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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

erziehung, kinder, schule, leistungsdruck, schulprobleme

Wie man seine voll verkorksten Eltern erzieht

Pete Johnson , Alexander von Knorre
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 17.06.2016
ISBN 9783845814254
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Obwohl meine Söhne im Prinzip aus dem Haus sind und ich die hin und wieder schlimmen Phasen mit pubertierenden Schulkindern glücklicherweise hinter mir habe, reizte es mich, dieses Buch zu lesen. Kann ich mich doch noch gut an die Zeiten erinnern, die mir als Mutter jede Menge graue Haare bescherten. Außerdem finde ich sehr gut, dass hier die Problematik aus der Sicht eines Jungen aufgezeigt wird. Gerade im Alter von 10 – 12 Jahren haben manche Jungen ein Problem mit Mädchen als Hauptprotagonisten und fassen eigentlich richtig gute Geschichten nur deshalb nicht an. Dass sich das irgendwann wieder gibt, kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten.

Leicht und flüssig ließ sich diese Geschichte in Form eines Tagebuches aus der Sicht des 12-jährigen Hauptprotagonisten Luis lesen. Dieser ist aufgrund eines Jobwechsels seines Vaters mit Eltern und kleinem Bruder in die Nähe von London gezogen und muss sich nun in das neue Umfeld, besonders die neue Schule, eingewöhnen. Und in letzterer fühlt er sich überhaupt nicht wohl. Aber auch die Nachbarn sind nicht ohne. Wenn Luis neuerdings im Garten spielt, gibt es Beschwerden von der Nachbarin, dass dies deren 5-jährige Tochter beim Lernen störe. Auch Theo, der Junge in der neuen Klasse, mit dem sich Luis angefreundet hat, hat überhaupt keine Freizeit. Nach der Schule hetzt dieser von einem Förderkurs zum nächsten…

Innerhalb von 2 Stunden hatte ich dieses Buch ausgelesen. Während des Lesens wurden bei mir viele Situationen, die ich während der Schulzeit meiner Kinder erlebt habe, noch einmal wachgerufen. Meine Sympathien lagen tatsächlich die ganze Zeit komplett beim Hauptprotagonisten Luis, ich konnte mich wirklich gut in seine Empfindungen hinein versetzen. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mich auch in Handlungen seiner Mutter wieder entdeckte. Allerdings muss ich im Nachgang sagen, dass die Abschaffung des Fernsehens meinen Söhnen tatsächlich nicht geschadet hat.

Kindererziehung und deren Förderung ist ein heikles Thema und ein Patentrezept gibt es dafür mit Sicherheit nicht. In jedem Fall sollte man jedoch ein gesundes Maß walten lassen und den Terminplan eines Kindes so gestalten, dass es tatsächlich auch noch Zeit für sich selbst hat. Eltern wie die von Theo kannte ich auch einige. Das wirklich Schlimme an der Sache ist, sie meinen es tatsächlich gut. Zu gut, wie man dann auch bei den Auswirkungen auf Theo in der Geschichte lesen kann.

Obwohl das Buch tatsächlich wirklich witzig ist und wahrscheinlich erst einmal nur dadurch auch die eigentliche Zielgruppe erreichen wird, legt es gekonnt den kritischen Finger in Wunden unserer Gesellschaft. Meiner Meinung nach hat der Autor mit dieser Geschichte ein kleines satirisches Meisterwerk geschaffen, welches sich auch Eltern von Kindern im Schulalter gönnen sollten. Es könnte durchaus helfen, einige Probleme im Umgang mit den Sprösslingen zu lösen.

Der Autor Pete Johnson (Jahrgang 1965) arbeitete als Filmkritiker und Lehrer für Englisch, Drama und Medienkunde. Den Verlagsinformationen konnte ich weiterhin entnehmen, dass er inzwischen zu den bekanntesten und beliebtesten Autoren Englands gehört und er für seine Kinder- und Jugendbücher auch schon mehrfach ausgezeichnet wurde. In Deutschland ist diese Geschichte von Luis übrigens im Jahr 2010 schon einmal als Taschenbuch erschienen, da allerdings unter dem Titel „Wie man seine Eltern erzieht“. Inzwischen sind in deutscher Übersetzung auch noch weitere Bücher des Autors erschienen. Da werde ich mit Sicherheit auch noch einige lesen.

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Tags: casting, erfolg, erziehung, kinder, leistungsdruck, schule, schulprobleme   (7)
 

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14 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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204 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

mord, psychologie, gedächtnis, roman, lügen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

geheimnis, verbrechen, bergdorf, dolomiten, massaker

Der Tod so kalt

Luca D'Andrea , Verena Koskull
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DVA, 06.03.2017
ISBN 9783421047595
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bücher sind noch immer meine große Leidenschaft. Und da ich im Bereich Belletristik dem Genre Krimis und Thriller sehr geneigt bin, konnte ich dem Amazon Vine Angebot eines Rezensionsexemplars für dieses Debüt des italienischen Autors Luca D'Andrea nicht widerstehen.

Der 1979 geborene Autor hat vorher, ähnlich wie sein Hauptprotagonist, fürs italienische Fernsehen mit „Mountain Heroes“ die Bergrettung proträtiert. Sein Krimi mit dem deutschen Titel „Der Tod so kalt“ stürmte gleich bei Erscheinen die Top Ten der italienischen Bestsellerliste und führt den Leser in seine Heimat nach Südtirol. Die Übersetzungsrechte wurden lt. Verlagsinformationen in mittlerweile ca. 35 Länder verkauft.

Jeremiah Salinger ist ein aufstrebender New Yorker Drehbuchautor, der gemeinsam mit seinem Partner dem Regisseur Mike McMellan mit einer Dokumentationsreihe große Erfolge gefeiert hat. Da die bisherige Reihe keinen weiteren Stoff mehr hergibt, fühlen sich die beiden ausgelaugt und müssen sich neu orientieren. Jeremiah reist dazu für ein paar Monate mit seiner Frau Annelise und Tochter Clara in Annelises alte Heimat Siebenhoch, einem kleinen Bergdorf in den Dolomiten in Südtirol.

Dort fühlt er sich erst einmal sehr wohl und beschließt dann, zusammen mit Mike einen Dreh über die Bergrettung in den Dolomiten in Südtirol zu machen. Die Geldgeber sind begeistert und anfangs scheint auch alles prächtig zu laufen, bis es eines Tages zu einem verhängnisvollen Unglück kommt. Danach ist Jeremiah nicht mehr der Selbe, er ist depressiv und nicht in der Lage weiter zu arbeiten. Gerade als seine Tochter Clara es geschafft hat, ihn wieder ins Leben zu holen, erfährt er von einem äußerst grausamen, aber nie aufgeklärten Verbrechen aus der Vergangenheit des Ortes. Obwohl er seiner Frau versprochen hatte, die Arbeit für mindestens ein Jahr ruhen zu lassen, stürzt er sich mit regelrechter Besessenheit in Recherchen, die kurze Zeit später nicht nur ihn, sondern auch seine Familie in Gefahr bringen…

Leicht und flüssig konnte ich diesen in einfacher, aber doch sehr bildhafter Sprache erzählten Kriminalroman lesen. Der sympathische Hauptprotagonist Jeremiah erzählt in der ersten Person. Der Autor legt dabei den Fokus auf die Bergwelt und relativ viele lebende und auch bereits verblichene Protagonisten. Er schafft es damit, zusammen mit den beschriebenen Örtlichkeiten, ein sehr glaubhaftes Bild vom Leben in diesem kleinen Bergdorf zu vermitteln. Trotzdem verspürte ich, besonders bei den doch recht detaillierten Einführungen der Protagonisten, hin und wieder leichte Längen.

