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121 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

thriller, moor, krimi, maya, mooresschwärze

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigenwillig, hochkonzentriert, geradlinig, distanziert- ungefähr so könnte man die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz charakterisieren. Dabei ist sie um so vieles mehr. Den Beruf hat sie nach einer familiären Tragödie gewählt und arbeitet nun verbissen daran, den Ermittlern so viele Hinweise zu liefern, dass diese den Täter dingfest machen können. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, die Arbeit der Kriminalkommissare gleich mit zu übernehmen. Zum Glück drücken sowohl ihr Chef im Rechtsmedizinischem Institut, als auch Kriminalkommissar Florian Kessler, mit dem sie oft Fälle zusammen bearbeitet, oft ein Auge zu. An einem heißen Sommertag werden beide zu einem Leichenfund im Moor gefunden. Die Tote war blutjung und noch nicht allzu lange dem Moor ausgesetzt. Der Täter hatte sie auf einem Holzbrett befestigt, so dass sie oben trieb. Ein Tattoo mit speziellen Symbolen und Farben, das die Tote unterhalb ihres Bauchnabels trug, weckt sofort Julias Interesse. Doch im Institut angekommen, muss sie feststellen, dass die Leiche während eines Tankstopps, den der Leichenwagen einlegen musste, verschwunden ist. Auf eigene Faust beginnt Julia selbst zu ermitteln, und begibt sich zurück ins Moor. Durch ihre Hinweise wird am nächsten Tag zwar nicht die verschwundene Moorleiche entdeckt, jedoch eine weitere tote junge Frau, die noch bizarrer zur Schau gestellt wurde. Julia und Florian erwägen ernsthaft die Tatsache, dass hier ein Serientäter am Werk sein könnte.

Zuallererst möchte ich ein Wort über das Cover und die Gestaltung verlieren. Dies erwähne ich in vielen meiner Rezensionen in der Regel nicht, weil mir der Inhalt eines Buches immer wichtiger und spannender erscheint. Catherine Shepherd’s Thriller zeichnet sich jedoch nicht nur durch eine sehr gelungene, Genre übliche Schwarz-Weiße Farbgestaltung aus, sondern das ganze Buch wird noch durch ein sehr spezielles Lesezeichen und die persönliche Signatur ausgezeichnet. Ein handsigniertes Exemplar ist für mich etwas ganz Besonderes.
Meine Meinung:
Mit der Wahl, ihre erste Leiche ausgerechnet im Moor auffinden zu lassen, fühlte ich mich gleich ein wenig an Edgar Wallace erinnert, und tatsächlich in Sachen Skurrilität haben beide Autoren durchaus ein wenig Ähnlichkeit. Der Prolog ist beklemmend und düster, man erlebt die letzten Minuten einer jungen Frau und es hinterlässt eine Gänsehaut. Catherine Sheperd inszeniert in ihrer neuesten Thrillerreihe eine skurrile Mordserie, in der die Protagonisten Julia und Florian, sieht man einmal von der Bergung der Leichen ab, fast allein ermitteln. Allzu oft kommt da allerdings Kommissar Zufall zu Hilfe. Für meine Begriffe jedoch ein paar Mal zu viel. So waren einige Handlungen der Beiden für mich nicht nachvollziehbar oder zu mindestens nicht ganz glaubwürdig. Die eigentliche Story ist packend inszeniert mit vielen Spannungsbögen, Wendungen und etlichen Fallstricken. Ganz besonders gut gefallen hat mir die Darstellung der handelnden Teenager. Ihr agieren im Internet, ihre Ängste und Sorgen, aber auch Wünsche und Träume sind sehr realistisch dargestellt. Das sie dadurch zu Opfern, gerade im Internet werden, entspringt leider nicht nur der Phantasie einer Thrillerautorin sondern ist leider schon allzu oft Realität geworden. Ich fand diese Passagen überaus überzeugend dargestellt.
Fazit: Ein überaus düsterer Thriller mit einer packenden Story.

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71 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

zodiac, serienkiller, linus geschke, thriller, köln

Die Akte Zodiac 1

Linus Geschke
E-Buch Text: 68 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 07.10.2016
ISBN 9783955308186
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Kriminalkommissarin Eva Lendt und ihr Kollege Oliver Lamprecht brauchen dringend einen Fahndungserfolg im Fall eines ermordeten Liebespärchens. Es lässt sich kein Motiv oder Hinweis auf den Täter finden. Der einzige Verdächtige, ist nur in den Fokus der Ermittlungen geraten, weil er der gehörnte Ehemann der Frau ist. Aber auch er hat ein Alibi vorzuweisen. Normalerweise wäre Eva froh Hilfe von einem Fallanalytiker zu bekommen, doch nicht in Person von Marco Brock, ein durch reiche Erbschaft sich selbst in den Ruhestand versetzten Profiler, dessen Ego und Kontakte zum Justizministerium und zum Polizeipräsidenten ungefähr gleich groß sind. Deshalb schafft er es auch immer wieder sich in prestigeträchtige Fälle ein- und mitzumischen. Während der sehr zäh verlaufenden Ermittlungsarbeit, beeinflusst auch durch das Kompetenzgerangel zwischen Brock und Lendt, finden beide Hinweise darauf, dass der Täter schon vor ein paar Monaten aktiv war und Parallelen zu einer Mordserie von vor über 40 Jahren in Amerika sind für den Profiler ersichtlich. Doch all diese Erkenntnisse führen nicht zu einer Identifizierung des Täters.

Die Geschichte des Zodiac-Killers ist durch ihre mehrfache Aufarbeitung in Film- und Fernsehen nicht nur allseits bekannt, sondern schon fast überstrapaziert. Linus Geschke konnte mich zwischen der 15 und 32. Seite richtig fesseln, ich war überzeugt ein wirklich spannenden Fall neu interpretiert zu bekommen, bis mir überdeutlich viel zu viele Parallelen zu gängigen Krimiserien (Criminal Minds im Besonderen)aufgefallen sind. Der Schreibstil ähnelt eher einer Dokumentation im Stil von „Autopsie“ oder „Anwalt der Toten“ als dann auch noch drei Nerds am Rande der Geschichte auftauchen die sich selbst als „Sons of Sam“ bezeichnen, war es zu viel des Guten. Ich hatte wirklich das Gefühl ich zappe mich durch unzählige Krimi- und Fernsehformate die es je über den Zodiac-Killer gab, gespickt mit gängiger Klischees ermittelnder Beamter. Es ist kein leichtes sich an ein Thema zu wagen, das seine eher morbide Faszination den Umstand verdankt, das der Fall nie aufgeklärt werden konnte, dabei noch viel Neues oder Unbekanntes mit unterzubringen wirklich fast unmöglich, aber so platt und oberflächlich hatte ich mir dieses Buch nicht vorgestellt. Dann kommt noch hinzu, das mir als Leser suggeriert wurde es handelt sich eine Serie von vier Büchern, dabei unterliegt dieses Buch lediglich einer für mich fast willkürlichen Teilung, wie es leider allzu oft bei Ebooks vorkommt. 

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179 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

thriller, island, yrsa sigurdardóttir, mord, krimi

DNA

Yrsa Sigurdardóttir , Anika Wolff
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 26.09.2016
ISBN 9783442756568
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

»Aber was passiert später, wenn sie älter geworden sind und dahinterkommen, dass die Trennung möglicherweise auch hätte verhindert werden können? Die meisten von uns wissen zur Genüge, was passiert, wenn Menschen einen Hass aufs System kriegen. Dann dreht sich das Leben nur noch darum«

Etwas Schreckliches ist auf einem abgelegenen Hof in Island geschehen, ein Verbrechen an deren Ende drei sehr junge Leben stehen, für die sich auf einen Schlag alles ändert. Das zu Hause ist verloren und auch ihre Zusammengehörigkeit hat ein Ende. Denn alle drei Kinder können nicht zusammen in einer Adoptivfamilien untergebracht werden, sie werden getrennt.
Achtzehn Jahre später erschüttert ein abscheuliches Verbrechen die Hauptstadt Rykjavik. Eine junge Mutter ist auf bestialische Weise, nicht durch die eigene Hand ums Leben gekommen. Kommissar Huldar, bekommt unverhofft die Leitung dieses Falls übertragen. Eine Auszeichnung die ihn eher grübeln lässt. Ist der Fall so brisant, das sich eher er die Finger verbrennen soll, als jemand von den älteren und erfahreneren Kommissaren? Als er zum Verhör der einzigen Zeugin erscheint, wartet die nächste unangenehme Überraschung auf ihn, sieht er sich in der Psychologin Freyja, einem One-Night-Stand von vor ein paar Wochen gegenüber. Eine peinliche Situation, zumal er Freyja seinen wahren Beruf verschwiegen hat.

Yrsa Sigurdardottir’s Bücher lese ich immer wieder gerne. Sie schreibt sehr gut durchdachte und ausgefeilte Krimis und bringt dem Leser fast nebenbei das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben sowie die Naturschönheit Islands nahe. Mit diesem Thriller setzt sie erneut ein Ausrufezeichen. Die Perversität des Täters erinnert zwar an unzählige amerikanische Thriller und man muss schon einige davon gelesen haben um diese Greulichkeiten zu "verdauen", alles andere jedoch nicht. Gefallen hat mir die für mich überaus authentische Darstellung der täglichen Kleinarbeit eines Ermittlers. Die unzähligen Überstunden und das daraus resultierende körperliche Erschöpfen, das die Autorin überaus realistisch darstellt. Man ahnt als Leser zwar ziemlich schnell, dass der Täter irgendeinen Bezug zu der im Prolog angeschnittenen Tragödie haben muss. Aber wer es ist und welche Motivationen hinter den Taten stecken, darauf kommt man bis zum Schluss nicht.
Fazit: Ein überaus interessanter Thriller, mit gekonnten Spannungsbögen, sympathischen Ermittlern und einem nervenzerreißendem Finale.

