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liebe, selection, dystopie, rebellen, prinz

Selection - Der Erwählte

Kiera Cass , Susann Friedrich
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 19.02.2015
ISBN 9783737364980
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Liebe, Krieg und Moral. Darum geht es in diesem Buch und auch in den ersten zwei Bänden.

America Singer lebte mit ihrer Familie als schlecht bezahlte Künstlerin und Entertainerin in einem kleinen Haus in Carolina. Aufgrund ihres Berufes gehören alle Familienmitglieder der Kaste fünf (von acht) an. Sie stehen damit also ziemlich weit unten, was Reichtum und Luxus angeht. Doch America kann Prinzessin werden. Maxon, der Prinz von Illeà, sucht nämlich die Frau fürs Leben. Zu Anfang ist America nicht sehr begeistert, da sie ihren Traummann Aspen, der eine sechs ist, bereits gefunden zu haben scheint. Doch um ihre Familie zu unterstützen, nimmt sie trotzdem am Casting teil. Entgegen allen Erwartungen gehört sie doch zur engeren Auswahl und reist mit vielen anderen Mädchen in den Palast, um dort um die Gunst des Prinzen zu kämpfen. Da America nicht am Prinzen interessiert ist, schließt sie mit ihm ein Abkommen: sie möchte ihm helfen, als Insiderin zwischen all den Mädchen die richtige Frau auszuwählen. Im Gegenzug soll er sie erst nach Hause schicken, wenn es unbedingt sein muss, da Americas Familie für ihre Abwesenheit hohe Zahlungen erhält. Ihre Liebe können das Geld schließlich gut gebrauchen, um nicht Hunger leiden zu müssen. Doch allmählich ist sich America ihrer freundschaftlichen Gefühle für Maxon nicht mehr sicher und es beginnt zu knistern.

Im dritten Band der Reihe befinden sich nur noch vier Mädchen, Elise, Celeste, Kriss und America, kurz Mer, im Palast. Maxon und America kommen sich immer näher, obwohl beide hin und wieder von Zweifeln geplagt werden. Nachdem König Clarkson, Maxons Vater, immer mehr Druck auf die rebellische America ausübt, steht sie immer wieder kurz vor dem Abgrund. Sie stellt Maxons Ernsthaftigkeit infrage, da er die anderen Mädchen nicht nach Hause schickt, obwohl er ihr seine Treue immerzu versichert. Inzwischen entsteht jedoch eine innige Verbindung zu Kriss, da auch Maxon sich Americas Liebe nicht uneingeschränkt sicher ist. Unter den Mädchen entwickeln sich durch den harten Konkurrenzkampf immer mehr Spannungen. Maxon und America scheinen auseinander zu driften. Dazu kommen die Anschläge der Rebellen auf den Palast und ein weiterer Schicksalsschlag für America. Wird sie dem Druck standhalten oder aufgeben? Können die Mädchen wieder zueinander finden? Ist die Liebe zwischen Maxon und Mer stark genug?

Die Spannung die diese Reihe, und vor allem der dritte Band, erzeugt ist fast greifbar. Hier treffen viele Aspekte, die uns tagtäglich bewegen, in einer distopie-ähnlichen, aber auch romantischen Geschichte zusammen: Liebe, Hoffnung, Wut, Hilflosigkeit und vieles mehr. Die Emotionen die dieses Buch zum Ausdruck bringt, sind überwältigend und anhaltend. Durch das Lesen wird man unmittelbar in America hineinversetzt. Man denkt wie sie, empfindet wie sie, lacht oder weint sogar beim Lesen. Also definitiv kein Buch für die Bahn.
Gleichzeitig werden aktuelle Themen der Gesellschaft aufgegriffen. Das Kastensystem spiegelt eine Zukunft wieder, die unter entsprechenden Umständen auf uns warten könnte, wenn die Menschheit nicht beginnt, ihre Vorurteile und das Schubladendenken über Bord zu werfen. America spielt in der ganzen Geschichte die gute Seele, die Gutes tut, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Sie tut es, weil sie es für richtig hält. Selbst als sich die Lage zuspitzt und sie zwischen ihren persönlichen Wünschen und dem, was richtig ist, entscheiden muss, wählt sie intuitiv das Richtige.