Allerdings zerrten sich diese nie so, dass ich die Lust am Weiterlesen verloren hätte und die interessanten Wendungen im Handlungsverlauf glichen das dann auch immer wieder aus. Mit Geheimnissen, einer ausgewogenen Schilderung von Geschehnissen aus der Vergangenheit und Begebenheiten in der Gegenwart sowie hin- und wieder sogar sehr humorvollen Auflockerungen gelingt es dem Autor, einen atmosphärischen Spannungsbogen aufzubauen, der mitreißend ist. Am Ende gibt es dann sogar noch einen richtigen Showdown und die Auflösung war für mich eine tatsächliche Überraschung.

Alles in allem hat mir dieses Debüt sehr gut gefallen und an Fans von ruhigen und atmosphärischen Kriminalromanen gebe ich gern eine Leseempfehlung.

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Tags: bergdorf, bergrettung, dolomiten, geheimnis, massaker, südtirol, verbrechen   (7)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

datingseiten, tattoos, verschwundene leiche, rechtsmedizin, thriller

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
E-Buch Text: 340 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 27.10.2016
ISBN B01LYCYTGQ
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich war es ein Versehen, dass ich mir dieses Buch als ebook für den Kindle überhaupt kaufte. Ende vorigen Jahres bestellte ich ein Probe-Abo für Kindle Unlimited. Da die Inhaltsangabe von „Mooresschwärze“ ganz interessant klang, sollte das mein erstes geliehenes Buch von Amazon werden. Doch klickte ich dann, statt auf kostenlos lesen, versehentlich auf den mit 1-Click kaufen Button. Naja, es gibt Schlimmeres, als 2,99 € in den Sand zu setzen.

Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Leichenfund im Moor gerufen. Das  junge Mädchen wurde ermordet und trägt eine eigenartige Tätowierung auf dem Bauch. Julia möchte sie schnellstmöglich obduzieren. Doch die Leiche kommt nie im gerichtsmedizinischen Institut an. Auf der Suche nach Spuren stoßen sie auf ein weiteres totes Mädchen mit einer ähnlichen Tätowierung. Dafür gibt es nur eine logische Schlussfolgerung, hier ist ein Serienmörder am Werk. Können Julia und Florian diesen stoppen, bevor es weitere Opfer zu beklagen gibt?

Die Ermittler stolpern von einem Zufall zum nächsten. Das Gefühl einer ordentlichen Ermittlungsarbeit, bei der ich mit fiebern und auch mit rätseln kann, kam bei mir überhaupt nicht auf. Bei der Rechtsmedizinerin hatte ich den Hintergrund, warum sie ihren Beruf ergriffen hat, durchaus schon bei der ersten Erwähnung verstanden.

Die ständigen Wiederholungen dessen, wenn sie in einer scheinbar kritischen Situation war, wirkten für mich dann immer wie an den Haaren herbei gezogen und nervten, da sie mit der aktuellen Handlung letztendlich überhaupt nichts gemein hatten. Auch die Art- und Weise, wie sie dann letztendlich ihren Mörder finden, ist mir aufgestoßen. Die Theorie, über die Florian Kessler im Vorfeld schon einmal über ein Opfer stolperte, wurde wie aus dem Nichts wieder hervorgezaubert und tada!

Einigermaßen überzeugend fand ich anfangs den Handlungsstrang um das potentielle Opfer eines Fakeaccounts im Chatportal. Aber auch hier konnte mich dann das Ende nicht so richtig überzeugen, da dort auf einmal Dinge in einer Klarheit ausgesprochen wurden, die es zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch nicht gab.

Leider konnte mich dieser Thriller nicht so richtig begeistern. Zu viele Klischees, flach gebliebene Charaktere und zu viel konstruiertes und nicht logisch wirkendes Wirrwarr standen trotz eines relativ flüssigen Schreibstils meiner Meinung nach einem wirklichen Lesespaß im Wege.

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61 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

kurzgeschichten, erzählungen, anna gavalda, hoffnung, ab morgen wird alles anders

Ab morgen wird alles anders

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446250499
Genre: Romane

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93 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

rassismus, schweden, krimi, mord, tom stilton

Die Strömung

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442753956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mich auch „Die dritte Stimme“, der zweite Teil der Rönning/Stilton Reihe des schwedischen Autorenduos Cilla und Rolf Börjlind enorm gefesselt hatte, konnte ich mich wieder einmal keinem Buch aus dem heimischen SuB zuwenden. Ich wollte die Geschichte weiterlesen. Und da ich wusste, dass mit „Die Strömung“ noch ein weiterer Teil auf dem deutschen Buchmarkt zu haben war, hatte die liebe Seele erst Ruhe, als ich das Ebook gekauft und ausgelesen hatte.

Olivia hat ihre Identitätskrise überwunden und ist nun doch wieder Polizistin. Allerdings nicht in Stockholm. Wegen der Nähe zu ihrem Freund hat sie sich für 6 Monate Dienst auf einer kleinen Insel verpflichtet. Gerade dort geschieht ein ganz abscheulicher Mord an einem dreijährigen Mädchen. Die Großmutter hatte das Kind wegen eines Telefonats nur für wenige Minuten im Sandkasten vor dem Haus allein gelassen. Vom Täter erst mal keine Spur.

Aufgrund der Herkunft des Kindes – ein Adoptivkind aus Ghana – und der engagierten Arbeit des Vaters in einer Flüchtlingsunterkunft, vermutet Olivia einen rassistischen Hintergrund. Auf der Insel ist außerdem eine rechtsradikale Gruppe aktiv.

Kurze Zeit später wird in der Nähe von Stockholm ein weiteres Kind auf die gleiche Weise getötet. Allerdings konnte sich der Junge wehren und die unter seinen Fingernägeln sichergestellte DNA ist bereits im Zusammenhang mit dem unaufgeklärten Mord an einer schwangeren Prostituierten in den Polizeiakten vermerkt. Tom Stiltons letzter Fall als Kriminalkommissar vor seinem Absturz…

Obwohl ich mir sicher bin, dass ein Neueinsteiger die Rahmenhandlung der Geschichte trotzdem versteht, rate ich, diese interessante Krimi-Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen: 1. „Die Springflut“, 2. „Die dritte Stimme“, 3. „Die Strömung“. Die Charaktere der Ermittler, deren Privatleben in der Handlung eine zentrale Rolle spielt, entwickeln sich fortlaufend weiter. In den Folgeteilen werden dann Handlungsstränge wieder aufgenommen und an wichtige Entwicklungsschritte erinnert. Da diese in den jeweiligen Teilen für den Leser jedoch einen heftigen AHA-Effekt hatten, würde dieser beim späteren Lesen wohl ziemlich verpuffen.