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(105)

174 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

krimi, arne dahl, schwedenkrimi, spannung, schweden

Sieben minus eins

Arne Dahl , Kerstin Schöps
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492057707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die fünfzehnjährige Ellen wird vermisst. Das Team um Kommissar Sam Berger ermittelt fieberhaft. Doch von dem Mädchen fehlt jegliche Spur. Sam glaubt sogar an einen Serientäter und meint auch Hinweise für noch mehr verschwundene Mädchen gefunden zu haben. Bei seinem Chef, Kriminalhauptkommissar Allan Gudmundsson stößt er mit dieser These allerdings auf großen Widerstand, denn bisher fehlt jeglicher Beweis dafür, noch gab es in Schweden jemals einen Serientäter. Als Sam bei der Erstürmung eines verdächtigen Bootsschuppen seine Kollegen vor einer Selbstschussanlage warnt, die dann tatsächlich auch existiert und einen Beamten schwer verletzt, ist das Maß bei Allan voll und es kommt zur Eskalation zwischen den Beiden.
Viel mehr kann und möchte ich vom Inhalt nicht preisgeben, da zuvile von der eigentlichen Story sonst verraten wird.
Ein bisschen habe ich schon immer mit Arne Dahls Schreibstil gehadert, deswegen habe ich die beiden letzten Teile seiner Kriminalserie um die Sonderkommission der Stockholmer A-Gruppe nicht mehr gelesen. Einfach weil sie weder vernünftige noch nachvollziehbare Handlugen und Spannungsbögen aufwiesen. Bei diesem Buch dachte ich mir, ich gebe dem Autor noch eine Chance. Meine Hoffnung war einfach das sich die Idee der Sonderkommission für den Autor selbst ausgereizt hatte und er sich mit einer neuen Idee um ein Ermittlerduo wieder mit mehr Enthusiasmus auf Story und Plot stürzt. Leider wurde ich sehr herb enttäuscht. Das fing schon auf den ersten Seiten an. Kurz nach der Erstürmung von oben beschriebenem Bootsschuppen kam es zu einem Streitgespräch zwischen Allan und Sam. Ein Gespräch dem ich als Leser überhaupt nicht folgen konnte. Dinge wurden angesprochen die mir als Leser suggerierten mindestens hundert Seiten verpasst zu haben. Dabei war ich erst auf der 21. Seite. Das trübt den Lesefluss ungemein. Von einer Selbstschussanlage ist hier die Rede, leider gibt es überhaupt keinen Hinweis, einzig das Bauchgefühl von Sam offeriert ihm diese. Einfach nicht nachvollziehbar. Und das setzt sich weiter fort. Der Kommissar handelt ständig auf eigene Faust, informiert weder sein Team noch den Vorgesetzten. Hält Beweismittel zurück. Auf Seite 43 war ich schon soweit das Buch endgültig beiseite zu legen, weil ich nicht mehr nachvollziehen konnte, was der Autor vermitteln wollte. Ist hier von der Vergangenheit des Kommissars die Rede oder geht es um den aktuellen Fall? Völlig undurchsichtig. Als sich dann die einzige Verdächtige noch als Mitarbeiterin der Geheimpolizei entpuppt, die ihrerseits wohl Sam als Verdächtigen auserkoren hat , war meine Geduld am Ende und ich habe das Buch tatsächlich nur aus Rezensionsgründen zu Ende gelesen.
Fazit: Eine schlechte Story mit einer desaströsen Umsetzung bedingt durch viele abrupte und nicht nachvollziehbare Handlungsum- und übersprünge.

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305 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 156 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sieben Jahre zwischen Hoffen und Bangen. Sieben Jahre die für Sarah irgendwie in Zeitlupe laufen. Nur Funktionieren für ihren kleinen Sohn und für sich, jedoch keine Zeit um wirklich zu leben. Und doch verspürt sie seit neuestem eine leise Ahnung von einer Veränderung zu etwas Neuem, eine neue Frisur und vielleicht auch ein neuer Mann. In die Vorbereitung auf ein neues wieder lebenswertes Dasein, platzt ein Anruf vom Auswärtigen Amt. Ihr seit sieben Jahren auf einer Geschäftsreise verschollener Ehemann Philipp, ist gefunden worden. Er wurde in Kolumbien entführt und befindet sich auf der Heimreise. Ein Anruf den Sarah seit vielen Jahren erhofft hat und der sie jetzt jedoch völlig unvorbereitet trifft. Wie sollen Sie und ihr Sohn Leo, der seinen Vater eigentlich nicht wirklich kennt, da er noch viel zu klein war als dieser verschwand, mit dieser Situation umgehen. Das Unfassbare ist jedoch, der Mann der aus dem Flugzeug steigt ist nicht Philipp und niemand will Sarah glauben. Von einem Moment auf den anderen ist Sarahs Welt, den Kokon den sie sich seit Jahren um sich und ihren Sohn gespannt hat ist zerrissen, denn von jetzt an lebt ein Fremder in ihrem Haus….

 

Ein unfassbar spannendes Buch durfte ich in den Händen halten und lesen. Eine junge Autorin die es versteht den Leser in ihren Bann zu ziehen und das nicht mit großen effekthaschenden Spannungsbögen sondern mit leisen Tönen, genährt aus den zwischenmenschlichen Interaktionen und den daraus folgenden Fehlinterpretationen. Geschickt wird der Leser verunsichert. Ist es tatsächlich ein Fremder in Sarahs Leben. Warum? Genau wie die Protagonistin vermutet man ein übles Komplott um Macht und Gier. Doch die Dinge sind nicht immer das was sie zu sein vorgeben. Diesen Aspekt lässt Melanie Raabe immer wieder auf die eine oder andere Weise aufblitzen. Das ergibt ein unheimlich dichtgeschrieben Plot der spätestens ab Seite hundert zum Pageturner wird. Vorher wird eher beschaulich, Sarahs Leben im Jetzt geschildert. Der Anfang ist vielleicht noch nicht ganz so fesselnd, zeigt jedoch eine Schreibgewandheit der Autorin („Ich wasche mir die Stadt von den Händen,..“), die ich sehr bewundere. Faszinierend waren für mich die Einblicke in das Leben der Protagonisten. In die vielen gesagten und noch schlimmer ungesagten Worte die mitunter zu einer Katastrophe führen können. Ein sehr vielschichtiges Bild menschlicher Kommunikationsstörungen.

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310 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

thriller, robert hunter, los angeles, chris carter, mord

I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem letzten sehr anstrengenden Fall, bei der die Ehefrau von Detektive Garcia selbst in Lebensgefahr geriet, steht für die beiden Ermittler Hunter und Garcia endlich der wohlverdiente zweiwöchige Urlaub an. Detektive Garcia tritt diesen an, um Zeit mit seiner Ehefrau zu verbringen und um über seinen weiteren beruflichen Werdegang nachzudenken. Nie wieder möchte er seine Ehefrau solch einer Gefahr aussetzen. Also muss er sich wohl oder übel entscheiden, ob er sich beruflich verändert und den Job an der Seite seines Kollegen und Freundes Hunter aufgibt. Währenddessen plant Hunter einen Urlaub nach Hawaii, doch dort kommt er nie an, denn das FBI bittet ihn um Hilfe und fängt ihn direkt am Flughafenterminal ab. Hunter kann auch diesmal nicht „Nein“ sagen, und so wird es wieder nur ein Arbeitsurlaub. Nach seiner Rückkehr ins Morddezernat I des LAPD rechnet Hunter ganz fest damit, dass sein Freund ihren gemeinsamen Arbeitsplatz verlässt doch Garcia weiß Hunter noch zu überraschen.
Zeitgleich finden in L.A. seltsame Morde satt, eine junge Babysitterin wird im Haus ihrer wohlsituierten Arbeitgeber entführt. Seltsam ist, das sich der Entführer als Cousin der Mutter ausgibt. Auf Nachfrage der Babysitterin wird schnell klar das dies gelogen ist, und die Frau muss am Telefon mit anhören das ein Verbrechen in ihrem Haus passiert. Tage später wird die junge Angestellte gefunden, tot. Augenscheinlich nur Fesselspuren an den Hand- und Fußgelenken, doch die Autopsie entdeckt einen langen Zettel in der Kehle des Opfers auf dem mit Blut geschrieben steht- Ich bin der Tod. Hunter und Garcia nehmen die Ermittlungen auf, denn es gibt bald den nächsten bizarren Mord, der auf einen äußerst brutalen und psychopathischen Täter hindeutet.

Chris Carter ist für mich ein Garant für gute Spannung und äußersten Nervenkitzel. Er scheint sich von Buch zu Buch zu steigern. Trotz des für seine Verhältnisse eher geringen Seitenvolumens des Buches, wartet auch hier ein Thriller für den man schon sehr starke Nerven braucht. Die Fälle sind so brutal und rücksichtlos ausgeführt, da sollte man sich schon gut überlegen dieses Buch doch eher tagsüber durchzulesen. Sehr gut gefallen hat mir diesmal der Storyaufbau, der in zwei große Erzählstränge geteilt ist, wobei einer die o.g. bizarre Mordserie beschreibt und der andere, so wird einem nach einiger Zeit bewusst, den Werdegang des Täters. Wie wird man zum Monster? Carter veranschaulicht dieses recht plastisch und dadurch gingen mir die ganzen geschilderten Grausamkeiten doch ziemlich an die Nieren. Ein wenig hadere ich immer mit der wie mir scheint typischen amerikanischen Arbeitseinstellung, die von vielen Autoren jenseits des Atlantiks in Büchern dieses Genres beschrieben wird. Auch Carter macht hier keine Ausnahme. Seinen Protagonisten Hunter schickt er schon das siebte Buch in Folge mit seiner schon ernstzunehmenden Schlaflosigkeit und einem übermenschlichem Arbeitspensum auf Verbrecherjagd. Das finde ich immer ein klein wenig übertrieben und deshalb unglaubwürdig.

Trotz allem ein Thriller der sich mit den vorherigen Büchern dieser Serie messen lassen kann. Ein kompakter Nervenkitzel in Buchform .Empfehlenswert für alle Liebhaber dieses Genres .

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

thriller, schlechtes lektorat, iq, menschen versuche, gute idee

MINDEXX

Katharina Stock
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Magnolia, 17.03.2016
ISBN 9783981625738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vier Jahre nachdem Nathalie während einer Jugendfreizeit aus einer Jugendherberge verschwand, steht sie wieder bei ihren Eltern und ihrer Schwester vor der Tür. Nach der anfänglichen Freude über ihr Wiederauftauchen, macht sich kurze Zeit später sowohl bei den Eltern, als auch bei den herbeigerufenen Polizisten und der Psychologin , Frustration breit, denn Nathalie ist nicht zu entlocken, wo sie während der fast 48 Monate war. Nur so viel verrät sie, sie war bei einer anderen „Familie“. Erleichtert sind die Eltern nur darüber, dass ihr augenscheinlich keine körperliche Gewalt angetan wurde. Relativ schnell gewöhnt sich Nathalie wieder an ihr früheres Leben und geht auch wieder zur Schule. So ganz lässt sie die Entführungszeit allerdings nicht los, denn ihre „Familie“ hält weiter Kontakt zu ihr, und so öffnet sie sich in ihrer Verzweiflung einem Mitschüler. Was sie ihm berichtet ist einfach ungeheuerlich… es werden bevorzugt Jugendliche entführt, die an sich schon einen überdurchschnittlichen IQ haben, sie werden gefangen gehalten, körperlich und seelisch gedrillt und bekommen eine Droge die sie ihr geistiges Potenzial drastisch steigern lässt. Alles für eine dubiose Firma, die im eigentlichen Sinne im Postgeschäft tätig ist. Fluchtversuche der Jugendlichen aus ihren Kerkern scheitern kläglich, da anscheinend überall Verräter sitzen.

