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15 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

südafrika, postapokalypse, afrika, mord

Fever

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 702 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.10.2017
ISBN 9783352009020
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: mord, südafrika   (2)
 

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66 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

selbstmord, mobbing, schule, roman, jugendliche

Der gefährlichste Ort der Welt

Lindsey Lee Johnson , Kathrin Razum
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281331
Genre: Romane

Rezension:

Kennst du ihn, den gefährlichste Ort der Welt?
Als wir Jugendliche waren, tobten wir uns ordentlich aus, wie die meisten unserer Freunde. Wir trafen uns auf Partys, knutschten mit Typen rum, die wir noch nicht so lange kannten. Tranken Alkohol, probierten hiervon und davon. Und das hatte zur Konsequenz, da ss man über dich redete. Das ärgerte, man versuchte beim nächsten Mal nicht wieder aufzufallen und die Momente der Zügellosigkeit verschwanden im Nirwana. Eine Zeitlang waren die Verfehlungen noch Thema, aber dann machte wieder jemand anderer Blödsinn und schon geriet man wieder in Vergessenheit.

Aber heute gibt es Facebook, Twitter und Konsorten. Es werden Bilder ins Netz gestellt, die “besten” Freunde lächerlich gemacht. Bloßgestellt, in Situationen gezeigt, die zu meiner Zeit nur ein kleiner Kreis zu sehen bekommen hätte. Zugänglich gemacht, für die ganze Welt. Menschen, die den Angegriffenen gar nicht kennen, mitkommentieren und die Seelen noch mehr angreifen. Man kann ja so einfach anonym bleiben. (Ob man dem Opfer diese Sätze und Worte auch direkt ins Gesicht sagen würde?)

Darum geht es in diesem Buch, wie sich Jugendliche in einem idyllischen Städtchen, in dem elitäre Eltern ihren Sprösslingen ein gemütliches, weichgespültes Leben ermöglichen, entwickeln. Welche Wege die jungen Menschen einschlagen, nachdem ein Mitglied ihrer Gemeinschaft sich das Leben genommen hat, an deren Entscheidung sie alle beteiligt waren. Eltern, die der Verantwortung für ihre Kinder nicht gewachsen sind oder keine Zeit für sie haben, so dass der Nachwuchs aus den Fugen gerät und zu unüberlegten Handlungen getrieben wird, oder gar in den Selbstmord.

Die Geschichte beginnt mit dem dreizehnjährigen Tristan, der einem Mädchen aus seiner Klasse, seine Liebe gesteht. Er schreibt einen Brief (einen richtigen Brief!). Sie zeigt diesen Brief ihrer besten Freundin. Widerlich, findet die es, macht sich lustig und drängt die Angebetete dazu, den Brief den Freunden zu zeigen. Doch damit, tritt sie einen Stein los, der nicht mehr aufhören will zu rollen. Bei Facebook wird der Briefeschreiber beschimpft, gemobbt und fertig gemacht. Und nicht nur von den Menschen, die ihn kennen. Es melden sich Menschen zu Wort, die weder den Liebenden, noch die Angebetete kennen. Am Ende springt der Junge von der Golden Gate Bridge, begeht Selbstmord. Das Mädchen macht sich ewig Vorwürfe und verantwortlich dafür, dass der Junge sich das Leben nahm. Wie es den Freunden, den Mobbern, damit geht, und welche Wege diese einschlagen, das wird in diesem Buch erzählt. Warum verhielten sich die Freunde so? Und warum unternahm keiner etwas?

Vorsicht, du wirst dieses Buch erst wieder aus der Hand legen, wenn du die letzte Seite gelesen hast.

Lindsey Lee Johnson schreibt sehr eingehend. Sie beschreibt die jungen Menschen sehr einfühlsam und klar. Gefühle, die ihre Protagonisten niemandem erzählen können, dürfen wir lesen. Ein Debütroman, der wirklich gelungen ist! 

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Tags: amerika, jugendliche   (2)
 

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11 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hitler, nazis, marathon

Ich war Hitlers Trauzeuge

Peter Keglevic
Fester Einband
Erschienen bei Knaus, 18.09.2017
ISBN 9783813507270
Genre: Romane

Rezension:

1000 km, mussten gelaufen werden, damit am Ende der Sieger, Adolf Hitler den Geburtstagsgruß überreichen durfte. Quer durchs Reich ging dieser Lauf. Täglich liefen die Athleten um die 50 km. In den “guten” Zeiten, liefen sehr viele Sportler mit. (Gab es einen solchen Lauf wirklich? Ich fand nichts heraus) Auch, als schon alles verloren schien. 1944 startete noch einmal ein Trupp von über 70 Mann. Nur Vier von ihnen waren echte Athleten. Die Anderen, zusammengesucht, entbehrlich, was der Krieg und die Verteidigung des Landes zuließ. Unter ihnen, Harry. Ein Jude, der sich bisher, als “U Boot”, vor den Narzis verstecken konnte. Einkassiert, als er mit Anderen, versteckt Lebenden, gerade das Land verlassen wollte. Die Anderen, hatten kein so großes Glück an dieser Laufveranstaltung teilzunehmen. Sie würden, ohne Federlesen, einfach erschossen werden. Leni Riefenstahl, persönlich, schob den 23 jährigen in die Mitläufer, damit genügend Männer auf ihrem Film, den sie über den Lauf drehen wollte, dabei sind.

Harry Freudenthal, ist der Erzähler und er hat einen trockenen Humor, sehr trocken! Dass er wieder in seiner Heimatstadt Berlin laufen soll, erschreckt ihn eher weniger. Obwohl, er viel lieber aus dem Reich verschwinden wollte. Er versorgt sich mit der “besten” Kleidung aus einem Kleiderstapel, der den “einkassierten” Läufern zur Verfügung gestellt wird. Er sucht sich ein paar derbe Bergschuhe heraus und vertraut auf die vier Engel, die seine Bobe (Großmutter), ihm bei seiner Geburt an die Seite gestellt hat. Denn er ist mit einer Glückshaube geboren. Auch Leni Riefenstahl scheint ein Auge auf ihn zu haben. Die Regisseurin treibt die Läufer zusätzlich an, denn sie dreht einen Film über diesen Lauf, zu Ehren Hitlers Geburtstag.