Die Hauptthematik dieser Geschichte „Rassismus“ ist für mich aktueller denn je. Die Autoren zeichnen hier ein – leider - sehr realistisches Bild über diese beängstigende gesellschaftliche Entwicklung und teils extrem verquere Denkweisen. Ansonsten nutzen sie für den Spannungserhalt wie gewohnt wechselnde Handlungsstränge und Begebenheiten aus dem Privatleben der Hauptprotagonisten. Am Ende nimmt die Handlung noch einmal richtig Tempo auf. Die Lösung des Falles mag etwas übertrieben konstruiert wirken. Jedoch ist Überhöhung in der Kunst – und auch gute Krimis schreiben ist für mich Kunst – ein sehr gutes Stilmittel für Anschaulichkeit.

Für mich persönlich war dieser Teil der Reihe, der bislang Stärkste. Ich freue mich nun schon ganz sehr auf den bald erscheinenden neuen und lt. Inhaltsangabe wieder brisant aktuellen Fall „Schlaflied“.

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Tags: kindermord, mord, rassismus, rechtsradikalismus   (4)
 

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

mord, selbstmord, schweden, korruption, krimi

Die dritte Stimme

Cilla Börjlind , Cilla Börjlind
E-Buch Text: 544 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 10.11.2014
ISBN 9783641123185
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kaum zu glauben, dass es bereits mehr als 3 Jahre her ist, dass ich mit „Die Springflut“ den Auftakt dieser schwedischen Krimireihe gelesen habe. Nach einigen sehr heftigen und langandauernden Leseflauten, die mich auch vom Ausschauhalten nach Neuerscheinungen abhielten, stöberte ich in den letzten Wochen wieder einmal gezielt und war baff erstaunt, dass von dem schwedischen Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind in Deutschland mit „Die dritte Stimme“ und „Die Strömung“ inzwischen schon zwei Nachfolgeteile erschienen sind und mit „Schlaflied“ in Kürze auch Teil 4 erscheinen wird. Obwohl mein Bücherbudget bereits zum Jahresanfang arg strapaziert ist, konnte ich es mir nicht verkneifen, den 2. Teil als Kindle ebook zu kaufen und sofort loszulesen.

Ein Jahr ist seit den dramatischen Eröffnungen über Olivias wahre Herkunft vergangen. Die einst so taffe angehende junge Polizistin durchlebte eine tiefe seelische Krise und weiß noch immer nicht genau, was sie zukünftig mit ihrem Leben anfangen möchte. Als sie gerade von einem Selbstfindungstrip aus Mexiko zurückkehrt, wird in ihrer Nachbarschaft ein Mann tot aufgefunden. Zunächst deutet alles auf Suizid hin.

Olivia und Maria Rönning kümmern sich vorerst um die 17-jährige Sandra, die ihren Vater fand und deren Mutter schon vor vielen Jahren verunglückt ist. Als Olivia auf Sandras Wunsch in das Haus des Toten geht, um den Laptop zu holen, ist dieser verschwunden. Nach intensiver Suche und der Entdeckung von diversen kleinen Details ist sich Olivia nicht mehr sicher, ob Sandras Vater wirklich Selbstmord beging.

Abbas liest in einer französischen Zeitung vom grauenvollen Mord an einer Frau. Das wirft ihn völlig aus der Bahn. Als er wieder einigermaßen klare Gedanken fassen kann, erkennt er, dass er sich seiner Vergangenheit stellen muss und bittet seinen Freund Tom Stilton mit ihm zusammen nach Marseille zu fahren.

Mette kümmert sich nach einem Gespräch mit Olivia um den Fall des vermeintlichen Selbstmörders. Nach der Obduktion steht fest, es war Mord. Der Ermordete war leitender Beamter in der Zollbehörde, aus der vor kurzem eine große Partie beschlagnahmter Drogen verschwand. Gibt es zwischen den verschwundenen Drogen und dem Mord etwa einen Zusammenhang? Nach einem Streit zwischen Mette und Olivia, ermittelt Letztere auf eigene Faust weiter…

Schnell hatte ich mich auch in diesen Kriminalroman wieder eingelesen. Wieder halten die Autoren von Anfang an durch wechselnde Handlungsstränge die Spannung. Im ersten Viertel bringen sie dazu bei den handelnden und mir aus Teil 1 lieb gewordenen Charakteren viele Erinnerungen an die Vorfälle des ersten Bandes mit ein. Da es bei mir schon so lange her war, dass ich diesen gelesen hatte, holte das natürlich längst Vergessenes wieder hervor und half mir bei der Orientierung. Neueinsteigern hilft es ganz sicher auch beim Kennenlernen der Protagonisten, nimmt ihnen allerdings, falls sie vorhaben „Die Springflut“ später dann doch noch zu lesen, dort wirklich wichtige Überraschungsmomente.

So würde ich persönlich raten, die Reihenfolge der Serie unbedingt einzuhalten. Neben den interessanten und am Ende dann auch abgeschlossenen Kriminalfällen, in denen jede Menge Ermittlungsarbeit gefragt ist, werden in dieser Serie auch ganz viele Themen behandelt, die das Privatleben und die großen und kleinen Sorgen der Ermittler betreffen. Im Zuge von beidem wird auch so ganz nebenbei wieder der Finger in die Wunden gesellschaftlicher Missstände gelegt.

Mir hat auch dieser atmosphärische Schwedenkrimi wieder sehr gut gefallen. Bei den Fällen gab es immer wieder unerwartete Wendungen, die mich spannungstechnisch bei der Stange hielten. Die Charaktere haben sich weiter entwickelt, Fragen die am Ende des ersten Teils noch offen waren, wurden beantwortet und es sind jede Menge neue Fragen hinzu gekommen. Ich freue mich auf die Fortsetzungen und konnte es nicht lassen, mir auch gleich noch „Die Strömung“ zu kaufen.

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Tags: altenheime, drogen, mord, pornografie, selbstmord   (5)
 

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30 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

berlin, spezialeinheit, terror, leserunde, korruption

Verraten

Florian Schwiecker
Geheftet: 312 Seiten
Erschienen bei Edel Germany, 02.02.2017
ISBN 9783841905055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich dieses Buch von Amazon Vine angeboten bekam, dachte ich zuerst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Der Untertitel „Der neue Luk Krieger Thriller“ assoziierte mir, dass man den Namen Luk Krieger bereits kennen müsste. Da ich mich in den letzten 3 Jahren wegen anhaltenden Leseflauten nicht so mit den Neuerscheinungen des deutschsprachigen Buchmarktes beschäftigt hatte, wie in den Jahren davor, suchte ich also erst mal nach den vorherigen Teilen und musste natürlich feststellen, dass es keine gab.

Bei „Verraten“ handelt es sich um ein Debüt. Die Verlagsinformationen über den deutschen Autor Florian Schwiecker sagen, dass er durch seine langjährige Tätigkeit als Strafverteidiger die Welt des Verbrechens und der Ermittlungsbehörden aus erster Hand kennen würde. Da ich sehr gern Thriller lese, orderte das Rezensionsexemplar.