In der Regel gehe ich in meinen oberen Zusammenfassungen des Inhalts nicht so sehr ins Detail, bzw. verrate ich nicht zu viel, diesmal nimmt mir der Klappentext zu diesem Thriller aber schon vieles vorweg. Oft ärgere ich mich dass der Klappentext im Nachhinein sogar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, hier ist es genau umgedreht. Es wird schon alles verraten. Das finde ich recht schade, und sollte vielleicht noch einmal überdacht werden.
Überrascht war ich vom Design des Buches, es ist auf blütenweißem Papier gedruckt und es ist für seine 500 Seiten auffallend schwer, das Cover an sich ist wirklich ausgesprochen treffend.
Mindexx… ein pseudowissenschaftlicher Thriller indem das „Experiment“ auf das „Stockholm Syndrom“ trifft und stellenweise auch Parallelen zu der spektakulären Entführungen von Frau Kampusch und den Fall Josef Fritzl aufweist. Eine recht explosive Mischung an sich, und trotzdem hinterlässt dieses Buch irgendwie einen schalen Nachgeschmack. Der Schreibstil und der Erzählstil der Autorin gefallen mir gut, daran liegt es nicht. Ich habe für mich festgestellt, dass mir die Umsetzung der Geschichte nicht so zu sagt. Auf der einen Seite ist es die Brutalität mit denen die Jugendlichen gefügig gemacht werden, auf der anderen Seite ist es die Hoffnungslosigkeit ausgelöst dadurch, dass die Entführer mit wirklich allem durchkommen. Als weiteres Manko empfinde ich die Darstellung des Kommissars, zu oberflächlich, platt und leider auch dumm. Das missfiel mir sehr.

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267 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 112 Rezensionen

amnesie, thriller, entführung, baby, mord

Remember Mia

Alexandra Burt , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.04.2016
ISBN 9783423261012
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kein wütendes Gebrüll. Keine nass geweinten kleinen Babywangen. Ruhe! Doch dann …Mia ist verschwunden! Ganz langsam sickert diese schreckliche Erkenntnis ins Gedächtnis von Estelle. Doch warum und wohin verschwand ihre kleine sieben Monate alte Tochter mitsamt ihrer Kleidung, den Pflegeutensilien und ihren Milchflaschen? Diese Fragen kann sich Estelle nicht beantworten, denn sie leidet an einer retrograden Amnesie, die sie in Folge eines Autounfalls mit Schussverletzung, erlitt. Bewusst wird ihr nur, dass Mia schon lange vor dem Autounfall verschwunden war. Warum ist sie nicht zur Polizei gegangen? Ihr Mann Jack kann (oder will)ihr auch nicht helfen, er besucht sie nur einmal im Krankenhaus und macht ihr Vorwürfe. Erschwerend kommt hinzu, dass sogar die Polizei davon ausgeht, dass sie ihrer eigenen kleinen Tochter etwas angetan hat. Auf der Suche nach ihren verschütt gegangenen Erinnerungen, tauchen vor ihrem geistigen Auge, immer wieder Bilder von kleinen blutigen Händchen und Füßchen auf. Estelle ist schier am Verzweifeln und ertrinkt in Selbstvorwürfen. In dieser Situation, und um sein eigenes Ansehen als Anwalt nicht zu gefährden, lässt Jack sie in Creedmoor, einer psychiatrischen Anstalt unterbringen. Hier beginnt sie mit dem renommierten Psychiater Dr. Aris eine mehrmonatige Therapie. Doch kann er ihr helfen Mia zu finden?

Remember Mia, als Thriller ausgepriesen mit einem sehr gut gelungenen Cover, das mich als Thriller Fan gleich angesprochen hat. Doch dieses Buch ist für meine Begriffe kein Thriller, eher eine intensive Auseinandersetzung mit einer vorübergehenden psychischen Störung, gewürzt mit Krimi Elementen. Die Schilderungen einer jungen Mutter, die sich , ohne dass sie oder ihre Umwelt etwas davon ahnt oder mitbekommen will, in einer tiefen postnatalen (im Buch als postpartal bezeichnet, mir ist der andere Begriff nur geläufiger) Depression steckt. Alexandra Burt hat ihren Roman in unterteilt in vier Abschnitte, wobei der erste und letzte durchaus über Strecken spannend und fesselnd geschrieben ist. Die Beiden mittleren Teile behandeln in langen Abschnitten die psychologische Aufarbeitung des Unfalltraumas und der Erinnerungslücken. Das ist über weite Strecken zwar nicht uninteressant aber doch recht langatmig. Da diesen auch gänzlich die Spannungsbögen fehlen, würde ich das Buch insgesamt eher als Roman bezeichnen.
Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung der jungen verzweifelten Mutter, ihre Fokussierung auf das Kind und Muttersein. Der Perfektionismus auf der einen Seite und die Hormonumstellung auf der anderen Seite können durchaus zu einem psychischen Ungleichgewicht führen. Diesen Aspekt und die daraus resultierenden, von Außenstehenden nicht immer nachvollziehbaren Handlungen der Betroffenen, sind sehr gut herausgearbeitet. Weniger gut gefallen hat mir die Figur des Ehemanns und der Polizisten. Hier spielt die Autorin mit zu vielen Stereotypen. Der Ehemann ist wirklich das viel beschworene Abbild eines arroganten, karrieresüchtigen und beziehungsblinden Egoisten und die Polizei als solche mit komplett unfähigen Protagonisten bestückt. Für die Handlung war beides zwar sehr zuträglich, aber auch irgendwie langweilig und einfallslos.

Fazit: Ein spannender Roman und eine Hommage an alle Mütter die das Abenteuer Familie konsequent durchstehen.

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91 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

wien, krimi, serienmörder, carlotta fiore, theresa prammer

Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783471351376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er ist aufgewacht… Carlotta Fiore, Kaufhausdetektivin und vor achtzehn Monaten zusammen mit Konrad Fürst als Undercover-Agenten an der Wiener Oper bei der Aufklärung mehrerer Morde beteiligt, eilt ins Krankenhaus. Bei ihrem gemeinsamen Einsatz an der Oper wurde ihr Kollege Konrad lebensgefährlich verletzt und lag seitdem im Koma. Obwohl sie sich nichts sehnlicher gewünscht hat, als das Konrad aufwacht, hat sie allerdings starke Zweifel daran, ob sie ihm sagen soll, dass er eventuell auch ihr Vater ist. Denn Carlotta wurde im Alter von vier Jahren von der berühmten Operndiva Maria Fiore entführt, die spektakulären Fakten traten bei den Ermittlungen ebenfalls zu Tage. Doch auch Konrads ehemaliger Freund und Kollege Hauptkommissar Krump hat ein berufliches Interesse daran das Konrad aufwacht und vor allen Dingen das er sich erinnert…an eine Mordserie vor über dreißig Jahren. Damals wurden Teenager mit 21 Stichen getötet angezogen mit einem gelben T-Shirt und einer kurzen grauen Hose. Genauso eine Tat mit demselben Modus operandi an einem jungen Mädchen ist gerade passiert und ein zweites wird vermisst, doch der damalige Serienmörder konnte überführt werden und ist vor kurzem erst gestorben. Da den Ermittlern die Zeit davon läuft, will Krump mit aller Macht Konrads Gedächtnis auf die Sprünge helfen, doch dieser kann ihm nicht helfen, da er an einer Amnesie leidet. Er erkennt nicht einmal Carlotta.

Sofort nach den ersten Sätzen hatte ich den vorherigen Fall und auch seinen Ausgang wieder vor Augen, da diese Story fast nahtlos, abgesehen von den 18 Monaten, anknüpft. Dieser Krimi besticht ebenfalls, wie sein Vorgänger, durch einen ausgeklügelten Plot, mit zahlreichen Perspektivwechseln und gut gesetzten Spannungsbögen und einem finalen Show down. Ein klein wenig übersichtlicher finde ich in diesem Buch die Ordnung der einzelnen Erzählstränge. Sehr gut und realitätsnah ist das langsame Aufwachen und Erinnern von Konrad geschildert. Die Ängste und die daraus resultierende Verwirrtheit des Protagonisten sind fast greifbar. Hier beweist die Autorin großes Fingerspitzengefühl. Das gelingt ihr auch bei der Darstellung von Carlottas traumatischer Kindheit unter deren Folgen sie noch heute leidet und deshalb nicht immer rationell entscheidet. Fast war diese Nebenhandlung für mich spannender als der eigentliche Fall.
Ihre Protagonistin lässt Theresa Prammer aus der Ich-Perspektive erzählen. Ein großer Vorteil für den Leser in Bezug auf die Handlung, man ist immer nah am Geschehen. Ein kleines Manko in Bezug auf die Protagonistin, fühlt man sich doch als Leser oft versucht Carlotta an ihrem Tun gedanklich zu hindern. Auf alle Fälle intensiviert dies auf lange Sicht und hält dadurch den Pegel der Spannung ziemlich hoch.
Ein wenig hinderlich fand ich manchmal den österreichischen Dialekt, die Autorin verwendet ihn wirklich nicht sehr oft, aber dann richtig. Unter „Pompfüneberer“ konnte ich mir gar nichts vorstellen, erst das Internet hat hier Klarheit geschafft.

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120 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

münchen, krimi, mord, frauenleichen, ermittlungen

Verletzung

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.02.2016
ISBN 9783548287478
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Häusliche Gewalt zieht sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten und Bildungsstände und leider passiert sie auch in Berufsgruppen, die eigentlich genau diese Straftaten verhindern sollen. Kriminalhauptkommissarin Antonia „Toni“ Stieglitz wird von ihrem Freund Mike, der ebenfalls Kriminalkommissar, nur in einem anderen Dezernat, ist, misshandelt. Bisher schien sein ausgezeichneter Ruf ihn in gewisser Weise zu schützen, doch beim letzten Mal rufen Nachbarn die Polizei und der junge Beamte schert sich nicht sonderlich um Mikes Ruf, er verschafft Toni eine Atempause, in dem er Mike zehn Tage der Wohnung verweist. Zehn Tage hat Toni Zeit, ihr Leben zu ordnen und sie beschließt endlich sich zu wehren. Sie taucht unter, irgendwo in München. Mitten in dieser angespannten privaten Situation, wird Toni an einen Tatort gerufen. Auf den Stufen der Sankt Michael Kirche liegt eine weibliche Leiche, drapiert wie eine Puppe. Drei Stiche in die Herzgegend brachten ihr den Tod. Toni stürzt sich in die Ermittlungen, ihre etwas ruppige Art wird aber gerade von ihren Vorgesetzten nicht immer gebilligt, hinzukommt, dass Toni das Gefühl hat, beobachtet zu werden. Hat Mike etwa ihren Unterschlupf ausfindig gemacht? Als sie dann eines Tages einen Blumenstrauß mit einem toten Stieglitz und einer Karte bekommt, auf der steht: „Sing, Vöglein, sing, solange du noch kannst“ steigert sich ihre Angst vor ihrem Ex-Partner ins unermessliche.


