund gerufen wird. Im Wald liegt, in Müllsäcke verpackt, die brutal verstümmelte Leiche einer jungen Frau. Ihr folgen eine Reihe weiterer, brutal zugerichteter junge Frauen, bis der Täter Anders Rask schließlich gefasst wird. Er gesteht die Taten und wird in die geschlossene Psychiatrie in Ringvoll eingeliefert, wo er bis heute einsitzt. Doch nun hat Rask die Wiederaufnahme seines Verfahrens beantragt, während eine junge Prostituierte brutal ermordet wird. Alles deutet auf denselben Täter wie damals hin. Gibt es einen Nachahmer oder hatte Anders Rask einen Komplizen? Oder ist Rask womöglich gar nicht der psychopathische Mörder, sondern sitzt seit Jahren unschuldig hinter Gittern? Der Fall ist sehr komplex und doppelbödig. Zahlreiche Figuren kommen vor, die sich aber häufig als sehr viel facettenreicher herausstellen, als sie auf den ersten Blick erscheinen. So muss man als Leser konzentriert bei der Sache sein, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Atmosphäre ist stellenweise sehr unheimlich und düster. Wenn Tommy Bergmann das Gefühl hat, dass er beobachtet und verfolgt wird, beschleicht den Leser ein sehr ungutes Gefühl. Als Bergmann dann noch bemerkt, dass jemand in seiner Wohnung war, stehen einem schon die Haare zu Berge. Unheimliche und rätselhafte Spannung ist in diesem Krimi garantiert. Am Ende wird der Leser allerdings nur teilweise erlöst, da der Fall nicht ganz abgeschlossen ist. Dafür muss man sich wohl bis zum Erscheinen des 3. Bandes um Tommy Bergmann gedulden.



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104 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 74 Rezensionen

krimi, münchen, mord, gewalt, misshandlungen

Tiefe Schuld

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jugendliche Geocacher finden im Wald eine Frauenleiche. Alles deutet auf ein Sexualdelikt hin, aber der Körper weist zahlreiche Verletzungen und Narben auf, die darauf hindeuten, dass die tote Julia Krämer schon jahrelang misshandelt wurde.

Hauptkommissarin Toni Stieglitz, die sich erst vor kurzem von ihrem gewalttätigen Freund Mike getrennt und ihn endlich angezeigt hat, übernimmt mit ihren Kollegen den Fall. Für sie steht sehr schnell fest, dass nur der Ehemann Martin Krämer als Täter in Frage kommt. Doch es finden sich keine konkreten Beweise. Und je tiefer Toni Stieglitz sich mit dem Fall befasst, desto mehr andere Spuren tun sich auf. Offenbar führte Julia Krämer ein Doppelleben, der Sohn Sebastian verhält sich äußerst merkwürdig, die Nachbarin hat mehr als nur ein nachbarschaftliches Interesse an Martin Krämer, die Exfrau ist psychisch krank......

Auch Toni Stieglitz selbst hat im Privatleben zu kämpfen. Ihr Exfreund Mike hält sich zwar nach der Anzeige von ihr fern, macht ihr aber deutlich, dass er sie immer unter Beobachtung hat. Und dann sind da noch die zarten Bande zu Rechtsmediziner Tom Mulder, die massiv auf die Probe gestellt werden.

Der 2. Band um Toni Stieglitz ist unterhaltsam und spannend. Die knappen 55 Kapitel, die jeweils aus verschiedenen Perspektiven die Handlung beleuchten, bringen Dynamik und Tempo in Spiel. Tonis Geplänkel mit ihren Kollegen und so manche Situation mit dem ,,Doc“ lassen auch die humoristische Seite nicht zu kurz kommen. Allerdings leiden für meinen Geschmack zu viele Beteiligte an massiven psychischen Problemen, was etwas übertrieben wirkt.

Nicht unbedingt notwendig, aber sicherlich sinnvoll ist es, zuvor den ersten Band ,,Verletzung“ zu lesen, um so manche Andeutungen und Entwicklungen besser verstehen zu können.



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101 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

freundschaft, liebe, leben, england, london

Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams , Eva Kemper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.06.2017
ISBN 9783832198411
Genre: Romane

Rezension:

Alice Adams erzählt die Geschichte einer Freundschaft über zwei Jahrzehnte.

1995 stehen die Geschwister Sylvie und Lucien und ihre Freunde Benedict und Eva kurz vor dem Abschluss ihrer Studienzeit. In den letzten Jahren waren sie unzertrennlich, sehen aber völlig unterschiedliche Lebensentwürfe vor sich. Während die zurückhaltende Eva von einer Karriere im Finanzwesen träumt und der unerwiderten Liebe zu Lucien entfliehen will, sieht die lebenslustige Sylvie sich als angehende Künstlerin. Lucien will vor allem das Leben und seine Freiheit genießen. Er will alles ausprobieren, Sex, Alkohol, Drogen, Hauptsache ihn überkommt keine Langeweile. Benedict dagegen liebt schon lange Eva, ist aber zu schüchtern, um sich ihr zu öffnen.

Im Lauf der folgenden Jahre finden sich die Freunde immer wieder in wechselnder Besetzung zusammen - und nicht immer verstehen sie sich. Es kommt zu Differenzen, sogar zu Konflikten, in denen verletzende Wahrheiten ausgesprochen werden, an denen die Freundschaft fast zerbricht. Doch selbst nach jahrelangem Schweigen bringt ein Zufall oder eine Notsituation die Freunde wieder zueinander.