Der Roman liest sich wirklich flott. Am Anfang, kamen mir zu oft einige sexistischen Einlagen vor, die sich aber im Laufe der Story in das Gesamtbild einfügen. Je weiter die Geschichte fortschreitet, und während Harry beim Laufen seine letzten Jahre überdenkt, um so mehr gefiel mir, was ich da las. Ironisch, mit trockenem schwarzen Humor garniert, las sich der Roman schnell und spannend. Grotesk, wie der Jude Harry mit den arischen Läufern durch ein Deutschland läuft, dass sich in Teilen ergibt, zerstört und marode.
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Immer mehr, erfährt man über den Läufer Harry, der unter dem Decknamen “der Pilger” oder “Paul Renner” seine täglichen Kilometer läuft. Seine ganz persönliche Geschichte, wie er sich als Jude vor den Nazis retten musste. Wie ihm geholfen, oder er denunziert wurde. Immer mit einer gehörigen Würze von schwarzem Humor.

Der Autor, Peter Keglevic, hat 20 Jahre an diesem Roman recherchiert. Er ist selber die Strecke, die er sich erdacht hat, mal mit dem Fahrrad oder per Pedes abgelaufen. Er hat sich mit den damaligen Möglichkeiten auseinander gesetzt, die ein versteckt lebender Jude in der Naziherschaft hatte.

Ich finde es grandios geschrieben. Und es würde mich nicht wundern, dieses Buch, eines Tages, verfilmt zu sehen. 

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Tags: hitler, marathon, nazis   (3)
 

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377 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

bienen, bienensterben, roman, natur, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: bienen, natur, naturschutz   (3)
 

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, geschwister, suche, finnland, zahnseide, brüde

Die Wurzel alles Guten

Miika Nousiainen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 21.08.2017
ISBN 9783312010387
Genre: Romane

Rezension:

Der Finne Pekka Kirnuvaara, getrennt lebender Familienvater, steht vor dem Problem, einen Zahnarzt zu brauchen. Er sitzt auf den Behandlungsstuhl und stellt fest, dass der Doktor glatt sein Bruder sein könnte. Und tatsächlich, sie haben den gleichen Vater. Die Brüder sind sehr unterschiedlich. Pekka ist sehr redefreudig und pflegt seine Zähne nicht. Esko Kirnuvaara, der Ältere, hält dagegen viel von der Pflege der Zähne. Klar, er ist ja auch Zahnarzt. Dafür ist er der Ruhige und redet nicht gerne. Die beiden Männer sind als Kleinkinder von ihrem Vater verlassen worden. Ihre Mütter waren nicht gut auf den Vater zu sprechen. Und doch wollen die Söhne herausfinden, wo der Vater abgeblieben ist und warum er sie allein gelassen hat. Sie machen sich auf die Suche nach ihrer Wurzel.

Seine Familiengeschichte mit einer Wurzelbehandlung zu vergleichen, das ist schon mal ein besonderes Erlebnis. Der Autor hat die Kapitel mit den einzelnen Stationen der Behandlung überschrieben. Und witziger Weise, passt es tatsächlich. Am Anfang muss man eben erst einmal den Zahn aufmachen, um an das Übel heran zu kommen. In der zweiten Station wird gesäubert und provisorisch verschlossen… So kann man eben auch den Vorgang erklären, wenn es um die Aufarbeitung der Beziehung zum verschwundenen Vater geht. Auf ihrer Suche nach dem Vater treffen die alten Männer auf immer mehr Geschwister. Einer Spur, die ihr Erzeuger hinter sich her zog. Und alle Kinder haben eine Gemeinsamkeit, sie wurden als Kleinkinder mit ihren Müttern allein gelassen.

Miika Nousiainen hat eine witzige Art zu schreiben. Spitzer und feiner Humor bringt immer wieder Lacher hervor. Seine beiden Hauptfiguren sind so unterschiedlich und so herrlich beschrieben, dass es Spaß macht sich auf die Beiden einzulassen. Pekka und Esko erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht. Jeder in seiner Art, was die Geschichte sehr unterhaltsam und sehr lebendig macht. Zum Ende hin, kam mir dann doch alles etwas zu sehr herangezogen vor. Als wollte der Autor möglichst viel und schnell noch abhandeln. Dabei erfährt man doch einiges über das Gesundheitssystem in Finnland und andern Orts. Über die Finnen an sich, und die Behandlung und Verwahrung von Kindern in anderen Ländern. Miika Nousiainen wickelt einen mit seiner leichten Schreibweise ein und vermittelt nebenbei noch Politisches und Soziales, ohne mit dem Zeigefinger zu wackeln.

Ich fand es ein erfrischendes Buch, das man gut lesen kann. 

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Tags: familie, finnland, geschwister   (3)
 

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292 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

daniel kehlmann, ruhm, kurzgeschichten, identität, schriftsteller

Ruhm

Daniel Kehlmann , any.way , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783499249266
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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106 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

angola, revolution, afrika, portugal, angolanische revolution

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

José Eduardo Agualusa , Michael Kegler
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.07.2017
ISBN 9783406713408
Genre: Romane

Rezension:

Ludovica bringt versehentlich einen Menschen um und verscharrt ihn auf ihrer Terrasse. Aus Angst, geht und ging sie nicht mehr auf die Straße und mauert sich in ihrer Wohnung ein. 30 Jahre lang, bekommt sie nichts von ihrer Umwelt mit. Manchmal nur, wenn es Strom gibt, hört sie Radio. Ihre Wohnung ist im elften Stock eines Hochhauses in Luanda, Angola. Während draußen, vor ihrem Fenster, die Menschen um Unabhängigkeit von Portugal kämpfen, versucht sie möglichst unsichtbar zu bleiben. Ernährt sich von dem was sie in ihrer Wohnung findet und was sie auf ihrer Dachterrasse anbauen kann.

Der Autor José Eduardo Agualusa erzählt eine Geschichte, die wahr sein könnte. Er verstrickt viele kleine Geschichten zu einer Großen. Geschickt, verknüpft er die Personen miteinander, so daß doch wieder alles zu der Wohnung im elften Stock führt. Wie viel davon fiktiv ist und was aus dem wahren Leben stammt, das verrät uns der Autor nicht. Nur soviel, daß die Zeitungen ihm genügend Material lieferten.

Wie immer, wenn es um Ungerechtigkeit geht, vergessen viele Menschen, was sie für schlechte Dinge getan haben. Und darauf scheint Agualusa abzuzielen. Vergessen, was schlecht war, vergessen werden, vergessen, woher man stammt und wohin man gegangen ist.

Wenn man versucht die Geschichte ohne Hintergründe zu lesen, dann findet man eine außerordentlich lustige Geschichte und spaßige Figuren. Mit Tragik, Gerechtigkeit und Groteske gewürzt. Ein Roman, der sich schnell wegliest und doch tiefgründig ist. Figuren, die interessant sind und viel Raum zum Hineindeuten lassen. Ein klasse Buch und eine seltsame Geschichte.

