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43 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 29 Rezensionen

zeitreise, berlin, mark twain, freundschaft, 1891

Federflüstern

Holly-Jane Rahlens , Alexandra Ernst
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499217456
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In Blätterrauschen trafen Rosa, Iris und
Oliver auf den vierzehnjährigen Colin aus der Zukunft, der dachte, er
wäre statt in der Gegenwart in einem Virtual Reality Spiel gelandet. Als
finstere Gestalten vor dem Buchladen "Blätterrauschen" auftauchen,
flüchten in Kinder in den Geräteschuppens des Kinderhofs und landen kurz
darauf in der Zukunft aus der Colin stammt. Unter anderem lernen sie
dort Colins kleine Stiefschwester Lucia kennen, bevor es für sie wieder
zurück in ihre eigene Zeit geht. Da man ihnen die Erinnerungen an die
Zeitreise nimmt, können sie sich an die Begebenheiten im Jahre 2273
nicht mehr erinnern, aber irgendwelche Dinge sind nicht mehr so wie sie
waren... warum trägt Iris plötzlich eine Zahnspange, warum hat Olivers
Bruder Thilo keine Akne mehr? Durch die Zeitreise zurück in die Zeit
müssen sich einige Begebenheiten verschoben haben. Durch einen Schlag
auf den Kopf kommt den Kindern nach und nach ihre Erinnerungen zurück.
Zum Glück! Denn ein dummer Jungenstreich löst eine zweite Zeitreise für
Rose, Iris und Oliver aus, diesesmal jedoch nicht ins 23. Jahrhundert,
sondern zurück in der Zeit, in das Berlin des neunzehnten Jahrhunderts,
wo sich gerade der berühmte Schriftsteller Mark Twain aufhält...

Im Gegensatz zu den überdrehten Erwachsenen aus dem 23. Jahrhundert, die
mir manchmal sehr auf den Keks gingen, entwickelt sich Mark Twain im
zweiten Band der "Generation Dark Winter" zu meiner liebsten Nebenfigur.
Er ist ein aufgeschlossener und sehr humorvoller Mensch. Neben Rosa,
Iris und Oliver treffen wir auf weitere Bekannte: die kleine Lucia aus
"Blätterrauschen" begleitet nun unsere drei Zeitreisenden, das Unglück
angezettelt hat Junior-Junior, der Sohn des Doktor-Doktor, mit dem
unaussprechlichem Namen. Wie man sieht, macht es Spaß alte Bekannte
wiederzulesen, es ist dennoch keine Vorraussetzung "Blätterrauschen" zu
kennen, um an "Federflüstern" seinen Spaß zu haben und es gänzlich zu
verstehen. Im Gegensatz zu Mark Twain ist der Charakter von
Junior-Junior durch seinen Vater und sein Benehmen zunächst negativ
behaftet, aber hier hält Frau Rahlens noch Überraschungen für den Leser
bereit.



Für mich persönlich war die Fortsetzung eine Steigerung zum
Vorgängerband, da der Fokus noch etwas mehr auf den Figuren lag statt
auf den Zeitreiseelementen, die jedoch wieder logisch in die Handlung
eingebaut waren. Aber da mein absoluter Lieblingsprotagonist Mark Twain
ist, punktet "Federflüstern" bei mir einfach mehr als "Blätterrauschen" -
ich werde ihn vermissen in einem potentiellen dritten Band der laut
Autorin in Planung ist!



Mit dem Ende hat Frau Rahlens sich selbst übertroffen - es ist einfach
sooo schön geworden! Bitte, bitte erzählen sie mehr von unserem
Zeitreisentrio! Eine Sache muss ich noch erwähnen: Frau Rahlens schafft
es kaum wie ein zweiter Autor Bücher zu schreiben, die Erwachsene und
Jugendliche gleichermaßen begeistern, ihre Romane sind tatsächlich
All-Age und zwar vom Feinsten!



Reihen-Info:

Blätterrauschen

Federflüstern

Teil 3 noch ohne Titel und Erscheinungsdatum

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hermes, glückskekse, glückskeks, komödie, humo

Der ganz und gar seltsame Glueckskeks, das Taxi und die Nazi-Oma

Christoph Stark
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.07.2016
ISBN 9781535288798
Genre: Humor

Rezension:

Auf das Buch des mir völlig unbekannten Autoren wurde ich aufmerksam auf Grund des abgedrehten Titels "Der ganz und gar seltsame Glückskeks, das Taxi- und die Nazi-Oma.
Taxifahrer Walter schließt normalerweise nie das Essen beim Asiaten mit einem Glückskeks ab nur heute war ihm auf einmal so, als ober er unbedingt wissen wollte, welche Weisheit sich in den trockenen Gebäck verbirgt : "Du hast genug ausgeruht, tu was, Faulpelz", stand auf dem Zettel in überraschend fehlerfreiem Deutsch. Wäre der Keks bei seinem angedachten Adressat gelandet, wäre Walters Tag keine anderer wie jeder andere Gewesen, durch das Missgeschick setzt er sich jedoch selbst hinter das Steuer seines Taxis und es beginnt eine wahre Höllenfahrt.

Über den Wolken wird Hermes auf die Suche nach dem wahren Empfänger des Glückskekses geschickt. Während Walter Zeuge eines Banküberfalls wird und eine Nazi-Oma mit einem kostbaren jüdischen Erbstück durch die Stadt kutschieren muss. Weitere skurril belegte Nebenrollen sorgen für ein abgefahrenes Erzähltempo und des beinahe durchrauschen aller Lesersynapsen.

Spaß an verrückten Figuren und Erzählperspektiven ist ein absolutes Muss, um an dieser irren Taxifahrt Gefallen finden zu können. Gegen Ende blieben mir auf Grund des hohen Personalaufkommens einige Figuren zu blass, ansonsten konnte ich mich jedoch mit dem Humor des Autors identifizieren.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

brot, backbuch, brot backen, rezepte, backen

Brot backen in Perfektion

Lutz Geißler , Hubertus Schüler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531042
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits die ersten Seiten des Buches haben mich angesprochen:
In der doppelseitigen Inhaltsübersicht sind alle 69 enthaltenen Rezepte mit Namen, Seite und einer Miniaturansicht abgebildet, so dass man auf einen Blick erfassen kann, welche Vielfalt dieses Buch bietet. Neben klassischen Broten findet man darin auch allerlei Kleingebäck, Pizzateig, Brötchen und allerhand mehr.
Bevor es mit den Rezepten losgeht, geht der Autor ausführlich auf die Theorie rund ums Brotbacken ein. Welches Küchenzubehör man dafür braucht, worauf es bei den verwendeten Zutaten ankommt, welche Mehle es gibt und allerlei Wissenswertes rund um das liebste Grundnahrungsmittel der Deutschen mehr.

Vorwort Inhalt Was heißt hier "Einsteiger"? Das Prinzip Von Anfang bis Ende: Was brauche ich zum Brotbacken? Exkurs: Backen im Topf Gute Zutaten Exkurs: Mehle Voll verteigt - die Arbeitsschritte Dehnen und Aufziehen (Falten) Häufige Fragen Rezepte verändern --- Brot Französisches Weißbrot Ciabatta und Co. Brötchen Feingebäck  --- Rezepttabelle Index (Aufführung nach Alphabet und nach Rubriken) Zum Schluss/Danksagung/Impressum
Geißler ist sehr ausführlich mit seinen Ausführungen, die Rezepte sind haargenau erklärt, teilweise gibt es sogar Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Bildern, so dass das Buch wirklich schon für Einsteiger oder Anfänger in der Kunst des Brotbackens geeignet ist. Die Rezepte sind häufig durch Tipps ergänzt, Zeichnungen lockern das Layout auf, dass auch schon alleine durch die gelungenen Foodfotos überzeugt hätte.
Bisher getestete Backwaren - egal ob komplettes Neuland oder ausprobieren von Alternativen zu bisher verwendeten Rezepten (Pizzateig) - bislang hat uns das Ergebnis mehr als überzeugt von der Qualität der vorgestellten Rezepte. Allein der Pizzateig war der wohl bisher gelungenste, den wir jemals fabriziert haben.

Keine Angst vorm Brot backen: Lutz Geißler legt mit "Brot backen in Perfektion" ein umfassendes Werk in Theorie und Praxis vor, mit dem wirklich JEDER Brot backen erlernen beziehungsweise perfektionieren kann.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

rezepte, knoblauch, kochbuch, kochen, jenny linford

Knoblauch

Jenny Linford , Manuela Schomann
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 15.09.2016
ISBN 9783869137148
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als großer Liebhaber der kleinen gehaltvollen Knolle, fand ich ein Kochbuch, welches sich ausschließlich mit Knoblauchrezepten beschäftigt, natürlich äußerst reizvoll. Zudem habe ich mir gewünscht ein paar Grundlagenrezepte zur Haltbarkeitmachung der Knolle zu finden, wobei mir dieser Wunsch leider nur zum Teil erfüllt wurde:
Beim Exkurs über Zubereitung und Lagerung hätten Rezepte vom geräucherten und eingelegten Knoblauch sehr gut in das Konzept des Buches gepasst, doch diese fehlen leider, dafür findet man immerhin die Zubereitungsweise von geröstetem Knoblauch, sowie das Rezept für Knoblauchöl und die Information, wie man Knoblauch am besten einfriert.