Die 33 Kapitel erzählen einzelne Abschnitte aus den Jahren 1995 bis 2015 in wechselnder Perspektive, häufig  aber aus Evas Sicht. Dadurch lernt man Eva am intensivsten von allen vier Figuren kennen und kann ihre Sichtweise am besten nachvollziehen. Lucien oder auch Sylvie dagegen bleiben einem eher fremd und etwas distanziert.

Der Roman erzählt über Freundschaft, Liebe und Treue, allerdings ohne Rührseligkeit. Die Höhen und Tiefen des Lebens führen, zumindest bei Eva, zu der Erkenntnis: Glück ist nicht, wenn alles perfekt ist, sondern dann, wenn es sich ,,richtig“ anfühlt, wenn man ,,angekommen“ ist.

Poetisch, berührend, ohne jeglichen Kitsch.



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(28)

32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

krimi, ostfrieslandkrimi, fremder, moa graven, ostfriesland

FREMDER

Moa Graven
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei cri-ki-Verlag, 01.04.2017
ISBN 9783946868026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dem Heimweg von der freitäglichen Einkaufstour findet das Ehepaar Schmees einen Müllsack auf der Fahrbahn – vollgepackt mit abgesägten Händen, Armen und Füßen! Und kurz darauf wird an einem Nordseestrand rötlicher Schaum gefunden, offenbar organischer und menschlicher Art! So gruselig und spannend der Krimi beginnt, so schnell geht die Dynamik und Spannung leider auch wieder verloren.

Jan Krömer und Lisa Berthold ermitteln in dem grausamen Fall. Doch leider reden und grübeln sie mehr, als dass sie tatsächlich ermitteln. Von der eigentlichen Polizeiarbeit bekommt man nur am Rande etwas mit. Sehr schnell haben die beiden ,,Profiler“ ein Täterbild entwickelt, das aber recht klischeehaft wirkt. Ein Mann, der noch im Erwachsenenalter bei den Eltern oder der Mutter lebt, eventuell ein Landwirt! Und so fahren sie mehr oder weniger zufällig die Höfe ab....

Jan und Lisa wohnen zusammen auf Jans Hof, sodass sie auch nach Feierabend über die Fälle reden können, was sie auch ausgiebig tun. Dabei wird auch klar, dass beide mit sich und dem anderen so ihre Probleme haben. Lisa erhofft sich offenbar etwas mehr Nähe, Jan hadert mit der Sinnlosigkeit seines Berufs. Dann wird ihnen ein afrikanischer Praktikant zugewiesen, der bei ihnen vorübergehend einzieht. Halif ist ein freundlicher und sympathischer Zeitgenosse, ihm schlägt aber mehr oder weniger offen Aggression und Hass aus der Bevölkerung entgegen. Dies führt zu Gesprächen über Fremdenhass, Vorurteile, Flüchtlingsproblematik, Gleichgültigkeit usw. Doch leider wirken diese Dialoge oft recht konstruiert und lenken vom eigentlichen Fall nur ab. Am Ende wird der Täter zwar gefasst, was überraschend schnell geht. Auch hier erfährt man noch so manches grausige und unappetitliche Detail. Doch die eigentlichen Motive des Täters bleiben ziemlich im Dunkeln. Hier hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.

Als Lektüre für zwischendurch geeignet, aber nichts, was man unbedingt gelesen haben müsste.



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(65)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

toskana, krimi, italien, todsünden, mord

Die Morde von Morcone

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548289243
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Münchener Anwalt Robert Lichtenwald zieht sich in sein kleines Häuschen in der südlichen Toskana zurück, um sein Leben neu zu ordnen. Seine Frau hat ihn kurz zuvor verlassen und Lichtenwald braucht nun Ruhe, um dies zu verarbeiten und einen neuen Lebenssinn zu finden. Damit entspricht er zwar dem deutschen Klischee der Selbstfinder, allerdings ist Robert Lichtenwald ein ruhiger und sympathischer Zeitgenosse und steht nicht unbedingt im Mittelpunkt des Kriminalromans.

Zwar findet er in Begleitung des Conte, auf dessen Gut sich das Häuschen Lichtenwalds befindet, eine tote Prostituierte, die sich bald als Hermaphrodit herausstellt. Auch wird er zusammen mit dem Conte zunächst von der lokalen und nicht ganz so scharfsinnigen Polizei verdächtigt und festgehalten. Doch sobald die junge und unangepasste Giada Bianchi auf den Plan tritt, bestimmt sie das Interesse des Lesers. Als alleinerziehende Mutter eines Sohnes ist sie vor Jahren aus Rom in das kleine, verschlafene Nest Morcone zurückgekehrt, wo sie sich nun den ganzen Tag im Schreibwarenladen langweilt. Allerdings ist sie auch ausgebildete Journalistin, und so stürzt sie sich mit Feuereifer in die Suche nach dem Mörder, der in immer kürzeren Abständen seine Opfer findet. Mit ihrem lebenslustigen und zupackenden Temperament rüttelt sie den eher zögerlichen und vorsichtigen Robert Lichtenwald aus seinem Phlegma auf. Die beiden geben ein sympathisches und unterhaltsames Ermittlergespann ab und natürlich dürfen sich zwischen den beiden auch zarte Gefühle entwickeln.