Ich habe es gleich zweimal gelesen. Es hat mich amüsiert, erinnert, nachdenklich gemacht und auf die Suche nach Wissen geschickt. Ich kann es nur empfehlen zu lesen.

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Tags: angola, luanda, vergessen   (3)
 

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128 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

krebs, familie, brustkrebs, adhs, liebe

Sieh mich an

Mareike Krügel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058551
Genre: Romane

Rezension:

WIE WEIT KANN MAN SICH IGNORIEREN?

Das wollen die doch gar nicht hören! Wem sollte ich es überhaupt erzählen? Wie soll ich es sagen? Das will doch keiner wissen! Ich werde das schon alleine auf die Reihe bekommen, so wie es in allem ist… So denkt Katharina, die Hauptdarstellerin in dem Buch:

“Sieh mich an”

von Mareike Krügel

Einfach eine Liste schreiben, was ich noch zu erledigen habe und dann den normalen Wahnsinn weiter spielen. Nicht darüber nachdenken, dass dort in meiner Brust ein “Etwas” ist.
Wie würde ich wohl reagieren, wenn ich einen Knoten in der Brust entdecken würde, mit dem Wissen, dass meine Mutter, als ich 17 war, elendig an solch einem Gewächs gestorben ist? Wäre ich wie Katharina in dem Buch von Mareike Krügel? Würde ich es für mich behalten wollen und es “schon alleine schaffen". Vielleicht auch selber nachhelfen, bevor der Krebs mich auffrisst? Ich finde, es ein schwieriges Thema, vor allem, wenn man mit 40 noch zu jung zum sterben ist.

Katharina steckt in dem “normalen“ Wahnsinn einer Mutter. Als sie einen Knoten in ihrer Brust entdeckt. Ihr Vertrauen zu den Ärzten, ist nicht besonders groß, nachdem ihre Mutter schon an einem solchen Gewächs gestorben ist, als Katharina gerade in der Pubertät war. Katharinas Leben steht auf dem Kopf. Ihre Familie und ihr Umfeld machen es ihr auch nicht besonders leicht, über dieses Etwas zu reden. Immer wieder treten Situationen auf, die ihre Misere in den Hintergrund rücken. Katharina hat ein kleines Buch. Dort schreibt sie Listen über Dinge, die ihr wichtig sind, die sie noch erledigen möchte. Oder was sie liebt und was sie erfreut, alles was sie nicht vergessen möchte. Unter anderem, hat sie dort eine Liste angelegt, wie man sich am Besten aus dem Leben stiehlt...

Katharina ist die Erzählerin. Sie ist Musiklehrerin in einem Kindergarten aber eigentlich ist sie studierte Musikwissenschaftlerin und liebt klassische Musik. Sie hat eine 11 jährige Tochter mit ADHS und einen 17 jährigen Sohn, der Musicalsänger werden möchte. Ihr Mann kommt nur an den Wochenenden aus Berlin an die Küste. Er arbeitet dort in einem Architekturbüro. Aber damit nicht genug, kümmert Katharina sich auch noch um die seltsamen und einnehmenden Nachbarn. Somit steht sie mit ihrem Problem komplett alleine da. Wem sollte sie also von ihrer Entdeckung erzählen?

Mareike Krügel hat einen Roman geschrieben, der so voller schöner, lustiger und nachdenklicher Momente ist. Sie hat eine Art zu schreiben, die einem die Luft nimmt. So mitreißend und klar. Mit sehr viel Humor, einiger Bestürzung und Angst vor dem “Etwas”. Die Autorin verzaubert durch Sätze, die man am liebsten ständig unterstreichen möchte.

Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, ein wirklich geniales Buch. 

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Tags: brustkrebs, familie, frau   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee
E-Buch Text: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 10.07.2017
ISBN 9783641201081
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: krimi   (1)
 

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379 Bibliotheken, 35 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, roman, hanya yanagihara

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

italien, apulien, alter, simona morani, ziemlich alte helde

Ziemlich alte Helden

Simona Morani , Anja Nattefort
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei carl's books, 09.05.2017
ISBN 9783570585634
Genre: Romane

Rezension:

Heute nehme ich dich mal mit nach Italien. Genaugenommen, nach Apulien. Was, du weißt nicht wo das liegt! Das ist sozusagen der Hacken vom italienischen Stiefel. Dort leben schon seit ewigen Zeiten, in einem urwüchsigen Dorf, ein paar alte Männer. Einer ist schon über 90 und fast blind. Seinen Führerschein musste er unter Protest abgeben. Aber seine Kumpels, haben ihm zu einer Ape verholfen, die mindestens so alt wie der Fahrer selber ist. Zum Ärger eines Polizisten, der neu in dem Dorf ist und sich immer noch nicht den nötigen Respekt verschafft hat. Die alten Kerle machen sich einen Spaß daraus, den Beamten zu folgen. Am liebsten würde der Polizist es sehen, wenn die alten Knacker in das neue Altenheim gesperrt würden.

Das Dorfleben ist in so herrlichen Farben beschrieben und es macht Laune, die alten Einwohner mit ihren Macken kennen zu lernen. Es sind allerdings nicht nur Alte in dem Dorf, es sind auch die Jungen, die ein wenig anders sind als in der Großstadt. Alles scheint noch gut zu funktionieren. Jeder kennt jeden und weiß, was mit den Nachbarn los ist. Jeder gibt acht, dass niemandem etwas geschieht. Die Kinder, die auf den Straßen spielen, sind schon im voraus gewarnt, wenn der Alte mit seiner Ape um die Ecke kommt. Denn ein Freund des Alten hat die Ape so frisiert, dass sie so dermaßen laut und langsam ist, und so keiner zu Schaden kommt.

Die Alten Männer des Dorfes sind ohnehin ein gut eingeschworenes Team. Sie schleichen sich aus dem Haus, lassen alles zu Hause liegen, streiten mit ihren Frauen, um miteinander Karten zu spielen, sich über einander lustig zu machen und Probleme zu bewältigen. Ziemlich alte Helden, beste Freunde eben. Um die sich die Geschichten in diesem Buch drehen, die der Mittelpunkt des Dorfes sind.

Ich habe mich über dieses nette Buch köstlich amüsiert. Die Figuren sind so natürlich, echt und spaßig. Aber auch ein wenig ernst. Die Alten haben so ihre Sorgen, denn wie soll es weitergehen, ohne dass man in einem Altenheim ein Plätzchen findet. Sei es nun freiwillig oder mit "Gewalt". Die Senioren aber, haben ihre eigenen Vorstellungen. Und ich finde, am Ende ist es eine gute Lösung, wie sie alle klar kommen. Lies es selbst, Lachen inklusive.