Im Nachgang kann ich auch sagen, dass ich das Buch tatsächlich fast in einem Rutsch durchgeschnurpst habe. Der flüssige und ungemein temporeiche Schreibstil in einfacher, bildhafter Sprache ließen tatsächlich zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Längen aufkommen. Der Fall an sich, Terroranschläge in Berlin und anderen Städten Deutschlands ging mir nah und das nicht nur wegen der geographischen Nähe, sondern auch wegen der jüngsten tatsächlichen Ereignisse. Allerdings vermisste ich bei den Hauptprotagonisten jeglichen menschlichen Tiefgang.

Luk Krieger ist der absolute Superheld, der immer sofort das Richtige tut. Das personifizierte Gute ohne jegliche Ecken und Kanten. Ähnlich Anna Cole, die Kriminalkommissarin. Gut, diese durfte als Frau von den Strapazen der Arbeit wenigstens mal ein bisschen müde sein, aber auch sie wurde im Prinzip komplett fehlerlos dargestellt und unterwarf sich letztendlich auch vollkommen Kriegers Führung. Die wenigen Male, bei denen sie selbstständig agierte, gingen in der Übermacht von Kriegers Coolness regelrecht unter. Sie wurde im Prinzip auf den Part eines schmückenden Anhängsels reduziert. Die Auflösung ahnte ich übrigens lange bevor der Hauptprotagonist selbst darauf kam, aber es ist ja auch schön, am Ende festzustellen, dass man recht hatte.

Alles in allem hat mich dieser Action-Thriller während der Lesezeit wirklich in Atem gehalten und mir einige Stunden spannend-entspannendes Lesevergnügen bereitet. Das Ende schreit natürlich nach einer Fortsetzung. Und tatsächlich scheint der Autor auf seiner Website luk-krieger.com da mit „Kampf ums Öl“ bereits an der Fortsetzung zu arbeiten und hat dort auch schon 12 Teile davon veröffentlicht. Da ich im Moment jedoch in Form von ungelesenen Büchern und ebooks noch sehr viel für mich derzeit reizvolleren Lesestoff zur Verfügung habe und mich die Hauptprotagonisten menschlich nicht so berührt haben, drängt es mich nicht, diese nun unbedingt lesen zu müssen.

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Tags: berlin, kölln, münchen, papst, terror   (5)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

thriller, deutsch, pretty girls, snuff, spiegel bestseller

Pretty Girls

Karin Slaughter
E-Buch Text
Erschienen bei HarperCollins, 07.12.2015
ISBN 9783959679862
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die amerikanische Autorin Karin Slaughter zähle ich zu meinen Lieblingsautorinnen im Thriller-Genre. So habe ich ihre Grand County Reihe regelrecht verschlungen, verfolgte voller Spannung die Anfänge ihrer Atlanta Police Department bzw. Georgia Reihe und fand auch ihre Thrillerparodie „Unverstanden“ höchst amüsant. Allerdings hatte ich in den letzten 3 Jahren sehr andauernde Leseflauten, die mich auch davon abhielten, mich regelmäßig über Neuerscheinungen geschätzter Autoren zu informieren.

Das scheint jetzt überwunden. Als ich kürzlich mal wieder schaute, ob es denn von Karin Slaughter etwas Neues auf dem deutschen Buchmarkt gibt, staunte ich nicht schlecht, dass inzwischen zwei neue Bände der Georgia-Reihe erschienen sind und dazu noch dieser Thriller, der keiner Serie angehört. Und da die Kindle ebook-Version von „Pretty Girls“ bei Amazon zwischen Weihnachten und Silvester sogar zum Sonderpreis von 6,99 € zu haben war, konnte ich dem sofortigen Kauf natürlich nicht widerstehen.

Die 19-jährige Julia verschwand im März 1991 auf dem Heimweg von einer kleinen Feier mit Kommilitonen. 24 Jahre später ist das Schicksal der jungen Frau noch immer ungeklärt und ihre Familie ist an der Ungwissheit zerbrochen.
Claire ist seit mittlerweile 18 Jahren glücklich mit Paul verheiratet. Das gutsituierte Paar feierte gerade in einem Restaurant das Ende von Claires Hausarrest, als es in einer Gasse überfallen und Paul ermordet wird. Während der Beerdigung gibt es einen Einbruch in Claires Haus. Wegen dem damit verbundenen Polizeieinsatz muss der dort eigentlich geplante Leichenschmaus ausfallen.
Lydia ist stolze Mutter einer inzwischen 17-jährigen Tochter. Dem Mädchen zuliebe ist sie als ehemalige Drogensüchtige jetzt clean und hat sich aus tiefster Armut hochgearbeitet. Ricky, der seit mittlerweile 10 Jahren fester Bestandteil ihres Lebens ist, würde gern mit ihr zusammen ziehen.
Ein junges Mädchen ist erst kürzlich verschwunden. Sowohl Claire als auch Lydia verfolgen jede neue Nachricht zu dem Fall mit wachsender Besorgnis. Als Claire im Nachlass ihres Mannes brutale Snuff-Filme findet, ihr von der Polizei jedoch gesagt wird, dass diese nicht echt wären, ruft sie Lydia an…

Ein weiteres Mal haben mich der flüssige Schreibstil von Karin Slaughter und ihre spannungserzeugende Erzählweise fasziniert. Mit den Snuff-Filmen hat die Autorin in diesem Thriller eine Thematik aufgegriffen, die vor Brutalität und Ekelhaftigkeit nur so strotzt. Fakt ist jedoch, dass es eine solche Szene tatsächlich gibt. Und Fakt ist ebenso, dass es überall auf der Welt nicht nur integere Mitarbeiter in führenden Positionen gibt.

Die Geschichte startet fast gemächlich. So wurde ich anfangs vor allem durch gut gesetzte Wechsel von verschiedenen Handlungssträngen bei der Stange gehalten, die scheinbar erst einmal nichts miteinander zu tun haben. Ich lerne die Protagonisten in ihrer derzeitigen Situation kennen. Dabei bedient sich die Autorin der Erzählperspektive. Lediglich bei den Briefen des Vaters an die verschwundene Tochter wechselt sie zur ersten Person.

Erst nach und nach deckt sie die komplizierten familiären Beziehungen der handelnden Charaktere zueinander auf. Kaum war das jedoch geschehen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Eine grauenvolle Entdeckung jagt die nächste. Unerwartete Wendungen zwingen die Hauptprotagonistinnen zu agieren, doch der Gegenpart ist immer mindestens einen Schritt voraus. Alles gipfelt in einem nervenaufreibenden Showdown.

Mir persönlich hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Allerdings bin ich auch ein bisschen froh, dass die Geschehnisse darin weit weg von meiner eigenen Realität sind. Hoffentlich!