Die Krimihandlung selbst wirkt etwas zu konstruiert und weit hergeholt. Dennoch wird man mit der anschaulichen Beschreibung der Dorfbewohner und ihrer Eigenheiten, so manchem aktuellen Seitenhieb und der wunderbaren Atmosphäre der südlichen Toskana amüsant und kurzweilig unterhalten.



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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mord, schriftsteller, waffenhandel, mafia, selbstmord

Endstation Meißen

Peter Braukmann
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 01.03.2017
ISBN 9783961111367
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Steffen Schröder ist ein Glückspilz. Mit seiner wunderbaren Freundin Annemarie bewohnt er eine traumhafte Wohnung in Berlin Kreuzberg. Finanzielle Sorgen hat er keine, nur hin und wieder Langeweile. Und die vertreibt er sich, indem er gelegentlich einen Auftrag als Privatdetektiv annimmt. In diesem Fall heuert ihn der Schriftsteller Jan Wellenbrinck an. Steffen Schröder soll Wellenbrincks alte Freunde, die er schon seit Studienzeiten kennt, ausspionieren. Obwohl Schröder den Auftrag für absoluten Blödsinn hält, nimmt er ihn an, da er ahnt, dass sein Auftraggeber eigentlich andere Gründe für diese Recherche hat, was das Interesse des Privatdetektivs weckt.

Die eigentliche Krimihandlung setzt damit ein, dass Wellenbrinck erschossen aufgefunden wird. Mord oder Selbstmord? Im Rückblick wird nun aus der Sicht des Privatdetektivs erzählt, was zuvor geschehen ist. Dies gestaltet sich zunächst in recht gemächlichem Tempo. Schröders Vorliebe für Essen und Trinken wird ausgiebig und detailliert beschrieben, selbst Einkaufslisten nebst Preisangaben werden geboten. Die alten ,,Freunde“ Wellenbrincks, die Schröder besucht und unter einem Vorwand befragt, erzählen ausführlich ihre Lebensgeschichte, was teils amüsant, teils aber auch recht belanglos klingt. Inwiefern diese ausführlichen Passagen mit dem Fall zu tun haben, hat sich mir nicht erschlossen.

Am Ende klärt sich der Fall zwar auf, allerdings wirken die Geschehnisse im letzten Drittel doch ziemlich übertrieben und unglaubwürdig. Die Mischung aus blutiger Action und kulinarischem Krimi konnte mich leider nicht überzeugen.

Auch die zahlreichen Fehler, vor allem in der zweiten Hälfte, fand ich sehr störend.

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(95)

143 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

irland, geister, mord, tote, roman

Der Freund der Toten

Jess Kidd , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.05.2017
ISBN 9783832198367
Genre: Romane

Rezension:

Im abgelegenen irischen Dorf Mulderrig kommt im Jahr 1976 ein junger, abgerissener Kerl mit langen Haaren und Lederjacke an. Dichter oder Großmaul, denkt der Wirt, und hat damit nicht so ganz Unrecht. Mahony ist Kleinganove, Hippie und eine Art Lebenskünstler, der in seinem Geburtsort Mulderrig das Verschwinden seiner Mutter vor 26 Jahren aufklären will. Doch die Dorfbewohner sind sehr misstrauisch und reserviert und wollen die Wahrheit, die wohl so mancher ahnt, lieber unter einem fest verschlossenen Deckel halten. Wer nun meint, eine Art Krimi vor sich zu haben, wird schon auf den ersten Seiten eines Besseren belehrt. Denn Mahony sieht die Toten, und das ist nicht im übertragenen Sinn gemeint. Er sieht sie in den Ecken der Bar, im Wald oder durch die Wände schweben, manchmal verraten sie ihm etwas, manchmal auch nicht. Das macht das Buch zu einer sehr bizarren, aber auch sehr poetischen Geschichte. Eine Art modernes Märchen, in dem auch von Mord- und Totschlag detailreich erzählt wird.

Im Dorf leben aber auch liebenswerte Gestalten, allen voran Mrs Cauley, eine exzentrische alte Schachtel, die trotz ihrer Gebrechlichkeit das Dorf fest im Griff hat. Sie ist der festen Überzeugung, dass Mahonys Mutter damals ermordet wurde und versucht mit allen Mitteln, die Wahrheit herauszufinden, um die Dorfbewohner zu ärgern und weil sie Mahony ins Herz geschlossen hat. Oder die junge Shauna, die Mahony ein Zimmer vermietet und sich Hals über Kopf in den charmanten, aber windigen Fremden verliebt.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Die eine spielt Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre mit der Mutter Mahonys, der rebellischen Orla Sweeney im Fokus, die andere 1976 rund um Mahony und seiner Suche nach Wahrheit. Dabei kommt es immer wieder zu sehr skurrilen Situationen und Dialogen, Abschweifungen und Nebenhandlungen, was das Buch sehr originell und andersartig macht. Allerdings muss man sich die Mühe machen, sich auf die sehr poetische Sprache und die stellenweise sehr schräge Handlung einzulassen.