„Verletzung“ ist ein ausgesprochen vielschichtiges Krimidebüt. Auf der einen Seite ein Kriminalroman mit einer interessanten Story und gut gesetzten Spannungsbögen und auf der anderen Seite das private Martyrium der Protagonistin. Die innere Zerrissenheit der Kriminalkommissarin Toni , die ohnmächtige Angst die sie vor ihrem Ex-Partner hat und die gleichzeitige Hörigkeit die sie ihm gegenüber empfindet, ist ausgezeichnet dargestellt. Die Hilflosigkeit mit ihrem Problem anscheinend alleine dazustehen, weil die Scham und Angst zu groß ist, sich jemandem anzuvertrauen, war fast fühlbar. Manchmal wirkt die ruppige Art, besonders ihren Kollegen gegenüber, etwas zu stark aufgesetzt, aber keineswegs unglaubwürdig. Der Schreibstil ist flüssig, wirkte an einigen Stellen etwas kühl und distanziert. Dies empfand ich jedoch nicht als negativ. Ein klein wenig irritiert war und bin ich immer noch, das die Autorin ihre Akteurin in der gleichen Stadt wie ihren Peiniger unterbringt. München ist zwar groß, aber Beide arbeiten im Polizeiapparat, da muss man sich doch zwangsläufig begegnen?
Sehr gut dargestellt fand ich die Betriebsinterna des Kommissariats, die Präsentation der beteiligten Personen bis hin zu deren Spitznamen und wie sie dazu kamen. Kurz und knackig werden die verschiedensten Charaktere gezeichnet, ohne maßlose Übertreibung oder heilloser Überforderung des Lesers durch eine zu große Anzahl an Agierenden. Einziger Wermutstropfen, an deren Stelle die mir eigentlich sonst sympathische Toni etwas stark übertrieb, war die Stutenbissigkeit ihrer Kollegin Beate gegenüber.

Das Krimidebüt einer Fachfrau in Sachen realer Kriminalität, hat mich überzeugt.

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(107)

135 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 90 Rezensionen

thriller, erotik, mord, kunst, london

Maestra

L.S. Hilton , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492060516
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einjährigem Praktikum beim renommierten Kunstauktionshaus British Pictures, bekommt Judith eine Assistentenstelle. Sie glaubt es geschafft zu haben… doch irgendwie ist sie nur der Laufbursche ihrer Vorgesetzten und das Geld reicht auch hinten und vorne nicht. Da kommt ihr die zufällige Begegnung mit einer ehemaligen Mitschülerin und deren Nebenjobangebot nach einigem Zögern doch recht. Leanna arbeitet unter dem Pseudonym „Mercedes“ in einer Champagner-Bar, eine Umschreibung für ein Ambiente mit gewissen Vorzügen für ältere oder verheiratete Herren, ohne konkretes eindeutiges Angebot. Judith willigt ein, ist das Trinkgeld doch nicht zu verachten und die Arbeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag zwischen verstaubten „Alten Meistern“. Unter dem Namen “Lauren“ lernt sie im Club Gstaad dann auch James „Fatty“ kennen, wobei sein immenser Körperumfang seinem Spitznamen nur allzu gerecht wird. Fatty findet auch sofort Gefallen an der kultivierten und gebildeten Lauren und kontaktiert sie so oft es geht im Club. Diese platonische Liaison geht sogar so weit, dass er Judith und Leanne nach Südfrankreich einlädt. Ein Ausflug der für Fatty leider tödlich endet und Judith ein Fluchtleben der ganz anderen Art beschert.


Jedes Genre hat seine gewissen Klischees. Dieser wartet neben den üblichen Stereotypen eines Kriminalromans noch mit sehr detaillierten Plattitüden eines (billigen)Erotikheftchens auf. Das muss man schon mögen um weiterzulesen. Dieses Buch ist ein wahrer Mischmasch aus „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, „Der talentierte Mr. Ripley„ und „Sex and the City“. Von allem ein bisschen, doch das i-Tüpfelchen fehlt. Lange Zeit sucht man vergeblich nach einem Hauch von Thriller, der entwickelt sich allerdings erst ziemlich spät. Vorher liest man sich durch lange Passagen eines allzu aufdringlich beschriebenem „La Dolce Vita“, wird förmlich erschlagen von der Crème de la Crème an exklusiven Markenherstellern und Interpretationen klassischer und zeitgenössischen Meisterwerke. Trotzdem fand ich den Roman durchaus lesenswert. Ein etwas aufdringlicher, jedoch leicht zu lesender Schreibstil. Eine Autorin die Sexszenen nicht nur andeutet sondern (manchmal) knallhart präsentiert. Ein gewisser pornographischer Stil scheint durchaus beabsichtigt zu sein. Eine Protagonistin die man im ersten Teil wegen ihrer bescheidenen Stellung und ihres fast aussichtslosen Kampfes um ein kleines Stück vom großen Kuchens sympathisch findet und im zweiten Teil wegen ihres verbissenen Willens sich nicht wieder in eine graue unterwürfige Maus zu verwandeln. Die Spannungsbögen sind meines Erachtens etwas dürftig, dafür aber an den richtigen Stellen gesetzt.
Wie so oft muss ich an diesem Buch nicht so sehr den Inhalt sondern den Klappentext kritisieren, denn dieser entspricht nicht der Geschichte und ich finde es immer schade, wenn potenzielle Kunden so plump hinters Licht geführt werden. Hier würde ich dringend um eine Änderung bitten. 

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

schweden, krimi, rassismus, tom stilton, rassenhass

Die Strömung

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442753956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

2005 treffen sich vier Männer in einer Hotelbar in Stockholm, die nächsten Schritte für ihre Nationalsozialistische Revolution in Schweden planen. Einer der Männer bekommt als Geburtstagsgeschenk einen Schlüssel zu einer Hotelsuite, in der ein Treffen mit einer Edelprostituierten arrangiert wurde. Stunden später muss der damalige Kommissar Tom Stilton in derselben Hotelsuite, den brutalen Mord an einer farbigen Frau feststellen. Ein Verbrechen das nie aufgeklärt wurde, und das ihn nach acht Jahren immer noch nicht loslässt.
2013 ermittelt eine Freundin von Tom Stilton , Olivia Rönning in einem äußerst entsetzlichen Mord , in Arild, einem kleinen Fischerdorf in Schonen, an einer Dreijährigen. Die kleine Emelie wurde beim Spielen im Sandkasten brutal ermordet. Doch das wird nicht der einzige Mord dieser Art bleiben, denn auch Olivias ehemalige Vorgesetzte in Stockholm, Mette Olsäter ermittelt kurze Zeit später in einem Mordfall an einem Siebenjährigen. Auffällig ist derselbe Modus operandi wie bei Olivias Mordfall. Tom, Olivia und Mette machen sich teilweise zusammen, teilweise einzeln an die Aufklärung dieser brutalen Morde. Ein gemeinsamer Nenner ist die Tatsache, dass alle drei Opfer ausländische Wurzeln haben.

Dem Autorenduo ist ein hochbrisanter, spannender und leider so denkbar realistischer Krimi gelungen. In über fünfhundert Seiten verpacken sie einen atmosphärisch dicht geschriebenen Plot über menschlicher Abgründe und Abarten. Durch die Herkunft der Opfer ist eigentlich relativ schnell klar in welche Richtung die Aufklärung gehen wird, trotzdem wird der Leser durch viele verschiedene Wendungen in der Geschichte und durch gut gesetzte Spannungsbögen über die ganze Länge des Buches gefesselt. Erschreckend war hier insbesondere, wenn man die Mordfälle einmal ausklammert, der Bezug zur Realität, auch in unserem eigenen Land. Gefallen hat mir auch die detaillierte Beschreibung der Protagonisten, ihre Vergangenheit, ihre Freundschaft und Kollegialität zu einander. Obwohl es hier eindeutig nachteilig ist, wenn man so wie ich die Vorgängerbände nicht gelesen hat.

In der Regel gehe ich recht selten auf die Buch und Covergestaltung ein, in diesem Fall möchte ich eine Ausnahme machen, denn ich war hocherfreut, eine Hardcover- Ausgabe mit Lesebändchen aus dem Briefumschlag ziehen zu können. Bei den vielen verschiedenen Möglichkeiten heutzutage, ein Buch zu verlegen, hatte ich insgeheim schon die Befürchtung, diese Version verschwindet langsam vom Markt. Was mich persönlich doch recht traurig stimmen würde.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

venedig, krimi, italien, blonde frauen, entführung

Venezianische Schatten

Daniela Gesing
E-Buch Text: 242 Seiten
Erschienen bei Midnight, 13.05.2016
ISBN 9783958190696
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im noch winterlichen Venedig, hockt am helllichten Tag eine reglose Gestalt auf den Stufen der Kirche Santa Maria Rosario. Trotz ihrer augenscheinlich höherwertigen Kleidung macht sie einen verwahrlosten und verwirrten Eindruck. Zur selben Zeit flanieren Commissario Luca Brassoni und seine Lebensgefährtin, die Pathologin Carla Sorrenti über Venedigs beliebteste Uferpromenade und entdecken die reglose Gestalt. Sofort bieten sie ihre Hilfe an und rufen die Ambulanz. Carla beschleicht das ungute Gefühl, dass dieser Fall sowohl sie als auch ihren Freund noch länger beschäftigen wird. Sie soll Recht behalten, denn nur kurze Zeit später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wie sich herausstellt ist die Tote vor einiger Zeit spurlos verschwunden und auch die Unbekannte aus Dorsudoro ist vor langer Zeit als vermisst gemeldet worden. Für Luca steht fest, dass diese Fälle irgendwie zusammenhängen. Leider kommt er mit seinen Ermittlungen nur langsam vorwärts, denn die vermeintliche Zeugin leidet an einer retrograden Amnesie, doch die Zeit drängt, denn schon wieder wurde eine junge Frau entführt.