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Tags: snuff, spannung, thrill   (3)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

zauberei, harry potter, freundschaft, hogwarts

Harry Potter und das verwunschene Kind

J.K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
E-Buch Text
Erschienen bei Pottermore from J.K. Rowling, 24.09.2016
ISBN 9781781107195
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lange hatte ich gezögert, mir dieses Buch zu kaufen. Ich wusste ja, dass es sich hierbei nicht um einen Roman handelt, sondern um das Manuskript für ein Theaterstück. Allerdings siegte nun doch die Neugier.

Als ich vor wenigen Tagen wieder ein Buch ausgelesen hatte und vor der Frage stand, welches ich nun als nächstes beginne, konnte ich mich am Regal mit den ungelesenen Büchern und der inzwischen auch schon ziemlich umfangreich gewordenen Titelliste der ungelesenen ebooks mal wieder nicht entscheiden. Wie schon so oft in solchen Fällen stöberte ich in der Amazon-Kindle ebook Welt, stieß erneut auf „den neuen Harry Potter“, orderte ihn und begann wenige Sekunden danach auch schon mit der Lektüre.

Es ist nicht das erste Theater-Manuskript was ich las und es wird auch sicher nicht das letzte sein. Trotzdem hatte ich, als großer Fan der Harry Potter Romane, anfangs durchaus meine Schwierigkeiten mich einzulesen. Die vielen Dialoge und Regieanweisungen nervten mich anfangs ein bisschen und blockierten das Vorstellungsvermögen. Allerdings gefiel mir die Geschichte durchaus und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatte sie mich dann doch gefangen und das Kopfkino kam. Ich freute mich, die neuen Charaktere kennenzulernen und natürlich auch, altbekannte wieder zu treffen. Die veränderten Welten, nach den Ausflügen der beiden Hauptprotagonisten in die Vergangenheit, machten die Geschichte in meinen Augen durchaus spannend.

Sollte Frau Rowling eine weitere Harry Potter Geschichte in die Welt bringen, werde ich auch diese ganz sicher lesen, auch wenn es wieder „nur“ ein Theater-Manuskript wäre. Dass sie noch immer genügend Phantasie hat, der Geschichte weitere Impulse zu geben, hat sie hiermit bewiesen. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass die Geschichte in Romanform noch wesentlich mehr Potential gehabt hätte. Einige der für mich neuen Charaktere, die nur kurze Auftritte hatten, hätte ich gern noch besser kennengelernt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krimi, schweden, ermittlungen, mord, sebastian bergman

Die Menschen, die es nicht verdienen

Michael Hjorth , Hans Rosenfeldt
E-Buch Text: 608 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 25.09.2015
ISBN 9783644221116
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

thriller

Eisige Schwestern: Psychothriller

S. K. Tremayne
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 05.05.2015
ISBN 9783426426364
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

paris, augsburg, industrialisierung, gesellschaftsleben, waise

Die Tuchvilla

Anne Jacobs
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.12.2014
ISBN 9783641144562
Genre: Romane

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

flucht, jugendliche, afrika, vertreibung, bürgerkrieg

Der lange Weg zum Wasser

Linda Sue Park , André Mumot
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 12.01.2016
ISBN 9783845812373
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als mir „Der lange Weg zum Wasser“ von Amazon Vine als Rezensionsexemplar angeboten wurde, sprach mich die Inhaltsangabe sofort an. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und ist brandaktuell, da es in viel zu vielen Ländern unserer Erde Kriege und Krisenherde gibt, die Menschen in die Flucht treibt.

In zwei Zeitebenen erzählt die Autorin in einfacher aber angenehmer und jugendgerechter Sprache in der dritten Person aus den Perspektiven von zwei Kindern, die erst einmal eines gemeinsam haben. Beide leben im Südsudan und haben als 11-jährige die Aufgabe für die Familie das Trinkwasser zu holen. Für uns in Deutschland, wo in nahezu jeder Wohnung nur der Wasserhahn bedient werden muss, ist es kaum vorstellbar, dass diese Kinder mehrere Stunden am Tag laufen müssen, um für sich und ihre Familien dieses lebenswichtige, aber meistens verschmutzte Gut zu holen.

Die Kapitel aus der Perspektive der 11-jährigen Nya, die im Jahre 2008 handeln sind wesentlich kürzer verfasst, als die über Salva, beginnend im Jahr 1985. Zu dieser Zeit ist es ein Privileg für Jungen eine Schule besuchen zu dürfen und dort wenigstens ein bisschen Lesen und Schreiben zu lernen. Die Schwestern des männlichen Hauptprotagonisten Salva lernen lediglich von der Mutter, wie man einen Haushalt führt. Doch Salva muss fliehen. Nicht vor schweren Lebensbedingungen, sondern vor dem Krieg. Da er sich, als dieser Krieg seine Heimatregion erreichte, gerade in der Schule befand, ist er vollkommen auf sich allein gestellt und weiß nicht, was aus seiner Familie geworden ist.

Ich wünsche mir eine Welt ohne Kriege, in der, unabhängig von Hautfarbe oder Religion, in allererster Linie das Menschsein zählt. Eine Welt, in der sich alle Menschen mit Respekt und gegenseitiger Achtung begegnen. Leider sind wir davon aber noch sehr, sehr weit entfernt. In diesen schnell weggelesenen nur 130 Seiten steckt eine äußerst bewegende, aber letztendlich auch sehr hoffnungsfroh stimmende Geschichte. Das Engagement von Salva Dut für sein Heimatland finde ich großartig. Hier gibt es von mir eine 100%ige Leseempfehlung.

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Tags: flucht, krieg, vertreibung   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller

Stiefkind

S. K. Tremayne
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 02.12.2016
ISBN 9783426427088
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich auf einem von mir oft besuchten Bücherportal in eine Leseprobe von „Stiefkind“ geschnuppert hatte und mich, als ich mit einem neuen Buch beginnen wollte, gerade keines aus meinem immer noch riesigen SuB richtig anzog, kaufte ich es mir kurzerhand für den Kindle. Bislang hatte ich von S.K. Tremayne noch nichts gelesen. Allerdings habe ich mir den Debütroman des in London lebenden englischen Autors und Reisejournalisten, „Eisige Schwestern“, vor kurzem ebenfalls als ebook gekauft.

Rebecca, die in der Unterschicht Londons aufwuchs und in ihrer Kindheit traumatische Erlebnisse hatte, schaffte es, dem Elend zu entkommen und sich eine anständige Existenz aufzubauen. Nun scheint sie mit der Heirat eines gut betuchten Witwers das große Los gezogen zu haben. Auch den Sohn ihres Ehemannes vergöttert sie und dieser scheint sie ebenfalls zu mögen. Allerdings verändert sich dessen Verhalten mit Rebeccas Einzug in das riesige Anwesen Carnhallow House in Cornwall. Werden die von Jamie geäußerten grausigen Zukunftsvisionen eintreffen?

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in einer recht einfachen, teils auch sehr ausufernd bildhaften Sprache erzählt. Dabei hat Hauptprotagonistin Rebecca den größten Part in der ersten Person, hin und wieder wird aber auch die Sichtweise von Ehemann David in der dritten Person aufgegriffen. Durch die Leseprobe und den Trailer hatte ich sehr hohe Erwartungen an diesen Psychothriller, die sich jedoch leider nicht erfüllten. Das lag zum größten Teil daran, dass mir alle Charaktere irgendwie fremd blieben.