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(106)

123 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

glasgow, krimi, mord, streifenpolizist, schottland

Die Mädchen von Strathclyde

Denzil Meyrick
E-Buch Text: 80 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959676656
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Düster wie das Cover ist auch die Atmosphäre zu Beginn des Kurzkrimis, der in den 80er Jahren in Glasgow spielt. Jim Daley, erst seit einigen Monaten als Constable im Dienst, ist frühmorgens auf Streife, was Müll und Kondome auf der Straße, Begegnungen mit Stadtstreichern und Drogenabhängigen bedeutet. Bei der Untersuchung eines gemeldeten Einbruchs findet er eine Tote. Offenbar war die Frau drogenabhängig und arbeitete als Prostituierte.

Interessant wird geschildert, wie Daley seine anfängliche Unsicherheit überwindet und sich in den Fall einarbeitet. Als er von der Kripo ,,ausgeliehen“ wird, läuft dies natürlich nicht ohne Konflikte ab. Spannend ist, wie sich Daley in seine neue Rolle findet und mit seinem neuen Partner Brian Scott klarkommt. Die Auflösung des Falles geht dann allerdings sehr schnell und wirkt dadurch etwas unglaubwürdig. Insofern hat der Kurzkrimi seine Funktion erfüllt: man ist gespannt auf einen neuen Fall mit Daley und Scott, der hoffentlich komplexer ist und nicht ganz so abrupt gelöst wird.

 



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(46)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

südfrankreich, krimi, flüchtlinge, wein, weinberg

Gefährliche Ernte

Yann Sola
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048698
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Perez, Restaurantbesitzer, Delikatessenschmuggler und Lebemann ermittelt in seinem 2. Fall an der Côte Vermeille im äußersten Südwesten Frankreichs.

Im Weinberg seines Vaters Antonio wird ein Toter gefunden, gestorben an einer Überdosis Heroin. Perez kennt den Toten: vor 20 Jahren hat der Marokkaner als Ernthelfer im Weinberg seines Vaters gearbeitet. Perez kann nicht glauben, dass aus dem bescheidenen, freundlichen Mann ein Drogenabhängiger geworden ist. Pikant für Perez ist allerdings, dass die Polizei nun im Weinberg seines Vaters ermittelt, was für ihn und seine Geschäfte eine Katastrophe bedeuten könnte. Denn eine Grundlage seines wirtschaftlichen Wohlergehens gründet sich auf der geschickten Vermarktung seines Weines Creus. Dieser Wein, sehr edel, sehr teuer und sehr gefragt, wird gar nicht aus Spanien importiert, wie Perez gerne verkündet, sondern aus dem Weinberg des Vaters. Bald wird ein zweiter Toter gefunden und es stellt sich heraus, dass beide Männer Brüder waren. Perez versucht, die Ermittlungen der Polizei möglichst von sich und seinem Vater abzulenken, und ermittelt gleichzeitig in Eigenregie, unterstützt von seinem Koch und Freund Haziem und seiner Lebensgefährtin Marianne. Durch sie kommt er auch in Kontakt mit Flüchtlingen aus Nordafrika, die per Schiff an der Côte Vermeille anlanden und in primitivsten Aufnahmelagern untergebracht werden. Offenbar hat auch der Front National, die rechtsextreme Partei Frankreichs, seine Finger mit im Spiel.

Perez ist ein sympathischer Hobbyermittler, mal aufbrausender Choleriker, mal behäbiger Genießer. Wie auch im ersten Band macht der eigentliche Kriminalfall nur einen Teil der Handlung aus. Perez weitläufiger Bekanntenkreis, seine Familie inklusive Exfrau, heiratswilliger Tochter, Lebenspartnerin, störrischem Vater usw. begleiten die Ermittlungen genauso wie die farbenfrohen Beschreibungen der Landschaft oder der Eigenheiten der Bewohner Banyuls.

Wer einen leichten Regionalkrimi sucht, wird gut unterhalten, einen hochspannenden Thriller sollte man allerdings nicht erwarten.



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(31)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

thriller, flucht, cia, amoklauf, korruption

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James Rayburn
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Tropen, 11.03.2017
ISBN 9783608100808
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die frühere CIA-Mitarbeiterin Kate Swift lebt seit zwei Jahren unter falschem Namen in einem abgelegenen Städtchen in Vermont. Seit sie korrupte Machenschaften des CIA öffentlich gemacht hat, gilt sie als Verräterin. Ihre Tarnung fliegt auf, als sie an der Schule ihrer sechsjährigen Tochter Suzie einen Amoklauf verhindern kann, indem sie die Täter erschießt. Ihr ist klar, dass sie sofort mit ihrer Tochter fliehen muss, will sie am Leben bleiben.

Ihre Flucht führt sie nach Thailand, wo sie sich Hilfe von ihrem früheren Mentor Harry Hook erhofft. Doch der hat mit sich und seinem Leben genug eigene Probleme, die er lieber im Alkohol ertränkt. Eher widerwillig lässt er sich doch noch auf Kate und ihre Tochter ein und entwickelt einen riskanten und etwas makaberen Plan. Für Harry Hook selbst bietet die Rettungsaktion eine Chance, seinem Leben wieder eine neue Richtung und einen Sinn zu geben.