So kann man sich täuschen, bin ich bisher davon ausgegangen, dass es in der schönen Lagunenstadt keinen Winter im herkömmlichen Sinne, mit Schnee und Kälte gibt, belehrt mich die Autorin doch eines Besseren.
Ich lese sehr viele Bücher dieses Genres, auch und im Besonderen internationale Autoren, und ich erkenne viele Besonderheiten im Aufbau und in der Umsetzung der Story. Skandinavische Krimiautoren zum Beispiel, legen sehr viel Wert auf das Interagieren ihrer Protagonisten, italienische Autoren sind sehr detailverliebt, wenn es um die Landschaftliche Präsentation geht und sie nutzen jede Gelegenheit kulinarische Leckerbissen an den Leser weiterzugeben. Daniela Gesing nimmt sich dieser Besonderheiten ebenfalls an, das hat mir sehr gut gefallen. Bemerkenswert fand ich, das sich die Pathologin Carla bei der Beschreibung ihrer Arbeit nicht in medizinischen Fachbegriffen ergeht, sondern diese auch für einen Laien verständlich „übersetzt“. Eine erfrischende Abwechslung zur eher anderen Entwicklung im Bereich Krimi/Thriller.
Der eigentliche Fall versprach am Anfang sehr viel Spannung und auch Nervenkitzel, hiervon konnte mich die Autorin aber nicht so ganz überzeugen. Das lag zu einem Teil daran, das ich schon ziemlich früh einen „Hauptverdächtigen“ hatte, der auch mit viel zu vielen gängigen Klischees ausstaffiert wurde als das man ihn nicht in Erwägung ziehen könnte, zum anderen Teil wird man als Leser sehr oft (vor allen Dingen bei Szenewechseln) auf die sich in den nächsten Stunden dramatisch verändernden Situationen hingewiesen. Beim ersten Lesen dieses Hinweises fand ich ihn etwas plump, da dies aber noch öfter auftaucht, irgendwann enervierend.
Fazit: Ein solider Krimi, mit einer interessanten Story aber gemäßigten Spannungsbögen.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

krimi, hamburg, erotik, schlager, abtreibung

Elbsirenen

Jelka Dieckens
E-Buch Text: 350 Seiten
Erschienen bei Electric Elephant Publishing, 22.05.2016
ISBN 9783946513636
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminaloberkommissar Francesco Morino und seine Kollegin Bea Hinrichs werden zu einem Leichenfund in der „Schanze“, einem Hamburger Szeneviertel, gerufen. Der Tote residierte in einem riesigen luxuriösen Loft. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass er sich seine Verletzungen im Gesichtsbereich und auch die Verletzung die zu seinem Tode führte, nicht selbst zugebracht haben kann. Überrascht ist Francesco nur über seine Kollegin, denn Bea erkennt den Toten im Gegensatz zu ihrem Kollegen. Der Tote war der berühmte Schlagerstar Harry. Mit dem unbestimmten Gefühl das ein Mordfall an einer lokalen Berühmtheit immer Schwierigkeiten bereitet, recherchieren die beiden Kriminalisten das persönliche Umfeld des Toten. Schnell lässt sich feststellen dass der Tote durch seine rücksichtslose und intrigante Art eigentlich nur Feinde hatte. Darunter sind neben seinem Bruder, sein Ex-Manager, zahlreiche Schlagersternchen, Stars und jede Menge Ex-Gespielinnen. Nein so wirklich trauert niemand um Harry….bis auf eine junge Dame.

Regionalkrimis erfreuen sich einer großen Beliebtheit, deren ich mich ebenfalls nicht ganz entziehen kann, noch dazu spielt dieser im Norddeutschen Raum. Der Kriminalfall ist nicht sonderlich spektakulär, dafür ist die Ermittlungsarbeit der Kommissare doch recht real wiedergegeben. Die viele Laufarbeit, das mühsame Enttarnen der vielen kleinen und großen Lügen der Zeugen und Tatverdächtigen. Das ist zwischenzeitlich etwas langatmig, durch kleine aber gut pointierte Spannungsbögen werden die etwas zäheren Szenen jedoch gut überspielt. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Showbiz, die heile Welt vor der Kamera und die Abgründe die sich auftun, wenn die Lichter ausgeschaltet sind, versteht die Autorin hervorragend einzubauen. Ein klein wenig enttäuscht war ich von den erotischen Szenen, manchmal wirkten sie auf mich einfach etwas hölzern und auch ähnlich. Mal ganz abgesehen davon dass fast alle Protagonisten über eine doch stark ausgeprägte Libido verfügen und sich ständig Gelegenheiten ergeben diese auszuleben. Das fand ich etwas zu fantastisch…vielleicht ist das aber durchaus möglich in einer Großstadt…

Fazit: Ein vielversprechendes Debüt mit einem sympathischen Ermittlerduo.

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115 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

teufel, humor, gott, hans rath, lustig

Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch

Hans Rath ,
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 26.09.2014
ISBN 9783805250740
Genre: Humor

Rezension:

Vor drei Jahren hatte der Psychotherapeut Jakob Jakobi „Gott“ auf seiner Couch und jetzt erschleicht sich der „Teufel“ einen Termin bei ihm. Genau das behauptet sein neuer Klient, Anton Auerbach, er wäre der Fürst der Finsternis. Obwohl Jakob schon etwas brüskiert ist, über die penetranten Forderungen des Patienten für einen sofortigen Termin, gibt er sich geschlagen und nimmt ihn in seine Kartei auf. Der Fall könnte ja interessant werden! Eine Identitätskrise scheint die wahrscheinlichste Ursache für diesen Fall zu sein. Das manifestiert sich auch noch darin, dass Herr Auerbach munter drauf los „Seelen“ einkauft. Als erstes die der Sprechstundenhilfe aber auch Jakobs Ex-Frau und seine Geliebte werden vom selbsternannten Teufel umgarnt. Sauer wird Auerbach nur, weil Jakob sein Spiel nicht mitspielt. Er weigert sich schlicht seine „Seele“ an Toni abzutreten. Nun fährt dieser stärkere Geschütze auf…

Es hat sich in der Unterwelt doch einiges getan, seit Dantes „Göttlicher Komödie“, die Hölle ist kein riesiger Feuerschlund gefüllt mit Verdammten und deren unerträgliche Seelenqual, sondern ein riesiger Komplex, angefüllt mit modernster Technik einzig und allein die Verfehlungen der Menschen zu speichern. Ein größerer Datensammler als die NSA. Das Aussehen dieser neuen Hölle erinnert auch eher an eine Behörde. Naja so ein „Amtstag“ kann ja schon die reinste Hölle sein…

Hans Rath erzählt eine kurzweilige Geschichte über Gut und Böse und deren nicht immer geradliniger Abtrennung. Jeder Mitwirkende zeigt seine helle bzw. dunkle Seite. Jeder hat irgendwo sein dunkles Geheimnis, seinen Fehltritt den es natürlich zu verheimlichen gilt. Oder man bedient sich dunklerer Mächte um an sein Ziel zu kommen. Das Buch ist kurzweilig und zeichnet sich durch einen flüssigen Schreibstil aus. Mir hat an der Geschichte nur der besondere Kick gefehlt. Die Story ist an sich ist interessant, stellenweise komisch, birgt aber so gut wie nichts Neues über die beiden Gegenspieler, der Teufel ist wie gehabt intrigant und treibt so seine perfiden Spielchen, Gott orakelt eher als das er wirklich eine Hilfe ist, Jakob selbst ist irgendwie Statist in seinem eigenen Leben und dann gibt es natürlich noch kirchlichen Beistand, dem aber auch nur die Möglichkeit des Exorzismus bleibt. Alle anderen Mitwirkenden sind leider so mit Klischees beladen, das deren Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. Manchmal ist weniger mehr.

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

rügen, mord, krimi, stralsund, leuchtturm

Leuchtturmmord

Katharina Peters
Flexibler Einband: 323 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.03.2016
ISBN 9783746632063
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissarin Ramona „Romy“ Beccare ermittelt zusammen mit ihrem Team in Bergen, den Mord an einer jungen Mutter. Auf der Halbinsel Zudar wird nahe des Leuchtturms, die Leiche von Merle gefunden. Massive stumpfe Verletzungen und eine durchtrennte Arteria carotis besiegelten das Todesurteil der jungen Frau, Ende zwanzig. Der Ehemann der Toten würde wegen seiner cholerischen Art, und der Tatsache dass die Tote diesem untreu war, zwar ins Täterprofil passen, er scheidet aber aus, da er ein wasserdichtes Alibi vorweisen kann. Spätere Nachforschungen im Bekanntenkreis der Toten führen zu der Erkenntnis, dass Merle in ihrer Jugendzeit einer Clique angehörte. Von diesen sechs Freunden lebt nur noch einer. Könnte er der Täter sein?

Zeitgleich ermittelt Romys Freund Jan Riechter, leitender Kommissar in Stralsund, zusammen mit seinem Team, im Fall von illegalen Boxkämpfen. Zwei junge athletische Männer sind innerhalb kürzester Zeit, mit massivsten Verletzungen vor ärztlichen Einrichtungen abgelegt worden. Der Verdacht liegt nahe, dass die Toten sich ihre Traumata durch Faustkämpfe zuzogen. Doch wo finden diese illegalen Kämpfe statt?

Dies ist mein erster Krimi von Katharina Peters mit der Kommissarin Romy. Da es schon einige Vorgängerbücher gibt, hatte ich ein wenig Schwierigkeiten die einzelnen Akteure richtig einzuordnen. Hier hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht. Hierbei meine ich insbesondere die genaue Abgrenzung zwischen den beiden Teams, auch wenn diese natürlich trotzdem zu einer Abteilung gehören. Das hätte für mich etwas schärfer skizziert sein können.

Die eigentliche Handlung ist spannungs- und energiegeladen. Schon früh wird dem Leser klar, dass sowohl der Fall auf Rügen und auch der Fall in Stralsund irgendwie zusammenhängen. Gezielte Wendungen halten die Spannung gleichmäßig hoch. Manchmal spielt allerdings Kommissar Zufall eine viel zu große Rolle, dadurch wirkt einiges im Verlauf der Ermittlungen für mich zu bemüht.

Ein ganz besonderes Highlight, und dafür gab es den vierten Stern, an diesem Krimi sind für mich die Handlungsorte. Alle spielen in meiner unmittelbaren Umgebung, selbst meine Heimatstadt wird des Öfteren erwähnt. Die ganz kleine Anmerkung auf eines unserer größten kulturhistorischen Zeugnisse aus der Zeit der Reformation, den Croÿ- Teppich, war ein besonderes i-Tüpfelchen.

Alles in allem ein solider Krimi mit gut gesetzten Spannungsbögen und einer interessanten Darstellung der kriminellen Aktivitäten in der Provinz.