Anfangs erschienen mir David und auch Rebecca noch sehr sympathisch. Allerdings vermisste ich da Jamie im aktiven Handlungsverlauf. Ich wusste zwar schon, dass er existierte, aber eine Beziehung zu Rebecca war nicht spürbar. Daher war für mich das Herumreiten auf einer veränderten Beziehung wenig glaubhaft. Und das Vergöttern des Jungen wegen seiner Schönheit ebenso wenig. Dass der Junge um seine Mutter trauert, konnte ich allerdings voll und ganz nachvollziehen.

Als dann alles gewaltig aus dem Ruder lief, war tatsächlich der Junge die einzige Person, mit der ich noch etwas sympathisierte, alle anderen empfand ich reichlich wirr und die Verhaltensweisen und Entscheidungen teilweise nur haarsträubend. Die Auflösung des ganzen Wirrwarrs hat mich dann zwar doch ein wenig überrascht, konnte mich in der Gesamtheit letztendlich aber auch nicht mehr überzeugen.

Schade! Alles in allem konnte ich zwar sehr interessante Grundideen in der Geschichte erkennen, die Umsetzung hat mir aber überhaupt nicht gefallen. Bevor ich mich nun an das andere Buch des Autors in meinem SuB wage, werde ich bestimmt einige Zeit vergehen lassen.

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Die Chronik des Eisernen Druiden - Verhext

Kevin Hearne
E-Buch Text: 362 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 26.04.2014
ISBN 9783608106619
Genre: Fantasy

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thriller, eden, candice fox, hades, sydney

Eden

Candice Fox , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2016
ISBN 9783518467145
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich „Hades“ den ersten Teil der Trilogie der australischen Autorin Candice Fox nahezu verschlungen hatte, ließ ich mich mit „Eden“ gern auf ein weiteres Leseabenteuer in den Abgründen von Sidneys Unterwelt ein. Obwohl auch dieser Roman auf den ersten Blick abgeschlossen erscheint, bin ich sehr froh, im Vorfeld den ersten Teil gelesen zu haben. Hin und wieder erwähnt die Autorin zwar Ereignisse aus Teil 1, allerdings geht sie damit nicht so weit, dass auch einem Neueinsteiger die Bedeutung dieser Erwähnungen wirklich klar würden. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass man „Eden“ ohne das Vorwissen aus „Hades“ unter ganz anderen Aspekten liest.

Wieder lebt die Geschichte durch den einfach flüssigen Schreibstil und gut gesetzte Szenen- und Perspektivwechsel. Im Haupthandlungsstrang in der Gegenwart wird erneut aus der Sicht von Detektive Frank Bennet in der ersten Person berichtet. Wenn es hier Perspektivwechsel gibt, wird in der dritten Person weitererzählt. Der Handlungsstrang in der Vergangenheit, ebenfalls in der dritten Person erzählt, beleuchtet diesmal das Aufwachsen und den Werdegang von Heinrich Archer, genannt Hades.

Auch „Eden“ habe ich wieder in kürzester Zeit verschlungen. Es gibt unter den Protagonisten ja im Prinzip keine wirklichen Sympathieträger und trotzdem sind sie ungemein interessant. Denn egal wo die Charaktere aufgrund ihres gesellschaftlichen Status stehen, alle haben ihre dunklen Geheimnisse. Wenn ich sie also unter den Aspekten meines ganz persönlichen Rechtsempfindens betrachte, haben alle mörderisch Dreck am Stecken. Angezogen und abgestoßen zugleich schlug ich mich auch in diesem Teil wieder auf die Seite der Ermittler, schaute mit ihnen in noch düstere Abgründe und konnte das Buch tatsächlich erst zur Seite legen, als es auch ausgelesen war.

Wer einen klassischen Fall lesen möchte, in dem gut und böse klar strukturiert sind und man mit Symphatieträgern fiebert, für den sind die ersten beiden Teile dieser Trilogie wahrscheinlich schon komplett ungeeignet. Wer sich aber gern auch in noch dunklere Gefilde begibt und sich darauf einlässt, dass tatsächlich jeder auch seine dunkle Seite hat und auf einem selbstbestimmten Level auslebt, der kann hier tatsächlich einer morbiden Faszination erliegen. Ich freue mich jedenfalls schon auf „Fall“, den Abschluss dieser Trilogie, der im April 2017 erscheinen soll.

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thriller, kinder, müllkippe, gewalt, australien

Hades

Candice Fox
E-Buch Text: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 08.05.2016
ISBN 9783518744444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Noch immer bin ich auf dem Thriller-Trip. Mitten in diese Phase platzte das Angebot eines Rezensionsexemplares von „Eden“ hinein. Da die Inhaltsangabe sehr interessant klang, nahm ich das Angebot gern an, stellte aber gleichzeitig fest, dass es sich dabei bereits um den zweiten Teil einer Trilogie handelt. Da ich sowieso gerade ein neues Buch beginnen wollte, kaufte ich mir den ersten Teil „Hades“ als Ebook für den Kindle und konnte sofort mit dem Lesen in der richtigen Reihenfolge beginnen.

Frank Bennet lässt sich nach dem Selbstmord seiner Partnerin zu Sydneys Metro Police versetzen und bekommt als Partnerin Detektiv Eden Archer zugeteilt, deren Partner vor nicht allzu langer Zeit im Dienst erschossen wurde. Von Eden selbst ist er anfangs ganz angetan, aber der Rest des Teams scheint ihm sehr gewöhnungsbedürftig. Allen voran ein Detektiv namens Eric, der ein nervig arroganter Zeitgenosse und wie sich herausstellt, auch noch Edens Bruder ist. Schnell stellt Frank fest, dass sich die Geschwister sehr eigenartig verhalten. Allerdings treten alle Befindlichkeiten angesichts eines neuen Falls erst einmal in den Hintergrund. Im Hafen werden mehrere versenkte Leichen gefunden, die darauf hinweisen, dass ein Serienkiller sein Unwesen treibt…

Wow, ich bin begeistert. In kürzester Zeit habe ich diesen wirklich sehr düsteren Thriller verschlungen und nun hoffe ich, dass der zweite Teil ganz schnell bei mir eintrifft und ich diese auf morbide Weise ungeheuer faszinierende Geschichte weiter lesen kann. Der flüssige Schreibstil und die punktuell gesetzten Szenenwechsel sorgten dafür, dass ich zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Längen verspürte.

Ungewöhnlich war für mich die Tatsache, dass eine Autorin die ICH-Perspektive für einen männlichen Hauptprotagonisten gewählt hat. Allerdings ist ihr aus meiner Sicht dieser Part mit einer sehr neutralen und fast distanzierten Herangehensweise hervorragend und glaubhaft gelungen. Allerdings muss ich im Nachgang feststellen, dass ich über die Person Frank selbst doch noch immer ziemlich wenig weiß, sich für mich aber durch seine Sicht auf die Dinge, das Bild der anderen Hauptprotagonisten abgerundet hat.