Inhalt:
Vorwort
Exkurs: Die Formenvielfalt des Knoblauchs
Milder Knoblauch
Exkurs: Zubereitung und Lagerung
Die Sonnenseite des Knoblauch
Exkurs: Knoblauch - gut für die Gesundheit
Soul-Food
Exkurs: Der Knoblauch im Volksglauben
Feuriger Knoblauch
Exkurs: Zu Besuch bei den Knoblauchbauern
Wilder Knoblauch: Bärlauch
Exkurs: Knoblauchanbau
Knoblauch zum Fest
Exkurs: Knoblauchfestivals
Register
Dank

Für mich als "Allesesser" bietet das Kochbuch einen sehr guten Rundumschlag von Suppen, über Dips, bis hin zu Fleisch-, Geflügel und Fischgerichten. Die vegetarischen Gerichte machen in etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Rezeptvorschläge aus, wobei darunter auch die Beilagen wie Dips fallen. Die Hauptgerichte beinhalten fast alle Fisch oder Fleisch.
Einige Rezepte sind reine Grundlagenrezepte, easy peasy in der Zubereitung - für versierte Köche wahrscheinlich überflüssig, dass sie aufgeführt werden, dafür umso interessanter für Küchenneulinge: zum Beispiel Hummus, gebackene Knoblauchkartoffeln oder Fettunta (geröstetes Bauernbrot).
Da die Rezeptrubriken nicht nach Vorspeisen, Hauptspeisen, oder vegetarisch, Fleisch, Geflügel unterteilt, sondern nach den verwendeten Knoblauchsorten aufgeführt sind, empfiehlt sich eine Rezeptsuche über das Register.
Die Rezepte sind alle sehr ausführlich mit Zutaten, Zubereitungsfolge und Personenanzahl aufgeführt und beinhalten fast alle ein Foodfoto mit den servierfertigen Essen. Das Buch beinhaltet sowohl Rezepte, für die man nur wenige Zutaten braucht, als auch aufwendigere, für die unter anderem frische Kräuter und mehrere Gewürze benötigt werden.
Für mich die perfekte Mischung zwischen einfach und aufwendig, Beilagen und Hauptgerichten, vegetarischen und fleisch- beziehungsweise fischhaltigen Speisen.

"Knoblauch" war für mich eine lohnenswerte Anschaffung, da ich hier viel Wissenswertes rund um die Knolle dazugelernt habe, auch wenn ich leider ein paar Grundzubereitungsarten vermisst habe. Insgesamt sprechen mich jedoch nahezu alle vorgestellten Rezepte in diesem Buch an, auch die Präsentation und die Gesamtgestaltung sind äußerst gelungen.

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153 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, familie, noah

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Noah ist der vierjährige Sohn der alleinerziehenden Janie, das Ergebnis einer Urlaubsliebelei in Trinidad. Der Leser wird im ersten Kapitel des Buches Zeuge dieser Episode, bevor es im zweiten Kapitel vier Jahre später im Leben von Noah und Janie weitergeht. Janies Sohn leidet unter Albträumen, in diesen jammert er immer wieder, dass er zu seiner Mama will. Aber genau dort ist er doch, oder etwa nicht? Die verzweifelte Janie sucht nach vielen ergebnislosen Besuchen bei Psychologen den Psychologieprofessor Anderson auf, der das Thema Wiedergeburt erforscht und Noahs Fall gerne übernehmen möchte, nicht zuletzt jedoch aus dem eigennützigen Grund, dass er den Fall für die Publikation seines Fachbuches benötigt, zu dessen Fertigstellung ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, da er an einer Form der Demenz erkrankt ist.

"Noah will nach Hause" erzählt einerseits die Geschichte von Janie und ihrem Sohn Noah, der in einem vorherigen Leben Tommy war, nach dessen Familie sie gemeinsam mit dem Psychologieprofessor Anderson suchen, anderseits die Geschichte von Professor Anderson, der sich in der Gegenwart mit seiner Erkrankung auseinandersetzen muss, in Rückblenden erfährt der Leser Details über verschiedene Fälle, die er in der Vergangenheit erforscht hat.
Das Buch ist vor allen Dingen für Leser interessant, die sich für das Thema Wiedergeburt interessieren, Leser, die vorherrschend den spannenden Aspekt dieser Geschichte interessant finden, sehen sich durch die Rückblenden aus Professor Andersons Fällen eher in ihrem Lesefluss gestört.
Ich fand die Auseinandersetzung mit Wiedergeburten sehr interessant, aber in Summe war es mir mit den Rückblenden manchmal zu viel. Die gegenwärtige Geschichte von Janie und Noah liest sich insgesamt viel spannender und hätte nicht zwingend den Bezug zu den anderen Fällen gebraucht.
Der Plot ist spannend, nicht zuletzt wegen dem Irrweg, den Janie und der Professor zu Beginn einschlagen, aber auch wenn feststeht, um wen es sich bei der "alten" Familie von Noah handelt, bleibt die Handlung spannend, denn die Erzählstränge entwickeln sich parallel zueinander und lange Zeit steht nicht fest, wie Tommy damals den Tod fand, um später als Noah wiedergeboren zu werden.

"Noah will nach Hause" weckt bei Lesern mit großem Interesse an Wiedergeburten sicher einen noch größeren Sog als bei anderen Lesern, aber auch Lesern mit weniger Interesse an diesem Thema kann ich dieses Buch auf Grund der spannenden Erzählweise ans Herz legen.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

kinderbuch, thilo, könig, zwergenkönig, buch zum film

König Laurin

THiLO
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.08.2016
ISBN 9783473369577
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Theodors Vater ist von ihm enttäuscht, weil er für seine sechzehn Jahre viel zu klein für sein Alter ist. Laut König Dietrich kann so aus ihm niemals ein richtiger Ritter werden. Schnell merkt man jedoch, dass Theodor zwar nicht viel an Körpergröße mit sich bringt, dafür aber Köpfchen hat, als er mit einer gewitzten Idee einen mageren Esel vor dem sicheren Tod rettet.
Eines Tages blamiert er sich dank seines hinterhältigen Vetters Wittich auf äußerst peinliche Art vor dem ganzen Volk. Auf der Flucht vor der Blamage stürzt er in den Bergen von einem Fels und wird dort von dem legendären Zwergenkönig Laurin gerettet. Früher hatten die Menschen und die Zwergen ein enges und freundschaftliches Bündnis geführt, zudem waren die Zwerge dafür verantwortlich, dass in König Dietrichs Reich alle Pflanzen und Blumen gut wuchsen und gediehen. Doch als Theodor acht Jahre alt war, starb seine Mutter an einem mit Tollkirschen vergifteten Kirschwein und König Dietrich gab den Zwergen die Schuld daran und verdammte sie aus seinem Reich. Seitdem starben die Pflanzen in seinem Reich und die Zwerge waren ein von den Menschen verhasstes Volk.
Zunächst lässt Zwergenkönig Laurin Theodor für die Ungerechtigkeit seines Vaters büßen, doch schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, die Theodor jedoch durch eine dumme Tat aufs Spiel setzt...

Einige Textpassagen waren mir für den mittelalterlichen Inhalt sprachlich zu modern gehalten, allerdings spricht der Stoff in dieser Ausführung wohl eher das jugendliche Publikum an, als wenn eine veraltete Sprache Verwendung gefunden hätte. Als "Buch zum Film" hält sich die Geschichte natürlich eng an die Drehbuchvorlage, und durch die Filmfotos in der Mitte des Buches entwickelt sich keine eigene Vorstellung der Figuren und Schauplätzen der Geschichte in der Fantasie, wie man es bei anderen Büchern ausleben kann.

Bis auf die stilistischen Kritikpunkte ist "König Laurin" jedoch eine überzeugende Geschichte über den Wert von Freundschaft und darüber, dass wahre Größe nicht mit dem Maßband gemessen werden kann. Bis dies den Helden der Geschichte klar wird, ist es jedoch ein weiter Weg mit einigen spannenden Wendungen, "großen" Helden, hinterhältigen Fieslingen und witzigen Anspielungen auf Dinge aus unserer heutigen Zeit, die angeblich in der Geschichte um König Laurin und Theodor erfunden wurden.

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299 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

essstörung, magersucht, therapie, bulimie, tod

Alles so leicht

Meg Haston , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522202152
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Alles so leicht" ist ein sehr eindringlich erzähltes Buch über Menschen mit Essstörungen, das zum Teil auf eigenen Erfahrungen der Autorin beruht, da sie sich schon selbst wegen einer Essstörung in Therapie begeben hat.
Stevie will aus ihrem Körper, aus dem Leben verschwinden. Pünktlich zum Todestag ihres Bruders hat sie sich dieses Ziel gesetzt. Fast zu spät öffnen sich ihrem Vater die Augen gegenüber ihrem Problem, aber gerade noch rechtzeitig, um sie in ein Therapiezentrum einweisen zu lassen. Hier arbeiten alle daran Stevie zu hindern ihr Ziel zu erreichen. Vom ersten bis zum achtundzwanzigsten Tag zählen die Kapitel bis zum Todestag von Stevies Bruder. Wer wird wohl Erfolg haben, Stevie, oder alle anderen, die sie von ihrem Ziel abbringen wollen?

Meg Haston gelingt es das Thema Essstörungen auch für Personen greifbar zu machen, die noch nicht selbst oder ihr Umfeld mit diesem Problem konfrontiert waren. Die Ich-Perspektive durch Stevie zeigt sehr eindringlich das Gefühlsleben einer betroffenen Person auf, so dass man sich gut in die Erkrankung hineinversetzen kann.
Negativ sind mir allerdings die Gründe für den Tod von Stevies Bruder und den Konflikt zwischen den beiden aufgefallen. Die Person, die dies mitverursacht hat, war mir die ganze Geschichte über unsympathisch und nicht wirklich zu greifen, so dass ich mich schlecht in diese Passagen hineindenken konnten. Des weiteren fand ich es typisch amerikanisch und wenig sinnvoll im Rahmen einer Therapie gegen Essstörungen, warum man Erkrankten richtiges und bewusstes Essen durch das "Zubereiten" von Fast Food und Fertigbackwaren beibringen will. Dieser Punkt war doch sehr paradox.
Andere Aspekte wiederum kommen sehr gut zum Tragen, worin die Distanz Stevies zu ihrer Mutter begründet ist und was der Auslöser für ihre Bulimie war.

Trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich "Alles so leicht" als ein sehr eindringlich geschildertes und berührendes Buch über das Thema Essstörungen, welches Personen, die in ihrem Umfeld mit diesen Erkrankungen konfrontiert sind, vielleicht helfen kann die betroffenen Personen besser zu verstehen und ihnen möglicherweise Wege zurück ins Leben zu weisen.

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

yeti, kinderbuch, stofftier, freundschaft, abenteuer

Bitte nicht öffnen: Bissig!