Simona Morani ist mit ihrem Debütroman in Italien in den Bestsellerlisten gelandet und wurde mit dem Literaturpreis für junge Autoren "Premio Zocca Giovani" ausgezeichnet. 

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Tags: alter, apulien, dorfleben, italien   (4)
 

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295 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

liebe, freundschaft, ruth hogan, england, verlorene dinge

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Ruth Hogan , Marion Balkenhol
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 19.05.2017
ISBN 9783471351475
Genre: Romane

Rezension:

Der Titel hatte es mir wirklich angetan. Ich wollte dieses Buch einfach haben, denn wie oft verliert man etwas und ärgert sich dann, dass es nie wieder auftaucht. Nachdem ich die ersten Seite gelesen hatte, war ich dann aber doch etwas enttäuscht. Unterhaltsam zwar, aber nicht das, was ich erwartet habe.


Mr. Peardews sammelt eben alles von den Straßen auf, das irgendwie nach einem verlorenen Gegenstand aussieht. Ein Haargummi, eine alte Tasse, ein Freundschaftsbändchen und noch so einige seltsame Dinge. Auch eine Keksdose ist dabei, die mit Asche gefüllt ist. Asche, die eindeutig nicht aus einem normalen Ofen stammt, sondern vielleicht tatsächlich ein verbrannter Mensch zu sein scheint. Mr. Anthony Peardews trägt alles nach Hause und etikettiert, wo und wann er es gefunden hat. All das macht er, weil er selber etwas verloren hat. Ein Liebespfand, das er von seiner Verlobten bekam. Am Ende stirbt Anthony und vermacht alles seiner Sekretärin Laura, der er den Auftrag gibt, weiter dafür zu sorgen, dass die verlorenen Dinge an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Ein Unterfangen, das nicht so leicht erscheint. Aber Laura bekommt Hilfe…


Es ist eine unterhaltsame Geschichte, die in verschiedenen Zeiten und Orten spielt und einigen verlorenen Dingen ein Gesicht verschafft. Manches ist lustig, einiges aber auch sehr traurig, manchmal auch grausam. Die Erzählweise hat mich zeitweise etwas verwirrt. Oftmals schaffen es Schriftsteller nicht, in den verschiedenen Zeiten zu schreiben. Mir fiel der Wechsel nicht immer leicht. Doch habe ich die Figuren gerne verfolgt, um herauszufinden, warum unter anderem, diese Keksdose in der Bahn verloren wurde. Was bitte, macht die Asche eines Verstorben, allein auf Reisen, in einem Zug? Ich empfand das Buch als eine herrliche Urlaubslektüre. Leichte Kost für Unterwegs. So gesehen, lesenswert. 

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Tags: england, miteinander, verlorenes   (3)
 

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

england, geburt, flut, flucht, naturkatastrophe

Vom Ende an

Megan Hunter , Karen Nölle
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.05.2017
ISBN 9783406705076
Genre: Romane

Rezension:

England wird vom Wasser größtenteils überschwemmt. Die Menschen versuchen, sich hilflos und verzweifelt in Sicherheit zu bringen. Eine junge Frau bekommt, kurz bevor das Wasser auch die Kliniken in London überschwemmt, dort ihr erstes Kind. Ihr Gefährte versucht mit seiner kleinen Familie eine Zuflucht zu finden, die sicher ist. Aber am Ende, verschwindet auch der Vater und Mutter und Kind müssen sich alleine durchschlagen. Allein diese innige Beziehung hält die Frau über “Wasser”

Megan Hunter hat einen gewaltigen und doch poetischen Debütroman geschrieben. Roman ist hier vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Ihr Text ist in kurzen Zitaten, fast Verse, zu lesen. Durchsetzt mit Textpassagen aus mythologischen und religiösen Texten wirkt es wie ein Blick in das Tagebuch einer Mutter, die die Entwicklung ihres Kindes und die Zustände ihrer Umwelt festhalten möchte. Fast emotionslos werden einem die Umstände hingeworfen und doch spürt man gewaltig die Liebe und die Angst um das Kind. Hinter jedem Abschnitt kann man in seinen eigenen Gedanken die Geschichte weiterspinnen und hat Spielraum sich Szenarien vorzustellen. Megan Hunter gibt nur Bruchstücke der Geschichte frei und lässt uns die Freiheit, zu Ende zu denken. Damit wird dieses Buch zu einem Mammutwerk. Erschütternd, ohne viele Worte und doch zart und liebevoll.

Mich hat dieses 160 Seiten starke Büchlein sehr beschäftigt. Wie gesagt, es sind nicht viele Worte in dem Buch zu finden und doch habe ich über eine Woche gebraucht, um es zu lesen. Spannend war es auch, dass die Autorin keine Namen in dem Werk verteilte, sondern nur Buchstaben.

Was macht es mit einem, wenn man sich nicht an einem Namen festhalten kann ?....

Wie einfach man sich dann von der Figur verabschieden kann, wenn sie verloren geht, ist mir damit erst bewusst geworden. Bindungslos.

Ich kann es absolut empfehlen! 

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Tags: katastrophe, muttergefühle, wasser   (3)
 

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

stress, ratgeber, gesundheit, frauen, hormone

Das Rushing Woman Syndrom

Libby Weaver
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei TRIAS, 26.04.2017
ISBN 9783432104331
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wie komme ich aus der Stressfalle wieder heraus? So war mein Gedanke, als ich dieses Buch angefangen habe zu lesen. Gleich am Anfang gibt es einen Test, der mir bestätigt hat, dass ich in eben dieser Falle sitze. Zu schnell, immer und überall sein. Typisch für Frau. (nicht das auch Männer in diese Falle gehen, doch dieses Buch ist speziell auf Frau geschrieben) Für jeden ein offenes Ohr und immer bereit, alle Probleme der Welt zu lösen. Hektisch jedes Telefonat annehmen und gleichzeitig den Haushalt schmeißen, die Kinder versorgen, den Beruf gescheit erledigen… ausgebrannt, übermüdet, schlapp, das ist das Resultat. Keine Lust mehr auf sich selbst, oder noch mit dem Partner unterwegs zu sein.