Die Handlung wird in neunzig kurzen, knappen Kapiteln erzählt, die immer wieder andere Personen in den Fokus rücken. Dadurch bleiben Spannung und Dynamik stets hoch. Allerdings sind die Figuren und die Konflikte sehr amerikanisch und actionmäßig angelegt und erinnern an James Bond Verfilmungen. Für mehr Lesegenuss hätte ich mir eine stärkere kritische Reflexion der Hauptfiguren gewünscht. Vor allem Kate Swift wirkt sehr kühl und distanziert und in ihrer Mutterrolle nicht immer überzeugend.

Sehr anschaulich und authentisch dagegen sind die Beschreibungen der Atmosphäre in Thailand, was sicherlich daran liegt, dass der Autor James Rayburn selbst dort lebt.

Actionreich und spannend, aber mit zu wenig Tiefgang.



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(70)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

provence, krimi, rache, folter, rechtsmediziner

Gefährlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289069
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Le Lavandou im Frühling: da denkt man an wärmende Sonnenstrahlen, glitzerndes Meer am noch leeren Strand, ein bisschen Boule mit den Einheimischen mit anschließendem Café oder Rosé... Dieser Müßiggang ist Leon Ritter, dem deutschen Pathologen, der seit einiger Zeit in Hyères am Rechtmedizinischen Institut arbeitet, leider nicht lange vergönnt. Als er eine Leiche obduzieren muss, findet er Spuren brutaler Folter, die zeigen, dass das Opfer möglichst lange leiden sollte. Und schon bald muss er das nächste Opfer obduzieren, mit ähnlichen Folterspuren. Die Gendarmerie Nationale um Commandant Zerna hat schnell einen Verdächtigen ausgemacht, muss sie sich doch auch gegen die Einmischung aus Toulon zur Wehr setzen. Doch Leon Ritter hat einen ganz anderen Verdacht. Die Toten, angesehene Bürger der Gemeinde, verbindet offenbar ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Und einige Personen wollen unbedingt verhindern, dass dieses Geheimnis näher untersucht wird.

Leon Ritter, der in den Vorgängerbänden teilweise noch recht brav und gemütlich aufgetreten ist, zeigt hier deutlich mehr Charakter. Als Deutscher und als Rechtsmediziner, der sich eigentlich nur um Obduktionen und deren Auswertung zu kümmern hat, wagt er sich mit seinen Ermittlungen in Bereiche vor, die ihn eigentlich nichts angehen. Capitaine Isabelle Morell, seine Lebengefährtin und stellvertretende Polizeichefin, hält zwar zu ihm, doch auch sie wendet sich von Leon Ritter ab, als eine junge Frau behauptet, die heimliche Geliebte Ritters zu sein. So steht Leon irgendwann allein da und bringt sich damit in höchste Gefahr.

 

Die Atmosphäre Südfrankreichs ist gut eingefangen, wird aber nicht überstrapaziert, da stets der Fall im Vordergrund steht. Die Handlung ist durchaus spannend mit teilweise überraschenden Wendungen, das Ende gestaltet sich allerdings übertrieben dramatisch. Etwas störend finde ich, dass außer Leon Ritter offenbar niemand in der Lage ist, den Fall aufzuklären.



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(85)

168 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 73 Rezensionen

thriller, john katzenbach, cold cases, usa, mord

Die Grausamen

John Katzenbach , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426306031
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Was macht man mit gescheiterten Kollegen, die man gerne loswerden will, die man aber nicht einfach so entlassen kann? Man gründet eine neue Abteilung, in die man die Versager abschiebt – in diesem Fall die Abteilung für Cold Cases, also alte, ungelöste Fälle, für die sich eh kaum jemand interessiert.

Gabriel Dickinson hat bei einem Segelunfall seinen Schwager verloren, worauf sich seine Frau von ihm getrennt hat. Obwohl schuldlos an dem Unglück, fühlt Gabriel sich schuldig, verfällt dem Alkohol und verwahrlost zunehmend. Marta Rodriguez-Johnson hat dagegen ihren Kollegen versehentlich im Einsatz erschossen und diese Schuld bis heute nicht überwunden. Beide geben ein wahrlich famoses Gespann ab: problembeladen, unsicher und verschlossen. Nur zögerlich entwickeln sich Vertrauen und Respekt zwischen ihnen und allmählich wachsen sie zu einem wirklichen Team zusammen. Als sie auf vier 20 Jahre alte, ungelöste Fälle stoßen, fallen ihnen merkwürdige Parallelen auf. Offenbar stehen diese vier Fälle in einem Zusammenhang mit dem Verschwinden der damals 13-jährigen Tessa, das auch nie aufgeklärt wurde. Je tiefer Gabe und Marta graben, desto mehr bringen sie sich selber in Gefahr. Offensichtlich hat jemand ein sehr starkes Interesse daran, dass die ungelösten Fälle auch ungelöst bleiben.

Der Leser taucht ein in Gabriels und Maritas problembeladene Welt, teilt ihre Gedanken und fühlt mit ihnen. Und man freut sich, dass ausgerechnet die beiden vermeintlichen Versager einem Netz aus Lügen und Vertuschungen auf die Spur kommen und damit ihrem eigenen Leben eine neue Perspektive geben.

Ein spannender, verwickelter Krimi mit überraschenden Wendungen.