Zu Beginn hat mir die Reihe nicht gefallen. Ich habe begonnen Selection zu lesen, weil mir das Cover gut gefiel. Ein hübsches Mädchen in pompösen Kleidern wirkt auf gewisse Bevölkerungsgruppen (Mädchen) einfach sehr anziehend. Auch die Klappentext gefiel mir gleich, denn Prinzessin sein würde ich auch gern. Also genau das richtige für mich.
die erste Hälfte des ersten Bandes war dann aber sehr anstrengend zu lesen. Neben zahlreichen Rechtschreibfehlern, die im dritten Band nicht gänzlich getilgt, aber schon verringert wurden, kam mir das ganze wie ein Bachelor-Veschnitt mit Panem-Elementen und Sissi-Flair vor. Das Land in Provinzen eingeteilt, eine Art Ständegesellschaft, Americas Vater nennt seine Tochter Kätzchen, das erinnert schon sehr an Panem. Armut, Hunger, ein noch ärmerer Traummann, der Mer unterstützt usw. Das schien mir sehr verdächtig. Die ganze Casting-Situation ähnelte der Fernsehserie “Der Bachelor” und der Aspekt, dass sich die graue Maus in den schillernden und beliebten Königssohn verliebt, erinnerte mich ein bisschen an die Sissi-Filme.
Seltsamerweise konnte ich aber nicht aufhören, weiterzulesen.
Teil eins und zwei verschlang ich direkt hintereinander und auf Band drei habe ich sehnsüchtig gewartet. Im Nachhinein würde ich die anfänglich Ähnlichkeiten eher als “Essenz” sehen. Kiera Cass hat sich aus den drei Themengebieten das beste genommen und neu kombiniert, um eine wundervolle und fesselnde Welt zu schaffen. Gleichzeitig hat sie die negativen Aspekte der drei genannten Ähnlichkeiten vermieden. Beispielsweise sind die Angriffsszenen weniger brutal beschrieben als in Panem, Der Kitsch und die übertriebene Fröhlichkeit aus Sissi treffen nicht auf Mer zu und das künstlich Arrangierte vom Bachelor fehlt.
Je mehr man liest, desto weiter entfernt sich die Geschichte von diesen drei Parallelen und entwickelt einen eigenen Charakter.

Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbüchern steht hier nicht die Handlung, sondern das Innenleben und das Denken der Figuren im Vordergrund. Neben den Moralvorstellungen dreht sich sehr viel um “liebt er mich oder nicht?” Die Figuren versuchen nicht nur die Gedanken und Gefühle der anderen zu entschlüsseln, sondern auch, sie eigenen zu verstehen.
Dennoch sind vor allem Maxons Emotionen das große Rätsel, das alle zu lösen versuchen. Vor allem America.
Gleichzeitig weiß sie nicht wie sie zu ihm steht. Mal ist sie unsterblich verliebt, mal träumt sie wieder von Aspen, der obendrein ihr neuer Leibgardist ist und ständig um sie herumwuselt, was sie immer verunsichert. Somit wird die eigentliche Bachelor-Konstellation, in der der Mann die Rosen verteilt, zur Bachelorette. Denn nun muss sich America entscheiden. Aspen oder Maxon? Der Mann, der sie schon ewig kennt, oder der Prinz, der ihr eine neue Seite des Lebens zeigt? Ein friedliches Leben mit ihrer Familie oder die Chance, etwas zu verändern?
Der Konflikt zieht sich durch die komplette Reihe und ist meiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass diese Geschichte so fesselnd ist.

Insgesamt würde ich trotz einiger Startschwierigkeiten in die Reihe und der Tippfehler für den dritten Band fünf von fünf Sternchen vergebenen. Selection ist für alle Mädchen oder auch Frauen, die schonmal davon geträumt haben, Prinzessin zu sein, genau das richtige. Zwei weitere Bände sollen noch folgen. Der nächste erscheint auf Englisch Anfang Mai und bei uns wahrscheinlich gegen Ende des Jahres. Gut für mich, schlecht für den Geldbeutel und das ohnehin überlastete Bücherregal. Darüber hinaus erscheinen ab und zu Novellen, in denen die Perspektive anderer Figuren dargestellt wird. Ich weiß aber noch nicht, ob das meine Fantasie nicht eher einschränken würde als sie zu beflügeln.
Aber nun warte ich erst mal auf das nächste Buch.

Selection : Der Erwählte / Kiera Cass. Aus dem Amerikan. von Susann Friedrich. – Frankfurt am Main : Sauerländer, 2015
ISBN 978-3-7373-6498-0
, Originaltitel: The One

Diese Rezension ist auch auf erschienen auf meinem Blog: beyondmybooks.wordpress.com

https://beyondmybooks.wordpress.com/

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