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155 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

maulwurf, mord, krimi, sterbegeld, frankfurt

Sterbegeld

Judith Winter
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.12.2015
ISBN 9783423216166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 10. November 2014 wird den Polizeibeamten Nico Kröger und Tonja Frentsch unauslöschlich im Gedächtnis bleiben. Sie werden von der Einsatzzentrale zum Haus einer jungen Familie beordert. Der Verdacht liegt nahe dass es sich hierbei um einen Fall von häuslicher Gewalt handeln könnte. Von außen deutet nichts darauf hin, trotzdem beschleicht beide Beamte ein diffuses Gefühl von etwas Grausames. Als auf ihr mehrfaches Klopfen niemand die Haustür öffnet, versuchen Sie sich über die Terrassentür einen Einblick zu verschaffen. Dort müssen sie feststellen dass sowohl der Familienvater als auch die dreijährige Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Gewaltsam dringen sie ein und finden auch die Mutter und den sechsjährigen Sohn tot auf. Der kleine Junge hatte es kurz vor seinem Tod noch geschafft, den Notruf zu wählen. Von dieser unfassbaren Tat geschockt, bemerken sie auch zu spät, dass der Angreifer noch im Haus war, als die Beiden durch die Terrassentür eindrangen. Kurze Zeit später gerät ein Nachbar unter den Verdacht für diese abscheuliche Tat verantwortlich zu sein, doch seinem Pflichtverteidiger, Karel Schubert, kommen erhebliche Bedenken an der Schuld seines Mandanten. Er wendet sich an die Kriminalkommissarin Mai Zhou mit der Bitte um Recherche. Zur selben Zeit werden Mai und ihre Kollegin Emilia Capelli von ihrem Vorgesetzten Makarov verpflichtet, gegen ihre eigenen Kollegen zu ermitteln. In der Sondereinheit SEG „Calibri“ gibt es einen Maulwurf, der nicht nur die Ermittlungen gegen einen deutsch-kroatischen Waffenschmuggler torpediert, sondern auch vor Mord an den eigenen Kollegen nicht zurück schreckt. Wiederwillig kommen die zwei Kommissare diesem Befehl nach, den gerade Capelli hat große Bedenken diesen Auftrag anzunehmen, da sie mit vielen Ermittlern der Sondereinheit befreundet ist.

Dies ist nicht nur für Mai Zhou und Em Capelli der dritte Fall, sondern auch mein drittes Buch das ich von dieser Autorin lesen durfte. Die Autorin beweist sehr viel Geschick im „schmieden“ ihrer Mordkomplotts, die Darstellung und das Interagieren der beiden Kommissarinnen war aber auf die Dauer recht nerv tötend. Über die drei Bücher flacht dieser „Zickenterror“ aber zunehmend, und sehr zu meiner Freude, ab. Das empfinde ich schon als sehr großen Pluspunkt kommt doch so der eigentliche Fall viel besser zum tragen. Richtig gut und spannend sind auch in diesem Buch die beiden Handlungsstränge. Ich finde, sie sind perfekt aufeinander abgestimmt. Die Szenenwechsel kommen nicht allzu abrupt. Ich konnte mich gut einlesen und beiden Fällen mühelos folgen. Auffallend sind die vielen Umschwünge vom Verdächtigen zum Täter und umgekehrt. Das ist es der Autorin über weite Strecken gelungen mich immer wieder in die Irre zu führen. Dies und perfekt gesetzte Spannungsbögen haben mich fast restlos überzeugt. Ich kann allerdings nicht umhin zu sagen, das die Aufklärung der beiden Taten trotzdem einen faden Beigeschmack haben. Denn die Motivation beider Täter war für mich nicht restlos nachvollziehbar. Aber unfassbare Taten lassen sich auch nicht immer logisch klären. Ich bin der Meinung dies ist das beste Buch aus der Reihe.

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

krimi, sauerland, mord, krimi-reihe, knollenblätterpilz

Katz und Mord

Mareike Albracht
E-Buch Text: 284 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.11.2015
ISBN 9783958190528
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Irgendjemand will den Bewohnern in Bontkirchen Übles. Erst Frau Steinmetz , eine passionierte Pilzsammlerin, die an einer Knollenblätterpilzvergiftung stirbt und nun auch noch der alleinstehende Herr Gruber, der durch einen Schuss das Zeitliche segnete. Im Gegensatz zu der gerngesehenen Frau Steinmetz, war Gruber kein sehr umgänglicher Dorfbewohner, hat er sich doch zunehmend Feinde dadurch gemacht, dass er alles und jeden wegen der geringsten Verstöße angezeigt hat. Hauptkommissar Thorsten Seidel macht sich also zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen auf den Weg in das kleine Kaff im Sauerland. Eigentlich wäre das ja sein freies Wochenende gewesen, aber der diensthabende Ermittler ist krank, und seine Kollegin Anne wähnt Thorsten in ihrem wohlverdienten Urlaub auf Mauritius. Diese jedoch joggt sich gerade den Frust aus der Seele, hat sie doch ihr Freund vier Tage vor dem geplanten Traumurlaub sitzen lassen. Gerne würde sie ihrer Urlaubstage auch sausen lassen und sich voll in die Ermittlungen stürzen, doch leider hat sie sich bei ihrem Gewaltlauf einen verstauchten Knöchel zugezogen und wird von ihrem Chef dazu verdonnert sich erst einmal auszuruhen. Doch Anne ist sehr stur und deshalb beschließt sie, ohne ihren Partner Thorsten Seidel zu informieren, in Bontkirchen „Urlaub“ zu machen, um inkognito näheres über die mysteriösen Umstände vom Ableben der Frau Steinmetz herauszufinden. Denn dass diese sich selbst mit dem giftigen Pilz umgebracht haben soll, kann sie nicht glauben.

Ein gelungenes Debüt einer jungen Autorin, die über einen angenehm flüssigen und klaren Schreibstil verfügt. Die Charaktere sind gut getroffen, wobei die Nebendarsteller ein wenig stereotyp sind, aber das liegt sicherlich auch an diesem Genre, da ist der Chef meistens ein übler Choleriker, der ebenbürtige Kollege ein arroganter Schnösel und der ermittelnde Staatsanwalt ein übler Karrierist. Die Dorfbevölkerung entspricht ebenfalls den gängigen Klischees, da gibt es neben einer Kräuterhexe, eine Klatschbase und ein bisschen zu viel an orientierungsloser Jugend. Die beiden Hauptakteure hingegen sind sehr modern charakterisiert. Eine getäuschte junge Frau und ein Ermittler der Beruf und Familie versucht unter einen Hut zu bekommen. Das gelingt der Autorin sehr glaubhaft und realitätsnah. Besonders aufgefallen ist mir, dass bestimmte Floskeln, die in Krimis im Allgemeinen immer mal wieder auftauchen, bewusst vermieden werden. Ein Beispiel ist die Antwort des Kommissars auf die Empörung eines Verdächtigen warum dieser ein Alibi für die Tatzeit beibringen muss: „In meinem Beruf darf man nur glauben, was sich beweisen lässt.“ Das fand ich eine gelungene Abwechslung zum lapidaren: „Alles nur Routine.“ Auch wenn mir schon nach kurzer Zeit des Lesens ein Verdächtiger besonders auffiel, war mir die Motivation des Täters lange unklar. Geschickt versteht es die Autorin den Leser abzulenken und dabei trotzdem die Spannung zu halten, der schlussendlich in einem Showdown endet.
Ein kurzweiliger schnörkeloser Regionalkrimi mit kleinen Spannungsbögen, einer interessanten Story und vielen Hinweisen auf die Besonderheiten dieses Landstriches und seiner Bewohner.

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(44)

49 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

geliebte, ehebruch, roman, treue, untreue

Der Preis der Treue

Diane Brasseur , Bettina Bach
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423260695
Genre: Romane

Rezension:

Der Protagonist dieses Romans sitzt in seinem Arbeitszimmer und resümiert über sein Doppelleben, das er seit einem Jahr führt. Zu Hause in Marseille lebt er mit seiner Frau, der Tochter und dem kränkelnden Vater am Wochenende, in Paris ist er berufsbedingt die ganze Woche und hält sich dort seit neuestem eine Geliebte. Doch auch für ihn kommt irgendwann der Tag der Entscheidung, trennt er sich nach 19 Jahren von seiner Frau oder fängt er neu mit Alix an?

Auf 173 Seiten schwafelt er über sich, seine Potenz, sein Alter, seine beiden Frauen, aber nichts ist wirklich greifbar. Alles wirkt farblos und eindimensional. Nicht damit genug das er über sein eigenes (Liebes)Leben schwadroniert, besonders nervig fand ich, das er sowohl seiner Frau als auch seiner Freundin ständig Wörter in den Mund legt und zwar so dass er das Gefühl hat jede von beiden verzehrt sich nur nach ihm. Dabei reduziert er sie Beide auf eine finde ich infame Weise, seine Frau ist das Hausmütterchen, das sich um Haus, Tochter und kranken Schwiegervater kümmern kann, seine Geliebte, die Frau in der Warteschleife. Fast alle gängigen Klischees eines solchen Ehebruchs werden hier auch bedient. Nein , ich hatte mir definitiv mehr von diesem Buch erwartet, selbst die erotisch dargestellten Passagen wirken auf mich sehr hölzern.

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

krimi, london, alice quentin, serienmörder, entführung

Eismädchen

Kate Rhodes ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2015
ISBN 9783548287102
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Psychologin Alice Quentin gönnt sich zu Studienzwecken ein Sabbatjahr… in der größten forensischen Anstalt Englands. Thema ihrer Forschungsarbeit soll die „ Behandlung ausgeprägter und gefährlicher Persönlichkeitsstörungen und die Rehabilitation Gefangener sein“. Zur selben Zeit geht ein Serientäter in London um. Seine Opfer sind kleine Mädchen aus etwas schwierigen Familienverhältnissen. Zwei der Mädchen wurden schon tot aufgefunden, und jetzt ist ein drittes verschwunden. Alle diese Taten haben Ähnlichkeiten mit den Verbrechen des berüchtigten Kinsella, der vor mehr als 20 Jahren aktiv war, überführt wurde und jetzt in derselben Anstalt einsitzt, die sich Alice als Forschungsstation ausgesucht hat. Es liegt deshalb nahe das Detektive Burns sich erneut an die Psychologin mit Bitte um Hilfe wendet. Doch Alice hat zwei Probleme, nicht nur das Kinsella eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihrem verstorbenen Vater hat, zu dem sie ein sehr schwieriges Verhältnis hatte, nein der Mörder antwortet ihr nur, wenn sie selber Geheimnisse von sich preisgibt…

„Quid pro quo“, eine Aussage die jedem aus „Das Schweigen der Lämmer“ bekannt sein dürfte. Das jedenfalls war meine erste Assoziation als ich mir den Klappentext durchgelesen habe. Doch die Autorin begeht nicht den Fehler Thomas Harris Bestseller schnöde zu kopieren. Ähnlich ist jedoch die aus psychologischer Sicht eindrucksvollen und überzeugenden Gespräche der Beiden. Eine düstere Atmosphäre, geprägt von Vorsicht und Angst auf der einen und manipulativen Machtspielchen auf der anderen Seite. Wortwechsel die dem Leser zwischenzeitlich zusetzen, ebenso wie die Grausamkeiten des damaligen und heutigen Täters. Kate Rhodes bettet dieses Psychospielchen perfekt in die Geschichte ein. Doch nicht nur der verbale Kampf wird ausführlich dargestellt sondern auch die Umgebung der forensischen Anstalt, ihrer Insassen und des Personals. Letztere tragen alle riesen Pakete an psychologischen Auffälligkeiten, so scheint es, mit sich herum. Als Leser hat man auf einmal eine große Anzahl an Verdächtigen. “Eismädchen“ besticht durch eine kompakte und komplexe Story mit perfekten Spannungsbögen, die einen förmlich durch die Seiten jagt. Einziges klitzekleines Manko sind lediglich die nicht ganz so ausführlichen Hinweise auf die vergangenen Bücher dieser Reihe. Ich persönlich hätte gerne etwas mehr erfahren über Alice Vergangenheit und die Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Bruder. Die Handlung schließt in sich schlüssig ab und ich bin, trotz so viel Leseerfahrung in diesem Bereich, nicht auf den Täter gekommen.
Ich verwende den Begriff Pageturner nur selten, hier ist er auf alle Fälle angebracht.