 



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(12)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, versicherungsbetrug, pferde, staatsschutz, pentobarbital

Jeremias Voss und der tote Hengst

Ole Hansen
E-Buch Text: 310 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 03.05.2016
ISBN 9783958244962
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der zweite Fall des Hamburger Privatdetektivs Voss führt ihn aus den Toren der Stadt hinaus aufs Land. Bei einem Brand auf Schloss Rotbuchen sind mehrere Pferde umgekommen, unter anderem ein millionenschwer versicherter Zuchthengst, der in Kürze verkauft werden sollte. Die Versicherungsgesellschaft, die sich angesichts der hohen Versicherungssumme lieber doppelt absichern will, beauftragt Jeremias Voss, parallel zu den polizeilichen Ermittlungen zu recherchieren, ob es sich um einen Unfall oder doch eher um Brandstiftung handelt.

Kurz darauf verschwinden der zuständige Tierarzt Rusinski und auch der Pfleger des Hengstes spurlos. Während Jeremias Voss, Charmeur und Gentleman, sich sowohl von der Tochter des Tierarztes als auch von der feschen Gräfin etwas den Kopf verdrehen lässt, geht er dennoch souverän jeder Spur nach. Dabei kommen ihm seine guten Kontakte stets zugute. Und zum Glück bewahrt ihn sein Hund Nero vor so mancher Gefahr.

Voss ist ein sympathischer Ermittler, der aber durchaus etwas mehr Ecken und Kanten haben dürfte. Stellenweise laufen seine Ermittlungen etwas zu glatt. Dennoch liest sich der Krimi locker und unterhaltsam, neben spannenden Passagen gibt es auch immer mal wieder etwas zu schmunzeln.



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(23)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

sylt, krimi, erpressung, ausbeutung, mord

Schwarze Brandung

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175178
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Liv Lammers ist mit ihren gerade mal 29 Jahren noch recht jung für die Mordkommission. Doch als alleinerziehende Mutter einer 14-jährigen Tochter bringt sie einiges an Lebenserfahrung mit. Mit ihrer Familie auf Sylt hat sie gebrochen. Nur ihre Großmutter Elise, die nun mit Liv und Elise im Dreigenerationenhaushalt in Flensburg lebt, hat sie in der Vergangenheit unterstützt.

Doch plötzlich meldet sich ihr Neffe Jan aus Sylt. Seine Freundin Milena ist verschwunden und Jan bittet Liv um Hilfe. Als am Strand von Westerland eine im Sand vergrabene Frauenleiche gefunden wird, meldet Liv sich für die Ermittlungen – obwohl sie die Insel eigentlich nie mehr betreten wollte.

Während der Ermittlungen muss sie sich nicht nur gegen die Vorurteile ihrer Kollegen wehren, die sie als Tochter aus reichem Sylter Hause nicht ganz ernst nehmen. Sie muss auch erkennen, wie sich die Insel in den letzten Jahren verändert hat. Und sie ist gezwungen, sich mit ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und dem Vater ihres Kindes auseinanderzusetzen.

Liv ist eine unkonventionelle Ermittlerin, die gerne auch mal im Alleingang ermittelt und ihr Temperament nicht immer im Griff hat. Aber gerade dadurch wirkt sie ehrlich und sympathisch. Die Handlung ist stimmig, realitätsnah und absolut spannend geschildert. Am Ende sind nicht alle offenen Fragen beantwortet, sodass man auf eine Fortsetzung mit Liv Lammers hoffen darf.



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(59)

81 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

kunst, dominic smith, kunstfälschung, das letzte bild der sara de vos, malerei

Das letzte Bild der Sara de Vos

Dominic Smith , Sabine Roth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081873
Genre: Romane

Rezension:

Schon das Cover und der leinwandähnliche Einband zeichnen das Buch als etwas Besonderes aus.

1631 wird Sara de Vos als erste Malerin in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen. Als Frau soll sie hauptsächlich Stilleben malen, ihr Interesse gilt aber eher der Landschaftsmalerei. Doch zu der damaligen Zeit hatte eine Frau hinter ihrem Ehemann zurückzustehen und sollte ihm möglichst zuarbeiten. Als ihr einziges Kind an der Pest stirbt, malt Sara de Vos ihr, vermutlich, letztes Bild: ,,Am Saum des Waldes“.

Genau dieses Bild hängt 1957 bei dem reichen New Yorker Anwalt Marty de Groot im Schlafzimmer. Das Gemälde befindet sich seit drei Jahrhunderten in Familienbesitz.

Nur durch Zufall bemerkt de Groot, dass das Original gegen eine, wenn auch brillante Fälschung eingetauscht worden sein muss. Mit kriminalistischem Gespür begibt er sich auf die Suche nach dem Fälscher – und stößt auf die junge und recht isoliert lebende Kunststudentin Ellie Shipley. Sie hat, ohne von dem Diebstahl zu wissen, die Kopie angefertigt. Marty de Groot will Rache und umwirbt Ellie....