Charlotte Habersack , Fréderic Bertrand
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551652119
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nemo wohnt mehr oder weniger am Arsch der Welt - in dem Städtchen Boring, in dem nie etwas passiert. Das ändert sich jedoch mit dem Erhalt eines sehr seltsamen Paketes, das an "niemand" (Nemo bedeutet Niemand), wo der Pfeffer wächst (Nemo wohnt in der Pfeffergasse) am Arsch der Welt (Boring könnte man kaum besser umschreiben) adressiert ist. Leider steht eine Warnung darauf, dass man es nicht öffnen soll. Doch sobald Nemos Eltern weg sind und sein Freund ihm zuredet UND sich das Paket bewegt, als ob der Inhalt lebendig ist, öffnet er es dennoch und danach passieren seltsame Dinge...
Ein Plüschyeti befindet sich im Paket, der jedoch urplötzlich zum Leben erwacht, ständig an Größe zunimmt und ein Wetterchaos in Boring hervorruft, mitten im Sommer fängt es an zu schneien! Das ganze Leben in Boring ist lahmgelegt. Da Nemo und sein Freund Frederik den Yeti nicht zuhause lassen können, nehmen sie ihn notgedrungen in einer Kühlbox mit zur Schule, dort können sie ihn vor fast allen verbergen, nur Nemos heimliche Liebe Oda bekommt ihn zu sehen, und so ist es nun ein Dreierbund aus Kindern, der versucht das Geheimnis um das lebendig gewordene Plüschtier zu lüften, Boring aus dem Chaos zu retten und den Yeti zurück zu seinem rechtmäßigen Besitzer zu bringen.

Die Geschichte beginnt bereits sehr spannend, als ein Unbekannter im Prolog den Plüschyeti einem kleinen Jungen klaut und ihn anschließend an die ominöse Adresse versendet. Dieser Kreis schließt sich, da man am Ende von Band 1 "Bissig!" erfährt, dass in der Fortsetzung "Schleimig!" einem Jungen ein Schleimi gestohlen wird, der wiederum an die bekannte Adresse versendet wird und wie der Plüschyeti bei Nemo landet. Außer dem immer noch unbekannten Dieb, spielt auch wieder der gleiche Spielzeugladen eine Rolle, in dem bereits der Plüschyeti gekauft wurde. Der Auftakt der "Bitte nicht öffnen"-Reihe bietet neben Spannung und rätselhaften Entwicklungen vor allen Dingen einen großen Lesespaß! Die Wortspielereien wie "Nemo = Niemand" und dem Rest der Adresse setzt sich in vielen Namen von Personen und Orten in der Geschichte weiter fort. Icy-Ice Monsta ist einfach liebenswert und der Rest der Protagonisten eine kunterbunte Sammlung aus netten, verrückten und auch mysteriösen Charakteren. Außer, dass der Plüschyeti wieder an seinen Besitzer zurückvermittelt werden kann und die Ausnahmesituation zumindest vorerst ihr Ende findet, bleiben die weiteren Rätsel der Reihe offen und versprochen auch im zweiten Band einen großen Rätselspaß und jede Menge Spannung!

Cover und Illustrationen sind sehr ansprechend gestaltet für die angesprochene Zielgruppe, aber auch als Erwachsener hat mich die Gestaltung angesprochen. Das Hardcover ist ein besonders fester Einband, es ist von allen Seiten perfekt einem Paket nachempfunden, das Klebeband wird dank Spottlacktechnik sehr real. Durch ein Loch im Paketdeckel kann man den Inhalt bereits erahnen, den man auf der Vorsatzseite dann komplett zu Gesicht bekommt: den Plüschyeti Icy-Ice Monsta. Der Text lässt sich leicht und schnell lesen und ist so spannend und skurril, dass sicher auch Lesemuffel davon gefesselt sein werden. Der Ausblick auf den zweiten Band weckt definitiv die Lust darauf, diese Reihe weiter zu verfolgen.

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179 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tammie hat ein für 16jährige sehr ungewöhnliches Hobby: sie sammelt Sprüche von Grabsteinen. Wenn man jedoch weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Gehirn hat, versteht man, warum sie in ihrem jungen Alter nicht nur auf Pistazieneis steht.

"Ich weiß, was ein Aneurysma ist. Und ich weiß, dass man sehr schnell davon sterben kann. Ich weiß nur nicht, was das Platzen des Aneurysmas auslöst."
"Niesen, Sport, Drücken auf dem Klo und Orgasmen."
"All die schönen Dinge also." (S.127)

Bücher über sterbenskranke Kinder und Jugendliche sind nicht neu, "All die schönen Dinge" war aber unter der ganzen Masse an Büchern über schwere und tödliche Krankheiten tatsächlich das erste, welches ein Aneurysma zum Thema hatte. Darüber trifft man als Leser auf Tammie nachdem sie bereits seit Jahren mit der Diagnose Aneurysma lebt und so ziemlich abgeklärt und stark durchs Leben geht trotz ihrer Erkrankung. Erschüttert wird man eventuell zunächst durch ihr ungewöhnliches Hobby auf der Suche nach einem Spruch für das eigene Grab und ihrem Drang sich von Dingen zu trennen, um möglichst ballastfrei durch die letzten Tage, Wochen, Monate oder Jahre ihres Lebens zu gehen. Beides entwickelt sich jedoch in eine Richtung, die das Buch humorvoll und leicht wirken lassen. Über ihr Hobby lernt sie Fynn kennen, der neben ihrer besten Freundin Pat schon bald nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken ist und ihr Drang sich von Sachen zu trennen steckt nach und nach die ganze Familie an und zeigt, wie befreiend es ist materiellen Ballast von sich zu stoßen.
Die Freundschaft mit Fynn entwickelt sich schon bald zu Liebe und damit der Frage, wie gefährlich es ist mit einem Aneurysma Sex zu haben. Ruth Olshan behandelt Themen wie Krankheiten, Tod und Sex sehr unbefangen und humorvoll in ihrem Buch, dass ich trotz der schwierigen oder heiklen Themen bei der Lektüre weit mehr am Schmunzeln war als das mich der Inhalt traurig gemacht hätte. Neben den starken und sympathischen Hauptfiguren hauchen auch die Nebencharaktere der Geschichte eine besondere Note und Originalität ein: egal, ob es sich dabei um Fynns Hund Okay, seine nervige Tante, zu deren Hochzeit sie eingeladen sind, oder um drei Frauen Namens Blumentopf handelt, auf die sie auf Grund eines ganz speziellen Grabspruchs aufmerksam werden.

Der Beginn des Buches hat mich etwas gefordert, da ein Großteil der Protagonisten innerhalb kürzester Zeit eingeführt werden - ich kann an der Stelle nur empfehlen notfalls die ersten 2 bis 3 Kapitel ein zweites Mal zu lesen, um mit den Figuren bekannter zu werden und sich danach besser auf die skurrilen Ereignisse und den besonderen Humor der Geschichte einlassen zu können, denn nicht alle sind auf Anhieb zu einnehmend wie Fynn, aber auf jeden Fall alle lohnenswert sie kennenzulernen.

"All die schönen Dinge" ist ein ganz besonderes Buch, das ernste Themen auf ungewöhnliche Art und Weise behandelt mit einer speziellen Art von Humor und starken Charakteren, so dass es den Leser trotz einiger trauriger Passagen sehr glücklich zurücklässt!

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186 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

nina blazon, hexen, hexenverfolgung, feuerrot, historischer roman

Feuerrot

Nina Blazon
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 16.02.2016
ISBN 9783473401338
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Feuerrot" spielt gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg zur Zeit der Hexenverfolgung.
Die junge Madda ist Magd im Hause des vermögenden Kaufmanns Humpe, der Besuch eines italienischen Verwandten erhält. Dieser versucht anfangs Magdalena zu verführen, bevor er seine Künste auf die Enkeltochter des Hauses ausdehnt. Unwetter, unheilbar kranke Kinder, eine Frühgeburt... viele Tragödien passieren zu diesen Zeiten und es genügt ein verleumdenter Satz, um eine Frau unter den Verdacht zu stellen, dass sie eine Hexe sei. Da sich in Ravensburg zu jener Zeit auch Heinrich Kramer, Inquisitor und Autor des Hexenhammers aufhält, verwundert es den Leser kaum,  das auch Madda nach der Zurückweisung des jungen Lucio und dem Tod ihrer jüngsten unheilbar kranken Schwester dieses Urteil erhält. So erfährt man nach und nach an ihrem Schicksal und dem einiger anderer Ravensburger Frauen, wie grausam die damaligen Foltermethoden waren und die Chancen auf Rechtssprechung ausnehmend gering.
Für mich war "Feuerrot" nicht der erste historische Roman aus Nina Blazons Feder, bereits in den vergangenen Jahren habe ich zu einigen ihrer historischen Stoffe gegriffen und durfte mich wieder einmal an einem hervorragend recherchierten Stoff erfreuen, der fiktive Charaktere und Handlungsstränge mit historisch belegten Personen und Fakten gekonnt verknüpft. "Feuerrot" ist mit seiner Komplexität, den sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und dem spannenden Handlungsverlauf nicht nur für jugendliche, sondern absolut auch für erwachsene Liebhaber von historischen Romanen empfehlenswert.
Eins von Nina Blazons Hauptaugenmerken liegt in jedem Fall in den Charakteren, darüber kommt der historische Hintergrund, die Stadt Ravensburg und das Thema der Hexenverfolgung aber keinesfalls zu kurz - nicht umsonst umfasst die eigentliche Geschichte fast 500 Seiten, ergänzt durch ein Nachwort und ein Glossar, welche auf die belegten historischen Hintergründe und die wichtigsten zeitgeschichtlichen Begriffe aus der Zeit des 15. Jahrhunderts eingehen.

Egal ob fantastische oder historische Stoffe: für mich ist Nina Blazon ein Garant für spannende und sprachlich ausgefeilte Geschichten, die dank der einnehmenden Charaktere und sehr gut recherchierten Hintergründe auch einen anspruchsvollen Lesegenuss für ältere Leser darstellen.