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258 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

krimi, organspende, nele neuhaus, oliver von bodenstein, pia kirchhoff

Die Lebenden und die Toten

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 25.09.2015
ISBN 9783548287768
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fünf Tage vor Weihnachten wird die Rentnerin Ingeborg Rohleder beim morgendlichen Spaziergang mit ihrem Hund, erschossen. Aus dem Hinterhalt, ohne erkennbaren Grund. Pia Kirchhoff unterbricht ihren gerade erst begonnenen vierwöchigen Urlaub und springt kurzfristig stundenweise für Ihren Chef Oliver von Bodenstein ein.
Die dreiundvierzigjährige Unternehmensberaterin Karoline Albrecht sitzt zur selben Zeit mit ihrer Mutter beim Tee, und sinniert über ihr Leben. Allzu karrierebewusst, wird ihr nun klar, dass sie eine Auszeit vom Job braucht, um wieder mehr Zeit für sich und ihre Tochter zu haben. Doch das Schmieden neuer Zukunftspläne wird auf grausame Art unterbrochen, denn ihre über alles geliebte Mutter steht auch auf der Liste des Heckenschützen und wird vor den Augen ihrer Enkeltochter erschossen. Für Karoline beginnt ein Alptraum. Doch das Morden geht weiter und das Ermittlerteam um Pia und Oliver bekommen es mit einem Serientäter zu tun der ihnen immer einen Schritt voraus ist. Pia streicht daraufhin ihre geplanten Flitterwochen nach Ecuador und stürzt sich in die Ermittlungen. Noch sind keine Zusammenhänge zwischen den beiden Morden erkennbar und der hinzugezogene Profiler ist dem ganzen Team keine Hilfe im Gegenteil bringt er die Ermittlungsarbeiten durcheinander. Mal ganz davon abgesehen dass er kein umgänglicher Zeitgenosse ist. Währenddessen ermittelt Karoline auf eigene Faust, sie kann nicht begreifen dass ein so liebenswerter Mensch wie Ihre Mutter, Opfer eines so brutalen Mörders wird. Ganz schnell erhärtet sich ihr Verdacht, dass ihr Vater nicht ganz unschuldig am Tod der eigenen Frau ist, bedingt auch durch den Brief den der „Sniper“, so wird der Heckenschütze mittlerweile in der Presse bezeichnet, an eine Polizeidienststelle sendet, und in dem er genau dies unterstellt.

Nele Neuhaus Krimireihe um die Ermittler Oliver und Pia lese ich mit jedem neuen Band lieber, obwohl ich schon immer ein wenig mit den dargestellten Charakteren der Beiden hadere. Manchmal verliert sich die Autorin in allzu bekannte Stereotypen. Das ist auch in diesem Buch der Fall, die Darstellung des Profilers Neff ist so vorhersehbar, langweilig und uninteressant das es fast schon langweilig ist diesem Protagonisten zu folgen. Auch dieses, ich möchte fast sagen amerikanisches Verhalten von Pia, nie Urlaub machen, immer präsent auf Arbeit sein und das als „Berufung“ zu bezeichnen, grenzt für mich schon fast an ein zwanghaftes Verhalten der Ermittlerin. Diese, im Vergleich zur eigentlichen Story, kleine Makel, macht Nele Neuhaus durch einen gut recherchierten und spannungsgeladenen Plot wieder wett. In diesem Fall widmet sie sich dem Thema Organspende das leider immer wieder und ganz aktuell (in Heidelberg), negative Schlagzeilen in der Presse macht. Wie man ein eigentlich streng reglementiertes Verfahren so unterwandern kann ist mir immer noch schwer verständlich und zeugt von einem hohen Maß an krimineller Energie. Doch hier zeigt sich wieder einmal dass das Leben die schlimmeren Geschichten schreibt. Die Autorin jedoch verpackt ihre Geschichte nicht zu reißerisch, das hat mir gefallen. Allerdings muss man hier sehr konzentriert lesen, da sich die Anzahl der Verdächtigen häuft, die Tatorte wechseln ebenfalls schnell und die Opfer potenzieren das Ganze und mitten drin ein Ermittlerteam das bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommt. Hier ist also volle Aufmerksamkeit gefragt um der Handlung zu folgen. Einer der besten Krimis von der Autorin.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

kunstraub, caravaggio, syrien, gabriel allon 14, silv

Der Raub

Daniel Silva , Wulf Bergner
Fester Einband: 415 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.09.2015
ISBN 9783959670005
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Julien Isherwood, Kunsthändler der sich auf Altmeister spezialisiert hat, hat leichte finanzielle Probleme mit seiner Galerie. Schon seit einiger Zeit bedrängt in der dicke, feiste und einfach unsympathische und skrupellose Kunsthändler Oliver Dimbleby, das Julien ihm seine Galerie verkauft. Aber dieser weigert sich standhaft. Bei einem erneuten Treffen in Juliens Lieblingskneipe engagiert ihn Oliver als Kunstberater für einen Engländer der in Italien lebt. Julien reist dorthin nur um festzustellen dass der Engländer eines gewaltsamen Todes starb. Daraufhin befindet er sich sehr schnell in der Hand von General Ferrari, dem Leiter Kunstdezernates der italienischen Gendarmerie. General Ferrari nimmt unverzüglich Kontakt zu Gabriel Allon auf, da dieser mit Julien befreundet ist, erhofft sich der Ermittler eine, wenn auch erzwungene, Zusammenarbeit mit dem jetzigen Restaurator und ehemaligen israelischen Geheimdienstoffizier und Berufskillers. Der Ermittler verlangt von Gabriel, das dieser ein längst verschollenes Meisterwerk Caravaggios wiederfindet, im Gegenzug würde er den Unglücksraben Julien wieder freilassen. Doch Gabriel ist nicht sehr erfreut das sich seine Lebensumstände ein weiteres Mal ändern, und das obwohl seine Frau schwanger ist und bald entbindet. Für seinen Freund würde er jedoch einiges riskieren.
Gabriel nimmt sich eine Auszeit von seinem aktuellen Projekt, der Restauration von Veroneses „Thronende Muttergottes und Kind mit Heiligen“ in der Kirche San Sebastiano in Venedig. Er besucht die Villa des ermordeten Engländers und muss kurze Zeit später feststellen, dass dieser im Besitz von Meisterwerken ist, die teilweise schon seit Jahrzehnten als verschollen gelten. Doch diese Werke waren nicht leicht zu finden, da sie übermalt wurden. Nur als Restaurator hat Gabriel einen Blick dafür. Doch für wen versteckte der Tote diese Gemälde?

Daniel Silva hat mit „Raub“ wieder einen absolut detaillierten Thriller über die Kunstwelt und deren Schattenseiten abgeliefert. Die Liebe zum Detail, hier ausgedrückt in der umfänglichen Beschreibung der Restauration alter Meisterwerke, die Herstellung einer Kopie des berühmten Malers van Goghs und das ereignisreiche Lebens des italienischen Künstlers Caravaggio. Hier merkt man dem Autor seine Hingabe sehr an. An sich vielleicht eher spröde anmutende Abschnitte erfüllt er mit Leben und Begeisterung. Diese ersten Seiten habe ich sehr gerne gelesen. Dann allerdings wird Silva politisch, denn er verwebt diesen Teil seines Thrillers mit den aktuellen Ereignissen im Nahen Osten. Hier ganz speziell mit Syrien und da kann ich mit der Meinung des Autors, so gerne ich ihn auch sonst lese, nicht mitgehen. Seine Beschreibung der Herrschaft Assads mag ich im speziellen gar nicht widersprechen. Doch der Konflikt der dort unten herrscht wird durch Silva nur im gängigen westlichen Medienstil präsentiert. Das ist mir zu Eindimensional. Der in der westlichen Welt als „arabischen Frühling“ bezeichnete Konflikt, zeigt tatsächlich einen Machtkampf zwischen vielen religiösen Haupt- und Untergruppen in den verschiedensten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens auf. Es gibt dort keine friedliche Revolution, sondern einen blutigen und brutalen Krieg um die Vormachtstellung einer der vielen religiösen Gruppen. Dabei übertrumpfen sich alle scheinbar in ihren abscheulich ausgeführten Kampfhandlungen. Dies einem einzigen Diktator anzuhängen ist zu einfach und beschreibt nicht annähernd die Situation. Deswegen bin ich diesmal nicht ganz so überzeugt von Silvas neuem Thriller, zwischenzeitlich fand ich die eigentliche Handlung spielte nur eine banale und untergeordnete Rolle. Sie war für Silva anscheinend nicht das erste Ziel sondern eher sein politischer Standpunkt zum Konflikt. Ich wollte allerdings einen spannenden Thriller lesen und bin deshalb enttäuscht.

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(55)

102 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

thriller, mord, transvestit, fetisch, club

Morgen früh, wenn du willst

Tania Carver ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 07.08.2015
ISBN 9783471351109
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Birmingham…ausgerechnet hier wagen Phil Brennan und seine Frau Marina Esposito einen Neuanfang. Vor acht Monaten hat ihr ohnehin schon turbulentes Leben, durch eine Bombenexplosion, die Entführung ihrer gemeinsamen Tochter, den Tod des Opas und durch Phil’s Koma eine dramatische Wendung genommen. In ihrem alten Zuhause und in ihrer gewohnten Umgebung fiel ihnen sprichwörtlich das Atmen schwer. Als Marina dann ein Angebot aus Birmingham erhält, muss sie Phil nicht allzu lange überreden mit ihr und der Tochter gemeinsam dorthin zu ziehen. Obwohl es Marinas Heimatstadt ist, hat sie sehr gemischte Gefühle, die durch dramatische Geschehnissen in ihrer Kindheit zu erklären sind. Die Arbeit als Dozentin erfüllt wider Erwarten und sie blüht regelrecht auf, ganz im Gegensatz zu ihrem Mann. Phil kann sich nur schwer an seine neue Umgebung und an sein „Team“ gewöhnen. Besonders ein Kollege macht ihm das Leben ein bisschen schwer. Detective Sergeant Ian Sperring lässt ihn bei jeder Gelegenheit auflaufen, insgeheim denkt Phil, dass Ian mit der Wahl ihn als Vorgesetzteneinzusetzen, nicht einverstanden ist, da er selbst Ambitionen auf diesen Job hatte. Nun steht Phil an einem neuen Tatort in einer neuen Stadt und auch hier öffnet sich die Pforte zwischen Alltagswelt und der Welt der Alpträume. Sein neuester Fall ist bizarr, die Tote sitzt in einer Wohnung die buchstäblich einem kitschigen Puppenhaus gleicht und auch sie selber ist so ausstaffiert worden. Währenddessen bekommt auch Marinas Euphorie einen argen Dämpfer, denn bei der Weihnachtsfeier des Instituts wird sie sehr stark von Ihrem Kollegen Hugo Gwilyn bedrängt. Gwilym ist der unangefochtene Star der Fakultät, hat er es doch durch seine Bücher und diverse Fernsehauftritte zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Ein Umstand den Marina nicht so recht verstehen kann, denn die Theorien ihres Kollegen decken sich in keiner Weise mit ihren Ansichten und Erfahrungen. Als sie am nächsten Morgen fast ohne Erinnerungen an den vorangegangenen Abend erwacht und Hugo sie unmissverständlich drohend zu einen Kaffeebesuch zwingt, ist sie in heller Aufregung. Was ist an dem Abend passiert, laut Hugos schlüpfriger Andeutungen muss sie vom Schlimmsten ausgehen. Hat sie Phil betrogen?