Eine dritte Zeitebene zeigt Ellie Shipley im Jahr 2000. Sie arbeitet inzwischen als Kunstprofessorin mit Schwerpunkt ,Niederländische Malerinnen im Goldenen Zeitalter’ an der Sydney University. Als sie für die Art Gallery of New South Wales eine Ausstellung mitorganisiert, kommen sowohl das Original als auch die Kopie von ,,Am Saum des Waldes“ in Sydney an und Ellie Shipley wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Die drei Zeitebenen des Romans werden äußerst geschickt miteinander verwoben. Man fühlt mit der Malerin Sara de Vos im 17. Jahrhundert genauso wie mit der jungen Studentin oder der reifen Professorin Ellie. Sehr präzise und anschaulich werden Gemälde und Maltechniken beschrieben, sodass jedes Detail und jede Farbschattierung vor dem inneren Auge des Lesers erscheint. Der Autor Dominic Smith versteht es wirklich, mit Worten zu ,,malen“.

Auch wenn der Grundton des Romans eher melancholisch ist, gibt es immer wieder auch amüsante Situationen und Dialoge.

Ein besonderes und äußerst lesenswertes Buch, nicht nur für Kunstinteressierte.

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(60)

87 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

portugal, krimi, algarve, mord, autismus

Lost in Fuseta

Gil Ribeiro
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 31.03.2017
ISBN 9783462048872
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Lost – der Name ist Programm. Als Leander Lost aus Hamburg am Flughafen von Faro von seinen Kollegen der Polícia Judiciária empfangen wird, fühlt er sich wirklich ziemlich verloren. Im Rahmen eines Austauschprogramms von Europol soll er ein Jahr in dem kleinen Städtchen Fuseta an der Algarve verbringen, während ein portugiesischer Kollege in Hamburg Erfahrungen sammeln soll. Sub-Inspektorin Graciana Rosado und ihr Kollege Carlos Esteves finden Leander Lost von der ersten Minute an merkwürdig. Nach nur wenigen Wochen Sprachkurs spricht er fast perfekt ihre Sprache, versteht aber weder Ironie noch Witze. Dies führt zu recht amüsanten Dialogen. Was sie zunächst für eine typisch deutsche Eigenheit halten, erweist sich als Asperger-Syndrom. Leander Lost besitzt ein fotografisches Gedächtnis und kann zwei Seiten eines Telefonbuchs in einer Minute auswendig lernen. Allerdings kann er die Mimik der Menschen nicht entschlüsseln, versteht keine Zwischentöne und kann vor allem nicht lügen. Damit stößt Lost seine Mitmenschen regelmäßig vor den Kopf und denunziert sogar ungewollt seine neuen Kollegen. Doch Graciana Rosado hat ein großes Herz und viel Menschenverstand. Sie erkennt Losts Schwächen, aber auch seine Stärken. Und sie hat eine Schwester, Soraia, die sich sehr für den seltsamen Deutschen erwärmen kann.

Schon wenige Stunden nach Leander Losts Ankunft wird ein Privatdetektiv tot in seinem Boot aufgefunden und bald stellt sich heraus, dass es sich um Mord handelt. Als Rosado, Esteves und Lost das Büro des Detektivs untersuchen wollen, werden sie angegriffen und das Büro in Brand gesetzt. Die Spuren führen zu einer Firma, die die Wasserversorgung in der Region übernommen und offenbar so einiges zu verbergen hat. Und bald zeigt sich, dass das Trio auch in den eigenen Reihen ermitteln muss.

Neben der Krimihandlung erfährt man auf anschauliche und unterhaltsame Weise viel über die Algarve und ihre Bewohner, ihre Herzlichkeit und ihre Traditionen. Aber auch der Außenseiter Lost mit seinen merkwürdigen Verhaltensweisen wird dem Leser zunehmend verständlicher und sympathischer. Die Aufdeckung des Verbrechens gerät dabei fast schon zu Nebensache, was der Unterhaltsamkeit aber keineswegs abträglich ist.

Kein hochspannender Thriller, aber ein lesenswerter, unterhaltsamer Krimi mit interessanten Charakteren.

 

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(25)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

venedig, krimi, mord, rache, bank

Venezianisches Verhängnis

Daniela Gesing
E-Buch Text: 221 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.03.2017
ISBN 9783958190702
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Commissario Luca Brassoni, freut sich auf die Geburt seines ersten Kindes und seine Frau Carla, von Beruf Gerichtsmedizinerin, genießt das Dasein als werdende Mutter. Doch das Verbrechen nimmt auf die Familienidylle keine Rücksicht. Der Geschäftsführer einer kleinen, aber feinen Privatbank wird tot aus einem Kanal gezogen. Offensichtlich wurde er niedergeschlagen und dann ins Wasser gestoßen. Während Brassoni und sein Kollege Goldini noch ermitteln, geschieht schon der nächste Mord. Auch hier war das Opfer in der Privatbank beschäftigt. Währenddessen hält eine Einbruchserie die Polizei in Venedig auf Trab. Und offenbar hatten viele der betroffenen Wohnungs- und Hauseigentümer ein Konto bei genau dieser Privatbank. 

Der Journalist Stefan Mayer, Cousin Luca Brassonis und jederzeit für ein Abenteuer zu haben, recherchiert privat im Umfeld der Bank und bekommt, mal wieder, etwas auf die Nase. Doch auch Carla, Brassonis hochschwangere Frau wird angegriffen. Als Brassoni eine anonyme Drohung erhält, erkennt er, dass der Täter Rache will. Doch wofür?