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842 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 207 Rezensionen

orient, liebe, 1001 nacht, märchen, jugendbuch

Zorn und Morgenröte

Renée Ahdieh , Dietmar Schmidt
Fester Einband: 390 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.02.2016
ISBN 9783846600207
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Zorn und Morgenröte" ist der erste Band einer Reihe, in der Renée Ahdieh die Geschichte von 1001 Nacht adaptiert.
Der junge Herrscher Chalid nimmt jeden Tag ein anderes Mädchen zur Frau und lässt sie am nächsten Tag hinrichten. So hat Sharzad ihre beste Freundin Shiva verloren. Um die Tat zu sühnen meldet sich Sharzad freiwillig als Braut mit dem Ziel der Hinrichtung zu entgehen und ihrerseits Chalid zu töten. Jede Nacht kurz vor der Morgenröte beginnt sie eine Geschichte zu erzählen und tatsächlich gewinnt sie so einen um den anderen Tag Aufschub von ihrer Hinrichtung, bis sie Chalid besser kennenlernt und anfängt hinter die Fassade zu blicken: Chalid ist gar nicht der tyrannische Herrscher, für den ihn alle halten, sondern jemand mit einem traurigen und brutalen Geheimnis...

Im Prolog wird leider direkt eine Sache angedeutet, die auf das Ende des Buches anspielt, welches ansonsten weit mehr überraschen kann. Man sollte sich also gut überlegen, ob man die Geschichte lieber mit dem ersten Kapitel beginnt und sich den Prolog für nach der Auflösung am Ende des Buches aufhebt. Ansonsten konnte mich die Autorin vor allem mit dem zauberhaften Auftakt à la 1001 Nacht gefangen nehmen, wenn Sharzad beginnt dem Kalifen ihre Geschichten zu erzählen, danach leider erst wieder gegen Ende, wenn das Geheimnis um Chalid aufgelöst wird.
Dazwischen plätscherte die Handlung für mich leider nur dahin, soweit man von einer wirklichen Handlung sprechen will. Vielmehr verliert sich Renée Ahdieh zu sehr in der Beschreibung ihrer Welt und den Figuren, wirklich innovative Ideen fehlen und der durchaus vorhandene Zauber reicht einfach nicht an das Original heran, die Figuren brennen sich kaum in das Gedächtnis des Lesers ein.
So lautet mein Resümee für die Geschichte leider: bis auf Anfang und Ende konnte mich die Geschichte kaum fesseln und auf Grund des unnötig in die Länge gezogenen Mittelteils werde ich definitiv nicht zu einer Fortsetzung der Geschichte greifen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kleine Katzenkunde

Sébastien Perez , Benjamin Lacombe
Fester Einband
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 29.02.2016
ISBN 9783941087019
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ganz im Gegensatz zu seiner eigentlichen Hundeliebe, widmet sich Benjamin Lacombe in seinem neusten Werk gemeinsam mit Sébastien Perez einem weiteren beliebten und weit verbreitetem Haustier: der Katze. Ich will den beiden nicht ankreiden, dass sie aus ihrer Hundeliebe heraus teils boshafte und hinterhältige Exemplare in der "Katzenkunde" aufführen, Katzen sind nun einmal dickköpfig, eigen, und leider auch von Zeit zu Zeit boshaft und hinterhältig, oder einfach gesagt: nicht oder nur schlecht zu erziehen.

15 Kapitel beinhaltet die "Kleine Katzenkunde", eine Vorstellung des/der Protagonisten im Porträt, einen kurzen Text und eine vollformatige Zeichnung samt auf den Charakter zugeschnittene Geschichte. Abgerundet wird das liebevoll ausgestattete Buch durch ein Glossar, in dem alle auftretenden Katzen mit ihrer Rasse und ihren optischen und charakterlichen Eigenschaften aufgeführt sind.

Das Thema zieht sich sozusagen vom "Näschen bis zum Schwanz": die Porträts auf vorderer und hinterer Deckelseite sind plastisch hervorgehoben, auf den Vorsatzseiten befinden sich flächendeckend Kätzchenpfoten, doch Katzen hin oder her, natürlich dürfen auch die beiden Möpse von Benjamin Lacombe nicht auf der Titelillustration fehlen.

Lacombe und Perez haben haben hier ein wundervoll ausgestattetes Werk in warmen und gemütlichen Farben erschaffen, die den unterschiedlichen Katzenrassen gerecht wird und welches sicherlich nicht nur Liebhaber unter diesen unberechenbaren, aber wundersamen Tieren finden wird.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

bilderbuch, bär, sprache, kinderbuch, philosophie

Der Bär und das Wörterglitzern

Agnès de Lestrade , ,
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 01.07.2015
ISBN 9783958540262
Genre: Kinderbuch

Rezension:

de Lestrade und Docampo haben wieder einmal ein wundervolles Gesamtkunstwerk aus Farben, Formen, Interpretationsmöglichkeiten und einer unglaublichen Leichtigkeit erschaffen. Leider fehlt mir im persönlichen Vergleich zu den Werken "Die große Wörterfabrik" und "Im Garten der Pusteblumen" eine tiefgründige Aussage, die kindgerecht voller Leichtigkeit an die jungen Leser vermittelt wird.
"Der Bär und das Wörterglitzern" steht in der Ausstattung den beiden anderen Büchern in nichts nach, aber von der Aussage möchte ich das Buch eher als Liebhaberbuch für Erwachsene einordnen denn als ein Bilderbuch, welches man kleinen Lesern näher bringen kann. Die Symbiosen, die manche Wörter bilden, der spezielle Zauber, die Wörter manchmal erst in Gruppen eingehen, werden oftmals erst Kindern klar, die bereits selbst lesen lernen oder schon einen größeren Wortschatz besitzen. Dreijährige werden sich an den farbenfrohen Bildern nicht satt sehen können, den eigentlichen Sinn des Buches wird ihnen aber noch längere Zeit verschlossen bleiben.
Das Buch ist wunderbar verspielt in der Ausstattung, die Bilder werden oftmals nicht in Blätterrichtung angesehen, sondern auf den Kopf gedreht, dies führt dazu, dass man sich ausdauernd mit dem Inhalt des Buches beschäftigt und die Bilder genau erkundet.
Aber vielleicht liegt genau darin der Zauber des Wörterglitzerns: in den ersten Jahren die wundervolle Magie der Aufmachung ergründen und sich den Sinn dahinter nach und nach in den kommenden Jahren erschließen.

Ein ebook-Code ist außerdem inkludiert, wer das Lesen auf einem E-reader bevorzugt.

Für Liebhaber der zauberhaften Motive von Valeria Docampo sind ihre Motive inzwischen als Postkarten erhältlich.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Kriminaloberkommissar Kasimir – Ein brillanter Geist in der unwürdigen Hülle eines Nagetiers

Brigitte Endres , Vera Schmidt
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 18.01.2016
ISBN 9783522184212
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Ich bin Valentine, Tochter eines Bestatters, und seit der brillante Geist von Kriminaloberkommissar Kilian Kasimir in die verstorbene Hülle meines Meerschweinchens Bully gefahren ist, weiß ich: längst nicht alle unsere toten Kunden sind auf eine natürliche Weise gestorben."

Das Trio Valentine, Kriminalnager Kilian Kasimir und Polizeihund außer Dienst Marlowe stoßen schneller auf ihr nächstes Mordopfer als es ihnen lieb ist. Valentines Eltern ahnen nichts von den unkonventionellen Ermittlungsmethoden ihrer Tochter, aber Bruder Felix muss öfter mit Rat und Tat zur Seite stehen, damit Valentine mit der Aufklärung des Falls vorankommt.
Ein in Mordfragen ermittelnder Teenager fällt auf, so muss Valentine immer wieder ihr Mundwerk und ihren Einfallsreichtum bemühen, um aus prekären Lagen unbeschadet herauszukommen. Ein Kriminaloberkommissar hat es im Körper eines Meerschweinchens alles andere als einfach seiner Arbeit nachzukommen, aber auch für Valentine wird es schwierig, so zu tun als hätte sie keine Ahnung, woher Krallenspuren in einem neuen Sarg kommen, gegen ihre Müdigkeit dringend einen Espresso zu benötigen und mit ihrem Gewissen auszumachen, ob es mit ihrer Ermittlungsarbeit zu vereinbaren ist, wenn sie an einem Tatort auf Zuspruch des nikotinsüchtigen Kilian Kasimir eine Packung Tabak mitgehen lässt.
Die ungleiche Freundschaft zwischen Mädchen, Meerschweinchen und Hund wächst immer mehr - und das wächst ans Leserherz - und das Lachen ist nicht mehr ganz so verzweifelt, wenn Valentine ihrem Kriminaloberkommissar zu Espresso und Zigaretten verhelfen muss. Mittlerweile fällt es dem Leser wesentlich einfacher das Meerschweinchen als Kostümierung zu sehen - Kommissar bleibt Kommissar! Und Freunde sind Freunde, egal wie ungleich sie sein mögen. Valentines und auch mein Gefühl als Leser gegenüber Kilian Kasimir verwandelt sich immer mehr von Mitleid zu einer – wenn auch seltsamen – Form von Freundschaft oder zumindest Verständnis. Brigitte Endres vermittelt an Hand des ungleichen Ermittlerduos wie wichtig es in Beziehungen ist, um Hilfe bitten zu können und das Freunde auch in den schwersten Situationen für einen da sind. Dieses Motiv wird auch an Beispiel des hier vorliegenden Mordfalls ausgeleuchtet, allerdings mit völlig anderem Ausgang…
Im Laufe der Handlung kommt es zu einem zweiten Mordfall, der mit dem ersten in Verbindung zu stehen scheint, diese beiden stehen kaum zurück hinter dem verzwickten Fall aus dem Vorgängerband, ich zumindest habe wieder sehr gerne mitgerätselt und überraschende Züge und Motive bei den involvierten Protagonisten entdeckt.
Da die Kriminalfälle aus erstem und zweiten Band rund um Valentine und Kilian Kasimir völlig unabhängig voneinander sind, kann man die zweite Geschichte ohne Kenntnis der ersten genießen, allerdings verpasst man so das Zusammenfinden des schrägen Duos und die Entwicklung der einzelnen Charaktere, die in beiden Bänden eine Rolle innehaben.
Ich liebe diese verrückte Ermittlergruppe, die durch Marlowe und phasenweise auch Felix vervollständigt wird, die in einem Drahtseilakt junge und erwachsene Leser gleichermaßen erreichen kann - bitte, bitte, bitte mehr davon!