Die Autorin ist eine Biochemikerin und zählt zu den führenden Ernährungsexpertinnen. Sie ist eine gefragte Autorin und Rednerin. Sie hat eine eigene Marke für Nahrungsergänzungsmittel auf natürlicher Basis ins Leben gerufen.
In diesem Buch erklärt sie uns, was der Stress mit uns macht, welche Auswirkungen er auf unser System, unsere Organe hat und wie die Organe und Drüsen, alles nur noch verstärken. Sie weist darauf hin, dass Kaffee und Alkohol keine Alternative zum Entspannen sind, sondern auch wieder nur multiplizieren. Einiges ist sehr interessant und Manches, wusste ich auch noch nicht. Welche Drüsen, welche Hormone ausschütten und welche Auswirkungen die dann auf den sowieso schon überlasteten Körper und den Kopf haben. Am Ende des Buches, soll es Hilfe geben, mit dem Stress besser umzugehen. Ihn in seine Schranken zu weisen.

Motiviert habe ich mich durch das 237 Seiten dicke Büchlein gelesen. Immer mit dem Gedanken, mir wird eine Lösung aufgezeigt. Dr. Libby Weaver hat gute Ideen und erklärt auch wirklich super. Was mich allerdings echt gestört hat, sie hat ständig darauf herumgeritten, dass ich auf Kaffee und Alkohol verzichten soll. Mehrmals, wenn nicht dauernd wurde es wiederholt. Spätestens nach den ersten vier Erwähnungen, hatte ich es begriffen! Und Manches war und wurde mir auch nicht klar. Einiges wurde angerissen aber ich habe keinen Zusammenhang erlesen. Da die Autorin ja eine gefeierte Rednerin und Autorin sein soll, schiebe ich es mal auf die vielleicht schlechte Übersetzung. (Kann ich aber nicht unterstreichen, da ich das Original nicht gelesen habe) Eine große Hilfe war mir dieses Buch nicht unbedingt. Wer aber Interesse an den Zusammenhängen Stress und Körper hat, mag hier wohl ein schönes Büchlein in Händen halten. 

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Tags: hektik, sachbuch, stressbewältigung   (3)
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

wildes leben, new york, roman, restaurant

Sweetbitter

Stephanie Danler
E-Buch Text: 413 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 11.04.2017
ISBN 9783841212887
Genre: Sonstiges

Rezension:

Tess stammt aus der Provinz und beschließt, nach dem Abschluss ihres College nach New York abzuhauen. Ihr Eigenes, langweiliges Leben und den Vater hinter sich zu lassen. Sie will sich auf die eigenen Füße stellen, etwas Neues für sich. Eigentlich, hat sie keinen Plan was sie dort, in dieser riesigen Stadt, eigentlich werden will. Zur Überbrückung stellt sie sich in einem schicken Edelrestaurant vor. Sie bekommt eine Stelle als Hilfskellnerin, darf Teller schleppen und Getränke aus dem Keller holen. Damit hat sie den Einstieg in eine völlig fremde Welt. Eine Welt voller Gerüche, Geschmäcker und wilden Partys nach der Arbeit. Sie lernt die unterschiedlichsten Menschen, Weine und Speisen kennen. Süßes, Bitteres, Salziges… alles ist so intensiv, so spannend. Die Kollegen nehmen sie nur vorsichtig in ihrer Mitte auf, nehmen sie aber trotzdem zu ihren Afterworkpartys mit. Alkohol-, Drogenexzessen und Affären spielen während dieser Ausflüge eine große Rolle. Ein Leben in vollen Zügen und Genüssen…

Stephanie Danler schreibt sehr schnell und unterhaltsam. Sie weiß, von was sie schreibt, denn sie hat selber in einem New Yorker Edelrestaurant gearbeitet, bekam selber einen Einblick in die Welt der Gastronomie. Ihren Roman hatte sie damals schon geschrieben und einem ihrer Gäste, einem Verleger, angeboten.
Die schnelle kurze Sprache und die flotte Wechsel auf die Darsteller, machen das Buch etwas verwirrend, aber auch interessant. Tess, ihre Hauptfigur hat Spaß an diesem wilden Leben, und scheint damit einen Blick auf die junge Generation freizugeben. Einer Generation, die nicht weiß was sie will, aber das was sie hat, in vollen Zügen genießt.

Mir persönlich hat dieses Buch Spaß gemacht, war nie langweilig und hat mir Appetit gemacht. Das Buch verdeutlichte aber auch, in welchen Situationen unsere Jugend steckt, ziellos, zügellos, gelangweilt und doch motiviert, Neues zu entdecken. 

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Tags: new york, restaurant, wildes leben   (3)
 

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209 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

monster, tod, trauer, krebs, patrick ness

Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness , Siobhan Dowd , Bettina Abarbanell
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442485345
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: allein gegen sich selbst, familie, kind, monster, trauer   (5)
 

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

flucht, judenverfolgung, shanghai, mainz, nationalsozialismus

Das Mädchen im Strom

Sabine Bode
E-Buch Text: 348 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608100839
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist die Geschichte einer jungen Frau, die 1920 in Mainz zur Welt kam und die das “Pech” hatte, die Tochter eines jüdischen Schuhhändler zu sein. Gudrun ist eine lebenslustige und mutige junge Frau, die durch den Fluss schwimmt, um sich an den Schleppkähnen hoch zu ziehen und sich zu sonnen. Natürlich bekommt sie für solche Eskapaden Ärger. Das macht ihr aber nichts und sie lässt sich bald andere Dummheiten einfallen. Als Hitler an die Macht kommt und Deutschland seine Juden einsperrt und vertreibt, flüchtet Gudrun, nachdem sie mehrere Haftstrafen verbüßt hat und sich mit der SS auseinander setze, nach Shanghai.

Das Buch erzählt Gudruns Lebensgeschichte, die immer wieder “glückliche Fügungen” nahm. Gudrun scheint immer an die richtigen Menschen zu geraten zu sein. Stets war einer dabei, der das Mädchen durch Widrigkeiten schiebt und es ihr verhältnismäßig leicht macht. Nicht, daß es wirklich leicht war! Denn auch sie macht die Erfahrung, in einem Gefängnis zu sitzen oder in den Elendsvierteln von Shanghai.

"Egal, sie war 21 Jahre alt, das richtige Alter, um endlich die Freiheit zu genießen, in Shanghai oder anderswo! Wenn schon kein sicheres Leben, dann wenigstens ein Aufregendes… "
Seite 120

Was ich gut fand: Etwas über das Leben der Geflüchteten zu erfahren. Wie es Ihnen in den fremden Ländern, zwischen all den abweisenden Einwohnern, erging. Welche Erfahrungen die Menschen auf der Flucht vor den Nazis machten und welches Elend sie erlebten..
Außerdem gefiel mir, dass Gudrun eine beste Freundin hatte, die etwas mehr “Glück” hatte und nach Amerika ausgewandert ist. Die beiden Frauen schrieben sich über die gesamte Zeit ihres Lebens Briefe, die wir mitlesen durften.