Zu Beginn wirkt die Handlung noch etwas konstruiert und zuviele ,,Zufälle“ bringen die Ermittlungen voran, doch allmählich steigt die Spannung, da der Täter immer wieder in kurzen, eingeschobenen Passagen selbst zu Wort kommt. Während sich die Schlinge des Unbekannten immer enger um Brassoni legt, fiebert der Leser mit dem Commissario mit, der zwischen den Ermittlungen und der Sorge um seine schwangere Frau fast aufgerieben wird. Das Ende ist leider etwas vorhersehbar, dennoch fühlt man sich mit Brassonis bisher persönlichstem Fall gut unterhalten.



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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

krimi, wandlung, bookshouse, malte klingenhäger, suche

Nachbar Einsam

Malte Klingenhäger
Flexibler Einband: 248 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 14.02.2017
ISBN 9789963536702
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Einsam ist er wirklich! Der Witwer Bernhard lebt in seinem abgelegenen Häuschen einsam und griesgrämig vor sich hin. Sein trister Alltag wird lediglich durch die seltenen Besuche seines Sohnes unterbrochen, doch sind diese Treffen für beide Seiten anstrengend und unangenehm. Besonders gestört fühlt sich Bernhard durch seinen rasenmähenden Nachbarn Dagobert, der trotz seines fortgeschrittenen Alters regelmäßig Damenbesuch erhält, und zwar immer wieder von anderen Damen! Nach einem Wutanfall wegen seines Nachbarn erwacht Bernhard im Krankenhaus, und ausgerechnet der verhasste Dagobert kümmert sich freundlich um ihn! Doch als Bernhard sich später bei ihm bedanken will, ist dieser spurlos verschwunden.

Dieses plötzliche und geheimnisvolle Verschwinden Dagoberts reißt den Witwer Bernhard aus seiner verbitterten Routine. Seine Neugier ist geweckt und er macht sich auf Suche. Dabei kommt es zu spannenden und gefährlichen, aber auch lustigen und interessanten Begegnungen. So trifft Bernhard z.B. auf Lola, eine alte Freundin Dagoberts, deren etwas schrullige, aber offene und zupackende Art Bernhard zunehmend aus der Reserve lockt. Die zwei älteren Semester begeben sich gemeinsam auf die Suche und stoßen dabei auf merkwürdige Zusammenhänge. Offenbar war der charmante Dagobert in Alt- und Neonazi-Kreisen kein Unbekannter!

Dank seines kriminalistischen Spürsinns und Lolas Hilfe wandelt sich Bernhard zu einem unternehmenslustigen Abenteurer, der sogar bis nach Argentinien fliegt, um Gewissheit über Dagobert zu bekommen. Diese Wandlung vollzieht sich zwar recht schnell und kann deswegen auch nicht ganz überzeugen. Doch der Krimi liest sich unterhaltsam und flüssig.

Und am Ende freut man sich, dass aus dem verbiesterten Witwer des 1. Kapitels ein sympathischer Mensch geworden ist, der noch etwas aus seinem Leben machen will.



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(14)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

krimi, wahnsinn, paris, frankreich, herz

Die Herzen des Monsieur Lefort

Mara Ferr
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei tredition, 07.09.2016
ISBN 9783734549588
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Jerome Lefort, pensionierter Commandant der französischen Staatspolizei genießt regelmäßig seinen Café au lait im Café ,,Moncoeur“ im Quartier Montmartre, während seine Frau ihren täglichen Besorgungen und Terminen nachgeht. Mit dieser Routine ist Lefort rundum glücklich und zufrieden, bis er eines Tages in der Zeitung ein Zitat  von Friedrich Hebbel entdeckt: ,,Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.“ Dieser Satz bewirkt bei Lefort ein völlig irrationales Verlangen auf ,,Herzen“, zunächst nur in der Form einer erbärmlichen Zimmerpflanze, die er seiner mehr als überraschten Frau Josephine schenkt. Nur wenig später trifft er auf Suzette, eine Kellnerin und Gelegenheitsprostituierte, deren Kette mit herzförmigen Anhängern in Lefort ein urplötzliches Verlangen weckt, sodass er auch vor grober Gewalt nicht zurückschreckt, um sie an sich zu bringen. Und schon bald darauf findet er sein nächstes Opfer.

Während Lefort sich offenbar keiner Schuld bewusst ist und keine Reue für seine Taten empfindet, wundert sich der Leser über Leforts plötzliche Stimmungsschwankungen.

In kurzen, knappen Passagen wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt, mal aus der Sicht Leforts, mal aus der Sicht seiner Frau Josephine oder aus dem Blickwinkel Elaine Sabatiers, die erst vor kurzem ihre Arbeit als Bedienung im Café ,,Moncoeur“ aufgenommen hat. Ihr ist Lefort von der ersten Minute an unsympathisch, dennoch bittet sie ausgerechnet ihn um Hilfe, als ihre Mutter ermordet wird.

Mara Ferr erzählt abwechslungsreich und mit überraschenden Wendungen in einer ungewöhnlichen, fast schon altertümlich wirkenden Sprache. Der Leser wird häufig direkt angesprochen, immer wieder gibt es Andeutungen, was ihn als nächstes erwartet.

Das macht das Buch interessant, allerdings sind die Handlungsmotive der Figuren nicht immer ganz nachvollziehbar. Vor allem am Schluss bleiben zu viele Fragen offen, sodass ein etwas unbefriedigendes Gefühl zurückbleibt.



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