Reihen-Info:
Band 1: Der Tag, an dem mein Meerschweinchen Kriminaloberkommissar wurde
Band 2: Kriminaloberkommissar Kasimir - Ein brillanter Geist in der unwürdigen Hülle eines Nagetiers

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269 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

internat, tragödie, liebe, albino, freundschaft

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

Elizabeth LaBan , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„So wüst und schön sah ich noch keinen Tag“ ist der Debütroman der Autorin Elizabeth LaBan, dessen Originaltitel zwar wesentlich einfacher, aber aussagekräftiger ist, was den Inhalt des Buches angeht: „The tragedy paper“.
Die Geschichte beginnt damit, dass Duncan das Gelände der Irving School betritt, am ersten Tag seines Abschlussjahres, wo jedem Senior im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren ein Einzelzimmer zugewiesen wird. Ein Zimmer gibt es, das keiner haben will… das des Albinos Tim, mit dem Duncan vor den Ferien einen unschönen Zwischenfall gehabt haben muss, auf den jedoch noch nicht näher eingegangen wird, denn die Tragödie spielt darauf hin. Natürlich zieht Duncan das Unglückslos und landet in Tims altem Zimmer. Dort erwartet ihn eine ganz besondere Überraschung. Jeder alte Seniorschüler hinterlässt dem Erben seines Zimmers einen „Schatz“, das ging in den vergangenen Jahren von vergammelter Pizza bis hin zu einer Bulldogge. Zunächst scheint Duncans Schatz mehr als langweilig und einfallslos zu sein: ein Stapel CDs… doch auf den CDs verbirgt sich Tims Geschichte, die Duncan etwas ganz besonderes geben soll, die Geschichte zu dem tragischen Aufsatz, den die Abschlusschüler in ihrem letzten Jahr abliefern müssen. Die Kapitel sind im Wechsel aus Duncans Sicht und Tims Geschichte, die Duncan auf CD hört. Tim ist ein Albino und stand wohl immer sehr alleine in seinem Leben. Bis er sich in der Schule in ein Mädchen verliebt. Auf Grund mangelden Selbstbewusstseins gesteht er ihr jedoch nie ein...
Die Autorin schafft es hervorragend die Neugier auf den weiteren Lauf der Geschichte zu schüren, da man zu Beginn nur mit Andeutungen gefüttert wird. Ein wenig erinnert die Atmosphäre an den Roman „Eleanor und Park“, der im letzten Jahr ebenfalls bei Hanser erschienen ist. Wenn ich denke, wie sehr bereits die ersten beiden CDs von Tim beim Lesen berührten, glaubte ich, dass die Geschichte noch sehr viel gefühlvoller und trauriger im Laufe der Zeit wird. Zudem war ich gespannt, was den Leser als Auflösung erwartet, welche Beziehung Tim zu Duncan (und dem Rest der Schüler) hatte. Von seinem einleitenden Brief an Duncan und den CDs kommt Tim sehr sympathisch rüber, aber er scheint tatsächlich große Schwierigkeiten auf Grund seiner Erkrankung gehabt zu haben.
Im Format mit den beiden wechselnden Erzählern mischt sich so manches Mal des Schicksal von Tim und Duncan, ihr Werdegang auf der Irving ist ähnlich, ich blättere mal zurück, lese nach, bin wieder im Bilde. Der Druck auf eine für mich befriedigende Auflösung am Ende steigt, eigentlich eine Auflösung, zu der es zwangsläufig kommen musste, andererseits viel zu belanglos für einen Unbeteiligten, um die geschürte Neugier auch nur annähernd zu befriedigen.
Insgesamt handelt es sich hier aber um einen hervorragend ausgearbeiteten Highschoolroman, der nicht nur die Tragödie als Schulabschlussthema behandelt, sondern deren Protagonisten Tim und seine Abschlussklasse tatsächlich in eine Tragödie verwickelt werden, die sie an die nächste Generation weiterreichen können, in diesem Fall Duncan, der ihre gemeinsamen Erlebnisse nur noch zu Papier bringen muss.

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

südafrika, rezepte, kochen, krimi, mord

Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord

Sally Andrew , Andrea Fischer
Fester Einband
Erschienen bei Atrium Zürich, 25.01.2016
ISBN 9783855350032
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tannie Maria arbeitet in der Redaktion der Lokalzeitung von Klein-Karoo. Sie ist eine Kummerkastentante, die ihren Lesern Ratschläge gespickt mit Rezepten erteilt. Sie führt einen kleinen Haushalt mit Hühnern und Garten, seit dem Tod ihres gewalttätigen Mannes hat sie ihre Lebensfreude wiedergewonnen und lebt vor allem für das Kochen, sie erspürt, was ihren Lesern für Leib und Seele fehlt und tröstet sie mit Köstlichkeiten der afrikanischen Küche. So führt sie Liebespaare zusammen, schlichtet aber auch in bestehenden Ehen und Freundschaften Streit. Eines Tages bekommt sie Leserpost einer Frau, die in einer ähnlichen Ehe lebt, in der Tannie Maria früher gefangen war. Anonym schreibt ihr die Frau einige Briefe später, dass sie plant ihren Mann zu verlassen, nur wenig später wird sie tot aufgefunden. Tannie Maria fühlt sich mitschuldig an dem Geschehen und beginnt gemeinsam mit ihren Kolleginnen der Lokalzeitung eigenmächtig zu ermitteln, zu allem Ärger der ansässigen Polizei, die schon bald Tannie Maria und ihre Kolleginnen wegen den eigenmächtigen Ermittlungen in Gefahr sieht...

"Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord" ist ein Südafrika-Krimi mit viel Flair und gut ausgearbeiteten Charakteren. Allen voran die rüstige Witwe Tannie Maria, ihre Kollegin Jessie und der ermittelte Detective der Polizei von Klein-Karoo, Henk Kannemeyer. Manchmal nehmen die teilnehmenden Charaktere und ausschweifenden Beschreibungen von Land und Leuten jedoch Überhand, wodurch die eigentliche Kriminalgeschichte phasenweise an Spannung verliert, obwohl die Autorin nicht mit falschen Fährten und potentiellen Mördern geizt. Für die über 400 Seiten starke Story muss man schon einen langen Atem und Liebe für viel ausschmückendes Beiwerk mitbringen, um nicht das Interesse an der Auflösung des Falles zu verlieren. Neben der Ermittlung im Mordfall erzählt die Geschichte viel über die Beziehungsprobleme der einzelnen Figuren und Tannie Marias Liebe zum Kochen und guten Essen und zeigt mehr als einmal, das Liebe anscheinend tatsächlich durch den Magen geht. Die Landschaftsbeschreibungen und die regionalen Rezepte versetzen den Leser direkt an den Handlungsort, zusätzlich verwendet die Autorin in den Dialogen viele Wörter in Afrikaans, was zwar für zusätzlichen Flair sorgt, aber durchaus den Lesefluss stören kann, da leider ein erklärendes Glossar dafür fehlt. Dafür findet man im Anhang allerlei Rezepte zu den Köstlichkeiten, mit denen Tannie Maria in der Geschichte ihre Mitmenschen bekocht.

Wer Kriminalgeschichten mit viel Flair und zwischenmenschlichen Beziehungen mag, der ist mit dem Werk um Tannie Maria und dem Leben und Treiben in Klein-Karoo gut beraten, wen es nach mehr Spannung dürstet, sollte jedoch lieber die Finger von der ausgeschmückten Kleinstadtdetektivgeschichte lassen.

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168 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

digby, liebe, jugendbuch, entführung, krimi

Digby #01

Stephanie Tromly , Sylke Hachmeister , Carolin Liepins , Christiane Schultz
Fester Einband
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789148095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Digby #01 ist der rasante Auftakt einer Mischung aus Young Sherlock Holmes und Bridget Jones - wobei Digby beide Personen und noch ganz andere Facetten in sich vereint ;)

Psychisch labil, immer mit einem Arsenal Tabletten ausgestattet und auf der Suche nach potentiellen Mitstreitern kürt er sich Zoe als Ermittlerin aus, die neu auf seiner Schule landet und anscheinend einiger seiner Probleme teilt. Aber egal, ob man sich Digby mitteilen möchte oder nicht... einmal mitgehangen ist mitgefangen, und so findet so Zoe bald wieder zwischen Strafarbeiten, Polizeigewahrsam, einer mysteriösen Sekte und neuen - schrägen - Freunden. Der rote Faden der Geschichte ist Digbys vor Jahren entführte vierjährige Schwester und ein Teenager, der ebenfalls vor ein paar Jahren verschwunden ist. Das rasante Erzähltempo erreicht die Autorin durch die vielschichtigen Charaktere, deren familiären Problemen, wie die weiteren kleineren und größeren Vergehen, die Hand in Hand in den Erführungsfällen mitgehen.