Was mir an dem Buch nicht gefallen hat: Wie die Geschichte erzählt wird. Irgendwie liest es sich wie eine Zusammenfassung, weniger als ein Roman. Ich fand die Story gut, aber die Umsetzung doch sehr abgehackt und ruppig. Irgendwie unrund. Gespräche der Protagonisten lesen sich, wie mitgeschnitten und wahllos zusammengesetzt. Manchmal wusste ich nicht, welche Figur gerade diesen einen Satz gesagt hatte und versuchte es mir zusammen zu reimen. Das störte den Lesefluss doch sehr.
Fast emotionslos wird die Geschichte herunter gerattert, als blieben Gudruns Gefühle völlig auf der Strecke, als wäre Gudrun eine dumme Pute, die einfach nur Glück hatte. Schade, mit ein wenig mehr Gefühl, wäre es ein gutes Buch geworden. Am Ende, auf den letzten Seiten, durfte man dann endlich einen Blick in das Gefühlsleben der Protagonistin wagen. Erst auf den letzten 50 Seiten, habe ich mich mit dem Schreibstil angefreundet. Dann freundete ich mich mit dem Charakter der Hauptdarstellerin an und verstand die ruppige Art, in der Sabine Bode, die Autorin, das Buch verfasst hat. Nach dem Klappentext habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und war dann etwas ernüchtert, als ich dieses Buch las.

Sabine Bode hat schon einige Bücher über seelischen Kriegsfolgen geschrieben. Ihre Bücher waren allesamt Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.  

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Tags: flucht, frauen, krieg   (3)
 

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128 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

alter, freundschaft, sibirien, roman, bäume

Betrunkene Bäume

Ada Dorian
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 24.02.2017
ISBN 9783961010011
Genre: Romane

Rezension:

Erich ist alt. Der alte Mann kann sich nicht mehr allein versorgen. Doch die Hilfe, die ihm seine Tochter besorgt, will er nicht. Erich ist immer noch stur genug, sein Leben selber bestimmen zu wollen. Er fühlt sich allein gelassen und lehnt gleichzeitig alle Hilfe ab. Obwohl seine Tochter alles für den alten Mann in die Wege leitet, ist sie doch nicht für ihn da. Einzig die Bäume, geben Erich das Gefühl nicht ganz zu vereinsamen.

Katharina bricht aus ihrem Leben aus. Sie gibt der Mutter die Schuld, dass der Vater nach Sibirien abgehauen ist. Der Streit zwischen Mutter und Tochter endet in Schweigen und Flucht. Die Tochter versteckt sich vor der Mutter und sie erfährt, wie es ist, allein zu sein. Sie trifft auf Erich und findet Zugang zu dem mürrischen Alten. Gemeinsam kramen sie ihre Geheimnisse hervor und versuchen das Beste daraus zu machen. Erich und Katharina, verbinden ihre Ängste und Sehnsüchte. Die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen, der sie einfach im Stich gelassen hat.


Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten in dem Buch anzukommen. Irgendwann fand ich dann den Faden, der mich durch die Geschichte zog und nicht mehr los ließ. Die Schriftstellerin hat eine sympathische Art, ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Sie schreibt etwas melancholisch, aber nicht so, dass man sich selber schlecht fühlt. Ihre Figuren haben Witz und sehnen sich nach Geborgenheit. Und das kann man förmlich spüren. Die klare Schreibweise von Ada Dorian macht, dass man die Figuren nur allzu gut verstehen kann. Schade, dass das Buch nur knappe 300 Seiten hatte. Ich hätte noch mehr lesen können.

Was hat der Titel nun mit dem Buch zu tun? Das erklärt sich im Laufe der Geschichte. Betrunkene Bäume gibt es nämlich wirklich. Das sind Bäume, denen der Boden keinen Halt mehr gibt, weil er aufgeweicht ist. Die Bäume kippen zur Seite. Wenn der Boden wieder fester wird, haben sie wieder Halt und wachsen einfach weiter, nur dass ihr Stamm verbogen in den Himmel ragt. 

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Tags: allein, alter, sehnsucht, verloren   (4)
 

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346 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 121 Rezensionen

cornwall, familie, eve chase, england, liebe

Black Rabbit Hall

Eve Chase , Carolin Müller
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.02.2016
ISBN 9783764505608
Genre: Romane

Rezension:  
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231 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 92 Rezensionen

thriller, san francisco, misshandlung, roman, doppelmord

Boy in the Park – Wem kannst du trauen?

A. J. Grayson , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426305713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann sitzt im botanischen Garten in San Francisco an einem See und schreibt dort in seiner Mittagspause Gedichte. Täglich sieht er einen kleinen Jungen in einer hellblauen Latzhose aus dem Gebüsch treten, mit seinem Stock im Wasser herumstochern und dann wieder in den Bäumen verschwinden. Anfangs hatte er sich etwas gewundert, fast gefürchtet, aber nach zwei Jahren hatte er sich daran gewöhnt und freut sich sogar darauf, den Jungen zu sehen. Eines Tages hat der Junge eine Wunde am Arm, die blutet und der Mann macht sich Gedanken, warum sich denn keiner kümmert. Doch bevor er sich dazu durchringen kann, sich selber zu kümmern, verschwindet der Kleine wieder. Am nächsten Tag blutet es immer noch und eine weitere Verletzung ist dazu gekommen. Nun will der Mann aber doch helfen und läuft auf den Jungen zu, der von einem Männerarm ins Gebüsch zurück gezerrt wird. Als der Mann endlich an der Stelle ankommt, wo der Junge immer verschwindet, ist nur noch eine Schleifspur seiner Schuhe im Schlamm zu sehen. Der Kleine bleibt verschwunden. Übrig geblieben ist eine Quittung, die im Schlamm liegt und aus einer Kleinstadt bei San Francisco stammt. Und so beginnt eine Suche…

Ich habe hier wohl einen Psychothriller erwischt. So gar nicht mehr mein Genre. Doch als ich anfing zu Lesen, steckte ich auch prompt in den Seiten fest. Die Sätze sind einfach geschrieben und aus der Sicht des Mannes am See erzählt. Verwirrt macht man sich zusammen mit dem Mann auf die Suche nach dem kleinen Latzhosenträger. Ein paar Kapitel weiter liest man, wie eine Psychologin versucht, Zugang zu einem Inhaftierten zu bekommen. Ihn dazu zu bewegen, seine Tat zu gestehen. Wie es üblich ist, ist man als Leser natürlich erst einmal völlig im Dunkeln, wer mit wem was zu tun hat. Spannend eben. Ehrlich gesagt, ich konnte das Buch nicht schließen und habe gar nicht so schnell umblättern können, wie ich es verschlungen habe.