Seit dem ersten Buch ist das Autorenduo unter dem Pseudonym „Tanja Carver“, ein Garant für nervenzerreißende Thriller. Auch dieser steht seinen Vorgängern in nichts nach. Außergewöhnlich an der Reihe um Brennan und Esposito sind die in aller Regel bizarren Morde und deren spektakuläre Aufklärung. In „Morgen früh, wenn du willst“ laufen die Erzählstränge parallel, auf der einen Seite werden in Birmingham eine Reihe sehr brutaler Morde begangen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Auf der anderen Seite kommen diesmal viele psychologische Aspekte, hier insbesondere die Kraft der gezielten Einflussnahme auf das Verhalten, zur Sprache. Sehr gut herausgearbeitet finde ich dies in Bezug auf die Protagonistin Marina, trotz ihres Berufes und ihrer Erfahrung mit psychisch auffälligen Tätern, ist sie den Manipulationen ihres Kollegen zum Anfang nicht gewachsen. Sie lässt sich so stark beeinflussen, dass selbst die Beziehung zu ihrem Mann sich verändert. Natürlich hat das wiederum Einfluss auf seine Ermittlungen. Die These die diesmal hinter der Mordserie steckt wirkt auf den ersten Blick zwar etwas unglaubwürdig, jedoch gibt es tatsächlich Parallelen zur Realität. Tanja Carver erwähnt hier nicht nur den „Kannibalen von Rothenburg“ sondern ich könnte mir durchaus vorstellen dass diese reale (absolut abscheuliche) Tat das Autorenduo inspiriert hat. Ein überaus fesselnder, mit vielen Wendungen und Spannungsbögen gespickter Thriller. Hier kann man wirklich von einem Pageturner sprechen!
Kleine Mängel, die sich aber nicht auf die Bewertung schlagen sind die Covergestaltung, hier halte ich die Farbe nicht ganz angemessen für einen Thriller, und den Titel des Buches. Den konnte ich beim besten Willen nicht mit den Geschehnissen in Verbindung bringen.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

schweden, stockholm, thriller, band 2, justizminister

Herzsammler

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.05.2016
ISBN 9783548613147
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Memoiren eines tödlich verletzten Gefangenen gelangen auf wirklich abenteuerliche Weise von Israel über die Grenze nach Jordanien und von dort weiter nach Schweden. Memoiren die dort auch nach längerer Zeit für drastische Konsequenzen sorgen werden.
Zehn Jahre später geschehen fast zeitgleich zwei scheinbar zusammenhanglose Entführungen in Schweden. Bei der ersten handelt es sich um eine junge Frau, die während einer Routineuntersuchung in einer Arztpraxis erst betäubt wird, um dann mittels eines Krankenwagens in ein anderes Krankenhaus verbracht wird. Die Zweite ist ebenso spektakulär, denn der schwedische Justizminister Grimas verschwindet spurlos nach einer Interpellationsdebatte aus dem Reichstagsgebäude. Das wiederum ruft die Ermittler Fabian Risk und seinen Chef Edelmann auf den Plan. Gerade letzterer pflegte mit dem Justizminister eine innige Freundschaft. Nach dem Auswerten der Überwachungskameras im Justizministerium, kommen die Ermittler zu dem Schluss, dass der Verschwundene niemals das Gebäude verlassen haben kann. Nach einigem Suchen in jedem versteckten Winkel, wird Grimas im ausgemusterten Ruheraum gefunden. Tot und ohne Augen. Weitere Menschen verschwinden und werden wenig später tot aufgefunden. Mit der Gemeinsamkeit, das ihnen jeweils ein Organ fehlt. Auch beschränkt sich der Täter nicht auf Schweden, in Kopenhagen arbeitet die Ermittlerin Dunja an ebensolchen Fällen. Dunja und Fabian erleben unabhängig voneinander die bewusste aber kaum wahrnehmbare Sabotage durch ihre Chefs. Warum sollten diese ebenfalls unabhängig voneinander, diesen Fall nicht aufklären wollen?

Alles beginnt mit einem Brief, der seinen Adressaten zwar viel zu spät, aber dennoch erreicht. Ein Brief dessen Inhalt den Empfänger tief erschüttert. Die Reise dieses Briefes ist anschaulich und glaubhaft geschildert, obwohl man an der Echtheit der Geschehnisse im Stillen zweifeln mag.
Stefan Anhem liefert mit seinem zweiten Buch einen unheimlich komplexen Thriller ab. Viele scheinbar zusammenhanglose Erzählstränge, die sich kreuzen oder parallel laufen und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Bis zum Schluss gelingt ihm das Kunststück die Spannung aufrecht zu erhalten. Ein wenig gehadert habe ich lediglich mit der „One-Mann-Show“ des Täters, das war ein bisschen dick aufgetragen, diesen an fast allen Schauplätzen in zwei verschiedenen Staaten über Monate auftauchen zu lassen.
Die Charaktere die der Autor erschaffen hat sind stellenweise recht skurril. Allen voran Fabians Kollegin Malin, die mit einer Schwangerschaftsgestose im letzten Drittel noch so hart arbeitet, ist zwar nicht ganz realistisch, ihre Art mit der Schwangerschaft umzugehen war stellenweise sehr erfrischend und lebendig. Risk Eheprobleme hingegen waren mir etwas zu nebulös. Ich konnte nicht wirklich einen Aufhänger für das Problem erkennen, außer dass sich beide ohne Rücksicht auf Verluste in die Arbeit stürzen und die Kinder sich stellenweise selbst überlassen. Das wirkte auf mich geradezu unprofessionell.
Ganz besonders gefallen hat mir, das nicht alles restlos aufgeklärt oder ermittelt wird. Dadurch erhebt sich die Frage nach Recht und Unrecht , und deren zweifellos kontroverse Diskussion, umso deutlicher. Sehr realistisch dargestellt finde ich die vielen verpassten Gelegenheiten, die eine schnellere Aufklärung ermöglicht hätten, die dem Thriller dadurch jedoch immer wieder eine überraschende Wendung geben. Spannung bis zu Letzt mit einer außergewöhnlichen Story die durchaus realistisch sein könnte. Gerade das macht diesen Thriller besonders.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

krimi, alzheimer, vergangenheit, köln, nazivergangenheit

Treuetat

Elke Pistor
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.07.2015
ISBN 9783548286112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der ziemlich erfolglose Freelancer Kai Ziegler wittert die große Story. Eine unglaubliche Geschichte die ihn auf den Olymp des Journalistendaseins heben würde. Er hat leider nicht bedacht, dass es einige gibt, die diese Geschichte verhindern wollen. So wird nicht nur sein Auto manipuliert sondern er wird noch, nur um auf Nummer sicher zu gehen, mit Benzodiazepinen ruhig gestellt. Auf seiner Fahrt über die Autobahn passiert ihm in Folge dessen ein Unfall, der all seine aufstrebenden Träume auf einen Schlag vernichtet, denn er überlebt diesen nicht.
Kommissarin Leonie Ritte tritt unterdessen ihren Dienst nach langer Rekonvaleszenz Phase, bedingt durch einen schlimmen Motorradunfall vor acht Monaten, wieder an. Ihre Partnerin, Verena Irlenbusch hat sich in ihrer Abwesenheit an die Marotten und Eigentümlichkeiten ihres neuen Partners Christoph Todt gewöhnt. Zu dritt untersuchen sie den mysteriösen Unfall des Journalisten. Leoni darf dabei lediglich am Schreibtisch die Ermittlungen unterstützen. Es geschehen weitere Morde die augenscheinlich nicht zusammenhängen. Die Aufmerksamkeit von Verena leidet während der Ermittlungen aber zunehmend, da ihre Oma, die Frau die sie nach dem Tod der Mutter großzog, an Alzheimer erkrankt ist. Verena muss einsehen, dass sie Ruth in eine Kurzzeitpflege geben muss. Beim Aufräumen von Ruths Zimmer stößt sie auf alte Fotoalben, die ihren Großvater, dem Retter der kleinen (jüdischen) Ruth, in der Wehrmachtsuniform zeigen. Ihr Großvater ein Nazi? Sie muss diesen Dingen auf den Grund gehen. Auch in den aktuellen Mordermittlungen zeigt eine Spur in die schwarze Vergangenheit…

Auffällig an diesem Krimi sind viele lose Fäden am Anfang des Buches. Die so wie ich erhoffte einen dicht gestrickten Plot ergeben würde. So ist es auch. Die aktuellen Ereignisse, die abwechselnd aus der Sicht der drei Ermittler erzählt werden, werden immer wieder unterbrochen durch Erinnerungen eines Kindes. Negativ ist mir nur aufgefallen das man diese Erinnerungen nicht zweifelsfrei einer Person zuschreiben kann. Sind es die Erinnerungen von Ruth oder gar einer anderen Person? Das empfand ich als ein bisschen nachteilig. Ebenso bleibt die Geschichte von Verenas Opa leider auch nur nebulös und der Leser muss sich seine eigenen Gedanken zu dem Geschehenen machen denn Ruth kann auf Grund ihrer Erkrankung nichts mehr dazu beitragen etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Das ist sehr realistisch geschildert trotzdem hätte ich gerne mehr erfahren und mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht.
Unterfüttert wird die Handlung durch die nicht künstlich dargestellte Lebenssituation der drei Protagonisten. Auch wenn diese nicht immer sympathisch agieren oder ihre Handlungen, ihr eigenes Leben betreffen, immer allzu durchdacht erscheinen.
Der Fall den die Autorin in ihrem neuesten Buch darstellt ist hoch interessant und die Geschichte, die schlussendlich in dieser Mordserie mündet, könnte sich durchaus, nicht nur einmal, so ereignet haben.
Oftmals hadere ich, gerade bei Krimis mit den Titeln. Hier ist es nicht so, ich finde den Titel überaus passend für den Inhalt des Buches.

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