Setting und Figurenausarbeitung haben mich begeistert, Geschwindigkeit und Verwirrung der Handlung hingegen wurden mir irgendwann zu viel... So schwanke ich hin und her in der Bewertung von erfrischenden interessanten Personen, die die Handlung tragen, und Handlungssträngen, die teilweise zu einer heillosen Überladung des Ganzen geführt haben. Wer die klassischen Ermittlungsmethoden des Sherlock Holmes in einem ganz neuen Gewand erkunden möchte, sollte zu Digby greifen, wer die Ermittlungen in Ruhe und altertümlicher Besinnlichkeit durchführen möchte, bleibt lieber dem klassischen Ermittler treu.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

queer, lesben, lesbisch, bds, lieb

bestenfalls alles

Tania Witte
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.09.2014
ISBN 9783896562241
Genre: Romane

Rezension:

Nach beziehungsweise liebe und leben nebenbei legt Tania Witte mit bestenfalls alles den dritten und letzten Band ihrer Berliner Stadtgeschichten vor. Eine Reihe mit mehreren weiblichen und männlichen Protagonisten in den besten Jahren ihres Lebens (wo die liegen, sei mal dahingestellt, oft sind die nämlich unabhängig vom Alter, sondern von den Lebensumständen), alles Kulturen, aller sexuellen Neigungen und oftmals jenseits von Gut und Böse. Die Geschichte beginnt als Tekgül Callagher ihr Leben von Grundauf umorganisiert: Modelleben und lange Haare adé, welcome Berliner Kunsthochschule! Dummerweise hat das Leben etwas anderes mit ihr vor, und als sie mit 30 Jahren erfährt, dass ihr südländisches Aussehen nur zufällig südländisch wirkt und sie tatsächlich nach einer biologischen deutschstämmigen Mutter gerät, gerät bei ihr die Welt aus den Fugen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nicoletta, deren Leben noch weit mehr als Tekgüls auf dem Kopf steht - insofern dies überhaupt möglich ist - gabeln sie den Hundesitterjob aka Rutherford bei einem befreundeten Frauenpaar auf und entschwinden mit diesem Richtung Bodensee und Schweiz, um die Geheimnisse um Tekgüls Adoption und Nicolettas verflossene Liebe zu ergründen. Hilfe bekommen sie dabei von der ehemaligen Putzfrau einer Bekannten, deren starke Seiten an ganz anderer Stelle als bei der Raumpflege zu finden sind.


So ein sprachlich gewitztes und hervorragend ausgearbeitetes Stück Unterhaltungsliteratur habe ich schon seit Langem nicht mehr gelesen. Bedauert habe ich zu Beginn nur, dass ich Tekgül und ihren verrücktschrägen/außergewöhnlichen Bekanntenkreis nicht schon mit Band 1 oder 2 der Stadtgeschichten kennengelernt habe, aber auch ohne Vorkenntnisse wachsen einen die skurrilen Gestalten schnell ans Herz und man verfolgt mit Spannung, Spaß und manchmal auch Schrecken ihre Wege.


"bestenfalls alles" ist wie ein Paradoxon: intelligente Unterhaltungsliteratur, die vorgibt seicht zu sein, andererseits kann ich mir dieses wohligfluffige durchs Buch sausen nicht erklären, dass mich nach der letzten Seite satt und zufrieden zurücklässt, bestenfalls mit dem Appetit die ersten beiden Stadtgeschichten doch noch nachzuholen, um keins der verrückten Dinge, die Tegkül und ihren Freunden beim leben nebenbei anscheinend ständig passieren, zu verpassen.


Reihen-Info:

beziehungsweise liebe

leben nebenbei

bestenfalls alles

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

michael ende, momo, jim knopf, eskapismusdebatte, biografie

Michael Ende

Birgit Dankert
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Lambert Schneider, 01.01.2016
ISBN 9783650401229
Genre: Biografien

Rezension:

Zeit seines Lebens gab es keine
Autobiographie von Michael Ende. Obwohl ich eine Handvoll seiner Werke
mehr als nur einmal gelesen habe, wie die bekanntesten "Die unendliche
Geschichte", "Momo", die beiden Bände von "Jim Knopf", weniger bekannte
wie "Der lange Weg nach Santa Cruz" und einige seiner Bilderbücher,
wusste ich gar nichts über sein Leben. Mit seinen Gedichten und
Theaterwerken konnte ich, soweit mir bekannt, leider nie viel anfangen.
Möglicherweise war das der ausschlaggebende Punkt, warum ich die
Episoden in der Biographie, in denen seine Kinder- und
Jugendbuchklassiker entstanden, am interessantesten fand.



Birgit Dankert unterteilt die Biographie in folgende Zeitabschnitte:



Vorwort



* Kindheit im Künstleratelier (1929-1940)

* Jugend und Krieg (1940-1949)

* Experimente im Frieden (1949-1558)

* Befreiung und Flucht (1957-1970)

* Glück in Italien (1970-1975)

* Welterfolg und Abschied (1975-1985)

* München und Japan (1985-1995)



Nachwort



Anhang

   Lebensdaten

   Chronologisches Werksverzeichnis


   Literaturpreise


   Literaturverzeichnis


   Personenregister


   Werks-, Orts- und Sachregister




Dank



Bildnachweis



Bereits auf der Inhaltsseite weisen Schlagworte den Weg, durch was
Michael Ende in der jeweiligen Lebensphase geprägt wurde, z..B. "München
und Japan: Neuanfänge, Schulden, Krankheit".



Bevor ich in die Biographie eingestiegen bin, habe ich sowohl ausgiebig
die Inhaltsangabe als auch den Anhang studiert. Allein aus Interesse, ob
alle Werke, die ich von Ende kenne, in der Biographie Erwähnung finden,
als auch, ob es noch weitere für mich lesenswerte Werke zu entdecken
gibt, die bislang an mir vorbeigegangen sind.



Dann startete ich mit leichten Anfangsschwierigkeiten in die
Lebensgeschichte von Michael Ende, da Frau Dankert diese sehr nüchtern
und sachlich abgehandelt hat. Der Text ist sehr fundiert,
wissenschaftlich und objektiv gehalten. Es ist nicht wie in einer
Autobiographie, wo man dem Autor näher kommt und manchesmal seine
Charakterzüge weit über seiner Arbeit stehen, vielmehr ist es oftmals
eine wissenschaftliche Abhandlung, eine Analyse wie der Autor zum
Schreiben generell und zum Schreiben seiner besonderen Werke kam. Zu 80%
habe ich das Buch mit sehr großem Interesse gelesen, nur wenn Michael
und seine Frau Ingeborg politisch aktiv werden wollten, bestand bei mir
kein großer ein Reiz zum Weiterlesen. Des Weiteren gab es Episoden, wo
ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Seine Frau Ingeborg Hoffmann hat
jahrelang hinter ihrem Mann gestanden und meiner Meinung nach konnte nur
dank ihr der Autor aus ihm werden, der er letztendlich wurde. Umso mehr
hat es mich enttäuscht, dass nach ihrer jahrelangen Lungenkrankheit,
die sie nie von der Unterstützung Endes abgehalten hat, ihr Tod kaum
mehr Platz als eine Erwähnung im Buch findet.

Am Lebendigsten hat sich Michael Ende zwischen den Seiten für mich
angefühlt, wenn man echte Zeitzeugendokumente lesen durfte, wie
Verhandlungen zwischen Autor und Verlag, oder dem Suchen des Verlags
nach einem Illustrator für eines von Endes Bilderbüchern.



Weitere Nähe zum "Menschen" Ende entsteht durch die Aufnahme einiger
schwarzweiß Fotographien in das Buch, abseits des im Alter
vorangeschrittenen bärtigen Mannes, der einem vom Schutzumschlag
entgegenlächelt.



Das Lesen der Biographie von Michael Ende war für mich eindeutig eine
Bereicherung, da einige seiner Titel meine Kindheit und Jugend über
Jahre hinaus geprägt haben, und ich dennoch nie etwas über sein Leben
und seine Art zu Schreiben und die weiteren Ziele, die er verfolgte,
wusste.

Danke Michael Ende, für das unglaubliche Vermächtnis, dass Sie mit Ihren
Werken hinterlassen haben, und Danke Birgit Dankert, für das
Zusammentragen der Informationen, Briefwechsel, Fotografien und
Anekdoten, die neben der wissenschaftlichen Lebens- und Werksanalyse
etwas Lebendigkeit und Persönlichkeit zwischen die Zeilen bringen.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

kinderbuch, erstleser, freundschaft, meike haberstock, freunde

Holly Hosenknopf: Ein Nilpferd macht das Rennen

Meike Haberstock , Meike Haberstock
Fester Einband
Erschienen bei Oetinger, 25.01.2016
ISBN 9783789137327
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im ersten Abenteuer von "Holly Hosenknopf" und ihren Freunden werden die Protagonisten zunächst auf mehreren Seiten steckbrieflich vorgestellt. Den Beinamen Hosenknopf trägt das Findelkind Holly ähnlich dem Protagonisten aus dem Kinderbuchklassiker Jim Knopf auf Grund eines Knopfes an ihrer Kleidung.

Ihre Freunde sind ihre Adoptiveltern und jede Menge Tiere.

Mit Käthe und Hinnerk wohnt Holly nachts im Rosa Holzhaus, mit den Tieren tagsüber in einem Übersee-Container.

Die Illustrationen überwiegen zum Text, der teilweise als Fließtext, aber auch in Comicblasen dargestellt wird. So kann das Buch weder komplett zum Bereich Vorlesebuch noch zum Erstleserbuch zugeordnet werden. Ich habe das Buch laut im Wechsel mit meiner Tochter gelesen, das hat sehr gut geklappt.

In Hollys ersten Abenteuer erlebt die Freundeschar einen Tag auf einem Pferdeturnier, bei denen sie verrückte Sachen entdecken und es sich mal wieder zeigt, wie wichtig Freundschaft ist. Den Beautywahn unserer heutigen Gesellschaft nimmt die Autorin schrill und kindgerecht auf die Schippe - sowohl meine Tochter als auch ich hatten viel Spaß beim Lesen des kurzen Abenteuers.


Rein vom persönlichem Geschmack wäre mir ein Erstleser/Vorlese-Buch ohne Comicblasen lieber und so putzig und lustig die außergewöhnlichen Tiernamen zum Vorlesen sind, beim Selbstlesen stolpert ein Leseanfänger doch eher darüber als über Wörter, die zum normalen Grundschatz gehören.