Der Autor, Ashley Grayson schreibt am liebsten noch mit der Schreibmaschine, komponiert und war Berater in der Wissenschaft. Ich weiß nicht, ob ich noch mehr Thriller lesen möchte, aber sollte A. Grayson noch andere Bücher schreiben, kann ich mir vorstellen, über meinen Schatten zu springen und wieder einen Psychothriller zu lesen. 

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experiment, wissenschaft, roman, terranauten, usa

Die Terranauten

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.01.2017
ISBN 9783446253865
Genre: Romane

Rezension:

1992 steht in Arizona, ganz in der Nähe von Tucson, eine Biosphäre. Eine Art Forschungsstation, die beweisen soll, dass es möglich ist, dass eine handvoll Menschen ohne Zufuhr von Lebensmitteln, Sauerstoff und sonstigen Dingen, überleben können. Die Menschen, die sich dort für zwei Jahre einschließen lassen, werden unter bestimmten Voraussetzungen ausgewählt. Und nur 8 werden die “Gewinner” sein. Unter welchen besonderen Gesichtspunkten die Terranauten ausgewählt werden ist nicht unbedingt ersichtlich. Sie müssen sich allerdings mit dem Erhalt dieser künstlichen Welt befassen können. Denn es wird nur den Strom von außen geben.

Erzählt wird diese Geschichte von drei Personen. Dawn, einer hübschen Frau, die sich selbstbewusst darstellt. Ramsay, einem Kerl, der keinem Rock widerstehen kann und schon bei der kleinsten Anmache nur an Sex denken muss. Und Linda, die sich für nichts zu schade ist. Sie erzählen ihre Sicht auf die Ecosphäre. Dabei wird auch recht schnell klar, wie der Mensch aufgebaut ist, voller Neid, Missgunst, Egoismus, Liebe und Selbstaufgabe.

T. C. Boyle hat hier ein interessantes Buch geschrieben, das Einblicke in die menschliche Psyche gestattet. Wie leicht Mensch sich manipulieren lässt und zu was er imstande ist. Unter welchen Bedingungen lässt die Nächstenliebe nach und wird zu purem Egoismus und Gehässigkeit.

Ein wenig hat mich der Roman an “Big Brother” erinnert. Der Blick in die Welt hinter dem Glas und mit Kameras überwacht. Nichts entgeht den Menschen außerhalb des Glashaus und alles wird von der Presse ausgeschlachtet und vermarktet.

Die Ecosphäre gab und gibt es tatsächlich. Sie steht in der Nähe von Tukson. Sie wurde tatsächlich zu Forschungszwecken dort gebaut und bewohnt. Ich habe nach der Lektüre von T. C. Boyle ein wenig im Internet gestöbert. Der Autor hat seine Geschichten um dieses Glashaus gesponnen. 

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liebe, hochzeit, frankreich, film, kamera

Die Liebeserklärung

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 30.01.2017
ISBN 9783552063334
Genre: Romane

Rezension:

Mit seinen 27 Jahren weiß Corentin nicht wirklich was er will. Er hat sein Studium hingeschmissen und arbeitet im Sommer, zusammen mit seinem Patenonkel, als Hochzeitsfilmer. Hochzeiten, die groß gefeiert werden, mit allem was man sich vorstellen kann. Corentin hat die Aufgabe, die Brautleute vom morgendlichen Aufstehen, über den Frisörtermin, bis zum Ende der Hochzeitsfeier, mit der Kamera zu filmen. Dabei bekommt er Einblicke in die Wirklichkeit, hinter die Vorhänge der perfekten Hochzeit. Die Schwiegermütter sind aufgeregter, als die Braut. Bei den Gästen muss man acht geben, dass sie nicht aus der Reihe tanzen. Es gibt die verschiedensten Hochzeiten, spannende, außergewöhnliche und auch solche, die in Erinnerung bleiben. All das, wird von den Hochzeitsfilmern festgehalten.
Corentin hat selber kaum längere Beziehungen, an Heiraten ist gar nicht zu denken. Meistens werfen die Frauen ihm die Beziehung vor die Füße, da er wenig Zeit für sie hat. Die Hochzeiten fordern die Wochenenden. Während einer Hochzeit, bittet die Braut Corentin darum, ihre Liebeserklärung zu filmen. Diese Erklärung macht etwas mit dem jungen Franzosen, sie lässt ihn nachdenklich werden und er hat die Idee, seine Familie und seinen besten Freunde ebenfalls zu filmen, während sie einfach nur reden. Dabei eröffnen sich Dinge, die Corentin nie so gesehen hat, oder erahnt hätte.


Das ist das zweite Buch, das ich von Blondel gelesen habe. Die leichte und witzige Schreibweise, gefällt mir. Man könnte fast annehmen, er legt es darauf an, oberflächlich zu klingen. Dabei hat sein Roman eine gewisse Tiefe. Er zeigt einen jungen Mann, der ein Spiegel der jugendlichen Gesellschaft ist. Und nicht nur das, die Brautleute und deren Familienangehörige werden beleuchtet und gefilmt. Nicht immer besonders schön, mit ihren Macken, ihrer Arroganz und Überheblich- oder Unterwürfigkeit und Demut. Unschöne Wahrheiten können manchmal auch eine Hochzeit sprengen, das Leben zum Wanken bringen, weil man vergessen hat, die rosarote Brille abzunehmen. Blondel hat eine feine Art mit der Feder auf die Gesellschaft zu zeigen.

Für mich eine amüsante tiefgründige Lektüre, die einem das Wochenende verkürzen kann.

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roadtrip, southlea bay, abweisung, amerika, verlag

Ein Buchclub auf Abwegen

Suzanne Kelman
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 10.01.2017
ISBN 9781503998063
Genre: Romane

Rezension:

Wie ist das eigentlich, wenn man Bücher schreibt, sie an einen Verlag schickt und dann das Manuskript mit einer freundlichen Ablehnung zurück bekommt? Da fühlt man sich doch echt traurig und deprimiert. Aber die Damen von dem Buchclub der Abgelehnten Autorinnen, feiern eine Party, wenn wieder eine Ablehnung ins Haus geflattert kommt. Janet ist kein Mitglied des Buchclubs. Sie ist die Bibliothekarin der Kleinstadt, auf einer Insel bei Washington. Sie lebt mit ihrem Mann in einem hübschen kleinen Häuschen und das einzige Problem was das Paar hat, ist ein Waschbär, der des Nachts die Mülltonne umkippt und ausräumt. Janet wird von Doris, der Chefin des Buchclubs, eingeladen an einem Treffen teilzunehmen. Die Damen erhoffen sich Hilfe von der “Buchfrau”. Dummerweise, hat Doris nämlich eine Zusage bekommen und das geht doch nicht! Ihr Roman ist so schlecht, dass den keiner lesen möchte. Um den schlechten Schinken zurück zu bekommen, macht sich der Buchclub auf den Weg zu dem Verlag nach San Francisco und erlebt auf der Reise Einiges.