Obwohl die titelgebende Figur „Hades“ - Heinrich Archer - in der Gegenwart kein ein einziges Mal aktiv in Erscheinung trat, war er doch die ganze Zeit über präsent. Denn neben dem aus Frank Bennets Perspektive erzählten Handlungsstrang in der Gegenwart und einigen Wortmeldungen des Täters und eines Opfers im aktuellen Fall, über die dann in der dritten Person erzählt wird, sind auch die Erinnerungen von „Hades“, ab dem Zeitpunkt, an dem er eher zufällig und ungewollt zum Vater wird, niedergeschrieben. Und obwohl von Anfang an keinerlei Hehl daraus gemacht wird, welche Rolle dieser Mann in Sydneys Unterwelt spielt, faszinierte mich diese Figur ganz besonders. Außerdem erklärte dieser Handlungsstrang natürlich auch den Werdegang des eigenartigen Geschwisterpaares.

Von der Autorin Candice Fox hatte ich bis dato noch nichts gelesen. Kein Wunder, denn „Hades“ ist ihr Debüt. Ich freue mich jetzt ganz sehr auf das Lesen von „Eden“ und habe mir den voraussichtlich im April 2017 erscheinenden Teil 3 „Fall“ vorgemerkt. Für Freunde von düsteren Geschichten, mit Hauptprotagonisten die nicht schwarz oder weiß denken und deren dunkle Geheimnisse es zu ergründen gibt, spreche ich sehr gern eine Leseempfehlung aus.

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Tags: australien, gewalt, kinder, morde, mülldeponie, sidney   (6)
 

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familiengeschichte

Ein Märchen im Winter: Roman

Kate Lord Brown
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 02.11.2016
ISBN 9783492975223
Genre: Sonstiges

Rezension:

Manchmal, besonders wenn es wieder Zeiten bei mir gab, in denen ich arg gestresst war und nichts so richtig klappen wollte, brauche ich ein Stückchen heile Welt. Gern greife ich da auch mal zu sogenannten Frauenromanen, von denen ich eigentlich bereits im Vorfeld weiß, dass die Protagonisten zwar teils heftige Schicksalsschläge erleiden müssen, am Ende dann aber alles gut wird. Als mir „Ein Märchen im Winter“ von Amazon Vine als Rezensionsexemplar angeboten wurde, versprach ich mir von Cover, Titel und Inhaltsangabe genau DAS.

Nun habe ich in meinem Leben ja schon so viele Bücher gelesen, dass ich sie nicht mehr zählen kann. Im ersten Moment konnte ich zwar mit dem Namen der Autorin Kate Lord Brown nichts anfangen, als ich das Buch dann jedoch in der Hand hielt und die Verlagsinformationen las, klingelte es. Vor mehr als zwei Jahren hatte ich bereits von ihr „Das Haus der Tänzerin“ gelesen und fand es gut.

Die Goldschmiedin Grace hat ihren Mann, ihr Haus sowie ihr Geschäft verloren und wohnt mit ihrer 10-jährigen Tochter Harriet wieder bei den Eltern. Um neu durchzustarten, tritt sie eine Sekretärinnenstelle bei Fraser Stratton, einem exzentrischen ehemaligen Diplomaten im Ruhestand, an, der seine Memoiren schreiben möchte und dafür Unterstützung benötigt. Grace zieht in ein Cottage auf dessen Landgut und lernt auch Jack, seinen Verwalter und Patensohn kennen. Obwohl ein Schmuckstück ihrer Großmutter einer der Gründe war, warum Grace die Stelle bei Fraser Stratton wollte, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es ein Verbindungsstück zur Geschichte ihrer beiden Familien ist…

Bereits im kurzen Prolog, der aus der Perspektive von Grace in der ersten Person geschrieben ist, wusste ich, dass ich mich mit dem guten Ende nicht getäuscht hatte. So ließ ich mich dann auch gern auf die weitere Geschichte ein, die in der Silvesternacht zum Jahr 1979 begann, aber jetzt in der Erzählperspektive verfasst wurde. Wieder empfand ich erst einmal den Schreibstil als bildhaft flüssig und konnte mich gut einlesen. Um den Spannungsbogen aufzubauen arbeitete die Autorin auch hier mit wechselnden Perspektiven der Protagonisten. Die Memoiren von Fraser reichen dabei sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Neben vielen interessanten Aspekten in der Geschichte, hatte ich hin und wieder aber das Gefühl, dass sich die Autorin ein bisschen verzettelte und verspürte doch immer mal Längen. Sehr gut gefiel mir das Zusammengehörigkeitsgefühl von Fraser und seinen Angestellten. Die Konflikte mit dem Rest der Familie Stratton empfand ich ein bisschen konstruiert, ebenso ging es mir bei Grace, als eine vermisste Person plötzlich auftauchte. Zum Ende hin wurde es dann aber alles wieder flüssig und im Nachgang habe ich eine schöne Familiengeschichte mit genau dem Ausgang gelesen, den ich mir gewünscht hatte.

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Tags: familiengeschichte   (1)
 

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agenten, selbstjustiz, resozialisierung, action

HUNTER – Ich bin das Recht

Robert Bidinotto
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 14.06.2016
ISBN 9783865524683
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zurzeit habe ich wieder einmal eine regelrechte Buchverschlingphase. So konnte ich es als Fan des Genres natürlich nicht lassen, mir eines der letzten Rezensionsexemplare dieses Action-Thrillers bei Amazon Vine zu ordern.

Die CIA Agentin Annie Woods stellt einen Doppelagenten. Doch bevor sie diesen verhören kann, wird er in einem sicheren Haus erschossen. Annie ist nun auf der Suche nach dem ominösen Scharfschützen, dreht sich bei ihren Ermittlungen allerdings seit geraumer Zeit im Kreis.

Dylan Hunter ist Journalist und enthüllt in einer Reihe von Artikeln Fälle aus dem amerikanischen Rechtssystem, in denen es unnötige weitere Opfer gab, weil den Tätern Hafturlaub gewährt wurde oder ihnen durch diverse Kuhhandel gar ein Teil des Strafmaßes zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Annie und Dylan begegneten sich erstmals auf der Beerdigung eines Arztes, der Selbstmord beging. Der Verstorbene konnte den brutalen Überfall, bei dem er die Vergewaltigung seiner Frau durch mehrere Männer mit ansehen musste, nicht verwinden. Beim Treffen eines der Täters mit der Witwe des Arztes im Rahmen eines Resozialisierungsprogrammes des Gefängnisses, bei dem Annie ihre beste Freundin moralisch unterstützt, begegnen sich Dylan – der wegen Recherchen anwesend ist - und Annie erneut. Es knistert heftig zwischen den Beiden.

Dylan veröffentlicht mehrere Artikel, die das Justizsystem anprangern und den Werdegang rückfällig gewordener Mehrfachtäter enttarnen. Damit tritt er sehr hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft gehörig auf die Füße. Die in den Artikeln erwähnten Kriminellen werden meist kurze Zeit später an aufsehenerregenden Orten eliminiert aufgefunden.