Reihen-Info:

Ein Nilpferd macht das Rennen

Herbert in Not

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kinderbuch, stephanie gessner, großfamilie, jugendbuch

Lil April – Mein Leben und andere Missgeschicke

Stephanie Gessner
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734847080
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Lil April" erzählt Geschichten aus dem turbulenten achtköpfigen Großfamilienhaushalt von Lil plus Au Pair Mädchen plus Hund, aus der Sicht von Lil, die sie schriftlich und zeichnerisch in ihren LLBs - Lils Lebens Büchern - festhält. Lil ist sozusagen ein alter Ego der Autorin Stephanie Geissner, die gleichfalls in einer achtköpfigen Familie großgeworden ist, aber als Jüngste der Kinderschar. Lil ist nach ihrem Bruder Pego die Älteste in der Familie und wird somit häufiger in den Haushalt einbezogen als die kleinen Geschwister oder muss ihre Freizeitgestaltung sogar auf diese abstimmen. Wie es in einem Einzelkindhaushalt zugeht, erfährt sie hautnah durch ihre HALF - ihrer allerbesten Freundin Hellie, die ihrerseits die Probleme einer Großfamilie nur durch Lils Erzählungen kennt.
Egal ob Einzelkind, Geschwisterkind oder Elternteil, dadurch, dass Stephanie Gessner gewissermaßen ihr eigenes Leben zum Thema des Buches macht, weißt sie genau von was sie schreibt und so kennt jeder das eine oder andere Erlebnis, welches in dem Buch stattfindet, aus erster Hand. Ich denke, die realistische Darstellung dieser verschrobenen Erlebnisse, die eben manchmal in Familien stattfinden, sind der Grund, dass der Humor des Buches auch absolut bei Erwachsenen noch ins Volle trifft. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und die Geschichte regelrecht verschlungen. Nicht zuletzt, weil sich bei Lils Vater merkwürdige Dinge ereignen und Pego und Lil versuchen mehr schlecht als recht dessen Geheimnissen auf die Spur zu kommen.
Da Peinlichkeit immer noch zu steigen ist, flirtet Pego in diesem Schuljahr alles an was lange Haare hat inklusive dem viel älteren Au Pair Maria aus Griechenland, und Lil verliebt sich in den Nachbarsjungen Dennis. Der aber eine Fernbeziehung führt oder doch nicht? Aus Teenagern wird man weder als Erwachsener schlau, noch wenn man im gleichen Alter ist.
Um die Skurrilität der Familie April noch zu überspitzen, ist diese mit einem griechenlandaffinen Oberhaupt ausgestattet, der Archäologie studiert hat und seine sechs Kinder allesamt nach griechischen Göttern benannt hat. Da ist der Familienhund Pan noch glimpflich weg gekommen.
Bereits das Cover und die Vorsatzseiten geben einen ersten Vorgeschmack auf das turbulente Leben von ihrem Hobby dem Zeichnen.
"Lil April" ist in erster Linie ein Buch zum Spaß haben, zeigt aber gegen Ende auch, egal wie nervig Familie sein kann, in der Krise ist Verlass und alle arbeiten zusammen, um Probleme zu lösen!

Zum Glück wird es einen zweiten Band rund um Lil und ihre Familie geben, zu dessen Verlauf man aber die erste Geschichte kennen muss und ich will das Geheimnis von Lils Vater nicht preisgeben ;) Auf jeden Fall bin ich gespannt auf weitere Turbulenzen, die Entwicklung zwischen Lil und Dennis und der Antwort auf einen wichtigen Brief, den Lil gerade noch rechtzeitig versendet hat. Wie man sieht, hat die Autorin sogar mehrere Eisen im Feuer, warum man nach dem verrückten Einstieg in Lils Leben unbedingt noch mehr von ihrer Großfamilie erfahren will!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Fluch des Bonawentura

Andreas Collin , Sascha Morawetz
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734840135
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Der Fluch des Bonawentura" ist ein klassisch angehauchtes Abenteuerbuch für Jungen und Mädchen ab acht Jahren, das in Abwesenheit von Fernsehen, Smartphones und Internet herrlich entschleunigt wirkt. Das ganze Ambiente und die Namensgebung der Protagonisten lässt von Anfang an ein nostalgisches Lesegefühl aufkommen.
Artur lebt seit er denken kann bei seinem fiesen Onkel Gisbert. Als er diesen eines Tages belauscht, dass er seinen Neffen auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen will, ergreift Artur die Flucht. Statt wie geplant in der Südsee, landet er als blinder Passagier auf der Ladefläche eines Lastwagens in Polen. Unterwegs trifft er auf seinen Schulkameraden Oswald und in Gefangenschaft einer polnischen Schmugglerbande lernen die beiden Kamila kennen, die auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter ist. Das ungleiche Trio kann den gefährlichen Schmugglern entfliehen und findet sich bald in einem größeren Abenteuer wieder: der berühmte polnische Räuberhauptmann Bonawentura soll einen sagenumwobenen Schatz versteckt haben, auf dem ein Fluch liegt. Die Suche nach dem Schatz gestaltet sich als schwierig, da sich die drei ungleichen Kinder zunächst zusammenraufen müssen und auch schnell klar wird, dass die drei nicht die einzigen sind, die den Schatz aufspüren wollen.
Als Erwachsene habe ich die Szenen besonders genossen, die an alte Kinder- und Abenteuerklassiker erinnern, als Kind könnte ich mir jedoch vorstellen, dass der Spannungsbogen zu lange braucht, bis er seinen Höhepunkt erreicht. Andreas Collin gibt den drei Ausreißern viel Zeit bis zu ihrem Aufeinandertreffen und einem näheren Kennenlernen bis der titelgebende Bonawentura mit seinem sagenumwobenen Schatz seinen großen Auftritt hat.

"... man bedenke nur, wer alles schon dort unten entlanggewandert ist! Phileas Fogg, auch wenn sich in seinen Aufzeichnungen verständlicherweise nichts darüber findet. Karl Konrad Koreander wusste sicherlich auch von ihrer Existenz. Dazu der legendäre Bonawentura und..." (S.131)

Anfang und Ende des Buches schlagen einen fantasievollen Bogen. Das Ende des Buches fand ich so einfallsreich, dass ich nach Beenden der Geschichte das erste Kapitel ein weiteres Mal gelesen habe, um den stilistischen Kunstgriff voll auszukosten. Ein kleines Manko könnte für den einen oder anderen sein, dass man von Oswalds familiärer Situation nichts mehr erfährt. Für mich war die Aufklärung der Familiengeschichten der Kinder eher nebensächlich, soweit sie nichts mit der Schatzgeschichte zu tun hatten. Ich habe die klassisch angehauchte Schatzsuche genossen, die mir im Vergleich zu dem umfangreich ausgearbeiteten Anfang der Geschichte nur leider etwas zu kurz gekommen ist.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

kinderbuch, kinder, monster, familie, heyne

Hamish und die Weltstopper

Danny Wallace ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.08.2015
ISBN 9783453270077
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Zeit... einem Kind die Zeit nahezubringen ist eine sehr große Aufgabe: gleich, sofort, 5 Minuten, ich muss noch mit dem Hund raus... Mal ehrlich - das ist doch blasphemisch gegenüber dem genauesten Zeitmesser auf Erden, den Hamish dank des Chromatographen seines Großvaters sein Eigen nennen kann.
Die Zeit soll nun von bösen Weltenstopper untergraben werden, die nach und nach alle Erwachsenen auf ihre Seite ziehen, indem sie sie entführen, einer Gehirnwäsche unterziehen und nach und nach wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückschicken. Allein die Kinder haben noch eine Chance den Untergang der Zeit aufzuhalten - eben dank des sekundengenauen Chromatographen - der die Zeit auch dann noch korrekt anzeigt, wenn die ganze Welt den Atem anhält.

Zum Glück bleibt Hamish nicht lange alleine im Kampf gegen fiesen Weltenmonster. Ein ausgefallener und sehr schräger Trupp Jugendlicher hat sich zusammengefunden, um Zerstörungsstrupps aufzustellen, die den Aliens zeigen wollen, das diese die Rechnung ohne sie gemacht haben, dass sie falsch geschnitten sind, wenn sie meinen, sie hätten auf unserem Planet was zu sagen,  aber bis dahin ist noch ein weiter Weg zurückzulegen. Bevor die Situation in Panik umschlägt, werden Erzfeinde erst einmal zum Narren gemacht und der Süßigkeitenladen ausgeraubt. Am Anfang ist es noch richtig cool, die Zeitspannen, wenn die Welt still steht, zum Ausrauben von Süßigkeitenläden zu nutzen oder üble Gegner an der Nase herumzuführen, aber nach einer Weile sehnt man sich nur noch nach Gesellschaft und Regeln. Dabei tickt unaufhörlich die Zeit und keiner weiß, wie lange der zufällig zusammengewürfelte Trupp Kinder den Weltenstoppern noch etwas entgegen zu setzen hat, die immer gefährlicher werden.

Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung der Geschichte, da die familiären Sorgen unserer handlungsführenden Kids in diesem Teil viel zu knapp abgehandelt wurden. Ich hatte unheimlich viel Spaß beim Lesen der Geschichte und mit den gelungenen Illustrationen, aber am Ende hingen mir ein paar lose Fäden zu viel herum, die die Geschichte für das Lesepublikum ab 10 Jahren zu einem runden Abenteuer machen, da die Handlung und auch die Bilder teilweise richtig fies und beängstigend sind. Daher folgt hoffentlich zeitnah eine Weitererzählung, die sich mit dem mysteriösen Zettel beschäftigt, den die Kindern am Ende ihres Abenteuers in den Händen halten, mehr über das Verschwinden ihrer Familien preisgibt und die Intention der Weltenstopper, woher genau sie kommen und was sie dazu bewegt, unsere Erde für imer längere Zeitabschnitte anzuhalten.

Mit 10 Jahren habe einige Leser mit über 300 Seiten Lesestoff eine ganze Weile zu kämpfen. Zahlreiche Illustrationen lockern die Geschichte jedoch unheimlich kurzweilig auf, dass man sie kaum zur Seite legen kann und sich die Seiten flott weglesen. Die jugendlich gehaltene Sprache lässt sich zudem leicht verstehen, auch wenn der Autor teilweise Fremdwörter einstreut, die sicher nicht jedem Leser im Kindesalter bekannt sind, deren Bedeutung aber aus dem Kontext hervorgeht.

Fazit:
Das relativ offene Ende kann hoffentlich nur bedeuten, dass es mit Hamish und seinen Freunden im Kampf gegen die Weltenstopper weitergehen wird! Als Einzelband hätte ich das Buch ansonsten etwas schwach empfunden, da die Ereignisse sich plötzlich überschlagen und zu viele Fragen offen gelassen werden. Da Text und Illustration für das Lesealter manchmal recht düster sind, ist das für mich ein weiterer Grund, warum ich mir ein weniger offenes Ende gewünscht hätte.