Suzanne Kelman hat eine lustige Art ihren Figuren Leben einzuhauchen. Ihre Hauptfigur Janet Johnson, hat eine sehr lockere Art mit ihrer Umwelt umzugehen. Auch die burschikose Vorsitzende Doris besticht durch ihre spitze Zunge. Humor ist eine Hauptkomponente dieses Romans. »Ein Buchclub auf Abwegen« ist witzig und leicht zu lesen. Eine ganz herrliche Urlaubslektüre.
Die Autorin ist eine mehrfach ausgezeichnete Drehbuchautorin. 

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Tags: amerika, bücher, buchklub   (3)
 

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ostpreußen, familiensaga, pferdezucht, familie, gutsleben

Das Lied der Störche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632469
Genre: Historische Romane

Rezension:

1920
Freddy, eigentlich Frederike, kommt mit ihrer Mutter und den kleinen Geschwistern aus Potsdam. Sie werden auf dem Gutshof in Ostpreußen wohnen, denn die Mutter hat den Cousin ihres verstorbenen Mannes geheiratet. Es ist schon eine kleine Umstellung für die 11 Jährige. Alles ist etwas anders. Das warme Wasser muss noch aus der Küche nach oben getragen werden und es gelten strenge Regeln für den Alltag. Die Leute (die Dienerschaft), sehen die Mutter als Hausherrin, aber noch nicht als Respektsperson an. Was weiß Eine aus der Stadt schon vom Landleben und der Führung eines Gutshofes. Aber die Kinder haben einen guten Stand bei den Leuten, besonders bei der Köchin. So vertrödeln sie ihre Zeit, wenn sie nicht vom Hauslehrer geschult werden, mit Reiten, Schwimmen und Spielen auf den Wiesen. Einzig Frederike macht sich Sorgen um ihre Zukunft. Was soll aus ihr werden? Wird sie eines Tages jemanden finden, der sie heiratet und wird sie dann auch einen Gutshof leiten?...

Ulrike Renk beschreibt das Leben auf dem Gutshof in den 1920er Jahren ganz zauberhaft. Freddy hat viel Kontakt zu den Leuten, wodurch man einen netten Einblick hat. Das Mädchen hinterfragt Vieles und lauscht auch manchmal, wenn die Mutter Gespräche mit dem Personal führt. Die Örtlichkeiten sind schön beschrieben, so dass man sich sofort in dem Buch zu Hause fühlt.

Aber das war es dann auch schon. Das Buch war in meinen Augen so unaufgeregt, wie ein Kinderbuch. Manches mal hatte ich das Gefühl, einen neuen Band von “Der Trotzkopf” oder “Hanni und Nanni” zu lesen (Diese Bücher habe ich mit 10 Jahren sehr geliebt!). Die Autorin wiederholt sich in einer Endlosschleife, wenn es darum geht, dass sich Frederike Gedanken um ihre Zukunft macht und was die Köchin auf den Tisch bringt. Mir hat ein wenig das Niveau gefehlt, oder zumindest eine Spannung oder Tiefe.
Ich habe dieses Buch abgebrochen, was ich üblicherweise nicht mache.

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Tags: familie, landgut, ostpreußen   (3)
 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

kinderheim, meinlebenalszucchini, rezension, blogger, waisenkind

Mein Leben als Zucchini

Gilles Paris , Melanie Walz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaus, 23.01.2017
ISBN 9783813507706
Genre: Romane

Rezension:

 »Mein Name ist Zucchini«, so stellt sich der kleine Ikare aus Frankreich vor. Seine Mutter arbeitslos, Alkoholikerin und fernsehsüchtig, kümmert sich seit ihrem Unfall kaum noch um den Jungen. Aufmerksamkeit bekommt der Kleine nur, wenn er etwas Dummes angestellt hat. Und das eigentlich täglich. Zucchini versteckt sich dann am liebsten auf dem Dachboden, da kommt die Mutter, mit ihrem kaputten Bein nicht hin. Eines Tages findet er in einer Kommode einen Revolver und will damit den Himmel erschießen, weil der, wie die Mutter immer sagt, »Der Himmel, mein Kleiner, der ist so groß, damit wir nie vergessen, wie klein unsereins daneben ist.« (Seite 7) Am Ende erschießt der Kleine ausversehen seine eigene Mama und landet als Waise im Kinderheim. Dort findet er ein liebevolles »Zuhause« und »Geschwister«. Die Kinder sind nicht immer lieb zueinander, aber sie bilden eine Einheit. Die meisten Kinder haben eine hässliche Vergangenheit, die aus der Sicht der Kinder manchmal etwas lustig wirken kann.

Das Kinderbuch wird aus der Sicht des kleinen Zucchini erzählt. (Warum eigentlich Zucchini. Der Originaltitel heißt :Autobiographie einer Pflaume. Das idiomatische Pendant zur französischen courgette ist im deutschen die Pflaume oder Gurke. Da der gleichnamige Film sich für Zucchini entschieden hat, wurde die Neuauflage des Romans, dem Film angeglichen.) Der Roman liest sich, wie ein Neunjähriger sprechen würde, der nicht der intelligenteste ist. Zucchini hinterfragt viel und geht damit seiner Umwelt manchmal gehörig auf die Nerven. Es gibt so manchen Erwachsenen in der Geschichte, der auch ein gutes Bild macht. Die Erzieher in dem Heim sind oftmals wie eine Insel der Geborgenheit. Die Geschichten der Kinder werden, wie es Kinder sehen erzählt. Ohne große Details und so einfach wie möglich.

Mich hat das Buch sehr berührt. Nicht das ich Tränen in den Augen gehabt hätte. Durch die Erzählweise, sieht man die Grausamkeiten mit dem Kinderblick und kommt einfach damit klar.

Erst vor kurzem ist der Film zum Buch in den Kinos angelaufen. Die Verfilmung wird sehr gelobt, es wäre tragisch, traumatisch und berührend. Als Puppenfilm, sind die Figuren neutraler, was es für kleine Kinder zu einem einfachen Puppentrickfilm macht. Das Buch würde ich etwas älteren Kindern empfehlen. Es ist aber genauso gut für Erwachsene zu lesen. 

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