Annie und sogar die in den Fällen der getöteten Kriminellen ermittelnden Beamten finden es großartig, dass mit Dylan endlich mal jemand die Wahrheit ans Licht bringt. Doch in seinen nächsten Artikel nimmt Dylan das Resozialisierungsprogramm und seine Verantwortlichen auseinander. Allerdings ahnt er nicht, dass der größte Befürworter und Geldgeber des Programms Annies Vater ist...

Dieser Thriller hat mich tatsächlich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Der Schreibstil in der dritten Person, mit einer gelungenen Mischung verschiedener Perspektiven, gefiel mir sehr gut. Allerdings habe ich ihn nicht atemlos in einem Rutsch verschlungen, sondern musste ihn in den ersten beiden Dritteln hin und wieder zur Seite legen und das Gelesene reflektieren. Dabei empfand ich jedoch keine Längen, sondern erwischte mich immer wieder dabei, dass ich dem ominösen Rächer beipflichtete und es in diesen Fällen überhaupt nicht als schlimm empfand, dass dieser Abschaum der Gesellschaft für immer von der Bildfläche verschwand. Das gab mir ordentlich Nachdenkstoff, denn eigentlich bin ich kein Verfechter von Selbstjustiz.

Die beiden Hauptcharaktere fand ich sehr sympathisch und konnte mich in vielen Dingen mit ihnen identifizieren. Das ließ mich natürlich, besonders als ich im letzten Drittel das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen konnte, ordentlich mit ihnen fiebern.

Das Einzige was ich an dem Buch wirklich kritisieren muss ist der Klappentext. Dass es sich bei dem Rächer der Opfer, der das Recht selbst in die Hand nimmt, ebenfalls um Dylan Hunter handelt, bleibt in der Geschichte selbst nämlich lange Zeit durchaus unklar. Da es jedoch bereits im Vorfeld verraten wurde, las ich die Kapitel natürlich unter dieser Maßgabe, fragte mich jedoch hin und wieder ob da in der Inhaltsangabe nicht evtl. was Falsches steht. Mir hätte es bestimmt gut gefallen, wenn das langsame erkennen, dass es sich dabei auch um Hunter handelt, als zusätzlicher Kick hinzu gekommen wäre.

Auf jeden Fall lohnt es sich auch, wenn das Ende des Thrillers erreicht ist, noch weiter zu lesen. Da erfährt man als Leser dann nämlich noch, dass die Geschichte durchaus reale Hintergründe hat. Ich selbst möchte von dem Autor Robert Bidinotto, der sich, wie ich aus den Verlagsinformationen erfuhr, als Enthüllungsjournalist und Sachbuchautor bereits einen Namen gemacht hat, gern noch mehr lesen. Ein grandioses Thrillerdebüt!

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Tags: action, agenten, resozialisierung, selbstjustiz   (4)
 

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

thriller, playground, mutterliebe, schweden, fantasie

Playground – Leben oder Sterben

Lars Kepler , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492060462
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich schon einige Bücher aus der Reihe des schwedischen Autorenduos Lars Kepler um Kommissar Joona Linna gelesen hatte und diese bei mir immer für ein unterhaltsames Lesevergnügen und Abschalten vom Alltag sorgten, freute ich mich sehr, dass mir von Amazon Vine ein Rezensionsexemplar ihres neusten Werkes „Playground“ angeboten wurde und nahm dieses natürlich gern an.

Die Inhaltsangabe verriet mir zwar schon, dass die Geschichte diesmal nichts mit dem mir mittlerweile ans Herz gewachsenen Ermittler zu tun hat, allerdings ging ich einfach irgendwie davon aus, dass ich wieder ein hochspannendes Leseerlebnis vor mir habe. Im Nachgang muss ich sagen, dass meine Erwartungshaltung da wohl auch ein bisschen zu hoch war.

Während eines Spezialauftrages wird Leutnant Jasmin Pascal Andersson im Kosovo schwer verletzt. Bei ihrer Rettung erleidet sie einen Herzstillstand, kann aber reanimiert werden. Sie erholt sich zwar körperlich, allerdings muss sie wegen eines posttraumatischen Stress-Syndroms aus dem Militärdienst ausscheiden.

Wieder in Stockholm arbeitet sie als Sekretärin im Verteidigungsministerium. Sie bringt einen Sohn zur Welt und scheint das Kriegstrauma überwunden zu haben. Doch ein Vorfall in Dantes Kindergarten bringt sie dazu, jemanden vor der chinesischen Hafenstadt, in der sie während ihres Herzstillstandes gewesen sein will, zu warnen. Sie wird in eine geschlossene Abteilung eingewiesen. Nachdem sie dort entlassen wurde und ihr Leben sich gerade wieder etwas stabilisiert, möchte der Vater ihres Sohnes das Sorgerecht.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung erleidet sie einen erneuten Herzstillstand. Plötzlich befindet sie sich wieder in dieser Hafenstadt, kommt zurück und erfährt, dass bei ihrem ebenfalls bei dem Unfall schwer verletztem Sohn bei einer Operation das Herz zum Stillstand gebracht werden muss…

Die Geschichte bewegt sich in zwei Ebenen – in der Jetztzeit und im Totenreich. Sie wird aus Jasmins Perspektive in der dritten Person erzählt. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und nicht so flüssig wie ich es sonst von Lars Kepler kenne.

Jasmin war mir als Hauptprotagonistin durchaus sympathisch. Obwohl ich mich nicht gänzlich mit ihr identifizieren konnte, verstand ich in jedem Fall die große Angst um ihr Kind und das, was sie dafür alles auf sich nahm. Unverständlich blieb mir teilweise die Art- und Weise, wie sie ihrem Sohn die Situation in der sie sich beide befanden erklärte bzw. nicht erklärte. Klar will man vom eigenen Kind so viel wie möglich Unbill fernhalten, aber ein paar Erklärungen hätte auch ein Fünfjähriger verstanden und verdient.

Im Totenreich - dort handelt auch der größte Teil der Geschichte - wurde mir persönlich zu viel Nebensächliches ausgeschmückt, so dass ich immer wieder Längen empfand. Wiederum kamen nach solchen Längen dann auf einmal wie aus der Luft gegriffen Lösungen ins Spiel, die zwar die Handlung wieder voran brachten, auf mich aber zurechtgebogen und konstruiert wirkten. Der sehr aufregende und blutige Showdown ließ bei mir noch allerhand Fragen offen, ohne dass die Geschichte jedoch nach einer Fortsetzung schreit.

Der Ansatz der Geschichte ist sehr interessant, die Umsetzung als Mystery-Thriller ließ meiner Meinung nach zu wünschen übrig. Ich glaube Krimis schreiben kann Lars Kepler besser.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Hänschen klein: Thriller von Andreas Winkelmann (11. Januar 2010) Taschenbuch


Flexibler Einband
Erschienen bei null, 01.01.1600
ISBN B010IL0CYE
Genre: Sonstiges

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

hannover, insekten, schreckliche kindheit

Blinder Instinkt: Psychothriller

Andreas Winkelmann
E-Buch Text: 410 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.02.2011
ISBN 9783641041014
Genre: Sonstiges

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Wassermanns Zorn

Andreas Winkelmann
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 17.08.2012
ISBN 9783644209718
Genre: Sonstiges

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