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insekten, wespen, jugendbuch

Das Nest

Kenneth Oppel , Jessika Komina-Scholz , Sandra Knuffinke , Jon Klassen
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 25.01.2016
ISBN 9783791500058
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, eine Bemerkung vorweg zum empfohlenen Lesealter: ich habe mit der Einordnung ab 12 Jahren schon höher gegriffen als der Verlag das Buch einordnet und bin mir selbst damit unsicher... "Das Nest" ist wohl auf Grund anderer Werke Oppels und der Illustrationen Klassens in Bilderbüchern in die Kategorie Kinderbuch gerutscht. Die Erzählung sowie die Illustrationen sind beinahe durchweg düster und zeichnen sich durch einen subtilen Horror aus, so dass ich fast dazu geneigt bin, das Buch erst für Leser ab 14 Jahren zu empfehlen!

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Steves Familie besteht aus 5 Personen, Mama und Papa, Steve und Nicole, und das Baby, das auf Grund eines Gendeffekts und noch einigen anderen Krankheiten ums Überleben kämpft.

Kapitellang ist es nur das Baby... dann wird es er... bis wir das Wesen endlich unter seinem Namen Theo kennenlernen, als wollte Steve so gut es geht vermeiden eine Bindung zu seinem Geschwisterchen aufzubauen.

'Mom und Dad es mit nach Hause nehmen, aber sie mussten fast jeden Tag wegen irgendwelcher Untersuchungen ins Krankenhaus. Wenn sie danach zurückkamen, gab es immer ein paar neue Informationen, immer neue Theorien.' (S.11)

In einer Nacht schleicht sich eine Wespe in Steves Träume ein und macht ihm ein Angebot, dass sie einen perfekten Theo ausbrüten können, der dann gegen das falsche, kranke Baby ausgetauscht wird. Letzten Endes darf Theos Platz natürlich nur von einem Baby eingenommen werden. Steve muss dem Handel nur zustimmen und schon machen sich die Wespen an die Arbeit.

Doch schon bald macht sich Steve erhebliche Vorwürfe, ob sein Baby auf Grund seiner Erkrankungen weniger wert ist, als der perfekte Theo, der im Wespenbau nach und nach Form annimmt. Kann er seinen Eltern einen Austausch zumuten? Darf er das kranke Baby aufgeben? Ist es nicht sogar eine Form der Diktatur, der Euthanasie, wenn ich mich bewusst für oder gegen ein Wesen entscheide, sie auf Grund von Defiziten im Aussehen oder einer möglicherweise eingeschränkten geistigen Leistung verurteile? Die Zweifel drängen sich in den Kopf des Lesers, was darf erlaubt sein, was nicht... Noch spannender wird das Thema, wenn man bedenkt, dass auch Kenneth Oppel ein Kind mit Handicap hat. Hat er in den Zeiten der Schwangerschaft seiner Frau oder den ersten Monaten mit dem Säugling ähnliche Alpträume über sich ergehen lassen müssen?
Nicht alles in "Das Nest" ist real oder mit gesundem Menschenverstand zu erklären, aber auch nicht alles ist Traum. Die Traumwespen aus Steves Schlaf greifen in Steves reales Leben ein, zudem wissen sie Dinge über ihn, die keiner wissen kann. Neben den Wespen gibt es noch einen Herr Niemand, ebenfalls ein Grenzgänger zwischen realen und geträumten Welten. Diese Zwischenwelten verbreiten Angst, ganz besonders, da der Verlag eine Ausstattung gefunden hat, die dieses bedrohliche Gefühl noch anschürt. Immer eine Wespe mehr zählen die Kapitel durch. Die Bilder von Jon Klassen wirken melancholisch, düster und traurig, manche verbreiten sogar leichte Angst beim längeren Betrachten.

Ich konnte der Geschichte die Lehre mitnehmen, dass man sich bis zuletzt an die Hoffnung klammern muss und das nichts auf die äußeren Werte gegeben werden sollte. Schöne Gesichter, schöne Kinder, schöne Haustiere... das sind Statussymbole, aber sicher nicht die Familien, in denen die größte Liebe gelebt wird. Liebe sollte nicht an Vergänglichkeiten geknüpft werden.

Das Ende des Buches ist sanft, familiär, ehrlich - der Weg dorthin beängstigend, erschreckend und albtraumhaft. Auch wenn am Ende des Tunnels das Licht wartet, sollten Eltern das Buch vorab lesen, wenn sie es tatsächlich jüngeren Lesern ab 10 (ich fühle mich sicherer mit 12) Jahren geben möchten, denn neben surrealen Komponenten behandelt die Geschichte auch reale Kinderängste.

Bereits in der Fledermaus-Trilogie und der Wolkenreiter-Trilogie von Oppel gab es immer wieder harte und brutale Szenen, "Das Nest" berührt in dieser Hinsicht weit mehr, weil diese Art der Geschichte realer ist als eine Tierfantasy- oder eine Steampunktrilogie. Zudem sollte man eine Vorliebe für Surrealität mitbringen, um "Das Nest" vollends genießen zu können, denn diese Geschichte kann und will nicht Stein um Stein oder Wabe um Wabe logisch erklärt werden.

Und nun hoffe ich, mich noch von ganz vielen weiteren Werken Kenneth Oppels überraschen lassen zu dürfen, denn keiner schreibt so vielfältig, genreübergreifend und dabei noch so genial gut wie er!

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ziel, mut, hund, berg, geheimnis

Die wirkliche Wahrheit

Dan Gemeinhart ,
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.10.2015
ISBN 9783551560155
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Berg rief nach mir. Ich musste einfach weglaufen. Ich konnte nicht anders. (S.9)
Eigentlich wollte Mark den Gipfel des Mount Rainier irgendwann mit seinem Großvater besteigen, der ein begeisterter Bergsteiger war, aber dann starb sein Großvater, mit dem Versprechen, dass Mark den Gipfel irgendwann für sie beide besteigen wird. Dafür haut Mark von zuhause ab, denn Mark ist schwer krank, und hat wahrscheinlich nur noch kurze Zeit zu leben. So wird das Versprechen ein Kampf gegen die Zeit und ein Kampf gegen sich selbst, denn wo der Wille bei Mark stark ist das Unternehmen in die Tat umzusetzen, lässt sein geschwächter Körper ihn im Stich. Unterstützung in seinem schier ausweglosen Vorhaben findet er in seiner besten Freundin Jessie, die er zurückgelassen hat, in seinem treuen Hund Beau, der ihn begleitet, und zufälligen Wegebekanntschaften.
Die Geschichte hat ein paar Kapitel gebraucht, bis sie mich für sich einnehmen konnte, dann hatte mich Dan Gemeinharts ungewöhnlicher Aufbau jedoch völlig in seinem Bann: die Geschichte wird abwechselnd von Mark erzählt, immer mit der Vorgabe unter jeder Kapitelzahl, wieviele Meilen er noch bis zum Gipfel des Mount Rainier vor sich hat, und seiner Freundin Jessie, die zuhause sitzt und gemeinsam mit Marks Eltern verzweifelt nach der Suche nach ihm ist. Marks Erzählabschnitte sind immer mit ganzen Kapitelzahlen gekennzeichnet und einer groben Strichzeichnung des Berges, der in immer greifbarere Nähe rückt, Jessies Kapitel mit halben Kapitelzahlen und der aktuellen Wetterlage. Neben dieser speziellen Aufmachung fasziniert Marks und Jessies Vorliebe für Haikus - einer dreizeiligen japanischen Gedichtform. Jessies Kapitel beginnen und enden immer mit einem Haiku. Ganz unabhängig von der Geschichte hat mich die ganze Gestaltung des Buches und die Erzählweise des Autors unglaublich fasziniert.
Die Zeichnung seiner Protagonisten ist Dan Gemeinhart sehr gut gelungen, obwohl Marks Geschichte relativ kompakt erzählt ist. Sowohl Marks Verzweiflung im Kampf gegen seinen schwachen Körper, der ihn immer mehr im Stich lässt, als auch die große Freundschaft zu Jessie und die starke Bindung zu seinem Hund Beau werden bei Lesen spürbar. Daneben skizziert Dan Gemeinhart mit wenigen Szenen ungewöhnliche Begegnungen, die Mark auf seinem Weg zum Gipfel macht. Darunter unter anderem einen gnädigen Dieb und einen Vater, der seinen eigenen Sohn selbst viel zu früh verloren hat. Man teilt den Schmerz mit Mark, wenn einem bewusst wird, das ihm manche Hilfe nur wegen seiner Krankheit zu Teil wird, so viele reduzieren ihn nur auf seinen Krebs. Wobei man sich auch in diese Personen hineinversetzen kann, wer kann schon Mitleid verhindern, gerade wenn ein Kind von dieser Krankheit betroffen ist? Aber auch Marks unglaubliche Wut und Hilflosigkeit gegenüber diesen Reaktionen ist verständlich. Man ist beim Lesen Hin- und Hergerissen zwischen den Gefühlswelten der Protagonisten.

Es gibt viele Bücher, die sich mit dem Thema krebskranke Kinder befassen, aber spontan fallen mir nur wenige ein, die die Krankheit ganz abseits von Krankenhäusern oder Therapien behandeln. Dan Gemeinhart beschreitet mit seinem Protagonisten Mark einen ungewöhnlichen Weg, über dieses Thema zu erzählen und verknüpft dies zugleich mit einer rührenden Freundschaft zwischen Mensch und Tier und dem Kampf eines starken Willens gegen alle Widrigkeiten, die sich auf dem Weg ein Ziel zu erreichen als scheinbar unbezwingbare Hindernisse in den Weg legen können.
"Die wirkliche Wahrheit" hat mich begeistert von der Art der Umsetzung, berührt von der Figurenzeichnung, und setzt dem Ganzen mit dem Ende der Geschichte noch die Krone auf, wenn sich der Kreis zwischen den beiden getrennten Erzählperspektiven von Mark und Jessie schließt.
Ob Mark den Gipfel des Mount Rainier letzten Endes erreicht hat? Ganz unabhängig davon hat sich mir selten so erschlossen, warum häufig der Weg das Ziel ist und welche Werte eine wahre Freundschaft ausmachen.

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